Predigt am 27sten Sonntage nach Trinitatis 1826, als am Todtenfeste in der Dreifaltigkeitskirche gesprochen 9783111487977, 9783111121390

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Predigt am 27sten Sonntage nach Trinitatis 1826, als am Todtenfeste in der Dreifaltigkeitskirche gesprochen
 9783111487977, 9783111121390

Table of contents :
I.
II.
Ordnung

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Predigt am

27^n Sonntage nach Trinitatis 1826, als sliii Todtenfeste

in der Dreifaltigkeitskirche gesprochen

»' 0 N

Dr. Fr. Schleiermacher.

Berlin, 1827. G e d r u ck t

bet

G. Reime r.

Die Gnade unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, die Liebe Gottes, unsres himmlischen Vaters und die trostreiche Gemeinschaft seines Geistes

sei mit

uns.

Amen.

Text. i. Theffalonich. 5, i — n.

Von den Zeiten aber und Stunden lieben Brüder, ist nicht Noth euch zu schreiben.

Denn ihr selbst

wißt gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht.

Denn wenn sie werden sagen,

es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Ver­ derben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen

Ihr

aber, lieben/ Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife.

Ihr seid allzumal

Kinder des Lichts und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsterniß.

So laßt uns

nun nicht schlafen wie die Andern, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein.

Denn die da schlafen, die

schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken.

Wir aber, die wir des Tages

sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs A 2

4

des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesezt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besizen durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen nun oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter ein* ander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut.

*y(. a. A diese Worte des Apostels beziehen sich aller­ dings zunächst auf die damals unter den Christen allgemein verbreitete und auch so natürliche Erwartung, daß der gen Himmel aufgehobene Erlöser bald wiederkommen werde zur Beendigung aller menschlichen Dinge. So verbreitet war diese Erwartung, daß wir fast in allen apostolischen Briefen, in so verschiedene Gegenden sie auch gerichtet sind, die Spuren davon antreffen. Und auö den mannigfaltigen nicht immer der Sache gemäßen Ausfchmükkungen derselben in den häu­ figen Gesprächen der Christen über diesen Gegenstand folgte dieses, daß viele Christen eben deshalb, weil sie alle Herr­ lichkeiten dieser Wiederkunft des Herrn für sich und ihre Zeitgenossen erwarteten, die Besorgniß hegten, ob nicht die ganze bevorstehende Seligkeit denen entgehen werde, welche früher durch den Tod wären hinweggerafft worden: worüber in den lezten Worten des vorhergehenden Kapitels der Apo­ stel die Theffalonicher zu trösten sucht. Natürlich war diese Erwartung, denn sie hatte manches, nur zu buchstäblich auf­ gefaßte, Wort d-S Erlösers für sich; daran hielt sich die Sehnsucht der damaligen Verkündiger des Glaubens, wel­ che den Erlöser von Angesicht gekannt hatten, und mit dem

Glauben theilte sich auch ihre Hoffnung denen mit, welche daS Wort der Verkündigung annahmen. UnS aber m. g. F. ist dieses alles weit auS den Au­ gen gerükt, und ohne daß wir deshalb »u denjenigen zu rechnen wärm, von denen der Apostel sagt, daß sie schla­ fen als solche die der Finsterniß angehören, mögen wir wol alle die Ueberzeugung hegen, daß noch manche Geschlechter der Menschen kommen und vergehen werden, ehe das Werk des Herrn auf dieser Erde wird vollbracht sein, und dasje­ nige eintreten können, was damals schon erwartet wurde. Aber doch m. g. F. gehen auch «ns deS Apostels Worte nicht minder nahe an als die damaligen Christen. Denn was für jene ihrer Meinung nach die Wiederkunft des Herrn fein sollte, das ist für uns alle der Augenblikk unseres Ab­ schiedes auS diesem Leben. Denn nicht anders als ob alle menschlichen Dinge beendigt wäre», tritt dann für jeden das Ende seines Wirkens hienieden und feines ganzen gewohn­ ten Zustandes ein, auf die gleiche Weise ist dann alles für uns abgeschlossen, wovon wir Rechenschaft werden geben müssen vor dem Richterftuhle dessen, der als Richter auch damals schon erwartet wurde. Darum m. g. F. zeichnet auch für uns der Apostel die zwei in dieser Beziehung ein­ ander entgegengesezten Zustände. Einige, sagt er, welche von der Nacht sind und aus der Finsterniß, wird der Tag des Herrn ergreifen wie ein Dieb in der Nacht; Anderen, weil sie nicht von der Nacht sind noch aus der Finsterniß sondern Kinder deS Tages und des Lichtes, kommt dieser Tag weder feindselig noch unerwartet. Wenn aber der Apostel dieses als ein Unheil darstellt, wenn der Tag des Herrn die Menschen ergreift wie ein Dieb in der Nacht: so ist gewiß seine Meinung in Bezie-



