Gesamtausgabe (MEGA): BAND 5 Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, Hamburg 1867 9783050076492, 9783050033778

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Gesamtausgabe (MEGA): BAND 5 Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, Hamburg 1867
 9783050076492, 9783050033778

Table of contents :
Inhalt
Einleitung
Editorische Hinweise
Inhalt des ersten Bandes
Vorwort
ERSTES BUCH. Der Produktionsprozeß des Kapitals
ERSTES KAPITEL. Waare und Geld
ZWEITES KAPITEL. Die Verwandlung von Geld in Kapital
DRITTES KAPITEL. Die Produktion des absoluten Mehrwerts
VIERTES KAPITEL. Die Produktion des relativen Mehrwerths
SECHSTES KAPITEL. Der Accumulationsprozeß des Kapitals
Nachtrag zu den Noten des ersten Buchs
Anhang zu Kapitel I, 1
Inhalt
Verzeichnis der Abkürzungen, Siglen und Zeichen
Karl Marx Das Kapital Kritik der politischen Ökonomie Erster Band Hamburg 1867
ENTSTEHUNG UND ÜBERLIEFERUNG
KORREKTURENVERZEICHNIS
ERLÄUTERUNGEN. Teil 1
ERLÄUTERUNGEN. Teil 2
REGISTER
Literaturregister
Namenregister
Sachregister

Citation preview

(MBGAj Band 11/5 Siglen und diakritische Zeichen D

Autorisierter selbständiger Druck

K

Korrigiertes Exemplar

( ) [ ]

Eckige Klammern bei Marx Redaktionelle Ergänzung

1165| Beginn einer paginierten Seite der Textgrundlage |

Ende einer Seite der Textgrundlage des fortlaufenden Haupttextes.

]

Abgrenzung der Wiederholung aus dem Edierten Text (Lemmazeichen)

]] Eckige Klammer in Quellen (Verzeichnis der Abkürzungen siehe S. 661/662)

KARL MARX FRIEDRICH ENGELS GESAMTAUSGABE (MEGA) ZWEITE

ABTEILUNG

„DAS KAPITAL" UND

VORARBEITEN

BAND 5

Herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus, beim Zentralkomitee der K o m m u n i s t i s c h e n Partei d e r S o w j e t u n i o n und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands

KARL MARX DAS KAPITAL KRITIK DER POLITISCHEN ÖKONOMIE ERSTER BAND HAMBURG 1867 TEXT

(ff DIETZ V E R L A G B E R L I N 1983

Redaktionskommission der Gesamtausgabe: Günter Heyden und Anatoli Jegorow (Leiter), Erich Kundel und Alexander Malysch (Sekretäre), Georgi Bagaturija, Rolf Dlubek, Heinrich Gemkow, Lew Golman, Michail Mtschedlow. Richard Sperl. Redaktionskommission der Zweiten Abteilung: Alexander Malysch (Leiter), Larissa Miskewitsch, Manfred Müller, Roland Nietzold, Hannes Skambraks, Witali Wygodski. Bearbeitung des Bandes: Eike Kopf (Leiter), Willi Bang, Joachim Conrad, Edgar Klapperstück unter Mitarbeit von Liesel Hanemann. Gutachter: Larissa Miskewitsch und Hannes Skambraks.

Text und Apparat Mit 12 Abbildungen © Dietz Verlag Berlin 1983 Lizenznummer 1 LSV 0046 Technische Redaktion: Friedrich Hackenberger, Heinz Ruschinski und Waltraud Schulze Korrektur: Johanna Behrendt, Jutta Knopp, Ilse Krause und Renate Kröhnert Einband: Albert Kapr Typografie: Albert Kapr/Horst Kinkel Schrift: Times-Antiqua und Maxima Printed in the German Democratic Republic Gesamtherstellung: I N T E R D R U C K Graphischer Großbetrieb Leipzig, Betrieb der ausgezeichneten Qualitätsarbeit Papierherstellung: V E B Druck- und Spezialpapiere Golzern Best.-Nr.: 744861 1 13500

Karl Marx 1867

Inhalt Einleitung

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Editorische Hinweise

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Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie Erster Band • Hamburg 1867 Vorwort Erstes Buch. Der Produktionsprozeß des Kapitals Erstes Kapitel. Ware und Geld 1. Die Ware 2. Der Austauschprozeß der Waren 3. Das Geld oder die Warenzirkulation A. Maß der Werte B. Zirkulationsmittel a) Die Metamorphose der Waren b) Der Umlauf des Geldes c) Die Münze. Das Wertzeichen C. Geld a) Schatzbildung b) Zahlungsmittel c) Weltgeld Zweites Kapitel. Die Verwandlung von Geld in Kapital 1. Die allgemeine Formel des Kapitals 2. Widersprüche der allgemeinen Formel 3. Kauf und Verkauf der Arbeitskraft Drittes Kapitel. Die Produktion des absoluten Mehrwerts 1. Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 2. Konstantes und variables Kapital 3. Die Rate des Mehrwerts

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Inhalt

4. Der Arbeitstag 5. Rate und Masse des Mehrwerts Viertes Kapitel. Die Produktion des relativen Mehrwerts 1. Begriff des relativen Mehrwerts 2. Kooperation 3. Teilung der Arbeit und Manufaktur 4. Maschinerie und große Industrie Fünftes Kapitel. Weitere Untersuchungen über die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts 1. Absoluter und relativer Mehrwert 2. Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert A. Größe des Arbeitstags und Intensität der Arbeit konstant (gegeben), Produktivkraft der Arbeit variabel B. Konstanter Arbeitstag, konstante Produktivkraft der Arbeit, Intensivität der Arbeit variabel C. Produktivkraft und Intensivität der Arbeit konstant, Arbeitstag variabel D. Gleichzeitige Variationen in Länge des Arbeitstags, Produktivkraft und Intensivität der Arbeit 3. Verschiedne Formeln für die Rate des Mehrwerts 4. Wert, resp. Preis der Arbeitskraft in der verwandelten Form des Arbeitslohns a) Die Formverwandlung b) Die beiden Grundformen des Arbeitslohns: Zeitlohn und Stücklohn Sechstes Kapitel. Der Akkumulationsprozeß des Kapitals 1. Die kapitalistische Akkumulation a) Einfache Reproduktion b) Verwandlung von Mehrwert in Kapital c) Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation 2. Die sog. ursprüngliche Akkumulation 3. Die moderne Kolonisationstheorie Nachtrag zu den Noten des ersten Buchs Anhang zu Kapitel I, 1. Die Wertform

177 241 251 251 259 272 301 413 413 420 421 424 426 427

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Apparat

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Register

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Inhalt Verzeichnis der A b b i l d u n g e n Karl Marx 1867 Titelblatt der Erstausgabe Erste Umschlagseite der Erstausgabe Otto Meißner Seite 192 der Erstausgabe mit Korrekturen von Marx für die 2. Auflage Seite 193 der Erstausgabe mit Korrekturen von Marx für die 2. Auflage Seite 194 der Erstausgabe mit Korrekturen von Marx für die 2. Auflage Seite 195 der Erstausgabe mit Korrekturen von Marx für die 2. Auflage Verlagshaus Otto Meißner in Hamburg (im zweiten Weltkrieg zerstört) Seite 764 der Erstausgabe Letzte Seite der Erstausgabe mit dem Druckfehlerverzeichnis Vierte Umschlagseite der Erstausgabe

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Einleitung Der vorliegende Band der MEGA enthält den ersten Band des Werkes „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie" von Karl Marx in der Fassung der Erstausgabe, die im September 1867 im Verlag Otto Meißner in Hamburg erschien. „Das Kapital" ist das Hauptwerk des Marxismus. Denn mit diesem Werk erhielt der Marxismus die feste wissenschaftliche Fundierung und unwiderlegbare theoretische Begründung. Das Wesen dieser einzigartigen wissenschaftlichen Leistung besteht darin, daß Marx auf der Grundlage der materialistischen Geschichtsauffassung die Mehrwerttheorie entwickelte und vollendet ausarbeitete. Seine Erkenntnisse und Entdeckungen führten zu den revolutionären Schlußfolgerungen über die historische Rolle der internationalen Arbeiterklasse und über die kommunistische Zukunft der menschlichen Gesellschaft. In der Gesamtheit aller Bände des „Kapitals" gipfeltauch das Lebenswerk seines Schöpfers. Mit diesem Werk vollzog Marx eine Revolution in den Gesellschaftswissenschaften. In das „Kapital" flössen die reichen theoretischen Erkenntnisse und revolutionären Erfahrungen ein, die Marx und Engels bis dahin gewonnen und in zahlreichen Arbeiten dargelegt hatten; das Werk hob ihre gesamte Theorie auf eine prinzipiell neue und qualitativ höhere Stufe. Im „Kapital" trat „der Marxismus mit seinem ganzen theoretischen Rüstzeug" auf. (W. I. Lenin: Protest russischer Sozialdemokraten, in: Werke. Bd.4. Berlin 1977. S.168.) Marx formulierte das wissenschaftliche Ziel des gesamten Werkes und stellte sich die Aufgabe, „das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen"(S. 13/14). Die materialistische Geschichtsauffassung und die meisterhafte Anwendung der materialistischen Dialektik gestatteten es Marx, die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschafts-

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Einleitung

formation als einen naturgeschichtlichen Prozeß zu erfassen. Er erkannte die an der Oberfläche der kapitalistischen Produktionsweise unsichtbaren und in ihrer Tiefe wirkenden Triebkräfte und Gesetze, die für alle geschichtlichen Phasen des Kapitalismus zutreffen und seine Selbstbewegung steuern. Kritisch und revolutionär in Theorie und Methode wies Marx nach, daß die immanenten Gesetze dieser Gesellschaftsordnung objektiv unüberbrückbare Gegensätze und für sie unlösbare Widersprüche erzeugen. Marx deckte im „Kapital" die ökonomischen Ursachen für den unversöhnlichen Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat auf und hat „die wirkliche Stellung des Proletariats im Gesamtsystem des Kapitalismus erklärt" (W. I. Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus. In: Werke. Bd. 19. Berlin 1977. S.8). Er erbrachte den Nachweis, daß das Proletariat, selbst ein Produkt der Entwicklung des Kapitalismus und in ihm gewachsen, diszipliniert und in unaufhörlichen Klassenkämpfen gebildet und organisiert, jene gesellschaftliche Kraft ist, die über die kapitalistische Gesellschaft hinausweist und historisch dazu berufen ist, sie in revolutionärer Aktion zu beseitigen, die politische Macht zu erobern und sich zur herrschenden Klasse zu erheben. Die Arbeiterklasse wird die Macht gebrauchen, um die kommunistische Gesellschaft zu errichten. Mit dieser Erkenntnis gab Marx der Arbeiterklasse für ihren Befreiungskampf eine scharfe theoretische Waffe in die Hand. Diese Bedeutung des „Kapitals" würdigte Friedrich Engels mit den Worten: „Solange es Kapitalisten und Arbeiter in der Welt gibt, ist kein Buch erschienen, welches für die Arbeiter von solcher Wichtigkeit wäre" (Friedrich Engels: „Das Kapital" von Marx. In: Demokratisches Wochenblatt, 21. März 1868). Marx erbrachte den wissenschaftlichen Nachweis, daß die kapitalistische Gesellschaftsformation mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses die Mittel ihrer eigenen Vernichtung erzeugt und gleichzeitig die Bildungselemente der kommunistischen Gesellschaftsformation hervorbringt. (Siehe S.408.) Davon ausgehend leitete er grundlegende Entwicklungstendenzen und Wesenszüge der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft ab. Die im „Kapital" angewandte Methode zur Analyse der kapitalistischen Produktionsweise ist von allgemeingültiger Bedeutung für die Untersuchung eines jeden sozialen Organismus, einer jeden Gesellschaftsordnung. Sie ist der Schlüssel für die wissenschaftliche Untersuchung der Entwicklungsprozesse der menschlichen Gesellschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Einheit von Theorie und Methode liegt die Wirksamkeit und Lebenskraft der Ideen des „Kapitals" begründet. Das ermöglichte es Lenin, gestützt auf die Erkenntnisse des „Kapitals", das imperialistische Entwicklungsstadium des Kapitalismus und die erste Phase

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Einleitung

des Kommunismus zu analysieren und die marxistische Theorie bedeutend weiterzuentwickeln. Die Größe der wissenschaftlichen Leistung von Marx liegt in der vollkommenen Einheit des unerschütterlichen Wahrheitsgehalts seiner Gesellschaftsanalyse und ihrer revolutionären Folgerungen. Das Erscheinen des „Kapitals" hatte welthistorische Bedeutung, denn es enthielt den umfassenden Nachweis der geschichtlichen Gesetzmäßigkeit des Kommunismus. Um dieses Werk zu schreiben, waren bestimmte historische Voraussetzungen unerläßlich. Es bedurfte vor allem einer genügend reifen Entwicklungsstufe des Kapitalismus und der entsprechenden Bildung und Formierung des Proletariats als Klasse. Während der industriellen Revolution war das Industrieproletariat entstanden, und der Klassenkampf zwischen ihm und der Bourgeoisie begann sich in offenen und zunehmend machtvolleren Auseinandersetzungen zu vollziehen. Schon in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts trat das Proletariat, das sich nun deutlich als selbständige Gesellschaftsklasse konstituierte, mit eigenen politischen Forderungen auf. Der Klassenkampf hatte ein Niveau erreicht, das die Ausarbeitung einer wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse möglich und notwendig machte. Als Marx in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit der Ausarbeitung der ökonomischen Theorie begann, war die Entwicklung des Kapitalismus in mehreren Ländern Europas bereits weit vorangeschritten. Seine „klassische Stätte" jedoch war England; hier traten die Widersprüche des Kapitalismus am deutlichsten zutage, und hier war auch der Klassenkampf am weitesten entwickelt. Durch die Ausarbeitung seiner ökonomischen Theorie entsprach Marx einem dringenden objektiven Bedürfnis der internationalen Arbeiterklasse. In den zahlreichen Arbeitervereinen in Deutschland und in anderen Ländern, die nach der Reaktionsperiode entstanden waren, herrschte die bürgerliche und kleinbürgerliche Ideologie vor. Ihr Hauptziel war es, dem Klassenkampf des Proletariats die revolutionäre Tendenz zu nehmen und alle seine Unzufriedenheit und Empörung, seine Forderungen und Ansprüche zu beschwichtigen und die Bewegung in Bahnen zu lenken und zu halten, die dem Kapital genehm und ungefährlich blieben. Demgegenüber diente Marx' Arbeit am „Kapital" dem Ziel, der erstarkenden Arbeiterbewegung eine wissenschaftlich fundierte Strategie und Taktik für den revolutionären Kampf zu geben; das schloß die Zurückdrängung des Einflusses aller bürgerlichen Ideologie unmittelbar ein. Die Arbeit am „Kapital" fiel in ihrer letzten und entscheidenden Phase zeitlich zusammen mit Marx' Wirken in der Internationalen Arbeiterasso13*

Einleitung

ziation. Er nutzte die damit gegebenen Möglichkeiten, um der Arbeiterklasse und ihren Führern das Bewußtsein ihrer historischen Aufgabe zu vermitteln und den wissenschaftlichen Sozialismus mit der Arbeiterbewegung zu verbinden. Dabei verwandte er die Erkenntnisse und Ergebnisse seiner ökonomischen Studien und propagierte sie unermüdlich. Andererseits fanden praktische Kampferfahrungen, mit denen Marx durch die Arbeit in der Internationale vertraut wurde, in verallgemeinerter Form und auch sehr konkret Eingang in das „Kapital". So wurde bereits vor dem Erscheinen des ersten Bandes der Boden für die Aufnahme seiner Ideen bereitet und andererseits Marx' Arbeit daran erheblich befruchtet. Das Erscheinen des Werkes förderte nachhaltig den Aufschwung der Arbeiterbewegung. Die revolutionäre Lehre, die die kapitalistische Gesellschaftsformation im Prozeß ihres Entstehens, Wirkens und Vergehens begreift, die proletarische politische Ökonomie, ist das Resultat eines jahrzehntelangen, intensiven Forschungsprozesses. (Siehe die Einleitungen zu MEGA® 11/1 — II/4.) Marx unterzog die gesamte ökonomische Wissenschaft seinem kritischen Studium und verarbeitete ein umfangreiches empirisches Material, um die historische Aufgabe der Arbeiterklasse wissenschaftlich zu begründen. Schon die zahlreichen Exzerpthefte der vierziger und fünfziger Jahre, die „ökonomisch-philosophischen Manuskripte" und die Schriften „Das Elend der Philosophie" und „Lohnarbeit und Kapital" widerspiegeln, wie sich Marx den Stoff im Detail aneignete und die Suche nach dem „inneren Band" der theoretischen Entwicklung betrieb. Er gelangte dabei zu wichtigen Ausgangsthesen seiner künftigen Wert- und Mehrwerttheorie.

Die entscheidende Phase der Ausarbeitung seines Hauptwerkes begann Marx im Sommer 1857 mit der Niederschrift der „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie", die er selbst als dessen Rohentwurf bezeichnete. Dieses Manuskript enthält sowohl die eigene Werttheorie als auch die Entdeckung des Mehrwertes in reiner Gestalt. Hier erscheint schon jene Dreigliederung — Produktionsprozeß des Kapitals, Zirkulationsprozeß des Kapitals, Kapital und Profit —, die seither die Erforschung und ebenso die Darstellung der ökonomischen Bewegungsgesetze des Kapitalismus prägt. Marx zieht hier aus seiner Kritik, geleitet von der Ansicht, der bevorstehenden Krise werde eine Revolution folgen, grundlegende Schlußfolgerungen und begründet die materiellen Voraussetzungen, Umrisse und Ziele der kommunistischen Gesellschaftsformation. Kurz vor dem Abschluß der „Grundrisse" begann Marx auf ihrer Grundlage die Druckfassung seines Werkes niederzuschreiben, das er in mehreren

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Einleitung

Einzelheften herausgeben wollte. Mitte Juni 1859 erschien „Zur Kritik der politischen Ökonomie. Erstes Heft". Das Vorwort enthält die thesenhaft gedrungene, klassische Darlegung der materialistischen Geschichtsauffassung. Neben der Geldtheorie enthält die Schrift vor allem die erstmalige Darstellung der Werttheorie von Marx. Von August 1861 bis Juli 1863 entstand das Manuskript „Zur Kritik der politischen Ökonomie". Zunächst als Reinschrift des zweiten Heftes von „Zur Kritik der politischen Ökonomie" gedacht, nahm es jedoch immer mehr die Merkmale eines Forschungsmanuskriptes an, und seine Fertigstellung beschloß gewissermaßen auch den Selbstverständigungsprozeß von Marx. In diesem Manuskript finden sich so bedeutsame neue Elemente der Theorie wie die des relativen Mehrwerts, des Durchschnittsprofits und des Produktionspreises, der Grundrente und des Zinses, und es reiften überdies wesentliche Aspekte der Reproduktions- und Krisentheorie. In diesen Jahren schuf Marx auch den endgültigen Aufbauplan für sein Hauptwerk. Von erheblicher Bedeutung ist das Manuskript 1861—1863 auch wegen der darin gegebenen kritischen Geschichte der Mehrwerttheorie, den „Theorien über den Mehrwert", die Marx als Rohentwurf des vierten Buches des „Kapitals" ansah. In sechs Jahren bildeten sich damit alle wesentlichen Voraussetzungen für die Ausarbeitung des „Kapitals" selbst. Aber nicht nur Marx' Überlegungen zum theoretischen Gehalt und der Struktur kamen zu einem gewissen Abschluß. Er nannte auch erstmals ausdrücklich dessen endgültigen Titel: „Das Kapital". „Kritikder politischen Ökonomie" sollte lediglich den Untertitel bilden. (Marx an Louis Kugelmann, 28. Dezember 1862.) Von August 1863 bis Dezember 1865 verfaßte Marx schließlich den Entwurf aller drei theoretischen Bücher des Werkes. Als Marx in den ersten Januartagen des Jahres 1866 an die Abfassung des ersten Bandes des „Kapitals" ging, lag vor ihm ein abgeschlossenes Forschungsmaterial von ungeheurem Umfang, in dem er die große selbstgestellte Aufgabe gelöst hatte, die kapitalistische Produktionsweise und die ihr entsprechenden Produktionsverhältnisse zu analysieren und ihre Bewegungsgesetze zu enthüllen. Bei der Niederschrift des ersten Bandes haben alle diese Materialien eine Rolle gespielt. Doch seine unmittelbare Grundlage bildete die Fassung des ersten Bandes des „Kapitals" aus dem Manuskript 1863—1865. Diese Fassung ist jedoch nicht überliefert, außer einem Teil unter dem Titel „Sechstes Kapitel. Resultate des unmittelbaren Productionsprocesses", den Marx nicht in die Druckfassung des ersten Bandes aufgenommen hat. (Siehe MEGA® 11/4.1.) Marx hat mit Sicherheit einen solchen Entwurf des ersten Bandes verfaßt, doch über seinen Inhalt und seine Struktur kann nichts Konkretes gesagt werden. Dagegen kann sein

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Einleitung

Umfang relativ genau angegeben werden, denn das erwähnte „Sechste Kapitel" beginnt mit der Seite 441, paginiert von Marx' Hand. Für die Abfassung dieses verschollenen Manuskripts benutzte Marx vor allem zwei Materialien. Erstens: „ Z u r Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft", Berlin 1859. (MEGA® M/2. S.95-245.) Marx verwendete es ausschließlich für das erste Kapitel „Waare und G e l d " . Zweitens: Die Hefte I—V und XIX—XXIII des Manuskripts „ Z u r Kritik der politischen Ökonomie" aus den Jahren 1861 bis 1863. (MEGA® M/3. S. 1-328 und 1889-2384.) Darin sind alle theoretischen Fragen des ersten Bandes des „Kapitals" von der Verwandlung von Geld in Kapital bis zum Akkumulationsprozeß als ausführlicher Entwurf ausgearbeitet. Engels bezeichnete diese Teile des Manuskripts sogar schon als „die erste vorhandene Redaktion dafür" (Friedrich Engels: Vorwort. In: Karl Marx: Das Kapital. Bd.2. Hamburg 1885. S. IV). Für die endgültige Fassung des ersten Bandes des „Kapitals" waren aber auch die Entwürfe zum zweiten und dritten Band von großer Bedeutung. (MEGA® II/4.) Insbesondere die in ihren überwiegenden Teilen sehr reife und weitgehend ausgeformte Darstellung des Profits, des Zinses und der Grundrente, also der Probleme des dritten Bandes, waren dafür unentbehrlich. M a r x war in den vorangegangenen Jahren, mindestens aber während der Arbeit an den „Theorien über den Mehrwert", bei der es sich ja in Wirklichkeit um eine theoretische Auseinandersetzung mit bürgerlichen Theorien über Profit, Rente und Zins handelte, zu der Überzeugung gekommen, daß es keinesfalls anging, den ersten Band zu veröffentlichen, ohne die anderen theoretischen Bände wenigstens im Entwurf fertig und vor sich zu haben. Mitten in der Arbeit am dritten Band schrieb er an Engels, daß sein Werk als ein „dialektisch Gegliedertes" und als „ e i n artistisches Ganzes" in seiner Gesamtheit vor ihm liegen müsse, ehe er mit der Veröffentlichung beginnen kann. (Marx an Engels, 31. Juli 1865.) Er hatte mit vollem Recht den allen bürgerlichen Ökonomen gemeinsamen Hauptfehler darin gesehen, daß sie den Mehrwert nicht rein als solchen, unabhängig von seinen konkreten Formen untersuchten, sondern ihre Analyse unmittelbar auf Profit, Rente oder Zins richteten. (Siehe MEGA® II/3.2. S.333.) Umgekehrt schloß das aber für Marx die Erkenntnis ein, zwar zuerst den Mehrwert als solchen zu entwickeln und dies konsequent im ersten Band des „Kapitals" darzustellen, nicht aber, ohne auf dieserGrundlage erstauch seine eigene Theorie des Profits, des Zinses und der Rente ausgearbeitet zu haben. Nur dies konnte ihm die Sicherheit geben, theoretische Fehler zu vermeiden sowie eventuelle neue Gesichtspunkte, die aus dieser Analyse der besonderen Formen hervorgingen, bei der endgültigen Darlegung der reinen Mehrwerttheorie zu berücksichtigen. Diese Tatsache belegt Marx selbst häufig und zu wiederholten Malen im

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Einleitung

einzelnen: Im ersten Band gibt es zahlreiche Vorverweise besonders auf das „dritte Buch", sie erscheinen immer in jenen Fällen, wo Marx es für notwendig hält, die Abstraktionsebene des ersten Bandes unbedingt und konsequent beizubehalten, eine bestimmte Entwicklung darin aber zum besseren Verständnis mit einem Hinweis darauf zu erläutern, wie die Sache an der Oberfläche der kapitalistischen Gesellschaft erscheint, bzw. sich im Kopf der „handelnden Personen" mehr oder weniger verkehrt widerspiegelt. Andererseits umgekehrt. Im Manuskript des zweiten und vor allem des dritten Bandes befinden sich sehr viele Hinweise auf den ersten Band. Marx gibt sie im wesentlichen immer dann, wenn es ihm notwendig erscheint, den Leser bei der Darstellung der konkreten Formen von Kapital und Mehrwert an ihre reine Gestalt und gemeinsame einzige Quelle, die Arbeit, zu erinnern. Die engen Zusammenhänge in der Entstehungsgeschichte des Manuskripts des zweiten und des dritten Bandes und der Erstausgabe des ersten Bandes des „Kapitals" haben einen weiteren Aspekt, der für das Verständnis der inneren Einheit und theoretischen Geschlossenheit aller Teile des Marxschen Hauptwerkes von erheblicher Bedeutung ist. Es geht um die Dialektik der unterschiedlichen Abstraktionsebenen, die eine große Rolle in der Darstellungsmethode von Marx spielt. Das Verständnis des zweiten und des dritten Bandes des „Kapitals" hat die Kenntnis des ersten zur unabdingbaren Voraussetzung. Doch in nicht unwesentlichem Maße istauch das Umgekehrte der Fall. Die Unterschiede zwischen erstem und drittem Band, andererseits, sind augenscheinlich. Doch behandeln sie im wesentlichen denselben Gegenstand, unterschiedlich bleiben nur Verallgemeinerungsgrad, Abstraktionsebene und Gesichtswinkel. Der erste Band des „Kapitals" von 1867 ist daher das Ergebnis der Arbeit von Marx an allen vier Bänden des Werkes. Er hat erst alle vier Bände im Entwurf geschaffen, bevor er den ersten veröffentlichte. Das ist von großer inhaltlicher und methodischer Bedeutung. Alle vier Bände des „Kapitals" bilden eine innere Einheit und bedingen einander. Das ist in der Totalität des widerzuspiegelnden Gegenstandes begründet. Die innere Einheit des Gesamtwerkes findet ihren Ausdruck in der dialektischen Form der Darstellung und den inhaltlichen Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Bänden. Es handelt sich gerade bei den drei theoretischen Bänden des „Kapitals" nicht um ein einfaches Nacheinander in der Darstellung, sie zeichnen sich vielmehr durch unterschiedliche Abstraktionsebenen aus. Jeder Band ist durch die Behandlung eines relativ abgeschlossenen Kreises von ökonomischen Kategorien charakterisiert, dennoch bauen alle drei Bände dialektisch aufeinander auf. Die Kenntnis des Gesamtwerkes ist die unerläß-

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Einleitung

liehe Bedingung für das volle Verständnis der in den einzelnen Bänden behandelten spezifischen Probleme. In der unauflöslichen Einheit aller Bände des „Kapitals" nimmt der erste Band jedoch eine besondere Stellung ein. Das zeigt sich in mehrfacher Hinsicht. Er ist das theoretische Fundament des Gesamtwerkes, weil in ihm das allgemeine Wesen des Kapitalismus vollständig enthüllt und dargestellt ist. Sein Gegenstand ist, wie Engels sagte, „der kapitalistische Productionsprocess, für sich genommen ..., als unmittelbarer Productionsprocess, bei dem noch von allen sekundären Einwirkungen ihm fremder Umstände abgesehen wurde" (Karl Marx: Das Kapital. Bd.3. Th. 1. Hamburg 1894. S.1). Ausgehend von der Grundthese der materialistischen Geschichtsauffassung, daß die Produktion alle Seiten des gesellschaftlichen Lebens bestimmt und auch die Grundlage der ökonomischen Gesellschaftsformation des Kapitalismus darstellt, begann Marx die Analyse mit dem Produktionsprozeß des Kapitals. Hier werden die wesentlichen Prozesse im Mechanismus der kapitalistischen Produktion analysiert, im Gegensatz zu ihrer verkehrten Widerspiegelung in der Erscheinung auf der Oberfläche der kapitalistischen Gesellschaft. Nach den Worten Lenins schildert Marx hier den „Eintritt des Arbeiters in die kapitalistische Fabrik ..., wo der Mehrwert geraubt, die Grundlage für die ganze kapitalistische Ausbeutung gelegt, die kapitalistische Gesellschaft begründet wird, die einigen wenigen Reichtum bringt, die Massen aber unterdrückt" (W. I. Lenin: Rede auf dem I. Gesamtrussischen Kongreß der Mitarbeiter des Bildungswesens und der sozialistischen Kultur, 31.Juli 1919. In: Werke. Bd.29. Berlin 1976. S.525). Die Enthüllung des in den Erscheinungen der kapitalistischen Wirklichkeit verborgenen Wesens der Ausbeutung ermöglicht ein wissenschaftliches Verständnis dieser Gesellschaftsformation. Der erste Band des „Kapitals" bildet daher „ein abgeschloßnes Ganzes" (Marx an Nikolai Franzewitsch Danielson, 7. Oktober 1868). Die besondere Stellung des ersten Bandes im Gesamtgebäude des „Kapitals" ergibt sich auch aus den revolutionären politischen Schlußfolgerungen, die Marx aus seiner ökonomischen Theorie über die historische Rolle der Arbeiterklasse und die gesetzmäßige Ablösung des Kapitalismus durch den Kommunismus zieht. Mit der Enthüllung des Mechanismus der Mehrwertproduktion und der Aufdeckung des Mehrwertgesetzes dringt Marx am tiefsten zum Wesen der kapitalistischen Ausbeutung vor, kann den daraus resultierenden antagonistischen Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat vollständig aufdecken, den Sinn und Zweck des Kapitals als sich selbst verwertenden Wert bestimmen, gleichzeitig den objektiven Zwang des Kapitals zur Akkumulation nachweisen und daraus die historische

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Einleitung

Tendenz der kapitalistischen Akkumulation ableiten. Durch den Nachweis, daß die Produktion und Aneignung von Mehrwert das Grundgesetz der kapitalistischen Produktionsweise ist, wird klargestellt daß sich an der Klassenlage des Proletariats in dieser Gesellschaftsordnung grundsätzlich nichts ändern kann. Es bleibt ständig Nichteigentümer von Produktionsmitteln, demzufolge stets Verkäufer seiner Ware Arbeitskraft und deshalb immerwährendes Ausbeutungsobjekt der ganzen Kapitalistenklasse. Damit wird im ersten Band des „Kapitals" der politische Klassenkampf zur Ablösung des Kapitalismus und zur Errichtung der ausbeutungsfreien Gesellschaft als notwendig begründet. Der erste Band des „Kapitals" untersucht den Mehrwert in seiner reinen Gestalt. Das ist eine notwendige Voraussetzung für das Verständnis seiner besonderen Formen, wie sie im dritten Band des „Kapitals" behandelt werden. Die klare Unterscheidung zwischen dem Mehrwert und seinen besonderen Formen ist von entscheidender Bedeutung für die Erkenntnis des Wesens des Kapitalismus. Die bürgerliche politische Ökonomie ist nicht zuletzt an der Unfähigkeit zu dieser Unterscheidung gescheitert. Alle grundlegenden, das Wesen und die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsformation bestimmenden Gesetze werden bereits im ersten Band des „Kapitals" dargestellt, darunter das Wertgesetz, das Mehrwertgesetz als Grundgesetz des Kapitalismus und das Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Das war nur möglich, weil in diesem Band ebenfalls die Entstehung, Entfaltung, Lösung und Neusetzung der diesen Gesetzen innewohnenden und ihnen zugrunde liegenden Widersprüche enthüllt werden. Von größter Bedeutung ist im ersten Band des „Kapitals" der Nachweis des antagonistischen Widerspruchs zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatkapitalistischen Aneignung, der später von Engels als Grundwiderspruch des Kapitalismus bezeichnet wurde. Dieser Widerspruch liegt allen anderen Widersprüchen der kapitalistischen Gesellschaftsformation zugrunde. Der Grundwiderspruch des Kapitalismus, dessen Entfaltung im ersten Band des „Kapitals" verfolgt wird, enthüllt ursächlich den historisch transitorischen Charakter des Kapitalismus. Aus der Entfaltung des Grundwiderspruchs und der daraus abgeleiteten Widersprüche sowie dem aus ihm entspringenden Klassenkampf werden bereits im ersten Band die Schlußfolgerungen gezogen, die sich aus dem Gesamtwerk ergeben. Die alles entscheidende revolutionäre Schlußfolgerung formulierte Marx mit ausdrücklicher Absicht zu Ende des ersten Bandes des „Kapitals". Sie bildet gewissermaßen die Quintessenz alles vorher Entwickelten, indem sie die Ablösung des Kapitalismus durch den Kommunismus aus der Entfaltung der immanenten Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Produktion ableitet. (Siehe S. 609.) Daß es die Arbeiterklasse ist.

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Einleitung

die dieses Werk vollbringt und die ausbeutungsfreie kommunistische Gesellschaft errichtet, wird im ersten Band des „Kapitals" am tiefsten durch die Mehrwerttheorie begründet. Marx arbeitet dabei sowohl die Faktoren heraus, die die Arbeiterklasse zur Erfüllung ihrer welthistorischen Aufgabe drängen, als auch diejenigen, die sie dazu befähigen. Die Erstausgabe des ersten Bandes des „Kapitals" von 1867 bildet das zentrale Dokument der Zweiten Abteilung der MEGA. Zu ihr führten alle Forschungen von Marx über die kapitalistische Gesellschaftsordnung, sie selbst enthält die klassische Darstellung der Marxschen Kapitalismusanalyse, und von ihr gehen alle weiteren Vervollkommnungen der ökonomischen Theorie von Marx aus, ob sie nun die weiteren Auflagen und Übersetzungen dieses Werkes oder den zweiten und dritten Band betreffen, woran sowohl Marx als auch Engels bis an ihr Lebensende gearbeitet haben.

Im Vorwort seines Werkes gab Marx dem Leser eine knappe Gesamtorientierung für das Studium und betonte dabei einige generelle Gesichtspunkte, die bei der geistigen Aneignung des reichen und weitverzweigten Inhalts stets im Blickfeld bleiben sollen. Marx' Theorie hat internationale, weltweite Bedeutung und Gültigkeit, sie ist universell anwendbar. England ist nur das Untersuchungsmodell, aber sein Werk gilt nicht dem englischen Kapitalismus allein, sondern dem Kapitalismus überhaupt als internationale historische Erscheinung. Daraus geht schon hervor, daß Marx die internationale Gültigkeit seiner Kapitalismusanalyse nicht nur auf die bisherige Geschichte dieser Ordnung, die seit dem 16. Jahrhundert in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen zutage getreten war, bezieht, sondern auf die ganze geschichtliche Dauer der Formation; das betont er ausdrücklich. (Siehe S. 12.) Ein unterschiedlicher Entwicklungsstand des Kapitalismus in einzelnen Ländern oder in verschiedenen geschichtlichen Zeitspannen hat keinen Einfluß auf die Gültigkeit seiner Theorie. Marx erkannte sehr wohl die großen Entwicklungspotenzen, die der kapitalistischen Ordnung noch innewohnten; mit ihrer Entfaltung brachte sie wesentlich neue Erscheinungsformen hervor, neue Bewegungsformen ihrer Widersprüche, die bereits Marx selbst, vor allem aber Engels, zu analysieren begann, den allmählichen Übergang zum Monopol. Doch dieser Formunterschied berührt nicht die Allgemeingültigkeit der Marxschen Kapitalismustheorie. Marx weist den Leser auch auf sein methodisches Hauptprinzip hin. Er vergleicht dabei das Vorgehen der naturwissenschaftlichen und der gesellschaftswissenschaftlichen Forschung. Gemeinsam ist ihnen, daß sie

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ihren Gegenstand in möglichst reiner Form und möglichst frei von störenden Einflüssen zu untersuchen trachten. Daher wählte Marx England. Der entscheidende Unterschied ist, daß die Analyse der ökonomischen Formen der Gesellschaft weder mit dem Mikroskop noch durch chemische Reagenzien erfolgen kann. „Die Abstraktionskraft", konstatierte Marx, „muß beide ersetzen." (S. 12.) Für Marx ist wichtig, daß der Leser des ersten Bandes des „Kapitals" das nie vergißt, denn er wird dort auf vieles stoßen, das ihm in der Erscheinungswelt des Kapitalismus so niemals begegnet. Die politische Ökonomie ist eine parteiliche Wissenschaft. Sie vertritt stets die Interessen einer Klasse. Marx weist aber auch darauf hin, daß die Parteinahme für das Proletariat unbedingt Objektivität der wissenschaftlichen Analyse einschließt; wenn er also Kapitalisten und Grundeigentümer auch nicht in rosigem Licht zeichne, so gehe es ihm überhaupt nicht um Personen, denn: „Weniger als jeder andre kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den Einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er social bleibt" (S. 14). Daraus folgt: Die kapitalistische Gesellschaftsordnung ist historisch notwendig, und sie kann, wie jede andere Formation, „naturgemäße Entwicklungsphasen weder überspringen, noch wegdekretiren" (ebenda). Aber sie ist ebensowenig ewig oder unveränderlich, „kein fester Krystall, sondern ein umwandlungsfähiger und beständig im Prozeß der Umwandlung begriffener Organismus" (ebenda). Es handelt sich im geschichtlichen Resultat um die Umwandlung der bestehenden Verhältnisse von Kapital und Arbeit. Der Kapitalismus hat eine historische Grenze, jenseits derer die kommunistische Gesellschaft liegt. Marx hielt es für notwendig, im Vorwort einige Erläuterungen zum ersten Kapitel zu geben. Er hatte danach gestrebt, in diesem theoretisch schwierigsten Teil des ganzen Werkes, der ihm bei der Niederschrift der Druckfassung selbst manche Mühe bereitet hatte, größte Klarheit in der Darstellung walten zu lassen und in der Logik der teilweise sehr abstrakten Entwicklung die Verständlichkeit des Ganzen zu erhalten. Daß ihm das bei der ersten Fassung nicht vollkommen gelungen ist und daß er das selbst empfand, beweist allein die zweite Darstellung der Wertform, die wegen der bereits sehr fortgeschrittenen Fertigstellung des Satzes zu jenem Zeitpunkt nur noch als Anhang des Werkes zu realisieren war. Im Hinblick auf die Leserschaft mußte MarxanderVerständlichkeitdieses Kapitels besonders gelegen sein. Von entscheidender Bedeutung war deshalb, wie das Fundament der gesamten Lehre entwickelt wurde. Einerseits stellte Marx die proletarische politische Ökonomie der gesamten internationalen bürgerlichen ökonomischen Wissenschaft und Publizistik

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entgegen und erwartete aus diesem Lager lebhafte und kritische Reaktionen. Andererseits waren die Hauptadressaten des Werkes die Arbeiterklasse und ihre Führer, darunter zunächst die deutsche Arbeiterbewegung, die zu dieser Zeit noch unter dem Einfluß der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Ideologie stand, deren fortgeschrittenster Teil sich aber gerade anschickte, eine revolutionäre Massenpartei zu schaffen. In diesem Prozeß mußte das „Kapital" objektiv eine fördernde Rolle spielen und programmatische Bedeutung erlangen. Diese Gesichtspunkte sind bedeutsam für die Beurteilung und Analyse der Darstellung des ersten Kapitels hinsichtlich ihres theoretischen und methodischen Gehalts. Für dies Kapitel lag Marx als systematisch ausgearbeitetes Material nur seine Fassung von 1859 im ersten Heft „Zur Kritik der politischen Ökonomie" vor. Sie enthielt bereits die gesamte theoretische Grundsubstanz für die Behandlung von Ware, Wert und Geld im ersten Band des „Kapitals", doch Marx betonte ausdrücklich: „Die Darstellung ist verbessert." (S. 11.) Und das trifft im umfassenden Sinne zu. Das Kapitel ist theoretisch vertieft, thematisch erweitert, politisch pointierter, polemisch wirkungsvoller, terminologisch genauer, quellenmäßig weitergehend untermauert und, nicht zuletzt, stilistisch und sprachlich, wo immer möglich, präziser und anschaulicher. Alles in allem „sind viele früher nur angedeutete Punkte hier weiter entwickelt" (ebenda). Wenn das Manuskript 1861—1863 auch keinen Entwurf dieses Kapitels enthält, so ist doch unzweifelhaft, daß Marx nach Abschluß dieses zweiten „KapitaT'-Entwurfs theoretisch umfassender gerüstet war, über Ware, Wert und Geld als den Voraussetzungen und Grundlagen für die Behandlung von Kapital, Mehrwert, Lohn und Akkumulation in vollendeter Weise zu schreiben. Die Ausgangskategorie der Darstellung hatte Marx in einem langen Forschungs- und Denkprozeß 1858 gefunden, es war die Ware, gewissermaßen die Zelle des kapitalistischen Organismus, der kleinste und massenhafte Baustein der ganzen Ordnung. Versuche mit anderen Kategorien als Ausgangspunkt waren dem mehrfach vorangegangen, und Marx erkannte schrittweise, daß er nicht unmittelbar mit dem Kapitalverhältnis und der Mehrwertproduktion beginnen konnte. Der Beginn der theoretischen Entwicklung mußte sowohl dem logischen als auch dem historischen Prinzip entsprechen und durfte vor allem nichts voraussetzen, was erst zu entwickeln war. Das konnten weder Profit, Arbeitslohn und Grundrente noch das Verhältnis von Kapital und Arbeit sein, ja noch nicht einmal, wie Marx schließlich erkannte, das Geld und auch nicht der Wert. Die Elementarform des bürgerlichen Reichtums ist die Ware. Die Ware mußte daher in der theoretischen Entwicklung die Ausgangskategorie sein. Diese Erkenntnis beendet die „Grundrisse", mit ihr beginnt Marx „Zur Kritik ..." 1859, und mit diesem Gedanken eröffnet er den ersten Band des „Kapitals". 22*

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Warenproduktion entsteht historisch nicht erst im Kapitalismus, doch erst im Kapitalismus ist sie die alles beherrschende Form der Produktion, ist sie es, die alle gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt und durchdringt, im Kapitalismus wird alles zur Ware. Die Analyse der Ware gibt der Marxschen Werttheorie die wirkliche theoretische Basis. In der Analyse der Ware vermittelt Marx nicht nur die Erkenntnis, daß schon in dieser „Zelle" der Gesellschaft, in der einzelnen Ware, der widersprüchliche Charakter der kapitalistischen Produktion enthalten ist, sondern wies auch nach, „daß gleich in der einfachsten Form, der der Waare, der spezifisch gesellschaftliche, keineswegs absolute Charakter der bürgerlichen Production analysiert ist" (Marx an Engels, 22. Juli 1859). Die kapitalistische Warenproduktion ist demnach nicht die schlechthin normale oder natürliche Form der gesellschaftlichen Produktion überhaupt, sondern sie kennzeichnet nur eine bestimmte, eine notwendige und eine sich auf einem bestimmten Entwicklungspunkt überlebende Produktionsweise. Ihr folgt gesetzmäßig der Kommunismus. Diese Einsicht ist von Bedeutung für die Zielstellung des Kampfes der Arbeiterklasse, denn mit „der Einsicht in den Zusammenhang stürzt, vordem praktischen Zusammensturz, aller theoretische Glauben in die permanente Nothwendigkeit der bestehenden Zustände" (Marx an Louis Kugelmann, 11. Juli 1868). Die Ware ist nach Marx eine widersprüchliche Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert. Gleichzeitig besitzt die warenproduzierende Arbeit einen Doppelcharakter, sie ist Einheit von konkreter und abstrakter Arbeit. Die Entwicklung der Lehre vom Doppelcharakter der Ware und der warenproduzierenden Arbeit ist ein bedeutendes wissenschaftliches Verdienst von Marx. Sie ist von ihm geschaffen worden und stellt ein wichtiges Element seiner revolutionären Umwälzung in der politischen Ökonomie dar. Auf dieser Lehre basiert das Verständnis der kapitalistischen Produktionsweise, es ist „der Springpunkt, um den sich das Verständniß der politischen Oekonomie dreht" (S.22). Hier besonders wird der allgemeine qualitative Unterschied zwischen der Werttheorie von Marx und denen seiner wissenschaftlichen Vorläufer deutlich. Marx analysierte den Charakter der Arbeit, die in der Ware enthalten ist und den Wert hervorbringt. Er gelangte dabei zu dem Schluß: Der Tauschwert ist ein gesellschaftliches Verhältnis der Menschen, der Produzenten. An der Oberfläche der kapitalistischen Ordnung stellen sich die gesellschaftlichen Beziehungen aber in der verkehrten Form als Verhältnisse von Sachen dar, denn: „Die Privatproduzenten treten erst in gesellschaftlichen Contakt vermittelst ihrer Privatprodukte, der Sachen. Die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Arbeiten sind und erscheinen daher nicht als unmittelbar gesellschaftliche Verhältnisse der Personen in ihren

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Arbeiten, sondern als sachliche Verhältnisse der Personen oder gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen. Die erste und allgemeinste Darstellung der Sache als eines gesellschaftlichen Dings ist aber die Verwandlung des Arbeitsprodukts in Waare." (S.47.) Durch die Untersuchung der Ware und der Warenwelt, die die entwickelte Arbeitsteilung voraussetzt, hatte sich Marx also die Erkenntnis erarbeitet und vermittelte sie nun im ersten Band des „Kapitals", daß der Warenaustausch ein Prozeß ist, der sich unter der äußeren Hülle des Austauschs von Sachen, besonderer Produkte privater Produzenten, als gegenseitige Verkettung dieser Produzenten, also als bestimmtes gesellschaftliches Produktionsverhältnis vollzieht. Nach der Analyse der Arbeit als Wertsubstanz und der Feststellung der Arbeitszeit als Wertmaß stellte sich Marx nun die Aufgabe, erstmals auch die Wertform der Ware vollständig, das heißt ihre Entwicklung bis zur Geldform, zu untersuchen und darzulegen. Dabei ist es für ihn entscheidend, den inneren notwendigen Zusammenhang zwischen Wertform, Wertsubstanz und Wertgröße zu zeigen und zu beweisen, daß die Wertform aus der Natur des Werts entspringt. (Siehe S.43.) Marx konnte das nur auf der Grundlage der Kenntnis des Doppelcharakters der in der Ware enthaltenen Arbeit, und dies ist auch der Grund, warum diese Analyse vor Marx von niemandem geleistet wurde. Marx mußte es jetzt aber auch tun, weil ohne die Wertform und ihre Entwicklungsgeschichte auch die Geldform und schließlich die Kapitalform der Ware nicht voll erfaßbar ist. Die erstmalige, vollständig dargestellte Entwicklung der Wertform im ersten Band des „Kapitals" ist ein großes wissenschaftliches Resultat. Marx bezeichnete es als einen Grundmangel der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie, „daß es ihr nie gelang, aus der Analyse der Waare und specieller des Waarenwert/)s die Form des Werths, die ihn eben zum Tauschwerth macht, herauszufinden ... Der Grund ist nicht allein, daß die Analyse der Werthgrösse ihre Aufmerksamkeit ganz absorbirt. Er liegt tiefer. Die Werthform des Arbeitsprodukts ist die abstrakteste, aber auch allgemeinste Form der bürgerlichen Produktionsweise, die hierdurch als eine besondre Art gesellschaftlicher Produktionsweise und damit zugleich historisch charakterisirt wird. Versieht man sie daher für die ewige Naturform gesellschaftlicher Produktion, so übersieht man nothwendig auch das Specifische der Werthform, also der Waarenform, weiter entwickelt der Geldform, Kap/ta/form u.s.w." (S. 43/44. Fußnote 24.) Marx selbst hatte in „Zur Kritik..." die Schwierigkeiten einer solchen umfassenden Darstellung noch vermieden; er behandelte dort lediglich den Geldausdruck als den entwickeltsten und letzten Wertausdruck. Die erste Fassung der Wertformanalyse im ersten Band des „Kapitals" war Gegenstand eines Meinungsaustausches zwischen Marx, Engels und

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Kugelmann, der Marx veranlaßte, diesen Unterabschnitt des ersten Kapitels neu zu schreiben. (Siehe Engels an Marx, 16. Juni 1867, und Marx an Engels, 22. Juni 1867.) Diese zweite Fassung wurde als Anhang abgedruckt. Der wesentliche Unterschied beider Fassungen besteht in der Form der Darstellung. Das schließt für den Anhang neben der größeren Verständlichkeit auch eine strengere Logik der Entwicklung ein. Im Haupttext wird die Wertform stärker aus dem inneren Widerspruch der Ware entwickelt. Die zweite Darstellung widerspiegelt die objektiven Widersprüche des gesamten Austauschprozesses mehr in seinen Erscheinungen. Die Bezüge auf Hegel im Haupttext sind von Marx im Anhang fortgelassen worden. Die Bedeutung der erstmaligen umfassenden Analyse der Wertform in der ersten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals" besteht in einem Erkenntnisfortschritt von Marx, der seine Werttheorie weiter vervollkommnet und abschließt. In der Untersuchung der kapitalistischen Produktionsweise als Totalität bilden diese Entwicklungen von Marx einen Markstein, indem er im Warenaustausch das allgemeinste gesellschaftliche Verhältnis dieser Produktionsweise vollkommen und abgeschlossen darstellt. Mit der Wertformanalyse hat Marx erstmals logisch und historisch die Entstehung des Geldes wissenschaftlich erklärt und nachgewiesen. Diese große Leistung wird nicht geschmälert durch die Feststellung, daß dennoch in der ersten Auflage das Ringen von Marx um die adäquate Darstellung dieser Thematik noch nicht abgeschlossen war. Das belegen umfangreiche Manuskripte mit stärksten innerhandschriftlichen Textentwicklungen, in denen Marx bei der Vorbereitung der zweiten Auflage erneut den ganzen ersten Abschnitt, insbesondere die Darstellung der Wertform, umarbeitete, und das belegt schließlich die endgültige Fassung derselben in der zweiten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals". (Siehe M E G A ® II/6.) Aus der Analyse der Wertform und an sie anschließend entwickelt Marx eine gedankentiefe Betrachtung über den Fetischcharakter der Ware. Es sei gerade diese Form, die Wertform der Ware, „welche die gesellschaftlichen Beziehungen der Privatarbeiter und daher die gesellschaftlichen Bestimmtheiten der Privatarbeiten sachlich verschleiert, statt sie zu offenbaren" (S.47). Auch hier bewahrheitet sich die Entdeckung, daß das Wesen der bürgerlichen Produktionsverhältnisse sich in der Erscheinung verkehrt darstellt, daß die Alltagsvorstellungen der Menschen den Dingen, die sie zu beherrschen scheinen, wie Ware, Geld, Kapital usw. übernatürliche, immanente Macht und Kraft zuschreiben. „Der Mysticismus der Waare", definiert Marx den Fetischcharakter der Ware, „entspringt also daraus, daß den Privatproduzenten die gesellschaftlichen Bestimmungen ihrer Privatarbeiten als gesellschaftliche Naturbestimmtheiten der Arbeitsprodukte,

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daß die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse der Personen als gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen zu einander und zu den Personen erscheinen." (S.47.) Die Entwicklung der Theorie des Warenfetischismus begleitete den gesamten Herausbildungsprozeß der ökonomischen Theorie von Marx von Anbeginn und war daher auch untrennbarer Bestandteil seiner Kritik der bürgerlichen politischen Ökonomie. Marx war bestrebt, das Verhältnis der sozialen Beziehungen im Kapitalismus und das daraus entspringende bürgerliche Bewußtsein zu untersuchen und kritisch zu bestimmen. Seit der Entdeckung des Doppelcharakters der Arbeit und des Mehrwerts in seiner reinen Gestalt in den „Grundrissen" erreichte Marx in seinen Aussagen zum Warenfetischismus ein qualitativ höheres Niveau; er konnte aus der Produktion von Tauschwerten, die auf der Grundlage des kapitalistischen Privateigentums vor sich geht, die objektive Notwendigkeit dieser Versachlichung nachweisen. (Siehe MEGA® 11/1.1. S. 90—97.) Marx erbrachte beider Untersuchung vorkapitalistischer Produktionsweisen schließlich den Nachweis, daß die Versachlichung gesellschaftlicher Phänomene nur unter den Bedingungen des Kapitalismus vorherrschend werden kann. (Siehe MEGA® 11/1.2. S. 378ff.) Diese Erkenntnis wurde im ersten Band des „Kapitals" wesentlich vertieft und verdichtet. Das tat Marx anhand zweier Modelle, in denen die Arbeit nicht die Form voneinander unabhängiger privater Warenproduzenten annimmt. Der erste Fall ist der vor- oder nichtkapitalistische, nämlich „Robinson auf seiner Insel", der zweite der nachkapitalistische oder sozialistische, nämlich ein „Verein freier Menschen, die mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln arbeiten" (S.45). Dadurch war der Warenfetischismus tiefer ergründet und konkret historisch eingeordnet worden. Auf diese Gedankengänge griff Marx in allen folgenden Manuskripten zum „Kapital" und im ersten Band des,.Kapitals" selbst zurück. Der Darstellung des Fetischcharakters der Ware im ersten Band des „Kapitals" gingen jedoch noch weitergehende Überlegungen und Erkenntnisse voraus. Beginnend mit den „Grundrissen" verband Marx die Analyse der ökonomischen Verhältnisse und Kategorien konsequent mit der Kritik ihrer dinglichen Scheinformen, die nicht nur das Alltagsbewußtsein, sondern auch bürgerliche ökonomische Theorien beherrschen. Diese theoretische und ideologische Verkehrung wurde zusammen mit dem bürgerlichen Klassenstandpunkt zur objektiven Erkenntnisbarriere der bürgerlichen Ökonomie, die die Dialektik von stofflichem Inhalt und sozialer Form nicht zu bewältigen vermochte und damit nicht zur Erkenntnis des historischen Charakters des Kapitalverhältnisses vorstieß. Wenn dies, wie Marx erkannte, das Wesen der bürgerlichen Ökonomie insgesamt charakterisiert, so wertete Marx ihre historischen Leistungen sehr differenziert und ar-

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beitete den Gegensatz zwischen der Vulgärökonomie und der klassischen bürgerlichen Ökonomie in Theorie und Methode heraus. Denn bei Smith, Ricardo und anderen gab es bedeutende und fruchtbare Versuche, durch den Schein zum Wesen der ökonomischen Verhältnisse vorzudringen, was zu bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen geführt hatte, die für Marx zu theoretischen Ansatzpunkten wurden. Diese Leistungen gingen bis an die Grenzen bürgerlicher Erkenntnismöglichkeit; in der entscheidenden Frage, in der historischen Sicht und Einordnung der kapitalistischen Gesellschaft, blieben sie im Ansatz stecken. Nicht zufällig befindet sich daher die erschöpfende Definition der beiden gegensätzlichen Richtungen der bürgerlichen Ökonomie durch Marx im Kontext seiner Darlegungen zum Warenfetischismus. (Siehe S. 44.) Die systematischen Ausführungen von Marx zum Fetischcharakter der Ware im ersten Band des „Kapitals" beruhen andererseits auf den Forschungen und Erkenntnissen, die er im Entwurf des dritten Bandes des „Kapitals" von 1864/1865 zusammengefaßt hatte. Hier gibt er ein Resümee aller Fetischformen, die in der kapitalistischen Wirklichkeit und ebenso in der bürgerlichen ökonomischen Theorie alle Verhältnisse dieses ökonomischen Systems in der Produktionssphäre und in der Zirkulationssphäre umhüllen und mystifizieren, von der Ware über Geld und Kapital bis zum Produktionsprozeß, Profit, Zins und zur Rente. Immer wieder legt Marx aber den Finger auf den Kern der Sache, nämlich das Kapital fälschlich als ein Ding zu fassen, das die natürliche Eigenschaft der Selbstverwertung habe. Vor der Niederschrift des ersten Bandes waren also alle Aspekte des Fetischismus erforscht und selbst Funktion und Platz der entsprechenden Darlegungen konzeptionell für alle drei Bände des „Kapitals" bestimmt. Dadurch konnte das Kapitel über die Ware im ersten Band zur klassischen Darstellung des Wesens der Kategorien Ware und Wert in konsequenter Verbindung mit der Kritik und Enthüllung ihres sachlichen Scheins werden. Auf dieser soliden theoretischen Basis wandte sich Marx im ersten Band nun der Darstellung der Kapitalentstehung zu. Zum ersten Male hatte er die Verwandlung von Geld in Kapital in den „Grundrissen" 1857/1858 behandelt. (MEGA® 11/1.1.) Bis 1861 setzte Marx die Forschungen zu diesem Gegenständ fort und präzisierte seine Ergebnisse in Inhalt und Form der Darstellung. Im Manuskript des zweiten Entwurfs des „Kapitals" (MEGA® 11/3.1) findet sich bereits eine in allen wesentlichen Punkten ausgereifte Darstellung dieses Gegenstandes. Von 1861 bis 1867 arbeitete Marx weiter an dessen Vervollkommnung und einer noch größeren logischen Konsequenz des Übergangs von der einfachen Zirkulation zur Zirkulation des Kapitals. In der ersten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals" legte

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Marx erstmalig eine in sich geschlossene Druckfassung der Verwandlung des Geldes in Kapital vor. Die vervollkommnete Darstellung in der ersten Auflage bietet gegenüber dem entsprechenden Manuskriptteil von 1861 mit nur wenigen Belegstellen im Text einen umfangreichen Fußnotenapparat, der einem quellenhistorischen Kommentar gleichkommt. Die zahlreichen Angaben darin weisen nicht nur aus, welche Autoren bestimmte Gedanken und Erkenntnisse erstmalig äußerten; sie dokumentieren auch das erneute, weitergehende kritische Studium von Marx zu der behandelten Problematik. Das Geld als das höchste Produkt der Warenzirkulation ist der historische und logische Ausgangspunkt, von dem aus Kapital und Mehrwert von Marx logisch entwickelt werden. Marx vergleicht die Formel der einfachen Warenzirkulation (W-G-W) mit der Formel des Kapitals, wie es unmittelbar in der Zirkulation erscheint (G-W-G'). Während Inhalt und Ziel bei der ersten Formel der Gebrauchswert ist und die Zirkulation nur formellen Charakter trägt, geht es bei der zweiten darum, Waren zu kaufen, um sie teurer zu verkaufen, also einen Überschuß zu erzielen. Marx fand damit das objektive Kriterium, um zwischen der einfachen Zirkulation und dem allgemeinen Wesen des Kapitals zu unterscheiden: Die Formel G-W-G' ist die „allgemeine Formel des Kapitals, wie es unmittelbar in derCirculationssphäre erscheint" (S. 110). Marx entwickelt eine schöpferische Problemstellung, um den Zugang zu einer wissenschaftlichen Mehrwerttheorie zu erschließen: „Um aus dem Verbrauch einer Waare Tauschwerth herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein innerhalb der Circulationssphäre, auf dem Markt, eine Waare zu entdecken, deren Gebrauchswerth selbst die eigenthümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Tauschwerth zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Werthschöpfung." (S. 120.) In den „Grundrissen" hatte Marx das Arbeitsvermögen als diese spezifische Ware erkannt und damit den Schlüssel zur Mehrwerttheorie gefunden. Im Manuskript von 1861-1863 (MEGA® 11/3.1) ordnete Marx die Ware Arbeitsvermögen folgerichtig in ausgereifter Form in den Aufbau des Produktionsprozesses des Kapitals ein. In der ersten Auflage wurde die Darstellung weiter verbessert und die Terminologie präzisiert. Marx setzte zunächst mit der Formulierung „Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen" beide Begriffe gleich. Zum erstenmal verwandte Marx den Begriff Arbeitskraft in seinem Vortrag „Lohn, Preis und Profit" von 1865. Wenn er im ersten Band beide Begriffe auch gleichsetzt, so verwendet er nun fast ausschließlich den Terminus Arbeitskraft. Es liegt in dieser Bevorzugung zweifellos auch eine begriffliche Präzisierung, mit der Marx zum Ausdruck bringt, daß die Arbeitskraft nicht nur in einem „Vermögen" besteht, sondern sich in einem

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„Wirken" äußert, vom Arbeiter aktiv verausgabt und betätigt und vom Kapitalisten aktiv genutzt und konsumiert wird. Marx stellte klar, daß das Auftreten der Arbeitskraft als Ware das entscheidende Merkmal ist, das die kapitalistische Produktionsweise von allen bisherigen unterscheidet. Ihr Träger, der Arbeiter, kann frei über sie verfügen, doch da sie seinen einzigen Besitz darstellt, ist er ökonomisch gezwungen, die Arbeitskraft als Ware zu ihrem Wert zu verkaufen. Hinterdem Schein der persönlichen Freiheit des Lohnarbeiters verbirgt sich das Wesen seiner unbedingten Abhängigkeit vom Kapital. Marx faßte den Wert der Ware Arbeitskraft nicht als eine feststehende Größe, die zum absoluten Existenzminimum tendiert, wie die Lohnfondstheoretiker der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie und auch Proudhon und Lassalle annahmen, sondern er erklärte ausdrücklich: „Im Gegensatz zu den andern Waaren enthält also die Werthbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element." (S. 124.) Damit gab Marx Antwort auf die besonders in der Internationalen Arbeiterassoziation leidenschaftlich diskutierte Frage über Sinn und Möglichkeit des gewerkschaftlichen Kampfes. Marx vertiefte im ersten Band des „Kapitals" die schon in seinem Vortrag „Lohn, Preis und Profit" den Zentralratsmitgliedern der I. Internationale vermittelte Lehre, die er nun der gesamten Arbeiterbewegung zugänglich machte, daß der gewerkschaftliche Kampf um höheren Lohn und andere ökonomische Tagesinteressen nicht nur berechtigt, sondern auch notwendig ist, um der Tendenz des Kapitals, die Arbeitskraft unter ihrem Wert zu bezahlen, erfolgreich entgegenzuwirken. Marx klärte mit seinem Werk grundsätzlich Rolle, Stellung und Aufgaben der Gewerkschaften im Klassenkampf. Mit dem Kauf der Arbeitskraft zu ihrem Wert hat der Kapitalist wie bei allen anderen Waren das Recht erworben, ihren Gebrauchswert zu benutzen. Der Gebrauchswert der Arbeitskraft ist aber die Arbeit selbst. Deshalb verläßt Marx nun mit dem Leser die „geräuschvolle" und „Aller Augen zugängliche Sphäre" der Zirkulation, um dem Geldbesitzer und dem Besitzer der Arbeitskraft „nachzufolgen in die verborgne Stätte der Produktion", denn hier „wird sich zeigen, nicht nur wie das Kapital producirt, sondern auch wie das Kapital selbst producirt wird. Das Geheimniß der Plusmacherei muß sich endlich enthüllen" (S. 127/128). Obwohl Marx die Grundprobleme des kapitalistischen Produktionsprozesses als Einheit von Arbeits- und Verwertungsprozeß bereits in den „Grundrissen" gelöst hatte und die Darstellung im Manuskript von 1861—1863 (MEGA® 11/3.1) die reife Form anzunehmen begann, rang Marx hier noch um die konsequente Ableitung. Das zeigt sich darin, daß er diese Abschnitte noch dem Kapitel über die „Verwandlung von Geld in Capital"

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zuordnete, auf die gleichen Fragen wiederholt zurückkam und dabei die Probleme im Detail vertiefte. Der Umfang der Darstellung im ersten Band ist demgegenüber auf ein Drittel konzentriert. Die gedrungene und treffsichere klassische Darstellung des ersten Bandes des „Kapitals" im Verhältnis zu der des Manuskripts 1861-1863 (MEGA® 11/3.1) läßt erkennen, daß Marx sich 1863 erneut gründlich mit der Entwicklung der Produktivkräfte auseinandergesetzt hat. Denn eine geschlossene Darstellung des Arbeitsprozesses gibt es in jenem Manuskript noch nicht. Im ersten Band des „Kapitals" bestimmt Marx nun terminologisch endgültig die einfachen Elemente des Arbeitsprozesses als Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeit. Im Arbeitsprozeß verwandelt der Produzent durch seine produktive Arbeit mit Hilfe des Arbeitsmittels den Arbeitsgegenstand zu einem ihm nützlichen Produkt. Dabei hebt Marx erstmals in diesem Zusammenhang zwei Besonderheiten des kapitalistischen Arbeitsprozesses hervor. Erstens: „Der Arbeiter arbeitet unter der Kontrole des Kapitalisten, dem seine Arbeit gehört... Zweitens aber: das Produkt ist Eigenthum des Kapitalisten, nicht des unmittelbaren Produzenten, des Arbeiters." (S. 136.) Die Ergebnisse eines gesellschaftlichen Arbeitsprozesses werden privatkapitalistisch angeeignet. Marx zeigt weiter, daß der kapitalistische Wertbildungsprozeß zum Verwertungsprozeß wird, weil der Kapitalist den Lohnarbeiter über den Punkt hinaus arbeiten läßt, bis zu dem er ihm ein Äquivalent gezahlt hat. Die einfachen Elemente des Arbeitsprozesses erscheinen im Verwertungsprozeß wieder und nehmen hiereine spezifische Stellung ein: „Der Arbeiter erhält also die Werthe der vernutzten Produktionsmittel oder überträgt sie als Werthbestandtheile auf das Produkt... durch den besondren nützlichen Charakter... dieser zusätzlichen Arbeit." (S.149.) Diesen Bestandteil bezeichnet Marx als konstantes Kapital (c). Der Gedanke der Wertübertragung der Produktionsmittel durch die konkrete Arbeit ist im Manuskript 1861—1863 noch nicht in aller Konsequenz ausgebildet. (Siehe MEGA® 11/3.1. S.81 und 155.) Allerdings nähert Marx sich schon der endgültigen Formulierung, wenn er davon ausgeht, daß der Wert der Produktionsmittel durch nützliche Arbeit im Produkt wiedererscheint. (Siehe MEGA® 11/3.1. S. 110.) Die präzise Darstellung erfolgte jedoch erst im ersten Band des „Kapitals". Während der Lohnarbeiter durch den konkreten Charakter seiner Arbeit den Wert des konstanten Kapitals auf den Wert des Produktes überträgt, „reproduzirt" er durch den abstrakten Charakter seiner Arbeit ein „Aequivalent für den Werth seiner eignen Arbeitskraft" (S. 156 und 155). Das Geheimnis der kapitalistischen Plusmacherei besteht also darin, daß der Kapitalist den Lohnarbeiter über diesen notwendigen Arbeitstag hinaus

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unentgeltlich arbeiten läßt. Aller Mehrwert (m) ist seinem Wesen nach Mehrarbeit, die sich der Kapitalist unbezahlt aneignet. „Dieselben Kapitalbestandtheile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwerthungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital." (S. 156/157.) Die Einteilung des Kapitals in konstantes und variables Kapital (c + v) durch Marx ist von prinzipieller Bedeutung. Sie ermöglichte es Marx, eine ganze Kette weiterer entscheidender theoretischer Probleme der politischen Ökonomie zu lösen, an denen alle Ökonomen vor ihm gescheitert waren, so zum Beispiel die Mehrwertrate, den relativen Mehrwert, die organische Zusammensetzung des Kapitals, das kapitalistische Bevölkerungsgesetz, das absolute allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, die Reproduktion des gesellschaftlichen Gesamtkapitals, die Zirkulation des Kapitals, Durchschnittsprofit und Produktionspreis, das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate, die absolute Rente. Hier liegt eine Grenze zwischen der Marxschen und jeglicher bürgerlichen politischen Ökonomie, weil die Zusammensetzung des Kapitals aus den beiden Bestandteilen c + v die Unüberwindbarkeit des Klassengegensatzes zwischen der Arbeiterklasse und der Kapitalistenklasse unwiderlegbar beweist. Es geht daraus klar hervor, daß die Ware Arbeitskraft alleinige Quelle allen Mehrwerts ist. Marx löste erstmalig das Problem, wie der Mehrwert entstehen kann, ohne daß das Wertgesetz verletzt wird. Daraus ergibt sich die Schlußfolgerung, daß die Ausbeutung der Lohnarbeiter das Wesen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse darstellt und niemals innerhalb dieser Ordnung, sondern nur durch die proletarische Revolution beseitigt werden kann. Die Entdeckung des Mehrwertgesetzes durch Marx war epochemachend. Das Mehrwertgesetz ist das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus, es bestimmt die inneren Zusammenhänge der kapitalistischen Produktionsweise. Auf ihm beruhen Inhalt und Wirkung aller anderen ökonomischen Gesetze des Kapitalismus. Die Unterscheidung von konstantem und variablem Kapital ermöglichte es Marx nicht nur, nachzuweisen, aus welchem Kapitalbestandteil der Mehrwert resultiert; sie ergab auch die Grundlage, um den Grad der Ausbeutung durch die Mehrwertrate genau zu bestimmen. Die Mehrwertrate ist das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital, was dem Verhältnis der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit entspricht. „Die Rate des Mehrwerths ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten." (S.163.) An dieser Stelle kann demonstriert werden — als ein Beispiel für

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zahlreiche ähnliche Fälle im ersten Band des „Kapitals" —, wie Marx die engen Beziehungen zwischen dem ersten und dem dritten Band stets im Sichtfeld seiner Untersuchung behält und für den Leser nutzbar macht: Kein Kapitalist berechnet seinen Gewinn in der täglichen Geschäftspraxis bezogen auf das ausgelegte variable Kapital, sondern im Verhältnis zum Gesamtkapital, das er vorgeschossen hat. Er verlangt Profit vom gesamten vorgeschossenen Kapital. Darauf verweist Marx, wenn er im Zusammenhang mit der Entwicklung der Mehrwertrate schreibt: „Allerdings hat das Verhältniß des Mehrwerths, nicht nur zum Kapitaltheil, woraus er unmittelbar entspringt und dessen Werthveränderung er darstellt, sondern auch zum vorgeschossenen Gesammtkapital seine große ökonomische Bedeutung. Wir behandeln dieß Verhältniß daher ausführlich im dritten Buch." (S.161.) Die Mehrwertrate ist im Kern bereits entwickelt in den „Grundrissen". Dagegen sind im Manuskript 1861—1863 alle theoretischen Probleme der Mehrwertrate erforscht und auch dargestellt. (Siehe MEGA® 11/3.1. S. 149-158 und 205/206.) In vervollkommneter Darstellung hat deren Analyse im ersten Band des „Kapitals" innerhalb des Kapitels über den absoluten Mehrwert ihren Platz gefunden. Das Ziel des Kapitals, die „rastlose Bewegung des Gewinnens" (S. 108), läßt sich nur realisieren durch die Kontinuität der Ausbeutung, die ihre fortwährende Verschärfung einschließt. Die Vielfalt der Formen, die dabei in der kapitalistischen Gesellschaft auftreten, lassen sich alle auf die zwei von Marx entdeckten Grundmethoden zurückführen: die Produktion des absoluten Mehrwerts und die Produktion des relativen Mehrwerts. Im Unterschied zu den „Grundrissen", wo das Gesamtproblem von Marx erkannt, doch nicht ausgearbeitet wurde, enthält der darauffolgende Rohentwurf des „Kapitals" die Lösung aller theoretischen Grundfragen des absoluten (MEGA® 11/3.1. S. 149-211) und des relativen (MEGA® 11/3.1, S.211-228, und MEGA® II/3.6, S. 1895-2207) Mehrwerts. Auch die Darstellung ist hier bereits weitgehend ausgereift. Sie nimmt im ersten Band ihre endgültige Form an. Hinzu kommt eine wesentliche Ausweitung des Stoffes, insbesondere der historischen Illustrationen der Theorie und ihrer Veranschaulichung durch mannigfache Beispiele. Die beiden Methoden der Mehrwertproduktion behandelt Marx im ersten Band des „Kapitals" getrennt und nacheinander und definiert sie in ihrer Gegenüberstellung: „Durch Verlängerung des Arbeitstags producirten Mehrwerth nenne ich absoluten Mehrwerth; den Mehrwerth dagegen, der aus Verkürzung der nothwendigen Arbeitszeit und entsprechender Veränderung im Größenverhältniß der beiden Bestandtheile des Arbeitstags entspringt, — relativen Mehrwerth." (S.254.) Doch treten beide Methoden

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in allen Phasen des Kapitalismus stets gleichzeitig und nebeneinander auf, wie Marx besonders betont (siehe S.416), wenngleich in der Frühzeit und Herausbildungsphase des Kapitalismus bis hinein in die Epoche der industriellen Revolution die Produktion des absoluten Mehrwerts vorherrscht und die des relativen Mehrwerts den entwickelten Kapitalismus bis hin zu seiner Ablösung kennzeichnet. Der absolute Mehrwert ist die Grundlage der kapitalistischen Produktion und der historische und theoretische Ausgangspunkt für den relativen Mehrwert. Ins Zentrum der Analyse des absoluten Mehrwerts stellt Marx den Arbeitstag. Zwischen 1861 und 1867 beschäftigte sich Marx wiederholt mit den theoretischen und praktischen Problemen des Arbeitstages. Doch die umfassende historische Analyse des Arbeitstages erfolgte erst in der ersten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals". In den Diskussionen der 1864 gegründeten Internationalen Arbeiterassoziation spielten Probleme des Kampfes um die Verkürzung des Arbeitstages eine große Rolle. In der deutschen Arbeiterklasse begann sich eine Bewegung für die gesetzliche Festlegung des Arbeitstages zu entwickeln. Marx weitete vor allem deshalb die Darstellung des Arbeitstages im ersten Band des „Kapitals" erheblich aus und führte eine Fülle historischer Illustrationen und erschütternder Beispiele dafür an, wie im 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts die maßlose Verlängerung des Arbeitstages die Arbeitskraft des Lohnarbeiters untergrub und zerstörte. Im Kampf um die Verkürzung des Arbeitstages organisierte sich die Arbeiterklasse. Marx erklärte, daß es keinerlei ökonomische Gesetze gibt, die die Länge des Arbeitstages determinieren. (Siehe S. 181.) Der Arbeitstag ist innerhalb bestimmter physischer und moralischer Schranken Objekt des Kampfes zwischen Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse und hängt entscheidend vom Kräfteverhältnis zwischen den Klassen ab: „Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normirung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar— ein Kampf zwischen dem Gesammtkapitalisten, d. h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesammtarbeiter, oder der Arbeiterklasse." (S. 181.) Für Marx war der Kampf um die Verkürzung des Arbeitstages nicht nur eine Notwendigkeit für die Erhaltung der Arbeitskraft, sondern eine wichtige Frage für die Entwicklung des Klassenbewußtseins und der Möglichkeiten zur Organisierung der Arbeiter als Klasse. Dazu brauchen sie „Zeit zu menschlicher Bildung, zu geistiger Entwicklung, zur Erfüllung sozialer Funktionen, zu geselligem Verkehr, zum freien Spiel der physischen und geistigen Leibeskräfte", alles Notwendigkeiten, die vom Kapital seinerseits als „reiner Firlefanz" betrachtet werden (S.207) und die ihm deshalb im Kampf abgezwungen werden müssen.

