Die Anfänge der römischen Kaiserzeit in Böhmen

Es wird immer mehr klar, daß eine neue und tiefere Erkenntnis der römischen Kaiserzeit in Böhmen lediglich auf Grund sys

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Die Anfänge der römischen Kaiserzeit in Böhmen

Table of contents :
INHALT - OBSAH - ОГЛАВЛЕНИЕ
DIE ANFÄNGE DER RÖMISCHEN KAISERZEIT IN BÖHMEN
Einleitung zu den Quellen 3—7
Zur relativen Chronologie der Quellen 7— 8
Zusammenstellung der Quellen 9—70
Verzeichnis der Fundorte 71—72
Literaturverzeichnis 73
Abkürzungen und Erläuterungen zum deutschen Text 73—74
Sachregister 75—76
Karte der Fundstellen 1
BEILAGEN — PŘÍLOHY 1—3
TAFELN — TABULKY I—XXXVI

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MUSEUM N AT IO N ALE PRAGAE -

SECTIO PRAEHISTORICA

Cur a t edi t i one m Jifí Ne ú s t u p n ý

FONTES ARCHAEOLOGICI PRAGENSES V o lu m en 6

KARLA M O TYK O V A -ŠN EID R O V A

DIE A N FÄ N G E DER RÖMISCHEN K A IS ER Z EIT IN BÖHM EN PO Č ÁTK Y D O B Y ÉÍM SK É V ČECHÁCH НАЧАЛО РИМСКОГО ПЕРИОДА В ЧЕХИИ

PRAGAE 1963

INHALT -

OBSAH -

ОГ ЛАВЛЕ НИЕ

DIE ANFÄNGE DER RÖMISCHEN KAISERZEIT IN BÖHMEN Einleitung zu den Q u e l l e n ...........................................................................................................................3— 7 Zur relativen Chronologie der Q u e l l e n ..................................................................................... Zusam menstellung der Q u e ll e n ........................................................................................................

7 —8 9— 70

Verzeichnis der F u n d o r t e ................................................................................................................ 71— 72 L ite ra tu rv erz eich n is.........................................................................................................................................73 Abkürzungen und Erläuterungen zum deutschen T e x t ........................................................ 73—74 S a c h r e g i s t e r .................................................................................................................................................75— 76 POÖÄTKY DOBY ŘÍMSKÉ V ÖECHÄCH Úvod к p r a m e n ů m ................................................................................................................................ 77—79 К relativní chronologii p r a m e n ů ................................................................................................ 79 НАЧАЛО РИМСКОГО ПЕРИОДА В Ч Е Х И И ............................................................................................... 80— 81 Karte der F u n d s t e l l e n ...........................................................................................................................................1 BEILAGEN — P Ř ÍL O H Y .........................................................................................................................1 —3 TAFELN — T A B U L K Y .........................................................................................................................I —XXXVI

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D IE A NFÄN GE DER RÖ M IS CH E N K A I S E R Z E I T IN B Ö H M E N EINLEITUNG ZU DEN QUELLEN Es wird immer m ehr klar, daß eine neue und tiefere Erkenntnis der röm ischen Kaiserzeit in Böhmen lediglich auf Grund system atischer, unter Zuhilfenahm e der gesam ten modernen Technik vorgenom m ener Ausgrabungen ganzer Komplexe von Siedlungs- und Gräberobjekten m öglich ist. Die archäologischen Quellen, die wir verfügbar haben, sind äußerst lückenhaft und wurden in den früheren Jahren durch Am ateurausgrabungen oder-Sam m lungen, in späterer Zeit sodann hauptsächlich durch Rettungsgrabungen geringeren Umfangs gewonnen. Die zwei größ­ ten gegenw ärtig verlaufenden Ausgrabungen von Brandgräberfeldern bei Třebušice und Plotiště sind bisher nicht abgeschlossen und n icht publiziert. Trotz all dieser U nzulänglichkeiten stellen die bisher gew onnenen archäologischen Quellen der röm ischen K aiserzeit in Böhmen einen be­ deutsamen Komplex dar, dessen Revision als Ausgangspunkt für die w eiteren Arbeiten wichtig ist. Aus technischen Gründen mußte man sich vorderhand bloß auf die beiden ältesten Phasen der röm ischen Kaiserzeit, und zwar auf den Zeitraum um die Wende unserer Zeitrechnung und den Verlauf der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, beschränken. Für die große Dynamik gerade dieses A bschnittes der Geschichte sprechen die ersten historischen B erichte, die wir auf unser Gebiet beziehen können. Die Angaben über den bedeutsam en Bund germ anischer und anderer Stäm m e unter der Führung der M arkom annen an der Spitze mit Marobud, Katvalda und sch ließ lich mit dem Hermundurenführer Vibilius verlocken bereits lange zur Konfrontierung mit den archäologischen Funden. A ndererseits gehört aber auch die V erfol­ gung der Reste der k eltisch en Bevölkerung zu den bisher ungelösten Hauptproblemen dieser Zeit. Insgesam t gelang es, 228 Lokalitäten mit Funden verschiedenen Charakters zu erfassen. An 118 Orten erm ittelte m an Siedlung, an 77 Orten Brandgräberfelder oder einzelne Brand­ gräber (led ig lich 2 4 X auf ein und dem selben K ataster als Sied lu n g], fern er 20 Fundorte von Skelettgräbern ; Einzelfunde werden aus 63 Lokalitäten gem eldet. Keine Berücksichtigung finden Literaturangaben über Funde aus der älteren röm ischen K aiserzeit, die heutzutage unüberprüibar sind und über die eine konkrete C harakteristik feh lt, ebenso wie einige Keram ikfunde von D urchgangscharakter, die sich vorderhand im Rahmen der röm ischen K aiserzeit nicht bestimmen lassen. [K. Š n eidrová, AR VI — 1954, 227 ff; die hier angeführte Zahl von 117 Siedlungen um faßt auch Fundorte aus dem jüngeren Abschnitt der älteren röm ischen K aiserzeit. J Bisher wurde nicht eine einzige Siedlung in breiterem Umfang erforscht. Von der Gesamt­ zahl von 118 Siedlungen werden 70 lediglich durch Sam m lungen auf den Feldern nach Tiefen­ furche oder durch Funde aus beschädigten und nicht näher beschriebenen O bjekten belegt. Nur eine ziem lich geringe Zahl von Siedlungen erregte Interesse und erfuhr Ausgrabungen einiger Hütten oder Gruben, die aber gew öhnlich nur sehr kurz beschrieben wurden (Dobřichov, Holu­ bice, Janovice, Klobuky, Kolín Kopisty, Praha-Bubeneč, Přešťovice, Rosnice, S latin a, Stvolínky, Svojšice, Třebovle, Třebestovice, Tvršice, Tuklaty, Vysočany, Z ářičanyJ. Nur 19 Fundorte boten bei zufälligen, g röß ten teils als Rettungsgrabungen vorgenom m enen Aktionen ein oder zwei Objekte, die genauer beschrieben wurden (Ahníkov, Cerveněves, Dobrovice, Labská C hrčice, Lhota K estřanská, Libice, Martinov, M lékojedy, Kladno-Vrapice, Obříství, Plaňany, Předm ěřice, Sířem , Soběsuky, Staňkovice, S latin a, Svatý Jan pod Skalou, Vraný, Velké Ž ernosekyJ. Bloß 11 Siedlungen wurden fachm ännisch in einigerm aßen größerem Umfang durchforscht (Dobříčany, Dolní Počernice, Nový Bydžov-Chudonice, Dřetovice, Roztoky, Starý Vestec, Stodůlky, Siedlung unterhalb von Hradiště bei Stradonice, Tišice, Zalužany und Přešťovice). Die größte Besiedlungsdichte läß t sich auf den fruchtbaren Böden längs der Elbe und ihrer Zuflüsse, fern er in M ittelböhmen am U nterlauf der Moldau, im Gebiet von Slaný und Louny und im Gebiet des Egerflusses beobachten (siehe K arte). In einigen Gebieten ist die Besiedlungsin­ ten sität derart stark, daß die gegenseitige Entfernung der einzelnen Gemeinden oft nur einige wenige Kilom eter beträgt. Leider kann vorderhand nicht entschieden werden, ob diese Tatsache für eine bedeutsam ere Konzentration des Lebens in diesen Gebieten spricht oder das Zufallser­ gebnis einer sorgfältigeren Terraingrabung ist. Bei der Anlegung von Siedlungen w ählte man

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am häufigsten m äßige Abhänge, die gegen Süden oder Südosten, nicht selten aber auch gegen Norden gekehrt waren. Sow eit festg estellt werden konnte, zeichneten sich die Siedlungen übli­ cherw eise durch strategisch geeignete Positionen aus. In der Mehrzahl der F älle breiteten sie sich in der Nähe des W assers, an den Ufern von Flüssen und Bächen aus, wo sie oft bis in die Inundation hinu n terreich ten (Přešťovice, Roztoky, Klenec, Stradonice, Velké Žernoseky und w ei­ te re ). Eine ausreichende W asserm enge war selbstverständlich lebensnotwendig und daher wur­ den auch Orte besiedelt, wo sich auch stärkere, bis auf den heutigen Tag hier feststellbare Quel­ len vorfanden (Zalužany, Je n šte jn ). Ungefähr bei einem Fünftel der Siedlungen läß t sich das Ausmaß der besiedelten F läch e von einigen Aren oder einigen zehn Aren beobachten. Häufig sind dies dieselben Fundorte, von woher Belege für einen Eisenhüttenbetrieb oder Münzfunde bekannt sind, also Orte, die in Bezug auf die Produktion oder den Handel von Bedeutung waren. Der Untergang der k eltisch en Oppida in Böhmen, von denen einige w ah rsch einlich noch um die Wende der Zeitrechnung besiedelt waren, kann nur durch system atische Grabungen aufgeklärt werden. Für die E rkenntnis des Lebens in den Siedlungen ist die Rekonstruktion der verschiedenen Typen von Siedlungsobjekten und ihre gegenseitige Beziehung äu ßerst w ichtig. Trotz des gerin ­ gen Fortsch rittes im Forschungsstand auf diesem Gebiet können wir aus der Kombination ver­ schiedener Beobachtungen einige Schlüsse ziehen. In den Siedlungen der ältesten röm ischen Kaiserzeit kam en in Böhmen regelm äßige Hütten mit einem mehr oder weniger unter das da­ m alige O berflächenniveau ein getieften Fußboden vor. Die verhältnism äßig regelm äßigen, größ­ ten teils rech teck ig en Grundrisse, m anchm al mit ein g etiefter F eu erstelle oder eingebautem Herd und festgestam pftem Fussboden, können Spuren einer Pfahlkonstruktion erhalten haben, die das Dach in der Mitte oder an der Peripherie (Sířem , Slatin a, Staňkovice, Tuklaty7 Dřetovice Nr. 1, 1954, Dobříčany 1938) oder in der Mitte der kürzeren Seiten trägt [Starý V estec, Hütte Nr. 23, Soběsuky, Hütte Nr. II, Dobříčany, Hütte Nr. 11,1953). In diesen letzten F ällen findet sich m anch­ mal als Begleitung der längeren Wand eine Erdstufe oder -bank, wie wir sie bei einigen einge­ tieften Hütten aus der Latänezeit kennen. Oft aber können wir überhaupt keine Spuren einer Pfahlkonstruktion wahrnehm en (Janovice, Starý Vestec, Hütten Nr. 1 ,1 0 , 16, Roztoky, 1957, Dolní Počernice, Lhota K estřanská, Zalužany u. a .). Das größte Problem bleibt ständig die Rekonstruk­ tion des Baus der Wände und Dächer, fern er der gebrannten Lehmbewurfblöcke mit Abdrücken von Balken, Ruten und Rundholz. Vorderhand konnte man in keinem einzigen Fall die Verwen­ dung von Steinen zur Untermauerung feststellen , lediglich die Pfosten wurden hier und da durch Steine stabil gem acht. Zahlreiche Funde von Feuerstellen und Herden sowie die sonstigen erh al­ tenen Inventarstücke aus der Füllung der Hütten bew eisen, daß diese S tellen am häufigsten als Arbeits- oder Wohnräume dienten. W irteln, tönerne W ebegewischte, Im lbbearbeitete Knochen und Geweihe deuten auf den Betrieb von Heimgewerben hin. Sehr m arkant sind Spuren der Eisenhüttenbetriebe, entweder als Öfen, die direkt in die Hüttenwand eingelassen waren (Tuklaty) oder in ihrer unm ittelbaren Nähe standen (Stodůlky, Roztoky, D řetovice). Die W erkstät­ tenobjekte, die mit dem Eisenhüttenbetrieb zusammenhingen, waren durchwegs klein er und w e­ niger regelm äßig (R. P leiner, 1958, 144—5 ). Bei jed er auch nur w enigstens einigerm aßen sorg­ fältigeren Grabung auf einer Siedlung der ältesten röm ischen Kaiserzeit in Böhmen wurden auch Überreste oberirdischer Pfahlbauten verzeichnet, über deren Dispositionen im Grundriß wir aber nur sehr unzulänglich inform iert sind. So erscheinen uns z. B. die sog. Siedlungsgruben als Ü ber­ reste von Objekten verschiedener Ausmaße und Funktion. Sie können als Bestandteile größerer regelm äßiger Bauten oder selbständig in ihrer Umgebung auftreten. Einige sind das Ergebnis der Gewinnung des M aterials, andere dienten als Vorrats- oder Abfallsgruben, Öfen, Feueressen, Trockengruben u. ä. Die Erwägungen hinsichtlich des Aussehens und der gesam ten Anlage der Bauten und W irt­ schaftsinstitutionen in den dam aligen Siedlungen werden sehr durch die Tatsache erschw ert, daß größten teils kleine Flächen ausgegraben wurden, die überdies noch m ehrere Besiedlungs­ phasen aufw iesen. Die häufige Beschädigung der oberen Sch ich ten bew irkt, daß die weitaus seich ter gelegenen Überreste vernichtet wurden. Der G roßteil der Siedlungen bestand aus einer größeren oder kleineren Zahl verschieden großer Siedlungskom plexe, w ahrscheinlich selbstän­ diger Gehöfte, zu denen eine oder m ehrere Hütten gehörten, die entweder im Niveau der dama­ ligen O berfläche standen oder in den Boden eingelassen w aren; fern er gehörten w eitere W irt­ schaftsobjek te dazu, wie Stallungen, Schüttböden, W erkstätten, Vorratsräum e, Öfen, Trocken­ böden, Abfallsgruben und Viehhürden. Eine solche Gruppierung verschiedener O bjekte rund um regelm äßige Bauten konnte bei einer ganzen Reihe von Siedlungen festg estellt werden (Jano-

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vice, Dolní Počernice, Starý Vestec, Přešťovice, Stradonice, Dřetovice, Praha-Bubeneč, Jenišův Újezd, Dobřichov, Tv ršice). Für die historischen Schlußfolgerungen, wonach wir w enigstens teilw eise Verschiebungen einiger Stämme nicht au sschließen können, ist die Frage der Dauer der einzelnen Siedlungen von Bedeutung. Auch hier stoßen wir allerdings auf den M angel an Ausgrabungen und müssen uns lediglich auf Hypothesen beschränken. Fast bei allen Siedlungen, auf denen m ehrere Objekte ausgegraben oder häufige Sam m lungen auf größeren Fläch en unternomm en wurden, beobachten wir Spuren einer länger andauernden Besiedlung, die vom Übergang der Latěnezeit und röm i­ schen K aiserzeit bis ins zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung, ja sogar bis in die jüngere röm ische K aiserzeit hineinreichte. Was das V erhältnis der Siedlungen der ältesten Phase der rö­ m ischen K aiserzeit zur vorangehenden Besiedlung der späten Latěnezeit anlangt, kann gesagt werden, daß wir bei einer ganzen Reihe von F ällen eine Besiedlung der gleichen Räume beobach­ ten können (Břešťany, Břežánky, Dobříčany, Jenišův Újezd, Křesín, Lékařova Lhota, Lisovice, Li­ tom ěřice, Lužice, R atenice, Soběsuky, Starý Vestec, Tišice, Stradonice — Siedlung unterhalb von H radiště). Im V ergleich zu den Siedlungen sind unsere Kenntnisse h insichtlich der G räberfelder etwas besser. Die Brandbestattung hat das klare Übergewicht. Außer der ältesten und bedeutendsten, i. J. 1896 auf Píčhora in Dobřichov entdeckten Nekropolis mit 154 heutzutage überprüfbaren Grä­ berkom plexen muß auch ein Teil der auf dem Gräberfeld bei Tvršice und hauptsächlich bei Třebusice bloßgelegten Gräber in die älteste Phase der röm ischen K aiserzeit einbezogen werden. Alle 104 in den Jahren 1954— 5 bei Tišice geretteten Brandgräber verbreiten sich über die beiden chronologisch ältesten Abschnitte der röm ischen Kaiserzeit. Für eine ursprünglich größere Zahl von Gräbern sprechen beschädigte Funde aus einer ganzen Reihe von Lokalitäten (Dřem čice, Hrdily, Nymburk, Nebovidy, Kněževes, Ohnišťany, Přerov nad Labem, Lékařova Lhota, Pecky, Praha-Vysočany, Praha-Bubeneč, Radim, Třebovle, Vrbice u. ä .). Bem erkensw erterw eise treten auf all diesen Fundorten von denen wir das Inventar w enigstens einiger Gräber besitzen, Importe von Bronzegefäßen, Fibeln aus röm ischen Provinzen oder anderen Verzierungen sowie W affenfunde auf. Daraus kann geschlossen werden, daß in den dichter besiedelten Gebieten Böhmens keine auffallend arm en und auffallend reichen Gräberfelder vorkam en, w enngleich einige Nekropolen w ahrscheinlich eine außerordentliche Bedeutung hatten (auch hier treten aber neben auffallend reich ausgestatteten Gräbern andere, vollkommen ärm liche Gräber au f). Ob diese Ausnahmser­ scheinung durch die Nähe irgendeines bedeutsam eren Zentrums, durch Kultgründe oder Stam ­ m esursachen gegeben war, läß t sich schw erlich entscheiden. Sich er ist, daß zum Beispiel in der unm ittelbaren Umgebung von Dobřichov-Pičhora an einigen Orten w eitere zeitlich parallele Grä­ berfelder beobachtet wurden (Pecky, Radim, R aten ice); die Umgebung von Třebusice bietet An­ haltspunkte für eine ähnliche Situation. Die Urnengräber bleiben w eiterhin die am häufigsten w iederkehrende Bestattungsart in die­ ser Zeit in Böhmen. Die in ein fach er Erde mit einer äußerst schw ach erkennbaren oder über­ haupt nicht feststellbaren Grabgrube gebetteten Urnen beinhalteten Ü berreste der B randbestat­ tung, die nur ausnahm sweise so gelagert war, daß die Schädelknochen oben lagen. In bezug auf ihre Form sind dies größten teils schlanke Vasen oder große Terrinen, ausnahm sweise topfartige Form en oder Schüsseln. Auf den verbrannten Knochen oder dazw ischen lagen die Überreste der Ausstattung des Toten, die in der älteren latönezeitlich-röm ischen Übergangsphase weniger oft zerbrochen oder zerschm olzen waren als in der darauffolgenden Phase (Taf. I: 2, 3 ). Größere Gegenstände sind gew öhnlich verbogen, um im Gefäß Platz zu finden; sie können aber auch neben der Urne zu liegen kommen (Taf. 1 :1 ) . Zu äußerst seltenen F ällen gehört die Beifügung eines w eiteren klein eren Gefäßes, das m anchm al auch als Deckel dient (Nebovidy, Tvršice, Bře­ žánky, Třebusice, Taf. XXIV: 22, 23. Holubice — das Grab in einem Bronzeeim er war von einer umgestürzten Schüssel bed eckt). Besonders bei reichen Gräbern können wir verhältnism äßig oft die Beigabe zerbrochener Teile von Bronzegefäßen, hauptsächlich von K asserollen, (Schöpfern, Kannen oder Schüsseln) beobachten. Ausnahmsweise können einige Bestattungen in Bronzege­ fäßen liegen, die aber oft beschädigt sind oder Spuren einer Abnützung tragen. Eine Stein ver­ kleidung kommt nur in A usnahm sfällen vor (Zliv, Lisovice, Nr. 4 ). Eine d etailliertere Kenntnis der Brandgrubengräber verschiedener Typen verdanken wir hauptsächlich den Grabungen in Tišice, wo von 104 Gräbern insgesam t 69 Grubengräber waren, angefangen mit sehr kleinen kreisförm i­ gen Gruben vom Durchmesser 20—47 cm (Taf. I: 6) bis zu großen rech teck ig en Gruben bis zu 1 9 1 X 1 1 0 cm (Taf. 1:5). Einige ältere Funde deuten eine analoge Situation auch auf w eiteren Fundorten an, mag es sich um Urnengräber in größeren von Überresten des Scheiterhaufens ver­

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schütteten Gruben oder um eine einfache Einbettung der Brandbestattung in der Erde handeln (Lisovice, Lékařova Lhota, Sířem , Velké Zboží, Třebusice, T vršice). Wenn wir der Frage der Dauer der Brandgräberfelder der ältesten Phase der röm ischen K aiserzeit in Böhmen nachgehen, zeigt sich uns ein ähnliches Bild wie bei den Siedlungen. Wir müssen allerd ings als Grundlage nur größere Friedhöfe oder Orte annehm en, von denen eine größere Menge an M aterialien aus beschädigten Gräbern stammt. Fast bei allen diesen Fundstät­ ten bem erken wir, daß sie mit einem ärm eren Horizont von Eisen- oder Bronzefibeln vom Spätlatěnetypus mit geschw eiftem U nterteil des Bügels oder m it kräftig profilierten Fibeln der Frühform beginnen und in einem Horizont der Augenfibeln und kräftig profilierten Fibeln ihre Fortsetzung finden (T išice, Dobřichov, Pičhora, Třebusice, Tvršice, Stehelčeves, Vrbice, Třebovle, Praha-Bubeneč, Přerov nad Labem, Nebovidy.) Auf einigen solchen Fundstätten begegnen wir noch ausgesprochen latěn ezeitlich en Funden, z. B. einer auf der Töpferscheibe gedrehten Keram ik (Dobřichov-Pičhora, Taf. XXIV: 2, 4; Třebusice, Taf. XXX: 3; Praha-Bubeneč, Taf. VIII: 6) oder latěn e­ zeitlichen Fibeln (Nebovidy: schüsselförm ige Bronzefibel; Tišice: Grab 49, Fibel m ittellatěnezeitlich er K onstruktion). Ein ständig ungelöstes Problem bleibt die Bedeutung der Skelettgräber, die im ganzen da­ m als besiedelten Gebiet Böhm ens nur vereinzelt oder in kleinen Gruppen zu zwei oder vier, mit einer einzigen Ausnahme (T vršice) stets außerhalb des Brandgräberfelds auftreten. In einigen Fällen enthielten sie sehr reiche Ausstattungen, aber bisher nicht eine einzige W affe und nur selten Keramik. Die Bestattungsart, bei der einigem al eine Steinum w allung oder -Verkleidung festg estellt wurde, unterscheidet sich beträch tlich von den dam als üblichen Gepflogenheiten. Diese Tatsachen rufen zahlreiche Erwägungen über eine Sonderstellung dieser Toten in der da­ m aligen G esellsch aft in politischer, w irtschaftlicher, religiöser oder ethnischer Beziehung her­ vor. Bedeutsam ist vor allem die Tatsache, daß es sich nicht um eine Spezialerscheinung in Böhmen handelt, sondern daß S kelettgräber ähnlichen Charakters in der älteren röm ischen Kai­ serzeit im w eiten Gebiet M ittel- und Nordeuropas Vorkommen. Heute kennen wir aus Böhmen insgesam t 33 Bestattungen aus 20 Fundorten. [J. Břeň, 1953, 476 ff. arbeitet mit 28 Bestattungen, hiervon stamm en aber die Funde aus Lovosice und Přem yšlení, Řepov, Vyšebohy und Modřany aus der jüngeren Phase der älteren röm ischen Kaiserzeit und gehören nicht in den Rahmen der vorliegenden Arbeit, die Einreihung der Funde aus Ly sec unter die Skelettgräber ist nicht vollauf nachw eisbar). Von der Gesamtzahl läß t sich m ehr als die H älfte, d. h. 18 Bestattungen, als ärm lich betrachten, denn diese en thielten entweder überhaupt keine Funde (Liběšovice, Straky Nr. 2, Tvršice Nr. 4) oder waren nur m it eine (Ď áblice, Čížkovice, Lysá nad Lebern, Nehvizdy Nr. 3, Noutonice Nr. 8, Pečky, Straky Nr. III, Trnovany) oder mit zwei Gegenständen (Liběšovice, Liběšice, Noutonice Nr. 7, Praha-M ichle, Záluží, Duchcov — w enigstens 2 Bestattungen) au sgestat­ tet. Von den verbleibenden 15 hatten 7 Bestattungen drei bis fünf Gegenstände und 8 m ehr als fünf. Von der Gesamtzahl waren nur 5, d. h. fast 1/7, mit Bronzegefäßen au sgestattet, und zwar 2 X mehr als einm al (Praha-Bubeneč 1948, Straky Nr. IV ). Die Sk elette lagen in der Regel am Rücken mit den Händen längs des Körpers (einm al mit gekreuzten F ü ß en ), einm al auf der Seite; bei der Orientierung ist keine durchgängig beachtete Ordnung zu bem erken. Eine Steinum w al­ lung oder -Verkleidung wird elfm al gem eldet, und zwar sowohl bei arm en wie auch bei reichen Gräbern; sie war w ahrscheinlich häufiger, denn wir sind darüber bei der Mehrzahl der besser untersuchten Gräber unterrichtet. Das Verhältnis der reichen und arm en Objekte entspricht im großen und ganzen dem V erhältnis, wie wir es in Böhmen aus den Brandgräberfeldern kennen. Bisher kennen wir kein Skelettgrab, das in die Übergangszeit von der Latěnezeit zur röm ischen Periode datiert werden könnte, alle gehören erst der ältesten Phase der röm ischen Kaiserzeit an. Die bisherige Klassifizierung der archäologischen Denkm äler der älteren röm ischen K aiser­ zeit entspricht naturgem äß in beträchtlichem Maße dem oberwähnten Stand der Forschung. Der erste, der eine zusam m enfassende K lassifikation der einzelnen Fundgruppen vornahm, war J. L. Píč (1 905). Seine reich lich dokum entierte Arbeit wird bis auf den heutigen Tag, auch wegen ihrer deutschen Übersetzung (19 0 7 ), hauptsächlich im Ausland als hauptsächliche Inform ations­ quelle über böhm ische Funde dieses Zeitabschnittes benützt. W enngleich einige seine Ansichten, so z. B. über den slaw ischen Ursprung der Funde von Dobřichov, von Anfang an auch auf tsch e­ ch ischer Seite auf Ablehnung stießen , sind andere Erwägungen, wie z. B. über den Einfluß der röm ischen Provinzialkultur auf unser Milieu, ständig giltig. Der Reichtum böhm ischer Funde aus dem ersten Jahrhundert unserer Aera, wie er durch J. L. Píč dargelegt wurde, gab Anlaß zu einer initiativreichen Studie O. A lm grens (1913). Die auffallende Konzentration einiger Gegen­ stände, (z. B. Augenfibel, Trinkhornbeschläge, Schildbeschläge und -griffe, gegliederte Riem en­

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zungen) sowie die Analyse ihrer Form en führten den Autor zur Schlußfolgerung, daß diese Ge­ genstände in Böhmen durch Handwerker aus der Provinz unter Beteiligung k eltisch er und g er­ m anischer Faktoren erzeugt wurden. Unter dem Einfluß der M achtstellung der Markomannen, die er nach Böhmen lo k alisiert, verbreiteten sich diese Erzeugnisse über ganz M ittel- und Nord­ europa. Auf die Bedeutung der Siedlungen verwies, hauptsächlich in Zusammenhang mit einer Verfolgung der Beziehungen zum Kulturerbe der früheren Perioden, L. N tederle und K. B uchtela (1910, 8 2 ). Der erste, der den Versuch einer Analyse der Siedlungen, hauptsächlich der kera­ m ischen Funde, unternahm , war A. S to ck ý (1910; 1913). E. Š im ek (1923) befaß te sich vornehm­ lich mit der Problem atik der Beziehungen der Kulturen der röm ischen K aiserzeit zur vorherge­ henden Besiedlung und betonte die Bedeutung der ju n glatěnezeitlich en stradonitzer Kultur, die er als erste Phase der röm ischen K aiserzeit in Böhmen betrachtet. Neben diesen speziellen Arbeiten, zu denen noch das um fangreiche W erk H. P reid els (1930; 1940) zu zählen wäre, b efaß ­ ten sich mit der röm ischen K aiserzeit auch kom plexe Studien über die gesam te u rzeitliche Ent­ w icklung unseres Landes (/. S chrán il, 1928; A. S tocký , 1933; J. Böhm , 1941; J. Filip, 1948; H. Pretd el, 1953; J. Böhm , 1958; E. an d J. N eústupný, 1961; /. B f e h , 1960). Die N achkriegsjahre brachten fern er eine Arbeit von B. Svoboda (1 9 4 8 ), worin sich der Autor auf die Bearbeitung der Fibeln konzentrierte und als erster ihre tschechisch e Term inologie festleg te. Eine Reihe von Autoren widmete sich auch einer verschiedenen Interpretation der h istorischen Berichte ( V. N ovotný, 1912; /. D obiáš, 1932, d ers. 1938, ders. 1960; E. Š im ek, 1930, d ers. 1935, ders. 1949, ders. 1953; B. H orák, 1955; V. O ndrouch, Sborník filozofické] fakulty univerzity Komenského X — 1959, B ra­ tislava; 15 ff., u. a .). Naturgemäß sind für die Untersuchung der röm ischen K aiserzeit in Böhmen auch jen e Stu­ dien wichtig, die denselben Zeitabschnitt in der N achbarschaft unseres Landes behandeln, sowie m onographische W erke über bestim m te Form en oder Komplexe, die im m itteleuropäischen Maß­ stab arbeiten und dem nach auch einige unsere Funde um fassen. Besonderes In teresse erregen chronologisch em pfindlichere Gegenstände, wie Fibeln, Bronzegefäße, G ürtelbestandteile und ei­ nige Beschläge, denn vor allem auf Grund solcher Funde wurden die bisherigen Versuche mit einer relativen und absoluten Chronologie der röm ischen K aiserzeit nördlich der Reichsgrenzen unternommen. Trotz der Diskussion, die in den letzten Jah ren H. J. E ggers mit seiner Arbeit (1951; 1955) hervorrief, wird grundsätzlich seine Teilung der röm ischen K aiserzeit außerhalb der Grenzen des Imperiums in zwei Stufen, B (B 1, B 2) und C (C 1, C 2, C 3) akzeptiert, denen als Stufe A die Spätphase der Latěnezeit vorgelagert Ist, In der die W eiterentw icklung mit ihren Wurzeln liegt. Meines Erachtens entspricht diese Teilung vollauf der Fundsituation in Böhmen, w enngleich sie hauptsächlich auf Grund der m itteleuropäischen Funde röm ischer im portierter Bronzegefäße ausgearbeitet ist.

ZUR RELATIVEN CHRONOLOGIE DER QUELLEN

Aus der Analyse des archäologischen M aterials ergab sich, daß in Böhmen m ehr als auf irgendeinem anderen Gebiet des von den Römern nichtbesetzten M itteleuropas gerade die Über­ gangszeit zwischen Latöne- und röm ischer Periode (Stu fe A) mit der ältesten Phase der röm ischen K aiserzeit (Stu fe B i) w echselseitig verknüpft Ist, w enngleich zw ischen diesen beiden Abschnit­ ten einige grundsätzliche U nterschiede bem erkbar sind [K. M otykovd-Sneidrovd, 1961). Die Übergangszeit von Latöne- und röm ischer Periode wird in den Funden vor allem durch Eisen-, seltener durch Bronzefibeln vom Spätlatönetyp einiger Varianten ch arak terisiert: mit e i­ nem bogenförm ig gew ölbten oder geschw eiften Bügel, m anchm al mit einem gegliederten Knopf, mit einer unteren oder oberen Sehne, sonst wiederum m it einer verdeckten kurzen Spirale. Ver­ einzelt kam en auch noch Fibeln m ittellatön ezeitlich er Konsruktion vor. H auptsächlich die Funde aus Siedlungen bezeugen das Vorkommen einer vielgestaltigen Keram ik k lein erer wie auch grö­ ß erer Form en. Neben ungegliederten Terrinen, halbkugelförm igen G efäßen, Krügen und Ampho­ ren mit kantigem Rand, vasenförm igen Form en mit klein en H enkeln an der Wölbung oder mit einer plastischen Verzierung sind es vor allem m arkante scharfkan tige T rich tergefäße, die den keram ischen Inhalt dieser Phase bilden. Die übrigen Form en, wie faß artig e Töpfe mit eingezogenem Rand, Schüsseln oder verschiedene Form en von V orratsgefäßen , dauern durchgängig w ei­ ter und bieten gegenw ärtig keine M öglichkeit für eine d etailliertere chronologische Bestim ­ mung. Die Verzierung bilden an den gröberen Form en ein fach e Aufrauhungen oder senkrechte

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Ritz- oder Kam m strichornam ente, an den feineren Form en eine Ritzverzierung mit gekreuzten Diagonalen, D reieck- oder M äanderstreifen; sie kann auch durch Einstiche oder eine von k lei­ nen Grübchen begleitete Linie ausgeführt sein. Den Beginn der Rollrädchenverzierung treffen wir erst am Ende dieses Zeitabschnitts, zum Beispiel an den jüngsten T rich tergefäßen und be­ reits ganz vereinzelt zusammen mit Fibeln vom Spätlatenetyp. Lediglich ausnahm sweise kann noch eine auf der Töpferscheibe gedrehte latönezeitliche Keram ik Vorkommen. Die Grabfunde, die insgesam t aus Urnen- oder kleineren Brandgrubengräbern stammen, sind verhältnism äßig ärm lich, sow eit sie keine W affen beinhalten. Und dann repräsentiert größten ­ teils die Ausrüstung des Kriegers am häufigsten eine Lanzen- oder Speerspitze, ferner ein kurzer Dolch oder ein M eißel, bisher niem als ein Schild, Schw ert oder Sporen. Zwischenglieder aus dem Gürtel, einfache kreisförm ige Sch ließen , eventuell ein Messer oder W etzstein, ergänzen das Inventar der M ännergräber. Ein W irtel, Eisennadel, ausnahm sweise auch das Bruchstück eines stäbchenförm igen oder durchbrochenen Gürtelhakens treten in den Gräbern ohne W affen auf. ♦ Der w eitere Zeitabschnitt, der im großen und ganzen die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts unserer Aera um faßt, wird durch eine reiche Bronze- und Eisenindustrie charakterisiert, die aus den W erkstätten an Ort und S telle, der Provinzen und auch Roms stammt. Neben kräftig pro­ filierten Fibeln der Frühform in zwei Varianten (m it einem S-förm ig geschw eiften Bügel und durchbrochenen N adelhalter sowie m it einem m assiven, kantigen Bügel und vollem N adelhalter) sind es fern er Armbrustfibeln mit einem Streifenbügel, Prototypen der Augenfibeln und sch ließ ­ lich verschiedene Varianten der eigentlichen Augenfibeln. Kräftig p rofilierte Fibeln mit einem oder zwei Bügelknöpfen w echseln ab mit Exem plaren mit einer Tierkopfverzierung, mit Rollen­ kappenfibeln, Fibeln vom Aucissa-Typ, oder mit sog. g allisch en Fibeln u. a. Einfache und ver­ zierte Trinkhornbeschläge, verschiedenartige Anhängerglieder, Riemenzungen, verschiedene Be­ schläge,. einfache Sch nallen und solche in Achterform , die die letzten vereinfachten Form en der Gürtelhaken und kreisförm igen Glieder abw echseln, wunderschöne nordisch-pannonische Gürtelbeschläge und ihre lokale Nachahmungen, einfache und verziert profilierte Nadeln, M esser, sichelförm ige M esser verschiedener Varianten, Scheren, Stecheisen, W affen (Schildbeschläge, Schw erter, am häufigsten einschneidige, Sch w ertsch eiden beschläge), Sporen, hauptsächlich aber der sehr um fangreiche Import von Bronzegefäßen, bezeugen die Stabilisierung der V erh ält­ nisse und den verhältnism äßig beträch tlich en Reichtum einiger Personen. Die Haupttypen der Bronzegefäßen aus böhm ischen Funden zeigt Abb. 20. Die feinere Keram ik dieses Zeitabschnitts zeichnet sich durch g eglättete schw arze O berfläche entweder ohne Verzierung oder mit einem m ittels Rollrädchens vorgenommenen Ornament, manchm al noch mit einer vorgezeichneten Ritz­ linie, aus. Diese Verzierung zeigt sich an gegliederten Terrinen mit abgesetztem , m anchm al be­ reits zylindrischem Hals, an vasenartigen Form en und ausnahm sw eise auch an Schüsseln. Der Streifen senkrech ter D reiecke an der Schulterpartie kann in ein fach er Linie oder mit dem Rollrädchen ausgeführt sein. Die Terrinen und auch einige vasenartige Form en zeigen eine gewisse Regeneration der Form en aus der jüngeren H allstattperiode. Vereinzelt kann noch ein auf der Töpferscheibe erzeugtes Gefäß Vorkommen. In der gröbe­ ren Keram ik sind faß artig e Form en mit eingezogenem Rand vorherrschend; ihre Verzierung b il­ den Ritzlinien, Einstiche und Kam m strichverzierung in Gestalt großer Bögen; hier und da ist die Oberfläche feiner oder auch gröber aufgerauht. Auf den Siedlungen treten zw eihenkelige Töpfe mit abgerundeten und scharf verlaufenden Henkeln auf, w eiter Tassen, verschiedene pro­ filierte Schüsseln, trich terartige G efäße und auch große V orratsgefäße mit nach außen ausge­ stülpten Rändern u. a. Diese auffallende Blütezeit ist in Böhmen durch eine große Zahl von Siedlungen und reichen und ärm eren Grabfunden vertreten, bei denen in bezug auf den Ritus eine beträch tlich e Unein­ heitlichkeit besteht. Neben Bestattungen in Urnen sind große Brandgrubenbräber mit einer ein­ zigen auf einem Haufen gebetteten Bestattung bekannt; sch ließ lich gibt es hier auch vereinzelte Skelettgräber. Die grundlegenden W esenszüge des archäologischen Inhalts beider angeführter Zeitstufen in Böhmen zeigt Beilage 1 — 3. Die Anordnung der einzelnen Gegenstände und ihrer Varianten im Rahmen der Stufe Bi wurde chronologisch vorgenommen, sow eit sie angesichts des heutigen Forschungsstandes feststellbar ist. Demgegenüber ist bei den anderen Form en eine noch genauere Zeitbestimmung schw ierig. Obwohl sie in den Fundkomplexen der Stufe Bi Vorkommen, konnten sie auch im Verlauf der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts in Verwendung gestanden sein.

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Karte der Fundstellen aus der Anfangsphase der römischen Kaiserzeit in Böhmen,

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p der Fundstellen aus der Anfangsphase der römischen Kaiserzeit in Böhmen.

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Z U SA M M EN STELLU N G D ER Q U ELLEN

Im Verzeichnis sind eingehender hauptsächlich die nichtpublizierten Siedlungs-, Gräberund Einzelfunde angeführt, wie sie in den Samm lungen des Nationalmuseums in Prag und in w ei­ teren Museen Böhmens aufbewahrt werden. (Wo keine Inventarnum m ern angeführt sind, wurden die betreffenden Funde nicht in ven tarisiert). Das übrige, entweder bereits in der Literatur erfaßte oder aus bisher unbearbeiteten Forschungen der letzten Zeit stamm ende M aterial wird lediglich übersichthalber kurz erw ähnt. Zitiert wird lediglich die grundlegende Literatur. Damit setze ich, w enigstens für die älteste Phase der röm ischen Kaiserzeit, die im Jahre 1905 von J. L. Píč (Starožitnosti země české II, 3, 298— 310; deutsche Übersetzung aus dem J. 1907 — Die Urnen­ gräber Böhm ens) begonnene Arbeit fort, denn die einzige spätere Zusammenstellung H. P reidels aus dem Jah re 1930 (Die germ anischen Kulturen in Böhmen und ihre Träger II, 183— 274) ent­ hält m anche Ungenauigkeiten. Die Angaben dieser Arbeit verw erte ich nur hinsichtlich des eigent­ lichen Arbeitsgebietes des Autors — des Erzgebirgevorlandes. In diese Zusammenfassung sind die Funde röm ischer Münzen nicht einbezogen, denn sie wurden in jüngster Zeit selbständig ge­ sammelt [E. P ochitonov, Nálezy antických m incí v Cechách, na Moravě a ve Slezsku, Nálezy m incí v Cechách, na Moravě a ve Slezsku I, Prag 1955, 87—204). Ebensowenig zitiere ich jen e L itera­ turangaben über Siedlungen oder Gräber der älteren röm ischen Kaiserzeit, wo nähere Einzel­ heiten und demnach auch die M öglichkeiten ein er genaueren Einreihung in den V erlauf des 1. oder 2. Jahrhunderts fehlen. AHNÍKOV (Gemeinde Málkov, Bez. Chomutov) — Karte Nr. 23. Siedlung. Im J. 1922 und 1923 wurden zwei Gruben ireigelegt. Die zweite vom D 3,5—4,5 m und einer T von 60 cm hatte inmitten eine besondere Vertiefung, in der man mehrere große Steine und eine Steinplatte fand, worunter Asche und ein weiterer, von unten her abgeschlagener Stein lag. Am Boden fand man viele Knochen von Tieren (Schw eine, Rindvieh, Rehe und Hirsche) sowie Keramikbruchstücke, wonach das Objekt in die älteste Periode des römischen Kaisertums einzureihen ist (einige Bruchstücke sind noch auf der Töpferscheibe hergestellt). — H. P retdel, 1935, 86/1, Taf. XIV, 1—3, 9,13—15, 29, 33. — M Chomutov, Inv. Nr. 3586—3753.

BARTOUŠOV (Gemeinde Jičíněves, Bez. Jičín ) — Karte Nr. 199. Siedlung. Einige Scherben gehören nach der Profilierung des Randes und der Kammverzierung in die älteste römische Zeit; M Kopidlno. Abb. 1: 1—3.

BEROUN-ZÄVODl (Bez. Beroun) — Karte Nr. 110. Siedlung. Im M in Kladno befanden sich einige Scherben mit Siedlungscharakter (Geschenk V. Zelenkas): ein Teil einer größeren Terrine oder Vase mit ausgebogenem Rand und durch zwei seichte Rillen abgesetztem Hals, ein Teilstück eines ungegliederten Gefäßes mit eingezogenem Rand, ein Teil einer kleinen Schüssel mit geradem Rand und ein Teil eines glänzend-schwarzen Gefäßes mit ziemlich ausgeprägtem Umbruch an der Wölbung sowie weitere atypische Bruchstücke. — Inv. Nr. A 337 (diese Angaben verdanke ich A. Knor, denn das Material ist heutzutage nicht zugänglich). Brandgrab. In der Fibich-Gasse Nr. 414 fand man ein Urnengrab in einer größeren gegliederten Terrine mit glatter Oberfläche (H 15,4 cm ), wozu eine einigermaßen beschädigte Augenfibel (ohne Fußteil, erhaltene L 4 cm) gehört. — Archiv des AI, G. Z. 1609/58. — M Beroun. — Taf. XI: 2, 3.

BEZNO (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 136. Einzelfund. Bronze-Augenfibel mit breitem, flachem Sehnehaken und üblicher Ritzverzierung (L 6,4 cm ). — M Mladá Boleslav. Inv. Nr. 584.

BlLINA-CHUDERlCE (Bez. Teplice) — Karte Nr. 11. Einzelfund. Aus der Gegend der alten Grube Rudiay stammt ein schwarzes, geglättetes vasenartiges Gefäß mit abgesetztem Rand, das sich gegen den Boden zu verengt (H cca 11 cm ). — J. Filip, 1956, Taf. CXXXII: 13. — M Bílina, Inv. Nr. 2195. •

BLATO (Bez. Pardubice) — Karte Nr. 219. Einzelfund. Im M in Pardubice liegt das Teilstück eines Gefäßes mit schwarzer, geglätteter Oberfläche, abgesetztem Rand und abgerundetem Körper; es trägt eine Verzierung in Form von zwei Streifen paralleler, seichter Rillen (Inv. Nr. 176). — Abb. 1: 4.

BOHUŠOVICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 63. Brandgräber. Beim Bau der Urne erhalten blieb; sie hat eine Leiste getrennt, ab, der Rand ist ZPP X III—1953, 254, Taf. III: 6; Taf. XI: 5.

Eisenbahn im J. 1849 entdeckte man ein Brandgrab, wovon eine vasenförmige geglättete Oberfläche, der Hals setzt sich, vom bauchigen Körper durch eine ausgewölbt und etwas unregelmäßig modelliert (H 17,1 cm ). — V. Spurný, Archiv des AI, G. Z. 6666/46. — Sammlung des ehemaligen Klosters Strahov. —

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Abb. 1. K eram ik aus d en S ied lu n g en : 1—3 BartouSov, M. K op id ln o; 4 B lato, M. P ard u b ice; 5 Je střá b í L hota, M. K olín ; 6—15 Martinou (6 —9, 11—15 Grube l i l ; 10 Grube V). 2 /3 Bei der Arbeit mit einem Dampfpflug wurden hinter den Scheunen des kaiserlichen Gutes Brandgräber bloßgelegt, aus denen ins NM nur ein birnenförmiger Goldanhänger gekommen sein soll. Ein Stück weiter grub J. Szombathy angeblich einige Brandgräber vom PiChora-Charakter aus. — /. L. Piö, 1905, 298, Abb. 62; J. L. Piö, 1907, 404, Abb. 62. Später führte J. K ern an, der Anhänger stamme aus Ploäkovice und nicht aus Bohuäovice (Sudeta VI—1930, 52).

BRANDfSEK (Bez. Kladno) — Karte Nr. 94. Siedlung. Im M in Kladno lag Keramik, ferner Bruchstücke von Eisenschlacke und das Bruchstück eines Sandsteinw etzers aus einer Grube, die /. Z o fk a beim Bau des Wasserwerks für CvrCovice aushob. Die Scherben

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stammten größtenteils aus gröberen Gefäßen mit elngezogenem oder ausgewölbtem und abgesetztem Rand. Einige Bruchstücke trugen eine Verzierung ln Form unregelm äßiger, gekreuzter Ritzen. Ferner waren Terrinen aus feinerer Tonerde mit abgesetztem Rand vertreten, sowie ein Randscherben mit abgerundetem Rand, die eine latěnezeitliche Vorlage beweisen. Abb. 39—43. — M Kladno, Inv.TMr. А 342 (nunmehr unzugänglich).

BROZANY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 62. Einzelfund. Aus der Peripherie der Gemeinde stammte angeblich eine ln der dortigen Schule aufbewahrte, kräftig profilierte („norlsche“ ) Fibel — J. L. Píč, 1905, 306; /. L. Píč, 1907, 413. — Ira J. 1938 schenkte die Schul­ verwaltung in Brozany dem NM (Inv. Nr. 45286) eine zweiteilige Bronzefibel mit breitem Bügel, die zwischen zwei Urnen im Hause von H. Kllment i. J. 1899 gefunden wurde. Möglicherweise handelt es sich um dieselbe Fibel.

Abb. 2. Keramik aus den Siedlungen: 1— 19 Stradontcef 1—12 Grube I — Ausgrabung 1958; 13—19 Grube XIII — Ausgrabung 1958), NM; 20—31 Kamenné žehrovtce, M.Kladno; 32—38 Chýně, M. Kladno; 39—43 Brandýsek, M. Kladno. 1/3

BROUČKOV siehe TŘEBOVLE. BftEŠŤANY (Bez. Kladno) — K arte Nr. 85. Siedlung. Durch den neuangelegten Hopfengarten, links von der Landstraße Břešfany—Tmáfi, wurde auf dem Feld Nr. 137 der Nordrand einer Siedlung bloßgelegt Die Lage dieser Siedlung weist in der Richtung vom Süden gegen Norden eine unmerkliche Böschung auf und endet im Alluvium des Baches „Zlonlcký potok“. Nach einer Tiefenfurche ln der Mergel- oder Sandsteinunterlage waren gegen 20 Kulturgruben erkennbar, die nach der Keramik hauptsächlich in den Verlauf der Latěnezeit eingereiht werden konnten. Die handgefertigte Keramik weist aber noch deutliche Beziehungen zur ältesten römischen Zeit auf. — A. Knor, Pam. arch. XLV 1954, 294, Abb. 8: 7, 9—12.

BRe ZÄNKY (Bez. Tep lice) — Karte Nr. 12. Siedlungs- und Einzelfunde. Aus dem J. 1899 stammt aus der Lage Maierhof eine Keramik vom Siedlungs­ charakter. Sie stammt insgesamt aus der Latěnezeit, ist auf der Töpferscheibe gedreht, enthält aber auch gröbere und massivere terrinenartige Formen mit schräg angesetztem Rand. M Teplice, Dep. Nr. 159—170. Aus derselben Lokalität gelangten 3 frührömische Bronzenadeln ins Museum. TBT 1912—13, 18 (der Bericht über die Latěnefunde betrifft vielleicht auch dle ad 1 angeführten Funde). — H. Preldel, 1930, II. 188. — M Teplice (nunmehr unzugänglich).

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Vom Feld bei der Sandgrube stammen Bruchstücke einer Keramik aus der ältesten römischen Periode mit einer mittels Rollrädchens vorgenommenen Verzierung, Taf. XXXIII: 5, 6. M Teplice 4218—23. Auf einer Anhöhe bei Břežánky wurden zwei „m arkom annische“ Kulturgruben gefunden, die reichlich Ke­ ramik sowie Bronze- und Eisengegenstände enthielten. TBT 1903—4, 12. — M Teplice (nicht identifizierbar]. Brandgräberfeld. Im J. 1897 wurde bei der Planierung nahe der Grube Emmeran ein größeres Brand­ gräberfeld bloßgelegt. Ungefähr 30 Urnen beihalteten verbrannte Knochen und verhältnism äßig wenig Bronzeund Eisengegenstände. Die Gefäße entsprachen angeblich den Funden aus Pičhora, einige hatten aber vielleicht noch älteren Charakter (Reste einer Bem alung). Der größte Teil des Fundes ist verloren. Erhalten blieben ledig­ lich zwei Gefäße, die aber in die jüngere römische Zeit eingereiht werden müssen. — TBT 1899, 23. — M Teplice, Dep. Nr. 101, Inv. Nr. 4174, weitere Nummern aus demselben Fundort 4175—7 lassen sich nicht identifizieren.

BUDIMĚŘICE (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 195. Brandgräber. Aus zerstörten Brandgräbern stammen Bronzefibeln (kräftig profilierte Fibeln und Augenfibeln), Eisenmesser, Nadeln u. ä. Heute läßt sich nur eine einzige kräftig profilierte Fibel mit zwei Bügelknöpfen, einem Knopf am Fuß und einem durch Reihen kreisrunder Öffnungen durchbrochenen Nadelhalter, Taf. XIV: 12, ferner eine Rollenkappenfibel, gleichfalls mit einem durchbrochenen Nadelhalter, Taf. XIV, 13, sowie zwei Eisenmesser identifizieren. — /. L. Píč, 1905, 299. — M Nymburk, Karton 102.

BÜZICE (Bez. B latn á) — Karte Nr. 223. Einzelfnnd. Zusammen mit chronologisch älterer Keramik gewann man bei der Umgestaltung des sog. bio­ logischen Teiches auch einen Teil einer Terrine mit aufgerauhter Oberfläche. M Blatná. Diesen Hinweis verdanke ich L. Jansová.

BÝČKOVICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 74. Einzelfund. Im J. 1890 fand man zwischen Býčkovice und der Mühle Luční Mlýn bei Ploškovice einen in zwei Stücke zerbrochenen und beschädigten Teil eines Gürtelhakens aus Bronze mit dem wunderschön durch­ brochenen Oberteil eines mit eingesetzten Nieten verzierten Befestigungsplättchens. Die gebogene, gegliederte Einfassung war in der Mitte anstelle von Haken mit zwei Vogelköpfen versehen. Heute ist der Gürtelhaken in vier Stücke zerbrochen, Taf. XVI: B. — /. H au dek, Mitt. Exc. Kl. XIV, 369; J. K ern, Sudeta VI 1930, 52, Abb. 4: 1. — M Litoměřice, Inv. Nr. 162.

BYLANY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 166. Siedlung. Eine Keramikgarnitur mit Grübchen-, Kammstrich- und Rollrädchenverzierung im M Český Brod, Inv. Nr. 46—52. Brandgrab. Der Überrest einer graphitierten Situla und zwei Bronze-Augenfibeln aus einem Brandgrab. Fr. D vořák, Podlipanský kraj 1926, 129—130; H. P reid el, 1930 II, 186, I, 28. — M Kolín (nicht identifizierbar).

CERHÝNKY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 178. Siedlung. In der ehemaligen Tongrube des H. Cabrnoch wurde eine mächtige Kulturschicht und eine Grube mit viel Keramik und Tierknochen festgestellt. (Ein Teil eines Gefäßes erinnerte angeblich an die trichterartigen Gefäße vom Plaňaner Typ). — J. L. Píč, Pam. arch. XV, 1890—92, 597; J. L. Píč, 1905, 308; Fr. D vořák, 1936, 93 schreibt, die Siedlung von Cerhýnky sei nicht charakteristisch für die römische Kaiserzeit, sondern für den Typ der späten Latěnezeit. Die Funde von Píč lassen sich heutzutage nicht mit Sicherheit überprüfen und D vořák schreibt an anderer Stelle (1. c. 85) von Objekten aus der späten Latěne-Zeit im Garten Cabrnochs und keines­ wegs in der Lehmgrube. Die Situation zur Zeit D vořáks konnte sich seit den Grabungen durch Píč geändert haben.

CÍRKVICE (Bez. Kutná Hora) — Karte Nr. 180. Siedlung. Beim Hof „Netřeba“ untersuchte F. S k rd le im J. 1941 einen Eisenhüttenofen vom Typ der frei über­ irdisch gebauten Öfen. Beim Objekt fand man Keramik bruchstücke (ein Bruchstück mit dem Teil eines zylin­ drischen Henkels, ein anderes mit einem abgesetzten Rand und senkrechter Ritzverzierung) sowie eine ganze Schüssel mit einem verstärkten, mäßig abgesetzten und abgerundeten Rand. — R. P lein er, 1958, 166, 168, Abb. 42 — M Čáslav, Inv. Nr. 2309.

ČEJETICE (Bez. S trako n ice) — Karte Nr. 225. Siedlung. Im J. 1943 stieß B. D ubský im Flußtal der Otava auf einer Ebene, die in der Nähe vor der Ein­ mündung des Baches „Zorkovický potok“ in den Fluß durch eine Terrasse abgeschlossen wird, auf eine Sied­ lung aus der Römerzeit. Durch Tiefenackerung gewann man eine Menge Scherben, die einerseits den Typ der späten Latěnezeit mit abgerundeten Rändern und senkrechter Ritzverzierung aus graphitierter Tonerde, anderer­ seits feinere Keramik mit punktierter Mäanderverzierung darstellten. Ferner fand man Scherben von Töpfen und Schüsseln mit Ritzen-, Rillen-, Wulst- und W ellenlinienverzierung. — B. D ubský, 1949, 492. Im J. 1958 wurde hier Keramik aus dem latönezeitlich-röm ischen Übergangshorizont festgestellt. Archiv des AI. G. Z. 1304/59.

CELÄKOVICE (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 155. Siedlung. Auf dem Kat. Nr. 1583 stieß man beim Graben von Baumgruben auf urzeitliche Keramik. Z. Fiedler aus dem AI durchsuchte hier im J. 1958 einen Teil einer Kulturschicht von den Abmessungen 2 X 4 m, die auf Grund der durch Einkerbungen und Ritzen verzierten Keramik in die römische Kaiserzeit eingereiht werden

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kann. Im Museum in Čelákovice wird eine größere Keram ikkollektion aus dieser Lokalität aufbewahrt, worunter sich auch feinere Keramikbruchstücke, zum Beispiel mit einer feinen Rollrädchenverzierung, vorfinden. — Archiv des AI G. Z. 5868/58. — M Čelákovice.

ČERVENĚVES (Gemeinde Smidary, Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 205. Siedlung. Bei der Mühle des H. Matys fand man eine Grube mit Tierknochen und Keramik. Eine Scher­ benschicht wurde in einer Tiefe von 70 cm unter der Oberfläche und eine zweite in einer Tiefe von 200 cm aufgefunden. Laut der im M in Nový Bydžov hinterlegten Photographien war w ahrscheinlich der Charakter der Keramik aus beiden Schichten derselbe. Neben handgefertigten Schüsseln mit eingezogenen Rändern und anderen noch auf der Töpferscheibe erzeugten schüsselartigen Formen befinden sich ferner Bruchstücke aus Vorratsge­ fäßen mit senkrechter Ritzverzierung, die noch an die jüngste Latěnephase erinnern. Andere Formen, z. B. der Teil einer Schüssel mit abgesetztem Rand und einer mit feinem Rollrädchen vorgenommenen Verzierung, oder Bruchstücke mit rauhem Körper an dem Unterteil, verweisen bereits deutlich auf die älteste römische Kaiser­ zeit. Dasselbe gilt vom Füßchen eines T richtergefäßes vom Plaňaner Typus oder vom Teil eines ursprünglich offenbar zweihenkeligen Topfes mit einem breiten Bandhenkel, vom Scherben eines Seihers oder von weiteren Bruchstücken mit Kamm- oder Kerbverzierung. — /. S ch rán il, 1928, 252. — M Nový Bydžov, Inv. Nr. 3456—63, heute nicht überprüfbar. — Taf. XXXII: 1 —8.

ČESKÝ BROD (Bez. Kolín) — Karte Nr. 164. Einzelfunde. Im M in Český Brod liegt ein T richtergefäß vom Plaňaner Typ Inv. Nr. 717. Die lichtgraue Ober­ fläche des Gefäßes geht auf dem Füßchen ins Rote über. Die ziemlich unregelmäßige Form im Oberteil trägt eine Verzierung: ein Ornamentband aus zwei Linien und einer durch Einritzung vorgenommenen W ellenlinie, die von feinen Grübchen begleitet wird (H 10,5 cm). Bei Klučov fand man an der Landstraße in der Richtung gegen Český Brod ein geripptes Bronzegefäß (das heute verschollen ist) und dabei ein massives Tongefäß in Form eines vierfüßigen Tieres. Die vier zylindrischen Füßchen, der Kopf und der zylindrische Schweif sind abgeschlagen. Die schwarze Oberfläche des Gefäßes trägt als Verzierung ein Ornament, das mit einem Rollrädchen oder durch eine Reihe seichter Grübchen ausgeführt wurde (Taf. XXXII: 17). — /. L. Píč, Pam. arch. XXII, 1906—8, 595; K. M otyková-S n eidrová, Acta universitatis Carolinae, Philosophica et historica No 3/59, 233, T. XII: 1—3. — M Český Brod Inv. Nr. 604. Im Privateigentum befand sich eine silberne Rollen kappenfibel aus der Umgebung von Český Brod. — f. L. Píč, 1905, 306.

ČEŠOV (Bez. Jičín ) — Karte Nr. 201. Einzelfunde. Laut Meldung /. B öhm s war in der Schule in Češov der Unterteil eines Trichtergefäßes, wahrscheinlich vom Plaňaner Typ, hinterlegt. — Archiv des AI G. Z. 800/32. Im M in Kopidlno liegt angeblich eine Fibel vom Typ Aucissa ohne Aufschrift. — B. S v obod a, 1948, 49, Anm. 42. — M Kopidlno, nicht identifizierbar.

ČÍŇOV (Gemeinde Břežany, Bez. Louny) — Karte Nr. 28. Einzelfund. Delphinartiger Handgriff eines situlaförm igen Bronzeeimers. 11. P retdel, 1930 I, 177, II, 253. — M Zatec — heute unkontrollierbar.

Ohne

nähere

Fundumstände.



ČÍŽKOVICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 57. Skelettgrab. Im J. 1898 wurde für das M in Teplice eine Augenfibelangekauft, die angeblich in einem Skelettgrab an der Stelle der damals neuerbauten Kalkbrennerei gefunden wurde. Diese Fibel trug die übliche Ritzverzierung und war 50 mm lang. — H. P reid el, 1930 II, 263. — Inv. Nr. K 6643, W 1726.

ĎÁBLICE (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 130. Siedlung. Im Frühjahr 1914 wurde in der Ziegelbrennerei des H. Batysta eine Grube freigelegt, woraus J. Axamit Keramik vom Bylaner Charakter zusammen mit Bruchstücken aus der älteren römischen Kaiserzeit zu­ tage förderte. J. Axamit, Pam. arch. XXXIII, 1922—23, 331; d ers. Pam. arch. XXVII, 1915, 77. Skelettgrab. Im J. 1955 stieß man bei der Anlegung der Kanalisation auf ein Skelettgrab. Die Grabgrube wurde durch das vom Hauptaushub in der Gasse „Havlíčkova u lice“ über den Garten zum Haus Nr. 744 führende Anschlußstück, knapp beim betreffenden Gartenzaun, aufgerissen. Der Boden der ovalen Grabgrube wurde in einer Tiefe von 150 cm unter der Oberfläche angetroffen. Das Skelett lag am Rücken, mit dem Haupt am Nordende der Grube und war von größeren und kleineren Stücken eines Steines (am ehesten eines Magnetiten) eingesäumt. An der Stelle des oberen Körperteils lag eine Augenfibel, die in Privateigentum verblieb. — Archiv des AI G. Z. 1335/58. Einzelfunde. Bei der Anlegung von Mieten der Rübenwaage fand man eine bauchige Terrine mit ausge­ wölbtem, verstärktem Rand; sie war von der Wölbung gegen den Boden zu durch senkrechte, mit einem Kamm vorgenommene Streifen aufgerauht, die im Oberteil bogenförm ig eingekrümmt erscheinen (H 19 cm ). — NM Inv. Nr. 14826. Ferner das Bruchstück einer bauchigen, rauhen, dunkelgrauen Terrine mit kurzem Hals und niedri­ gem, ausgestülptem Rand (NM Nr. 14827) und ein grauer Scherben mit sen krechter Ritzverzierung (NM Nr. 14828). Außerdem erhielt sich als Geschenk des SPSČ eine kräftig profilierte Bronzefibel mit durchbrochenem Nadelhalter und knopfartig endendem Fuß (L 47 mm) — (NM Nr. 52617) und eine zweite, einigermaßen beschä­ digte Fibel vom gleichen Typ, L 58 mm (NM Nr. 21330) — J. L. Píč, 1905, 308. Der Gutsbesitzer S te jsk a l besaß angeblich zuhause „Bronzefibeln und anderen Tand“, die er auf seinen Grundstücken in Brandgräbern gefunden hatte. — J. A xam it, Pam. arch. XXXIII 1922—23, 331.