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hung auf unsre gegenwärtigen Verhältniffe ktineSwegrS die, als ob, wenn der Tod nur allmählkg.herantritt, nachdem tr sich lange vorher angekündigt durch Krankheiten und Schmerzen des seiner Auflösung entgegengehenden Leibes, diese- ein glücklicherer Zustand wäre, als wenn er plöjlich hereintritt wie ein Bliz, den der Herr zu seinem Diener Wacht. O, wieviel Ursache möchten dann viele unter uns haben zur Trauer über mehr oder weniger befreundete Da­ hingeschiedene am Ende eines Jahres, in welchem wir, wie wir wol Alle oft genug vernommen haben, so ungewöhn­ lich viele Beispiele von ganz plözlichcn nicht einmal geahn­ deten Todesfällen erlebt haben! Aber nein, m. g. F., hier­ auf nicht, sondern nur darauf kommt es. an, ob der Tod uns erscheint wie eine unwillkommne und räuberische Ge­ walt, der wir gern ausweichen möchten, ob er hereinbricht wie ein gefürchtetes Uebel, oder ob wir unsre Zustimmung dazu geben von hinnen zu scheiden, und also dem Boten nicht unwillig folgen, der da kommt uns abzurufen. Fol­ gen wir unwillig: so sind wir nur um so länger im Wi­ derspruch mit der göttlichen Fügung, je länger wir den Tod mit einiger Bestimmtheit voraussehen. Sind wir zu­ frieden : so erbauen wir desto länger durch unsere Erge­ bung. Doch meine ich es auch mit diesem Unterschied nicht so, wie er freilich am größten ist, wenn wir uns nämlich denken, Alle müßten unwillig sterben, welche, weil sie ganz den vergänglichen Dingen dieser Welt anhingen, auch mit dem irdischen Leben alles verlieren. Alle aber könnten sich in den Tod wol fügen, in deren Gemüth die frohe Zuver­ sicht eines ewigen Heiles sich befestiget habe. Auch dies, m. g. F., wäre keine Betrachtung für uns, die wir uns

7 ja auch die Worte des Apostels aneignen können, Wie sind allzumal Kinder des Tages und deS Lichtes, und wis­ sen es, daß wir nicht grsezl sind zum Zorn, sondern die Seligkeit zu brsizen durch Christum. Sondern ich meine diesen Unterschied nur so, wie er auch zwischen solchen sich findet, welch» auf gleiche Weise Ursache haben ruhig zu sein über ihr künftiges Heil. Auch unter diesen begegnet es nicht wenigen, so daß ich mich hierüber wol auf die Lebenserfahrung der Meisten unter uns berufen kann, daß die Annäherung des Todes sie überrascht wie ein Dieb i# der Nacht, wenn auch nicht sofern sie ihn denken als den Uebergang in ein neues Leben, von welchem sie ja nichts als gutes erwarten, doch sofern sie in ihm daS Ende ihrer bisherigen Wirksamkeit und di« Trennung von-allen ihren Verhältnissen erblikken. Za wir müssen wol gestehen, daß unter allen die im Lauf eines Zahres das Zeitliche geseg­ net, nur wenige sind, welche uns daS Bild ln seiner gan­ zen Reinheit darstellen, welches der Apostel unS hier als dasjenige vorzeichvet, in welches alle Christen sich gestalte« sollen. Deshalb also laßt uns m- g. §. nach der Aufforderung des Apostels in der gegenwärtigen Stunde uns, wie er. sagt, in Beziehung auf den Allen bevorstehenden Abschied aus diesem Leben unter einander er­ mahnen und erbauen. Wozu wir uns aber ermah­ nen sollen, das sagt er uns zuerst in den Worten, Laßt uns wachen und nüchtern sein, und dieses sei also auch der erste Gegenstand unsrer Betrachtung.

8 I. SW. a. F. Was der Apostel hier in geistigem Sinne Nüchternheit nennt, das will er doch jener traurigen Ver­ irrung entgegensezen, wenn ein Uebermaaß de- Genusses dem Menschen die Klarheit seines Bewußtseins und den vollen Gebrauch seiner Sinne geraubt hat. Wer wird also wol nach Paulus Sinn in Beziehung auf unsern Abschied auö diesem Leben der Nüchterne sein und wer nicht? Ge­ wiß m. g. F. derjenige ist der Nüchterne, der sich des Ver­ gänglichen in diesem Leben in einem jeden Augenblik als eines solchen bewußt ist, mag nun die Rede sein von den Werken, in welche er verflochten ist, von den Thaten die ihm aufgegeben sind, oder mag die Rede sein von dem, was ihm daö Leben in seiner Fülle von außen bringt, nicht daS Sinnliche meine ich, woran wir ja am wenigsten hän­ gen, sondern die höheren und geistigen Genüsse, die aus dem Zusammenleben gleichgebildeter und gleichgesinnter Men­ schen entstehen, und der schönste und herrlichste Schmuk des Lebens sind; immer sollen wir schaffen und wirken so lange es Tag ist mit dem Bewußtsein, daß es jeden Augenblik Nacht für uns werden kann, immer uns freuen und genie­ ßen mit dem Bewußtsein, daß wir hier Gäste sind und Fremdlinge. Vergessen wir auch nur auf kurze Zeit, daß der nächste Augenblik uns hinwcgnehmen kann aus der ganzen Fülle unsrer Thätigkeit und unsres Besizthums: o, m. g. F., so ist das schon ein Zustand der Berauschung, denn wir haben kein wahres Bild mehr von dem, was um unö her ist und vorgeht, sondern eine immer unordentliche Richtung des Gemüthes hat das Bewußtsein getrübt und verworren gemacht. Erkennen wir aber das Irdische nicht mehr dafür, daß es midi wieder zur Erde werden muß;