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Wie Marx voraussah, hat sich die Tendenz zur Verkürzung des Arbeitstages trotz des Widerstandes der Kapitalisten als bestimmend erwiesen. Bürgerliche und sozialreformistische Ökonomen versuchen die Tatsache, daß sich der Arbeitstag im Lauf der Geschichte verkürzt hat, als Beweis dafür anzuführen, daß der absolute Mehrwert verschwunden sei. Der absolute Mehrwert ist jedoch die allgemeine Grundlage der kapitalistischen Produktion und kann deshalb nur mit der Beseitigung des Kapitalismus verschwinden. Die absolute Verlängerung des Arbeitstages ist zwar die auffälligste Form des absoluten Mehrwerts, nicht aber die einzige. Im Grunde ist jeglicher Mehrwert, der über einen gegebenen notwendigen Arbeitstag hinausgeht, absoluter Mehrwert. Er wird auch durch die Vermehrung der Arbeiteranzahl, d. h. der Arbeiterbevölkerung, vergrößert. (Siehe S. 245.) Die Vergrößerung des absoluten Mehrwerts erfolgt nicht nur extensiv, sondern auch intensiv. Das Kapital strebt danach, die Intensität der Arbeit der Lohnarbeiter über den gesellschaftlichen Durchschnitt hinaus zu steigern, wobei das Wertprodukt des Einzelkapitals „mit den Abweichungen seiner Intensivität von dem gesellschaftlichen Normalgrad" (S.425) variiert. Das wirkt auf die Mehrwertproduktion wie eine Verlängerung des Arbeitstages. Anschließend an die Darlegung der Problematik des absoluten Mehrwerts entwickelte Marx historisch und logisch die Theorie des relativen Mehrwerts. Zur typischen Methode der Mehrwertproduktion wird die Produktion des relativen Mehrwerts, sobald sich die kapitalistische Gesellschaft auf ihren eigenen Grundlagen zu entwickeln beginnt, insbesondere im Gefolge der industriellen Revolution. Diese Epoche ist gekennzeichnet durch die maschinelle Großproduktion, sie umfaßt einen bis heute anhaltenden, sehr widersprüchlichen, aber in der Tendenz kontinuierlichen Prozeß des technischen Fortschritts, dessen Inhalt eine fortwährende Steigerung der Arbeitsproduktivität darstellt. Dieser Prozeß ist gleichzeitig der wesentliche Inhalt der Vorbereitung der neuen, höheren, der kommunistischen Produktionsweise. Marx untersucht die drei historischen Etappen der Produktivitätssteigerung im Kapitalismus, die einfache Kooperation, die Teilung der Arbeit in der Manufaktur sowie schließlich Maschinerie und große Industrie. Er verdeutlicht, daß der technische Fortschritt im Kapitalismus zur Erhöhung des Grades der Ausbeutung führt; denn wenn sich in einem gegebenen Arbeitstag die notwendige Arbeit verringert, vermehrt sich auf der anderen Seite die Mehrarbeit. Es ist also stets mehr unbezahlte Arbeit, die sich der Kapitalist aneignet. Das entspricht völlig dem Grundgesetz des Kapitalismus, der möglichst hohen Produktion von Mehrwert. Es ist „das treibende Motiv und der bestimmende Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses möglichst große Selbstverwerthung des Kapitals, d.h. möglichst große

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Produktion von Mehrwerth, also möglichst große Ausbeutung der Arbeitskraft durch den Kapitalisten" (S.268). Die Frage der Ausbeutung ist keine moralische Frage, sondern ein Problem der Durchsetzung der Gesetze des Kapitalismus. Kapitalismus ohne Ausbeutung wäre ein theoretischer und praktischer Widersinn. Denn es ist ganz gleichgültig, ob „das Niveau der Arbeiterbedürfnisse höher oder niedriger", also ob es von Land zu Land oder von Zeit zu Zeit unterschiedlich ist. „Die Frage über diese Bewegungen des Niveaus des Arbeiterbedürfniß, ebenso wie das Steigen und Fallen der Marktpreise des Arbeitsvermögens über oder unter dieses Niveau ... berühren ihr allgemeines Verhältniß zum Capital nicht." (MEGA® 11/3.1. S. 39.) Und das allgemeine Verhältnis der Arbeitskraft zum Kapital ist in allen Entwicklungsetappen des Kapitalismus das gleiche, nämlich die Aneignung unbezahlter Arbeit des Arbeiters durch den Kapitalisten. Der technische Fortschritt hat demgegenüber in der historischen Entwicklung des Kapitalismus zu einer permanenten Verschärfung der Ausbeutung geführt: Der Anteil des Kapitalbesitzers an dem neugeschaffenen Wert ist ständig gewachsen, und der Anteil des Arbeiters an dem von ihm geschaffenen Neuwert ist ständig gesunken. Marx hatte sich im Manuskript 1861—1863 außerordentlich intensiv mit den Problemen der Produktion des relativen Mehrwerts beschäftigt. Davon zeugt das nochmalige Aufgreifen dieses Themas im Heft XIX dieses Manuskripts, nachdem er es mit dem Abschluß von Heft V zunächst für gelöst und erledigt gehalten hatte. Insbesondere beschäftigte sich Marx bei dieser zweiten Bearbeitung mit der kapitalistisch angewandten Maschinerie als wichtigster Produktionsmethode des relativen Mehrwerts. Er war Anfang 1863 zu der Überzeugung gelangt, daß die Maschinerie nicht nur unter dem Gesichtspunkt des kapitalistischen Verwertungsprozesses zu betrachten ist, sondern als Produktionsmethode des relativen Mehrwerts auch ihre Funktionen im Arbeitsprozeß selbst zu untersuchen waren. Gleichzeitig interessierten ihn näher die Wirkungen des Fabriksystems auf Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiterklasse. (Siehe MEGA® 11/3.5. Einleitung. S. 21++—26++.) Dieser erneute Forschungsprozeß und die Darstellung seiner Ergebnisse fanden ihren direkten Niederschlag im ersten Band des „Kapitals". Die Fassung des reifen Werkes zeigt wiederum gegenüber dem zweiten „Kapital"-Entwurf eine weitere wesentliche Vervollkommnung und thematische Erweiterung der Darstellung. Veranlaßt durch die aktuellen Bedürfnisse der internationalen Arbeiterbewegung ging Marx bei der Analyse der großen Industrie im ersten Band ausführlicher auf die sich dort entwickelnden Umwandlungstendenzen der bestehenden Ordnung und auf die Bildungselemente der neuen Gesellschaft ein. Er zeigte die Potenzen des Fabriksystems sowohl unter kapi-

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talistischen Bedingungen, besonders aber nach Überwindung seiner kapitalistischen Anwendung. Es waren ebenfalls die direkten Interessen der Arbeiterklasse, die Marx im ersten Band erstmalig veranlaßten, ausführlich auf die bedeutende Rolle der Fabrikgesetzgebung einzugehen, die sowohl die Lage der Arbeiter erleichterte als auch eine Beschleunigung der industriellen Revolution bewirkte. Die daraus hervorgehende raschere Entfaltung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse ging einher mit dem quantitativen Wachstum der Arbeiterklasse, ihrer zunehmenden Konzentration und Organisiertheit. Marx wies damit auf die zu jener Zeit neuesten Entwicklungstendenzen des Kapitalismus hin. Er gab so dem Kampf des Proletariats eine wichtige Orientierung. Einer längeren Entwicklung und Veränderung unterlagen im Laufe der Jahre, in denen Marx das „Kapital" vorbereitete, seine Auffassungen darüber, wie und vor allem wo, an welcher Stelle innerhalb der Gesamtstruktur des Werkes der Arbeitslohn zu behandeln sei. Im Planentwurf seines Werkes von 1858 war zunächst ein selbständiges Buch über die Lohnarbeit vorgesehen, in dem die Formverwandlung des Wertes der Ware Arbeitskraft in den Arbeitslohn und dessen konkrete Bewegungen und seine Schwankungen behandelt werden sollten. Bei der Arbeit am Manuskript 1861—1863 entstand die Absicht und reifte bis 1863 zur Entscheidung heran, das erscheinende Wesen der Ware Arbeitsvermögen in das Buch vom Kapital einzubeziehen. Diese erheblich veränderte Konzeption der Darstellung hing eng mit Marx' sich wandelnder Auffassung des Begriffs „das Kapital im allgemeinen" zusammen. Je tiefer er in wesentliche Detailfragen der politischen Ökonomie eindrang, desto stärker spürte Marx die inhaltliche Enge dieser Kategorie und hielt zunehmend die Erfassung des Verhältnisses von Wesen und Erscheinung bei der Darstellung des Kapitals für unerläßlich. Die konzeptionellen Vorstellungen von Marx zur Darstellung des Lohnproblems haben sich über mehrere Jahre hin allmählich gewandelt. Die wesentlichen Erkenntnisschritte, die schließlich zu der Fassung des ersten Bandes des „Kapitals" führten, waren folgende: In den „Grundrissen" beabsichtigte Marx, die Lohnarbeit allein in ihrer Wesensfunktion als Quelle des Mehrwerts zu behandeln, als direkten Gegensatz zum Kapital und als seine notwendige Bedingung und dabei von allen Erscheinungsformen zu abstrahieren. Das entsprach ganz der Konzeption vom „Kapital im allgemeinen". Eine Lösung von der Auffassung vom Lohnminimum deutet sich in den „Grundrissen" an; sie geht einher mit der Entwicklung der Lehre von der Ware Arbeitskraft. Im Manuskript 1861—1863 spricht Marx zwar auch noch vom „Minimum des Salairs", doch arbeitet er hier immer stärker den Einfluß

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eines erreichten Kulturzustandes in einem Land auf den Umfang der notwendigen Lebensmittel heraus. Er bezieht hier die Verwandlung des Wertes der Ware Arbeitskraft in den Lohn in die Untersuchung ein. Das wurde durch die konkrete Untersuchung des absoluten und relativen Mehrwerts unerläßlich. Marx gab einerseits die Absicht ein eigenes Buch über die Lohnarbeit zu schreiben, nie ausdrücklich auf; im Fortgang der Forschung und Darstellung wurden diese Fragen aber zunehmend in die Untersuchungen zum ersten Band einbezogen. Die Behandlung des Arbeitslohnes und seiner Formen wurde zur unbedingten Notwendigkeit für die umfassende logische und historische Darstellung des Kapitalverhältnisses. Die Darstellung der Erscheinungsformen des Werts der Arbeitskraft war notwendig, da der Arbeitslohn im gewöhnlichen Bewußtsein eine falsche und verzerrte Widerspiegelung erfährt. Damit wurde gleichzeitig eine wesentliche klassenbedingte Erkenntnisschranke der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie aufgedeckt. Die eindeutige Bestimmung eines historisch-moralischen Moments als Einflußfaktor auf die Höhe des Wertes der Arbeitskraft bedeutete die endgültige Lösung von allen Resten einer Auffassung des Lohns als Existenzminimum. Dies wiederum hatte erhebliche Bedeutung für die tiefere Begründung der Notwendigkeit des ökonomischen Kampfes der Gewerkschaften. Die Lohntheorie von Marx fand ihre erste reife Darstellung im ersten Band des „Kapitals" 1867. Sie figuriert hier allerdings noch unter der Überschrift „Werth, resp. Preis der Arbeitskraft in der verwandelten Form des Arbeitslohns" als vierter Unterpunkt des fünften Kapitels „Weitere Untersuchungen über die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerths". In der zweiten Auflage widmete Marx ihr einen selbständigen Abschnitt. Nach der Entdeckung des Doppelcharakters der Ware, der warenproduzierenden Arbeit, der Unterscheidung zwischen konstantem und variablem Kapital und der Erforschung des Mehrwerts in seiner reinen Gestalt legte Marx seine Akkumulationstheorie erstmalig systematisch und in sich geschlossen im ersten Band des „Kapitals" dar. Höhepunkt dieser Darstellung war die Formulierung des allgemeinen Gesetzes der kapitalistischen Akkumulation und die Darstellung der historischen Tendenz der kapitalistischen Akkumulation. Der Kern der Marxschen Gedankenführung in ihrer folgerichtigen Beweiskette läßt sich knapp charakterisieren : Mit der Akkumulation entfaltet sich die kapitalistische Produktionsweise auf ihrer eigenen Grundlage. Das antagonistische Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital wird immer wieder reproduziert. Der Grundwiderspruch der kapitalistischen Produktionsweise vertieft sich. Trotz entgegenwirkender Tendenzen verschlechtert sich die soziale Stellung der Arbeiterklasse in der bürgerlichen Ge-

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sellschaft. Das Proletariat bildet und organisiert sich als revolutionärste Klasse dieser Gesellschaft und entwickelt zunehmend die Fähigkeit, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in der sozialistischen Revolution aufzuheben. Gleichzeitig mit der Kapitalakkumulation entstehen und entwickeln sich die materiellen Bedingungen für den Übergang zu einer neuen Gesellschaftsordnung, die auf gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln beruht und in der im Maßstab der ganzen Gesellschaft planmäßig im Interesse aller ihrer Mitglieder produziert wird. Wesentliche Faktoren dieser materiellen Voraussetzung der neuen Gesellschaft sind das hohe Niveau der Produktivkräfte, die zunehmende Vergesellschaftung der Produktion, die Entwicklung kooperativer Formen des Arbeitsprozesses, die bewußte und ausgedehnte technologische Anwendung der Wissenschaft, die Zunahme der nur gemeinsam anwendbaren Arbeitsmittel und ihre ökonomisierung sowie die Internationalisierung des Wirtschaftslebens. Marx untersuchte die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital und wies nach, daß neues Kapital in der erweiterten Reproduktion stets als Verkörperung fremder, unbezahlter Arbeit auftritt. Die Eigentumsgesetze der Warenproduktion schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. Alles Kapital verkörpert im Entwicklungsprozeß des Kapitalismus unbezahlte Arbeit der Lohnarbeiter, selbst wenn es irgendwann einmal zum Ausgangspunkt die eigene Arbeit seines Besitzers hatte, ist dies ursprüngliche Kapital längst aufgezehrt und damit verschwunden. Dem entspricht, daß die Arbeiter im Kapitalismus grundsätzlich mit einem Teil der Ergebnisse ihrer eigenen Arbeit bezahlt werden und das variable Kapital nur eine besondere historische Form des Existenzmittelfonds der Arbeiter darstellt. Aber selbst die individuelle Konsumtion der Arbeiter ist zusammen mit der produktiven Konsumtion Bestandteil des kapitalistischen Reproduktionsprozesses, und zusammen mit der Reproduktion von Mehrwert wird das Kapitalverhältnis immer wieder erneut reproduziert. Die Akkumulation betrachtete Marx als Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums, die unter kapitalistischen Bedingungen die Herrschaft des Kapitals über die Arbeiter erweitert. Die Akkumulation von Kapital kann die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhen und zu Lohnsteigerungen führen, doch der Lohn ist gegenüber der Akkumulation die abhängige Variable, und die Akkumulation richtet sich stets nach den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals. Lohnbewegungen können das System der kapitalistischen Ausbeutung nicht gefährden, denn die Lohnentwicklung ordnet sich der Entfaltung der kapitalistischen Ausbeutung unter. Alle Methoden zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und damit zur Produktion von Kapital durch Kapital sind verknüpft mit der Zunahme des Mindestumfanges des Kapitals, der Konzentration und Zentralisation des Kapitals und mit einer

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Erhöhung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Eine weitere zwangsläufige Folge der Akkumulation ist die Entstehung einer relativen Übervölkerung. Sie ist ein notwendiges Element der kapitalistischen Produktion als Bedingung für die zyklische Entwicklung, für die sprunghafte Ausdehnung einzelner Bereiche der Produktion und als Druckmittel des Kapitals gegenüber der Arbeiterklasse in allen Phasen der zyklischen Entwicklung. Die wissenschaftliche Ausarbeitung und Begründung des spezifisch kapitalistischen Bevölkerungsgesetzes einschließlich der Lehre von der industriellen Reservearmee begann Marx bereits in den „Grundrissen". Dort heißt es schon: „Es ist daher ebenso sehr Tendenz des Capitals die arbeitende Bevölkerung zu vermehren, wie einen Theil derselben beständig als Surplusbevölkerung — Bevölkerung die zunächst nutzlos ist, bis das Capital sie verwerthen kann - zu setzen." ( M E G A ® 11/1.1. S.306.) Marx formulierte hier eine wichtige Ausgangsthese seiner künftigen Lehre von der industriellen Reservearmee. Auf dieser Grundlage erfährt die Marxsche Bevölkerungstheorie in allen drei deutlich zu unterscheidenden Arbeitsabschnitten des Manuskriptes 1861—1863 eine wesentliche Präzisierung. In diesem Manuskript kommt Marx bis dicht an die Formulierung des kapitalistischen Bevölkerungsgesetzes im ersten Band des „Kapitals" heran. Die mehr oder minder große Masse disponibler Arbeitskräfte hältsich das Kapital „in Reserve" ( M E G A ® II/3.6. S.2242), bis es diese verwerten kann. Marx weist nach, daß die Bildung einer industriellen Reservearmee eine notwendige Bedingung der erweiterten Reproduktion des Kapitals ist. (Siehe M E G A ® II/3.3. S. 1178.) Ebenfalls schon im Manuskript 1861-1863 erkannte Marx: In der Akkumulation kommen zwei entgegengesetzte Tendenzen in der Beschäftigung von Lohnarbeitern zum Ausdruck. „Es sind zwei Tendenzen, die sich beständig durchkreuzen; möglichst wenig Arbeit anwenden, um dieselbe oder größre Quantität Waaren, um dasselbe oder grössere net produce, Surplusvalue, net revenuezu produciren: zweitens, möglichst grosse Anzahl Arbeiter (obgleich möglichst wenig im Verhältnis zum Quantum von den von ihnen producirten Waaren) anwenden, weil mit der Masse der angewandten Arbeit — auf einer gegebnen Stufe der Productivkraft — die Masse des surplusvalue und des surplus produce wächst. Die eine Tendenz schmeißt die Arbeiter aufs Pflaster und macht population redundant; die andre absorbirt sie wieder und erweitert die wages slavery absolut. So daß der Arbeiter stets schwankt in seinem Los und doch nie davon los kömmt." ( M E G A ® II/3.3. S. 1189.) Welche Tendenz zur bestimmenden wird, hängt von den jeweiligen Verwertungsbedürfnissen des Kapitals ab. Die wachsende Existenzunsicherheit der Arbeiterklasse ist folglich not-

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wendiger Ausdruck der kapitalistischen Akkumulation. Diese Erkenntnis ist ein wichtiges Element für die wissenschaftliche Begründung der historischen Mission der Arbeiterklasse. Im ersten Band des „Kapitals" wird das kapitalistische Bevölkerungsgesetz erstmals in reifer und systematischer Form dargestellt. Marx entwickelt, daß die spezifisch kapitalistischen Bevölkerungsbewegungen vom ökonomischen Bewegungsgesetz der kapitalistischen Produktionsweise hervorgerufen werden. Im Akkumulationsprozeß wächst zwar auch das variable Kapital absolut, aber in beständig abnehmender Proportion zum konstanten Teil des Kapitals. Daraus ergibt sich „beständig eine relative, d. h. für die mittleren Verwerthungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Surplus-Arbeiterbevölkerung" (S.507). Mit der Ausdehnung und Entwicklung des Kapitalverhältnisses „dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist... Mit der von ihnen producirten Accumulation des Kapitals producirt die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Ueberzähligmachung. Es ist dieß ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der That jede besondre historische Produktionsweise ihre besondern, historisch gültigen Populationsgesetze hat" (S. 508). Marx begründet hier den historisch und gesellschaftlich bestimmten Charakter von Bevölkerungsgesetzen und vermittelt damit einen wichtigen methodischen Hinweis für die Auseinandersetzung mit bürgerlichen Bevölkerungstheorien, die in ihrer großen Mehrzahl von allgemeinen und ewigen Bevölkerungsgesetzen ausgehen. Die in den „Grundrissen" und im Manuskript 1861—1863 angedeuteten Funktionen der industriellen Reservearmee werden im ersten Band des „Kapitals" ausführlich entwickelt. Marx stellt fest, daß die Bildung einer industriellen Reservearmee sowohl notwendiges Produkt der Akkumulation als auch „Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise" (S. 508) ist. Andererseits dient sie der verstärkten Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Kapitalisten. Wenn die Akkumulation des Kapitals „einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren »Freisetzung', während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht. Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals." (S. 515/516.) Im ersten Band des „Kapitals" entwickelt Marx zum erstenmal die verschiedenen Formen der relativen Übervölkerung. Er kennzeichnet diese als

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flüssige, latente und stagnante Form. (Siehe S. 516.) Als besondere Form, als tiefsten Niederschlag der Surpluspopulation, nennt er den Pauperismus. (Siehe S. 518/519.) Die Akkumulationstheorie im ersten Band des „Kapitals" ist ein wesentliches Element der Kernstruktur des „Kapitals", die sich Marx erarbeitete, nachdem er mit dem ökonomischen Manuskript 1861—1863zu vielen neuen Entdeckungen und zu der Erkenntnis gelangt war, daß der Begriff des „Kapitals im allgemeinen" als Hauptstrukturgesichtspunkt und die damit verbundene strenge Trennung zwischen dem „Kapital im allgemeinen" und den konkreten Bewegungsformen des Kapitals zu eng ist für eine vom Abstrakten zum Konkreten aufsteigende logische Darstellung der ökonomischen Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise. Mit der Akkumulationstheorie im ersten Band des „Kapitals" realisierte Marx in besonders eindrucksvoller Weise das für das Ganze des „Kapitals" charakteristische Prinzip der Einheit von Logik und Geschichte. Er stellte überzeugend die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation dar, er untersuchte wesentliche objektive Produktionsverhältnisse in ihrer Einheit und im Prozeß ihrer Entwicklung, ihrer Entfaltung und ihres Untergangs, und er untermauerte die logische Ableitung durch historische Illustrationen. Die umfangreichen historischen Illustrationen sind selbst ein wichtiges Element der logischen Darstellung und von großer methodischer Bedeutung. Marx hob damit noch einmal hervor, daß bei einer Analyse des Einflusses der Kapitalakkumulation auf die Lage der Arbeiter nicht nur von relativ gut bezahlten Arbeitern ausgegangen werden kann, sondern die Vielfalt der Faktoren berücksichtigt werden muß, die die Lage der Arbeiterklasse bestimmen, und längere Perioden einschließlich der darin auftretenden Krisen der Untersuchung zugrunde zu legen sind. Nachdem Marx so systematisch und folgerichtig den Mechanismus der erweiterten kapitalistischen Reproduktion dargelegt hatte, konnte er als Höhepunkt seiner Akkumulationstheorie das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation formulieren: „Je größer der gesellschaftliche Reichthum, das funktionirende Kapital, Umfang und Energie seines Wachsthums, also auch die absolute Größe der Arbeiterbevölkerung und die Produktivkraft ihrer Arbeit, desto größerdie relative Surpluspopulation oder industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraftwrd durch dieselben Ursachen entwickelt, wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnißmäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichthums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältniß zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidirte Surpluspopulation oder die Arbeiterschichten, deren Elend im umgekehrten Verhältniß zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Ar-

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beiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der officielle Pauperismus. Dieß ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation. Es wird gleich allen allgemeinen Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modificirt" (S. 519). Eine solche Geschlossenheit und Systematik der Akkumulations- und Reproduktionstheorie, zusammen mit ihren revolutionären Schlußfolgerungen, wurde von Marx erstmalig in der ersten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals" erreicht. Die Grundlage dafür war aber in allen Vorarbeiten zum „Kapital" geschaffen worden. Wichtige schon in den „Grundrissen" enthaltene Bausteine der taarxschen Akkumulationstheorie sind folgende Erkenntnisse: Die Akkumulation als Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital unterscheidet sich grundsätzlich von der ursprünglichen Akkumulation; ohne Akkumulation kann das Kapital nicht Grundlage der Produktion sein (siehe MEGA® 11/1.2. s.355); mit der Akkumulation wächst das Kapital stofflich und wertmäßig, wodurch Voraussetzungen für eine Produktion von Mehrwert entstehen (siehe MEGA® 11/1.1. S.295/296); die vom Kapital erpreßbare Mehrarbeit der Lohnarbeiter bildet eine Grenze für die Akkumulation (siehe ebenda. S.285); der Lohn ist gegenüber der Akkumulation und gegenüber den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals eine abhängige Größe (siehe ebenda. S.264/265); mit der erweiterten Reproduktion und Akkumulation verkörpert neues Kapital von vornherein Mehrwert, und es erfolgt ein Umschlag der Eigentumsgesetze der Warenproduktion in Gesetze der kapitalistischen Aneignung (siehe MEGA® 11/1.2. S. 366/367). Eine Verbindung dieser Elemente zu einem organischen Ganzen fehlt aber in den „Grundrissen" noch. Vielfach handelt es sich nur um Bemerkungen und kurze Einblendungen in Ausführungen über andere Probleme. Insgesamt bereitete Marx die Entscheidung Schwierigkeiten, an welcher Stelle des Werkes nach seinen damaligen Planentwürfen die Akkumulationstheorie ihren Platz finden sollte. Im Manuskript 1861—1863 sind bereits alle wesentlichen Elemente der Marxschen Reproduktions- und Akkumulationstheorie enthalten. Sie befinden sich ebenfalls in verschiedenen Teilen dieses Manuskriptes. Zugleich setzt aber eine Konzentration der Darstellung ein, und zwar in dem Abschnitt „Rückverwandlung des Mehrwerths in Capital". In diesem Abschnitt ging Marx auch ausführlich auf die Reproduktion und Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals ein. Alle wesentlichen Elemente dieser Theorie sind hier entwickelt und auch schon zu einem geschlossenen Ganzen vereint. So wurde mit dem Manuskript 1861—1863 in einer relativ selbständigen Ausarbeitung vorbereitet, was dann im „Kapital" seine endgültige Darstellung fand; nämlich, wie sich das antagonistische Verhältnis zwischen

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Lohnarbeit und Kapital ständig erneuert und vertieft und wie sich die Reproduktion und Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals vollzieht. Im „Kapital"-Manuskript 1861—1863 machte Marx auch Aussagen überdie historische Tendenz der kapitalistischen Produktion, die seinen Darlegungen im „Kapital" schon sehr nahekommen. Besonders bemerkenswerte Aussagen dieser Art sind enthalten in den Wertungen der Ansichten von Thomas Hodgskin (MEGA® 11/3.4. S.1447 und 1450) und Richard Jones (MEGA® II/3.5. S. 1857). Die Fortschritte, die Marx bei der Ausarbeitung seiner Akkumulationstheorie und ihrer Einordnung in die Gesamttheorie mit dem Manuskript 1861—1863 erzielte, waren ein bedeutsamer Schritt in Richtung auf die endgültige Fassung der Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise im „Kapital". Im Zusammenhang mit der Reproduktion des Klassenverhältnisses auf eigener Grundlage tauchte folgerichtig die Frage nach seiner historischen Entstehung und der historischen Tendenzder kapitalistischen Akkumulation auf. Doch die Beantwortung der Frage nach der historischen Bildung des Kapitalverhältnisses unterscheidet sich wesentlich von der logischen Folge der Kategorien bis zum allgemeinen absoluten Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. So ist es nicht verwunderlich, daß die Analyse der sogenannten ursprünglichen Akkumulation („previous accumulation" bei Adam Smith) einen äußerst wechselvollen Entstehungsprozeß aufweist, womit auch die Frage seines Stellenwerts und seiner Einordnung verbunden war. Dieser Prozeß beginnt mit ersten Einordnungs- und Gliederungsversuchen in den „Grundrissen" und im „Index zu den 7 Heften" sowie dem Planentwurf von 1859 oder 1861 und setzt sich fort in mehreren Zwischengliedern im zweiten und dritten „Kapital"-Entwurf. Diese Versuche widerspiegeln den jeweiligen Erkenntnisstand von Marx, der mit der Bestimmung von Umfang und Grenzen dieses speziellen Forschungsgegenstandes einhergeht. Marx war sich in seinem historisch-materialistischen Herangehen an die Erforschung der Kategorie des Kapitals schon sehr früh (1844) der Tatsache bewußt, daß der Kreislauf des Kapitals ursprünglich nicht das Ergebnis seiner selbst sein konnte. Die bürgerliche Ökonomie war nicht in der Lage, aus diesem „Cirkel" herauszukommen, in dem der Begriff des Wertes durch den Begriff des Kapitals, der Begriff des Kapitals aber durch den Begriff des Wertes erklärt wird, weil ihre Versuche von einer ahistorischen Position ausgingen. Um diesen Circulus vitiosus zu durchbrechen und zu zeigen, daß der Wert dem Kapital auch historisch vorausgeht, untersucht Marx die tatsächliche Geschichte gleichsam mit der Geschichte der Theorie. Auf dem Forschungsstand von 1857/1858 und dem entsprechenden Grad

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der Beherrschung der Methode von Forschung und Darstellung, wie er sie in der „Einleitung" zu den „Grundrissen" konzipiert hatte, konnte Marxsich noch nicht endgültig über den vollen Inhalt und die Plazierung des Abschnitts über die ursprüngliche Akkumulation im klaren sein, wie das auch bei anderen Kategorien nicht entschieden war. Eines aber wußte Marx zu diesem Zeitpunkt sicher: Die Darstellung kann damit nicht beginnen; das Problem der Ausgangskategorie näherte sich in dieser Zeit bereits der Lösung, sie mußte eine einfache und allgemeine Kategorie des entwickelten Kapitalismus sein und keinesfalls seine Vorgeschichte. Marx behandelt die ursprüngliche Akkumulation zunächst innerhalb der Probleme des Zirkulationsprozesses. In den Darstellungsversuchen bis Mitte 1861 taucht ein Abschnitt zur Akkumulation noch nicht auf, während vom Sommer 1861 an die Thematik der ursprünglichen Akkumulation mit den anderen Bestandteilen des späteren sechsten Kapitels eng verknüpft wird. Marx hatte u.a. zu diesem Zeitpunkt über die Akkumulation des Kapitals und ihre historischen Voraussetzungen, zu der Dialektik von Logischem und Historischem dieses Gegenstandes, einen wesentlichen Erkenntnisschritt getan. In der Ergänzung zum Planentwurf vom Sommer 1861 spricht er deutlich die Absichtaus, nicht nur zu zeigen, „wie das Capital producirt, sondern wie das Capital selbst producirt wird — seine eigne Genesis", dessen „Ausgangspunkte natürlich einer vorcapitalistischen Productionsstufe der Gesellschaft angehören" (MEGA® 11/3.1. S. 285). Die Absicht, Akkumulation und ursprüngliche Akkumulation im geplanten Werk in einem Abschnitt zu behandeln, festigte sich im Forschungsprozeß bis 1863 und läßt sich an der zunehmenden Reife der inhaltlichen Bestimmung dieser Kategorien in ihrer Einheit und in ihrem Gegensatz nachweisen. (Siehe MEGA® II/3.4. S. 1404 und 1450.) Daneben wird die Absicht von Marx immer deutlicher, die Akkumulation und damit auch die ursprüngliche Akkumulation innerhalb des Produktionsprozesses des Kapitals darzustellen, also in den ersten Band des „Kapitals" aufzunehmen. Der Vergleich der inhaltlichen Aussagen zur Theorie der ursprünglichen Akkumulation im ersten Band des „Kapitals" mit denen im Manuskript 1861—1863 läßt die Feststellung zu, daß hier schon wesentliche Aspekte der Theorie enthalten sind. Unter Punkt ,,ß) Die s. g. ursprüngliche Accumulation" am Ende der Ausführungen zur Reproduktion und in den „Zusätzen" beschäftigt sich Marx mit den wesentlichen Bedingungen, die historisch als Voraussetzung der Kapitalbewegung gesetzt sein müssen (siehe MEGA® II/3.6. S. 2280-2379). Wie Marx die Vorstufen der Theorie der ursprünglichen Akkumulation im Manuskript 1861—1863 erarbeitete und wie sie bis 1867 reiften, beweist sehr

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deutlich, wie eng Forschung und Darstellung in seinem Schaffen dieser Periode miteinander verflochten waren. Die umfangreichen historischen Studien und Teilausarbeitungen befähigen Marx, 1867 eine reife Darstellung jener historischen Prozesse zu geben, die den Kapitalismus als objektiv notwendige ökonomische Gesellschaftsformation kennzeichnen. Gerade in diesem Punkt geht der Abschnitt über die ursprüngliche Akkumulation im ersten Band des „Kapitals" weit über die Vorarbeiten im Manuskript 1861—1863 hinaus. Gleichzeitig wird in der vollendeten Form der Theorie im ersten Band von 1867 sichtbar, daß Marx seine Darlegung immer wieder durch empirisches Material ergänzt hat, das er parallel zur Arbeit am Manuskript 1863—1865 und sogar während der Niederschrift des ersten Bandes studiert haben muß. Die Aufnahme der ursprünglichen Akkumulation einschließlich ihrer ausgedehnten historischen Teile in den ersten Band des „Kapitals" und ihre erhebliche quantitative Ausweitung und inhaltliche Bereicherung gegenüber dem Manuskript 1861—1863 sind nicht nur unter dem Gesichtspunkt einer historischen Illustration zu werten. Vielmehr ist zu konstatieren, daß die logische Folge der Kategorien mit ihrer wirklichen geschichtlichen Herkunft verbunden sein muß, sonst wird die Erforschung und Darstellung des untersuchten Gegenstandes ihres historischen Orientierungspunktes beraubt. Rein logisch war weder die geschichtliche Kontinuität des Kapitalverhältnisses zu klären noch der bürgerliche Mystizismus über Herkunft und Daseinsweise des Kapitals zu entlarven. In bis dahin noch nicht erreichter Klarheit und Differenziertheit zeigt Marx den gewaltsamen Charakter der Schaffung des doppelt freien Lohnarbeiters am klassischen Beispiel England. Er widerlegt die heuchlerische bürgerliche Version von der Entstehung der kapitalistischen Grundbesitzer und der industriellen Kapitalisten. Die Schilderung der ursprünglichen Akkumulation in der Entstehungszeit des Kapitalismus zerstörte die Illusionen und entlarvte es als Märchen, daß sich der industrielle Kapitalist infolge seiner entsagenden Sparsamkeit herausgebildet habe, und stellt dagegen, daß in diesem Prozeß „Verrath, Bestechung, Meuchelmord und Niedertracht" (S.602), Methoden auch, die zum Teil auf brutalster Gewalt beruhen, die wesentliche Rolle gespielt haben: „Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung, und Vergrabung der eingebornen Bevölkerung in die Bergwerke, die Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröthe der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der ursprünglichen Accumulation." (S. 601.) Und Marx resümiert diesen Entstehungsprozeß: „Wenn das Geld, nach Augier,,mit natürlichen Blutflecken auf einer

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Backe zur Welt kömmt', so das Kapital von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut- und schmutztriefend." (S.607.) Marx deckte damit schonungslos die tatsächlichen sozialökonomischen und politischen Mechanismen auf, die ausgangs des Feudalismus zur beschleunigten Anhäufung von Kapital führten, charakterisiert die Gewalt als Geburtshelfer der neuen Ordnung und als eine ökonomische Potenz. Am Ende des historischen Teils des Abschnitts über die Akkumulation führt Marx die Konsequenz aus der Akkumulation des Kapitals folgerichtig mit der Konsequenz aus der historischen Genesis des Kapitals und Schlußfolgerungen aus der Bestimmung der Grenzen des Untersuchungsgegenstandes zusammen und leitet daraus die historische Tendenz der kapitalistischen Akkumulation ab. Das kapitalistische Privateigentum ist die Negation des auf individueller Arbeit gegründeten Privateigentums. Das Bewegungsgesetz der kapitalistischen Produktionsweise, das Mehrwertgesetz, führt seinerseits jedoch gesetzmäßig an einen Punkt, wo die kapitalistischen Verhältnisse für den Zentralisationsgrad der Produktionsmittel und für den Vergesellschaftungsgrad der Arbeit zu eng werden. Die kapitalistische Produktionsweise erzeugt so mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses ihre eigene Negation. Ihr Ergebnis und historisches Produkt ist die kommunistische Gesellschaft. Sie entwickelt sich auf „Grundlage der Errungenschaft der kapitalistischen Aera, der Cooperation freier Arbeiter und ihrem Gemeineigenthum an der Erde und den durch die Arbeit selbst producirten Produktionsmitteln" (S. 610). In dieser perspektivischen Sicht, die das Werk als Ganzes durchzieht, vollendet sich im „Kapital" die wissenschaftliche Begründung des Kommunismus als Zukunft der menschlichen Gesellschaft. Die Begründung des Kommunismus im „Kapital" erfolgte einmal durch die Entdeckung der Entwicklungstendenzen und der Richtung, in welche die Bewegungsgesetze des Kapitalismus diese Gesellschaft führen und drängen. Zum anderen geschah das durch die direkte Formulierung einzelner grundlegender Merkmale und Wesenszüge der kommunistischen Gesellschaftsformation. Diese verallgemeinerte Zukunftssicht über die kapitalistische Formation hinaus, wie sie im „Kapital" häufig begegnet, war von Anfang an bedeutungsvoll für die Programmatik und Festlegung der Strategie und Taktik des Kampfes der Arbeiterklasse um die Eroberung der politischen Macht. Ihre Bedeutung und Anwendbarkeit wuchsen erheblich im unmittelbaren historischen Vorfeld der proletarischen Revolution. Und wenn das „Kapital" als Ganzes die theoretische und methodische Basis der Leninschen Imperialismustheorie darstellte, so waren jene Grundprinzipien der neuen Gesellschaft für Lenin und die Partei der Bolschewiki entscheidende Ansatzpunkte, um den Bau der Zukunft in Angriff zu nehmen und die Grundlagen des neuen

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Staates und der neuen Gesellschaft auf ihnen zu errichten. Sie sind von zunehmendem Interesse in unserer Epoche, dem weltweiten Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus. Marx hat im „Kapital" dargelegt wie der Grundwiderspruch des Kapitalismus mit objektiver Notwendigkeit an die Grenzen dieses Systems heranführt und wie gleichzeitig diese Gesellschaft die materiellen Voraussetzungen für den Sozialismus schafft. Doch das Ende der alten Gesellschaft tritt nicht von selbst ein, und Marx wandte sich immer wieder gegen alle Arten einer dementsprechenden „Zusammenbruchstheorie". Der Übergang in eine neue Gesellschaft kann nur das Ergebnis einer geschichtlichen Tat sein. Die wichtigste Folgerung aus der ökonomischen Theorie von Marx, also aus dem „Kapital", istdie Notwendigkeit der proletarischen Revolution, die die Arbeiterklasse unter Führung ihrer revolutionären Partei bewußt vollzieht. Die Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse und die Überführung der wichtigsten Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum sind die entscheidenden Voraussetzungen, um das Grundprinzip der kommunistischen Gesellschaft durchzusetzen, ihr Hauptziel in einem historischen Entwicklungsprozeß zu erreichen. Diesen fundamentalen Gedankengang enthält bereits das „Manifest der Kommunistischen Partei". Im „Kapital" begründet Marx diese These allseitig und definiert den Kommunismus als jene Gesellschaft, „deren Grundprincip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist" (S.477). Von diesem Grundprinzip sind alle gesellschaftlichen Aufgabenstellungen abzuleiten, und zu seiner Durchsetzung führen alle Maßnahmen der gesellschaftlichen Umwandlungen hin. Dabei hegte Marx nie die Illusion, daß mit der Machtübernahme durch das Proletariat der Kommunismus fertig und vollendet hervortritt. Ihm war jeder Utopismus und Wunderglaube fremd, besonders in dieser Frage. Daher durchziehen sein ganzes Werk vor, in und nach dem ersten Band des „Kapitals" Überlegungen, wie die Entwicklung zum Kommunismus objektiv erfolgen wird. Die klassische Darlegung dieses Problems gab Marx in den „Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei", wo er die zwei Phasen der kommunistischen Gesellschaftsformation prinzipiell charakterisierte. Die unentbehrliche Grundlage dafür aber legte Marx im „Kapital". Das Werk enthält eine sehr weitgehende Charakteristik der ersten Phase des Kommunismus. Marx charakterisiert diese Entwicklungsstufe der Gesellschaft als „einen Verein freier Menschen, die mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln arbeiten und ihre vielen individuellen Arbeitskräfte selbstbewußt als eine gesellschaftliche Arbeitskraft verausgaben ... Das Gesammtprodukt des Vereins ist ein gesellschaftliches Pro-

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dukt. Ein Theil dieses Produkts dient wieder als Produktionsmittel. Er bleibt gesellschaftlich. Aber ein anderer Theil wird als Lebensmittel von den Vereinsgliedern verzehrt. Er muß daher unter sie vertheilt werden. Die Art dieser Vertheilung wird wechseln mit der besondern Art des gesellschaftlichen Produktionsorganismus selbst und der entsprechenden geschichtlichen Entwicklungshöhe der Produzenten. Nur zur Parallele mit der Waarenproduktion setzen wir voraus, der Antheil jedes Produzenten an den Lebensmitteln sei bestimmt durch seine Arbeitszeit. Die Arbeitszeit würde also eine doppelte Rolle spielen. Ihre gesellschaftlich planmäßige Vertheilung regelt die richtige Proportion der verschiednen Arbeitsfunktionen zu den verschiednen Bedürfnissen. Andrerseits dient die Arbeitszeit zugleich als Maß des individuellen Antheils des Produzenten an der Gemeinarbeit und daher auch an dem individuell verzehrbaren Theil des Gemeinprodukts. Die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zu ihren Arbeiten und ihren Arbeitsprodukten blieben hier durchsichtig einfach, in der Produktion sowohl als in der Distribution." (S. 45/46.) Hierin ist überdies schon enthalten, daß die dem Kapitalismus eigene spontane und anarchische Produktionsentwicklung ersetzt wird durch Planmäßigkeit und proportionale Verteilung der Arbeit auf alle Wirtschaftszweige, bewußte Wirtschaftsführung, gesellschaftliche Kontrolle und eine disponible Gestaltung des Reproduktionsprozesses im Sinne der Interessen der Gesellschaft und jedes ihrer Glieder. Von einer derart organisierten Produktion ausgehend, ergibt sich die Verteilung nach Prinzipien, die dem Kapitalismus völlig entgegengesetzt sind. Marx hatte bereits in den „Grundrissen" erläutert, daß sich in der Ökonomie der Zeit alle Ökonomie auflöse und erschöpfe. Dies kennzeichnet auch die kapitalistische Produktion, es ist, generell gefaßt, nur ein anderer Ausdruck für das Streben nach ständiger Steigerung der Produktivität der menschlichen Arbeit. Aber für die gesamte kommunistische Formation, für beide ihrer Phasen, formuliert Marx diese Erscheinung als ein Gesetz; denn die allseitige Entwicklung sowohl der Gesellschaft als auch des Individuums, ihre Tätigkeit und ihr Genuß hängen von Zeitersparung ab. Marx bezeichnet deshalb die Sparsamkeit mit Zeit als „erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gemeinschaftlichen Production", und er bekräftigt es ausdrücklich mit dem Satz: „Es wird sogar in viel höherem Grade Gesetz." (MEGA® 11/1.1. S. 104.) Diese Forderung wird in immer wachsendem Maße erfüllbar dank der Entwicklung von Industrie und Wissenschaft, dank ihrer Kombination. Die Wissenschaft selbst wird im Kommunismus uneingeschränkt Produktivkraft, und wenn die typische Produktionsform des Kapitalismus die maschinelle Großproduktion ist, so bleibt sie das im Kommunismus auch, doch auf der

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qualitativ höheren Ebene der automatischen Produktion. Die gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungsphase zeigt einerseits, welche noch kaum überschaubaren Perspektiven der Produktivität die Einheit von automatischer Produktion und Wissenschaft dem Sozialismus und Kommunismus eröffnen; sie erweist andererseits, daß diese Entwicklungsstufe der Produktivkräfte unter kapitalistischen Bedingungen heute zwar Anwendung findet, daß diese Anwendung jedoch mit sozialen und politischen Eruptionen, ja Katastrophen verbunden ist, wie z. B. mit einem nie dagewesenen Wachstum der industriellen Reservearmee, und daßalso die kapitalistischen Produktionsverhältnisse längst zu eng geworden sind für diese revolutionierenden Entwicklungstendenzen der gesellschaftlichen Produktivkräfte. Bei der näheren Untersuchung der Zeitproblematik und ihrer Bedeutung für die neue Gesellschaft behandelte Marx auch das Verhältnis von Arbeitszeit und Nichtarbeitszeit, der Freizeit. Zunächst kam er zu der Feststellung, daß sich der Charakter der Arbeit völlig wandeln wird. Aus einem Anhängsel der Maschine im Kapitalismus, aus dem lebenslangen Teilarbeiter für die immerfort gleichen, einzelnen Operationen, der ebensosehr nur die dafür notwendige enge Teilbildung besitzt und als Persönlichkeit eigentlich verkrüppelt, wird allmählich, nicht sofort, aber planmäßig und bewußt gefördert innerhalb der Entwicklung der neuen Gesellschaft, die allseitig entwickelte Persönlichkeit. Das ist ein ebenso langer historischer Prozeß wie die allmähliche Verkürzung der Arbeitszeit. Arbeit ist eine ewige Naturbedingung des menschlichen Lebens, betonte Marx, eine Notwendigkeit. Das Reich der Freiheit „liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion" (Karl Marx: Das Kapital. Bd. 3. Th.2. Hamburg 1894. S. 355). Doch die Sphäre der Arbeitszeit und die Sphäre der Freizeit verändern im Kommunismus jeweils sich selbst und ihr Verhältnis zueinander, sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht. In diesem Sinne meint Marx: „Das Reich der Freiheit beginnt in der That erst da, wo das Arbeiten, das durch Noth und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört" (ebenda). In der Entwicklung der kommunistischen Gesellschaft wird die Arbeit immer weniger durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt, sie wird immer mehr zum ersten Lebensbedürfnis. Die Arbeitszeit wird zunehmend verkürzt, die Freizeit zunehmend verlängert, die Grenze zwischen beiden aber wird fließend. Ausgehend von dem Grundprinzip des Kommunismus, der allseitig entwickelten Persönlichkeit, machte Marx im „Kapital" schließlich wesentliche Ausführungen über Erziehung und Bildung in der neuen Gesellschaft. Bei der Analyse der großen Industrie im ersten Band ging Marx ausführlicher auf die sich dort entwickelnden Umwandlungstendenzen der bestehenden Ordnung und auf die Bildungselemente der neuen Gesellschaft ein. Erzeigte

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die Potenzen des Fabriksystems unter noch kapitalistischen Bedingungen, aber besonders nach Beseitigung ihrer kapitalistischen Anwendung. Große Aufmerksamkeit schenkte er dabei dem Aspekt der Verbindung von produktiver Arbeit, Unterricht und Erziehung; er schrieb unter anderem: „Aus dem Fabriksystem ... entsproß der Keim der Erziehung der Zukunft, welche für alle Kinder über einem gewissen Alter produktive Arbeit mit Unterricht und Gymnastik verbinden wird, nicht nur als eine Methode zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktion, sondern als die einzige Methode zur Produktion vollseitig entwickelter Menschen." (S.396.) Noch deutlicher charakterisiert Marx diese Entwicklungstendenz, die in ihrer widersprüchlichen Einheit zersetzende und konstruktive Elemente umschließt, je nachdem, ob man sie auf die alte, kapitalistische, oder die neue, sozialistische Ordnung bezieht: „Wenn die Fabrikgesetzgebung als erste, dem Kapital nothdürftig abgerungene Koncession nur Elementarunterricht mit fabrikmäßiger Arbeit verbindet, unterliegt es keinem Zweifel, daß die unvermeidliche Eroberung der politischen Gewalt durch die Arbeiterklasse auch dem technologischen Unterricht, theoretisch und praktisch, seinen Platz in den Arbeiterschulen erobern wird. Es unterliegt ebenso wenig einem Zweifel, daß die kapitalistische Form der Produktion und die ihr entsprechenden ökonomischen Arbeiterverhältnisse im diametralsten Widerspruch stehn mit solchen Umwälzungsfermenten und ihrem Ziel, der Aufhebung der alten Theilung der Arbelt." (S. 400.) Ebenso äußerte Marx sich über die Einbeziehung der Familie in den gesellschaftlichen Prozeß, insbesondere in der Frage der Zusammensetzung der Betriebsbelegschaften aus Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts. Was in dieser Hinsicht im Kapitalismus zur „Pestquelle des Verderbs und der Sklaverei" geworden ist, wird eine gänzliche Umwandlung im Kommunismus erfahren, nämlich „zur Quelle humaner Entwicklung umschlagen" (S.402). So kennzeichnete Marx als Entwicklungstendenz und -richtung der Bewegungsgesetze des Kapitalismus nicht nur im allgemeinen den Kommunismus, sondern entwickelte grundsätzliche Aussagen zu den Kriterien, die die ausbeutungsfreie Gesellschaft auszeichnen werden. Die gesellschaftliche Praxis des Sozialismus hat diese wissenschaftlichen Voraussagen vollauf bestätigt und sie im Prozeß ihrer Entwicklung schöpferisch angewandt, konkretisiert und in der Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens bedeutend bereichert und erweitert. Das „Kapital" als Ganzes ist ein Meisterwerk der Methodik. Engels hatte schon 1859 geschrieben: „Die Herausarbeitung der Methode, die Marx's Kritik der politischen Oekonomie zum Grunde liegt, halten wir für ein

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Resultat, das an Bedeutung kaum der materialistischen Grundanschauung nachsteht." (Friedrich Engels: Rezension zu Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie. Erstes Heft. In: M E G A ® 11/2. S.252.) Marx hatte hier und auch in früheren Werken seine Methode in der Auseinandersetzung mit Hegels Dialektik entwickelt und angewandt, die materialistisch-dialektische Methode. Im „Kapital" jedoch gelang es Marx, die materialistische Dialektik als durchgehende Methode zur Darstellung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse voll zu entwickeln und so anzuwenden, daß sowohl die ökonomische Struktur dieser Gesellschaftsformation als auch die Struktur der materialistischen Dialektik selbst in vollendeter Weise sichtbar wurde. Dieses Schöpfertum einerseits bei der Überwindung und gleichzeitigen Bewahrung der Dialektik Hegels und andererseits bei der Verbindung der dialektischen Methode mit dem Materialismus, um den Bewegungsgesetzen des Kapitalismus auf die Spur zu kommen, diese große geistige Leistung von Marx veranlaßte Lenin zu der wichtigen Feststellung: „Wenn Marx auch keine ,Logik' ... hinterlassen hat, so hat er doch die Logik des ,Kapitals' hinterlassen ... Im ,Kapital' werden auf eine Wissenschaft Logik, Dialektik und Erkenntnistheorie (man braucht keine 3 Worte: das ist ein und dasselbe) des Materialismus angewendet, der alles Wertvolle von Hegel übernommen und dieses Wertvolle weiterentwickelt hat." (W. I. Lenin: Plan der Dialektik (Logik) Hegels. In: Werke. Bd.38. Berlin 1977. S.316.) Die Äußerungen von Engels und Lenin über die Bedeutung der materialistisch-dialektischen Methode von Marx führen zu einer wesentlichen Schlußfolgerung: Marx konnte das „Kapital" nur schreiben, das allgemeine Bewegungsgesetz des Kapitalismus nur enthüllen, den historischen Platz dieser Gesellschaft nur bestimmen und die historische Mission der Arbeiterklasse nur begründen auf der Grundlage der materialistischen Geschichtsauffassung und bei Anwendung der dialektischen Methode. Das Ergebnis bestand nun aber nicht nur in einer wahren und unwiderleglichen Theorie der kapitalistischen Gesellschaftsformation, dem eigentlichen Zweck der Marxschen Untersuchung, sondern ging darüber hinaus: Die materialistische Geschichtsauffassung erwies sich als allgemeingültig und fand im „Kapital" ihre endgültige Bestätigung sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft menschlicher Gesellschaft. Ebenso erwies sich aber die materialistisch-dialektische Methode als allgemein anwendbar für die Untersuchung und Analyse jeder menschlichen Gesellschaft. Damit hat Marx dem Proletariat der ganzen Welt ein unschätzbares Erbe hinterlassen: den Schlüssel zur wissenschaftlichen Erforschung des Weges in die neue Gesellschaft, zur Analyse dieser Gesellschaft selbst, zur Erforschung und Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten und damit die Möglichkeit, ihre zukünftige Entwicklung zu erkennen und planmäßig voranzubringen. Mehr als

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sechs Jahrzehnte sozialistische Gesellschaft in der Welt bestätigen das unmittelbar und eindrucksvoll. Die von Marx im „Kapital" angewandte Methode geht von dem grundlegenden Gedanken der materialistischen Dialektik aus, daß die Welt und jeder ihrer Bereiche als Komplex von Prozessen zu fassen sind. Der Forschungsgegenstand der Dialektik besteht in sich entwickelnden Objekten, die so strukturiert sind, daß gerade die Wechselwirkung ihrer verschiedenen Seiten und Momente als Widersprüche eine Entwicklung bedingt. Solche Totalitäten oder Ganzheiten stellen jenen Gegenstand dar, zu dessen Erforschung die dialektische Methode unentbehrlich ist. Die Entdeckung, daß ökonomische Gesellschaftsformationen derartige Ganzheiten oder Totalitäten sind, ist eine wissenschaftshistorische Leistung ersten Ranges. Die Untersuchung einer solchen Formation — der kapitalistischen — hob deshalb auch, wie Lenin nachwies, die materialistische Geschichtsauffassung in den Rang einer wissenschaftlich bewiesenen Theorie. (Siehe W. I. Lenin: Was sind die „Volksfreunde" und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokraten? In: Werke. Bd.1. Berlin 1977. S.133.) Indem Marx im „Kapital" den Zusammenhang der sich entwickelnden Momente der kapitalistischen Produktionsverhältnisse in ihren wesentlichen Zügen begrifflich richtig abbildet, ist diese begriffliche Abbildung selbst in sich geschlossen, stellt eine begriffliche Totalität dar, und Marx kann mit Recht von seinem Werk als einem „artistischen Ganzen" (Marx an Engels, 31. Juli 1865) sprechen. Der Gedanke der Totalität ist das allen dialektischen Philosophien Gemeinsame. Das Entscheidende der Marxschen Methode besteht in ihrem materialistischen Charakter, der gleichzeitig ihre Wissenschaftlichkeit begründet. Bei aller Hervorhebung der Verdienste Hegels für die Ausarbeitung der Dialektik betonte Marx immer den Gegensatzseiner Methode zu jener Hegels. Mit dem materialistischen Charakter der Marxschen Methode ist unmittelbar die Einheit von Logischem und Historischem verbunden, wie sie idealistische Dialektiker nicht zu entwickeln vermochten. In der materialistischen Dialektik stellt das Logische das widergespiegelte, ideelle, auf seinen gesetzmäßigen Inhalt konzentrierte Historische dar. Deshalb hat das „Kapital" nichts Konstruiertes an sich, es ist der logische Ausdruck der wirklichen Bewegung des Kapitalismus. Diese materialistisch begründete Einheit des Logischen und Historischen durchzieht das „Kapital" in vielfacher Weise: Das Ziel der logischen Entwicklung war die Enthüllung des Bewegungsgesetzes des Kapitalismus. Dieses liegt nicht auf der den Sinnen zugänglichen Oberfläche der Gesellschaft. Vielmehr bestehen Gegensätze zwischen dieser erscheinenden

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Oberfläche und dem Wesen der Gesellschaftsformation. Diese Gegensätze sind aber gleichzeitig vermittelt. Die Aufgabe von Marx bestand also in der logischen Begründung von Einheit und Gegensatz, der Erscheinung und des Wesens der kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Marx ging von der objektiven Realität aus und analysierte zunächst die Ware, die er als Ausgangskategorie der logischen Entwicklung fand. In der weiteren logischen Analyse und Synthese, im Abstraktionsprozeß insgesamt, verliert Marx nicht den Kontakt mit der wirklichen Geschichte, die an vielen Stellen die logische Entwicklung begründet, unterstützt oder erläutert. Am Ende der logischen Untersuchung und Darstellung steht wieder die Wirklichkeit kapitalistischer Produktionsverhältnisse, die nun aber in ihren Zusammenhängen begriffen, in ihrem Wesen durchschaut und in ihren Entwicklungszügen bis hin zu ihrer notwendigen Ablösung als objektiv gesetzmäßig begründet worden ist. Das bedeutet, daß auch die Marxsche Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten Ausdruck der materialistisch begründeten Einheit von Logischem und Historischem ist. Die Methode des Aufsteigens vom Abstrakten, als dem weniger Entwickelten, zum Konkreten, als dem reicher Entwickelten, ist deshalb die wissenschaftlich richtige Methode, weil die Gesamtheit kapitalistischer Produktionsverhältnisse selbst sich vom Einfachen zum Komplizierten, vom Niederen zum Höheren entwickelt. Da das aber ein allgemeiner Grundzug der Entwicklung ist, ist auch die Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten eine allgemeine Methode, die nicht auf die Untersuchung und Darstellung der Produktionsverhältnisse beschränkt ist. Die materialistisch-dialektische Methode beinhaltet die Aufdeckung der Ursachen der Entwicklung ebenso wie die Analyse ihres Ablaufs. Der allgemeine Weg der Entwicklung vom Einfachen zum Komplizierten, so weist Marx im „Kapital" nach, beruht auf der Entwicklung von Widersprüchen, die Quelle und Triebkraft der Entwicklung sind: „Die Entwicklung der Widersprüche einer geschichtlichen Produktionsform ist jedoch der einzig geschichtliche Weg ihrer Auflösung und Neugestaltung." (S.400.) Die materialistische Widerspruchsdialektik wurde von Marx schon früh entwickelt und angewandt. Im „Kapital" wird sie mustergültig und in vollendeter Weise gehandhabt. Diese Widerspruchsdialektik unterscheidet sich grundlegend vom Herangehen der klassischen bürgerlichen Ökonomen, die Widersprüche in ihrer objektiv notwendigen Existenz leugnen. Sie unterscheidet sich aber auch von der Behandlung der Widersprüche durch kleinbürgerlich-reaktionäre Romantiker, die Widersprüche zwar widerspiegeln, aber nicht ihre notwendige Entwicklung begreifen und zur Vermeidung der Widersprüche des Kapitalismus die gesellschaftliche Entwicklung in die

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Kleinproduktion zurückführen wollen. Sie unterscheidet sich schließlich von der Hegeischen Verfahrensweise, Widersprüche zu „lösen" durch die Vermittlung, die Synthese der entgegengesetzten Seiten, die bei Hegel schließlich als Versöhnung erscheint. Marx spiegelt im „Kapital" die in der objektiven gesellschaftlichen Entwicklung vor sich gehende Bewegung, Lösung und Beseitigung der Widersprüche wider. Das Kapital selbst ist, wie Marx feststellt, der „lebendige Widerspruch" (MEGA® 11/1.2. S.334), weil in seinem Charakter sowohl eine spezifische Schranke der Produktion als auch das Hinausgehen über jede Schranke als gegensätzliche Tendenzen begründet sind (siehe MEGA® 11/1.2. S.327). Insofern den Erscheinungen gegensätzliche Seiten, Prozesse oder Tendenzen eigen sind, deren Wesen gerade in ihrer Wechselwirkung besteht, diese Beziehungen einander aber nicht gleichgültig sind, sondern sich aufeinander beziehen, sich „bekämpfen", kann überhaupt nur Entwicklung stattfinden. So legte Marx die Grundlage für die Entwicklung des Austauschprozesses dar, indem er davon ausging, „daß der Austauschprozeß der Waaren widersprechende und einander ausschließende Beziehungen einschloß. Die Entwicklung der Waare, die wir eben betrachtet, hebt diese Widersprüche nicht auf, aber sie schafft die Form, worin sie sich bewegen können. Dieß ist überhaupt die Methode, wodurch sich wirkliche Widersprüche lösen." (S.65.) Geradezu modellhaft kommt die Anwendung der materialistischen Widerspruchsdialektik in Marx' Analyse des Warenaustausches und der Entwicklung der Wertform zum Ausdruck. Als allgemein methodologischer Grundzug in der Handhabung der Widerspruchsdialektik durch Marx zeigt sich, daß er die Grundgesetze der Dialektik in ihrer Einheit als Instrumente der Analyse und Darstellung nutzt. Die Entwicklung der Elemente, der Seiten des Widerspruchs, ist zunächst quantitativ. An einem bestimmten Punkt wird schließlich die vorhandene Form gesprengt, und eine neue Qualität entsteht als dialektische Negation der vorangegangenen Qualität. Die neue Qualität ist ebenfalls von Widersprüchen gekennzeichnet, die sich zunächst wieder quantitativ entwickeln und so weiter. Der gesamte Prozeß erfolgt auf der Basis der Entwicklung eines Grundwiderspruchs, dessen sukzessive Setzung und Lösung die Entwicklung der gesamten Erscheinung durchdringt. Die methodische Anwendung der Grundgesetze der Dialektik schließt die Anwendung anderer methodischer Verfahren oder Prinzipien ein, je nach dem Charakter des Forschungsgegenstandes. Solche dialektischen Methoden wie die quantitative oder qualitative Analyse können mit mathematischen und anderen Methoden ergänzt werden. So stellt die materialistisch-dialektische Methode, wie sie Marx im „Kapital" weiterentwickelt und anwendet, eine

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Gesamtheit sehr vielfältiger Beziehungen von allgemeinen philosophischen Methoden bis hin zu ihrer notwendigen Ergänzung durch einzelwissenschaftliche Methoden dar, wobei letztere von Gegenstand zu Gegenstand unterschiedlich sein können. Da aber alle Forschungsgegenstände

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gemeine Wesenszüge aufweisen, ist die materialistische Dialektik als allgemeinste philosophische Methode notwendiges Moment jeder wissenschaftlichen Untersuchung. Ihre allgemeinen Grundzüge entwickelte Marx im „Kapital".

Aus allen vorangegangenen Darlegungen geht hervor, daß die erste Auflage des ersten Bandes des „Kapitals" das kritische Endergebnis eines langen, intensiven und sehr verschlungenen geistigen Entwicklungsprozesses ist. Die Erforschung und Darstellung der ökonomischen Theorie von Marx, der proletarischen politischen Ökonomie, gelangte darin von ihren hypothetischen Anfängen über eine vielfache Stufenleiter des stetigen Erkenntniszuwachses zur Vollendung. Wenn Marx selbst sagte, das W e r k müsse dem Leser erscheinen wie eine Konstruktion a priori, so ist es das Anliegen der vorstehenden Analyse, in großen Zügen und in den hauptsächlichsten Konturen das wirkliche Bild seiner Entstehung zu zeichnen. Die titanische Leistung von Marx in den Gesellschaftswissenschaften bestand einmal darin, „durch Kritik eine Wissenschaft erst auf den Punkt bringen, um sie dialektisch darstellen zu können" (Marx an Engels, I.Februar 1858). Zum anderen bestand sie in dieser Darstellung selbst. Sie ist klassisch; das heißt, sie ist wahr, umfassend, unwiderleglich und anwendbar, und sie trägt in sich die Potenz und Dynamik der Entwicklungsfähigkeit. Die Theorie von Marx hat der Prüfung der Zeit und dem Kriterium der Praxis nicht nur standgehalten, sondern die gesellschaftliche Entwicklung in der Welt erheblich mitgeformt.

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Editorische Hinweise Der Band enthält die gesamte Textfassung der Erstausgabe des ersten Bandes des „Kapitals" aus dem Jahre 1867. Die vorliegende Edition ist die erste wissenschaftlich bearbeitete, inhaltlich erschlossene und redaktionell kommentierte Ausgabe dieses Werkes. Der Edierte Text folgt der angegebenen Textgrundlage. Eine Vereinheitlichung oder Modernisierung der Orthographie und Interpunktion wird nicht vorgenommen, jedoch erfolgt eine Textrevision zur Beseitigung eindeutig fehlerhafter Textstellen. Druckfehler werden im Text korrigiert, darunter auch jene, die im Verzeichnis „Störende Druckfehler" auf Seite 784 der Originalfassung enthalten sind. Einige Korrekturen werden nach dem Text der folgenden autorisierten Auflagen des ersten Bandes des „Kapitals" vorgenommen und im Korrekturenverzeichnis nachgewiesen. Versehen bei Faktenangaben, bei der Schreibweise von Namen, Titeln, Jahreszahlen und anderem, soweit sie eindeutig als solche bestimmbar sind, werden im Edierten Text ebenfalls korrigiert. Alle diese Berichtigungen werden im Korrekturenverzeichnis ausgewiesen. In zweifelhaften Fällen werden keine Korrekturen vorgenommen. Notwendige Hinweise bieten dann ebenfalls das Korrekturenverzeichnis bzw. die Erläuterungen. Bei der Wiedergabe von Tabellen wird die Marxsche Darstellungsweise beibehalten, ohne dabei drucktechnische Eigenheiten zu reproduzieren. Die Interpunktion des Drucks wird beibehalten. Offensichtliche Interpunktionsfehler werden im Edierten Text korrigiert. Fehlende Satzzeichen werden im Edierten Text nur ergänzt, wenn dies zum Textverständnis unbedingt notwendig ist. Im Korrekturenverzeichnis werden ergänzte Satzzeichen ausgewiesen; drucktechnische Mängel der Originalausgabe, wie fehlende Punkte am Satzende oder vergessene Schlußklammern und Anführungszeichen, werden korrigiert. Abkürzungen werden beibehalten. Hervorhebungen werden im Edierten Text entsprechend der Druckvor-

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läge in verschiedenen Stufen durchgeführt: erste Hervorhebungsstufe — kursiv; zweite Hervorhebungsstufe — gesperrt; dritte Hervorhebungsstufe — kursiv gesperrt. Das Druckbild des Zeugen (Schriftart, Schriftgröße, dort angewandte Hervorhebungsstufen) bleiben unberücksichtigt. In der Erstauflage des ersten Bandes des „Kapitals" gibt es eine Besonderheit: Marx hat, offensichtlich in seiner Druckvorlage, ähnlich wie in seinen handschriftlichen Manuskripten, die häufigen Hervorhebungen inhaltlicher Art durch einfache Unterstreichung von Worten und Wortgruppen ausgeführt, die im Druck gesperrt wiedergegeben sind. Alle diese Hervorhebungen werden im Edierten Text in der ersten Hervorhebungsstufe, also kursiv, wiedergegeben. Beginn und Ende des Haupttextes einer Druckseite werden im Edierten Text kenntlich gemacht (siehe Verzeichnis der Abkürzungen, Siglen und Zeichen). Der wissenschaftliche Apparat zum vorliegenden Band besteht aus dem Teil Entstehung und Überlieferung einschließlich der Zeugenbeschreibung, dem Korrekturenverzeichnis und den Erläuterungen (siehe dazu auch die Abschnitte VIII und IX des Vorworts zur Marx-Engels-Gesamtausgabe im Band 1 der Ersten Abteilung). Der vorliegende Band enthält kein Variantenverzeichnis. Das hat mehrere Gründe. Zum ersten ist die Fassung des ersten Bandes des „Kapitals" aus dem Marxschen Gesamtmanuskript aller drei Bände, das 1863—1865 entstand, verschollen und nicht überliefert. Das gleiche Schicksal teilt die unmittelbare Druckvorlage, nach der der Satz des Werkes in der Druckerei Wigand in Leipzig erfolgte. Eine unmittelbare Textentwicklung zur Fassung der Erstausgabe ist also nicht nachzuweisen. Ein detaillierter Textvergleich und der Nachweis seines Ergebnisses zwischen der Erstausgabe und dem Werk „Zur Kritik der Politischen Oekonomie", Berlin 1859 (für das erste Kapitel „Waare und Geld"), sowie dem entsprechenden Teil des Manuskripts „Zur Kritik der politischen Ökonomie" 1861—1863 ist aus wissenschaftlichen Gründen abzulehnen. So sind die sich unterscheidenden Textpassagen am häufigsten und die wörtlich übereinstimmenden am geringsten. Auch würde ein solcher Vergleich eine Textentwicklung darstellen, die in dieser unmittelbaren Weise sehr wahrscheinlich nicht stattgefunden hat. Die Veränderungen des Textes von der ersten zur zweiten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals" werden im Variantenverzeichnis des Bandes 6 der Zweiten Abteilung der MEGA dargestellt. Der Apparatteil Entstehung und Überlieferung teilt im einzelnen den äußeren Entstehungsprozeß des Werkes mit. Dabei wird die Position der Herausgeber in der in der Marx-Engels-Forschung stark diskutierten Frage dargelegt, in welchen Etappen der erste Band entstanden ist. Sie stützt sich

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auf alle bisher bekanntgewordenen Tatsachen. Zusammen mit der Zeugenbeschreibung, die auch die nicht überlieferten Textzeugen einschließt, erhält der Leser ein genaues Bild der Überlieferungslage. Die einzelnen Zeugen werden fortlaufend in der Reihenfolge ihrer Entstehung numeriert. Nicht überlieferte Zeugen werden mit der Sigle X verzeichnet. Die Erläuterungen geben alle für das Verständnis des Textes erforderlichen Erklärungen und Hinweise, soweit dies nicht schon im Apparatteil Entstehung und Überlieferung geschehen ist. Sie weisen nach, welche Literatur Marx benutzt hat. In der vorliegenden Edition ist es gegenüber vorangegangenen Ausgaben des ersten Bandes des „Kapitals" gelungen, zahlreiche weitere Quellen von Zitaten zu ermitteln und nicht eindeutige Hinweise auf benutzte Literatur zu entschlüsseln. Konnte eine Quelle nicht ermittelt werden, so erfolgt in der Erläuterung ein entsprechender Hinweis. Abweichungen der Marxschen Zitierweise vom Wortbestand der benutzten Quelle werden grundsätzlich vollständig verzeichnet. Ebenso werden alle von Marx gegenüber der Quelle vorgenommenen Hervorhebungen mitgeteilt. Manche Unkorrektheiten bei der Zitierung, bei Quellen- und Seitenangaben sowie bei Erscheinungsdaten von Büchern sind daraus zu erklären, daß Marx in der überwiegenden Zahl der Fälle für die Niederschrift des Werkes nicht mehr die Originalquellen zur Hand hatte, sondern seine Exzerpthefte. Sie waren zum Teil viele Jahre vorher entstanden, und Marx hat zum Beispiel bei längeren Auszügen aus Büchern nicht jeden Seitenwechsel vermerkt. Daraus erklären sich fehlerhafte Seitenangaben. Alle diese Mängel werden korrigiert und je nach der Sachlage im Korrekturenverzeichnis vermerkt oder in Erläuterungen richtiggestellt. Bei Zitaten aus weitverbreiteten und oft erschienenen Werken der Weltliteratur wird in der Regel auf die Angabe einer bestimmten Ausgabe verzichtet. Benutzte Marx nachweisbar nicht die originalsprachige Ausgabe, sondern eine Übersetzung, wird letztere angegeben; inallenanderen Fällen wird auf die originalsprachige Ausgabe verwiesen. Alle von Marx übersetzten Zitate werden in den Erläuterungen nach der Quelle wiedergegeben. Textpassagen in Latein und Griechisch werden ins Deutsche übersetzt. Spezielle englische Fachausdrücke für Berufe, Tätigkeiten und technische Details werden ebenfalls in Erläuterungen übersetzt. Anglizismen, die zu Mißverständnissen führen können, werden erläutert. Wenn Marx Zitate aus früher von ihm angefertigten Materialien verwendet oder übernommen hat, wird dies in Erläuterungen nachgewiesen. Das betrifft in diesem Band das Manuskript „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie" von 1857/58 (siehe MEGA® 11/1), „Zur Kritik der politischen Ökonomie. Erstes Heft" (siehe MEGA® II/2) und „Zur Kritik der politischen Ökonomie (Manuskript 1861-1863)" (siehe MEGA® II/3). Ent-

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sprechend der Überlieferungslage ist jedoch der Umstand zu beachten, daß Obernahmen aus diesen Manuskripten sehr wahrscheinlich nicht direkt in die Fassung der vorliegenden Erstausgabe des ersten Bandes des „Kapitals" erfolgten, sondern in das verschollene Manuskript des ersten Bandes, das Marx nach Juli 1863 niedergeschrieben hat. Aus diesem Manuskript erst gelangten sie dann in die vorliegende Fassung. Dabei sind wahrscheinlich einige Textumformungen erfolgt. Bei der Übernahme aus den genannten Materialien änderte Marx also manche Stellen nur geringfügig, besonders bei seinen eigenen Ausführungen; aber auch die übernommenen Zitate kürzte er zuweilen, übersetzte sie bzw. Teile davon oder änderte die Hervorhebungen. Zur Entlastung des Erläuterungsapparates werden derartige, nur formelle Unterschiede nicht im einzelnen nachgewiesen. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird im Literaturregister angegeben, in welchem Heft Marx die jeweilige Quelle exzerpiert hat. Der Band enthält ein Literaturregister, ein Namenregister sowie ein Sachregister. Das Literaturregister umfaßt alle Literatur (Bücher, Broschüren, Zeitschriftenaufsätze, Zeitungsartikel, Parlamentsberichte, amtliche Publikationen, Dokumente, Gesetze), die im Text direkt und indirekt zitiert und erwähnt wird. Die Titel anonymer Veröffentlichungen werden nach dem ersten Wort, das kein bestimmter oder unbestimmter Artikel ist, eingeordnet. Bei der jeweiligen Quelle wird das Exzerptheft genannt, in dem sich Auszüge daraus von Marx' Hand befinden. Das Namenregister bietet die im Text direkt oder indirekt genannten Personennamen dar, wobei literarische und mythologische Namen einbezogen werden. Aufgenommen werden auch die Verfasser von Veröffentlichungen, die im Text selbst nicht genannt, deren Arbeiten aber direkt oder indirekt erwähnt oder zitiert werden. Erstmalig in einer „Kapital"-Edition werden auch sämtliche direkt oder indirekt in Quellen (insbesondere Parlamentsberichten) genannten Personen verzeichnet. Die alphabetische Einordnung der Namen erfolgt nach ihrer authentischen Schreibweise, bei griechischer und kyrillischer Schrift nach der entsprechenden transkribierten Form. Alle von der authentischen Form abweichenden Schreibweisen des Edierten Textes werden der authentischen Schreibweise in runden Klammern beigefügt. Verschlüsselte Namen im Edierten Text sind in Erläuterungen erklärt. Das Sachregister enthält die Begriffe und Kategorien des Marxismus, insbesondere der marxistischen politischen Ökonomie, wie sie Marx bis zum Erscheinen der Erstausgabe des ersten Bandes des „Kapitals" geprägt hatte sowie wesentliche Sachbegriffe. Die Schlagworte sind unmittelbar dem Text entnommen oder lehnen sich ihm weitgehend an. Das Sachregister ist in moderner Orthographie abgefaßt. 59*

Editorische Hinweise

Der vorliegende Band wurde in der Pädagogischen Hochschule „Dr. Theodor Neubauer", Erfurt/Mühlhausen, von Eike Kopf (Leiter), Willi Bang, Joachim Conrad, Edgar Klapperstück und Liesel Hanemann bearbeitet. Die Einleitung verfaßte Hannes Skambraks. Das Sachregister wurde von Jürgen Jungnickel erarbeitet. Der Band wurde im Auftrag der Redaktionskommission von Hannes Skambraks, Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, betreut und begutachtet. Gutachter des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU war Larissa Miskewitsch. Unterstützung in Spezialfragen leisteten Wolfgang Jahn (Halle), Jürgen Jungnickel und Wolfgang Focke (Berlin), Thomas Marxhausen (Halle), Manfred Müller (Berlin), Dieter Noske (Halle), Günther Schmidt (Jena)* Hans-Joachim Schmidt (Halle), Klaus Stüde (Halle), Marion Zimmermann (Halle). Bei der Beschaffung von Quellen halfen Helmut Drubba (Hannover), Ernst Francke (Bernburg), Gerhard Günther (Mühlhausen) und Fritz Mende (Weimar). Die Herausgeber danken allen wissenschaftlichen Einrichtungen, die bei der Vorbereitung des Bandes Unterstützung gewährten: der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, dem Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam, dem Kreisarchiv Mühlhausen Thomas-Müntzer-Stadt, der Sächsischen Landesbibliothek Dresden und der Bibliothek der Technischen Universität Hannover.

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Das Kapital Kritik der politischen Ökonomie Erster Band Hamburg 1867

Das Kapital Kritik der politischen Oekonomie. Von

Karl Marx.

E r s t e r Band. Buoh I : D e r P r o d u k t i o n a p r o e e » » de* K a p i t a l s .

DM Recht d«r Uebarutzung wird »ortMbilUo.

Hamburg Verlag von Otto Meissner. 1867. New-York: L . W . Schmidt. 2* Barclay-Street.

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Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Von

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Erster Band.

Boeh I : Der ProdnktiansprsaMi des Kapital*.

Hamburg Verlag von Otto Meissner. 1867. New-York: L. W. Schmidt, ä4 Barclay-Srreet

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Erste Umschlagseite der Erstausgabe

|III| Gewidmet

meinem unvergeßlichen Freunde, dem kühnen, treuen, edlen Vorkämpfer des Proletariats,

Wilhelm Wolff. Geb. zu Tarnau, 21. Juni 1809. Gest. im Exil zu Manchester 9. Mai 1864. |

|v| Inhalt des ersten Bandes.

Vorwort

Seite VII

Erstes Buch. Der Produktionsprozeß des Kapitals. 5 Erstes Kapitel. Waare und Geld 1) Die Waare 2) Der Austauschprozeß der Waaren 3) Das Geld und die Waarencirkulation A. Maß der Werthe 10 B. Cirkulationsmittel a) Die Metamorphose der Waaren b) Der Umlauf des Geldes c) Die Münze. Das Werthzeichen C. Geld 15 a) Schatzbildung b) Zahlungsmittel c) Weltgeld Zweites Kapitel. Die Verwandlung von Geld in Kapital 1) Die allgemeine Formel des Kapitals 20 2) Widersprüche der allgemeinen Formel 3) Kauf und Verkauf der Arbeitskraft Drittes Kapitel. Die Produktion des absoluten Mehrwerths 1) Arbeitsprozeß und Verwerthungsprozeß 2) Constantes Kapital und variables Kapital 25 3) Die Rate des Mehrwerths 4) Der Arbeitstag 5) Rate und Masse des Mehrwerths

1 1 45 55 55 63 63 74 85 91 91 96 103 106 106 117 129 141 141 165 178 198 281

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Inhalt

Viertes Kapitel. Die Produktion des relativen Mehrwerths 1) Begriff des relativen Mehrwerths 2) Cooperation 3) Theilung der Arbeit und Manufaktur 4) Maschinerie und große Industrie |VI| Fünftes Kapitel. Weitere Untersuchungen über die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerths 1) Absoluter und relativer Mehrwerth 2) Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwerth . . A. Größe des Arbeitstags und Intensivität der Arbeit constant, Produktivkraft der Arbeit variabel B. Constanter Arbeitstag, constante Produktivkraft der Arbeit, Intensivität der Arbeit variabel C. Produktivkraft und Intensivität der Arbeit constant, Arbeitstag variabel D. Gleichzeitige Variationen in Länge des Arbeitstags, Produktivkraft und Intensivität der Arbeit 3) Verschiedene Formeln für die Rate des Mehrwerths 4) Werth, resp. Preis der Arbeitskraft in der verwandelten Form des Arbeitslohns a) Die Formverwandlung b) Die beiden Grundformen des Arbeitslohns: Zeitlohn und Stücklohn Sechstes Kapitel. Der Accumulationsprozeß des Kapitals 1) Die kapitalistische Accumulation a) Einfache Reproduktion b) Verwandlung von Mehrwerth in Kapital c) Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation 2) Die s. g. ursprüngliche Accumulation 3) Die moderne Kolonisationstheorie Nachtrag zu den Noten Anhang zu Kapitel I, 1. Die Werthform

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|vn| Vorwort.