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DAŠICE (Bez. Pardubice) — Karte Nr. 220. Brandgräber? Aus der Umgebung der Trasse „Kosejčinský“, aus jener Stelle, wo nunmehr die Kaserne steht, stammen Scherben eines ungegliederten Gefäßes mit ausgewölbtem, einigerm aßen kantigem Rand. Die lichtbraune, glatte Oberfläche trägt dicht unter dem Rande eine etw as unregelmäßige Ritzverzierung in Form einer Linie, die an beiden Seiten von seichten Grübchen begleitet wird; von dieser Linie verlaufen in regelm äßigen Abstän­ den nach unten ähnliche, von Grübchen umstandene seich te Ritzlinien. Oberhalb der Maximalauswölbung ist eine kleine tunnelartige Öse angeklebt. — /. Böhm, Pam. arch . XXXV, 1926—7, 48. — Aufbewahrung im AI Prag, Elng. Nr. 5/26. — Taf. XXXI: 1, 2. Aus derselben Lokalität stammen neben Bruchstücken aus der Latěnezeit auch drei Scherben eines Gefäßes vom oben beschriebenen Typ. Das nichtgegliederte schüsselförm ige Gefäß hatte einen abgesetzten, ausgestülpten und kantigen Rand und oberhalb der Maximalwölbung ein Ornament aus feingeritzten Streifen und Punkten. Der kleine Bandhenkel begann gleich beim Rand. — M Pardubice, Inv. Nr. 264 a —c. — Taf. XXXI: 3—5.

DOBRÍČANY (Bez. Louny) — Karte Nr. 36. Siedlung. Bei der Lehmgewinnung für die Kaolinwerke wurden in einer großen, ungefähr 1 km nördlich der Gemeinde In der Richtung nach Trnovany liegenden Lehmgrube in den vergangenen Jahren nach und nach zahlreiche urzeitliche Objekte beschädigt oder völlig vernichtet. Aus dem Fundort, der sich auf der Terrasse des Baches „Zlatý potok“, auf der Parz. Nr. 70/1 in der Trasse „Zámecké pole“ ausbreitet, liegt im M in Zatec eine Reihe von Funden und in den abgelaufenen Jahren wurden hier auch einige kleinere Rettungsgrabungen vorge­ nommen. Aus der dortigen, ziem lich ausgedehnten Siedlung aus der römischen Kaiserzeit lassen sich folgende Objekte rekonstruieren. Im J. 1937 wurde von A. G erstenhöfer eine elliptische Grube von den Abmessungen 9 5 X 70 cm durchsucht, die 95 cm tief von dem Ackerboden reichte. Sie enthielt schwarzen aschenhaltigen Lehm­ boden, Bruchstücke von Lehmbewurf, Tierknochen und Keramik. Ungefähr in der halben Grubentiefe fand man ein schwarzes Trichtergefäß vom Plaüaner Typ mit geradem Rand und profiliertem Oberteil, der als Verzierung

tm J. 1953.

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Abb. 4. DobflCany. Grundriß der Hütte. Ausgrabung tm J. 1938. ein Band liegender mit seichten Grübchen ausgefüllter Dreiecke trug (H 15,1 cm ). Aus den weiteren unverzierten keram ischen Bruchstücken könnte man ein anderes T richtergefäß vom selben Typ zusammenkleben. Der Zierstreifen an der Schulterpartie ist als feine Ritzverzierung ausgeführt, die durch eine mit einem Rollrädchen vor­ genommene scharfkantige Zickzack-Doppellinie unterstrichen wird. Das dritte Trichtergefäß, von dem einige Bruch­ stücke erhalten blieben, war ohne Verzierung. Am Boden lagen die Knochen eines Hahns und ein Pferdezahn. — M. Wurdlnger, Sudeta XIV—1938, 55. — M. Jahn, Altböhmen und Altmähren, 1—1941, 71. — K. Snetdrovd, AR VI—1954, 233, Abb. 118; dieselbe, AR V III—1956, 514. — M Zatec, Inv. Nr. 2167/1—22. Im J. 1938 barg man einen Teil einer eingetieften Hütte mit vier Pfahlgruben, die unter den Hüttenboden reichten. Unter der 20 cm mächtigen Ackerbodenschicht entdeckte man eine 10—15 cm starke, dunkle, aschen­ haltige Erdschicht und darunter eine lichtgraue, von Holzkohlenstückchen durchsetzte aschenhaltige Ausfüllung. In dieser Schicht, die 75 cm tief unter die Oberfläche reich te, wurden Tierknochen, Steine und Scherben gefunden. Die Hütte hatte ursprünglich am ehesten die Gestalt ein es regelm äßigen R echtecks von der Breite 2,35 m und

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einer erhaltenen Länge von 2,50 m und war mit ihrer längeren Achse gegen W esten orientiert. Bei der Südwand stieß man im Fußboden auf eine 10—15 cm tiefe Eintiefung (von den Abmessungen 7 0 X 4 0 cm) und fand in der Mitte des Objekts zwei Sandsteine. (Abb. 4 ). Das Fundinventar bildeten ein Wirtel, zwei Wetzsteine, das Füßchen eines schwarzen Trichtergefäßes, das Drittel einer ziem lich tiefen, 9 cm hohen Schüssel mit dichten Kerbverzierungen. — K. šneidrová, AR VI—1954, 231, Abb 117; K. Sneldrová, AR V III— 1950, 514. M. Zatec, Inv. Nr. 2412/1— 11, (das Material ist heute nur teilw eise zugänglich). Im J. 1947—8 nahm Fr. Kopecký auf der Fundstelle eine Sammlung vor und stellte ln zwei Fällen In offenen Profilen eingetiefte Hütten mit Pfahlspuren fest. Aus dieser Zeit liegt im M in Zatec die Hälfte eines topf artigen Gefäßes mit grauschwarzer Oberfläche und schräg abgesetztem Rand (H 16 cm, Taf. XXXVI. 15) und weitere Ke­ ram ikbruchstücke, die als Verzierung große Bogen mit Rollrädchen- oder Kammstrichbearbeitung tragen. — Archiv des AI, G. Z. 2154/50. — M Zatec, Inv. Nr. 2550. * Im Juli 1953 wurde von der Expositur des AI in Most auf der Fundstätte im M ittelteil der Lehmgrube eine kleinere Rettungsgrabung vorgenommen, wobei auch eine aus der Römerzeit stammende eingetiefte Hütte unter­ sucht wurde; sie hatte die Gestalt eines regelmäßigen Rechtecks, lief im W estteil gewissermaßen in einen Halb­ kreis aus und maß maximal in der Länge 510 cm und in der Breite 310 cm. Der unebene Boden lief in einer Tiefe von 90 cm unter der Oberfläche bei der Südwand in so etw as wie eine Stufe aus. Inmitten beider kürzerer Wände stellte man zwei tiefe Pfähle (Tiefe vom Hütten boden 30 und 40 cm) vom D 30 cm fest. Zwei weitere (T 10 cm) zeigten sich bei der längeren Nordwand und einer am Rande der Westwand. Der Fußboden der Hütte war teilw eise festgestam pft, Abb. 3. Die graubraune Füllung enthielt eine größere Menge von Gefäßscherben und beim Boden auffallend viel Tierknochen, unter anderem Teilstücke dreier Schädel eines kurzhörnigen Rindviehs mit m ächtiger Stirne. W eitere Knochen gehörten einem Schwein (zw eijähriges Individuum), Schof, einer Ziege, ausnahmsweise einem Hund, Pferd, Biber, Hirsch und Rehbock. In der Keramik sind am häufigsten gröbere terrinenartige Formen verschiedener Größen mit einer Maximalwölbung in der oberen Hälfte und einem schräg angesetzten Rand vertreten; sie sind an der Oberfläche entweder glatt oder von der Wölbung nach unten zu gerauht. Anderswo wiederum ist die Verzierung durch senkrechte Kamm- oder Ritzbearbeitung ausgeführt; ein w aagrechter Ritzstreifen trennt manchmal diesen verzierten Teil von der glänzend geglätteten Schulterpartie. Diese Verzierung zeigt sich auch an ungegliederten Form en mit eingestülptem Rand. Ferner sind hier Schüsseln mit eingezogenem Rand und niedrige Schüsseln mit kantigem Rand und mäßig geschweiftem Oberteil vertreten, die an die auf der Töpferscheibe gedrehten Waren aus der Laténe-Zeit erinnern. Außer M iniaturgefäßen fanden sich in Scherben noch zwei Tassen mit Bandhenkeln (H des einen 8,5 cm ). Einen kleineren Teil bildeten Bruch­ stücke von Gefäßen aus feingeschwemmter tonerde mit geglätteter O berfläche, entweder ohne Verzierung oder einem mit Rollrädchen oder seichten Grübchen ausgeführten Ornament, Taf. XXXVI: 9—14; Abb. 17: 9—14. Außer­ dem fand man einige aus Geweihen verfertigte Ahlen, einen Gegenstand aus einer Rindsrippe mit zahlreichen Einkerbungen und winzige Holzkohlenstücke der W intereiche (Quercus sessilis). — K. Š n eidrová AR VIII 1956, 491 ff. — Aufbewahrung: Expositur des AI Most. Im J. 1953 untersuchte R. Pleiner Im W estteil der Lehmgrube u. a. einen stark beschädigten Elsenhütten­ reduktionsofen und w ahrscheinlich auch Überreste eines Ausheizherdes. R. P lein er, Pam. arch. XLIX 1958, 119 ff. Brandgräber? Ohne nähere Umstände, angeblich aus Brandgräbern, stammt eine eiserne, 18 cm lange Lan­ zenspitze und ein einteiliger Beinkamm mit einem durchbrochenen Plättchen. — H. P reid el, 1930, II, 198. — M Zatec, nicht überprüfbar. Einzelfunde. Keramikbruchstücke (davon ein Stück mit schwarzer Oberfläche und einer Verzierung ln Form feiner senkrechter Ritzen) sowie ein Gefäß mit glatter O berfläche, zylindrischem Hals und abgesetztem Rand, das sich gegen den Boden stark verengt, befinden sich im NM (Inv. Nr. 30801—2, 30808, 32210). Die ins M in Zatec gelangten Berichte über Zufallsfunde sind heutzutage dort größtenteils nicht überprüfbar, siehe: M. Wurdin ger, Sudeta X II—1936, 98; M. W urdtnger, Sudeta XIV— 1938, 55; F ödtsch , Sudeta N. F. I—1939/40, 113; F ö d isch , Sudeta N. F. II—1941/2, 139.

DOBRICHOV (Bez. Kolín) — Karte Nr. 176. Siedlung. Am Südwesthang von Pičhora oberhalb des Flusses „Výrovka“ stieß man auf der Parz. Nr. 555 bei der Tiefenackerung auf eine Siedlung, die teilweise beschädigt wurde. Im J. 1897 grub man an dieser Stelle gegen 30 größere und kleinere Gruben aus, deren Tiefe zwischen 50 und 150 cm unter der Erdoberfläche und deren Größe zwischen 2 und 5 m schw ankte; das Inventar war verhältnism äßig dürftig. „Wohnspuren“ fand man an einigen Stellen ziemlich seicht bis zu einer Tiefe von 50—80 cm unter der Oberfläche und diese Objekte (vielleicht eingetiefte Hütten) enthielten regelm äßig einen Feuerplatz. Die Keramik aus dieser Siedlung (Bruch­ stücke mit einer durch ein feines Rollrädchen vorgenommenen Verzierung, manchmal geschah die Verzierung auch m ittels Kamm in Bogenform) verweist auf die zeitliche Parallele mit der Begräbnisstätte in Pičhora, einige Elemente sind aber bereits für die jüngere Periode charakteristisch . — /. L. Píč, Pam. arch. XVII 1896—7, 513 ff., Taf. LXXI; /. L. Píč, 1905, 148, Taf. LXII; /. L. Píč, 1907, 418, Taf. LXII. — NM Inv. Nr. 95735—39; M Poděbrady eine große mit Nr. 92 bezeichnete Kiste. Brandgräberfeld. Im April 1896 stieß man bei der Schottergewinnung auf der Landzunge namens Pičhora auf ein großes und ungewöhnlich ergiebiges Gräberfeld. Die Grabung wurde nicht fachgem äß ausgeführt, viele Gräber würden deshalb beschädigt oder vernichtet und nicht einmal bei den erhaltenen Gräberkomplexen herrscht immer völlige Sicherheit hinsichtlich des Fundzusammenhangs. Heutzutage lassen sich ungefähr 154 Urnengräber (sechs befanden sich in Bronzegefäßen) mit einer mannigfalltigen Ausstattung an W affen und weite­ ren Metallgegenständen überprüfen. — J. L. Píč, Pam. arch. XVII 1896—7, 479 ff., Taf. LII—LXX; /. L. Píč, 1905, 299—300, Taf. LXIV—LXXXIII; /. L. Píč, 1907, 405—6, Taf. LXIV—LXXXIII; /. H eliích , Pam. arch. XXXI, 1919 95 ff.; /. L. PÍČ, Pam. arch. XXI 1904—5, 533; A. Rybová, Acta universitatis Carolinae 3, 1959, 241—250. — NM Prag, Inv. Nr. 53191—53999, 64000—269, 64289—334, 64928—64934, 64943, 64958—9, 65275, 65640—741, 65934— 37, 66168— 172, 66515—16. — M Poděbrady und M Pečky, Inv. Nr. 384, 386—8. Übersicht über die hauptsächlichen kera­ mischen Formen und Metallgegenstände, siehe Taf. XX— XXV.

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DOBŘICHOVICE (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 113. Brandgräber. Beim Bau der Villa des H. Barth im J. 1899—1900 fand man einige Gräber mit Urnen mit einer Mäanderverzierung; daraus lassen sich im NM folgende Funde identifizieren: Inv. Nr. 51632—4 drei etwas beschädigte Augenfibeln, L 5,2 cm; 5,0 cm; 4,7 cm; Inv. Nr. 51635 Teil des Bügels einer Augenfibel; Inv. Nr. 51636—8 drei Bronze-Augenfibeln, L 6,0 cm; 5,0 cm; 5,0 cm; Inv. Nr. 51639 gegliederte Riemenzunge aus Bronze, L 48 cm; Inv. Nr. 51640 Bruchstück einer Bronzeplatte mit Öffnungen für den Niet; Inv. Nr. 51641 Bruchstück einer Nähnadel aus einem rundlichen Bronzestäbchen, L 5,3 cm; Inv. Nr. 51642, Bruchstück eines Ringes aus einem flachen Bronzestäbchen, L 2,2 cm; /. S m olík, Pam. arch. XIX 1900—1, 61, 348.

DOBŘÍN (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 78. Einzelfund. Das NM besitzt folgende Gegenstände als Schenkung: Inv. Nr. 65992 kräftig profilierte Bronze­ fibel mit zwei Bügelknöpfen, einem durchbrochenen Nadelhalter und einem knöpf artigen Fuß, L 7,9 cm, ein Teil der Sehne und die Nadel fehlen, Taf. XV: 4; Inv. Nr. 65993—5 drei Fibeln vom analogen Typ wie die vorher be­ schriebene, L 7,1 cm, Taf. XV: 3,5; Inv. Nr. 65996 mächtige Bronzefibel von ähnlichem Typ mit zwei Bügelknöpfen und einem kompliziert durchbrochenen, breiteren Nadelhalter. Sehne und Nadel abgebrochen, L 12,6 cm, Taf. XV: 2; Inv. Nr. 65997 große, kräftig profilierte Bronzefibel mit einem scheibenartigen Bügelknopf, langen durch­ brochenen Nadelhalter und knopfartigen Fuß, L 13,8 cm, Taf. XV: 1; Inv. Nr. 65998 eisernes S-formig geschweiftes Stäbchen, L 13,1 cm, Taf. XV: 7; Inv. Nr. 65999 grauer Scherben, dessen Verzierung mit Fingernagel eingekratzt wurde, Taf. XV: 9; Inv. Nr. 66000 grauschwarzer Scherben, dessen Verzierung m ittels Kamm bogenförmig aus­ geführt ist; Taf. XV: 8; Inv. Nr. 66001 besonderer Gegenstand aus Ton mit sechs zylindrischen Ausläufern (heute sind zwei davon abgeschlagen), L 7,9 cm. J. B öhm , 1941, Taf. 76: 10, 11.

DOBROMĚŘICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 45. Einzelfund. Im M in Louny liegt ein vasenförmiges, gegliedertes Gefäß mit schwarzer Oberfläche und einer Verzierung am Unterteil der Wölbung (m ittels Kamm eingeritzte große Bogen). H 17,9 cm. — M Louny, Inv. Nr. 792, Taf. XI: 7.

DOBROVICE (Bez. Mladá Boleslav) — K arte Nr. 146. Siedlung und Brandgrab. In der ehemaligen Ziegel brennerei Holenders fand A. S to ck ý in einer großen Grube Keramikbruchstücke aus der römischen Kaiserzeit (und einige Fragmente vom Bylaner Charakter). A. S tocký, Pravěk VI 1910, 88 ff, Taf. VI; d ers. Pam. arch. XXII 1906—1908, 595. Teil eines bauchigen Gefäßes mit geschw eif­ tem Hals und massivem Bandhenkel und Scherben eines groben Topfes mit ausgestülptem Rand und einer Reihe von Einkerbungen unter dem Rande. NM Inv. Nr. 16683— 4.

DOKSANY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 66. Brandgrab? In einer Urne fand man zusammen mit einer Nadel den Rahmen eines bronzenen Gürtelhakens, der an der eingebogenen Innenseite mit zwei Haken in Gestalt zweier Vogelköpfe versehen ist. Gefäß und Nadel sind verschollen. Abmessungen des Rahmens: 45X 28 cm. Von derselben Lokalität stammt noch eine Bronzefibel mit breitem Bügel, die auch verschollen ist. J. L. Píč, 1905, 300, Abb. 64; f. L. PÍČ, 1907, 406, Abb. 64. — J. S m olík, Pam. arch. XV—1891—3, 182. NM, Inv. Nr. 65630.

DOLÄNKY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 67. Brandgrab? In der Ortsschule in Dolánky war eine gegliederte Terrine mit zylindrischem Körper, abgesetz­ tem Rand und senkrechter Ritzverzierung am Körper von der Wölbung gegen Boden zu aufbewahrt. Archiv des AI, G. Z. 274/36.

DOLNÍ BEŘKOVICE (Bez. M ělník) — Karte Nr. 89. Einzelfund. Scherben einer bauchigen, ungegliederten, großen Terrine mit schräg abgesetztem, kantigem Rand von graubrauner Oberfläche, ohne Verzierung. — NM Inv. Nr. 34349—51.

DOLNÍ JIŘETÍN (Bez. Most) — Karte Nr. 18. Siedlung? Bei der ehem aligen Zeche Quido III fand man Scherben einer Schüssel, graphitierte Amphoren und ein Tonwirtel. — Archiv des AI. G. Z. 508/37. M Most 444/27, 445/27.

DOLNÍ POČERNICE (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 128. Siedlung. In den Jahren 1933—4 wurde vom AI und A Ex eine Rettungsgrabung in der Sandgrube auf der Parzelle Nr. 87 vorgenommen, wo eine Reihe von Siedlungsobjekten festgestellt wurde. Die Terrainsituation war dadurch kompliziert, daß es sich offensichtlich um einige Bauperioden handelte. Aus dem kurzen Fundbericht läßt sich schließen, daß hauptsächlich zwei größere Komplexe von Objekten untersucht wurden. Der erste, mehr gegen Westen gelegene, enthielt eine Reihe von Gruben, die am häufigsten einen ziemlich regelmäßig kreisförmigen Grundriß aufwiesen, sowie eine am ehesten eingetiefte Hütte mit regelm äßig rechteckigem Grundriß (Abmessun­ gen 3X 3,2 m und T 40 cm ). Nr. I. Außerdem erm ittelte man eine große Zahl verschiedener großer und kleiner Pfostenlöcher, die so etwas wie einen unregelmäßigen Streifen bildeten (vielleicht Überreste der die Siedlung umgebenden Umwallung). Der östliche Komplex beinhaltete einige unregelmäßige, recht große Gruben und wie­ derum eine Reihe unregelm äßiger Pfostenlöcher, die w ahrscheinlich das Überbleibsel eines größeren oberirdischen Holzbauwerks darstellen, das sich mit der Längsachse von Südwest gegen Nordost hinzieht. In einer Grube Nr. VI) fand man Spuren einer Feuerstelle. Zwischen den beiden Komplexen durchsuchte man zwei gerade

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Reihen von Pfostenlöchern, die sich von West nach Ost hinzogen (die eine war 20 und die zweite 15 m lang, ihre gegenseitige Entfernung betrug 15 m ), vielleicht Überreste irgendeines größeren Bauwerks oder einer Pa­ lisade. Obwohl insgesamt 24 Gruben (einschließlich der eingetieften Hütte Nr. I) ausgehoben und viele Pfosten­ löcher freigelegt wurden, waren die Funde aus der Füllung im großen und ganzen dürftig. Grube Nr. IV mit einem eingetieften Reduktionsofen noch vom Typ der Latěnezeit findet ihre Datierung durch das Bruchstück einer Amphore mit Bandhenkel, das Füßchen eines T richtergefäßes vom Plaňaner Typ und einen Scherben mit Kammstrichverzierung. Ebenso enthielt auch die kreisrunde Grube Nr. II ältere keram ische Elemente (Bruchstück einer schwarzen Terrine mit schräg abgesetztem, kantigem Rand und aufgerauhtem Körper, Verzierung mit einem feinen Kamm u. ä.). In der Grube Nr. III waren neben dem keramischen Inhalt wie in den vorherigen Objekten noch Bruchstücke eines groben Gefäßes mit plastischer unterbrochener Leiste und zwei beinerne Schlittschuhe (L des einen 290 mm, des zweiten 310 mm). Einige Funde, hauptsächlich aus Sammlungen, beweisen eine längere Dauer dieser Siedlung. — Archiv des AI, G. Z. 513/34, hauptsächlich 503/35, 504/35. Über das Objekt mit dem Eisenhüttenofen siehe R. P lein er, 1958, 144—5. In den Berichten über die Grabungen für das Jahr 1935—38 wird erwähnt, man habe in der Sandgrube in Dolní Počernice eine Hütte untersucht, worin Knochen und Lehmbewurf gefunden wurden. — B. S v obod a, OP XI—1938, 140. — NM Inv. Nr. 44137—8. Im Juli 1950 schenkte H. Kadlec dem MM Scherben, die er in der dortigen Sandgrube gefunden hatte. Neben Bruchstücken mit einer Kerb- und Ritzverzierung ist hier auch ein m ittels Rollrädchen vorgenommenes Ornament vertreten (Mäander, senkrechte Dreiecke an der Schulterpartie einer kleinen Schüssel). Einzelfund. Ohne nähere Umstände wird im NM eine Bronzenadel mit einem profilierten Kopf aufbewahrt (L 7,8 cm ). — NM Inv. Nr. 63442.

DOUDLEBY NAD ORLICÍ (Bez. Rychnov nad Kněžnou) — Karte Nr. 218. Siedlung. Beim Bau eines Spielplatzes beschädigt. Die Keramik spricht nach der Beschreibung eher für die ältere Periode (massive abgerundete Henkel, Bruchstücke bauchiger Gefäße mit abgesetztem Hals, abgebröckelte O berfläche). — Archiv des AI G. Z. 5769/51. — M Vamberk, Inv. Nr. 185—218, nicht überprüfbar.

DŘEMČICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 52. Brandgräber? In der Lage „Zmavy“ am Ufer des Baches „Kuzovka“ stieß man bei der Gewinnung von Gra­ natsteinen in den Achtzigerjahren des abgelaufenen Jahrhunderts auf Funde urzeitlicher Gegenstände (Augen­ fibel, Rollenkappenfibel, drei kräftig profilierte Fibeln, zwei Fibeln vom jüngeren Charakter, ein Stück eines Marmorrarmbandes). — /. L. Píč, Pam. arch. XXI, 1 9 0 4 -5 , 349; /. L. Piö, 1905, 307., K. K řen ek führt in seinem im Archiv des AI hinterlegten Schreiben aus dem Jahre 1937 folgende Funde an: „3 Bronzemünzen mit einer Pferdabbildung, 1 goldenes Kätzchen, Goldspiralen, ein Bronzering, spiralenartig ge­ wickelte Drähte, Nähnadeln mit einer Öse, Kettchen, Ringe, römische Fibeln, Splitter von Fibeln aus der Latěne­ zeit, Teil eines Dolches, Nägel, viele unvollendete Gegenstände, Bronzetropfen, Bronzeschlacke usw. Neben Bron­ zegegenständen gab es dort auch Dinge aus Knochen und Geweihen, Feuersteine, W irtel, einen Steinm eißel, eine Glaswirtel, Bernsteinkügelchen, eine Eisenhacke. Von Keramik fand man einen kleinen Tiegel, Scherben, W irtel.“ Die nunmehr im M in Třebenice zugänglichen Funde machen wenigstens teilweise den Eindruck von Über­ bleibseln aus Brandgräbern, denn einige Gegenstände sind von Glut beschädigt. Vertreten sind hier Fibeln mit geschweiftem, stäbchenförmigen Bügel von dem Spátlatěnetypus mit kleinen scheibenförmigen Wulst und kurzer Sehne, sowie Fibeln vom gleichen Schema mit Flügeln oberhalb der Sehne. Größtenteils sind diese Gegenstände beschädigt, weil sie Überhaupt nicht konserviert wurden, und nur schwer zugänglich (hauptsächlich Inv. Nr. 157—9).

DŘETOVICE (Bez. Kladno) — Karte Nr. 91. Siedlung. Im J. 1954 und 1957 nahm das AI unter der Leitung von A. K nor und unter Mitbeteiligung von R. P leiner eine Grabung in der Siedlung mit Spuren einer Eisenhüttenproduktion in der Lage „Na Blatech“ auf Kat. Nr. 393 vor. Durch die Grabung im J. 1954 wurden insgesamt 4 eingetiefte Hütten freigelegt. Hiervon wurde le­ diglich Hütte Nr. 1 zur Gänze untersucht. Sie maß 4 X 3 ,5 m und war mit der Längsachse in der NW-SO Rich­ tung orientiert. In einer Tiefe von 1 m fand man festgestam pften Fußboden, in dessen Mitte eine große ovale Feuerstelle (von den Abmessungen 165X 100 cm) lag; sie war ins Rotfarbene ausgebrannt. In der nordwestlichen Wand der Hütte wölbte sich in den Unterbau ein kesselförm iger Ofen mit einem geglätteten und ins Rotbraune ausgebrannten Boden und Wänden. Bei den Hüttenwänden war im Fußboden eine ganze Reihe ziemlich unregel­ mäßig verteilter Pfostenlöcher und in unm ittelbarer Nähe der westlichen Ecke eine Grube von kreisförmigem Grundriß Nr la (T 130 cm unter der O berfläche), mit Spuren einer winzigen Pfahlkonstruktion am Boden. In der Nähe der südlichen Ecke erm ittelte man eine rechteckige Grube Nr. 6 (T 89 cm unter der O berfläche) mit ausgebrannten Wänden und einem Boden, der mit einer Schiefer- und Kiesschicht zugedeckt war. Knapp beim östlichen Hütteneck fand man einen eingetieften Ofen zur Elsenschmelze. Auch die übrigen Objekte der Grube 1 und 6 (Ausheizherde?) ebenso wie der Spezialofen werden von A. K nor mit der Eisenerzeugung in Verbindung gebracht. Die übrigen Hütten wurden nur teilweise untersucht; Nr. 8 von rechteckigem Grundriß und einer Breite von 4 m war mit der Längsachse von Westen nach Osten orientiert. Der festgestam pfte Fußboden fällt unter der Nordwand in eine ovale Grube ab. Im Fußboden stellte man zwei Pfostenlöcher und an der Peripherie ebenfalls zwei fest; von der Hütte Nr. 3 erfaßte die Sonde bloß den östlichen Teil von einer Breite von 3,5 m. An der Peripherie der Nordwand dieses verhältnism äßig seichten Objektes (T 70 cm unter der Oberfläche) stieß man auf 3 Pfostenlöcher. Die ebenfalls nur teilweise durchforschte Hütte Nr. 2 war 4,5 m breit und mit der Längs­ achse nach W—O orientiert. Der festgestam pfte Fußboden reichte in 85 cm Tiefe; innerhalb der Hütte wurden 3 Pfostenlöcher festgestellt. Von den weiteren Objekten melden sich in die älteste römische Kaiserzeit noch die kreisrunde Grube Nr. 9 vom D 150 cm (D am Boden 90 cm) mit einem ins Rotbraune ausgebrannten Boden und die ebenfalls kreisrunde Grube Nr. 10 (T 50 cm unter dem Ackerboden), die den rechteckigen Unterteil 2

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eines Ofens mit ausgebrannten Wänden von der Breite 4—5 m beschädigte; der Zweck des Ofens ist unbe­ stimmbar. Außer Keramik (hauptsächlich Bruchstücke ungegliederter Terrinen und vasenartiger Formen) fand man eine beinerne Nadel, eine Ahle, das Bruchstück eines tönernen Schöpfers, Tierknochen und Holzkohlenstückchen. — A. Knor, Pam. arch. XLVIII—1957, 58 ff; R. P letner, 1958, 149—150. Im J. 1957 untersuchte man w eitere 14 Objekte. Drei eingetiefte Hütten lassen sich nach der Keramik in den jüngeren Abschnitt der älteren Römerzeit datieren. Von drei gründlich umgegrabenen Gruben hatte eine (Nr. 1) abgerundete Form, senkrechte Wände und einen flachen Boden (D 2 m, T 84 cm ). Die lockere, fast aschenartige, bräunliche Füllung enthielt Lehmbewurf mit Rutenabdrücken, Schlacke, einen Schieferw etzstein, ein pyramidenförmiges Gewicht und sehr viel Keramik. Neben bauchigen ungegliederten Terrinen, die entweder geglättet oder an der Oberfläche aufgerauht waren, sind dies Bruchstücke von Trichtergefäßen vom Plaňaner Typ (3 Exemplare) mit Ritzverzierung, die in einem Fall von Punktierung begleitet wird, sowie eine schlanke Amphore mit zwei kleinen Henkeln. Grube 2 von kreisförmigem Grundriß und senkrechten Wänden beinhaltete nur wenig markante Keramikbruchstücke, die keine detailliertere Bestimmung zulassen. Grube 11 von ovalem Grundriß (D 2 m, T 57—105 cm) hatte gewölbte Wände und einen gegen Südost stufenartig abfallenden Boden. Die grauschwarze Zuschüttung war schütter in Schichten mit Löß durchsetzt. Sie enthielt Tierknochen und Scher­ ben (u. a. kantige Ränder), die für eine zeitliche Parallelität mit der Grube Nr. 1 aus der ältesten Phase der römischen Zeit sprechen. Die kleine Grube vor den Hüttenöfen IV—VII war eine seichte unregelmäßige Vertiefung (T 20 cm, L 120 cm) ohne datierbare Funde; höchstw ahrscheinlich hing sie mit den Öfen zusammen. Die Öfen IV—VII (Batterien in einer Reihe) sind Herde halbeingelassener Schachtbauten, wie sie in Böhmen hauptsächlich in der jüngeren Periode der Latěnezeit und im ältesten Abschnitt der römischen Kaiserzeit verwendet wurden. — Archiv des AI, Fundbericht von R. P letner, G. Z. 1468/58; R. P lein er, Pam. arch. LI 1960, 184 ff.

DUCHCOV (Bez. Teplice) — Karte Nr. 9. Brandgrab. In der Nähe der ehem aligen Zeche UNION wurde ein Brandgrab gefunden, das laut J. L. Píč zwei Fibeln, eine Elsenschere und Scherben einer glatten Urne enthielt. Im NM kann man identifizieren: Inv. Nr. 51645— 6 — zwei Bronzefibeln vom Typ der späten Latěnezeit mit einem Bandbügel; Inv. Nr. 51647 — eiserne Nähnadel aus einem ovalen Eisenstäbchen mit einer langen Öse, L 141 mm; Inv. Nr. 51648 — Teil des Bronze­ beschlags eines Trinkhorns, L 46 mm; Inv. Nr. 51649 — Scherben eines schwarzen Gefäßes mit mäßig gewölbten Wänden und sorgfältig geglätteter Oberfläche. — J. L. Píč, 1905, 300; J. L. Píč, 1907, 407. Skelettgräber. Im 1892 wurden bei der Grube Peter und Paul Skelettgräber entdeckt, von denen folgendes im M Duchcov erhalten blieb: Inv. Nr. 129 — schwarze Terrine mit schräg aufgesetztem Rand, abgesetztem Hals und schärferem Umbruch an der Wölbung (H 16,7 cm ); Inv. Nr. 1384 — hohe, geglättete Vase mit schwar­ zer Oberfläche und ausgestülptem Rand und kurzem Hals, der sich m ittels einer plastischen Leiste vom bauchigen Körper absetzt. Oberhalb der Maximalwölbung ist noch eine Absetzung erkennbar. (H 31,4 cm ); Inv. Nr. 1664 — ein schwarzes, vasenartiges Gefäß mit geglätteter O berfläche, zylindrischem Hals, der sich m ittels einer plasti­ schen Leiste vom Körper absetzt. Eine zweite analoge Leiste verläuft oberhalb der Maximalwölbung (H 21,5c m ); Inv. Nr. 1671 — Scherben eines m ittels Rollrädchens verzierten Gefäßes; Inv. Nr. 1667—1670 — sechs Scherben unverzierter Gefäße, die bereits Im Jahre 1957 nicht überprüft werden konnten; ohne Inv. Nr. — kräftig profilierte Fibel mit zwei Bügelknöpfen und einem in einen kleinen Knopf endenden rahm enartigen Nadelhalter, Nadel abge­ brochen. L 5,5 cm. J. Glott, Sudeta XI 1935, 24, Abb. 1—4. Einzelfunde. Ohne Angabe näherer Umstände liegt im M in Duchcov eine Bronze-Augenfibel; sie hat einen dünnen Bügel mit einem kleinen gegliederten Knopf und einem durchbrochenen Nadelhalter. Sehne und Nadel sind abgebrochen, an den Seiten für die Löcher sind kleine runde Wülste und oberhalb der Öffnungen eingeritzte Einkerbungen. L 5,7 cm. — H. P reid el, 1930, II, 200. In die Schloßsammlung in Roudnice gelangten zwei Bronze­ fibeln, eine Rollenkappenfibel, eine Knopffibel (w ahrscheinlich kräftig p rofiliert). — f. L. Píč, 1905, 300.

HAVRAN (Bez. Most) — K arte Nr. 21. Einzelfunde. Im M in Most wurden zwei Bronzefibeln hinterlegt. Inv. Nr. 709 — eine Augenfibel, L 5,5 cm, Taf. XVI: 10; Inv. Nr. 779 — kräftig profilierte Fibel m it durchbrochenem N adelhalter und knopfartigem Fuß, L 6,5 cm, Taf. XVI: 11. H. P reid el, 1934, 107, Tab. XXIV: 9, Abb. 30.

HLlZOV (Gemeinde Nové Dvory, Bez. Kutná Hora) — Karte Nr. 183. Brandgräber. Im M in Kolín liegen drei Gefäße: Inv. Nr. 4462 — ein schwarzes, hohes Trichtergefäß mit scharfem Umbruch vom Plaňaner Typ; Ihre Oberfläche ist etwas mit Glimmer durchsetzt, ihre Form einiger­ maßen unregelmäßig. Unter dem angesetzten Rand hat sie einen kleinen Bandhenkel angeklebt. An der Maximal­ wölbung zieht sich ein Mäanderband hin; diese Verzierung ist in Form einer eingeritzten Linie vorgenommen, die von seichten, kleinen Grübchen begleitet wird (H 19,5 cm ); Inv. Nr. 4464 — Terrine mit schwarzer, ge­ glätteter O berfläche, schräg angesetztem Rand und einer Mäanderbandverzierung oberhalb der Maximalwölbung; von hier verlaufen in unregelmäßigen Abständen sen krechte Zierstreifen gegen den Gefäßboden. Das Ornament war m ittels Rollrädchens durchgeführt (H 17,5 cm ); Inv. Nr. 4463, Taf. III: 3. — Terrine vom ähnlichen Typ wie die vorhergehende, lediglich ihr Rand ist gerade (Taf. II: 1 ). Die Mäanderverzierung ist in Form einer einge­ ritzten Linie vorgenommen, die von seichten Grübchen wie bei Inv. Nr. 4462 begleitet wird (H 17,2 cm ). Laut Bericht von H. P reid el gehörte zum Becher Nr. 4462 noch eine bronzene eingliederige Armbrustfibel, ein eiserner Schildbuckel und eine lange Lanzenspitze. Im M in Kolin konnte außer den Gefäßen lediglich die Lanzenspitze identifiziert werden, deren langes Blatt umgebogen und etwas eingedreht ist. Inv. Nr. 10452. Taf. III: 4. — H P reidel, 1930, II, 205, I, 70, 240, 246. Im Jahre 1835 fand man beim Bau eines Kuhstalles ein Gräberfeld mit Urnen und verbrannten Knochen. Diese Funde lassen sich nicht überprüfen. — L. Snajdr, 1891, 36.

HOLUBICE (Bez. Prag-W est) — K arte Nr. 100. ' Siedlung. Im J. 1893 wurde auf der Parz. Nr. 93 südlich von der Gemeinde eine Siedlung festgestellt. Da man bei einer Oberflächensammlung eine Menge Tierknochen und Keramik fand, grub man 6 Gruben aus. Drei

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hatten kreisförmigen Grundriß vom D 1,5 m und einer T 130—150 cm und erw eiterten sich gegen den Boden zu, zwei weitere maßen im Oberteil im D 80 cm, hatten eine T von 1 m, und verengten sich gegen den Boden zu. Grube Nr. V bildete den Überrest eines runden Ofens mit ausgebrannten Wänden; die Ausfüllung bildeten win­ zige Steine und ins Rote ausgebrannte Tonstückchen. Aus diesen Gruben stammen außer Keramikbruchstücken folgende Gegenstände: Teil eines W etzsteins, 1 „bogenförmige“ Fibel, Splitter von Bronzeblechen, 3 beinerne Ahlen, das Bruchstück einer eisernen Messerklinge, zwei Tonwirtel und ausgebrannte Tonkügelchen; aus den aschenhaltigen Schichten stammen sodann ein steinerner Glättstab, eine 10 cm lange Nadel mit kugelförmigem Kopf und eine steinerne Brechmühle. Im NM in Prag liegt eine beschädigte Bronze-Augenfibel (Sehne und Nadel fehlen (von einer L 5,0 cm; sie wird als Schenkung J. F elcm a n s angeführt (w ahrscheinlich die oben beschriebene „bogenförmige“ F ibel). An vier Stellen fand man ferner Stückchen von Schlacke und Holzkohle, die in kreis­ runden Gruben mit rot ausgebrannten Wänden lagen. R. P lein er vermutet, es habe sich um Reste eiserner Re­ duktionsöfen gehandelt. — f. F elcm an , Pam. arch. XVI 1893—5, 135 ff.; R. P lein er, 1958, 138. Brandgrab. In der Lage „Nad průhonem“ wurde auf der Parz. Nr. 98 im Herbst 1879 ein Brandgrab in einem Bronzegefäß ausgeackert. Das Gefäß lag dicht unter dem Ackerboden und beinhaltete neben verbrannten Knochen eine Reihe von Funden. Das Gefäß war ein Eim er mit halbkugelförmigem Unterteil und einem Band aus Ritzverzierungen am abgerundeten Rand. An zwei gegenüberliegenden Stellen ist das Ornament am Rande unterbrochen; hier lassen sich Lötspuren von Silber feststellen, die wahrscheinlich von der Anfügung der Hen­ kel herstammen (H. ]. E ggers, 1951, Typ 33) Taf. XVII: 9. Ferner wurde eine Schüssel aus dünnem Blech mit ebenem, waagrechtem Rand gefunden, die den Eimer mit dem Rand nach unten zudecken sollte [H. J. E ggers, 1951, Typ 67), weiter zwei Bruchstücke der Stützen eines situlaförm igen Eimers mit delphinartigen Handgriffen (H. J. E ggers, 1951, Typ 18) sowie Bruchstücke einer Bronzeschüssel auf einem Füßchen mit festen Handgriffen, [erhalten blieb das Füßchen, die zwei Handgriffe und der Randteil mit einer plastischen Ritzverzierung (H. J. Eggers, 1951, Typ 9 6 )], Bruchstücke eines Silberbechers mit zwei Henkeln [erhalten sind die zwei Henkel, ein Randstück und ein Füßchen (H. f. E g g ers, 1951, Typ 1 7 0 ))), ein Silberstück einör Verzierung mit einem Ring, das Bruchstück eines Bronzeblechs mit einer Verzierung in Form gekreuzter Striche, das Bruchstück des Handgriffs einer Bronzekasserolle mit Schwanenkopfbügel und drei durchbrochene massive Füßchen eines Bronzegefäßes. Gut erhalten war der Beschlag (Ober- und Unterteil) zweier Trinkhörner, zwei Hängeglieder, zwei Augenfibeln aus Bronze (L cca 5 cm) und eine Rollenkappenfibel (L cca 5,6 cm ). Ferner wurde angeblich das Stück eines massiven, großen Kreises aus Stein oder gebrannter Tonerde gefunden. — St. B erg er, MCCW, X, H II. n. Folge 1884, Abb. 1—18; J. L. Píč, 1905, 302, Taf. LIII; /. L. Píč, 1907, 407, Taf. LIII. — NM Prag.

HORNl JIŘETÍN (Bez. Most) — Karte Nr. 19. Einzelfund. Bronze-Augenfibel mit vollem N adelhalter und kleinem Bügelknopf mit verw ischter Verzierung an der Spirale repariert (die ursprüngliche Nadel war abgebrochen, durch die Spirale ist ein Bronzestäbchen durchgezogen, woran die neue Nadel eingesteckt wurde), Abb. 14:1. M Libochovice, jetzt Lovosice.

HOROUŠANY (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 161. Siedlung. Aus einer Grube stammen Bruchstücke schwarzer, geglätteter Gefäße (ein Scherben feine Rollrädchenverzierung), die im NM in Prag unter Inv. Nr. 66336—9 aufbewahrt werden.

trägt eine

HOŘANY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 169. Siedlung. Unterhalb der Gemeinde stieß man auf der Ebene in der Richtung gegen Třebestovice bei der Regulierung der Zuflüsse des Flusses Výrovka auf eine ausgedehnte Siedlung. In dem daraus gewonnenen Ke­ ramikkomplex finden wir (nicht abgesetzte) Böden oder Teile von Körpern ziemlich grober Gefäße, die manchmal eine senkrechte, seichte Ritzverzierung oder aufgerauhte Oberfläche haben. Einige Bruchstücke haben eine schwarze, geglättete Oberfläche ohne Verzierung. — J. H eliích , Pam. arch. XXXV 1914, 141. — M Poděbrady, Inv. Nr. P 759—791, P 820.

HOŘOVICE (Bez. Hořovice) — Karte Nr. 112. Einzelfund. Im NM in Prag wurde angeblich eine einfache Bronzeschüssel hinterlegt (w ahrscheinlich H. J. Eggers, 1951, Typ 69). — E. Š im ek, 1923, 63.

HRADEC KRÁLOVÉ (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 217. Einzelfund. Aus der Elbe wurde ein situlaförm iger Eimer mit Henkelstützen in Form herzförmiger, geglie­ derter Blätter herausgefischt (H 18,4 cm ). — E. Š im ek, 1923, 64; E. Š im ek, 1953, 373, Abb. 148: 1; /. Schrán il, 1928, Taf. 54: 5. — NM Prag, Inv. Nr. 18882.

HRADENÍN (Bez. Kolín) — Karte Nr. 173. Siedlung. Im M in Kolín liegt Keramik vom Siedlungscharakter (u. a. Mäanderverzierung m ittels Rollrädchen, Scherben mit Kerb- und unregelm äßiger Ritzverzierung; ein Bruchstück mit eingeknicktem Henkel, Randteile ziemlich breiter Schüsseln und Terrinen mit abgesetztem Hals). — M Kolín. Brandgrab. Schwarze, geglättete Terrine mit zylindrischem Hals, abgesetztem Rand und einer Verengung gegen den Boden zu (H 15 cm) und Überreste der Brandbestattung. — M Kolín, Inv. Nr. 3615.

HRADIŠTÉ bei Stradonice — siehe STRADONICE. HRADIŠTĚ oberhalb Závist (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 116. Siedlung. Ein großes keltisches Oppidum von einer Fläche von 170 ha, das bisher nicht system atisch unter­ sucht wurde. Einige Zufallsfunde von Keramik, darunter auch das Bruchstück vom kantigen Rand eines an der 2*

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Schulterpartie mit einem einfachen Rollrädchen verzierten Gefäßes bezeugen, daß der Ort an der Wende unserer Zeitrechnung besiedelt war. — Fr. P rošek, Pam. arch. XLIII 1947—8, 43 ff., hauptsächlich 55, Abb. 9: 2. — Sammlung PI.

HRADIŠŤKO (Gemeinde Ž eretice, Bez. Jičín ) — Karte Nr. 202. Siedlung. Diese Lokalität wird bei der Aufzählung jener Siedlungen aus der älteren römischen Kaiserzeit erwähnt, wo Keramik mit Mäaderverzierung auftritt, wie bei den Siedlungen in Tuklaty, Plaňany u. ä. — /. L. Píč, Pam. arch. XVII 1896—7, 491.

HRADIŠŤKO (Bez. Kolín) — Karte Nr. 64. Siedlung. Auf dem Hof eines nicht näher bestimmten Gehöfts fand man ln einer Aschengrube Füßchen eines Trichtergefäßes mit scharfem Umbruch vom Plaňaner Typ. — J. L. Píč, 1905, 308. — Auf dem Hof des Gutes von H. Douša wird eine Siedlung erwähnt. — Fr. D vořák, 1936, 95, 131.

HRDLY (Bez. Litom ěřice) — K arte Nr. 68. Brandgräber. In der Sammlung des ehem aligen Klosters Strahov wurden zwei Gefäße aufbewahrt, die wahr­ scheinlich aus Brandgräbern stammten. Eine Terrine mit verstärktem Rand und kurzem, etwas abgesetztem Hals wurde auf einer Anhöhe zwischen den Gemeinden Hrdly und Olešek i. J. 1848 gefunden (H 17,2 cm, Inv. Nr. 23, Taf. XI: 4 ). Das zweite Gefäß hatte vasenartige Gestalt, einen verstärkten, ausgewölbten Rand und einen zylin­ drischen Hals, der sich scharf von der Wölbung absetzte. Gefunden bei Hrdly 1. J. 1848 (H 26,1 cm, Inv. Nr. 24, Taf. XI: 1. — V. Spurný, ZPP XIII 1953, 219—24, 250— 55; Taf. III: 5, 4. Im J. 1871 entdeckte man zwei Urnen; in der einen lagen: eine eiserne Schere und ein gekrümmtes Messer, ein Ring, ein W irtel?, eine Bronzefibel, eine Schnalle, eine Nadel aus Bronze, ein Kettchen und ein Harz­ stück, in der zweiten ein Eisenmesser und eine Schere. Diese zwei Urnen waren zerbrochen, die eine ist angeblich im NM (unkontrollierbar). — /. K. H raše, Pam. arch. IX 1872, 239; J. L. Píč, 1905, 3, 301, J. L. Píč, 1907, 407. Im April 1916 wurde vom M in Libochovice (jetzt Lovosice) eine Urne mit der betreffenden Brandbestattung angekauft, die bei der Anlegung des Eisenbahneinschnittes an der Strecke Doksany-Hrdly, nahe der H altestelle Hrdly, aufgefunden wurde. Sie stand in einer sandhaltigen Schicht in einer T von 150 cm. Ihre Füllung bildeten verbrannte Knochen (angeblich Schädelknochen im O berteil), dazwischen lagen ganz oben folgende Gegenstände: eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform ; sie hatte einen kleinen Bügelknopf, die Sehne war von kleinen Flügeln verdeckt. Mitten durch den Oberteil des Bügels zieht sich eine plastische, unterbrochene Leiste. Der Nadelhalter ist durchbrochen (L 6,5 cm ). Ferner eine Bronzefibel vom gleichen Typ, nur mit einer etwas sch är­ feren Profilierung des Bügels (L 7,2 cm ). Drei Teile eines Gürtelbeschlags aus Bronze, der aus jew eils zwei miteinander durch ein besonderes, zweigliedriges Verbindungsstück verflochtenen Plättchen besteht; die Plättchen tragen Öffnungen für die Nieten, von denen einige bisher daran hängen. Ein Verbindungsglied ist repariert (L 13 cm ). Zwei Buckelverzierungen aus Bronze, die eine mit einem abgebrochenen Oberteil, die andere mit einem quer durchbohrten Bronzestäbchen (H 16 mm). Abb. 5: 1—3, 8—8, 10 Unterteil eines Trinkhom beschlags aus Bronze, am Rande ist ein Bronzestäbchen durchgezogen (L 7,3 cm ). Ein rechteckiges Bronzeplättchen ist in den Ecken mit vier Nieten versehen, die zwei Bronzebänder unten festhalten (2 ,7 X 2,3 cm ). Ein kleines Hän­ geglied (L 2,5 cm ). Außerdem befanden sich angeblich in der Urne noch fünf Stück zerbrochener Kieselsteinchen. Die Urne war schwarz, ziemlich unregelmäßig, hatte einen geraden, kurzen, zylindrischen Hals, abgerundeten Rand und war stark gewölbt. Ihre Verzierung bestand aus kombinierten Ritzbändern und dazwischen einer Zick­ zack oder geradlinigen Strichelung, die mit einem einfachen Rollrädchen vorgenommen wor (H 22,3 cm ). Abb. 5: 4, 5, 9, 11. — Tagebuch K řen ek s im M in Libochovice, S. 32. B. S v oboda, 1948, Taf. II: 7—9, nur ein Teil eines Grab­ komplexes. — M. Libochovice Nr. 163, jetzt M. Lovosice.

HŘEDLE (Bez. Rakovník) — Karte Nr. 106. Brandgrab? Auf dem Grundstück des H. Ledvinka fand man eine Bronzefibel, das Bruchstück eines Bronze­ ringes und ein handgefertigtes, 12 cm hohes, ungegliedertes Gefäß. Die Bronzefibel vom Spätlatönetypus hat einen stäbchenförm igen Bügel, eine kurze Spirale mit einer unteren Sehne und einen kleinen, scheibenförmigen Wulst. Der ursprünglich durchbrochene N adelhalter ist abgebrochen, ein Teil der Nadel fehlt (erhaltene L 5 cm ). — J. F elcm an , Pam. arch. XXII—1908—9, 550; Abb. 5, 6— NM Inv. Nr. 51653.

CHARVATCE (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 150. Siedlung. An der Nordseite eines am Teich gelegenen Hofes wurde eine Siedlung festgestellt, aus der Bruch­ stücke gröberer Gefäße stammen; sie tragen dichte Kammstrichverzierung in weitausholenden Bogen oder senk­ rechte übereinanderlaufende Furchenverzierung. Zum Fund gehört auch ein doppelkonischer Wirtel aus Ton und vielleicht auch eine Glasperle. — M Mladá Boleslav, Inv. Nr. 790— 96.

CHOLENICE (Bez. Jičín ) — K arte Nr. 197. Einzelfund. Eine Rollenkappenfibel mit durchbrochenem Nadelhalter in Form von fünf unregelmäßigen Öffnun­ gen. — M Mladá Boleslav, Inv. Nr. 585.

CHUDONICE siehe NOVÝ BYDŽOV CHÝNĚ (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 119. Siedlung. Aus den durch die Sandgewinnung in der dortigen Sandgrube beschädigten Objekten gewann man Bruchstücke gröberer Gefäße mit eingezogenem geradem oder verstärktem Rand und Schüsseln mit abgesetztem, durch eine seichte Rille getrenntem Rand, den Teil einer Tasse mit einem massiven Henkel und den Boden eines kleinen vasenartigen Gefäßes mit schwarzer glänzender Oberfläche und eingedrücktem Boden, ein Stück aus­ gebrannten Lehmbewurfs mit Abdrücken größerer Ruten, Abb. 2: 32—38, M Kladno, Inv. Nr. А 112—115.

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JABKENICE (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 151. Einzelfund. Beim Teich „Zahumenský rybník“ hinter der Säge fand man den Großteil eines vasenartigen Gefäßes mit ausgestülptem, verstärktem und kantigem Rand, mit graubrauner Oberfläche und feiner Rauhung von der Wölbung gegen den Boden zu. — M Mladá Boleslav Inv. Nr. Ac 3.

[ANOVICE (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 204. Siedlung. Auf den Feldern rund um den Herrenhof stieß man auf eine größere Siedlung, auf der A. S tocký 6 Objekte untersuchte. Eine regelm äßige, eingetiefte Hütte von regelmäßigem vierkantigem Grundriß (Abmessun­ gen 520X 340 cm) stand in einer Tiefe von 100 cm unter dem Ackerboden, ihre Feuerstelle reichte in eine Tiefe von 160 cm. Auf dem ebenen Boden waren an einigen Stellen Überreste festgestampften Fußbodens erkennbar. Außer Keramik, Lehmbewurf mit Abdrücken von Ruten und starken Balken (von D 10—18 cm) gewann man sehr viele Tierknochen. Die übrigen rundlichen Gruben sind nicht näher beschrieben. Im Inhalt der fünften Grube fanden sich neben Keramik aus der römischen Kaiserzeit auch Bruchstücke, die an Waren aus der Stradonitzer und Bylaner Kultur erinnern. In der dritten Grube wurden Bruchstücke eines Gefäßes mit einer Ornamentver­ zierung gefunden, die aus einer eingeritzten Linie mit Punkten daneben bestand. Die mit einem Rollrädchen vorgenommene Verzierung war spärlich. Die gröberen Formen trugen Einstiche und Eindrücke als Verzierung. Eine komplette Terrine mit zylindrischem Hals hatte unterhalb des Randes einen kleinen Henkel angeklebt. Ferner fand man größere Teile topfartiger gröberer Gefäße und Amphoren. — A. S to cký , Obzor praeh. IV 1913, 6 ff., 17 ff., Abb. 3—5, 9—11.

JENIŠOVICE (Gemeinde Býkev, Bez. M ělník) — Karte Nr. 87. Einzelfund. Kräftig profilierte Fibel der Frühform mit massivem Bügel, abgebrochener Nadel, Nadelhalter und einem Teil der Spirale, L 6,5 cm. M Mělník, Inv. Nr. 2506.

JENISÜV ÚJEZD (Bez. Teplice) — Karte Nr. 10. Siedlung. Im Raum eines großen keltischen Skelettgräberfeldes auf der Parz. Nr. 661/62 und 650 untersuchte man auch die Überreste einer Siedlung aus der jüngsten Phase der Latěnezeit und aus dem Beginn der römischen Kaiserzeit. Sechs Gruben (hiervon am ehesten drei eingetiefte Hütten) boten äußerst reichhaltiges keramisches Material, einige Stücke Eisenschlacke und Lehmbewurf. Hier finden sich noch auf der Töpferscheibe gedrehte Formen aus der jüngeren Latěnezeit, aber auch Bruchstücke handgefertigter gröberer Formen mit eingezogenen oder ausgestülpten Rändern, glattem Oberteil und aufgerauhtem oder eingeritztem Unterteil, ebenso wie terrinen­ artige Formen mit schräg angesetztem Rand (hauptsächlich Grube IV, V, V I), Taf. XXXIV: 1—4. Die kleine ovale Grube Nr. II bot besonders markante Keramik: außer gröberer Ware einige Scherben schw arzgeglätteter hand­ gefertigter Gefäße ohne Verzierung oder mit einem Mäanderornament, das unterhalb des kantigen ausgewölbten Randes m ittels Rollrädchen ausgeführt war. Der Teil einer kleinen schwarzen Tasse mit abgeschlagenem Henkel trug eine mit einfachem Rollrädchen vorgenommene Zickzackverzierung, Taf. XXXV: 6—11. In den späteren Jahren untersuchte man nach und nach noch 14 Objekte auf der Parz. Nr. 645. Lediglich einige Objekte lassen sich nach der Keramik in die Übergangsphase zwischen Latěnezeit und römischer Kaiserzeit datieren. So beinhaltete z. B. das Objekt VIII von den Abmessungen 2 X 3 m und einer T 60 cm Bruchstücke gröberer Keramik mit geradem, schwach abgesetztem oder ausgestülptem Rand und glattem oder aufgerauhtem Körper. Die in kleinen und auch größeren Bogenlinien ausgeführte Kammstrichverzierung tritt auch auf den Formen mit eingezogenem Rand auf, Taf. XXXIV: 5—7. Ferner fand man in diesem Objekt angeblich das Bruchstück des Bronzebeschlags eines Trink­ horns. Die Grube X enthielt außer dem Bodenteil eines auf der Töpferscheibe gedrehten Gefäßes das Teilstück eines kleinen Gefäßes mit ausgewölbtem Rand, das an der Schulterpartie einen Ornamentstreifen aus lingeritzten Dreiecken und Grübchen dazwischen trug, ferner Bruchstücke ungegliederter und gegliederter Terrinnen mit einem durch eine Ritzlinie oder Rille abgesetzten Rand und das Teilstück eines großen Vorratsgefäßes mit ausgestülptem, verstärktem Rand, Taf. XXXV: 1—5. Aus der Grube XIV,stam m t eine ebenfalls markante keramische Garnitur: der Teil eines halbkugelförmigen, ins Rote ausgebrannten Gefäßes mit kantigem Rande und einem ein­ geritzten Zierband an der Schulterpartie. — R. W einzierl, Das La Těnegrabfeld von Langugest bei Bilin in. Böhmen, 1899, 30—32, 59—67, Tab. V III—X. /. F ilip, 1956, 349—350, Abb. 86 (hier ergänzter Plan). — M Teplice, Dep. Nr. 36—45, 27, 366—8 (Grube IV), Dep. Nr. 46—47, Inv. Nr. 9170—75 (Grube V), Dep. Nr. 57—63 (Grube VI), Dep. Nr. 64, 72, Inv. Nr. 9181—4 (Grube V III), Dep. Nr. 77 (Grube X), Dep. Nr. 91 (Grube XIV aus dem J. 1906). Im Jahre 1899 stieß man beim Bau der Schule auf der anderen Seite des Baches auf nicht näher beschriebene Siedlungsobjekte, aus denen eine hohe ungegliederte Vase mit fast geradem, kurzem Rand und geglätteter schw ar­ zer Oberfläche stammt. Sie trägt an der breiten Wölbung eine Mäanderverzierung, die mit einem einfachen gestri­ chelten Rollrädchen in zwei Reihen mit vorgezeichneten Ritzlinien vorgenommen war. Die Verzierung findet in senkrechten Streifen gegen den Boden ihre Fortsetzung und die Oberfläche ist an den Stellen des Ornaments schwärzer und glänzender (H 28,7 cm ), Taf. XXXIV: 9. Die übrigen Bruchstücke gehören zu ähnlichen, kleineren unverzierten Formen oder gröberen Vorratsgefäßen miteingezogenem oder ausgestülptem Rand und eingeritzter oder aufgerauhter Oberfläche oder zu kleineren Formen mit massiven Bandhenkeln, Taf. XXXIV: 8. Ferner fand man Stücke ausgebrannten Lehmbewurfs und Tierknochen (Rinder, Schweine, Hirsche). — TBT 1899; 24; J. L. Fič, 1905, 308. — M Teplice, Dep. Nr. 282—85.

JENŠTEJN (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 142. Siedlung. W estlich vom Dorf, unter einer felsigen, bewaldeten Anhöhe, ungefähr 30—40 m vom Bach entfernt, werden auf einem gegen Osten abfallenden Feld schon Jahre hindurch Scherben, Tierknochen und Eisenschlacke ausgeackert. Einige keramische Bruchstücke tragen ein mit feinem Rollrädchen gezogenes einfaches Ornament, andere haben eine Rauhung oder Kammstrichverzierung an der Oberfläche. Aus dem J. 1934 wird aus derselben Lage der Fund eines Eisenhüttenofens, eines Bronzekessels, im Trockenzustand verbundener Steine und Keramik gemeldet. Im Jahre 1952 stellte ich inmitten des Feldes eine von Steinen umsäumte mächtige Quelle fest. — Archiv des AI, G. Z. 31/34, 289/52, R. P letner, 1958, 138. — NM Inv. Nr. 50267—72 und eigene Sammlungen.

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JESTŘÁBÍ LHOTA (Bez. Kolín) — Karte Nr. 187. Siedlung. Keramikbruchstücke mit Kerb- und senkrechter Kammstrichverzierung, der Teil der Wölbung eines größeren lichtbraunen Gefäßes mit geglätteter Oberfläche und eingeritztem Ornament mit Punkten, der Teil einer Schüssel mit eingezogenem Rand und einer Verzierung In Form von vier gleichm äßigen W ellenlinien an der Schul­ terpartie; diese Verzierung ist m ittels einfachen Rollrädchens ausgeführt; Abb. 1:5. M Kolln. In der Lage „Na farářce“ wurde ein nicht näher beschriebenes Brandgrab gefunden. — Fr. D vořák, 1936, 93, 133.

JEZBINY (Gemeinde Jarom ěř, Bez. Náchod) — Karte Nr. 212. Einzelfund. Trichtergefäß mit scharfem Umbruch vom Plaňaner Typ, schwarzer, glänzender Oberfläche und ungewöhnlich großem, schräg angesetztem Rand und einer Verzierung aus zwei sich gegenseitig überkreuzenden W ellenlinien und einer flachen Warze an der Maximalwölbung. Das Ornament besteht aus einer eingeritzten Linie mit Punkten zu beiden Seiten (H 13,6 cm ). — M Jaroměř, Inv. Nr. 591.

KADAŇ (Bez. Chomutov) — Karte Nr. 25. Einzelfund. Bronze-Augenfibel mit Ritzverzierung am Bügel und Sehnennaken (L 5,2 cm ); Bronzeschnalle mit S-förmig abgeschlossenem Rahmenbogen und sechs eingeritzten Ringen (L 3 cm ); Bruchstücke massiver Ge­ fäße mit einer Verzierung aus Eindrücken, Warzen oder einer plastischen Leiste. — M Kadaň, Inv. Nr. 786, 785, 777—84.

KAMENNÉ ŽEHROVICE (Bez. Kladno) — Karte Nr. 108. Siedlung. Aus der Umgebung der Zeche Nejedlý (früher W anniek) stammen Keramikbruchstücke aus einer w ahrscheinlich heute vom Teich „Turyňský rybník“ überfluteten Siedlung. Es sind dies: Bruchstücke ungegliederter Terrinen mit abgerundeten oder kantigen Rändern (eine Terrine trägt an der Schulterpartie eine Verzierung in Form von drei seichten Grübchen, eine andere senkrechte Furchen von der Wölbung gegen den Boden (oder klei­ nerer halbkugelförmiger Gefäße von derselben Randprofilierung, Bruchstücke von Schüsseln mit geradem oder eingestülptem und verstärktem Rand, ferner Unterteile gröberer Gefäße mit senkrechter Rillenverzierung an der Oberfläche sowie der Boden eines vasenartigen Gefäßes mit einem Wulst an der Peripherie; Abb. 2:20—31. M Kladno, Inv. Nr. 341.

KBELY (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 129. Siedlung. Außer Bruchstücken gröberer Keramik mit Eindrück- und Furchenverzierung fand man den Teil einer gegliederten Schüssel mit abgerundetem Rand und Bruchstücke schwarzer, an der Oberfläche geglätteter Gefäße mit einem m ittels feinen Rollrädchens vorgenommenen Ornament. — NM Inv. Nr. 2313—326, 8534—6.

KLADNO-VRAPICE (Bez. Kladno) — Karte Nr.

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Siedlung. An beiden Seiten des Baches „Dřetovický potok“ stieß man auf den Parz. Nr. 668 und 673 beim Bau der Abwasserkläranlage der Stadt Kladno auf eine Siedlung, die nach der aus den bloßgelegten Objekten gewon­ nenen Keramik von der älteren bis in die jüngere römische Kaiserzeit andauerte. W eitere Objekte entdeckte man bei der Aushebung von Gräben für die W asserleitungsrohre sowie bei Grabungen für die Kanalisation auf den Parz. Nr. 744/2 und 749/1. — Die Ausgrabung des AI i. J. 1960 und 1962 leitete A. Knor. Archiv des AI, G. Z. 2213/62, 2214/62, 5257/62.