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so ffcnntn wir auch nicht rein und wahr im Himmlischen leben. Und je öfter dieser Zustand der Vergessenheit wie­ derkehrt, je länger eS anhält, daß uns in einem Leben, in welchem alles wechselt, doch das Ende desselben nicht nahe und gegenwärtig ist in der Seele: um desto mehr entwöh­ nen wir uns von dem heilsamen Zustande der Nüchternheit, und es kann nicht fehlen, daß wenn in diesem Rau­ sche sich uns pldzlich das Bild des Todes aufdrängt, uns dann auch ein stechender Schmer; unerwartet überfallt, und das ist der Schmer;, von welchem der Apostel sagt, daß solche ihm nicht entfliehen werden. Wollen wir uns aber nun ermahnen in diesem Sinne' nüchtern ;u sein und ;u bleiben, so sage nur niemand bei sich selbst, es wäre wol leicht so zu ermahnen und auch sich ermahnen zu lassen für diejenigen, welchen schon heran­ nahendes Alter und zunehmende Schwäche manche Bot­ schaft ins Ohr geflüstert haben davon, daß auch der Tod, der dem Alter folgt, nicht mehr fern sein könne; aber auf der Höhe des Lebens, wo der Wirkungskreis sich immer' noch ausdehnt, wo die Thaten sich drängen und die Ge­ genwart den Menschen so in Anspruch nimmt, daß wenig­ stens an seine eigne Zukunft zu denken ihm gar wenig Zeit übrig bleibt, sei diese Nüchternheit gar schwer. Und wie sie nun gar der Zugend zugemuthct werden könne, das fei noch schwerer zu glauben, ihr, die in sich selbst auch nicht die leiseste Mahnung findet an das Ende des Lebens, vielmehr, indem sie sich von einer Kraft zur andern in freu­ diger Fülle entwikkelt, von jedem würdigen Ziele der Thä­ tigkeit angelockt in Ahndungen und Vorbereitungen lebt, bei denen sie nicht anders kann, als eine lange Zukunft für einen Besi; anzusehen, auf den sie die gerechtesten An-

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spräche hat. Dennach m. g. Fr. spreche niemand so! Alle Lebensalter werden auf gleiche Weise an die Vergänglich­ keit des irdischen gemahnt, da der Tod aus allen ohne Un­ terschied seine jährlichen Opfer fordert. Auch der frische­ sten Zugend in der Blüthe des Lebens und in der Fülle der Kraft kann es nicht entgehen, wie manches TodeslooS schon glücklich an ihr vorübergegangen ist, da ja die gute Hälfte von denen, welche in dem Zeitraum eines ZahreS aus unsrer Mitte scheiden, von diesem Leben noch nichts gekannt haben, als die halb bewußtlosen Leiden und Freu, den der ersten Kindheit. Und ach! auf der andern Seite das Alter zeigt sich auch keinesweges immer so geneigt selbst zu ermahnen und auch sich wiederum ermahnen zu lasten zur christlichen Nüchternheit! Denn sind auch schon Thätigkeit und Genuß auf mancherlei Weise beschränkt: so wird nur um so mehr das Leben selbst zur Gewohnheit; und je mehr schon Jahre verflossen sind, um so mehr scheint es sich von selbst zu verstehen, daß noch wieder eines sich an die anderen anreihet und das begonnnene auch werde zu Ende gelebt werden. So berauscht sich auch das Alter, nur an geringerem Getränk. Darum ohne allen Unterschied, ob wir es schon weit in diesem Leben gebracht und viel davon zurückgelegt ha­ ben oder nicht, ja auch ohne Unterschied, wie sehr es unS erfreulich ist, und ob wir die Fortsetzung desselben zu allen Zeiten mit gleicher Liebe wünschen, oder ob es Augcnblikke giebt, wo wir daran schon genug zu haben glauben und als Gesättigte meinen, es würde uns erwünscht kommen, wenn das Mahl aufgehoben würde — denn auch solche Anwandlungen verlieren sich gar bald wieder mit den ver­ gänglichen Uebeln und Unfällen selbst — also ohne allen