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Das Werk, dessen ersten Band ich dem Publikum übergebe, bildet die Fortsetzung meiner 1859 veröffentlichten Schrift: „Zur Kritik der politischen Oekonomie ". Die lange Pause zwischen Anfang und Fortsetzung ist einer langjährigen Krankheit geschuldet, die meine Arbeit wieder und wieder unterbrach. Der Inhalt jener früheren Schrift ist resümirt im ersten Kapitel dieses Bandes. Es geschah dieß nicht nur des Zusammenhangs und der Vollständigkeit wegen. Die Darstellung ist verbessert. Soweit es der Sachverhalt irgendwie erlaubte, sind viele früher nur angedeutete Punkte hier weiter entwickelt, während umgekehrt dort ausführlich Entwickeltes hier nur angedeutet wird. Die Abschnitte über die Geschichte der Werth- und Geldtheorie fallen jetzt natürlich ganz weg. Jedoch findet der Leser der früheren Schrift in den Noten zum ersten Kapitel neue Quellen zur Geschichte jener Theorie eröffnet. Aller Anfang ist schwer, gilt in jeder Wissenschaft. Das Verständniß des ersten Kapitels, namentlich des Abschnitts, der die Analyse der Waare enthält, wird daher die meiste Schwierigkeit machen. Was nun näher die Analyse der Werthsubstanz und der Werthgröße betrifft, so habe ich ||VIIl| sie möglichst popularisirt1). Anders mit der Analyse der Werthform. Sie ist schwerverständlich, weil die Dialektik viel schärfer ist ') Es schien dieß um so nöthiger, als selbst der Abschnitt von F.Lassalle's Schrift gegen Schultze-Delitzsch, worin er „die geistige Quintessenz" meiner Entwicklung über jene Themata zu geben erklärt, bedeutende Mißverständnisse enthält. En passant. Wenn F. Lassalle die sämmtüchen allgemeinen theoretischen Sätze seiner ökonomischen Arbeiten, z. B. über den historischen Charakter des Kapitals, über den Zusammenhang zwischen Produktionsverhältnissen und Produktionsweise u. s. w. u. s. w. fast wörtlich, bis auf die von mir geschaffene Terminologie hinab, aus meinen Schriften entlehnt hat, und zwar ohne Quellenangabe, so war dieß Verfahren wohl durch Propagandarücksichten bestimmt. Ich spreche natürlich nicht von seinen Detailausführungen und Nutzanwendungen, mit denen ich nichts zu thun habe.

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Vorwort

als in der ersten Darstellung. Ich rathe daher dem nicht durchaus in dialektisches Denken eingewohnten Leser, den Abschnitt von p. 15 (Zeile 19 von oben) bis Ende p. 34 ganz zu überschlagen, und statt dessen den dem Buch zugefügten Anhang: ,JDie Werthform" zu lesen. Dort wird versucht, die Sache so einfach und selbst so schulmeisterlich darzustellen, als ihre wissenschaftliche Fassung erlaubt. Nach Beendigung des Anhangs kann der Leser dann im Text wieder fortfahren mit p. 35. Die Werthform, deren fertige Gestalt die Geldform, ist sehr inhaltslos und einfach. Dennoch hat der Menschengeist sie seit mehr als 2000 Jahren vergeblich zu ergründen gesucht, während andrerseits die Analyse viel inhaltsvollerer und komplicirterer Formen wenigstens annähernd gelang. Warum? Weil der ausgebildete Körper leichter zu studiren ist als die Körperzelle. Bei der Analyse der ökonomischen Formen kann außerdem weder das Mikroskop dienen, noch chemische Reagentien. Die Abstraktionskraft muß beide ersetzen. Für die bürgerliche Gesellschaft ist aber die Waarenform des Arbeitsprodukts oder die Werthform der Waare die ökonomische Zellenform. Dem Ungebildeten scheint sich ihre Analyse in bloßen Spitzfindigkeiten herumzutreiben. Es handelt sich dabei ||IX| in der That um Spitzfindigkeiten, aber nur so wie es sich in der mikrologischen Anatomie darum handelt. Mit Ausnahme des Abschnitts über die Werthform wird man daher dieß Buch nicht wegen Schwerverständlichkeit anklagen können. Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also auch selbst denken wollen. Der Physiker beobachtet Naturprozesse entweder dort, wo sie in der prägnantesten Form und von störenden Einflüssen mindest getrübt erscheinen, oder, wo möglich, macht er Experimente unter Bedingungen, welche den reinen Vorgang des Prozesses sichern. Was ich in diesem Werk zu erforschen habe, ist die kapitalistische Produktionsweise und die ihr entsprechenden Produktions- und Verkehrsverhältnisse. Ihre klassische Stätte ist bis jetzt England. Dieß der Grund, warum es zur Hauptillustration meiner theoretischen Entwicklung dient. Sollte jedoch der deutsche Leser pharisäisch die Achseln zucken über die Zustände der englischen Industrieund Ackerbauarbeiter, oder sich optimistisch dabei beruhigen, daß in Deutschland die Sachen noch lange nicht so schlimm stehn, so muß ich ihm zurufen: De te fabula narra tur! An und für sich handelt es sich nicht um den höheren oder niedrigeren Entwicklungsgrad der gesellschaftlichen Antagonismen, welche aus den Naturgesetzen der kapitalistischen Produktion entspringen. Es handelt sich um diese Gesetze selbst, um diese mit eherner Notwendigkeit wirkenden und sich durchsetzenden Tendenzen. Das industriell entwickeltere Land zeigt dem minder entwickelten nur das Bild der eignen Zukunft! 12

Vorwort

Aber abgesehn hiervon. Wo die kapitalistische Produktion völlig bei uns eingebürgert ist, z. B. in den eigentlichen Fabriken, sind die Zustände viel schlechter als in England, weil das Gegengewicht der Fabrikgesetze fehlt. In allen andren Sphären quält uns, gleich dem ganzen übrigen kontinentalen Westeuropa, nicht nur die Entwicklung der kapitalistischen Produktion, sondern auch der Mangel ihrer Entwicklung. Neben den modernen Nothständen drückt uns eine ganze Reihe vererbter Nothstände, entspringend aus der Fortvegetation alterthümlicher, ||X| überlebter Produktionsweisen mit ihrem Gefolg von zeitwidrigen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen. Wir leiden nicht nur von den Lebenden, sondern auch von den Todten. Le mort saisit le vif! Im Vergleich zur englischen ist die sociale Statistik Deutschlands und des übrigen kontinentalen Westeuropa's elend. Dennoch lüftet sie den Schleier grade genug, um hinter demselben ein Medusenhaupt ahnen zu lassen. Wir würden vor unsren eignen Zuständen erschrecken, wenn unsre Regierungen und Parlamente, wie in England, periodische Untersuchungskommissionen über die ökonomischen Verhältnisse bestallten, wenn diese Kommissionen mit derselben Machtvollkommenheit, wie in England, zur Erforschung der Wahrheit ausgerüstet würden, wenn es gelänge, zu diesem Behuf ebenso sachverständige, unparteiische und rücksichtslose Männer zu finden, wie die Fabrikinspektoren Englands sind, seine ärztlichen Berichterstatter über „Public Health" (Oeffentliche Gesundheit), seine Untersuchungskommissäre über die Exploitation der Weiber und Kinder, über Wohnungs- und Nahrungszustände u. s. w. Perseus brauchte eine Nebelkappe zur Verfolgung von Ungeheuern. Wir ziehen die Nebelkappe tief über Aug' und Ohr, um die Existenz der Ungeheuer wegläugnen zu können. Man muß sich nicht darüber täuschen. Wie der amerikanische Unabhängigkeitskrieg des 18. Jahrhunderts die Sturmglocke für die europäische Mittelklasse läutete, so der amerikanische Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts für die europäische Arbeiterklasse. In England ist der Umwälzungsprozeß mit Händen greifbar. Auf einem gewissen Höhepunkt muß er auf den Kontinent rückschlagen. Dort wird er sich in brutaleren oder humaneren Formen bewegen, je nach dem Entwicklungsgrad der Arbeiterklasse selbst. Von höheren Motiven abgesehn, gebietet also den jetzt herrschenden Klassen ihr eigenstes Interesse die Wegräumung aller gesetzlich kontrolirbaren Hindemisse, welche die Entwicklung der Arbeiterklasse hemmen. Ich habe deßwegen u. a. der Geschichte, dem Inhalt und den Resultaten der englischen Fabrikgesetzgebung einen so ausführlichen Platz in die||Xl|sem Bande eingeräumt. Eine Nation soll und kann von der anderen lernen. Auch wenn eine Gesellschaft dem Naturgesetz ihrer Bewegung auf die Spur gekommen ist, — und es ist der letzte Endzweck dieses Werks das ökonomische Be-

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Vorwort

wegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen — kann sie naturgemäße Entwicklungsphasen weder überspringen, noch wegdekretiren. Aber sie kann die Geburtswehen abkürzen und mildern. Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse ein Wort. Die Gestalten von Kapitalist und Grundeigenthümer zeichne ich keineswegs in rosigem Licht. Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen. Weniger als jeder andre kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den Einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er social bleibt, so sehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag. Auf dem Gebiet der politischen Oekonomie begegnet die freie wissenschaftliche Forschung nicht nur demselben Feinde, wie auf allen anderen Gebieten. Die eigenthümliche Natur des Stoffes, den sie behandelt, ruft wider sie die heftigsten, kleinlichsten und gelässigsten Leidenschaften der menschlichen Brust, die Furien des Privatinteresses, auf den Kampfplatz. Die englische Hochkirche z. B. verzeiht eher den Angriff auf 38 von ihren 39 Glaubensartikeln als auf V39 ihres Geldeinkommens. Heutzutage ist der Atheismus selbst eine culpa levis, verglichen mit der Kritik überlieferter Eigenthumsverhältnisse. Jedoch ist hier ein Fortschritt unverkennbar. Ich verweise z.B. auf das in den letzten Wochen veröffentlichte Blaubuch: „Correspondence with Her Majesty's Missions Abroad, regardinglndustrial Questions and Trade's Unions." Die auswärtigen Vertreter der englischen Krone sprechen es hier mit dürren Worten aus, daß in Deutschland, Frankreich, kurz allen Kulturstaaten des europäischen Kontinents, eine Umwandlung der be||XIl|stehenden Verhältnisse von Kapital und Arbeit ebenso fühlbar und ebenso unvermeidlich ist als in England. Gleichzeitig erklärte jenseits des atlantischen Oceans Herr Wade, Vicepräsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, in öffentlichen Meetings: Nach Beseitigung der Sklaverei trete die Umwandlung der Kapital- und Grundeigenthumsverhältnisse auf die Tagesordnung! Es sind dieß Zeichen der Zeit, die sich nicht verstecken lassen durch Purpurmäntel oder schwarze Kutten. Sie bedeuten nicht, daß morgen Wunder geschehn werden. Sie zeigen, wie selbst in den herrschenden Klassen die Ahnung aufdämmert, daß die jetzige Gesellschaft kein fester Krystall, sondern ein umwandlungsfähiger und beständig im Prozeß der Umwandlung begriffener Organismus ist. Der zweite Band dieser Schrift wird den Cirkulationsprozeß des Kapitals (Buch II) und die Gestaltungen des Gesammtprozesses (Buch III), der abschließende dritte Band (Buch IV) die Geschichte der Theorie behandeln.

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Vorwort

Jedes Urtheil wissenschaftlicher Kritik ist mir willkommen. Gegenüber den Vorurtheilen der s. g. öffentlichen Meinung, der ich nie Koncessionen gemacht habe, gilt mir nach wie vor der Wahlspruch des großen Florentiners: Segui il tuo corso, e lascia dt le genti! 5 London, 25. Juli 1867.

Karl Marx. |

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|1| ERSTES BUCH.

Der Produktionsprozeß des Kapitals. ERSTES KAPITEL.

Waare und Geld.

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1) Die Waare.

Der Reichthum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Waarensammlung"'), die einzelne Waare als seine Elementarfonn. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Waare. 10 Die Waare ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgend einer Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z. B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache2). Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfniß befriedigt, ob unmittelbar als 15 Lebensmittel, d.h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. ') Karl Marx: ,JZur Kritik der Politischen Oekonomie. Berlin 1859", p. 3. ) "Desire implies want; it is the appetite of the mind, and as natural as hunger to the body... the greatest number (of things) have their value from supplying the wants of the mind..." 20 Nicholas Barbon: „A Discourse on coining the new money lighter, in answer to Mr. Locke's Considerations etc. London 1696", p. 2, 3. 2

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Erstes Kapitel • Ware und Geld

Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier u. s. w., ist unter doppeltem ||2| Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität. Jedes solche Ding ist ein Ganzes vieler Eigenschaften und kann daher nach verschiedenen Seiten nützlich sein. Diese verschiedenen Seiten und daher die mannigfachen Gebrauchsweisen der Dinge zu entdecken, ist geschichtliche That3). So ist die Findung gesellschaftlicher Maße für die Quantität der nützlichen Dinge. Die Verschiedenheit der Waarenmaße entspringt theils aus der verschiedenen Natur der zu messenden Gegenstände, theils aus Convention. Die Nützlichkeit eines Dings für das menschliche Leben macht es zum Gebrauchs werth4). Abkürzend nennen wir das nützliche Ding selbst oder den Waarenkörper, wie Eisen, Weizen, Diamant u. s. w., Gebrauchswerth, Gut, Artikel. Bei Betrachtung der Gebrauchswerthe wird stets quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen u. s.w. Die Gebrauchswerthe der Waaren liefern das Material einer eignen Disciplin, der Waarenkunde?). Der Gebrauchswerth verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Consumtion. Gebrauchswerthe bilden den stofflichen Inhalt des Reichthums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des — Tauschwerths. Der Tauschwerth erscheint zunächst als das quantitative Verhältniß, die Proportion, worin sich Gebrauchswerthe einer Art gegen ||3| Gebrauchswerthe anderer Art austauschen6), ein Verhältniß, das beständig mit Zeit und Ort wechselt. Der Tauschwerth scheint daher etwas Zufälliges und rein Relatives, ein der Waare innerlicher, immanenter Tauschwerth (valeur intrinsèque) also eine contradictio in adjecto7). Betrachten wir die Sache näher. Eine einzelne Waare, ein Quarter Weizen z.B. tauscht sich in den ver') "Things have an intrinsick vertue (dieß bei Barbon die specifische Bezeichnung für Gebrauchswerth), which in all places have the same vertue; as the loadstone to attract iron" (I.e.p.6). Die Eigenschaft des Magnets, Eisen anzuziehn, wurde erst nützlich, sobald man vermittelst derselben die magnetische Polarität entdeckt hatte. 4 ) "The natural worth of anything consists in its fitness to supply the necessities, or serve the conveniences of human life." (John Locke: „Some Considerations of the Consequences of the Lowering of Interest. 1691" in „ Works edit. Load. 1777". V.II p.28). Im 17. Jahrhundert finden wir noch häufig bei englischen Schriftstellern „ Worth" für Gebrauchswerth und „ Value" für Tauschwerth, ganz im Geist einer Sprache, die es liebt, die unmittelbare Sache germanisch und die reflectirte Sache romanisch auszudrücken. ') In der bürgerlichen Gesellschaft herrscht die fictio juris, daß jeder Mensch als Waarenkäufer eine encyklopädische Waarenkenntniß besitzt. 6 ) «La valeur consiste dans le rapport d'échange qui se trouve entre telle chose et telle autre, entre telle mesure d'une production et telle mesure d'une autre.» (Le Trosne: „De L'Intérêt Social". Physiocrates. éd. Daire. Paris 1846. p. 889.) 7 ) "Nothing can have an intrinsick value" (N. Barbon I.e. p.6), oder wie Butler sagt: "The value of a thing Is just as much as it will bring."

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schiedensten Proportionen mit andern Artikeln aus. Dennoch bleibt sein Tauschwerth unverändert, ob in x Stiefelwichse, y Seide, z Gold u. s. w. ausgedrückt. Er muß also von diesen seinen verschiedenen Ausdrucksweisen unterscheidbar sein. Nehmen wir ferner zwei Waaren, z. B. Weizen und Eisen. Welches immer ihr Austauschverhältnis, es ist stets darstellbar in einer Gleichung, worin ein gegebenes Quantum Weizen irgend einem Quantum Eisen gleichgesetzt wird, z. B. 1 Quarter Weizen = a Ctr. Eisen. Was besagt diese Gleichung? Daß derselbe Werth in zwei verschiednen Dingen, in 1 Qrtr. Weizen und ebenfalls in a Ctr. Eisen existirt. Beide sind also gleich einem Dritten, das an und für sich weder das eine, noch das andere ist. Jedes der beiden, soweit es Tauschwerth, muß also, unabhängig von dem andern, auf dieß Dritte reducirbar sein. Ein einfaches geometrisches Beispiel veranschauliche dieß. Um den Flächeninhalt aller gradlinigen Figuren zu bestimmen und zu vergleichen, löst man sie in Dreiecke auf. Das Dreieck selbst reducirt man auf einen von seiner sichtbaren Figur ganz verschiednen Ausdruck — das halbe Produkt seiner Grundlinie mit seiner Höhe. Ebenso sind die Tauschwerthe der Waaren zu reduciren auf ein Gemeinsames, wovon sie ein Mehr oder Minder darstellen. Daß die Substanz des Tauschwerths ein von der physisch-handgreiflichen Existenz der Waare oder ihrem Dasein als Gebrauchswerth ||4| durchaus Verschiednes und Unabhängiges, zeigt ihr Austauschverhältniß auf den ersten Blick. Es ist charakterisirt eben durch die Abstraktion vom Gebrauchswerth. Dem Tauschwerth nach betrachtet ist nämlich eine Waare grade so gut als jede andre, wenn sie nur in richtiger Proportion vorhanden ist8). Unabhängig von ihrem Austauschverhältniß oder von der Form, worin sie als Tausch- Werthe erscheinen, sind die Waaren daher zunächst als Werthe schlechthin zu betrachten9). Als Gebrauchsgegenstände oder Güter sind die Waaren körperlich verschiedne Dinge. Ihr Werthsein bildet dagegen ihre Einheit. Diese Einheit entspringt nicht aus der Natur, sondern aus der Gesellschaft. Die gemeinsame gesellschaftliche Substanz, die sich in verschiednen Gebrauchswerten nur verschieden darstellt, ist — die Arbeit. Als Werthe sind die Waaren nichts als krystallisirte Arbeit. Die Maßeinheit 8

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) "One sort of wares are as good as another, if the valué be equal." "There is no difference or distinction in things of equal value... One hundred pounds worth of lead or iron, is of as great a value as one hundred pounds worth of silver and gold." (N. Barbon 1. c. p. 53 u. 7.) ') Wenn wir künftig das Wort „ Werth" ohne weitere Bestimmung brauchen, so handelt es sich immer vom Tauschwerth.

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Erstes Kapitel • Ware und Geld

der Arbeit selbst ist die einfache Durchschnittsarbeit, deren Charakter zwar in verschiednen Ländern und Kulturepochen wechselt, aber in einer vorhandnen Gesellschaft gegeben ist. Komplicirtere Arbeit gilt nur als potenzirte oder vielmehr multiplicirte einfache Arbeit, so daß z. B. ein kleineres Quantum komplicirter Arbeit gleich einem größeren Quantum einfacher Arbeit. Wie diese Reduktion geregelt wird, ist hier gleichgültig. Daß sie beständig vorgeht, zeigt die Erfahrung. Eine Waare mag das Produkt der komplicirtesten Arbeit sein. Ihr Werth setzt sie dem Produkt einfacher Arbeit gleich und stellt daher selbst nur ein bestimmtes Quantum einfacher Arbeit dar. Ein Gebrauchs werth oder Gut hat also nur einen Werth, weil Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisirt ist. Wie nun die Größe seines Werthes messen? Durch das Quantum der ||5| in ihm enthaltenen „werthbildenden Substanz", der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeittheilen, wie Stunde, Tag u. s. w. Es könnte scheinen, daß wenn der Werth einer Waare durch das während ihrer Produktion verausgabte Arbeitsquantum bestimmt ist, je fauler oder ungeschickter ein Mann, desto werthvoller seine Waare, weil er desto mehr Arbeitszeit zu ihrer Verfertigung braucht. Aber nur die gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit zählt als werthbildend. Gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt um irgend einen Gebrauchswerth mit den vorhandnen gesellschaftlich-normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensivität der Arbeit herzustellen. Nach der Einführung des Dampfwebstuhls in England z. B. genügte vielleicht halb so viel Arbeit als vorher, um ein gegebenes Quantum Garn in Gewebe zu verwandeln. Der englische Handweber brauchte zu dieser Verwandlung in der That nach wie vor dieselbe Arbeitszeit, aber das Produkt seiner individuellen Arbeitsstunde stellte jetzt nur noch eine halbe gesellschaftliche Arbeitsstunde dar und fiel daher auf die Hälfte seines früheren Werths. Es ist also nur das Quantum gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die zur Herstellung eines Gebrauchswerths gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit, welche seine Werthgröße bestimmt. Die einzelne Waare gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art10). Waaren, worin gleich große Arbeitsquanta enthalten sind, oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Werthgröße. Der Werth einer Waare verhält sich zum Werth jeder andern Waare, wie die zur Produktion der einen nothwendige Arbeitszeit zu der für die Produktion der andern l0

) «Toutes les productions d'un même genre ne forment proprement qu'une masse, dont le prix se détermine en général et sans égard aux circonstances particulières. » (Le Trosne 1. c. p. 893.)

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1 . Die W a r e

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nothwendigen Arbeitszeit. „Als Werthe sind alle Waaren nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit""). | |6| Die Werthgröße einer Waare bliebe daher constant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit constant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit. Die Produktivkraft der Arbeit ist durch mannigfache Umstände bestimmt, unter andern durch den Durchschnittsgrad des Geschickes der Arbeiter, die Entwicklungsstufe der Wissenschaft und ihrer technologischen Anwendbarkeit, die gesellschaftliche Combination des Produktionsprozesses, den Umfang und die Wirkungsfähigkeit der Produktionsmittel, und durch Naturverhältnisse. Dasselbe Quantum Arbeit stellt sich z. B. mit günstiger Jahreszeit in 8 Bushel Weizen dar, mit ungünstiger in nur 4. Dasselbe Quantum Arbeit liefert mehr Metalle in reichhaltigen, als in armen Minen u. s. w. Diamanten kommen selten in der Erdrinde vor und ihre Findung kostet daher im Durchschnitt viel Arbeitszeit. Folglich stellen sie in wenig Volumen viel Arbeit dar. Jacob bezweifelt, daß Gold jemals seinen vollen Werth bezahlt hat. Noch mehr gilt dieß vom Diamant. Nach Eschwege hatte 1823 die achtzigjährige Gesammtausbeute der brasilischen Diamantgruben noch nicht den Werth des 1'/2jährigen Durchschnittsprodukts der brasilischen Zucker- oder Kaffeepflanzungen erreicht. Mit reichhaltigeren Gruben würde dasselbe Arbeitsquantum sich in mehr Diamanten darstellen und ihr Werth sinken. Gelingt es mit wenig Arbeit Kohle in Diamant zu verwandeln, so kann sein Werth unter den von Ziegelsteinen fallen. Allgemein: Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm krystallisirte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Werth. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels nothwendige Arbeitszeit, desto größer sein Werth. Die Werthgröße einer Waare wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit. Wir kennen jetzt die Substanz des Werths. Es ist die Arbeit. Wir kennen sein Größenmaß. Es ist die Arbeitszeit. Seine Form, die den Werth eben zum Tausch- Werth stempelt, bleibt zu analysiren. Vorher jedoch sind die bereits gefundenen Bestimmungen etwas näher zu entwickeln. Ein Ding kann Gebrauchswerth sein, ohne Tauschwerth ||7| zu sein. Es ist dieß der Fall, wenn sein Dasein für den Menschen nicht durch Arbeit vermittelt ist. So Luft, jungfräulicher Boden, natürliche Wiesen, wildwachsendes Holz u. s. w. Ein Ding kann nützlich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Waare zu sein. Wer durch sein Produkt sein eignes Bedürfniß befriedigt, schafft zwar Gebrauchswerth, aber nicht Waare. Um Waare zu ") K.Marx I.e. p.6. 21

Erstes Kapitel • Ware und Geld

produciren, muß er nicht nur Gebrauchswerth produciren, sondern Gebrauchswerth für andre, gesellschaftlichen Gebrauchswerth. Endlich kann kein Ding Werth sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Werth. Ursprünglich erschien uns die Waare als ein Zwieschlächtiges, Gebrauchswerth und Tauschwerth. Näher betrachtet wird sich zeigen, daß auch die in der Waare enthaltene Arbeit zwieschlächtig ist. Dieser Punkt, der von mir zuerst kritisch entwickelt wurde12), ist der Springpunkt, um den sich das Verständnis der politischen Oekonomie dreht. Nehmen wir zwei Waaren, etwa einen Rock und 10 Ellen Leinwand. Der erstere habe den zweifachen Werth der letzteren, so daß wenn 10 Ellen Leinwand = W, der Rock = 2 W. Der Rock ist ein Gebrauchswerth, der ein besondres Bedürfniß befriedigt. Um ihn hervorzubringen, bedarf es einer bestimmten Art zweckmäßig produktiver Thätigkeit. Sie ist bestimmt nach Zweck, Operationsweise, Gegenstand, Mitteln und Resultat. Die Arbeit, deren Nützlichkeit sich so im Gebrauchswerth ihres Produkts oder darin darstellt, daß ihr Produkt ein Gebrauchswerth ist, heiße hier der Vereinfachung halber kurzweg nützliche Arbeit. Unter diesem Gesichtspunkt ist sie stets betrachtet in Bezug auf den Nutzeffekt, dessen Hervorbringung sie bezweckt. Wie Rock und Leinwand qualitativ verschiedne Gebrauchswerthe, so sind die ihr Dasein vermittelnden Arbeiten qualitativ verschieden — Schneiderarbeit und Weberei. Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerthe und daher.Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich über||8|haupt nicht als Waaren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswerth nicht gegen denselben Gebrauchswerth. In der Gesammtheit der verschiedenartigen Gebrauchswerthe oder Waarenkörper erscheint eine Gesammtheit eben so mannigfaltiger, nach Gattung, Art, Familie, Unterart, Varietät verschiedner nützlicher Arbeiten — eine gesellschaftliche Theilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Waarenproduktion, obgleich Waarenproduktion nicht umgekehrt Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitstheilung. In der altindischen Gemeinde ist die Arbeit gesellschaftlich getheilt, ohne daß die Produkte zu Waaren werden. Oder, ein näher liegendes Beispiel, in jeder Fabrik ist die Arbeit systematisch getheilt, aber diese Theilung nicht dadurch vermittelt, daß die Arbeiter ihre individuellen Produkte austauschen. Nur Produkte selbstständiger und von einander unabhängiger Privatarbeiten treten einander als Waaren gegenüber. I2 ) I.e. p. 12, 13 und passim.

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Man hat also gesehn: In dem Gebrauchswerth jeder Waare steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Thätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerthe können sich nicht als Waaren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Waare annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Waarenproducenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig von einander als Privatgeschäfte selbstständiger Producenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Theflung der Arbeit. Dem Rock ist es übrigens gleichgültig, ob er vom Schneider oder vom Kunden des Schneiders getragen wird. In beiden Fällen wirkt er als Gebrauchswerth. Ebensowenig ist das Verhältniß zwischen dem Rock und der ihn producirenden Arbeit an und für sich dadurch verändert, daß die Schneiderarbeit eigne Profession wird, selbstständiges Glied der gesellschaftlichen Theilung der Arbeit. Wo ihn das Kleidungsbedürfniß zwang, hat der Mensch Jahrtausende lang geschneidert, bevor aus einem Menschen ein Schneider ward. Aber das Dasein von Rock, Leinwand, jedem nicht von Natur vorhandnen Element des stofflichen Reichthums, mußte immer vermittelt sein durch eine spezielle, zweckmäßig produktive Thätigkeit, die besondere Naturstoffe besondern menschlichen Bedürfnissen ||9| assimilili. Als Bildnerin von Gebrauchswerthen, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnothwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln. Die Gebrauchswerthe Rock, Leinwand u.s.w., kurz die Waarenkörper, sind Verbindungen von zwei Elementen, Naturstoff und Arbeit. Zieht man die Gesammtsumme aller verschiedenen nützlichen Arbeiten ab, die in Rock, Leinwand u. s. w. stecken, so bleibt stets ein materielles Substrat zurück, das ohne Zuthun des Menschen von Natur vorhanden ist. Der Mensch kann in seiner Produktion nur verfahren, wie die Natur selbst, d. h. nur die Formen der Stoffe ändern"). Noch mehr. In dieser Arbeit der Formung selbst wird er beständig unterstützt von Naturkräften. Arbeit ist also nicht die einzige ") «Tutti i fenomeni dell' universo, sieno essi prodotti dalla mano dell' uomo, ovvero dalle universali leggi della fisica, non ci danno idea di attuale creazione, ma unicamente di una modificazione della materia. Accostare e separare sono gli unici elementi che l'ingegno umano ritrova analizzando l'idea della riproduzione; e tanto è riproduzione di valore (Gebrauchswerth, obgleich Verri hier in seiner Polemik gegen die Physiokraten selbst nicht recht weiß, von welcher Sorte Werth er spricht) e di ricchezza se la terra, l'aria e l'acqua ne'campi si trasmutino in grano, come se colla mano dell' uomo il glutine di un insetto si trasmuti in velluto, ovvero alcuni pezzetti di metallo si organizzino a formare una ripetizione. » (Pietro Verri: „Meditazioni sulla Economia Politica" (zuerst gedruckt 1771) in der Ausgabe der italienischen Oekonomen von Custodi, Parte Moderna, t. XV p.21, 22.)

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Erstes Kapitel

Ware und Geld

Quelle der von ihr producirten Gebrauchswerthe, des stofflichen Reichthums. Die Arbeit ist sein Vater, wie William Petty sagt, und die Erde seine Mutter. Gehn wir nun von der Waare, so weit sie Gebrauchsgegenstand, über zum Waaren- Werth. Nach unsrer Unterstellung hat der Rock den doppelten Werth der Leinwand. Dieß ist aber nur ein quantitativer Unterschied, der uns zunächst noch nicht interessirt. Wir erinnern daher, daß wenn der Werth eines Rockes doppelt so groß als der von 10 Ellen Leinwand, 20 Ellen Leinwand dieselbe Werthgröße haben wie ein Rock. ||10| Als Werthe sind Rock und Leinwand Dinge von gleicher Substanz, objektive Ausdrücke gleichartiger Arbeit. Aber Schneiderarbeit und Weberei sind qualitativ verschiedne Arbeiten. Es giebt jedoch Gesellschaftszustände, worin derselbe Mensch abwechselnd schneidert und webt, diese beiden verschiednen Arbeitsweisen daher nur Modificationen der Arbeit desselben Individuums und noch nicht besondre feste Functionen verschiedner Individuen sind, ganz wie der Rock, den unser Schneider heute, und die Hosen, die er morgen macht, nur Variationen derselben individuellen Arbeit voraussetzen. Der Augenschein lehrt ferner, daß in unsrer kapitalistischen Gesellschaft, je nach der wechselnden Richtung der Arbeitsnachfrage, eine gegebene Portion menschlicher Arbeit abwechselnd in der Form von Schneiderei oder in der Form von Weberei zugeführt wird. Dieser Formwechsel der Arbeit mag nicht ohne Friction abgehn, aber er muß gehn. Sieht man ab von der Bestimmtheit der produktiven Thätigkeit und daher vom nützlichen Charakter der Arbeit, so bleibt das an ihr, daß sie eine Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ist. Schneiderarbeit und Weberei, obgleich qualitativ verschiedne produktive Thätigkeiten, sind beide produktive Verausgabung von menschlichem Hirn, Muskel, Nerv, Hand u. s. w., und in diesem Sinn beide menschliche Arbeit. Es sind nur zwei verschiedne Formen, menschliche Arbeitskraft zu verausgaben. Allerdings muß die menschliche Arbeitskraft selbst mehr oder minder entwickelt sein, um in dieser oder jener Form verausgabt zu werden. Der Werth der Waaren aber stellt menschliche Arbeit schlechthin dar, Verausgabung menschlicher Arbeitskraft überhaupt. Wie nun in der bürgerlichen Gesellschaft ein General oder Banquier eine große, der Mensch schlechthin dagegen eine sehr schäbige Rolle spielt14), so steht es hier auch mit der menschlichen Arbeit. Sie ist Verausgabung einfacher Arbeitskraft, die jeder gewöhnliche Mensch, ohne besondere Entwicklung, in seinem leiblichen Organismus besitzt. Die Arbeitskraft eines Bauernknechts gelte z. B. für einfache Arbeitskraft, ihre Verausgabung daher für einfache Arbeit '") Vgl Hegel, „Philosophie

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des Rechts.

Berlin 1840", p. 250, §. 190.

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oder menschliche Arbeit ohne weitern Schnörkel, Schneiderarbeit dagegen für ||ll| Verausgabung höher entwickelter Arbeitskraft. Während sich der Arbeitstag des Bauernknechts daher etwa im Werthausdruck von V2 W, stellt sich der Arbeitstag des Schneiders im Werthausdrucke von W dar15). Dieser Unterschied ist jedoch nur quantitativ. Wenn der Rock das Produkt eines Arbeitstags des Schneiders, hat er denselben Werth wie das Produkt von 2 Arbeitstagen des Bauernknechts. So zählt aber die Schneiderarbeit immer nur als multiplicirte Bauernarbeit. Die verschiednen Proportionen, worin verschiedne Arbeitsarten auf einfache Arbeit als ihre Maßeinheit reducirt sind, werden durch einen gesellschaftlichen Prozeß hinter dem Rücken der Produzenten festgesetzt und scheinen ihnen daher durch das Herkommen gegeben. Der Vereinfachung halber gilt uns im Folgenden jede Art Arbeitskraft unmittelbar für einfache Arbeitskraft, wodurch nur die Mühe der Reduktion erspart wird. Wie also in den Werthen Rock und Leinwand von dem Unterschied ihrer Gebrauchswerthe abstrahirt ist, so in der Arbeit, die diese Werthe darstellen, von dem Unterschied der nützlichen Formen, worin sie das einemal Schneiderarbeit ist, das andremal Weberei. Wie die Gebrauchswerthe Rock und Leinwand Verbindungen zweckbestimmter, produktiver Thätigkeiten mit Tuch und Garn sind, die Werthe Rock und Leinwand dagegen bloße gleichartige Arbeitsgallerten, so gilt auch die in diesen Werthen enthaltene Arbeit nicht durch ihr produktives Verhalten zu Tuch und Garn, sondern nur als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft. Bildungselemente der Gebrauchswerthe Rock und Leinwand sind Schneiderarbeit und Weberei eben durch ihre verschiednen Qualitäten, Substanz des Rockwerths und Leinwand werths sind sie nur, soweit von ihrer besondern Qualität abstrahirt wird und beide gleiche Qualität besitzen, die Qualität menschlicher Arbeit. Rock und Leinwand sind aber nicht nur Werthe überhaupt, sondern Werthe von bestimmter Größe und nach unsrer Unterstellung ist der Rock doppelt so viel werth, als 10 Ellen Leinwand. Woher diese ||12| Verschiedenheit ihrer Werthgrößen? Daher daß die Leinwand nur halb so viel Arbeit enthält, als der Rock, so daß zur Produktion des letztern die Arbeitskraft während doppelt soviel Zeit verausgabt werden muß, als zur Produktion der erstem. Wenn also mit Bezug auf den Gebrauchswerth die in der Waare enthaltne Arbeit nur qualitativ gilt, gilt sie mit Bezug auf die Werthgröße nur quantitativ, nachdem sie bereits auf menschliche Arbeit ohne weitere Qualität ") Der Leser muß aufmerken, daß hier nicht vom Lohn oder Werth die Rede ist, den der Arbeiter etwa für einen Arbeitstag erhält, sondern vom Waaren wert/), worin sich sein Arbeitstag vergegenständlicht. Die Kategorie des Arbeitslohns existirt überhaupt noch nicht auf dieser Stufe unsrer Darstellung.

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reducirt ist. Dort handelt es sich um das Wie und Was der Arbeit, hier um ihr Wie Viel, ihre Zeitdauer. Da die Werthgröße einer Waare nur das Quantum der in ihr enthaltnen Arbeit mißt, müssen Waaren in gewisser Proportion stets gleich große Werthe sein. Bleibt die Produktivkraft sage aller zur Produktion eines Rocks erheischten nützlichen Arbeiten unverändert, so steigt die Werthgröße der Röcke mit ihrer eignen Quantität. Wenn 1 Rock x, stellen 2 Röcke 2 x Arbeitstage dar u. s. w. Nimm aber an, die zur Produktion eines Rocks nothwendige Arbeitszeit steige auf das Doppelte oder falle um die Hälfte. Im ersten Fall hat ein Rock soviel Werth als vorher zwei Röcke, im letztern Fall haben zwei Röcke nur so viel Werth, als vorher einer, obgleich in beiden Fällen ein Rock nach wie vor dieselben Dienste leistet und die in ihm enthaltne nützliche Arbeit nach wie vor von derselben Güte bleibt. Aber das in seiner Produktion verausgabte Arbeitsguanium hat sich verändert. Ein größres Quantum Gebrauchswerth bildet an und für sich größern stofflichen Reichthum, zwei Röcke mehr als einer. Mit zwei Röcken kann man zwei Menschen kleiden, mit einem Rock nur einen Menschen u. s. w. Dennoch kann der steigenden Masse des stofflichen Reichthums ein gleichzeitiger Fall seiner Werthgröße entsprechen. Diese gegensätzliche Bewegung entspringt aus der zwieschlächtigen Bestimmung der Arbeit. Produktivkraft ist natürlich stets Produktivkraft nützlicher, konkreter Arbeit. Sie drückt in der That nur den Wirkungsgrad zweckbestimmter produktiver Thätigkeit in gegebnem Zeitraum aus. Die nützliche Arbeit wird daher reichere oder dürftigere Produktenquelle im direkten Verhältniß zum Steigen oder Fallen ihrer Produktivkraft. Dagegen trifft ein Wechsel der Produktivkraft die im Werth dargestellte Arbeit an und für sich gar nicht. Da die Produktivkraft der ||13| konkreten nützlichen Form der Arbeit angehört, kann sie natürlich die Arbeit nicht mehr berühren, sobald von ihrer konkreten nützlichen Form abstrahirt wird. Dieselbe Arbeit stellt sich daher in denselben Zeiträumen stets in derselben Werthgröße dar, wie immer die Produktivkraft wechsle. Aber sie liefert in demselben Zeitraum verschiedne Quanta Gebrauchswerthe, mehr wenn die Produktivkraft steigt, weniger, wenn sie sinkt. Im erstem Fall kann es geschehn, daß 2 Röcke weniger Arbeit enthalten als früher einer. Derselbe Wechsel der Produktivkraft, der die Fruchtbarkeit der Arbeit und daher die Masse der von ihr gelieferten Gebrauchswerthe vermehrt, kann also die Werthgröße selbst der vermehrten Gesammtmasse vermindern, wenn er nämlich die zu ihrer Produktion nothwendige Arbeitszeit abkürzt. Ebenso umgekehrt. Aus dem Bisherigen folgt, daß in der Waare zwar nicht zwei verschiedene Sorten Arbeit stecken, wohl aber dieselbe Arbeit verschieden und selbst entgegengesetzt bestimmt ist, je nachdem sie auf den Gebrauchswerth der

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Waare als ihr Produkt oder auf den Waaren-Werth als ihren bloß gegenständlichen Ausdruck bezogen wird. Wie die Waare vor allem Gebrauchsgegenstand sein muß, um Werth zu sein, so muß die Arbeit vor allem nützliche Arbeit, zweckbestimmte produktive Thätigkeit sein, um als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft und daher als menschliche Arbeit schlechthin zu zählen. Da bisher nur noch Werthsubstanz und Werthgröße bestimmt, wenden wir uns jetzt zur Analyse der Werthform. Kehren wir zunächst wieder zurück zur ersten Erscheinungsform des Waaren werths. Wir nehmen zwei Quanta Waaren, die gleichviel Arbeitszeit zu ihrer Produktion kosten, also gleiche Werthgrößen sind, und wir haben 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke, oder 40 Ellen Leinwand sind zwei Röcke werth. Wir sehn, daß der Werth der Leinwand in einem bestimmten Quantum von Röcken ausgedrückt ist. Der Werth einer Waare, so dargestellt im Gebrauchswerth einer andern Waare, heißt ihr relativer Werth. Der relative Werth einer Waare kann wechseln, obgleich ihr Werth constant bleibt. Umgekehrt kann ihr relativer Werth constant bleiben, ||14| obgleich ihr Werth wechselt. Die Gleichung: 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke setzt nämlich voraus, daß beide Waaren gleich viel Arbeit kosten. Mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der sie hervorbringenden Arbeiten wechselt aber die zu ihrer Produktion nothwendige Arbeitszeit. Betrachten wir den Einfluß solcher Wechsel auf den relativen Werth. I. Der Werth der Leinwand wechsle, während der Rockwerth constant bleibt. Verdoppelt sich die zur Produktion der Leinwand verausgabte Arbeitszeit, etwa in Folge zunehmender Unfruchtbarkeit des flachstragenden Bodens, so verdoppelt sich ihr Werth. Statt 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke, hätten wir: 40 Ellen Leinwand = 4 Röcke, da 2 Röcke jetzt nur halb so viel Arbeitszeit enthalten als 40 Ellen Leinwand. Nimmt dagegen die zur Produktion der Leinwand nothwendige Arbeitszeit um die Hälfte ab, etwa in Folge verbesserter Webstühle, so sinkt der Leinwand wertA um die Hälfte. Demgemäß jetzt: 40 Ellen Leinwand = 1 Rock. Der relative Werth der Waare A, d. h. ihr Werth ausgedrückt in der Waare B, steigt und fällt also direkt wie der Werth der Waare A, bei gleichbleibendem Werth der Waare B. II. Der Werth der Leinwand bleibe constant, während der Rockwerth wechsle. Verdoppelt sich unter diesen Umständen die zur Produktion des Rockes nothwendige Arbeitszeit, etwa in Folge ungünstiger Wollschur, so haben wir statt 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke jetzt: 40 Ellen Leinwand = 1 Rock. Fällt dagegen der Werth des Rocks um die Hälfte, so 40 Ellen Leinwand = 4 Röcke. Bei gleichbleibendem Werth der Waare A, fällt oder

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Erstes Kapitel • Ware und Geld

steigt daher ihr relativer, in der Waare B ausgedrückter Werth im umgekehrten Verhältnis zum Werth wechsel von B. Vergleicht man die verschiedenen Fälle sub I und II, so ergiebt sich, daß derselbe Wechsel des relativen Werths aus ganz entgegengesetzten Ursachen entspringen kann. So wird aus 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke 1) die Gleichung 40 Ellen Leinwand = 4 Röcke, entweder weil der Werth der Leinwand sich verdoppelt oder der Werth der Röcke um die Hälfte fällt, und 2) die Gleichung 40 Ellen Leinwand = 1 Rock, entweder weil der Werth ||15| der Leinwand um die Hälfte sinkt oder der Werth des Rockes auf das Doppelte steigt. in. Die zur Produktion von Leinwand und Rock nothwendigen Arbeitsquanta wechseln gleichzeitig, in derselben Richtung und derselben Proportion. In diesem Falle nach wie vor 40 Ellen Leinwand = 2 Röcke, wie immer ihre Werthe verändert seien. Man entdeckt ihren Werthwechsel, sobald man sie mit einer dritten Waare vergleicht, deren Werth constant blieb. Stiegen oder fielen die Werthe aller Waaren gleichzeitig und in derselben Proportion, so blieben ihre relativen Werthe unverändert. Ihren wirklichen Werthwechsel ersähe man daraus, daß in derselben Arbeitszeit nun allgemein ein größeres oder kleineres Waarenquantum als vorher geliefert würde. IV. Die zur Produktion von Leinwand und Rock resp. nothwendigen Arbeitszeiten, und daher ihre Werthe, mögen gleichzeitig in derselben Richtung wechseln, aber in ungleichem Grad, oder in entgegengesetzter Richtung u. s. w. Der Einfluß aller möglichen derartigen Combinationen auf den relativen Werth einer Waare ergiebt sich einfach durch Anwendung der Fälle I., II. und III. Wir haben eben untersucht, wie weit Wechsel in der relativen Werthgröße einer Waare, der Leinwand, einen Wechsel ihrer eignen Werthgröße widerspiegelt, und überhaupt den relativen Werth nur nach seiner quantitativen Seite betrachtet. Wir wenden uns jetzt zu seiner Form. Wenn der relative Werth Darstellungsform des Werths, ist der Ausdruck der Aequivalenz zweier Waaren, wie x Waare A = y Waare B oder 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, die einfache Form des relativen Werths. I. Erste oder einfache Form des relativen Werths: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, (x Waare A = y Waare B.) Diese Form ist etwas schwierig zu analysiren, weil sie einfach ist16). Die in ihr enthaltenen unterschiedenen Bestimmungen sind verhüllt, unentwikkelt, abstrakt und daher nur durch einige Anstrengung der Abstraktionskraft auseinander- und festzuhalten. So viel ergiebt sich ||16| aber auf den ersten ") Sie ist gewissermaßen die Zellenform oder, wie Hegel sagen würde, das An sich des Geldes.

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1. Die Ware

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Blick, daß die Form dieselbe bleibt, ob 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder 20 Ellen Leinwand = x Röcke17). Leinwand kömmt auf die Welt in Gestalt eines Gebrauchswerths oder nützlichen Dings. Ihre steifleinene Körperlichkeit oder Naturalform ist daher nicht ihre Werthform, sondern deren grades Gegentheil. Ihr eignes Werthsein zeigt sie zunächst dadurch, daß sie sich auf eine andre Waare, den Rock, als ihr Gleiches bezieht. Wäre sie nicht selbst Werth, so könnte sie sich nicht auf den Rock als Werth, als Ihresgleichen, beziehn. Qualitativ setzt sie sich den Rock gleich, indem sie sich auf ihn bezieht als Vergegenständlichung gleichartiger menschlicher Arbeit, d. h. ihrer eignen Werthsubstanz, und sie setzt sich nur einen Rock gleich statt x Röcke, weil sie nicht nur Werth überhaupt, sondern Werth von bestimmter Größe ist, ein Rock aber grade soviel Arbeit enthält als 20 Ellen Leinwand. Durch diese Beziehung auf den Rock schlägt die Leinwand verschiedne Fliegen mit einer Klappe. Indem sie die andre Waare sich als Werth gleichsetzt, bezieht sie sich auf sich selbst als Werth. Indem sie sich auf sich selbst als Werth bezieht, unterscheidet sie sich zugleich von sich selbst als Gebrauchswerth. Indem sie ihre Werthgröße — und Werthgröße ist beides, Werth überhaupt und quantitativ gemeßner Werth — im Rocke ausdrückt, giebt sie ihrem Werthsein eine von ihrem unmittelbaren Dasein unterschiedne Werthform. Indem sie sich so als ein in sich selbst Differenzirtes darstellt, stellt sie sich erst wirklich als Waare dar—nützliches Ding, das zugleich Werth ist Soweit die Leinwand Gebrauchswerth, ist sie ein selbstständiges Ding. Ihr Werth erscheint dagegen nur im Verhältniß zu andrer Waare, dem Rocke z. B., ein Verhältniß, worin die Waarenart Rock ihr qualitativ gleichgesetzt wird und daher in bestimmter Quantität ||17| gleichgilt, sie ersetzt, mit ihr austauschbar ist. Eigne, vom Gebrauchswerth unterschiedne Form erhält der Werth daher nur durch seine Darstellung als Tauschwerth. Der Ausdruck des Leinwand werths im Rocke prägt dem Rocke selbst eine neue Form auf. In der That, was besagt die Werthform der Leinwand? Daß der Rock mit ihr austauschbar ist. Wie er geht oder liegt, mit Haut und Haaren, in seiner Naturalform Rock besitzt er jetzt die Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit andrer Waare, die Form eines austauschbaren Gebrauchswerths oder Aequivalents. Die Bestimmung des Aequivalents enthält nicht nur, daß eine Waare Werth überhaupt ist, sondern daß sie in ihrer dinglichen Gestalt, in ihrer Gebrauchsform, andrer Waare als Werth gilt und daher unmittelbar als Tauschwerth für die andre Waare da ist. I7

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> Die wenigen Oekonomen, die sich, wie S. Bailey, mit der Analyse der Werthform beschäftigt haben, konnten zu keinem Resultat kommen, einmal, weil sie Werthform und Werth verwechseln, zweitens, weil sie, unter dem rohen Einfluß des praktischen Bürgers, von vornherein ausschließlich die quantitative Bestimmtheit ins Auge fassen. "The command of quantity... constitutes value." (,,Money and its Vicissitudes". Lond. 1837, p. 11.) Verfasser: S.Bailey.

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Als Werth besteht die Leinwand nur aus Arbeit, bildet eine durchsichtig krystallisirte Arbeitsgallerte. In der Wirklichkeit ist dieser Krystall jedoch sehr trüb. Soweit Arbeit in ihm zu entdecken, und nicht jeder Waarenkörper zeigt die Spur der Arbeit, ist es nicht unterschiedslose menschliche Arbeit, sondern Weberei, Spinnerei u.s.w., die auch keineswegs seine einzige 5 Substanz bilden, vielmehr mit Naturstoffen verquickt sind. Um Leinwand als bloß dinglichen Ausdruck menschlicher Arbeit festzuhalten, muß man von allem absehn, was sie wirklich zum Ding macht. Gegenständlichkeit der menschlichen Arbeit, die selbst abstrakt ist, ohne weitere Qualität und Inhalt, ist nothwendig abstrakte Gegenständlichkeit, ein Gedankending. So wird das 10 Flachsgewebe zum Hirngespinnst. Aber Waaren sind Sachen. Was sie sind, müssen sie sachlich sein oder in ihren eignen sachlichen Beziehungen zeigen. In der Produktion der Leinwand ist ein bestimmtes Quantum menschlicher Arbeitskraft verausgabt worden. Ihr Werth ist der bloß gegenständliche Reflex der so verausgabten Arbeit, aber er reflektirt sich nicht in ihrem 15 Körper. Er offenbart sich, erhält sinnlichen Ausdruck durch ihr Werthverhältniß zum Rock. Indem sie ihn als Werth sich gleichsetzt, während sie sich zugleich als Gebrauchsgegenstand von ihm unterscheidet, wird der Rock die Erscheinungsform des Leinwand- Werths im Gegensatz zum ||18| Leinwand-Kö/per, ihre Werthform im Unterschied von ihrer Natural- 20 form,8). In dem relativen Werthausdruck: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder x Leinwand ist y Rock werth, gilt der Rock zwar nur als Werth oder Arbeitsgallerte, aber eben dadurch gilt die Arbeitsgallerte als Rock, der Rock als die Form, worin menschliche Arbeit gerinnt183). Der Gebrauchswerth Rock 25 wird nur zur Erscheinungsform des Leinwand-Werths, weil sich die Leinwand auf das Rockmaterial als unmittelbare Materiatur abstrakter menschlicher Arbeit bezieht, also Arbeit gleicher Art wie die in ihr selbst vergegenständlichte. Der Gegenstand Rock gilt ihr als sinnlich handgreifliche Gegenständlichkeit gleichartiger menschlicher Arbeit, daher als Werth in Natural- 30 form. Da sie als Werth gleichen Wesens mit dem Rock ist, wird die Naturalform Rock so zur Erscheinungsform ihres eignen Werths. Aber die im Gebrauchswerth Rock dargestellte Arbeit ist nicht menschliche Arbeit l8

) Man spricht deßhalb vom Rockwerth der Leinwand, wenn man ihren Werth in Röcken, von ihrem Kornwerth, wenn man ihn in Korn darstellt u. s. w. Jeder solcher Ausdruck besagt, daß es ihr Werth ist, der in den Gebrauchswerten Rock, Korn u. s.w. erscheint. 1S ") In gewisser Art gehts dem Menschen wie der Waare. Da er weder mit einem Spiegel auf die Welt kommt, noch als Fichtescher Philosoph: Ich bin Ich, bespiegelt sich der Mensch zuerst nur in einem andern Menschen. Erst durch die Beziehung auf den Menschen Paul als seinesgleichen, bezieht sich der Mensch Peter auf sich selbst als Mensch. Damit gilt ihm aber auch der Paul mit Haut und Haaren, in seiner paulinischen Leiblichkeit, als Erscheinungsform des genus Mensch.

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1. Die Ware

schlechthin, sondern eine bestimmte, nützliche Arbeit, Schneiderarbeit. Menschliche Arbeit schlechthin, Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, ist zwar jeder Bestimmung fähig, aber an und für sich unbestimmt. Verwirklichen, vergegenständlichen kann sie sich nur, sobald die menschliche Arbeitskraft in bestimmter Form verausgabt wird, als bestimmte Arbeit, denn nur der bestimmten Arbeit steht ein Naturstoff gegenüber, ein äußeres Material, worin sie sich vergegenständlicht. Bloß der Hegel'sche „Begriff" bringt es fertig, sich ohne äußern Stoff zu objektiviren19). | |19| Die Leinwand kann sich nicht auf den Rock als Werth oder incarnirte menschliche Arbeit beziehn, ohne sich auf Schneiderarbeit als die unmittelbare Verwirklichungsform menschlicher Arbeit zu beziehen. Was jedoch die Leinwand am Gebrauchswerth Rock interessirt, ist weder seine wollne Behäbigkeit, noch sein zugeknöpftes Wesen, noch irgend eine andre nützliche Qualität, die ihn zum Gebrauchswerth stempelt. Er dient ihr nur dazu, ihre Werthgegenständlichkeit im Unterschied von ihrer steifleinenen Gebrauchsgegenständlichkeit darzustellen. Sie hätte denselben Zweck erreicht, wenn sie ihren Werth in Assa Fötida oder Poudrette oder Stiefelwichse ausgedrückt. Die Schneiderarbeit gilt ihr daher ebenfalls nicht, sofern sie zweckmäßig produktive Thätigkeit, nützliche Arbeit, sondern nur sofern sie als bestimmte Arbeit Verwirklichungsform, Vergegenständlichungsweise menschlicher Arbeit überhaupt ist. Drückte die Leinwand ihren Werth statt im Rock in Stiefelwichse aus, so gälte ihr auch statt Schneidern Wichsen als die unmittelbare Verwirklichungsform abstrakter menschlicher Arbeit1®'). Erscheinungsform des Werths oder Aequivalent wird ein Gebrauchswerth oder Waarenkörper also nur dadurch, daß sich eine andere Waare auf die in ihm enthaltne konkrete, nützliche Arbeitsart als die unmittelbare Verwirklichungsform abstrakter menschlicher Arbeit bezieht. Wir stehn hier bei dem Spring)unkt aller Schwierigkeiten, welche das Verständniß der Werthform hindern. Es ist relativ leicht, den Werth der Waare von ihrem Gebrauchswerth zu unterscheiden, oder die den Gebrauchswerth formende Arbeit von derselben Arbeit, so weit sie bloß als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im Waarenwerth berechnet wird. Betrachtet man Waare oder Arbeit in der einen Form, so nicht in der andern und vice versa. Diese abstrakten Gegensätze fallen von selbst auseinander und sind daher leicht auseinander zu halten. An||20|ders mit der Werthform, die nur im Verhältniß von Waare zu Waare existirt. Der Gebrauchswert oder Waarenkörper spielt hier eine neue Rolle. Er wird zur Erscheinungsform ") „Der Begriff, welcher zunächst nur subjektiv ist, schreitet, ohne daß er dazu eines äußeren Materials oder Stoffs bedarf, seiner eignen Thätigkeit gemäß, dazu fort, sich zu objektiviren." Hegel, „Logik" p. 367 in der „Encyklopädie: Erster Theil. Berlin 1840." "•) Sofern man nämlich populär die Bereitung der Wichse selbst Wichsen heißt.

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des Waaren wert/is, also seines eignen Gegentheils. Ebenso wird die im Gebrauchswerth enthaltene konkrete nützliche Arbeit zu ihrem eignen Gegentheil, zur bloßen Verwirklichungsform abstrakter menschlicher Arbeit. Statt auseinanderzufallen, reflektiren sich die gegensätzlichen Bestimmungen der Waare hier in einander. So befremdlich dieß auf ersten Blick, erweist es sich bei weiterem Nachdenken als nothwendig. Die Waare ist von Haus aus ein zwieschlächtig Ding, Gebrauchswerth und Werth, Produkt nützlicher Arbeit und abstrakte Arbeitsgallerte. Um sich darzustellen als das was sie ist, muß sie daher ihre Form verdoppeln. Die Form eines Gebrauchswerths besitzt sie von Natur. Es ist ihre Naturalform. Werthform erwirbt sie erst im Umgang mit andren Waaren. Aber ihre Werthform muß selbst wieder gegenständliche Form sein. Die einzigen gegenständlichen Formen der Waaren sind ihre Gebrauchsgestalten, ihre Naturalformen. Da nun die Naturalform einer Waare, der Leinwand z. B., das grade Gegentheil ihrer Werthform ist, muß sie eine andre Naturalform, die Naturalform einer andern Waare zu ihrer Werthform machen. Was sie nicht unmittelbar für sich selbst, kann sie unmittelbar für andre Waare und daher auf einem Umweg für sich selbst thun. Sie kann ihren Werth nicht in ihrem eignen Körper oder in ihrem eignen Gebrauchswerth ausdrücken, aber sie kann sich auf einen andern Gebrauchswerth oder Waarenkörper als unmittelbares Werthdasein beziehn. Sie kann sich nicht zu der in ihr selbst, wohl aber zu der in andrer Waarenart enthaltenen konkreten Arbeit als bloßer Verwirklichungsform abstrakter menschlicher Arbeit verhalten. Sie braucht dazu nur die andre Waare sich als Aequivalent gleichzusetzen. Der Gebrauchswerth einer Waare existirt überhaupt nur für eine andre Waare, soweit er in dieser Weise zur Erscheinungsform ihres Werths dient. Betrachtet man in dem einfachen relativen Werthausdrucke: x Waare A = y Waare B nur das quantitative Verhältniß, so findet man auch nur die oben entwickelten Gesetze über die Bewegung des relativen Werths, die alle darauf beruhn, daß die Werthgröße der Waaren durch die zu ihrer Produktion nothwendige Arbeitszeit bestimmt ist. Betrachtet man aber das Werthverhältniß der beiden Waaren nach seiner qualitativen Seite, ||2l| so entdeckt man in jenem einfachen Werthausdruck das Geheimniß der Werthform und daher, in nuce, des Geldes20). Unsre Analyse hat gezeigt, daß der relative Werthausdruck einer Waare zwei verschiedne Werthformen einschließt. Die Leinwand drückt ihren Werth und ihre bestimmte Werthgröße im Rock aus. Sie stellt ihren Werth dar im Werthverhältniß zu einer andern Waare, daher als Tauschwerth. Es ist kaum verwunderlich, daß die Oekonomen, ganz unter dem Einfluß stofflicher Interessen, den Formgehalt des relativen Werthausdrucks iibersehn haben, wenn vor Hegel die Logiker von Profession sogar den Forminhalt der Urtheils- und Schlußparadigmen übersahen.

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1. Die Ware

Andrerseits die andre Waare, der Rock, worin sie ihren Werth relativ ausdrückt, erhält eben dadurch die Form eines mit ihr unmittelbar austauschbaren Gebrauchswerths oder Aequivalents. Beide Formen, relative Werthform der einen Waare, Aequivalentform der andern, sind Formen des Tauschwerths. Beide sind in der That nur Momente, wechselseitig durcheinander bedingte Bestimmungen, desselben relativen Werthausdrucks, aber polarisch vertheilt auf die zwei gleichgesetzten Waareoextreme. Quantitative Bestimmtheit ist nicht in der Aequivalentform einer Waare eingeschlossen. Das bestimmte Verhältnis z. B., worin Rock Aequivalent von Leinwand ist, entspringt nicht aus seiner Aequivalentform, der Form seiner unmittelbaren Austauschbarkeit mit der Leinwand, sondern aus der Bestimmung der Werthgröße durch Arbeitszeit. Die Leinwand kann ihren eignen Werth nur in Röcken darstellen, indem sie sich auf ein bestimmtes Rockquantum als gegebenes Quantum krystallisirter menschlicher Arbeit bezieht. Aendert sich der Rockwerth, so ändert sich auch diese Beziehung. Damit sich aber der relative Werth der Leinwand ändere, muß er vorhanden sein, und er kann nur gebildet werden bei gegebenem Rockwerth. Ob die Leinwand ihren eignen Werth nun in 1,2 oder x Röcken darstellt, hängt unter dieser Voraussetzung ganz von der Werthgröße einer Elle Leinwand und der Ellenanzahl ab, deren Werth in Rockform dargestellt werden soll. Die Werthgröße einer Waare kann sich nur im Gebrauchswerth einer andern Waare ausdrücken, als relativer Werth. Die Form eines ||22| unmittelbar austauschbaren Gebrauchswerths oder Aequivalents erhält eine Waare dagegen umgekehrt nur als das Material, worin der Werth einer andern Waare ausgedrückt wird. Diese Unterscheidung ist getrübt durch eine charakteristische Eigentümlichkeit des relativen Werthausdrucks in seiner einfachen oder ersten Form. Die Gleichung: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, oder 20 Ellen Leinwand sind einen Rock werth, schließt nämlich offenbar die identische Gleichung ein: 1 Rock = 20 Ellen Leinwand, oder 1 Rock ist 20 Ellen Leinwand werth. Der relative Werthausdruck der Leinwand, worin der Rock als Aequivalent figurirt, enthält also rückbezüglich den relativen Werthausdruck des Rocks, worin die Leinwand als Aequivalent figurirt. Obgleich beide Bestimmungen der Werthform oder beide Darstellungsweisen des Waaren wertes als Tausch werth nur relativ sind, scheinen beide nicht in demselben Grad relativ. Im relativen Werth der Leinwand: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, ist der Tausch werth der Leinwand ausdrücklich als ihre Beziehung auf eine andre Waare dargestellt. Der ftock seinerseits ist zwar auch nur Aequivalent, so weit sich die Leinwand auf ihn als Erscheinungsform ihres eignen Werths und daher mit ihr unmittelbar Austauschbares bezieht. Nur innerhalb dieser Beziehung ist er Aequivalent. Aber er verhält

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

sich passiv. Er ergreift keine Initiative. Er findet sich in Beziehung, weil sich auf ihn bezogen wird. Der Charakter, der ihm aus dem Verhältnis mit der Leinwand erwächst, erscheint daher nicht als Resultat seiner Beziehung, sondern ohne sein Zuthun vorhanden. Noch mehr. Die bestimmte Art und Weise, wie sich die Leinwand auf ihn bezieht, ist ganz dazu gemacht, es ihm „anzuthun", wäre er auch noch so bescheiden und keineswegs das Produkt eines „taflor run mad with pride". Die Leinwand bezieht sich nämlich auf den Rock als sinnlich existirende Materiatur der menschlichen Arbeit in abstracto und daher als vorhandnen Werthkörper. Er ist dieß nur, weil und sofern sich die Leinwand in dieser bestimmten Weise auf ihn bezieht. Sein Aequivalentsein ist so zu sagen nur eine Reflexionsbestimmung der Leinwand. Aber es scheint grade umgekehrt. Einerseits giebt er sich selbst nicht die Mühe sich zu beziehn. Andrerseits bezieht sich die Leinwand auf ihn, nicht um ihn zu etwas zu machen, sondern weil er ohne sie etwas ist. ||23| Das fertige Produkt der Beziehung der Leinwand auf den Rock, seine Aequivalentform, seine Bestimmtheit als unmittelbar austauschbarer Gebrauchswerth, scheint ihm daher auch außerhalb der Beziehung zur Leinwand dinglich anzugehören, ganz wie etwa seine Eigenschaft warm zu halten. In der ersten oder einfachen Form des relativen Werths: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, ist dieser falsche Schein noch nicht befestigt, weil sie unmittelbar auch das Gegentheil aussagt, daß der Rock Aequivalent der Leinwand und daß jede der beiden Waaren diese Bestimmtheit nur besitzt, weil und sofern die andre sie zu ihrem relativen Werthausdruck macht21). In der einfachen Form des relativen Werths oder dem Ausdrucke der Aequivalenz zweier Waaren, ist die Form entwicklung des Werths für beide Waaren gleichmäßig, obgleich jedesmal in entgegengesetzter Richtung. Der relative Werthausdruck ist ferner mit Bezug auf jede der beiden Waaren einheitlich, denn die Leinwand stellt ihren Werth nur in einer Waare dar, dem Rocke und vice versa, aber für beide Waaren ist dieser Werthausdruck doppelt, verschieden für jede derselben. Endlich ist jede der beiden Waaren nur Aequivalent für die andre einzelne Waarenart, also nur einzelnes Aequivalent. Solche Gleichung, wie 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, oder zwanzig Ellen Leinwand sind einen Rock werth, drückt offenbar den Werth der Waare nur ganz beschränkt und einseitig aus. Vergleiche ich die Leinwand z. B., statt mit Röcken, mit andern Waaren, so erhalte ich auch andre relative Werthausdrücke, andre Gleichungen, wie 20 Ellen Leinwand = u Kaffee, 20 Ellen Leinwand = v Thee u. s. w. Die Leinwand hat eben so viele verschiedne 2I

) Es ist mit solchen Reflexionsbestimmungen überhaupt ein eignes Ding. Dieser Mensch ist z. B. nur König, weil sich andre Menschen als Unterthanen zu ihm verhalten. Sie glauben umgekehrt Unterthanen zu sein, weil er König ist.

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relative Werthausdrücke, als es von ihr verschiedne Waaren giebt und die Zahl ihrer relativen Werthausdrücke wächst beständig mit der Zahl neu auftretender Waarenarten22). | |24| Die erste Form 20 Ellen Leinwand = 1 Rock gab zwei relative Ausdrücke für den Werth zweier Waaren. Diese zweite Form giebt für den Werth derselben Waare die bunteste Mosaik relativer Ausdrücke. Auch scheint weder für den Ausdruck der Werthgröße irgend etwas gewonnen, denn in 20 Ellen Leinwand = 1 Rock ist die Werthgröße der Leinwand, die ja in jedem Ausdrucke dieselbe bleibt, eben so erschöpfend dargestellt als in 20 Ellen Leinwand = u Thee u.s.w., noch für die Formbestimmung des Aequivalents, denn in 20 Ellen Leinwand = u Kaffee u. s. w., sind Kaffee u. s. w. nur einzelne Aequivalente, ganz wie es der Rock war. Dennoch birgt diese zweite Form eine wesentliche Fortentwicklung. Es liegt darin nämlich nicht nur, daß die Leinwand ihren Werth zufällig bald in Röcken ausdrückt, bald in Kaffee u. s.w., sondern daß sie ihn sowohl in Röcken als in Kaffee u. s. w. ausdrückt, entweder in dieser Waare oder jener oder der dritten u. s. w. Die Weiterbestimmung zeigt sich, sobald diese zweite oder entfaltete Form des relativen Werthausdrucks in ihrem Zusammenhang dargestellt wird. Wir erhalten dann: n. Zweite oder entfaltete Form des relativen Werths: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder = u Kaffee oder = v Thee oder = x Eisen oder = y Weizen oder = u. s. w. u. s. w. z Waare A = u Waare B oder = v Waare C oder = w Waare D oder = x Waare E oder = y Waare F oder = u. s. w. Zunächst bildet offenbar die erste Form das Grundelement der ||25| zweiten, denn letztere besteht aus vielen einfachen relativen Werthausdrücken, wie 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, 20 Ellen Leinwand = u Kaffee u. s.w. In der ersten Form: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock kann es zufällige Thatsache scheinen, daß diese zwei Waaren in diesem bestimmten quantitativen Verhältnisse austauschbar sind. In der zweiten Form leuchtet dagegen sofort ein von der zufälligen Erscheinung wesentlich unterschiedner und sie bestimmender Hintergrund durch. Der Werth der Leinwand bleibt n ) "The value of any commodity denoting its relation in exchange, we may speak of it as... cornvalue, clothvalue, according to the commodity with which it is compared; and then there are a thousand different kinds of value, as many kinds of value as there are commodities in existence, and all are equally real and equally nominal." G^A Critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value: chiefly in reference to the writings of Mr. Ricardo and his followers. By (he Author of Essays on the Formation etc. of Opinions. London 1825", p. 39). 5. Bailey, der Verfasser dieser anonymen Schrift, die ihrer Zeit viel Lärm in England machte, bildet sich ein durch diesen Hinweis auf die kunterbunten relativen Ausdrücke desselben Waaren- Werths alle Begriffsbestimmung des Werths vernichtet zu haben. Daß er übrigens, trotz eigner Bornirtheit, wunde Flecken der Ricardo'sehen Theorie sondirt hat, bewies die Gereiztheit, womit die Ricardo'sche Schule ihn angriff, z. B. in der Westminster Review.

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

gleich groß, ob in Rock oder Kaffee oder Eisen u. s.w. dargestellt, in zahllos verschiednen Waaren, den verschiedensten Besitzern angehörig. Das zufällige Verhältniß zweier individueller Waarenbesitzer fällt fort. Es wird offenbar, daß nicht der Austausch die Werthgröße der Waare, sondern umgekehrt die Werthgröße der Waare ihre Austauschverhältnisse regulirt. In dem Ausdruck: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock galt der Rock als Erscheinungsform der in der Leinwand vergegenständlichten Arbeit. So wurde die in der Leinwand enthaltene Arbeit der im Rock enthaltnen gleichgesetzt und daher als gleichartige menschliche Arbeit bestimmt. Indeß trat diese Bestimmung nicht ausdrücklich hervor. Unmittelbar setzt die erste Form die in der Leinwand enthaltne Arbeit nur der Schneiderarbeit gleich. Anders die zweite Form. In der endlosen, stets verlängerbaren Reihe ihrer relativen Wertausdrücke bezieht sich die Leinwand auf alle möglichen Waarenkörper als bloße Erscheinungsformen der in ihr selbst enthaltenen Arbeit. Hier ist der Leinwand-Werth daher erst wahrhaft dargestellt als Werth, d.h. Krystall menschlicher Arbeit überhaupt. Die zweite Form besteht aus einer Summe von lauter Gleichungen der ersten Form. Jede dieser Gleichungen, wie 20 Ellen Leinwand = 1 Rock schließt aber auch die Rückbeziehung ein: 1 Rock = 20 Ellen Leinwand, wo der Rock seinen Werth in der Leinwand und eben dadurch die Leinwand als Aequivalent darstellt. Da dieß nun von jedem der zahllosen relativen Werthausdrücke der Leinwand gilt, erhalten wir: III. Dritte, umgekehrte oder rückbezogene zweite Form des relativen Werths. | |26| 1 Rock = 20 Ellen Leinwand, u Kaffee = 20 Ellen Leinwand, v Thee = 20 Ellen Leinwand, x Eisen = 20 Ellen Leinwand, y Weizen = 20 Ellen Leinwand. u. s. w. = 20 Ellen Leinwand. Der relative Werthausdruck der Waaren kehrt hier zurück in seiner ursprünglichen Gestalt: 1 Rock = 20 Ellen Leinwand. Jedoch ist diese einfache Gleichung jetzt weiter entwickelt. Ursprünglich enthielt sie nur, daß der Rockwerth durch seinen Ausdruck in einer andern Waare eine vom Gebrauchswerth Rock oder dem Rockkörper selbst unterschiede und unabhängige Form erhält. Jetzt stellt dieselbe Form den Rock auch allen andern Waaren gegenüber als Werth dar und ist daher seine allgemein gültige Werthform. Nicht nur der Rock, sondern Kaffee, Eisen, Weizen, kurz alle andern Waaren drücken ihren Werth jetzt im Material Leinwand aus. Alle stellen sich so einander als dieselbe Materiatur menschlicher Arbeit dar. Sie

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sind nur noch quantitativ verschieden, weßwegen 1 Rock, u Kaffee, x Eisen u. s. w., d. h. verschiedne Quanta dieser verschiednen Dinge = 20 Ellen Leinwand, gleich demselben Quantum vergegenständlichter menschlicher Arbeit. Durch ihren gemeinschaftlichen Werthausdruck im Material Leinwand unterscheiden sich also alle Waaren als Tauschwerte von ihren eignen Gebrauchswerten und beziehn sich zugleich auf einander als Werthgrößen, setzen sich qualitativ gleich und vergleichen sich quantitativ. Erst in diesem einheitlichen relativen Werthausdruck erscheinen sie alle für einander als Werthe und erhält ihr Werth daher erst seine entsprechende Erscheinungsform als Tauschwerth. Im Unterschied zur entfalteten Form des relativen Werths (Form II), die den Werth einer Waare im Umkreis aller andern Waaren darstellt, nennen wir diesen einheitlichen Wertausdruck die allgemeinerelative Werthform. In der Form II: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder = u Kaffee oder = v Thee oder = x Eisen u. s. w., worin die Leinwand ihren relativen Wertbausdruck entfaltet, bezieht sie sich auf jede einzelne Waare, Rock, Kaffee u. s. w. als ein besondres Aequivalent und ||27| auf alle zusammen als den Umkreis ihrer besondern Aequivalentformen. Ihr gegenüber gilt keine einzelne Waarenart noch als Aequivalent schlechthin, wie im einzelnen Aequivalent, sondern nur als besondres Aequivalent, wovon das eine das andre ausschließt. In der Form m , welche die rückbezogene zweite Form und also in ihr eingeschlossen ist, erscheint die Leinwand dagegen als die Gattungsform des Aequivalents für alle andern Waaren. Es ist als ob neben und außer Löwen, Tigern, Hasen und allen andern wirklichen Thieren, die gruppirt die verschiednen Geschlechter, Arten, Unterarten, Familien u. s. w. des Thierreichs bilden, auch noch das Thier existirte, die individuelle Incarnation des ganzen Thierreichs. Ein solches Einzelne, das in sich selbst alle wirklich vorhandenen Arten derselben Sache einbegreift, ist ein Allgemeines, wie Thier, Gott u. s. w. Wie die Leinwand daher einzelnes Aequivalent wurde, dadurch daß sich eine andre Waare auf sie als Erscheinungsform des Werths bezog, so wird sie als allen Waaren gemeinschaftliche Erscheinungsform des Werths das allgemeine Aequivalent, allgemeiner Werthleib, allgemeine Materiatur der abstrakten menschlichen Arbeit. Die in ihr materialisirte besondre Arbeit gilt daher jetzt als allgemeine Verwirklichungsform der menschlichen Arbeit, als allgemeine Arbeit. Bei der Darstellung des Werths der Waare A in der Waare B, wodurch die Waare B einzelnes Aequivalent wird, war es gleichgültig, von welcher besondern Sorte die Waare B. Nur mußte die Körperlichkeit der Waare B andrer Art sein als die der Waare A, daher auch Produkt andrer nützlicher Arbeit. Indem der Rock seinen Werth in Leinwand darstellte, bezog er sich auf Leinwand als die verwirklichte menschliche Arbeit, und eben dadurch

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Erstes Kapitel Ware und Geld

auf Leineweberei als die Verwirklichungsform der menschlichen Arbeit, aber die besondre Bestimmtheit, welche Leineweberei von andern Arbeitsarten unterscheidet, war durchaus gleichgültig. Sie mußte nur andrer Art sein als die Schneiderarbeit und im übrigen eine bestimmte Arbeitsart. Anders sobald die Leinwand allgemeines Aequivalent wird. Dieser Gebrauchswerth in seiner besondern Bestimmtheit, wodurch er Leinwand im Unterschied von allen andern Waarenarten, Kaffee, Eisen u. s.w., wird jetzt die allgemeine Werthform aller andern Waaren und daher allgemeines Aequivalent. Die ||28| in ihm dargestellte besondre nützliche Arbeitsart gilt daher jetzt als allgemeine Verwirklichungsform der menschlichen Arbeit, als allgemeine Arbeit, grade soweit sie Arbeit von besondrer Bestimmtheit ist, Leineweberei im Unterschied nicht nur von Schneiderarbeit, sondern von Kaffeebau, Minenarbeit und allen andern Arbeitsarfe/i. Umgekehrt gelten alle andren Arbeitsarten, im relativen Werthausdruck der Leinwand, des allgemeinen Aequivalents (Form ED, nur noch als besondre Verwirklichungsformen der menschlichen Arbeit. Als Werthe sind die Waaren Ausdrücke derselben Einheit, der abstrakten menschlichen Arbeit. In der Form des Tausch werths erscheinen sie einander als Werthe und beziehn sich auf einander als Werthe. Sie beziehn sich damit zugleich auf die abstrakte menschliche Arbeit als ihre gemeinsame gesellschaftliche Substanz. Ihr gesellschaftliches Verhältniß besteht ausschließlich darin einander als nur quantitativ verschiedne, aber qualitativ gleiche und daher durch einander ersetzbare und mit einander vertauschbare Ausdrücke dieser ihrer gesellschaftlichen Substanz zu gelten. Als nützliches Ding besitzt eine Waare gesellschaftliche Bestimmtheit, soweit sie Gebrauchswerth für andre außer ihrem Besitzer ist, also gesellschaftliche Bedürfnisse befriedigt. Aber gleichgültig, auf wessen Bedürfnisse ihre nützlichen Eigenschaften sie beziehn, sie wird durch dieselben immer nur auf menschliche Bedürfnisse bezogener Gegenstand, nicht Waare für andre Waaren. Nur was bloße Gebrauchsgegenstände in Waaren verwandelt, kann sie als Waaren auf einander beziehn und daher in gesellschaftlichen Rapport setzen. Es ist dieß aber ihr Werth. Die Form, worin sie sich als Werthe, als menschliche Arbeitsgallerte gelten, ist daher ihre gesellschaftliche Form. Gesellschaftliche Form der Waare und Werthform oder Form der Austauschbarkeit sind also eins und dasselbe. Ist die Naturalform einer Waare zugleich Werthform, so besitzt sie die Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit andern Waaren und daher unmittelbar gesellschaftliche Form. Die einfache relative Werthform (Form I) 1 Rock = 20 Ellen Leinwand unterscheidet sich von der allgemeinen relati\\29\ven Werthform 1 Rock = 20 Ellen Leinwand nur dadurch, daß diese Gleichung jetzt ein Glied der Reihe bildet

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1 Rock = 20 Ellen Leinwand u Kaffee = 20 Ellen Leinwand v Thee = 20 Ellen Leinwand u. s. w. Sie unterscheidet sich also in der That nur dadurch, daß die Leinwand aus einem einzelnen zum allgemeinen Aequivalent fortentwickelt ist. Wenn also im einfachen relativen Werthausdrucke nicht die Waare, die ihre Werthgröße ausdrückt, sondern die Waare, worin Werthgröße ausgedrückt wird, die Form unmittelbarer Austauschbarkeit, Aequivalentform, also unmittelbar gesellschaftliche Form erhält, so gilt dasselbe für den allgemeinen relativen Werthausdruck. Aber in der einfachen relativen Werthform ist dieser Unterschied nur noch formell und verschwindend. Wenn in 1 Rock = 20 Ellen Leinwand der Rock seinen Werth relativ, nämlich in Leinwand ausdrückt und die Leinwand dadurch Aequivalentform erhält, so schließt dieselbe Gleichung unmittelbar die Rückbeziehung ein: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, worin der Rock die Aequivalentform erhält und der Werth der Leinwand relativ ausgedrückt wird. Diese gleichmäßige und gegenseitige Entwicklung der Werthform beider Waaren als relativer Werth und als Aequivalent findet jetzt nicht länger statt. Wird die allgemeine relative Werthform 1 Rock = 20 Ellen Leinwand, wo die Leinwand allgemeines Aequivalent, umgekehrt in 20 Ellen Leinwand = 1 Rock, so wird der Rock dadurch nicht allgemeines Aequivalent für alle andern Waaren, sondern nur ein besondres Aequivalent der Leinwand. Allgemein ist die relative Werthform des Rocks nur, weil sie zugleich die relative Werthform aller andern Waaren. Was vom Rock, gilt vom Kaffee u. s.w. Es folgt daher, daß die allgemeine relative Werthform der Waaren sie selbst von der allgemeinen Aequivalentform ausschließt. Umgekehrt ist eine Waare, wie Leinwand, sobald sie die allgemeine Aequivalentform besitzt, von der allgemeinen relativen Werthform ausgeschlossen. Die allgemeine, mit den andern Waaren einheitliche relative Werthform der Leinwand wäre: 20 Ellen Leinwand = 20 Ellen Leinwand. Dieß ist aber eine Tautologie, welche die Werthgröße dieser in allgemeiner Aequivalentform und daher in stets austauschbarer Form ||30| befindlichen Waare nicht ausdrückt. Vielmehr wird die entfaltete relative Werthform: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder = u Kaffee oder = v Thee oder = u. s. w. jetzt zum specifischen relativen Werthausdrucke des allgemeinen Aequivalents. In dem allgemeinen relativen Werthausdruck der Waaren besitzt jede Waare, Rock, Kaffee, Thee u. s. w. eine von ihrer Naturalform verschiedne Werthform, nämlich die Form Leinwand. Und eben in dieser Form beziehn sie sich auf einander als Austauschbare und in quantitativ bestimmten Verhältnissen Austauschbare, denn wenn 1 Rock = 20 Ellen Leinwand, 39

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u Kaffee = 20 Ellen Leinwand u. s. w., so ist auch 1 Rock = u Kaffee u. s. w. Indem alle Waaren sich in einer und derselben Waare als Werthgrößen bespiegeln, wiederspiegeln sie sich wechselseitig als Werthgrößen. Aber die Naturalformen, die sie als Gebrauchsgegenstände besitzen, gelten ihnen wechselseitig nur auf diesem Umweg, also nicht unmittelbar als Erscheinungsformen des Werths. Sowie sie unmittelbar sind, sind sie daher nicht unmittelbar austauschbar. Sie besitzen also nicht die Form unmittelbarer Austauschbarkeit für einander oder ihre gesellschaftlich gültige Form ist eine vermittelte. Umgekehrt. Indem alle andern Waaren auf Leinwand als Erscheinungsform des Werths sich beziehen, wird die Naturalform der Leinwand die Form ihrer unmittelbaren Austauschbarkeit mit allen Waaren, daher unmittelbar ihre allgemein gesellschaftliche Form. Eine Waare erhält nur die allgemeine Aequivalentform, weil und sofern sie allen andern Waaren zur Darstellung ihrer allgemeinen relativen, daher nicht unmittelbaren Werthform dient. Waaren müssen sich aber relative Werthform überhaupt geben, weü ihre Naturalformen nur ihre Gebrauchswerthformen, und sie müssen sich einheitliche, daher allgemeine relative Werthform geben, um sich alle als Werthe, als gleichartige Gallerten menschlicher Arbeit auf einander zu beziehen. Eine Waare befindet sich daher nur in der Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen andern Waaren und daher in unmittelbar gesellschaftlicher Form, weil und sofern alle andern Waaren sich nicht darin befinden, oder weil die Waare überhaupt sich von Haus aus nicht in unmittelbar austauschbarer oder gesellschaftlicher Form befindet, ||3l| indem ihre unmittelbare Form die Form ihres Gebrauchswerths, nicht ihres Werthes. Man sieht es der Form allgemeiner unmittelbarer Austauschbarkeit in der That keineswegs an, daß sie eine gegensätzliche Waarenform ist, von der Form nicht unmittelbarer Austauschbarkeit ebenso unzertrennlich, wie die Positivität eines Magnetpols von der Negativität des andern. Man kann sich daher einbilden, man könne allen Waaren zugleich den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken, wie man sich auch einbilden kann, man könne alle Arbeiter zu Kapitalisten machen. In der That aber sind allgemeine relative Werthform und allgemeine Aequivalentform die gegensätzlichen, sich wechselweis voraussetzenden und wechselweis abstoßenden Pole derselben gesellschaftlichen Form der Waaren23). B

) Für den Kleinbürger, der in der Form der Warenproduktion das nec plus ultra menschlicher Freiheit und individueller Unabhängigkeit erblickt, wäre es natürlich sehr wünschenswerth, zugleich der mit dieser Form verbundnen Mißstände überhoben zu sein, namentlich auch der nicht unmittelbaren Austauschbarkeit der Waaren. Die Ausmalung dieser Philisterutopie bildet Proudhon's Socialismus, der, wie ich anderswo gezeigt, nicht einmal das Verdienst der Originalität besitzt, vielmehr lange vor ihm von Bray, Gray und Andern weit besser entwickelt wurde. Dieß verhindert solche Weisheit nicht, heutzutage unter dem Namen der „science" in Frank-

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Als unmittelbar gesellschaftliche Materiatur der Arbeit ist die Leinwand, das allgemeine Aequivalent, Materiatur unmittelbar gesellschaftlicher Arbeit, während die andern Waarenkörper, welche ihren Werth in Leinwand darstellen, Materiaturen nicht unmittelbar gesellschaftlicher Arbeiten sind. In der That sind alle Gebrauchswerthe nur Waaren, weil Produkte von einander unabhängiger Privatarbeiten, Privatarbeiten, die jedoch als besondere, wenn auch verselbständigte, Glieder des naturwüchsigen Systems der Theilung der Arbeit stofflich von einander abhängen. Sie hängen so gesellschaftlich zusammen grade durch ihre Verschiedenheit, ihre besondre Nützlichkeit Eben deßwegen produciren sie qualitativ verschiedne Gebrauchswerthe. Wenn ||32| nicht, so würden diese Gebrauchswerthe nicht zu Waaren für einander. Andrerseits macht diese verschiedne nützliche Qualität Produkte noch nicht zu Waaren. Producirt eine bäuerliche Familie für ihren eignen Consum Rock und Leinwand und Weizen, so treten diese Dinge der Familie als verschiedne Produkte ihrer Familienarbeit gegenüber, aber nicht sich selbst wechselseitig als Waaren. Wäre die Arbeit unmittelbar gesellschaftliche, d. h. gemeinsame Arbeit, so erhielten die Produkte den unmittelbar gesellschaftlichen Charakter eines Gemeinprodukts für ihre Producenten, aber nicht den Charakter von Waaren für einander. Indeß haben wir hier nicht weit zu suchen, worin die gesellschaftliche Form der in den Waaren enthaltenen und von einander unabhängigen Privatarbeiten besteht. Sie ergab sich bereits aus der Analyse der Waare. Ihre gesellschaftliche Form ist ihre Beziehung auf einander als gleiche Arbeit, also, da die Gleichheittoto coelo verschiedner Arbeiten nur in einer Abstraktion von ihrer Ungleichheit bestehen kann, ihre Beziehung auf einander als menschliche Arbeit überhaupt, Verausgabungen menschlicher Arbeitskraft, was alle menschlichen Arbeiten, welches immer ihr Inhalt und ihre Operationsweise, in der That sind. In jeder gesellschaftlichen Arbeitsform sind die Arbeiten der verschiednen Individuen auch als menschliche auf einander bezogen, aber hier gilt diese Beziehung selbst als die specifisch gesellschaftliche Form der Arbeiten. Nun besitzt aber keine dieser Privatarbeiten in ihrer Naturalform diese specifisch gesellschaftliche Form abstrakter menschlicher Arbeit, so wenig wie die Waare in ihrer Naturalform die gesellschaftliche Form bloßer Arbeitsgallerte, oder des Werthes, besitzt. Dadurch aber daß die Naturalform einer Waare, hier der Leinwand, allgemeine Aequivalentform wird, weil sich alle andern Waaren auf dieselbe als Erscheinungsform ihres eignen Werths reich zu grassiren. Nie hat eine Schule mehr als die Proudhon'sche mit dem Wort „science" um sich geworfen, denn „wo Begriffe fehlen. Da stellt zur rechten Zeit ein Wort sich ein."