KNĚŽEVES (Bez. Rakovník) — Karte Nr. 105. Brandgräber. Bei der Ackerung in einem näher nicht beschriebenen Hopfengarten oder bei der Anlegung der Eisenbahnstrecke i. J. 1903 wurden folgende Gegenstände gewonnen und im NM hinterlegt: Inv. Nr. 64945 — kreisförmige Bronzeschnalle mit einer Verzierung in Form von zwei kegelförmigen Vorsprüngen, Abmessungen 3,9 X 3,8 cm; Inv. Nr. 64946 — Randstücke einer Bronzekelle mit feiner w aagrechter Ritzverzierung unter dem Rand, L 7,8 cm; Inv. Nr. 64947 — Teil des Handgriffs einer Bronzekelle oder eines Siebs mit einem kleinen Trichter am Ende, L 7,5 cm (w ahrscheinlich H. J. E g g ers 1951, Typ 162); Inv. Nr. 64948 — sehr beschädigte eiserne Lanzen­ spitze, L 16 cm; Inv. Nr. 64949 — gerades Eisenmesser mit abgesetzter Schneide, L 11,3 cm; Inv. Nr. 64950 — be­ schädigtes Stecheisen, L 13,8 cm; Inv. Nr. 64951 — Eisenschere mit einer abgebrochenen Klinge und starken Ver­ breiterung in der Biegung, L 15 cm; Inv. Nr. 14824 — Unterteil eines vasenartigen Gefäßes mit dunkelgrauer glatter Oberfläche, H 14,5 cm; J. F elcm an , Pam. arch. XXIII 1908—9, 551—2, Abb. 10—12 (ursprünglich gab es drei Stecheisen und zwei G efäße), J. L. PIČ, 1905, 301. — Als Funde, die aus Privatsammlungen ins NM über­ führt wurden, zeigt J. L. Píč, in Abbildungen (1905, 301, Taf. LVI: 1—5, 1907, 408, Taf. LVI: 1—5) folgende Gegen­ stände: Bronze-Augenfibel, Teil einer kräftig profilierten Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen, einen halbkugel­ förmigen gegliederten Beschlag, den Teil des Gehänges, zweiteilige Bronzeschnalle mit einem w ulstartig geglie­ derten und am Ende oval erw eiterten Rahmen (diese Funde lassen sich nicht überprüfen, laut Beschreibung wurden angeblich noch Teile von Bronzegefäßen, Pinzetten und mehrere Fibeln gefunden).

KNĚŽMOST (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 144. Einzelfund. Im J. 1934 wurde dem NM eine kräftig profilierte Bronzefibel übergeben. — NM Zuw. Nr. 11/34.

KLOBUKY (Bez. Kladno) — Karte Nr. 83. Siedlung. Dicht vor der Zuckerraffinerie stieß man am Ende des vergangenen Jahrhunderts auf Überreste zweier Siedlungsgruben aus der älteren römischen Kaiserzeit. Grube I von der Form eines stumpfen Kegels stellt den Rest eines Eisenhüttenofens dar, die elliptische Grube II diente am ehesten zur Vorbereitung von Brenn­ m aterial, Eisenerz oder als Schmiedefeuer für Raubgut. — J. F elcm a n , Pam. arch. XVIII 1898—9, 30—32; R. Plel-

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пег 1958, 150—152. — Im NM werden weiter folgende Funde aufbewahrt, die Schenkungen von V. S ajblc darstellen, der auch auf die oberwähnten Gruben aufmerksam gemacht hatte: Inv. Nr. 64960 — halbkugelförmiges, unge­ gliedertes Gefäß mit schwarzer Oberfläche, kantigem Rand und einem Körper, der als Verzierung drei Ornament­ streifen in Form einer Ritzlinie nach Art von Rechtecken mit Diagonalen darin in angeordneten Punkten trägt, H 18,2 cm, Taf. II: B. Inv. Nr. 7546—52 — Keramikbruchstücke teilweise aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit (kantiger Rand einer Terrine, topf artige Form mit senkrechter Kammstrichverzierung u. a.).

KLUCOV (Bez. Kolín) — Karte Nr. 167. Siedlung. Auf den Parz. Nr. 280/33 und 280/34 erfaßte man In der Sandgrube „na O krajkäch“ eine Siedlung, die sich durch den Teil eines Trichtergefäßes mit scharfem Umbruch (mit Rollrädchenverzlerung) und durch Scherben von unregelmäßig geritzter Oberfläche datieren lassen. — J. K udrnáč, AR V 1953, 322—27. — M Český Brod.

KOLEŠOVICE (Bez. Rakovník) — Karte Nr. 104. Siedlung. In der Lage „Vokrouhllce“ wurde vor einigen Jahren eine größere Menge Scherben und Eisen­ schlacke ausgeackert. Außer Bruchstücken mit Eindrück- und Furchenverzierung begegnen wir in geringerem Ausmaß auch dem mit feinem Rollrädchen ausgeführten Ornament. — M Rakovník. — Die Keramik mit Siedlungs­ charakter liegt im NM, Inv. Nr. 5460—67: Teil einer vasenartigen gegliederten Form, Scherben mit einer mittels Rollrädchens vorgenommenen Verzierung und andere Scherben mit Kamm-, Furchenverzierung oder einem massi­ ven zylindrischen Henkel unter dem Rande.

KOLlN (Bez. Kolín) — Karte Nr. 185. Siedlung. In der ehemaligen Sandgrube Huliks, hinter dem Betrieb zur Hefeerzeugung, entdeckte man auf einer kleinen Anhöhe inmitten von Wiesen Überreste rech teckiger Hütten, die Scherben von Gefäßen mit feinem Pünktchenornament und Scherben gröberer Töpfe enthielten. — Fr. D vořák, 1936, 92. — M Kolín. Aus dieser Lage stammen Bruchstücke gröberer und auch feinerer Schüsseln oder höherer Gefäße mit ausgestülptem Rand ohne Verzierung oder einem von der Wölbung bis zum Boden mit Einkerbungen bedeckten Körper; Bruchstücke von Terrinen mit einer Rauhung oder Kammstrichverzierung an der Oberfläche sowie von Vorratsgefäßen mit aus­ gestülptem, umgebogenem Rand; Teile schw arzgeglätteter gegliederter Terrinen mit abgesetztem Hals und einer Mäanderverzierung an der Wölbung und in Streifen gegen den Boden zu oder den Teil einer anderen gegliederten Schüssel, die von der ziemlich scharf absetzenden Wölbung gegen den Boden hin kleine, mit einem mehrzähnigen Kamm gezogene Halbbogen als Verzierung trägt. Die Funde sind nicht nach den Objekten unterschieden. Weitere Siedlungen aus der Römerzeit werden aus der Lage „V hrobech“ und hinter dem Bezirkskranken­ haus gemeldet. — Fr. D vořák, 1936, 135.

KOPISTY (Bez. Most) — Karte Nr. 17. Siedlung. Im J. 1925 erm ittelte man in der knapp am Weg von der Mühle „Prašný mlýn“ nach Kopisty lie­ genden Sandgrube (Löppen-Sandgrube) einige stark beschädigte Siedlungsobjekfre. Eine Grube war 4,5 m lang und 1,25 m tief. In der Grubenfüllung fanden sich sehr viele Keramikbruchstücke, Tierknochen (Pferd, Ziege, Rehbock, Schwein, Hamster, Zibethratte, Biber und Fuchs], Überreste von verkohlten Holz (hauptsächlich Eiche, seltener Fichte oder Föhre), Schlacke und ausgebrannter Lehmbewurf. Ferner fand man Feuersteinabschläge, ein W ebergewicht, ein Stück eines sog. Lignitringes, das Bruchstück eines Glasarmbandes und eine Knochennadel mit eingefaßtem Kopf, L 9 cm. Beim publizierten Keramikkomplex ist leider der Fundzusammenhang nicht verbürgt. Es handelt sich um folgende Gegenstände: Teil einer Schüssel mit schräg abgesetztem Rand und einem Ornament, das mit einfachem Rollrädchen mit einer vorgezeichneten Linie ausgeführt ist; Bruchstück eines vasenartigen Gefäßes mit einem durch eine Leiste abgesetzten Hals und einer Verzierung aus eingeritzten Dreiecken und Grüb­ chen dazwischen, Taf. XXXVI: 3; Bruchstück eines Krugs mit Ritzverzierung, Bruchstücke fass- oder terrinenarti­ ger Gefäße mit w aagrechter oder senkrechter Furchenverzierung, gerader oder bogenförmiger Kammverzierung oder mit Eindrücken; breitere Schüssel mit geraden Wänden, Taf. XXXVI: 7, kleine Vase mit schwach abgesetztem Hals (H 7 cm ), Taf. XXXVI: 2, zwei ziemlich breite Schüsseln mit abgerundetem Rand und zylindrischem, abge­ setztem Hals (H 7 u. 13 cm ); Tasse mit massivem abgeschlagenem Henkel (H cca 6 cm ), Taf. XXXVI: 4. F. Mussin, Sudeta II 1926, 110, Abb. 1—4; H. P reid el, 1934, 128—9, Abb. 27—29, Taf. XXIV: 17. — M Most Inv. Nr. 737—69, 1125—6, 1128, 1130—6, 1127, 1134a. Mit der Bezeichnung Grube I liegt aus derselben Lage im M Most ein Keramik­ komplex, Inv. Nr. 1349—1359, der hauptsächlich durch Bruchstücke nichtgegliederter und gegliederter Terrinen in größerer oder kleiner Ausführung, größtenteils ohne Verzierung oder mit einer Rauhung oder Furchenverzierung an der Oberfläche von der Wölbung gegen den Boden vertreten ist; ferner Bruchstücke von Schüsseln oder Vor­ ratsgefäßen mit eingezogenen Rändern oder von anderen starken Vorratsgefäßen mit verstärkten und ausgewölbten Rändern, Abb. 6: 1—31. Inv. Nr. 1144—5 ist ein Komplex desselben Charakters ohne Angabe der Nr. des Objekts: Inv. Nr. 1362, Grube III, ist ein Teil eines Vorratsgefäßes mit verstärktem , abgerundetem Rand und aufgerauhter Oberfläche, ein Teil eines großen V orratsgefäßes mit ausgewölbtem, verstärktem Rand, Randbruchstücke ungeglie­ derter Terrinen oder fassartiger Formen, Abb. 6: 32—36. ’

KOSTOMLATY NAD LABEM (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 154. Brandgräber. Im J. 1852 fand man in einer Tongrube südöstlich vom Bahnhof auf einer kleinen Anhöhe drei Urnengräber. Im J. 1872 entdeckte man in derselben Lage ein Urnengrab in einem großen Trichtergefäß mit scharfem Umbruch und einer kleinen Öse unterhalb des Randes, H 24,5 cm; ihre Verzierung besteht aus zwei fla­ chen, mit einem Rollrädchen ausgeführten W ellenlinien — NM Inv. Nr. 63897, Taf. VIII: 7. Im Gefäß lag neben verbrannten Knochen eine schmale Eisenlanzenspitze, L 17,6 cm — Inv. Nr. 63907, Taf. VIII: 12, ein gerades Eisen­ messer, L 14,4 cm — Inv. Nr. 63905, Taf. VIII: 8, ein geschw eiftes Eisenmesser, L 11,2 cm — Inv. Nr. 63906, Taf. VIII: 15, zwei kreisförm ige Eisengürtelglieder mit zwei Plättchen, D 4,1 cm — Inv. Nr. 63903 — 4. Taf. VIII: 13, eine

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Eisenahle, L 7,5 cm — Inv. Nr. 63902, Taf. VIII: 9, das Randstück eines dünnwandigen Bronzegefäßes, Inv. Nr. 63908, der Teil des Bügels und der kurzen Spirale mit der unteren Sehne einer einteiligen Eisenfibel, L 2,7 cm — Inv. Nr. 63898, Taf. VIII: 10, eine eiserne Einfassung von den Abmessungen 2 ,8 X I ,9 X I ,5 cm — Inv. Nr. 63899, Taf. VIII: 11, ein Eisenbruchstück, mutmaßlich von einem Gürtelhaken, L 3,6 cm — Inv. Nr. 63900, Taf. VIII: 14, der Teil eines Elsenplättchens mit einem schrägen Haken am Ende, Abmessungen 4 ,7 X 3,2 cm — Inv. Nr. 63901 (die Silber­ münze des Kaisers Nerva gehört nicht zu diesem Fund) — L. Snajdr, Pam. arch. X, 1874—77, 647 ff.; ders., Ver­ handlungen der Berl. Anthr. Ges. 1883, 119—126; d ers., CSPSC XII 1904, 4—5, J. L. Piö, 1905, 301 Taf. LII: 11—14, /. L. Piö, 1907, 408, Taf. 11—14.

Abb. 6. K opisty. Siedlung. 1—31 — Grube I ; 32—36 — Grube 111. M. Most. 173

KRALUPY bei Chomutov (Bez. Chomutov) — Karte Nr. 24. Siedlung. Bei der Anlegung von Häusern und Gärten Kat. Nr. 187—9 gewann man Siedlungskeramik aus der älteren römischen Kaiserzeit (z. B. ein Bruchstück mit schwach abgesetztem Hals und ausgestülptem kantigem Rand). — H. P reidel, 1935, 83—4, Tab. XIV: 6, 16 — M Chomutov.

KRALUPY NAD VLTAVOU (Bez. M ělník) — Karte Nr. 99. Siedlung. Bei der Mündung des Baches „Zákolanský potok“ fand man bei seiner Regulierung Scherben von Gefäßen mit Mäanderverzierung und Bruchstücke von T richtergefäßen mit scharfem Umbruch. — J. L. Piö, 1905, 308. /. L. Piö, 1907, 416. — Aus der Lage „v Lukách“ liegen im NM: Inv. Nr. 66143 — Knochennadel mit profi­ liertem Kopf, L 16,2 cm, Inv. Nr. 66142 — geschw eifter Unterteil eines schwarzen geglätteten Gefäßes, H 6,6 cm, Inv. Nr. 66141 — zylindrischer Henkel eines graubraunen Gefäßes.

KROPÄCOVA VRUTICE (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 137. Skelettgrab. In der Nähe der Zuckerraffinerie fand man am südöstlichen Rand der Anhöhe „Žákovec“, 120 Schritt vom Bach „Klokoč“, bei der Anlegung von Rübenmieten ein Skelettgrab, das mit dem Haupt gegen Wes­ ten, mit den Füßen und dem Antlitz gegen Osten orientiert war. Beim Skelett lag eine bronzene Kasserolle mit Schwanenkopfbügel, H. J. E g g ers 1951, Typ 131 (Inv. Nr. 52093), ferner 7 Bronzefibeln (zwei hiervon bei der Ausgrabung wurden entw endet), von denen sich im NM lediglich 4 identifizieren lassen. Es ist dies eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform mit vollem N adelhalter und abgebrochener Nadel, L 6,4 cm, Inv. Nr. 52957, ferner zwei bronzene Augenfibeln, L 4,9 cm, Inv. Nr. 52958, und L 4,7 cm, Inv. Nr. 52959 (die zweite beschädigt), der Teil einer bronzenen Augenfibel, L 48 mm, Inv. Nr. 52960, eine hochentw ickelte achtförm ige Bronzeschnalle mit einem rechteckigen Plättchen mit fünf Nieten und einer Querleiste zwischen den Rahmenarmen, L 15,8 cm, Inv. Nr. 52961, ein gerades Eisenmesser mit abgebrochenem Stiel, L 16,5 cm, Inv. Nr. 52692. — O. Č ervinka, Pam.

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arch. XII 1882—4, 457; — /. L. Píč, 1905, 305, Taf. LVI: 13—16; /. L. PU5, 1907, 413, Taf. LVI: 13—16; J. Břeň, AR V 1953, 520—1.

KŘESÍN (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 53. Siedlung. Auf der Terrasse oberhalb des Flusses Eger stellte man eine Siedlung fest, die seit der jüngsten Periode der Latěnezeit andauerte. Unter den keramischen Bruchstücken findet man neben Formen, die noch auf der Töpferscheibe erzeugt wurden, auch Teile gröberer Formen mit aufgerauhter Oberfläche oder einer Verzierung in Form ineinanderlaufender Furchen oder senkrechter geglätteter oder gerillter Streifen. — A. Knor, Pam. arch. XLV — 1954, 294. Brandgrab. Aus einem Fund aus dem Jahre 1906 erhielt sich eine profilierte Bronzeriemenzunge, L 3,4 cm, ein zerbrochener Bronzegürtelhaken mit geschweiftem , rechteckigem Rahmen und einem Haken in Gestalt eines Vogelköpfchens, B 4 cm. — M Libochovice (jetzt M Lovosice). Taf. IV: 11—14, IB.

KŠELY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 165. Einzelfund. Randteil einer schwarzen Terrine mit schräg angesetztem kantigem Rand mit einem Mäanderband als Verzierung, das aus zwei eingeritzten Linien mit Pünktchen dazwischen besteht. — H. P retdel, 1930, II, 264. — M Kolin, Inv. Nr. 10515.

KUTNÄ HORA-SEDLEC (Bez. Kutná Hora) — Karte Nr. 182. Skelettgrab. Im J. 1887 fand man auf dem Hof der Zuckerraffinerie in der Nähe von Sedlec ein Skelettgrab. Das Skelett lag mit den Händen längs dem Körper, mit dem Haupt gegen Osten. Auf der rechten Seite lag eine Bronze-Augenfibel und bei der linken Schulter eine zweite [heute hat sich nur eine erhalten, L 5,7 cm. Taf. IX: 12). In der Taille fand man drei parallel nebeneinander liegende kreisförm ige Bronzeglieder, die am ehesten drei Gurtriemen miteinander verbanden. Sie tragen Abnützungsspuren an den Stellen der Befestigungsplättchen, die eine Ritzverzierung aufweisen (L eines Glieds 5,8 cm. Taf. IX: 11, 13). Ferner wurden noch zwei mit Nieten besetzte ~ Beschläge zur Befestigung und ein drittes spindelförmiges Glied mit einem Kloben gefunden, worin ein dünner Blechstreifen sitzt (Taf. IX: 15—17). — ]. L. Píč, 1905, 305; J. L. Píč, 1907, 412, E. L em in ger, Pam. arch. XXIII, 1908—9, 78, Abb. 6. — M Kutná Hora.

LABSKÁ CHRČÍCE (Bez. Pardubice) — Karte Nr. 211. Siedlung. In einer kleinen Sandgrube auf der Düne westlich der Gemeinde wurde im Jahre 1961 vom AI Prag eine Rettungsgrabung vorgenommen, durch die ein Teil einer W erkstättengrube mit einem Eisenhüttenofen vom Schachttyp vom D 30 cm bloßgelegt wurde. Die Grube hatte unregelmäßig ovalen Grundriß (erhaltene L 190 cm) und lief stufenartig in der Richtung gegen Osten in die Bodenoberfläche aus. In der Zuschüttung fand man außer einigen Schlackestücken und ausgebranntem Lehmbewurf wenige markante Keramikbruchstücke (verstärkter ein­ gestülpter Schüsselrand). — Archiv des AI G. Z. 7677/62, Bericht R. P lein ers. AI Zuw. Nr. 4/61.

LAHOŠT (Bez. Teplice) siehe LEDVICE. LEDVICE (Bez. Tep lice) — Karte Nr. 8. Brandgräber. Im abgelaufenen Jahrhundert wurden in der ehem aligen Haberschen Ziegelei zahlreiche Brand­ gräber vernichtet, aus denen sich heute im M in Duchcov nur folgender Gegenstand überprüfen läßt: ein vasen­ artiges Gefäß mit ausgestülptem Rand, kurzem durch eine plastische Leiste von der Wölbung abgesetztem Hals; an der Schulterpartie findet sich eine Verzierung in Form einer Reihe senkrechter feingeritzter Dreiecke, H 20,5 cm, Inv. Nr. 1405. — H. P reld el 1930, II, 217, I, 108, 138, Abb. 138. — Laut /. Glott, Sudeta XI 1935, 24 ist der hier angeführte Fundort Lahošt (früher auch Loosch) unrichtig.

LÉKAŘOVA LHOTA (Gemeinde Sedlec, Bez. Č. Budějovice) — Karte Nr. 227. Brandgräber. Im J. 1942 fand man bei einer Rettungsgrabung in einer Kiesgrube nördlich der Gemeinde (Kat. Nr. 948 und 949) auf der Anhöhe namens „Matky Boži“ oder „Na kopci“ ein Urnengrab in einem hohen Trichter­ gefäß mit scharfem Umbruch vom Plaftaner Typ; ihre Verzierung bildete an der Wölbung ein Streifen überein­ anderlaufender Diagonalen, die einerseits m ittels Ritzlinie, andererseits m ittels Rollrädchen ausgeführt waren (H 22 cm ). Das Gefäß stand in einer 30 cm tiefen und 80 cm breiten Grube und beinhaltete: eine verbogene Eisenlanzenspitze, L 30,7 cm, einen W etzstein mit einem Loch zum Aufhängen, L 13,5 cm, ein eisernes Rasier­ messer (? ) mit angenietetem Bronzegriff, L 9 cm, ein Elsenmesser, L 15,8 cm, zwei kreisförmige Eisengürtelglieder, D 3,2 cm, einige Eisenfragm ente und drei Stück eines Ringes aus Bronzedraht, Abb. 7: 1—13. Unweit davon erm it­ telte man drei in den Felsen eingetiefte kleine Gruben,die Holzkohlenstückchen, Asche und in einem Fall auch Stücke verbrannter Knochen enthielten (Abmessungen: 5 0 X 7 0 cm, T 15 cm, D 90 cm, T 50 cm, und 120X90, T nicht angegeben). — I. B orkov sk ý , N achrichtenblatt f. d. Vorzeit 18—1942, 257 ff. Im J. 1952 stieß man bei der Erweiterung der Kiesgrube auf zwei weitere Urnengräber, die voneinander und von dem i. J. 1942 entdeckten Grab ungefähr 20 m entfernt waren. Aus den Scherben einer Urne aus dem ersten Grab läßt sich eine ungegliederte, schwarz geglättete Terrine mit einer Verzierung aus Streifen einer doppelten liegenden Zickzacklinie und aus Rautenstreifen identifizieren. Die Verzierung ist m ittels Rollrädchens ausgeführt, das Gefäß trägt noch am Rande einen kleinen senkrechten Henkel. Es enthielt eine umgebogene Eisenlanzenspitze L 21 cm, eine eiserne Speerspitze, L 4,5 cm, ein Feuereisen, L 13,5 cm, einen Schieferw etzstein und zwei quadratische Eisenschnallen. Aus dem zweiten Grab erhielt sich der aufgerauhte Unterteil eines Gefäßes, H 16 cm, wozu vielleicht die weiter angeführten Funde gehören: eine verbogene Speerspitze, ein abgeschlagener Wetzstein mit einer Öffnung, zwei Bronzeringe, der Teil einer Spirale mit der unteren Sehne und die Nadel einer Eisenfibel, L 6,5 cm. — B. Dubský, AR VIII 1956, 251—2, Abb. 108. — M České Budějovice.

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I

Abb. 7. L ék a řo v a L hota. U rnengrab aus dem J. 1942. 1—10, 12—13 — 2 /3 ; 11 — 1/0.

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Im J. 1960 beschädigte man wiederum zwei Urnengräber, die in einer Tiefe von 30—70 cm unter der Ober­ fläche im Ostteil der Kiesgrube in einer Entfernung von ungefähr 5—7 m voneinander und ungefähr 20 m vom Ort der Gräber aus dem J. 1952 in östlicher Richtung lagen. Die Bestattung Nr. 1 lag ein einem hohen Trichter­ gefäß mit scharfem Umbruch, schwarzer Oberfläche und verw ischter Verzierung im Oberteil des Gefäßes (aus den unmerklich erhaltenen Spuren kann man eine Ritzverzierung mit Pünktchen voraussetzen), H 26 cm. Die Be­ stattung Nr. 2 lag in einer ungegliederten Terrine mit kantigem Rand und schw arzgeglätteter Oberfläche. Ober­ halb der Maximalwölbung ziehen sich zwei waagrechte Zierstreifen hin, die m ittels Rollrädchens vorgenommen wur­ den (H 18,3 cm, der eine Streifen zeigt Rechtecke mit Diagonolen, der zweite das einer stellen Zickzacklinie). Die in diesen beiden Gräbern gefundenen Gegenstände wurden miteinander vermischt und so läßt sich

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Abb. 8. L ék a řo v a Lhota. U rnengräber aus dem Ja h re 1960. M. Vodňany. 1—8 — 1/2; 9—10 — 1/8. 1 , 2 , 5 — B ron ze; 6 —8 - - Eisen. heute nicht entscheiden, welchem Komplex der betreffende Gegenstand angehörte und ob das gesamte Inventar erhalten blieb. Es sind dies: eine beschädigte Bronzefibel des Spätlatönetypus mit winzigen Flügeln oberhalb der Spirale, L 4,3 cm, der Teil eines durchbrochenen Gürtelhakens aus Bronze, L 8,5 cm, ein verbogenes dünnes Bronzeblech, vielleicht der Beschlag eines Gurts, Abmessungen 5X 2,5 cm, ein beschädigtes gerades Eisenmesser, L 9,5 cm und drei verrostete Eisenbruchstücke, L 3,3 cm, 3,8 cm, 3,8 cm, Überreste eines W etzsteins und am Boden der Urne aus Grab Nr. 2 lag das Bruchstück eines Bronzeniets mit ausgewölbtem Kopf. W ahrscheinlich gehörte zu diesen Funden auch eine kleine, ziemlich grobe Tasse mit abgebrochenem Henkel, mäßig ausgestülptem Rand und mit Brandspuren an einer Seite, H 5,2 cm. — Abb. 8. M Vodňany. — Archiv des AI, G. Z. 2064/62. Siedlung. An den Rändern des dortigen Steinbruchs und der daran vorbeiführenden Landstraße wurde eine frührömische Siedlung aus der Spätphase der Latěnezeit und der älteren Kaiserzeit festgestellt. Außer Keramik­ bruchstücken und Tierknochen wird hier auch Eisenschlacke au sg eack ert..— B. Dubský, 1949, 494, Archiv des AI, G. Z. 2964/62, I. B orko v sk ý , N achrichtenblatt f. d. Vorzeit 18, 1942, 261.

LENEŠICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 44. Brandgräber. Ins M Louny gelangten einige Funde aus einem beschädigten Gräberfeld in der Schottergrube hinter dem Hof Nr. 159 (Parz. Nr. 130—134), im Viertel „Bubeneč“. Es handelt sich um ein vasenartiges Gefäß mit geglätteter Oberfläche und zwei plastischen Leisten am H aisund zwei Rillen oberhalb des Bodens (H 14,7 cm, Inv. Nr. 2163), worin bisher Überreste verbrannter Knochen liegen. In diesem Gefäß lag angeblich eine Rollen­ kappenfibel mit durchbrochenem Nadelhalter und ein Blechstück mit einer Öffnung, das vielleicht von einem Bronzegefäß herstammt. Die w eiteren Funde stammen aus der Latěnezeit und der jüngeren römischen Periode. — J. Böhm , OP IX 1930—1935, 185 ff., Archiv des AI G. Z. 64326, 68131, 61436. — M Louny.

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LHOTA ü KEST&AN (Gemeinde Kestrany, Bez. Písek) — Karte Nr. 226. Siedlung. Im J. 1942 stellte B. D ubský östlich vom Dorf auf der Parz. Nr. 350—3, 348—9 eine ausgedehnte Siedlung fest. Im J. 1940 entdeckte derselbe Autor ungefähr 800 m von dieser Stelle auf einer mäßigen Anhöhe gegen den heutigen Teich „Řežabinec“ eine mit der Längsachse von West nach Ost orientierte Hütte von den Ab­ messungen 3 ,4 X 2,5 m und einer T 15—20 cm, in der Mitte 40 cm. In der Ausfüllung fand man Bruchstücke spätlatěnezeitlicher Keramik und solcher mit Mäanderverzierung in Form von Rechtecken mit Diagonalen oder ein­ facher punktierter Linien. — B. D ubský, 1949, 492—3.

LHOTKA NAD LABEM (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 59. Siedlung. Im J. 1930 wurde in der dortigen Ziegelbrennerei eine Grube bloßgelegt, aus der drei Gefäße erhal­ ten blieben: eine Terrine mit schw arzgeglätteter O berfläche und fast geradem Rand ohne Verzierung, H 15,3 cm; ein analoges G«fäß, H 12 cm; der Teil einer ungegliederten Schüssel mit etwas ausgestülptem Rand. Aus demselben Fundort stammt noch eine hohe Terrine mit geradem Rand und Kerbverzierungen von der Wölbung nach unten zu, H 19 cm. — M Ostí nad Labern, Inv. Nr. 140 L, 139 L. — M Litoměřice 1234 (Gefäß mit Kerbverzlerung).

LIBČEVES (Bez. Louny) — Karte Nr. 50. Brandgräber. Im Museum in Třebeníce liegen einige zerschmolzene Bronzestückchen und drei komplette Augenfibeln (Inv. Nr. b 18, L 6 cm, Inv. Nr. a 15, L 6,3 cm, Inv. Nr. c 17, L 6,3 cm ), Taf. XVI: 1—3, zwei Unter­ teile eines Bügels samt Haken mit vollem Nadelhalter von Augenfibeln (Inv. Nr. d 18, m 22). — Im M in Libo­ chovice (heute im M Lovosice) befindet sich vom J. 1909 ein vasenartiges Gefäß mit graubrauner Oberfläche und ausgewölbtem Rand und schwach abgesetztem Hals und einem verhältnism äßig schmalen Füßchen. Es wurde angeblich nödlich vom Dorf ln aschenhaltiger Erde gefunden, H 14,5 cm. — Inv. Nr. 41, Taf. XVI: 5. — /. Filip, 1958, Taf. CXXXII: 12. — Im NM befinden sich zwei lange Eisenmesser, eines davon mit etwas abgebogenem Hand­ griff, L 20,9 cm, 25,9 cm (Inv. Nr. 64274—5).

LIBĚŠICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 37. Brandgrab. Beim Weg von Trnovany nach Liběšice entdeckte man im J. 1945 ein Brandgrab, das aus einem höheren vasenartigen Gefäß mit abgerundetem Rand und einem durch eine plastische Leiste abgesetzten zylindrischen Hals, einer kleinen Augenfibel L 5 cm, dem Teil einer Befestigungsplatte und dem Dorn einer langen Bronzeschnalle L 7,6 cm bestand; ferner fanden sich hier drei Bruchstücke eines gebogenen einschneidi­ gen Eisenschwertes mit einer Klinge und einem massiven, nietenbesetzten Handgriff (L der drei Bruchstücke 20 cm, 11,3 cm, 15,3 cm ), ein Eisenm esser mit abgesetzter Klinge, L 14,8 cm, Teile eines gebogenen Messers, L 10 cm, zwei Teile der Klinge einer Eisenschere, L 24 cm, 22 cm, ein Eisenbeschlag aus röhrenförm ig zusammen­ gebogenem Blech, L 11,2 cm und 11,5 cm, eine Eisenlanzenspitze mit langem Blatt, L 23,9 cm, fünf eiserne Speer­ spitzen, deren Blätter mit Widerhaken versehen sind, L 12 cm, 7,3 cm, 7,7 cm, 7 cm, 11 cm (einige hatten abgebrochene Tüllen), ein Eisennagel mit flachem Kopf, ein Elsenbeschlag aus flachem Eisendraht und zwei nicht näher bestimmbare Bronzegußstücke. — M Zatec, Inv. Nr. 2534, Taf. XIII.

LIBĚŠICE (Gemeinde Želenice, Bez. Most) — Karte Nr. 13. Skelettgrab. Aus einem Grab, das angeblich bei der Adaptierung der Schießstätte gefunden wurde, gelangten vermeintlich ins NM Prag zwei kräftig profilierte Bronzefibeln von Frühtyp. — H. P reid el 1930 II, 221; I 69.

LIBĚŠOVICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 34. Skelettgrab. In der Lage „V jam ách“ (Kat.Nr. 349)fand man ein sehr schlecht erhaltenes Skelett in einer Grabgrube von den Abmessungen 280X 110 cm und einer T von 60 cm. Es lag am Rücken, hinter seinem Kopf lag der obere und untere Beschlag eines Trinkhorns (die Entfernung beider Endstücke der Beschläge beträgt annähernd 50 cm.) Außerdem wurden Bronzeglieder eines Gehänges gefunden. Zwischen den Unterschenkeln in der Nähe der Knie lag eine kräftig profilierte Fibel der Frühform mit stufenförmig durchbrochenem Nadel­ halter. Die längere linke Seite der Grabgrube war erw eitert und darin lag ein zweites Skelett ohne Beigaben. Holzüberreste lassen die Vermutung zu, daß der Verstorbene in einem Sarg gebettet oder wenigstens mit einem Brett zugedeckt wurde, worauf eine Steinschicht lag. — L. Franz, Sudeta XI—1935 95, T. VI. — M Zatec, Inv. Nr. 1773/1. Brandgrab. Während des zweiten W eltkriegs fand man beim Dorf am linken Ufer des Baches „Zlatý potok“ ein Brandgrab. In einer Vertiefung von 50 cm lag ein geschw eiftes zweischneidiges Schw ert, eine beschädigte Eisenschnale und drei Bronzefibeln (eine Augenfibel, zwei kräftig profilierte Fibeln mit zwei Bügelknöpfe und durchbrochenem Nadelhalter, der am Fußende in einen Knopf ausmündete), ein sichelförm iges Eisenmesser und eine Lanzenspitze mit schlankem , durch eine Mittelrippe verstärktem Blatt. — F ödlsch , Sudeta I. N. F. 1939—40, 113, Archiv des AI G. Z. 1970/46, 5341/52. Einzelfund. Im NM liegt das Füßchen eines schw arzgeglätteten T richtergefäßes mit scharfem Umbruch. /. L. Píč, 1905, 308. — NM Inv. Nr. 30803.

LÍBEZNÍCE (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 132. Skelettgrab. In NM befinden sich folgende Gegenstände aus einem Skeletettgrab: eine branzene eingliederige Armbrustfibel mit einem streifenartigen Bügel, einem dreiteiligen kleinen Knopf und einem langen durchbroche­ nen Nadelhalter sowie abgebrochener Spirale und Nadel, L 6,4 cm — Inv. Nr. 51650, Taf. XIV: 15; eine beschä­ digte, kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform mit kleinem Bügel, und vollem Nadelhalter, L 5,4 cm — Inv Nr. 51651, Taf. XIV: 1 4 ; ein ringförmiger eiserner Gürtelhaken, der an der Unterseite glatt ist, an der Oberseite einen kleinen Wulst trägt, größter D 4,8 cm—5 cm, Inv. Nr. 51652, Taf. XIV: 18. — J. Břeň, AR V 1953, 526.

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LIBICE (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 190. Siedlung. Im J. 1954 wurde bei einer Rettungsgrabung in einer kleinen Sandgrube östlich vom Dorf, links von der Landstraße Libice—Opolany, am rechten Ufer des Flusses Cidlina, ein ofenförmiges Objekt erforscht. Die wannenartige, mit grauer Zuschiittung ausgefüllte Grube hatte einen rotausgebrannten Boden von einer Dicke von 15—16 cm und Wände von einer Dicke von 4—5 cm am Boden. Über dieser Schicht lagen große Stücke ausge­ brannten Lehmbewurfs mit Abdrücken von Rundholz von einem D 15 cm, das den eingestürzten Oberteil des Objektes darstellt (Abm.: ovaler Grundriß 237X 156 cm, Boden 223X 121 cm, T unter dem Erdboden 150 cm). In der Umgebung wurden keine Pfostenspuren festgestellt. Die Datierung des Objekts ermöglichen Bruchstücke von Terrinen mit geradem oder schräg abgesetztem niedrigem Rand und einer Ritzverzierung in Form eines Streifens aus Rechtecken mit Diagonalen sowie der Teil eines Gefäßes mit ringartigem Füßchen. Ferner fand man Knochenreste von Tieren (Pferd, Auerochs, Schaf oder Ziege und Schwein, zwei Stück hiervon im Alter bis zu einem Jah r). — R. P lein er, AR IX 1957, 168 ff, Abb. 66—68. — Aus dem Ende des abgelaufenen Jahrhunderts stammt ein B ericht über Gruben beim Bahnhof. — f. H eliích , Pam. arch. XVII 1896—7, 691.

LIMUZY (Bez. Kolín) — K arte Nr. 163. Siedlung. Auf einem Feld südlich der Landstraße Úvaly— Roztoklaty, auf einer gegen Norden gekehrten Anhöhe, wurde im J. 1927 durch etwa 5 m voneinander entfernte Entwässerungskanäle eine Siedlung bloßgelegt. Man verzeichnete hier ungefähr 8 tiefgehende Gruben, aus denen man Keramikscherben, Bruchstücke ausgebrann­ ten Lehmbewurfs und Tierknochen gewann. In einer Grube fand man vier komplette, mit dem Boden nach oben umgekehrte Trichtergefäße. Das erste trug an der Wölbung einen Streifen senkrechter, breiter, vertikal verteilter Dreiecke; sie sind eingeritzt und von Einstichen umgeben (H 11,9 cm ); unter dem Rand steht ein rudimentärer Henkel. Das zweite Trichtergefäß hatte denselben kleinen Henkel und eine Ritzverzierung in Form von Recht­ ecken mit Diagonalen, H 13 cm. Das dritte, größte Trichtergefäß war am stärksten beschädigt und trug unter dem kantigen Rand ein Zierband aus einer eingestocheneil scharfen Zickzacklinie zwischen Stichreihen, H 14,7 cm. Das vierte Trichtergefäß hatte ein sehr verw ischtes Ornament, das höchstw ahrscheinlich aus einem Streifen schräger Linien mit umstehenden Einstichen bestand. Die genannte Siedlung lieg t ungefähr 500 m von der durch f. L. Píč auf dem Kataster der Gemeinde Tuklaty ausgegrabenen Siedlung aus derselben Zeit entfernt. Sie findei w ahrscheinlich Ihre Fortsetzung auch nördlich der Eisenbahnstrecke auf den Feldern rings um die Haltestelle, wo man Bruchstücke von ähnlicher Keramik und zwei Nadeln aus Bronze fand. — f. Böhm , Zprávy česk. st. arch. ústavu II— III 1929— 30, 93—4, Archiv des AI G. Z. 3727, 6929. — M Český Brod, Inv. Nr. 784—6: Bruchstück einer kleinen Schüssel mit abgerundetem Rand, abgeseiztem Hals und einer Mäanderverzierung an der Wölbung; die Ausführung geschah offenbar mit einem feinen Rollrädchen; Inv. Nr. 802 stammt w ahrscheinlich aus der­ selben Lage; Schule in Tuklaty (viertes T richterg efäß ).

LIPANY (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 114. Siedlung: Im NM liegen Keramikscherben aus einer Grube, die teilweise für die älteste Phase der römischen Kaiserzeit sprechen. Es ist dies hauptsächlich der Teil einer Terrine mit etwas schräg abgesetztem kantigem Rand und einem von der Wölbung bis zum Boden mit Lehmschlickbewurf verzierten Körper. Inv. Nr. 67224, Teil eines Gefäßes mit ovalem, verstärktem Rand und abgesetztem Hals. — Inv. Nr. 67223. Die übrigen Bruchstücke tragen älteren Charakter: Inv. Nr. 67225—6.

LIPENCE (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 115. Brandgräber. Knapp unter dem Abhang der Anhöhe „Horka“ entdeckte man im J. 1935 auf dem Garten von VI. K rajíček in einer T von cca 50 cm zwei Brandgräber in Urnen. Die eine Urne ist ein halbkugelartiges Gefäß mit schräg abgesetztem, kantigem Rand und schw arzgeglätteter O berfläche, H 16 cm, das andere Gefäß hat graubraune O berfläche, der gerade Rand setzt sich vom bauchigen Körper durch eine markante plastische Leiste ab. Von der Wölbung gegen den Boden zu verläuft eine Verzierung, die mit einem siebenzähnigen Kamm in Bo­ gen und senkrechte Linien gezogen ist, H 18 cm. Das Inventar beider Gräber wird nicht voneinander unterschie­ den. Es handelt sich um folgende Gegenstände: eine Bronzefibel vom Spätlatönetypus mit Stützplatte oberhalb der Spirale mit einer Obersehne und durchbrochenem Nadelhalter, L 5,8 cm; eine Bronzefibel desselben Typs mit einem beschädigten Nadelhalter, L 6 cm; eine beträchtlich verrostete Eisenfibel vom Spätlatönetypus mit kurzer Spirale, Obersehne und abgebrochenem Bügelteil und Nadel, L. 3,8 cm; einen beschädigten Teil einer ana­ logen Fibel mit der Untersehne und durchbrochenem Nadelhalter, L 4,3 cm; zwei Bruchstücke von Eisenfibeln desselben Typs mit einer Obersehne, L 4,2 und 3,4 cm; das Bruchstück eines durchbrochenen Bronzegürtelha­ kens, L 2,1 cm; einen groben verrosteten Eisenring vom D 4,3 cm; einen Eisenbeschlag aus abgebogenem dünnem Blech, das sich an beiden Enden zu einem Röhrchen zusammenbiegt und in der Mitte einen Niet trägt, L 5,1 cm und Br. 2,4—2,5 cm; ein dünnes rechteckiges Bronzeplättchen, das an einigen Stellen durchlöchert ist, L 5,8 cm; eine Eisennadel mit einem Öhr, L 10,1 cm; einen verrosteten Eisenmeißel mit knopfartigem Ende, L 9,2 cm; ein sichelförm iges Eisenmesser mit abgebrochenem Handgriff, L 9,6 cm. Ferner erhielten sich noch Bruchstücke von ungefähr zwei w eiteren Eisenfibeln vom Spätlatönetypus, Abb. 9. — O. B arvířová, Z památek okolí Jílového, II. Abdruck aus den „Vltavské proudy“ 1935, 1936, S. 27. — M Jílové.

LISOVICE (Gemeinde Zlonice, Bez. Kladno) — Karte Nr. 84. Siedlung. In der Lage „K Vyšinku“ Siedlung aus der späten Latěnezeit, die mischen Kaiserzeit andauerte (Scherben schräg abgesetztem Rand und manchmal 292; Abb. 8.

stieß man im Unterteil des Abhangs bei der Tiefenfurche auf eine nach den keram ischen Funden auch bis in die älteste Phase der rö­ schüssel- oder terrinenartiger, ungegliederter Gefäße mit geradem oder schwach aufgerauhter U nterseite). — A. K nor, Pam. arch. XLV 1954,

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Abb. 9. L tpen ce. B ran dgräber. M. Jílov é. 1—10, 12, 13 — 2 /3 ; 11, 14 — 1 /3 ; 15, 16 — 1 /6 ; 1. 2, 10, 12 — B ron ze; 3—9, 11, 13—14 — Eisen.

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Brandgräber. Im J. 1896 stellte man außer dem reichen Grab jüngeren Charakters auf der P. Nr. 245 unter aufgehäuften Plänerkalksteinen ein direkt im Erdboden ohne Urne gebettetes Brandgrab Nr. 1 fest. Zwischen den Knochen fand man einen profilierten Bronzebeschleg vom Unterteil eines Trinkhorns, L 4,7 cm, zwei Rand­ stücke eines Bronzegefäßes, ein Bronzegußstück und einige Scherben verschiedener Gefäße (ein Scherben trägt eine m ittels Rollrädchens vorgenommene Mäanderverzierung). Von den weiteren Gräbern läßt sich Grab Nr. 3 ln einem vasenartigen Gefäß in die römische Kaiserzeit einreihen; die Verzierung bilden hier fein gestrichelte Streifen und in ihrer Begleitung eine punktierte Linie, II 10,6 cm. Das Gefäß enthielt außer Asche und Knochen eine beträchtlich abgebrochene Scheibenfibel, einen Bronzering aus geradem Blech vom D 3,5 cm, einen doppel­ konischen Tonwirtel, einen Bronzeniet, das Stück eines Beinkammes, eine stark verbrannte Knochennadel mit aus­ gem eißeltem Kopf und ein Stück Urnenharz. Brandbestattung Nr. 4 lag in einer schüsselförmigen Urne, die von kleineren Plänerkalksteinen umgeben war und bei der Entnahme aus dem Boden zerfiel. In der Umgebung waren angebrannte Tierknochen verstreut. Brandbestattung Nr. 6, die ursprünglich in einer dickwandigen Urne lag, war durch die Ackerung stark beschädigt worden. Hieraus stammen: zwei gebogene Lanzenspitzen, ein Eisenring mit einem angenieteten Blech, zwei Stücke von Eisenbeschlägen, der abgebrochene Rahmen einer Eisenschnalle, ein Stecheisen, eine Eisenpinzette, ein eiserner Anhänger aus einem abgerundeten Stäbchen, drei Eisenstäbchen, ein Eisenbeschlag und ein stark beschädigter Eisenschlüssel. Grab Nr. 9 beinhaltete in einer zerfallenen Urne außer einer kleinen Bronzeriemenzunge aus zusammenegrolltem Blech Bronzebruchstücke und das Randstück eines Bronzegefäßes. Brandbestattung Nr. 10 in einer zerfallenen Urne war ohne weitere Funde. Grab Nr. 11 bestand aus einer kleinen, von einer Schüssel zugedeckten bauchigen Urne, neben der ein w eiteres mit Erde gefülltes Gefäß stand. In der Urne fand man ein Stück eines massiven, 7 cm langen Bronzedrahtes. — J. Felcm an, Pam. arch. XVII 1896—7, 191 ff., 539 ff., Taf. LXXIII. — NM Inv. Nr. 52745—779.

LITOMĚŘICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 70. Einzelfund: Im M Litoměřice liegt der überwiegende Teil eines großen vasenförmigen Gefäßes mit schwarz­ geglätteter Oberfläche und einem Zierstreifen oberhalb der Maximalwölbung; er besteht aus eingeritzten Drei­ ecken, die abwechselnd glatt und mit Pünktchen ausgefüllt sind. Der kantige Rand ist ausgestülpt und an der Wölbung steht im Ornamentstreifen ein kleiner, angeklebter Wulst.

LOCHENICE (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 213. Siedlung. Im J. 1898 stieß man auf dem Hof des H. Pešek auf Gruben mit schwarzer Erdfüllung, worin in den oberen Schichten Keramikscherben aus der römischen Kaiserzeit lagen. — L. D om ečka, Pam. arch. XIX 1S00—1, 393. Im M in Hradec Králové befinden sich Keramikscb erben von Siedlungscharakter vielleicht aus der obenge­ nannten Stelle: Scherben einer lichtbraunen, an der O berfläche geglätteten Schüssel mit verstärktem und ab­ gerundetem Rand, Stücke faßartiger Formen mit eingezogenem Rand, mit einer w aagrechten Furche an der Wölbung und gefurchtem Körper, das Bruchstück eines Kruges mit einem Bandhenkel, der Teil einer Terrine mit ausgestülptem Rand und einem sich durch zwei Furchen von der Wölbung absetzenden Hals; Inv. Nr. 5220—34.

LOMAZICE (Gemeinde Poláky, Bez. Chomutov) — Karte Nr. 26. Einzelfund. Im M in Kadaň befindet sich der Handgriff einer Bronzekasserolle mit schaufelförm ig erwei­ tertem Ende, einer dreieckigen durchbrochenen Öffnung in nachträglicher Ausführung und einer punktierten Spiralverzierung; beim gerade abgeschlossenen Ende steht ein Eierstab w ahrscheinlich H. J. E g g ers, 1951, Typ 159 (L 9,3 cm, Br. 3,2— 5,5 cm) — Inv. Nr. 207.

LOUNY (Bez. Louny) — Karte Nr. 46. Brandgrab. Beim Bau eines Hauses unweit der Kirche fand man in einer großen Urne von glänzender Oberfläche eine beträchtlich verrostete und beschädigte Elsenfibel, die man am ehesten als Augenfibel anspre­ chen könnte, L 7,7 cm. — Pam. arch. XIII — 1885—6, 236. Pam. arch. XV — 1890—92, 660, /. L. Píč, 1905, 302; — /. L. Píč, 1907, 408. — NM Inv. Nr. 51664. Mit der Bezeichnung „Gebiet um Louny“ findet sich im M Louny eine Reihe von Funden aus der älteren römischen Kaiserzelt, von denen ich Trichtergefäße mit einer Ritzverzierung in Form von Rechtecken mit Dia­ gonalen an der Wölbung registrieren möchte, H 10,9 cm. (Inv. Nr. 376) und eine Bronze-Augenfibel, L. 5,6 cm (Inv. Nr. 2374).

LOVOSICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 58. Brandgräber. Im M In Litoměřice liegt eine ungegliederte Terrine mit fast geradem abgesetztem Rand und rudimentärer Öse, H 11 cm (Inv. Nr. 139L), der Randscherben eines Gefäßes vom gleichen Typ mit schwarzge­ glätteter Oberfläche und einer m ittels Rollrädchens in zwei Reihen gezogenen Verzierung in Form von Recht­ ecken mit Diagonalen an der Schulterpartie, Inv. Nr. 141 L, der Teil einer großen schwarzgeglätteten Terrine mit einer aus Mäander- und liegender Zickzacklinie kom binierten Verzierung. (Inv. Nr. 134L.) — Archiv des Al G. Z. 1865—7/45, 1875/45, 1876/45, 1878/45. Im ]. 1930 fand man beim Friedhof eine Brandbestattung in einer Urne, wovon nur ein Teil der Wölbung und des Bodens mit stufenförm iger Mä^nderverzie^uni? 'rhalten blieb; von diesem Ornament ziehen sich senk­ rechte Streifen gegen den Boden; ihre Ausführung geschah offenbar m ittels Rollrädchens in zwei Reihen. Ober­ halb der Wölbung blieb ein Stück des Henkels erhalten und bezeugt die amphorenartige Gestalt des Gefäßes. 11 18,5 cm. — M Litoměřice, /ust-Sammlung 143 L. Ein älterer Bericht spricht von einem Gefäßfund mit verbrannten Knochen, einer Speerspitze, den Bruch­ stücken eines Schildbuckels und einer Schere. — /. L. Píč, 1905, 302. — /. L. Píč, 1907, 409.

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Ein Brandgrab wurde angeblich auch bei der Zuckerraffinerie in der Nähe des Bahnhofs entdeckt. — Ar­ chiv des AI G. Z. 6537/50. Einzelfund. M Teplice Inv. Nr. 5629 — Füßchen eines schwarzen Trichtergefäßes vom Plaňaner Typ, H 8,5 cm.

LUCKÝ MLÝN [Gemeinde Chodovlice, Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 56. Siedlung. Im M in Třebenice liegt folgende Keramikkollektion-Karton Nr. 99—111: einige Scherben gröberer topfartiger Gefäße mit eingezogenem oder ausgestülptem Rand und einer Eindrück-, Einstich-, Furchen- oder Kammstrichverzierung, der Teil der Wölbung eines vasenartigen Gefäßes mit reicher Verzierung; diese besieht aus einem Mäanderband in Kombination mit Halbbögen und einer m ittels Rollrädchens in zwei Reihen ausge­ führten Zickzacklinie. — J. L. Píč, 1905, 306. — f. L. Píč, 1907, 414.

LUKAVEC [Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 60. Brandgrab. In einem Kalksteinbruch südlich des Dorfes fand man im J. 1881 in einer T von 120 cm eine Brandbestattung in einer Urne mit verbrannten Knochen und Bronzegegenständen, von denen Im M Teplice fol­ gende erhalten blieben: eine Bronzefibel vom Spätlatänetypus mit Stützplatte und längerem durchbrochenem Na­ delhalter, L 6 cm (Inv. Nr. 265} Taf. IV: 7, eine Bronzefibel desselben Typs mit kleinerer Stützplatte oberhalb der Spirale, L 5,9 cm (Inv. Nr. 272], Taf. IV: 6, eine Bionzefibel desselben Typs mit zangenförmigen Verdikkungen am Bügel, L 7,2 cm, Taf. IV: 8 (Inv. Nr. 266 — im J. 1958 entwendet], der Endteil eines stäbchenför­ migen Bronzegürtelhakens, L 5 cm (Inv. Nr. 267), vier Bruchstücke desselben Gürtelhakens aus einem runden Stäbchen mit plastischen Reliefverzierungen, L 5 cm, 4 cm, 5,7 cm und 3,5 cm (Inv. Nr. 268, 271, 269, 270]. Taf. IV: 1—5.

LUŠTĚNICE (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 149. Siedlung. Am Ufer des Baches „Doubravka“ im Garten des Hauses Nr. 225 (Parz. Nr. 242/65) fand man zwei Eisenhüttenöfen und den Teil einer Kulturgrube. Auf Grund des einen Ofens (Rauchofen mit halb einge­ tieftem Herd), der Im J. 1958 untersucht wurde, sowie auch nach der aus der Grube stammenden Keramik (ge­ gliederte Terrinen mit kantigem Rand) läß t sich die Existenz der Siedlung im ersten Jahrhundert unserer Zeit­ rechnung belegen. — R. P lein er, AR X III—1961, 483 ff.

LUŽEC NAD VLTAVOU (Bez. M ělník) — Karte Nr. 88. Brandgräberfeld. Im J. 1955—6 nahm das AI unter einer großen Sandgrube vor (Kat. Nr. 501), wobei cca wurden. Laut Mitteilung der Expeditionsleiterin kann auf daß das Gräberfeld seit der ältesten Phase in Benützung Fibel der Frühform datiert).

der Leitung von O. K y íltcov á eine Rettungsgrabung in 45 Brandgräber aus der römischen Kaiserzeit entdeckt Grund des erhaltenen Teiles der Schluß gezogen werden, stand (Grab Nr. 87 wird durch eine kräftig profilierte

LUŽICE (Bez. Most) — Karte Nr. 14. Siedlung. Im M in Teplice befindet sich eine Siedlungskeramik, die teilw eise beim Bau der Fundamente für den Gutshof des H. Tatermusch im J. 1913 gefunden wurde (Dep. Nr. 31). Aus dieser größeren Scherbenzahl kann auf eine bloßgelegte Siedlung von größerer Zeitspanne geschlossen werden, die von der ältesten latěnezeitllch-röm ischen Phase (kantige, abgesetzte Ränder ungegliederter halbkugelförm iger Gefäße oder Terrinen, manchmal mit einer Ritzverzierung in Bandform an der Schulterpartie, Taf. XXXIII: 8, Scherben mit Rollrädchenverzierung) bis In die jüngere römische Kaiserzeit reicht (Dep. Nr. 11, 13, 14, 31—40, 43, Inv. Nr. 292—3). Aus der im J. 1943 vom ehemaligen Amt f. Vorgeschichte vorgenommenen Rettungsgrabung hat sich der Fund­ bericht nicht erhalten und im Archiv des AI erliegt lediglich eine Beschreibung der Funde mit Zeichnungen; die Funde selbst gingen verloren. Die latönezeitlich-röm ischo Übergangsperiode ist mit einigen markanteren Scher­ ben vertreten (z. B. Füßchen eines Trichtergefäßes u. a . ). Archiv des AI G. Z. 741/52. Einzelfunde. Im M Teplice liegen: eine Eisenschere, L 14,3 cm, und ein abgebrochenes sichelförm iges Eisen­ messer mit breiter Schneide, L 6,5 cm.

LYSÄ NAD LABEM (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 153. Brandgräber. In der Lage „Na Hvězdaříku“ stieß man auf ein Brandgräberfeld, woraus im J. 1930 eine B e­ stattung in einer bauchigen Terrine mit abgesetztem, von der Wölbung durch eine plastische Leiste getrenntem Hals (H 13 cm) geborgen wurde. Das Gefäß enthielt eine Augenfibel (L 6 cm ), eine andere Fibel vom gleichen Typ, L 6,2 cm, eine in Stücke zerbrochene, von Feuerglut verbogene Bronzekasserolle mit Schwanenkopfbügel am Handgriff und dem Stempel des Erzeugers C. BVCCION/ is/ OMVL/li/ (H. /. E ggers, 1951, Typ 131]. Aus einem im J. 1932 bloßgelegten Grab stammt der größere Teil einer Kasserolle vom selben Typus ohne Stempel, H 11 cm. — B. S voboda, Pam. arch. VI—VIII, Neue Reihe 1936—8, 129, Abb. 1—5. — NM Inv. Nr. 40859—62, 42695. — Aus derselben Lage stammen zwei keram ische Scherben; einer hiervon mit einer Rollrädchenverzierung (NM Inv. Nr. 46427—8). Eine Bronze-Augenfibel und Keramikscherben liegen im M Lysá nad Labem (Inv. Nr. 304 ff.). Skelettgrab. Im NM befindet sich eine kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen und einem durch kreisförmige Pünktchen unterbrochenen langen Nadelhalter, der mit einem knopfartigen Fuß abschließt. Der Haken ist zu einem Dreieck ausgeklopft und trägt eine Ritzverzierung, L 11,7 cm, Inv. Nr. 51634. — /. Břeň, AR V 1953, 525.

LYSEC (Bez. Teplice) — Karte Nr. 6. Einzelfund. Im J. 1858 fand ein Arbeiter in einer Gruppe von Basaltsteinen zwei Bronzegefäße: eine Kanne mit einer Mundöffnung in Form eines Kleeblattes mit figural ausgeführtem Henkel [H. J. E ggers 1951, Typ 124) 3

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und eine gegossene Bronzekasserolle mit Handgriff und einer Verzierung aus Schwänenköpfen daran; es trägt ferner den Stempel der Erzeuger TI.ROBILI.SI/ti und C.ATILI.HANNONI/is (H. f. E g g ers 1951, Typ 131). — J. L. Píč 1905, 302. — /. Břeň, AR V 1953, 516—520, Abb. 215—7. — Die Kasserolle befindet sich im NM.

MARTINOV (Gemeinde Záryby, Bez. M ělník) — Karte Nr. 141. Siedlung. In einem Steinbruch auf Kat. Nr. 809—10 untersuchte I. Č erm ák im J. 1932 Gruben aus der römischen Kaiserzeit. Im M in Brandýs liegen mit der Bezeichnung Grube Nr. III folgende Keramikscherben: Ränder von Terrinen mit schräg angesetzten Rändern oder von Schüsseln mit verstärkten abgerundeten Rändern, manch­ mal mit einem schwach abgesetzten kurzen Hals, Teile faßartiger Gefäße mit eingezogenem Rand und bogen­ förmiger Kamm- oder Furchenverzierung, der Teil eines Gefäßes mit reibeisenartig aufgerauhter Oberfläche. Von den weiteren Gruben läßt sich Nr. V in die römische Kaiserzeit einreihen, woher einige Scherben gleichen Charakters erhalten blieben; dasselbe gilt für Grube Nr. VII, aus der ich den größeren Teil eines topfartigen Gefäßes mit eingezogenem Rand und senkrechter Furchenverzierung an der Unterseite identifizieren konnte, Abb. 1: 6—15. — M Brandýs nad Labem Inv. Nr. 1842^—7 Bezeichnung in den Kisten, nicht aber im Katalog).

MĚCHOLUPY (Bez. Louny) — Karte Nr. 35. Einzelfunde. In einem reichen Skelettgrab aus der Zeit der Völkerwanderung fand man eine kräftig pro­ filierte Bronzefibel mit durchbrochenem Nadelhalter und knopfartig endendem Fuß. Anstelle des Bügelknopfes trägt sie ein stilisiertes Tierköpfchen mit geöffnetem Maul, die Nadel ist abgebrochen, L 7 cm. — H. P reidel, IPEK 1939—40, 108 ff., Taf. 54: 14. — M Žatec Inv. Nr. 2270. — Im M in Zatec liegt ferner eine Bronzenadel mit profiliertem Kopf und länglicher Öse, Inv. Nr. Ti 6.

MĚLNÍK-PŠOVKA (Bez. M ělník) — Karte Nr. 134. Brandgräber. Im M in Mělník befindet sich der Inhalt eines im J. 1938 auf dem Hof der dortigen Korb­ flechterei gefundenen Brandgrabes. Er bestand aus einer graubraunen ungegliederten Urne mit geradem, ver­ stärktem Rand und einer unregelm äßigen Ritzverzierung an der Oberfläche von der Wölbung gegen den Boden hin, H 15,7 cm, Inv. Nr. 2849, und einem sichelförm igen Eisenmesser mit geschweiftem Griff, L 9,5 cm, Inv. Nr. 2700, sowie aus drei Stücken von w ahrscheinlich zwei kräftig profilierten Bronzefibeln mit zwei Bügelknöpfen und einem Knopf am Fußteil, durchbrochenen Nadelhalter, Inv. Nr. 2698—9 und 2701. — Ohne nähere Umstände wurde ein vasenartiges Gefäß mit rötlicher O berfläche, abgesetztem, etwas vorgeneigtem Rand und kurzem, durch eine seichte Rille von der Wölbung sich absetzendem Hals übergeben, H 14,2 cm, Inv. Nr. 2781. Bei einer Grabung für die Kanalisation auf dem Grundstück NC 146 beschädigte man im J. 1951 eine Brand­ bestattung in einer Urne, deren Boden 85 cm tief unter der Erdoberfläche stand. Das Gefäß hat einen geraden, verstärkten Rand, graubraune O berfläche, die im Oberteil geglättet und von der Wölbung nach unten als Verzie­ rung unregelmäßig geritzt ist, H 22 cm, Taf. X: 3. Archiv des AI G. Z. 5044/51, 4354/53. — PI Inv. Nr. 2052. — In der Sammlung desselben Instituts lagen zwei, einigermaßen beschädigte Bronze-Augenfibeln, die angeblich aus diesem Brandgrab stammen.

MIKOVICE (Bez. M ělník) — Karte Nr. 98. Brandgräber. Im J. 1922 wurden beim Bau der Eisenbahnstrecke in der Nähe des Bahnhofs drei Brandgräber gefunden, die angeblich In einer Reihe hintereinander lagen; abseits lag vereinzelt ein viertes. Grab A lag in einem vasenartigen Gefäß mit schw arzgeglätteter Oberfläche, verstärktem , ausgestülptem Rand und kurzem, vom Körper durch eine plastische Leiste abgesetztem Hals, H 18 cm, Taf. XVIII: 26. Es enthielt: eine kräftig profilierte Bronzefibel mit vollem N adelhalter samt knopfartigem Fuß, L 6 cm, eine silberne Rollenkappenfibel mit Vergol­ dungsspuren, L 4 cm, eine gleiche Fibel die durch Feuerglut stark beschädigt war, L 4,5 cm, eine bronzene eingliederige Armbrustfibel mit einem Bandbügel und einer längeren Spirale samt unterer Sehne, L 6,4 cm, einen Gürtelhaken aus Bronze mit dem kunstvoll durchbrochenen Oberteil des Halteplättchens und einem mit einem Vogelköpfchen versehenen gegliederten Rahmen, L 5,7 cm, einen beschädigten goldenen Anhänger in Fläschchenform , L 2,8 cm, drei geschweifte, bogenförmige Bronzebeschläge mit eingeritzter Zickzacklinie an der Oberfläche und mit Nietenöffnungen am Körper und an den Enden, L 7,5 cm, 8,5 cm, 3,3 cm, drei Bronzeknöpfe, L 1,6 cm, eine Bronzescheibe aus dünnem Blech mit einer Öffnung in der Mitte, L 2,7 cm, einen rechteckigen Bronzerahmen aus dünnem Blech, L 2,2 cm, eine ganze Reihe winziger Bronzegußstücke, unter anderem aus einem Bronzegefäß von unbestimmbarer Form, ein Tonwirtel, D 2,2 cm, sowie Überreste von Bernsteinkorallen, Taf. XVIII: 1—24. Grab B lag ln einer schw arzgeglätteten schüsselartigen Terrine mit ausgestülptem Rand und abgesetztem, zylindrischem Hals, H 16,7 cm, Taf. XVIII: 27. Grab C hatte als Urne eine niedrige Schüssel mit geradem Rand und schmalem Boden, H 8,5 cm, Taf. XVIII: 25. Grab D lag in einer großen Urne mit stark geöffnetem Hals, H 18 cm. — M. Grbtč, Obzor praehist. III—1924, 124—127, Abb. 1—NM.