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solchen Unterschied laßt uns unter einander uns ermahnru zur Nüchternheit, denn wir bedürfen es Alle, damit ja nie­ mals, unter welchen Umständen und in welcher Gestalt er auch nahe, der Tod erst uns Schrekken einflöße vor der Vergänglichkeit, die wir ja immer vor Augen haben und deren wir uns immer bewußt sein sollten! Lieber laßt unS mitten im Leben ja bei allen seinen Geschäften und Freu­ den beständig das Bild des Todes vor uns tragen, wie ja gewiß in Jedem zu jeder Zeit schon der Keim desselben sich entwikkelt, damit wir weder erstaunen noch erschrekken, sei es auch wann es wolle, wenn die Stund« schlägt,, di« jedem unter uns der Herr bestimmt hat. Nur daß unS auf keine Weise diese Nüchternheit den Geschmack verderben soll an -der Freude am Herrn, zu der uns derselbe Apostel anderwärts so dringend ermahnt, oder gar uns eine Verleitung werden zur Trägheit, und unsere Thätigkeit lähmen in dem großen Werke deS Herrn, als ob es nicht lohne an dem zu arbeiten, was wir doch nicht werden bis zu seinem Ende leiten können; sondern freuen sollen wir uns in dem Herrn allewege und wirken roetj es Tag ist. Nein der Apostel hat uns nicht ermahnen wollen zu einer düstern und müßigen Todesbetrachtung, die uns von dem Schauplaz der uns aufgegebenen Thätigkeit, von der freudigen und wirksamen Theilnahme am Reiche Gottes zurükzieht, einen dem Moder entrissenen Schädel vor sich hinstellen muß um sich das Bild des Todes zu vergegenwärtigen, und statt des Friedens und der Freude in dem heiligen Geiste, in dumpfem in sich brüten und herben aber fruchtlosen Werken der Buße der Stunde harrt, die da kommen soll! Vielmehr wie die Nüchternheit immer der Zustand ist, in welchem der Mensch seiner

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Sinne forool als auch seiner Kräfte vollkommen mächtig ist: so soll diese geistige Nüchternheit uns freudiger machen in dem Herrn, indem unsre Freude von aller Beimischung VeS eitlen gereinigt wird, wenn wir das Vergängliche als solches erkennend unstre Sinne ganz dem bleibenden und ewigen zuwenden; und indem wir Verzicht darauf leisten, irgend etwas entschieden oder vollendet zu sehen von dem was wir begonnen haben und wofür wir kämpfen, soll unsere Thätigkeit um so gründlicher und kräftiger werden als sie reiner ist und unbefangener. Und das ist auch die Meinung des Apostels und die Ursache, weshalb er nicht zur Nüchternheit allein ermahnt, sondern Laßt uns wachen, sagt er. Und nüchtern sein! Wer gedenkt hier nicht bei den Worten des Apostels jener Rede des Herrn an seine Jünger, als er zu ihnen sagte, Wohl dem Knechte, den sein Herr, wenn er kommt, wachend findet! Der wachende Mensch m. g. F. entgegengesezt dem schlafenden nicht nur, sondern auch demjeni­ gen, der in einem träumerischen Zustande begriffen aller­ dings auch kaum verdient ein wachender zu heißen, ist der­ jenige, welcher offen ist für die ganze Gegenwart, die ihn umgiebt, dem nichts entgeht was um ihn her vorgeht, der also auch keine Aufforderung versäumt, je nachdem sich in dem Kreise seines Lebens und Wirkens etwas ereignet, fti cs nun sich zu bewahren und zu schüzcn oder Andern- hükfreich zu sein. So lange wir nun in diesem Zustande des Wachens verharren, sind wir sicher, daß der Tag des Herrn, wie er auch käme, uns nicht überfallen wird wie ein Dieb in der Nacht; sondern weil immer alles gethan und im Werke ist, was uns obliegt, werden wir solche Knechte gewesen ft in, die der Herr glüklich preist, weil

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wenn er kommt er fit wachend findet. Ueberlassen wir uns aber öfter dem Schlaf und dem Träumen, so daß wir vieles von demjenigen unbeachtet versäumen, was der Herr auf den Weg unsers Lebens als unseren Theil Arbeit gelegt hat, weil wir das Auge des Geistes nicht immer frisch und munter nach allen Seiten herumwenden: dann freilich haben wir zu besorgen, daß, wenn dereinst der Tag des Herrn kommt, und dann wie es zu geschehen pflegt die Flamme des Lebens zulezt noch einmal heller als gewöhn­ lich auflodert, und auch das geistige Auge weniger umschleiert ist und schärfer unterscheidet, so daß wir nun noch vieles sehen, was wir hätten thun können uyd sollen, eS aber versäumt haben und verträumt, uns dieses zu einem stechenden Schmerz werde, dem wir nicht entfliehen, son­ dern er verbittert uns noch die fegten Stunden des Lebens. Wolan, so laßt uns denn unverdrossen wachen, jeder auf dem Posten wohin ihn der Herr gestellt hat, und im­ mer bereit sein anzufassen wo es Noth thut! laßt uns aufmerksam auf jede innere Stimme lauschen, die unö auf­ fordert zu irgend einem wohlgefälligen Werke des Herrn! Und wenn irgend etwas bedeutendes eintritt, dann beson­ ders nicht müde werden zu forschen und zu fragen, welches da sei der wohlgefällige Wille Gottes an uns. Aber auch dann laßt uns nicht, wie es nur gar zu oft den schwa­ chen Menschenkkndren ergeht, über dem großen und wich­ tigen, das unser Gemüth vorzüglich beschäftiget und in An­ spruch nimmt, die sich immer erneuernden Forderungen, die das gewöhnliche Leben in seinem alltäglichen und ruhigen Geleise an uns macht, gleichgültig übersehen, vielmehr nicht nur in Ermangelung des Großen sondern auch neben demselben das Kleine nicht zurükweisen und hintansezen!