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beziehn, wird auch die Leinweberei zur allgemeinen Verwirklichungsform abstrakter menschlicher Arbeit oder zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. Der Maßstab der „Gesellschaftlichkeit" muß aus der Natur der jeder Produktionsweise eigenthümlichen Verhältnisse, nicht aus ihr fremden Vorstellungen entlehnt werden. Wie vorhin gezeigt ward, daß die Waare von 5 Natur die unmittelbare Form allgemeiner Austauschbarkeit ausschließt und die allgemeine Aequivalentform daher nur gegensätzlich entwickeln kann, so gilt dasselbe für die in den Waaren ||33| steckenden Privatarbeiten. Da sie nicht unmittelbar gesellschaftliche Arbeit sind, so ist erstens die gesellschaftliche Form eine von den Naturalformen der wirklichen nützlichen Arbeiten 10 unterschiedne, ihnen fremde, und abstrakte Form, und zweitens erhalten alle Arten Privatarbeit ihren gesellschaftlichen Charakter nur gegensätzlich, indem sie alle einer ausschließlichen Art Privatarbeit, hier der Leineweberei, gleichgesetzt werden. Dadurch wird letztere die unmittelbare und allgemeine Erscheinungsform abstrakter menschlicher Arbeit und so Arbeit 15 in unmittelbar gesellschaftlicher Form. Sie stellt sich daher auch unmittelbar in einem gesellschaftlich geltenden und allgemein austauschbaren Produkt dar. Der Schein, als ob die Aequivalentform einer Waare aus ihrer eignen dinglichen Natur entspringe, statt bloßer Reflex der Beziehungen der andern 20 Waaren zu sein, befestigt sich mit der Fortbildung des einzelnen Aequivalents zum allgemeinen, weil die gegensätzlichen Momente der Werthform sich nicht mehr gleichmäßig für die auf einander bezognen Waaren entwickeln, weil die allgemeine Aequivalentform eine Waare als etwas ganz apartes von allen andern Waaren scheidet und endlich weil diese ihre Form 25 in der That nicht mehr das Produkt der Beziehung irgend einer einzelnen andern Waare ist. Indeß ist auf unserm jetzigen Standpunkt das allgemeine Aequivalent noch keineswegs verknöchert. Wie wurde in der That die Leinwand in das allgemeine Aequivalent verwandelt? Dadurch, daß sie ihren Werth erst in einer 30 einzelnen Waare (Form I), dann in allen andern Waaren der Reihe nach relativ darstellte (Form II), und so rückbezüglich alle andern Waaren in ihr ihre Werthe relativ darstellten (Form III). Der einfache relative Werthausdruck war der Keim, woraus sich die allgemeine Aequivalentform der Leinwand entwickelte. Innerhalb dieser Entwicklung ändert sie die Rolle. 35 Sie beginnt damit, ihre Werthgröße in einer andern Waare darzustellen und endet damit zum Material für den Werthausdruck aller andern Waaren zu dienen. Was von der Leinwand, gilt von jeder Waare. In ihrem entfalteten relativen Werthausdrucke (Form II), der nur aus ihren vielen, einfachen Werthausdrücken besteht, figurirt die Leinwand noch nicht als allgemeines 40 Aequivalent. Vielmehr bildet hier jeder andre Waarenkörper ihr Aequiva-

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lent, ist daher unmittelbar austauschbar mit ihr und kann also die Stelle mit ihr wechseln. | |34| Wir erhalten daher schließlich: Form IV: 20 Ellen Leinwand = 1 Rock oder = u Kaffee oder = v Thee oder - x Eisen oder =y Weizen oder = u. s. w. 1 Rock = 20 Ellen Leinwand oder = u Kaffee oder = v Thee oder = x Eisen oder = y Weizen oder = u. s. w. u Kaffee = 20 Ellen Leinwand oder = 1 Rock oder = v Thee oder = x Eisen oder = y Weizen oder = u. s. w. v Thee = u. s.w. Aber jede dieser Gleichungen rückbezogen ergiebt Rock, Kaffee, Thee u. s. w. als allgemeines Aequivalent, daher den Werthausdruck in Rock, Kaffee, Thee u. s. w. als allgemeine relative Werthform aller andern Waaren. Die allgemeine Aequivalentform kommt immer nur einer Waare zu im Gegensatz zu allen andern Waaren; aber sie kommt jeder Waare im Gegensatz zu allen andern zu. Stellt aber jede Waare ihre eigne Naturalform allen andern Waaren gegenüber als allgemeine Aequivalentform, so schließen alle Waaren alle von der allgemeinen Aequivalentform aus und daher sich selbst von der gesellschaftlich gültigen Darstellung ihrer Werthgrößen. Man sieht: die Analyse der Waare ergiebt alle wesentlichen Bestimmungen der Weithform und die Werthform selbst in ihren gegensätzlichen Momenten, die allgemeine relative Wertbform, die allgemeine Aequivalentform, endlich die nie abschließende Reihe einfacher relativer Werthausdrücke, welche erst eine Durchgangsphase in der Entwicklung der Werthform bildet, um schließlich in die specifisch relative Werthform des allgemeinen Aequivalents umzuschlagen. Aber die Analyse der Waare ergab diese Formen als Waarenformen überhaupt, die also auch jeder Waare zukommen, nur gegensätzlich, so daß wenn die Waare A sich in der einen Formbestimmung befindet, die Waaren B, C u. s. w. ihr gegenüber die andere annehmen. Das entscheidend Wichtige aber war den inneren nothwendigen Zusammenhang zwischen Werth/onn, Werthsubstanz und Werthgroße zu entdecken, d. h. ideell ausgedrückt, zu beweisen, daß die Werth/onn aus dem Werthbegrif/ entspringt24). | M

) Es ist einer der Grundmängel der klassischen politischen Oekonomie, daß es ihr nie gelang, aus der Analyse der Waare und specieller des Waaren Werths die Form des Werths, die ihn eben zum Tausc/iwerth macht, herauszufinden. Grade in ihren besten Repräsentanten, wie A. Smith und Ricardo, behandelt sie die Werth/onn als etwas ganz Gleichgültiges oder der Natur der Waare selbst Aeußerliches. Der Grund ist nicht allein, daß die Analyse der Werthgrösse ihre Aufmerksamkeit ganz absorbirL Er liegt tiefer. Die Werthform des Arbeitsprodukts ist die abstrakteste, aber auch allgemeinste Form der bürgerlichen Produktionsweise, die hierdurch als eine besondre Art gesellschaftlicher Produktionsweise und damit zugleich historisch cha-

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|35| Eine Waare scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergiebt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voller metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken. Als bloßer Gebrauchswerth ist sie ein sinnliches Ding, woran nichts Mysteriöses, ob ich sie nun unter dem Gesichtspunkt betrachte, daß ihre Eigenschaften menschliehe Bedürfnisse befriedigen oder daß sie erst als Produkt menschlicher Arbeit diese Eigenschaften erhält. Es liegt absolut nichts räthselhaftes darin, daß der Mensch durch seine Thätigkeit die Formen der Naturstoffe in einer ihm nützlichen Weise verändert. Die Form des Holzes z. B. wird verändert, wenn man aus ihm einen Tisch macht. Nichtsdestoweniger bleibt der Tisch Holz, ein ordinäres sinn||36|liches Ding. Aber sobald er als Waare auftritt, verwandelt er sich in ein sinnlich übersinnliches Ding. Er steht nicht nur mit seinen Füßen auf dem Boden, sondern er stellt sich allen andern Waaren gegenüber auf den Kopf und entwickelt aus seinem Holzkopf Grillen, viel wunderlicher, als wenn er aus freien Stücken zu tanzen begänne25). Der mystische Charakter der Waare entspringt also nicht aus ihrem Gebrauchswerth. Er entspringt ebensowenig aus den WertAbestimmungen, für sich selbst betrachtet. Denn erstens, wie verschieden die nützlichen Arbeiten oder produktiven Thätigkeiten sein mögen, es ist eine physiologische Wahrheit, daß sie Funktionen eines specifisch menschlichen Organismus im Unterschied von andern Organismen sind, und daß jede solche Funktion, welches immer ihr Inhalt und ihre Form, wesentlich Verausgabung von menschlichem Hirn, Nerv, Muskel, Sinnesorgan u. s. w. ist. Was zweitens der Bestimmung der Werthgröße zu Grunde liegt, die Zeitdauer jener Verausgabung oder die Quantität der Arbeit, so ist die Quantität sogar sinnfällig von der Qualität der Arbeit unterscheidbar. In allen Zuständen mußte rakterisirt wird. Versieht man sie daher für die ewige Naturform gesellschaftlicher Produktion, so übersieht man nothwendig auch das Specif ische der Werth/orm, also der Waarenform, weiter entwickelt der GeWform, Kapitaliorm u. s.w. Man findet daher bei Oekonomen, welche über das Maß der Werthgrösse durch Arbeitszeit durchaus übereinstimmen, die kunterbuntesten und widersprechendsten Vorstellungen von Geld, d. h. der fertigen Gestalt des allgemeinen Aequivalents. Dieß tritt schlagend hervor z. B. bei der Behandlung das Bankwesens, wo mit den gemeinplätzlichen Definitionen des Geldes nicht mehr ausgereicht wird. Im Gegensatz entsprang daher ein restaurirtes Merkantilsystem (Ganilh u. s. w.), welches im Werth nur die gesellschaftliche Form sieht oder vielmehr nur ihren substanzlosen Schein. — Um es ein für allemal zu bemerken, verstehe ich unter klassischer politischer Oekonomie alle Oekonomie seit W. Petty, die den innem Zusammenhang der bürgerlichen Produktionsverhältnisse erforscht, im Gegensatz zur Vulgärökonomie, die sich nur innerhalb des scheinbaren Zusammenhangs herumtreibt, für eine plausible Verständlichmachung der so zu sagen gröbsten Phänomene und den bürgerlichen Hausbedarf das von der wissenschaftlichen Oekonomie längst gelieferte Material stets von neuem wiederkaut, im Uebrigen aber sich darauf beschränkt, die banalen und selbstgefälligen Vorstellungen der bürgerlichen Produktionsagenten von ihrer eignen besten Welt zu systematisiren, pedantisiren und als ewige Wahrheiten zu proklamiren. Man erinnert sich, daß China und die Tische zu tanzen anfingen, als alle übrige Welt still zu stehn schien — pour encourager les autres.

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die Arbeitsze/f, welche die Produktion der Lebensmittel kostet, den Menschen interessiren, obgleich nicht gleichmäßig auf verschiednen Entwicklungsstufen. Endlich, sobald die Menschen in irgend einer Weise für einander arbeiten, erhält ihre Arbeit auch eine gesellschaftliche Form. Nehmen wir den Robinson auf seiner Insel. Bescheiden, wie er von Haus aus ist, hat er doch verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen und muß daher nützliche Arbeiten verschiedner Art verrichten, Werkzeuge machen, Möbel fabriciren, Lama zähmen, fischen, jagen u. s. w. Vom Beten u. dgl. sprechen wir hier nicht, da unser Robinson daran sein Vergnügen findet und derartige Thätigkeit als Erholung betrachtet Trotz der Verschiedenheit seiner produktiven Funktionen weiß er, daß sie nur verschiedne Bethätigungsformen desselben Robinson, also nur verschiedne Weisen menschlicher Arbeit sind. Die Noth selbst zwingt ihn, seine Zeit genau zwischen seinen verschiednen Funktionen zu vertheilen. Ob die eine mehr, die andre weniger Raum in seiner Gesammtthätigkeit ein||37|nimmt, hängt ab von der größern oder geringem Schwierigkeit, die zur Erzielung des bezweckten Nutzeffekts zu überwinden ist. Die Erfahrung lehrt ihm das und unser Robinson, der Uhr, Hauptbuch, Tinte und Feder aus dem Schiffbruch gerettet, beginnt als guter Engländer bald Buch über sich selbst zuführen. Sein Inventarium enthält ein Verzeichniß der Gebrauchsgegenstände, die er besitzt, der verschiednen Verrichtungen, die zu ihrer Produktion erheischt sind, endlich der Arbeitszeit, die ihm bestimmte Quanta dieser verschiednen Produkte im Durchschnitt kosten. Alle Beziehungen zwischen Robinson und den Dingen, die seinen selbstgeschaffnen Reichthum bilden, sind hier so einfach und durchsichtig, daß selbst Herr M.Wirth sie ohne besondre Geistesanstrengung verstehn dürfte. Und dennoch sind darin alle wesentlichen Bestimmungen des Werths enthalten. Setzen wir nun an die Stelle Robinson's einen Verein freier Menschen, die mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln arbeiten und ihre vielen individuellen Arbeitskräfte selbstbewußt als eine gesellschaftliche Arbeitskraft verausgaben. Alle Bestimmungen von Robinson's Arbeit wiederholen sich, nur gesellschaftlich, statt individuell. Ein wesentlicher Unterschied tritt jedoch ein. Alle Produkte Robinson's waren sein ausschließlich persönliches Produkt und daher unmittelbar Gebrauchsgegenstände für ihn. Das Gesammtprodukt des Vereins ist ein gesellschaftliches Produkt. Ein Theil dieses Produkts dient wieder als Produktionsmittel. Er bleibt gesellschaftlich. Aber ein anderer Theil wird als Lebensmittel von den Vereinsgliedern verzehrt. Er muß daher unter sie vert/?ei7f werden. Die Art dieser Vertheilung wird wechseln mit der besondern Art des gesellschaftlichen Produktionsorganismus selbst und der entsprechenden geschichtlichen Entwicklungshöhe der Produzenten. Nur zur Parallele mit der Waarenproduktion setzen

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wir voraus, der Antheil jedes Produzenten an den Lebensmitteln sei bestimmt durch seine Arbeitszeit. Die Arbeitszeit würde also eine doppelte Rolle spielen. Ihre gesellschaftlich planmäßige Vertheilung regelt die richtige Proportion der verschiednen Arbeitsfunktionen zu den verschiednen Bedürfnissen. Andrerseits dient die Arbeitszeit zugleich als Maß des individuellen Antheils des Produzenten an der Gemeinarbeit und daher auch an dem individuell verzehrbaren Theil des Gemeinprodukts. Die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zu ihren Arbeiten und ihren Ar||38|beitsprodukten blieben hier durchsichtig einfach, in der Produktion sowohl als in der Distribution. Woher also der räthselhafte Charakter des Arbeitsprodukts, sobald es die Form der Waare annimmt? Wenn die Menschen ihre Produkte auf einander als Werthe beziehn, sofern diese Sachen für bloß sachliche Hüllen gleichartig menschlicher Arbeit gelten, so liegt darin zugleich umgekehrt, daß ihre verschiednen Arbeiten nur als gleichartige menschliche Arbeit gelten in sachlicher Hülle. Sie beziehn ihre verschiednen Arbeiten auf einander als menschliche Arbeit, indem sie ihre Produkte auf einander als Werthe beziehn. Die persönliche Beziehung ist versteckt durch die sachliche Form. Es steht daher dem Werth nicht auf der Stirn geschrieben, was er ist. Um ihre Produkte auf einander als Waaren zu beziehn, sind die Menschen gezwungen, ihre verschiednen Arbeiten abstrakt menschlicher Arbeit gleichzusetzen. Sie wissen das nicht, aber sie thun es, indem sie das materielle Ding auf die Abstraktion Werth reduciren. Es ist dieß eine naturwüchsige und daher bewußtlos instinktive Operation ihres Hirns, die aus der besondern Weise ihrer materiellen Produktion und den Verhältnissen, worin diese Produktion sie versetzt, nothwendig herauswächst. Erst ist ihr Verhältniß praktisch da. Zweitens aber, weil sie Menschen sind, ist ihr Verhältniß als Verhältniß für sie da. Die Art, wie es für sie da ist, oder sich in ihrem Hirn reflektirt, entspringt aus der Natur des Verhältnisses selbst. Später suchen sie durch die Wissenschaft hinter das Geheimniß ihres eignen gesellschaftlichen Produkts zu kommen, denn die Bestimmung eines Dings als Werth ist ihr Produkt, so gut wie die Sprache. Was nun ferner die Werthgröße betrifft, so werden die unabhängig von einander betriebenen, aber, weil Glieder der naturwüchsigen Theilung der Arbeit, allseitig von einander abhängigen Privatarbeiten dadurch fortwährend auf ihr gesellschaftlich proportionelles Maß reducirt, daß sich in den zufälligen und stets schwankenden Austauschverhältnissen ihrer Produkte die zu deren Produktion gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit als regelndes Naturgesetz gewaltsam durchsetzt, wie etwa das Gesetz der Schwere, wenn einem das Haus über dem Kopf zusammenpurzelt26). ||39| Die K

) „Was soll man von einem Gesetze denken, das sich nur durch periodische Revolutionen

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Bestimmung der Werthgröße durch die Arbeitszeit ist daher ein unter den erscheinenden Bewegungen der relativen Waarenwerthe verstecktes Geheimniß. Die eigne gesellschaftliche Bewegung der Produzenten besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Controle sie stehn, statt sie zu controliren. Was nun endlich die Werthform betrifft, so ist es ja grade diese Form, welche die gesellschaftlichen Beziehungen der Privatarbeiter und daher die gesellschaftlichen Bestimmtheiten der Privatarbeiten sachlich verschleiert, statt sie zu offenbaren. Wenn ich sage, Rock, Stiefel u.s.w. beziehn sich auf Leinwand als allgemeine Materiatur abstrakter menschlicher Arbeit, so springt die Verrücktheit dieses Ausdrucks ins Auge. Aber wenn die Produzenten von Rock, Stiefel u. s. w. diese Waaren auf die Leinwand als allgemeines Aequivalent beziehn, erscheint ihnen die gesellschaftliche Beziehung ihrer Privatarbeiten genau in dieser verrückten Form. Derartige Formen bilden eben die Kategorien der bürgerlichen Oekonomie. Es sind gesellschaftlich gültige, also objektive Gedankenformen für Produktionsverhältnisse dieser historisch bestimmten gesellschaftlichen Produktionsweise. Die Privatproduzenten treten erst in gesellschaftlichen Contakt vermittelst ihrer Privatprodukte, der Sachen. Die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Arbeiten sind und erscheinen daher nicht als unmittelbar gesellschaftliche Verhältnisse der Personen in ihren Arbeiten, sondern als sachliche Verhältnisse der Personen oder gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen. Die erste und allgemeinste Darstellung der Sache als eines gesellschaftlichen Dings ist aber die Verwandlung des Arbeitsprodukts in Waare. Der Mysticismus der Waare entspringt also daraus, daß den Privatproduzenten die gesellschaftlichen Bestimmungen ihrer fWvaiarbeiten als gesellschaftliche Naturbestimmtheiten der Arbeitsprodukte, daß die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse der Personen als gesellschaftliche VerM//||40|n/sse der Sachen zu einander und zu den Personen erscheinen. Die Verhältnisse der Privatarbeiter zur gesellschaftlichen Gesammtarbeit vergegenständlichen sich ihnen gegenüber und existiren daher für sie in den Formen von Gegenständen. Für eine Gesellschaft von Waarenproducenten, deren allgemein gesellschaftliches Produktionsverhältniß darin besteht, sich zu ihren Produkten als Waaren, also als Werthen zu verhalten, und in dieser sachlichen Form ihre Privatarbeiten auf einander zu beziehn als gleiche menschliche Arbeit, ist das Christenthum, mit seinem Kultus des abstrakten durchsetzen kann? Es ist eben ein Naturgesetz, das auf der Bewußtlosigkeit der Betheiligten beruht." (Friedrich Engels: „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie", p. 103 in , Jieutsch -Französische Jahrbücher, herausgegeben von Arnold Rüge und Karl Marx. Paris 1844.")

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Menschen, namentlich in seiner bürgerlichen Entwicklung, dem Protestantismus, Deismus u.s.w., die entsprechendste Religionsform, in den altasiatischen, antiken u. s.w. Produktionsweisen spielt die Verwandlung des Produkts in Waare, und daher das Dasein der Menschen als Waarenproduzenten, eine untergeordnete Rolle, die jedoch um so bedeutender wird, je mehr die Gemeinwesen in das Stadium ihres Untergangs treten. Eigentliche Handelsvölker existiren nur in den Intermundien der alten Welt, wie Epikurs Götter, oder wie Juden in den Poren der polnischen Gesellschaft. Jene alten gesellschaftlichen Produktionsorganismen sind außerodentlich viel einfacher und durchsichtiger als der bürgerliche, aber sie beruhen entweder auf der Unreife des individuellen Menschen, der sich von der Nabelschnur des natürlichen Gattungszusammenhangs mit Andern noch nicht losgerissen hat, oder auf unmittelbaren Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnissen. Sie sind bedingt durch eine niedrige Entwicklungsstufe der Produktivkräfte der Arbeit und entsprechend befangene Verhältnisse der Menschen innerhalb ihres materiellen Lebenserzeugungsprozesses, daher zu einander und zur Natur. Diese wirkliche Befangenheit spiegelt sich ideell wieder in den alten Natur- und Volksreligionen. Der religiöse Wiederschein der wirklichen Welt kann nur verschwinden, sobald die Verhältnisse des praktischen Werkeltagslebens den Menschen tagtäglich durchsichtig vernünftige Beziehungen zu einander und zur Natur darstellen. Die Verhältnisse können sich aber nur als das darstellen, was sie sind. Die Gestalt des gesellschaftlichen Lebensprozesses, d. h. des materiellen Produktionsprozesses, streift nur ihren mystischen Nebelschleier ab, sobald sie als Produkt frei vergesellschafteter Menschen unter deren bewußter planmäßiger Controle steht. Dazu ist jedoch eine materielle Grundlage der Gesellschaft erheischt oder eine Reihe materieller Existenzbedingungen, ||4l| welche selbst wieder das naturwüchsige Produkt einer langen und qualvollen Entwicklungsgeschichte sind. Die politische Oekonomie hat nun zwar, wenn auch unvollkommen27), 27

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) Das Unzulängliche in Ricardo's Analyse der Werthgröße — und es ist die beste — wird man aus dem dritten und vierten Buch dieser Schrift ersehn. Was aber den Werth überhaupt betrifft, so unterscheidet die klassische politische Oekonomie nirgendwo ausdrücklich und mit klarem Bewußtsein Arbeit, die sich in Werth, von derselben Arbeit, soweit sie sich im Gebrauchswerth ihres Produkts darstellt. Sie macht natürlich den Unterschied thatsächlich, da sie die Arbeit das 35 einemal quantitativ, das andremal qualitativ betrachtet. Aber es fällt ihr nicht ein, daß bloß quantitativer Unterschied der Arbeiten ihre qualitative Einheit oder G/e/cWie/'r voraussetzt, also ihre Reduktion auf abstrakt menschliche Arbeit. Ricardo z. B. erklärt sich einverstanden mit Destutt de Tracy, wenn dieser sagt: "As it is certain that our physical and moral faculties are alone our original riches, the employment of those faculties, labour of some kind, is our original 40 treasure, and that it is always from this employment — that all those things are created which we call riches... It is certain too, that all those things only represent the labour which has created them, and if they have a value, or even two distinct values, they can only derive them from

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1. Die Ware

Werth und Werthgröße analysirt. Sie hat niemals auch nur die Frage gestellt, warum sich die Arbeit im Werth und das Maß der Arbeit durch ihre Zeitdauer in der Werthgröße darstellt? Formen, denen es auf der Stirn geschrieben steht, daß sie einer Gesellschaftsformation angehören, worin der Produk5 tionsprozeß die Menschen, der Mensch noch ||42j nicht den Produktionsprozeß bemeistert, gelten ihrem bürgerlichen Bewußtsein für eben so selbstverständliche Naturnothwendigkeit als die produktive Arbeit selbst. Vorbürgerliche Formen des gesellschaftlichen Produktionsorgamsmus werden daher von ihr behandelt, wie etwa von den Kirchenvätern vorchristliche 10 Religionen28). that (the value) of the labour from which they emanate." (Ricardo: „ThePrineiples ofPol Econ. 3 ed. Lond. 1821", p. 334). Wir deuten nur an, daß Ricardo dem Destutt seinen eignen tieferen Sinn unterschiebt. Destutt sagt in der That zwar einerseits, daß alle Dinge, die den Reichthum bilden, „die Arbeit repräsentiren, die sie geschaffen hat", aber andrerseits, daß sie ihre „zwei 15 verschiedenen Wertbe" (Gebrauchswerth und Tauschwerth) vom „ Werth der Arbeit" erhalten. Er fallt damit in die Flachheit der Vulgärökonomie, die den Werth einer Waare (hier der Arbeit) voraussetzt, um dadurch hinterher den Werth der anderen Waaren zu bestimmen. Ricardo liest ihn so, daß sowohl im Gebrauchswerth als Tauschwerth sich Arbeit (nicht Werth der Arbeit) darstellt. Er selbst aber scheidet sowenig den zwieschJächtigen Charakter der Arbeit, die doppelt 20 dargestellt ist, daß er in dem ganzen Kapitel: „Value and Riehes, Thek Distinctive Properties" sich mühselig mit den Trivialitäten eines J. B. Say herumschlagen muß. Am Ende ist er daher auch ganz erstaunt, daß Destutt zwar mit ihm selbst Uber Arbeit als Werthquelle und dennoch andererseits mit Say Uber den Werthbegriff harmonire. a ) « Les économistes ont une singulière manière de procéder. II n'y a pour eux que deux sortes 25 d'institution, celles de l'art et celles de la nature. Les institutions de la féodalité sont des institutions artificielles, celles de la bourgeoisie sont des institutions naturelles. Ils ressemblent en ceci aux théologiens, qui eux aussi établissent deux sortes de religion. Toute religion qui n'est pas la leur est une invention des hommes, tandis que leur propre religion est une émanation de dieu... Ainsi il y a eu de l'histoire, mais il n'y en a plus.» (Karl Marx: „Misère de la Phi30 losophie. Réponse à la Philosophie de la Misère de M.Proudhon. 1847", p. 113.) Wahrhaft drollig ist Herr Bastiat, der sich einbildet, die alten Griechen und Römer hätten nur von Raub gelebt. Wenn man aber viele Jahrhunderte durch von Raub lebt, muß doch beständig etwas zu rauben da sein oder der Gegenstand des Raubes sich fortwährend reproduciren. Es scheint daher, daß auch Griechen und Römer einen Produktionsprozeß hatten, also eine Oekonomie, 35 welche ganz so die materielle Grundlage ihrer Welt bildete, wie die bürgerliche Oekonomie die der heutigen Welt. Oder meint Bastiat etwa, daß eine Produktionsweise, die auf der Sklavenarbeit beruht, auf einem Raubsystem ruht? Er stellt sich dann auf gefährlichen Boden. Wenn ein Denkriese wie Aristoteles in seiner Würdigung der Sklavenarbeit irrte, warum sollte ein Zwergökonom, wie Bastiat, in seiner Würdigung der Lohnarbeit richtig gehn? — Ich ergreife 40 diese Gelegenheit, um einen Einwand, der mir beim Erscheinen meiner Schrift „Zur Kritik der Pol. Oekonomie. 1859" von einem deutsch-amerikanischen Blatte gemacht wurde, kurz abzuweisen. Es sagte, meine Ansicht, daß die bestimmte Produktionsweise und die ihr jedesmal entsprechenden Produktionsverhältnisse, kurz „die ökonomische Struktur der Gesellschaft die reale Basis sei, worauf sich ein juristischer und politischer Ueberbau erhebe, und welcher 45 bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprächen", daß „die Produktionsweise des materiellen Lebens den socialen, politischen und geistigen Lebensprozeß Uberhaupt bedinge", — alles dieß sei zwar richtig für die heutige Welt, wo die materiellen Interessen, aber nicht für das Mittelalter, wo der Katholicismus, und für Athen und Rom, wo die Politik herrschten. Zunächst ist es befremdlich, daß Jemand vorauszusetzen beliebt, diese weltbekannten Re50 densarten über Mittelalter und antike Welt seien irgend Jemand unbekannt geblieben. So viel

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Erstes Kapitel Ware und Geld

Wie sehr ein Theil der Oekonomen von dem der Waarenwelt anklebenden Fetischismus oder dem gegenständlichen Schein der gesellschaftlichen Arbeitsbestimmungen getäuscht wird, beweist u.a. der langweilig abgeschmackte Zank über die Rolle der Natur in der Bildung des Tauschwerths. Da Tauschwerth eine bestimmte gesellschaft||43|liche Manier ist, die auf ein 5 Ding verwandte Arbeit auszudrücken, kann er nicht mehr Naturstoff enthalten als etwa der Wechselkurs. Als allgemeinste und unentwickeltste Form der bürgerlichen Produktion, welche deßwegen auch schon in früheren Produktionsperioden erscheint, obgleich nicht in derselben herrschenden, also charakteristischen Weise, war 10 die Waarenform noch relativ leicht zu durchschauen. Aber konkretere Formen, wie das Kapital z. B.? Der Fetischismus der klassischen Oekonomie wird hier handgreiflich. Um jedoch nicht vorzugreifen, genüge hier noch ein Beispiel bezüglich der Waarenform selbst. Man hat gesehn, daß in der Beziehung von Waare auf 15 Waare, z.B. von Stiefel auf Stiefelknecht, der Gebrauchswerth des Stiefelknechts, also die Nützlichkeit seiner wirklichen dinglichen Eigenschaften dem Stiefel durchaus gleichgültig ist. Nur als Erscheinungsform ihres eignen Werths interessirt die Stiefel waare der Stiefelknecht. Könnten die Waaren also sprechen, so würden sie sagen, unser Gebrauchswerth mag 20 den Menschen interessiren. Er kömmt uns nicht als Dingen zu. Was uns aber dringlich zukömmt, ist unser Werth. Unser eigner Verkehr als Waarendinge beweist das. Wir beziehn uns nur als Tauschwerthe auf einander. Man höre nun, wie der Oekonom aus der Waarenseele heraus spricht: „Werth (Tauschwerth) ist Eigenschaft der Dinge, Reichthum (Gebrauchswerth) des 25 Menschen. Werth in diesem Sinn schließt nothwendig Austausch ein, Reichthum nicht29)." ||44| „Reichthum (Gebrauchswerth) ist ein Attribut des Menschen, Werth ein Attribut der Waaren. Ein Mensch oder ein Gemeinwesen ist reich; eine Perle oder Diamant ist werthvoll... Eine Perle oder Diamant hat Werth als Perle oder Diamant30)." Bisher hat noch kein Che- 30 ist klar, daß das Mittelalter nicht vom Katholicismus und die antike Welt nicht von der Politik leben konnten. Die Art und Weise, wie sie ihr Leben gewannen, erklärt umgekehrt, warum dort die Politik, hier der Katholicismus ihre Rollen spielten. Es gehört übrigens wenig Bekanntschaft z. B. mit der Geschichte der römischen Republik dazu, um zu wissen, daß die Geschichte des Grundeigenthums ihre Geheimgeschichte bildet. Andererseits hat schon Don Quixote den Irrthum gebüßt, daß er die fahrende Ritterschaft mit allen ökonomischen Formen der Gesellschaft gleich verträglich wähnte. B ) " Value is a property of things, riches of man. Value, in this sense, necessarily implies exchanges, riches do not." „Observations on some verbal Disputes in Pol. Econ., particularly relating to value and to offer and demand. Lond. 1821", p. 16. ") "Riches are the attribute of man, value is the attribute of commodities. A man or a Community is rieh; a pearl or a diamond is valuable..." A pearl or a diamond is valuable as a pearl or diamond. S. Bailey 1. c. p. 165.

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2. Der Austauschprozeß der Waren

miker Tauschwerth in Perle oder Diamant entdeckt. Unsere Verfasser, die besondern Anspruch auf kritische Tiefe machen, finden aber, daß der Gebrauchswerth der Sachen unabhängig von ihren sachlichen Eigenschaften, dagegen ihr Tauschwerth ihnen als Sachen zukömmt. Was sie hierin 5 bestätigt, ist der sonderbare Umstand, daß der Gebrauchswerth der Dinge sich für den Menschen ohne Austausch realisirt, also im unmittelbaren Verhältniß zwischen Ding und Mensch, ihr Werth umgekehrt nur im Austausch, d. h. in einem gesellschaftlichen Prozeß. Wer erinnert sich hier nicht des guten Dogbeny, der den Nachtwächter Seacoal belehrt: „Ein gut aus10 sehender Mann zu sein, ist eine Gabe der Umstände, aber Lesen und Schreiben zu können, kömmt von Natur31)." Die Waare ist unmittelbare Einheit von Gebrauchswerth und Tausch werth, also zweier Entgegengesetzten. Sie ist daher ein unmittelbarer Widerspruch. Dieser Widerspruch muß sich entwickeln, sobald sie nicht wie 15 bisher analytisch bald unter dem Gesichtspunkt des Gebrauchswerths, bald unter dem Gesichtspunkt des Tauschwerths betrachtet, sondern als ein Ganzes wirklich auf andere Waaren bezogen wird. Die wirkliche Beziehung der Waaren aufeinander ist aber ihr Austauschprozeß. \

|45| 2) Der Austauschprozeß der Waaren. 20 Die Waaren können nicht selbst zu Markte gehn und sich nicht selbst austauschen. Wir müssen uns also nach ihren Hütern umsehn, den Waarenbesitzem. Die Waaren sind Dinge und daher widerstandslos gegen den Menschen. Wenn sie nicht willig, kann er Gewalt brauchen, in andern Worten sie nehmen32). Um diese Dinge als Waaren auf einander zu beziehn, müssen 25 die Waarenhüter sich aufeinander als Personen beziehn, deren Willen ein Dasein in jenen Dingen hat, sodaß Jeder nur mit seinem Willen und dem Willen des andern, beide also nur mit ihrem gemeinschaftlichen Willen sich die fremde Waare aneignen, indem sie die eigne veräußern und die eigne veräußern, um sich die fremde anzueignen. Sie müssen sich daher wechsel30

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") Der Verfasser der „Observation" und S.Bailey beschuldigen Ricardo, er habe den Tauschwerth aus einem nur Relativen in etwas Absolutes verwandelt Umgekehrt. Er hat die Scheinrelativität, die diese Dinge, Diamant und Perlen z. B., als Tauschwerthe besitzen, auf das hinter dem Schein verborgene wahre Verhältniß reducirt, auf ihre Relativität als bloße Ausdrücke menschlicher Arbeit. Wenn die Ricardianer dem Bailey grob, aber nicht schlagend antworteten, so nur weil sie bei Ricardo selbst keinen Aufschluß über den inneren Zusammenhang zwischen Werth und Tauschwerth fanden. 52 ) Im 12. durch seine Frömmigkeit so berufenen Jahrhundert kommen unter diesen Waaren oft sehr zarte Dinge vor. So zählt ein französischer Dichter jener Zeit unter den Waaren, die sich auf dem Markt von Landit einfanden, neben Kleidungsstoffen, Schuhen, Leder, Ackergeräthen, Häuten u. s. w. auch Jemmes folles de leur corps" auf.

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Erstes Kapitel

Ware und Geld

seitig als Privateigenthümer anerkennen. Dieß Rechtsverhältniß, dessen Form der Vertrag ist, ob nun legal entwickelt oder nicht, ist nur das Willensverhältniß, worin sich das ökonomische Verhältniß wiederspiegelt. Der Inhalt dieses Rechts- oder Willensverhältnisses ist durch das ökonomische Verhältniß selbst gegeben"). Die Personen beziehn sich hier nur auf einan- 5 der, indem sie gewisse Sachen als Waaren auf einander beziehn. Alle Bestimmungen dieser Beziehung sind also in der ||46| Bestimmung der Sache als Waare enthalten. Der eine Mensch existirt hier nur für den andern als Repräsentant von Waare und daher als Waarenbesitzer. Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die ökonomischen Cha- 10 raktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten. Was den Waarenbesitzer namentlich von der Waare unterscheidet, ist der Umstand, daß ihr der Gebrauchswerth jeder andern Waare nur als Erscheinungsform ihres eignen Werths gilt. Geborner Leveller und Cyniker steht 15 sie daher stets auf dem Sprung mit jeder andern Waare, sei selbe auch ausgestattet mit mehr Unannehmlichkeiten als Maritorne, nicht nur die Seele, sondern den Leib zu wechseln. Diesen der Waare mangelnden Sinn für das Konkrete des Waareniröi/pers ergänzt der Waarenbesitzer durch seine eignen fünf und mehr Sinne. Seine Waare hat für ihn keinen unmittel- 20 baren Gebrauchswerth. Sonst führte er sie nicht zu Markt. Sie hat Gebrauchswerth für andre. Für ihn hat sie unmittelbar nur den Gebrauchswerth Träger von Tauschwerth und so Tauschmittel zu sein34). Darum will er sie veräußern für Waare, deren Gebrauchswerth ihm Genüge thut. Alle Waaren

sind Nicht-Gebrauchswerthe für ihre Besitzer, Gebrauchswerte für ihre 25 Nicht-Besitzer. Sie müssen also allseitig die Hände wechseln. Aber dieser Händewechsel bildet ihren Austausch und ihr Austausch bezieht sie als ") Proudhon schöpft erst sein Ideal der Gerechtigkeit, der justice éternelle, aus den der Waarenproduktion entsprechenden Rechtsverhältnissen, wodurch, nebenbei bemerkt, auch der für alle Spießbürger so tröstliche Beweis geliefert wird, daß die Form der Waarenproduktion 30 ebenso ewig ist als die Gerechtigkeit. Dann umgekehrt will er die wirkliche Waarenproduktion und das ihr entsprechende wirkliche Recht diesem Ideal gemäß ummodeln. Was würde man von einem Chemiker denken, der, statt die wirklichen Gesetze des Stoffwechsels zu studiren, und auf Basis derselben bestimmte Aufgaben zu lösen, den Stoffwechsel durch die „ewigen Ideen" der „naturalité" und der „affinité" ummodeln wollte? Weiß man etwa mehr über den 35 „Wucher", wenn man sagt, er widerspreche der „justice éternelle" und der „équité éternelle" und der „mutualité éternelle" und andern vérités étemelles", als die Kirchenväter wußten, wenn sie sagten, er widerspreche der „grâce éternelle", der „foi éternelle", der „volonté éternelle de dieu"? „Denn zweifach ist der Gebrauch jeden Guts. — Der eine ist dem Ding als solchem eigen, 40 der andere nicht, wie einer Sandale zur Beschuhung zu dienen und austauschbar zu sein. Beides sind Gebrauchswerthe der Sandale, denn auch wer die Sandale mit dem ihm Mangelnden, z. B. der Nahrung austauscht, benutzt die Sandale als Sandale. Aber nicht in ihrer natürlichen Gebrauchsweise. Denn sie ist nicht da des Austausches wegen." ( Aristoteles, deRep. 1.1. c. 9.)

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2. Der Austauschprozeß der Waren

Werthe auf einander und realisirt sie als Werthe. Die Waaren müssen sich daher als Werthe realisiren, bevor sie sich als Gebrauchswerthe realisiren können. Andrerseits müssen sie sich als Gebrauchswerthe bewähren, bevor sie sich als Werthe realisiren können. Denn die auf ||47| sie verausgabte menschliche Arbeit zählt nur, soweit sie in nützlicher Form verausgabt und zwar nützliche Arbeit für andre ist. Ob sie andern nützlich, ihr Produkt daher fremde Bedürfnisse befriedigt, kann aber nur ihr Austausch beweisen. Jeder Waarenbesitzer will seine Waare nur veräußern gegen andre Waare, deren Gebrauchswerth sein Bedürfniß befriedigt. Sofern ist der Austausch für ihn nur individueller Prozeß. Andrerseits will er seine Waare als Werth realisiren, also in jeder ihm beliebigen andern Waare von demselben Werth, ob seine eigne Waare nun für den Besitzer der andern Waare Gebrauchswerth habe oder nicht. Sofern ist der Austausch für ihn allgemein gesellschaftlicher Prozeß. Aber derselbe Prozeß kann nicht gleichzeitig für alle Waarenbesitzer nur individuell und zugleich nur allgemein gesellschaftlich sein. Sehn wir näher zu, so gilt jedem Waarenbesitzer jede fremde Waare als besondres Aequivalent seiner Waare, seine Waare daher als allgemeines Aequivalent aller andern Waaren. Da aber alle Waarenbesitzer dasselbe thun, ist keine Waare allgemeines Aequivalent und besitzen die Waaren daher auch keine allgemeine relative Werthform, worin sie sich als Werthe gleichsetzen und als Werthgrößen vergleichen. Sie stehn sich daher überhaupt nicht gegenüber als Waaren, sondern nur als Produkte oder Gebrauchswerthe. In ihrer Verlegenheit denken unsre Waarenbesitzer wie Faust. Im Anfang war die That. Sie haben daher schon gehandelt, bevor sie gedacht haben. Die Gesetze der Waarennatur bethätigen sich im Naturinstinkt der Waarenbesitzer. Sie können ihre Waaren nur als Werthe und darum nur als Waaren auf einander beziehn, indem sie dieselben gegensätzlich auf irgend eine andre Waare als allgemeines Aequivalent beziehn. Das ergab die Analyse der Waare. Aber nur die gesellschaftliche That kann eine bestimmte Waare zum allgemeinen Aequivalent machen. Die gesellschaftliche Action aller andern Waaren schließt daher eine bestimmte Waare aus, worin sie allseitig ihre Werthe darstellen. Dadurch wird die Naturalform dieser Waare gesellschaftlich gültige Aequivalentform. Allgemeines Aequivalent zu sein wird durch den gesellschaftlichen Prozeß zur specifisch gesellschaftlichen Funktion der ausgeschlossenen Waare. So wird sie — Geld. „Dli unum consilium habent et virtutem ||48| et potestatem suam bestiae tradunt. Et ne quis possit emere aut vendere, nisi qui habet characterem aut nomen bestiae, aut numerum nominis ejus." (Apocalypse.)

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Erstes Kapitel • Ware und Geld

Der Geldkrystall ist notwendiges Produkt des Austauschprozesses der Waaren. Der immanente Widerspruch der Waare als unmittelbarer Einheit von Gebrauchswerth und Tauschwerth, als Produkt nützlicher Privatarbeit, die ein nur vereinzeltes Glied eines naturwüchsigen Gesammtsystems der nützlichen Arbeiten oder der Theilung der Arbeit bildet, und als unmittelbar gesellschaftliche Materiatur abstrakter menschlicher Arbeit — dieser Widerspruch ruht und rastet nicht, bis er sich zur Verdopplung der Waare in Waare und Geld gestaltet hat. In demselben Maße daher, worin sich die Verwandlung der Arbeitsprodukte in Waaren, vollzieht sich die Verwandlung von Waare in Geld35). Der unmittelbare Produktenaustausch hat einerseits die Form des einfachen relativen Werthausdrucks und hat sie andrerseits noch nicht. Jene Form war: x Waare A = y Waare B. Die Form des unmittelbaren Produktenaustauschs ist: x Gebrauchsgegenstand A = y Gebrauchsgegenstand B36). Die Dinge A und B sind hier nicht Waaren vor dem Austausch, sondern werden es erst durch denselben. Die erste Weise, worin ein Gebrauchsgegenstand der Möglichkeit nach Tauschwerth ist, ist sein Dasein als Nicht-Gebrauchswerth, als die unmittelbaren Bedürfnisse seines Besitzers überschießendes Quantum von Gebrauchswerth. Dinge sind an und für sich dem Menschen äußerlich und daher veräußerlich. Damit diese Veräußerung wechselseitig, brauchen Menschen nur stillschweigend als Privateigenthümer jener ver||49|äußerlichen Dinge und eben dadurch als von einander unabhängige Personen einander gegenüberzutreten. Solch ein Verhältniß wechselseitiger Fremdheit existirt jedoch nicht für die Glieder eines naturwüchsigen Gemeinwesens, habe es nun die Form einer patriarchalischen Familie, einer altindischen Gemeinde, eines Inkastaates u. s. w. Der Waarenaustausch beginnt, wo die Gemeinwesen enden, an den Punkten ihres Contakts mit fremden Gemeinwesen oder Gliedern fremder Gemeinwesen. Sobald Dinge aber einmal im auswärtigen, werden sie auch rückschlagend im innern Gemeinleben zu Waaren. Ihr quantitatives Austauschverhältniß ist zunächst ganz zufällig. Austauschbar sind sie durch den Willensakt ihrer Besitzer sie wechselseitig zu veräußern. Sie erhalten daher die Form Austauschbarer, bevor sie als Werthe entwickelt sind. Indeß setzt sich das Bedürfniß für fremde Gebrauchsgegenstände allmälig fest. Die beständige ") Danach beurtheile man die Pfiffigkeit des kleinbürgerlichen Socialismus, der die Waarenproduktion verewigen und zugleich den „Gegensatz von Geld und Waare", also das Geld selbst, denn es ist nur in diesem Gegensatze, abschaffen will. Ebensowohl könnte man den Papst abschaffen, und den Katholicismus bestehn lassen. Das Nähere hierüber sieh in meiner Schrift: „Zur Kritik der Pol. Oekonomie" p. 61 sq. ") So lange noch nicht zwei verschiedene Gebrauchsgegenstände ausgetauscht, sondern, wie wir das bei Wilden oft finden, eine chaotische Masse von Dingen als Aequivalent für ein Drittes angeboten wird, steht der unmittelbare Produktenaustausch selbst erst in seiner Vorhalle.

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2. Der Austauschprozeß der Waren

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Wiederholung des Austauschs macht ihn zu einem regelmäßigen gesellschaftlichen Prozeß. Im Laufe der Zeit muß daher wenigstens ein Theil der Arbeitsprodukte absichtlich zum Behuf des Austauschs producirt werden. Von diesem Augenblick befestigt sich einerseits die Scheidung zwischen der Nützlichkeit der Dinge für den unmittelbaren Bedarf und ihrer Nützlichkeit zum Austausch. Ihr Gebrauchswerth scheidet sich von ihrem Tauschwerthe. Andrerseits wird das quantitative Verhältniß, worin sie sich austauschen, von ihrer Produktion selbst abhängig. Die Gewohnheit fixirt sie als WerthgröJSen. Im unmittelbaren Produktenaustausch ist jede Waare unmittelbar Tauschmittel für ihren Besitzer, Aequivalent für ihren Nichtbesitzer, jedoch nur so weit sie Gebrauchswerth für ihn. Der Tauschartikel erhält also noch keine von seinem eignen Gebrauchswerth oder dem individuellen Bedürfniß der Austauscher unabhängige Werthform. Die Notwendigkeit dieser Form entwickelt sich mit der wachsenden Anzahl und Mannigfaltigkeit der in den Austauschprozeß eintretenden Waaren. Die Aufgabe entspringt gleichzeitig mit den Mitteln ihrer Lösung. Ein Verkehr, welcher die Waarenbesitzer treibt, ihre eigenen Artikel mit verschiedenen andern Artikeln auszutauschen und daher zu vergleichen, findet niemals statt, ohne daß verschiedene Waaren von verschiedenen Waarenbesitzera innerhalb ihres Verkehrs mit einer und derselben dritten Waarenart ausgetauscht und als Werthe verglichen werden. Solche dritte Waare, indem sie Aequivalent für verschiedene andere Waaren wird, erhält ||50| unmittelbar, wenn auch in engen Grenzen, allgemeine oder gesellschaftliche Aequivalentform. Diese allgemeine Aequivalentform entsteht und vergeht mit dem augenblicklichen gesellschaftlichen Contakt, der sie ins Leben rief. Abwechselnd und flüchtig kommt sie dieser und jener Waare zu. Mit der Entwicklung des Waarenaustauschs heftet sie sich aber ausschließlich fest an besondere Waarenarten, oder krystallisirt zur Geldform. An welcher Waarenart sie kleben bleibt, ist zunächst zufällig. Jedoch entscheiden im Großen und Ganzen zwei Umstände. Die Geldform heftet sich entweder an die wichtigsten Eintauschartikel aus der Fremde, welche in der That naturwüchsige Erscheinungsformen des Tauschwerths der einheimischen Produkte sind. Oder an den Gebrauchsgegenstand, welcher das Hauptelement des einheimischen veräußerlichen Besitzthums bildet, wie Vieh z. B. Nomadenvölker entwickeln zuerst die Geldform, weil all ihr Hab und Gut sich in beweglicher, daher unmittelbar veräußerlicher Form befindet, und weil ihre Lebensweise sie beständig mit fremden Gemeinwesen in Contakt bringt, daher zum Produktenaustausch sollicitirt. Die Menschen haben oft den Menschen selbst in der Gestalt des Sklaven zum ursprünglichen Geldmaterial gemacht, aber niemals den Grund und Boden. Solche Idee konnte nur in bereits ausgebildeter bürgerlicher

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

Gesellschaft aufkommen. Sie datirt vom letzten Drittheil des 17. Jahrhunderts und ihre Ausführung, auf nationalem Maßstab, wurde erst ein Jahrhundert später in der bürgerlichen Revolution der Franzosen versucht. In demselben Verhältniß, worin der Waarenaustausch seine nur lokalen Bande sprengt, der Waaren werth sich daher zur Materiatur menschlicher Arbeit überhaupt ausweitet, geht die Geldform auf Waaren über, die von Natur zur gesellschaftlichen Funktion eines allgemeinen Aequivalents taugen, auf die edlen Metalle. Daß nun, „obgleich Gold und Silber nicht von Natur Geld, Geld von Natur Gold und Silber ist"37), zeigt die Congruenz ihrer Natureigenschaften mit seinen Funktionen38). Bisher kennen wir aber nur ||5l| die eine Funktion des Geldes, als Erscheinungsform des Waaren wert/is zu dienen oder als das Material, worin die Werthgrößen der Waaren sich gesellschaftlich ausdrücken. Adäquate Erscheinungsform von Werth oder Materiatur abstrakter und daher gleicher menschlicher Arbeit kann nur eine Materie sein, deren sämmtliche Exemplare dieselbe gleichförmige Qualität besitzen. Andrerseits, da der Unterschied der Werthgrößen rein quantitativ ist, verschiedne Quanta geronnener Arbeitszeit ausdrückt, muß die Geldwaare rein quantitativer Unterschiede fähig, also nach Willkühr theilbar und aus ihren Theilen wieder zusammensetzbar sein. Gold und Silber besitzen aber diese Eigenschaften von Natur. Der Gebrauchswerth der Geldwaare verdoppelt sich. Neben ihrem besondern Gebrauchswerth als Waare, wie Gold z. B. zum Ausstopfen hohler Zähne, Rohmaterial von Luxusartikeln u.s.w. dient, erhält sie einen formalen Gebrauchswerth, der aus ihren specifischen gesellschaftlichen Funktionen entspringt. Da alle andern Waaren nur besondere Aequivalente des Geldes, das Geld ihr allgemeines Aequivalent, verhalten sie sich als besondre Waaren zum Geld als der allgemeinen Waare19). Man hat gesehn, daß die Geldform nur der an einer Waare festhaftende Reflex der Beziehungen aller andern Waaren. Daß Geld Waare ist40), ist also ") Karl Marx I.e. p. 135. «I metalli... naturalmente moneta.» (Galiani: „Deila Moneta" in Custodi's Sammlung Parte Moderna, t.III, p. 137.) 58 ) Das Nähere darüber in meiner eben citirten Schrift, Abschnitt: „Die edlen Metalle". s ) «D danaro e la merce universale.» (Verri I.e. p. 16.) ®) "Silver and gold themselves, which we may call by the general name of Bullion, are... commodities... rising and falling... value... Bullion then may be reckoned to be of higher value, where the smaller weight will purchase the greater quantity of the product or manufacture of the country etc." („A Discourse of the General Notions of Money, Trade, and Exchange, as they stand in relations to each other. By a Merchant. Lond. 1695", p. 7.) "Silver and gold, coined or uncoined, tho' they are used for a measure of all other things, are no less a commodity than wine, oyl, tobacco, cloth or stuffs." (>rrAn die Pfarrherm, wider den Wucher zu predigen. Wittemberg 1540.") m ) Ueber die Schuldner- und Gläubigerverhältnisse unter den englischen Handelsleuten Anfang des 18. Jahrhunderts: "Such a spirit of cruelty reigns here in England among the men of trade, that is not to be met with in any other society of men, nor in any other kingdom of the world." (tyAn Essay on Credit and the Bankrupt Act. Lond. 1707", p.2.)

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3. Das Geld oder die Warenzirkulation

hältniß von Gläubiger und Schuldner besitzt die Form eines Geldverhältnisses — hier nur den Antagonismus tiefer liegender ökonomischer Lebensbedingungen wieder. Kehren wir zur Sphäre der Waarencirculation zurück. Die gleichzeitige Erscheinung der Aequivalente Waare und Geld auf den beiden Polen des Verkaufsprozesses hat aufgehört. Das Geld funktionirt jetzt erstens als Werthmaß in der Preisbestimmung der verkauften Waare. Ihr kontraktlich festgesetzter Preis mißt die Obligation des Käufers, d. h. die Geldsumme, die er an bestimmtem Zeittermin schuldet. Es funktionirt zweitens als ideelles Kaufmittel. Obgleich es nur im Geldversprechen des Käufers existirt, bewirkt es den Händewechsel der Waare. Erst am fälligen Zahlungstermin tritt das Zahlungsmittel wirklich in Circulation, d.h. geht aus der Hand des Käufers in die des Verkäufers über. Das Circulationsmittel verwandelte sich in Schatz, weü der Circulationsprozeß mit der ersten Phase abbrach oder die verwandelte Gestalt der Waare der Circulation entzogen wurde. Das Zahlungsmittel tritt in die Circulation hinein, aber nachdem die Waare bereits aus ihr ausgetreten ist. Das Geld vermittelt nicht mehr den Prozeß. Es schließt ihn selbstständig ab, als absolutes Dasein des Tauschwerths oder allgemeine Waare. Der Verkäufer verwandelte Waare in Geld, um ein Bedürfniß durch das Geld zu befriedigen, der Schatzbildner, um die Waare in Geldform zu präserviren, der schuldige Käufer, um zahlen zu können. Zahlt er nicht, so finden Zwangsverkäufe seiner Habe statt. Die Werthgestalt ||98| der Waare, Geld, wird also jetzt zum Selbstzweck des Verkaufs durch eine den Verhältnissen des Circulationsprozesses selbst entspringende, gesellschaftliche Nothwendigkeit. Der Käufer verwandelt Geld zurück in Waare, bevor er Waare in Geld verwandelt hat, oder vollzieht die zweite Waarenmetamorphose vor der ersten. Die Waare des Verkäufers circulirt, realisirt ihren Preis aber nur in einem privatrechtlichen Titel auf Geld. Sie verwandelt sich in Gebrauchswerth, bevor sie sich in Geld verwandelt hat. Die Vollziehung ihrer ersten Metamorphose folgt erst nachträglich. In jedem bestimmten Zeitabschnitt des Circulationsprozesses repräsentiren die fälligen Obligationen die Preissumme der Waaren, deren Verkauf sie hervorrief. Die zur Realisirung dieser Preissumme nöthige Geldmasse hängt zunächst ab von der Umlaufsgeschwindigkeit der Zahlungsmittel. Sie ist bedingt durch zwei Umstände: die Verkettung der Verhältnisse von Gläubiger und Schuldner, so daß A, der Geld von seinem Schulner B erhält, es an seinen Gläubiger C fortzahlt u.s.w. — und die Zeitlänge zwischen den verschiednen Zahlungsterminen. Die prozessirende Kette von Zahlungen oder nachträglichen ersten Metamorphosen unterscheidet sich wesentlich von der früher betrachteten Verschlingung der

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

Metamorphosenreihen. Im Umlauf des Circulationsmittels wird der Zusammenhang zwischen Verkäufern und Käufern nicht nur ausgedrückt. Der Zusammenhang selbst entsteht erst in und mit dem Geldumlauf. Dagegen drückt die Bewegung des Zahlungsmittels einen schon vor ihr fertig vorhandnen gesellschaftlichen Zusammenhang aus. Gleichzeitigkeit und Nebeneinander der Verkäufe beschränken den Ersatz der Münzmasse durch Umlaufsgeschwindigkeit. Sie bilden umgekehrt einen neuen Hebel in der Oekonomie der Zahlungsmittel. Mit der Concentration der Zahlungen an demselben Hätz entwickeln sich naturwüchsig eigne Anstalten und Methoden ihrer Ausgleichung. So z.B. die virements im mittelaltrigen Lyon. Die Schuldforderungen von A a n B , B a n C , C a n A u. s.w. brauchen bloß confrontirt zu werden, um sich wechselseitig bis zu einem gewissen Belauf als positive und negative Größen aufzuheben. So bleibt nur eine Schuldbilanz zu saldiren. Je massenhafter die Concentration der Zahlungen, desto kleiner relativ die Bilanz, also die Masse der circulirenden Zahlungsmittel. | |99| Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. So weit sich die Zahlungen ausgleichen, funktionirt es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werthe. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Circulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Incamation der gesellschaftlichen Arbeit, selbstständiges Dasein des Tauschwerths, absolute Waare. Dieser Widerspruch eklatirt in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt81). Sie ereignet sich nur, wo die prozessirende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld um. Es wird unersetzlich durch profane Waaren. Der Gebiauchswerth der Waare wird werthlos und ihr Werth verschwindet vor seiner eignen Werthform. Eben noch erklärte der Bürger in prosperitätstrunknem Aufklärungsdünkel das Geld für leeren Wahn. Nur die Waare ist Geld. Nur das Geld ist Waare! gellt's jetzt über den Weltmarkt. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit seine Seele nach Geld, dem einzigen Reichthum82). In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Waare ") Die Geldkrise, wie sie im Text bestimmt ist, als Phase jeder Krise, ist wohl zu unterscheiden von der besondern Krisenart, die man auch Geldkrise nennt, die aber ein ganz selbstständiges Phänomen bilden kann, so daß sie auf Industrie und Handel nur riickschlagend wirkt. Es sind dieß Krisen, deren Bewegungscentrum das Geldkapital ist, und deren unmittelbare Sphäre daher auch die Sphäre der Haupt- und Staatsaktionen des Geldkapitals, Bank, Börse, Finanz. „Dieses plötzliche Umschlagen aus dem Kreditsystem in das Monetarsystem fügt den theoretischen Schrecken zum praktischen Panik: und die Circulationsagenten schaudern vor

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3. Das Geld oder die Warenzirkulation

und ihrer Werthgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnoth ||100| bleibt dieselbe, ob in Gold oder Creditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist83). 5 Betrachten wir nun die Gesammtsumme des in einem gegebenen Zeitabschnitt umlaufenden Geldes, so ist sie, bei gegebener Umlaufsgeschwindigkeit der Cirkulations- und Zahlungsmittel, gleich der Summe der zu realisirenden Waarenpreise plus der Summe der fälligen Zahlungen minus der sich ausgleichenden Zahlungen. Selbst Preise, Geschwindigkeit des 10 Geldumlaufs, und Oekonomie der Zahlungen gegeben, decken sich daher nicht länger die während einer Periode, eines Tags z. B., umlaufende Geldmasse und cirkulirende Waarenmasse. Es läuft Geld um, das der Cirkulation längst entzogne Waaren repräsentirt. Es laufen Waaren um, deren Geldäquivalent erst in der Zukunft erscheint. Andrerseits sind die jeden Tag 15 contrahirten und die denselben Tag fälligen Zahlungen durchaus incommensurable Größen84). | |l0l| Das Creditgeld entspringt unmittelbar aus der Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, indem Schuldcertificate für die verkauften Waaren selbst wieder zur Uebertragung der Schuldforderungen cirkuliren. Andrerseits, wie 20 sich das (Kreditwesen ausdehnt, so die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel. Als solches erhält es eigne Existenzformen, worin es die Sphäre der

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dem undurchdringlichen Geheimniß ihrer eignen Verhältnisse." (Karl Marx 1. c. p. 126.) "The Poor stand still, because the Rich have no Money to employ them, though they have the same land and hands to provide victuals and cloaths, as ever they had; which is the true Riches of a Nation, and not the Money." (John Bellers: „Proposals for raising a Colledge of Industry. Lond. 1696", p. 3, 4.) Wie solche Momente von den „amis du commerce" ausgebeutet werden: "On one occasion (1839) an old grasping banker (der City) in his private room, raised the lid of the desk he sat over, and displayed to a friend rolls of banknotes, saying with intense glee there were 600000£ of them, they were held to make money tight, and would all be let out after three o'clock on the same day." („The Theory of the Exchanges. The Bank Charter Act of 1844. Lond. 1864", p. 81.) Das halbofficieUe Organ, „The Observer", bemerkt am 24. April 1864: "Some very curious rumours are current of the means which have been resorted to in order to create a scarcity of Banknotes ... Questionable at it would seem, to suppose that any trick of the kind would be adopted, the report has been so universal that it really deserves mention." M ) "The amount of sales or contracts entered upon during the course of any given day, will not affect the quantity of money afloat on that particular day, but, in the vast majority of cases, will resolve themselves into multifarious drafts upon the quantity of money which may be afloat at subsequent dates more or less distant... The bills granted or credits opened, to day, need have no resemblance whatever, either in quantity, amount or duration, to those granted or entered upon to-morrow or next day; nay, many of to-day's bills and credits, when due, fall in with a mass of liabilities whose origins traverse a range of antecedent dates altogether indefinite, bills at 12, 6, 3 months, or 1 often aggregating together to swell the common liabilities of one particular day." („The currency Theory Reviewed; a letter to the Scotch people. By a Banker in England. Edinburgh 1845", p. 29, 30 passim.)

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

großen Handelstransaktionen behaust, während die Gold- oder Silbermünze hauptsächlich in die Sphäre des Kleinhandels zurückgedrängt wird85). Bei gewissem Höhegrad und Umfang der Waarenproduktion greift die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel über die Sphäre der Waarencirculation hinaus. Es wird die allgemeine Waare der Contrakte86). Renten, Steuern u. s. w. verwandeln sich aus Naturallieferungen in Geldzahlungen. Wie sehr diese Umwandlung durch die Gesammtgestalt des Produktionsprozesses bedingt wird, beweist z. B. der zweimal gescheiterte ||102| Versuch des römischen Kaiserreichs alle Abgaben in Geld zu erheben. Das ungeheure Elend des französischen Landvolks unter Ludwig XIV., das Boisguillebert, 10 Marschall Vauban u.s.w. so beredt denunciren, war nicht nur der Steuerhöhe geschuldet, sondern auch der Verwandlung von Naturalsteuer in Geldsteuer®7). Wenn andrerseits die Naturalform der Grundrente, in Asien zugleich das Hauptelement der Staatssteuer, dort auf Produktionsverhältnissen beruht, welche sich mit der Unwandelbarkeit von Naturverhältnissen 15 reproduciren, erhält jene Zahlungsform rückwirkend die alte Produktionsform. Sie bildet eines der Selbsterhaltungsgeheimnisse des türkischen Reichs. Zieht der durch Europa aufoctroyirte auswärtige Handel in Japan die Verwandlung von Naturairente in Geldrente nach sich, so ist es um seine 8!

) Als Beispiel, wie wenig reelles Geld in die eigentlichen Handelsoperationen eingeht, folgt hier das Schema eines der größten Londoner Handelshäuser über seine jährlichen Geldeinnahmen und Zahlungen. Seine Transaktionen im Jahr 1856, die viele Millionen Pf. St. umfassen, sind auf den Maßstab einer Million verkürzt.

Einnahmen. Wechsel von Banquiers und Kaufleuten nach Datum zahlbar: Pf. St. Cheques von Banquiers etc. bei Sicht zahlbar: Landbank-Noten : Noten der Bank von England: Gold: Silber und Kupfer: Post Office Orders: Totalsumme:

_» Pf. St.

533 596 357715 9627 68554 28089 1486 933 1000000

Ausgaben. Wechsel nach Datum Pf. St. zahlbar: Cheques auf Londoner Banquiers: Noten der Bank von England: Gold: Silber und Kupfer:

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663672 22743 9427 1484

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Pf. St. 1000000 Totalsumme: (Report from the Select Committee on the Bankacts. July 1858, p. LXXI.) ") "The Course of Trade being thus turned, from exchanging of goods for goods, or delivering and taking, to selling and paying, all the bargains... are now stated upon the foot of a Price 40 in Money." (,An Essay upon Publick Credit. 3 ed. Lond. 1710", p. 8.) ") «L'argent est devenu le bourreau de toutes les choses.» Die Finanzkunst ist das „alambic qui a fait évaporer une quantité effrayable de biens et de denrées pour faire ce fatal précis." « L'argent déclare la guerre à tout le genre humain. » (Boisguillebert: „Dissertation sur la nature des richesses, de l'argent et des tributs", édit. Daire, „Économistes financiers. Paris 1843", 45 1.1, p. 413, 419,417,418.)

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3. Das Geld oder die Warenzirkulation

musterhafte Agrikultur geschehn. Ihre engen ökonomischen Existenzbedingungen werden sich auflösen. In jedem Land setzen sich gewisse allgemeine Zahlungstermine fest. Sie beruhn theilweis, von andern Cirkelläufen der Reproduktion abgesehn, auf 5 den an Wechsel der Jahreszeit gebundnen Naturbedingungen der Produktion. Sie regeln ebenso Zahlungen, die nicht direkt der Waarencirculation entspringen, wie Steuern, Renten u. s. w. Die Geldmasse, die zu diesen über die ganze Oberfläche der Gesellschaft zersplitterten Zahlungen an gewissen Tagen des Jahres erheischt ist, verursacht periodische, aber ganz oberfläch10 liehe Perturbationen in der Oekonomie der Zahlungsmittel88). Aus dem Gesetz über die Umlaufsgeschwin||l03|digkeit der Zahlungsmittel folgt, daß für alle periodischen Zahlungen, welches immer ihre Quelle, die nothwendige Masse der Zahlungsmittel in geradem Verhältnis zur Länge der Zahlungsperioden steht89). 15 Die Entwicklung des Geldes als Zahlungsmittel ernöthigt Geldaccumulationen für die Verfallstermine der geschuldeten Summen. Während die Schatzbildung als selbstständige Bereicherungsform verschwindet mit dem Fortschritt der bürgerlichen Gesellschaft, wächst sie umgekehrt mit demselben in der Form von Reservefonds der Zahlungsmittel. 20

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**) „Pfingstmontag 1824", erzählt Herr Craig dem parlamentarischen Untersuchungscomite von 1826, „war eine solche ungeheure Nachfrage für Banknoten in Edinburg, daß wir um 11 Uhr keine einzige Note mehr in unserm Verwahrsam hatten. Wir sandten der Reihe nach zu den verschiednen Banken um welche zu borgen, konnten aber keine erhalten, und viele Transaktionen konnten nur durch slips of paper berichtigt werden. Um 3 Uhr Nachmittags jedoch waren bereits sämmtliche Noten returnirt zu den Banken, von denen sie ausliefen. Sie hatten nur die Hände gewechselt." Obgleich die effektive Durchschnittscirculation der Banknoten in Schottland weniger als-3 Mill. Pf. St. beträgt, wird dennoch, an verschiednen Zahlungsterminen im Jahr, jede im Besitz der Banquiers befindliche Note, alles in allem ungefähr 7 Mill. Pf. St., in Aktivität gerufen. Bei diesen Gelegenheiten haben die Noten eine einzige und specifische Funktion zu vollziehen und sobald sie vollzogen, fließen sie zu den respektiven Banken zurück, von denen sie ausliefen. (John Fullarton: „Regulation of Currencies. 2nd ed. Lond. 1845" p. 86 Nte.) Zum Verständnis ist hinzuzufügen, daß in Schottland nicht cheques, sondern nur Noten für die Deposits ausgegeben werden. w ) Auf die Frage "if there were occasion to raise 40 millions p. a., whether the same 6 millions (Gold) would suffice for such revolutions and circulations thereof as trade requires?", antwortet Petty mit seiner gewöhnlichen Meisterschaft: "I answer yes; for the expense being 40 millions, if the revolutions were in such short circles, viz. weekly, as happens among poor artizans and labourers, who receive and pay every Saturday, then *7n parts of 1 million of money would answer these ends; but if the circles be quarterly, according to our custom of paying rent, and gathering taxes, then 10 millions were requisite. Wherefore supposing payments in general to be of a mixed circle between one week and 13, then add 10 millions to "/n, the half of the which will be 5'l2, so as if we have 5'/2 mill., we have enough." (William Petty: „Political Anatomy of Ireland. 1672", edit. Lond. 1691, p. 13, 14.)