MILEJOVICE (Bez. Strakon ice) Siedlung. In der Lage „Na Olšové“, östlich vom Dorf, untersuchte B. D ubský zwei Gruben (eine kreisrunde vom D 5,5 m und einer T 30 cm, die zweite elliptische mit einer Längsachse von 5,6 m und einer T 50 cm ), denen er Keramik entnahm, die den Funden der älteren Phase der römischen Kaiserzeit aus Mittelböhmen gleicht. — B. D ubský, Pam. arch. XXIX 1917, 132—4, Abb. 38, die hier abgebildeten Scherben gehören aber in die Latěnezeit, ebenso wie Gefäß Abb. 38a (NM Inv. Nr. 24182).

MLADÁ BOLESLAV (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 145. Brandgrab? Im M in Mladá Boleslav befinden sich die bei der M ilitärschießstätte gefundenen Gegenstände: drei Bronze-Augenfibeln (Inv. Nr. 589, L 6,5 cm, Inv. Nr. 590, L 6,2 cm, Inv. Nr. 591, L nicht überprüfbar), eine achtförmige Bronzeschnalle mit einem rechteckigen Plättchen, das vier Nietenreihen und einen langen kantigen

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Rahmen mit Wülsten in Gestalt von Entenschnäbeln trägt, L 20,4 cm (Inv. Nr. 592), zwei Bronzeringe vom D 22 cm und 19 cm (Inv. Nr. 593—4).

MLÉKO JEDY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 69. Einzelfund. Teil eines Trichtergefäßes, H 6,5 cm. — M Litoměřice, E 427.

MLÉKO JEDY (Bez. M ělník) — Karte Nr. 140. Siedlung. Auf den Parzellen Kot. Nr. 578—592 östlich der Gemeinde, in einer Entfernung von 100—200 m von den letzten i. J. 1954—5 erforschten Brandgräbern, bereits auf dem Kataster der Gemeinde Tišice, wurden i. J. 1963 durch Tiefenackerung einige Siedlungsobjekte (w ahrscheinlich ziemlich große, eingetiefte Hütten und ein Eisen­ hüttenofen) beschädigt. Untersucht wurde der Teil einer bis zu 50—65 cm eingetieften Hütte; er war mit grau­ brauner Erde, einer großen Menge von Steinen, Tierknochen, Keramik und Elsenhüttenschlacke ausgefüllt. Die Bruchstücke gröberer Terrinen und auch die feine Rollrädchenverzierung datieren dieses Objekt in die älteste Phase der römischen Kaiserzeit. — Archiv des AI, G. Z. 1346/63. AI Zuw. Nr. 3/63.

MODLANY (Bez. Tep lice) — Karte Nr. 2. Siedlung. Auf der Parz. Nr. 119/2 wurde ein Siedlungsobjekt entdeckt, in diesen Ausfüllung man neben Stücken ausgebrannten Lehmbewurfs auch den Teil eines ungegliederten Gefäßes mit geradem, kantigem Rand, ziemlich breiter Wölbung und rauhem Unterteil fand. — Archiv des AI G. Z. 2221/48. — M Ústí nad Labem nicht überprüfbar.

MODÉANY (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 120. Brandgräber. Im J. 1929 erwarb das NM den Inhalt einer Brandbestattung, die in einer Urne mit graubrauner O berfläche, abgesetztem, verstärktem Rand, glattem Oberteil und rauhem Unterteil lag. An der Wölbung verläufl eine waagrechte Ritzlinie, an die sich eine Reihe geglätteter Dreiecke anschließt, H 18,5 cm (Inv. Nr. 40852), Taf. XVII: 1. Ferner fand man eine Bronze-Augenfibel, die durch Feuerglut etwas beschädigt war, L 7 cm (Inv. Nr. 40853), Taf. XVII: 2, eine kräftig profilierte Bronzefibei mit durchbrochenem Nadelhalter und einem Knopf am Fußteil, L 7 cm (Inv. Nr. 40854), Taf. XVII: 4, eine bronzene eingliederige Armbrustfibel mit einem Streifenbügel und einer kräftigen Spirale samt unterer Sehne, L 5,5 cm (Inv. Nr. 40855), Taf. XVII: 5, Bruchstücke zweier Fibeln vom gleichen Typ wie die vorherige (Inv. Nr. 40856—7) sowie eine gebogene und inmitten zerbrochene Nadel mit einer Verzierung in Form zweier w aagrechter Einschnitte am Kopf, L 3,7 cm (Inv. Nr. 40858), Taf. XVII: 3. — I. B orkov ský , Obzor praeh. IX 1930—35, 176. — In den Sammlungen der Schule in Modřany wurde u. a. eine ungegliederte Terrine mit geglätteter Oberfläche, ausgestülptem, verstärktem Rand, H 14,6 cm, Taf. XVII: 7, und ein sichelförm iges Eisenmesser ohne Handgriff aufbewahrt, Taf. XVII: 8.

MOST (Bez. Most) — Karte Nr. 16. Siedlung. Aus dem J. 1927 und 1929 stammen Tierknochen und Keramik, die aus einer Grube in einer Pinge stammen. Die umliegende Kulturschicht enthielt analoges Scherbenm aterial: neben Scherben von Gefäßen mit eingezogenem Rand und einem Körper mit Furchenverzierung sind es Terrinen und topfartige Gefäße mit abge­ setztem Hals und ausgestülptem Rand. Zwei Scherben einer graphitierten Oberfläche hatten eine m ittels Rollrädchens ausgeführte Mäanderverzierung, Taf. XXXIII: 7. — H. P retd el, 1934, 78—9, Taf. X X III: 4,5, 10—11, 14. — M Most. Für denselben Zeitraum sprechen auch die im J. 1921 auf den Feldern längs des Weges nach Skyřice ge­ fundenen Keramikscherben. — H. P reid el, 1934, 96. — M Most. Im J. 1962 gewann man In der Gasse „Podžatecká u lice“ bei der Endstation der Schnellbahn beim Block 236 Keramikscherben von Siedlungscharakter, u. a. auch aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit (gegliederte und ungegliederte Terrinen mit ausgestülptem oder verstärktem Rand, Bruchstücke mit schw arzgeglätteter Ober­ fläche und einer Verzierung aus gekreuzten Ritzlinien oder in Rollrädchenausführung). AI Zweigstelle Most, Zuw. Nr. 7/62.

MRADICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 42. Siedlung. Aus den J. 1903 und 1904 liegen im M In Teplice Keramikscherben, worauf u. a. die Verzierung markant ist: sie ist m ittels Rollrädchens oder mit dem Kamm in kleinen Bogen ausgeführt oder besteht aus feingeritzten Streifen aus Rechtecken mit Diagonalen (Dep. Nr. 8, 10, 15, Inv. Nr. 2040—4). Im J. 1954 stieß V. T rn ka aus Tuchlovice auf Grund von Sammlungen auf den Feldern westlich der Gemeinde, nordwärts von der Bezirksstraße Hradiště-Zatec, in der Richtung gegen die am Ufer des Egerflusses stehende Mühle, auf eine größere Siedlung. Vor der Einfahrt in die Mühle liegt eine Sandgrube, wo sich in Profilen die Grundrisse der Gruben abzeichneten. — Die daraus gewonnene Keramik ist im Privatbesitz. Einzelfund. Aus dem J. 1901 stammt der Fund eines einteiligen Knochenkammes mit einem mäanderartig durchbrochenen bogenförmigen Plättchen, L 9,3 cm. — M Teplice, Inv. Nr. 2039.

MUNICE (Bez. České Budějovice) — Karte Nr. 228. Brandgrab? Aus der Trasse Tolom gelangten ins Museum in Ohrada Keramikscherben, die im J. 1884 wahr­ scheinlich in einer N achtragsbestattung in einem Hügelgrab aus der Hallstattperiode gefunden wurden. Es sind dies Scherben eines schwarzgeglätteten Trichtergefäßes mit einer Ritzlinie samt Grübchen, die sich zum Orna­ ment einer scharfen Zickzacklinie zusammenschließen (Inv. Nr. 828 a — f) sowie der Scherben eines anderen Gefäßes vom gleichen Typ mit einem scharfen Zickzackband an der Wölbung als Verzierung; dieses Band besteht aus drei Einkerbungsreihen (Inv. Nr. 829). — Nunmehr M České Budějovice. 3*

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NEBOVIDY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 184. Siedlung. Ira J. 1917 wurde in der läge „Nad pilou“ eine Siedlung entdeckt, wo Fr. D vořák eine Reihe von Gruben von rechteckiger oder trapezförmiger Gestalt, teilw eise aus der Periode der schlesisch-platěnicer Kultur, teilweise aus der römischen Kaiserzeit, untersuchte. Außer Keramik (vertreten ist auch punktierte' Mäander­ verzierung), Einsenschlacke, Tonwirteln und -gewichten, Knochenahlen, Spitzen, Nadeln und Kämmen, fand man einen kunstlos aus Ton gekneteten Menschenkopf, Eisenschlüssel sowie eine Bronzeschüssel. Besiedlungsspuren konnte man weiter im neuen Teil des Friedhofs feststellen. Fr. D vořák, Pam. arch. XXXI 1919, 153 ff.; Fr. D vořák, 1S36, 91—3, 141. — M Kolín, verloren. Brandgräberfeld. Dieses wurde auf dem Feld „Zádušní pole“, ungefähr 100 Sch ritt östlich der Gemeinde, festgestellt. Leider wurde es nicht in gehöriger Form publiziert und heutzutage sind die Funde miteinander ver­ mischt. Im J. 1906 entdeckte man hier 6 Brandgräber. Das eine enthielt zwei Gefäße: laut Abbildung war das eine ungegliederte Terrine mit ausgestülptem Rand, das zweite, heute im M in Kolín aufbewahrte (Inv. Nr. 5402) hat eine schw arzgeglättete Oberfläche und an der Wölbung eine von Punkten umstandene eingeritzte Zickzack­ linie, H 8,5 cm, Taf. II: 5; weiter gehörten dazu einige Fibeln aus Eisen und Bronze mit durchbrochenen Nadel­ halter sowie eine Glaskoralle. Das eine Gefäß mit der Mäanderverzierung gelangte ins M in Kolín (nicht über­ prüfbar). Im J. 1907 fand man ein Brandgrab und im J. 1917 ein w eiteres, das drei Gefäße beinhaltete: eine mit einer Schüssel zugedeckte bauchige Urne und ein höheres Gefäß mit ausgestülptem Rand und scharfer, ziemlich tief sitzender Wölbung. Im Gefäß lag eine Bronzefibel von sehr frühem Typ mit durchbrochenem Nadelhalter und kleinem Knopf auf einem dünnen Bügel, ferner die Nadel einer Eisenfibel, ein kleines sichelförm iges Messer und eine von Feuerglut deform ierte dunkle Glaskoralle. Fr. D vořák grub w ahrscheinlich an der Fundstätte noch später, denn im J. 1936 schreibt er von zehn Brandgräbern, aus denen er eine ungegliederte schwarz-glänzende Terrine mit abgesetztem Boden ohne Verzierung, H 15 cm, (M Kolín Inv. Nr. 4465) und einen durchbrochenen Bronze-Gürtelhaken mit einem langen, in ein Schnäbelchen endenden Dorn zur Abbildung bringt. Die weiteren Urnen enthielten angeblich Bronze- und Eisenfibeln, Gürtelverzierungen, eine Bronzeschüssel, eine Lanzenspitze, Messer sowie Glas- und Bernsteinkorallen. Der heutige Stand dieser Funde im M in Kolín ist äußerst unerfreulich. Eine ganze Reihe von Gegenständen, die w ahrscheinlich aus Nebovidy stammen, hat entweder keine Inv. Nr. oder ist die Bestandsaufnahme unzuverlässig. Außerdem handelt es sich um Gegenstände verschiedenen Alters. Neben Bronze-Augenfibeln (Inv. Nr. 10378, L 4,8 cm, Taf. VII: 8; 10337, L 4,5 cm; Taf. VII: 9) sind kräftig profilierte Bronzefibeln vertreten, die einen (Inv. Nr. 10377, Taf. VII: 11, Inv. Nr. 10371, 10482) oder zwei Bügelknöpfe (Inv. Nr. 10375, L 4 cm ), Taf. VII: 10, und einen durchbrochenen Nadelhalter (Inv. Nr. 10375, 10374) haben; schließlich findet sich hier auch eine Rollenkappenfibel (Inv. Nr. 10317). Einige Bruchstücke sind stark verbrannt. Ferner erhielt sich der Teil einer Bronzefibel samt einer Stützplatte über der Spirale und einem scharf absetzenden plattgeklopften Bügel (Inv. Nr. 10382, L 1,2 cm, Taf. VII: 18) und einige Bronzefibeln vom Spätlatenetypus mit kurzer Spirale und entweder nur angedeuteten oder winzigen Stützplatte oberhalb der Spirale (Inv. Nr. 10496, L 7,4 cm, Taf. VII: 1, 10464, L 6 cm, Taf. VII: 2, 10472, L 5,2 cm, Taf. VII: 3, 10462, L 5,2 cm, Taf. VII: 4, 10467 L 6,1 cm, Taf. VII: 5, 10448, L 5,1 cm, Taf. VII: 6 ), insgesamt mit durchbrochenen Nadelhaltern. Die ähnlich profilierten Eisenfibeln haben auch eine obere Sehne, die kurze Spirale ist aber nicht gedeckt. Einigemal kommt auch ein durchbrochener Nadelhalter vor (Inv. Nr. 10475, L 6,1 cm, Taf. VII: 7, 10489, L 6 cm, 10478, L 7,9 cm, Taf. VII: 17). Das übrige erhaltene Inventar bilden folgende Gegenstände: der Randbeschlag vom Oberteil eines Trinkhorns (Inv. Nr. 10480, D 5 cm, Taf. VII: 1 5), zwei Plättchen eines Gürtelhakens aus Bronze, die miteinander durch ein zweiteiliges Glied verbunden sind (Inv. Nr. 10333, L 14,5 cm, Taf. VII: 20), der Teil eines durchbrochenen Bronze-Gürtelhakens mit langem, in ein schnäbelchen endenden Dorn (Inv. Nr. 10483, größte L 6,8 cm, Taf. VII: 1 2 ) , ein sichelförm iges Eisenmesser (Inv. Nr. 10471, L 10,9 cm ), ein gerades Eisenmesser (Inv. Nr. 10477, L 8 cm ), ein eiserner Dolch (Inv. Nr. 10418, L 22,5 cm, Taf. VII: 19), eine zusammengedrehte lange Lanzenspitze (Inv; Nr. 10459, L 24 cm ), der von Feuerglut beschädigte Handgriff einer Bronzekasserolle, wahxscheinlich mit Schwanenkopfbügel (wie Typ 131 H. J. E ggers, 1951). Die Keramik ist nicht verläßlich identifiziert und so stammen wahr­ scheinlich weitere mit dem Fundort „Gegend von Kolin“ bezeichnete Gefäße aus diesem Gräberfeld, insbesondere wenn diese Formen in der zeitlichen Beziehung dem obengenannten Metallinventar entsprechen. Es sind dies: drei große, etwas beschädigte T richtergefäße (Inv. Nr. 5382, 4467, 4468) und ein bauchiges Gefäß mit einer plastischen, etwas schräggekerbten Leiste (Inv. Nr. 4469, H 21 cm, Taf. VII: 16). — Fr. D vořák, Pam. arch. XXXI 1919, 154 ff.; Fr. D vořák, 1936, 91—3.

NEDOMICE (Bez. M ělník) — Karte Nr. 139. Einzelfund. Im M in Mělník liegt ein bauchiges, vasenartiges Gefäß mit schmalem, ausgestülptem und kan­ tigem Rand und graubrauner, glatter Oberfläche. Dicht unterhalb des Halses ist eine unmerkliche Absetzung er­ kennbar, die gleichsam an die Absetzung der abgerundeten Ränder bei den Vorratsgefäßen aus der jüngeren Latěnezeit erinnert, H 24 cm. (Inv. Nr. 2547), Taf. X: 1.

NEHVIZDY (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 157. Skelettgräber. Beim Bau eines Hauses auf dem Grundstück von A. Sysel fand man zwei Skelettgräber. Das eine lag am Rücken, das zweite auf der Seite. Am Rücken trugen die Skelette angeblich je zwei Bronzefibeln, an der Taille zwei Eisenringe; ferner fand man einige Nandeln aus Bronze. Im M in Brandýs n. L. lassen sich die Funde aus diesen drei Skelettgräbern identifizieren. Grab I: kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügel­ knöpfen und einem kunstvoll durchbrochenen Nadelhalter, der in einen knopfartigen Fuß endet, L 6 cm, kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform mit vollem Nadelhalter, L 7 cm, kurze Bronzenadel mit rundem Kopf, zwei ziemlich verrostete Eisenringe D cca 4 cm, 5 cm (Inv. Nr. 1204—7 ). Grab II: massive Bronze-Augenfibel, L 5,8 cm, kräftig profilierte Fibel mit durchbrochenem N adelhalter und einem Knopf am Fußteil, L 5,8 cm, lange Bronze­ nadel mit kugelförmigem Kopf, L 11 cm (Inv. Nr. 996—8). Grab III: kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen, m äanderartig durchbrochenem Nadelhalter und abgebrochener Nadel, L 6 cm (Inv. Nr. 1208). — F. V., Obzor praeh. V 1914, 24.

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NETŘEBA siehe CÍRKVICE. NOUTONICE (Gemeinde Lichoceves, Bez. Prag-W est] — Karte Nr. 102. Skelettgräber. Auf der Parz. Nr. 136 neben dem bloßgelegten Steinbruch erm ittelte man u. a. auch drei Gräber aus der römischen Kaiserzeit. In dem mäßig mit Schiefersteinen ausgelegten Grab Nr. 6 lag ein Skelett am Rücken in einer T von 60 cm, die Hände neben dem Körper, in der W est-Ostorientierung. Auf der Brust lagen zwei Fibeln, w ahrscheinlich Augenfibeln (unklare Abb.) und an der Seite ein einteiliger durchbrochener Knochen­ kamm mit Hautspuren. An der rechten Seite des Schädels stand ein schüsselförm iges Gefäß mit abgerundetem Rand, H 9 cm. Das in einer T von 40 cm liegende Grab Nr. 7 war ebenso orientiert und mäßig mit Steinen aus­ gelegt. Am Schädel wurde eine kräftig profilierte Bronzcfibel mit durchbrochenem Nadelhalter gefunden. Die unteren Extrem itäten lagen übereinander und die Zehen reichten in ein Gefäß aus grobem Material mit einer Furchenverzierung. Grab Nr. 8 war vom Süden nach Norden orientiert und das Skelett lag in einer T von 30 cmauch dieses Grab war schwach mit Steinen ausgelegt und beim Schädel lag eine kleine Bronzenadel. — J. F elcm an, Pam. arch. XVIII 1898—9, 14 ff., Abb. 1—4, /. L. PW, 1905, 305, Abb. 48; f. L. PW, 1907, 412, Abb. 48; J. Břeň, AR 1953, 528 (hier wird beim Grab Nr. 6 noch eine Rollenkappenfibel aus Bronze erwähnt, über die aber im ur­ sprünglichen Fundbericht nichts steht) — NM.

NOVÉ DVORY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 65. Einzelfund. In der ehem. Sammlung des M In Roudnice befand sich eine Bronze-Augenfibel. — Archiv der Negativaufnahmen des AI Nr. 21876—7, Taf. XVI: 9.

NOVÉ KOPISTY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 61. Brandgrab? Im NM liegt ein vasenartiges Gefäß mit schw arzgeglätteter Oberfläche und ausgestülptem, ver­ stärktem Rand und niedrigem, vom bauchigen Körper abgesetztem Hals, H 18,6 cm (Inv. Nr. 14832). — H. P reldel, 1930, II, 195.

NOVÝ BYDŽOV (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 207. Siedlung. Am rechten Ufer des Flusses Cidlina südlich von Nový Bydžov (und teilw eise auch auf dem Kataster des Dorfes Chudonice) wird seit Ende des abgelaufenen Jahrhunderts in einigen Sandgruben nach und nach eine ausgedehnte Siedlung der Vernichtung preisgegeben .— L. S ch n eid er, ZfE 1880, 505. Im J. 1907 unter­ suchte hier A. S tockt/ in der ehem. Zadina-Sandgrube zwölf „aschenhaltige“ Stellen (80—130 cm T und 3—17 m im D) sowie 35 Gruben. Aus dem kurzen Bericht geht hervor, daß sehr viel Keramik gefunden wurde (einige Scherben hatten eine m ittels Rollrädchens ausgeführte Mäanderverzierung, andere Ritzverzierung, Warzen oder Eindrücken). Nunmehr lassen sich folgende Gegenstände identifizieren: eine Schüssel mit geraden Wänden und abgesetztem Boden (H 9 cm ), ein vasenartiges Gefäß mit schw arzgeglätteter Oberfläche, ziemlich breiter Wöl­ bung und abgesetztem Hals (H 10,7 cm) sowie eine Tasse mit einem Henkel unter dem mäßig eingezogenen Rand und einer in Reihen angeordneten Eindrückverzierung am Unterteil. Das vierte Gefäß mit lichtbrauner Ober­ fläche war ungegliedert, unverziert und hatte einen eingezogenen Rand (H 13 cm ). Außer Tierknochen fand man einen Knochenkamm, einen Eisenring und ein Tonwirtel. — A. S to ck ý , Pam. arch. XXIII 1908—9, 166, Abb. 2. — M Nový Bydžov Inv. Nr. 2175, 2176, 2178, 2179. In einigen weiteren Objekten erm ittelte A. S to ck ý eine Berührung der Keramik aus der römischen Kaiser­ zeit mit Elementen der Bylaner Keramik (Tassen mit Henkeln unterhalb des Randes, Schüsseln mit hallstattzeit­ licher Profilierung und jener der Latěnezeit (schlankes vasenartiges G efäß). Die Hinweise auf die einzelnen Kom­ plexe sind aber nicht ganz klar und von der Keramik gelangte lediglich eine geringe Auswahl zur Abbildung. — A. S tocký , Pravěk VI 1910, 86 ff, Abb. 1—5 Taf. VI. In dem durch die Sandgewinnung in den weiteren Jahren beschädigten Teil (Futtersche Sandgrube) fehlen nach A. S to ck ý die Bylaner Elemente, die Mäanderverzierung ist seltener, dafür tritt aber Ritzverzierung in einem Streifen unter dem Rande auf (Rechtecke mit D iagonalen ).— A. S tocký, Obzor praeh. IV 1913, 21 ff. — M Nový Bydžov, unüberprüfbar. Aus dieser Zeit stammt vielleicht das an der Wölbung mit einer breiten flachen W ellenlinie aus einer Ritzlinie mit Pünktchen ringsherum verzierte Trichtergefäß (H 14,8 cm ), Inv. Nr. 4688 . Im J. 1913 wurden zwei weitere Gruben bloßgelegt. Die erste von quadratischem Profil (Br 1 m) enthielt in einer aschenhaltigen Schicht einen Steinbrecher und Keramikscherben. Die zweite hatte trichterförm iges Profil (Br 2 m, T 1,75 m) und am Boden eine rotausgebrannte Vertiefung. Hier lag auf vier Steinen eine flache Tonplatte und darunter in der aschenhaltigen Erde drei Gewichte (zwei runde und ein kegelförm iges). Die dabeiliegenden Tierknochen gehörten zu einem Schaf und einem Rind. — J. S ch rán il, Pam. arch. XXIX—1917, 41. Aus dieser Gra­ bung stammt wahrscheinlich die im NM unter Inv. Nr. 66835—48 aufbewahrte Keramik: Scherben von Schüsseln mit eingezogenem Rand oder von Terrinen mit schräg angesetztem Rand, der Teil eines größeren vasenartigen Gefäßes mit abgesetztem Rand, einer kleinen plastischen Leiste und einer m ittels Rollrädchens ausgeführten kom­ plizierten Mäanderverzierung an der Wölbung, der Scherben eines geglätteten Gefäßes mit einer Zickzackband­ verzierung in Form einer Ritzlinie mit Pünktchen herum, der Teil eines topfartigen Gefäßes mit einem durch senk­ rechte Kammverzierung geschmückten Henkel. Bei einer im J. 194.9 von Amateuren in der neuen Sandgrube der Tschechoslowakischen Baubetriebe vorgenom­ menen Rettungsgrabung gelang es, Teile von zwei Hütten sowie eine Grube freizulegen. Hütte I bestand aus einer eingetieften Grube (340X 310 cm, T 78 cm) und sechs Löchern, die wahrscheinlich von den an ihrer Peri­ pherie eingerahmten Pfosten herrührten (die nördliche Umgebung der Grube war vernichtet), woraus man am ehesten auf einen überirdischen Halzbau von rechtw inkeligem Grundriß schließen kann. Im Inhalt fand man Scherben, Kohlenstückchen, Lehmbewurf, Tierknochen und Eisenschlacke. In der Keramik sind vor allem höhere B'ormen mit eingezogenen Rand vertreten, der manchmal durch eine Furche vom gerauhten oder kam m strich­ verzierten Körper geschieden wird, ferner Scherben gröber und auch feiner ausgeführter Terrinen mit schräg

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angesetztem oder geradem Rand und Unterteile aufgerauhter oder mit Furchen verzierter Gefäße. Die gröberen Formen dieses Typs können auch zweihenkelig sein. Die feinere, schw arzgeglättete Keramik ist in der Minder­ heit. Vereinzelt Ist ein Scherben eines auf der Töpferscheibe gedrehten Gefäßes vom latänezeitlichen Typus; Abb. 11:10—21. Die analog beschaffene Pfahlhütte II lag in der Nähe der erstgenannten und war besser e r­ halten. Die Innengrube hatte geringere Abmessungen 140X 70 cm, T 35 cm) und zeichnete sich durch eine große Menge ausgebrannten Lehmbewurfs aus. An der Peripherie fand man 7 Pfostenlöcher, die für einen unregel­ mäßigen rechteckigen Bau von den Abmessungen 530X 380—410 сщ sprechen. Die rechteckige Grube III von den Abmessungen 153X 83 cm enthielt ausgebrannten Lehmbewurf, Tierknochen und Kohlenstückchen sowie eine grö­ ßere Menge Keramik: ein kleines halbkugelförm iges Gefäß mit kantigem, schräg abgesetztem Rand (H 8,8 cm), schw arzgeglätteter Oberfläche und einer Ritzverzierung aus Rechtecken mit Diagonalen an der Wölbung. Unter den Bruchstücken findet sich der Teil eines Trichtergefäßes mit einer Verzierung aus Dreiecken, die mit Grüb­ chen ausgefüllt sind, zwei latänezeitliche, noch auf der Töpferscheibe erzeugte Scherben, zwei große Formen nach Art von V orratsgefäßen mit schräg angesetztem, verstärktem Rand und kleinere Schüsseln mit eingezogenem oder kantigem Rand; Abb. 11: 1—9. In allen Objekten fand man Schweine- und Rinderknochen; die Kohlen­ stückchen stammten von der Eiche, in geringerem Maße von der Ulme, Linde und Hainbuche, Abb. 10. — K. Sneidrovd, AR VII 1955, 55 ff., Abb. 39—42. — NM Zuw. Nr. 8/58. In den Jahren 1960—61 nahm das AI auf dem Fundort eine Grabung unter der Leitung von A. R ybovä vor, worüber bisher keine Publikation erfolgte.

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Abb. 10. N ový Bydžov. Grundriß d er S ted lu n g so b jek te, A usgrabung 1949.

NYMBURK (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 194. Siedlung. Auf einem Feld hinter der Zuckerraffinerie wurde eine Siedlung festgestellt, auf der bereits im J. 1871 L. Snajdr drei Scherben fand. Im J. 1891 grub an einer anderen Stelle f. L. P íč; dieser erm ittelte neben burgw allzeitlichen Objekten auch solche aus der römischen Kaiserzeit (Keram ikscherben mit einer m ittels Rollrädchens ausgeführten Mäanderverzierung, eine p ro filierte Nadel mit langem Öhr u. ä.). — J. L. Píč, 1905, 308, Abb. 59. — NM Inv. iSIr. 2327—339. — In der Trasse „U sv. V ojtěcha“ stieß man beim Bau des Rangierbahnhofes auf den Parz. Nr. 309—10, 313 auf w eitere Siedlungsspuren. Zwischen zahlreichen Kulturgruben werden auch Eisen­ hüttenöfen verzeichnet. Die erhaltenen Keram ikbruchstücke lassen eine längere Dauer der Siedlung vermuten (für die älteste Periode spricht ein mit feinem Rollrädchen ausgeführtes Ornament). Ferner fand man einen einteiligen Knochenkamm mit bogenartig durchbrochenen Plättchen. — Archiv des AI G. Z. 583/42, 584/42, 592/42, 1079/42, 105/42, 1604/45, 1623/45, 1624/45. — M Nymburk Inv. Nr. 343— 5, 393—400. Brandgräber. Ungefähr in der Mitte zwischen der Statue des hl. Adalbert und der Zuckerraffinerie stieß man im J. 1904 bei der Anlegung der dortigen Landstraße auf ein Urnengrab, das ins NM gelangte; es handelt sich um folgende Gegenstände: eine hohe, schlanke Vase mit flacher Leiste, die den Hals von der Wölbung trennt, und mit abgebrochenem Rand, H 26 cm, Inv. Nr. 88294; ein m ächtiges Eisenmesser, L 18,8 cm, Inv. Nr. 51610; den Teil eines sichelförm igen Eisenm essers mit einer am Rande zierförmig ausgeschnittenen und kreis­ förmig durchbrochenen Klinge, mit einem Knopf am Stielende, L 7,8 cm, Inv. Nr. 51611; eine etwas beschädigte Eisenschere mit einer Erweiterung im Bogen, erh. L 15,4 cm, Inv. Nr. 51612; drei Bronze-Augenfibeln L 5,9 cm, Inv. Nr. 51613, L 6,8 cm, Inv. Nr. 51614, L 5,2 cm, Inv. Nr. 51615; eine Bronze-Scheibenfibel von kreisrunder Form, D 2,3 cm, Inv. Nr. 51616; zwei spindelförmige Bronzebeschläge, L 4,6 cm, Inv. Nr. 51617—18; das Bruch­ stück von einem Beschlag desselben Typs, Inv. Nr. 51619; zwei durch einen Niet verbundene Bronzeruten, zwei Bronzenägel, das Bruchstück eines profilierten abgerundeten Bronzestäbchens, Inv. Nr. 51620—23; Bruchstücke vom Rand einer umgeschmolzenen Bronzekasserolle (vielleicht H. f. E g g ers, 1951 Typ 131), Inv. Nr. 51624; eine Bronzeschnalle mit einem rechteckigen Plättchen mit sechs Nieten und einem kurzen, bogenförmigen Rahmen,

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Abb. 11. Nový B y d iov . Siedlu n g. 1—9 — Grube II I ; 10—21 — Grube I. M ehr a ls 1/3. L 7,5 cm, Inv. Nr. 51625; eine kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen und einem rahmenartigen Befestigungsplättchen, L 5,4 cm, Inv. Nr. 51626; eine Bronze-Augenfibel, L 4,5 cm, Inv. Nr. 51627; eine BronzeAugenfibel mit abgebrochener Spirale, Inv. Nr. 51628, drei geschlossene Ringe aus einem flachen Bronzestäbchen. Inv. Nr. 51629—31. — J. L. Píč, 1905, 302, Taf. LII: 2—10; J. L. Píč, 1907, 409; Taf. LII: 2—10. Im M in Nymburk (Karton-Nr. 38} lagen ungeschmolzene Bruchstücke eines Gürtelhakens aus Bronze mit einem geschwungenen Rahmen, der mit einem Häkchen in Gestalt eines Vogelschnabels versehen war, eine Bronze-Augenfibel von sehr altertüm licher Form mit einem kleinen scheibenartigen Bügel und kleinem Häkchen, eine Bronze-Augenfibel höheren Typs, zwei kräftig p rofilierte Bronzefibeln frühen Typs. Diese Funde sind unkon­ trollerbar. Zu demselben Gräberfeld gehört wahrscheinlich auch das in der Lage „Za továrnou“ aufgefundene Brand­ grab, das in einer dunkelgrauen Schüssel -mit schwach eingezogenem Rand lag, H 9 cm. — M. Lysá nad Labem. Die „hinter der Z uckerraffinerie“ gefundenen Gegenstände stammen offenbar aus einem weiteren beschä­ digten Grab. Es sind dies: der Teil vom Rahmen einer achtförm igen Bronzeschnalle, die Überreste eines umge schmolzenen Bronzegefäßes, zwei kräftig profilierte Fibeln u. a. — M Nymburk, Karton Nr. 57 — unkontrol­ lierbar.

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Die Tatsache, daß der Fundort noch nicht erschöpft ist, beweist der bei der Regulierung der Landstraße nahe der Seifenfabrik gemachte Fund zweier Brandgräber aus dem J. 1943. Das erste Grab lag in einer unge­ gliederten Terrine mit fast geradem, abgesetztem Rand; sie trug eine m ittels Rollrädchens ausgeführte Mäander­ verzierung an der Wölbung und spärliche Zickzackstreifen von der Wölbung gegen den Boden, Taf. XIV: 11. Das übrige Inventar des Grabes ging verloren. Das zweite Grab lag in einer Entfernung von 3—4 m vom ersten in einem höheren Gefäß mit zylindrischem Hals, der sich durch eine plastische Leiste von der nochmals durch eine waagrechte Furche gegliederten Wölbung absetzte, Taf. XIV: 6. Im Gefäß lag eine beschädigte Eisenschere, Taf. XIV: 1, ein gerades Eisenmesser mit verstärktem Handgriff und einer kreisförmigen Öffnung am Übergang zum Stiel, Taf. XIV: 2, sowie eine Bronze-Augenfibel, Taf. XIV: 3. Nach einiger Zeit lieferte einer der Finder eine weitere Bronze-Augenfibel nach, die angeblich zu demselben Grabkomplex gehörte, Taf. XIV: 4. Außerdem fand man noch Bruchstücke einer zerbrochenen Bronzekasserclle mit kreisförmigen Ausschnitt im Griff und mit dem Stempel des Erzeugers CNREBELLIROMANI [H. f. E g g ers, 1951, Typ 142. Taf. XIV: 9. — Archiv des AI, G. Z. 5677' 46. — B. N ovotný, Pam. arch. XLIV 1953, 215 ff. M Nymburk — unkontrollierbar. W eitere Gräberfunde werden aus den Stellen beim Wassertum und vom Stadtplatz vor dem Kloster gemeldet, von wo im M in Nymburk zwei Eisenmesser, ein gerades und ein zweites mit einer kurzen, etwas geschweiften Klinge und einem langen profiliert endenden Stiel, aufbewahrt werden. — f. L. Piö, 1905, 302; J. H elltch, Pam. aich. XXVI, 141. — M Nymburk — unkontrollierbar. Beim Bau des Gaswerks wurde w ahrscheinlich ein weiteres Brandgrab beschädigt, aus dem Gefäßscherben mit einer Rollrädchenverzierung, zwei Bronze-Augenfibeln, das rechteckige Plättchen einer Bronzeschnalle mit sechs Nieten, das Bruchstück einer Eisenschere und ein sichelförm iges Messer mit geschweiftem Handgriff er­ halten blieben. — M Nymburk-unkontrollierbar.

OBŘÍSTVÍ (Bez. M ělník) — Karte Nr. 135. Siedlung. Auf Kat. Nr. 142/4—5 nahe der Siedlung „Na Štěpáně“ stieß man auf eine Siedlung, die teilweise bei der Erweiterung der Reichsstraße Prag—Mělník beschädigt wurde. Im J. 1959 gewann man aus dem Profil einer 2,5 m langen seichten Grube Scherben gegliederter und auch ungegliederter Terrinen mit abgesetztem, kantigem Rand, Scherben mit feiner Rollrädchenverzierung, beziehungsweise Scherben gröberer Formen, die an der Ober­ fläche eine spärliche senkrechte Furchenverzierung oder Aufrauhung trugen. Bei der Rettungsgrabung 5 m von dieser Grube legte man einen Teil eines Ofens bloß; er diente w ahrscheinlich zur Kalkbrennerei, hatte ursprüng­ lich kreisförmigen oder ovalen Grundriß, kesselförm ige Gestalt und oben mäßig verengte Wände, T 174 cm unter dem Erdboden. In der Zuschüttung fand man außer gleichgearteter Keramik große Blöcke von Lehmbewurf mit Abdrücken runder und flacher Hölzer, kalkhaltige Schichten und am Boden eine schwarze Schicht mit Holzkohlen­ stückchen. — M. Z áp otock ý , AR XIV — 1962, 630—635. Brandgräber. Auf dem zum ehemaligen Großgrundbesitz gehörigen Feld stieß man im vorigen Jahrhundert auf ein Brandgräberfeld, aus dem ein Teil der Funde laut J. L. Piö nach Buchlov in Mähren gelangt sein soll; ein anderer Teil liegt im NM: Bruchstücke vom Rand und Griff einer Bronzeschüssel mit beweglichen Henkeln (//. J. E ggers, 1951, Typ 9 2); der Teil des Handgriffs einer Bronzekasserolle mit Schwanenkopfbügel und dem Stempel des Erzeugers NORBANI und einer Ritzverzierung (H. J. E ggers, 1951, 143 zählt diese Kasserolle zu sei­ nem Typ 134—5, der Unterteil hingegen blieb nicht erhalten und so ist auch ein Schluß auf Typ 131 m öglich); eine kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen und einem beschädigten, wahrscheinlich durchbro­ chenen Befestigungsplättchen, L 4,7 cm, zwei Bronzebeschläge vom Unterteil eines Trinkhorns mit drei Armen, L 7,8 cm, 7,4 cm, sowie ein Gehängeglied aus Bronze, L 6,4 cm, eine achtförmige Bronzeschnalle mit einem großen rechteckigen Plättchen mit sechs Nieten, L 16,1 cm. — Im J. 1890 fand man vor dem Schloß zwei Brand­ gräber und beim Haus Nr. 70 bereits früher ein Brandgrab, in dem ein 14 cm langer Eisendolch lag.— J. L. Piö, 1905, 302—3, Taf. LVII: 1—6, 8, 12. — /. L. Piö, 1907, 409, Taf. LVII: 1— 6, 8, 12. —E. S im ek, 1923,67. — NM Inv. Nr. 63909—19.

ODŘEPSY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 191. Brandgräber. Südöstlich von der Mühle, in der Nähe des rechten Ufers des Abzugsgrabens „Lánská strouha“, in der Lage „Na struze“, stieß man im abgelaufenen Jahrhundert in einem Plänerkalksteinbruch auf Brandgräber. Außer Funden jüngeren Charakters (/. L. Piö, 1905, 303: J. L. Piö, 1907; 409— 10; f. H elltch, Pam. arch. XXXI — 1919, 88 ff., Abb. 16, 17) läßt sich mit Sicherheit lediglich ein gerettetes Grab (Nr. III) in den gegenständli chen Zeitabschnitt einreihen. Es enthielt ein sichelförm iges Messer mit einem in zwei Wülsten endenden Griff, L 12,5 cm, und eine kräftig profilierte, beschädigte Fibel mit zwei Bügelknöpfen und einem in einen knopfarti­ gen Fuß auslaufenden, durchbrochenen Nadelhalter. Aus demselben Objekt stammen noch Überreste eines schw ar­ zen, unverzierten Gefäßes. — Archiv des AI, G. Z. 2072/45, 2073/45. — M Poděbrady Inv. Nr. P 259—60, P 1370— 1404.

OHNIŠŤANY (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 206. Brandgräber. Bei der Ackerung entdeckte man zu beiden Seiten der Landstraße nach Podlesí Brandgräber, aus den sich heutzutage die Keramik nicht mehr feststellen läßt. Abgebildet sind Teile von Gefäßen mit einer mittels Rollrädchens ausgeführten Mäanderverzierung, ein vasenartiges Gefäß mit abgesetztem Rand und einige Scherben. Von den im NM aufbewahrten Gegenständen sind einige mit Nummern der betreffenden Gräber ver­ sehen. Es sind dies: Grab Nr. 3, worin das Bruchstück einer kräftig profilierten Fibel, L 4,1 cm, und ein be­ schädigtes Bruchstück von der Klinge eines Eisenmessers, L 3,8 cm, gefunden wurde, Inv. Nr. 52632—3; Grab Nr. 6, das ein Eisenmesser mit flacher Klinge und gegliedertem, in einen dreiteiligen Wulst auslaufendem Hand­ griff, Inv. Nr. 52637, L 12,5 cm, sowie der Teil eines eisernen Gürtelhakens mit flacher Basis, die dreieckförmig in einen Haken auslief, Inv. Nr. 52638; Grab. Nr. 7, das zwei Teile eines geschw eiften Eisen­ schw ertes mit langem, kantigem Dorn und einer in der Mitte durch eine Rippe verstärkten Klinge enthielt L

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29 cm, 24 cm, Spitze abgebrochen, Inv. Nr. 52639, der Teil einer Eisenlanzenspitze mit einer Rippe in der Mitte der schaftartigen Klinge, L der zwei Bruchstücke 11 cm und 6,4 cm, Inv. Nr. 52640, der Überrest eines geraden Eisenmessers, L 9,3 cm, Inv. Nr. 52641; Grab Nr. 8 mit Resten einer Eisenschere mit geraden Schenkeln, Inv. Nr. 52642—3; Grab Nr. 10, das eine abgebrochene Eisenschere mit schräggekerbter Verzierung im Schenkelknie enthielt, L 17,2 cm, Inv. Nr. 52647. Von den übrigen beschädigten Gräbern lassen sich in den von uns verfolg­ ten Zeitabschnitt einreihen: das Bruchstück einer Bronze-Augenfibel mit kleinem scheibenartigem Bügelknopf, L 3,1 cm, Inv. Nr. 52676, eine kräftig profilierte Bronzefibel mit vollem Nadelhalter und knopfartigem Fuß, I. 3,6 cm, Inv. Nr. 52675, das Bruchstück vom geschw eiften Rahmen eines Gürtelhakens aus Bronze mit einem Haken in Gestalt eines Vogelkopfes, L 3,3 cm, Inv. Nr. 52678, der beschädigte Unterteil vom Beschlag eines Trink­ horns, H 3,1 cm, Inv. Nr. 52679, eine kräftig profilierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen und wahrscheinlich vollem Nadelhalter, L 4,6 cm, Inv. Nr. 52687. — K o u d elk a , Pam. arch. XXI 1904, 140, 323. — /. L. Píč, 1905, 303, Taf. XLIX. — E. S tm ek, 1923, 70—71, H. /. E ggers, 1951, 140 — hier ist noch eine Kasserolle mit kreisförmigem Ausschnitt im Handgriff vom Typ 140—143 angeführt, die sich aber im zitierten Fundkomplex nicht vorfindet. Mit der Bezeichnung Podlesí bei Ohnišťany liegen im NM (Inv. Nr. 3308—19) Keramikscherben mit Rollrädchenverzierung oder senkrechter Ritzverzierung von einigen Gefäßen, die Insgesamt eine geglättete schwarze oder braune Oberfläche haben. Möglichcherweise handelt es sich um einen Teil der Keramik aus diesem Gräber­ feld.

OHRADA (Gemeinde Nová Ves, Bez. Kolín) — Karte Nr. 186. Brandgräber. Aus der ehem. Sandgrube des H. Mrzena gelang die Rettung einiger Brandgräber „mit typi­ scher Keramik, Eisenwaffen, einem Schildbuckel und einem von Feuerglut beschädigten Bronzeseiher“. — Fr. D vořák, 1936, 92, 143. Im M in Kolín kam es während des Krieges zu einer Vermischung der Funde aus den Brandgräbern verschiedener Lokalitäten, so daß diese heute unkontrollierbar sind. In den von uns verfolgten

Abb. 12 P chery. B ran dgräber. M. Slaný. 1/2 1. 3, 4, 7, 8 — B ron ze; 5, 6, 9, 10 — Eisen. Zeitabschnitt läßt sich eine graubraune Terrine mit breiter, gegen den Boden zu sich verengender Wölbung, mit abgesetztem Hals und verstärktem Rand mit einem darunter angeklebten Henkel einreihen. An der Wölbung und in Streifen gegen den Boden zu verläuft eine Rollrädchenverzierung, H 19,3 cm, Inv. Nr. 5965. Zu diesem Gefäß gehört vielleicht ein eingedrücktes Bronzeblechgefäß und weitere Bronzebruchstücke, Inv. Nr. 5965 A—C.

OPOLÄNKY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 192. Brandgrab? Im J. 1902 fand man beim Weg zur Inundation hinter der Schleuse auf dem Abhang des F el­ des (Eigentümer H. Brzek) ein beschädigtes Tongefäß mit schw arzgeglätteter Oberfläche und feingestochener

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Mäanderverzierung, wahrscheinlich — M Poděbrady P 529—60.

der Überrest eines Brandgrabes. — f. L. Píč, 1905, 303; J. L. PiC, 1907, 440.

ORASICE (Gem einde Počedělice, Bez. Louny) — Karte Nr. 49. Einzelfunde. Im M in Louny liegt eine Bronze-Augenfibel mit einer etwas verwischten Verzierung am Bü­ gel, L 6,8 cm, Inv. Nr. 891, Taf. XVI: 13, und eine k räftig profilierte Bronzefibel mit durchbrochenem Nadelhal­ ter und knopfartigem Fuß, L 6,5 cm, Inv. Nr. 892; Taf. XVI: 12.

OftECH (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 117. Siedlung. Im NM liegen Keramikscherben: der Großteil einer dunkelbraunen Terrine mit fast geradem, ver­ stärktem Rand, die von der Wölbung bis zum Boden eine Verzierung aus großen, mit einem Kamm gezogenen Bögen trägt; ferner der Scherben eines kantigen Randes einer schwarzen, glatten Schüssel, der Großteil eines lichtgrauen vasenartigen Gefäßes mit abgesetztem Rand, zylindrischem Hals und hochliegender, breiter Wölbung. Die übrigen Scherben haben jüngeren Charakter. — NM Inv. Nr. 2347—70.

OTVOVICE (Bez. Kladno) — K arte Nr. 97. Einzelfunde. Ins NM gelangte das Bruchstück einer Bronze-Augenfibel, bei der Fuß und Nadelhalter fehlen, I. 4,3 cm, Inv. Nr. 51688, sowie zwei ebenfalls etwas beschädigte, kräftig profilierte Fibeln, L 3,8 cm, 3,5 cm, Inv. Nr. 51689—90. — /. L. Píč, 1905, 307; f. L. Píč, 1907, 415.

PCHERY (Bez. Kladno) — Karte Nr. 90. Brandgräber. Ins NM kam als Schenkung eine Bronzefibel von Provinzialcharakter mit breitem Streifen­ bügel, der seichte Furchen und Pünktchen als Verzierung aufweist; ln der Mitte steht ein rautenförm iges Plätt­ chen mit Ritzverzierung und Durchbrechungen. Der N adelhalter ist beschädigt und die Oberfläche beträchtlich abgewetzt, L 4,3 cm, Inv. Nr. 51684. — /. L. Píč, 1905, 307; f. L. Píč, 1907, 414. — Im M in Slaný befindet sich eine Bronzeschere mit durchbrochener Verzierung am Klingenrand undeinem Pünktchenornament im Knie, L 16.3 cm, Taf. XVI: 7, das Bruchstück einer bronzenen eingliederingen Armbrustfibel mit einen Bandbügel, L 2,7 cm; der Teil einer Bronzeplätchen, L 3,7 cm; ein Ei9enmesser L 20 cm; eine eiserne Lanzenspitze, L 18 cm; ein sichel­ förmiges Eisenmesser, L 8,4 cm; eine Bronzenadel, L 11,7 cm; eine bronzene Nähnadel, L 10,4 cm; der Teil einer Eisenschere, L 10,9 cm; die Randscherben des Gefäßes; Abb. 12. Inv. Nr. 3084—92, 3095. Auffindungsort: Lage „Na Bezděkově“. — L. H orákov á-Jan sou á, Pam. arch. II, n. R. 1932, 95. Abb. 12.

PEČKY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 177. Brandgräber. Hinter der Scheune des H. Čáp im Südteil der Stadt fand man eine reiche Urnenbestattung in einem schw arzgeglätteten Gefäß mit breiter Wölbung, die als Verzierung ein Band aus zwei waagrechten Li­ nien und dazwischen eine eingeritzte Zickzacklinie trägt, H 14 cm, Rand bei der Ackerung beschädigt. M Pečky Inv. Nr. 382. Im Gefäß lagen außer verbrannten Knochen zwei eiserne Speerspitzen mit einem von zwei Wider­ haken versehenen Schaft, L 8,5 cm und 9,2 cm, Inv. Nr. 389—90; eine eiserne Lanzenspitze mit einem durch eine Mittelrippe verstärkten Schaft, L 12,3 cm, Inv. Nr. 391; eine auseinandergebrochene Eisenspitze vom gleichen Typ, L 12 cm, Inv. Nr. 392, ein in der Mitte verstärktes Stecheisen mit einem zugespitzten und einem abgebro­ chenen Ende und zwei dreiteiligen Wülsten in der Mitte. L 13,5 cm, Inv. Nr. 393; der Teil eines Gürtelhakens aus Bronze mit einem von 9 Nieten besetzten rechteckigen Befestigungsplättchen, der erhaltene Teil eines ge­ schweiften Rahmens, der den Typ eines Hakens ln Gestalt eines Vogelköpfchens vermuten läßt, L 20 cm, Br. 3.3 cm, Inv. Nr. 394; zwei Bruchstücke eines umgeschmolzenen verbogenen Blechs, w ahrscheinlich von demsel­ ben Gürtelhaken herrührend, Inv. Nr. 395—6. Gelegentliche Berichte bezeugen weitere Funde in der Umgebung, die sich aber nicht erhalten haben. — K. M oíyková-S n eidrov á, AR XIII 1961, 33 ff. — Beim Haus Kat. Nr. 542 fand man eine kräftig profilierte Bronze­ fibel mit zwei Bügelknöpfen, Inv. Nr. 397. — Im J. 1960 wurde beim Bau des Hauses auf der Parz. Nr. 162/6 in einer T von 75 cm ein Urnengrab in einer gegliederten Terrine von schw arzgeglätteter Oberfläche ohne Verzie­ rung entdeckt. Der Hals setzt sich vom Körper durch zwei parallele seichte Furchen ab und knapp oberhalb des Bodens lassen sich zwei analoge parallele seichte Furchen beobachten, H 16,3 cm. Das Gefäß war fast zur Hälfte mit verhältnism äßig reinen verbrannten Knochen angefüllt, worunter am Boden eine massive Bronzefibel mit breitgeklopfter Fläche und einem verbreiteten Bügel beim Kopf lag. Die Spirale mit ihren ursprünglich acht Windungen ist in der Hälfte abgebrochen, desgleichen die Nadel. Die Spirale ist von zwei Flügeln verdeckt und der Nadelhalter kunstgerecht durchbrochen, L 12 cm. (Beilage 3: 30.) — Archiv des AI G. Z. 2062/62. — M Pečky. Skelettgrab. Bei der Raffinerie wurde ein Grab gefunden, woraus sich im M in Pečky eine kleine, ziemlich beschädigte Bronze-Augenfibel mit kleinem scheibenartigen Bügel und teilw eise abgebrochenem Nadelhalter er­ halten hat, L 3,6 cm, Inv. Nr. 429. — /. B řeň, AR V 1953, 526.

PLAŇANY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 174. Siedlung. Auf dem Hof der dortigen Zuckerraffinerie riß ein im J. 1894 gem achter Graben eine große aschenhaltige Grube auf (Abmessungen nicht angeführt, sie reichte aber gegen beide Seiten des Grabens in eine Br. von 1 m ). In der Grube fand man einen bedeutsamen Keramikkomplex, hauptsächlich Teile charakteristischer Becher auf schmalen Füßchen, die später als T richtergefäße bezeichnet wurden. Ferner entdeckte man zwei große vasenartige Gefäße mit geglätteter O berfläche, abgesetztem kurzem Hals und einer als Ritzlinie mit Pünkt­ chen herum ausgeführten Mäanderbandverzierung an der Maximalwölbung, H 41 cm, sowie zwei Formen von

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der Art der V orratsgefäße mit schräg angesetztem Rand und augerauhtem Körperunterteil; das eine Stück trägl zwei Henkel oberhalb der Wölbung, das zweite drei schlangenartige plastische Rippen, H 51 cm, 39,8 cm. Ferner konnte man drei solche T richtergefäße mit Ritzverzierung, H 13,8 cm, 13,2 cm, 13,5 cm und Reste eines vierten zusammenkleben. Außer Keramik fand man hier auch Tierknochen. Bereits vor Jahren grub man in der Zucker­ raffinerie einen ähnlichen Becher aus. — f. L. P íč, 1905,307, Taf. LXII: 1—8, /. L. Píč, 1907, 417, Taf. LXIII: 1—8. — NM Inv. Nr. 52990—7, 66144.

PODMOKLY (Bez. Děčín) — Karte Nr. 1. Einzelfund. Im NM liegt der Überrest einer von Feuerglut deformierten, kräftig profilierten Bronzefibel; sie trägt im quadratischen Rahmen eine im Bügelkopf durchbrochene kreisrunde Öffnung. An der Unterseite ist ein Nagel mit flachem Nagelkopf eingeschlagen. Spirale und Nadel fehlen und der Haken trägt eine Ritzverzierung, erh. L 5,2 cm. — NM Inv. Nr. 64944.

POLEPY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 75. Brandgrab. Im M in Litoměřice lag eine gegliederte bauchige Terrine mit schwarzer Oberfläche, die man im J. 1872 beim Bau der Nordwestbahn zwischen Polepy und Hoštka fand, H 19 cm. — /. K ern, Sudeta VI 1930, 50, Abb. 1.

POŘÍČANY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 168. Siedlung? Im NM befindet sich ein Keramikkomplex, der teilw eise in die älteste Periode der römischen Kaiserzelt gehört (Scherben ungegliederter Terrinen mit schräg angesetztem, kurzem Rand und Scherben, deren mäanderartige Verzierung mit einem feinen einzähnigen Rollrädchen vorgenommen wurde). — NM Inv. Nr. 8082— 121 .

PRAHA-BUBENEC PODBABA — Karte Nr. 125. Siedlung. Eine besonders ausgedehnte und bedeutsame Siedlung wurde auf der Ebene von Podbaba und Bubeneč festgestellt, wo diese vom Moldauufer bis zu den sog. Reiserschen Grundstücken reich te; die Siedlung lag also an der Stelle, wo sich zwei Straßen, die ehem alige „Terronská ullce“ (nunmehr „ulice A. A. Zdanova“ ) mit der „Podbabskä ullce“ verbinden, in der Richtung zur Ziegelbrennerei Juliška, dann über das Gebiet des Friedhofs von Bubeneč bis zur Straße „Bůčková třída“ und zum Bahnhof von Bubeneč. Die genannte Siedlung knüpfte an eine Besiedlung aus der Latěnezeit an, überdauerte diese und reichte bis In die ältere und jüngere römische Kaiserzeit hinein. Die hier während des am Ende des vergangenen Jahrhunderts und praktisch bis in die heutigen Tage andauernden lebhaften Baubetriebes vorgenommenen Grabungen hatten größtenteils den Charakter von Rettungs- und G elegenheitsarbeiten und wurden nur zum geringen Teil publiziert. Aber auch aus dem so gewonnenen, nur sehr unvollständigen Material ergibt sich die große w irtschaftliche Bedeutung dieser aus­ gedehnten Siedlung. Es sind dies hauptsächlich Belege für das Hüttenwesen (ungefähr 32 Elsenhüttenöfen), für Weberei, Töpferei, Erzeugung beinerner Gegenstände u. ä. Leider lassen sich die einzelnen beschriebenen Sied­ lungsobjekte im Rahmen der römischen Kaiserzeit schw er datieren, denn hauptsächlich das keram ische Ma­ terial liegt in den Sammlungen des NM miteinander verm ischt und seine Beschreibung bei der Publikation er­ folgte nur als Ganzes. Die Hütten sind laut Angaben regelm äßig, viereckig, nicht allzu tief eingelassen, die Pfosten sind in der Wandmitte eingerammt. Neben Keramik sind es hauptsächlich Eisenlanzenspitzen, Messer, Nadeln (aus Bein und Bronze), Fibeln, W irteln, Kämme, die in der Ausfüllung gefunden wurden. Kontrollierbare Funde aus der ältesten Phase der röm ischen Kaiserzeit: Aus der vom SPSÜ Im J. 1934 in der Reiserschen Sandgrube vorgenommenen Grabung erhielten sich Keramik­ kollektionen, die Insgesamt verziert waren. Es sind dies Scherben von Trichtergefäßen und ungegliederten Schüs­ seln mit kantigen Rändern und Ritz- oder Punktverzierung, manchmal mit einer Henkelandeutung unterhalb des Randes, oder kleine Schüsseln mit kurzem, abgesetztem Hals und ausgestülptem Rand mit feiner Rollrädchenverzierung. — MM Inv. Nr. NM P 5949, P 5945, P 5901. Analoge Funde machte man beim Bau der M autner-Arbeiterhäuser. Neben unverzierten Scherben von Trichter­ gefäßen fand sich einer mit einer Verzierung aus parallelen Linien mit Pünktchen herum, ein anderer mit einer Verzierung aus Rechtecken mit Diagonalen. In diesem Komplex tritt uns aber auch Keramik jüngeren Charakters entgegen. — MM Inv. Nr. P 3447, P 2650, P 2777, P 2666, P 2264, P 2710, P 2664, I 321, P 6123. — Abb. 13. — Aus PragBubeneč publizierte M. Jahn (Altböhmen und Altmähren I 1941, 70, 16, 18) ein ganzes Trichter gef äß mit einer Verzierung In Form einer punktierten scharfkantigen Zickzacklinie sowie den Scherben eines anderen Trichter­ gefäßes mit einer Dreieck- und Diagonalverzierung, die in zwei punktierten Linien verläuft. — Im MM unkontrol­ lierbar. Bei den Gegenständen aus Bein und Metall sind die Inv. Nr. MM P 3414, P 2492, P 3850, P 1957, P 3410, P 1980, P 5905, I 386 als Komplexe nicht feststellbar. — L. Š n ajdr, Pam. arch. XVII 1896—7, 76—7, J. L. Píč, 1905, 309, J. A. Jíra, CSPSC VI 1898, 147 ff.; d ers. CSPSC XV III—XIX, 1—32 (Sonderdruck), /. Filip, Praha prayěká, 1949, 111, R. P leiner, 1958, 154 ff. Mit der Bezeichnung „Přední Ovenec“ liegt im NM eine ungegliederte Terrine mit verstärktem Rand, H 26 cm, Inv. Nr. 9152. — Taf. II: 7. — Ferner befinden sich im NM Keramikscherben aus Prag-Bubeneč unter Inv. Nr. 3763—71, 2371—7, worunter auch Scherben aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzelt Vorkommen. — Im J. 1931 untersuchte man auf der nordöstlichen Seite zwei Töpferöfen. — Archiv des AI G. Z. 2927/31. Im J. 1947 hob man im Garten der Reiserschen Malzfabrik einen Graben für die Gasleitung aus, wodurch u. a. wiederum Objekte aus der römischen Kaiserzeit bloßgelegt wurden. Unter der mehr oder minder zufällig gewonnenen Keramik finden sich Scherben von Trichtergefäßen und Ränder von Schüsseln mit verstärktem , aus­ gestülptem Rand; diese sind entweder ungegliedert oder haben einen kleinen, abgesetzten Hals und dann durch­ wegs feine Rollrädchenverzierung. Die gröberen Scherben mit eingebogenem Rand tragen eine Eindrücke-, Rillen­ oder Kammstrichverzierung. — MM.