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Wem dir- durch Gottes Gnade gelingt, m. g. F., der er­ freut sich während jene weise Nüchternheit ihm das Bild des Todes immer vergegenwärtigt, doch zugleich, weil er wacht, des Bewußtseins eines vollen ungekürzten und ge­ wiß auch gesegneten Lebens; der gewiß, wenn irgend einer, wird in jedem Augcnblik bereit fein, wenn eö so, geboten wird, auch die Hand von seinem Werke abzuziehen, weil er weiß, daß er an seinem Theile nichts verdorben, son­ dern treu und redlich den Dienst des Herrn verrichtet hat, der wird keinen Schmer; fühlen und kein Schrekk wird ihn ergreifen, wenn der Augenblik aus diesem Leben abzuscheiden für ihn gekommen ist. Uns aber m. g. F. ist mit weiser Borsicht ein beson­ deres Andenken an das Ende des Lebens und ein Gedächt­ niß derer, die von unö dahingegangen sind, an dem Ende jedes kirchlichen Jahres geordnet. Denn wenn das Ende des Jahres uns auf einen bedeutenden Theil unseres Le­ bens zurükweiset und uns mit Recht zu einer gründlichen Prüfung auffordert, wiefern auch wir nüchtern und wach­ sam gewesen sind, so muß uns das Andenken an diejenigen, welche in einem solchen Zeitraume von und geschieden sind, zu einer besonderen Mahnung dienen, noch zuzunehmen im nüchternscin und wachen. Mögen es nun viele oder we­ nige sein, und aus den näheren oder nur den entfernteren Kreisen unseres Berufslebens und unserer christlichen Ge­ meinschaft, welche in diesem Jahre das Zeitliche verlassen haben: immer sind sie doch abgerufen worden von ihrem Werke. Haben sie es nun wohl verwaltet und sind wach­ same Knechte gewesen, die der Herr niemals und auch kn ihrer lezten Stunde nicht anders gefunden hat: was kön­ nen wir ihnen lieberes thun, als nun in demselben Sinne

15 und auf dieselbe Weise ihr Werk als das unfrigt aufzu­ nehmen und es weiter zu führen, wie sie selbst dies auf eine uns erfreuliche und erbauliche Weise während ihres LebenS gethan haben. Sind sie hie und da weniger nüch­ tern und wach gewesen, wie wir alle die Schwachheit der menschlichen Natur theilen: was für ein besseres Opfer der Liebe und der Dankbarkeit können wir ihrem Andenken weihen, als daß wir aus allen Kräften trachten zu ergän­ zen und nachzuholen was sie versäumt haben, damit das Werk Gottes sich doch immer weiter fördre, und der Herr mit seinen Knechten, denen ja alles gemein ist, wenigstens im Ganzen immer mehr könne zufrieden sein. So wollen wir uns jezt, und so auch täglich — denn jeder Tag ist ja ein Abschnitt des schnell dahin schwindenden Lebens — ermahnen nüchtern zu sein und zu wachen. II.

Wozu wir aber zweitens uns unter einander ermah­ nen sollen, und wovon es vorzüglich abhängen wird, ob wir uns unter einander auch durch Wachen und Nüchtern­ heit erbauen werden, das lautet bei dem Apostel so, wir sollen angethan sein mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung des Heils. Warum m. g. F. vergleicht er wohl den Glauben und die Liebe einem Harnisch, der die Brust des dem Feinde gegenüberstehenden Kriegers bedekkt? Nicht ohne Anspielung ist diese Ncde des Apostels auf ein prophetisches Wort aus den Schriften des alten Bundes, wo von dem Herrn gesagt wird, Er waffnct sich mit Gerechtigkeit als mit einem Panzer, um seinen Widersachern zu vergelten *). *) Jes. 69/

17.

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Das wollt« der Apostel nicht auf uns Menschen anwenden; denn er wußte wol und hatte es oft und laut genug ver­ kündigt, daß die Gerechtigkeit des Menschen, sofern sie nicht auf dem Glauben ruht, sondern irgend ein gesezlicher Maaßstab angewendet werden soll, nur sein kann wie ein durchlöchertes Sieb. Statt einer solchen nun bietet er uns dar als einen festeren Panzer den Glauben und die Liebe, beide als Einen, wie er sie denn immer ungetrennt von einander begreift, denkt und darstellt. Denn der Glaube, der ohne Werke todt ist, wirkt nur durch die Liebe, und wiederum giebt es keine wahre und gottgefällige Liebe außer derjenigen, welche die Thätigkeit des Glaubens ist und auS ihm hervorgeht. Beide so verbunden empfiehlt uns also Paulus als den Harnisch Gottes, mit welchem angethan wir wandeln müssen, wenn unsre Brust soll geschüzt und geschirmt sein gegen die gefährlichen Pfeile des Todes, nicht nur gegen die, welche gleichsam mit unsicherer Hand abgeschossen nur als Warnungszeichen vor uns vorübergleiten, sondern auch gegen die, welche bestimmt sind uns abzurufen aus diesem Leben. Die schirmende Kraft aber des Glaubens m. gel. Fr. liegt darin, daß wie derselbe Apostel an einem andern Orte sagt, der Glaube nichts anders ist als daö Leben Christi in uns. Denn so spricht er, Was ich nun lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben deö SohneS Gottes; nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir *). Sehet dieser Glaube, der das Leben Christi in uns ist, dieser und kein anderer ist t6z. vermöge dessen und in dessen Kraft wir schon *) Gal- 2, so.