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Erstes Kapitel - Ware und Geld

c) Weltgeld. Mit dem Austritt aus der innern Circulationssphäre streift das Geld die dort aufschießenden Lokalformen von Maßstab der Preise, Münze, Scheidemünze und Werthzeichen wieder ab und fallt in die ursprüngliche Barrenform der edlen Metalle zurück. Im Welthandel entfalten die Waaren ihren Werth universell. Ihre selbstständige Werthgestalt tritt ihnen daher hier auch gegenüber als Weltgeld. Erst auf dem Weltmarkt funktio||l04|nirt das Geld in vollem Umfang als die Waare, deren Naturalform zugleich unmittelbar gesellschaftliche Verwirklichungsform der menschlichen Arbeit in abstracto ist. Seine Daseinsweise wird seinem Begriff adäquat. In der innern Cirkulationssphäre kann nur eine Waare zum Werthmaß und daher als Geld dienen. Auf dem Weltmarkt herrscht doppeltes Werthmaß, Gold und Silber90). Das Weltgeld funktionirt als allgemeines Zahlungsmittel, allgemeines Kauf mittel und absolut gesellschaftliche Materiatur des Reichthums überhaupt (universal wealth). Die Funktion als Zahlungsmittel, zur Ausgleichung internationaler Bilanzen, herrscht vor. Daher das Losungswort des Merkantilsystems — Handelsbilanz91)! Zum internationalen Kauf mittel dienen Gold und Silber wesentlich, so oft das herkömmliche Gleichgewicht des Stoff||l05|wechsels zwischen verschiednen Nationen plötzlich gestört wird. Endlich als absolut gesellschaftliche Materiatur des Reichthums, wo es sich weder um Kauf noch Zahlung handelt, sondern um Uebertragung des Daher die Abgeschmacktheit jeder Gesetzgebung, die den Kationalbanken vorschreibt, nur das edle Metall aufzuschatzen, das im Innern des Landes als Geld funktionirt. Die so selbstgeschaffenen „holden Hindernisse" der Bank von England z. B. sind bekannt. Ueber die großen historischen Epochen des relativen Werthwechsels von Gold und Silber sieh Karl Marx 1. c. p. 136 sq. ") Die Gegner des Merkantilsystems, welches die Saldirung überschüssiger Handelsbilanz durch Gold und Silber als Zweck des Welthandels behandelte, verkannten ihrerseits durchaus die Funktion des Weltgeldes. Wie die falsche Auffassung der Gesetze, welche die Masse der Circulationsmittel regeln, sich in der falschen Auffassung der internationalen Bewegung der edlen Metalle nur widerspiegelt, habe ich ausführlich an Ricardo nachgewiesen. (I.e. p. ISO sqq.) Sein falsches Dogma: "An unfavourable balance of trade never arises but from a redundant currency... The exportation of the coin is caused by its cheapness, and is not the effect, but the cause of an unfavourable balance" findet man daher schon bei Barbon: "The Balance of Trade, if there be one, is not the cause of sending away the money out of a nation: but that proceeds from the difference of the value of Bullion in every country." (N. Barbon 1. c. p. 59.) Mac Culloch in „The Literature of Political Economy, a classified catalogue. Lond. 1845" belobt Barbon für diese Anticipation, vermeidet aber wohlweislich die naiven Formen, worin bei B. die absurden Voraussetzungen des „currency principle" noch erscheinen, auch nur zu erwähnen. Die Kritiklosigkeit und selbst Unehrlichkeit jenes Katalogs gipfeln in den Abschnitten über die Geschichte der Geldtheorie, weil Mac Culloch hier als Sykophant des Lord Overstone (ex-banker Loyd), den er „facile prineeps argentariorum" nennt, schwanzwedelt.

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Otto Meißner

3. Das Geld oder die Warenzirkulation

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Reichthums von einem Land zum andern, und wo diese Uebertragung in Waarenform entweder durch die Conjunkturen des Waarenmarkts oder den zu erfüllenden Zweck selbst ausgeschlossen wird92). Wie für seine innere Circulation, braucht jedes Land für die Weltmarktscirculation einen Reservefonds. Die Funktionen der Schätze entspringen also theils aus der Funktion des Geldes als inneres Circulations- und Zahlungsmittel, theils seiner Funktion als Weltgeld. In der letzteren Rolle ist stets die wirkliche Geldwaare, leibhaftes Gold und Silber erheischt, weßwegen James Steuart Gold und Silber, im Unterschied von ihren nur lokalen StellVertretern, ausdrücklich als money of the world charakterisirt. Die Bewegung des Gold- und Silberstroms ist eine doppelte. Einerseits wälzt er sich von seinen Quellen über den ganzen Weltmarkt, wo er von den verschiednen nationalen Circulationssphären in verschiednem Umfang abgefangen wird, um in die inneren Umlaufskanäle einzugehn, verschlissene Gold- und Silbermünzen zu ersetzen, das Material von Luxuswaaren zu liefern und zu Schätzen zu erstarren93). Diese erste Bewegung ist vermittelt durch direkten Austausch der in Waare realisirten Nationalarbeiten mit der in edlen Metallen realisirten Arbeit der Gold und Silber producirenden Länder. Andrerseits laufen Gold und Silber fortwährend hin und her zwisehen den verschiednen nationalen Circulationssphären, eine Bewegung, die den unaufhörlichen Oscillalionen des Wechselkurses folgt94). | |106| Länder entwickelter bürgerlicher Produktion beschränken die in Bankreservoirs massenhaft concentrirten Schätze auf das zu ihren spezifischen Funktionen erheischte Minimum95). Mit gewisser Ausnahme zeigt auffallendes Ueberfüllen der Schatzreservoirs über ihr Durchschnittsniveau Stockung der Waarencirculation an oder unterbrochenen Fluß der Waarenmetamorphose96). n

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) Z. B. bei Subsidien, Geldanleihn zur Kriegsführung oder zur Wiederaufnahme der Baarzahlungen von Banken u. s. w. kann Werth grade in der Geldform erheischt sein. ") « L'argent se partage entre les nations relativement au besoin qu'elles en ont... étant toujours attiré par les productions.» (Le Trosne I.e. p.916.) "The mines which are continually giving gold and silver, do give sufficient to supply such a needful balance to every nation." (/. Vanderlint I.e. p.40.) ") "Exchanges rise and fall every week, and at some particular times in the year run high against a nation, and at other times run as high on the contrary." (N. Barbón I.e. p.39.) ") Diese verschiedenen Funktionen können in gefährlichen Konflikt gerathen, sobald die Funktion eines Conversionsfonds für Banknoten hinzutritt. *) "What money is more than of absolute necessity for a Home Trade, is deadstock... and brings no profit to that country it's kept in, but as it is transported in Trade, as well as imported." (John Beilers 1. c. p. 13.) "What if we have too much coin? We may melt down the heaviest and turn it into the splendour of plate, vessels or ustensils of gold and silver; or send it out as acommodity, where the same is wanted or desired; or let it out at interest, where interest his high." (W. Petty: „Quantulumcunque", p. 39.) "Money is but the fat of the Body Politick, whereof too much does

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Zweites Kapitel - Die Verwandlung von Geld in Kapital

ZWEITES KAPITEL.

Die Verwandlung von Geld in Kapital. 1) Die allgemeine Formel des Kapitals. Die Waarencirculatíon ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Waarenproduktion, Waarencirculatíon und entwickelte Waarencirculatíon, Handel, bilden daher stets die historischen Voraussetzungen, unter denen das Kapital entsteht. Von der Schöpfung des modernen Welthandels und ||107| Weltmarkts im 16. Jahrhundert datirt die moderne Lebensgeschichte des Kapitals. Sehn wir ab vom stofflichen Inhalt der Waarencirculatíon, vom Austausch der verschiednen Gebrauchswerthe, und betrachten wir nur die ökonomischen Formen, die dieser Prozeß erzeugt, so finden wir als sein letztes Produkt das Geld. Dieß letzte Produkt der Waarencirculatíon ist die erste Erscheinungsform des Kapitals. Historisch tritt das Kapital dem Grundeigenthum überall zunächst in der Form von Geld gegenüber, von Geldvermögen, Kaufmannskapital und Wucherkapital'). Jedoch bedarf es nicht des Rückblicks auf die Entstehungsgeschichte des Kapitals, um das Geld als seine erste Erscheinungsform zu erkennen. Dieselbe Geschichte spielt täglich vor unsern Augen. Jedes neue Kapital betritt in erster Instanz die Bühne, d. h. den Markt, Waarenmarkt, Arbeitsmarkt, oder Geldmarkt, immer noch als Geld, Geld, das sich durch bestimmte Prozesse in Kapital verwandeln soll. Geld als Geld und Geld als Kapital unterscheiden sich zunächst nur durch ihre verschiedene Circulationsform. Die unmittelbare Form der Waarencirculatíon ist W-G-W, Verwandlung von Waare in Geld und Rückverwandlung von Geld in Waare, verkaufen um zu kaufen. Neben dieser Form finden wir aber eine zweite, spezifisch unieras often hinder its agility, as too little makes it sick as fat lubricates the motionof the muscles, feeds in want of victuals, fills up uneven cavities, and beautifies the body; so doth money in the state quicken its action, feeds from abroad in time of dearth at home; evens accounts... and beautifies the whole, although", ironisch abschließend, "more especially the particular persons that have it in plenty." ( W. Petty: „Political anatomy of Ireland" p. 14, 15.) ') Der Gegensatz zwischen der auf persönlichen Knechtschafts- und Herrschaftsverhältnissen beruhenden Macht des Grundeigenthums und der unpersönlichen Macht des Geldes ist klar gefaßt in den zwei französischen Sprichworten: «Nulle terre sans seigneur.» « L'argent n'a pas de maitre.»

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1. Die allgemeine Formel des Kapitals

schiedene vor, die Form G-W-G, Verwandlung von Geld in Waare und Riickverwandlung von Waare in Geld, kaufen um zu verkaufen. Geld, das in seiner Bewegung diese letztre Circulationsform beschreibt, verwandelt sich in Kapital, wird Kapital und ist schon an sich, d. h. seiner Bestimmung nach, Kapital. Sehn wir uns die Circulation G-W-G näher an. Es ist ein Prozeß, der gleich dem der einfachen Waarencirculation, zwei entgegengesetzte Phasen durchläuft und ihre Einheit bildet. In der ersten Phase, G-W, Kauf, wird das Geld in Waare verwandelt. In der zweiten Phase, W-G, Verkauf, wird die Waare in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber, die Gesammtbewegung, stellt sich ||108| dar als Austausch von Geld gegen Waare und Wiederaustausch derselben Waare gegen Geld, Waare kaufen um sie zu verkaufen, oder, wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf übersieht, mit dem Geld Waare und mit der Waare Geld kaufen2). Was aber das Resultat des Prozesses angeht, so erlischt er im Austausch von Geld gegen Geld, G-G. Wenn ich für 100 Pfd. St. 2000 Pfund Baumwolle kaufe und die 2000 Pfund Baumwolle wieder für 110 Pfd. St verkaufe, so habe ich schließlich 100 Pfd. St. gegen 110 Pfd. St. ausgetauscht, Geld gegen Geld. Es ist nun zwar augenscheinlich, daß der Circulationsprozeß G-W-G abgeschmackt und inhaltlos wäre, wollte man vermittelst seines Umwegs denselben Geldwerth gegen denselben Geldwerth, also z.B. 100Pfd.St. gegen 100 Pfd. St. austauschen. Ungleich einfacher und sichrer wäre die Methode des Schatzbildners, der die 100 Pfd. St. festhält, statt sie der Circulationsgefahr preiszugeben. Andrerseits, ob der Kaufmann die mit 100 Pfd. St. gekaufte Baumwolle wieder verkauft zu 110 Pfd. St., oder ob er sie zu 100 Pfd. St. und selbst zu 50 Pfd. St. losschlagen muß, unter allen Umständen hat sein Geld eine eigentümliche und originelle Bewegung beschrieben, durchaus verschieden von der, die es in der einfachen Waarencirculation beschreibt, z. B. in der Hand des Bauern, der Korn verkauft und mit dem so gelösten Geld Kleider kauft. Es gilt also zunächst die Charakteristik der Formunterschiede zwischen den Kreisläufen G-W-G und W-G-W. Damit wird sich zugleich der inhaltliche Unterschied ergeben, der hinter diesen Formunterschieden lauert. Sehn wir zunächst, was beiden Formen gemeinsam. Beide Kreisläufe zerfallen in dieselben zwei entgegengesetzten Phasen, W-G, Verkauf, und G-W, Kauf. Jede dieser Phasen für sich betrachtet, ist kein Unterschied zu erkennen. Die den Prozeß eingehenden Elemente sind in beiden Formen dieselben, Waare und Geld. In jedem Abschnitt der beiden 2

) « Avec de l'argent on achète des marchandises, et avec des marchandises on achète de l'argent. » (Mercier de la Rivière: „L'ordre naturel et essentiel des sociétés politiques", p. 543.)

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Z w e i t e s Kapitel • Die Verwandlung von G e l d in Kapital

Kreisläufe stehn sich dieselben ökonomischen Charaktermasken gegenüber, Käufer und Verkäufer. In beiden Prozessen treten ||109| drei Contrahenten auf, so daß aber stets nur ein Contrahent abwechselnd als Käufer und Verkäufer figurirt, während von den beiden andern Contrahenten der eine nur verkauft und der andre nur kauft. Beide Kreisläufe endlich sind Einheiten derselben entgegengesetzten Phasen. Der Formunterschied zwischen den Prozessen W-G-W und G-W-G springt erst in's Auge, sobald man, statt der zwei Phasen, worin beide zerfallen, ihre Gesammtverläufe vergleicht. Was sie von vorn herein scheidet, ist die umgekehrte Reihenfolge derselben entgegengesetzten Circulationsphasen. Die einfache Waarencirculation beginnt mit dem Verkauf und endet mit dem Kauf, die Circulation des Geldes als Kapital beginnt mit dem Kauf und endet mit dem Verkauf. Dort bildet die Waare, hier das Geld den Ausgangspunkt und Schlußpunkt der Bewegung. In der ersten Form funktionirt das Geld, in der andern umgekehrt die Waare als Mittler des Gesammtverlaufs. In der Circulation W-G-W wird das Geld schließlich in Waare verwandelt, die als Gebrauchswerth dient. Das Geld ist also definitiv ausgegeben. In der umgekehrten Form G-W-G giebt der Käufer dagegen Geld aus, um als Verkäufer Geld einzunehmen. Er wirft Geld beim Kauf der Waare in die Circulation, um es ihr durch den Verkauf derselben Waare wieder zu entziehn. Er entläßt das Geld nur mit der hinterlistigen Absicht seiner wieder habhaft zu werden. Es wird daher nur vorgeschossen3). In der Form W-G-W wechselt dasselbe Geldstück zweimal die Stelle. Der Verkäufer erhält es vom Käufer und zahlt es weg an einen andern Verkäufer. Mit der Weggabe von Geld für Waare schließt der Gesammtprozeß ab, wie er mit der Einnahme von Geld für Waare begann. Umgekehrt in der Form G-W-G. Nicht dasselbe Geldstück, sondern dieselbe Waare wechselt hier zweimal die Stelle. Der Käufer erhält sie aus der Hand des Verkäufers und giebt sie weg in die Hand eines andern Käufers. Wie in der einfachen Waarencirculation durch den zweimaligen Stellenwechsel desse/||ll0|£>e/7 Geldstücks sein definitives Uebergehn aus einer Hand in die andre bedingt ist, so hier durch den zweimaligen Stellenwechsel derselben Waare der Rückfluß des Geldes zu seinem ersten Ausgangspunkt. Der Rückfluß des Geldes zu seinem Ausgangspunkt hängt nicht davon ab, ob oder ob nicht die Waare theurer verkauft wird als sie gekauft war. Dieser Umstand beeinflußt nur die Größe der rückfließenden Geldsumme. Das Phänomen des Rückflusses selbst findet statt, sobald die gekaufte Waare wieder verkauft, also der Kreislauf G-W-G vollständig beschrieben wird. Es 3)

"When a thing is bought, in order to be sold again, the sum employed is called money advanced\ when it is bought not to be sold, it may be said to be expended." (James Steuart: Works etc. edited by General Sir James Steuart, his son. Lond. 1805, v. I, p.274.)

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1. Die allgemeine Formel des Kapitals

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ist dieß also ein sinnlich wahrnehmbarer Unterschied zwischen der Circulation des Geldes als Kapital und seiner Circulation als bloßem Geld. Allerdings kann auch in W-G-W Rückfluß des Geldes zu seinem Ausgangspunkt stattfinden, aber nur durch die Erneuerung oder Wiederholung des Gesammtprozesses, nicht durch den Verlauf seiner eignen Momente. Wenn ich ein Quarter Korn verkaufe für 3 Pfd. St und mit diesen 3 Pfd. St. Kleider kaufe, sind die 3 Pfd. St. für mich definitiv verausgabt. Ich habe nichts mehr mit ihnen zu schaffen. Sie sind des Kleiderhändlers. Verkaufe ich nun ein zweites Quarter Korn, so fließt Geld zu mir zurück, aber nicht in Folge der ersten Transaktion, sondern nur in Folge ihrer Wiederholung. Es entfernt sich wieder von mir, sobald ich die zweite Transaktion zu Ende führe und von neuem kaufe. In der Circulation W-G-W hat also die Verausgabung des Geldes nichts mit seinem Rückfluß zu schaffen. In G-W-G dagegen ist der Rückfluß des Geldes durch die Art seiner Verausgabung selbst bedingt. Ohne diesen Rückfluß ist die Operation mißglückt oder der Prozeß unterbrochen und noch nicht fertig, weil seine zweite Phase, der den Kauf ergänzende und abschließende Verkauf fehlt. Der Kreislauf W-G-W geht aus von dem Extrem einer Waare und schließt ab mit dem Extrem einer andern Waare, die aus der Circulation heraus und der Consumtion anheim fällt. Consumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswerth ist daher sein Endzweck. Der Kreislauf G-W-G geht dagegen aus von dem Extrem des Geldes und bewegt sich fort zu demselben Extrem als seinem Schluß. Sein treibendes Motiv und bestimmender Zweck ist daher der Tauschwerth selbst In der einfachen Waarencirculation haben beide Extreme dieselbe 111111 ökonomische Formbestimmtheit. Sie sind beide Waaren. Sie sind auch Waaren von derselben Werthgröße. Aber sie sind zugleich qualitativ verschiedne Gebrauchswerthe, z.B. Korn und Kleider. Der Produktenaustausch, der Wechsel der verschiednen Stoffe, worin sich die gesellschaftliche Arbeit darstellt, bildet hier den Inhalt der Bewegung. Anders in der Circulation G-W-G. Sie scheint auf den ersten Blick inhaltlos, weil tautologisch. Beide Extreme haben dieselbe ökonomische Formbestimmtheit. Sie sind beide Geld. Sie unterscheiden sich auch nicht qualitativ als Gebrauchswerthe, denn Geld ist eben die verwandelte Gestalt der Waaren, worin ihre besondern Gebrauchswerthe ausgelöscht sind. Erst 100 Pfd. St. gegen Baumwolle und dann wieder dieselbe Baumwolle gegen 100 Pfd. St. austauschen, also auf einem Umweg Geld gegen Geld, dasselbe gegen dasselbe, scheint eine ebenso zwecklose als abgeschmackte Operation4). Eine 4

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) „On n'échange pas de l'argent contre de l'argent," ruft Mercier de la Rivière den Merkantilisten zu. (1. c. p. 486.) In einem Werke, welches ex professo vom „Handel" und der „Spekulation" handelt, liest man: „Aller Handel besteht im Austausch von Dingen verschiedner Art; und

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Zweites Kapitel - Die Verwandlung von Geld in Kapital

Geldsumme kann sich von der || 112| andern Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G-W-G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Circulation mehr Geld entzogen als Anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100+10 Pfd. St. oder 110 Pfd. St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G-W-G', wo G' = G + AG, d.h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Incrément. Dieß Incrément oder den Ueberschuß über den ursprünglichen Werth nenne ich Mehrwerth (surplus value). Der ursprünglich vorgeschossene Werth erhält sich daher nicht nur in der Circulation, sondern in ihr veränderter seine Werthgröße, setzt einen Mehrwerth zu, oder verwerthet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital. Es ist zwar auch möglich, daß in W-G-W die beiden Extreme W, W, z. B. Korn und Kleider, quantitativ verschiedne Werthgrößen sind. Der Bauer kann sein Korn über dem Werth verkauft oder die Kleider unter ihrem Werth gekauft haben. Er kann seinerseits vom Kleiderhändler geprellt werden. Solche Werthverschiedenheit bleibt jedoch für diese Circulationsform selbst rein zufällig. Sinn und Verstand verliert sie nicht schier, wie der Prozeß G-W-G, wenn die beiden Extreme, Korn und Kleider z.B., Aequivalente sind. Ihr Gleichwerth ist hier vielmehr Bedingung des normalen Verlaufs. Die Wiederholung oder Erneurung des Verkaufs um zu kaufen findet, wie dieser Prozeß selbst, Maß und Ziel an einem außer ihm liegenden Endzwecke, der Consumtion, der Befriedigung bestimmter Bedürfnisse. Im Kauf für den Verkauf dagegen sind Anfang und Ende dasselbe, Geld, Tauschwerth, und schon dadurch ist die Bewegung endlos. Allerdings ist aus G, G + A G geworden, aus den 100Pfd.St., 100+ 10. Aber blos die Form der Vortheil (für den Kaufmann?) entspringt eben aus dieser Verschiedenheit. Ein Pfund Brod gegen ein Pfund Brod austauschen, wäre ohne allen Vortheil... daher der vorteilhafte Kontrast zwischen Handel und Spiel, welches nur Austausch von Geld gegen Geld ist." (Th. Corbet: „An Inquiry into the Causes and Modes of the Wealth of Individuais; or the Principles of Trade and Spéculation explained. London. 1841 ", p. 5.) Obgleich Corbet nicht sieht, daß G—G, Geld gegen Geld austauschen, die charakteristische Circulationsform, nicht nur des Handelskapitals, sondern allen Kapitals ist, giebt er wenigstens zu, daß diese Form einer Art des Handels, der Spekulation, mit dem Spiel gemein sei, aber dann kommt Mac Culloch und findet, daß Kaufen um zu verkaufen Speculiren ist, und der Unterschied zwischen Spéculation und Handel also wegfällt. "Every transaction in which an individuai buys produce in order to seil it again, is, in fact, a spéculation." (Mac Culloch: A Dictionary practica! etc. of Commerce. London 1847, p. 1009.) Ungleich naiver Pinto, der Pindar der Amsterdamer Börse: «Le commerce est un jeu (dieser Satz entlehnt aus Locke); et ce n'est pas avec des gueux qu'on peut gagner. Si l'on gagnait long temps en tout avec tous, il faudrait rendre de bon accord les plus grandes parties du profit, pour recommencer le jeu.» (Pinto: Traité de la Circulation et du Crédit. Amsterdam 1771, p. 231.)

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1. Die allgemeine Formel des Kapitals

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betrachtet, sind 110 Pfd. St. dasselbe wie 100 Pfd. St., nämlich Geld. Und die Werthgröße betrachtet, sind 110 Pfd. eine beschränkte Werthsumme wie 100 Pfd. St. Würden die 110 Pfd. St. als Geld verausgabt, so fielen sie aus ihrer Rolle. Sie hörten auf Kapital zu sein. Der Circulation entzogen, versteinern sie zum Schatz und kein Farthing wächst ihnen an, ob sie bis ||113| zum jüngsten Tag fortlagern. Handelt es sich also einmal um die Werthgröße als solche, um Verwerthung des Werths, so besteht dasselbe Bediirfniß für die Verwerthung von 110Pfd. St. wie für die von 100Pfd. St., da beide beschränkte Ausdrücke des Tauschwerths sind, beide also denselben Beruf haben sich dem Reichthum schlechthin durch Größenausdehnung anzunähern. Allerdings unterscheidet sich für einen Augenblick der ursprünglich vorgeschossene Werth 100 Pfd. St. von dem in der Circulation ihm zuwachsenden Mehrwerth von 10 Pfd. St., aber dieser Unterschied zerfließt sofort wieder. Es kommt am Ende des Prozesses nicht auf der einen Seite der Originalwerth von 100 Pfd. St. und auf der andern Seite der Mehrwerth von 10 Pfd. St. heraus. Was herauskommt ist Ein Werth von 110 Pfd. St, der sich ganz in derselben entsprechenden Form befindet, um den Verwerthungsprozeß zu beginnen, wie die ursprünglichen 100 Pfd. St. Geld kommt am Ende der Bewegung wieder als ihr Anfang heraus*). Wenn die einfache Waarencirculation daher im Gebrauchswerth eine ihr von außen gesetzte Schranke hat, ist die Bewegung des Kapitals dagegen maßlos, indem sie in ihrem Abschluß das Prinzip und den Trieb ihrer Wiedererneuerung findet, und ihr Ziel, die Verwerthung des Werths, am Ende des Prozesses eben so wenig erreicht ist als am Anfang6).

25 ') „Das Kapital theilt sich ... in das ursprüngliche Kapital und den Gewinn, den Zuwachs des Kapitals ... obwohl die Praxis selbst diesen Gewinn sogleich wieder zum Kapital schlägt und mit diesem in Flufi setzt." (F.Engels: „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie" in ,^Deutsch-Französische Jahrbücher, herausgegeben von Arnold Rüge und Karl Marx." Paris 1844, p.99.) 30 6) Aristoteles stellt der Chrematistik die Oekonomik entgegen. Er geht von der Oekonomik aus. So weit sie Erwerbskunst, beschränkt sie sich auf die Verschaffung der zum Leben nothwendigen und für das Haus oder den Staat nützlichen Güter. „Der wahre Reichthum (6 AXTföivo? tcXo-ütoq) besteht aus solchen Gebrauchswerten; denn das zum guten Leben genügende Maß dieser Art von Besitz ist nicht unbegrenzt. Es gjebt aber eine zweite Art der Erwerbskunst, die 35 vorzugsweise und mit Recht Chrematistik heißt, in Folge deren keine Grenze des Reichthums und Besitzes zu existiren scheint. Der Waarenhandel Oh xairr)Xi.xT| heißt wörtlich Kramhandel und Aristoteles nimmt diese Form, weil in ihr der Gebrauchswerth vorherrscht) gehört von Natur nicht zur Chrematistik, denn hier bezieht sich der Austausch nur auf das für sie selbst (Käufer und Verkäufer) Nöthige." Daher, entwickelt er weiter, war auch die ursprüngliche Form 40 des Waarenhandels der Tauschhandel, aber mit seiner Ausdehnung entstand nothwendig das Geld. Mit der Erfindung des Geldes mußte sich der Tauschhandel nothwendig zur xchttiX.ixt|, zum Waarenhandel entwickeln, und dieser, im Widerspruch zu seiner ursprünglichen Tendenz, bildete sich zur Chrematistik aus, zur Kunst Geld zu machen. Die Chrematistik nun unterscheidet sich von der Oekonomik dadurch, daß „für ste die Circulation die Quelle des Reich45 thums ist (noufcixT) xp^^otiüv ... Siä xp^ßortov peTaßoXrig). Und um das Geld scheint sie sich

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Zweites Kapitel

Die Verwandlung von Geld in Kapital

Als bewußter Träger dieses Prozesses wird der Geldbesitzer Kapitalist. Seine Person, oder vielmehr seine Tasche, ist der Ausgangspunkt ||l 14| und der Rückkehrpunkt des Geldes. Der objektive Inhalt jenes Prozesses — Verwerthung des Werths — ist sein subjektiver Zweck, und nur soweit wachsende Aneignung des abstrakten Reichthums das allein treibende Motiv 5 seiner Operationen, funktionirt er als Kapitalist oder personificirtes, mit Willen und Bewußtsein begabtes Kapital. Der Gebrauchswerth ist also nie als unmittelbarer Zweck des Kapitalisten zu behandeln7). Auch nicht der einzelne Gewinn, sondern nur die rastlose Bewegung des Gewinnens8). Dieser absolute Bereicherungstrieb, diese ||115| leidenschaftliche Jagd auf 10 den Tauschwerth9) ist dem Kapitalisten mit dem Schatzbildner gemein, aber während der Schatzbildner nur der verrückte Kapitalist, ist der Kapitalist der rationelle Schatzbildner. Die Unvergänglichkeit des Tauschwerths, die der Schatzbildner anstrebt, indem er das Geld vor der Circulation zu retten sucht10), erreicht der klügere Kapitalist, indem er es stets von neuem der 15 Circulation preisgiebt10*). In der einfachen Circulation entwickeln die Waaren ihren Werth zu verschiednen ihrem Gebrauchswerth gegenübertretenden selbstständigen Formen, d. h. zu Geldformen, die den Austausch vermitteln und in seinem Endresultat verschwinden. In der Circulation G-W-G funktioniren beide, Waare und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werths selbst, das zu drehen, denn das Geld ist der Anfang und das Ende dieser Art von Austausch (tö yäp vö(xuT|xaCTTOtxeiovxai itepag rfjg -yöp 15 to ev, itapa tovtcdv xal to avtapxeg." Man muß dabei erwägen, daß es noch zur Zeit des Sturzes der 30 Tyrannen keine 5000 Athener ohne Grundeigenthum gab. ") Plato entwickelt die Theilung der Arbeit innerhalb des Gemeinwesens aus der Vielseitigkeit der Bedürfnisse und der Einseitigkeit der Anlagen der Individuen. Hauptgesichtspunkt bei ihm, daß der Arbeiter sich nach dem Werk richten müsse, nicht das Werk nach dem Arbeiter, was 20 unvermeidlich, wenn er verschiedne Künste zugleich, also eine oder die andere als Neben werk treibe. „Oü -yctp ol+uu i-iHXei to 3tpanö(jLevov ri|v toü TtpctTtovroc;ct^oM|vmpuLiveiv, vDe la Richesse Commerciale. Genève 1803", t.I, p. 37.) a ) "Labour, the exclusive standard of value ... the creator of all wealth, no commodity." (Th. Hodgskin 1. c. p. 186.)

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|523| Im Ausdruck: Werth der Arbeit ist der Werthbegriff nicht nur völlig ausgelöscht, sondern in sein Gegentheil verkehrt. Es ist ein imaginärer Ausdruck wie etwa Werth der Erde. Diese imaginären Ausdrücke entspringen jedoch aus den Produktionsverhältnissen selbst. Sie sind Kategorieen für Erscheinungsformen wesentlicher Werthverhältnisse. Daß in der Erscheinung die Dinge sich oft verkehrt darstellen, ist ziemlich in allen Wissenschaften bekannt, außer in der politischen Oekonomie26). Die klassische politische Oekonomie entlehnte dem Alltagsleben ohne weitere Kritik die Kategorie Preis der Arbeit, um sich dann hinterher zu fragen, wie wird dieser Preis bestimmt? Sie erkannte bald, daß der Wechsel im Verhältniß von Nachfrage und Zufuhr für den Preis der Arbeit, gleich dem jeder andern Waare, nichts erklärt außer dem Wechsel des Preises, die OscUlationen der Marktpreise unter oder über eine gewisse Größe. Decken sich Nachfrage und Zufuhr, so hört, unter sonst gleichbleibenden Umständen, die Preisoscillation auf. Aber dann hören auch Nachfrage und Zufuhr auf irgend etwas zu erklären. Der Preis der ||524| Arbeit, wenn Nachfrage und Zufuhr sich decken, ist der vom Verhältniß der Nachfrage und Zufuhr unabhängig bestimmte Preis der Arbeit, ihr natürlicher Preis, der so als der eigentliche Gegenstand der Analyse gefunden ward. Oder man nahm eine längere Periode der Oscillationen des Marktpreises, z. B. ein Jahr, und fand dann, daß sich ihr Auf und Ab ausgleicht zu einer mittlem Durchschnittsgröße, einer constanten Größe. Sie mußte natürlich anders bestimmt werden als die sich kompensirenden Abweichungen von ihr selbst. Dieser über die zufälligen Marktpreise der Arbeit übergreifende und sie regulirende Preis, nothwendige Preis (Physiokraten) oder „natürliche Preis der Arbeit" (Adam Smith) kann, wie bei andern Waaren, nur ihr in Geld ausgedrückter Werth sein. In dieser Art glaubte die politische Oekonomie durch die zu*) Diese Ausdrücke dagegen für bloße licentia poetica zu erklären, zeigt nur die Ohnmacht der Analyse. Ich bemerke daher gegen Proudhon 's Phrase: «Le travail est dit valoir, non pas en tant que marchandise lui-même, mais en vue des valeurs qu'on suppose renfermées puissanciellement en lui. La valeur du travail est une expression figurée etc.»: «Dans le travail marchandise, qui est d'une réalité effrayante, il ne voit qu'une ellipse grammaticale. Donc toute la société actuelle, fondée sur le travail marchandise, est désormais fondée sur une licence poétique, sur une expression figurée. La société veut-elle < éliminer tous les inconvénients >, qui la travaillent, eh bien! qu'elle élimine les termes malsonnants, qu'elle change de langage, et pour cela elle n'a qu'à s'adresser à l'Académie pour lui demander une nouvelle édition de son dictionnaire. » (K. Marx: „Misère de la Philosophie", p. 34,35.) Noch bequemer ist es natürlich, sich unter Werth gar nichts zu denken. Man kann dann ohne Umstände alles unter diese Kategorie subsumiren. So z. B. J. B. Say. Was ist „valeur"? Antwort: «C'est ce qu'une chose vaut», und was ist „Prix"? Antwort: «La valeur d'une chose exprimée en monnaie.» Und warum hat ,Je travail de la terre... une valeur? Parce qu'on y met un prix." Also Werth ist was ein Ding werth ist, und die Erde hat einen „Werth", weil man ihren Werth „in Geld ausdrückt". Dieß ist jedenfalls eine sehr einfache Methode, sich über das why und wherefore der Dinge zu verständigen.

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Fünftes Kapitel • Weitere Untersuchungen über die Produktion des ... Mehrwerts

fälligen Preise der Arbeit zu ihrem Werth vorzudringen. Wie bei den andern Waaren wurde dieser Werth dann weiter durch die Produktionskosten bestimmt. Aber was sind die Produktionskosten — des Arbeiters, d.h. die Kosten, um den Arbeiter selbst zu produciren oder zu reproduciren? Diese Frage schob sich der politischen Oekonomie bewußtlos für die ursprüngliche unter, da sie mit den Produktionskosten der Arbeit als solcher sich im Kreise drehte und nicht vom Flecke kam. Was sie also Werth der Arbeit (value of labour) nennt, ist in der That der Werth der Arbeitskraft, die in der Persönlichkeit des Arbeiters existirt, und von ihrer Funktion, der Arbeit, ebenso verschieden ist, wie eine Maschine von ihren Operationen. Beschäftigt mit dem Unterschied zwischen den Marktpreisen der Arbeit und ihrem s.g. Werth, mit dem Verhältniß dieses Werths zur Profitrate, zu den vermittelst der Arbeit producirten Waarenwerthen u. s. w., entdeckte man niemals, daß der Gang der Analyse nicht nur von den Marktpreisen der Arbeit zu ihrem Werth, sondern dahin geführt hatte, diesen Werth der Arbeit selbst wieder aufzulösen in den Werth der Arbeitskraft. Die Bewußtlosigkeit über dieß Resultat ihrer eignen Analyse, die kritiklose Annahme der Kategorieen Werth der Arbeit, natürlicher Preis der Arbeit u. s. w. als letzter adäquater Ausdrücke des behandelten Werthverhältnisses, verwickelte, wie man später sehn wird, die klassische politische Oekonomie in unauflösbare Wirren und Widersprüche, während sie der Vulgärökonomie eine sichre Operationsbasis für ihre principiell nur dem Schein huldigende Flachheit bot. | |525|Sehn wir nun zunächst, wie Werth und Preise der Arbeitskraft in ihrer verwandelten Form als Arbeitslohn sich darstellen. Man weiß, daß der Tageswerth der Arbeitskraft berechnet ist auf eine gewisse Lebensdauer des Arbeiters, welcher eine gewisse Länge des Arbeitstags entspricht. Nimm an, der gewohnheitsmäßige Arbeitstag betrage 12 Stunden und der Tageswerth der Arbeitskraft 3sh., der Geldausdruck eines Werths, worin sich 6 Arbeitsstunden darstellen. Erhält der Arbeiter 3 sh., so erhält er den Werth seiner während 12 Stunden funktionirenden Arbeitskraft. Wird nun dieser Tageswerth der Arbeitskraft als Werth der Tagesarbeit ausgedrückt, so ergiebt sich die Formel: Die zwölfstündige Arbeit hat einen Werth von 3 sh. Der Werth der Arbeitskraft bestimmt so den Werth der Arbeit oder, in Geld ausgedrückt, ihren nothwendigen Preis. Weicht dagegen der Preis der Arbeitskraft von ihrem Werth ab, so ebenfalls der Preis der Arbeit von ihrem s. g. Werth. Da der Werth der Arbeit nur ein irrationeller Ausdruck für den Werth der Arbeitskraft, ergiebt sich von selbst, daß der Werth der Arbeit stets kleiner sein muß als ihr Werthprodukt, denn der Kapitalist läßt die Arbeitskraft stets länger funktioniren als zur Reproduktion ihres eignen Werths nöthig ist. Im obigen Beispiel ist der Werth der während 12 Stunden funktionirenden

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Arbeitskraft 3 sh., ein Werth, zu dessen Reproduktion sie 6 Stunden braucht. Ihr Werthprodukt ist dagegen 6 sh., weil sie in der That während 12 Stunden funktionirt, und ihr Werthprodukt nicht von ihrem eignen Werthe, sondern von der Zeitdauer ihrer Funktion abhängt. Man erhält so das auf den ersten Blick abgeschmackte Resultat, daß Arbeit, die einen Werth von 6 sh. schafft, einen Werth von 3 sh. besitzt27). Man sieht ferner, daß der Werth von 3 sh., worin sich der bezahlte Theü des Arbeitstags, d. h. sechsstündige Arbeit darstellt, als Werth oder Preis des Gesammtarbeitstags von 12 Stunden, darunter 6 unbezahlte Stunden, er||526|scheint. Die Form des Arbeitslohnes löscht also jede Spur der Theilung des Arbeitstags in nothwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit völlig aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit. Bei der Frohnarbeit unterscheiden sich räumlich und zeitlich, handgreiflich sinnlich, die Arbeit des Fröhners für sich selbst und die Zwangsarbeit für seinen Grundherrn. Bei der Sklavenarbeit erscheint selbst der Theil des Arbeitstags, worin der Sklave nur den Werth seiner eignen Lebensmittel ersetzt, den er in der That also für sich selbst arbeitet, als Arbeit für seinen Meister. Alle seine Arbeit erscheint als unbezahlte Arbeit28). Bei der Lohnarbeit erscheint umgekehrt selbst die Mehrarbeit oder unbezahlte Arbeit als bezahlt. Dort verbirgt das Eigenthumsverhältniß das Fürsichselbstarbeiten des Sklaven, hier das Geldverhältniß das Umsonstarbeiten des Lohnarbeiters. Man begreift also, von welcher entscheidenden Wichtigkeit die Formverwandlung von Werth und Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn oder in Werth und Preis der Arbeit selbst. Auf dieser Erscheinungsform, die das wirkliche Verhältniß unsichtbar macht und grade sein Gegentheil zeigt, beruhn alle Rechtsvorstellungen des Arbeiters wie des Kapitalisten, alle Mystifikationen der kapitalistischen Produktionsweise, alle ihre Freiheitsillusionen, alle apologetischen Flausen der Vulgärökonomie. Braucht die Weltgeschichte viele Zeit, um hinter das Geheimniß des Arbeitslohns zu kommen, so ist dagegen nichts leichter zu verstehn als die Nothwendigkeit, die raisons d'etre dieser Erscheinungsform. Der Austausch zwischen Kapital und Arbeit stellt sich der Wahrnehmung zunächst ganz in derselben Art dar wie der Kauf und Verkauf aller andern Vgl. „Zur Kritik der politischen Oekonomie", p. 40. wo ich ankündige, daß bei Betrachtung des Kapitals das Problem gelöst werden soll: „Wie führt Produktion auf Basis des durch bloße Arbeitszeit bestimmten Tauschwerths zum Resultat, daß der Tauschwerth der Arbeit kleiner ist als der Tauschwerth ihres Produkts?" *) Der Morning Star, ein bis zur silliness naives Londoner Freihandelsorgan, betheuerte während des amerikanischen Bürgerkriegs wieder und wieder mit aller menschenmöglichen moralischen Indignation, daß die Neger in den „Confederate States" ganz umsonst arbeiteten. Es hätte gefälligst die Tageskost eines solchen Negers mit der des freien Arbeiters im East End von London z. B. vergleichen sollen.

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Fünftes Kapitel • Weitere Untersuchungen über die Produktion des . . . Mehrwerts

Waaren. Der Käufer giebt eine gewisse Geldsumme, der Verkäu||527|fer einen von Geld verschiedenen Artikel. Das Rechtsbewußtsein erkennt hier höchstens einen stofflichen Unterschied, der sich in den rechtlich äquivalenten Formeln: Do ut des, do ut facias, facio ut des und facio ut facias, ausdrückt. Aller Kauf und Verkauf von Waaren ist ferner von der Illusion begleitet, daß das, was gezahlt wird, der Gebrauchs werth der Waare ist, obgleich diese Illusion schon über die einfache Thatsache stolpert, daß die verschiedensten Artikel denselben Preis und derselbe Artikel, ohne daß sich sein Gebrauchswerth oder das Bedürfniß dafür ändert, wechselnde Preise hat. Da aber Tauschwerth und Gebrauchswerth an und für sich inkommensurable Größen sind, so existirt von diesem Standpunkt keine größere Irrationalität in dem Ausdruck „Werth der Arbeit", „Preis der Arbeit" als in dem Ausdruck „Werth der Baumwolle", „Preis der Baumwolle". Das Mißverständniß ist bei Kauf und Verkauf der Arbeit noch unvermeidlicher als bei andern Waaren. Erstens, weil das Geld im Kauf der Arbeit als Zahlungsmittel funktionirt. Der Arbeiter wird gezahlt, nachdem er seine Arbeit geliefert hat. Begrifflich aber enthält die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, daß es den Werth oder Preis des gelieferten Artikels nachträglich realisirt, also im gegebnen Fall den Werth oder Preis der gelieferten Arbeit. Zweitens: Der Gebrauchswerth, den der Arbeiter dem Kapitalisten liefert, ist in der That nicht seine Arbeitskraft, sondern ihre besondre Funktion, Arbeit von besondrem Inhalt, Schneiderarbeit, Schusterarbeit, Spinnarbeit u. s. w. Daß dieselbe Arbeit nach einer andern Seite hin allgemeines werthbildendes Element ist, eine Eigenschaft, wodurch sie sich von allen andern Waaren unterscheidet, fällt außerhalb des Bereichs des gewöhnlichen Bewußtseins. Stellen wir uns auf den Standpunkt des Arbeiters, der für zwölfstündige Arbeit z. B. das Werthprodukt sechsstündiger Arbeit erhält, sage 3 sh., so ist für ihn in der That seine zwölfstündige Arbeit das Kauf mittel der 3 sh. Der Werth seiner Arbeitskraft mag variiren mit dem Werth seiner gewohnheitsmäßigen Lebensmittel von 3 auf 4sh. oder von 3 auf 2sh., oder bei gleichbleibendem Werth seiner Arbeitskraft mag ihr Preis, in Folge wechselnden Verhältnisses von Nachfrage und Zufuhr, auf 4sh. steigen oder auf 2sh. fallen, er giebt stets 12 Arbeitsstunden. Jeder Wechsel in der Größe des Aequivalents, das er ||528| erhält, erscheint ihm daher nothwendig als Wechsel im Werth oder Preis dieser 12 Arbeitsstunden. Dieser Umstand verleitete umgekehrt Adam Smith, der den Arbeitstag als eine constante Größe behandelt29), zur Behauptung, der Werth der Arbeit sei constant, A. Smith spielt nur zufällig auf die Variation des Arbeitstags an bei seiner Behandlung des Stücklohns.

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obgleich der Werth der Lebensmittel wechsle und derselbe Arbeitstag sich daher in mehr oder weniger Geld für den Arbeiter darstelle. Nehmen wir andrerseits den Kapitalisten, so will er zwar möglichst viel Arbeit für möglichst wenig Geld erhalten. Praktisch interessirt ihn daher nur die Differenz zwischen dem Preis der Arbeitskraft und dem Werth, den ihre Funktion schafft. Aber er sucht alle Waare möglichst wohlfeil zu kaufen und erklärt sich überall seinen Profit aus der einfachen Prellerei, dem Verkauf über dem Werth. Er kommt daher nicht zur Einsicht, daß wenn so ein Ding wie Werth der Arbeit wirklich existirte, und er diesen Werth wirklich zahlte, kein Kapital existiren, sein Geld sich nicht in Kapital verwandeln würde. Es kommt hinzu, daß die wirkliche Bewegung des Arbeitslohns Phänomene zeigt, die zu beweisen scheinen, daß nicht der Werth der Arbeitskraft, sondern der Werth ihrer Funktion, der Arbeit selbst, bezahlt wird. Diese Phänomene können wir auf zwei große Klassen zurückführen. Erstens: Wechsel des Arbeitslohns mit wechselnder Länge des Arbeitstags. Man könnte eben so wohl schließen, daß nicht der Werth der Maschine, sondern der ihrer Operation bezahlt wird, weil es mehr kostet eine Maschine für eine Woche als für einen Tag zu dingen. Zweitens: Der individuelle Unterschied in den Arbeitslöhnen verschiedner Arbeiter, welche dieselbe Funktion verrichten. Diesen individuellen Unterschied findet man, aber ohne Anlaß zu Illusionen, wieder im System der Sklaverei, wo frank und frei, ohne Schnörkel, die Arbeitskraft selbst verkauft wird. Nur fällt der Vortheil einer Arbeitskraft, die über dem Durchschnitt, oder der Nachtheil einer Arbeitskraft, die unter dem Durchschnitt steht, im Sklavensystem dem Sklaveneigner zu, im System der Lohnarbeit dem Arbeiter selbst, weil seine Arbeitskraft in dem einen Fall von ihm selbst, in dem andern von einer dritten Person verkauft wird. | |529| Uebrigens gilt von der Erscheinungsform, „Werth und Preis der Arbeit" oder „Arbeitslohn", im Unterschied zum wesentlichen Verhältniß, welches erscheint, dem Werth und Preis der Arbeitskraft, dasselbe, was von allen Erscheinungsformen und ihrem verborgnen Hintergrund. Die ersteren reproduciren sich unmittelbar, spontan, als gang und gäbe Denkformen, der andere muß durch die Wissenschaft erst entdeckt werden. Die klassische politische Oekonomie stößt annähernd auf den wahren Sachverhalt, ohne ihn jemals bewußt zu formuliren. Sie kann das nicht, so lange sie in ihrer bürgerlichen Haut steckt.

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Fünftes Kapitel • Weitere Untersuchungen über die Produktion des . . . Mehrwerts

b) Die beiden Grundformen des Arbeitslohns: Zeitlohn und Stücklohn. Der Arbeitslohn nimmt selbst wieder sehr mannigfaltige Formen an, ein Umstand, nicht erkennbar aus den ökonomischen Kompendien, die in ihrer brutalen Interessirtheit für den Stoff jeden Formunterschied vernachlässigen. Eine Darstellung aller dieser Formen gehört jedoch in die specielle Lehre von der Lohnarbeit, also nicht in dieß Werk. Dagegen sind die zwei herrschenden Grundformen hier kurz zu entwickeln. Der Verkauf der Arbeitskraft findet, wie man sich erinnert, stets für bestimmte Zeitperiode statt. Die verwandelte Form, worin der Tageswerth, Wochenwerth u.s.w. der Arbeitskraft unmittelbar erscheint, ist daher die des Zeitlohns, also Tageslohn, Wochenlohn u. s. w. Es ist nun zunächst zu bemerken, daß die im 2. Abschnitt dieses Kapitels dargestellten Gesetze über den Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwerth sich durch einfache Form Veränderung in Gesetze des Arbeitslohns verwandeln. Ebenso erscheint der Unterschied zwischen dem Tauschwerth der Arbeitskraft und der Masse der Lebensmittel, worin sich dieser Werth umsetzt, jetzt als Unterschied von nominellem und reellem Arbeitslohn. Es wäre nutzlos in der Erscheinungsform zu wiederholen, was in der wesentlichen Form bereits entwickelt. Wir beschränken uns daher auf wenige, den Zeitlohn charakterisirende Punkte. Die Geldsumme30), die der Arbeiter für seine Tagesarbeit, Wochenarbeit u. s. w. erhält, bildet den wirklichen Betrag seines nominellen oder dem Werth nach geschätzten Arbeitslohns. Es ist aber klar, daß ||530| je nach der Länge des Arbeitstags, also je nach der täglich von ihm gelieferten Quantität Arbeit, derselbe Tageslohn, Wochenlohn u.s.w. einen sehr verschiednen Preis der Arbeit d. h. sehr verschiedne Geldsummen für dasselbe Quantum Arbeit darstellen kann31). Man muß also bei dem Zeitlohn wieder unterscheiden zwischen dem Gesammtbetrag des Arbeitslohns, Taglohns, Wochenlohns u. s.w. und dem Preis der Arbeit. Wie nun den Preis der Arbeit finden, d. h. den Geldwerth eines gegebnen Quantums Arbeit? Der durchschnittliche Preis der Arbeit ergiebt sich, indem man den durchschnittlichen Tageswerth der Arbeitskraft durch die Stundenzahl des durchschnittlichen Arbeitstags dividirt. Ist z.B. der Tageswerth der Arbeitskraft 3sh., das w

) Der Geldwerth selbst wird hier immer als constant vorausgesetzt. ") "The price of labouris the sum paid foragjven quantity oflabour." (SirEdward West: ,J*rice of Com and Wages of Labour. Lond. 1826", p.67.) Dieser Wesf ist der Verfasser der in der Geschichte der politischen Oekonomie epochemachenden anonymen Schrift: „Essay on the Application of Capital to Land. By a Fellow of Univ. College of Oxford. Lond. 1815".

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Werthprodukt von 6 Arbeitsstunden, und ist der Arbeitstag zwölf stündig, so 3sh ist der Preis einer Arbeitsstunde = ^ ' = 3 d. Der so gefundne Preis der

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Arbeitsstunde dient als Einheitsmaß für den Preis der Arbeit. Es folgt daher, daß der Taglohn, Wochenlohn u. s. w. derselbe bleiben kann, obgleich der Preis der Arbeit fortwährend sinkt. War z. B. der gewohnheitsmäßige Arbeitstag 10 Stunden und der Tageswerth der Arbeitskraft 3sh., so betrug der Preis der Arbeitsstunde 33/5d.; er sinkt auf 3d., sobald der Arbeitstag zu 12 Stunden, und auf 22/s d., sobald er zu 15 Stunden steigt. Tages- oder Wochenlohn bleiben trotzdem unverändert. Umgekehrt kann der Taglohn oder Wochenlohn steigen, obgleich der Preis der Arbeit constant bleibt oder selbst sinkt. War z. B. der Arbeitstag zehnstündig und ist der Tageswerth der Arbeitskraft 3 sh., so der Preis einer Arbeitsstunde 33I$ d. Arbeitet der Arbeiter in Folge zunehmender Beschäftigung und bei gleichbleibendem Preise der Arbeit 12 Stunden, so steigt sein Tageslohn nun auf 3 sh. TU d. ohne Variation im Preise der Arbeit. Dasselbe Resultat könnte herauskommen, wenn ||53l| statt der extensiven Größe der Arbeit ihre intensive Größe zunähme32). Steigen des nominellen Tages- oder Wochenlohns mag daher begleitet sein von gleichbleibendem oder sinkendem Preis der Arbeit. Dasselbe gilt von der Einnahme der Arbeiterfamilie, sobald das vom Familienhaupt gelieferte Arbeitsquantum durch die Arbeit der Familienglieder vermehrt wird. Es giebt also von der Schmälerung des nominellen Tagesoder Wochenlohns unabhängige Methoden zur Herabsetzung des Preises der Arbeit33). Als allgemeines Gesetz aber folgt: Ist die Quantität der Tages-, Wochenarbeit u. s. w. gegeben, so hängt der Tages- oder Wochenlohn vom Preise der Arbeit ab, der selbst variirt, entweder mit dem Werth der Arbeitskraft oder den Abweichungen ihres Preises von ihrem Werthe. Ist dagegen 32

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) "The wages of labour depend upon the price of labour and the quantity of labour performed ... An increase in the wages of labour does not necessarily imply an enhancement of the price of labour. From fuller employment, and greater exertions, the wages of labour may be considerably increased, while the price of labour may continue the same." (West 1. c. p. 67, 68 u. 112.) Die Hauptfrage: wie wird der „price of labour" bestimmt? fertigt West übrigens mit banalen Redensarten ab. ") Dieß fühlt der fanatischste Vertreter der industriellen Bourgeoisie des 18. Jahrhunderts, der oft von uns citirte Verfasser des „Essay on Trade and Commerce" richtig heraus, obgleich er die Sache konfus darstellt: "It is the quantity of labour and not the price of it (versteht darunter den nominellen Tages- oder Wochenlohn), that is determined by the price of provisions and other necessaries: reduce the price of necessaries very low, and of course you reduce the quantity of labour in proportion ... Master-manufacturers know, that there are various ways of raising and felling the price of labour, besides that of altering its nominal amount." (1. c. p. 48 u. 61.) In seinen „Three Lectures on the Rate of Wages. Lond. 1830", worin A/. W. Senior West's Schrift benutzt, ohne sie anzuführen, sagt er u. a.: "The labourer is principally interested in the amount of wages" (p. 15). Also der Arbeiter ist hauptsachlich interessirt in dem, was er erhält, dem nominellen Betrag des Lohns, nicht in dem. was er giebt, der Quantität der Arbeit!

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Fünftes Kapitel - Weitere Untersuchungen über die Produktion des ... Mehrwerts

der Preis der Arbeit gegeben, so hängt der Tages- oder Wochenlohn von der Quantität der Tages- oder Wochenarbeit ab. Die Maßeinheit des Zeitlohns, der Preis der Arbeitsstunde, ist der Quotient des Tageswerths der Arbeitskraft, dividirt durch die Stundenzahl des gewohnheitsmäßigen Arbeitstags. Gesetzt letztrer betrage 12 Stunden, | |532| der Tageswerth der Arbeitskraft 3 sh., das Werthprodukt von 6 Arbeitsstunden. Der Preis der Arbeitsstunde ist unter diesen Umständen 3 d., ihr Werthprodukt 6 d. Wird der Arbeiter nun weniger als 12 Stunden täglich (oder weniger als 6 Tage in der Woche) beschäftigt, z. B. nur 6 oder 8 Stunden, so erhält er, bei diesem Preise der Arbeit, nur 2 oder IV2 sh. Taglohn34). Da er nach der Voraussetzung im Durchschnitt 6 Stunden täglich arbeiten muß, um nur einen dem Werth seiner Arbeitskraft entsprechenden Taglohn zu produciren, da er nach derselben Voraussetzung von jeder Stunde nur V2 für sich selbst, ll2 aber für den Kapitalisten arbeitet, so ist es klar, daß er das Werthprodukt von 6 Stunden nicht herausschlagen kann, wenn er weniger als 12 Stunden beschäftigt wird. Sah man früher die zerstörenden Folgen der Ueberarbeit, so entdeckt man hier die Quellen der Leiden, die für den Arbeiter aus seiner Unterbeschäftigung entspringen. Wird der Stundenlohn in der Weise fixirt, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter derZeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zu Grunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswerth der Arbeitskraft .. , , , . —, verliert sie naturlich allen Sinn, Arbeitstag von gegebner Stundenzahl sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeitszeit ist aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung nothwendige Arbeitszeit einzuräumen. Er kann jede Regelmäßigkeit der Beschäftigung vernichten und ganz nach 115331 Bequemlichkeit, Willkühr und augenblicklichem Interesse die ungeheuerste Ueberarbeit mit relativer oder gänzlicher Arbeitslosigkeit abwechseln lassen. Er kann, unter dem Vorwand, den „normalen Preis der Arbeit" zu zahlen, den Arbeitstag, ohne irgend M

) Die Wirkung solcher anormalen Unterbeschäftigung ist durchaus verschieden von der einer allgemeinen zwangsgesetzlichen Reduktion des Arbeitstags. Erstere hat mit der absoluten Länge des Arbeitstags nichts zu schaffen und kann ebensowohl bei lSstündigem als bei 6stündigem Arbeitstag eintreten. Der normale Preis der Arbeit ist im ersten Fall darauf berechnet, daß der Arbeiter 15 Stunden, im zweiten darauf, daß er 6 Stunden per Tag durchschnittlich arbeitet. Die Wirkung bleibt daher dieselbe, wenn er in dem einen Fall nur in dem andern nur 3 Stunden beschäftigt wird.

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entsprechende Kompensation für den Arbeiter, anormal verlängern. Daher der durchaus rationelle Aufstand (1860) der im Baufach beschäftigten Londoner Arbeiter gegen den Versuch der Kapitalisten diesen Stundenlohn aufzuherrschen. Die gesetzliche Beschränkung des Arbeitstags macht solchem Unfug ein Ende, obgleich natürlich nicht der aus Konkurrenz der Maschinerie, Wechsel in der Qualität der angewandten Arbeiter, partiellen und allgemeinen Krisen entspringenden Unterbeschäftigung. Bei wachsendem Tages- oder Wochenlohn kann der Preis der Arbeit nominell constant bleiben und dennoch unter sein normales Niveau sinken. Dieß findet jedesmal statt, sobald mit constantem Preis der Arbeit, resp. der Arbeitsstunde, der Arbeitstag über seine gewohnheitsmäßige Dauer ver. , . , „ Tageswerth der Arbeitskraft , langert wird. TTI Wenn m dem Bruch , . der Nenner Arbeitstag wächst, wächst der Zähler noch rascher. Der Werth der Arbeitskraft, weil ihr Verschleiß, wächst mit der Dauer ihrer Funktion, und in rascherer Proportion als das Increment ihrer Funktionsdauer. In vielen Industriezweigen, wo Zeitlohn vorherrscht, ohne gesetzliche Schranken der Arbeitszeit, hat sich daher naturwüchsig die Gewohnheit herausgebildet, daß der Arbeitstag nur bis zu einem gewissen Punkt, z. B. bis zum Ablauf der zehnten Stunde, als normal gilt („normal working day", „the day's work", „the regulär hours of work")- Jenseits dieser Grenze bildet die Arbeitszeit Ueberzeit (overtime) und wird, die Stunde als Maßeinheit genommen, besser bezahlt (extra pay), obgleich oft in lächerlich kleiner Proportion35). Der normale Arbeitstag existirt hier als Bruchtheil des wirklichen Arbeitstags und der letztere währt oft während des ganzen Jahres ||534| länger als der erstere36). Das Wachsthum im Preis der Arbeit mit der Verlängerung des Arbeitstags über eine gewisse Normalgrenze gestaltet sich in verschiedenen britischen Industriezweigen so, daß der niedrige Preis der Arbeit während der s. g. Normalzeit dem Arbeiter die besser bezahlte Ueberzeit aufzwingt, will er überhaupt einen genügenden Arbeitslohn herausschlagen37).

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)„Die Rate der Zahlung für Ueberzeit (in der Spitzenmanufaktur) ist so klein, V2 d. u. s. w. per Stunde, daß sie in peinlichem Kontrast steht zur massenhaften Unbill, die sie der Gesundheit und Lebenskraft der Arbeiter anthut... Der so gewonnene kleine Ueberschuß muß außerdem oft in Extra-Erfrischungsmitteln wieder verausgabt werden." („Child. Empl. Comm." U. Rep., p.XVI, n. 117.) *) Z. B. in der Tapetendruckerei vor der neulichen Einführung des Fabrikakts. „Wir arbeiten ohne Pause für Mahlzeiten, so daß das Tageswerk von W/2 Stunden um halb 5 Uhr Nachmittags beendet ist, und alles spätere ist Ueberzeit, die selten vor 6 Uhr Abends aufhört, so daß wir in der That das ganze Jahr durch Ueberzeit arbeiten." (Mr. Smith 's Evidence in „Child. Empl. Comm." I.Rep., p. 125.) ") Z. B. in den schottischen Bleichereien. „In einigen Theilen Schottlands wurde diese Industrie (vor Einführung des Fabrikakts 1862) nach dem System der Ueberzeit betrieben, d.h. 10 Stunden galten als normaler Arbeitstag. Dafür erhielt der Mann 1 sh. 2d. Hierzu kam aber täglich eine Ueberzeit von 3 oder 4 Stunden, wofür 3 d. per Stunde gezahlt wurde. Folge dieses

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Gesetzliche Beschränkung des Arbeitstags macht diesem Vergnügen ein Ende38). | |535| Es ist allgemein bekannte Thatsache, daß je länger der Arbeitstag in einem Industriezweig, um so niedriger der Arbeitslohn39). Fabrikinspektor A. Redgrave illustrirt dieß durch eine vergleichende Uebersicht der zwanzig- 5 jährigen Periode von 1839—1859, wonach der Arbeitslohn in den dem Zehnstundengesetz unterworfenen Fabriken stieg, während er in den Fabriken, wo 14 bis 15 Stunden täglich gearbeitet wird, fiel40). Zunächst folgt aus dem Gesetz: „bei gegebnem Preis der Arbeit hängt der Tages- oder Wochenlohn von der Quantität der gelieferten Arbeit ab", daß 10 je niedriger der Preis der Arbeit, desto größer das Arbeitsquantum sein muß oder desto länger der Arbeitstag, damit der Arbeiter auch nur einen kümmerlichen Durchschnittslohn sichre. Die Niedrigkeit des Arbeitspreises wirkt hier als Sporn zur Verlängerung der Arbeitszeit41). Umgekehrt aber producirt ihrerseits die Verlängerung der Arbeitszeit 15 einen Fall im Arbeitspreise und damit im Tages- oder Wochenlohn. Die Bestimmung des Arbeitspreises durch Systems: Ein Mann, der nur die Normalzeit arbeitete, konnte nur 8sh. Wochenlohn verdienen. Ohne Ueberzeit reichte der Lohn nicht aus." (,Jieports of Insp. of Fact. 30th April ¡863", p. 10.) Die „Extrazahlung für Ueberzeit ist eine Versuchung, der die Arbeiter nicht widerstehen können." (, Jtep. of Insp. of Fact. 30th April 1848", p. 5.) Die Buchbinderei in der City von London verwendet sehr viele junge Mädchen vom 14.—15. Jahr an, und zwar unter dem Lehrlingskontrakt, der bestimmte Arbeitsstunden vorschreibt. Nichtsdestoweniger arbeiten sie in der Schlußwoche jeden Monats bis 10, 11, 12 und 1 Uhr Nachts, zusammen mit den älteren Arbeitern, in se/irge/n/sc/iferGesellschaft. „Die Meister versuchen (tempt) sie durch Extralohn und Geld für ein gutes Nachtessen", das sie in benachbarten Kneipen zu sich nehmen. Die große Liederlichkeit, so unter diesen „young immortals" producirt („Child. Empl. Comm. V. Rep.", p.44, n. 191), findet ihre Kompensation darin, daß von ihnen unter anderm auch viele Bibeln und Erbauungsbücher gebunden werden. ™) Sieh , Jieports of Insp. of Fact. 30th April 1863", 1. c. Mit ganz richtiger Kritik des SachVerhältnisses erklärten die im Baufach beschäftigten Londoner Arbeiter während des großen strike und lock-out von 1860den Stundenlohn nur annehmen zu wollen unter zwei Bedingungen: 1) daß mit dem Preis der Arbeitsstunde ein Normalarbeitstag von resp. 9 und 10 Stunden festgesetzt werde und der Preis für die Stunde des zehnstündigen Arbeitstags größer sei als für die des neunstündigen; 2) daß jede Stunde über den Normaltag hinaus als Ueberzeit verhältnißmäßig höher bezahlt werde. ") "It is a very notable thing, too, that where long hours are the rule, small wages are also so." („Rep. of Insp. of Fact. 31st Oct. 1863", p. 9.) "The work which obtains the scanty pittance of food is for the most part excessively prolonged." („Public Health, Sixth Rep. 1863", p. 15.) , Jieports of Insp. of Fact. 30th April 1860", p. 31, 32. 41 ) Die Hand-Nägelmacher in England haben z.B. wegen des niedrigen Arbeitspreises 15 Stunden täglich zu arbeiten, um den kümmerlichsten Wochenlohn herauszuschlagen. „Es sind viele, viele Stunden des Tags, und während aller der Zeit muß er hart schanzen um 11 d. oder 1 sh. herauszuschlagen, und davon gehn 2'h bis 3d. ab für Verschleiß der Werkzeuge, Feuerung, Eisenabfall." („Child. Empl. Comm. III. Rep.", p. 136, n. 671.) Die Weiber verdienen bei derselben Arbeitszeit nur einen Wochenlohn von 5sh. (I.e. p. 137, n.674.)

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Tageswerth der Arbeitskraft Arbeitstag von gegebner Stundenzahl ergiebt, daß bloße Verlängerung des Arbeitstags den Arbeitspreis senkt, wenn keine Kompensation eintritt. Aber dieselben Umstände, welche den Kapitalisten befähigen, den Arbeitstag auf die Dauer zu verlängern, befähigen ihn erst und zwingen ihn schließlich, den Arbeitspreis auch nominell zu senken, bis der Gesammtpreis der vermehrten Stundenzahl sinkt, also der Tages- oder Wochenlohn. Hinweis auf zwei Umstände genügt hier. Verrichtet ein Mann das Werk von IV2 oder 2 Männern, so wächst ||536| die Zufuhr der Arbeit, wenn auch die Zufuhr der auf dem Markt befindlichen Arbeitskräfte constant bleibt. Die so unter den Arbeitern erzeugte Konkurrenz befähigt den Kapitalisten den Preis der Arbeit herabzudrücken, während der fallende Preis der Arbeit ihn umgekehrt befähigt, die Arbeitszeit noch weiter heraufzuschrauben42). Bald jedoch wird diese Verfügung über anormale, d.h. das gesellschaftliche Durchschnittsniveau überfließende Quanta unbezahlter Arbeit zum Konkurrenzmittel unter den Kapitalisten selbst. Ein Theil des Waarenpreises besteht aus dem Preis der Arbeit. Der nicht gezahlte Theil des Arbeitspreises braucht nicht im Waarenpreis zu rechnen. Er kann dem Waarenkäufer geschenkt werden. Dieß ist der erste Schritt, wozu die Konkurrenz treibt. Der zweite Schritt, wozu sie zwingt, ist wenigstens einen Theil des durch die Verlängerung des Arbeitstags erzeugten anormalen Mehrwerths ebenfalls aus dem Verkaufspreis der Waare zu eliminiren. In dieser Weise bildet sich erst sporadisch und fixirt sich nach und nach ein anormal niedriger Verkaufspreis der Waare, der von nun an zur constanten Grundlage kümmerlichen Arbeitslohns bei übermäßiger Arbeitszeit wird, wie er ursprünglich das Produkt dieser Umstände war. Wir deuten diese Bewegung bloß an, da die Analyse der Konkurrenz nicht hierhin gehört. Doch mag für einen Augenblick der Kapitalist selbst sprechen. „In Birmingham ist so große Konkurrenz unter den Meistern, daß mancher von uns gezwungen ist als Arbeitsanwender zu thun, was er sich schämen würde sonst zu thun; und dennoch wird nicht mehr Geld gemacht (and yet no more money is made), sondern das Publikum allein hat den Vortheil davon"43). Man erinnert sich der zwei Sorten Londoner Bäcker, wovon die eine Brod zum vollen Preise (the „fullpriced" bakers), die andre es unter seinem normalen ||537| Preise verkauft („the underpriced", „the undersellers"). Die „fullpriced" denunciren ihre Konkurrenten vor der 42

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) Wenn ein Fabrikarbeiter z. B. verweigerte, die hergebrachte lange Stundenzahl zu arbeiten, „he would very shortly be replaced by somebody who would work any length of time and thus be thrown out of employment." („Reports of Insp. of Fact. 31,Oct. 1848." Evidence p. 39, n. 58.) "If one man performs the work of two ... the rate of profits will generally be raised . . . in consequence of the additional supply of labour havingdiminished its price." (SeniorI. c. p. 15.) „ChiId. Empl. Comm." III. Rep. Evidence p.66, n.22.

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parlamentarischen Untersuchungskommission: „Sie existiren nur, indem sie erstens das Publikum betrügen (durch Fälschung der Waare) und zweitens 18 Arbeitsstunden aus ihren Leuten für den Lohn zwölf stündiger Arbeit herausschinden. . . . Die unbezahlte Arbeit (the unpaid labour) der Arbeiter ist das Mittel, wodurch der Konkurrenzkampf geführt wird. . . . Die Konkurrenz unter den Bäckermeistern ist die Ursache der Schwierigkeit in Beseitigung der Nachtarbeit. Ein Unterverkäufer, der sein Brod unter dem mit dem Mehlpreis wechselnden Kostpreis verkauft, hält sich schadlos, indem er mehr Arbeit aus seinen Leuten herausschlägt. Wenn ich nur 12 Stunden Arbeit aus meinen Leuten herausschlage, mein Nachbar dagegen 18 oder 20, muß er mich im Verkaufspreis schlagen. Könnten die Arbeiter auf Zahlung für Ueberzeit bestehn, so wäre es mit diesem Manöver bald zu Ende Eine große Anzahl der von den Unterverkäufern Beschäftigten sind Fremde, Jungen und Andre, die fast mit jedem Arbeitslohn, den sie kriegen können, vorlieb zu nehmen gezwungen sind"44). Diese Jeremiade ist auch deßwegen interessant, weil sie zeigt, wie nur der Schein der Produktionsverhältnisse sich im Kapitalistenhirn widerspiegelt. Der Kapitalist weiß nicht, daß auch der normale Preis der Arbeit ein bestimmtes Quantum unbezahlter Arbeit einschließt und eben diese unbezahlte Arbeit die normale Quelle seines Gewinns ist. Die Kategorie der Mehrarbeitszeit existirt überhaupt nicht für ihn, denn sie ist eingeschlossen im normalen Arbeitstag, den er im Taglohn zu zahlen glaubt. Wohl aber existirt für ihn die Ueberzeit, die Verlängerung des Arbeitstags über die dem gewohnten Preis der Arbeit entsprechende Schranke. Seinem unterverkaufenden Konkurrenten gegenüber besteht er sogar auf Extrazahlung (extra pay) ||538| für diese Ueberzeit. Er weiß wieder nicht, daß diese Extrazahlung ebensowohl unbezahlte Arbeit einschließt, wie der Preis der gewöhnlichen Arbeitsstunde. Z.B. der Preis einer Stunde des zwölf stündigen Arbeitstags ist 3d., das Werthprodukt von V2 Arbeitsstunde, während der Preis der überzeitigen Arbeitsstunde 4 d., das Werthprodukt von 2 /, Arbeitsstunde. Im ersten Fall eignet sich der Kapitalist von einer Arbeitsstunde die Hälfte, im andern V3 ohne Zahlung an.

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Der Stücklohn ist nichts als eine verwandelte Form des Zeitlohns, wie der Zeitlohn die verwandelte Form des Werthes oder Preises der Arbeitskraft. Beim Stücklohn sieht es auf den ersten Blick aus, als ob der vom Arbeiter verkaufte Gebrauchswerth nicht die Funktion seiner Arbeitskraft sei, le-

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) ,rReport etc. relative to the Grievances complained of by the journeymen bakers. Lond. 1862", p. LH und ib. Evidence, n.479, 359, 27. Indeß lassen auch die fullpriced, wie früher erwähnt, und wie ihr Wortführer Bennett selbst zugesteht, ihre Leute „Arbeit beginnen um 11 Uhr Abends oder früher und verlängern sie oft bis 7 Uhr des folgenden Abends." (1. c. p.22.)

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bindige Arbeit, sondern bereits im Produkt vergegenständlichte Arbeit, und als ob der Preis dieser Arbeit nicht wie beim Zeitlohn durch die Bruchzahl Tageswerth der Arbeitskraft Arbeitstag von gegebner Stundenzahl' sondern durch die Leistungsfähigkeit des Producenten bestimmt werde45). Zunächst müßte die Zuversicht, die an diesen Schein glaubt, bereits stark erschüttert werden durch die Thatsache, daß beide Formen des Arbeitslohns zur selben Zeit in denselben Geschäftszweigen neben einander bestehen. Z. B. „Die Setzer von London arbeiten in der Regel nach Stücklohn, während Zeitlohn bei ihnen die Ausnahme bildet. Umgekehrt ||539| bei den Setzern in den Provinzen, wo der Zeitlohn die Regel und der Stücklohn die Ausnahme. Die Schiffszimmerleute im Hafen von London werden nach Stücklohn bezahlt, in allen andern englischen Häfen nach Zeitlohn"46). In denselben Londoner Sattlerwerkstätten wird oft für dieselbe Arbeit den Franzosen Stücklohn und den Engländern Zeitlohn gezahlt. In den eigentlichen Fabriken, wo Stücklohn allgemein vorherrscht, entziehn sich einzelne Arbeitsfunktionen aus technischen Gründen dieser Messung und werden daher nach Zeitlohn gezahlt47). An und für sich ist es jedoch klar, daß die Formverschiedenheit in der Auszahlung des Arbeitslohns an seinem Wesen nichts ändert, obgleich die eine Form der Entwicklung der kapitalistischen Produktion günstiger sein mag als die andre. Der gewöhnliche Arbeitstag betrage 12 Stunden, wovon 6 bezahlt, 6 unbezahlt. Sein Werthprodukt sei 6sh., das einer Arbeitsstunde daher 6d. Es stelle sich erfahrungsmäßig heraus, daß ein Arbeiter, der mit dem Durch4S

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) "The system of piece-work illustrates an epoch in the history of the working man; it is half-way between the position of the mere day-labourer, depending upon the will of the capitalist, and the cooperative artizan, who in the not distant future promises to combine the artizan and the capitalist in his own person. Piece-workers are in fact their own masters, even whilst working upon the capital of the employer." (John Watts: „Trade Societies and Strikes, Machinery and Co-operative Societies. Manchester 1865", p. 52, 53.) Ich citire dieß Schriftchen, weil es eine wahre Gosse aller längst verfaulten, apologetischen Gemeinplätze. Derselbe Herr Watts machte früher in Owenismus und publicirte 1842 ein andres Schriftchen: „Facts and Fictions of Political Economy", worin er u. a. Property für Robbery erklärt. Es ist schon lange her. *) T.J. Dunning: „Trade's Unions and Strikes. Lond. 1860", p. 22. ") Wie das gleichzeitige Nebeneinander dieser zwei Formen des Arbeitslohns Fabrikantenprellereien begünstigt: "A factory employs 400 people, the half of which work by the piece, and have a direct interest in working longer hours. The other 200 are paid by the day, work equally long with the others, and get no more money for their overtime ... The work of these 200 people for half an hour a day is equal to one person's work for 50 hours, or iU of one person's labour in a week, and is a positive gain to the employer." C.Jteports of Insp. of Fact 31st October i860", p.9.) "Overworking, to a very considerable extent, still prevails; and, in most instances, with that security against detection and punishment which the law itself affords. I have in many former reports ... shown ... the injury to all the workpeople who are not employed on piece-work, but receive weekly wages." Leonard Homer'm ,Jleports of Insp. of Fact. 30th April 1859", p. 8, 9.

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schnittsgrad von Intensivität und Geschick arbeitet, in der That also nur die gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit zur Produktion eines Artikels verwendet, 24 Stücke, ob diskret, oder meßbare Theile eines kontinuirlichen Machwerks, in 12 Stunden liefert. So ist der Werth dieser 24 Stücke, nach Abzug des in ihnen enthaltenen constanten Kapitalteils, 6 sh. und der Werth des einzelnen Stücks 3d. Der Arbeiter erhält per Stück l'^d- und verdient so in ||540| 12 Stunden 3 sh. Wie es beim Zeitlohn gleichgültig ist, ob man annimmt, daß der Arbeiter 6 Stunden für sich und 6 für den Kapitalisten, oder von jeder Stunde die eine Hälfte für sich und die andre für den Kapitalisten arbeitet, so auch hier, ob man sagt, jedes einzelne Stück sei halb bezahlt und halb unbezahlt, oder der Preis von 12 Stücken ersetze nur den Werth der Arbeitskraft, während in den 12 andern sich der Mehrwerth verkörpere. Die Form des Stücklohns ist ebenso irrationell als die des Zeitlohns. Während z.B. zwei Stück Waare, nach Abzug des Werths der in ihnen aufgezehrten Produktionsmittel, als Produkt einer Arbeitsstunde 6d. werth sind, erhält der Arbeiter für sie einen Preis von 3 d. Der Stücklohn drückt unmittelbar in der That kein Werthverhältniß aus. Es handelt sich nicht darum den Werth des Stücks durch die in ihm verkörperte Arbeitszeit zu messen, sondern umgekehrt die vom Arbeiter verausgabte Arbeit durch die Zahl der von ihm producirten Stücke. Beim Zeitlohn mißt sich die Arbeit an ihrer unmittelbaren Zeitdauer, beim Stücklohn am Produktenquantum, worin Arbeit während bestimmter Zeitdauer verdichtet48). Der Preis der Arbeitszeit selbst ist schließlich bestimmt durch die Gleichung: Werth der Tagesarbeit = Tageswerth der Arbeitskraft. Der Stücklohn ist also nur eine modificirte Form des Zeitlohns. Betrachten wir nun etwas näher die charakteristischen Eigenthümlichkeiten des Stücklohns. Die Qualität der Arbeit ist hier durch das Werk selbst kontrolirt, das die durchschnittliche Güte besitzen muß, soll der Stückpreis voll bezahlt werden. Der Stücklohn wird nach dieser Seite hin zu fruchtbarster Quelle von Lohnabzügen und kapitalistischer Prellerei. Er bietet dem Kapitalisten ein ganz bestimmtes Maß für die Intensivität der Arbeit. Nur Arbeitszeit, die sich in einem vorher bestimmten und erfahrungsmäßig festgesetzten Waarenquantum verkörpert, gilt als gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit und wird ||54l| als solche bezahlt. In den größeren Schneiderwerkstätten Londons heißt daher ein gewisses Stück Arbeit, z. B. eine Weste u. s. w., Stunde, halbe Stunde u. s. w., die Stunde zu *) « Le salaire peut se mesurer de deux manières : ou sur la durée du travail, ou sur son produit. » („Abrégé Élémentaire des principes de l'Écon. Pol. Paris 17%", p. 32.) Verfasser dieser anonymen Schrift: G. Garnier.