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Abb. 13. P raha-B u ben eč. K eram ik au s d en S ied lu n g so b jek ten . MM 2/3

Brandgräber. Ein in Größe und Bedeutung dieser ausgedehnten Siedlung entsprechendes Gräberfeld konnte nicht festgestellt werden. Wir haben lediglich einige Andeutungen dafür, daß es sich vielleicht in der Umgebung der Straße „Terronská ulice“ (jetzt „ulice A. A. Ždanova“ ) und des Objekts „Modrá růže“ ausbreitete. Im NM liegt ein situlaförm iges Gefäß mit abgerundetem Rand und senkrecht geritztem Körper von noch junglatěnezeitlichem Charakter, H 19,1 cm, Inv. Nr. 51778 und eine schwarze ungegliederte Terrine mit graphitierter Ober­ fläche, geradem abgesetztem Rand und einem Zierband aus Rechtecken mit Diagonalen an der Wölbung, das aus einer punktierten Linie besteht; davon verlaufen noch drei senkrechte Streifen gegen den Boden, H 16,4 cm, Inv. Nr. 51779, Taf. VIII: 5. — Im Inventar /. A. Jiras im MM P 2368—415 aus den Jahren 1899 oder 1900 ist die Aus­ stattung einiger beim Objekt „Modrá růže“ aufgefundener Brandgräber aufgezeichnet. Bestattung I lag angeblich in einer Urne vom Typ eines Trichtergefäßes und enthielt weiter eine gebogene Lanzenspitze und ein Eisen­ messer. Bestattung II beinhaltete ein unkomplettes Gefäß, eine Glaskoralle, ein Eisenbruchstück und ein Stück „Harz“, Bestattung III das Bruchstück eines Eisenringes und zwei Stücke einer Beinnadel, Bestattung V lag in einer mit einem weiteren Gefäß zugedeckten Urne und enthielt das Bruchstück einer Eisenfibel, Bestattung VI wurde lediglich durch ein Gefäß mit verbrannten Knochen repräsentiert, Bestattung VIII In einem Gefäß auf einem Füßchen und beinhaltete einen Eisenring, eine Eisenfibel, zwei Eisenmesser, sechs Eisenstücke, „Harz“ und einen Feuersteinabschlag, Bestattung XII enthielt eine auf der Töpferscheibe erzeugte Urne und darin vier Bronzefibeln, eine Bronzenadel mit einem kugelförmigen Kopf, das Bruchstück eines sichelförm igen Eisen­ messers, Bronze- und Eisenbruchstücke und „Harz“, Bestattung XIV enthielt zwei beinerne Rädchen, eine beinerne Nadel mit geritztem Kopf, ein Tonwirtel, einen Eisenhaken, eine eiserne Nadelspitze, „Harz“, ein Stück Bronzeblech, vielleicht den Rand eines Bronzegefäßes. Von diesen Funden gelang mir lediglich die Identifizierung von 4 Bronzefibeln aus Grab XII. Es sind dies: eine kräftig profilierte Fibel der Frühform mit kurzer Spirale und beschädigtem, ursprünglich durchbrochenem Nadelhalter, L 5,9 cm, Inv. Nr. P 2395, Taf. VIII:- 1, eine Fibel desselben Typs mit abgebrochener Nadel, L 5,8 cm, Inv. Nr. P 2396, Taf. VIII: 3, eine kräftig profilierte Bronze­ fibel sehr einfachen Typs mit einem kleinen dreiteiligen Bügel und abgebrochenem Nadelhalter, L 4 cm, Inv. Nr. P 2397, Taf. VIII: 4, eine Bronzefibel desselben Typs bloß mit einer abgebrochenen Nadel und langem, einigemal durchbrochenem Nadelhalter und knopfartigem Fuß, L 6,5 cm, Inv. Nr. P 2398, Taf. VIII: 2. Beim Bau des östlichen Blocks in der Gasse „ulice A. A. Zdanova“ beim ehemaligen Objekt „Modrá růže“ fand man im J. 1938 einige ärm liche Brandgräber aus der römischen Kaiserzeit in zerfallenen Gefäßen, über die nähere Einzelheiten fehlen. — Zuw. Nr. AI 10—20/38. — NM. Skelettgräber. Bei der Umgestaltung der Gasse „ulice A. A. Zdanova“, von wo die obenwähnten Belege für Brandbestattungen stammen, wurde im J. 1929 auf der Parz. Nr. 265 ein Skelettgrab in einer T von 60 cm bloß­ gelegt. Es war von Steinen bedeckt. Sein Inventar wurde an das NM abgeliefert. Es enthielt ein grobes Miniatur­ gefäß mit eingezogenem Rand, H 4,5 cm, Inv. Nr. 40786; zwei runde Pechstücke, Inv. Nr. 40789—90; drei BronzeAugenfibeln, L 6,4 cm, Inv. Nr. 40791—3; eine Bronzeschnalle mit einem kleinen quadratischen Doppelplättchen mit 4 Nieten und einem rechteckigen Rahmen, L 6,1 cm, Inv. Nr. 40794; eine ziemlich verrostete Eisenschere mit abgebrochenen Spitzen, L 19,5 cm, Inv. Nr. 40795. Außer diesen Gegenständen, die in der Publikation angeführt sind, gehörten noch zum Grabinventar: ein kleiner Feuersteinabschlag, Inv. Nr. 40788, und ein winziger Scherben eines auf der Töpferscheibe gedrehten Gefäßes aus feingeschwemmten Ton, Inv. Nr. 40787. — L. H o rá k o v á —Jan sová, Zprávy čsl. str. AÚ II—III, 1929—30, 80—82, Abb. 50. Im J. 1942 stieß man beim Bau des Wohnhauses Nr. 843 in der Gasse „Albánská ulice“ auf ein Skelettgrab, vielleicht unter einer Steinverschüttung. Es enthielt einen gegossenen Bronzekessel mit einem Ausgußrohr und einem starken Innenbelag aus weißem Metall, H 10,3 cm, ein vasenförmiges Gefäß mit einer plastischen waag­ rechten Rippe an der Schulterpartie, H 17,5 cm, eine achtförm ige Bronzeschnalle mit einem von vier Nieten be­ setzten rechteckigen Plättchen, L 13,1 cm, eine profilierte Riemenzunge, L 7,3 cm, eine beschädigte Bronze-Augen­ fibel, L 4,7 cm, eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform, L 5,4 cm. Vielleicht aus einem weiteren Skelett­ grab stammte eine während des Krieges verlorengegangene Kanne mit stilisierter Figuralverzierung des Henkels [H. f. E ggers, 1951, Typ 124). — B. N ovotny, Pam. arch. XLVI 1955, 254—5, Abb. 12— 15. — NM Inv. Nr. 40511—516. Auf derselben Parzelle Nr. 265/1 wie das Grab aus dem J. 1929 untersuchte man bei der Aushebung der Funda­ mente für das Wohnhaus Nr. 717 im J. 1948 ein w eiteres reich es Skelettgrab. Die zur Hälfte beschädigte Grabgrube wies im erhaltenen Teil die Abmessungen 130X 160 cm, T 120 cm auf. Das Skelett lag rücklings, mit dem Haupt gegen Südosten und die Hände neben dem Körper (die Füße bis zum Becken waren vernichtet). In der Lenden­ gegend lag ein Gürtelhaken und eine Schnalle aus Bronze. Der Gürtelhaken hatte einen Rahmen mit einem Haken In Gestalt eines Vogelkopfes, zwei Schließen aus Bronze und ein mit Nieten besetztes Plättchen. Die achtförm ige Schnalle hat ein rechteckiges Doppelplättchen. Dicht neben der Schnalle zur rechten Seite des Toten lag ein Hängebeschlag aus Bronze und drei kleine durchbrochene Beschläge. Auf derselben Seite fand man in der Lenden­ partie eine Riemenzunge, L 5,6 cm. Mitten in der Brust lagen sodann zwei kräftig profilierte Fibeln mit Tier­ köpfchen anstelle des Bügels, von denen die eine mit dem Fuß gegen den Schädel, die andere gegen das Becken gerichtet war. An der linken Brustseite lag eine Bronze-Augenfibel und eine w eitere vom gleichen Typ unweit der linken Schulter, hinter dem Haupt sodann eine mit einem Silberdraht am Bügel verzierte Rollenkappenfibel. Rechts vom Schädel stellte man einen unförmigen schwarzen Fleck fest, der laut chem ischer Analyse das Über­ bleibsel eines organischen Stoffes, w ahrscheinlich Reste von Lederschuhen, darstellt, da er kleine Bronzebeschläge und zwei kleine Stuhlsporen enthielt. Rechts lag eine Gruppe von 25 Flußkieselsteinen. Im südwestlichen Zipfel der Grabgrube standen zwei Gefäße: eine schw arzgeglättete Tonvase mit zwei plastischen Leisten unterhalb des Randes (H 19,5 cm) und eine Bronzekasserolle mit einem Schwanenkopfbügel [H. J. E g g ers, 1951, Typ 131). Weitere drei Gefäße standen laut Aussage der Arbeiter an der rechten Seite zu Füßen des Skeletts: eine Bronze­ schüssel mit beweglichen Henkeln (H. /. E ggers, 1951, Typ 92), H 11,7 cm, eine Bronzekanne mit einem stilisierten Henkel in Frauengestalt, H 14,6 cm (H. /. E g g ers, 1951, Typ 124), und eine Bronzeschüssel (Patera) mit einem längsgerillten gegossenen Handgriff, H 5,4 cm [H. J. E ggers, 1951, Typ 155). Alle drei angeführten Gräber lagen unweit voneinander und bildeten w ahrscheinlich einen kleineren Friedhof. — B. N ovotný, AR I 1949, 52; ders., Pam. arch. XLVI 1955, 227 ff. — MM.

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PRAHA-HLOUBĚTÍN — Karte Nr. 127. Siedlung. Im NM liegen neben gröberen gerauhten Scherben mit eingezogenen Rändern auch Scherben mit feiner Rollrädchenverzierung, der Scherben eines doppelhenkeligen Gefäßes mit schräg angesetztem Rand und massivem kleinem Henkel und der Teil einer Schüssel mit verstärktem , schwach abgesetztem Rand und einem Körper mit senkrechter Kammstrichverzierung (Inv. Nr. 22362—375).

PRAHA-MICHLE — Karte Nr. 121. Siedlung. J. Axamit stellte im Profil der Sandgrube gegenüber dem ehemaligen Gasthaus „U nové Prahy“ ein Siedlungsobjekt fest, woraus er Keramikscherben aus der römischen Kaiserzeit gewann. Im NM Hegt ein Stück eines halbkugelförmigen Gefäßes mit typischer eingeritzter Verzierung in Form von Rechtecken mit Diagonalen an der Schulterpartie sowie einige w eitere Bruchstücke desselben Alters (Inv. Nr. 46817—21). — /. Axamit, Pam. arch. XXVIII—1916, 139—43. Skelettgrab. Bei der Arbeit auf einem nicht näher bestimmten Neubau stießen die Arbeiter auf ein Grab; es enthielt eine höhere ungegliederte Terrine mit ausgnstülptem, verstärktem Rand und lichtbrauner Oberfläche, H 12,7 cm, und eine ungegliederte Amphore mit abgerundetem Rand, worunter zwei unregelmäßige Henkel angesetzt sind (der eine ist etwas eingeknickt), H 11,5 cm. — J. N eústupný, Pam. arch. XXXVI 1928, 30, 114. — NM Inv. Nr. 36984— 5.

PRAHA-SMÍCHOV — Karte Nr. 124. Einzelfunde. Bel der Aushebung der Fundamente für das Gefängnis des dortigen Bezirksgerichtes fand man eine kräftig profilierte Bronzefibel mit abgebrochenem Nadelhalter und dem Unterteil des Bügels, L 5,5 cm, (NM Inv. Nr. 64955). H insichtlich des Fundes eines durchbrochenen Bronze-Gürtelhakens sind keine Fundum­ stände bekannt. — J. L. PÍČ, 1905, 307, Abb. 60; /. L. Pu5, 1907, 414, Abb. 60.

PRAHA-VIN OHRADY — Karte Nr. 123. Brandgräber. Beim Bau der elektrischen Straßenbahn entdeckte man gegenüber der Remise Brandgräber, die mit verschiedenen Metallgegenständen ausgestattet w aren; hiervon lassen sich folgende ,im NM identifizieren: zwei eiserne Lanzenspitzen, ein Stuhlsporn mit starkem Stachel, eine Bronze-Augenfibel, und ein Wetztein. Die übrigen Funde sind jünger. — J. L. Píč, 1905, 304, Taf. LVI: 17—19; J. L. Ptö, 1907; 411; Taf. LVI: 17—19. — NM.

PRAHA-VRŠOVICE — Karte Nr. 122. Siedlung. Im NM liegen folgende Keramikscherben: Randteile mit schräg angesetztem, verstärktem Rand (in einem Fall mit einem rudimentären Henkel samt durchbrochener kleiner Öffnung), die Scherbe eines Gefäßes, die an der Maximalwölbung eine plastische bogenartige Verdickung und am Unterteil waagrechte Kammstrich­ verzierung trägt, die Scherbe einer Wölbung mit zwei flachen w aagrechten Rippen (Inv. Nr. 4015—111). — K. V laöiha, Obzor praeh. I 1910, 15. Einzelfund. Aus der ehemaligen Rennerschen Sandgrube stammt ein hohes zweihenkeliges Gefäß mit abge­ brochenen Henkeln, die ursprünglich erst unterhalb des kurzen, abgesetzten Halses ansetzten, H 28 cm, — Sammlung PI Prag, Inv. Nr. 1286.

PRAHA-VYSOCANY — K arte Nr. 126. Brandgräber. Im ]. 1855 wurden an der nach Brandýs führenden Landstraße beträchlich verrostete Eisen­ gegenstände In einem Gefäß aufgefunden. Im J. 1888 fand man in der dortigen Ziegelei ein Grab „mit Fibeln vom römischen Provinzialtyp, zwei silbernen und drei eisernen, und mit einer Trense“. Im J. 1897 stieß man bei der Grabung einer neuen Einfahrt aufs Feld hinter der Zuckerraffinerie auf zwei Bestattungen, die in unverzierten Urnen 1,5 m voneinander entfernt lagen. Im NM lassen sich folgende Gegenstände Identifizieren: eine ziemlich niedrige, graubraune Terrine mit glatter Oberfläche, verstärktem , abgerundetem Rand und längerem Hals, der sich durch eine flache Leiste absetzt; das Gefäß weist eine verhältnism äßig sch arf gebrochene Wölbung auf, K 15,3 cm, Taf. XII: 1, (Inv. Nr. 60626); ferner fand man dort ein vasenartiges Gefäß mit graubrauner Oberfläche, breiter Wölbung, verstärktem , abgerundetem Rand und kurzem Hals, der sich durch eine seichte Furche hiervon absetzt, H 19,5 cm, Inv. Nr. 60625, Taf. XII: 12. Zu diesem Gefäß gehören folgende Gegenstände: zwei kräftig profilierte Bronzefibeln der Frühform mit beschädigtem Nadelhalter, L 6,2 cm, 5,6 cm, Inv. Nr. 60668—9, Taf. XII: 14, 15; das Bruchstück einer kräftig profilierten Fibel (Kopf samt Sp irale), erh. L 2,7 cm, Inv. Nr. 60670, Taf. XII: 4; der Beschlag des Unterteils eines Trinkhorns, H 3,9 cm, Inv. Nr. 60671; zwei Bruchstücke eines bronzenen Rand­ beschlags für ein Trinknorn, Inv. Nr. 60672—3, Taf. XII: 5; zwei Bronzenadeln mit kugelförmigen Köpfen und einem kleinen Wulst am Hals, L 10,5 cm, 10 cm, Inv. Nr. 60674—5; das Bruchstück einer Nadel desselben Typs, Inv. Nr. 60676; Bruchstücke eines bronzenen H ängebeschlags?, L eines Glieds 3,9 cm, Inv. Nr. 60677, Taf. XII: 8—10; ein sichelförm iges Eisenmesser mit geschweiftem Griff, L 9,5 cm, Inv. Nr. 60678, Taf. XII: 3; Stücke einer Eisenschere mit breiten Klingen, Inv. Nr. 60679, Taf. XII: 11. Ferner liegt im NM der Großteil eines Gefäßes mit grauschwarzer O berfläche und verengtem Hals, der sich durch zwei waagrechte Rillen von der breiten Wölbung absetzt, erh. H 19 cm, Inv. Nr. 60685. Aus den weiteren beschädigten Gräbern mit der Bezeichnung „Zuckerraffi­ nerie“ stammt eine ganze Reihe von Funden. Außer Gegenständen jüngeren Charakters sind dies: ein Stück vom Unterteil des Bügelknopfes einer Bronze-Augenfibel, L 3,6 cm, Inv. Nr. 60667, Taf. XII: 6; der Teil vom BügeJ einer kräftig profilierten, massiven Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen, L 2,7 cm, Inv. Nr. 60666, Taf. XII: 7; ein langes sichelförm iges Messer mit kantigem Griff und Einkerbungsverzierungen an den Kanten, L 10,8 cm, Inv. Nr. 60665, Taf. XII: 13; eine graubraune hohe Terrine mit abgesetztem Rand und großer bogenförmiger Kamm sstrich­ verzierung von der Wölbung gegen den Boden, H 17,5 cm, Inv. Nr. 60684, Taf. XII: 2. — J. L. Píč, 1905, 304, Abb. 57; /. L. Píč, 1907, 411, Abb. 57.

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PROSMYKY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 71. Siedlung. Aus dem J. 1897 befindet sich im NM eine größere Menge Siedlungskeramik. Der Komplex ist ziem­ lich heterogen und enthält u. a. auch Scherben aus der ältesten Periode der römischen Kaiserzeit (Fuß eines Trich­ tergefäßes, ungegliederte Terrinen mit ausgestülptem, abgesetztem Rand, Ornamente entweder als eingeritzte Linie mit Pünktchen herum oder als Rollrädchenverzierung. (Inv. Nr. 3330—47, 7790—803). — /. L. P íč, 1905, 309; f. L. Píč, 1907, 417. Brandgräber. Im J. 1912 wurde ein Brandgrab gefunden, worin zwei gleiche Bronze-Augenfibeln, zwei (in Klammerform) umgebogene Nadeln, zwei Bronzenadeln mit kugelförmigen Köpfen (eine hiervon gebogen) sowie eine Bronzenadel mit einem Längsöhr lagen. Das Inventar des zweiten Grabes bildeten wiederum zwei BronzeAugenfibeln und der Boden einer beschädigten gerauhten Urne. — /. K ern, Sudeta VI 1930, 54 ff., Abb. 4.

PREČAPLY (Gemeinde Údlice, Bez. Chomutov) — K arte Nr. 22. Siedlung. Im M in Teplice liegt eine Scherbe vom Oberteil eines Trichtergefäßes mit schwarzer Oberfläche und einer Verzierung aus liegenden Dreiecken in Rollrädclienausführung (Inv. Nr. 3128), der Teil einer Schüssel mit schräg angesetztem Rand und einer Verzierung aus w aagrechten Linien, Scherben ungegliederter Schüsseln mit verstärktem , geradem Rand sowie ein Amphorenrand mit massivem zylindrischem Henkel. Üblich ist die Eindrückeund Furchenverzierung an den Scherben gröberer Gefäße. — H. P reid el, 1935, 98/1—99/1, Taf. XIV: 4, 8, 10, 12. — M Teplice, Dep. Nr. 1—2, Inv. Nr. 3123—48 (darunter aber auch Scherben der Knovizer und neolithischen Kultur).

PREDMĚRlCE NAD LABEM (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 214. Siedlung. Im J. 1931 untersuchte man in der Ziegelei der dortigen Zuckerraffinerie eine 190 cm tiefe und am Rande 140 cm breite Grube. Sie hatte kesselförm ige Gestalt und verengte sich etwas gegen den Boden zu. Ara Boden lagen Asche, Holzkohlenstücke, Stücke vom Lehmbewurf und ein großes Gefäß. Ungefähr 1 m östlich davon fand man in einer etwas seichteren Grube das Skelett eines Hundes und ein Schädelstück eines nicht näher be­ stimmten Tieres. Das Gefäß hat lichtgraue, eher glatte O berfläche, ist ungegliedert, mit einem etwas schräg angesetztem Rand, der den Anschein erweckt, als sei er in die breite Wölbung eingedrückt, H 29,5 cm (M Hradec Králové, Inv. Nr. 4124, Taf. XXXI: 9 ). — /. Filip, 1948, Taf 41: 45; Heft IV der Terrainaufzeichnungen des M in Hradec Králové, S. 152.

PREROV NAD LABEM (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 158. Siedlung. J. Axamit rettete aus den Gruben an der Landstraße gegen den Ort „Císařská kuchyně“ Keramik­ scherben, die in die älteste Phase der römischen Kaiserzeit gehören. Es sind dies z. B. Scherben ungegliederter halbkugelförmiger Schüsseln, manchmal mit einem plastischen Buckel anstelle des Henkels, sonst wieder mit feiner Rollrädchenverzierung, sowie Scherben mit plastischen, flachen Leisten am abgesetzten Hals oder solche mit Furchen- oder Eindrückeverzierung. — NM Inv. Nr. 46433—42. In der Sandgrube an dem Weg nach Čelá­ kovice wurde eine Siedlung aus der römischen Kaiserzeit festgestellt. — A. S to ck ý , Pam. arch. X XX III—1923, 339. Brandgräber. Ein ausgedehntes, beträchtlich beschädigtes Gräberfeld breitete sich auf zahlreichen Parzellen des Schloßparkes südwestlich vom Dorf aus. J. Axamit (Pam. arch. XXXI— 1919; 5—6, Abb. 1—3) publiziert drei Gefäße von beträchtlich altertüm licher hallstattzeitlicher Form, hinsichtlich der übrigen Gräber spricht er die Ansicht aus, sie entsprächen in ihrem Inventar den üblichen Gräbern aus der römischen Kaiserzeit. Im NM finden sich aus der Sammlung A xam its zahlreiche Gegenstände aus zerstörten Gräbern sowie zwei bestimmtere Komplexe. Eine Bestattung lag in einer breiten Terrine mit kantigem, mäßig ausgestülptem Rand, abgesetztem Hals und einem Band aus eingeritzten Dreiecken an der Wölbung. Der Unterteil des Gefäßes ist aufgerauht H 17,5 cm ), Inv. Nr. 46519. Taf. III: 2. Ferner wurden hier gefunden: eine verbogene Bronzenadel mit profiliertem Kopf, L 7,9 cm, Nr. 46520; eine Bronze-Augenfibel, L 6,3 cm, Nr. 46521; eine Bronze-Augenfibel mit abgebrochener Nadel, L 6,3 cm, Nr. 46522; ein Stück vom Bügel ein er Bronze-Augenfibel, L 4,3 cm, Nr. 46523. Die zweite Bestattung lag in einem ungegliederten, höheren, terrinenartigen Gefäß mit verstärktem , mäßig ausgestülptem Rand und senkrechter Furchenverzierung an der unteren Hälfte. Die glatte obere Hälfte wird hiervon durch eine waagrechte Linie ge­ schieden, H 18,3 cm, Nr. 46784, Taf. III: 8. Das Grab enthielt ferner eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform, L 6,8 cm, mit dem abgebrochenen Nadelteil, Nr. 46786; ein Bruchstück von der Spirale und vom Bügel einer Bronzefibel desselben Typs, L 2,8 cm, Nr. 46786; einen kreisförmigen eisernen Gürtelhaken mit senkrecht hervortretendem Knopf, L 4,8 cm, Nr. 46787. Aus den beschädigten Gräbern stammen folgende Gegenstände: eine Bronze-Augenfibel, L 6,2 cm, Nr. 46896, ein Stück vom Unterteil des Bügels einer Bronzefibel mit mäanderartig durchbrochenem Nadelhalter, Nr. 46897, eine profilierte Riemenzunge aus Bronze, L 5 cm, Nr. 46898, ein bronze­ nes Hängeglied eines Trinkhorns, L 6,2 cm, Nr. 46899, ein rechteckiger, durchbrochener Bronzebeschlag, L 3 cm, Nr. 46900, drei Stücke von rechteckigen Befestigungsplättchen eines bronzenen Gürtelhakens mit einer Schließe und einem Rahmen samt Häkchen in Gestalt eines Vogelköpfchens, Inv. Nr. 46901—3; ein sichelförm iges Eisen­ messer mit profiliertem Griffende, L 14,5 cm, Nr. 46904, ein kleiner Eisenspeer mit blattförm iger Klinge und langer Tülle, L 10,8 cm, Nr. 46905; zwei Eisenspornen mit kegelförmigem Stachel, L 8,5 und 7,8 cm, Nr. 46641—2. Im J. 1936 fand man ein grauschwarzes Gefäß, H 13 cm,' Taf. III: B, mit zwei Zierstreifen an der Wölbung, die aus einem m ittels feinen Rollrädchens darin ausgeführten Ornament in Form von Rechtecken mit Diagonalen bestand (Nr. 46544), sowie den Teil eines graubraunen Gefäßes mit abgesetztem Hals und ausgestülptem, kurzem Rand, Nr. 46993. Im J. 1923 wurde ein Brandgrab bloßgelegt, woraus ein graubraunes, bauchiges Gefäß mit abgesetztem Boden und einer kräftigeren plastischen Leiste oberhalb der Wölbung, H 18 cm, Nr. 40834, erhalten blieb. Taf. III: 7. Ohne nähere Angaben ist der Fund einer graubraunen bauchigen Terrine, H 15 cm, Nr. 46572, und eines großen Trichtergefäßes mit feiner Rollrädchenverzierung an der Wölbung und am Füßchen, H 18 cm, Nr. 46515. Dieses Gefäß spricht wegen seiner Größe am ehesten für einen Grabfund; Abb. 19: 1. — f. Axamit, Pam. arch. XXXI 1919, 5—6, Abb. 1— 3. Auf ein nicht näher bestimmtes Brandgrab bezieht sich der Bericht L. S n ajdrs über einen Fund

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auf Feld Nr. 163 (verbogene Eisengegenstände, Schwert, Lanze, Sporn, Schildbuckel, Schere, kleiner Eimer u. S.). L. Šnajdr, Pam. arch. XXI 1904, 142 ff. Einzelfund. Im M in Čelákovice liegt ein kleines 12 cm hohes Trichtergefäß, das an der Wölbung eine mittels einfachen Rollrädchens in zwei Zügen ausgeführte Zickzacklinie als Verzierung trägt. Taf. III: 1.

PŘEŠTOVICE (Bez. Strakon ice) — Karte Nr. 224. Siedlung. Auf dem Süd- und Osthang einer mäßigen Anhöhe, unweit des linken Ufers des Flusses Otava, breitet sich eine Siedlung aus. In den Jahren 1932—4 wurde sie teilw eise von B. D ubský und dem AI auf den Parz. Nr. 270, 271, 269, 261 der Gemeinde Přešťovice und auf Nr. 251 und 252 der Nachbargemeinde Slanik unter­ sucht. B. D ubský liefert eine verhältnismäßig eingehende Beschreibung der einzelnen Siedlungsobjekte, die Funde aus der Ausfüllung sind aber oft als Ganzes beschrieben, so daß sich die einzelnen Komplexe heute nur sehr schwer überprüfen lassen. Mit einer Analyse und kritischen Würdigung der Keramik der älteren Phase der römischen Kaiserzeit befaßte sich A. R ybová (AR V III—1956 208 ff.) und stellte fest, daß von 29 untersuchten Objekten in 14 davon Scherben von Trichtergefäßen gefunden wurden. Aus den Beschreibungen D ubskýs und auch der Analyse von A. R ybová ergibt sich eine lange Dauer dieser Siedlung, wobei die älteren Gruben in der Jüngeren Phase offensichtlich beschädigt wurden ( Bruchscücke von Terra-sigiliata-W aren u. ä.J. Die Gesamtsituation ist heute nicht völlig übersichtlich, denn es fehlen durchwegs Forschungspläne, die im NM und im M in Strako­ nice aufbewahrten Funde werden nicht nach den einzelnen Komplexen unterschieden; außerdem ist auch die Abbildung der betreffenden Keramik durchwegs ziemlich undeutlich. Laut A. R ybová lassen sich mit dem Horizont der Trichtergefäße lediglich Hütte I und III von den Grabungen B. D ubskýs aus dem J. 1932 und Grube 1 von der Grabung des AI aus dem J. 1934 bezeichnen. Hütte I hatte unregelmäßig rechteckigen Grundriß von den Ab­ messungen 5,5 m X 3 —3,2 m, innen wurde ein Laufgang von 38—40 cm Br. und 40 cm T festgestellt, von dem die Wände fast steil in eine T von 75 cm unter den Ackerboden abfielen. Gegen Süden von der Hütte zog sich eine ungefähr 5— 10 cm mächtige Kulturschicht hin und in einer Entfernung von‘1 m entdeckte man eine kleinere Grube von den Abmessungen 2,5 m X l,2 m. Hütte III von den Abmessungen 5 X 4 m war 30—40 cm tief und ent­ hielt in der Mitte eine kreisrunde Grube vom D 150 cm und einer T von 50 cm. Grube 1 aus dem J. 1934 hatte unregelmäßig kreisförmigen Umfang, einen Maximal-D von 2,25 m, fast geraden Boden und an der West- und Südseite steile, in eine T von 70 cm in den Boden hineinreichende Wände. — B. Dubský, 1937, 11—34; B. Dubský, 1949, 400—425.

RADIM (Bez. Kolín) — Karte Nr. 175. Siedlung. Im NM liegt eine größere Menge Keramik entweder mit der Bezeichnung „Šance“ oder ohne Bezeichnung, wo sowohl ältere Formen Vorkommen: Scherben von Trichtergefäßen, ungegliederte Terrinen mit ausgestülptem Rand und Kammstrichverzierung am Körper, Scherben mit einer feinen, m ittels Rollrädchen aus­ geführten Verzierung in Gestalt einer Rauhung mit Schlickbew urf, größere Schüsseln mit abgesetztem Hals, in einem Fall mit einer feinen, m ittels Rollrädchens gezogenen Zickzacklinie an der Wölbung u. ä. Es ist auch möglich, daß ein Teil des M aterials aus einer ausgedehnten Siedlung stammt, die sich laut J. L. Piö zwischen Pičhora und Radim ausbreitete; J. L. Piö, 1905, 309; /. L. Piö, 1907, 417. — NM Prag Inv. Nr. 3417—40, 3372—415 (hier auch einige Scherben der Bylaner Kultur), 3450 (M iniaturgefäß auf einem Füßchen), 3449 (Tasse mit einem massiven abgebrochenen Henkel). — Eine Siedlung aus der römischen Kaiserzeit erwähnt ferner Fr. D vořák auf dem dortigen Schulgarten, Fr. D vořák, Kolínsko 146. I Brandgräber. Aus der Trasse „V iselec“ oberhalb des Bahnhofs wurden dem NM folgende Gegenstände aus Brandgräbern geschenkt: eine Bronzeschere mit mäßig geschweiftem, verstärktem Rücken, der im Knie eine schräge Kerbverzierung trägt. Beide Klingen sind am oberen Ende kreisförmig durchbohrt, L 13, 6 cm (Inv. Nr. 53164); das Bruchstück einer achtförmigen Bronzeschnalle, wovon ein Teil des geschweiften Rahmens, der kan­ tige Dorn und Überreste des Plättchens mit Nieten erhalten blieben, L 10,2 cm (Inv. Nr. 53165); ein Bronze­ plättchen aus feinem Blech von ursprünglich rechteckiger Gestalt mit zwölf von konzentrischen Kreisen umstan­ denen Nietenlöchern, Abmessungen 52X 38 mm (Inv. Nr. 53166); dieses Plättchen stammt w ahrscheinlich aus einem Gürtelhaken mit einem Rahmen samt Vogelköpfchen als Verzierung; eine kunstvoll profilierte Bronze­ nadel mit einer kelinen kreisrunden Öffnung in der Mitte (Inv. Nr. 53167); ein halbkugelförmiger Bronze­ beschlag von zylindrischem Körper und verstärktem Rand, H 26 mm (Inv. Nr. 53168); ein Bronzering, der in einem ziemlich abgeblätterten Beschlag aus umgebogenem Bronzestreifen sitzt (Inv. Nr. 53169); ein kunstvoller Bronzebeschlag von rautenförm iger Basis mit einem Niet in der Mitte, L 34 mm (Inv. Nr. 53170), ein Bronze­ beschlag aus einem umgebogenen Bronzeblech mit herzförmigem Ausläufer und einem Niet darin (53181).

RADOVESICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 54. Skelett- und Brandgräber. In einem Steinbruch am Nordende des Dorfes fand man im vergangenen Jahr­ hundert ein Skelettgrab. Der Schädel lag in einer Bronzeschüssel und die Bestattung hatte als Beigaben eine Schere aus Bronze, einen Trinkhornbeschlag, Ringe und Schnallen. Im NM lassen sich hiervon folgende Gegen­ stände identifizieren: ein flache Bronzeschüssel (H. J. Fuggers, 1951, Typ 69), H 5,3 cm vom D am Boden 23, 2 cm, Inv. Nr. 52983, eine Bronzeschere mit messerförmigen Klingen, die im Oberteil kunstvoll durchbrochen sind, mit mäßig geschweiften Schenkeln und einem erw eiterten Bogen, Pünktchenverzierung und Furchung, L 12 cm, Inv. Nr. 52694, ein vasenförmiger Trinkhornbeschlag, dessen Körper in drei Zipfel ausläuft, die mit eingeritzten Rin­ gen und schräger Einkerbung verziert sind, H 8,6 cm, Inv. Nr. 52698. — J. L. Piö, 1905, 303, Taf. LI: 2, 10, 11. Das zweite Skelettgrab aus dem J. 1914 stammt w ahrscheinlich aus der Nähe des ersten, aus dem Steinbruch des H. Venclíček. Das ausgestreckte Skellet lag in einer T von 75 cm und hatte um den Kopf 4 Bronzefibeln, 6 Na­ deln, das Stück eines Gürtelhakens, einen Ring und einen ovalen Gürtel. In der Sammlung des M ln Libo­ chovice (heute in Lovosice) lassen sich heute folgende Stücke identifizieren: einigermaßen beschädigte, kräftig profilierte Bronzefibeln der Frühform mit kantigem Bügel, L 6,1 cm, 6 cm, 6,3 cm, 6 cm, (Taf. IX: 1, 2 ); der Teil eines durchbrochenen Bronzegürtelhakens mit einem Häkchen in Gestalt eines Vogelköpfchens, L des erh. Stückes

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Abb. 14. Funde aus d en B ran dgräbern : 1 Horní Jiřetín , 2 —5 R ad ov esioe, M. L ov osice. 1/1. 1—5 — Bronze.

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9 cm (Taf. IX: 3 ); 4 Nadeln mit profiliertem Kopf (eine in der Mitte mit einer kreisförmigen, die andere mit einer länglichen Öffnung, zwei ohne Öffnungen), die längste hiervon 13,2 cm, (Taf. IX: 4—7 ); eine Nadel mit kugelförmigem Kopf, L 6,8 cm, (Taf. IX: 8 ); sie ist wie eine Krücke umgebogen; eine Bronzeahle mit abge­ brochenem O berteil; ein Bronzering aus einem kantigen Stäbchen vom D 1,7 cm, (Taf. IX: 9 ); ein rechteckiges gebogenes Blech, das an den kürzeren Seiten röhrenförmig eingerollt ist. (Taf. IX: 10). — Tagebuch K řen eks im M in Libochovice, S 27. — Im NM in Prag liegt eine ganze Reihe von Funden, entweder mit der Bezeichnung aus dem Steinbruch des H. V enclíček oder als Geschenk, deren Fundumstände unbekannt sind. Möglicherweise stam ­ men einige aus weiteren Skelettgräbern, andere aber tragen Brandspuren oder sind gewellt oder verbogen, so daß man ihre Herkunft aus Brandgräbern voraussetzen kann. Gegenstände im NM: eine kräftig profilierte Bron­ zefibel mit knopfartig endendem Fuß und durchbrochenem Nadelhalter, Inv. Nr. 52690; zwei Bruchstücke einer Schüssel mit beweglichen Henkeln, der Randteil und Ansatz eines Henkels in Form einer Palmetta (H. J. E ggers, 1951, Typ 91), Inv. Nr. 52691, 52699; ein durch Feuerglut beschädigter Teil eines zu einem Ring zusammenge­ rollten kantigen Stäbchens, L 79 mm, Inv. Nr. 52692; ein an einer Seite abgeflachter Lignitarmring, der aber w ahrscheinlich nicht zu den Grabfunden aus der römischen Kaiserzeit gehört, da in derselben Lage auch andere latěnezeitliche Gegenstände gefunden wurden, Inv. Nr. 52693; eine bronzene Nadel mit krückenartig umge­ bogenen, plattgeklopften Oberteil, L 74 mm, Inv. Nr. 52695; ein beschüdigters Ring aus feinem Blechstreifen mit Ritzverzierung, 2 0 X 1 7 X 7 mm, Inv. Nr. 52696; ein bogenförmig geschw eifter durchbrochener Gürtelhaken mit kan­ tigem Dorn, der einen Haken mit Vogelkopfverzierung trägt; zwischen Dorn und rechteckigem Plättchen stehen zwei Nieten, die zur Befestigung des Gürtels dienen; sonst ist der Gürtelhaken kunstvoll durchbrochen, L 11,8 cm, Inv. Nr. 52697; Bruchstücke eines eisernen Schildbuckels, Inv. Nr. 65632; 4 verbogene eiserne Lanzenspitzen, L 24 cm, Nr. 52965, L 15,4 cm, Nr. 52966 (beide mit langer Tülle und In der Mitte dachartig kantigem S chaft), L 12 cm, Nr. 65634 (desselben Typs), ein Bruchstück mit breiterem Schaft, L 17,8 cm, Inv. Nr. 65633; ein sechsmal gebogenes zweischneidiges Eisenschw ert, L des gebogenen Teiles 12,4 cm, Inv. Nr. 65635; ein Eisenmesser mit einem Niet am Stielende und ringförmigem Beschlag an der Kante von Schneide und Stiel, L 16,8 cm, Inv. Nr. 65636. — /. L. Píč, 1905, Taf. LI: 1, 3, 4, 5—9. Im M in Libochovice befinden sich noch weitere Gegenstände: eine etwas beschädigte, kräftig profilierte Bronzefibel mit einem abgebrochenen Teil vom Nadelhalter, L 5,3 cm; eine silberne Rollenkappenfibel mit durchbrochenem N adelhalter und eingeritzter, schräggekerbter Verzierung am Bügel, L 5,4 cm; eine große bronzene Augenfibel mit verhältnism äßig kleinem Haken und auffallend langem stufenförm ig durchbrochenem Nadelhalter, L 7 cm (am Bügel ist die übliche unterbrochene Ritzverzierung, die scheibenförm ige Verdickung ist unverziert), Abb. 14: 2; ein bogenförmig geschw eifter, durchbrochener Gürtel­ haken aus Bronze mit einem kantigen Dorn samt Vogelkopfhäkchen und einem kunstvoll durchbrochenen brei­ teren Teil, L 9 cm, (Abb. 14: 3 ); zwei etwas beschädigte bronzene Augenfibeln mit einem verhältnism äßig engen und kräftig profilierten Bügel, kleinen Haken und stufenartig durchbrochenen Nadelhalter, L 6,1 cm, (Abb. 14: 4, 5 ); drei kräftig profilierte Bronzefibeln der Frühform; eine bronzene Rollenkappenfibel und acht flache Bronze­ stäbchen mit regelm äßiger eingeritzter Längsverzierung, Br 7 mm; der Oberteil eines bronzenen Trinkhornbe­ schlags aus röhrenförm ig eingerolltem dünnem Blech vom D 7 cm; der Teil eines bronzenen Armbandes vom D 6,4 cm; eine Bronzeschere mit kreisförm ig durchbrochenen Klingenoberteilen — sie hat im breiteren Bogen an der Außenseite eine Verzierung in Form einer Rippe mit Rillen daneben, L 19 cm; eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform mit schmalem, kantigem Bügel und etwas beschädigtem Nadelhalter, L 5,1 cm; eine Bronzefibel vom gleichen Typ mit etwas mehr geschweiftem Unterteil und teilweise abgebrochenen, langen Na­ delhalter (anstelle der üblicherw eise die Spirale verdeckenden Flügeln trägt sie an denselben Stellen stäbchen­ förmige Ausläufer, die sich am Ende in einer dünnen Rille absetzen, L 4,9 cm ); eine bronzene Nadel mit pro­ filiertem Kopf und einer Öffnung in der Mitte, L 12 cm. — Alle diese zufälligerw eise geretteten Gegenstände Id vernichtet wurde, was auch die Aussagen der Ortsbewohner bestätigen. In dem unweit davon entfernten ehemaligen Steinbruch Venclíčeks am linken Ufer des Flusses Ohře (Eger) wird heutzutage nicht mehr gearbe itet und seine Umgebung ist teilweise verbaut. Es gelang mir aber, auf dem Feld oberhalb des Steinbruchs einige im großen und ganzen unausgeprägte Scherben urzeitlicher Keramik aufzufinden; möglicherweise ist also der Fundort noch nicht erschöpft.

RATENICE (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 179. Erste Siedlung. Am Ufer des Baches „Výrovka“, an der linken Seite der Landstraße von Ratenice nach Pečky, stieß man in der Lage „Nad loučkam a“ auf den Feldern Kat. Nr. 77—80, 83, 86—7, 90, 94, 95/1, 105—6 bei der Ackerung auf eine große Siedlung, die nach den keram ischen Scherben von der jüngeren Phase der Latěnezeit bis in die jüngere Phase der römischen Kaiserzeit andauerte. Die älteste Phase der römischen Kaiserzeit ist ver­ hältnism äßig ziem lich intensiv mit Scherben von Trichtergefäßen, ungegliederten hablkugelförmigen Gefäßen und größeren Terrinen mit ausgestülptem Rand und aufgerauhtem Körper vertreten. Die übrigen sehr zahlreichen Scherben tragen eine Kammstrich-, Einstich- oder Furchenverzierung, manchmal auch ist die Verzierung mittels Rollrädchens ausgeführt (derart verziert ist z. B. auch ein W irtel). An Ort und Stelle ackerte man außer kleineren Eisenschlackestücken auch einen großen Schlackeklumpen aus; Abb. 15. — Archiv des AI G. Z. 4927/53; R. P leiner, 1958 S. 139. — NM Prag, Inv. Nr. 66119 — 135; Sammlung der Komenský-Universitat in Bratislava; AI Prag. Zweite Siedlung. Diese wurde auf Kat. Nr. 359—368 In einer Entfernung von ungefähr 600—700 m von der ersten Siedlung entdeckt und war leider durch den Bau der W irtschaftsgebäude der dortigen landw irtschaftlichen Produktionsgenossenschaft stark beschädigt. Im J. 1961 stieß man im Profil der Silagegrube auf Teile zweier Objekte. Das erste (A) lag ln einer T von 80 cm und maß im Profil 10,4 m, das zweite (B) war ebenso tief und 3 m lang; die Ausfüllung beider Objekte war graubraun, im großen und ganzen enheitlich und enthielt Keramikscherben, mit ausgebranntem Lehmbewurf vermischte ausgebrannte schlackenartige Masse, die aus einem näher nicht fest­ stellbaren Eisenhüttenobjekt, vielleicht aus einer Esse oder Schm iederw erkstatt, stammt. Die Keramik aus dem Profil des Objektes A bestand hauptsächlich aus gröberen Formen vom Typ der V orratsgefäße, ohne Verzierung oder einer Eindrückverzierung und einigen Scherben fein erer Gefäße (Füßchen eines Trichtergefäßes, feines Rollrädchenornam ent). Ferner fand man den Teil eines Seihers (eines Rauchgefäßes) und ein großes Eisenmesser, I. 17,2 cm. Das Objekt B weist eine gleiche zeitliche Einreihung auf (Großteil einer schwarzen, an der Oberfläche

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geglätteten, gegliederten Terrine mit einem durch eine Rippe abgesetzten Halls, Teil eines schwarzen Gefäßes mit Rollrädchenverzierung u. ä.J. — Archiv des AI G. Z. 7824/62. Brandgrab. Im M PeCky liegt der Inhalt eines Urnengrabes: diese im J. 1935 im Garten des H. Sverstäk ge­ fundene Bestattung lag In einem vasenartigen Gefäß mit geradem Rand und abgesetztem, kurzem Hals und brauner, glatter Oberfläche. Das Gefäß ist an der Oberfläche mit einer feingeritzten Verzierung geschmückt, wo senkrechte Linien in größeren Entfernungen von einer w aagrechten, an der Maximalwölbung verlaufenden Linie gekreuzt werden. An einer Stelle an der Maximalwölbung ist ein plastischer Bogen angeklebt. H 19 cm, Inv. Nr. 384, Taf. X: 2. Im Gefäß lag angeblich eine Eisenlanze.

Abb. 15. R atem ce. G esam m elte K era m ik aus d er ersten Siedlung. Al.

RAŠOVICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 80. Einzelfund. Im M in Třebenice befinden sich zwei etwas beschädigte, kräftig profilierte Bronzefibeln zwei Bügelknöpfen und durchbrochenem Nadelhalter, L 6,6 cm, 5,6 cm, Inv. Nr. 277.

mit

ROSNICE (Gemeinde Všestary, Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 215. Siedlung. Eine ausgedehnte Siedlung aus der römischen Kaiserzeit wurde auf den Feldern der Bauern Sokolář, Hampl, Pros, Safek, Kundert, Suchánková, in den Gärten der Besitzer Tlustý und Helvich un dauf dem Hof des Gewerbetreibenden Hampl festgestellt. L. D o m ečk a untersuchte hier zu Beginn dieses Jahrhunderts einige Gruben, die mit Erde und damit verm ischter Asche und verbrannten Kohlenstückchen angefüllt waren: eine Grube war innen mit einer Kieselsteinschicht ausgelegt und drei w eitere waren mit „Ziegeleitonerde“ ausge­ schmiert. Außer Keramik, Tierknochen, Tonwirteln und beinernen Gegenständen erwähnt L. D om ečka einen Ring aus grünem Glas, Bruchstücke von bronzenen Armringen, eine Tonkoralle und eine kleine Fibel vom Provinzial­ typ. Im M In Hradec Králové lä ß t sich lediglich ein Teil des M aterials aus diesen Grabungen und Sammlungen identifizieren, die hier offensichtlich auch in späteren Jahren stattfanden. Dieses Material ist durchwegs mit Funden der Platěnicer Kultur und Latěnezeit vermischt. Einzelne Komplexe haben sich nicht erhalten. Aus der verhältnism äßig beträchtlichen Menge an Keramik, die in die römische Kaiserzeit gehört, läßt sich aber die hiesige Siedlung bereits von der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit nachweisen. Es sind die Scherben 4*

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ungegliederter Terrinen mit geradem oder ausgestülptem Rand oder der Scherben der Wölbung eines ungeglie­ derten Gefäßes mit gerauhter Oberfläche und einer Verzierung an der Wölbung, die aus einer Reihe eingeglät­ teter Dreiecke besteht, die durch eine m ittels Rollrädchens gezogene, vorgezeichnete feine Rille abgegrenzt sind (Taf. XXXI, 7), sowie der Scherben einer gleichen Form mit Dreiecken und Eindrücken darin (Taf. XXXI; 6). Ferner sind hier Scherben von Schüsseln oder vasenartigen Formen mit feiner Rauhung mit Schlickbew urf ver­ treten. Viele Scherben tragen eine typische Eindrücke-, Furchen- oder Kammstrichverzierung. Eine silberne Arm­ brustfibel wurde hinter dem Gewerbebetrieb Kat. Nr. 36 von H. Suchánek gefunden. Weiter muß man bronzene Rollenkappenfibel nennen (Taf. XXXI: 8). — J. Duška, Pam. arch. XVIII 1898—9, 121. — d ers., Nálezy předhistorické v kraji královohradeckém 1898, 70, Taf. III: 16. — L. D om ečka, Pam. arch. XIX, 292; — d ers., Pam. arch. XX. 213 ff.; d ers. Pam. arch. XXI, 225. — J. L. Píč, 1905, 309. — J. L. Píč, 1907, 417. — H. P reid el, 1930, I, 69. — M Hradec Králové, Inv. Nr. 12051—12533; 13117—92; 13240—95.

ROZTOKY (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 103. Siedlung. Diese liegt am linken Moldauufer und reichte bis in die Inundation des Flusses; sie war offenbar ausgedehnt, wie auch der aus einem beschädigten Objekt bei der Kanalisationsgrabung gewonnene Keramik­ komplex (Scherben von Trichtergefäßen) und Berichte über weitere beschädigte Objekte beweisen. — J. F elcm an , Pam. arch. X XIII—1908—9, 555. — A. Rybová, AR VIII 1956, 226. Durch eine Rettungsgrabung des AI wurde im J. 1957 auf der Parz. Nr. 251 der Teil einer eingetieften Hütte von rechteckigem Grundriß (Abmessung 5,50X3,50 m) untersucht, deren Fundamente wenigstens in eine T von 70 cm reichten. In der Mitte stellte man einen ausgebrannten Platz (von den Abmessungen 1,0 X 2,0 m, ursprünglich w ahrscheinlich eine Feuerstelle) mit drei größeren Steinen am Rande fest. Die Ausfüllung der Hütte war im allgemeinen einheitlich, so daß die keramischen und sonstigen Funde als zeitlich homogen ange­ sehen werden können. Vertreten sind hier vasenartige gegliederte Terrinen mit abgesetztem Hals, manchmal mit dunkelgeglätteter, manchmal mit rauherer O berfläche, ferner ungegliederte (oder nur andeutungsweise geglie­ derte) Terrinen sowie Schüsseln, deren Körper senkrechte Furchenverzierung oder Aufrauhung aufweist; faß­ artige Töpfe mit eingezogenera Rand, Schüsseln mit geraden oder eingezogenen Rändern. Durch einige Scherben sind auch Gefäße mit massiven, eingeknickten Henkeln belegt. In der feineren Keramik finden sich Trichter­ gefäße in wenigstens drei Exemplaren (mit Ritz- oder Rollrädchenverzierung), ferner der Scherben eines Ge­ fäßes mit dachsparrenartigem Muster in Form einer bewimperten Rille, sowie ein gegliedertes Gefäß mit mar­ kantem Nabel am Boden und einer einfachen stufenartigen Mäanderverzierung in Kombination mit einer Girlande. Der kleinere Teil der Scherben erweist sich als latěnezeitliche auf der Töpferscheibe gedrehte Waren. Ferner fand man zwei Stücke eines Tonlöffels mit kurzem massivem Handgriff, ein Tonwirtel, einen Eisenschlüssel mit zwei Zähnen und das Bruchstück eines plattgehämmerten Anhängsels, eine Klammer und ein Stück eines Hakens sowie einen Wetzstein. Tierknochen stammen von folgenden Tieren: Schwein, Auerochs, Ziege, Schaf, Hahn, Hirsch, Hase. Nahe der Hütte entdeckte man vier Eisenhüttenöfen mit kesselförm ig eingetieftem Unterteil und Spuren einer Ausschmierung sowie mit cca 80 cm hohen Erdschächten darüber, Taf. XXXII: 7—15. Archiv des AI, G. Z. 1469/58. R. P lein er, Pam. arch. LI 1960, S. 192 ff.; Abb. 4—9.

ROUDNICE NAD LABEM (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 77. Einzelfund. Im NM befindet sich ein goldener Anhänger in Form einer kleinen Amphore mit zwei Henkeln und einem Deckel in Gestalt eines Vogels. — f. L. Píč, 1905, 307, Abb. 61; J. L. Píč, 1907, 414, Abb. 61.

RUDOLICE (Bez. Most) — Karte Nr. 15. Einzelfnnd. Im J. 1890 gelangte ins M in Most ein kleines tassenartiges Gefäß mit abgerundetem Rand, zylindrischem, abgesetztem Hals und kurzer Wölbung. Vom Rand bis zum Boden zieht sich ein massiver Henkel hin. Die Oberfläche ist schwarz, graphitiert und an der Wölbung erkennt man eine mittels Rollrädchens aus­ geführte scharfe Zickzacklinie. H 3,5 cm. Zusammen mit dem Fund wurde auch ein doppelkonischer Wirtel abge­ liefert. (Inv. Nr. 275). — H. P reid el, 1934, 154.

RYBŇANY (Gemeinde Zálužice, Bez. Louny) — Karte Nr. 38. Siedlung? Im M in Žatec liegt ein kleines Gefäß von terrinenartiger Form, ungegliedert, mit etwas schräg angesetztem Rand, schw arzgeglätteter Oberfläche, H 9 cm (Inv. Nr. 584); Scherben von Keramik mit Rollräd­ chenverzierung oder eingeritzten senkrechten Dreiecken und Grübchen dazwischen an der Schulterpartie, die vom Hals durch eine plastische Leiste abgetrennt wird; der Teil einer großen Terrine mit kantigem Rand und gerauhtem Körper von der Wölbung gegen den Boden sowie das Bruchstück eines Kruges mit einem Bandhenkel derselben Profilierung.

SÄNY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 189. Siedlung. Auf einem Feld beim Bach „BaCovka“ nordöstlich vom Dorf fand man i. J. 1902 Keramikscherben, ein großes Stück eines angeschnittenen Geweihs und ein großes, fast flaches, ebenfalls angeschnittenes Ge­ weih (eines R enntiers?). Die Keramikscherben sprechen für die ältere Phase der römischen Kaiserzeit (einfachere und auch komplizierte Mäanderverzierung in der Ausführung m ittels Rollrädchens). — M Poděbrady, Inv. Nr. P 7354—72, P 3356—70. Vom Friedhof stammen aus dem J. 1923 Keramikscherben aus der römischen Kaiserzeit, die sich aber heute nicht überprüfen lassen. M Poděbrady Inv. Nr. 4041—47.

SELIBICE (Gemeinde Tvršice, Bez. Louny) — Karte Nr. 41. Einzelfund. Im M in Zatec befindet sich eine 16 cm lange Bronzenadel mit kugelförmigem Kopf.

SEMICE (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 159. Siedlung. Beim Anwesen Nr. 22 stellte man Spuren einer Siedlung fest, von der u. a. Keramikscherben aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit ins NM gelangten: gegliederte Schüsseln ohne Verzierung oder mit

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einem m ittels Rollrädchens ausgeführten Mäanderornament, halbbogenförmige Kammstrich-, Einstich- oder Ein­ drückeverzierung an ungegliederten Gefäßen mit eingezogenen Rändern u. ä.; W irteln, Knochenahlen, das Bruch­ stück eines knöchernen Kammplättchens mit einer Nietöffnung, eine zugespitzte und durchbohrte Geweihspitze. — J. Axamit, Pam. arch. XXXI 1919, 11 ff. — NM Inv. Nr. 46017—72. Im M in Poděbrady befinden sich Keramikscherben mit einer m ittels feinen Rollrädchens vorgenommenen Mäanderverzierung sowie Scherben von der Übergangsstelle zwischen Hals und Körper eines Gefäßes mit plasti­ scher flacher Leiste (Inv. Nr. P 4017—9; P 7398—9).

SÍŘEM (Gemeinde Liběšovice, Bez. Louny) — Karte Nr. 33. Siedlung. Auf der Parz. Nr. 426, ungefähr 20 m vom Mühlgraben entfernt, legte man i. J. 1934 den Grundriß einer rechteckigen Hütte (3,5X 2,75 m) frei, deren Begrenzung runde Pfostenlöcher bildeten (T 35—48 cm, D 17—23 cm ). Auf der Innenfläche der Hütte fand man drei Gruben (G 1: D 1 m, T 28 cm; G 2: D 30 cm, T 10 cm; G 3: 85X 40 cm, T 12 cm) und eine Feuerstelle aus Steinen. Funde: eine 11,5 cm lange Bronzenadel mit einem flachen Zierkopf, eine 11,7 cm lange Nandel mit profiliertem , durchbrochenem Kopf, gerillte Tonperlen, 4 Wir­ tel und Tierknochen vom Rind, Schwein, Pferd, von der Ziege und von Vögeln; ein Hirschgeweihstück und Schlackenstücke (Grube G 1). Die abgebildeten Keramikscherben deuten auf ungegliederte Formen mit einer ein­ geritzten oder mittels Rollrädchens gezogenen Mäander- oder Dreieckverzierung hin. Auf der Parz. 228/29/30 wurde ein weiteres, leider aber stark beschädigtes Objekt (4 ,8 X 3,5 m) entdeckt. Mitten an der engeren Seite befand sich ein Pfostenloch. Im Inhalt fand man eine große Menge Lehmbewurf, Tierknochen (Rindvieh, Schw ein), Muscheln, Eisenschlacke, ein W irtelbruchstück und Keramik (Scherben unverzierter Terrinen, Scherben mit einpolierten Dreiecken, mit gefurchter oder Kammstrichverzierung u. ä.). — L. Franz, Sudeta XI 1935, 91 ff., Taf. I—II; — R. P lein er, 1958, 137. — M Zatec. Skelettgrab. Im J. 1911 fand man südwestlich vom Dorf ein in der NO—SW-Richtung orientiertes Skelett, das als Beigaben eine Augenfibel, eine Bronzeschnalle, ein Eisenmesser und eine Eisenschere hatte. Im M in Teplice läßt sich lediglich die 6 cm lange Bronze-Augenfibel mit der üblichen eingeritzten Verzierung und die Bronzeschnalle mit einem langen rechteckigen Plättchen mit 6 Nieten und einem kurzen, mäßig geschweiften Rahmen identifizieren; sie ist unverziert und 9 cm lang (Dep. Nr. 1). — K. K arajiat, TBT 1911/12, 15. Brandgräber. Im J. 1912 fand H. Mann auf seinem Feld Gefäßscherben, eine Knochenahle, einen Feuerstein­ abschlag, ein Wirtel und eine beschädigte bronzene Augenfibel, die sich als einziges Stück identifizieren läßt. Ein Teil der Spirale, die Nadel und ein Teil des Befestigungsplättchens fehlen, erh. L 5 cm. — H. P retdel, 1930 II, 273. M Zatec, Inv. Nr. 1357/1—6. Beim Mühlgraben wurde in einer 150 cm breiten Grube ein w eiteres Brandgrab (? ) gefunden. Die Umrisse der Grube waren gelblich ausgebrannt. Am Boden fand man eine Fibel und Gefäßscherben. Zusammengeklebt bilden sie ein vasenartiges Gefäß mit mäßig abgesetztem, kurzem, zylindrischem Hals und etwas verstärktem Rand. An der Schulterpartie verläuft als Verzierung ein m ittels einzähnigen Rollrädchens ausgeführtes, zweibändriges Ornament (eine Reihe auf der Spitze stehender Dreiecke und eine Reihe gekreuzter Diagonalen). Die rötliche Oberfläche geht stellenw eise ins Schwarze über, H 15,5 cm. Die Fibel vom Spätlatönetypus mit geschweiftem Bügel und kleinem Knopf hat einen durchbrochenen Nadelhalter, L 6,5 cm. — M Zatec, Inv. Nr. 167/1—2. — Taf. XI: B, 8.

SLATINA (Bez. Kladno) — Karte Nr. 93. Siedlung, östlich vom Dorf stieß man auf dem nördlichen und nordöstlichen Abhang einer langgestreckten Anhöhe auf den Feldern Kat. Nr. 354, 356, 249, 212, 330 in der Trasse „Na Provázku“ seit dem abgelaufenen Jahrhundert auf eine ausgedehnte Siedlung aus der römischen Kaiserzeit. Auf dem Feld Kat. Nr. 354 untersuchte man insgesamt 8 Gruben, die mit schwarzer, stellenweise aschenhaltiger Erde ausgefüllt waren. Vier Gruben waren ohne bestimmte Abgrenzung, drei waren rund mit steilen Wände und eine kesselförmig. Die Tiefe schwankte von 1 m—1,5 m. In der Zuschüttung fand man außer Keramikscherben, Tierknochen und Eisenschlacke einen Wetz­ stein und bereits vordem hatte der Feldeigentümer einen wunderschönen Beinkamm mit halbkreisförmigem, ge­ schnitztem Handgriff gefunden. Auf Feld Kat. Nr. 212 entdeckte man die Überreste eines Eisenhüttenofens. Die Keramik spricht, soweit sie im Komplex beschrieben und abgebildet wurde, für eine lngere Dauer der Siedlung. — V. S chm idt, Pam. arch. XVII 1896—7, 552 ff., Abb. 1—10 auf S. 553. — J. L. Píč, 1905, 309, Abb. 35; /. L. Píč, 1907, 410 Abb. 56.. — NM Prag Inv .Nr. 3348—67, 66145. Auf Parz. Nr. 330 untersuchte man i. J. 1931 eine eingetiefte Hütte von rechteckigem Grundriß und den Abmessungen 5 X 4 m, wobei die Längsachse in der W—O-Richtung lag. Die Wände des Objektes waren senkrecht, der Boden waagrecht. In der Mitte der beiden kürzeren Wände erm ittelte man zwei Paar größere und an der Peripherie vier w eitere Pfosten. Ein großer Pfosten mußte gegenüber der oval auslandenden Südwand stehen. An den Stellen des nordöstlichen Zipfels erhob sich allm ählich aus der Grube der Eingang. T an der Südwand 60 cm, an der Nordwand 30 cm, T der Pfosten 15—66 cm. Das Objekt war mit dunkler Erde ausgefüllt, die stellenw eise von schwachen aschenhaltigen Schichten durchsetzt war; darin lagen außer Keramik, die von A Ex fortgeschafft worden war, auch Stücke von Lehmbewurf und Tierknochen, 2. Wirtel, ein steinermes Polierwerk­ zeug, ein Steinprisma, worin 2 Rädchen mit Q uerstreifen eingeritzt waren (Gießform ?) u. a.; Abb. IB. — Archiv des AI G. Z. 582/32. Im J. 1960 stieß man bei der Anlegung eines Teiches („U cihelny“ ) auf den Grundstücken Kat. Nr. 212/1 und 249 auf einen Teil dieser Siedlung. Durch eine Rettungsgrabung erfaßte man die Überreste von vier Gruben (Nr. 1—T 10 cm, D 1 m; Nr 2—T 35 cm, 160X 120 cm; Nr. 3—T 55 cm, 240X 160 cm; Nr. 4—B 120 cm, T 75 cm ), die mit graubrauner Zuschüttung und Keramikscherben und Tierknochen darin ausgefüllt waren. Die chrono­ logische Einreihung ermöglichen folgende Stücke: der Großteil einer ungegliederten Terrine mit hoher Wölbung, der Teil einer ungegliederten Terrine mit abgesetztem, kantigem Rand sowie der Unterteil eines vasenartigen Gefäßes mit abgesetztem Füßchen und weitere Schüsselscherben u. ä. — Archiv des AI G. Z 4064/62 — A. Knor, AI Zuw. Nr. 60—45, 1—16.

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Abb. 16. S latin a. G rundriß d e r Hütte. Ausgrabung im J. 1931.

SLATINICE (Bez. Most) — Karte Nr. 20. Siedlung. An der Jahrhundertwende machte man in der Nähe des Rößlerschen Hofes folgende, heutzutage unzugängliche Funde: ein schüsselartiges, ungegliedertes Gefäß mit verstärktem , ausgestülptem Rand und den Rand eines graphitierten Gefäßes mit einem sich vom Körper durch eine plastische Leiste absetzenden Hals, eine mit Eindrücken verzierte Scherbe. — MTeplice, Inv. Nr. Z 2649, 2651—2653, 249/, nicht kontrollierbar. — H. P reidel, 1935, 101, Taf. XXIV: 1, 2, 6, 11. Im J. 1929 stieß man auf dem Feld auf einen Eisenhüttenofen, der in die ältere Phase der römischen Kaiser* zeit datiert wird. R. P lein er, 1958, 154.

SLAVĚTÍN NAD OHŘÍ (Bez. Louny) — Karte Nr. 48. Siedlung. Im NM liegen m ehrere Scherben schwarzer geglätteter Gefäße mit einer Verzierung mittels einund zweizähnigen Rollrädchens, ferner drei Scherben eines schwarzen Gefäßes mit mäßig abgesetztem Rand und einer Verzierung aus plastischen Kreisen, der größere Teil eines Gefäßes mit breiter Wölbung und einer Mäan­ derverzierung daran; es hat einen durch einige waagrechte seichte Rillen gegliederten Hals, an dem außerden senkrechte Rillen verlaufen. Besonders bemerkenswert ist der Scherben eines schwarzen glatten Gefäßes mit abgesetztem Hals und einer Wölbung, die eine m ittels Rollrädchens ausgeführte stufenartige Mäanderverzierung trägt. Am Scherben steht noch eine plastische Henkelandeutung (mit flachen Grübchen als V erzierung); diese Henkelandeutung endet oberhalb des Randes in einer Öse, die teilw eise abgebrochen ist (Inv. Nr. 33260—66, 53163). — J. L. Píč, 1905; 309—310. — J. L. PÍČ, 1907, 418. Einzelfund. Im NM in Prag liegt eine 11,7 cm lange Bronzenadel mit profiliertem Kopf (Inv. Nr. 33347).

SLAVHOSTICE (Bez. Jičín ) — K arte Nr. 200. Siedlung. Auf den Feldern Kat. Nr. 257 fand man zahlreiche Keramikscherben, die eine ausgedehnte Siedlung aus der älteren und jüngeren Phase der römischen Kaiserzeit beweisen. Als Beleg für die ältere Phase sprechen die im M in Kopidlno aufbewahrten Gefäßscherben: schw arzer Randscherben einer Schüssel mit kurzem, abge-

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setztem Hals Scherben, die ments trugen, wir hier eine befinden sich

und ausgestülptem Rand, ebenso auch die übrigen gerillten oder unverzierten Bruchstücke und als Verzierung verschiedene Motive eines zu äußerst komplizierten Mustern gekreuzten Stufenorna­ das mit feinerem oder auch gröberem Rollrädchen ausgeführt w ar; als weitere Verzierung finden in derselben Technik ausgeführte Zickzacklinie oder schräge Furchen. In der Schule in Slavhostice Keramikscherben vom gleichen Charakter. — Archiv des AI G. Z. 2738/42, 85/49. t

SMIDARY (Bez. Hradec Králové) — K arte Nr. 203. Siedlung. In der Sandgrube der Gemeinde entdeckte man zufällig eine Grubemit Scherben vom Typus. — A. S tocký , Obzor preh. IV 1913, 5.

Pičhora-

SOBĚCHLEBY (Bez. Louny) — Karte Nr. 32. Einzelfund. Ins Naturhistorische Museum in Wien gelangte i. J. 1892 eine bronzene Augenfibel mit der üblichen eingeritzten Verzierung, L 60 cm. — L. N isc h er-F a lk en h o f, Sudeta X 1934, 43, Abb. 1: 1: 1. — M. Wien Inv. Nr. 21692.