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schon hindurchgedrungen sind durch den Tod; dieser ist cö von dem der Herr selbst sagt, daß alle, die da glauben auch schon daß ewige Leben haben, und dieser ist es eben deswegen, der uns gegen die Pfeile deö Todes schüzt. Denn wie sollte nicht Christus, wenn er durch den Glauben in unS lebt, uns immer in dem nüchternen und wachen Zu­ stand« erhalten, den wir uns vorher angepriesen haben da er selbst, ein so herrliches Vorbild desselben gewesen ist! Wie trug er immer das ganze Werk, welches ihm von sei­ nem himmlischen Vater aufgetragen war, in seinem Her­ zen, und wie stand eS ihm immer in allen Beziehungen vor,Augen! Und auf der andern Seite wie fest und ruhig wandelte er immer im Bewußtsein des Todes, wissend welches Ziel des irdischen LebenS ihm gestekt war, aber auch immer in ungrtrennter Gemeinschaft mit seinem Va­ ter. Wenn also auch wir, sofern Christus in uns lebt, mit ihm auch schon deS ewigen Lebens wahre Theilnehmer sind, nicht nur es uns als eine ferne Hoffnung vorhalten, eben so gewiß aber auch mit ihm uns immer klar des Vergänglichen, daß es ein solches sei, bewußt sind: so ist dann der Himmel jetzt schon unser Vaterland, weil nur das ewige und göttliche wahrhaft in uns lebt; und indem wir jrzt schon nur nach dem trachten was droben ist, so haben wir die irdische Hütte, mögen wir sie nun früh oder spät verlassen sollen, schon immer der Vergänglichkeit geweiht, indem wir auch in diesem Sinne in die Gemeinschaft des Todes Christi gepflanzt sind. So richtig zeigt sich die Be­ hauptung des Apostels, daß der Glaube der Harnisch ist, der unsre Brust schirmt, so daß der Tod uns nichts schaden kann. Sein Stachel ist gebrochen, und die Furcht vor ihm gehört nur der Welt, welche Christus überwunden hat. B

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Damit aber auch der Stachel des Vorwurfs unS nicht lange schmerze und nicht haften bleibe, da eS Za bei der menschlichen Schwachheit nicht fehlen kann, daß nicht Ze­ der manches sollte versäumen und unterlassen: so nennt der Apostel noch besonders als einen Theil unseres Harnisches die Liebe, wiewol jener Glaubt ohne sie nicht zu denken ist; denn wie sollte sie nicht fein wo der lebt an welchem un- auf ganz besondere Weise die Liebe Gottes erschienen ist. PauluS nennt aber die Liebe, weil sie als der Stamm, auf welchem alle edle Früchte des Geistes allein wachsen, auch die wahre Erfüllung und Ergänzung des Gesetzes ist. Denn wollten wir, wo wir unS selbst Slechrnschaft abfor­ dern über usiser Thun, uns, wie es die Weise des GesezeS mit sich bringt, nach einzelnen Werken messen,' so würden wir niemals auch nicht vor unS selbst gerecht erscheinen können, sondern nur zur Erkenntniß auch der Sünden -er Unterlassung gelangen. Wenn wir unS aber bewußt sind, daß die Liebe Christi uns zu allem gedrungen hat, waS wir doch wirklich gethan: fo wissen wir auch daß nicht- verdammli'chrS an uns ist, denn Christus ist da der gerecht macht. Aber um so mehr ist unser Harnisch nicht nur der Glaube sondern Glauben und Liebe aus Einem Stück, als die Liebe vorzüglich wach und rege erhält, und daS Auge de- Geistes schärft. So gewiß Gott selbst die Liebe ist, kann auch nur der, welchen die Liebe treibt, überall erkennen, welche- da sei der wohlgefällige Wille Gottes än ihn; eben wie sie es war, die auch den Erlöser alle Werke Gottes erblikken ließ. Wenn uns also mitten im Leben der Gedanke an den Tod zugleich an Versäumtes mahnt: so dürfen wir vertrauen, daß wir von einer Zeit zur an­ dern mehr werden nüchtern und wachsam werden durch die