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6d. Aus der Praxis ist bekannt, wie viel das Durchschnittsprodukt einer Stunde. Bei neuen Moden, Reparaturen u.s.w. entsteht Streit zwischen Anwender und Arbeiter, ob ein bestimmtes Arbeitsstück = einer Stunde u. s. w., bis auch hier die Erfahrung entscheidet. Aehnlich in den Londoner Möbelschreinereien u. s. w. Besitzt der Arbeiter nicht die durchschnittliche Leistungsfähigkeit, kann er daher ein bestimmtes Minimum von Tagwerk nicht liefern, so entläßt man ihn49). Da Qualität und Intensivität der Arbeit hier durch die Form des Arbeitslohns selbst kontrolirt werden, macht sie großen Theil der Arbeitsaufsicht überflüssig. Sie bildet daher sowohl die Grundlage der früher geschilderten modernen Hausarbeit als eines hierarchisch gegliederten Systems der Exploitation und Unterdrückung. Das letztere besitzt zwei Grundformen. Der Stücklohn erleichtert einerseits das Zwischenschieben von Parasiten zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter, Unterverpachtung der Arbeit (subletting of labour). Der Gewinn der Zwischenpersonen fließt ausschließlich aus der Differenz zwischen dem Arbeitspreis, den der Kapitalist zahlt, und dem Theil dieses Preises, den sie dem Arbeiter wirklich zukommen lassen50). Dieß System heißt in England charakteristisch das „Sweating System" (Ausschweißungssystem). Andrerseits erlaubt der Stücklohn dem Kapitalisten mit dem Hauptarbeiter — in der Manufaktur mit dem Chef einer Gruppe, in den Minen mit dem Ausbrecher der Kohle u. s. w., in der Fabrik mit dem eigentlichen Maschinenarbeiter — einen Kontrakt für so viel per Stück zu schließen, ||542| ein Preis, wofür der Hauptarbeiter selbst die Anwerbung und Zahlung seiner Hilfsarbeiter übernimmt. Die Exploitation der Arbeiter durch das Kapital verwirklicht sich hier vermittelst der Exploitation des Arbeiters durch den Arbeiter51). Den Stücklohn gegeben, ist es natürlich das persönliche Interesse des Arbeiters, seine Arbeitskraft möglichst intensiv anzuspannen, was dem Kapitalisten eine Erhöhung des Normalgrads der Intensivität erleichtert513). *) « Le fileur reçoit un certain poids de coton préparé pour lequel il doit rendre, dans un espace de temps donné, une quantité voulue de fil ou coton filé, et il est payé à raison de tant par livre d'ouvrage rendu. Si le produit pèche en qualité, la faute retombe sur lui; s'il y a moins que la quantité fixée par le minimum, dans un temps donné, on le congédie et on le remplace par un ouvrier plus habile.» (Ure I.e. t.II, p.61.) "It is when work passes through several hands, each of which is to take its share of profits, while only the last does the work, that the pay which reaches the workwoman is miserably disproportioned." („Child. Empl. Comm."n. Rep., p.LXX, n.424.) ") Selbst der apologetische Watts bemerkt: "It would be a great improvement to the system of piece-work, if all the men employed on a job were partners in the contract, each according to his abilities, instead of one man being interested in overworking his fellows for his own benefit." (1-c. p.53.) Ueber die Gemeinheiten dieses Systems vgl. „Child. Empl. Comm." Rep.Ill, p.66, n.22, p. 11, n. 124, p.XI, n. 13, 53, 59 u.s.w. ,la ) Diesem naturwüchsigen Resultat wird oft künstlich unter die Arme gegriffen. Z. B. im Engineering Trade von London gilt es als herkömmlicher trick, „daß der Kapitalist als Chef

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Es ist ebenso das persönliche Interesse des Arbeiters, den Arbeitstag zu verlängern, weil damit sein Tages- oder Wochenlohn steigt52). Es tritt damit die beim Zeitlohn bereits geschilderte Re||543|aktion ein, abgesehn davon, daß die Verlängerung des Arbeitstags, selbst bei constant bleibendem Stücklohn, an und für sich eine Senkung im Preise der Arbeit einschließt. Beim Zeitlohn herrscht mit wenigen Ausnahmen gleicher Arbeitslohn für dieselben Funktionen, während beim Stücklohn der Preis der Arbeitszeit zwar durch ein bestimmtes Produktquantum gemessen ist, der Tages- oder Wochenlohn dagegen wechselt mit der individuellen Verschiedenheit der Arbeiter, wovon der Eine nur das Minimum des Produkts in einer gegebnen Zeit liefert, der Andre den Durchschnitt, der Dritte mehr als den Durchschnitt. In Bezug auf die wirkliche Einnahme treten hier also große Differenzen ein je nach dem verschiednen Geschick, Kraft, Energie, Ausdauer u.s.w. der individuellen Arbeiter33). Dieß ändert natürlich nichts an dem allgemeinen Verhältniß zwischen Kapital und Lohnarbeit. Erstens gleichen sich diese individuellen Unterschiede für das Gesammtatelier aus, so daß es in einer bestimmten Arbeitszeit das Durchschnittsprodukt liefert und der gezahlte Gesammtlohn der Durchschnittslohn des Geschäftszweigs sein wird. Zweitens bleibt die Proportion zwischen Arbeitslohn und Mehrwerth unverändert, da dem individuellen Lohn des einzelnen Arbeiters die von ihm individuell gelieferte Masse von Mehrwerth entspricht. Aber der größere Spielraum, den der Stücklohn der Individualität bietet, strebt einerseits dahin die Individualität und damit Freiheitsgefühl, Selbstständigkeit und Selbstkontrole der Arbeiter zu entwickeln, andrerseits ihre Konkurrenz unter und einer Arbeiteranzahl einen Mann von überlegner physischer Kraft und Geschwindigkeit auswählt. Er zahlt ihm vierteljährlich oder in andern Terminen einen Zuschußlohn unter der Uebereinkunft, alles mögliche aufzubieten, um seine Mitarbeiter, die nur den gewöhnlichen Lohn erhalten, zur äußersten Nacheiferung anzustacheln ... Ohne weiteren Kommentar erklärt dieß die Kapitalistenklage über .Lähmung der Thätigkeit oder überlegener Geschicklichkeit und Arbeitskraft' (^stinting the action, superior skill and working power')durch die Trade's Unions." (Punning I.e. p.22, 23.) Da der Verfasser selbst Arbeiter und Sekretär einer Trade's Union, könnte dieß für Uebertreibung gelten. Aber man sehe z. B. die „highly respectable" agronomische Cyclopädie von J. Ch. Morton, Art. „Labourer", wo diese Methode den Pächtern als probat empfohlen wird. n ) "All those who are paid by piece-work ... profit by the transgression of the legal limits of work. This observation as to the willingness to work overtime, is especially applicable to the women employed as weavers and reelers." (, Jiep. of Insp. of Fact. 30th April 1858", p. 9.) „Dieß Stücklohnsystem, so vortheühaft für den Kapitalisten ... strebt direkt den jungen Töpfer zu großer Ueberarbeit zu ermuntern, während der 4 oder 5 Jahre, worin er per Stück, aber zu niedrigem Preis, bezahlt wird. Es ist dieß eine der großen Ursachen, denen die physische Degeneration der Töpfer zuzuschreiben ist." C.Child. Empl. Comm." I. Rep., p.XIÜ.) 53 ) "Where the work in any trade is paid for by the piece at so much per job... wages may very materially differ in amount... But in work by the day there is generally an uniforme rate... recognized by both employer and employed as the standard of wages for the general run of workmen in the trade." (Dunning 1. c. p. 17.)

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gegen einander. Er hat daher eine Tendenz mit der Erhebung individueller Arbeitslöhne über das Durchschnittsniveau dieß Niveau selbst zu senken. Wo aber bestimmter Stücklohn sich seit lange traditionell befestigt hatte und seine Herabsetzung daher besondre Schwierigkeiten bot, flüchteten die Meister ausnahmsweis auch zu seiner gewaltsamen Verwandlung in Zeitlohn. Hiergegen z.B. 1860 großer Strike unter den Bandwebern von | |544| Coventry54). Der Stücklohn ist endlich eine Hauptstütze des früher geschilderten Stundensystems53). Aus der bisherigen Darstellung ergiebt sich, daß der Stücklohn die der kapitalistischen Produktionsweise entsprechendste Form des Arbeitslohns ist Obgleich keineswegs neu, — er figurirt neben dem Zeitlohn officiell u. a. in den französischen und englischen Arbeiterstatuten des vierzehnten Jahrhunderts — gewinnt er doch erst größeren Spielraum während der eigentlichen Manufakturperiode. In der Sturm- und Drangperiode der großen Industrie, namentlich von 1797 bis 1815, dient er als Hebel zur Verlängerung der Arbeitszeit und Herabsetzung des Arbeitslohns. Sehr wichtiges Material für die Bewegung des Arbeitslohns während jener Periode findet man in den Blaubüchern: „Report and Evidence from ||545| the select Committee on Petitions respecting the Corn Laws" (Parlamentssession 1813—14) und: Reports from the Lords' Committee, on the state of Growth, Commerce, and Consumption of Grain, and all Laws relating there-to". (Session 1814—15.) Man findet hier den dokumentarischen Nachweis für die fortwährende Senkung des Arbeitspreises seit dem Beginn des AntijakobinerM

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) „Die Arbeit der Handwerksgesellen regelt sich nach dem Tag oder nach dem Stück (à la journée ou à la pièce)... Die Meister wissen ungefähr, wie viel Werk die Arbeiter täglich in jedem métier verrichten können und zahlen sie daher oft im Verhältnis zum Werk, das sie venichten; so arbeiten diese Gesellen so viel sie können, in ihrem eignen Interesse, ohne weitere Beaufsichtigung." (.Cantülon: „Essai sur la Nature du Commerce en Général." Amst. Éd. 17S6, p. 185 u. 202.) Cantillon, aus dem Quesnay, Sir James Steuart und A. Smith reichlich geschöpft haben, stellt hier also schon den Stücklohn als bloß modificirte Form des Zeitlohns dar. Die französische Ausgabe Cantillon's kündigt sich auf dem Titel als Uebersetzung aus dem Englischen an, aber die englische Ausgabe: „The Analysis of Trade, Commerce etc. by Philip Cantülon, late of the City of London, Merchant", ist nicht nur späteren Datums (von 1759), sondern erweist sich durch ihren Inhalt als eine spätere Bearbeitung. So z. B. findet sich in der französischen Ausgabe Hume noch nicht erwähnt, während umgekehrt in der englischen Petty kaum mehr figurirt. Die englische Ausgabe ist theoretisch unbedeutender, enthält aber allerlei spezifisch auf englischen Handel, Bullionhandel u.s.w. Bezügliches, was im französischen Text fehlt Die Worte im Titel der englischen Ausgabe, wonach die Schrift „Taken chiefly from the Manuscript of a very ingenious Gentleman deceased, and adapted etc.", scheinen daher mehr als bloBe, damals sehr übliche, Fiktion. ") «Combien de fois n'avons-nous pas vu, dans certains ateliers, embaucher beaucoup plus d'ouvriers que ne le demandait le travail à mettre en main? Souvent, dans la prévision d'un travail aléatoire, quelquefois même imaginaire, on admet des ouvriers: comme on les paie aux pièces, on se dit qu'on court aucun risque, parce que toutes les pertes de temps seront à la charge des inoccupés. » (H. Gregoir: „Les Typographes devant le Tribunal Correctionnel de Bruxelles. " Bruxelles 1865, p. 9.)

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Fünftes Kapitel • Weitere Untersuchungen über die Produktion des Mehrwerts

kriegs. In der Weberei z. B. war der Stücklohn so gefallen, daß trotz des sehr verlängerten Arbeitstags der Taglohn jetzt niedriger stand als vorher. „Die reale Einnahme des Webers ist sehr viel weniger als früher: seine Superiorität über den gewöhnlichen Arbeiter, die erst sehr groß war, ist fast ganz verschwunden. In der That, der Unterschied in den Löhnen geschickter und gewöhnlicher Arbeit ist jetzt viel unbedeutender als während irgend einer früheren Periode"56). Wie wenig die mit dem Stücklohn gesteigerte Intensivität und Ausdehnung der Arbeit dem ländlichen Proletariat fruchteten, zeige folgende einer Parteischrift für Landlords und Pächter entlehnte Stelle: „Bei weitem der größere Theil der Agrikulturoperationen ist durch Leute verrichtet, die für den Tag oder auf Stückwerk gedungen werden. Ihr Wochenlohn beträgt ungefähr 12 sh.; und obgleich man voraussetzen mag, daß ein Mann bei Stücklohn, unter dem größeren Arbeitssporn, 1 sh. oder vielleicht 2 sh. mehr verdient als beim Wochenlohn, so findet man dennoch, bei Schätzung seiner Gesammteinnahme, daß sein Verlust an Beschäftigung im Lauf des Jahrs diesen Zuschuß aufwiegt. ... Man wird ferner im Allgemeinen finden, daß die Löhne dieser Männer ein gewisses Verhältniß zum Preis der notwendigen Lebensmittel haben; so daß ein Mann mit zwei Kindern fähig ist seine Familie ohne Zuflucht zur Pfarreiunterstützung zu erhalten"51). Malthus bemerkte damals mit Bezug auf die vom Parlament veröffentlichten Thatsachen: „Ich gestehe, ich sehe mit Mißvergnügen die große Ausdehnung der Praxis des Stücklohns. Wirklich harte ||546| Arbeit während 12 oder 14 Stunden des Tags, für irgend längere Zeitperioden, ist zu viel für ein menschliches Wesen"58). In den dem Fabrikgesetz unterworfenen Werkstätten wird Stücklohn allgemeine Regel, weil das Kapital dort den Arbeitstag nur noch intensiv ausweiten kann59). Mit der wechselnden Produktivität der Arbeit stellt dasselbe Produktenquantum wechselnde Arbeitszeit dar. Also wechselt auch der Stücklohn, da er Preisausdruck einer bestimmten Arbeitszeit. In unsrem obigen Beispiel wurden in 12 Stunden 24 Stück producirt, während das Werthprodukt der 12 Stunden 6sh. war, der Tageswerth der Arbeitskraft 3sh., der Preis der Arbeitsstunde 3d. und der Lohn für ein Stück Vl2d. In einem Stück war '/2 Arbeitsstunde eingesaugt. Liefert derselbe Arbeitstag nun etwa in Folge verdoppelter Produktivität der Arbeit 48 Stück statt 24, und bleiben alle andern Umstände unverändert, so sinkt der Stücklohn von l'^d. auf 3Aid. *) , Jtemarks on the Commercial Policy of Great Britain. London 1815", p.48. 57 ) Address ... on the importance of the Cornlaws to the National Revenue. Lond. 1815", p. 34. *) Malthus I.e. ") „Die Arbeiter auf Stücklohn bilden wahrscheinlich 4/s aller Arbeiter in den Fabriken." („Reports of Insp. of Fact. for 30th April 1858", p.9.)

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4. Wert, resp. Preis der Arbeitskraft in der verwandelten Form des Arbeitslohnes

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oder 3 Farthings, da jedes Stück jetzt nur noch '/4 statt ll2 Arbeitsstunde darstellt. 24 x l'/ 2 d. = 3 sh. und ebenso 48 x 3/4d. = 3 sh. In andern Worten: Der Stücklohn wird in demselben Verhältniß heruntergesetzt, worin die Zahl der während derselben Zeit producirten Stücke wächst60), also die auf dasselbe Stück ||547| verwandte Arbeitszeit abnimmt. Dieser Wechsel des Stücklohns, soweit rein nominell, ruft beständige Kämpfe zwischen Kapitalist und Arbeiter hervor. Entweder, weil der Kapitalist den Vorwand benutzt, um wirklich den Preis der Arbeit herabzusetzen. Oder weil die gesteigerte Produktivkraft der Arbeit von gesteigerter Intensivität derselben begleitet ist. Oder, weil der Arbeiter den Schein des Stücklohns, als ob ihm sein Produkt gezahlt werde und nicht seine Arbeitskraft, ernst nimmt und sich daher gegen eine Lohnherabsetzung sträubt, welcher die Herabsetzung im Verkaufspreis der Waare nicht entspricht. „Die Arbeiter überwachen sorgfältig den Preis des Rohmaterials und den Preis der fabricirten Güter und sind so fähig die Profite ihrer Meister genau zu veranschlagen"61). Solchen Anspruch fertigt das Kapital mit Recht als groben Irrthum über die Natur der Lohnarbeit ab Es zetert über diese Anmaßung Steuern auf den Fortschritt der Industrie zu legen und erklärt rundweg, daß die Produktivität der Arbeit den Arbeiter überhaupt nichts angeht63). Im zweiten Abschnitt dieses Kapitels beschäftigten uns die mannigfachen 60

) «On se rend un compte exact de la force productive de son métier (du fileur), et l'on diminue la rétribution du travail à mesure que la force productive augmente... sans cependant que cette augmentation soit proportionnée à l'augmentation de la force.» (Ure I.e. H, p.61.) Letztere apologetische Wendung hebt Ure selbst wieder auf. Bei einer Verlängerung der mule jenny z. B. 25 «quelque surcroît de travail provient de l'allongement.» (I.e. II, p. 134.) Die Arbeit nimmt also nicht in demselben Maße ab, worin ihre Produktivität wächst. Femer: «Ce surcroît augmentera la force productive d'un cinquième. Dans ce cas on baissera le prix du fileur; mais comme on ne le réduira pas d'un cinquième le perfectionnement augmentera son gain dans le même nombre d'heures donné», aber«il y a une certaine modification à faire ... C'est que 30 le fileur a des frais additionnels à déduire sur les 6 d., attendu qu'il faut qu'il augmente le nombre de ses aides non-adultes», begleitet von einem „déplacement d'une partie des adultes" 0- c. p. 66, 67), was keineswegs Tendenz zur Steigerung des Arbeitslohns hat. M ) H. Fawcett: „The Economic Position of the British Labourer". Cambridge and London 1865, p. 178, 179. 35 ") Im Londoner Standard vom 26. October 1861 findet man Bericht über einen Prozeß der Firma John Bright et Co. vor den Rochdale Magistrates "to prosecute for intimidation the agents of the Carpet Weavers Trades' Union. Bright's partners had introduced new machinery which would turn out 240 yards of carpet in the time and with the labour (!) previously required to produce 160 yards. The workmen had no claim whatever to share in the profits made by the 40 Investment of their employer's capital in mechanical improvements. Accordingly, Messrs. Bright proposed to lower the rate of pay from l'/îd. per yard to 1 d., leaving the earnings of the men exactly the same as before for the same labour. But there was a nominal reduction, of which the operatives, it is asserted, had not fair warning before hand." 63 ' ) „Trades Unions in ihrer Sucht den Arbeitslohn aufrecht zu halten, suchen an dem Profit 45 verbesserter Maschinerie Theil zu nehmen! (Quelle horreur!)... sie verlangen höheren Lohn, weil die Arbeit verkürzt ist ... in anderen Worten, sie streben eine Steuer auf industrielle Verbesserungen zu legen." („On Combinations of Trades. New Edit. Lond. 1834", p. 42.)

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Fünftes Kapitel - Weitere Untersuchungen über die Produktion des Mehrwerts

Kombinationen, welche ein Wechsel in der absoluten oder relativen (d. h. mit dem Mehrwerth verglichenen) Werthgröße der Arbeitskraft hervorbringen kann, während andrerseits wieder das Quantum von Lebensmitteln, worin der Preis der Arbeitskraft realisirt wird, von dem ||548| Wechsel dieses Preises unabhängige64) oder verschiedne Bewegungen durchlaufen konnte. Wie bereits bemerkt, verwandeln sich durch einfache Uebersetzung des Werths, resp. Preises der Arbeitskraft in die exoterische Form des Arbeitslohns alle jene Gesetze in Gesetze der Bewegung des Arbeitslohns. Was innerhalb dieser Bewegung als wechselnde Kombination, kann für verschiedne Länder als gleichzeitige Verschiedenheit nationaler Arbeitslöhne erscheinen. Beim Vergleich nationaler Arbeitslöhne sind also alle den Größenwechsel des Werths der Arbeitskraft bestimmende Momente zu erwägen, Preis und Umfang der natürlichen und historisch entwickelten ersten Lebensbedürfnisse, Erziehungskosten des Arbeiters, Rolle der Weiber- und Kinderarbeit, Produktivität der Arbeit, ihre extensive und intensive Größe. Selbst die oberflächlichste Vergleichung erheischt, zunächst den Durchschnitts-Taglohn für dieselben Gewerbe in verschiednen Ländern auf gleich große Arbeitstage zu reduciren. Nach solcher Ausgleichung der Taglöhne, muß der Zeitlohn wieder in Stücklohn übersetzt werden, da nur der letztere ein Gradmesser sowohl für die Produktivität als die intensive Größe der Arbeit. Es wird sich dann meist finden, daß der niedrigere Taglohn bei einer Nation einen höheren Arbeitspreis und der höhere Taglohn bei einer andern Nation einen niedrigeren Arbeitspreis ausdrückt, ganz wie die Bewegung des Taglohns überhaupt die Möglichkeit dieser Kombination zeigte65). | |549| Auf dem Weltmarkt zählt nicht nur der intensivere nationale Arbeitstag als Arbeitstag von größerer Stundenzahl, als extensiv größerer Arbeitstag, sondern der produktivere nationale Arbeitstag zählt als intensiver, so oft die produktivere Nation nicht durch die Konkurrenz gezwungen wird den Verkaufspreis der Waare auf ihren Werth zu senken. Der intensivere und M

) "It is not accurate to say that wages (handelt sich hier von ihrem Preise) are increased, because they purchase more of a cheaper article." (David Buchanan in seiner Ausgabe von A.Smith's „Wealth etc." 1814, v. I, p.417 Note.) ") James Anderson bemerkt in Polemik gegen A. Smith: "It deserves likewise to be remarked, that although the apparent price of labour is usually lower in poor countries, where the produce of the soil, and grain in general, is cheap; yet it is in fact for the most part really higher than in other countries. For it is not the wages that is given to the labourer per day that constitutes the real price of labour, although it is its apparent price. The real price is that which a certain quantity of work performed actually costs the employer; and considered in this light, labour is in almost all cases cheaper in rich countries than in those that are poorer, although the price of grain, and other provisions, is usually much lower in the last than in the first . . . Labour estimated by the day, is much lower in Scotland than in England . . . Labour by the piece is generally cheaper in England." (James Anderson: „Observations on the means of exciting a spirit of National Industry etc. Edinb. 1777", p. 350, 351.)

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4. Wert, resp. Preis der Arbeitskraft in der verwandelten Form des Arbeitslohnes

produktivere nationale Arbeitstag stellt sich also im Ganzen auf dem Weltmarkt in höherem Geldausdruck dar als der minder intensive oder produktive nationale Arbeitstag. Was von dem Arbeitstag, gilt von jedem seiner aliquoten Theile. Der absolute Geldpreis der Arbeit kann also bei einer Nation höher stehn als bei der andern, obgleich der relative Arbeitslohn, d. h. der Arbeitslohn verglichen mit dem vom Arbeiter producirten Mehrwerth, oder seinem ganzen Werthprodukt, oder dem Preis der Nahrungsmittel, niedriger steht66). In „Versuch über die Rate des Arbeitslohns"67), einer seiner frühsten ökonomischen Schriften, sucht H. Carey nachzuweisen, daß die verschiede n nationalen Arbeitslöhne sich direkt verhalten wie die Produktivitätsgrade der nationalen Arbeitstage, um aus diesem internationalen Verhältnis den Schluß zu ziehn, daß der Arbeitslohn überhaupt steigt und fällt wie die Produktivität der Arbeit. Unsre ganze Analyse der Produktion des Mehrwerths beweist die Abgeschmacktheit dieser Schlußfolgerung, hätte Carey selbst seine Prämisse bewiesen, statt seiner Gewohnheit gemäß unkritisch und oberflächlich zusammengerafftes statistisches Material kunterbunt durch einander zu würfeln. Das Beste ist, daß er nicht behauptet, die Sache verhalte sich wirklich so, wie sie sich der Theorie nach verhalten sollte. Die Staatseinmischung hat nämlich das naturgemäße ökonomische Verhältniß verfälscht. Man muß ||550| daher die nationalen Arbeitslöhne so berechnen, als ob der Theil derselben, der dem Staat in der Form von Steuern zufällt, dem Arbeiter selbst zufiele. Sollte Herr Carey nicht weiter darüber nachdenken, ob diese „Staatskosten" nicht auch „naturgemäße" Früchte der kapitalistischen Entwicklung sind? Das Raisonnement ist ganz des Mannes würdig, der die kapitalistischen Produktionsverhältnisse erst für ewige Natur- und Vernunftgesetze erklärte, deren frei harmonisches Spiel nur durch die Staatseinmischung gestört werde, um hinterher zu entdecken, daß Englands diabolischer Einfluß auf den Weltmarkt, ein Einfluß, der, wie es scheint, nicht den Naturgesetzen der kapitalistischen Produktion entspringt, die Staatseinmischung nöthig macht, nämlich den Schutz jener Natur- und Vernunftgesetze durch den Staat, alias das Protektionssystem. Er entdeckte ferner, daß die Theoreme Ricardo's u.s.w., worin existirende gesellschaftliche Gegensätze und Widersprüche formulirt sind, nicht das ideale Produkt der wirklichen ökonomischen Bewegung, sondern daß umgekehrt die wirklichen Gegensätze der kapitalistischen Produktion in England und anderswo ") «Mr. Cowell, qui a fait une analyse très soignée de la filature, cherche à prouver, dans un rapport supplémentaire („Supplement to the Report on Manufactures"), que les salaires en Angleterre, sont virtuellement inférieurs pour le capitaliste, quoique pour l'ouvrier ils soient peut-être plus élevés que sur le continent européen.» (Ure I.e. t.II, p.58.) ") ,yEssay on the Rate of Wages: with an Examination of the Causes of the Différences in the Conditions of the Labouring Population throughout the World. Philadelphia 1835."

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

das Resultat der Ricardo'schen u.s.w. Theorie sind! Er entdeckte schließlich, daß es in letzter Instanz der Handel ist, der die eingebornen Schönheiten und Harmonieen der kapitalistischen Produktionsweise vernichtet. Noch einen Schritt weiter, und er entdeckt vielleicht, daß der einzige Mißstand an der kapitalistischen Produktion das Kapital selbst ist. Nur ein Mann von so entsetzlicher Kritiklosigkeit und solcher Gelehrsamkeit de faux aloi verdiente, trotz seiner protektionistischen Ketzerei, die Geheimquelle der harmonischen Weisheit eines Bastiat und aller andern freihändlerischen Optimisten der Gegenwart zu werden68).

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Der Accumulationsprozeß des Kapitals. Man hat gesehn, wie das Kapital in der Form der Waare Mehrwerth producirt. Nur durch den Verkauf der Waare wird der in ihr steckende Mehrwerth zusammen mit dem in ihrer Produktion vorgeschossenen Kapitalwerth realisirt. Der Accumulationsprozeß des Kapitals unterstellt daher seinen Ctkulationsprozeß. Die Betrachtung des letzteren bleibt aber dem folgenden Buch vorbehalten. Die realen Bedingungen der Reproduktion, d.h. der kontinuirlichen Produktion, erscheinen theils erst innerhalb der Cirkulation, theils können sie erst nach der Analyse des Cirkulationsprozesses behandelt werden. Das ist jedoch nicht alles. Der Kapitalist, der den Mehrwerth producirt, d.h. unbezahlte Arbeit unmittelbar aus den Arbeitern auspumpt und in Waaren fixirt, ist zwar der erste Aneigner, aber keineswegs der letzte Eigent ü m e r dieses Mehrwerths. Er hat ihn hinterher zu theilen mit Kapitalisten, die andre Funktionen im Großen und Ganzen der gesellschaftlichen Produktion vollziehn, mit dem Grundeigenthümer u.s.w. Der Mehrwerth spaltet sich daher in verschiedne Theile. Seine Bruchstücke fallen verschiednen Kategorieen von Personen zu und krystallisiren zu verschiednen, gegen einander selbstständigen Formen, wie Profit, Zins, Handelsgewinn, Grundrente u. s. w. Diese verwandelten Formen des Mehrwerths können erst im dritten Buch behandelt werden. Wir unterstellen hier also einerseits, daß der Kapitalist, der die Waare producirt, sie zu ihrem Werth verkauft, ohne bei seiner Rückkehr zum ") Ich werde im Vierten Buch die Seichtigkeit seiner Wissenschaft näher nachweisen.

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1. Die kapitalistische Akkumulation

Waarenmarkt weiter zu verweilen, weder bei den neuen Formen, die dem Kapital anschießen in der Cirkulationssphäre, noch den darin eingehüllten konkreten Bedingungen der Reproduktion. Andrerseits gilt uns der kapitalistische Producent als Eigenthümer des ganzen Mehrwerths oder, wenn man will, als Repräsentant aller seiner Theilnehmer an der Beute. Wir betrachten also zunächst die Accumulation abstrakt, d. h. als bloßes Moment des unmittelbaren Produktionsprozesses. | |552| So weit übrigens Accumulation stattfindet, gelingt dem Kapitalisten der Verkauf der producirten Waare und die Rückverwandlung des aus ihr gelösten Geldes in Kapital. Ferner: Der Bruch des Mehrwerths in verschiedne Stücke ändert nichts an seiner Natur, noch an den notwendigen Bedingungen, worin er zum Element der Accumulation wird. Welche Proportion des Mehrwerths der kapitalistische Producent immer für sich selbst festhalte oder an andere abtrete, er eignet ihn stets in erster Hand an. Was also bei unsrer Darstellung der Accumulation unterstellt wird, ist bei ihrem wirklichen Vorgang unterstellt. Andrerseits verdunkeln die Zerspaltungdes Mehrwerths und die vermittelnde Bewegung der Circulation die einfache Grundform des Accumulationsprozesses. Seine reine Analyse erheischt daher vorläufiges Wegsehn von allen Phänomenen, welche das innere Spiel seines Mechanismus verstecken. Der Fortgang der Darstellung führt später durch seine eigne Dialektik zu jenen konkreteren Formen.

1) Die kapitalistische Accumulation. a) Einfache Reproduktion. Welches immer die gesellschaftliche Form des Produktionsprozesses,er muß kontinuirlich sein oder periodisch stets von neuem dieselben Stadien durchlaufen. So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumiren, so wenig kann sie aufhören zu produciren. In seinem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß. Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produciren, d. h. reproduciren, ohne fortwährend einen Theil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln. Unter sonst gleichbleibenden Umständen kann sie ihren Reichthum nur auf derselben Stufenleiter reproduciren oder erhalten, indem sie die während des Jahrs z. B. verbrauchten Produktionsmittel, d. h. Arbeitsmittel, Rohmateriale und

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Sechstes Kapitel - Oer Akkumulationsprozeß des Kapitals

Hilfsstoffe, in natura durch ein gleiches Quantum neuer Exemplare ersetzt, welches von der jährlichen Produktenmasse abgeschieden und von neuem dem Produktionsprozeß anheimgegeben wird. Ein bestimmtes Quantum des jährlichen Produkts gehört also der Produktion. Von Haus aus für ||553| die produktive Konsumtion bestimmt, existirt es großentheils in Naturalformen, die von selbst die individuelle Konsumtion ausschließen. Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel finden Verwerthungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel den vorgeschoßnen Werth als Kapital zu reproduciren, d.h. als sich erhaltenden und verwerthenden Werth. Die ökonomische Charaktermaske des Kapitalisten hängt nur dadurch an einem Menschen fest, daß sein Geld fortwährend als Kapital funktionirt. Hat z. B. die vorgeschoßne Geldsumme von 100 Pfd. St. sich dieses Jahr in Kapital verwandelt und einen Mehrwerth von 20Pfd. St. producirt, so muß sie das nächste Jahr u. s.f. dieselbe Operation wiederholen. Als periodisches Increment des Kapitalwerths, oder periodische Frucht des prozessirenden Kapitals, erhält der Mehrwerth die Form einer aus dem Kapital entspringenden Revenue'). Dient diese Revenue dem Kapitalisten nur als Konsumtionsfonds oder wird sie ebenso periodisch von ihm verzehrt wie gewonnen, so findet, unter sonst gleichbleibenden Umständen, einfache Reproduktion statt. Obgleich letztere nun bloße Wiederholung des Produktionsprozesses auf derselben Stufenleiter, drückt die bloße Wiederholung oder Kontinuität dem Prozesse gewisse neue Charaktere auf oder löst vielmehr die Scheincharaktere seines nur vereinzelten Vorgangs auf. Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat u. s. w. abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Werth, als den Mehrwerth, in Waaren realisirt hat. Er hat ||554| also wie den Mehrwerth, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, producirt, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohns zurückfließt, und er wird nur so lang beschäftigt als er ihn beständig reproducirt. Daher die im vorigen ') „Die Reichen, welche die Produkte der Arbeit Andrer verzehren, erhalten sie nur durch Austauschakte (Waarenkäufe). Sie sind daher einer beständigen Erschöpfung ihrer Fonds ausgesetzt ... Aber in der gesellschaftlichen Ordnung hat der Reichthum die Kraft erhalten, sich durch fremde Arbeit zu reproduciren. ... Der Reichthum, wie die Arbeit, und durch die Arbeit, liefert eine jährliche Frucht, welche jedes Jahr vernichtet werden kann, ohne daß der Reiche ärmer wird. Die Frucht ist die Revenue, die aus dem Kapital entspringt." (Sismondi: „Nouv. Princ. d'tcon. Pol." t.I, p.81, 82.)

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1. Die kapitalistische Akkumulation

Kapitel erwähnte Formel der Oekonomen, die das Salair als Antheil am Produkt selbst darstellt2). Es ist ein Theil des vom Arbeiter selbst beständig reproducirten Produkts, das ihm in der Form des Arbeitslohns beständig zurückfließt. Der Kapitalist zahlt ihm den Waarenwerth allerdings in Geld. Dieß Geld ist aber nur die verwandelte Form des Arbeitsprodukts oder vielmehr eines Theils des Arbeitsprodukts. Während der Arbeiter einen Theil der Produktionsmittel in Produkt verwandelt, rückverwandelt sich ein Theil seines früheren Produkts in Geld. Es ist seine Arbeit von voriger Woche oder vom letzten halben Jahr, womit seine Arbeit von heute oder vom nächsten halben Jahr gezahlt wird. Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse giebt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Theil des von der letztern producirten und von der erstem angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen giebt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Theil seines eignen Produkts. Die Waarenform des Produkts und die Geldform der Waare verkleiden die Transaktion. Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf, und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produciren und reproduciren muß. Der Arbeitsfonds fließt ihm nur beständig in Form von Zahlungsmitteln seiner Arbeit zu, weil sein eignes Produkt sich beständig in der Form des ||555| Kapitals von ihm entfernt. Aber diese Erscheinungsform des Arbeitsfonds ändert nichts daran, daß dem Arbeiter seine eigne vergegenständlichte Arbeit vom Kapitalisten vorgeschossen wird3). Nehmen wir einen Frohnbauer. Er arbeitet mit seinen eignen Produktionsmitteln auf seinem eignen Acker z. B. 3 Tage in der Woche. Die 3 andern Wochentage verrichtet er Frohnarbeit auf dem herrschaftlichen Gut. Er reproducirt seinen eignen Arbeitsfonds beständig und dieser nimmt ihm gegenüber nie die Form von einem Dritten für seine Arbeit vorgeschossener Zahlungsmittel an. Im Ersatz nimmt auch niemals seine unbezahlte Zwangsarbeit die Form freiwilliger und bezahlter Arbeit an. Wenn morgen der Gutsherr den Acker, das Zugvieh, die Samen, kurz die Produktionsmittel des Frohnbauern sich selbst aneignet, so hat dieser von nun an seine Arbeitskraft an den Frohn2 ) "Wages as well as profits are to be considered each of them as really a portion of the finished produci." (Ramsaylc. p. 142.) )vDer Antheil an dem Produkt, der dem Arbeiter unter der Form des Salairs zukömmt." (J. Mill: „Elements etc. Uebers. von Parisot, Paris 1823", p. 34.) ') "When capital is employed in advancing to the workman his wages, it adds nothing to the funds for the maintenance of labour." (Cazenove in Note zu seiner ed. von Malthus's: )vDefinitions in Polit. Econ. London 1853", p.22.)

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

herrn zu verkaufen. Unter sonst gleichbleibenden Umständen wird er nach wie vor 6 Tage in der Woche arbeiten, 3 Tage für sich selbst, 3 für den Ex-Frohnherrn, der jetzt in einen Lohnherrn verwandelt ist. Er wird nach wie vor die Produktionsmittel als Produktionsmittel vernützen und ihren Werth auf das Produkt übertragen. Nach wie vor wird ein bestimmter Theil des Produkts in die Reproduktion eingehn. Wie aber die Frohnarbeit die Form der Lohnarbeit, nimmt der vom Frohnbauer nach wie vor producirte und reproducirte Arbeitsfonds die Form eines ihm vom Ex-Frohnherrn vorgeschossenen Kapitals an. Der bürgerliche Oekonom, dessen beschränktes Hirn die Erscheinungsform von dem was darin erscheint nicht trennen kann, schließt die Augen vor der Thatsache, daß selbst noch heutzutag der Arbeitsfonds nur ausnahmsweis auf dem Erdrund in der Form von Kapital erscheint4). | |556| Allerdings verliert das variable Kapital nur den Sinn eines aus dem eignen Fonds des Kapitalisten vorgeschossenen Werthes, sobald wir den kapitalistischen Produktionsprozeß im beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachten. Aber er muß doch irgendwo und irgendwann anfangen. Von unsrem bisherigen Standpunkt ist es daher wahrscheinlich, daß der Kapitalist irgend einmal durch irgend eine, von unbezahlter fremder Arbeit unabhängige, ursprüngliche Accumulation Geldbesitzer ward, und daher den Markt als Käufer von Arbeitskraft beschreiten konnte. Indeß bewirkt die bloße Kontinuität des kapitalistischen Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, noch andre sonderbare Wechsel, die nicht nur den variablen Kapitaltheil, sondern das Gesammtkapital ergreifen. Beträgt der mit einem Kapital von 1000Pfd. St. periodisch, z. B. jährlich, erzeugte Mehrwerth 200 Pfd. St. und wird dieser Mehrwerth jährlich verzehrt, so ist klar, daß nach fünfjähriger Wiederholung desselben Prozesses die Summe des verzehrten Mehrwerths = 5 x 200 ist oder gleich dem ursprünglich vorgeschossenen Kapitalwerth von 1000Pfd. St. Würde der jährliche Mehrwerth nur theilweis verzehrt, z. B. nur zur Hälfte, so ergäbe sich dasselbe Resultat nach zehnjähriger Wiederholung des Produktionsprozesses, denn 10 x 100 = 1000. Allgemein: Der vorgeschossene Kapitalwerth, dividkt durch den jährlich verzehrten Mehrwerth, ergiebt die JahresanzaN, oder die Anzahl von Reproduktionsperioden, nach deren Ablauf der ursprünglich vorgeschossene Kapitalwerth vom Kapitalisten aufgezehrt und daher verschwunden ist. Die Vorstellung des Kapitalisten, daß er das Produkt der fremden unbezahlten Arbeit, den Mehrwerth, verzehrt und den ursprünglichen Kapitalwerth erhält, ändert absolut nichts an der Thatsache,

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) „Die Subsistenzmittel der Arbeiter werden noch nicht auf einem Viertel der Erde den Arbeitern durch Kapitalisten vorgeschossen." (Richard Jones: „Textbook of Lectores ort the Polit. Economy of Nations." Hertford 1852, p. 36.)

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daß nach Abfluß einer gewissen Jahreszahl der von ihm geeignete Kapitalwerth gleich der Summe des während derselben Jahreszahl ohne Aequivalent angeeigneten Mehrwerths, und die von ihm verzehrte Werthsumme gleich dem ursprünglichen Kapitalwerth ist. Kein Werthatom seines alten Kapitals existirt fort. Ganz abgesehn von aller Accumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode, jedes Kapital nothwendig in accumulirtes Kapital oder ||557| kapitalisirten Mehrwerth. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigenthum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Aequivalent angeeigneter Werth oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit. Die ursprüngliche Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital waren nicht nur Waarenproduktion und Waarencirkulation. Auf dem Waarenmarkt mußten Besitzer von Werth oder Geld und Besitzer der werthschaffenden Substanz, Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln und Besitzer der Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die thatsächlich gegebne Grundlage des kapitalistischen Produktionsprozesses. Seine bloße Kontinuität, oder die einfache Reproduktion, reproducirt und verewigt diesen seinen Ausgangspunkt als sein eignes Resultat. Der Produktionsprozeß verwandelt fortwährend das Geld in Kapital, die Produktionsmittel in Verwerthungsmittel. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintritt. Da seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, bevor er in den Prozeß eintritt, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Waare, sondern in Kapital, Werth, der die werthschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Producenten anwenden5). Der Arbeiter selbst producirt daher beständig den objektiven Reichthum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist producirt ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des ') „Das ist eine besonders merkwürdige Eigenschaft der produktiven Konsumtion. Was produktiv konsumirt wird ist Kapital.und es wird Kapital durch die Konsumtion." (James Mül l. c. p. 242.) J. Mill ist jedoch dieser „besonders merkwürdigen Eigenschaft" nicht auf die Spur gekommen.

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Arbeiters existirende Reichthumsquelle, ||558| kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter6). Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters als Lohnarbeiter ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion. Man weiß, die Transaktion zwischen Kapitalist und Arbeiter ist folgende: Einen Theil seines Kapitals, das variable Kapital, tauscht der Kapitalist aus gegen Arbeitskraft, die er als lebendige Verwerthungskraft seinen todten Produktionsmitteln einverleibt. Eben dadurch wird der Arbeitsprozeß zugleich kapitalistischer Verwerthungsprozeß. Andrerseits verausgabt der Arbeiter das für seine Arbeitskraft eingetauschte Geld in Lebensmitteln, durch die er sich erhält und reproducirt. Es ist dieß seine individuelle Konsumtion. Der Arbeitsprozeß, worin er die Produktionsmittel konsumirt und dadurch in Produkte verwandelt, bildet seine produktive Konsumtion und zugleich Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten. Beide Konsumtionen sind wesentlich verschieden. In der einen gehört der Arbeiter als Arbeitskraft dem Kapital an und ist dem Produktionsprozeß einverleibt; in der andern gehört er sich selbst und verrichtet individuelle Lebensakte außerhalb des Produktionsprozesses. Bei Betrachtung des „Arbeitstags" u. s. w. zeigte sich gelegentlich, daß der Arbeiter oft gezwungen ist, seine individuelle Konsumtion zu einem bloßen Incident des Produktionsprozesses zu machen. In diesem Fall setzt er sich Lebensmittel zu, um seine Arbeitskraft im Gang zu halten, wie der Dampfmaschine Kohle und Wasser, dem Rad Oel zugesetzt wird. Seine Konsumtionsmittel sind dann bloß Konsumtionsmittel eines Produktionsmittels, seine individuelle Konsumtion direkt produktive Konsumtion. Dieß erscheint jedoch als ein dem kapitalistischen Produktionsprozeß unwesentlicher Mißbrauch7). | |559| Betrachtet man aber nicht den vereinzelten Produktionsprozeß der Waare, sondern den kapitalistischen Produktionsprozeß in seinem zusammenhängenden Fluß und in seinem gesellschaftlichen Umfang, so bleibt auch die individuelle Konsumtion des Arbeiters ein Moment der Produktion und Reproduktion des Kapitals, ob sie innerhalb oder außerhalb der Werkstatt, Fabrik u. s. w., innerhalb oder außerhalb des Arbeitsprozesses vorgeht, ganz wie die Reinigung der Maschine, ob sie während des Arbeitsprozesses oder bestimmter Pausen desselben geschieht. Es thut nichts zur Sache, daß der Arbeiter diese Konsumtion sich selbst und nicht dem Kapitalisten zu lieb 6

) "It is true indeed that the first introducing a manufacture emploies manypoor, but theycease not to be so, and the continuance of it mattes many." (,Jteasons for a limited Exportation of Wool. Lond. 1677", p. 19.) "The farmer now absurdly asserts, that he keeps the poor. Theyare indeed kept in misery." (,Jïeasons for the Jäte Increase of the Poor Rates: or a comparative view of the prices of labour and provisions. Lond. 1777", p. 31.) 7 ) Rossi würde nicht so emphatisch diesen Punkt verdeklamiren, wäre er wirklich in das Geheimniß der „productive consumption" eingedrungen.

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vollzieht. So bleibt der Konsum des Lastviehs nicht minder ein notwendiges Moment des Produktionsprozesses, weil das Vieh selbst genießt, was es frißt. Die beständige Erhaltung und Reproduktion der Arbeiterklasse bleibt beständige Bedingung für die Reproduktion des Kapitals. Der Kapitalist kann ihre Erfüllung getrost dem Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungstrieb der Arbeiter überlassen. Er sorgt nur dafür ihre individuelle Konsumtion so viel als möglich auf das Nothwendige einzuschränken und ist himmelweit entfernt von jener südamerikanischen Rohheit, die den Arbeiter zwingt substantiellere statt weniger substantielle Nahrungsmittel einzunehmen8). Durch den Umsatz eines Kapitalteils in Arbeitskraft schlägt der Kapitalist zwei Fliegen mit einer Klappe. Er verwandelt dadurch einen Theil seines Kapitals in variables Kapital und verwerthet so sein Gesammtkapital. Er einverleibt die Arbeitskraft seinen Produktionsmitteln. Er verzehrt die Arbeitskraft produktiv, indem er den Arbeiter die Produktionsmittel durch seine Arbeit produktiv verzehren läßt. Andrerseits verwandeln sich die Lebensmittel oder der an den Arbeiter veräußerte Theil des Kapitals in Muskel, Nerven, Knochen, Hirn u. s. w. von Arbeitern. Innerhalb ihrer nothwendigen Grenzen ist daher die individuelle Konsumtion der | |560| Arbeiterklasse Rückverwandlung der vom Kapital gegen Arbeitskraft veräußerten Lebensmittel in die vom Kapital neu exploitirbare Arbeitskraft, Produktion und Reproduktion seines notwendigsten Produktionsmittels, des Arbeiters selbst. Die individuelle Konsumtion des Arbeiters büdet daher ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals im Großen und Ganzen. Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Oekonom, nur den Theil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der That verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion9). Würde die Accumulationdes Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumirt,0). In der That: die in•) „Die Arbeiter in den Bergwerken Südamerika^, deren tägliches Geschäft (das schwerste vielleicht in der Welt) darin besteht, eine Last Erz, im Gewicht von 180—200 Pfund, aus einer Tiefe von 450 Fuß, auf ihren Schultern zu Tage zu fördern, leben nur von Brod und Bohnen, sie würden das Brod allein zur Nahrung vorziehn, allein ihre Herrn, welche gefunden haben, daß sie mit Brod nicht so stark arbeiten können, behandeln sie wie Pferde, und zwingen sie die Bohnen zu essen; die Bohnen sind aber verhältnißmäßig an Knochenerde weit reicher als das Brod." (Liebig 1. c. 1. Theil, p. 194, Note.) ') James Mili 1. c. p. 238 sqq. I0 ) „Stiege der Preis der Arbeit so hoch, daß trotz des Zuwachses von Kapital nicht mehr Arbeit

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dividuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproducirt nur das bedürftige Individuum: sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichthum producirenden Kraft"). Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebenso sehr Zubehör des Kapitals als die todten Arbeitsinstrumente. Ihre individuelle Konsumtion selbst ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbst||56l|bewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er beständig ihr Produkt von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits, durch Vernichtung der Lebensmittel, für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt. Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigenthümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrecht erhalten. Früher machte das Kapital, wo es ihm nöthig schien, sein Eigenthumsrecht auf den freien Arbeiter durch Zwangsgesetz geltend. So war z.B. die Emigration der Maschinenarbeiter in England bis 1815 bei schwerer Strafe verboten. Die Reproduktion der Arbeiterklasse schließt zugleich die Ueberlieferung und Häufung des Geschicks von einer Generation zur andern ein12). Wie sehr der Kapitalist das Dasein einer solchen geschickten Arbeiterklasse unter die ihm angehörigen Produktionsbedingungen zählt, sie in der That als die reale Existenz seines variablen Kapitals ansieht, zeigt sich, sobald eine Krise deren Verlust androht. In Folge des amerikanischen Bürgerkriegs und der ihn begleitenden Baumwollnoth wurde bekanntlich die Mehrzahl der Baumwollarbeiter in Lancashire u.s.w. aufs Pflaster geworfen. Aus dem Schoß der Arbeiterklasse selbst, wie andrer Gesellschaftsschichten, schrie man nach Staatsunterstützung oder freiwilliger Nationalkollekte, um die Emi-

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angewandt werden könnte, so würde ich sagen, daß solcher Zuwachs von Kapital unproduktiv konsumirt wird." (Ricardo I.e. p. 163.) ") „Die einzig produktive Konsumtion im eigentlichen Sinn ist die Konsumtion oder Zerstörung von Reichthum (er meint den Verbrauch der Produktionsmittel) durch Kapitalisten zum Zwecke der Reproduktion . . . Der Arbeiter ist ein produktiver Konsument für die Person, die ihn anwendet, und für den Staat, aber, genau gesprochen, nicht für sich selbst." (Malthus: „Definitions etc.", p. 30.) I2 ) „Das einzige Ding, wovon man sagen kann, daß es aufgespeichert und vorher präparirt ist, ist das Geschick des Arbeiters . . . Die Accumulation und Aufspeicherung geschickter Arbeit, diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter betrifft, ohne irgend welches Kapital vollbracht." (Hodgskin: „Labour Defended etc.", p. 12, 13.)

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gration der „Ueberflüssigen" in englische Kolonien oder die Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Damals veröffentlichte die Times (24. März 1863) einen Brief von Edmund Potter, früher Präsident der Manchester Handelskammer. Sein Brief ward mit Recht im Unterhaus als „das Manifest der Fabrikanten" bezeichnet13). Wir geben hier einige charakteristische Stellen, ||562| worin der Eigenthumstitel des Kapitals auf die Arbeitskraft unverblümt ausgesprochen wird. „Den Baumwollarbeitern mag gesagt werden, daß ihre Zufuhr zu groß ist. ... sie müsse vielleicht um ein Drittheil reducirt werden, und dann würde eine gesunde Nachfrage für die übrigen zwei Drittheile eintreten. ... Die öffentliche Meinung dringt auf Emigration.... Der Meister (d. h. der Baumwollfabrikant) kann nicht willig seine Arbeitszufuhr entfernt sehn; er mag denken, daß das ebenso ungerecht als unrichtig ist Wenn die Emigration aus öffentlichen Fonds unterstützt wird, hat er ein Recht Gehör zu verlangen und vielleicht zu protestiren." Selbiger Potter setzt dann weiter aus einander, wie nützlich die Baumwollindustrie, wie „sie unzweifelhaft die Uebervölkerung aus Irland und den englischen Agrikulturdistrikten wegdrainirt hat", wie ungeheuer ihr Umfang, wie sie im Jahr 1860 5/n des ganzen englischen Exporthandels lieferte, wie sie nach wenigen Jahren sich wieder ausdehnen werde durch Erweiterung des Markts, besonders Indiens, und durch Erzwingung hinreichender „Baumwollzufuhr, zu 6d. das Pfund". Er fährt dann fort: „Zeit—eins, zwei, drei Jahre vielleicht—wird die nöthige Quantität produciren.... Ich möchte dann die Frage stellen, ist diese Industrie werth sie festzuhalten, ist es der Mühe werth die Maschinerie (nämlich die lebendigen Arbeitsmaschinen) in Ordnung zu halten, und ist es nicht die größte Narrheit, daran zu denken, sie aufzugeben! Ich glaube so. Ich will zugeben, daß die Arbeiter nicht Eigenthum sind („I allow that the workers are not a property"), nicht das Eigenthum Lancashire 's und der Meister; aber sie sind die Stärke beider; sie sind die geistige und geschulte Kraft, die in einer Generation nicht ersetzt werden kann; die andere Maschinerie dagegen, woran sie arbeiten („the mere machinery which they work"), könnte zum großen Theil mit Vortheil ersetzt und verbessert werden in zwölfMonaten14). ") "That letter might be looked upon as the manifesto of the manufacturers." (Ferrand: Motion über den cotton famine, Sitzung des H.o.C. vom 27. April 1863.) u ) Man erinnert sich, daß dasselbe Kapital aus einem andern Loch pfeift unter gewöhnlichen Umständen, wenn es gilt, den Arbeitslohn herabzusetzen. Dann erklären „die Meister" aus einem Munde (sieh Viertes Kapitel, Note 188): „Fabrikarbeiter sollten in heilsamer Erinnerung halten, daß ihre Arbeit in der That eine sehr niedrige Sorte geschickter Arbeit ist; daß keine leichter aneigenbar und in Anbetracht ihrer Qualität besser belohnt ist, daß keine durch kurze Unterweisung des mindest Erfahrenen in so kurzer Zeit und in solchem Ueberfluß zugeführt werden kann. Des Meisters Maschinerie (die, wie wir jetzt hören, in 12 Monaten mit Vortheil und verbessert ersetzt werden kann) spielt in der That eine viel wichtigere Rolle in dem Geschäft der Produktion als die Arbeit und das Geschick des Arbeiters (die jetzt in 30 Jahren nicht

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Ermuntert oder erlaubt (!) die Emi\\563\gration der Arbeitskraft und was wird aus dem Kapitalisten?(„Encourage or allow the working power to emigrate, and what of the capitalist?" Dieser Herzensstoß erinnert an Hofmarschall Kalb.)... Nimm den Rahm der Arbeiter weg, und das fixe Kapital wird in hohem Grad entwerthet und das cirkulirende Kapital wird sich nicht dem 5 Kampf mit schmaler Zufuhr einer niedrigeren Sorte von Arbeit aussetzen. ... Man sagt uns, die Arbeiter selbst wünschen die Emigration. Es ist sehr natürlich, daß sie das thun Reducire, komprimire das Baumwollgeschäft durch Wegnahme seiner Arbeitskraft (by taking away its working power), durch Verminderung ihrer Lohnverausgabung sage um V3 oder 5 Millionen, 10 und was wird dann aus der nächsten Klasse über ihnen, den Kleinkrämern? Was aus den Grundrenten, was aus der Miethe der cottages?... was aus dem kleinen Pächter, dem besseren Hausbesitzer und dem Grundeigenthümer? Und sagt nun, ob irgend ein Plan für alle Klassen des Landes selbstmörderischer sein kann als dieser, die Nation zu schwächen durch den Export 15 ihrer besten Fabrikarbeiter und die Entwerthung eines Theils ihres produktivsten Kapitals und Reichthums?" „Ich rathe zu einer Anleihe von 5 bis 6 Millionen, über 2 oder 3 Jahre vertheilt, administrirt durch Spezialkommissäre, beigeordnet den Annenverwaltungen in den Baumwolldistrikten, unter speziellen gesetzlichen Regulationen, mit gewisser Zwangsarbeit, um die 20 moralische Valuta der Almosenempfänger aufrecht zu erhalten Kann es irgend etwas Schlimmeres geben für Grundeigenthümer oder Meister („can anything be worse for landowners or masters") als ihre besten Arbeiter aufzugeben und die übrigbleibenden zu demoralisiren und zu verstimmen durch eine ausgedehnte entleerende Emigration und Entleerung von Werth 25 und Kapital in einer ganzen Provinz?" | |564| Potter, das auserwählte Organ der Baumwollfabrikanten, unterscheidet doppelte „Maschinerie", deren jede dem Kapitalisten gehört, und wovon die eine in seiner Fabrik steht, die andre des Nachts und Sonntags auswärtig in cottages haust. Die eine ist todt, die andre lebendig. Die todte 30 Maschinerie verschlechtert und entwerthet sich nicht nur jeden Tag, sondern von ihrer existirenden Masse ist ein großer Theil durch den beständigen technologischen Fortschritt beständig so sehr antiquirt, daß sie vortheilhaft und in wenigen Monaten durch neuere Maschinerie ersetzbar. Die lebendige Maschinerie verbessert sich umgekehrt, je länger sie währt, je mehr sie das 35 Geschick von Generationen in sich aufhäuft. Die Times antwortete dem Fabrikmagnaten u. a.: „Herr E. Potter ist so impressionirt von der außerordentlichen und absoluten Wichtigkeit der Baumwollmeister, daß er, um diese Klasse zu erersetzbar sind), die eine Erziehung von 6 Monaten lehren und jeder Bauernknecht lernen kann."

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halten und ihr Metier zu verewigen, eine halbe Million der Arbeiterklasse wider ihren Willen in ein großes moralisches Workhouse einsperren will. Ist diese Industrie werth sie festzuhalten? fragt Herr Potter. Sicher, durch alle ehrbaren Mittel! antworten wir. Ist es der Mühe werth die Maschinerie in Ordnung zu halten? fragt wieder Herr Potter. Hier stutzen wir. Unter der Maschinerie versteht Herr Potter die menschliche Maschinerie, denn er betheuert, daß er sie nicht als absolutes Eigenthum zu behandeln vorhat. Wir müssen gestehn, wir halten es nicht ,der Mühe werth' oder selbst für möglich, die menschliche Maschinerie in Ordnung zu halten, d. h. einzusperren und einzuölen bis ihrer bedurft wird. Menschliche Maschinerie hat die Eigenschaft während der Unthätigkeit zu verrosten, ihr mögt noch soviel dran ölen oder reiben. Zudem ist menschliche Maschinerie, wie der Augenschein uns eben lehrt, im Stand von eignen Stücken den Dampf anzulassen und zu platzen oder einen Veitstanz in unsren großen Städten zu tollen. Es mag, wie Herr Potter sagt, längere Zeit zur Reproduktion der Arbeiter erheischt sein, aber mit Maschinisten und Geld zur Hand werden wir stets betriebsame, harte, industrielle Männer finden, um daraus mehr Fabrikmeister zu fabriciren als wir je verbrauchen können. ... Herr Potter plaudert von einer Wiederbelebung der Industrie in 1, 2, 3 Jahren und verlangt von uns die Emigration der Arbeitskraft nicht zu ermuntern oder nicht zu erlauben! Er sagt, es sei natürlich, daß die Arbeiter zu emigriren wün||565|schen, aber er meint, daß die Nation diese halbe Million Arbeiter mit den 700000, die an ihnen hängen, ihrem Verlangen zum Trotz in die Baumwolldistrikte einsperren und, eine nothwendige Konsequenz, ihr Mißvergnügen durch Gewalt niederschlagen und sie selbst durch Almosen fristen muß, alles das auf die Chance hin, daß die Baum wollmeister ihrer an einem beliebigen Tag wieder bedürfen mögen Die Zeit ist gekommen, wo die große öffentliche Meinung dieser Eilande etwas thun muß, um,diese Arbeitskraft' vor denen zu retten, die sie behandeln wollen, wie sie Kohle, Eisen und Baumwolle behandeln." („to save this ,working power' from those who would deal with it as they deal with iron, coal and cotton.")15) Der Times-Artikel war nur ein jeu d'esprit. Die „große öffentliche Meinung" war in der That der Meinung des Herrn Potter, daß die Fabrikarbeiter Mobiliarzubehör der Fabriken. Ihre Emigration wurde verhindert16). Man ") Times, 24. March 1863. ) Das Parlament votirte keinen Farthing für Emigration, sondern nur Gesetze, welche die Municipalitäten befähigten, die Arbeiter zwischen Leben und Sterben zu halten oder sie zu exploitiren, ohne Zahlung von Normallöhnen. Als dagegen drei Jahre später die Rinderseuche ausbrach, durchbrach das Parlament wild sogar alle parlamentarische Etiquette und votirte im Umsehn Millionen zur Schadloshaltung der Millionäre von Landlords, deren Pächter sich ohnehin durch Steigerung der Fleischpreise schadlos hielten. Das bestiale Gebrüll der Grundeigenthümer bei Eröffnung des Parlaments von 1866 bewies, daß man nicht Hindu zu sein I6

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sperrte sie in das „moralische Workhouse" der Baumwolldistrikte, und sie blieben nach wie vor „die Stärke (the strength) der Baumwollmeister von Lancashire". Der kapitalistische Produktionsprozeß reproducirt also durch seinen eignen Vorgang die Scheidung zwischen Arbeitskraft und Arbeitsbedingun- 5 gen. Er reproducirt und verewigt damit die Exploitationsbedingungen des Arbeiters. Er zwingt beständig den Arbeiter zum Verkauf seiner Arbeitskraft, um zu leben, und befähigt beständig den Kapitalisten zu ihrem Kauf, um sich zu bereichern17). Es ist nicht mehr der Zufall, welcher Kapitalist und Arbeiter als Käufer und Verkäufer auf dem Waaren||566|markt gegenüber- 10 stellt. Es ist die Zwickmühle des Prozesses selbst, die den Einen stets als Verkäufer seiner Arbeitskraft auf den Waarenmarkt zurückschleudert und sein eignes Produkt stets in das Kaufmittel des Andern verwandelt. In der That gehört der Arbeiter dem Kapital, bevor er sich dem Kapitalisten verkauft. Seine ökonomische Hörigkeit18) ist zugleich vermittelt und zugleich 15 versteckt durch die periodische Erneurung seines Selbstverkaufs, den Wechsel seiner individuellen Lohnherrn und die Oscillation im Marktpreise der Arbeit19). Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet, oder als Reproduktionsprozeß, producirt also nicht nur Waare, nicht nur 20 Mehrwerth, er producirt und reproducirt das Kapitalverhältniß selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andern den Lohnarbeiter2&). | braucht, um die Kuh Sabala anzubeten, noch Jupiter, um sich in einen Ochsen zu verwandeln. IT ) «L'ouvrier demandait de la subsistance pour vivre, le chef demandait du travail pourgagner.» (Sismondi \.c. p.91.) 1B ) Eine bäuerlich plumpe Form dieser Hörigkeit existirt in der Grafschaft Durham. Es ist dieß eine der wenigen Grafschaften, worin die Verhältnisse dem Pächter nicht unbestrittenen Eigenthumstitel auf die Ackerbautaglöhner sichern. Die Bergwerksindjistrie erlaubt letzteren eine Wahl. Der Pächter, im Gegensatz zur Regel, übernimmt hier daher nur Pacht von Ländereien, worauf sich cottages für die Arbeiter befinden. Der Miethpreis der cottage bildet Theil des Arbeitslohns. Diese cottages heißen „hind's houses". Sie werden den Arbeitern unter gewissen Feudalverpflichtungen vermiethet, unter einem Vertrag, der „bondage" (Hörigkeit) heißt und den Arbeiter z. B. bindet, für die Zeit, während deren er anderswo beschäftigt ist, seine Tochter u. s. w. zu stellen. Der Arbeiter selbst heißt bondsman, Höriger. Dieß Verhältniß zeigt auch die individuelle Konsumtion des Arbeiters als Konsumtion für das Kapital oder produktive Konsumtion von einer ganz neuen Seite. „Es ist merkwürdig zu beobachten, wie selbst der Koth dieses bondsman zu den Sportein an seinen kalkulirenden Gebieter zählt Der Pächter erlaubt in der ganzen Nachbarschaft keinen Abtritt außer seinem eignen und duldet in dieser Beziehung keinen Abschlag von seinen Suzerainrechten." (,J*ublic Health. VII. Rep. 1864", p. 188.) ") Man erinnert sich, daß bei der Arbeit der Kinder u.s.w. selbst die Formalität des Selbstverkaufs verschwindet. ®) „Das Kapital setzt die Lohnarbeit, die Lohnarbeit setzt das Kapital voraus. Sie bedingen sich wechselseitig, sie bringen sich wechselseitig hervor. Ein Arbeiter in einer Baumwollfabrik, producirt er nur Baumwollstoffe? Nein, er producirt Kapital. Er producirt Werthe, die von

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|567| b) Verwandlung von Mehrwerth in Kapital. Früher hatten wir zu betrachten, wie der Mehrwerth aus dem Kapital, jetzt wie das Kapital aus dem Mehrwerth entspringt. Anwendung von Mehrwerth als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwerth in Kapital heißt Accumulation des Kapitals11). Ein Kapital betrage 10000 Pfd. St., sein variabler Bestandteil 2000 Pfd. St. Bei einer Rate des Mehrwerths von 100% producirt es in einer gewissen Periode, jährlich z.B., einen Mehrwerth von 2000Pfd.St. Werden diese 2000Pfd. St. wieder als Kapital vorgeschossen, so wächst das ursprüngliche Kapital von 10000 auf 12 000 Pfd. St. oder es hat accumulirt. Es ist zunächst gleichgültig, ob das Zuschußkapital zum alten geschlagen oder selbstständig verwerthet wird. Eine Werthsumme von 2000 Pfd. St. ist eine Werthsumme von 2000Pfd. St. Man riecht und sieht diesem Geld nicht an, daß es Mehrwerth ist. Der Charakter eines Werths als Mehrwerth zeigt, wie er zu seinem Eigner kam, ändert aber nichts an der Natur des Werths oder des Geldes. Die Verwandlung der zuschüssigen 2000 Pfd. St. in Kapital geht also in derselben Weise vor, wie die Verwandlung der ursprünglichen 10000 Pfd. St. Die Bedingungen der Metamorphose bleiben dieselben. Ein Theil der 2000 Pfd. St. muß in constantes, der andre in variables Kapital verwandelt werden, der eine in die objektiven Faktoren des Arbeitsprozesses, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, der andre in seinen subjektiven Faktor, Arbeitskraft. Der Kapitalist muß also diese Elemente auf dem Waarenmarkt vorfinden. So stellt sich der Vorgang dar vom Standpunkt des individuellen Kapitalisten, der die Geldsumme von 10000 Pfd. St. in einen Waarenwerth von 12 000 Pfd. St. verwandelt, diesen Waarenwerth in Geld zum Belauf von 12000 Pfd. St. rückverwandelt, und nun neben dem ursprünglichen Werth von 10000Pfd. St. ||568| auch den zuschüssigen Werth von 2000Pfd. St. als sein Kapital funktioniren läßt. Betrachten wir aber die 10 000Pfd. St. als das gesellschaftliche Kapital oder als das Gesammtkapital der Kapitalistenklasse, und die 2000Pfd.St. als ihren während des Jahrs z.B. producirten Mehrwerth! Der Mehrwerth ist verkörpert in einem zuschüssigen Produkt neuem dazu dienen, seine Arbeit zu kommandiren, und vermittelst derselben neue Werthe zu schaffen." (Karl Marx: „Lohnarbeit und Kapital" in N. Rh. Z. Nr. 266, 7. April 1849.) Die unter diesem Titel in der N. Rh. Z. veröffentlichten Artikel sind Bruchstücke der Vorlesungen, die ich über jenes Thema 1847 im deutschen Arbeiterverein zu Brüssel hielt und deren Druck durch die Februarrevolution unterbrochen wurde. 2I ) "Accumulation of Capital: the employment of a portion of revenue as capital." (Malthus: ,J)efinitions etc." ed. Cazenove p. 11.) „Conversion of revenue into Capital." (Malthus: ,>Princ. ofPol. Econ. 2nd ed. Lond. 1836", p.320.)

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oder Mehrprodukt. Ein Theil dieses Mehrprodukts geht in den Konsumtionsfonds der Kapitalisten ein oder wird von ihnen als Revenue verzehrt. Abgesehn von diesem Theil, ebenso vom internationalen Handel, der inländische durch ausländische Waarensorten ersetzt, besteht das Mehrprodukt, in seiner Naturalform, nur aus Produktionsmitteln, Rohstoffen, Hilfsstoffen, Arbeitsmitteln, und aus notwendigen Lebensmitteln, also aus den stofflichen Elementen des constanten und variablen Kapitals. Diese finden sich also nicht zufällig auf dem Markt vor, sondern sind bereits vorhandne Existenzweisen des producirten Mehrwerths selbst. Was aber die erheischte zuschüssige Arbeit angeht, so können bis zu einem gewissen Grad die bereits funktionirenden Arbeitskräfte voller beschäftigt, extensiv oder intensiv höher angespannt werden. Andrerseits hat der kapitalistische Produktionsprozeß mit den sachlichen Elementen des zuschüssigen Kapitals auch bereits zuschüssige Arbeitskräfte geliefert. Da nämlich die Arbeiterklasse aus dem Prozeß herauskömmt, wie sie in ihn eintrat, müssen verschiedne Altersklassen ihrer Kinder, deren Existenz der Durchschnittslohn sichert, beständig neben sie auf den Arbeitsmarkt treten. Konkret betrachtet ist die Accumulation also kapitalistischer Reproduktionsprozeß auf erweiterter Stufenleiter. Den in Zuschußkapital verwandelten Mehrwerth von 2000Pfd. St. wollen wir Surpluskapital Nr. I nennen. Der Vereinfachung wegen vorausgesetzt, seine Theilung in constanten und variablen Bestandtheil bleibe dieselbe wie beim ursprünglichen Kapital, ebenso die Rate des Mehrwerths von 100%, und wir kennen die Methode, worin dieß Kapital von 2000 Pfd. St. einen Mehrwerth von 400 Pfd. St. producirt. Dieser Mehrwerth werde wieder in Kapital verwandelt. So erhalten wir Surpluskapital Nr. II von 400 Pfd. St. u. s. w. Was hat sich nun geändert? Die 10000Pfd. St., die sich ursprünglich in Kapital verwandelten, waren das.Eigenthum ihres Besitzers. Er warf sie auf den Waaren- und Arbeitsmarkt. Wo hat er sie her? Wir ||569| wissen es nicht. Das Gesetz des Waarenaustausches, wonach sich im Durchschnitt Aequivalente austauschen und jeder nur mit Waare Waare kauft, begünstigt die Annahme, daß die 10 000 Pfd. St. nur die Geldform seiner eignen Produkte und daher seiner eignen Arbeit sind, oder der Arbeit von Personen, als deren rechtmäßiger Stellvertreter er funktionirt. Den Entstehungsprozeß des Surpluskapitals Nr. I kennen wir dagegen ganz genau. Es ist nur die verwandelte Form von Mehrwerth, also von Mehrarbeit, unbezahlter fremder Arbeit. Es ist kein Werthatom darin, wofür sein Besitzer ein Aequivalent gezahlt lütte. Allerdings kauft der Kapitalist, wie vorher mit einem Theil des ursprünglichen, so jetzt mit einem Theil des Surplus-Kapitals von neuem Arbeitskraft, woraus er von neuem Mehrarbeit

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pumpt und daher von neuem Mehrwerth producirt. Aber er kauft den Arbeiter jetzt mit dessen eignem, ihm vorher ohne Aequivalent weggenommenen Produkt oder Produkten werth, ganz wie er ihn mit Produktionsmitteln beschäftigt, die in natura oder deren Werth ohne Aequivalent weggenommenes Produkt des Arbeiters sind. Es ändert durchaus nichts an der Sache, ob dieselben individuellen Arbeiter, die das Surpluskapital producirt haben, auch damit beschäftigt werden, oder ob mit der in Geld verwandelten unbezahlten Arbeit des Arbeiters A der Arbeiter B geworben wird. Dieß ändert nur die Erscheinung, ohne sie zu verschönern. Da das Verhältniß des individuellen Kapitalisten und des individuellen Arbeiters das von einander unabhängiger Waarenbesitzer ist, von denen der eine Arbeitskraft kauft, der andre verkauft, ist ihr Zusammenhang zufällig. Der Kapitalist verwandelt vielleicht das Surpluskapital in eine Maschine, die den Producenten des Surpluskapitals aufs Pflaster wirft und durch ein paar Kinder ersetzt. In dem Surpluskapital Nr. I sind alle Bestandtheile Produkt unbezahlter fremder Arbeit, kapitatisirter Mehrwerth. Es verschwindet der Schein der ersten Darstellung des Produktionsprozesses oder des ersten Akts der Kapitalbildung, als ob der Kapitalist irgend welche Werthe aus seinem eignen Fonds in die (Zirkulation würfe. Erst entführt die unsichtbare Magie des Prozesses das Mehrprodukt des Arbeiters von seinem Pol zum Gegenpol des Kapitalisten. Dann verwandelt der Kapitalist diesen Reichthum, der für ihn eine Schöpfung aus Nichts ist, in Kapital, in ein Mittel ||570| zur Anwendung, Beherrschung und Exploitation zuschüssiger Arbeitskraft22). Im kapitalistischen Produktionsprozeß wird ursprünglich nur eine dem Geldbesitzer, wir wissen nicht auf welche Titel hin, gehörige Werthsumme in Kapital und daher Quelle von Mehrwerth verwandelt. Es geht eine Veränderung mit dieser Werthsumme vor, aber sie selbst ist nicht das Resultat des Prozesses, sondern vielmehr seine von ihm unabhängige Voraussetzung. Im einfachen Reproduktionsprozeß, oder dem kontinuirlichen Produktionsprozeß, ist es ein Theil vom Produkt des Arbeiters, der ihm stets von neuem als variables Kapital gegenübertritt, aber sein Produkt nimmt stets von neuem diese Form an, weil er ursprünglich seine Arbeitskraft für das Geld des Kapitalisten verkaufte. Endlich verwandelt sich im Verlauf der Reproduktion aller vom Kapitalisten vorgeschossene Kapitalwerth in kapitalisirten Mehrwerth, aber diese Verwandlung selbst unterstellt, daß der Fonds ursprünglich aus seinen eignen Mitteln herstammt. Anders im Accumulationsprozeß oder dem Reproduktionsprozeß auf erweiterter Stufenleiter. Das Geld, oder stofflich ausgedrückt, die Produktions- und a

) „Die Arbeit schafft das Kapital, bevor das Kapital die Arbeit anwendet." („Labour creates capital, before capital employs labour.") E. G. Wakefield: England and America. Lond. 1833", v. II, p. 110.

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Lebensmittel, die Substanz des neuen Kapitals, ist selbst das Produkt des Prozesses, der fremde unbezahlte Arbeit auspumpt. Das Kapital hat Kapital producirt. Eine dem Kapitalisten gehörige Werthsumme von 10000Pfd. St. war die Voraussetzung für Bildung des Surpluskapitals Nr. I von 2000 Pfd. St. Die Voraussetzung des Surpluskapitals Nr. II von 400Pfd. St. ist nichts anders als die Existenz des Surpluskapitals Nr. I. Eigenthum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung unbezahlter lebendiger Arbeit in stets wachsendem Umfang. Insofern der Mehrwerth, woraus Surpluskapital Nr.I besteht, das Resultat des Ankaufs der Arbeitskraft durch einen Theil des Originalkapitals war, ein Kauf, der den Gesetzen des Waarenaustausches entsprach, und, juristisch betrachtet, nichts voraussetzt als freie Verfügung, auf Seiten des Arbeiters über seine eignen Fähigkeiten, auf Seiten des Geld- oder Waaren||57l|besitzers über ihm gehörige Werthe; sofern Surpluskapital Nr. II u. s. w. bloß Resultat von Surpluskapital Nr. I, also Konsequenz jenes ersten Verhältnisses; sofern jede einzelne Transaktion fortwährend dem Gesetz des Waarenaustausches entspricht, der Kapitalist stets die Arbeitskraft kauft, der Arbeiter sie stets verkauft, und wir wollen annehmen selbst zu ihrem wirklichen Werth, schlägt offenbar das auf Waarenproduktion und Waarencirkulation beruhende Gesetz der Aneignung oder Gesetz des Privateigenthums durch seine eigne, innere, unvermeidliche Dialektik in sein direktes Gegentheil um73). Der Austausch von Aequivalenten, der als die ursprüngliche Operation erschien, hat sich so gedreht, daß nur zum Schein ausgetauscht wird, indem erstens der gegen Arbeitskraft ausgetauschte Kapitalteil selbst nur ein Theil des ohne Aequivalent angeeigneten fremden Arbeitsproduktes ist, und zweitens von seinem Producenten, dem Arbeiter, nicht nur ersetzt, sondern mit neuem Surplus ersetzt werden muß. Das Verhältnis des Austausches zwischen Kapitalist und Arbeiter wird also nur dem Cirkulationsprozeß angehöriger Schein, bloße Form, die dem Inhalt selbst fremd ist und ihn nur mystificirt. Der beständige Kauf und Verkauf der Arbeitskraft ist die Form. Der Inhalt ist, daß der Kapitalist einen Theil der bereits vergegenständlichten fremden Arbeit, die er sich unaufhörlich ohne Aequivalent aneignet, stets wieder gegen größeres Quantum lebendiger fremder Arbeit umsetzt. Ursprünglich erschien uns das Eigenthumsrecht Ganz so nothwendig, wie die Waarenproduktion auf einem gewissen Entwicklungsgrad kapitalistische Waarenproduktion wird — ja nur auf der Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise wird die Waare zur allgemeinen, herrschenden Form des Produkts, — ganz so nothwendig schlagen die Eigenthumsgesetze der Waarenproduktion in Gesetze der kapitalistischen Aneignung um. Man bewundere daher die Pfiffigkeit Proudhon's, der das kapitalistische Eigenthum abschaffen will, indem er - die ewigen Eigenthumsgesetze der Waarenproduktion geltend macht!

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gegründet auf eigne Arbeit. Wenigstens mußte diese Annahme gelten, da sich nur gleichberechtigte Waarenbesitzer gegenüberstehn, das Mittel zur Aneignung fremder Waare aber nur die Veräußerung der eignen Waare, und letztere nur durch Arbeit herstellbar ist. Eigenthum erscheint jetzt, auf Seite des Kapitalisten, als das Recht fremde unbezahlte ||572| Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters, als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigenthum und Arbeit wird zur nothwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging24). Man sah, daß selbst bei einfacher Reproduktion alles vorgeschossene Kapital, wie immer ursprünglich erworben, sich in accumulates Kapital oder kapitalisirten Mehrwerth verwandelt. Aber im Strom der Produktion wird überhaupt alles ursprünglich vorgeschossene Kapital eine verschwindende Größe (magnitudo evanescens im mathematischen Sinn) verglichen mit dem direkt accumulirten Kapital, d. h. in Kapital rückverwandel ten Mehrwerth oder Mehrprodukt, ob nun f unktionirend in der Hand, die accumulirt hat, oder in fremder Hand. Die politische Oekonomie stellt das Kapital daher überhaupt als „accumulirten Reichthum (verwandelten Mehrwerth oder Revenue) dar, der von neuem zur Produktion von Mehrwerth verwandt wird"25), oder auch den Kapitalisten als „Besitzer des Mehrprodukts"26). Dieselbe Anschauungsweise besitzt nur andre Form in dem Ausdruck, daß alles vorhandne Kapital accumulirter oder kapitalisirter Zins sei, denn der Zins ist ein bloßes Bruchstück des Mehrwerths27). Bevor wir nun auf einige nähere Bestimmungen der Accumulation oder der Rückverwandlung von Mehrwerth in Kapital eingehn, ist ||573| eine von der klassischen Oekonomie ausgeheckte Zweideutigkeit zu beseitigen. So wenig die Waaren, die der Kapitalist mit einem Theil des Mehrwerths für seine eigne Konsumtion kauft, ihm als Produktions- und Verwerthungsmittel dienen, so wenig ist die Arbeit, die er zur Befriedigung seiner natürlichen und socialen Bedürfnisse kauft, produktive Arbeit. Statt durch den Kauf jener Waaren und Arbeit den Mehrwerth in Kapital zu verwandeln, M

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) Das Eigenthum des Kapitalisten an dem fremden Arbeitsprodukt „ist strenge Konsequenz des Gesetzes der Aneignung, dessen Fundamentalprincip umgekehrt der ausschließliche Eigenthumstitel jeden Arbeiters am Produkt seiner eignen Arbeit war." (Cherbuliez: ,Jiiche ou Pauvre. Paris 1841", p. 58, wo jedoch dieser dialektische Umschlag nicht richtig entwickelt wird.) 25 ) "Capital viz: accumulated wealth employed with a view to profit." Malthus. I. c. "Capital... consists of wealth saved from revenue, and used with a view to profit." (R. Jones: „Text-book etc., Hertford 1852", p. 16.) y ') „The possessors of surplusproduce or capital." („The Source and Remedy of the National Difficulties. A Letter to Lord John Russell. Lond. 1821." [p. 4.]) "Capital, with compound interest on every portion of capital saved, is so all engrossing, that all the wealth in the world from which income is derived, has long ago become the interest on capital." (London Economist, 19. July, 1851.)