SOBÉSUKY (Gemeinde V ikletice, Bez. Chomutov) — Karte Nr. 27. Siedlung. Auf der Parz. Nr. 79/1 untersuchte man außer älteren Objekten auch eine eingetiefte Hütte, die mit ihren keram ischen Funden bereits in die Übergangsperiode von Latěnezeit und römischer Kaiserzeit gehört. Diese Hütte (Nr. II) hatte regelm äßigen rechteckigen Grundriß (410 cm X 250 cm, T 150 cm, hiervon 45 cm Ackerboden). Entlang der Südwand zog sich eine aus Erde ausgehöhlte, 50 cm hohe und 60 cm breite Bank hin.' In der Mitte der beiden kürzeren Wände stellte man zwei Pfostenlöcher vom D 26 cm und einer T von 40 cm fest. Die Ausfüllung der Grube war sehr hell, aschenhaltig, auf dem Fußboden lagen zwei Steine, einer hiervon hatte eine durchbohrte Öffnung. Am Boden der Hütte fand man auch einen verrosteten Teil einer junglatěnezeitlichen Fibel mit zurückgebogenem Fuß, L 78 cm. Von der Keramik finden sich hier vier ziemlich pri­ mitiv ausgeführte Miniaturschüsseln, Scherben größerer Schüsseln mit eingezogenem Rand und hauptsächlich einige Scherben schwarzer geglätteter Gefäße mit feingeritzter Verzierung, die manchmal auch mittels Rollrädchens ausgeführt ist. Bedeutsam ist der durch Fingerbearbeitung gew ellte gerade Rand eines Gefäßes sowie der Teil eines vasenartigen Gefäßes mit einem weniger regelm äßigen Bäumchenornament in einem Streifen an der Schulterpartie; Abb. 17: 1—8. Ferner fand man einen 6,6 cm langen Tonlöffel, 4 W irtel, eine komplette Ahle und Bruchstücke anderer Ahlen sowie zwei Stück Eisen draht. — C. Streit, Saazer Latěnefunde, 1938, 12 ff., Taf. III: 13—28, IV 1—5. — M Zatec, Inv. Nr. 1929.

SRBY — siehe KAMENNÉ ŽEHROVICE und TUCHLOVICE STADICE (Bez. Ústí nad Labem) — K arte Nr. 5. Einzelfund. Im M in Berlin befand sich ein Stück von einem Gefäß vom „PiChora-Typ“. — J. L. PIČ, 1905, 310.

STAŇKOVICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 39. Siedlung. In der Lage „Tafka“ stellte man zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Siedlung fest, die das Material aus der jüngsten Latěnezeit, sowie auch aus der röm ischen Kaiserzeit beinhaltete. — TBT 1918—19, 11, Archiv des AI G. Z. 501/36. — M Teplice Dep. Nr. 40, 41, 231, 253, Inv. Nr. 301. Im Rahmen der römischen Kaiserzelt lassen sich schwer zwei beschädigte Siedlungsobjekte mit rechtw inkligen Grundrissen datieren. — L. Franz, Su­ deta XI 1935, 93 ff., Abb. 2, 3, Taf. IV, V.

STARÝ VESTEC (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 160. Siedlung. Im J. 1955 nahm das AI südwestlich von der Gemeinde eine Rettungsgrabung einer durch den Bau eines Kuhstalls beschädigten Siedlung vor. Von 40 erfaßten urzeitlichen Objekten waren 27 Pfostenlöcher von einer T von 7—35 cm mit kreisrunden oder ovalen Grundrissen; ihre genaue Zeitbestimmung ist nicht möglich. Es folgt die Beschreibung der Objekte aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit. Objekt Nr. 1 war eine unregelmäßige Grube mit den Maximalabmessungen 5,45 m X 3,2 m, T 40—60 cm. Die homogene schwarze Ausfüllung enthielt vor allem Keramik, Tierknochen (Pferd, Schwein, Schaf oder Ziege und H irsch), 3 doppelkonische W irtel, die Spitze eines Hirschgeweihs und Stückchen ausgebrannten Lehmbewurfs mit Rutenabdrücken; drei komplette Trichtergefäße, mit dem Boden nach oben gekehrt, wurden gemeinsam mit Teilen zweier weiterer in einer V ertie­ fung in einer T von 70—85 cm im nordw estlichen Teil des Objektes neben einem Hasenskelett gefunden. Eine che­ mische Analyse des Inhalts dieser drei Gefäße deutet auf beträchtlichen Phosphorgehalt hin; beim ersten Gefäß 0,36 % P 2O 5, beim zweiten 0,48 % P 2O5 und beim dritten 0,46 °/o P2 O5 . Der Großteil der übrigen Keramik läßt sich, soweit es sich nicht um atypische Stücke handelt, zeitlich in die Spätphase der H allstattkultur, bereits parallel mit der Latěnekultur, einreihen. Objekt Nr. 5 war eine unregelm äßige, kleinere Grube vom D 120X 140 cm, mit unebenem Boden, in einer T von 20—30 cm. Die Keramik ist hier durch eine Scherbe vom Oberteil eines tönernen T rich­ tergefäßes und durch gröbere Scherben von Formen nach Art der V orratsgefäße und Terrinen vertreten. — Ob­ jekt Nr. 7 war eine unregelmäßige Grube vom D 93— 100 cm und einer T von 20 cm. In der Ausfüllung fand man größtenteils Keramik gröberer Formen wie In Grube Nr. 5 und eine Bronzefibel spätlatönezeitlichen Typs (L 5,2 cm) mit durchbrochenem Nadelhalter. — Objekt Nr. 10 war teilweise vernichtet. Es handelte sich um eine unregelmäßige Hütte von den erhaltenen Maximalabmessungen 3,7 m X 2,3 m und einem Boden in einer T von 58 cm; im Profil war der Teil eines Ofens mit einer Wölbung aus gebranntem Ton erkennbar. Die Aus­ füllung des Ofens war sehr locker und rot ausgebrannt. In allen Schichten und an verschiedenen Stellen der Grube konnte man neben Scherben der für die ältere römische Kaiserzeit charakteristischen Keramik auch Ke­ ramik mit Elementen aus der H allstatt- und Latěnezeit feststellen. Tierknochen stammten vom Rind, Schwein, Schaf oder von der Ziege, vom Hirsche und Hund. Ferner fand man Muscheln Unio crassus Philipson und einen

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aus einer Rindsrippe hergestellten flachen Gegenstand mit zwei Öffnungen an der einen Längsseite, eine Wirtel und eine beinerne Spitze. — Objekt Nr. 16 war eine eingetiefte, rechteckige Hütte, die leider mit Rücksicht auf die fortgeschrittenen Bauarbeiten nicht zur Gänze ausgehoben werden konnte (Abmessungen 3,95 m X 3,5 m j, Abb. 18. Die steilen Wände waren an allen drei freigelegten Ecken durch Pfosten von einem D von cca 25 cm unterbrochen, die aber nicht bis unter den Fußboden der Hütte reichten. Im nordwestlichen Teil traten von einer T von 40 cm unter dem Ackerboden Reste eines zerfallenen Ofens zutage. Die aus gebranntem Ton bestehenden Wände blieben nur an einigen Stellen in einer T von 40—130 cm in einer Stärke von 10—20 cm erhalten. Das Innere des Ofens war mit Stücken der zerbrochenen Wölbung und intensiv schwarzer, von Kohlenstückchen

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Abb. 18. Starý V estec. G rundrisse d er Hütten 16. und 23. A usgrabung im J. 1955. S — N orden. durchsetzter Füllung äusgefüllt. Der Boden des Ofens nahm flächenm äßig im großen und ganzen 150 cm2 ein und unter dem rotausgebrannten, harten Fußboden befand sich eine 10 cm mächtige Schicht eng nebeneinander aufgehäuften Flußgerölls. Die Keramikfunde bildet eine zweihenkelige verzierte Amphore, H 19,3 cm, und der Großteil eines Bechers mit einem Hohlfüßchen, der als Klapper diente; er hatte eine Rollrädchenverzierung; die übrigen Scherben stammen wiederum aus gröberen und feineren Gefäßen vom üblichen Charakter wie bei den oben beschriebenen Objekten. Auch die latěnezeitliche, auf der Töpferscheibe erzeugte keram ik ist hier mit einigen Scherben vertreten. Ferner fand man einen ovalen Eisenring, einen Wetzstein und Knochen vom Rind, Schaf oder der Ziege, vom Pferd und Hund. — Objekt Nr. 23 war eine eingetiefte rechteckige Hütte (Maximal­ länge 4,3 m und Maximalbreite 3,2 m X 3,7 m, T 30—35 cm, in der Mitte 50 cm ), Abb. 18. Die längere Nordwand wurde in einer T von 10 cm von einer 35—50 cm breiten Stufe oder Bank begleitet. In der Mitte der beiden kürzeren Wände konnte man Pfostenlöcher feststellen, die sich bis in den Fußboden der Hütte eingruben (öst­ licher Pfosten in 75 cm T und w estlicher in 108 cm T). Ein w eiterer kleiner Pfosten, der 10 cm unter den Fuß­ boden der Hütte reichte, wurde inmitten des Objektes entdeckt. Die Füllung war homogen, ein sekundärer Ein­ griff war nicht zu bemerken. Neben feinerer Keramik (zweimal kam die Rollrädchenverzierung vor) ist gröbere

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und auch feinere Keramik ohne Verzierung oder mit Kammstrich-, Furchen- oder plastischer Band- oder Eindrückverzierung vertreten. Drei Tonwirtel und Knochen vom Rind, Schwein, Schaf oder der Ziege und vom Hirsch ergänzen das Inventar. — Objekt Nr. 31 war eine ovale Grube von schüsselförm iger Gestalt von den Ab­ messungen 2,45 m X l,1 3 m und einer T von 15—17 cm. In der graubraunen Füllung wurden Keramikfunde von ähnlichem gemischtem Charakter gemacht. — K. M oty kov á-šn eid rov á, Pam. arch. XLIX-1958, 159 ff. — M Český Brod.

STĚŽERY (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 216. Siedlung. Im M in Hradec Králové werden Scherben einer Siedlungskeramik aufbewahrt: zwei Hohlfüßchen w ahrscheinlich von Trichtergefäßen mit geglätteter schw ärzlicher Oberfläche (Inv. Nr. 2209 a—b ), ferner zwei Scherben von Schüsseln (einer hiervon mit ausgestülptem, mäßig angesetztem Rand, der andere mit verstärktem, nach innen eingezogenem, durch eine Rille abgetrenntem Rand) und von zwei größeren ungegliederten topf artigen Formen mit etwas ausgestülptem, längerem Rand (Inv. Nr. 2210 a—d).

STODŮLKY (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 118. Siedlung. Diese wurde i. J. 1957 entdeckt, als man bei einem Durchstich auf den Parz. Nr. 141, 151—178 in der Lage „Na Dolnici“ im Profil 10 Gruben freilegte, von denen einige kesselförm ig (Nr. IV, V I), andere mit Pfosten versehen waren (Nr. II ); wieder andere waren größere W erkstattsobjekte mit Eisenhüttenöfen (VIII, IX) oder lange und flache Gruben (I, VII, X ); in den letztgenannten kann man w ahrscheinlich eingetiefte Hütten erblicken. (Grube V läßt sich nicht klassifizieren.) In den beiden W erkstottsobjekten erm ittelte man stets zwei Eisenhüttenöfen mit einer eingetieften Feuerstelle latěnezeitlichen Typs. Der beschädigte Teil der Siedlung kann nach der Keramik in die älteste Phase der römischen Kaiserzeit datiert werden. In der Grube I fand man den Scherben eines reibeisenförm ig gerauhten Gefäßes. Aus der Grube X stammen einige Scherben vasenartiger gegliederter Formen mit abgesetztem Hals, eine breithalsige Terrine, die an der Wölbung eine mit einem Kamm gezogene Bogenverzierung aufweist, sowie der Teil einer Amphore mit 2 geknickten massiven Henkeln. Die Ver­ zierung besteht hier aus Rillen, Einkerbungen (in einer Reihe) und aus einem m ittels Rollrädchens ausgeführten Mäanderornament. — R. P letner, Pam. arch. 188—190; Abb. 1, 8, 9; R. P letner, Archiv des AI G. Z. 443/58.

STEHELCEVES (Bez. Kladno) — K arte Nr. 95. Brandgräberfeld. Durch die Arbeit in der Ziegelbrennerei am nordwestlichen Rande der Gemeinde wurde von Beginn dieses Jahrhunderts an nach und nach ein Brandgräberfeld aus der älteren Phase der römischen Kaiser­ zeit zerstört, aus dem ein Teil der Funde ins M in Kladno, ein anderer ins NM gelangte. Grabkomplexe sind nicht feststellbar und der Großteil der etwas genauer datierbaren Metallgegenstände muß der jüngeren Phase der älteren römischen Kaiserzeit zugerechnet werden. Das Gräberfeld wurde aber von der ältesten Phase der römischen Kaiser­ zeit an benützt, was der Fund einer 5 cm langen, beschädigten bronzenen Augenfibel und der Bruchteil einer kräftig profilierten Bronzefibel beweist. — M Kladno, Inv. Nr. A 307. Im J. 1982 nahm hier das AI eine Grabung vor, wobei es gelang, weitere Brandgräber aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit zu entdecken. — Laut Information des Ausgrabungleiters A. Knor.

STRADONICE (Bez. Beroun) — Karte Nr. 111. Siedlung. Aus dem bekannten keltischen Oppidum in Hradiště stammt eine Reihe von Funden, die eine hiesige Besiedlung noch in der ältesten römischen Kaiserzeit zu belegen scheinen: Importe von Bronzegefäßen, Bronze- und Eisenfibeln von spätlatönezeitlichem Typ mit geschweiftem Bügel, kräftig profilierte Fibeln, Augen­ fibeln u. ä. — J. L. Píč, Starožitnosti země české II, 2, Praha 1903; Tb. XXV III: 8. K. S chtrm etsen , Sudeta X 1934, 113, Abb. 5, 9. — J. Ftlip, 1958, S. 331. Im J. 1958 entdeckte man auf den Parz. Nr. 493, 494, 488 unterhalb von Hradiště eine ausgedehnte Siedlung, die auf einem mäßigen Abhang am rechten Ufer des Flusses Berounka lag und bis in die Flußinundation hinein­ reichte, die sich längs des Ufer in einer Länge von ungefähr 300—350 m hinzog. Die Rettungsgrabung hing einer­ seits mit den Arbeiten in der neuerw eiterten Sandgrube, andererseits mit den Bodengestaltungen beim Bau eines Kuhstalls der dortigen LPG (JZD) zusammen. Insgesamt gelang die Erfassung von 38 Objekten, die sich von der Spätphase der Hallstattzeit bis in die jüngere römische Kaiserzeit datieren lassen, dies unter Einschluß der Pfostenlöcher, von denen es 13 gab. Die letzgenannten stellten Überreste oberirdischer Pfahlbauten dar, deren Konstruktion sich wegen der beträchtlichen Terrainbeschädigung nicht näher bestimmen läßt. Insgesamt wurden 15 Gruben verschiedener Größen und Formen festgesiellt. Hiervon handelt es sich dreimal w ahrscheinlich um Überreste von Öfen, in den übrigen Fällen kann man nur schwer mit Sicherheit die ursprünglichen Funktionen festlegen, da sie insgesamt in recht beschädigtem Zustand erhalten blieben. Sie enthielten nicht allzu viele Funde; w ahrscheinlich waren sie Bestandteile größerer eingetiefter oder oberirdischer Bauten oder dienten als Vorrats­ kammern oder Abfallgruben. Drei größere ovale Gruben (Nr. I, X, XIII) wurden durch keramische Scherben in die älteste Phase der römischen Kaiserzeit eingereiht. In der kesselförm igen Grube I (von den Abmessungen am Rande 90X140, T 90 cm) machte man neben Funden von Tierknochen (unbestimmbare Arten, Wels) und Steinen auch die Entdeckung des Skeletts eines Säuglings im Alter von einem halben Jahr. Aus den keramischen Scher­ ben konnte man ein kleines Gefäß mit schw arzgeglätteter Oberfläche, einem eingeritzten Zierband an der Wöl­ bung und mit ausgestülptem, kantigem Rand zusammenkleben, H 8,2 cm. Für analoge größere oder kleinere schüsselförmige Formen mit verschiedenartiger Halsprofilierung sprechen auch w eitere Randscherben, die manch­ mal eine Henkelandeutung aufweisen. Aus dem gleichen Material sind auch Scherben von Trichtergefäßen. In der Zuschüttung der Grube lagen auch Scherben eines großen V orratsgefäßes mit etwas geschweiftem Rand und gerauhtem Unterteil, Scherben mit elngezogenen Rändern, andere mit eingeritzter Verzierung und ein Scherben eines auf der Töpferscheibe gedrehten Gefäßes, Abb. 2: 1—12. Die wannenartige Grube X von ovalem Grundriß (150X 80—60 cm) blieb im Überrest in einer T von 65—80 cm unter der O berfläche erhalten und zeichnete sich neben schütterer Keramik von gleichem Charakter wie in Grube I durch reichliche Funde von Steinen, Tier­ knochen (Schwein, Schaf oder Ziege) und Kohlenstücken in der intensiv braunen Ausfüllung aus. Die beschä-

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dlgte ovale Grube XIII (2,15X 1,10 ni) war in einer T von 65—95 cm erhalten. In der Ausfüllung fand man außer den Knochen vom Schwein, Schaf oder der Ziege und vom Hirsch, außer Keramik und Eisenschlacke auch noch den Teil eines Tiegelchens mit anhaftender Schlacke mit Kupfergehalt und ein grau ausgebranntes Tonplättchen mit zwei parallelen Rillen an der Innenseite. In der Keramik sind vertreten: der Teil eines Trichtergefäßes, ein Stück eines ungegliederten Gefäßes mit eingeritzter Verzierung und einer kleinen Schüssel mit ausgestülptem Rand, ferner Scherben ungegliederter Formen mit gerauhten Oberflächen und markant kantigen, kräftig ange­ setzten Rändern und der Scherben eines senkrecht gerillten, graphitierten V orratsgefäßes von Junglätönezeitlichem Charakter, (Abb. 2: 13—79). — K. M otyková-S n eidrová, Pam. arch. L III—1962, 137—153, Archiv des AI G. Z. 3021/59. — NM.

STRAKY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 152. Skelettgräber. Auf der W estseite des Dorfes fand man bei der Schottergewinnung am Gemeindeweg 1. J. 1904 und 1905 vier Skelettgräber In einer gegenseitigen Entfernung von cca 5 m. Grab I enthielt ein in der Nord-Südrichtung orientiertes Skelett, das als Beigaben zwei kräftig profilierte Bronzefibeln mit einem stilisierten Tiermaul an den Stellen des Bügelknopfes und durchbrochenem Nadelhalter und eine bronzene eingliederige Armbrustfibel, mit einem Bandbügel, kurzer Spirale und unterer Sehne, ferner eine Bronzenadel mit profilier­ tem Kopf samt länglicher Öse, eine Bronzeschnalle mit langem gegliedertem Rahmen, der in einem S-förmig an beiden Enden zusammengedrehten Bogen ausläuft, einen vasenartigen Endbeschlag eines Trinkhorns mit drei Armen sowie einem blattförm ig verzierten Randteil enthält. Grab II war ohne Beigaben. Grab III hatte eine bronzene Augonfibel und in dem 75 cm tiefen, mit dem Haupt gegen Norden orientierten Grab IV lag auf der Brust des Skeletts eine Rollenkappenfibel und hinter dem Kopf ein Schöpflöffel mit vier Öffnungen am Griffende in Form eines Siebes, ein kreisrunder Beschlag des Oberteils eines Trinkhorns und ein vasenartiger voller Beschlag des Unterteils sowie drei Gehängerglieder. Hinter diesen Gegenständen fand man ferner eine Bronzeschüssel E ggers vom Typ 69 (Abb. 20: 9) und eine Bronzekasserolle mit Schwanenkopfbügel (E g g ers vom Typ 131) und mit dem Stempel des Erzeugers (E) PILIROM (an i), Taf. XVII: 10. Zu diesem Gefäß gehörten w ahrscheinlich drei durchbrochene Bronzefüßchen. Hinter der Kasserolle fand man ein vasenartiges Tongefäß mit verengtem Rand in der oberen H älfte; als Verzierung trug es Mäanderbänder aus Halbbogen und Zickzacklinien in Rollrädchenasführung. — J. L. Píč, Pam. arch. XXI, 1904—5, 337—8; /. L. Píč, 1905, 305, Abb. 49, 51; f. L. Píč, 1907, 413, Abb. 49, 51 (Numerierung nach diesem Bericht, der vollständiger ist als in den Pam. a rch .); /. Břeň, AR 1953, 521; H. f. E ggers, 1951, 144; E. S lm ek, 1923, 67, Anm. 5, hier Lit. zur Entzifferung des Stempels, den Ptč früher MEROM las. — NM Prag Inv. Nr. 55701—22.

STRIHOV (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 209. Siedlung. Auf dem Dorfplatz stieß man auf eine Siedlung, aus der im NM der Randscherben eines Tongefäßes mit waagrechtem, über den Rand hinausreichendem Henkel, offenbar eine Nachahmung eines bronzenen Henkel­ eimers, liegt. Der Körper des Gefäßes war durch einige m ittels Rollrädchens gezogene Zickzackreihen verziert. Andere Scherben trugen Kammstrichverzierung. Aus derselben Lokalität gelangten aus der ursprünglichen Schulsammlung ins M in Poděbrady w eitere Scherben mit Eindrück-, Furchen- und Rollrädchenverzierung (zwei Scher­ ben mit vierkantigen Henkeln). — L. Snajdr, Pam. arch. XX: 1902—3, 539; J. L. Píč, 1905, 310, Abb. 53; /. L. Píč, 1907, 418, Abb. 53. — NM Inv. Nr. 66340a, 42832—35; M Poděbrady Inv. Nr. P 7495, 7511.

STVOLlNKY (Bez. Česká Lípa) — K arte Nr. 81. Siedlung. Im J. 1932 und 1933 stieß man auf einer kleinen Erhebung auf der Parz. Nr. 1047 auf eine Siedlung. Zur Gänze wurde aber kein einziges Objekt untersucht. Aus den gewonnenen Scherben konnte man ein 7,5 cm hohes, schwarzes, ungegliedertes Gefäß mit fast geradem, abgesetztem Rand und einer m ittels Roll­ rädchens ausgeführten Mäanderverzierung an der Wölbung zusammenkleben. W eitere Scherben waren an der Oberfläche gerauht oder gefurcht. Eine größere faßartige Form mit eingezogenem Rand, einer waagrechten Rille oberhalb der Maximalwölbung und gefurchtem Körper läßt sich rekonstruieren, H 23,5 cm. — L. Franz, Sudeta IX 1935, 73 ff., Abb. 1, 3.

SV. JAN POD SKALOU (Bez. Beroun) — Karte Nr. 109. Siedlung. In der Nähe des dortigen Kalksteinbruches stieß man auf der Parz. Nr. 903/1 beim Ausheben einer Grube für ein Treibhaus i. J. 1949 auf ein kreisrundes Objekt (D 120 cm, T 150 cm ). In einer T von 50 cm oberhalb des flachen Bodens wurden zwei Gefäße gefunden (eine ungegliederte Terrine mit schräg angesetztem Rand, H 9,4 cm, und eine bauchige kleine Tasse mit mäßig angedeutetem Rand und abgebrochenem H enkel); am Boden lag ein drittes (ein vasenartiger Miniaturbecher) und ein eisernes Schnitzmesser. Auf demselben Ka­ taster grub man östlich vom Haus Nr. 14 vor Jahren einen Eisenhüttenofen aus, der w ahrscheinlich zu der näm­ lichen Siedlung gehört. — J. K abát, AR II 1951, 226 ff., Abb. 160—162; Archiv des AI G. Z. 1444/49; AI Prag Zuw. Nr. 4/49.

SVETEC (Bez. Tep lice) — Karte Nr. 7. Siedlung. Das M in Teplice erwarb folgende beim Bau der dortigen Landstraße gefundenen Gegenstände: eine Schüssel mit graubrauner Oberfläche, geradem, unmerklich abgesetztem Rand, H 7 cm (Dep. Nr. 60, 66), Taf. XXXIII: 2, ein zweites, 6,6 cm hohes Gefäß hat denselben geraden Rand, der aber allm ählich in eine breitere Wölbung übergeht (Dep. Nr. 66) Taf. XXXIII: 1, Scherben einer größeren Schale ähnlicher Profilierung (Dep. Nr. 60) und Scherben größerer ungegliederter Terrine mit schräg angesetztem Rand und gerauhtem Körper von der Wölbung gegen den Boden. Diese Rauhung kann manchmal durch feine senkrechte Kammbearbeitung ausgeführt sein. Vertreten ist auch eine faßartige Form mit eingezogenem Rand und gerauhtem Körper, Dep. Nr. 61—66.

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SVOJŠICE (Bez. Kolín) — Karte Nr. 172. Siedlung. Im Frühjahr 1938 untersuchte man auf dem Grundstück Syříneks eine kleinere Abfallgrube, die eine für die älteste Phase der römischen Kaiserzeit charakteristische Keramik, ferner Tierknochen und eine kom­ plette Fischereigarnitur enthielt — diese bestand aus einem 11 cm langen Eberhauer, zwei Haspeln von Schmetter­ lingsgestalt, die aus langen Knochen eines größeren Tieres (w ahrscheinlich eines Auerochsen) verfertigt waren, in der Mitte waren sie durchbohrt (Maximallänge 80 mm—100 m m ); weiter gehörten zur Fischereigarnitur ein ke­ gelförmiger Bolzen aus einem Hirschgeweih mit Queröffnung (L 5,0 cm ). — W eitere Gruben auf dem Grundstück Dr. Tesařs erwähnt F. D vořák bereits früher. — Fr. D vořák, Pam. arch. VI—VIII, neue Reihe 1936—8, 128—9, Abb. 2. — Fr. D vořák, 1936, 93, 148.

TČCHOBUZICE (Gemeinde Ploskovice, Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 73. Einzelfund. Eine bronzene Augenfibel wurde früher irrtümlich mit einem latěnezeitlichen Skelettgrab in Ver­ bindung gebracht. — J. K ern, Sudeta VI 1930, 53, Abb. 4: 2; J. Filtp, 1956, 384, hier weitere Lit.

TEPLICE (Bez. Teplice) — Karte Nr. 4. Brandgräber. I. J. 1923 stieß man beim Bau des dortigen Theaters auf einige Gräber, von denen aber le­ diglich eine bronzene Armbrustfibel mit Bandbügel sowie der Überrest eines Bronzekettchens ins M in Teplice gelangten. —' H. P reid el, 1930, 70, II, 260. — M Teplice (nicht kontrollierbar).

TIŠÍCE (Bez. M ělník) — Karte Nr. 138. Siedlnng. Auf den Feldern auf den Parz. Nr. 314 und 325 erm ittelte man am Südhang gegen den Bach „Košátecký potok“ u. a. eine Siedlung aus der römischen Kaiserzeit, die teils vom Lehrer R. š a n o v e c , teils vom AI und A Ex untersucht wurde. Über die Grabungen existiert kein zusammenfassender Fundbericht und nur der kleinere Teil dieses M aterials liegt im M in Brandýs nad Labem. — Aus den vorläufigen Berichten läßt sich ent­ nehmen, daß e s sich um eine äußerst bedeutsame Siedlung von langer Dauer handelt. Aus der Grabung des J. 1938 sind einige Objekte zusammenfassend beschrieben. So lag in der Grube Nr. IX stellte man Spuren einer starken Feuerglut und gleichzeitig Eisenschlacke fest. Keramikscherben stammen größtenteils aus den Sammlungen in Sonden oder aus einzelnen Objekten und beweisen eine Besiedlung im Verlauf des ersten Jahrhunderts (schüssel­ artige gegliederte Formen mit einfacheren und auch komplizierteren Rollrädchenmustern als Verzierung, Ver­ zierung aus Dreiecken mit Pünktchen dazwischen, faßartige Töpfe mit eingezogeinem Rand und gefurchtem Körper u. a.) und w ahrscheinlich noch weiter. /. B öhm , III. Ročenka Okr. jed. mus. Brandýs, 8 ff.; — V. J. F ew k es, V. Ročenka Okr. jed. mas. Brandýs, 1939, 9 ff.; J. F ilip, Slavia Antiqua I, 1948, 175—6; Archiv des AI G. Z. 505/29, 97/43, 169/53. Brandgräberfeld. W estlich von der Gemeinde an der rechten Seite der Landstraße aus Tišice nach Mlékojedy, wurde auf den Parz. Nr. 600—606 der Gemeinde Mlékojedy (nunmehr zum Kataster der Gemeinde Tišice gehörig) durch die Arbeit in der dortigen Sandgrube ein größere Brandgräberfeld größtenteils vernichtet. Das AI nahm i. J. 1954—5 an Ort und Stelle eine Rettungsgrabung vor, durch die 104 Brandgräber freigelegt wurden: 26 Urnengräber, 23 kleinere Brandgrubengräber und 46 große Brandgrubengräber verschie­ dener Varianten, wobei die Brandbestattung auf einem Haufen konzentriert oder im Gefäß oder verstreut in der Grube lag (9 solche Bestattungen waren sehr beschäd igt); auf Grund dieser Funde ließen sich zwei zusammen­ hängende zeitliche Phasen im Verlauf der Benützung des gegenständlichen Gräberfeldes festlegen. Die erste ist eine latönezeitlich-röm ische Übergangsphase mit vorherschenden Urnen- und kleinen Brandgrubengräbern, die zweite wird durch kräftig profilierte Fibeln, Augenfibeln und Bronzegefäßimporte datiert und hier haben große Brandgrubengräber das Übergewicht. Waffen fand man nur in zwei Gräbern des älteren Abschnittes, Taf. XIX. — K. M otyková-S n eidrová, AR IX—1957, 66— 81: d ie s e lb e , Pam. arch. LIV—1963, 343—437 hier auch eine eingehende anthropologische Analyse der Überreste der Brandbestattungen von J. C hochol. — NM Zuw. Nr. 3/60.

TOUCHOVICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 43. Einzelfunde. In einer aschenhaltigen Schicht fand man im Garten des H. Švestka eine Bronzefibel vom Aucissa-Typ, Taf. XVI: 8. — /. L. Piö, 1905, 307, Abb. 69; f. L. Piö, 1907, 415, Abb. 69. — NM Prag, Inv. Nr. 64336. — In einem Hopfengarten in der Lage „Kožená zahrada“ wurde eine Tonfigur gefunden, die am ehesten einep Vogel verkörpern sollte. Das niedrige zylindrische Füßchen setzt sich unmerklich von dem sich erweiternden hohlen, zylindrischen Körper ab, der auf der einen Seite in einen Schwanz und auf der anderen Seite in den Hals ausläuft, wo aber der Gegenstand abgeschlagen ist. Auf dem Rücken sitzt als Verzierung eine plastische Leiste und eine im großen und ganzen symmetrische, m ehrfache Zickzacklinie, die m ittels Rollrädchens aus­ geführt ist und sich auch am Unterteil wiederholt. Unter dem Hals und Schwanz sind in derselben Technik rechteckige Muster eingeritzt (H 8 cm ). Taf. XXXI: 16. — M. Ohrada Inv. Nr. 2008.

TRNOVANY (Bez. Teplice) — Karte Nr. 3. Skelettgrab. Bei der Aushebung der Fundamente fand man auf der Parz. Nr. 706 ein gegen Südwest orien tiertes Skelettgrab. Das Skelett lag in einer T von 0,60 cm rücklings in ausgestreckter Position (L 160—165 cm ); es hatte zu Füßen zwei große Basaltsteine und am Hals eine Bronzefibel von spätlatänezeitlichem Typ mit einem kantigen, sich gegen den Fuß zu verengenden Bügel, mit kurzer Spirale an der unteren Sehne und mit einem durch eine kleine, kreisrunde Öffnung durchbrochenen Nadelhalter. Der kleine dreiteilige Knopf ist lediglich an den Oberteil des Bügels angeschlossen. L 60 mm, Taf. IV. 9—10. — J. Břeň, AR V 1953, 526. — M Teplice, Inv. Nr. 161 und HK 13829 — hier Einzelheiten über die Fundumstände.

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TŘEBENICE (Bez. Litom ěřice] — Karte Nr. 55. Einzelfunde. Bel der Kirche wurde eine durch Feuerglut beschädigte bronzene Augenfibel gefunden; ohne nähere Angaben ist ein vasenartiger Bronzebeschlag vom Ende eines Trinkhorns; vier Scherben eines ungeglie­ derten Gefäßes mit geradem, abgesetztem Rand wurden bei Nr. 357 gefunden. — M Třebenice, Inv. Nr. 204, 260, 235.

TREBESTOVICE (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 170. Siedlung. Auf dem Feld Kat. Nr. 70 und 80 stieß man i. J. 1893 auf eine Siedlung. Man untersuchte einige Gruben, von denen lediglich zwei näher beschrieben sind. In der ersten „geräum igen“, fanden sich in einer schwarzen, stark von Asche durchsetzten Schicht bis in eine T von 90 cm Scherben mit punktierter Mäanderund Kammstrichverzierung, dann kam eine Lehmbewurfschicht mit Abdrücken von Holz und darunter wiederum eine schwarze aschenhaltige, 27 cm dicke Schicht (unter der aufgefundenen Keramik befand sich auch eine in der Mitte verengte Gefäßöse in Form zweier gegenüberstehender Buchstaben C). Unter dieser Schicht lag weiß' liehe Asche in einer M ächtigkeit von 24—32 cm mit groben Scherben und am Boden wiederum eine 8 cm mäch tige schwarze Schicht. Die zweite, an der Oberfläche 2 m breite Grube, verengte sich trichterförm ig In eine T von 90 cm und reichte in einer B von 1 m noch 50 cm zylindrisch in die Breite. Das gesamte Innere der Grube war mit flachen Sandsteinen von einer Dicke von 50 cm ausgelegt; in der Grubenausfüllung befand sich eine aschenhaltige Schicht mit wenig Keramik (es wird lediglich ein Scherben mit einem plastischen Grübchenstrei­ fen unterhalb des Randes erw ähnt). — Im NM hat sich der Großteil vom Körper eines graubraunen Gefäßes erhal­ ten; seine Verzierung bildet ein m ittels Rollrädchens ausgeführtes Rillenband und ein Band aus Dreiecken mit Pünktchen dazwischen als Ausfüllung. Die übrigen Scherben tragen Kammstrich- oder Furchenverzierung; auch ein m ittels Rollrädchens ausgeführtes Mäanderornament zeigte sich an gegliederten Schüsseln mit abgesetztem Rand. — J. L. Píč, Pam. arch. XVII 1896—7, 379, 81; /. L. Píč, 1905, 184, 310; J. L. PÍČ, 1907, 418, 183. — NM Inv. Nr. 3492—503. I. J. 1956 unternahm A. R ybová auf dem Fundort eine Grabung in Zusammenhang mit dem Bau eines Kuh­ stalls auf Kat. Nr. 99 und 100, wo durch die Aushebungen für das Fundament eine Kulturschicht bloßgelegt worden war (man gewann Terrinen, die mit einem doppelzähnigen Rollrädchen verziert waren, Scherben mit senkrech­ ter Furchen- oder Eindrückverzierung, einen massiven unregelmäßigen, kantigen Henkel). Möglicherweise brei­ tete sich an dieser Stelle eine ausgedehnte Siedlung aus, denn diese neuen Funde hängen wahrscheinlich mit den auf den Parz. Nr. 80 und 70 erfaßten Siedlungsspuren zusammen. — Archiv des AI G. Z. 816/58.

TREBfVLICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 51. Einzelfund. Im NM liegt ein kleines, 13 cm hohes Trichtergefäß mit schw arzgeglätteter O berfläche und einer mittels Rollrädchens durchgeführten Mäanderverzierung. — Pam. arch. XIX 1900—1, 349.

TREBOVLE (Bez. Kolín) — Karte Nr. 171. Siedlung. Bei Broučkov fand man seichte, mit aschenhaltiger Erde ausgefüllte Gruben, die u. a. Scherben mit Mäander- oder Kammstrichverzierung enthielten. I. J. 1895 fand man bei den Ackerungsarbeiten eine profi­ lierte Bronzenadel. Am Rande einer runden Grube vom D 220 cm und einer T von 80 cm war ein Eisen­ hüttenofen eingetieft. — /. L. Píč, Pam. arch. XVII 1896, 112, 192, Taf. XXVI, 9—15; J. L. Píč, 1905, 148, 153, 307, Abb. 76, 77, Taf. LXIII: 9—15; J. L. Píč, 1907, 183, 415, Abb. 76, 77, Taf. LXIII: 9—15; — R. P lein er, 1958, 144, Abb. 30. — NM Inv. Nr. 2280—302, 3464—74, 4112—138. Brandgräber. Im NM In Prag kann das Inventar w ahrscheinlich aus einem Grab identifiziert werden. Es handelt sich um eine bronzene Augenfibel, L 6,2 cm, Nr. 64911; eine bronzene Augenfibel, L 6,3 cm, Nr. 64912; eine bronzene Rollenkappenfibel mit durchbrochenem, etwas beschädigtem Nadelhalter, L 5,9 cm, Nr. 64913; eine kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform samt Nadelhalter und Nadel, die durch Feuerglut beträchtlich ver­ unstaltet sind, L der ausgestreckten Fibel 10,5 cm, Nr. 64914; eine Eisenschere mit bogenförmigem Rücken, an­ geblich mit Stoffresten im Kniegelenk, L 19,9 cm, Nr. 64915; den Teil eines beträchtlich verrosteten Rasiermes­ sers, L. 172 mm, No. 64916; ein sichelförm iges Eisenmesser mit mäßig geschweiftem Stiel, der am Ende schrau­ benartig verbogen war, Nr. 64917. Ein schwarzes, an der Oberfläche sorgfältig geglättetes Gefäß hatte einen ab­ gesetzten, kantigen Rand und einen von der Wölbung durch einen flachen Ring abgeteilten konischen Hals. Dia Verzierung in Form eines beiderseitigen Mäanders war an der Schulterpartie durch einen Kreis rechteckiger Ein­ kerbungen und drei sehr nachlässig geführte Züge gegeben. H 238 mm, Nr. 64918. — /. L. Píč 1905, 299. Hier war auch eine Eisenschnalle angeführt, die aber nicht identifiziert werden konnte. Im NM Prag liegen noch weitere Gegenstände, die wahrscheinlich aus dem Brandgrab aus dem J. 1909 stammen: eine umgebogene, stark abgebrochene Lanzenspitze, L 123 mm, Nr. 64276; eine Eisenschere mit langen Balken, L 178 mm, Nr. 64277; ein großes gebogenes Eisenmesser mit den Abmessungen eines gebogenen Stücks 156X 129 mm, Nr. 64278; Bruch­ stücke einer gegen das Knie erw eiterten Eisenschere, Nr. 64280; ein beträchtlich verrostetes bogenartiges Messer, L 94 mm, Nr. 64281; ein in der einen Hälfte kantiges und In der anderen zugespitztes Eisenstäbchen, L 80 mm, Nr. 64282; ein kreisrundes Eisenglied eines Gurts mit einem anhaftenden Doppelplättchen, das auf der einen Seite noch durch einen Niet damit verbunden Ist, L 61 mm, Nr. 64113. (M öglicherweise handelt es sich um die in der Ausstattung des Grabes mit der Mäanderurne angeführte Eisenschnalle.) — In der ehemaligen Tongrube des H. Loňský wurde eine Rollenkappenfibel gefunden. — Fr. D vořák, 1936, 149, 92.

TREBUSICE (Bez. Kladno) — Karte Nr. 92. Brandgräberfeld. An der Grenze der Kataster der beiden Gemeinden Třebusice und Železnice Kat. Nr. Třebusice 321 und 320; Zeleníce 357) wurde vorderhand das größte Gräberfeld aus der römischen Kaiserzeit in Böhmen durchforscht. Die Lage wurde seit jeher landw irtschaftlich bestellt und durch die Ackerarbeiten wurden urzeit­

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liehe Objekte beschädigt. Belm Bau der das Gräberfeld durchquerenden Bezirksstraße nach Kralupy wurden einige Brandgräber vernichtet, deren Inhalt ins M in Slaný gelangte. In den Jahren 1920—44 nahm das AI auf dem Fundort eine Grabung in einigen Saisonen unter der Leitung von /. A. Jíra, V. B u d in ský -K rička, J. P astern ak, A. K nor und w eiterer sowie in den Jahren 1956—7 unter der Leitung der Autorin vor. Das Gräberfeld ist bisher als Ganzes noch nicht publiziert und die Grabung noch nicht abgeschlossen. Vorderhand untersuchte man über 750 Gräber außer einigen besonderen Objekten, die am ehesten kultischen Charakter hatten. Der größte Teil der Brandgräber lag in Urnen, die am häufigsten aus Ton, aber in einigen Fällen aus Bronze waren; sie waren mit den üblichen Beigaben ausgestattet, die manchmal sehr gut erhalten, manchmal von Feuerglut verbogen oder zerbrochen waren. Die Gegenstände und ihre Stücke wurden gewöhnlich im Oberteil des Gefäßes auf verbrann­ ten Knochen aufbewahrt, kamen aber auch zwischen der Bestattung oder direkt am Boden der Urne vor. Bronzeund Eisenfibeln verschiedener Typen, Eisenmesser Bronzescheren, eiserne und beinerne Nadeln, Schlüssel, Bruchstücke von Kämmen, bronzene und eiserne Scnnallen verschiedener Formen wechselten in anderen Gräbern mit einer Kriegsausrüstung von Schw ertern, Messern, Lanzenspitzen, Schilden oder Sporen ab. In einigen Fällen wurden zusammen mit der Asche W irteln, W etzsteine, Brocken einer schwarzen Masse, Trinkhornbeschläge oder Bruchstücke von Bronzegefäßen, in einigen Fällen auch mit den Erzeugerstempeln in die Erde gebracht. Diese Art war aber nicht die einzige hier übliche Bestattungsform. Man entdeckte auch Bestattungen ohne Urnen in kleineren Gruben, die größtenteils kreisrunden Grundriß hatten. Diese Grubengräber unterscheiden sich aber in ihrem Inventar nicht wesentlich von den Urnengräbern, sind aber zahlenmäßig schwächer. Die dritte, ebenfalls mehrfach festgestellte Bestattungsgewohnheit besteht in einem Bündel von Gegenständen, besonders Waffen, die einfach In die Erde gerammt wurden, dies ohne Überreste einer Brand- oder Skelettbestattung, worin man viel­ leicht Bestattungen von Kriegern erblicken kann, die außerhalb der Siedlung gestorben waren. Die größte Über­ raschung der Grabungen in Třebusice var aber i. J. 1941 die Entdeckung einiger quadratischer und rechteckiger Objekte im höchstgelegenen Teil des Gräberfeldes. Diese Objekte waren durch Rillen von einer Breite bis zu 50 cm abgegrenzt. Ein Quadrat hatte 15,5 m lange Wände und einen Anbau von den Abmessungen 7 X 3 m. Bei dem zweiten, mäßig schräglaufenden Objekt waren die Objekte 13,5— 15 m lang. Zwei rechteckige Objekte hatten kleinere Abmessungen: 4 X 3 ,5 m und 5 X 4 m. Ihre Datierung fä llt zeitlich mit den Grabfunden zusammen und hinsichtlich der Zugehörigkeit dieser Objekte zum Gräberfeld kann keinerlei Zweifel bestehen. Erst auf Grund einer Bearbeitung aller Funde von diesem Gräberfeld wird man aber gewisse Erwägungen über ihre sakrale oder sonstige Funktion aussprechen können. Auf dem Gräberfeld in Třebusice wurden Bestattungen von der älte­ sten Phase der römischen Kaiserzeit bis wenigstens ins 3. Jahrhundert vorgenommen. Eine Übersicht über die Hauptformen der Funde aus dem hier behandelten Zeitabschnitt bringt Taf. XXVI—XXX. K. M otykov á-šn eidrová, AR XI—1959, 32 ff., hier auch mit Zitierung der älteren Literatur. M Slaný — NM Prag — AI Prag.

TUCHLOVICE (Bez. Kladno) — Karte Nr. 107. Siedlung. Auf dem Feld NC 2 6 7 1 stieß V. T rn ka nach der Ackerung auf Gefäßscherben mit eingeritzter Ver­ zierung und Pünktchen dazwischen oder mit einem m ittels feinen Rollrädchens ausgeführten Ornament. Aus der­ selben Lokalität stammen Keramikscherben, die im M Kladno mit der Beschriftung „Jahr 1940 — Srby“ aufbe­ wahrt werden. Es handelt sich um einige Scherben einer ungegliederten Terrine mit etwas schräg angesetztem Rand, graubrauner Oberfläche und einem Körper mit senkrechter Furchenverzierung am Unterteil, sowie um einige Scherben mit schw arzgeglätteter Oberfläche ohne Verzierung. Ein Scherbe trägt als Verzierung über­ einanderlaufende Furchen.

TUKLATY (Bez. Kolín) — Karte Nr. 162. Siedlung. Im J. 1896 entdeckte man eine ausgedehnte Siedlung zwischen der Bahn unterhalb der Station Tuklaty (W ächterhaus) und der nach Český Brod führenden Landstraße. Hier wurden einige Objekte untersucht. In einer Grube von den Abmessungen 240X 130 cm und einer T von 100 cm fand man an der Peripherie 6 Pfosten­ löcher, an der Ostseite 55 cm über dem Boden eine Feuerstelle aus quadratisch zusammengesetzten Steinen. Aus der Ausfüllung der Grube stammt außer Keramikscherben (auch Scherben mit Schlickbew urf) eine kräftig pro­ filierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen, mit durchbrochenem Nadelhalter, ferner eine bronzene Nadel mit einem gezähnten Kopf samt einer Längsöse, eine Bernsteinkoralle und eine eiserne Lanzenspitze. Unter der ke­ ramischen Ausfüllung dieser Hütte verzeichnete man auch Scherben mit älteren Reminiszenzen (Schüssel mit ge­ radem Rand, Randscherben mit plastischer, grübchenbesetzter Leiste). Eine weitere eingetiefte Hütte wird durch die darin gefundenen Eisenhüttenofen in die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts datiert. Außerdem legte man auch tiefere Gruben frei, w ahrscheinlich Vorratsgruben, die bereits in den Felsen hineinreichten. Einmal stieß man auf zwei miteinander verbundene birnenförmige Gruben (T 180 und 140 cm vom D 180:180 und 180:120). Aus dem Reichtum an Funden sowohl in bezug auf Keramik wie auch auf Bronze- und Eisengegenstände geht die große Bedeutung dieses Fundortes hervor. Aus weiteren nicht näher beschriebenen Objekten oder aus der Samm­ lung stammt noch eine bronzene eingliederige Armbrustfibel mit Bandbügel, kurzer Spirale, unterer Sehne und durchbrochenem Nadelhalter, ferner eine bronzene Augenfibel, eine Bronzepinzette, eine Bronzestütze für den Henkel eines Bronzegefäßes, ein Eisensporn u. a., aus Tiergeweih erzeugte Pfeifen (? ) , ein Bronzering, ein Eisen­ schlüssel, 2 beinerne Plättchen mit durchbohrten Öffnungen. Leider wurden die Grabungen derart vorgenommen, daß die einzelnen Komplexe nicht verbürgt sind und auch ln der Musealsammlung nicht voneinander unterschie­ den werden. Auf Grund der erhaltenen Bronzegegenstände und Keramikscherben kann der Schluß gezogen wer­ den, daß der untersuchte Teil dieser Siedlung größtenteils aus der älteren Phase der römischen Kaiserzeit stammt: ungegliederte Terrinen oder Schüsseln mit gerauhtem Körper oder mit Kammstrichverzierung, gegliederte Schüs­ seln und kleine Schüsseln mit feiner Mäanderverzierung oder unverzierte, vasenartige Formen mit einer plasti­ schen Rippe am Übergang von Hals und Bauch, amphorenartige Formen mit massiven Henkeln u. a.; weitere Stücke belegen aber auch ihre weitere Fortdauer. — /. L. Píč, 1905, 148—52, Abb. 71—4, Taf. LIX—LXI; /. L. Píč, 1907, 185—192, Abb. 71—4, Taf. LIX—LXI; R. P lein er, 1958, S. 141—4, Abb. 29. NM Prag Inv. Nr. 52984—89, 52998— 53192, 67012—170 (nur teilw eise überprüfbar), 63784—98.

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Abb. 19. V ersch ied en e F orm en d er T r tc h te r g e fä ß e : 1 P řerov n. L .; 2 D obříčany, Grube (1 9 3 7 ); 3 Č eský B ro d ; 4 T u klaty; 5 Nový B ydžov; 6 T řebív lice. 1, 6 NM; 2. M Z a tec; 3 M Č eský B ro d ; 4 M K olín ; 5 M N ový Bydžov. 2(3

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Die Besiedlung in der latěnezeitlich-rOmischen Phase bezeugt ein im M in Kolín aufbewahrtes Trichtergefäß (Inv. Nr. 5521], das als Verzierung ein Band aus einer liegenden Zickzacklinie in Form einer von Pünktchen umstandenen eingeritzten Linie trägt Unter dem Rande ist ein kleiner Henkel angeklebt, H 12,7 cm. — Wahr­ scheinlich aus demselben Fundort stammen auch Keram ikscherben, eine bronzene Nadel mit fein profiliertem Kopf, eine beinerne Ahle u. a.; sie alle liegen im M in Český Brod, Inv. Nr. 431—55, 350, 392, 411.

TURSKO (Bez. Prag-W est) — Karte Nr. 101. Siedlung. Beim Bau der Scheune des H. Hrazánek wurden in einem ,,Aschenhaufen“ Scherben gefunden, von denen ins NM (Inv. Nr. 53185] der Randscherben eines braunschwarzen Gefäßes mit abgerundetem Rand und glattem, sich von der Wölbung durch eine plastische Leiste absetzenden Hals gelangte. An der Wölbung verläuft eine Mäanderverzierung, die m ittels zweizähnigen Rollrädchens in Form von quadratischen Einstichen vorgenom­ men worden war. J. L. Píč, 1905, 310; J. L. P íč, 1907, 419. Im M in Kralupy werden Scherben latěnezeltlicher und römischer Keramik, w ahrscheinlich aus dieser Siedlung, aufbewahrt. Sie sind eine Schenkung J. Matuchas aus dem J. 1920. Im NM (Inv. Nr. 52628) liegt ein Knochenkamm aus einem stärkeren bogenförmig gewölbten Plätt­ chen mit drei regelm äßigen durchbrochenen Öffnungen. Der Rand ist dachartig abgeschnitten, ein Teil der Zähne ausgebrochen. Abmessungen: 68X 48.

TVRŠICE (Bez. Louny) — Karte Nr. 40. Siedlung. Im Dorf wurde vor dem ersten W eltkrieg eine Siedlung entdeckt, die teilweise von Amateuren untersucht wurde. Auf einer Fläche von einer Länge von ungefähr 300 m längs des Egerflusses entdeckte man in einer Entfernung von cca 200 m vom Fluß ungefähr 35 „Wohngruben“ von verschiedenen Durchmessern, die in unregelmäßigen Gruppen verteilt waren. In der einen Gruppe verzeichnete man einen großen Hof mit einem runden Haus vom D 4 m, ferner 18 kleinere Bauten, bei denen sich nicht bestimmen läßt, ob sie W irtschafts­ oder W ohnobjekte sind: ferner 5 kleinere Höfe lediglich mit 3—5 Häusern und schließlich weitere drei Höfe, deren Überreste aber vernichtet wurden. Die einzelnen Höfe waren voneinander ungefähr 30—60 m entfernt. Von diesen Objekten erhielt sich nur der kleinere Teil der Funde, insbesondere Keramikstücke, ohne daß Irgend­ welche Fundumstände aufgezeichnet worden wären. Auf Grund der überprüfbaren Keramikfunde kann man auf eine Dauer dieser Siedlung im Verlauf des 1. und 2. Jahrhunderts schließen. Nur ein geringer Teil läßt sich heutzutage im M in Zatec identifizieren. Für die ältere römische Kaiserzeit sprechen Scherben mit feiner Rollrädchenverzierung (Nr. 526), ferner der Teil eines Kruges mit geknicktem Henkel und einer Mäanderverzierung an der Wölbung (Nr. 609] oder der Teil eines anderen Kruges mit einem Bandhenkel und ohne Verzierung (Nr. 522), eine Schüssel mit halbbogenförmiger Kammstrich Verzierung (Nr. 613) u. a. Von den weiteren Funden läßt sich heute noch ein durchbrochener Knochenkamm mit bogenartigem Plättchen identifizieren, der im Inventar als Fund aus einer Grube deutlich bezeichnet ist (Nr. 550). — H. P reid el, 1930, I, 39, 93 ff., 103, 139 ff., 153, 265. 288, Abb. 140, 322 (der Kamm fälschlich als Inventar des Grabes 8 angeführt). — L. Franz, Sudeta XI 1935, Taf VIII. Brandgräberfeld. In der Lage „U Červeného kříže“ ungefähr 300 m von der Jetzigen Siedlung untersuchte man vor Jahren eine größere Menge von Brandgräbern, von denen die Funde größtenteils verloren gingen. Von dem erhaltenen Komplex wurden einige Funde einzeln publizert. H. P reid el, 1930 II, 264; d ers. in H. Relnerth, Vorgeschichte der d. Stämme, 1940, Taf. 236, 246, 247: 1, 3, 6; B. S v obod a, 1948, Abb. 12; 2; 13. Der Re­ konstruktion dieses Gräberfeldes, von dem 50 Gräber erhalten blieben (von der Hallstatt-Latěne-Zeit bis in die Jüngere römische Kaiserzit) soll eine selbständige Arbeit gewidmet werden. — M Zatec, M Teplice. Die Haupt­ formen zeigt Taf. VI. Skelettgräber. In derselben Lage „U Červeného kříže“ wurde ein Skelettgrab gefunden (als Nr. III bezeich­ n et), dessen Inventar im M in Zatec identifiziert werden kann. Das Skelett lag ausgestreckt am Rücken unter einer starken Steindecke, mit der Längsachse von West nach Ost orientiert (nicht angeführt, wohin der Kopf gerichtet w ar). Zwei bronzene Augenfibeln (L 6 cm, Inv. Nr. 622; L 5,8 cm, Inv. Nr. 623) lagen ln der Gegend des Halses rechts und links vom Kopf, gegen links geneigt. Ober dem Haupt lagen zwei gerade bronzene Nadeln mit halbkugelförmigem Kopf (L 11,3 cm, Inv. Nr. 624; L 8,6 cm, Inv. Nr. 625) und eine etwas ver­ bogene Nadel mit halbkugelförmigem Knopf (L 5 cm, Inv. Nr. 526). Rechts neben dem Becken lag ein völlig ver­ rosteter und zerfallener Eisengegenstand, der nicht erhalten blieb. Taf. VI: 1—5. Abseits wurde angeblich ein weiteres Skelettgrab gefunden (Nr. IV). In einer T von 1 m lag unter einem schweren Stein ein etwas ge­ krümmtes Skelett in nordöstlicher Orientierung, ganz ohne Funde. Auf Grund der Terrainsituation schloß der Finder auf eine zeitliche P arallelität mit Grab III. — M Zatec, Tagebuch A. G ersten h öfers.

ÜHERCE (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 147. • Siedlung. Hinter dem Dorf erm ittelte A. S tockt) bei der Rübenwaage der Zuckerraffinerie von Čejtice eine Siedlung. Aus den dortigen aschenhaltigen Schichten stammt außer Keramik mit Mäanderverzierung auch ein ganzes Trichtergefäß. Das 13,5 cm hohe Gefäß hat eine graubraune, glatte und unverzierte Oberfläche. Taf. III: 5. — A. S to ck ý , Pam. arch. XXII 1906—7, 595; /. S ch rá n il, 1928, 256, Taf. LIII. — PI Inv. Nr. 1266. Aus dem Feld des H. Hlaváček Nr. 43 stammen zahlreiche Keramikscherben mit Eindrück-, Einstich-, Fur­ chen- und Kammstrich- sowie Rollädchenverzierung. — M Mladá Boleslav Inv. Nr. 769—89. Einzelfund. Im NM liegt (Inv. Nr. 51658) der größere Teil einer kräftig profilierten Bronzefibel mit kurzem, von einer kreisrunden Öffnung durchbrochenem Nadelhalter, der in einen Knopf ausläuft. Spirale und Nadel abgebrochen. — f. L. Píč, 1905, 3, 307; /. L. Píč, 1907, 415.

VELKÉ ZBOŽÍ (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 193. Brandgrab. Bei der Erweiterung eines Grabens hinter dem Herrschaftshof links vom Hauptgraben beschä­ digten die Arbeiter ein Brandgrab, das laut /. H eliích eine Urne mit verbrannten Knochen und 4 kleinere Ge­

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fäße enthielt. Der Oberteil der Urne ist vernichtet, so daß sich ihre Form nicht rekonstruieren läß t; die Ober­ fläche ist glatt und schwarz. Ferner erhielt sich eine Schüssel mit glatter, ins Rote ausgebrannter Oberfläche, mit geradem Rand und etwas eingedrücktem Boden, H 5,5 cm, eine zweite 5—5,5 cm hohe Schüssel mit einem einigermaßen inwärts dachförmig geneigten Rand trägt an der Innenseite des Bodens eine rillenartige Ver­ zierung; ferner ein rotausgebranntes dünnwandiges Töpfchen, H 5,5 cm, mit abgebrochenem Henkel, der etwas über den Rand hinausreichte. Das Töpfchen ist nur teilw eise erhalten, rot ausgebrannt, mit geradem Rand, unter dem zwei grobe durchbohrte Öffnungen stehen, H 4,5 cm. Ferner fand man 2 Scherben w eiterer Gefäße. Vom Inhalt der Urne blieben folgende Gegenstände erhalten: das Bruchstück eines blauen Glasarmringes, L 3 cm, eine kräftig profilierte, 7 cm lange Bronzefibel mit durchbrochenem, in einen Knopf endenden Nadelhalter, der Bronzebeschlag vom Oberteil eines Trinkhorns, D 6,5 cm, der Bronzebeschlag von zwei durch vier Nieten mit­ einander verbundenen Plättchen in der Mitte mit einer herausragenden Eisenöse, drei Bronzegußstücke und das Bruchstück eines Bronzeblechs mit feinen Löchern, vielleicht von einem Sieb. Das beschriebene Brandgrab en t­ spricht ganz und gar nicht dem gewohnten Charakter der römischen Brandgröber der älteren Phase, in die diese Bronzefibel gehört. Ich registriere es, weil es die Unterlage für die Theorien über die Besiedlungskontinuität von der Hallstattperiode an bildete, als Ganzes muß es aber mit Vorbehalt aufgenommen werden, denn es war be­ schädigt und wurde wahrscheinlich unfachgemäß entleert. — f. H eliích , Pam. arch. XXVIII 1916, 72 ff., Taf. V. — Ebenso ist auch E ggers Einreihung des Siebteilstückes zum Typ 160 wegen der Geringfügigkeit des erhaltenen Scherbens äußerst problematisch, siehe H. J. E ggers, 1951, 145. — M Poděbrady Inv. Nr. P 269—78.

VELKÉ ŽERNOSEKY (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 72. Siedlung. Im J. 1951 stieß man bei der Sandgewinnung im Inundationsgebiet der Elbe auf den Teil eines Objekts aus der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit. Die Datierung ermöglicht der Großteil einer schw ar­ zen, geglätteten Terrine mit ausgestülptem, kantigem Rand an der Schulterpartie; seine Verzierung bildet ein Mäanderband aus zwei geritzten Linien, zwischen denen eine Reihe unregelm äßiger Punkte steht. Von diesem Band gegen den Boden zu verlaufen V ertikalrillen, unterhalb des Randes Ist so etwas wie ein kleiner Henkel angeklebt. W eitere weniger markante Scherben gehören in dieselbe Periode. In diesem Fundzusammenhang wurde als wichtiger Fund der Teil einer vierkantigen Platte aus ausgebrannter Tonerde mit verstärkten Rändern an der Unterseite und einer mehrmaligen plastischen Spirale aus Rillen in der Mitte entdeckt. Abmessungen 49X 35,5 cm. Außerdem fand man Fragmente weiterer Platten desselben Typs. An einigen Stellen der Innenfläche findet sich ein leichter schlackenartiger Belag, es ist also der Schluß naheliegend, daß sie mit Feuer in Be­ rührung kamen. V ielleicht Kacheln? — f. F ia la und J. H rála, AR IX 1957, 453 ff., Abb. 190, 201: 5. — M Litoměřice

VELKÝ OSEK (Bez. Kolín) — Karte Nr. 188. Brandgräber. Bei einem Wasserbau wurde an der Elbe nach J. L. Píč (1905, 303; 1907, 407), ein schlankes Bronzegefäß mit stäbchenförm igen Henkeln in der Art des Gefäßes aus Dobřichov-Piěhora mit einer Frauen­ bestattung ausgegraben. Heute unkontrollierbar.

VELTÉŽE (Bez. Louny) — Karte Nr. 47. Einzelfund. Im M in Louny befindet sich unter Keramikscherben aus anderen Perioden auch der Randteil einer ungegliederten Schüssel mit kantigem ausgestülptem Rand und einer fast bis zum Rand reichenden bogenartigen Kammstrichverzierung am Körper (Inv. Nr. 2356).

VELTRUSY (Bez. M ělník) — Karte Nr. 133. Siedlung. In der ehemaligen Ziegelbrennerei PavliCeks stieß man i. J. 1929 auf Siedlungsobjekte, aus denen die nunmehr in M in K*alupy aufbewahrten Keramikscherben mit Eindrückverzierung stammen (Nr. 1670—9). — Im J. 1930 gelangten aus derselben Lokalität ins NM folgende Gegenstände: eingestülpte Schüsselränder mit grau­ brauner oder schwarzgrauer Oberfläche und Scherben faßartiger Formen mit eingezogenem Rand und gerauhtem Körper, (der manchmal durch eine waagrechte Furche abgetrennt ist). Vertreten ist hier auch feinere Keramik mit geglätteter O berfläche ohne Verzierung (ein Scherben mit einer plastischen Leiste am Übergang von Hals und Bauch, ein Scherben eines abgesetzten Bodens) oder der Teil einer lichtbraunen Terrine mit geradem Rand und waagrechter Rille an der Wölbung. Eine Ergänzung dieser Funde bilden Lehmbewurfstücke und Tierknochen (Inv. Nr. 66439—456).

VELVARY (Bez. Kladno) — Karte Nr. 86. Brandgrab. Aus einem in der Baumschule des H. Kraus gefundenen Brandgrab stammt eine bronzene Rollen­ kappenfibel mit durchbrochenem Nadelhalter, L 5,8 cm. — M Velvary, Inv. Nr. 28.

VĚTRUŠICE (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 131. Einzelfunde. Laut H. P reid el liegen im NM eine Eisenschere, ein eisernes Messer und eine kräftig profi­ lierte Bronzefibel mit zwei Bügelknöpfen. — H. P reid el, 1930, Abb. 81.

VILÉMOV (Bez. Chomutov) — Karte Nr. 29. Siedlung. Links von Arbach wurden 1. J. 1942 Scherben einer Siedlungskeramik gefunden. Nach den heutzu­ tage lediglich anhand des im Archiv des AI hinterlegten Neg. Nr. 28928 zugänglichen Scherben ist die Zeit­ bestimmung offenkundig. Ein Scherben mit einem eingeritzten Metopenzierband an der Schulterpartie stammt offenbar am ehesten aus einem Trichtergefäß oder einem ebenso profilierten halbkugelförmigen Gefäß, an einem anderen Bruchstück wiederum ist eine Rollrädchenverzierung erkennbar. Andere Randscherben verweisen auf vasenartige Formen mit abgesetztem kürzerem oder breiterem Hals, ein solcher Scherben trug einen Band­ 5

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henkel. An weiteren findet sich Eindrück-, Furchen- oder halbbogenförmige Kammstrichverzierung. Der Teil eines faßartigen Gefäßes mit eingezogenem glatten Rand hatte einen durch eine waagrechte Furche abgeteilten Körper mit regelm äßiger feiner schräger Rillenverzierung.