19 Kraft der Liebe. Und wenn uns doch dieselbe Empfindung noch anwandelt auch in der entscheidenden Stunde: so werden wir Sicherheit finden in dem Bewußtsein, daß wenn wir nur gesucht haben die Liebe auch andern Ge­ müthern einzupflanzen und in ihnen zu pflegen, ihnen dann noch mehr als uns gelingen wird, durch Nüchternheit und Wachen die Mängel der früheren Zeit zu ergänzen. So sind wir denn auf diese Weise angethan gewiß Kinder drö Lichts und des Tages, wenn die Liebe selbst der Tag ist in dem wir wandeln, das Licht welches uns überall scheint und leuchtet, und vermöge drffrn wir sagen können, daß wir nicht von der Finsterniß sind und auö der Nacht. Aber warum bedürfen wir doch noch der -Hoffnung des Heils, daß sie sei der Helm auf unserm Haupte? 3st auch die Brust wohl geschirmt, m. g. Fr., so ist doch un­ ser Haupt verwundbar, weil iS empfänglich ist für Be­ denklichkeiten und Zweifel. Das sind gefährliche Streiche, die gegen dasselbe geführt werden und leicht auch den Arm entnerven und den Fuß lähmen können, wenn der Gedanke auf unö eindringt, ob nicht olle unsere Arbeit vergeblich sei, ob wir bei dem schwankenden und unentschiedenen in allen menschlichen Dingen wol jemals darauf rechnen kön­ nen, daß christliche Weisheit und Tapferkeit den Preis da­ von tragen werden um den sie werben. Wo gäbe es wol Ein gutes Werk, was wir beginnen, woran wir arbeiten könnten mit der sichern Aussicht, daß wenn wir es auch nicht gradezu selbst vollenden, «s doch werde in ununter­ brochenem Zusammenhange mit unsern Bemühungen voll­ endet werden, und nicht so oft noch unterdrückt und hin­ tertrieben, daß diese, wenn es auch zulrzt gelingt, für ggr nichts dabei zu rechnen sind! Wo gäbe es wol einen B 2

20 Streit, in so viele wir auch hineingezogen werden können durch den Dienst des Herrn, von dem wir sicher sein dürf­ ten, unser Fechten werde den Sieg herbei führen, und nicht eben so gut besorgen müßten, daß er sich noch lange hinausspinnrn könne, und alle Bestrebungen zurükgeschlagen werden, an denen wir selbst noch theilnehmen. — Aber die Hoffnung des Heils schüzt und schirmt gegen solche An­ fälle des Versuchers unser Haupt als ein Helm der sich undurchdringlich bewährt. DaS Heil nämlich ist dieses, daß das Reich GotteS unüberwindlich ist auch für die Macht der Hölle; und die Hoffnung, welche unser Haupt zugleich schüzt und hebt ist die, daß mittelbar oder unmit­ telbar alles was kn dem Geiste Christi geschieht auch zu dem Siege seines Reiches beiträgt. Wer alles für Scha­ den achtet, auf daß er Christum gewinne, der gewinnt ihn auch gewiß, und zwar nicht nur für sich sondern auch für Andere. Wen die Liebe Christi dringt, der überwindet ge­ wiß auch durch Unterliegen, wie der Erlöser selbst durch Sterben überwand, und jeder spätere Sieg der Sache Gottes ist für ihn eine glorreiche Auferstehung; denn das spätere könnte nicht werden was es wird ohne daö frü­ here. Der die Thränen und Seufzer der Frommen zählt, läßt noch weniger ihre Dienste verloren gehn, und alles ist ihm ein Dienst, was km Namen dessen geschieht, der uns nicht nur zur Erlösung und zur Gerechtigkeit geworden ist, sondern auch so zur Weisheit und zur Heiligung, daß alles was in der Verbindung mit ihm geschieht auch an der Un­ vergänglichkeit und dem Erfolge seiner Thaten Theil hat. — So in. gcl. Fr. laßt uns mit dem Harnisch des Glau­ bens und der Liebe angethan, durch den Helm der unver-

gänzlichen Hoffnung geschüzt in froher Zuversicht immer wachsam sein und nüchtern. Aber m. g. Fr. wie wenn daS Vaterland in Gefahr ist, und wir wohl gerüstet die geharnischten Krieger aus­ ziehen sehen um daffelbe zu vertheidigen, auch uns Uebrigen dann der Muth gestählt wird, und eine so frohe Hoff­ nung des Gelingens unS trf&Bt, daß auch jeder bereit ist, insofern er den gleichen Muth bei Allen voraussezrn muß, sich selbst mit williger Aufopferung alles andere und mit derselben Unerschrockenheit wie Jene dem Kampf anzureihen wenn es Noth thut und. dem Feinde entgegenzugehen r so geschieht es auch, wenn diejenigen die eben zum Streite Gottes berufen sind, so gewaffnet mit dem Harnisch deS Glaubens und der Liebe, so beschirmt mit dem Helm der Hoffnung einhergehen, daß auch allen Andern, welche die herrliche Rüstung bewundernd anstaunen und an dem Tritt der Männer erkennen, wie sie auf diese ihre Zuversicht srzen für den Rathschluß der göttlichen Gnade, und wie sie keiner trüben Muthlosigkeit Raum geben, sondern gutes ahnden für das Werk des Herrn, daß dann auch den An­ dern der Muth gestählt wird und sie zu der gleichen Wehr und Waffe greifen, um sich zu üben, und sie auf diese Weise erbauet werden zur Nüchternheit und Wachsamkeit. So sind wir dann im vollen Sinne Kinder des Lichtes und des Tages; indem wir nicht nur selbst sehen, son­ dern auch Allen um uns her den Weg des Lebens er­ leuchten. Das ist das Eine, was Noth thut wenn wir der Vergänglichkeit des Irdischen entfliehen wollen; das ist die Rüstung gegen alles, was die Menschen zaghaft ma­ chen kann oder kleinmüthig, das volle Bewußtsein des ewi-

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gm LebenS, wozu wir nicht nur selbst den Keim in unS haben, sondern auch Andre auffordern eö auf demselben und auf keinem andern Wege zu suchen. Erbauen wir uns so unter einander: so komme dann der Abschied auS diesem Leben wann und wie er wolle, immer werden wir -auch sterbend noch wirksamer alS lebend unsre Brüder er« mahnen wachsam zu sein und nüchtern, und auch fühlen die unverwüstliche Gewalt jener Rüstung Gottes, in rotl» cher wir den Weg des Heils wandeln. Amen.