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Sechstes Kapitel - Oer Akkumulationsprozeß des Kapitals

verzehrt oder verausgabt er ihn umgekehrt als Revenue. Gegenüber der altadlichen Gesinnung, die, wie Hegel richtig sagt, „im Verzehren des Vorhandenen besteht" und namentlich auch im Luxus persönlicher Dienste sich breit macht, war es entscheidend wichtig für die bürgerliche Oekonomie hervorzuheben, daß das Evangelium der neuen Gesellschaft, nämlich Accumulation von Kapital, die Auslage von Mehrwerth im Ankauf produktiver Arbeiter als conditio sine qua non predigt. Andrerseits hatte man gegen das Volksvorurtheil zu polemisiren, welches die kapitalistische Produktion mit der Schatzbildung verwechselt28) und daher wähnt, accumulirter Reichthum sei dem Verbrauch, also der Zerstörung in seiner vorhandnen Naturalform, entzogner oder auch vor der (Zirkulation geretteter Reichthum. Verschluß des Geldes gegen die (Zirkulation wäre grade das Gegentheil seiner Verwerthung als Kapital, und Waarenaccumulation im schatzbildnerischen Sinn reine Narrheit. Accumulation von Waaren in großen Massen ist Resultat einer (Zirkulationsstockung oder der Ueberproduktion29). Allerdings läuft in der Volksvorstellung das Bild der im Konsumtionsfonds der Reichen gehäuften, langsam sich verzehrenden Güter unter. Andrerseits die Vorrathbildung, ein Phänomen, das allen Produktionsweisen angehört und wobei wir einen Augenblick in der Analyse des Cirkulationsprozesses verweilen werden. ||574| Soweit also ist die klassische Oekonomie im Recht, wenn sie den Verzehr von Surplusprodukt durch produktive Arbeiter statt durch unproduktive als charakteristisches Phänomen desAccumulationsprozesses betont. Aber hier beginnt auch ihr Irrthum. A. Smith hat es zur Mode gemacht, die Accumulation als Konsumtion des Mehrprodukts durch produktive Arbeiter oder die Kapitalisirung des Mehrwerths als dessen bloßen Umsatz in Arbeitskraft darzustellen. Hören wir z.B. Ricardo: „Man muß verstehn, daß alle Produkte eines Landes konsumirt werden; aber es macht den größten Unterschied, den man denken kann, ob sie konsumirt werden durch solche, die einen andern Werth reproduciren oder durch solche, die ihn nicht reproduciren. Wenn wir sagen, daß Revenue erspart und zum Kapital geschlagen wird, so meinen wir, daß der Theil der Revenue, von dem es heißt, er sei zum Kapital geschlagen, durch produktive statt durch unproduktive Arbeiter verzehrt wird"30). Es giebt keinen größeren Irrthum als der dem A. Smith von Ricardo und allen Späteren nachgeplauderte, daß „der Theil der Revenue, von dem es heißt, er sei zum Kapital geschlagen, von a

) "No political economist of the present day can by saving mean mere hoarding: and beyond this contracted and insufficient proceeding, no use of the term in reference to the national wealth can well be imagined, but that which must arise from a different application of what is saved, founded upon a real distinction between the different kinds of labour maintained by it." (Maithus I.e. p.38, 39.) B ) Accumulation of stocks ... non-exchange ... overproduetion." (77?. Corbet 1. c. p. 104.) ") Ricardo I.e. p. 163 Note.

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produktiven Arbeitern verzehrt wird". Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwerth, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er theilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschossene Werth, in constantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existirt. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion — die Arbeit—Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit", sondern vom „produktiven Arbeiter" verzehrt werden. A. Smith gelangt durch eine grundverkehrte Analyse zu dem abgeschmackten Resultat, daß wenn auch jedes individuelle Kapital sich in constanten und variablen Bestandtheil theilt, das gesellschaftliche Kapital sich in nur variables Kapital auflöst oder nur in Zahlung von Arbeitslohn verausgabt wird. Z. B. ein Tuchfabrikant verwandle 2000 Pfd. St. in Kapital. Er legt ||575| einen Theil des Geldes im Ankauf von Webern aus, den andern Theil in Wollengarn, Wollenmaschinerie u.s.w. Aber die Leute, von denen er das Garn und die Maschinerie kauft, zahlen wieder mit einem Theil davon Arbeit u. s. w., bis die ganzen 2000 Pfd. St. in Zahlung von Arbeitslohn verausgabt sind, oder das ganze durch die 2000 Pfd. St. repräsentirte Produkt durch produktive Arbeiter verzehrt ist. Man sieht: die ganze Wucht dieses Arguments liegt in dem Wort „u. s. w.", das uns von Pontius zu Pilatus schickt. In der That, A. Smith bricht die Untersuchung grade da ab, wo ihre Schwierigkeit beginnt31). Im dritten Kapitel des zweiten Buchs werde ich die Analyse des wirklichen Zusammenhangs geben. Es wird sich dort zeigen, daß A. Smith's auf alle seine Nachfolger vererbtes Dogma die politische Oekonomie verhindert hat auch müden Elementarmechanismus des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses zu begreifen32).

") Trotz seiner „Logik" kommt Herr J. St. Mill nirgendwo auch nur solcher fehlerhaften Analyse seiner Vorgänger auf die Sprünge, welche selbst innerhalb des bürgerlichen Horizonts, vom reinen Fachstandpunkt aus, nach Berichtigung schreit. Ueberall regjstrirt er mit schülermäßigem Dogmatismus die Gedankenwirren seiner Meister. Auch hier: "The capital itsell in the long run becomes entirely wages, and when replaced by the sale of produce becomes wages again." 35 M) A. Smith hat in der Darstellung des Reproduktionsprozesses, daher auch der Accumulation, nach mancher Seite hin nicht nur keine Fortschritte, sondern entschiedene Rückschritte gemacht im Vergleich zu seinen Vorgängern, namentlich den Physiokraten. Mit seiner im Text erwähnten Illusion hängt das ebenfalls von ihm der politischen Oekonomie vererbte, wahrhaft fabelhafte Dogma zusammen, daß der Preis der Waaren aus Arbeitslohn, Profit (Zins) und 40 Grundrente, also bloß aus Arbeitslohn und Mehrwerth zusammengesetzt ist. Von dieser Basis ausgehend, gesteht wenigstens Storch naiv: «D est impossible de résoudre le prix nécessaire dans ses éléments les plus simples.» (Storch I.e. Petersb. Edit. 1815, t.II, p. 141, Note.) Eine schöne ökonomische Wissenschaft, die es für unmöglich erklärt, den Preis der Waaren auf seine einfachsten Elemente zu analysiren! Das Nähere hierüber wird man erörtert finden im 7. Kap. 45 des dritten Buchs. 30

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Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Im ersten Abschnitt dieses Kapitels betrachteten wir den ganzen Mehrwerth, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Abschnitt bisher nur als seinen Accum ulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine, noch das ||576| andre, sondern beides zugleich. Ein Theil des Mehrwerths wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt33), ein andrer Theil als Kapital angewandt oder accumulirt. Die Masse des Mehrwerths gegeben, hängt die Größe der Accumulation offenbar ab von der Theilung des Mehrwerths in Accumulationsfonds und Konsumtionsfonds, in Kapital und Revenue. Je größer der eine Theil, desto kleiner der andre. Die Masse des Mehrwerths oder des Mehrprodukts, daher des disponiblen Reichthums eines Landes, die in Kapital verwandelt werden kann, ist daher stets größer als der wirklich in Kapital verwandelte Theil des Mehrwerths. Je entwickelter die kapitalistische Produktion in einem Lande, je rascher und massenhafter die Accumulation, je reicher das Land, je kolossaler daher Luxus und Verschwendung, desto größer diese Differenz. Vom jährlichen Zuwachs des Reichthums abgesehn, besitzt der im Konsumtionsfonds der Kapitalisten befindliche, nur allmälig zerstörbare Reichthum zum Theil Naturalformen, worin er unmittelbar als Kapital funktioniren könnte. Zu den vorhandnen Elementen des Reichthums, die im Produktionsprozeß funktioniren könnten, zählen alle Arbeitskräfte, die gar nicht oder zu rein konventionell persönlichen, oft infamen, Dienstleistungen verbraucht werden. Die Proportion, worin der Mehrwerth in Kapital und Revenue getheilt wird, wechselt unaufhörlich und ist durch Umstände beherrscht, die hier nicht weiter zu entwickeln sind. Das in einem Land angewandte Kapital ist daher keine fixe, sondern eine fluktuirende Größe, ein stets variabler und elastischer Bruchtheil des vorhandnen Reichthums, der als Kapital funktioniren kann. Da die beständige Aneignung des vom Arbeiter producirten Mehrwerths oder Mehrprodukts für den Kapitalisten als periodische Fruchttragung seines Kapitals erscheint, oder das fremde Arbeitsprodukt, welches er ohne Aequivalent irgend einer Art usurpirt, einen periodischen Zuwachs seines Privat||577|vermögens bildet, ist natürlich auch die Theilung dieses Mehrwerths oder Mehrprodukts in Zuschußkapital und Konsumtionsfonds durch einen Willensakt seinerseits vermittelt. Nur soweit der Kapitalist personificirtes Kapital ist, hat er einen historischen Werth und jenes historische Existenzrecht, das, wie der geistreiche ") Der Leser wird bemerken, daß das Wort Revenue doppelt gebraucht wird, erstens um den Mehrwerth als periodisch aus dem Kapital entspringende Frucht, zweitens um den Theil dieser Frucht zu bezeichnen, der vom Kapitalisten periodisch verzehrt oder zu seinem Konsumtionsfonds geschlagen wird. Ich behalte diesen Doppelsinn bei, weil er mit dem Sprachgebrauch der englischen und französischen Oekonomen harmonirt.

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1. Die kapitalistische Akkumulation

Lichnowski sagt, keinen Datv n nicht hat. Nur soweit steckt seine eigne

transitorische Nothwendigkeit in der transitorisehen Notwendigkeit 5

der

kapitalistischen Produktionsweise. Aber soweit sind auch nicht Gebrauchswerth und Genuß, sondern Tauschwerth und dessen Vermehrung sein treibendes Motiv. Als Fanatiker der Verwerthung des Werths zwingt er

rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen

Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen,

Produktivkräfte

und zur

welche allein die reale

Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprincip 10 die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel. Als solche theilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Außerdem zwingen ihn die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise, welche die Konkurrenz jedem individuellen Kapitalisten als äußere Zwangsgesetze 15 oktroyirt, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten. Soweit daher sein Thun und Lassen nur Funktion des in ihm mit Willen und Bewußtsein begabten Kapitals, gilt ihm sein eigner Privatkonsum als ein Raub an der Accumulation seines Kapitals, wie in der italienischen Buchhaltung Privatausgaben auf der Debetseite des Kapitalisten gegen das Kapital fi20 guriren. Die Accumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichthums. Sie dehnt mit der Masse des exploitirten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus34). | ") In der altmodischen, wenn auch sporadisch fortexistirenden, Form des Kapitalisten, im Wucherer veranschaulicht Luther sehr gut die Herrschsucht als Element des Bereicherungs25 triebs. „Die Heiden haben können aus der Vernunfft rechnen, das ein Wucherer sey ein vierfaltiger Dieb und Mörder. Wir Christen aber halten sie in solchen ehren, das wir sie schier anbeten umb ihres Geldes willen... Wer einem andern seine Narung aussauget, raubet und stilet, der thut eben so großen Mord (so viel an jm ligt) als der einen Hungers sterbet und zu Grunde verterbet. Solches thut aber ein Wucherer, und sitzet die weil auf seinem Stuel sicher, so er 30 billicher hangen solt am Galgen, und von soviel Raben gefressen werden, als er gülden gestolen hatte, wo anders so viel fleisches an jm were, das so viel Raben sich drein stücken und teilen kUndten. Dieweil hanget man die kleinen Diebe ... [S. 32.] Kleine Diebe ligen in Stöcken gefangen, große Diebe gehn in gold und seiden prangen ... [S. 33.] Also ist auch kein größer Menschenfeind auff Erden (nach dem Teuffei) denn ein Geitzhals und Wucherer, denn er will 35 über alle menschen Gott sein. Türcken, Krieger, Tyrannen sind auch böse Menschen, doch müssen sie lassen die Leute leben und bekennen, daß sie Böse und Feinde sind, Und können, ja müssen wol zu weilen sich über etliche erbarmen. Aber ein Wucherer und Geitzwanst, der wilt das alle Welt im müßte in Hunger und Durst, Trauer und Not verderben, so viel an jm ist, auff das ers alles allein möcht haben, und jedermann von jm, als von einem Gott empfahen und 40 ewiglich sein Leibeigener sein. Schauben, güldne Kette, Ringe tragen, das maul wischen, sich für einen theuren, frommen Mann lassen ansehen und rhümen ... [S. 67.] Wucher ist ein gros und ungeheuer monstrum, wie ein Beerwolff, der alles wüstet, mehr den kein Cacus, Gerion oder Antus. Und schmückt sich doch und wil fromm sein, das man nicht sehen sol, wo die Ochsen, die er rücklings in sein Loch zieht, hinkommen. Aber Hercules sol der Ochsen und 45 der Gefangenen Geschrey hören und den Cacum suchen auch in Klippen und Felsen, die Ochsen wider lösen, von dem Bösewicht. Denn Cacus heißt ein Bösewicht, der ein frommer Wucherer

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

|578| Aber die Erbsünde wirkt überall. Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise, der Accumulation, und des Reichthums, hört der Kapitalist auf, bloße Inkarnation des Kapitals zu sein. Er fühlt ein „menschliches Rühren" für seinen eignen Adam und wird so gebildet, die Schwärmerei für Ascese als Vorurtheil des altmodischen Schatzbildners zu belächeln. Während der klassische Kapitalist den individuellen Konsum als Sünde gegen seine Funktion und „Enthaltung" von der Accumulation brandmarkt, ist der modernisirte Kapitalist im Stande, die Accumulation als „Entsagung" seines Genußtriebs aufzufassen. „Zwei Seelen wohnen Ach! in seiner Brust, die eine will sich von der andern trennen!" | |579| In den historischen Anfängen der kapitalistischen Produktionsweise — und jeder kapitalistische Parvenü macht dieß historische Stadium individuell durch — herrschen Bereicherungstrieb und Geiz als absolute Leidenschaften vor. Aber der Fortschritt der kapitalistischen Produktion schafft nicht nur eine Welt von Genüssen. Er öffnet mit der Spekulation und dem Kreditwesen tausend Quellen plötzlicher Bereicherung. Auf einer gewissen Entwicklungshöhe wird ein konventioneller Grad von Verschwendung, die zugleich Schaustellung des Reichthums und daher Kreditmittel ist, sogar zu einer Geschäftsnothwendigkeit des „unglücklichen" Kapitalisten. Der Luxus geht in die Repräsentationskosten des Kapitals ein. Ohnehin bereichert sich der Kapitalist nicht, gleich dem Schatzbildner, im Verhältniß seiner persönlichen Arbeit und seines persönlichen Nichtkonsums, sondern im Maß, worin er fremde Arbeitskraft aussaugt und dem Arbeiter Entsagung aller Lebensgenüsse aufzwingt. Obgleich daher die Verschwendung des Kapitalisten nie den bona fide Charakter der Verschwendung des flotten Feudalherrn besitzt, in ihrem Hintergrund vielmehr stets schmutzigster Geiz und ängstlichste Berechnung lauern, wächst dennoch seine Verschwendung mit seiner Accumulation, ohne daß die eine die andre zu beabbruchen braucht. Damit entwickelt sich gleichzeitig in der Hochbrust des Kapitalindividuums ein faustischer Konflikt zwischen Accumulations- und Genußtrieb. „Die Industrie von Manchester", heißt es in einer Schrift, die Dr. Aikin 1795 veröffentlichte, „kann in vier Perioden getheilt werden. In der ersten waren die Fabrikanten gezwungen, hart für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten." Sie bereicherten sich besonders durch Bestehlung der Eltern, die ihnen Jungen als apprentices (Lehrlinge) zuwiesen und dafür schwer blechen ist, stilet, raubet, frißt alles. Und wils doch nicht gethan haben, und sol ja nimand finden, weil die Ochsen rücklings in sein Loch gezogen, schein und fußstapffen geben, als seien sie herausgelassen. Also wil der Wucherer auch die Welt effen, als nütze er und gebe der weit ochsen, so er sie doch zu sich allein reißt und frißt ... Und so man die Straßenreuber, Mörder und Beuheder, redert und köpffet, wie viel mehr solt man alle Wucherer redern und edern . . . verjagen, verfluchen und köpffen." (Martin Luther 1. c.)

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1. Die kapitalistische Akkumulation

mißten, während die Lehrlinge ausgehungert wurden. Andrerseits waren die Diuchschnittsprofite niedrig und die Accumulation verlangte große Sparsamkeit. Sie lebten wie Schatzbildner und verzehrten bei weitem nicht einmal die Zinsen ihres Kapitals. „In der zweiten Periode hatten sie begonnen, kleine Veimögen zu erwerben, arbeiteten aber ebenso hart als zuvor", denn die unmittelbare Exploitation der Arbeit kostet Arbeit, wie jeder Sklaventreiber weß, „und lebten nach wie vor in demselben frugalen Styl In der dritten Perode begann der Luxus und das Geschäft wurde ausgedehnt durch Aujsendung von Reitern (berittenen Commis Voyageurs) für Ordres in jeder Maiktstadt des König||580|reichs. Es ist wahrscheinlich, daß wenige oder keiie Kapitalien von 3000 bis 4000Pfd. St., in der Industrie erworben, vor 1690 existirten. Um diese Zeit jedoch oder etwas später hatten die Industriellen schon Geld accumulirt und begannen steinerne Häuser statt der von Holz und Mörtel aufzuführen. ... Noch in den ersten Decennien des 18. Jahrhunderts setzte sich ein Manchester Fabrikant, der eine Pint fremden Weins seinen Gästen vorsetzte, den Glossen und dem Kopf schütteln aller seiner Nachbarn aus." Vor dem Aufkommen der Maschinerie betrug der abendliche Konsum der Fabrikanten in den Kneipen, wo sie zusammenkamen, nie mehr als 6 d. für ein Glas Punsch und 1 d. für eine Rolle Taback. Erst 1758, und dieß macht Epoche, sah man „eine im Geschäft wirklich engagirte Person mit eigner Equipage"! „Die vierte Periode", das letzte Drittheil des 18. Jahrhunderts, „ist die von großem Luxus und Verschwendung, unterstützt durch die Ausdehnung des Geschäfts"35). Was würde der gute Dr. Aikin sagen, wenn er heutzutag in Manchester auferstände! Accumulirt, accumulirt! Das ist Moses und die Propheten! „Die Industrie liefert das Material, welches die Sparsamkeit accumulirt"36). Also spart, spart, d. h. rückverwandelt möglichst großen Theil des Mehrwerths oder Mehrprodukts in Kapital! Accumulation um der Accumulation, Produktion um der Produktion willen, in dieser Formel sprach die klassische Oekonomie den historischen Beruf der Bourgeoisperiode aus. Sie täuschte sich keinen Augenblick über die Geburtswehn des Reichthums37), aber was nützt der Jammer über historische Notwendigkeit? Wenn der klassischen Oekonomie der Proletarier nur als Maschine zur Produktion von Mehrwerth, gilt ihr aber auch der Kapitalist nur als Maschine zur Verwandlung dieses Mehrwerths in Mehrkapital. Sie nimmt seine historische Funktion in bitterm Ernst. Um ") Dr. Aikin: „Description of the Country from 30 to 40 miles round Manchester. Lond. 1795", p. 181, 182, 188.

*) A.Smith I.e. b.Il, ch.III. 37 ) Selbst J.B.Say sagt: «Les épargnes des riches se font aux dépens des pauvres.» „Der römische Proletarier lebte fast ganz auf Kosten der Gesellschaft.... Man könnte fast sagen, daß die moderne Gesellschaft auf Kosten der Proletarier lebt, von dem Theil, den sie auf Belohnung der Arbeit ihnen entzieht." (Sismondi: ,Jïtudes etc." 1.1, p. 24.)

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seinen Busen vor dem unheilvollen Konflikt zwischen Genußtrieb und Bereicherungstrieb zu feien, ||581| vertheidigte Malthus, im Anfang der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts, eine Theilung der Arbeit, welche dem wirklich in der Produktion begriffenen Kapitalisten das Geschäft der Accumulation, den andern Theilnehmern am Mehrwerth, der Landaristokratie, Staats-, Kirchenpfriindnern u. s. w. das Geschäft der Verschwendung zuweist. Es ist von der höchsten Wichtigkeit, sagt er, „die Leidenschaft für Ausgabe und die Leidenschaft für Accumulation („the passion for expenditure and the passion for accumulation") getrennt zu halten"38). Die Herrn Kapitalisten, seit lange in Lebe- und Weltmänner verwandelt, schrieen auf. Was, rief einer ihrer Wortführer, ein Ricardianer, Herr Malthus predigt hohe Grundrenten, hohe Steuern u. s. w., um dem Industriellen einen fortwährenden Stachel durch unproduktive Konsumenten aufzudrücken! Allerdings Produktion, Produktion auf stets erweiterter Stufenleiter, lautet das Schiboleth, aber „Produktion wird durch einen solchen Prozeß weit mehr gehemmt als gefördert. Auch ist es nicht ganz billig (nor is it quite fair), eine Anzahl Personen so im Müßiggang zu erhalten, nur um andre zu kneipen, aus deren Charakter man schließen darf („who are likely, from their characters"), daß wenn ihr sie zu funktioniren zwingen könnt, sie mit Erfolg funktioniren"39). So unbillig er es findet den industriellen Kapitalisten zur Accumulation zu stacheln, indem man ihm das Fett von der Suppe wegschöpft, so nothwendig dünkt ihm den Arbeiter möglichst auf den Minimallohn zu beschränken, „um ihn arbeitsam zu erhalten". Auch verheimlicht er keinen Augenblick, daß Aneignung unbezahlter Arbeit das Geheimniß der Plusmacherei ist. „Vermehrte Nachfrage von Seite der Arbeiter meint durchaus nichts als ihre Geneigtheit weniger von ihrem eignen Produkt für sich selbst zu nehmen und einen größren Theil davon ihren Anwendern zu überlassen; und wenn man sagt, daß dieß, durch Verminderung der Konsumtion (auf Seiten der Arbeiter) glut (Marktüberfüllung, Ueberproduktion) erzeugt, so kann ich nur antworten, daß glut synonym mit hohem Profit ist"40). Der gelehrte Zank, wie die dem Arbeiter ausgepumpte Beute för||582|derlichst für die Accumulation zu vertheilen sei zwischen industriellem Kapitalist und müßigem Grundeigenthümer u. s. w., verstummte vor der Julirevolution. Kurz nachher läutete das städtische Proletariat die Sturmglocke zu Lyon und ließ das Landproletariat den rothen Hahn in England fliegen. Diesseits des Kanals grassirte der Owenismus, jenseits St. Simonismus und Fourierismus. Die Stunde der Vulgärökonomie hatte geschlagen. Grade ein Jahr, bevor Nassau W. Senior zu Manchester ausfand, daß der Profit (incl. Ä

) Malthus I.e. p. 325, 326. ") „An Inquiry into those principles respecting the Nature of Demand etc.", p.67. * H c . p. 59.

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Ziis) des Kapitals das Produkt der unbezahlten „letzten zwölften Arbeitsstunde" ist, hatte er der Welt eine andere Entdeckung angekündigt. „Ich", sagte er feierlich, „ich ersetze das Wort Kapital, als Produktionsinstrument berachtet, durch das Wort Abstinenz (Enthaltung)"41). Ein unübertroffenes Mister dieß von den „Entdeckungen" der Vulgärökonomie! Sie ersetzt eine ökonomische Kategorie durch eine sykophantische Phrase. Voilà tout. „Wenn der Wilde", docirt Senior, „Bogen fabricirt, so übt er eine Industrie aus, aber er prakticirt nicht die Abstinenz" Dieß erklärt uns, wie und warum in früheren Gesellschaftszuständen „ohne die Abstinenz" des Kapitalisten Arbeitsmittel fabricirt wurden. „Je mehr die Gesellschaft fortschreitet, um so mehr Abstinenz erfordert sie"42), nämlich von denen, welche die Industrie ausüben, sich die fremde Industrie und ihr Produkt anzueignen. Alle Bedingungen des Arbeitsprozesses verwandeln sich von nun in ebenso viele Abstinenzpraktiken des Kapitalisten. Daß Korn nicht nur gegessen, sondern auch ausgesät wird, Abstinenz des Kapitalisten! Daßder Wein die Zeit erhält auszu||583|gähren, Abstinenz des Kapitalisten!43) Der Kapitalist beraubt seinen eignen Adam, wenn er die „Produktionsinstrumente dem Arbeiter leiht" (!), alias sie durch Einverleibung der Arbeitskraft als Kapital verwerthet, statt Dampfmaschinen, Baumwolle, Eisenbahnen, Dünger, Zugpferde u.s.f. aufzuessen oder, wie der Vulgärökonom sich das kindlich vorstellt, „ihren Werth" in Luxus- und andren Konsumtionsmitteln zu veiprassen44). Wie die Kapitalistenklasse das anstellen soll, ist ein von der Vulgärökonomie bisher hartnäckig bewahrtes Geheimniß. Genug, die Welt lebt nur noch von der Selbstkasteiung dieses modernen Büßers des Wischnu, des Kapitalisten. Nicht nur die Accumulation, die einfache „Erhaltung eines Kapitals erheischt beständige Kraftanstrengung, um der Versuchung zu 41

) Senior: ,J>rmcipes fondamentaux de l'Écon. Pol. " trad. Anivabene. Paris 1836, p. 309. Dieß war den Anhängern der alten klassischen Schule doch etwas zu toll. „Herr Senior schiebt dem Ausdruck Arbeit und Kapital den Ausdruck Arbeit und Abstinenz unter ... Abstinenz ist eine 30 bloße Negation. Es ist nicht die Abstinenz, sondern der Gebrauch des produktiv verwandten Kapitals, welcher die Quelle des Profits bildet." (John Cazenove I.e. p. 130 Note.) Herr John St. Mill excerpirt dagegen auf der einen Seite Ricardo's Profittheorie und annexirt auf der andern Senior's „rémunération of abstinence." So fremd ihm der Hegel'sche „Widerspruch", die Springquelle aller Dialektik, so heimisch ist er in platten Widersprüchen. 35 42) Senior 1. c. p. 342, 343. 43 ) "No one ... will sow his wheat, f. i., and allow it to remain a twelvemonth in the ground, or leave his wine in a cellar for years, instead of consuming these things or their équivalent at once unless he expects to acquire additional value etc." (Scrope:,J'olit. Econ. " edit. von A. Potter, New-York 1841, p. 133.) 40 ") «La privation que s'impose le capitaliste, en prêtant (dieser Euphemismus gebraucht, um nach probater vulgärökonomischer Manier den vom industriellen Kapitalisten exploitirten Lohnarbeiter mit dem industriellen Kapitalisten selbst zu identificiren, welcher vom Geld verleihenden Kapitalisten pumpt!) ses instruments de production au travailleur au lieu d'en consacrer la valeur à son propre usage, en la transformant en objets d'utilité ou 45 d'agrément.» (G. de Molinari 1. c. p. 36.)

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widerstehn, es aufzuessen"45). Die einfache Humanität gebeut also offenbar den Kapitalisten von Martyrthum und Versuchung zu erlösen, in derselben Weise wir der georgische Sklavenhalter jüngst durch Abschaffung der Sklaverei von dem schmerzlichen Dilemma erlöst ward, ob das dem Negersklaven ausgepeitschte Mehrprodukt ganz in Champagner zu verjubeln oder auch theilweis in mehr Neger und mehr Land rückzuverwandeln. In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt. Es wird progressiv mehr producirt und mehr konsumirt, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber ||584| nicht als Accumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, so lange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn*6). Der vor einigen Jahren verstorbene Richard Jones, Nachfolger von Malthus auf dem Lehrstuhl der politischen Oekonomie zu Haileybury, erörtert dieß gut an zwei großen Thatsachen. Da der zahlreichste Theil des indischen Volks selbstwirthschaftende Bauern, existirt ihr Produkt, ihre Arbeits- und Lebensmittel, auch nie „in der Form („in the shape") eines Fonds, der aus fremder Revenue erspart wird („saved from revenue") und daher einen vorläufigen Prozeß der Accumulation („a previous process of accumulation") durchlaufen hat"47). Andrerseits werden die nicht-agrikolen Arbeiter in den Provinzen, wo die englische Herrschaft das alte System am wenigsten aufgelöst hat, direkt von den Großen beschäftigt, denen eine Portion des ländlichen Mehrprodukts als Tribut oder Grundrente zufließt. Ein Theil dieses Produkts wird in Naturalform von den Großen verzehrt, ein andrer Theil für sie von den Arbeitern in Luxus- und sonstige Konsumtionsmittel verwandelt, während der Rest den Lohn der Arbeiter bildet, die Eigenthümer ihrer Arbeitsinstrumente sind. Produktion und Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter gehn hier ihren Gang ohne alle Dazwischenkunft jenes wunderlichen Heiligen, jenes Ritters von der traurigen Gestalt, des „entsagenden" Kapitalisten. Wir betrachteten bisher die Masse des Mehrwerths als gegebne Größe. In diesem Fall bestimmte seine proportioneile Theilung in Revenue und Sur45

) «La conservation d'un capital exige ... un effort constant pour résister à la tentation de le consommer.» (CourceUe-Seneuil, I.e. p.20.) *) "The particular classes of income which yield the most abundantly to the progress of national capital, change at different stages of their progress, and are therefore entirely different in nations occupying different positions in that progress ... Profit... unimportant source of accumulation, compared with wages and rents, in the earlier stages of society... When a considerable advance in the powers of national industry has actually taken place, profits rise into comparative importance as a source of accumulation." (Richard Jones: „Textbook etc.", p. 16, 20, 21.) ") I.e. p.36sq.

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pluskapital den Umfang der Accumulation. Aber letztere wechselt unabhängig von jener Theilung mit dem Wechsel in der Größe des Mehrwerths selbst. ||585| Die Umstände, welche die Größe des Mehrwerths regeln, sind in den Kapiteln über seine Produktion ausführlich entwickelt worden. Sie reguliren, unter sonst gleichbleibenden Verhältnissen, die Bewegung der Accumulation. Wir kehren hier nur so weit zu ihnen zurück, als sie mit Bezug auf die Accumulation neue Gesichtspunkte bieten. Man erinnert sich, welche Rolle der Exploitationsgrad der Arbeit in der Produktion des Mehrwerths spielt. Die politische Oekonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Accumulation durch erhöhte Produktivkraft der Arbeit mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters identificirt48). In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerths ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Werth der Arbeitskraft ist. Es ward ferner gezeigt, daß der Arbeitslohn, sei es seinem Werth nach, sei es nach der Masse von Lebensmitteln, die er repräsentirt, bei wachsendem Exploitationsgrad des Arbeiters wachsen kann. In der praktischen Bewegung des Kapitals jedoch wird auch Mehrwerth producirt durch gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Werth der Arbeitskraft. Faktisch wird so ein Theil des notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Accumulationsfonds von Kapital verwandelt. „Arbeitslöhne", sagt J. St. Mill, „haben keine Produktivkraft; sie sind der Preis einer Produktivkraft. Arbeitslöhne tragen nicht, neben der Arbeit selbst, zur Waarenproduktion bei, sowenig als der Preis der Maschinerie neben der Maschinerie selbst. Könnte Arbeit ohne Kauf ||586| gehabt werden, so wären Arbeitslöhne überflüssig"49). Wenn aber die Arbeiter von der Luft leben könnten, so wären sie auch um keinen Preis zu kaufen. Ihr Nichtskosten ist also eine Grenze im mathematischen Sinn, stets unerreichbar, obgleich stets annäherbar. Es ist die beständige Tendenz des Kapitals sie auf diesen nihilistischen Standpunkt herabzudrücken. Ein oft von mir citirter Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, der Verfasser des „Essay on Trade and Commerce", verräth nur das innerste Seelengeheimniß des englischen Kapitals, wenn er es für die historische Lebensaufgabe Englands erklärt, den "),»Ricardo sagt: ,In verschiednen Stadien der Gesellschaft ist die Accumulation des Kapitals oder der Mittel Arbeit anzuwenden (sc. zu exploitiren) mehr oder weniger rasch und muß in allen Fällen von den Produktivkräften der Arbeit abhängen. Die Produktivkräfte der Arbeit sind im Allgemeinen am größten, wo Ueberfluß von fruchtbarem Boden existirt.' Bedeuten in dieser Sentenz die Produktivkräfte der Arbeit die Kleinheit des aliquoten Theils jeden Produkts, der denen zufällt, deren Handarbeit es producirt, so ist der Satz tautologisch, weil der übrig bleibende Theil der Fonds ist, woraus, wenn es seinem Eigner beliebt („if the owner pleases"), Kapital accumulirt werden kann. Aber dieß ist meistens nicht der Fall, wo das Land am fruchtbarsten ist." („Observations on certain verbal disputes etc.", p. 74.) J. St. Mill: trEssays on some unsettled Questions of Polit. Economy. Lond. 1844", p. 90,91.

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englischen Arbeitslohn auf das französische und holländische Niveau herabzudrücken50). Er sagt u. a. naiv: „Wenn aber unsre Armen (Kunstausdruck für Arbeiter) luxuriös leben wollen... muß ihre Arbeit natürlich theuer sein. ... Man betrachte nur die haarsträubende Masse von Ueberflüssigkeiten („heap of superfluities"), die unsre Manufakturarbeiter verzehren, als da 5 sind Branntwein, Gin, Thee, Zucker,fremde Früchte, starkes Bier, gedruckte Leinwand, Schnupf- und Rauchtabak u.s.w." 51 ). Er citirt die Schrift eines Fabrikanten von Northamptonshire, der mit himmelwärts schielendem Blick jammert: ,yArbeit ist ein ganzes Drittheil wohlfeiler in Frankreich als in England: denn die französischen Armen arbeiten hart und fahren hart an 10 Nahrung und Kleidung und ihr Hauptkonsum sind Brod, Früchte, Kräuter, Wurzeln und getrockneter Fisch; denn sie essen sehr selten Fleisch, und wenn der Weizen theuer ist, sehr wenig Brod"52). „Wozu", fährt der Essay man fort, ||587| „wozu noch kömmt, daß ihr Getränk aus Wasser besteht oder ähnlichen schwachen Likören, so daß sie in der That erstaunlich wenig Geld 15 ausgeben. ... Ein derartiger Zustand der Dinge ist sicherlich schwer herbeizuführen, aber er ist nicht unerreichbar, wie seine Existenz sowohl in Frankreich als Holland schlagend beweist"53). Zwei Jahrzehnte später verfolgte ein amerikanischer Humbug, der baronisirte Yankee Benjamin Thompson (alias Graf Rumford), dieselbe Philanthropielinie mit großem 20 Wohlgefallen vor Gott und den Menschen. Seine „Essays" sind ein Kochbuch mit Recepten aller Art um Surrogate an die Stelle der theuren Normalspeisen des Arbeiters zu setzen. Ein besonders gelungenes Recept dieses wunderlichen „Philosophen" ist folgendes: „Fünf Pfund Gerste, fünf Pfund Mais, für 3 d. Häringe, 1 d. Salz, 1 d. Essig, 2 d. Pfeffer und Kräuter — Summa 25 von 2(fiUd. giebt eine Suppe für 64 Menschen, ja mit den Durchschnittspreisen von Korn kann die Kost auf 74 d. per Kopf (noch nicht 3 Pfennige) herabgedrückt werden"54). Mit dem Fortschritt der kapitalistischen Pro„An Essay on Trade and Commerce. Lond. 1770", p. 43,44. Aehnlich brachte die Times vom December 1866 und Januar 1867 Herzensergießungen englischer Minenbesitzer, worin der glückliche Zustand der belgischen Minenarbeiter geschildert ward, die nicht mehr verlangten und nicht mehr erhielten, als strikt nöthig, um für ihre „masters" zu leben. Die belgischen Arbeiter dulden viel, aber als Musterarbeiter in der Times zu figuriren! Anfang Februar 1867 antwortete der mit Pulver und Blei unterdrückte Strike der belgischen Minenarbeiter (bei Marchienne). ") I.e. p.44, 46. ") Der Fabrikant von Northamptonshire begeht eine im Herzensdrang entschuldbare pia fraus. Er vergleicht angeblich das Leben englischer und französischer Manufakturarbeiter, schildert aber, wie er später in seiner Verdadderung selbst gesteht, mit den eben citirten Worten französische Agrikulturarbeiter'. ") I.e. p.70,71. M ) Benjamin Thompson: „Essays, poütical, economical, and philosophical etc. 3 vol. Lond. 1796—1802." In seinem „The State ofthe Poor, oran Historyof the Labouring Classes in England etc." empfiehlt Sir M. F. Eden die Rumford'sche Bettelsuppe bestens den Vorstehern von

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duktion hat die Waarenfälschung Thompson's Ideale überflüssig gemacht55). ||588| Ende des 18. und während der ersten Decennien des 19. Jahrhunderts erzwangen die englischen Pächter und Landlords das absolute Minimalsalair, indem sie den Ackerbautaglöhnern weniger als das Minimum in der Form des Arbeitslohns, den Rest aber in der Form von Pfarreiunterstützung auszahlten. Ein Beispiel der Possenreißerei, womit die englischen Dogberries in ihrer „legalen" Festsetzung des Lohntarifs verfuhren: „Als die Squires die Arbeitslöhne für Speenhamland 1795 festsetzten, hatten sie zu Mittag gespeist, dachten aber offenbar, daß die Arbeiter nicht desgleichen nöthig hätten. ... Sie entschieden, der Wochenlohn solle 3 sh. per Mann sein, wenn das Laib Brod von 8 Pfund 11 Unzen auf 1 sh. stünde, und er solle regelmäßig wachsen, bis das Laib 1 sh. 5 d. koste. Sobald es über diesen Preis stiege, sollte der Lohn proportionell abnehmen, bis der Preis des Laibes 2 sh. erreicht hätte; und dann sollte die Nahrung des Mannes V5 weniger als vorher sein"56). Vor dem Untersuchungscomite des House of Lords, 1814, wird ein gewisser A.Beimett, großer Pächter, Magistrat, Armenhausverwalter und Lohnregulator, gefragt: „Wird irgend eine Proportion zwischen dem Werth der Tagesarbeit und der Pfarreiunterstützung der Arbeiter beobachtet?" Antwort: „Ja. Das wöchentliche Einkommen jeder Familie wird über ihren Nominallohn hinaus vollgemacht bis zum Gallonlaib Brod (8 Pfd. 11 Unzen) und 3 d. per Kopf.... Wir unterstellen das Gallonlaib hinreichend für die Erhaltung jeder Person in der Familie während der Woche; und die 3d. sind für Kleider; und wenn es der Pfarrei beliebt, die Kleider selbst zu stellen, werden die 3 d. abgezogen. Diese Praxis herrscht nicht nur im ganzen Westen von Wiltshire, sondern, wie ich glaube, im ganzen Land"57). So, ruft ein Bourgeoisschriftsteller jener Zeit, „haben die Pächter Jahre lang eine respektable Klasse ihrer Landsleute degradirt, indem

Workhouses und mahnt die englischen Arbeiter vorwurfsvoll, daß „es bei den Schotten viele Familien giebt, die, statt von Weizen, Roggen und Fleisch, Monate lang von Hafergrütze und 30 Gerstenmehl, nur mit Salz und Wasser gemischt, leben und das obendrein noch sehr komfortabel" („and that very comfortably too"). 0- c. v. I, b. I, ch. II.) Aehnliche „Fingerzeige" im 19. Jahrhundert. „Die englischen Ackerbauarbeiter", heißt es z. B., „wollen keine Mischungen niederer Kornarten essen. In Schottland, wo die Erziehung besser ist, ist dieß Vorurtheil wahrscheinlich unbekannt." (Charles H. Parry M. D.: „The Question of the Necessity of the 35 existing Cornlaws considered. Lond. 1816", p.68, 69.) Derselbe Parry klagt jedoch, daß der englische Arbeiter jetzt (1815) sehr heruntergekommen sei, verglichen mit Eden's Zeit (1797). 5S ) Aus den Berichten der letzten parlamentarischen Untersuchungskommission über Fälschung von Lebensmitteln sieht man, daß selbst die Fälschung der Arzneistoffe in England nicht Ausnahme, sondern Regel bildet. Z. B. die Examination von 34 Proben von Opium, gekauft in 40 eben so viel verschiednen Londoner Apotheken, ergab, daß 31 verfälscht waren mit Mohnkapsel, Weizenmehl, Gummischleim, Thon, Sand u. s. w. Viele enthielten kein Atom Morphin. *) G. L. Newnham (barrister at law): „A Review of the Evidence betöre the Committees ofthe two Houses of Parliament on the Cornlaws. Lond. 1815", p. 20 Note, ^ l . c . [p. 19,20.]

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sie dieselben zwangen zum Workhouse ihre Zu||589|flucht zu nehmen... Der Pächter hat seine eignen Gewinne vermehrt, indem er selbst die Accumulation des unentbehrlichsten Konsumtionsfonds auf Seite der Arbeiter verhinderte"5*). Welche Rolle heutzutag der direkte Raub am nothwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in der Bildung des Mehrwerths und daher des Accumulationsfonds des Kapitals spielt, hat beispielweis die s. g. Hausarbeit gezeigt. Weitere Thatsachen im Verlauf dieses Kapitels. Die Elasticität der Arbeitskraft oder ihre Fähigkeit größerer intensiver oder extensiver Spannung bildet, innerhalb gewisser Grenzen, eine vom gegebnen Umfang der bereits funktionirenden und producirten Produktionsmittel, oder der stofflichen Elemente des constanten Kapitals, unabhängige Quelle der Schöpfung zusätzlichen Reichthums und daher des Accumulationsfonds. In der extraktiven Industrie, der Minenindustrie z. B., ist der Arbeitsgegenstand von Natur vorhanden. Die nothwendigen Arbeitsmittel selbst also gegeben, — und die extraktive Industrie liefert großenteils selbst wieder das Rohmaterial dieser Arbeitsinstrumente, Metalle, Holz u. s. w., und die Hilfsmittel, wie Kohle, — ist das Produkt keineswegs durch den Umfang dieser Arbeitsmittel beschränkt. Sie werden durch die größere Verausgabung der Arbeitskraft nur rascher vernutzt, also nur ihre Reproduktionsperiode abgekürzt. Die Produktenmasse selbst, wie Kohle, Eisen, wächst dagegen, unter sonst gleichbleibenden Umständen, im Verhältniß zu der auf den Naturgegenstand verausgabten Arbeit. Wie am ersten Tag der Produktion gehn hier die ursprünglichen Produktbildner, daher auch die Büdner der stofflichen Elemente des Kapitals, Mensch und Natur, zusammen. In der eigentlichen Agrikultur spielen zwar Samen und Dünger dieselbe Rolle, wie das Rohmaterial in der Manufaktur, und man kann nicht mehr Land besäen, ohne vorher mehr Samen zu haben. Aber dieß Rohmaterial und die Arbeitsinstrumente gegeben, ist bekannt, welche wunderthätige Wirkung selbst die rein mechanische Bearbeitung ||590| des Bodens, deren Intensivität von der Spannung der Arbeitskraft abhängt, auf die Massenhaftigkeit des Produkts ausübt. Es ist wieder direkte Wirkung des Menschen auf den Naturgegenstand, welche zur unmittelbaren Quelle des Reichthums wird. Extraktive Industrie und Agrikultur liefern andrerseits der Manufaktur das Rohmaterial und die HUfsstoffe, also die stofflichen Elemente, welche hier jeder größeren Arbeitsausgabe vorausgesetzt sind, während die eigentlichen Arbeitsmittel auch in dieser Sphäre durch extensivere oder intensivere Spannung der Arbeitskraft nur ihre Reproduktionsperiode verkürzen. Indem Ch. H.Parry I. c. p.77, 69. Die Herrn Landlords ihrerseits „indemnificirten" sich nicht nur für den Antijakobinerkrieg, den sie im Namen Englands führten, sondern bereicherten sich enorm. „Ihre Renten verdoppelten, verdreifachten, vervierfachten und, in Ausnahmsfällen, versechsfachten sich in 18 Jahren." (I.e. p. 100, 101.)

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das Kapital sich also die beiden Urbildner des Reichthums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es in ihnen von seinem eignen stofflichen Umfang unabhängige und dehnbare Faktoren der Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter und daher der Accumulation. Abgesehn vom Exploitationsgrad der Arbeit wird die Produktion des Mehrwerths, also die Accumulation des Kapitals, deren Bildungselement der Mehrwerth, wesentlich bestimmt durch die Produktivkraft der Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Werth, also auch Mehrwerth von gegebner Größe darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerths, sofern sie nur langsamer fällt als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts. Bei gleichbleibender Theilung desselben in Revenue und Surpluskapital kann daher die Konsumtion des Kapitalisten wachsen ohne Abnahme des Accumulationsfonds. Die proportionelle Größe des Accumulationsfonds kann selbst auf Kosten des Konsumtionsfonds wachsen, während die Verwohlfeilerung der Waaren dem Kapitalisten eben so viele oder mehr Genußmittel als vorher zur Verfügung stellt. Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerths, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnißmäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwerth setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe constante Kapitalwerth stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d. h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Werthbildner, oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem ||59l| Werth des Surpluskapitals findet daher beschleunigte Accumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerths wächst schneller als der Werth des Surpluskapitals. Die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit reagirt auch auf das Originalkapital oder das bereits im Produktionsprozeß befindliche Kapital. Ein Theil des funktionirenden constanten Kapitals besteht aus Arbeitsmitteln, wie Maschinerie u. s. w., die nur in längeren Perioden konsumirt und daher reproducirt oder durch neue Exemplare derselben Art ersetzt werden. Aber ein Theil dieser Arbeitsmittel stirbt jedes Jahr ab, oder erreicht das Endziel seiner produktiven Funktion. Er befindet sich daher jedes Jahr im Stadium seiner periodischen Reproduktion oder seines Ersatzes durch neue Exemplare derselben Art. Hat die Produktivkraft der Arbeit sich in der Geburtsstätte dieser Arbeitsmittel erweitert, und sie entwickelt sich fortwährend mit dem ununterbrochenen Ruß der Wissenschaft und der Technologie, so tritt wirkungsvollere und, ihren Leistungsumfang betrachtet,

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wohlfeilere Maschine, Werkzeug, Apparat u. s. w. an die Stelle der alten. Das alte Kapital wird in einer produktiveren Form reproducirt, abgesehn von der fortwährenden Detailveränderung an den vorhandnen Arbeitsmitteln. Der andere Theil des constanten Kapitals, Rohmaterial und Hilfsstoffe, wird fortwährend innerhalb des Jahrs, der der Agrikultur entstammende meist jährlich reproducirt. Jede Einführung beßrer Methoden u.s.w. wirkt hier also fast gleichzeitig auf Zuschußkapital und bereits in Funktion begriffenes Kapital. Jeder Fortschritt der Chemie vermannigfacht nicht nur die Nutzanwendungen desselben Materials und dehnt daher mit dem Wachsthum des Kapitals seine Anlagesphären aus. Er lehrt zugleich die Excremente des Produktions- und Konsumtionsprozesses in den Kreislauf des Reproduktionsprozesses zurückschleudern, schafft also ohne vorherige Kapitalauslage neuen Kapitalstoff. Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichthums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bildet die Wissenschaft eine von der gegebnen Größe des funktionirenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagirt zugleich auf den in sein Erneurungsstadium eingetretenen Theil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. Allerdings ist diese ||592| Entwicklung der Produktivkraft zugleich begleitet von theilweiser Deprec/afion funktionirender Kapitale. Soweit diese Depreciation sich durch die Konkurrenz akut fühlbar macht, fällt die Hauptwucht auf den Arbeiter, in dessen gesteigerter Exploitation der Kapitalist Schadenersatz sucht. Es zeigte sich bei Analyse des relativen Mehrwerths, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit eine stets wachsende Masse des von derselben Arbeitskraft in Bewegung gesetzten constanten Kapitals bedingt. Mit dem Reichthum oder der Fülle und Wirksamkeit der in Maschinerie u.s.w. vergegenständlichten Arbeit, wovon der Arbeiter als bereits producirter Bedingung des Produktionsprozesses ausgeht, wächst die Masse des alten Kapitalwerths, der durch bloßen Zusatz neuer Arbeit, also neue Werthproduktion, erhalten und in diesem Sinn reproducirt wird. Man vergleiche z. B. einen englischen Spinner mit einem indischen. Man unterstelle der Vereinfachung halber gleiche Extension und Intensivität des englischen und indischen Arbeitstags. Der englische Spinner verwandelt in einem Tag viel hundertmal größere Massen von Baumwolle, Spinninstrumenten u. s. w. in Garn. Er erhält also vielhundertmal größeren Kapitalwerth in seinem Produkt. Wäre selbst das Werthprodukt seiner Tagesarbeit, d. h. der durch dieselbe den Produktionsmitteln neu zugesetzte Werth, nur gleich dem des Indiers, dennoch resultirt seine Tagesarbeit nicht nur in größerem Produktenquantum, sondern in unendlich größerem Produktenwerth, altem Werth, den er auf das neue Produkt überträgt, und der von neuem als Kapital

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funktioniren kann. „1782", belehrt uns F.Engels,,Jag die ganze Wollerndte der vorhergehenden drei Jahre (in England) aus Mangel an Arbeitern noch unverarbeitet da, und hätte liegen bleiben müssen, wenn nicht die neu erfundne Maschinerie zu Hilfe gekommen wäre und sie versponnen hätte"59). 5 Die in der Form von Maschinerie vergegenständlichte Arbeit stampfte natürlich unmittelbar keinen Menschen aus dem Boden, aber sie erlaubte einer geringen Arbeiteranzahl durch Zusatz von relativ wenig lebendiger Arbeit nicht nur die Wolle produktiv zu konsumiren, und ihr Neuwerth zuzusetzen, sondern in der Form von Garn u. s. w. ihren alten Werth zu 10 erhalten. Sie lieferte damit zugleich Mittel und Sporn ||593| zur erweiterten Reproduktion von Wolle. Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit alten Werth zu erhalten, während sie Neuwerth schafft. Mit dem Wachsthum von Wirksamkeit, Umfang und Werth ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Accumulation erhält und 15 verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwerth60). Diese Naturkraft der ||594| Arbeit erscheint als Selbstw

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) F. Engels: „Lage der arbeitenden Klasse in England", p. 20. ") Die klassische Oekonomie hat wegen mangelhafter Analyse des Arbeits- und Verwerthungsprozesses dieß wichtige Moment der Reproduktion nie ordentlich begriffen, wie man z. B. bei Ricardo sehn kann. Er sagt z.B.: Welches immer der Wechsel der Produktivkraft,„Eine Million Menschen producirt in den Fabriken stets denselben Werth." Dießrichtig,wenn Extension und Intensivgrad ihrer Arbeit gegeben. Es verhindert aber nicht, und Ricardo übersieht dieß in gewissen Schlußfolgerungen, daß eine Million Menschen sehr verschiedne Massen von Produktionsmitteln, bei verschiedner Produktivkraft ihrer Arbeit, in Produkt verwandelt, daher sehr verschiedne Werthmassen in ihrem Produkt erhält, die von ihr gelieferten Produkten werthe also sehr verschieden sind. Ricardo hat, nebenbei bemerkt, an jenem Beispiel umsonst versucht, dem J. B. Say den Unterschied zwischen Gebrauchswerth (den er hier wealth nennt, stofflichen Reichthum) und Tauschwerth klar zu machen. Say antwortet: «Quant à la difficulté qu'élève Mr. Ricardo en disant que, par des procédés mieux extendus, un million de personnes peuvent produire deux fois, trois fois autant de richesses, sans produire plus de valeurs, cette difficulté n 'est pas une lorsque l'on considère, ainsi qu'on le doit, la production comme un échange dans lequel on donne les services productifs de son travail, de sa terre, et de ses capitaux, pour obtenir des produits. C'est par le moyen de ces services productifs que nous acquérons tous les produits qui sont au monde. Or ... nous sommes d'autant plus riches, nos services productifs ont d'autant plus de valeur, qu'ils obtiennent dans l'échange appelé production, une plus grande quantité de choses utiles.» (J. B. Say: „Lettres à M. Malthus. Paris 1820", p. 168,169.) Die „difficulté" — sie existirt für ihn, nicht für Ricardo — die Say erklären soll, ist die: Warum vermehrt sich nicht der Werth der Gebrauchswerthe, wenn ihre Quantität in Folge gesteigerter Produktivkraft der Arbeit wächst? Antwort: Die Schwierigkeit wird dadurch gelöst, daß man den Gebrauchswerth gefälligst Tauschwerth nennt. Tauschwerth ist ein Ding, das one way or another mit Austausch zusammenhängt. Man nenne also die Produktion einen „Austausch" von Arbeit und Produktionsmitteln gegen das Produkt, und es ist klar wie Wasser, daß man um so mehr Tauschwerth erhält, je mehr Gebrauchswerth einem die Produktion liefert. In andern Worten: Je mehr Gebrauchswerthe, z. B. Strümpfe, ein Arbeitstag dem Strumpffabrikanten liefert, desto reicher ist er an Strümpfen. Plötzlich fällt Say jedoch ein, daß „mit der großem Quantität" der Strümpfe ihr „Preis" (der natürlich nichts mit dem Tauschwerth zu thun hat) fällt, «parce que la concurrence les (les producteurs) oblige à donner les produits pour ce qu'ils leur coûtent. » Aber wo denn kommt der Profit her, wenn der Kapitalist die Waaren zu dem Preis verkauft.

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Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

erhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwerthung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektiren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Werthformen der Waare als Formen des Geldes. Unter sonst gleichbleibenden Umständen ist die Größe des producirten Mehrwerths und daher die Accumulation endlich bestimmt durch die Größe des vorgeschossenen Kapitals. Mit dem Gesammtkapital wächst auch sein variabler Bestandtheil, wenn auch nicht in demselben Verhältnis. Auf je größerer Stufenleiter der individuelle Kapitalist producirt, desto größer die Arbeiteranzahl, die er gleichzeitig exploitirt, oder die Masse der unbezahlten Arbeit, die er aneignet61). Je mehr ||595| also das individuelle Kapital wächst, desto größer der Fonds, der sich in Konsumtionsfonds und Accumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen". Mit dem Wachsthum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumirtem Kapital. In andern Worten: Es wächst die Werth- und Stoffmasse der Arbeitsmittel, wie Baulichkeiten, Maschinerie, Drainirungsröhren, Arbeitsvieh, Apparate jeder Art, die stets ihrem ganzen Umfang nach, während längerer oder kürzerer Periode, in beständig wiederholten Produktionsprozessen, funktioniren, oder zur Erzielung bestimmter Nutzeffekte dienen, während sie nur allmälig verschleißen, daher ihren Werth nur stückweis verlieren, also auch nur stückweis auf das Produkt übertragen. Im Verhältniß, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Werth zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur den sie ihm kosten? Doch never mind. Say erklärt, daß in Folge der gesteigerten Produktivität jeder im Ersatz für dasselbe Aequivalent jetzt zwei statt früher ein paar Strümpfe u . s . w . erhält. Das Resultat, wobei er anlangt, ist grade der Satz Ricardo's, den er widerlegen wollte. Nach dieser gewaltigen Denkanstrengung apostrophirt er Malthus triumphirend mit den Worten: « Telle est, monsieur, la doctrine bien liée sans laquelle il est impossible, je le déclare, d'expliquer les plus grandes difficultés de l'économie politique et notamment, comment il se peut qu'une nation soit plus riche lorsque ses produits diminuent de valeur, quoique la richesse soit de la valeur.» O c. p. 170.) Ein englischer Oekonom bemerkt über ähnliche Kunststücke in Say's „Lettres": „Diese affektirten Manieren zu schwatzen („these affected ways of talking") büden im Ganzen das, was Herr Say seine Doktrin zu nennen beliebt und die er dem Malthus ans Herz legt zu Hertford zu lehren, wie das schon ,dans plusieurs parties de l'Europe' geschehe. Er sagt: «Si vous trouvez une physionomie de paradoxe à toutes ces propositions, voyez les choses qu'elles expriment, et j'ose croire qu'elles vous paraîtront fort simples et fort raisonnables.» Zweifelsohne, und zugleich werden sie in Folge desselben Prozesses alles andre, nur nicht original oder wichtig erscheinen." („An Inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand etc.", p. 110.) 6I ) Man wird im Dritten Buch sehn, daß die durchschnittliche Profitrate verschiedner Produktionssphären nicht afficirt wird von der jeder derselben eigenthümlichen Theilung des Kapitals in constantes und variables Element, und zugleich daß dieß Phänomen nur scheinbar den über die Natur und Produktion des Mehrwerths entwickelten Gesetzen widerspricht.

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theilweis konsumirt werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektricität u. s. w. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, accumulirt mit der wachsenden Stufenleiter der Accumulation. Da die vergangne Arbeit sich stets in Kapital verkleidet, d. h. das Passivum der Arbeit von A, B, C u. s. w. im Aktivum des Nichtarbeiters Xfigurirt, sind Bürger und politische Oekonomen voll des Lobes für die Verdienste der vergangnen Arbeit, welche nach dem schottischen Genie Mac Culloch sogar einen eignen Sold beziehn muß62). Das stets wachsende Gewicht der unter der Form von Produktionsmitteln im lebendigen Arbeitsprozeß mitwirkenden vergangnen Arbeit wird also ihrer dem Arbeiter selbst, dessen vergangne und unbezahlte Arbeit sie ist, entfremdeten Gestalt, ihrer Kapitalgestalt vindicirt. Die praktischen Agenten der kapitalistischen Produktion und ihre ideologischen Zungendrescher sind ebenso unfähig das Produktionsmittel von seiner antagonistischen gesellschaftlichen Charaktermaske, die ihm heutzutag an||596| klebt, getrennt zu denken, als ein Sklavenhalter den Arbeiter selbst von seinem Charakter als Sklave. Man hat im Verlauf dieses Abschnitts gesehn, daß das Kapital keine fixe Größe ist, sondern ein elastischer und mit der Theilung des Mehrwerths in Revenue und Surpluskapital beständig fluktuirender Theil des gesellschaftlichen Reichthums. Man hat ferner gesehn, daß selbst die Größe des funktionirenden Kapitals gegeben, die ihm einverleibte Arbeitskraft, Wissenschaft und Erde (worunter ökonomisch alle ohne Zuthat des Menschen von Natur vorhandnen Arbeitsgegenstände zu verstehn sind) elastische Potenzen desselben bilden, die ihm innerhalb gewisser Grenzen einen von seiner eignen Größe unabhängigen Spielraum gestatten. Es wurde dabei von allen Verhältnissen des Cirkulationsprozesses abgesehn, die sehr verschiedne Wirkungsgrade derselben Kapitalmasse verursachen. Es wurde, da wir die Schranken der kapitalistischen Produktion voraussetzen, also eine rein naturwüchsige Gestalt des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, abgesehn von jeder mit den vorhandnen Produktionsmitteln und Arbeitskräften unmittelbar und planmäßig bewirkbaren rationelleren Kombination. Die klassische Oekonomie liebte es von jeher das gesellschaftliche Kapital als eine fixe Größe von fixem Wirkungsgrad aufzufassen. Aber das Vorurtheil ward erst zum Dogma befestigt durch den Urphilister Jeremias Bentham, dieß nüchtern pedantische, schwatzlederne Orakel des gemeinen Bürgerverstandes des 19. Jahrhunderts63). Bentham ist unter den Philosophen, was *2) Mac Culloch löste das Patent auf „wages of past labour", lange bevor Senior das Patent auf die „wages of abstinence". M ) Vgl. u. a.: J. Bentham: „Théorie des Peines et des Récompenses, trad. Ét. Dumont. 3èmeéd." Paris m(>, t. II, l.IV, ch. II.

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Martin Tupper unter den Dichtern. Beide waren nur in England fabricirbar64). ||597| Mit seinem Dogma werden die gewöhnlichsten Erscheinungen des Produktionsprozesses, wie z. B. dessen plötzliche Expansionen und Kontraktionen, ja die Accumulation, völlig unbegreifbar65). Das Dogma wurde sowohl von Bentham selbst als von Malthus, James Mill, Mac Culloch 5 u. s. w. zu apologetischen Zwecken vernutzt, namentlich um einen Theil des Kapitals, das variable oder in Arbeitskraft umsetzbare Kapital als eine fixe Größe darzustellen. Die stoffliche Existenz des variablen Kapitals, d. h. die Masse der Lebensmittel, die es für den Arbeiter repräsentirt, oder der s. g. Arbeitsfonds, wurde in einen durch Naturketten abgeringten und unüber- 10 schreitbaren Sondertheil des gesellschaftlichen Reichthums verfabelt. Um den Theil des gesellschaftlichen Reichthums, der als constantes Kapital oder, stofflich ausgedrückt, als Produktionsmittel funktioniren soll, in Bewegung zu setzen, ist eine bestimmte Masse lebendiger Arbeit erheischt. Diese ist ||598| technologisch gegeben. Aber weder ist die Anzahl der Arbeiter 15 gegeben, erheischt um diese Arbeitsmasse flüssig zu machen, denn das wechselt mit dem Exploitationsgrad der individuellen Arbeitskraft, noch der Preis dieser Arbeitskraft, sondern nur seine zudem sehr elastische Minimalschranke. Die Thatsachen, die dem Dogma zu Grund liegen, sind die. M

) Jeremias Bentham ist ein rein englisches Phänomen. Selbst unsern Philosophen Christian Wolf nicht ausgenommen, hat zu keiner Zeit und in keinem Land der hausbackenste Gemeinplatz sich jemals so selbstgefällig breit gemacht. Das Nützlichkeitsprwcip war keine Erfindung Bentham's. Er reproducirte nur geistlos, was Helvetius und andre Franzosen des 18. Jahrhunderts geistreich gesagt hatten. Wenn man z. B. wissen will, was ist einem Hunde nützlich?, so muß man die Hundenatur ergründen. Diese Natur selbst ist nicht aus dem „Nützlichkeitsprincip" zu konstruiren. Auf den Menschen angewandt, wenn man alle menschliche That, Bewegung, Verhältnisse u. s. w. nach dem Nützlichkeitsprincip beurtheilen will, handelt es sich erst um die menschliche Natur im Allgemeinen und dann um die in jeder Epoche historisch modificirte Menschennatur. Bentham macht kein Federlesens. Mit der naivsten Trockenheit unterstellt er den modernen Spießbürger, speciell den englischen Spießbürger, als den Normalmenschen. Was diesem Kauz von Normalmensch und seiner Welt nützlich, ist an und für sich nützlich. An diesem Maßstab beurtheilt er dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Z. B. die christliche Religion ist „nützlich", weil sie dieselben Missethaten religiös verpönt, die der Straf codex juristisch verdammt. Kunstkritik ist „schädlich", weil sie ehrbare Leute in ihrem Genuß an Martin Tupper stört u. s. w. Mit solchem Schund hat der brave Mann, dessen Devise: „nulla dies sine linea", Berge von Büchern gefüllt. Wenn ich die Courage meines Freundes H. Heine hätte, würde ich Herrn Jeremias ein Genie in der bürgerlichen Dummheit nennen. 65 ) „Politische Oekonomen sind zu geneigt, eine bestimmte Quantität von Kapital und eine bestimmte Anzahl Arbeiter als Produktionsinstrumente von gleichförmiger Kraft und als mit einer gewissen gleichförmigen Intensivität wirkend zu behandeln Diejenigen, die behaupten, daß Waaren die einzigen Agenten der Produktion sind, beweisen, daß die Produktion überhaupt nicht erweitert werden kann, denn zu einer solchen Erweiterung müßten Lebensmittel, Rohmaterialien und Werkzeuge vorher vermehrt werden, was in der That darauf hinaus kömmt, daß kein Wachsthum der Produktion ohne ihr vorheriges Wachsthum stattfinden kann, oder, in andern Worten, daß jedes Wachsthum unmöglich ist." (S. Bailey: „Money and its Vicissitudes", p.58 u. 70.) Bailey kritisirt das Dogma hauptsächlich vom Standpunkt des Ctkulationsprozesses.

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Einerseits hat der Arbeiter nicht mitzusprechen bei der Theilung des gesellschaftlichen Reichthums in Genußmittel der Nichtarbeiter und in Produktionsmittel. Andrerseits kann er nur in günstigen Ausnahmsfällen den s. g.,^Arbeitsfonds"auf Kosten der „Revenue"des Reichen erweitern66). Zu welch abgeschmackter Tautologie es führt, die kapitalistische Schranke des Arbeitsfonds in seine gesellschaftliche Naturschranke umzudichten, zeige u. a. Professor Fawcett: „Das cirkulirende Kapital61) eines Landes", sagt er, „ist sein Arbeitsfonds. Um daher den durchschnittlichen Geldlohn, den jeder Arbeiter erhält, zu berechnen, haben wir nur einfach dieß Kapital durch die Anzahl der Arbeiterbevölkerung zu dividiren"68). D. h. also, erst rechnen wir die wirklich gezahlten individuellen Arbeitslöhne in eine Summe zusammen, dann behaupten wir, daß diese Addition die Werthsumme des von Gott und Natur oktroyirten „Arbeitsfonds" bildet. End||599|lich dividiren wir die so erhaltne Summe durch die Kopfzahl der Arbeiter, um hinwiederum zu entdecken, wie viel jedem Arbeiter individuell im Durchschnitt zufallen kann. Eine ungemein pfiffige Procedur dieß. Sie verhindert Herrn Fawcett nicht im selben Athemzug zu sagen: „Der in England jährlich accumulirte Gesammtreichthum wird in zwei Theile getheilt. Ein Theil wird in England zur Erhaltung unsrer eignen Industrie verwandt. Ein andrer Theil wird in andere Länder exportirt... Der in unsrer Industrie angewandte Theil bildet keine bedeutende Portion des jährlich in diesem Land accumulirten Reichthumst"69). Der größere Theil des jährlich zuwachsenden Mehrprodukts, dem englischen Arbeiter ohne Aequivalent entwandt, wird also nicht in England, sondern in fremden Ländern verkapitalisirt. Aber mit dem so exportirten Surpluskapital wird ja auch ein Theil des von Gott und Bentham erfundnen „Arbeitsfonds" exportirt70).

J. St. Mill sagt in seinen ,JPrinciples of Polit. Economy": „Das Produkt der Arbeit wird heutzutag vertheilt im umgekehrten Verhältnis zw Arbeit—der größte Theil an die, die niemals arbeiten, der nächst größte an die, deren Arbeit fast nur nominell ist, und so, auf absteigender 30 Skala, schrumpft die Belohnung zusammen, im Maße wie die Arbeit härter und unangenehmer wird, bis die ermüdendste und erschöpfendste körperliche Arbeit nicht mit Sicherheit auch nur auf Gewinnung der Lebensnothwendigkeiten rechnen kann." Zur Vermeidung von Mißverständnis bemerke ich, daß, wenn Männer wie J. St. Mill, Fawcett u.s.w. wegen des Widerspruchs ihrer altökonomischen Dogmen und ihrer modernen Tendenzen zu rügen sind, es 35 durchaus unrecht wäre, sie mit dem Troß der vulgärökonomischen Apologeten zusammenzuwerfen. ") H. Fawcett, Prof. of Polit. Econ. at Cambridge: „The Economic Position of the British Labourer. Lond. 1865", p. 120. M ) Ich erinnere hier den Leser, daß die Kategorieen: variables und constantes Kapital von mir 40 zuerst gebraucht werden. Die politische Oekonomie seit A. Smith wirft die darin enthaltenen Bestimmungen mit den aus dem Cirkulationsprozeß entspringenden Formunterschieden von fixem und cirkuürendem Kapital kunterbunt zusammen. Das Nähere darüber im Zweiten Buch, zweites Kapitel. w ) Fawcett I.e. p. 123, 122. 45 ™) Man könnte sagen, daß nicht nur Kapital, sondern auch Arbeiter, in Form der Emigration,

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c) Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation. Wachsthum des Kapitals schließt Wachsthum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandtheils ein. Ein Theil des in Surpluskapital verwandelten Mehrwerths muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen, die technologische Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d. h. eine bestimmte Masse von Produktionsmitteln oder constantem Kapital stets von gleich viel lebendiger Arbeit in Bewegung gesetzt wird, so wächst die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnißmäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst. Da der Mehrwerth ein jährliches Produkt des Kapitals ist, da er dem Originalkapital jährlich ein Increment zusetzt, da dieß Increment selbst jährlich wächst mit dem jährlich zuneh||600|menden Umfang des bereits in Funktion begriffenen Kapitals, und da endlich, unter besonderem Sporn des Bereicherungstriebs, wie z.B. Oeffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage in Folge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse u.s.w., die Stufenleiter der Accumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Theilung des Mehrwerths oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, so treten hier Knotenpunkte ein, wo das Wachsthum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl überflügelt wird von den Accumulationsbedürfnissen des Kapitals, und daher der Preis der Arbeit steigt. Klage hierüber ertönt in England während der ganzen ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Die mehr oder minder günstigen Umstände, worunter sich die Lohnarbeiter reproduciren und vermehren, ändern jedoch nichts an dem Verhältniß selbst. Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältniß selbst reproducirt, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andern, so reproducirt die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Accumulation das Kapitalverhältniß auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem. Man sah früher bereits: Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwerthungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann, und deren Hörigkeit zum Kapital nur verjährlich aus England exportirt werden. Im Text ist jedoch gar nicht die Rede vom Peculium der Auswanderer, die zum großen Theil keine Arbeiter sind. Die Pächterssöhne liefern große Portion. Das jährlich zur Verzinsung ins Ausland versandte englische Surpluskapital steht in ungleich größerem Verhältniß zur jährlichen Accumulation als die jährliche Auswanderung zum jährlichen Zuwachs der Bevölkerung.

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steckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der That ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Accumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats11). \ |60l| Die klassische Oekonomie begriff diesen Satz so wohl, daß A. Smith, Ricardo u.s.w., wie früher erwähnt, die Accumulation sogar fälschlich identificiren mit Konsum des ganzen kapitalisirten Theils des Mehrprodukts durch produktive Arbeiter, oder mit seiner Verwandlung in zuschüssige Lohnarbeiter. Schon 16% sagt John Bellers: „Wenn Jemand 100000 Acres hätte und eben so viele Pfunde Geld und eben so viel Vieh, was wäre der reiche Mann ohne den Arbeiter außer selbst ein Arbeiter? Und wie die Arbeiter Leute reich machen, so desto mehr Arbeiter, desto mehr Reiche... Die Arbeit des Armen ist die Mine des Reichen"72). So Bernard de Mandeville im Anfang des 18. Jahrhunderts: „Wo das Eigenthum hinreichend geschützt ist, wäre es leichter ohne Geld zu leben als ohne Arme, denn wer würde die Arbeit thun?... Wie die Arbeiter vor Aushungerung zu bewahren sind, so sollten sie nichts erhalten, was der Ersparung werth ist. Wenn hier und da Einer aus der untersten Klasse durch ungewöhnlichen Reiß und Bauchkneipen sich über die Lage erhebt, worin er aufgezogen war, so muß ihn keiner daran hindern: ja es ist unläugbar der weiseste Plan für jede Privatperson, für jede Privatfamilie in der Gesellschaft frugal zu sein, aber es ist das Interesse allerreichen Nationen, daß der größte Theil der Armen nie unthätig sei und sie dennoch stets verausgaben, was sie einnehmen ... Diejenigen, die ihr Leben durch ihre tägliche Arbeit gewinnen, haben nichts, was sie anstachelt dienstlich zu sein außer ihren Bedürfnissen, welche es Klugheit ist zu lindern, aber Narrheit wäre zu kuriren. Das einzige Ding, das den arbeitenden Mann fleißig machen kann, ist ein mäßiger Arbeitslohn. Ein zu geringer macht ihn je nach seinem Temperament kleinmüthig oder verzweifelt, ein zu großer insolent und faul... Aus dem bisher Entwickelten folgt, daß in einer freien Nation, wo Sklaven nicht erlaubt sind, der sicherste Reichthum aus einer Menge arbeitsamer Armen besteht. Au||602|ßerdem daß ") Karl Marx 1. c. «A égalité d'oppression des masses, plus un pays a de prolétaires et plus il est riche.» (Colins: ^'Economie Politique. Source des Révolutions et des Utopies prétendues Socialistes. Paris 1857", t. m , p. 331.) Unter „Proletarier" ist ökonomisch nichts zu verstehn als der Lohnarbeiter, der „Kapital" producirt und verwerthet und aufs Pflaster geworfen wird, sobald er für die Verwerthungsbedürfnisse des „Monsieur Capital", wie Dr. Pecqueur diese Person nennt, überflüssig ist. ,J3er kränkliche Proletarier des Urwalds" ist ein schönes Roscher'sches Phantom. Der Urwäldler ist Eigenthümer des Urwalds, und behandelt den Urwald, ganz so ungenirt wie der Orang Utang, als sein Eigenthum. Er ist also nicht Proletarier. Dieß wäre nur der Fall, wenn der Urwald ihn, statt er den Urwald exploitirte. Was seinen Gesundheitszustand betrifft, steht der wohl den Vergleich aus nicht nur mit dem des modernen Proletariers, sondern auch dem der syphilitischen und skrophulösen „ E h r b a r k e i t " . Doch versteht Herr Wilhelm Roscher unter Urwald wahrscheinlich die stammverwandte Lüneburger Heide. ") "As the Labourers make men rieh, so the more Labourers, there will be the more rieh men... the Labour of the Poor being the Mines of the Rieh." (John Bellers 1. c. p. 2.)

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sie die nie versagende Zufuhrquelle für Flotte und Armee, gäbe es ohne sie keinen Genuß und wäre das Produkt keines Landes verwerthbar. Um die Gesellschaft (die natürlich aus den Nichtarbeitern besteht) glücklich und das Volk selbst in kümmerlichen Zuständen zufrieden zu machen, ist es nöthig, daß die große Majorität sowohl unwissend als arm bleibt. Kenntnis erweitert und vervielfacht unsere Wünsche, und je weniger ein Mann wünscht, desto leichter können seine Nothwendigkeiten befriedigt werden"73). Was Mandeville, ein ehrlicher Mann und heller Kopf, noch nicht begreift, ist, daß der Mechanismus des Accumulationsprozesses selbst mit dem Kapital die Masse der „arbeitsamen Armen" vermehrt, d. h. der Lohnarbeiter, die ihre Arbeitskraft in wachsende Verwerthungskraft des wachsenden Kapitals verwandeln und eben dadurch ihr Abhängigkeitsverhältniß von ihrem eignen, im Kapitalisten personificirten Produkt verewigen müssen. Mit Bezug auf dieß Abhängigkeitsverhältniß bemerkt Sir F. M. Eden in seiner „Lage der Armen, oder Geschichte der arbeitenden Klasse Englands": „Unsere Zone erfordert Arbeit zur Befriedigung der Bedürfnisse, und deßhalb muß wenigstens ein Theil der Gesellschaft unermiidet arbeiten ... Einige, die nicht arbeiten, haben dennoch die Produkte des Fleißes zu ihrer Verfügung. Das verdanken diese Eigenthümer aber nur der Civilisation und Ordnung, sie sind reine Kreaturen der Civilinstitutionen14). Denn diese haben es anerkannt, daß man die Früchte der Arbeit auch anders als durch Arbeit sich aneignen kann. Die Leute von ||603| unabhängigem Vermögen verdanken ihr Vermögen fast ganz der Arbeit Andrer, nicht ihrer eignen Fähigkeit, die durchaus nicht besser ist als die der Andern; es ist nicht der Besitz von Land und Geld, sondern das Kommando über Arbeit („the command of labour"), das die Reichen von den Armen unterscheidet ... Was dem Armen zusagt, ist nicht eine verworfene oder servile Lage, sondern ein bequemes und liberales Abhängigkeitsverhältniß („a State of easy and liberal dépendance"), und für die Leute von Eigenthum hinreichender Einfluß und Autorität über die, die für sie arbeiten ... Ein solches Abhängigkeitsverhältniß ist, wie jeder Kenner der menschlichen Natur weiß, nothwendig für den Komfort der Arbeiter selbst"15). St F. M. Eden, beiläufig bemerkt, ist der einzige Schüler Adam n

) B. de Mande ville: „The Fable of the Bees. Sth ed. Lond. 1728", Remarks, p. 212,213, 328.) „Mäßiges Leben und beständige Arbeit sind für den Armen der Weg zum materiellen Glücke (worunter er möglichst langen Arbeitstag und möglichst wenig Lebensmittel versteht) und zum Reichthum für den Staat (nämlich Grundeigenthümer, Kapitalisten und ihre politischen Würdeträger und Agenten)." (,An Essay on Trade and Commerce. Lond. 1770", p. 54.) 74 ) Eden hätte fragen sollen, wessen Kreatur sind denn „die Civilinstitutionen"? Vom Standpunkt der juristischen Illusion betrachtet er nicht das Gesetz als Produkt der materiellen Produktionsverhältnisse, sondern umgekehrt die Produktionsverhältnisse als Produkt des Gesetzes. Linguet warf Montesquieu's illusorischen ,.Esprit des Lois" mit dem einen Wort über den Haufen: «L'esprit des lois, c'est la propriété.» ") Eden 1. c. v. 1,1.1, ch. I, p. 1, 2 und Préfacé, p. XX.