VRACLAV (Bez. Ústí n. O rlicí] — Karte Nr. 221. Einzelfund. Auf dem dortigen Burgwall fand man den Teil eines massiven Bronzehandgriffs, der am Ende zu einer Öse zusammengedreht war und mit einem stilisierten Vogelkopf endete. L des erhaltenen Teils 212 mm. — NM Prag, Inv. Nr. 16232.

VRANÝ (Bez. Kladno) — Karte Nr. 82. Siedlung. Im M in Slaný liegen Scherben zweier Gefäße. Es ist dies ein Krug mit einem unterhalb des etwas ausgestülpten Randes angesetztem massivem Bandhenkel; vom kurzen Hals verbreitet er sich zur Wölbung, die zwei Streifen ziemlich unregelm äßiger, von seichten Grübchen ausgefüllter Dreiecke als Verzierung trägt. Das zweite Gefäß hat vasenartige, ungegliederte Form mit geradem, kantigem Rand; es hat im Oberteil der Wölbung als Verzierung ein Band aus einer mehrmals feingeritzten Zickzacklinie, am Unterteil sodann abwechselnd matte und schwarzgraphitierte Streifen (Inv. Nr. 3162—3). (Beilage 1: 50, 20.) Beim Bau des W asserreservoirs im Tal des Baches „Vranský potok“ stieß man in der Trasse „Na Ostrově“ auf zwei Eisenhüttenöfen vom sog. Typ Slaný aus der römischen Kaiserzeit. — R. P letn er, 1958, 152—3; d ers., Pam. arch. LI 1960; 207—8, Abb. 21, 22: 7, 8.

VRBICE (Gemeinde Horovičky, Bez. Rakovník) — Karte Nr. 31. Brandgräber. Im J. 1897—8 entdeckte man auf einem Feld an der rechten Seite der Landstraße aus Vrbice nach Hořovičky in der Trasse „Auf den Lüsten“ 15 Brandgräber und eine viereckige Grube. Nach dem erhal­ tenen schem atischen Plan bildeten die Gräber anscheinend zwei längere Reihen in der Ost-Westrichtung. Die erwähnten 15 Gräber wurden bei der Rigolierung auf einer Fläche von cca 800 m2 entdeckt. Alle Bestattungen lagen angeblich in frei in der Erde stehenden Urnen, es hat sich aber auch die Erwähnung erhalten, die Brand­ bestattung sei manchmal über die Urnen hinaus und In der Umgebung angehäuft gewesen. Im w estlichen Teil des Gräberfeldes liegt eine quadratische Grube mit einer Seitenlänge von 1,5 m und einer T von 2 m; sie hatte steile, mit gebranntem Lehmbewurf gebildete Wände. Dir* aschenhaltige Ausfüllung beinhaltete keine Funde und es läßt sich daher schwer entscheiden, ob diese Grube mit dem Gräberfeld zusammenhängt. Die Beschreibung des Inventars der einzelnen Gräber ist im Inventar des M in Teplice erfaßt (angeführt sind die Nr. des tschechischen Inventars, die deutschen Inv. Nr. nur dann, wenn sie in der tschechischen Beschreibung fehlen; einige Gegen­ stände gerieten aber in den letzten Jahren in Verstoß und konnten daher nicht abgebildet werden.) — Grab 1: Kleines Gefäß mit der Wölbung im oberen Drittel des durch eine plastische Leiste vom niedrigen, konisch ver­ engten Hals abgetrennten Körpers mit einem abgerundeten Rand von dunkelbrauner Oberfläche. H 6,2 cm, nicht überprüfbar, Inv. Nr. 174. Eisenmesser mit langem, geschweiftem , vierkantigem und am Ende erweitertem Hand­ griff und langgezogener Schneide, die einen etwas geschw eiften Rücken hat, L 11,5 cm, Inv. Nr. 175. Sichel­ förmiges Elsenmesser mit geschweiftem , in eine Öse auslaufendem Handgriff, L8 cm, Inv. Nr. 176. Taf. V: 1. Bronzene Augenfibel mit der üblichen Ritzverzierung am Bügel und Nadelhalter, L 6 cm, Inv. Nr. 177. Taf. V: 2. Bronzene Augenfibel desselben Typs, L 5,7 cm, Inv. Nr. 178. — Bronzene Augenfibel, die neben der üblichen Ver­ zierung noch am Oberteil des Bügels zwei eingeritzte Ringe und winzige Einkerbungen am Rande und in der Mitte aufweist. Der Bügel Ist einfach scheibenförm ig und der Nadelhalter ist in Form einer kleinen kreisrunden Öffnung durchbrochen, L 6 cm, Inv. Nr. 179. Taf. V: 3. — Grab 2: Bronzene Augenfibel mit breitem Haken, L 6,5 cm, Inv. Nr. 180. Bronzene Augenfibel, L 6,4 cm, Inv. Nr. 181. Bruchstück eines starkgeschweiften Stäbchen förmigen Bügels von einer Bronzefibel vom Spätlatönetypus mit kleinem scheinbenförm igem Bügelknopf, Inv. Nr. 182. Taf. V: 4. In zwei Stücke zerbrochener Eisenring mit einer kleinen, schräggestellten Öse, D 30 cm. Lange Eisen­ schere in zwei Bruchstücken mit der abgebrochenen Spitze der einen Schneide, L 18 cm, Inv. Nr. 184. Elsen­ messer mit dreieckförm iger Schneide und kurzem, wahrscheinlich abgebrochenem Handgriff, L 11,7 cm, Inv. Nr. 185. — Grab 3: Eiserne Lanzenspitze, L 13 cm, maximale Br. 4,4 cm, Inv. Nr. 186. Taf. V: 12. Abgebrochenes Elsen­ messer, L 8,8 cm, Inv. Nr. 187, deutsche Inv. Nr. 1443. — Grab 4: Teil einer Eisenfibel mit bogenförmig gewölbtem Bügel und kurzer Spirale an der unteren Sehne (ein TeiJ ebenso wie die Nadel abgebrochen) mit kleinem Nadel­ halter, L 7,8 cm, Inv. Nr. 188. Taf. V: 5. — Grab 5 und 6: Funde und Beschreibung fehlen. — Grab 7: Bronzene Augenfibel mit einfachem , scheibenförmigem Bügel, L 6,3 cm, Inv. Nr. 189. Oberteil vom Bügel samt Spirale einer flügelartigen Bronzefibel, L 3,3 cm, Inv. Nr. 190. Taf. V: 14. Großteil vom Bügel einer flügelartigen Bronze­ fibel mit punktierter Verzierung an den Seiten des stäbchenförm igen Unterteils, L 4,5 cm, Inv. Nr. 191. Taf. IV: 15. — Grab 8: Bronzene Augenfibel; sie ist beträchtlich beschädigt (Spirale und Nadel fehlen, Oberfläche abgewetzt) hat anstelle der kugelförmigen üblichen Vorsprünge an den Augen spitze Vorsprünge, der Knopf ist klein, scheibenförm ig, L 5 cm, Inv. Nr. 192. Kräftig profilierte Bronzefibel der Frühform mit beschädigtem, stufenförmig durchbrochenem Nadelhalter. Durch die Mitte des oberen Bügelteils verläuft eine schwach schräggekerbte Rille, L 7,9 cm, Inv. Nr. 194. Taf. V: 6. Bronzefibel desselben Typs mit doppelter Einstichreihe am Oberteil des Bügels; ihr ursprünglich durchbrochener Nadehalter ist teilweise abgebrochen ebenso wie ein Teil der Nadel, L 7,8 cm, Inv. Nr. 193. — Grab 9: Lange eiserne Lanzenspitze mit kurzer Tülle, L 22,5 cm, Inv. Nr. 195. Taf. V: 16. Eisenring vom D 65 mm, Inv. Nr. 196. Drei Stücke eines stark deformierten, mit Hilfe angenieteter Bleche reparierten Bronzegefäßes, ein Stück stammt aus einem ausgezogenen, wellenförmig verbogenen Rand, Inv. Nr. 197—8a, b, der Fund Ist unkontrollierbar, daher läß t sich der ursprüngliche Typ des Gefäßes schwerlich bestimmen. H. P reid el (1930, I, 183) zitiert mit irrtüm licher Bezeichnung als Grab 15 cessat Scherben einer Füßchen­ schüssel mit beweglichen Henkeln und diese Angabe übernahm von ihm H. J. E ggers, 1951, Typ 92. — Grab 10, 11, 12: die Gegenstände aus diesen Gräbern waren vermengt. Es sind dies: Bruchstücke eines Eisenmessers, Inv. Nr. 199, K 1469—70. Eisenmesser mit abgesetztem Dom, mäßig geschw eifter Schneide und abgebrochener Spitze, L 12,9 cm, Inv. Nr. 200. Taf. V: 8. Sichelförm iges Elsenmesser mit geschw eifter Schneide und einem

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Handgriff, der in eine Öse ausläuft; darin ist ein kleiner Ring durchgezogen, L 7,8 cm, Inv. Nr. 201. Taf. V: 9. Eisenfibel von spätlatänezeitlichem Typ mit abgebrochener Sehne, der stäbchenförm ige Bügel mit kleinem scheibenartigem Knopf und Nadelhalter war ursprünglich durchbrochen, L 5,7 cm, Inv. Nr. 202, unkontrollierbar. Bruchstück eines geraden Eisenmessers, L 8,2 cm, Inv. Nr. 203, K 1473. Eisenschere in zwei Stücken mit ab­ gebrochenem Handgriff, L 18,3 cm, Inv. Nr. 204. Etwas geschw eiftes Eisenmesser mit schmalem, flachem Stiel, I. 18,5 cm, Inv. Nr. 205, K 1476. Mäßig gebogene Lanzenspitze mit längerer Tülle, L 25,7 cm, Inv. Nr. 206, K 1477. Taf. V: 11. Eisenring aus einem Rundstäbchen vom D 6,5 cm und einer Dicke von 5 cm, Inv. Nr. 207. Taf. V: 13. W ahrscheinlich Rahmen einer Eisenschnalle, L 3,7 cm, Inv. Nr. 208, K 1479. Taf. V: 7. Zwei in der Mitte ver­ stärkte und gegen das Ende zu zugespitzte Eisenstäbchen (S tech eisen ?), L 10,5 cm, 7,2 cm, Inv. Nr. 209—10, K 1480—1. Teil vom Boden eines gröberen Gefäßes mit brauner Oberfläche und senkrechter Kammstrichverzie­ rung, Inv. Nr. L 1482. — Grab 13 und 14: die Gegenstände aus beiden Gräbern wurden weggeworfen. — Grab 15: Zweimal gewundene eiserne Lanzenspitze, L 15 cm, Inv. Nr. 211. Taf. V: 15. Sichelförm iges Eisenmesser, dessen Handgriff größtenteils abgeschlagen ist, L 10,2 cm, Inv. Nr. 212. Taf. V: 10. — In allen Gräbern waren die Urnen m ittelgroß und zertrümmert. — M Teplice, Fundprotokolle IV (W ein zierl) 147—9. — H. P reid el, 1930, II, 201.

VRUTICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 79. Brandgrab. Ins M In Litoměřice gelangte angeblich aus einem Brandgrab eine bronzene Augenfibel mit ab­ gebrochener Spirale und Nadel, L 4,8 cm; der kleine Haken und der scheibenförm ige Knopf sprechen für eine ältere abgenützte Form, Inv. Nr. 655; Teil vom Bügel einer kräftig profilierten Bronzefibel mit durchbrochenem Nadelhalter (erh. L 40 mm — die Spirale und der Großteil des Nadelhalters fehlen, Inv. Nr. 656) und eine profilierte Riemenzunge aus Bronze, L 70 mm (Inv. Nr. 657).

VŠECHLAPY (Bez. Nymburk) — Karte Nr. 196. Brandgrab. Auf der Parz. Nr. 180 fand man im J. 1899 ein Brandgrab, aus dem folgende Gegenstände er­ halten blieben: eine bronzene Augenfibel, eine kräftig profilierte Bronzefibel mit durchbrochenem Nadelhalter und knopfartig endendem Fuß, eine Eisenschere, ein Messer mit geschweiftem, in einen profilierten Wulst aus­ laufendem Handgriff, eine bronzene Nadel mit profiliertem Kopf, eine achtförmige Schnalle mit einer längeren rechteckigen Plättchen. — M Nymburk, Nr. des Kartons 103 — unkontrollierbar; Archiv der Negative des AI Nr. 21849.

VYSOČANY (Bez. Hradec Králové) — Karte Nr. 208. Siedlung. In der Sandgrube des H. Dufek wurden 3 Gruben ausgegraben, die durch Scherben bauchiger, schwarzglänzender Gefäße mit schräg angesetztem Rand und einer in Form einer eingeritzten Doppellinie mit run­ den Einstichen dazwischen datiert werden. Ferner kamen Scherben großer Trichtergefäße ohne profilierten Rand sowie ein kleines Trichtergefäß vor. In der Grube Nr. II fand man ein sichelförm iges Eisenmesser. Eine nähere Beschreibung der Objekte fehlt. — A. S tocký , Obzor praeh. IV 1913, 5, Abb. 2, 3, 12. Einzelfund. Im M in Nový Bydžov liegt eine Bronzefibel spätlatönezeitlichen Typs mit kurzer Spirale an der unteren Sehne und einem durch drei kreisförm ige Öffnungen durchbrochenem Nadelhalter, L 7,3 cm, Inv. Nr. 1045.

ZALUŽANY (Bez. Příbram ) — Karte Nr. 222. Siedlung. B. D ubský entdeckte eine ausgedehnte Siedlung in der Lage „Na Ohrádce“, wo er gegen 50 KulturObjekten von den Abmessungen 1 0 X 4 m verzeichnete. Im J. 1924 untersuchte er eine 450 cm lange und 340 cm breite, mit der Längsachse gegen Norden und Süden orientierte Hütte. Der Boden des Objektes reichte in eine T von 60 cm. Im Inhalt fand man 2 W irteln, Tierknochen und hauptsächlich Keramik. Die noch für die Spátlatěneperiode charakteristischen Scherben sind spärlich vertreten, hauptsächlich aber Ist die ältere römische Phase mit charakteristischen Scherben halbkugelförmiger Gefäße mit niedrigem, dachartig vorgewölbtem oder durch eine Furche abgeteiltem Rand vertreten, die an der Schulterpartie als Verzierung ein Band aus Rechtecken oder Rhomboiden In der Ausführung m ittels einzähnigen Rolirädchens tragen. — B. D ubský, Pam. arch. XXXIV 1924—5. 445—6; d ers., La Těne jižních Cech, 1932, 125—6; B. D ubský, 1949, 490— 1. Im J. 1934 untersuchte das AI an dieser Stelle 3 Gruben. In der Grube I fand man Scherben von T richter­ gefäßen mit dem Rest einer m ittels ein- oder zweizähnigen Rolirädchens gezogenen Verzierung und auch von glatten, ungegliederten Gefäßen mit ausgestülptem, kantigem Rand oder abgerundetem, schräg gestutztem oder geradem Rand. In der Grube II wurde neben Scherben desselben Typs auch ein Scherben vom Boden eines auf der Töpferscheibe erzeugten, graphltierten Gefäßes und der Scherben eines gröberen Gefäßes mit einem Zierband aus Einkerbungen an der Maximalwölbung gefunden. Die Grube III beinhaltete am wenigsten Keramik, gehört aber mit ihrem Charakter auch in dieselbe Periode. Die einzelnen Gruben sind leider nicht näher be­ schrieben. — A. Rybová, AR VIII 1956, 218 ff., Abb. 107, 114. — Zuw. Nr. AI 62/34—66/34, nunmehr NMPrag. Im J. 1958 und 1959 verlief auf Kat. 354 eine von A. R ybová geleitete Grabung, die bisher nur vorläufig publiziert wurde. Man erfaßte eine größere Menge von Siedlungsgruben und Pfostenlöchern, aus denen die Auto­ rin 11 Hütten rekonstruierte, die ganz oder teilweise ausgegraben wurden; sie alle hatten rechteckigen Grund­ riß von einer Br. 5,25— 5,75 m, in einem Fall 7 m (Hütte 39) und einer L von 8,25—13,5 m. — Pam. arch. LII— 1961, 397—404.

ZÁLUŽÍ (Gemeinde Čelákovice, Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 156. Skelettgrab. Im nordöstlichen Teil der Limanschen Ziegelei stieß man bei der Lehmgewinnung auf ein Skelett­ grab. Das Skelett lag am Rücken in einer T von 280—285 cm unter dem Boden und war mit dem Haupt gegen Nordosten orientiert. Der Großteil des Grabes war leider bereits abgegraben. Die Arbeiter übergaben zwei bron­ zene Augenfibeln, von denen die eine nach der Patina auf dem Schulterknochen gelegen war. — Archiv des AI G. Z. 1814/36. — AI Prag.

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ZÄPY (Bez. Prag-Ost) — Karte Nr. 143. Siedlung. Beim Bau einer Geflügelfarm für die dortige LPG (JZD) auf der Parz. Nr. 217 gewann VI. S akař Scherben einer Siedlungskeramik, von denen einige markanten altröm ischen Charakter haben (faßartige Formen mit ausgestülptem Rand, feine Rauhung von der Wölbung der Gefäße nach unten zu, der Teil eines Vorratsgefäßes mit ausgestülptem, abgesetztem Rand u. a.) sowie das Bruchstück einer Armspange aus durchsichtigem gelbem Glas. — Archiv des AI G. Z. 5141/55. — AI Prag. Brandgräber? Aus dem Kataster dieser Gemeinde stammt aus früheren Jahren eine ganze Reihe von Funden. Im J. 1903 fand man beim Abtransport von Erde auf die Grundstücke hinter den Dorfgehöften 7 Gefässe: hiervon trugen zwei am Bauch eine m ittels Kamm gezogene, unter der Wölbung in großen Bogen auslaufende Rillenver­ zierung. — J. L. Píč, 1905, 310; /. L. Píč 1907, 420. — Mit der Bezeichnung „Brandgräber bei Chodärka“ lassen sich im NM folgende Funde kontrollieren: ein ungegliedertes vasenartiges Gefäß mit verstärktem , geradem Rand, schw arzgeglätteter Oberfläche und ziemlich breiter Wölbung, H 13,5 cm, Nr. 19049, Taf. X: 5; der Großteil eines schwarzbraunen, glatten, vasenartigen Gefäßes mit kurzem, abgesetztem Rand, kurzem Hals und breiter, verhält­ nismäßig scharfgeknickter Wölbung, erh. H 16 cm, Inv. Nr. 19050, Taf. X: 12; eine schwarze glatte Tasse mit ge­ radem, verstärktem Rand und massivem abgeschlagenem Henkel, H 5,5 cm, Inv. Nr. 19051, Taf. X: 9: ein faßartiger Topf mit eingezogenem Rand und grobgerilltem , vom Oberteil durch eine tiefe Rille abgeteiltem Körper, H 18,5 cm, Inv. Nr. 19052, Taf. X: 11. — Mit der Bezeichnung „Brandgräber, Geschenk von A. Zárubová“: eine bauchige, graubraune Tasse mit eingezogenem Rand >nd massivem ausgezogenem (m äßig kantigem) Henkel, H 10,5 cm, Inv. Nr. 60614, Taf. X: 4; eine Schüssel mit grauer glatter Oberfläche und geradem Rand, H 9,6 cm, Inv. Nr. 60615, Taf. X: 13; eine Schüssel mit rotbrauner glatter Oberfläche mit eingezogenem, mäßig verstärktem Rand, H 9 cm, Inv. Nr. 60616; eine grauschwarze, breite Schüssel mit verstärktem , mäßig ausgestülptem Rand, kurzem, abgesetztem Hals und einer umlaufenden Rille dicht unter der Absetzungsstelle, H 9,5 cm, Inv. Nr. 60617, Taf. X: 8; ein grauschwarzes vasenartiges Gefäß mit ausgestülptem, abgesetztem Rand, kurzem, zylindrischem Hals, der sich von der breiteren Wölbung durch eine plastische flache Leiste absetzt, H 17 cm, Inv. Nr. 60618, Taf. X: 7; ein großes ungegliedertes amphorenartiges Gefäß, dessen Hals sich zu einem ausgestülpten, abgesetz­ ten Rand verengt; das Gefäß ist im Oberteil glatt, von der Wölbung gegen den Boden zu durch senkrechte, an der Wölbung bogenförmig eingedrehte Kammstrichverzierung gerauht, H 34,5 cm, Inv. Nr. 60519, Taf. X« 10. Aus der Sammlung S tech s stammt eine höhere Schüssel mit schwarzer, glatter Oberfläche und geradem, mäßig abgesetztem Rand, H 13,8 cm, Inv. Nr. 19444, Taf. X: 6. — Im NM finden sich ferner Scherben grober Formen mit eingezogenem Rand und einer Furchenverzierung sowie der Teil einer Amphore mit Henkeln mit Kammstrich­ verzierung (Inv. Nr. 3520—33). Aus den angeführten Daten läß t sich schw erlich entscheiden, auf welche Funde sich der Bericht von J. L. Píč bezieht.

ZÁŘÍČANY (Bez. Kutná Hora) — Karte Nr. 181. Siedlung. Auf dem Feld des H. Ruml unweit des Ufers der Doubravka wurde eine Grube festgestellt, in deren Ausfüllung neben einem Teil eines vasenartigen Gefäßes mit abgerundetem Rand und einem durch eine Leiste abgesetztem kurzem Hals sich auch Scherben ungegliederter topfartiger und terrinenartiger Gefäße mit geglättetem Oberteil und gerauhter O berfläche von der Wölbung gegen den Boden zu befanden. — J. L. Píč, Pam. arch. XXIII—1908, 194, Abb. 1—2. — NM Inv. Nr. 5810— 830 (teilw eise).

ZDĚTÍN (Bez. Mladá Boleslav) — Karte Nr. 148. Brandgräber. Im J. 1932 wurde dem NM der Inhalt einer Brandbestattung in einer Terrine geschenkt, das in einer grauschwarzen Terrine mit gutgeglätteter O berfläche, abgesetztem, ausgestülptem Rand und kurzem, ab­ gesetztem Hals lag; die breite Wölbung lag hoch, H 18 cm, Taf. XII: 23. Zwischen verbrannten Knochen fand man einen doppelkonischen Tonwirtel, D 4 cm, Taf. XII: 22, ein beschädigtes sichelförm iges Eisenmesser mit abgebro­ chenem Griff, L 7,9 cm, Taf XII: 20, und eine Bronzefibel mit geschweiftem, im Oberteil mit Pünktchen verziertem Streifenbügel und längerem, ursprünglich durchbrochenem (heute beschädigtem) Nadelhalter. Die kurze Spirale ist mit einem kleinen Haken daran befestigt und die Flügel darüber sind klein, am Rande verstärkt. Der obere Teil des Bügels trägt als Verzierung zwei plastische angeklebte Dreiecke, L 47 mm, Taf. XII: 21. Ferner fand man das Bruchstück eines Bronzebeschlags und des Unterteils einer beinernen Nadel. — 7. B ork o v sk ý , Pam. arch. II, neue Reihe 193, 63, Abb. 42. — NM Prag, Inv. Nr. 66176—81. Im M in Mladá Boleslav (Inv. Nr. 606—610) befindet sich der Inhalt einer weiteren Brandbestattung, die in einer bauchigen Terrine mit dunkelgrauer unverzierter Oberfläche lag; dieses Gefäß stimmt in bezug auf die Form mit jenem aus dem ersten Grab überein, nur ist es kleiner, H 15,5 cm, Taf. XII: 18. Es enthielt den Teil einer Armbrustfibel mit kurzer Spirale an der unteren Sehne und einem in der Mitte durchwinzige Schrägkerbun­ gen verziertem Streifenbügel, L 3,1 cm, Taf. XII: 19. Ferner fand man ein guterhaltenes sichelförm iges Eisen­ messer mit geschweiftem kantigem Griff, der an diesen Kanten schräge Kerbungen als Verzierung trug und ln einen dreiteiligen Vorsprung auslief, L 12,2 cm, Taf. XII: 17; eine beschädigte achtförm ige Eisenschnalle, die aus einem länglichen Plättchen und einem länglichen, etwas unregelmäßig geschweiften Rahmen bestand; die Außen­ wand des Plättchens ist an den Rändern von einer feinen Rille eingesäumt, L 11,2 cm, Taf. XII: 16. R. T urek, Boleslavan 1945/6, 218. Hier angeführt, daß zu diesem Fund noch eine republikanische Münze gehörte. Die mit dem Grabkomplex inventarisierte Münze mit dem Haupte Roms Ist aber laut Bestimmung von Zd. N em eškalov á (Typ Cohen VII, 330, Nr. 15) aus der Zeit der Regierung Konstantins des Großen oder seiner Söhne.

ZLIV (Bez. Jičín ) — Karte Nr. 198. Brandgrab. In der Lage „Na pískách“ stieß man auf der Parz. Nr. 127 bei auf ein doppeltes Brandgrab, das mit großen Plänerkalksteinen verkleidet und geteilt war. Der Großteil der Funde gelangte ins NM. Die Brandbestattung lag in mit dreizipfliger Trapezattache (77. f. E ggers, 1951, Typ 30). Die Henkelenden

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den Ackerarbeiten wahrscheinlich in der Mitte in zwei Kammern zwei situlaförm igen Bronzeeimern haben die Gestalt eines stilisier-

Abb. 20. Die H aupttypen d er B ro n z eg efäß e aus B öh m en : 1 D obřtchov—P ičhora, U rnengrab IV ; 2 K rop áčov a Vrutice, S k elettg ra b ; 3, 7 D obřichov—P ičhora, U rnengrab I I ; 4, 9 P raha-B u ben eč, S k elettg ra b 1948; 5 D ob řich ov —P ičhora, U rnengrab I, 6 P raha-B u ben eč, S k elettg ra b 1942; 8 S traky, S k elettg ra b IV. 1—3, 5, 7, 8 NM; 4, 6, 9 MM. 1, 5, 6 — 1 /5 ; 7 , 8 — 1 /4 ; 2—4, 9 — 1/3.

ten Vogelkopfes. Der zweite Eimer war sehr beschädigt. Zu diesen beiden Gefäßen erhielten sich ]e zwei ausge­ schnittene Füßchen. Ferner fand man eine Bronzekasserolle mit hohlem, gerilltem Handgriff, der ursprünglich am Ende mit größter W ahrscheinlichkeit eine Widderkopfverzierung trug [H. J. E ggers, 1951, Typ 154), Bruch­ stücke einer Bronzekasserolle mit Schwanenkopfbügel und dem Stempel des Erzeugers PAPIRI FELIC(is) (H. J. E ggers, 1951, Typ 131), eine Bronzekanne einer stilisierten Figuralverzierung am Henkel [H. J. E ggers, 1951, Typ 124) sowie Scherben flacher Schüsseln. Außer Gefäßen fand man zwei silberne Rollenkappenfibeln, L 4 cm, eine etwas beschädigte bronzene Rollenkappenfibel, L 4,7 cm, eine kräftig profilierte Bronzefibel mit durchbrochenem, in einen Knopf auslaufendem Nadelhalter, L 6 cm, ein gerades Bronzemesser mit gebogener Spitze, L 24 cm, und mit einem nietenbesetzten gekerbten Stiel, ein kurzes Messer mit bogenartig geschw eifter Schneide, kreis­ förmiger durchbrochener Öffnung und einem in einen dreiteiligen Vorsprung auslaufenden Stiel, den Teil der Schneide eines sichelförm igen Messers, den Beschlag zweier Trinkhörner (Oberteile aus breiterem Blech mit leistenartigen Vorsprüngen und einem äußeren D von 96—103 cm, Unterteile von vasenartiger Form ), drei An­ hängerglieder, zwei achtförm ige Bronzeschnallen mit doppeltem, ausgeschnittenem Befestigungsplättchen [L 11,5 cm, 8,5 cm ), einen Stuhlsporn mit kleinem kegelförmigem Stachel, eine kantige profilierte Nadel (oder Stech­ eisen), ein profiliertes Riemenzunge, drei Bruchstücke eines verbogenen Blechbeschlags, der halbröhrenförmig eingebogen ist, einen massiven Bronzering vom inneren D 2,6 cm und verschiedene kleine Beschläge. — V. Schulz, Pam. arch. XIII 1885—6, 65 ff., Taf. III und IV. — /. L. Píč, 1905, 304; Taf. LIV, LV; J. L. Píč, 1907, 412, Taf. LIV, LV. — H. J. E ggers, 1951, 145 (hier irrtümlich ein Eimer mit gesichtsähnlichen Henkelschlaufen angeführt). — NM Prag, Inv. Nr. 62700—744, 64288.

ŽATEC (Bez. Louny) — Karte Nr. 30. Einzelfund. Im NM in Prag liegt eine massive bronzene Augenfibel mit der üblichen eingeritzten Verzierung, L 67 mm, Inv. Nr. 26796. — J. L. Píč, 1905, 307 — hier Bericht über 2 Fibeln.

ZELENÍCE — siehe TfcEBUSICE ŽIDOVICE (Bez. Litom ěřice) — Karte Nr. 76. Brandgräber. Im J. 1870—71 fand man angeblich bei der dortigen Zuckerraffinerie Skelettgräber mit einem Speer, Brandgräber mit Urnen, die durch Ackerungsarbeiten zerstört worden waren; darin lagen eine Schere, Messer, Eisenschnallen, Augenfibeln und kräftig profilierte Fibeln u. a. — J. Pudil, Pam. arch. IX, 1871—3, 961; J. L. Píč, 1905, 305; J. L. PÍČ, 1907, 412. — M Roudnice nad Labem, unkontrollierbar. Im Archiv für Negative des AI wird unter Nr. 21876—7 die Photographie einer kräftig profilierten Bronzefibel der Frühform mit einem klei­ nen scheibenförm igen Bügelknopf und kurzer, von Flügeln bedeckter Spirale aufbewahrt; der Nadelhalter Ist in Form von drei kleinen kreisförm igen Öffnungen durchbrochen, Taf. XVI: 4.

ŽIŽELICE (Bez. Kolín) — Karte Nr. 210. Brandgräber. Im J. 1911 wurde vom dortigen Totengräber beim Ausheben eines Grabes auf dem Friedhof eine Urne mit einer Brandbestattung gefunden. Es war dies angeblich eine vasenartige, dem Trichtergefäß nahe­ stehende Form, die unter dem niedrigen Hals als Verzierung eine eingeritzte und punktierte W ellenlinie zwi­ schen zwei Punktreihen auf wies. Im darauffolgenden Jahr fand man ein w eiteres ähnliches Gefäß, das nicht erhalten blieb. — L. D om ečka, Obzor praeh. V 1914, 18.

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VERZEICHNIS DER FUNDORTE. Die Nummern entsprechen denjenigen auf der Karte. Die Bezeichnungen A und Bi bestim men die Zugehörigkeit zur chronologischen Stufe. 70. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. 86. 87. 88. 89. 90. 91. 92. 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101. 102. 103. 104. 105. 106. 107. 108. 109. 110. 111. 112. 113. 114. 115. 116. 117. 118. 119. 120. 121. 122. 123. 124. 125. 126. 127. 128. 129. 130. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. 138.

1. Podmokly (Bez. Děčín), Bi 2. Modlany (Bez. Teplice), A 3. Trnovany (Bez. Teplice), A 4. Teplice (Bez. Teplice), Bi 5. Stadlce (Bez. Ostí nad Labem), Bi 6. Lysec (Bez. Teplice), Bi 7. Světec (Bez. Teplice), A—Bi 8. Ledvice (Bez. Teplice), A—Bi 9. Duchcov (Bez. Teplice), Bi 10. Jenišův Ojezd (Bez. Teplice), A—Bi 11. Bílina—Chudeřice (Bez. Teplice), A—Bi 12. Břežánky (Bez. Teplice), A—Bi 13. Liběšice (Gem. Z e le n íc e , Bez. Most) Bi 14. Lužice (Bez. Most), A—Bi 15. Rudolice (Bez. Most), Bi 16. Most (Bez. Most) A— Bi 17. Kopisty (Bez. Most), A—Bi 18. Dolní Jiřetln (Bez. Most), A— Bi 19. Horní Jiřetín (Bez. Most), Bi 20. Slatinice (Bez. Most), Bi 21. Havraft (Bez. Most), Bi 22. Přečaply (Gem. Údlice, Bez. Chomutov), Bi 23. Ahníkov (Gem. Málkov, Bez. Chomutov), A 24. Kralupy u Chomutova (Bez. Chomutov), A—Bi 25. Kadaň (Bez. Chomutov), Bi 26. Lomazice (Gem. Poláky, Bez. Chomutov), Bi 27. Soběsuky (Gem. Vikletice, Bez. Chomutov), A 28. Cíňov (Gem. Břežany, Bez. Louny), Bi 29. Vilémov (Bez. Chomutov) A—Bi 30. Z a te c (B e z . Louny), Bi 31. Vrbice (Bez. Rakovník), A—Bi 32. Soběchleby (Bez. Louny), Bi 33. Sířem (Bez. Louny), A 34. Liběšovice (Bez. Louny), A— Bi 35. Měcholupy (Bez. Louny), Bi 36. Dobříčany (Bez. Louny) A—Bi 37. Liběšice (Bez. Louny), Bi 38. Rybňany (Bez. Louny), A—Bi 39. Staňkovice (Bez. Louny) A— Bi 40. Tvršice (Bez. Louny), A— Bi 41. Selibice (Gem. Tvršice, Bez. Louny), Bi 42. Mradice (Bez. Louny), A—Bi 43. Touchovice (Bez. Louny), Bi 44. Lenešice (Bez. Louny), Bi 45. Dobroměřice (Bez. Louny), Bi 46. Louny (Bez. Louny), Bi 47. Veltěže (Bez. Louny), A— Bi 48. Slavětín nad Ohří (Bez. Louny), Bi 49. Orasice (Gem. Počedělice, Bez. Louny) Bi 50. Libčeves (Bez. Louny), Bi 51. Třebívlice (Bez. Litom ěřice), A 52. Dřemčice (Bez. Litom ěřice), A—Bi 53. Křesín (Bez. Litom ěřice), Bi 54. Radovesice (Bez. Litom ěřice), Bi 55. Třebenice (Bez. Litom ěřice), Bi 56. Lucký mlýn (Gem. Chodovlice, Bez. Litoměřice), Bi 57. C íž k o v ice (Bez. Litom ěřice), Bi 58. Lovosice (Bez. Litom ěřice), A— Bi 59. Lhotka nad Labem (Bez. Litom ěřice), A—Bi 60. Lukavec (Bez. Litom ěřice), A 61. Nové Kopisty (Bez. Litom ěřice), Bi 62. Brozany (Bez. Litom ěřice), Bi 63. Bohušovice (Bez. Litom ěřice), Bi 64. Hradištko (Bez. Kolín), A 65. Nové Dvory (Bez. Litom ěřice), Bi 66. Doksany (Bez. Litom ěřice), Bi 67. Dolánky (Bez. Litoměřice), Bi 68. Hrdly (Bez. Litom ěřice), Bi 69. Mlékojedy (Bez. Litom ěřice), A

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Litoměřice (Bez. Litom ěřice), A Prosmyky (Bez. Litom ěřice), A— Bi Velké Zernoseky (Bez. Litom ěřice), A Těchobuzice (Bez. Teplice), Bi Býčkovice (Bez. Litom ěřice), Bi Polepy (Bez. Litoměřice), Bi Zidovice (Bez. Litoměřice), Bi Roudnice nad Labem (Bez.Litom ěřice), Bi Dobříň (Bez. Litoměřice), Bi Vrutice (Bez. Litom ěřice), Bi Rašovice (Bez. Litom ěřice), Bi Stvolínky (Bez. Česká Lípa), Bi Vraný (Bez. Kladno), A Klobuky (Bez. Kladno), A Lisovice (Gem. Zlonice, Bez. Kladno), A— Bi Břešťany (Bez. Kladno), A Velvary (Bez. Kladno), Bi Jenišovice (Gem. Býkov, Bez. Mělník), Bi Lužec nad Vltavou (Bez. Mělník), Bi Dolní Beřkovice (Bez. Mělník), A Pchery (Bez. Kladno), Bi Dřetovice (Bez. Kladno), A—Bi Třebusice (Bez. Kladno), Bi Slatina (Bez. Kladno), Bi Brandýsek (Bez. Kladno), A— Bi Stehelčeves (Bez. Kladno), A—Bi Kladno—Vrapice (Bez. Kladno), Bi Otvovice (Bez. Kladno), Bi Mikovice (Bez. Mělník), Bi Kralupy nad Vltavou (Bez. M ělník), A—Bi Holubice (Bez. Praga-W est), Bi Tursko (Bez. Praga-W est), Bi Noutonice (Gem. Lichoceves, Bez. Praga-W est), Bi Roztoky u Prahy (Bez. Praga-W est), A— Bi Kolešovice (Bez. Rakovník), Bi Kněževes (Bez. Rakovník), Bi Hředle (Bez. Rakovník), A Tuchlovice (Bez. Kladno), A—Bi Kamenné Zehrovice (Bez. Kladno) A— Bi Svatý Jan pod Skalou (Bez. Beroun), A—Bi Beroun-Závodí (Bez. Beroun), Bi Stradonice (Bez." Beroun), A— Bi Hořovice (Bez. Hořovice), Bi Dobřichovice (Bez. Prag-W est), Bi Lipany (Bez. Prag-W est), A Lipence (Bez. Prag-W est), A Hradiště nad Závistí (Bez. Prag-W est), A—Bi Ořech (Bez. Prag-W est), Bi Stodůlky (Bez. Prag-W est), A—Bi Chýně (Bez. Prag-W est), Bi Modřany (Bez. Prag-W est), Bi Praha-Michle, A Praha-Vršovice, A Praha-Vinohrady, Bi Praha-Smíchov, Bi Praha-Bubeneč, A— Bi Praha-Vysočany, Bi Praha-Hloubětín, Bi Dolní Počernice (Bez. Prag-Ost), A— Bi Kbely (Bez. Prag-Ost), Bi Ďáblice (Bez. Prag-Ost), Bi Větrušice (Bez. Prag-Ost), Bi Líbezníce (Bez. Prag-Ost), Bi Veltrusy (Bez. M ělník), Bi Mělnik-Pšovka (Bez. Mělník), Bi Obříství (Bez. M ělník), Bi Bezno (Bez. Mladá Boleslav), Bi Kropáčova Vrutice (Bez. Mladá Boleslav), Bi Tišice (Bez. M ělník), A— Bi

139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 149. 150. 151. 152. 153. 154. 155. 156. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 171. 172. 173. 174. 175. 176. 177. 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184.

Nedomice (Bez. Mělník), A Mlékojedy (Bez. M ělník), Bi Martinov (Gem. Záryby, Bez. Mělník), A—Bi Jenštejn (Bez. Prag-Ost), Bi Zápy (Bez. Prag-Ost), A—Bi Kněžmost (Bez. Mladá Boleslav), Bi Mladá Boleslav (Bez. Mladá Boleslav), Bi Dobrovice (Bez. Mladá Boleslav) Bi Úherce (Bez. Mladá Boleslav), A— Bi Zdětín (Bez. Mladá Boleslav), Bi Luštěnice (Bez. Mladá Boleslav), Bi Charvátce (Bez. Mladá Boleslav), A—Bi Jabkenice (Bez. Mladá Boleslav), A Straky (Bez. Nymburk), Bi Lysá n. Labem (Bez. Nymburk), Bi Kostomlaty n. Labem (Bez. Nymburk), A Čelákovice (Bez. Prag-Ost), Bi Záluží (Gem. Čelákovice, Bez. Prag-Ost), Bi Nehvizdy (Bez. Prag-Ost), Bi Přerov nad Labem (Bez. Nymburk), A—Bi Semice (Bez. Nymburk), A—Bi Starý Vestec (Bez. Nymburk), A—Bi Horoušany (Bez. Prag-Ost), Bi Tuklaty (Bez. Kladno), A— Bi Límuzy (Bez. Kolín), A Český Brod (Bez. Kolín), A—Bi Kšely (Bez. Kolín), A Bylany (Bez. Kolín), Bi Klučov (Bez. Kolín), A Poříěany (Bez. Nymburk), A— Bi Hořany (Bez. Nymburk), A— Bi Třebestovice (Bez. Nymburk), Bi Třebovle (Bez. Kolín), Bi Svojšice (Bez. Kolín), A— Bi Hradenín (Bez. Kolín), Bi Plaňany (Bez. Kolín), A Radim (Bez. Kolín), Bi Dobřichov (Bez. Kolín), A— Bi Pečky (Bez. Nymburk), Bi Cerhýnky (Bez. Kolín), A Ratenice (Bez. Nymburk), A— Bi Církvice (Bez. Kutná Hora), Bi Zářiěany (Bez. Kutná Hora), A—Bi Kutná H ora-Sedlec (Bez. Kutná Hora), Bi Hlízov (Gem. Nové Dvory, Bez. Kutná Hora), A—Bi Nebovidy (Bez. Kolín), A— Bi

185. 186. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 198. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 205. 206. 207. 208. 209. 210. 211. 212. 213. 214. 215. 216. 217. 218. 219. 220. 221. 222. 223. 224. 225. 226. 227. 228.

72

Kolín (Bez. Kolín), Bi Ohrada (Gem. Nová Ves, Bez. Kolín), Bi Jestřábí Lhota (Bez. Kolín), Bi Velký Osek (Bez. Kolín), Bi Sány (Bez. Nymburk), Bi Libice (Bez. Nymburk) A Odřepsy (Bez. Nymburk), Bi Opolánky (Bez. Nymburk), Bi Velké Zboží (Bez. Nymburk), Bi Nymburk (Bez. Nymburk), Bi Budiměřice (Bez. Nymburk), Bi Všechlapy (Bez. Nymburk), Bi Cholenice (Bez. Jiěín ), Bi Zliv (Bez. Jičín ), Bi Bartoušov (Gem. Jičíněves, Bez. Jičín ), Bi Slavhostice (Bez. Jičín ), Bi Cešov (Bez. Jičín ), A—Bi Hradištiko (Gem. Zeretice, Bez. Jičín ), A—Bi Smidary (Bez. Hradec Králové), Bi Janovice (Bez. Hradec Králové), A—Bi Cerveněves (Gem. Smidary, Bez. Hradec Král.), A Ohnišťany (Bez. Hradec Králové), Bi Nový Bydžov (Bez. Hradec Králové), A—Bi Vysočany (Bez. Hradec Králové), A—Bi Střihov (Bez. Nymburk), Bi Ziželice (Bez. Kolín), A Labská Chrčice (Bez. Pardubice), Bi Jezbiny (Gem. Jaroměř, Bez. Náchod), A Lochenice (Bez. Hradec Králové), Bi Předměřice nad Labem (Bez. Hradec Králové), A Rosnice (Gem. Všestary, Bez. Hradec Král.), A—Bi Stěžery (Bez. Hradec Králové), A—Bi Hradec Králové (Bez. Hradec Králové), Bi Doudleby nad Orlicí (Bez. Rychnov nad Kněžnou), Bi Bláto (Bez. Pardubice), A—Bi Dašice (Bez. Pardubice), A— Bi Vraclav (Bez. Ostí nad Orlicí), Bi Zalužany (Bez. Příbram), A Buzice (Bez. Blatná), A Přešťovice (Bez. Strakonice), A— Bi Cejetice (Bez. Strakonice), A Lhota u Kestřan (Gem. Kestřany, Bez. Písek), A Lékařova Lhota (Gem. Sedlec, Bez. České Budějo vice), A— Bi Munice (Bez. České Budějovice), A

LITERATURVERZEICHNIS O. A lmgren, 1913: Zur Bedeutung des Markomannenreiches in Böhmen für die Entwicklung dergermanischen Indu­ strie in der frühen Kaiserzeit, Mannus V—1913; 265 f. — 1923: Studien über Nordeuropäische Fibelformen der ersten nachchristlichen Jahrhunderte mit Berücksichtigung der provinzialrömischen und südrussischen Formen, 2. Afl. Leipzig 1923. /. Böhm , 1941: Kronika objeveného věku, Praha 1941. — 1958: Přehled Československých dějin, I, Praha 1958. J. Břeň 1960: J. Neústupný, I. H ásek, J. H ralová, J. Břeň,R. T urek, Pravěk Československa,Praha

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(Die Grundlagen der slawischen

H. P reidel, 1930: Die germanischen Kulturen in Böhmen und ihre Träger, І, II, Kassel 1930. — 1934: Die urgeschichtlichen Funde und Denkmäler des politischen Bezirkes Brüx, Most 1934. — 1935: Heimatkunde des Bezirkes Komotau, Chomutov 1935. — 1940: Die Markomannen und Bayern, Vorgeschichte der deutschen Stämme 2, 1940, 561 f. — 1953: Die vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsräume in Böhmen, München 1953. /. S chrán il, 1928: Die Vorgeschichte Böhmens und Mährens, Berlin-Leipzig 1928. A. S tocký, 1910: Sídliště s kulturou římskou v Chudonicích u Nového Bydžova, Pravěk VI— 910, 86 f. — 1913: Nálezy z doby římského císařství z okolí Nového Bydžova, Obzor praeh., IV—1913, 6 f., 17 f. — 1933: C ech y v době železné, Praha 1933. B. S voboda, 1948:C ech y a římské impérium (Bohemia and the 1948.

Roman Empire), ACTA MUSEI NATIONALIS II, Praha

E. S im ek, 1923: Cechy a Morava za doby římské, Praha 1923. — 1930: Velká Germanie Klaudia Ptolemaia I, Praha 1930. — 1935: Velká Germanie Klaudia Ptolemaia II. Brno 1935. — 1949: Velká Germanie Klaudia Ptolemaia III. Brno 1949. — 1953: Velká Germanie Klaudia Ptolemaia IV, Brno 1953. (russische, deutsche und englische Zusammenfassung)

ABKÜRZUNGEN UND ERKLÄRUNGEN ZUM DEUTSCHEN TEXT Abb. AI AEx Bez. Br. D. Dep. Nr. Gem.

— Abbildung — Archäologisches Institut der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften — Archeologický ústav CSAV, Praha — Archaeological Expedition to Central Europe of the Peabody Museum of Harvard University Cambridge, Mass., and the University Museum of Philadelphia, Pa — Bezirk — Breite — Durchmesser — Depositarnummer — Gemeinde

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H. Inv. Nr. Kat. Nr. L M MM Neg. Nr. NM Parz. Nr. PI SPSC

— Höhe — Inventarnummer — Katasternummer — Länge — Museum — Městské muzeum, Praha — Städtischees Museum in Prag — Negativnummer — Národní muzeum v Praze —Nationalmuseum in Prag — Parzellenummer — Prehistorický stav Karlovy university, Praha — Prähistorisches Institut der Karls-Universität — Společnost přátel starožitnosti českých, Praha — G esellschaft der Freunde der böhmischen Altertümer, Prag — Tiefe — Tafel — und — Zuwachsnummer

T Taf. u. Zuw. Nr.

ZEITSCHRIFTEN: AR CSPSC Mitt. Exc. Kl. Obzor praeh. Pam.arch. TBT ZPP

— Archeologické rozhledy, Praha — Časopis společnosti přátel starožitností českých, Praha — Mitteilungen des Nordböhmischen Excursions-Klubs, Česká Lípa vom J. 1878 — Obzor praehistorický — Beilage zu CSPSC, Praha 1910—1914 Obzor praehistorický, Praha vom J. 1922 bis 1950 — Památky archeologické (a místopisné), Praha — Tätigkeits-Bericht der Museumsgesellschaft Teplitz-Schönau — Zprávy památkové péče, Praha

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SACHREGISTER. Keramik: Amphore 7, 16, 17, 18, 32, 46, 47, 58, 62, 68 — Becher 57 — Halbkugelförmiges Gefäß 7, 22—24, 30, 33, 38, 46—7, 50, 53, 65, 67 — Krug 7, 24, 32, 52, 64, 66 — Miniaturgefäß 15, 48, 56, 59 — Seiher 13, 50 — Schüssel 5, 7—9, 12, 13, 15—17, 19—20, 23, 24, 26, 29, 30, 32, 34, 36—9, 42, 43, 46—8, 52—54, 56, 58—59, 61, 62, 64, 65, 68, 70 — Spätlatönezeitliche gedrehte Keramik 6, 8, 9, 13, 22, 26, 34, 38, 45, 52, 57, 58, 67. — Tasse 8, 15, 20, 22, 24, 28, 37, 48, 52, 59, 68 — Ter­ rine 5, 7—9, 11—13, 15—20, 22—24, 26, 28—30, 32—37, 40—43, 45— 48, 50—53, 56, 58, 59, 61, 62, 65, 68 — Topf mit ausgestülptem Rand 16, 22, 33, 35, 36, 67 — Topf mit eingezogenem Rand 7—9, 11, 22, 33—36, 52, 53, 59, 60, 65, 68 — Trichtergefäß vom Plaftaner Typ 7, 12—16, 18, 20, 23—26, 28—30, 32—33, 35—38, 42, 43, 45, 47, 48, 50, 52, 56, 58, 59, 64, 65, 67, 70 — Vase (vasenartiges Gefäß) 7—9, 16, 18, 20, 22—24, 26, 28, 29, 32—34, 36—38, 40, 42, 45, 46, 51—53, 56, 58, 59, 62, 66, 68, 70 — Vorratsgefäß 7, 8,11, 13, 20, 22, 24, 43, 47, 50, 56, 58, 59, 68 — Zweihenkeliger Topf 13, 38, 46, 57 Kette 20, 60 Klammer 52 Knochengegenstand 4, 15, 52, 53, 62 Kreis aus Stein 19 Lanzenspitze 8, 15, 18, 23, 24, 26, 29, 32, 36, 41—43, 45, 46, 48, 50, 51, 62, 66, 67 Lehmbewurf 14, 17, 22, 24, 26, 30, 35, 37, 38, 47, 50, 53, 65, 66 — Lehmbewurf mit Abdrücken 4, 18 20, 22, 30, 40, 56, 61 Lignitarmring 50 Löffel 52, 56 Meißel 8 Messer 8, 12, 19, 20, 43, 50, 53, 59, 61, 62, 65 — Gerades Messer 8, 23—26, 28, 29, 36, 38, 40—42, 45, 67, 70 — Rasiermesser 26 — Sichelförmiges (geschweiftes) Messer 8, 24, 29, 30, 33—36, 38, 40, 42, 45— 47, 61, 66—68, 70 Muschel 53, 56 Nadel 8, 11, 12, 16—19, 24, 25, 32, 35—38, 42, 43, 45—48, 50, 52—54, 59, 61, 62, 64, 67, 68 Nagel 29, 38 Nähnadel 18, 18, 30, 42 Pinzette 23, 32 Riemenzunge 6, 8, 16, 26, 32, 45, 47, 70 Ring 16, 20, 24, 26, 30, 32, 35—37, 39, 45, 48, 50, 57, 62, 66, 67, 70 Siedlungsobjekte 3, 11, 22, 24, 35, 64 — Grube 3, 9, 10, 12, 13— 18, 22, 24, 26, 29—30, 34—38, 40, 42, 47,48, 53, 56, 58—62, 64, 66—68 — Herde 4 — Eingetiefte Hütte 3, 4, 14— 17, 22, 35, 37, 43, 48, 52, 53, 56, 57, 62, 67 — Feuerstelle 4, 15, 16, 17, 22, 52—53, 62 — Ofen 17, 18, 19, 30, 40, 56—58 — Töpferofen 43 — Palisade 17 — Pfostenbau (Pfahlbau) 4, 16, 30, 38, 56, 58, 67 — Schmiedefeuer 23 — Schmiedewerk­ stadt 50 Skelettgrab 3, 6, 8, 13, 18, 25, 26, 29, 33, 36, 37, 42, 45, 46, 48, 50, 53, 59, 60, 64, 67 Schere 8, 18, 20, 23, 29, 32—33, 38, 40—42, 45—46, 48, 50, 53, 61, 62, 66, 67 Schild (buckel) 6, 8, 18, 32, 40, 48, 50, 62 Schlacke 10, 18, 19, 22, 24, 26, 28, 35—37, 50, 53, 59, 60 Schlittschuhe 17 Schlüssel 32, 36, 52, 62 Schnalle 8, 20, 23, 25, 26, 29, 32, 34, 38—40, 45, 48, 59, 61, 62, 67, 70 Schöpfer 18 Schwert 8, 29, 40, 48, 50, 62 Speerspitze 8, 26, 29, 32, 42, 47

Ahle 15, 18, 19, 25, 36, 53, 56, 64 Anhängeglied siehe Gehängeteil Anhänger 10, 32, 34, 52 Armband (Armring) 17, 50, 51 Asche (aschenartige Schicht) 9, 14, 18—20, 26, 29, 32, 36, 47, 51, 53, 56, 61, 64, 66 Ausheizherde 15, 17 Bernsteinkoralle 34, 36, 62 Brandgrab (Brandgrubengrab, Urnengrab) 3, 5, 6, 8—9, 12, 14—21, 23—24, 26—38, 40—43, 45—51, 53, 58, 60—62, 84 — 68 , 70 Brechmühle 19 Bronzebeschlag 23, 28, 28, 34, 38, 45, 47, 48, 65, 68 Bronzegefäß (auch Teil) 5, 6, 8, 13, 15, 25, 28, 32, 34, 39, 41, 45, 58, 60, 62, 65—66 — Becher 19 — Eimer 5, 13, 19, 68, 70 — Kanne 5, 33, 45, 70 — Kasserolle 5, 32, 41, 70 — Kaserolle mit Schwanenkopfbügel 19, 25, 33, 34, 38 , 38, 40, 45, 59, 70 — Kelle 23, Kessel 22, 45 — Patera 45 — Schöpflöffel 59 — Schüssel 5, 19, 36, 40, 45, 48, 50, 59 — Sieb 23, 41, 65 Bronzeniet 28, 32, 38 Bronzeplatte 16, 20, 25, 30, 42, 48 Buckelverzierung 20 Dolch 8, 36, 40 Durchbrochener Gürtelhaken siehe Gürtelhaken Eisenbeschlag 29, 30, 32 Eisenhüttenofen (Reduktionsofen) 15, 17, 19, 22, 23, 26, 33, 35, 38, 43, 52—54, 58, 59, 61, 62, 66 Eisenmeißel 30 Eisenschlacke siehe Schlacke Eisenspitze 36 Feuereisen 36 Feuerstein 24, 45, 53 Feuerstelle siehe Siedlungsobjekte Fibel: Armbrustfibel 8, 18, 29, 34, 35, 42, 52, 59, 60, 68 — Aucissa 8, 13 — Augenfibel 6, 8, 9, 12, 13, 16—19, 23, 25, 26, 29 32—42, 45—47, 50, 53, 56, 58—61, 64, 66—68, 70 — Ausnahmeforme 36, 42 — Einteilige Elsenfibel 25, 26, 56 — Kräftig profilierte Fibel 6, 8, 12, 13, 17, 18, 23, 34—37, 39—43, 45—6, 50, 58, 60, 64, 65, 67, 70 — Kräftig profilierte Fibel der Früh­ form 6, 8, 20, 25, 29, 33, 39, 45—48, 50, 61, 66, 70 — Kräftig profilierte Fibel mit Tierkopfverzierung 8, 34, 45, 59 — Kräftig profilierte Fibel mit zwei Bügel­ knöpfen 8, 12, 16, 18, 23, 29, 33, 34, 36, 39—42, 46, 51, 62, 65 — Fibel von m ittellatönezeitlicher Kon­ struktion 67 — Prototyp von Augenfibel 8, 68 — Fibel vom Provinzialcharakter (gallische) 8, 42 — Rollen­ kappenfibel 8, 12, 13, 17—20, 28, 34, 36, 37, 45, 50, 52, 59, 60, 65, 70 — Scheibenfibel 32, 38 — Fibel vom Spätlatönetypus 6, 7, 17, 18, 20, 28, 30, 33, 36 , 53, 56, 58, 66, 67 — Schüsselfibel 6 Gehängeteil (Hängeglied) 19, 20, 23, 29, 40, 45, 46, 59, 70 Gewicht 4, 18, 24, 36, 37 Glasarmband 24, 65, 68 — Glaskoralle 33, 45 — Glasperle 20 — Glasring 51 Glättstab 19 Grube siehe Siedlungsobjekte Gürtelbestandteile 8, 12, 16, 20, 24—26, 34, 61 Gürtelhaken 36, 39—42, 45, 47, 48 — Ringgürtelhaken 29, 30, 47 — Durchbrochener Gürtelhaken 8, 28, 36, 46, 48, 50 — Stabförmiger Gürtelhaken 8, 33 Harz 20, 32, 45 Holzkohle 14, 15, 18, 19, 24, 26, 36, 38, 40, 47, 51, 57, 58 Holzüberreste 29 Hütte siehe Siedlungsobjekte Kalkbrennerei 40 Kamm 15, 32, 35—38, 43, 53, 62, 64

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Spindelförmiger Bronzebeschlag 38 Sporn 8, 45—48, 62, 70 Stecheisen 8, 23, 32, 42, 67, 70 Stoff 61 Tonkoralle 51 Tonkügelchen 19 Tonperle 53 Tonplastik 36 Trinkhornbeschlag 6, 8, 18—20, 29, 32, 36, 40, 41, 46—48, 50, 59, 61—62, 65, 70 Tierknochen 9, 12, 14, 15, 17, 18, 22, 24, 28, 30, 32, 35, 37, 38, 43, 47, 51—53, 56—60, 62, 65, 67 Urnengrab siehe Brandgrab

23, 24, 26, 32—35, 37—38, 4 0 ,4 2 ,4 7 ,5 0 ,5 2 ,5 6 ,5 8 —62, 64—66, 68 — Grübchen 7, 12, 14, 15, 18, 23, 24, 35, 38, 54 — Kammstrich 7—9, 12, 13, 15—17, 20, 23—24, 30, 33—35, 37, 42, 43, 46, 48, 50, 52, 53, 58, 59, 61 — Mäanderornament 7, 12, 16—20, 22, 24—26, 29, 30, 32, 33, 35—38, 40, 42—43, 52—54, 58—59, 61, 62, 64—68 — Rauhung 7—8, 12, 13, 15, 19, 22, 24, 26, 30, 34, 37, 40, 43, 47, 48, 50, 52, 58, 59, 65, 68 — Recht­ ecken mit Diagonalen 24, 26, 28—30, 32, 35, 37, 38, 43, 45—46, 67 — Rillen 9, 12, 22, 23, 26, 43, 54, 56, 58, 59, 61, 65, 66, 68 — Ritzverzierung 7, 8, 11—20, 22—24, 26, 28, 30, 32—35, 37, 38,41—43, 53, 56, 64, 65 — Rollrädchen 7—8, 12—15, 17—20, 22—24, 26, 28, 30, 32—33, 35, 37—38, 40—41, 43, 46—48, 50—54, 56—62, 65, 67 — W ellenlinien 12, 13, 23, 24, 37, 70 — Warzen 23, 37 Webegewicht siehe Gewicht Wetzstein 8, 10, 15, 18, 19, 26, 28, 46, 52, 53, 57, 62 Wirtel 4, 8, 15, 16, 19, 20, 32, 34, 36, 37, 43, 45, 50—53, 56—58, 62, 67—68 Zoomorphes Gefäß 13

Verzierung der Keramik mit: dreieckigem Ornament 7, 8, 14, 17, 22, 24, 26, 30, 32, 35, 38, 43, 47, 52, 53, 80, 61, 66 — Eindrücken 22—24, 33, 37, 43, 47, 50, 52—54, 59, 61, 64—66 — Einker­ bungen 12, 13, 15—17, 19, 23, 24, 29, 35, 58, 61, 67 — Einstichen 7, 8, 22, 30, 33, 50, 53, 64 — Furchen 20,