Gebet. Heiliger barmherziger Gott und Dater, dir sei Lob und Dank, daß du unS deinen Sohn gegeben hast, der allein Unsterblichkeit und ewiges Leben an das Licht brin« gen konnte, um auch alle zu trösten, die du dies Jahr be« trübt hast, daß wir um unsere Abgeschiedenen nicht trauern dürfen, wie die, welche keine Hoffnung haben. Dir sei Lob und Dank, daß du uns als solchen, die an ihnjglauben, die Macht gegeben hast Kinder Gottes zu werden, in welchen er und du mit ihm lebst. Za so lehre uns im­ mer mehr weise werden zur Seligkeit, indem wir beden­ ken, daß wir hier wandeln in einem vergänglichen Leben. In demselben hast du dir aber erbaut ein herrliches Reich der Gnade; hier in dieser sterblichen Welt wirkt dein Geist segnend und heiligend überall das Zeitliche durch Ewiges. O darum laß es uns hoch achten, daß auch wir dir zum Preise und zur Verherrlichung deines SohneS in dieses dein irdisches Reich gestellt sind. Möchten wir uns immer bewußt sein hier auf Erden schon im Himmel zu wandeln,

23 dem Vaterland, welches droben ist, anzugehören, ln diesem zu leben und für dieses zu wirken. Dazu macht du unS immer mehr wachsam und nüchtern, und laß überall die Verkündigung deines Wortes und alle Mittel, die du der Gemeine deines Sohnes um deiner Gnade theilhaftig zu werden, anvertraut hast, unter und reichlich gesegnet sein, damit wir alle immer mehr dem Vergänglichen und Irdi­ schen absterben, das Ewige aber und Unvergängliche wir­ ken mögen. Amen.

Ordnn

nach welcher der Gottesdienst von der Dreifaltigkeitskirche in dem lS27s,en Jahr i

Monate u. Lage.

D.

Sonn- u. Festtage.

Frühpredigten.

Wo

Jan. Neujahr. Hr. Dr. Martzeinecke. Hr. Dr. i S. n. Ep. Hr. Dr. Schleiermacher. Hr. Dr. — 14 — r S. n. Ep. Hr. Prediger Kober. Hr.Dr. a* — 3 S. tt. Ep. Hr. Dr. Schleiermacher Comm. Hr. Dr. -S — 4S. 4t. Ep. Hr. Prediger Kober. Hr.Dr. D. 4. Febr. 5 S. n. Ep. Hr. Dr.Schleiermacher. Hr. Dr. SM — Hr. Dr. Septuages. Hr. Prediger Kober. -6 - Serag es. Hr.Dr. Schleiermacher. Hr. Dr. rx — Hr. Dr. Marvemecke Comm. Hr. Dr. Estomihi D. 4« März Invocavit. Hr. Dr.Schleiermacher. Hkt Dr. lr — Hr. Dr. Remlniscere Hr.Prediger Kober. 18 — Hr. Dr. Schleiermacher Comm. Hr. Dr. Oculi — Hr. Prediger Kober. Hr.Dr. Lätare D.x. April. Iudica Hr. Dr. Hr. Dr. Schleiermacher. 8 — Hr.Dr. Palm f S. Hr. Dr. Marheinecke Comm. 13 — Charfreitag Hr. Dr; Schleiermacher Comm. Hr. Dr. *5 — Heil.Osterfst Hr. Dr. Marheinecke Comm. Hr.Dr. 16 Hr. Dr. 2. Feiertag Hr.Dr. Schleiermacher. »2 — Quasimod. Hr. Prediger Kober. Hr. Dr. Hr. Dr. *9 — Mis.Dom. Hr.Dr. Schleiermacher.' D. 6. May Zubilate Hr. Prediger Kober. Hr.Dr. < 9 — Hr. Dr. Schleiermacher Comm. Hr.Dr.' Betrag. i3 — Cantate. Hr. Prediger Kober. Hr. Dr. 20 Hr.Dr. Schleiermacher. Hr. Dr. Rogate. »4 — Hitnf. Christ Hr. Dr. Marheinecke Comm. Hr. Dr. 2? — Hr. Dr. Hr. Dr. Schleiermacher. Exaudi. D. z. Äuny Pfingstfest. tat. Dr. Marheinecke Comm. Hr. Dr. r. Dr. Marheinecke. Comm. [> n u n g, der evangelischen Gemeine in unserer 1 Jahre, geliebt kS Gott, gehalten wird» it

Vormitrags-redigm.

Rachmittagspredigten.

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