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PO ČÁTKY D O B Y ŘÍMSKÉ V ČECHÁCH ÚVOD K PRAMENŮM Je stále zřejm ější, že nové a hlubší poznání doby římské v Cechách je možné jen na základě systematických výzkumů celých komplexů sídlištních a hrobových objektů, provedených se vší pomocí moderní techniky. Archeolo­ gické prameny, které máme dnes k dispozici, jsou velmi kusé a byly získány v dřívějších letech amatérskými vý­ kopy nebo sběry, v pozdější době pak hlavně záchrannými výzkumy menšího rozsahu. Dva největší, v současné době probíhající výzkumy žárových pohřebišť u Třebusic a Plotišť nejsou dosud ukončeny a publikovány. Přes tyto nedo­ statky představují dosud získané archeologické prameny doby římské z Cech významný soubor, jehož revize je důležitá jako východisko další práce. Z technických důvodů bylo zatím nutno omezit se pouze na dvě nejstarší fáze doby římské a na období kolem změny letopočtu a průběh první poloviny prvního století naší éry. O velké dy­ namičnosti právě tohoto úseku dějin svědčí první historické zprávy, které můžeme vztahovat na naše území. Údaje o významném svazu germánských a jiných kmenů pod vedením Markomanů v čele s Marobudem, Katvaldou a ko­ nečně hermundurským náčelníkem Vibiliem, již dlouho lákají ke konfrontaci s archeologickými nálezy. Na druhé straně však i sledování zbytků keltského obyvatelstva patří k hlavním dosud nevyřešeným problémům této doby. Celkem se podařilo zachytit 228 lokalit s nálezy různého charakteru. Na 118 místech byly zjištěny osady, na 77 místech žárová pohřebiště nebo ojedinělé žárové hroby (pouze 24krát na tomtéž katastru co osada), nalezišť kostrových hrobů je 20 a ojedinělé nálezy jsou hlášeny z 63 lokalit. Není počítáno s literárním i údaji o nálezech ze starší doby římské, které dnes nelze ověřit a o kterých chybí určitější charakteristika, stejně jako s některými nálezy keramiky průběžného charakteru, které zatím nelze v rámci doby římské blíže ur It. (K. Šn eldrová, AR V I— 1954, 227 n.; zde uvedený počet 117 osad zahrnuje i naleziště z mladšího úseku starší doby římském) Ani jediná osada nebyla dosud prozkoumána ve větší šíři. Z počtu 118 je 70 doloženo pouze sběry na polích po hlubší orbě nebo nálezy z rozrušených a blíže nepopsaných objektů. Jen menší počet sídlišť vzbudil zájem a dočkal se prozkoumání několika chat či jam, které byly však obvykle popsány je n velmi stručně (Dobřichov, Holubice, Janovice, Klobuky, Kolín, Kopisty, Praha-Bubeneč, Kamýk, Přešťovice, Rosníce, Slatina, Stvolinky, Svojšice, Třebovle, Třebestovice, Tvršice, Tuklaty, Vysočany, Zářičany). Pouze 19 nalezišť poskytlo při náhodných, většinou záchran­ ných akcích jeden nebo dva objekty přesněji popsané (Ahníkov, Cerveněves, Dobrovice, Labská Chrčice, Lhota Kestřanská, Libice, Martinov, Mlékojedy, Kladno-Vrapice, Obříství, Plaňany, Předměřice, Sířem, Soběsuky, Staňkovice, Slatina, Svatý Jan pod Skalou, Vraný, Velké Zernoseky). Pouze 11 osad bylo odborně zkoumáno v poněkud větším rozsahu (Dobříčany, Dolní Počernice, Nový Bydžov—Chudenice, Dřetovice, Roztoky, Starý Vestec, Stodůlky, osada pod Hradištěm u Stradonic, Tišice, Zalužany a Přešťovice). Největší hustotu osídlení lze pozorovat na úrodných půdách podél Labe a jeho přítoků, dále ve středních Ce­ chách při dolním toku Vltavy, na Slánsku, Lounsku a v Poohří (viz mapa). V některých oblastech je zachycena inten­ zita osídlení tak velká, že vzájemná vzdálenost jednotlivých osad činí často jen několik málo kilometrů. Nelze zatím bohužel rozhodnout, svědčí-li tato skutečnost pro významnější soustředění života v těchto oblastech, nebo je-li náhodným výsledkem pečlivějšího terénního průzkumu. Pro zakládání osad byly vybírány n ejčastěji mírné svahy obrácené k jihu nebo jihovýchodu, ale nezřídka i k severu. Pokud bylo možno zjistit sídliště, nevyznačovala se běžně polohami strategicky výhodnými. Ve většině případů se prostírala v blízkosti vody, na březích řek a po­ toků, kde sahala často až do inundace. (Přešťovice, Roztoky, Kleneč, Stradonice, Velké Zernoseky a další.) Dosta­ tek vody byl pochopitelně životně důležitý a proto byla osídlena i místa, kde se vyskytovaly i silnější prameny, dodnes zde zachytitelné. (Zalužany, Jenštejn.) Asi u 1/5 osad lze sledovat rozsah obývané plochy o několika arech nebo několika desítkách arů. Často jsou to táž naleziště, odkud jsou známy doklady železářství nebo nálezy mincí, tedy místa důležitá po stránce výrobní i obchodní. Zánik keltských oppid v Cechách, z nichž některá byla osídlena pravděpodobně ještě v době kolem změny letopočtu, může osvětlit pouze system atický výzkum. Pro poznání života v osadách je velmi důležitá rekonstrukce různých typů sídlištních objektů a jejich vzájemný vztah. Přes málo pokročilý stav výzkumu v této oblasti můžeme z kombinace různých pozorování učiniti některé závěry. V osadách nejstarší doby římské v Cechách se vyskytovaly pravidelné chaty s podlahou více či méně za­ hloubenou pod úroveň tehdejšího povrchu. Poměrně pravidelné, většinou obdélníkové půdorysy, někdy se zahloube­ ným ohništěm nebo vestavěnou pecí a udusanou podlahou, mohou mít zachované stopy po kůlové konstrukci nesoucí střechu uvnitř či po obvodu (Sířem, Slatina, Staňkovice, Tuklaty, Dřetovice č. 1. 1954, Dobříčany 1958), nebo ve středu kratších stran (Starý Vestec chata č. 23, Soběsuky chata č. II., Dobříčany chata č. II. 1953). V těchto posled­ ních případech doprovází někdy delší stěnu hliněný schod nebo lavička, jaké známe u některých zahloubených chat z doby laténské. Často však stopy po kůlové konstrukci vůbec nepozorujeme (Janovice, Starý Vestec, chata č. 1., 10., 16, Roztoky, 1957, Dolní Počernice, Lhota Kestřanská, Zalužany a j.). Největším problémem zůstává stále rekon­ strukce stavby stěn a střech podle vypálených mazanicových bloků a otisků trámů, prutů i kulatin. Zatím nebylo ani v jediném případě zjištěno užívání kamene na podezdívky, pouze kůly byly někdy zpevňovány kameny. Četné nálezy ohnišť a pecí i další zachovaný inventář z výplně chat svědčí, že tato místa n ejčastěji sloužila jako pracovní a obytné prostory. Přesleny, hliněná tkalcovská závaží, poloopracované kosti a paroží ukazují na provozování domá­ cích řemesel. Velmi markantní jsou stopy železářství, ať už pece byly vestavěny přímo do stěny chaty (Tuklaty) nebo stály v bezprostřední je jí blízkosti (Stodůlky, Roztoky, Dřetovice). Dílenské objekty souvisící s železářstvím byly vesměs menší a méně pravidelné (/?. P lein er, 1958, 144—5). Při každém jen poněkud pečlivějším výzkumu na sídlišti nejstaršího římského období v Cechách byly zaznamenány i zbytky nadzemních kůlových staveb, o jejichž půdorysných dispozicích jsme však dosud informováni jen velmi nedostatečně. Jako tzv. sídlištní jámy jeví se nám zbytky objektů různých rozměrů i funkce. Mohou se vyskytovat jako součásti větších pravidelných staveb nebo samostatně v jejich okolí. Některé jsou výsledkem získávání materiálu, jiné sloužily jako zásobárny a odpadkové jámy, jiné jako pece, vyhřívací výhně, sušárny a podobně. Úvahy o vzhledu a celkovém uspořádání staveb a hospodářských zařízeních v tehdejších osadách velmi ztěžuje ta skutečnost, že ve většině případů byly prokopány malé plochy vykazující nad to ještě více fází osídlení. Časté porušení horních vrstev způsobuje, že mnoho mělce položených pozůstatků je zničeno. Většina osad se nejspíše skládala z většího a menšího počtu různě velkých sídlištních komplexů, pravděpodobně samostatných hospodářství, ke kterým náležela jedna nebo více pravidelných chat, stojících buď na úrovni tehdejšího povrchu nebo zahloube­ ných do země a další hospodářské objekty, stáje, sýpky, dílny, zásobárny, pece, sušárny, odpadkové jámy a ohrady

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pro dobytek. Takovéto seskupeni rozličných objektů kolem pravidelných staveb bylo zjištěno na celé řadě osad (Janovice, Dolni Počernice, Starý Vestec, Přešťovice, Stradonice, Dřetovice, Praha-Bubeneč, Jenišův Ojezd, Dobřichov, Tvršice). Pro historické závěry, ze kterých nemůžeme vyloučit alespoň částečné přesuny některých kmenů, je důležitá otázka trváni jednotlivých osad. 1 zde ovšem narážíme na nedostatek výzkumů a je nutno omezit se pouze na hypo­ tézy. Téměř u všech osad, na kterých bylo prozkoumáno vlce objektů nebo byly prováděny časté sběry na větších plochách, sledujeme stopy osídleni trvající delší dobu, od přechodné laténskořímské fáze až do druhého století naší éry, ne-li dokonce dále do mladší doby římské. Pokud jde o poměr osad nejstarší fáze doby římské k před­ chozímu osídlení pozdní doby laténské, lze říci, že v celé řadě případů pozorujeme obývání týchž prostor (Břešťany, Břežánky, Dobříčany, jenišův Ojezd, Křesín, Lékařova Lhota, Lisovice, Litoměřice, Lužice, Ratenice, Soběsuky, Starý Vestec, Tišice, Stradonice-osada pod Hradištěm). Ve srovnání s osadami jsou naše znalostí o pohřebištích poněkud lepší. Naprostou převahu má žeh. Kromě nejstarší a nejznám ější nekropole, objevené v r. 1896 na Pičhoře v Dobřichově se 154 dnes ověřitelnými hrobovými ceiky, je nutno do nejstaršího období římského zařadit i část hrobů, odkrytých na pohřebišti u Tvršic a hlavně Třebusic. Všech 104 žárových hrobů, zachráněných v letech 1954—5 u Tišic, vyplňuje chronologicky oba nejstaršl úseky doby římské. Pro původně větší počet pohřbů svědčí rozrušené nálezy z celé řady lokalit (Dřemčice, Hrdly, Nymburk, Nebovidy, Kněževes, Ohnišťany, Přerov n. L., Lékařova Lhota, Pečky, Praha-Vysočany, Praha-Bubeneč, Radim, Třebovle, Vrbice a j.). Pozoruhodné je, že na všech těchto nalezištích, ze kterých známe inventář alespoň několika hrobů, objevují se importy bronzových nádob, provinciálně římských spon či jiných ozdob a nálezy zbraní. Z toho lze soudit, že se v hustěji osídlených oblastech Čech nevyskytovala pohřebiště nápadně chudá a nápadně bohatá, i když některé nekropole měly pravděpodobně výjimečný význam (i zde se však vyskytují vedle nápadně bo­ hatě vybavených pohřbů jiné, úplně chudé). Zda byla tato výjim ečnost dána blízkostí nějakého významného střediska, důvody kultovními nebo kmenovými, je těžko postihnout. Jisto je, že např. v bezprostředním okolí Dobřichova— Pičhory byla na několika místech pozorována další soudobá pohřebiště (v Pečkách, Radimi, Ratenicích), a okolí Třebusic skýtá náznaky podobné situace. Popelnicové hroby zůstávají stále n ejčastěji se opakujícím způsobem pohřbívání v této době v Čechách. Urny uložené v prosté zemí s velmi slabě patrnou nebo vůbec nezjistitelnou hrobovou jámou obsahovaly zbytky žárového pohřdu, jen výjimečně uloženého tak, aby kosti lebky ležely nahoře. Tvarově jsou to většinou štíhlé vázy nebo velké terriny, výjimečně hrncovité tvary nebo mísy. Na spálených kostech nebo mezi nimi bývají položeny zbytky výbavy zemřelého, ve starším laténskořímském přechodném období méně často rozlámané nebo přetavené, než ve fázi následující (tab. 1 : 2 , 3). Větší předměty bývají zkrouceny, aby se do nádoby vešly, mohou být však položeny i vedle popelnice (tab: 1:1). K celkem řídkým případům patří přidání další menší nádobky, sloužící někdy též jako poklička (Nebovidy, Tvršice, Břežánky, Třebusice tb. XXIV : 22, 23, Holubice — hrob v bronzovém vědru byl přikryt obrácenou mísou). Zvláště u bohatých hrobů můžeme poměrně často pozorovat přidání rozlámaných Částí bronzových nádob, hlavně pánví (naběraček, konvic, nebo m is). Výjimečně mohou být některé pohřby uloženy v bronzových nádobách, které jsou však často poškozeny nebo nesou stopy opotřebování. Kamenné obložení se vy­ skytuje jen ve výjimečných případech (Zliv, Lisovice, č. 4). Za detailnější poznání jámových hrobů různých va­ riant vděčíme hlavně výzkumu v Tišících, ikde bylo ze 104 hrobů 69 jámových počínaje velmi malými kruhovými jamkami o průměru 20—47 cm (tab. 1:6) a konče velkými obdélnými jamami o velikosti až 191X 110 cm, (tab. I : 5) . Některé starší nálezy naznačují obdobnou situaci i na dalších nalezištích, ať už to jsou popelnicové hroby ve větších jam ách zasypaných zbytky hranice nebo jednoduché uložení žárového pohřbu do země (Lisovice, Lékařova Lhota, Sířem, Velké Zboží, Třebusice, Tvršice). Sledujeme-li otázku trvání žárových pohřebišť nejstarší fáze doby římské v Čechách, naskýtá se obdobný obraz jako u sídlišť. Musíme ovšem brát za základ jen větší hřbitovy nebo místa, ze kterých pochází větší množ­ ství materiálů z rozrušených hrobů. Téměř u všech těchto nalezišť pozorujeme, že počínají chudším horizontem železných a bronzových spon pozdně laténského typu s prohnutou dolní částí lučíku nebo výrazně profilovanými sponami rané formy a pokračují dále horizontem spon s očky a spon výrazně profilovaných (Tišice, Dobřichov— Pičhora, Třebusice, Tvršice, Stehelčeves, Vrbice, Třebovle, Praha-Bubeneč, Přerov n. L., Nebovidy). Na některých těchto nalezištích se setkáváme ještě s vysloveně laténskými nálezy, např. keramikou na kruhu (Dobřichov— Pičhora, tab. XXIV : 2, 4; Třebusice, tab. XXX : 3; Praha-Bubeneč, tab. VI I I : 6) nebo laténskými sponami (Nebovidy — bronzová miskovitá spona, Tišice hrob 49 — spona středolaténské konstrukce). Stále nevyřešeným problémem zůstává význam kostrových hrobů, které se vyskytují v celé tehdy osídlené oblasti Čech, jen ojediněle nebo v malých skupinách o dvou až čtyřech, s jedinou výjimkou (Tvršice) vždy mimo žárová pohřebiště. V některých případech obsahovaly velmi bohaté vybavení, ale dosud ani jednou zbraně a jen zřídka keramiku. Způsobem pohřbívání, při kterém bylo několikrát zjištěno kamenné zavalení nebo obložení, se značně liší od tehdy běžných zvyklostí. Tyto skutečnosti vyvolaly četné úvahy o zvláštním postavení těchto zemře­ lých v tehdejší společnosti ať už po stránce politické, hospodářské, náboženské nebo etnické. Významná je pře­ devším ta skutečnost, že nejde o zjev speciálně český, ale že kostrové hroby obdobného charakteru se ve starší době římské vyskytují v široké oblasti střední a severní Evropy. Dnes známe z Čech celkem 33 pohřbů z 20 nale­ zišť. J. Břeň, (AR V—1953, 476 n.) pracuje s 28 pohřby, z toho jsou však nálezy z Lovosic, Přemyšlení, Repova, Vyšebohů a Modřan z mladší fáze starší doby římské a nepatří již do rámce této práce, zařazení nálezů z Lysce mezi kostrové hroby není prokazatelné.) Z celkového počtu lze vlce než polovinu, tj. 18 pohřbů považovat za chudé, neboť neobsahovaly buď vůbec žádné nálezy (Liběšovice, Straky č. 2, Tvršice č. 4), nebo byly vybaveny pouze jed­ ním (Ďáblice, Čížkovice, Lysá n. L., Nehvizdy č. 3, Noutonice č. 8, Pečky, Straky č. III, Trnovany) nebo dvěma předměty (Liběšice, Liběšovice, Noutonice č. 7, Praha-Michle, Záluží, Duchcov — nejméně 2 pohřby). Ze zbývajících 15 mělo 7 pohřbů tři až pět předmětů a 8 nad pět. Z celkového počtu pouze 5, to jest téměř 1/7, bylo vybaveno bronzovými nádobami a to pouze 2X více než jednou (Praha-Bubeneč 1948, Straky č. IV). Kostry ležely zpravidla na zádech s rukama podél těla (jednou se skříženýma nohama), jednou na boku; v orientaci není patrný žádný běžně dodržovaný řád. Kamenný zával nebo kamenné obložení je hlášeno jedenáckrát a to jak u hrobů chudých tak bohatých a bylo pravděpodobně ještě častější, neboť jsme o něm informováni u většiny hrobů lépe prozkouma­ ných. Poměr bohatých a chudých objektů odpovídá celkem poměru, jaký známe v Čechách ze žárových pohřebišť. Dosud neznáme žádný kostrový hrob datovatelný do laténskořímského přechodného období, všechny patří až n e j­ starší fázi doby římské. Dosavadní třídění archeologických památek starší doby římské z Čech odpovídá přirozeně do velké míry výše vzpomenutému stavu výzkumu. První, kdo provedl souhrnnou klasifikaci jednotlivých skupin nálezů, byl J. L. Píč (1905). Jeho_bohatě dokumentovaná práce je do dnešního dne, též pro svůj německý překlad (1907) hlavně v cizině používána jako hlavní zdroj informací o českých nálezech tohoto časového úseku. I když s některými jeho názory, např. o slovanskosti dobřichovských nálezů byl vyslovován od počátku i z českého hlediska nesouhlas, jsou jiné jeho úvahy, např. o vlivu římskoprovinciální kultury na naše prostředí, trvale platné. Bohatství českých nálezů z prvního století naší éry předvedené J. L. P íčem vyvolalo podnětnou studii O. A lm grena (1913). Nápadné soustředění někte-

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rých předmětů např. spon s očky, kováni rohů na piti, okutí a držadel štítů, Členěných nákoněl řemenů i jejich tvarový rozbor vedly autora k závěru, že tyto předměty byly vyráběny v Čechách provinciálními řemeslníky za účasti keltských a germánských složek. Vlivem mocenského postavení Markomanů, které lokalizuje do Čech, roz­ šířily se tyto výrobky v celé střední a severní Evropě. Na význam sídlišť, hlavně v souvislosti se sledováním vztahů ke kulturnímu dědictví předchozích období upozornil L. N ied erle a K.B u ch tela (1910, 82). První, kdo se však pokusil a rozbor sídlištních, hlavně keramických nálezů, byl A. S tock ý (1910; 1913). E. S im ek (1923) se zaměřil především na problematiku vztahů kultur doby římské k předchozímu osídlení a zdůraznil význam mladolaténské stradonické kultury, kterou považuje za první fázi doby římské v Čechách. Mimo tyto speciální práce, mezi kterými je ještě nutno jmenovat obsáhlé dílo H. P reidla (1930); 1940), obíraly se dobou římskou 1 souborné studie o celkovém pra­ věkém vývoji naší země (/. S chrán il, 1928; A. S tocký , 1933; /. B óhm , 1941; J. F ilip, 1948; H. P retdel, 1953; J. Bohm , 1958; E. a J. N eústupný, 1961, 1963; J. Břeň, 1960). Poválečná léta přinesla dále práci B. S v obod y (1948), ve které se autor především soustředil na zpracování spon a jako první stanovil jejich české názvosloví. Též různé Interpretaci historických zpráv se věnovala řada autorů (V. N ovotný, 1912; J. D obiáš 1938; týž 1960; E. S im ek 1930; týž 1935; týž 1949; týž 1953; B. H orák, 1955 a Jiní). Je přirozené,že pro zkoumání doby římské v Čechách jsou důležité i studie pojednávající o témže časovém úseku v sousedství naší země, i monografická díla o určitých tvarech nebo souborech, pracující ve středoevropském měřítku a zahrnující tudíž i některé nálezy naše. Zvláště chronologicky citlivější předměty jako spony, bronzové nádoby, opaskové součásti a některá kování se těší zájmu, neboť pře­ devším na základě těchto nálezů byly vypracovány dosavadní pokusy o relativní a absolutní chronologii doby římské na sever od hranic říše. Přes diskusi, kterou vyvolaly v posledních letech práce H. /. E g g erse (1951; 1955) je dnes v zásadě přijímáno jeho dělení doby římské mimo hranice impéria na dva stupně, B (B l, B2) a C (C l, C2, C3), jimž je jako stupeň A předřazena pozdní fáze doby laténské, ve které tkví další vývoj svými kořeny. Domnívám se, že toto dělení odpovídá dobře nálezové situaci v Čechách, i když je vypracováno hlavně na základě středoevropských nálezů římských importovaných bronzových nádob.

K R E L A T IV N Í C H R O N O L O G II P R A M E N Ů

Z analýzy archeologického materiálu vyplynulo, že Je v Čechách, více než na kterémkoli území Římany ne­ obsazené střední Evropy navzájem spjato právě přechodné laténsko-řlmské období (stupeň A) s nejstarší fází doby římské (stupeň B i), i když mezi oběma úseky jsou pozorovatelné některé zásadní odlišnosti (K. M otyková-S n eidrová, 1961). Přechodné laténsko-římské období je v nálezech charakterizováno především železnými, řidčeji bronzovými sponami pozdnělaténského typu několika variant: s obloukovitě klenutým nebo prohnutým lučíkem, někdy členěným uzlíkem, s dolní nebo horní tětivou, jindy s křidélky nad krátkým vinutím. Ojediněle se vyskytla Ještě i spona středolaténské konstrukce. Hlavně nálezy ze sídlišť dokládají výskyt mnohotvárné keramiky drobnějších i větších forem. Vedle nečleněných terrin, polokulovitých nádob, džbánů a amfor s hráněným okrajem, vázovitých tvarů s jedním nebo více plastickými prsténci na podhrdlí, hrncovitých tvarů s malými uchy na výduti nebo s plastickou výzdobou, jsou to především výrazně ostrohranné poháry plaňanského typu, jež tvoří keramickou náplň této fáze. Ostatní tvary, jako soudkovité hrnce se zataženým okrajem, mísy nebo různé formy zásobnicovité, trvají průběžně a v současné době neposkytují možnost detailnějšího chronologického určení. Výzdobu tvoří na hrubších tvarech jednoduché drsnění nebo svislé rýhování a hřebénkování, na tvarech jem nějších rytá výzdoba do vzoru dopisní obálky, trojúhelníkovitých nebo meandrových pásů, která může být též provedena vpichy nebo linií provázenou malými důlky. Počínající výzdobu ozubeným kolečkem zastihujeme až na samém konci tohoto časového úseku, např. na nejmladších pohárech plaňanského typu a už pouze ojediněle se sponami pozdnělaténského typu. Pouze výji­ mečně se může ještě objevit laténské na hrnčířském kruhu vytáčené zboží. Hrobové nálezy, vesměs popelnicové nebo menší Jámové, jsou poměrně chudé, pokud neobsahují zbraně. A i pak většinou reprezentuje výbavu bojovníka nejčastěji hrot kopí nebo oštěpu, dále krátká dýka nebo sekáč, dosud nikdy štít, meč nebo ostruha. Opaskové mezičlánky, jednoduché kruhové zápony, eventuálně nůž nebo brou­ sek, doplňují inventář mužských hrobů. Přeslen, železná jehla, výjimečně i zlomek tyčinkovité nebo prolamované zápony se objeví v hrobech beze zbraní. Další časový úsek zabírající zhruba první polovinu 1. století naší éry je charakterizován bohatou bronzovou i železnou industrií, která pochází z dílen domácích, provinciálních i římských. Vedle spon výrazně profilovaných rané formy ve dvou variantách (s esovitě prohnutým lučíkem a prolamovaným zachycovačem a druhé s masívním hráněným lučíkem a plným zachycovačem) jsou to dále samostřílové spony s páskovým lučíkem, prototypy spon s očky a konečně různé varianty vlastních spon s očky. Výrazně profilované spony s jedním nebo dvěma uzlíky na lučíku se střídají s exempláři ozdobenými stylizovanou zvířecí hlavičkou, sponami vendickými, sponami typu Aucissa, nebo tzv. galskými aj. Jednoduché i ozdobné kování rohů na pití, rozličné články závěsů, nákončí řemenů, různá kování, jednoduché i osmičkovité přezky střídající poslední zjednodušené tvary zápon i kruhových článků, krásná noricko-panonská opasková kování a jejich místní napodobeniny, jednoduché i ozdobně profilované jehlice, nože, půlměsícovité nože různých variant, nůžky, rydla, zbraně (kování štítů, meče, nejčastěji jednobřité, kování pochev), ostruhy, hlavně však velmi rozsáhlý import bronzových nádob, svědčí o stabilizaci poměrů a poměrně velké zámožnosti některých osob. Hlavni typy bronzových nádob z českých nálezů zobrazuje Abb. 20. Jem nější keramika tohoto časového úseku se vyznačuje vyhlazeným černým povrchem bucí bez výzdoby nebo s ornamentem provede­ ným ozubeným kolečkem, někdy ještě s předkreslenou rytou linií. Vystupuje na členěných terrinách s odsazeným, někdy již válcovitým hrdlem, na vázovitých tvarech a výjimečně i na mísách. Pás svislých trojúhelníků na podhrdlí může být proveden jednoduchou linií i ozubeným kolečkem. Terriny i některé vázovité tvary ukazují jistou regene­ raci mladohalštatských forem. Ojediněle se může ještě vyskytnout nádoba vyrobená na hrnčířském kruhu. V hrubší keramice převládají soudkovité formy se zataženým okrajem s výzdobou rýhování, vrypy, vpichy i hřebénkováním do velkých oblouků, nebo Jemněji i hruběji drsněného povrchu. Na sídlištích se objevují dvojuché hrnce se zaoble­ nými i lomenými uchy, koflíky, různě profilované mísy, pohárovité nádoby i velké zásobnice s ven vykloněnými okraji aj. Toto nápadné období rozkvětu je v Cechách zastoupeno velkým počtem sídlišť a bohatých i chudších nálezů hrobových, ve kterých je po stránce rituální velká nejednotnost. Vedle pohřbů v popelnicích Jsou známy velké hroby jámové s vlastním pohřbem uloženým na hromádce a konečně ojedinělé hroby kostrové. Základní rysy archeologické náplně obou uvedených časových stupňů v Cechách předvádí B e 11 a g e 1—3. Razení jednotlivých předmětů a Jejich variant v rám ci stupně Bi bylo provedeno chronologicky, pokud je za dneš­ ního stavu výzkumu zachytitelné. Naproti tomu je u jiných tvarů ještě přesnější časové určení obtížné. Ačkoli se vy­ skytují v nálezových celcích stupně Bi, mohly být užívány i v průběhu druhé poloviny 1. stol.

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НАЧАЛО Р И М С К О Г О П Е Р И О Д А В Ч Е Х ИИ В с е очевиднее, что более гл у б окое изучение римского периода в Чехии в о зм о ж н о только на основе си стем ати ­ ческих исследований ц елы х ком п л ек сов поселений и могильников, п роизведенны х при помощ и современной техники. А рхеологические источники, имею щ иеся сегодн я в наш ем расп оряж ении, я вл я ю тся очень неполными и были полу­ чены в первы е годы дилетантским и раскопкам и или коллекционированием, позднее б л аго д ар я небольшим раскопкам в м е ст а х п р ед п о лагаем ы х строек. Р аск о п к и д в у х сам ы х больш их могильников с тр у п осож ж ен и ям и , которы е произ­ в о д я тся в н астоящ ее врем я в Т р ж еб у си ц а х и П л оти щ ах, ещ е незакончены , и их м атер и алы ещ е неопубликованы. Н о, несм отря на эти недостатки, собранны е археологи ческие м атер и алы , отн осящ и еся к рим ском у периоду в Чехии, п р ед ставл я ю т собой зн ачительную коллекцию , изучение которой я вл я е т ся в аж н ы м и сл у ж и т исходны м моментом д ля дальнейш ей работы . П о техническим причинам бы ло необходим о ограничиться то льк о д ву м я ранними ф азами римского периода, т. е. периодом около смены летосчисления и первой половиной первого столетия н. э. О больш ой динамичности именно этого периода истории сви д етел ьству ю т п ервы е исторические сведен и я, которы е м ож ем отно­ сить и к нашей территории. С веден ия о зн ам енитом со ю зе гер м ан ски х и других племен под предводительством м арком ан ов во гл а в е с М ар об у д о м , К а т в а л д о м и наконец с герминдирским начальником Вибилием у ж е д авн о требую т сравнения с археологи ческим и н ахо д к ам и . С другой стороны, од нако, иссл ед ован и я остатк ов кельтского, а в о зм о ж н о и ещ е более д ревн его н аселения, отн осятся к гл авн ы м , д о си х пор нереш енным проблемам этого времени. В перечне источников стр. 9 — 70 подробно описаны , главны м о б р азом , неопубликованны е поселения, погребе­ ния и отдельны е находки, у л ож ен н ы е в со бр ан и ях Н ародного М у зея в П р аге и в д р уги х чеш ских м у зея х . О ста л ь ­ ной м атер и ал, который или освещ ен в ли тер ату р е, или походит из новы х, пока необработанны х раскопок, у п ом я ­ нут только д ля наглядн ости . Л и тер ату р а приведена только осн овн ая. В се го у д а л о сь заф и кси р овать 2 2 8 м естон ахож д ен и й . В 118 пункте были найдены поселения, на 77 м еста х — могильники или единичные погребения с тр у п осож ж ен и ям и (в 24 сл у ч ае на том ж е м есте, что и п оселен и я), погребений с трупополож ением бы ло найдено 2 0 , а единичные н аходки известны в 63 м естах. Ни одно поселение не бы ло д о си х пор изучено в достаточной мере. Н екоторы е сведен и я об очертан иях, р азм ер ах, форме и у строй ­ с т в е различны х об ъ ек тов на поселении, сто л б о вы х конструкций свай н ы х построек, у глублен н ы х ж илищ , ям , печей, оград и т. д. известны б л аго д ар я су м м е и ан ал и зу знаний, полученных с целого р я д а м естон ахож д ен и й . Э то, н а­ пример, поселения у Т у к л ат, Т р ж е б о в л е , Я новиц, Д оброЕиц, в П р аге-Б у б ен ч е, С ир ж ем и, С о б есу к ах , у Тишиц, Д олн их П очерниц, П рж еш теви ц , а гл авн ы м о б р азом , из Страдониц, Д о б р ж и ч ан , С тар ого В естц е, Н ового Б ы д ж о в а Худониц, из Р о зт о к , С то ду л ок, Б р ан о го , З а л у ж а н и др. П о сравнению с поселенями о могильниках мы имеем больш е сведен ий. К ром е сам о го древн его и известн ого некрополя об н ар уж ен ого в 1896 г. в П ичгоре у Д о б р ж и х о ва со 154 сохранивш им ися на сегодн я погребальн ы м и ком п л ексам и необходим о к сам о м у раннему периоду римского времени отнести и ч асть погребений, об н ар уж ен н ы х в м огильниках у Тврш иц, Л у ж ц е над В л тав о й , Н ебови д, Врби це и, гл авн ое, у Т р ж еб у си ц . В с е 104 погребения с тр у п осож ж ен и ем вскр ы ты е в 1954— 1955 го д а х у Тишиц зап олн яю т хронологически сам у ю раннюю ступ ень римского периода. С оврем енное деление археологи ческих м атер и алов раннего римского периода в Чехии о твеч ает естествен но в больш ой мере вы ш е приведенному состоянию исслед ован и я. П ер вы м , кто произвел общ ую классиф икацию ед и ­ ничных групп н ахо до к , был Я . Л. Пич (1 9 0 5 ). Е го ярко докум ен ти р ован н ая р аб ота д о сегодн яш н его дня и в своем немецком п ереводе (1907) и сп о льзу ется за границей к ак основной источник сведений о чеш ских н ахо д к ах . И если с некоторыми его в згл я д ам и , например, о сл авя н ск о м прои схож дени и д о б р ж и х о в ск и х н ахо до к , с сам о го начала и со стороны чеш ских ар хеол огов бы ло вы р аж ен о несогласие, другие его зам еч ан и я, например, о влиянии римскопровинциальной культуры на наш у ср ед у , д о си х пор остаю тся в силе. Б о га т с т в о чеш ских н аходок первы х веков нашей эры , приведенны х Я. Л. Пичем, в ы зв а л о появление интересной работы О. Альмгрена (1 9 1 3 ). Б р осаю щ ееся в гл а за сосредоточени е некоторы х п редм етов, например, фибул с гл азк ам и , оковок рогов д ля питья, оковок и ру­ кояток щ итов, проф илированных наконечников ремней и ан али з их форм привели автор а к заклю чению , что такие предметы прои зводи ли сь в ,Ч е х и и провинциальными ремесленниками при участии к ел ьтск и х и гер м ан ски х элем ентов. П од влиянием го сп од ствую щ и х м арком ан , которы е по мнению автор а обитали в Чехии, эти изделия р асп р о стр а­ нились в ш ирокой области средней и северной Е вр о п ы . В св я зи с и сследован и ем культурного населения п ред ы ду­ щ их периодов Л. Нидерле и К. Бухтела (1910, 8 2 ) у казал и на значение поселений. О д н ак о, первым п ы тал ся а н а ­ л и зи р овать н аходки на поселени ях, особенно керам ику, А Стоцкий (1 9 1 0 ; 1 9 1 3 ). Э. Шимек (1 9 2 3 ) обратил внимание на п роблем атику отношений культу р римского времени с предыдущ им населением и подчеркнул значение позднелатенской страдоницкой культуры , которую сч и тает первой ф азой римского времени в Чехии. П ом имо этих сп е­ циальны х работ, среди которы х необходим о привести содер ж ател ьн у ю работу Г. Прайделя (1 9 3 0 ; 1 9 4 0 ), изучению римского времени посвящ ен ы т а к ж е общ ие работы , исследую щ ие в се разви ти е нашей страны в древн ее врем я. (Я. Схранил, 1928; А. Стоцкий, 1933; Я ■ Бэм, 1941; Я. Филип, 1948; Г. Прайдель, 1953; Я. Бэм, 1958; Е. и Ю. Неуступные, 1961, 1963; Я . Бржень, 1960.) В послевоенны е годы п оя ви лась об ъ ем н ая р аб ота Б. Свободы (1 9 4 8 ), в к о ­ торой автор р а зр аб о тал п роблем атику фибул и первым д ал им чеш ские н азван и я. Ц елы й ряд работ п освящ ен т а к ж е различным интерпретациям исторических сведений ( Я . Добиаш, 1932; он ж е 1938; он ж е 1960; Э. Шимек, 1930; он ж е 1 935; он ж е 1949; он ж е 1953; Б. Горак, 1955 и д р .). Е стествен н о , что больш ое значение д л я исследований римского времени в Чехии имею т работы , посвящ енны е изучению этого времени в со седн и х стр ан ах, а т а к ж е монограф ические работы , в которы х обработан м атериал в среднеевроп ейском м асш т аб е и которы е вкл ю ч аю т находки с нашей территории. О собы й интерес п р ед ставл я ю т более ч увстви тел ьн ы е хронологические п редметы , например, фибулы, брон зовы е со су д ы , д етали п ассов и некоторые пластинки, та к к ак именно на основе так и х н ахо д о к п рои зводятся до сих пор попытки относительной и абсолю тной хронологии римского периода в северном направлении от границ империи. Н есм отр я на д и скусси ю , вы зван н у ю за

80

последние годы работами Г. П. Эггерсе (1951; 1955), в настоящее время принимается в основных чертах его де­ ление римского периода на две ступени «В ( В 1 В г)» и «С (С 1 Сг С з)», которым предшествует как ступень «А» поздняя фаза латенского времени, на которой базируется дальнейшее развитие. Считаю, что такое деление хорошо соответствует находкам, сделанным в Чехии, хотя оно разработано, главным образом, на основе среднеевропейских находок римских импортных бронзовых сосудов. Новый анализ археологического материала показал, что в Чехии, больше чем на любой другой территории Средней Европы не занятой римлянами, взаимно связан переходный период латенско-римский (ступень А) с древнейшей фазой римского периода (ступень В г), хоть меж ду обеими периодами наблюдаются некоторые принципиальные отличия. Опубликованный перечень является результатом критического пересмотра всего доступного хронологического материала. Основные результаты анализа в хроно­ логическом смысле дает приложение № 1— 3.

B e i l a g e 1. Die Haupttypen der Keramik. Stufe A (der obere Teil) und Bj (der untere Teil).

I) und Bi (der untere Teil).

1 Lékařova Lhota, Gr. (1980); M Vodňany. 2—4 Starý Vestec, Hütte 1; M Český Brod. 5. 8 Praha-Bubeneč, Siedlung, NM. 8 Plaňany, Grube; NM. 7 Hlízov, Brandgrab; M Kolin. 9 Tišíce, Gr. 69; NM. 10 Tišíce, Gr. 71; NM. 11 Klobuky; NM. 12 Nový Bydžov, Grube III; NM. 13 Stradonice, Grube I; NM. 14 Nebovidy, Brandgrab; M Kolín. 15 Vraný, Siedlung; M Slaný. 16 Starý Vestec, Hütte 16; NM. 17 Tvršlce, Gr. XXXIX; M. Zatec. 18 Dobřlchov-Pičhora, Gr. 5; NM. 19 Plaňany, Grube; NM. 20 Vraný, Siedlung; M Slaný. 21 Tvršlce, Gr. XII; M Zatec. 22, 26, 27 Dřetovtce, Grube 1, (1957); M Slaný. 23 Plaňany, Grube; NM. 24 Tišíce, Gr. 49; NM. 25 Tišice, Gr. 79; NM. 28 Starý Vestec, Hütte 18; M Český Brod. 29 Tišice, Gr. 43; NM. 30, 39 Roztoky, Hütte (1957). 31 Dobřlchov-Pičhora, Gr. 18; NM. 32 Dobřichov-Plčhora, Gr. 30; NM. 33 Dobřichov-Plčhora, Gr. 65; NM. 34 Dobřichov-Plčhora, Gr. 60; NM. 35 Třebusice, Gr. CXIII/41; AI 38 Dobřichov-Plčhora, Gr. 14; NM. 37 Dobřichov-Plčhora, Gr. 50; NM. 38 Třebusice, Gr. X/B2; AI. 40 Mikovice, Gr. C; 41 Tišíce, Gr. 82; NM. 42 Tišice, Gr. 34; NM. 43 Modřany, Gr. (1929); NM. 44 Třebusice, Gr. XXXIV/82; AI. 45 Duchcov, Skelettgrab; M Duchcov. 46 Dobřichov-Plčhora, Gr. 9; NM. 47 Dobříčany, Hütte II; AI Most. 48, 50 Nový Bydžov, Grube I (1949); NM. 49 Třebusice, Gr. XXIV/37; NM. 51 Třebusice, Gr. XVIII/37; NM. 52 Zápy, Gr. ? NM. 3—8 cca Vz\ 28, 29 cca Vs; 2, 12—13, 15, 57 cca Ví; 24, 40 cca Ve; 19 cca Vio, 23 cca Via; übriges Vs.

\

Beilage

2. Die Haupttypen der Werkzeuge, Waffen und Sporen. Stufe A (d er obere Teil) und Stufe Bi (der unt«

fe A (der obere Teil) and Stafe E l (der untere Teil).

=w;

1, 3 Lékařova Lhota, Gr. (1942); M české Budějovice? 2, 4, 0, 9 Tišice, Gr. 71; NM. 5, 8 Kostomlaty, Gr.; NM. 7 T i í i r f i fir 4P* NM

10. 22, 39, 42, 43, 45 Třebusice, Gr. LVI/41; AI. 11 Mlékojedy, Hütte (1903); AI. 12 Tišíce, Gr. 29; NM. 13, 17, 30 Zliv, Gr.; NM. 14, 35, 30, 38 Dobřichov-Pičhora, Gr. 9; NM. 15 Třebusice, Gr. XXXIV/37; AI. 10, 18 Dobřichov-Pičhora, Gr. 30; NM. 19 Tišice G r 91; NM. 20 Radovesiče, Skelettgrab; NM. 21 Třebusice, Gr. CXIII/41 AI. 23, 37 Dobřichov-Pičhora, Gr. 26; NM. 24 Tišice, Gr. 08; NM. 25 Tišice, Gr. 18; NM. 20 Tišice, Gr. 92; NM. 27 Tišice, Gr. 82; NM. 28, 29 Třebusice, Gr. XXXII/02; AI. 31 Pchery, Gr. ? M Slaný. 32 Třebusice, Gr. Vl/42; AI. 33 Dobřichov-Pičhora, Gr. VI; NM. 34 Třebusice, Gr. LXXXVIII/41; AI. 40, 41 Třebusice, Gr. LXXIV/41; AI. 44 Liběšice (Bez. Louny), Gr. (1945); M 2atec. 1, 10, 11 Stein; 13, 10, 17, 20, 21, 30 Br.; übriges Eisen. 7, 30, 33, 37, 44 cca V j; 40, 42 cca Ve; übriges Vfr.

1

Beilage

3. Die Haupttypen von Fibeln, Schmuck und anderen kleinen Gegenständen. Stufe A(der obere Teil) und

sgenstfinden. Stufe A(der obere Teil) und Stufe

(der untere Teil). 1 Tiä 2 Tiä 3, 12 4, 6, 5 TiJ 7, 14 8, 9 10 , 11

15, 18, 17 Tře 18 Rai 20 Tří 21 Tiš 22 Tří 23, 24 25 Tří 20 Tře 27 Tře 28 Tře 29 Tiš 30 Pei 31, 33 32 Dol 34, 64, 35 Tiš 38 Tiš 37 Dol 38 Ra< 39, 67 40 Tiš 41, 43, 42 Dol 44, 40 45 Dol 4 7 -5 0 51 Lui 52 Kul 53 Tiš 54 Dot 55 Tře 56, 83r 57, 00 58 Zlil 61 Tiš 62 Pra

63 Krc 65 Tře 66 Tře 71 Hrd 72, 73 I 74 Dot 75 Tře 76 Dot 77, 79 78, 80 81 Tiši 1—6, í übriges

er untere Teil). 1 TlSlce, Gr. 49; NM. 2 Tišice, Gr. 32; NM. 3, 12 Tišice, Gr. 24; NM. 4, 6, 13 Tišíce, Gr. 79; NM. 5 Tišíce, Gr. 71; NM. 7, 14 Lipence, Gr.; M Jílové. 8, 9 Lékařova Lhota, Gr. (1942); M České Budějovice? 10, 11 Tvršice, Gr. V; M Zatec. 15, 10, 19 Třebusice, Gr. XXIV/62; AI. 17 Třebusice, Gr. L/62; AI. 18 Radovesiče, Gr.; M Lovosice. 20 Třebusice, Feed 28, 1942; AI. 21 Tišice, Gr. 70; NM. 22 Třebusice, Gr. XLIX/42; AI. 23, 24 Třebusice, Gr. CXIII/42; AI 25 Třebusice, Gr. LXXIV/41; AI. 20 Třebusice, Gr. XVI/42; AI. 27 Třebusice, Gr. XLVI/42; AI. 28 Třebusice, Gr. CI/38; AI. 29 Tišice, Gr. 80; NM. 30 Pečky, Gr. (1960); M Pečky. 31. 33 Dobřichov-Pičhora, Gr. II; NM. 32 Dobřichov-Pičhora, Gr. 32; NM. 34, 64, 82 Třebusice, Gr. XXXII/62; AI. 35 Tišice, Gr. 82; NM. 30 Tišice Gr. 101; NM. 37 Dobřichov-Pičhora Gr. 5; NM. 38 Radovesiče, Skelettgrab; NM. 39, 67—70 Radovesiče, Skelettgrab (1914); M Lovosice. 40 Tišice, Gr. 91, NM. 41, 43, 59 Dobřichov-Pičhora, Gr. III; NM. 42 Dobřichov-Pičhora, Gr. V; NM. 44, 40 Dobřichov-Pičhora, Gr. VI; NM. 45 Dobřichov-Pičhora, Gr. 6; NM. 47—50 Třebusice, Gr. L/02; AI. 51 Lužec nad Vltavou. Gr. 87; AI. 52 Kutná Hora, Skelettgrab; M Kutná Hora. 53 Tišíce, Gr. 12; NM. 54 Dobřichov-Pičhora, Gr. 30; NM. 55 Třebusice, Gr. LXXXIII/4/; AI 50, 83, 84 Dobřichov-Pičhora, Gr. 78; NM. 57, 00 Praha-Bubeneč, Skelettgrab (1942); MM. 58 Zliv, Gr.; NM. 61 Tišice, Gr. 42; NM. 62 Praha-Bubeneč, Skelettgrab (1948); MM. 63 Kropáčova Vrutice, Skelettgrab; NM. 65 Třebusice, Gr. XXVI/02; AI. 66 Třebusice, Gr. XIII/02; AI. 71 Hrdly, Gr. (1910); M Lovosice. 72, 73 Třebusice, Gr. LXXXI/41; AI. 74 Dobřichov-Pičhora, Gr. 40; NM. 75 Třebusice, Gr. CXIII/41; AI. 70 Dobřichov-Pičhora, Gr. II; NM. 77, 79 Straky, Skelettgrab IV; NM. 78, 80 Holubice, Gr. NM. 81 Tišice, Gr. 55; NM. 1—6, 8—11, 14, 30, 53, 50, 72, 73 Eisen; 65, 66 Knochen, übriges Bronze 42 cca 1/3, übriges cca 1/2.

I

I. Die Haupttypen der Brandgräber in Böhmen. 1—4 Třebusice: 1 — Gr. LXXXII/36; 2 — Gr. XII/42; 3 — Gr LVIII/41; 4 — Gr LVI/41. — 5—6 Tišice 5: — Gr. 74; 6 — Gr. 101.

II

IT. Vpramik aus den Brandgräbern und Siedlungen. 1 — Hlízov (H 17,2 cm) M Kolín; 2,4 — Tišice: 2 Gr. 82 (H 1 4 cm ); ^ ^ ^ G r. 69 (H 16,9 cm) NM. 3, 5 — Nebovidy (H 15 cm; 8,5 cm M Kolín. 6 — Klobulcy fH 18,2 cm) NM. 7,8 — Praha-Bubeneč (H 26 cm; 18,7 cm) NM.

■ * ,:í '

III

III. Funde aus den Brandgräbern und Siedlungen. 1, 2, 6—8 — Přerov n. L.: (1 — H 12 cm; 2 — H 17,5 cm; 6 H 13 cm; 7 — H 18 cm; 8 — H 18,3 cm] 1 M Čelákovice; 2,6 — 8 NM. 3, 4 — Hlizov (3 H 17,5 cm; 4 — Eisen) M Kolín. 5 — Uherce (H 13,5 cm) PI Praha.

IV

IV. Bronzene Gegenstände aus den Gräbern. 1—5, 6 —8 — Lukavec: (1—5 cca Vi; 6 — L 5,9 cm; 7 — L 6 cm; 8 — (L 7,2 cm) M Teplice. 11 — 14, 16 — Křesín (cca 4/s) M Lovosice. 15 — Vrbice, Gr. 7 (L 4,5 cm) M Teplice. 9, 10 Trnovany (L 6 cm) M Teplice.

v

S

V. Vrbice. Brandgräberfeld: 1—3 — 6 — Gr. 8 (L 7,8 cm). 7—9, 11, 13 L 25,7 cm; 1 3 — 0 6,5 cm; 10, 15 (L 13 cm). 14 — Gr. 7

7

Gr. 1 (1 — L (i cm; 2 Beschädigte Gr. 10—12 — Gr. 15 (10 — L 10,2 (L 3,3 cm). M Teplice.

— L B cm; 3 — L 6 cm). 4 — Gr. 2. 5 — Gr. 4 (L 7,8 cm). (7 — L 3,7 cm; 8 — L 12,9 cm; 9 — L 7,8 cm; 11 — cín; 15 — L 15 cm). 16 — Gr. 9 (L 22,5 cm), 12 — Gr. 3 1, 5, 7—13, 15, 16 — Eisen, 2—3, 6, 14 Bronze.

i

VI

VI. Tvrsice. 1—5 Skelettgral) III: (L 6 cm; 11,3 cm; 8,3 cm; 5 cm; 5,8 cm, alles Bronze). 6 — 18 ßrandgräber: 6,9 — Gr. XXXIV (H 13,5 cm; L 10,5 cm, Eisen). 7,8 — Gr. XIII (L 8,3 cm; 6 cm, Eisen). 13, 14 — Gr. VII (L 8 cm, Bronze: H 18,2 cm). 15—18 — Gr. XXXIX (L 10,3 cm; 7,2 cm, Knochen, H 16,7 cm, L 5,8 cm, Eisen). M 2atec

VTI

VII. Nebovidy. Brandgräber. 1 1 — L 7,4 cm; 2 — L 6 cm; 3 — L 5,2 cm; 4 — L 5,2 cm; 5 — L 6,1 cm; 6 — L 5,1 cm; 7 — L 6,1 cm; 8 — L 4,8 cm; 9 — L 4,5 cm; 10 — L 4 cm; 11 — L 3,2 cm; 12 — L des grösseren Teiles 6,8 cm; 13 — L 2,7 cm; 14 — L 2,2 cm; 15 — D 5 cm; 16 — H 21 cm; 17 — L 7,9 cm 18 — L 1,2 cm; 19 — L 22,5 cm; 20 — i, 14,5 cm). — 6, 8—15,18, 20 Bronze, 7, 17, 19 Eisen. M. Kniin.

VIII

V111. Funde aus den Brandgräbern. 1—6 Praha-BubeneC: (1 — L 5,9 cm; 2 — L 6,5 cm; 3 — L 5,8 cm; 4 — L 4 cm; 5 H 16,4 cm; 6 — H 19,1 cm). 7—15 Kostomlaty: (7 — 11 24,5 cm; 8 — L 14,4 cm; 9 L 7,5 cm; 1U — L 2,7 cm; 11 — L 2,8 cm; 12 — L 17,6 cm; 13 — D 4,1 cm; 14 — L 3,6 cm; 15 — L 11,2 cm). 1—4 Bronze, 8 —15 Eisen. MM und NM.

IX

IX. Funde aus den Skelettgrabern. 1—10 — Radovesice: (1 — L 6 cm; 2 — L 6,3 cm; 3 — L 9 cm; 5 — L 8, 6 cm; 6 — 13,2 cm; 7 — L 8,7 cm; 8 — L 6,8 cm; 9 — D 1,7 cm, 10 — L 3 cm). 11—17 Kutná Hora: (11, 13 — L 5,8 cm; 12 — L 5,7 cm). 1—17 Bronze. M Lovosice, M Kutná Hora.

X

X. Keramik aus den Siedlungen und Brandgräbern. 1 — Nedomice (H 24 cm). 2 Ratenice (H 19 cm). 3 — Mělník-Pšovka (H 22 cm). 4—13 Zápy. (4 — H 10,5 cm; 5 — 13,5 cm; 6 — H 13,d cm; 7 — H 17 cm; 8 H 9,5 cm; 9 — H 5,5 cm; 10 — H 34,5 cm; 11 — H 18,5 cm; 12 — H 16 cm; 13 — H 9,6 cm). — 1 — M Mělník, 2 — M Pečky, 3 — PI Praha, 4—13 NM.

XI

XI. Funde aus den Brandgräbern. 1, 4 — Hrdly (H 26,1 cm, 17,2 cm). 2—3 — Beroun-Závodí (2 — L 4 cm, 3 — H 15,4 cm). 5 — Bohušovice n. O. (H 17,1 cm). 6, 8 Sířeni (H 15,5 cm, L 6,5 cm). 7 — Dobroměřice (H 17,9 cm) — 1, 4,5 — Sammlung des ehemaligen Klosters Strahov; 2—3 M Beroun; 6,8 M Zatec; 7 M Louny.

XII. Funds aus den Brandgräbern. 1—15 — Praha-VysoCany: (3—5, 8— 12 wahrscheinlich ein Gr.; 1 — II 15,3 cm; 2 — H 17,5 cm; 3 — L 9,5 cm; 4 — L 2,7 cm; 5 — D cca 6 cm; 6 — L 3,6 ; 7 — L 2,7 cm; 8—10 L eines Glieds 3,9 cm; 12 — H 19,5 cm; 13 — L 10,8 cm; 14 —L 6,2 cm; 15 —L 5,6 cm). 16—23 Zdötin: 6—19 ein Gr.: 20—23 anderes Gr. 16 — L 11,2 cm; 17 — L 12,2 cm: 18 — H 15,5 cm; 19 — L 3,1 cm; 20 — L 7,9 cm; 21 — L 4,7 cm; 22 — D 4 4 cm; 23 — H 18 cm). — 3, 11, 16, i7, 20 — Eisen; 4 —10, 13—15, 19, 21 Bronze. — 1—15 NM; 16—23 M Mladä Boleslav.

XIII

XIII. Inhalt des Urnengrabes aus Liběšice. (1 — L 12 cm; 2 — L 7,7 cm; 3 L 11,3 cm, 20 cm; 4 L 7 cm, 5 L 11 cm; 6 L 6 cm; 7 — L 7,3 cm; 8 — L 11,2 cm, 11,5 cm; 9 — L 8 cm; 10 — L 7,8 cm; 11 — L 24 cm; 12 — 1, 14,8 cm; 13 — L 10 cm; 15 — L 6,5 cm; 16 — L 23.9 cm; 17 — L 22 cm; 18 — 6 cm ; 19 — L 2,5 cm; 20 — L 7,6. 1 — 1 3 , 1 5 — 1 7 , 1 9 — Ei cm). 1—13, 15—17, 19 — Eisen; 18, 20 Bronze. M Zatec.

XIV

XIV. Funde aus den Brandgräbern und Skelettgrab. 1—11 Nymburk: 1—10 wahrscheinlich ein Grab (1—2 Eisen, 3—5 7—10 Bronze). M Nymburk? 12—13 Budiměrice. M. Nymburk. 14—16 Líbeznice: Skelettgrab. (14 — L 5,4 cm; 15 — L 6,4 cm, 16 — D 4,8—5 cm). 14, 15 — Bronze; 16 Eisen. NM.

(SSI XV.

Einzelfunde aus Dobfifi. (1 — L 13,8 cm; 2 — L 12,6 cm; 3, 5 — L 7,1 cm; 4 — L 7,9 cm; 6 — L 7,9 cm; 7 L 13,1 cm) 1—5 Bronze; 7 Eisen. NM.

5

7 XVI. Verschiedene Funde aus Böhmen. 1—3, 5 — Libčeves (1 — L 6,3 cm; 2 — L 6,3 cm; 3 — L 6 cm), M Třebenice; 5 (H 14,5 cm), M Lovosice. 4 — Židovice, M Roudnice ?. 6 — Býčkovice, M Litoměřice. 7 — Pchery (L 16,6 cm), M Slaný. 8 — Touchovice, [L 4,5 cm), NM. 9 — Nové Dvory, M Roudnice ?. 10—11 — Havraň (10 — L 5,5 cm; 11 — L 6,5 cm), M Most. 12—13 — Orasice (12 — L 6,5 cm; 13 — L 6,8 cm), M Louny. 1—4, 6—13 Bronze.

XVII

XVII. Verschiedene Funde aus Böhmen. 1 —8 Modřany: 1—5 ein Gr. (1 - H 18,5 cm; 2 L 7 cm; 3 — L 3,7 cm; 4 — L 7 cm; 5 — L 5,5 cm, 6 — H 17 cm; 7 — H 14,6 cm ; 9 — Holubice (cca Ví). 10 — Straky (cca Ví). 2, 4, 5, 9, 10 — Bronze; 8 — Eisen; 3 Knochen. 1—6, 9—10 NM;7—8 Sammlung der Schule in Modřany.

XVIII

XVIII

Mikovice. Brandgräber. 1—24, 26 — Gr. A [1—24 mehr als 1/2 , 26 — H 18 cm); 25 — Gr. C (H 8,5 cm ); 27 — Gr. B (H 16,7 cm). 1, 3 Silber, 11 Gold, übriges Bronze. NM.

XIX

XIX. Tišíce. Die wichtigsten Formen der Gegenstände aus dem Brandgräberfeld. 1 — Gr. 69 (L 4,7 cm); 2 — Gr. 8 (L 6,8 cm ); 3 — Gr. 76 (L 5 cm); 4, 6, 8, 9, 13 — Gr. 16 (4 — L 6,5 cm; 6 — 19,8 cm; 8 — L 4,1 cm; 9 —L 9,1 cm; 13 — L 3,2 cm ); 5 — Gr. I (L 7 cm ); 7 — Gr. 80 (L 9,9 cm); 10 — Gr. 43 [L 27 cm); 11—12 - Gr. 82(L 4 cm, 9,2 cm ); 14 — Gr. 63 (L 4,3 cm). 1, 6, 10, 12, 13 Eisen, übriges Bronze. NM.

XX

XX. Dobřichov-Pičhora. Brandgräberfeld. Haupttypen der Fibeln. 1 — Gr. 74 (L 6,5 um) ; 2 — Gr. 52 (L 6 cm); 3 — Gr. 72 (L 5,4 cm); 4 — Gr. 49 (L 9,8 cm); 5 — Gr. 43 (L 8,8 cm); 6 — Gr. II (L 4,4 cm ); 7 — Gr. 94 (32 X 32 cm); 8 — Gr. 26 (L 6,2 cm); 9 — Gr. 16 (L 7 cm); 10 — Gr. aus dem Jahre 1899 (L 5 cm); 11 — Gd. 125 (L 5,7 cm ); 12 — Gr. 57 (L 4,1 cm ); 13 — Gr. 128 (L 2,7 cm); 14 — Gr. 72 (L 2,7 cm ); 15 — Gr. 94 (L 5,6 cm); 16 — Gr. 114 (L 6 cm ); 17 — Gr. 112 (L 6,8 cm); 18 — Gr. 69 (L 6,7 cm). 1—14, 16—18 Bronze; 15 Silber. NM.

XXI

XXI. Dobřichov-Pičhora. Bfandgraberfeld. D le ^ a u p tt^ ip e n d e r ^ b r a n z e n e n ^ u d ^ e is e r n ^ J *2.^ 2 - Gr. 122 (53 X 23 cm); 3 - Gr 1IV 13 cm X Z,a cmj _ Gr H 4fi cm); n _ 12 __ Gr. II (L. 4 , 2 cm. 5 - o m / ; L1 3 - mG'r: Í M W M

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15 -

0,'. 9 (L 4 cm ,. 1 - 1 2 , 1 4 - 1 5 Bronze; 13 E.sen.

XXII

XXII. Dobřichov-Pičhora. Brandgräberfeld. 1 — Gr. 30 (L 5,8 cm); 2 — Gr. 93 (4 cm X 3,3 cm); 4 — Gr. 1 (L 13); 5 — Gr. 24 (L 15,1 cm ); 6 — Gr. 2 (L 20,1 cm ); 7 — Gr. 83 (L 21,4 cm ); 8 — Gr. V (L 15 cm); 9 — Gr. 8 ( H 10 cm); 10 — Gr. V (H 12 cm). Třebusice Gr. IX/36. 1—2, 8 Bronze; 3—7, 9—10 Eisen. NM.

XXIII

XX1I1. Dobřichov-Pičhora. Brandgräberfeld. Metallgefčisse. і — Gr. Ill (H 28,5 cín); 2 — Gr. V (H 31 cm); 3 — Gr. VI (H 27,5 cm ); 4 — Gr. II (L 0,8 cm ); 5 — Gr. I |H 21,2 cm); 6 — Gr. 1/1905. 1, 2, 4, 5 Bronze; 3 — Eisen • 6 Silber. NM.

XXIV

XXIV. Dobřichov-Pičhora. Brandgräberfeld. Auswahl der Keramik. 1 — (H 17 cm j; 2 — Gr. 2 (H 2U,7 cm); 3 — Gr. 17 (H 19,5); 4 — Gr. 5 (H 21,ö cm ); 5 — Gr. 16 (H 26 cm); 6 — Gr. 9 (L 26,6 cm). NM.

XXV

XXV. Dobřichov-Pičhora. Brandgräberfeld. Auswahl der Keramik. 1 — Gr. 46 (H 20 cm ); 2 — Gr. 4 (H 21 cm): 3 — Gr. 49 (H 16,9 cm); 4 — Gr. 14 (H 17,5 cm); 5 — Gr. 79 (H 18 cm); 6 — Gr. 52 [H 21,6 cm). NM.

XXVI

XXVI. Trebusice. Brandgräberfeld. Urnengräber mit der charakteristischen Ausstattung. 1—6 Gr. XVII(37) 1 H 20,6 cm; 2 — L 12,8 cm; 3 — 5,2 cm; 4 — L 2,5 cm; 5 — 7,7 cm; 6 — L 6,3 cm; 7 —13 — L 9,6 cm; 8 — L 9,5 cm; 9 — L 10,7 cm; 10 — L 11 cm; 11 — L 7,1 cm; 12 — L 6,5 cm; 13 — H 19,8 cm; 14—19 — Gr. LXXX(21) 14 — L 7,3 cm; 15 — L 7,4 cm; 16 — L 5,8 cm; 17 — 6 cm; 18 — H 16,9 cm; 19 — L 9,6 cm; 20— 23 — Gr. I I I (25) 20 — L 6 cm; 21 — L 6,1 cm; 22 — H 7,4 cm; 23 — H 16,5 cm. 2, 4, 8—12, 16, 17, 19, 20 Bronze, 5, 7, 14, 15, 21 Eisen. NM,

Gr. L

XXVII

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XXVII. Trebusice. Brandgräberfeld. Urnengräber mit der charakteristischen Ausstattung. 1—2 Gr LXI(36) 1 — L 4,5 cm; 2 - H 32,3 cm; 3 —8 — Gr. XVIII(37) 3 — L 9,3 cm; 4 — H 22,5 cm; 5 — L 6,7 cm; 6 — L 6,1 cm; 7 — L 2 cm; 8 — L 6,3 cm; 9—10 — Gr. LVIII(41) 9 — L 15,5 cm; 10 — 5,8 cm; 11—14 — Gr. LIII(23) 11 — L 5,9 cm; 12 — L 5,8 cm; 13 — L 7,3 cm; 14 — H 26 cm; 15—17 Gr. XXVI[36) 15— L 17,3 cm; 16 — H 19,8 cm; 17—2,1 X 1,8 cm; 18 i.XXII(41) H 15 cm. 1, 5, 9—13 Bronze 3, 15, 17 Eisen, 6—8 Knochen. NM.

XXVIII

XXVIII. Trebusice. Brandgräberfeld. Urnengräber mit der charakteristischen Ausstattung. 1—9 — Gr XXIV(37) I — H 15,5 cm; 2 — L 10,1 cm; 3 - L 6 cm; 4 - L 5 cm; 6 — L 8,6 cm; 10—18 — Gr. XXI1(37) 10 — L 14,6 cm; I I — L 8,2 cm; 14 — L 5,8 cm; 15 — L 4,5 cm; 16 — L 3,1 cm; 17 — D 4,4 cm; 18 — H 19 cm; 19—25 — Gr. VI(25) 19 — L 5,9 cm; 20 — L 15,7 cm; 21 — L 6,1 cm; 22 — L 4,2 cm; 23 — L 8,2 cm; 24 — L 4,2 cm; 25 — H 22,7 cm. 3, 4, 6, 15, 16, 19, 21, 23, 24 — Bronze, 2, 10—14, 20, 22 Eisen; 7 —9 Knochen; 17 Silber. NM.

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XXIX. Tfebusice. BrandgräberEeld. Urnengräber mit der charakteristischen Ausstattung. 1—15 Gr LXXXII(36) 1 L 9,9 cm; 2 — L 3,8 cm; 3 — H 24,8 cm; 4 — 2,3 c m X l . l cm; 5 — 2 0 x 1 7 cm; 6 — 20X 13 cm; 7 — L 5,5 cm; 8 — L 7,5 cm; 9 — L 6,3 cm; 10 — H 14,2 cm; 11 — L 3 cm; 12 — L 17,4 cm; 13 — L 4 cm; 14 — L 4,2 cm; 15 — L 4,5 cm; 25 — L 32,5 cm; 16—23 — Gr. VIII(21) 16 — H 20,9 cm; 17 — L 7,5 cm; 18 — D 1,6 cm; 19 — L 26,8cra; 20 — H 10,6 cm; 22 — L 13,8 cm; 23 — L 29,4 cm; 24, 26 — Gr. XIV(21) 24 — H 21,2 cm; 26 — H 2,7 cm. 2, 7—9, 13—15, 21 Bronze, 1, 4—6, 10—12, 17—20, 22, 23, 26, 25, Eisen, NM.

XXX

XXX. Trebusice. Brandgräberfeld. Auswahl der Keramik. 1 — Gr. XXXII (36) H — 32,2 cm; 2 — Gr. XL(41) H 31,5 cm; 3 — Gr. aus dem J. 1921 (H 37 cm ); 4 — Gr. XXXVII(41) H 17 cm; 5 — Gr. XCIX(41) H 25,5 cm; 6 Gr. XLIII(42) H 23,3 cm; 7 — Gr. l.V(41) II 15,5 cm; 8 — Gr. CII[41) II 27 cm. NM.

XXXI

XXXI.

Funde aus Ostböhmen. 1—5 Dašice, Brandgräber?; 6—8 — Rosnice (8 Silber); 9 — Předměřice (H 29,5 cm); 1, 2 AI; 3—5 M Pardubice; 6 —9 M Hradec Králové.

XXXII

XXXII. Keramik aus den Siedlungen. 1—6 Cerveneves; 7 - 15 Roztoky, Hütte, 1957; 16 — Toucliovice (L 14,9 cm); 17 — Český Brod (H 8 cm); 1—6 M Nový Bydžov?; 7 —15 AI; 16 NM; 17 M Český Brod.

XXXIII

XXXIII.

Keramik aus den Siedlungen: 1—3 Světec 1 — H 6,6 cm; 2 — H 7 cm; 4 — Sířem; 5, 6 — Brežánky; 7 — Most; 8 — Lužice. 1—6, 8 M Teplice; 7 — M Most.

XXXIV

XXXIV.

Jenišův Újezd — Siedlung: 1—4 — Grube VI; 5—7 — Grube VIII; 8—9 — beim Bau der Schule (9 28,7 cm). — M Teplice.

XXXV