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Smith's, der während des achtzehnten Jahrhunderts etwas Bedeutendes geleistet hat76). | |604| Unter den bisher unterstellten, den Arbeitern günstigsten Accumulationsbedingungen kleidet sich ihr Abhängigkeitsverhältnißvom ||605| Kapital 5 in erträgliche oder, wie Eden sagt, „bequeme und liberale Formen". Statt intensiver zu werden mit dem Wachsthum des Kapitals, wird es nur extensiver, d. h. die Exploitations- und Herrschaftssphäre des Kapitals dehnt sich nur aus mit seiner eignen Dimension und der Anzahl seiner Lohnarbeiter. Von ihrem eignen anschwellenden und schwellend in Surpluskapital 10 verwandelten Mehrprodukt strömt ihnen ein reichlicherer Theil in der Form von Zahlungsmitteln zurück, so daß sie den Kreis ihrer Genüsse erweitern, ihren Konsumtionsfonds von Kleidern, Möbeln u. s. w. besser ausstatten und kleine Reservefonds von Geld bilden können. So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeits15

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) Sollte der Leser an Malthus erinnern, dessen ,JEssay on Population" 1798 erschien, so erinnere ich, daß diese Schrift in ihrer ersten Form (und die sinteren Ausgaben stopften nur Material in das alte Schema und fügten neues, aber nicht von Malthus entdecktes, sondern nur annexirtes zu) nichts als ein schülerhaft oberflächliches und pfàffisch verdeklamirtes Plagiat aus Sir James Steuart, Townsend, Franklin, Wallace u. s. w. ist und nicht einen einzigen selbstgedachten Satz enthält Nebenbei bemerkt Obgleich Malthus Pfaffe der englischen Hochkirche, hatte er das Mönchsgelübde des Cölibats abgelegt Dieß ist nämlich eine der Bedingungen der fellowship der protestantischen Universität zu Cambridge. „Socios collegiorum maritos esse non permittimus, sed statim postquam quis uxorem duxerit, socius collegii desinat esse." CrReports of Cambridge University Commission", p. 172.) Dieser Umstand unterscheidet Malthus vorteilhaft von den andern protestantischen Pfaffen, die das katholische Gebot des Priestercölibals von sich selbst abgeschüttelt und das „Seid fruchtbar und mehret euch" in solchem Maß als ihre specifisch biblische Mission vindicirt haben, daß sie überall in wahrhaft unanständigem Grad zur Vermehrung der Bevölkerung beitragen, während sie gleichzeitig den Arbeitern das „Populationsprincip" predigen. Es ist charakteristisch, daß der ökonomisch travestirte Sündenfall, der Adamsapfel, der „urgent appetite", „the checks which tend to blunt the shafts of Cupid", wie Pfaff Townsend munter sagt, daß dieser kitzliche Punkt von den Herrn von der protestantischen Theologie oder vielmehr Kirche monopolisirt ward und wird. Mit Ausnahme des venetianischen Mönches Ortes, eines originellen und geistreichen Schriftstellers, sind die meisten Populationslehrer protestantische Pfaffen. So Bruckner: „Théorie du Système animal. Leyde 1767, worin die ganze moderne Bevölkerungstheorie erschöpft ist und wozu der vorübergehende Zank zwischen Quesnay und seinem Schüler, Mirabeau père, über dasselbe Thema Ideen lieferte, dann Pfaffe Wallace, Pfaffe Townsend, Pfaffe Malthus und sein Schüler, der Erzpfaff Th. Chalmers, von kleineren pfäffischen Skribenten in this line gar nicht zu reden. Ursprünglich ward die politische Oekonomie betrieben von Philosophen, wie Hobbes, Locke, Hume, Geschäfts- und Staatsleuten, wie Thomas Morus, Temple, Sully, de Witt, North, Law, Vanderlint, Cantillon, Franklin, und theoretisch namentlich, und mit dem größten Erfolg, von Medizinern wie Petty, Barbon, Mandevüle, Quesnay. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts entschuldigt sich Rev. Mr. Tucker, ein bedeutender Oekonom für seine Zeit, daß er sich mit dem Mammon beschäftigt. Später, und zwar mit dem „Bevölkerungsprincip" schlug die Stunde der protestantischen Pfaffen. Als ob er diese Geschäftsverpfuschung geahnt, sagt Petty, der die Population als Basis des Reichthums behandelt, und, gleich Adam Smith, abgesagter Pfaffenfeind: „Die Religion blüht am besten, wenn die Priester am meisten kasteit werden, wie das Gesetz am besten, wo die Advokaten verhungern." Er räth daher den protestantischen Pfaffen, wenn sie einmal dem Apostel Paulus nicht folgen und sich nicht durch das Cölibat„mortif iciren"

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Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

verhältniß und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit in Folge der Accumulation des Kapitals besagt in der That nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia ||606| specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwerthung seines Kapitals, Produktion von Waaren, die mehr Arbeit enthalten als er zahlt, also einen Werththeil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisirt wird. Produktion von Mehrwerth oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Werth als Kapital reproducirt und in unbezahlter Arbeit wollen, „doch ja nicht mehr Pfaffen zu hecken („not to breed more Churchmen") als die vorhandenen Pfründen (benefices) absorbiren können; d.h. wenn es nur 12000 Pfründen in England und Wales giebt, ist es unweis 24000 Pfaffen zu hecken („it will not be safe to breed 24000 ministers"), denn die 12000 Unversorgten werden stets einen Lebensunterhalt zu gewinnen suchen, und wie könnten sie das leichter thun, als indem sie unter das Volk gehn und es überreden, die 12000 Pfriindner vergifteten die Seelen, und hungerten selbige Seelen aus, und zeigten ihnen den Holzweg zum Himmel?" (Petty: ,*A Treatise on Taxes and Contributions. Lond. 1667", p.57.) Adam Smith's Stellung zum protestantischen Pfaffenthum seiner Zeit ist durch folgendes charakterisirt. In: lr A Letter to A. Smith, L. L. D. On the Life, Death and Phiiosophy of his Friend David Hume. By One of the People called Christians. 4th ed. Oxford 1784", kanzelt Dr. Hörne, hochkirchlicher Bischof von Norwich, den A. Smith ab, weil er in einem öffentlichen Sendschreiben an Herrn Strahan, seinen „Freund David (sc. Hume) einbalsamire", weil er dem Publikum erzählte, wie „Hume auf seinem Sterbebett sich mit Lucian und Whist amüsirte", und sogar die Frechheit hatte zu schreiben: „Ich habe Hume stets, sowohl während seines Lebens wie nach seinem Tode so nahe dem Ideal eines vollkommen weisen und tugendhaften Mannes betrachtet, als die Schwäche der menschlichen Natur erlaubt." Der Bischof ruft entrüstet: „Ist es recht von Ihnen, mein Herr, uns als vollkommen weis und tugendhaft den Charakter und Lebenswandel eines Menschen zu schildern, der von einer unheilbaren Antipathie besessen war wider alles, was Religion heißt, und der jeden Nerv anspannte, um so viel an ihm selbst ihren Namen aus dem Gedächtniß der Menschen zu löschen?" (I.e. p.8.) „Aber laßt euch nicht entmuthigen. Liebhaber der Wahrheit, der Atheismus ist kurzlebig." (p. 17.) Adam Smith „hat die gräßliche Ruchlosigkeit („the atrocious wickedness") den Atheismus durch das Land zu propagandiren (nämlich durch seine „Theory of moral sentiments")... Wir kennen Eure Schliche, Herr Doktor! Ihr meint's gut, rechnet aber dießmal ohne den Wirth. Ihr wollt uns durch das Beispiel von David Hume, Esq., weismachen, daß Atheismus der einzige Schnaps („cordial") für ein niedergeschlagnes Gemüth und das einzige Gegengift wider Todesfurcht i s t . . . Lacht nur über Babylon in Ruinen und beglückwünscht nur den verhärteten Bösewicht Pharao!" (1. c. p. 20,21,22.) Ein orthodoxer Kopf unter A. Smith's Kollegienbesuchem schreibt nach dessen Tod: „Smith's Freundschaft für Hume verhinderte ihn ein Christ zu sein . . . Er glaubte Hume alles aufs Wort. Wenn Hume ihm gesagt, der Mond sei ein grüner Käs, er hätt's geglaubt. Er glaubte ihm daher auch, daß es keinen Gott und keine Mirakel gebe . . . In seinen politischen Principien streifte er an Republikanismus." („The Bee." By James Anderson. 18vls. Edinb. 1791-93.) Pfaff Th. Chalmers hat A. Smith in Verdacht, daß er aus reiner Malice die Kategorie der „unproduktiven Arbeiter" eigens für die protestantischen Pfaffen erfand, trotz ihrer gesegneten Arbeit im Weinberg des Herrn.

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eiie Quelle von Surpluskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, sciließen also die Nothwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erveiterte Reproduktion des Reichthums als Kapital ein. Der Arbeitslohn, wie man gesehn, bedingt seiner Natur nach, stets Lieferungeines bestimmten Quantums unbezahlter Arbeit auf Seiten des Arbeiters. Ganz abgesehn vom Steigen des Arbeitslohns mit sinkendem Preis derArbeitu. s. w., besagt seine Zcnahme im besten Fall nur quantitative Abnahme der unbezahlten Arbeit, die der Arbeiter leisten muß. Diese Abnahme kann nie bis zu einem Punkt foTtgehn, wo sie den kapitalistischen Charakter des Produktionsprozesses ernsthaft gefährden würde und die Reproduktion seinereignen Bedingungen, auf der einen Seite der Produktions- und Lebensmittel als Kapital, auf der anlern der Arbeitskraft als Waare, auf dem einen Pol des Kapitalisten, auf dem andern des Lohnarbeiters. Abgesehn von gewaltsamen Konflikten über die Rate des Arbeitslohns, und Adam Smith hat bereits gezeigt, daß im Großen und Ganzen in solchem Konflikt der Meister stets Meister bleibt, unterstellt ein aus Accumulation des Kapitals entspringendes Steigen des Aibeitspreises folgende Alternative. Entweder der steigende oder gestiegne Preis der Arbeit ist begleitet von gleich großem oder größerem absoluten Wachsthum der Accumulation. Man weiß, daß selbst unter sonst gleichbleibenden Umständen, wie Produktivgrad der Arbeit u.s.w., mit der wachsenden Größe des vorgeschossenen Kapitals sein absoluter Zuwachs gleichförmig bleiben oder selbst beschleunigt werden kann, obgleich die Rate der Accumulation abnimmt, wie man Kapitel III, Abschnitt 5 sah, daß die Masse des Mehrwerths trotz dessen abnehmender Rate mit Vermehrung der gleichzeitig exploitirten Arbeiterzahl gleichbleiben und ||607| selbst wachsen kann. In diesem Fall ist es bloße Tautologie zu sagen, daß der verminderte Exploitationsgrad der Arbeitskraft die Ausdehnung der Kapitalherrschaft nicht beeinträchtigt. Oder, das ist die andre Seite der Alternative, die Accumulation erschlafft in Folge des steigenden Arbeitspreises, weil der Stachel großen Gewinns abstumpft. Die Accumulation nimmt ab. Aber mit ihrer Abnahme verschwindet die Ursache ihrer Abnahme, nämlich die Disproportion zwischen Kapital und exploitabler Arbeitskraft. Der Arbeitspreis sinkt also wieder zu einem den Verwerthungsbedürfnissen des Kapitals entsprechenden Niveau. Es folgt daher keineswegs, daß der Arbeitslohn auf sein Minimalniveau fällt, oder auch nur auf das Niveau, worauf er vor der Preiserhöhung der Arbeit stand. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Man sieht: Im ersten Fall ist es keine Abnahme im absoluten oder proportionellen Wachsthum der Arbeitskraft oder Arbeitsbevölkerung, welche das Kapital überschüssig, sondern umgekehrt die Zunahme des

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Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Kapitals, welche die exploitable Arbeitskraft unzureichend macht. Im zweiten Fall ist es keine Zunahme im absoluten oder proportionellen Wachsthum der Arbeitskraft oder der Arbeiterbevölkerung, welche das Kapital unzureichend, sondern umgekehrt die Abnahme des Kapitals, welche die exploitable Arbeitskraft, oder vielmehr ihren Preis, überschüssig macht. Es sind diese absoluten Bewegungen in der Accumulation des Kapitals, welche sich als relative Bewegungen in der Masse der exploitablen Arbeitskraft widerspiegeln und daher der eignen Bewegung der letztem geschuldet scheinen. So drückt sich in der Krisenphase des industriellen Cyklus der allgemeine Fall der Waarenpreise als Steigen des relativen Geldwerths, und in der Prosperitätsphase das allgemeine Steigen der Waarenpreise als Fall des relativen Geldwerths aus. Die s. g. Currency-Schule schließt daher, daß das einemal zu wenig, das andremal zu viel Geld cirkulirt. Ihre Ignoranz und völlige Verkennung der Thatsachen77) finden würdige Parallele in den Oekonomen, welche jene Phänomene der Accumulation dahin deuten, daß das einemal zu wenig und das andremal zu viel Lohn||608|arbeiter existiren. Das so in ein Naturgesetz mystificirte Gesetz der kapitalistischen Accumulation drückt in der That nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte. Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwerthungsbedürfnisse vorhandner Werthe, statt umgekehrt der gegenständliche Reichthum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht. Das bisher Entwickelte gilt unter der Voraussetzung, daß im Fortgang der Accumulation das Verhältniß zwischen der Masse der Produktionsmittel und der Masse der sie bewegenden Arbeitskraft gleichbleibt, also die Nachfrage nach Arbeit mit dem Wachsthum des Kapitals verhältnismäßig wächst. Diese Voraussetzung figurirt in Adam Smith's Analyse der Accumulation als selbstverständliches Axiom. In gewissem Grad bleibt sie immer richtig, denn wie auch die technologischen Bedingungen des Produktionsprozesses umgewälzt werden mögen, während kürzerer oder längerer Zeitfrist findet bald in dieser, bald in jener Produktionssphäre Accumulation des Kapitals oder Erweiterung der Produktionsleiter auf der einmal gegebnen technologischen Basis statt. Innerhalb dieser Schranken wächst also die Nachfrage nach Arbeit mit der Accumulation. Aber die vorhandne Basis wird selbst fort") Vgl. Karl Marx: „Zur Kritik der politischen Oekonomie", p. 165 sqq.

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während umgewälzt. Im Fortgang der Accumulation geht eine große Revolution vor im Verhältnis von Masse der Produktionsmittel und Masse der sie bewegenden Arbeitskraft. Diese Revolution spiegelt sich wieder in der wechselnden Zusammensetzung des Kapitalwerths aus constantem und variablem Bestandteil, oder im wechselnden Verhältniß seiner in Produktionsmittel und Arbeitskraft umgesetzten Werththeile. Ich nenne diese Zusammensetzung die organische Zusammensetzung des Kapitals. Abgesehn vom Produktivgrad der Arbeit, soweit er ausschließlich durch den Naturreichthum, wie Fruchtbarkeit des Bodens u. s. w., bedingt ||609| ist, oder durch das Geschick unabhängiger und isolirt arbeitender Producenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte des Machwerks als quantitativ in seiner Masse bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt. Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktionirt, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachsthum der einen ist Folge, das der andern Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit. Z. B. mit der manufakturmäßigen Theilung der Arbeit und der Anwendung von Maschinerie wird in derselben Zeit mehr Rohmaterial verarbeitet, tritt also größere Masse von Rohmaterial und Hilfsstoffen in den Arbeitsprozeß ein. Das ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit. Andrerseits ist die Masse der angewandten Maschinerie, Arbeitsviehs, mineralischen Düngers, Drainirungsröhren u.s.w. Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit. Ebenso die Masse der in Baulichkeiten, Riesenöfen, Transportmitteln u.s.w. koncentrirten Produktionsmittel, welche trotz erweitertem Umfang in Folge ihres gemeinsamen Verbrauchs weniger Werth an jeden aliquoten Theil des Gesammtprodukts abgeben oder ökonomischere Verwendung erlauben als die in Diminutivformat zersplitterten Arbeitsmittel derselben Art. Ob aber Bedingung oder Folge, der wachsende Größenumfang der Produktionsmittel im Vergleich zu der ihnen einverleibten Arbeitskraft diückt die wachsende Produktivität der Arbeit aus. Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln, oder in der Größenabnshme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Das Wachsthum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der .Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wieder in der Zunahme i des constanten Bestandtheils des Kapital werths auf Kosten seines variablen ,Bestandteils. Es werden z.B. von einem Kapital, prozentweis berechnet i ursprünglich je 50% in Produktionsmitteln und je 50% in Arbeitskraft, 501

Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

später, mit der Entwicklung des Produktivgrads der Arbeit, je 80% in Produktionsmitteln und je 20% in Arbeitskraft ausgelegt u. s. w. Wir ||610| sagen „spiegelt sich wieder", weil die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem constanten, oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerths, nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile anzeigt. Wenn z. B. heute der in der Spinnerei angelegte Kapitalwerth zu 7/g constant und '/« variabel ist, während er Anfang des 18. Jahrhunderts ll2 constant und [l2 variabel war, so ist dagegen die Masse von Rohstoff, Arbeitsmitteln u.s.w., die ein bestimmtes Quantum Spinnarbeit heute produktiv konsumirt, viel hundertmal größer als im Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Werth, verglichen mit ihrem Umfang, fällt. Ihr Werth steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachsthum der Differenz zwischen constantem und variablem Kapitalteil ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das constante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in viel geringerem Grad. Es giebt andre Umstände, welche das Verhältniß zwischen Werth der Produktionsmittel und Werth der sie bewegenden Arbeitskraft von dem technologischen Verhältniß ihrer Massen abweichen machen. Diese modificirenden Umstände können wir erst im Dritten Buch betrachten. Die Rücksichtnahme darauf ist hier aber auch überflüssig, da die Abnahme des variablen Kapitalteils gegen den constanten im Großen und Ganzen, wenn auch nur andeutungsweise, die Zunahme der von derselben Masse Arbeitskraft in Bewegung gesetzten oder produktiv konsumirten Masse von Produktionsmitteln ausdrückt. Im vierten Kapitel wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Cooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Theilung und Kombination der Arbeit organisirt, Produktionsmittel durch massenhafte Koncentration ökonomisirt, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z. B. System der Maschinerie u. s. w., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können. Auf Grundlage der Waarenproduktion, wo die Produktionsmittel Eigenthum von Privatpersonen ||61l| sind, wo der Handarbeiter daher entweder isolirt und selbstständig Waaren producirt oder seine Arbeitskraft als Waare verkauft, weil ihm die Mittel zum Selbstbetrieb fehlen, realisirt sich jene Voraussetzung nur durch das Wachsthum der individuellen Kapitale,

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oder im Maße, worin die gesellschaftlichen Produktions- und Lebensmittel in das Privateigenthum individueller Kapitalisten verwandelt werden. Der Boden der Warenproduktion kann die Produktion auf großer Stufenleiter nur in kapitalistischer Form tragen. Eine gewisse Accumulation von Kapital in den Händen individueller Waarenproducenten bildet die Voraussetzung der specifisch kapitalistischen Produktionsweise. Wir mußten sie daher unterstellen bei dem Uebergang aus dem Handwerk in den kapitalistischen Betrieb. Sie mag die ursprüngliche Accumulation heißen, weil sie statt historisches Resultat historische Grundlage der specifisch kapitalistischen Produktion. Wie sie selbst entspringt, brauchen wir hier nicht zu untersuchen. Genug, sie bildet den Ausgangspunkt. Aber alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die auf dieser Grundlage erwachsen, sind zugleich Methoden zur Produktion des Mehrwerths oder Mehrprodukts, welches seinerseits das Bildungselement der Accumulation. Sie sind also zugleich Methoden der Produktion von Kapital durch Kapital oder Methoden seiner beschleunigten Accumulation. Die kontinuirliche Rückverwandlung von Mehrwerth in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, und beschleunigter Produktion von Mehrwerth. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalaccumulation als Bedingung der specifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Accumulation des Kapitals. Mit der Accumulation des Kapitals entwickelt sich daher die specifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der specifisch kapitalistischen Produktionsweise die Accumulation des Kapitals. Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Koncentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Accumulation wird das ||612| Mittel neuer Accumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionirenden Reichthums seine Koncentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der specifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachsthum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachsthum vieler individuellen Kapitale. Alle andern Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wächst jedes dieser individuellen Kapitale, und die in ihm gegebne Koncentration der Produktionsmittel, im Verhältniß worin es einen aliquoten Theil des gesellschaftlichen Gesammtkapitals bildet. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktioniren als neue selbstständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei nothwendig die

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Theilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Accumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisiren diese Art Koncentration, welche unmittelbar auf der Accumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Koncentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachsthumgrad des gesellschaftlichen Reichthums. Zweitens: Der in jeder besondern Produktionssphäre ansässige Theil des gesellschaftlichen Kapitals ist vertheilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und mit einander konkurrirende Waarenproducenten gegenüberstehn. Die Accumulation und die sie begleitende Koncentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachsthum der funktionirenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Accumulation daher einerseits dar als wachsende Koncentration der Produktionsmittel und des Kommando's über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale von einander. Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesammtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchtheile von einander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dieß nicht mehr einfache, mit der Accumulation identische Koncentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Koncentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbstständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleinerer ||613| in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Vertheilung der bereits vorhandnen und funktionirenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachsthum des gesellschaftlichen Reichthums oder die absoluten Grenzen der Accumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verloren geht. Es ist die eigentliche Koncentration im Unterschied zur Accumulation. Die Gesetze dieser Koncentration der Kapitale oder der Attraktion von Kapital durch Kapital können hier nicht entwickelt werden. Kurze thatsächliche Andeutung genügt. Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waaren geführt. Die Wohlfeilheit der Waaren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, der erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären,

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de:en sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen benächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältniß zur Anzahl und im umgekehrten Verhältniß zur Größe der rivalisirenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleiner Kapitalisten und Uebergang ihrer Kapitale in die Hand des Siegers. Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen. Es wird nicht nur selbst zu einer neuen gewaltigen Waffe im Konkurrenzkampfe. Dirch unsichtbare Fäden zieht es die über die Oberfläche der Gesellschaft in größeren oder kleineren Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände indvidueller Kapitalisten. Es ist die specifische Maschine zur Koncentration der Kapitale. Die Koncentration der Kapitale, oder der Prozeß ihrer Attraktion, wird intensiver im Verhältniß, worin sich mit der Accumulation die specifisch kapitalistische Produktionsweise entwickelt. Ihrerseits wird die Koncentratioo einer der großen Hebel jener Entwicklung. Sie verkürzt und beschleunigt die Verwandlung zersplitterter Produktionsprozesse in gesellschaftlich kotnbinirte und auf großer Stufenleiter ausgeführte. \ |614| Der wachsende Umfang der individuellen Kapitalmassen wird zur materiellen Basis einer beständigen Umwälzung der Produktionsweise selbst. Fortwährend erobert die kapitalistische Produktionsweise ihr noch gar nicht, oder nur sporadisch, oder nur formell unterworfene Arbeitszweige. Daneben erwachsen auf ihrem Boden neue, ihr von vorn herein angehörige Arbeitszweige. Endlich wird in den bereits kapitalistisch betriebenen Arbeitszweigen die Produktivkraft der Arbeit treibhausmäßig gereift. In allen diesen Fällen sinkt die Arbeiterzahl verhältnißmäßig zur Masse der von ihr verarbeiteten Produktionsmittel. Ein stets größerer Theil des Kapitals wird in Produktionsmittel umgesetzt, ein stets kleinerer in Arbeitskraft. Mit dem Umfang, der Koncentration und der technischen Wirksamkeit der Produktionsmittel vermindert sich progressiv der Grad, worin sie Beschäftigungsmittel der Arbeiter sind. Ein Dampfpflug ist ein ungleich wirksameres Produktionsmittel als der gewöhnliche Pflug, aber der in ihm ausgelegte Kapitalwerth ist ein ungleich geringeres Beschäftigungsmittel, als wenn er in gewöhnlichen Pflügen realisirt wäre. Zunächst ist es grade die Zufügung von neuem Kapital zum alten, welche die gegenständlichen Bedingungen des Produktionsprozesses auszuweiten und technologisch umzuwälzen erlaubt. Bald aber ergreift die veränderte Zusammensetzung und technologische Umgestaltung mehr oder minder alles alte Kapital, das seinen Reproduktionstermin erreicht hat und daher neu ersetzt wird. Diese Metamorphose des alten Kapitals ist vom absoluten Wachsthum des gesellschaftlichen Kapitals zu gewissem Grad unabhängig, wie es die Koncentration ist. Letztre aber, welche vorhandnes gesellschaftliches Kapital nur anders vertheilt und

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viele alte Kapitale in eins verschmilzt, wirkt wieder als mächtiges Agens in dieser Metamorphose des alten Kapitals. Einerseits attrahirt also das im Fortgang der Accumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repellirt das in neuer Zusammensetzung reproducirte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter. Die Accumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erscheint, vollzieht sich also in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines constanten auf Kosten seines variablen Bestandteils. Die specifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende ||615| Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Accumulation oder dem Wachsthum des gesellschaftlichen Reichthums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Accumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesammtkapitals von der Koncentration seiner individuellen Elemente, und die technologische Umwälzung des Surpluskapitals von technologischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Accumulation wandelt sich also das Verhältniß von constantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1:1, in 2:1, 3:1, 4:1, 5:1, 7:1 u.s.w., so daß, wie das Kapital wächst, statt {l2 seines Gesammtwerths progressiv nur V3, lU, lU, lL,'/«u. s. w. 3 4 in Arbeitskraft, dagegen /4, /5, 5/5,7/s u. s. w. in Produktionsmittel umgesetzt wird. Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesammtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachsthum des Gesammtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnißmäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesammtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachsthum dieser Größe. Mit dem Wachsthum des Gesammtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. Die Zwischenpausen, worin die Accumulation als bloße Erweiterung der Produktion auf gegebner technologischer Grundlage wirkt, verkürzen sich. Nicht nur wird eine in wachsender Progression beschleunigte Accumulation des Gesammtkapitals erheischt, um eine additioneile Arbeiterzahl von gegebner Größe zu absorbiren oder selbst, wegen der beständigen Metamorphose des alten Kapitals, die bereits funktionirende zu beschäftigen. Ihrerseits schlägt diese wachsende Accumulation und Koncentration selbst wieder um in eine Quelle neuer Wechsel der Zusammensetzung des Kapitals oder abermalig beschleunigter Abnahme seines variablen gegen seinen constanten Bestandteil. Diese mit dem Wachsthum des Gesammtkapitals

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beschleunigte und rascher denn sein eignes Wachsthum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andern Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachsthum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Accu\\6l6\mulation producirt vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d. h. für die mittleren Verwerthungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Surplus-Arbeiterbevölkerung. Das gesellschaftliche Gesammtkapital betrachtet, ruft die Bewegung seiner Accumulation bald periodischen Wechsel hervor, bald vertheilen sich ihre Momente gleichzeitig über die verschiednen Produktionssphären. In einigen Sphären findet Wechsel in der Zusammensetzung des Kapitals statt ohne Wachsthum seiner absoluten Größe, in Folge bloßer Koncentration; in andern ist das absolute Wachsthum des Kapitals mit absoluter Abnahme seines variablen Bestandteils oder der von ihm absorbirten Arbeitskraft verbunden; in andern wächst das Kapital bald auf seiner gegebnen technischen Grundlage fort, und attrahirt zuschüssige Arbeitskraft im Verhältniß seines Wachsthums, bald tritt organischer Wechsel ein und kontrahirt sich sein variabler Bestandteil; in allen Sphären ist das Wachsthum des variablen Kapitalteils und daher der beschäftigten Arbeiterzahl stets verbunden mit heftigen Fluktuationen und vorübergehender Produktion von Surpluspopulation, ob diese nun die auffallendere Form von Repulsion bereits beschäftigter Arbeiter annimmt oder die mehr unscheinbare, aber nicht minder wirksame, erschwerter Absorption der zuschüssigen Arbeiterbevölkerung in ihre gewohnten Abzugskanäle78). Mit ||617| der Größe des bereits funktionirenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachsthums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des 78

) Der Census für England und Wales zeigt u. a.: Alle in der Agrikultur beschäftigte Personen (Eigenthümer, Pächter, Gärtner, Hirten u. s. w. eingeschlossen): 1851:2011447,1861:1924110, Abnahme: 87 337. Worsted Manufaktur: 1851: 102714 Personen, 1861: 79242; Seidenfabrik: 1851:111940,1861:101678; Kattundrucker: 1851:12098,1861:12 556, welche geringe Zunahme trotz des enorm ausgedehnten Geschäfts große proportionelle Abnahme in der Zahl der beschäftigten Arbeiter bedingt. Hutmacher: 1851: 15957, 1861: 13814; Strohhut- und Bonnetmacher: 1851: 20393,1861: 18176; Malzer: 1851: 10566,1861: 10677; Lichtgießer: 1851: 4949, 1861: 4686. Diese Abnahme ist u.a. der Zunahme der Gasbeleuchtung geschuldet. Kammmacher: 1851:2038,1861:1478; Holzsäger: 1851:30552,1861:31647,geringe Zunahme in Folge des Aufschwungs von Sägemaschinen; Nagelmacher: 1851: 26940, 1861: 26130, Abnahme in Folge der Maschinenkonkurrenz; Arbeiter in Zinti- und Kupferbergwerken: 1851:31360,1861: 32041. Dagegen: Baumwollspinnereien und Webereien: 1851: 371777, 1861: 456646; Kohlenbergwerke: 1851: 183389, 1861: 246613. „Die Zunahme von Arbeitern ist im Allgemeinen am größten seit 1851 in solchen Zweigen, worin die Maschinerie bisher noch nicht mit Erfolg angewandt worden." („Census of England and Wales for 1861", vol. III. Lond. 1863, p. 35—39.)

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Reichthums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der von ihnen producirten Accumulation des Kapitals producirt die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Ueberzähligmachung79). Es ist dieß ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der That ||618| jede besondre historische Produktionsweise ihre besondern, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existirt nur für Pflanze und Thier. Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation nothwendiges Produkt der Accumulation oder der Entwicklung des Reichthums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Surpluspopulation umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Accumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwerthungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme. Mit der Accumulation und der sie begleitenden Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst die plötzliche Expansionskraft des Kapitals, nicht nur, weil die Elasticität des funktionirenden Kapitals wächst, und der absolute ") "The demand for labour depends on the increase of circulating and not of fixed capital. Were it true that the proportion between these two sorts of capital is the same at all times, and in all circumstances, then, indeed, it follows that the number of labourers employed is in proportion to the wealth of the state. But such a proposition has not the semblance of probability. As arts are cultivated, and civilization is extended, fixed capital bears a larger and larger proportion to circulating capital. The amount of fixed capital employed in the production of a piece of British muslin is at least a hundred, probably a thousand times greater than that employed in a similar piece of Indian muslin. And the proportion of circulating capital is a hundred or thousand times less ... the whole of the annual savings, added to the fixed capital, would have no effect in increasing the demand for labour." (John Barton: „Observations on the circumstances which influence the; Condition of the Labouring Classes of Society." Lond. 1817, p. 16,17.) "The same cause which may increase the net revenue of the country may at the same time render the population redundant, and deteriorate the condition of the labourer." (Ricardo 1. c. p. 469.) Mit der Zunahme des Kapitals „the demand (for labour) will be in a diminishing ratio." (1. c. p. 480, Note.) "The amount of capital devoted to the maintenance of labour may vary, independently of any changes in the whole amount of capital... Great fluctuations in the amount of employment, and great suffering may become more frequent as capital itself becomes more plentiful." (Richard Jones: ,An Introductory Lecture on Pol. Econ. Lond. 1833", p. 52.) "Demand (for labour) will rise . . . not in proportion to the accumulation of the general capital... Every augmentation, therefore, in the national stock destined for reproduction, comes, in the progress of society, to ha ve less and less influence upon the condition of the labourer." (Ramsay I.e. p.90, 91.)

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Reichthum, wovon das Kapital nur einen elastischen Theil bildet, nicht nur, weil der Kredit, unter jedem besondern Reiz, im Umsehn ungewöhnlichen Theil dieses Reichthums der Produktion als Surpluskapital zur Verfügung stellt. Der technologische Charakter des Produktionsprozesses selbst, Maschinerie, Transportmittel u.s.w. ermöglichen die rascheste Verwandlung von Surplusprodukt auf größter Stufenleiter in zuschüssige Produktionsmittel. Die mit dem Fortschritt der Accumulation überschwellende und in Surpluskapital verwandelbare Masse des gesellschaftlichen Reichthums drängt sich mit Frenesie in alte Produktionszweige, deren Markt sich plötzlich erweitert, oder in neu eröffnete, wie Eisenbahnen u. s. w., deren Bedürfniß aus der Entwicklung der alten entspringt. In allen solchen Fällen müssen große Menschenmassen plötzlich und ohne Abbruch der Produktionsleiter in andern Sphären auf die entscheidenden Punkte werfbar sein. Die Surpluspopulation liefert sie. Der charakteristische Lebenslauf der ||619| modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Cyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größeren oder geringeren Absorption, und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Surpluspopulation. Ihrerseits rekrutirendie Wechselfälle des industriellen Cyklus die Surpluspopulation und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien. Dieser eigenthümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem früheren Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmälig. Seiner Accumulation entsprach also im Ganzen verhältnißmäßiges Wachsthum der Arbeitsnachfrage. Langsam wie der Fortschritt seiner Accumulation, verglichen mit der modernen Epoche, stieß er auf Naturschranken der exploitablen Arbeiterbevölkerung, welche nur durch später zu erwähnende Gewaltmittel wegräumbar waren. Die plötzliche und ruckweise Expansion der Produktionsleiter ist die Voraussetzung ihrer plötzlichen Kontraktion; letztere ruft wieder die erstere hervor, aber die erstere ist unmöglich ohne disponibles Menschenmaterial, ohne eine vom absoluten Wachsthum der Bevölkerung unabhängige Vermehrung von Arbeitern. Sie wird geschaffen durch den einfachen Prozeß, der einen Theil der Arbeiter beständig „freisetzt", durch Methoden, welche die Anzahl der beschäftigten Arbeiter im Verhältniß zur vermehrten Produktion vermindern. Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Theils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Oekonomie zeigt sich u. a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des indu-

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striellen Cyklus, zu deren Ursache macht. Ganz wie die Himmelskörper, sobald sie durch ersten Stoß in eine bestimmte Bewegung geschleudert sind, dieselbe Bewegung stets reproduciren, so die gesellschaftliche Produktion, sobald sie einmal in jene Bewegung wechselnder Expansion und Kontraktion geworfen ist. Wirkungen werden ihrerseits zu Ursachen und die Wechselfälle des ganzen Prozesses, der seine eignen Bedingungen stets reproducirt, nehmen die Form der Periodicität an. Ist letztere einmal konsolidirt, so begreift selbst die politische Oekonomie die Produktion einer relativen, d. h. für ||620| das mittlere Verwerthungsbedürfniß des Kapitals relativen Surpluspopulation, als Lebensbedingung der modernen Industrie. „Gesetzt", sagt H. Merivale, früher Professor der politischen Oekonomie zu Oxford, später Beamter des englischen Kolonialministeriums, „gesetzt, bei Gelegenheit einer Krise raffe die Nation sich zu einer Kraftanstrengung auf, um durch Emigration einige 100000 überflüssige Arme los zu werden, was würde die Folge sein? Daß bei der ersten Wiederkehr der Arbeitsnachfrage ein Mangel vorhanden wäre. Wie rasch immer die Reproduktion von Menschen sein mag, sie braucht jedenfalls den Zwischenraum einer Generation zum Ersatz erwachsner Arbeiter. Nun hängen die Profite unsrer Fabrikanten hauptsächlich von der Macht ab, den günstigen Moment lebhafter Nachfrage zu exploitiren und sich so für die Periode der Erlahmung schadlos zu halten. Diese Macht ist ihnen nur gesichert durch Kommando über Maschinerie und Handarbeit. Sie müssen disponible Hände vorfinden; sie müssen fähig sein die Aktivität ihrer Operationen, wenn nöthig, höher zu spannen oder abzuspannen, je nach dem Stand des Markts, oder sie können platterdings nicht in der Hetzjagd der Konkurrenz das Uebergewicht behaupten, worauf der Reichthum dieses Landes gegründet ist"80). Selbst Malthus erkennt in der Surpluspopulation, die er, nach seiner bornirten Weise, aus absolutem Ueberwachs der Arbeiterbevölkerung, nicht aus ihrer relativen Ueberzähligmachung deutet, eine Nothwendigkeit der modernen Industrie. Er sagt: „Weise Gewohnheiten in Bezug auf die Ehe, wenn zu einer gewissen Höhe getrieben unter der Arbeiterklasse eines Landes, das hauptsächlich von Manufaktur und Handel abhängt, würden ihm schädlich sein... Der Natur der Bevölkerung gemäß, kann ein Zuwachs von Arbeitern nicht zu Markt geliefert werden, in Folge besondrer Nachfrage, bis nach Verlauf von 16 oder 18 Jahren, und die Verwandlung von Revenue in Kapital durch Ersparung kann sehr viel rascher platzgreifen; ein Land ist stets dem ausgesetzt, daß sein Arbeitsfonds rascher wächst als die Bevölkerung"81). H. Merivale: „Lectures on Colonization and Colonies." Lond. 1841 and 1842, v. I, p. 146. ") "Prudential habits with regard to marriage carried to a considerable extent among the labouring class of a country mainly depending upon manufactures and commerce might injure i t . . . From the nature of a population, an increase of labourers cannot be brought into market.

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Nachdem die politische ||62l| Oekonomie so die beständige Produktion einer rehtiven Surpluspopulation von Arbeitern für eine Notwendigkeit der kapitalistischen Accumulation erklärt hat, legt sie, und zwar adäquat in der Figir einer alten Jungfer, dem „beau idéal" ihres Kapitalisten folgende Werte an die durch ihre eigne Schöpfung von Surpluskapital aufs Pflaster gevorfenen „Ueberzähligen" in den Mund: „Wir Fabrikanten thun was wir körnen für euch, indem wir das Kapital vermehren, von dem ihr subsistiren müßt; und ihr müßt das übrige thun, indem ihr eure Zahlen den Subsistenzmitteln proportionirt"82). Die kapitalistische Produktion schließt die Schranken disponibler Arbeitskraft durch bloß natürlichen Zuwachs der Bevölkerung aus. Sie bedarf zu ihrem freien Spiel einer von dieser Schranke unabhängigen industriellen Reservearmee. Eisher wurde unterstellt, daß der Zu- oder Abnahme des variablen Kapitals genau die Zu- oder Abnahme der beschäftigten Arbeiterzahl entspricht. Die Abweichungen des Größenwechsels des variablen Kapitals vom Größenwechsel der Arbeiterzahl, worin es sich umsetzt, werden im Dritten Buch weiter erörtert. Hier interessiren sie uns nur, soweit sie das allgemeine Gesetz der Accumulation betreffen. Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommaidirten Arbeiter wächst das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, oder selbst sinkt, nur langsamer als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder ||622| Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt eben so wohlfeil oder selbst wohlfeiler ms größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von constantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dieß Motiv. Seine Wucht wächst mit der Accumulation des Kapitals. Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit — zugleich Ursache und Wirkung der Accumulation — den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von vain consequence of a particular demand, tili after the lapse of 16 or 18 years, and the conversion of revenue into capital by saving, may take place much more rapidly ; a country is always liable to an increase in the quantity of the funds for the maintenance of Iabour faster than the increase of population." (Malthus: ,J3rinc. of Pol. Econ.", p.215, 319, 320.) In diesem Werk entdeckt Malthus endlich, vermittelst Sismondi's, die schöne Dreieinigkeit der kapitalistischen Produktion: Ueberproduktion — Ueberpopulation — Ueberkonsumtion, three very delicate monsters. Lndeed ! Vgl. F. Engels: „ Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie"l.c.p. 107 sqq. ") Harriet Martineau: „The Manchester Strike. 1832", p. 101.

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riablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwerth mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Accumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer. Die Produktion einer relativen Surpluspopulation oder die Freisetzung von Arbeitern geht daher noch rascher voran als die ohnehin mit dem Fortschritt der Accumulation beschleunigte technologische Umwälzung des Produktionsprozesses und die entsprechende proportionelle Abnahme des variablen Kapitalteils gegen den constanten. Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dieß Verhältniß selbst wieder dadurch modificirt, daß im Maß wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Ueberarbeit des beschäftigten Theils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Ueberarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Theils der Arbeiterklasse zu erzwungnem Müßiggang durch Ueberarbeit des andern ||623| Theils, und vice versa, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten83) und beschleunigt zugleich die Produktion der in®3) Selbst während der Baumwollnoth von 1863 findet man in einem Pamphlet der Baumwollspinner von Blackbum heftige Denunciation gegen die Ueberarbeit, die kraft des Fabrikgesetzes natürlich nur erwachsne männliche Arbeiter traf. "The adult operatives at this mill have been asked to work from 12 to 13 hours per day, while there are hundreds who are compelled to be idle who would willingly work partial time, in order to maintain their families and save their brethren from a premature grave through being overworked." „Wir", heißt es weiter, „möchten fragen, ob diese Praxis Ueberzeit zu arbeiten irgend wie erträgliche Verhältnisse zwischen Meistern und .Dienern' möglich macht? Die Opfer der Ueberarbeit fühlen die Unbill eben so sehr als die dadurch zu erzwungnem Müßiggang Verdammten (condemned to forced idleness). In diesem Distrikt reicht das zu verrichtende Werk hin. um alle theilweis zu beschäftigen, würde die Arbeit billig vertheilt. Wir verlangen nur ein Recht, indem wir die Meister auffordern, allgemein nur kurze Zeit zu arbeiten, wenigstens so lange der jetzige Stand der Dinge währt, statt einen Theil zu überarbeiten, während der andre durch Arbeitsmangel gezwungen wird, von der Wohlthätigkeit seine Existenz zu fristen." („Reports of Insp. of Fact. 31. Oct. ¡863", p. 8.) — Die Wirkung einer relativen Surpluspopulation auf die beschäftigten Arbeiter begreift der Verfasser des „Essay on Trade and Commerce" mit seinem gewohnten unfehlbaren Bourgeoisinstinkt. „Eine andre Ursache der Faulenzerei (idleness) in diesem Königreich ist der Mangel einer hinreichenden Anzahl arbeitender Hände. So oft durch irgend eine ungewöhnliche

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dustriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Accumulation entsprechenden Maßstab. Wie wichtig dieß Moment in der Bildung der relativen Surpluspopulation, beweist z. B. England. Seine technischen Mittel zur „Ersparung" von Arbeit sind kolossal. Dennoch, würde morgen allgemein die Arbeit auf ein rationelles Maß beschränkt, und für die verschiednen Schichten der Arbeiterklasse wieder entsprechend nach Alter und Geschlecht abgestuft, so wäre die vorhandne Arbeiterpopulation absolut unzureichend zur Fortführung der nationalen Produktion auf ihrer jetzigen Stufenleiter. Die große Mehrheit der jetzt „unproduktiven" Arbeiter müßte in „produktive" verwandelt werden. | |624| Im Großen und Ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich regulirt durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Cyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Surpluspopulation, durch den Grad, worin sie bald absorbirt, bald wieder freigesetzt wird. Für die moderne Industrie mit ihrem zehnjährigen Cyklus und seinem regelmäßigen Periodenwechsel, der außerdem im Fortgang der Accumulation durch stets rascher auf einander folgende unregelmäßige Oscillationen durchkreuzt wird, wäre es in der That ein schönes Gesetz, welches die Nachfrage und Zufuhr von Arbeit nicht durch die Expansion und Kontraktion des Kapitals, also nach seinen jedesmaligen Verwerthungsbedürfnissen regelte, so daß der Arbeitsmarkt bald relativ untervoll erscheint, weil das Kapital sich expandirt, bald wieder übervoll, weil es sich kontrahirt, sondern umgekehrt die Bewegung des Kapitals von der absoluten Bewegung der Populationsmenge abhängig machte. Dieß jedoch ist das ökonomische Dogma. Nach demselben steigt in Folge der Kapitalaccumulation der Arbeitslohn. Der erhöhte Arbeitslohn spornt zur rascheren Vermehrung der Arbeiterbevölkerung und diese dauert fort, bis der Arbeitsmarkt überfüllt, also das Kapital relativ zur Arbeiterzufuhr unzureichend geworden ist. Der Arbeitslohn sinkt, und nun die Kehrseite der Medaille. Durch den fallenden Arbeitslohn wird die Arbeiterbevölkerung nach und nach decimirt, so daß ihr gegenüber das Kapital wieder überschüssig wird, oder auch, wie Andre es erklären, der fallende Arbeitslohn und die entspreNachfrage für Fabrikate die Arbeitsmasse ungenügend wird, fühlen die Arbeiter ihre eigne Wichtigkeit und wollen sie ihren Meistern ebenfalls fühlbar machen; es ist erstaunlich; ^ber so depravirt ist die Gesinnung dieser Kerle, daß in solchen Fällen Gruppen von Arbeitern sich kombinirt haben, um ihre Meister dadurch in Verlegenheit zu setzen, daß sie einen ganzen Tag durch faulenzten." („Essay etc.", p. 27, 28.) Die Kerle verlangten nämlich Lohnerhöhung.

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chende erhöhte Exploitation des Arbeiters beschleunigt wieder die Accumulation, während gleichzeitig der niedere Lohn das Wachsthum der Arbeiterklasse in Schach hält. So tritt wieder das Verhältniß ein, worin die Arbeitszufuhr niedriger als die Arbeitsnachfrage, der Lohn steigt u.s.w. Eine schöne Bewegungsmethode dieß für die entwickelte kapitalistische Produktion! Bevor in Folge der Lohnerhöhung irgend ein positives Wachsthum der wirklich arbeitsfähigen Bevölkerung eintreten könnte, wäre die Frist aber und abermal abgelaufen, worin der industrielle Feldzug geführt, die Schlacht geschlagen und entschieden sein muß. | |625| Zwischen 1849 und 1859 trat, zugleich mit fallenden Getreidepreisen, eine praktisch betrachtet nur nominelle Lohnerhöhung in den englischen Agrikulturdistrikten ein, z. B. in Wiltshire stieg der Wochenlohn von 7 auf 8 sh., in Dorsetshire von 7 oder 8 auf 9 sh. u. s. w. Es war dieß Folge des übergewöhnlichen Abflusses der agrikolen Surpluspopulation, verursacht durch Kriegsnachfrage, massenhafte Ausdehnung der Eisenbahnbauten, Fabriken, Bergwerke u. s. w. Je niedriger der Arbeitslohn, desto höher drückt sich jedes noch so unbedeutende Steigen desselben in Procentzahlen aus. Ist der Wochenlohn z. B. 20 sh. und steigt er auf 22, so um 10%; ist er dagegen nur 7 sh. und steigt auf 9, so um 284/7 %, was sehr erklecklich klingt. Jedenfalls heulten die Pächter und schwatzte sogar der „London Economist" ganz ernsthaft von „a general and substantial advance"84) mit Bezug auf diese Hungerlöhne. Was thaten nun die Pächter? Warteten sie, bis die Landarbeiter sich in Folge dieser brillanten Zahlung so vermehrt hatten, daß ihr Lohn wieder fallen mußte, wie die Sache sich im dogmatisch ökonomischen Hirn zuträgt? Sie führten mehr Maschinerie ein, und im Umsehn waren die Arbeiter wieder „überzählig" in einem selbst den Pächtern genügenden Verhältniß. Es war jetzt „mehr Kapital" in der Agrikultur angelegt als vorher und in einer produktiveren Form. Damit fiel die Nachfrage nach Arbeit nicht nur relativ, sondern absolut. Jene ökonomische Fiktion verwechselt die Gesetze, welche die allgemeine Bewegung des Arbeitslohns oder das Verhältniß zwischen Arbeiterklasse und gesellschaftlichem Gesammtkapital regeln, mit den Gesetzen, welche die Arbeiterbevölkerung unter die besondern Produktionssphären vertheilen. Wenn z. B. in Folge günstiger Konjunktur die Accumulation in einer bestimmten Produktionssphäre besonders lebhaft, die Profite hier größer als die Durchschnittsprofite, Zuschußkapital dahin drängt, so steigt natürlich Arbeitsnachfrage und Arbeitslohn. Der höhere Arbeitslohn zieht einen größeren Theil der Arbeiterbevölkerung in die begünstigte Sphäre, bis sie mit Arbeitskraft gesättigt ist, und der Lohn auf die Dauer wieder auf sein früheres Durchschnittsniveau oder unter dasselbe fällt, falls der Zudrang zu M

) Economist, Jan. 21, 1860.

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groß war. Hier sieht der politische Oekonom „wo und wie", mit Zunahme des Lohns eine absolute Zunahme ||626| von Arbeitern, und mit der absoluten Zunahme der Arbeiter eine Abnahme des Lohns, aber er sieht in der That nur die lokale Oscillation des Arbeitsmarkts einer besondern Produktionssphäre, er sieht nur Phänomene der Vertheilung der Arbeiterbevölkerung in die verschiednen Anlagesphären des Kapitals, je nach seinen wechselnden Bedürfnissen. Die industrielle Reservearmee oder relative Surpluspopulation drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Ueberproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Surpluspopulation ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein. Es ist hier der Ort auf eine der Großthaten der ökonomischen Apologetik zurückzukommen. Man erinnert sich, daß wenn durch Einführung neuer oder Ausdehnung alter Maschinerie ein Stück variables Kapital in constantes verwandelt wird, der ökonomische Apologet diese Operation, welche Kapital „bindet" und eben dadurch Arbeiter „freisetzt", umgekehrt so deutet, daß sie Kapital für den Arbeiter freisetzt. Erst jetzt kann man die Unverschämtheit des Apologeten vollständig würdigen. Was freigesetzt wird, sind nicht nur die unmittelbar durch die Maschine verdrängten Arbeiter, sondern ebenso ihre Ersatzmannschaft und das, bei gewohnter Ausdehnung des Geschäfts auf seiner alten Basis, regelmäßig absorbirte Zuschußkontingent. Es ist nicht altes Kapital für Arbeiter freigesetzt, aber es sind Arbeiter für etwa „zuschüssiges" Kapital freigesetzt. D.h. also, der Mechanismus der kapitalistischen Produktion sorgt dafür, daß der absolute Zuwachs von Kapital von keiner entsprechenden Steigerung der allgemeinen Arbeitsnachfrage begleitet ist. Und dieß nennt der Apologet eine Kompensation für das Elend, die Leiden und den möglichen Untergang der deplacirten Arbeiter während der Uebergangsperiode, welche sie in die industrielle Reservearmee bannt! Die Nachfrage nach Arbeit ist nicht identisch mit Wachsthum des Kapitals, die Zufuhr der Arbeiter nicht mit dem Wachsthum der Arbeiterklasse, so daß zwei von einander unabhängige Potenzen auf einander einwirkten. Les dés sont pipés. Das Kapital agirt auf beiden Seiten zugleich. Wenn seine Accumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit ||627| vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung", während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht. Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr

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von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimniß kommen, wie es zugeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichthum produciren, und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwerthungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensivitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Surpluspopulation abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions u. s. w. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisiren suchen, um die ruinirenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital, und sein Sykophant, der politische Oekonom, über Verletzung des „ewigen" und so zu sagen „heiligen" Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine" Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonieen z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee, und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse, verhindern, rebellirt das Kapital, sammt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige" Gesetz der Nachfrage und Zufuhr, und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen. Die relative Surpluspopulation existirt in allen möglichen Schattirungen. Jeder Arbeiter gehört dazu während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Ohne hier auf Details einzugehn, genügen einige allgemeine Andeutungen. Abgesehn von den periodischen Formverschiedenheiten der Surpluspopulation in dem Phasenwechsel des industriellen Cyklus, wo sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in der Periode der Stagnation, besitzt sie fortwährend drei Formen, die flüssige, die latente und die stagnante. Man hat gesehn, wie die Fabrikarbeiter bald repellirt, bald in größerem Umfang wieder attrahirt werden, so daß im Großen und Ganzen die Zahl der beschäftigten Arbeiter zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem ||628| Verhältniß zur Produktionsleiter. Die Surpluspopulation existirt hier in fließender Form. Wir machen nur auf zwei Umstände aufmerksam. Sowohl in den eigentlichen Fabriken, wie in allen großen Werkstätten, worin die Maschinerie als Faktor eingeht oder auch nur die moderne Theilung der Arbeit durchgeführt ist, werden männliche Arbeiter bis zur Zurücklegung des Jugendalters in Massen verbraucht, wovon später nur sehr geringe Proportion in demselben Zweig verwendbar bleibt, daher beständig große Anzahl herausgeworfen wird. Sie bilden ein Element der fließenden Surpluspopulation, das mit dem Umfang der Industrie wächst. Ein Theil davon emigrirt und reist in der That nur dem emigrirenden Kapital nach. Eine der

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Folgen ist, daß die weibliche Bevölkerung rascher wächst als die männliche, teste England. Der Widerspruch, daß der natürliche Zuwachs der Arbeiterbevölkerung den Accumulationsbedürfnissen des Kapitals nicht genügt, und andrerseits zu groß für seine Absorption ist, ist ein Widerspruch seiner Bewegung selbst. Es braucht größere Massen davon im früheren Alter, weniger im männlichen. Der Widerspruch ist nicht größer als der andre, daß während Arbeiter zu vielen Tausenden auf dem Pflaster liegen, weil die Theilung der Arbeit sie an einen bestimmten Geschäftszweig kettet, gleichzeitig über Mangel an Händen geklagt wird83). Bei dem raschen Konsum der Arbeitskraft durch das Kapital ist der Arbeiter von mittlerem Alter meist schon überlebt. Er fällt in die Reihen der Surpluspopulation oder rückt von einer höhern Staffel auf eine niedrigere, während das Kapital seinen Platz durch frischere Arbeitskraft ersetzt. Das absolute Wachsthum der Arbeiterklasse erheischt so eine Form, welche ihre Zahl schwellt, obgleich ihre Elemente sich rasch abnutzen. Es ist daher rasche Ablösung der Arbeitergenerationen nöthig. (Dasselbe Gesetz gilt nicht für die übrigen Klassen der Bevölkerung.) Dieß wird erreicht durch frühe Ehen, nothwendige Folge der Verhältnisse, worin die Arbeiter der großen Industrie leben, und durch die Prämie, welche die Exploitation der Arbeiterkinder auf ihre Produktion setzt |

|629| Sobald sich die kapitalistische Produktion der Agrikultur oder im Grad, worin sie sich derselben bemächtigt hat, nimmt mit der Accumulation des hier funktionkenden Kapitals die Nachfrage für die ländliche Arbeiterbevölkerung absolut ab, ohne daß ihre Repulsion, wie in der nicht agrikolen 25 Industrie, durch größere Attraktion ergänzt wäre. Ein Theil der Landbevölkerung befindet sich daher fortwährend im Uebergang zur Metamorphose in städtische oder Manufakturbevölkerung. (Manufaktur hier im Sinn aller nicht-agrikolen Industrie86).) Diese Quelle der relativen Surpluspopulation fließt also beständig. Aber ihr beständiger Fluß setzt auf dem 30 Lande selbst eine fortwährend latente Surpluspopulation voraus, deren 85

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) Während im letzten Halbjahr von 1866 80-90000 Arbeiter in London außer Arbeit geworfen wurden, heißt es im Fabrikbericht Uber dasselbe Halbjahr: "It does not appear absolutely true to say that demand will always produce supply just at the moment when it is needed. It has not done it with labour, for much machinery has been idle last year for want of hands." („Reports of Insp. of Fact, for 31. Oct. 1866", Load. 1867, p.81.) *) „781 Städte sind aufgezählt im Census von 1861 für England und Wales, mit 10960998 Einwohnern, während die Dörfer und Landkirchspiele nur 9105226 zählen . . . Im Jahr 1851 figurirten 580 Städte im Census, deren Bevölkerung ungefähr gleich der Bevölkerung der sie umgebenden Landdistrikte war. Während aber in den letzteren die Bevölkerung während der folgenden 10 Jahre nur um eine halbe Million wuchs, wuchs sie in den 580 Städten um 1554067. Der Bevölkerungszuwachs in den Landkirchspielen ist 6,5%, in den Städten 173%. Der Unterschied in der Rate des Wachsthums ist der Wanderung vom Land in die Stadt geschuldet. Drei Viertel des Gesammtwachsthums der Bevölkerung gehört den Städten." („Census etc.",

v.ni, p. 11, 12.)

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus. Die stagnante Surpluspopulation bildet einen Theil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchaus unregelmäßiger Beschäftigung, so daß das Kapital hier stets eine außerordentliche Masse latenter Arbeitskraft zur Verfügung hat. Ihre Lebenslage sinkt unter das durchschnittliche Normalniveau der arbeitenden Klasse und grade dieß macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige des Kapitals. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisiren sie. Wir haben unter der Rubrik der Hausarbeit ihre Hauptgestalt bereits kennen gelernt. Sie rekrutirt sich fortwährend aus den Ueberzähligen der großen Industrie und Agrikultur, und namentlich auch in untergehenden Industriezweigen, wo der Handwerksbetrieb dem Manufakturbetrieb, letztrer dem Maschinenbetrieb erliegt. Ihr Umfang dehnt sich, wie mit Umfang und Energie der Accu||630|mulation die „Ueberzähligmachung" fortschreitet. Aber sie bildet zugleich ein sich selbst reproducirendes und verewigendes Element der Arbeiterklasse, das verhältnißmäßig größeren Antheil am Gesammtwachsthum derselben nimmt als die übrigen Elemente. In der That steht nicht nur die Masse der Geburten und Todesfälle, sondern die absolute Größe der Familien in umgekehrtem Verhältnis zur Höhe des Arbeitslohns, also zur Masse der Lebensmittel, worüber die verschiednen Arbeiterkategorieen verfügen. Dieß Gesetz der kapitalistischen Gesellschaft klänge unsinnig unter Wilden, oder selbst civilisirten Kolonisten. Es erinnert an die massenhafte Reproduktion individuell schwacher und vielgehetzter Thierarten87). Der tiefste Niederschlag der relativen Surpluspopulation endlich bildet die Sphäre des Pauperismus. Sie besteht — wir sehn hier ab von Vagabunden, Verbrechern, Prostituirten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat — aus drei Kategorieen: erstens, Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großer Prosperität, wie 1860 z. B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee ein" ) "Poverty seems favourable to generation." (A. Smith.) Dieß ist sogar eine besonders weise Einrichtung Gottes nach dem galanten und geistreichen Abbé Galiani: « Iddio fa che gli uomini che esercitano mestieri di prima utilità nascono abbondantemente.» (Galiani). c. p.78.) "Misery, up to the extreme point of famine and pestilence, instead of checking. tends to increase population." (S. Laing: ,J4ational Distress. 1844", p. 69.) Nachdem Laing dieß statistisch illustrili, fahrt er fort: „Befände sich alle Welt in bequemen Umständen, so wäre die Welt bald entvölkert." ("If the people were all in easy circumstances, the world would soon be depopulated.")

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rollirt. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Arbeiter, die an ihrer durch die Theilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken u.s.w. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Wittwen u.s.w. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven ||63l| Arbeiterarmee und das todte Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der Surpluspopulation, seine Notwendigkeit in ihrer N o t wendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichthums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß. Je größer der gesellschaftliche Reichthum, das funktionirende Kapital, Umfang und Energie seines Wachsthums, also auch die absolute Größe der Arbeiterbevölkerung und die Produktivkraft ihrer Arbeit, desto größer die relative Surpluspopulation oder industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt, wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnißmäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichthums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältniß zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidirte Surpluspopulation oder die Arbeiterschichten, deren Elend im umgekehrten Verhältniß zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der officielle Pauperismus. Dieß ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation. Es wird gleich allen allgemeinen Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modificirt, deren Analyse nicht hierher gehört. Man begreift die Narrheit der ökonomischen Weisheit, die den Arbeitern predigt, ihre Zahl den Verwerthungsbedürfnissen des Kapitals anzupassen. Der Mechanismus der kapitalistischen Produktion und Accumulation paßt sie beständig diesen Verwerthungsbedürfnissen an. Erstes Wort dieser Anpassung ist die Schöpfung einer relativen Surpluspopulation oder industriellen Reservearmee, letztes Wort das Elend stets wachsender Schichten der aktiven Arbeiterarmee und das todte Gewicht des Pauperismus. Das Gesetz, daß die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit die Masse der zu verausgabenden Arbeitskraft im Verhältniß zur Wirkung und Masse ihrer Produktionsmittel progressiv senkt, drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß je höher 519

Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

die Produktivkraft der Arbeit, desto grö||632|i3er der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel und desto prekärer die Existenzbedingung des Lohnarbeiters, Verkauf seiner Arbeitskraft zur Vermehrung des fremden Reichthums oder Selbstverwerthung des Kapitals. Rascheres Wachsthum der Produktionsmittei und der Produktivkraft der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwerthungsbedürfniß des Kapitals. Es zeigte sich im vierten Kapitel bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerths, daß alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit in der kapitalistischen Form sich auf Kosten des individuellen Arbeiters entwickeln, daß alle Mittel zur Bereicherung der Produktion in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Producenten umschlagen, daß sie den Arbeiter in einen Theilmenschen verstümmeln, ihn zum Anhängsel der Maschine entwürdigen, mit der Qual der Arbeit ihren Inhalt vernichten, ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses entfremden, im selben Maße, worin derselbe sich die Wissenschaft als selbstständige Potenz einverleibt, die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, beständig anormaler machen, ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie unterwerfen, seine Lebenszeit in Arbeitszeit verwandeln, sein Weib und Kind unter das Juggernautrad des Kapitals schleudern. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerths sind zugleich Methoden der Accumulation und jede Ausdehnung der Accumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital accumulirt, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, sich verschlechtert. Das Gesetz endlich, welches die relative Surpluspopulation oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Accumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Accumulation von Kapital entsprechende Accumulation von Elend. Die Accumulation von Reichthum auf dem einen Pol ist also zugleich Accumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisirung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d. h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital producirt. | |633| Dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen AccumulationM) ist in verschiedenen Formen von politischen Oekonomen ausgesprochen, obgleich sie zum Theil zwar analoge, aber dennoch wesentlich ver"*) «De jour en jour il devient donc plus clair que les rapports de production dans lesquels se meut la bourgeoisie n'ont pas un caractère un, un caractère simple, mais un caractère de duplicité; que dans les mêmes rapports dans lesquels se produit la richesse, la misère se produit aussi; que dans les mêmes rapports dans lesquels il y a développement des forces productives.

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schiedene Erscheinungen vorkapitalistischer Produktionsweisen damit zusammenwerfen. Der venetianische Mönch Ortes, einer der großen ökonomischen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, faßt den Antagonismus der kapitalistischen Produktion als allgemeines Naturgesetz des gesellschaftlichen Reichthums. „Das ökonomisch Gute und ökonomisch Böse halten sich in einer Nation stets das Gleichgewicht („il bene ed il male economico in una nazione sempre all' istessa misura"), die Fülle der Güter für Einige ist immer gleich dem Mangel derselben für Andre (,4a copia dei beni in alcuni sempre eguale alla mancanza di essi in altri"). Großer Reichthum in Einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Nothwendigen in viel mehr andern"89). Der Reichthum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung und ihr Elend entspricht ihrem Reichthum. Die Arbeitsamkeit in Einigen erzwingt den Müßiggang in Andern. Die Armen und Müßigen sind eine nothwendige Frucht der Reichen und Thätigen u. s. w. In ganz grober Weise verherrlichte ungefähr 10 Jahre nach Ortes der hochkirchliche protestantische Pfaffe Townsenddie Armuth als nothwendige Bedingung des Reichthums. „Gesetzlicher Zwang zur Arbeit ist verbunden mit zu viel Mühe, Gewaltsamkeit und Geräusch, während der Hunger nicht nur ein friedlicher, schweigsamer, unaufhörlicher Druck, sondern als natürlich||634|stes Motiv zur Industrie und Arbeit die machtvollste Anstrengung hervorruft." Alles kömmt also darauf an, den Hunger unter der Arbeiterklasse permanent zu machen, und dafür sorgt, nach Townsend, das Bevölkerungsprincip, das besonders unter den Armen thätig ist. „Es scheint ein Naturgesetz, daß die Armen zu einem gewissen Grad leichtsinnig (improvident) sind (nämlich so leichtsinnig auf die Welt zu kommen ohne goldne Löffel im Mund), so daß stets welche da sind („that there always may be some") zur Erfüllung der servilsten, schmutzigsten und gemeinsten Funktionen des Gemeinwesens. Der Fonds von menschlichem Glück („the fonds of human happiness") wird dadurch sehr vermehrt, die Delikateren („the more delicate") sind von der Plackerei befreit und können höherem Beruf u.s.w. ungestört nachgehn ... Das Armengesetz hat die Tendenz, die Harmonie und Schönheit, die Symmetrie und Ordnung dieses Systems, welches Gott und die Natur in der Welt errichtet haben, zu zerstören"90). „Der Fortschritt des gesellschaftlichen Reichthums", sagt Storch, il y a une force productive de répression; que ces rapports ne produisent la richesse bourgeoise, c'est à dire la richesse de la classe bourgeoise, qu'en anéantissant continuellement la richesse des membres intégrants de cette classe et en produisant un prolétariat toujours croissant. » (Karl Marx: „Misère de la Philosophie", p. 116.) G. Ortes: „Della Economia Nazionale, libri sei 1774", bei Custodi, Parte Moderna, t. XXI, p. 9,24,25. Ortes sagt 1. c. p. 32: «In luogo di progettar sistemi inutili per la felicità de' popoli, mi limiterò a investigare la ragione della loro infelicità. » w) Dissertation on the Poor Laws. Bya WellwisherofMankind. (TheRev.Mr.J. Townsend.) 1786", republished Lond. 1817, p. 15, 39, 41. Dieser „delikate" Pfaffe, dessen eben angeführte

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

„erzeugt jene nützliche Klasse der Gesellschaft... welche die langweiligsten, gemeinsten und ekelhaftesten Beschäftigungen ausübt, in einem Wort alles, was das Leben unangenehmes und knechtendes hat, auf ihre Schultern nimmt und eben dadurch den andern Klassen die Zeit, die Heiterkeit des Geistes und die konventionelle (c'est bon!) Charakterwürde verschafft etc."91). Storch fragt sich, welches denn eigentlich der Vorzug ||635| dieser kapitalistischen Civilisation mit ihrem Elend und ihrer Degradation der Massen vor der Barbarei? Er findet nur eine Antwort - die Sicherheit! „Durch den Fortschritt der Industrie und Wissenschaft", sagt Sismondi, „kann jeder Arbeiter jeden Tag viel mehr produciren als er zu seinem Konsum braucht. Aber zu gleicher Zeit, während seine Arbeit den Reichthum producirt, würde der Reichthum, wäre er berufen ihn selbst zu konsumiren, ihn wenig geeignet zur Arbeit machen"92). „Die armen Nationen", sagt Destutt de Tracy, „sind die, wo das Volk gut dran ist, und die reichen Nationen sind die, wo es gewöhnlich arm ist"93). Keine Periode der modernen Gesellschaft ist so günstig für das Studium der kapitalistischen Accumulation als die Periode der letztverflossenen 20 Jahre. Es ist als ob sie den Fortunatussäckel gefunden hätte. Von allen Ländern aber bietet England wieder das klassische Beispiel, weil es den ersten Rang auf dem Weltmarkt behauptet, die kapitalistische Produktionsweise hier allein völlig entwickelt ist, und endlich die Einführung des tausendjährigen Reichs des Freihandels seit 1846 der Vulgärökonomie den letzten Schlupfwinkel abgeschnitten hat. Der titanische Fortschritt der Produktion, so daß die letzte Hälfte der zwanzigjährigen Periode die erste wieder weit überflügelt, ward bereits im vierten Kapitel hinreichend angedeutet. Obgleich das absolute Wachsthum der englischen Bevölkerung im letzten halben Jahrhundert sehr groß war, fiel das verhältnismäßige Wachsthum oder die Rate des Zuwachses fortwährend, wie folgende dem officiellen Census entlehnte Tabelle zeigt: Schrift, nebst seiner Reise durch Spanien, Malthus oft Seiten lang abschreibt, entlehnte den größten Theil seiner Doktrin aus SirJ. Steuart, den er jedoch verdreht. Z. B. wenn Steuart sagt: „Hier, in der Sklaverei, existirte eine gewaltsame Methode die Menschheit arbeitsam (für die Nichtarbeiter) zu machen . . . Die Menschen wurden damals zur Arbeit (d. h. zur Gratisarbeit für Andere) gezwungen, weil sie Sklaven von andern waren; die Menschen sind jetzt zur Arbeit (d. h. zur Gratisarbeit für Nichtarbeiter) gezwungen, weil sie die Sklaven ihrer eignen Bedürfnisse sind", so schließt er deßwegen nicht, wie der fette Pfründner, daß — die Lohnarbeiter stets am Hungertuch nagen sollen. Er will umgekehrt ihre Bedürfnisse vermehren und die wachsende Zahl ihrer Bedürfnisse zugleich zum Sporn ihrer Arbeit für „die Delikateren" machen. 91 ) Storch I.e. t.III, p.223. Sismondi I.e. 1.1, p.85. ") Destutt de Tracy I.e. p.231: «Les nations pauvres, c'est lä oü le peuple est ä son aise; et les nations riches, c'est lä oü il est ordinairement pauvre.»

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Jährlicher procentmäßiger Zuwachs der Bevölkerung von England und Wales in Decimalzahlen. 1811-1821 1821-1831 1831-1841 1841-1851 1851-1861

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1,533 1,446 1326 1,216 1,141. |

|636| Betrachten wir nun andrerseits das Wachsthum des Reichthums. Den sichersten Anhaltspunkt bietet hier die Bewegung der der Einkommensteuer 10 unterworfenen Profite, Grundrenten u. s. w. Der Zuwachs der steuerpflichtigen Profite (Pächter und einige andre Rubriken nicht eingeschlossen) betrug für Großbritannien von 1853-1864 50,47% (oder 4,58% im jährlichen Durchschnitt)94), der der Bevölkerung während derselben Periode ungefähr 12 %. Die Zunahme der besteuerbaren Renten von Land (Häuser, Eisen15 bahnen, Minen, Fischereien u.s.w. eingeschlossen) betrug von 1853—1864 38 %, oder 35/i2 % jährlich, woran folgende Rubriken den stärksten Antheil nahmen: Ueberschuß des ßihrlichen Einkommens von 1864 über 1853. Von Häusern: Steinbrüchen: Minen: Eisenhütten: Fischereien: Gaswerken: Eisenbahnen:

38,60% 84,76% 6835% 39,92% 5737% 126,02% 83,29%

Zunahme per Jahr. 3,50% 7,70% 6,26% 3,63% 5,21 % 11,45% 7,57%*).

Vergleicht man je vier Jahre der Periode von 1853—1864, so wächst der Zunahmegrad der Einkommen fortwährend. Er ist z. B. für die aus Profit 30 stammenden von 1853-1857 jährlich 1,73%, 1857-1861 jährlich 2,74% und 9,30% jährlich für 1861—1864. Die Gesammtsumme der der Einkommensteuer unterworfenen Einkommen des Vereinigten Königreichs betrug 1856: 307068898Pfd.St., 1859: 328127416Pfd.St., 1862: 351745241 Pfd.St., 1863 : 359142 897 Pfd. St., 1864: 362 462 279 Pfd. St., 1865: 35 385530020Pfd.St.96).! M

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) „Tenth Report of the Commissioners of H. M. 's Inland Revenue. Lond. 1866", p. 38. *) I.e. % ) Diese Zahlen sind hinreichend für die Vergleichung, aber, absolut betrachtet, falsch, da vielleicht 100 Millionen Pfd. St. Einkommen jährlich „verschwiegen" werden. Die Klage der Commissioners of the Inland Revenue über systematischen Betrug, namentlich von kommercieller und industrieller Seite, wiederholt sich in jedem ihrer Berichte. So heißt es z. B.: „Eine Aktiengesellschaft gab ihre besteuerbaren Profite auf 6000 Pfd.St. an, der Taxator ver-

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Sechstes Kapitel • Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

|637| Die Accumulation des Kapitals war zugleich von seiner Koncentration begleitet. Obgleich keine officielle Agrikulturstatistik für England (wohl aber für Irland) existirt, wurde sie von 10 Grafschaften freiwillig geliefert. Sie ergab hier das Resultat, daß von 1851 bis 1861 die Pachten unter 100 Acres von 31583 auf 26 567 vermindert, also 5016 mit größeren Pachten zusammen- 5 geschlagen waren*7). Von 1815 bis 1825 fiel kein Mobiliarvermögen über 1 Million Pfd. St. unter die Erbschaftssteuer, von 1825 bis 1855 dagegen 8, von 1855 bis Juni 1859, d.h. in 41/: Jahren, 498). Die Koncentration wird man jedoch am besten ersehn aus einer kurzen Analyse der Einkommensteuer für Rubrik D (Profite mit Ausschluß von Pächtern u.s.w.) in den Jahren 10 1864 und 1865. Ich bemerke vorher, daß Einkommen aus dieser Quelle bis zu 60 Pfd. St. hinab Income Tax zahlen. Diese steuerpflichtigen Einkommen betrugen in England, Wales und Schottland 1864: 95 844 222 Pfd. St. und 1865: 105 435 787 Pfd. St.99), die Zahl der Besteuerten 1864:308416 Personen auf eine Gesammtbevölkerung von 23891009, 1865 : 332431 Personen auf 15 Gesammtbevölkerung von 24127003. Ueber die Vertheilung dieser Einkommen in beiden Jahren folgende Tabelle: Jahi endend 5.April 1864. Einkommen von Profit Gesammteinkommen: Davon: Davon: Davon: Davon:

Jahr endend S.April 1865. Personen

Einkommen von Profit

Personen

308416 23334 3619 822 91

Pfd.St. Pfd.St. Pfd.St. Pfd.St. Pfd.St.

332431 24075 4021 973 1071

20 Pfd. St. 95 844 222 Pfd.St.57028290 Pfd.St.36415225 Pfd.St.22809781 Pfd.St. 8 7 4 4 7 6 2

105435738 64554297 42535576 27 555 313 11077 238

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|638| Es wurden im Vereinigten Königreich 1855 producirt 61453 079 Tonnen Kohlen zum Werth von 16113267Pfd.St., 1864: 92787873 Tonnen zum Werth von 23 197 968 Pfd. St., 1855: 3218154 Tonnen Roheisen zum Werth von 8045385Pfd.St., 1864: 4767951 Tonnen zum Werth von 11919 877 Pfd. St. 1854 betrug die Länge der im Vereinigten Königreich 30 eröffneten Eisenbahnen 8054 Meilen, mit aufgezahltem Kapital von 286068794Pfd. St., 1864 die Meilenlänge 12789 mit aufgezahltem Kapital von 425 719 613 Pfd. St. 1854 betrug Gesammtexport und Import des Vereinigten Königreichs 268 210145 Pfd. St., 1865:489 923 285. Folgende Tabelle zeigt die Bewegung des Exports: 35 anschlagte sie zu 88000 Pfd. St., und für diese Summe ward schließlich die Steuer gezahlt. Eine andre Kompagnie gab 190000 Pfd. St. an. sie ward gezwungen zu gestehn, daß der wirkliche Betrag 250000 Pfd.St." (I.e. p.42.) Census etc. I.e. p.29. Bright's Behauptung, daß 150 Landlords die Hälfte des englischen und 12 die Hälfte des schottischen Bodens eignen, ist nicht widerlegt worden. '*) „Fourth Report etc. of Inland Revenue. Lond. 1860". p. 17. w ) Es sind dieß die Reineinkommen, also nach gewissen gesetzlich gültigen Abzügen.

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1846 1849 1856 1860 1865 1866 ungefähr

58 842 377 Pfd. St. 63596052115826948« 135842817165862402190000000- 10°).

Man begreift, nach diesen wenigen Angaben, den Triumphschrei des Generalregistrators des brit. Volks: „Rasch wie die Bevölkerung anwuchs, hat sie nicht Schritt gehalten mit dem Fortschritt der Industrie und des Reichthums"101). Wenden wir uns jetzt zu den unmittelbaren Agenten dieser Industrie oder den Producenten dieses Reichthums, zur Arbeiterklasse. „Es ist einer der melancholischsten Charakterzüge im socialen Zustand des Landes", sagt Gladstone, „daß mit einer Abnahme in der Konsumtionsmacht des Volks und einer Zunahme in den Entbehrungen und dem Elend der arbeitenden Klasse, gleichzeitig eine beständige Accumulation von Reichthum in den höheren Klassen und ein beständiger Anwachs von Kapital stattfinden"102). Der berühmte Mini||639|ster erklärte dieß dem Hause der Gemeinen am 13. Februar 1843. Am 16. April 1863, zwanzig Jahre später, in der Rede, worin er sein Budget vorlegt: „Von 1842 bis 1852 wuchs das besteuerbare Einkommen dieses Landes um 6 % ... In den 8 Jahren von 1853 bis 1861 wuchs es, wenn wir von der Basis von 1853 ausgehn, um 20%. Die Thatsache ist so erstaunlich, daß sie beinahe unglaublich i s t . . . Diese berauschende Vermehrung von Reichthum und Macht ist ganz und gar auf die Klassen des Eigenthums beschränkt, aber... aber, sie muß von indirektem Vortheil für die Arbeiterbevölkerung sein, weil sie die Artikel der allgemeinen Konsumtion verwohlfeilert — während die Reichen reicher, sind die Armen jedenfalls weniger arm geworden. Daß die Extreme der Armuth sich vermindert haben, wage ich nicht zu sagen",03). Welch lahmer Anti10 °) In diesem Augenblick, März 1867, ist der indisch-chinesische Markt durch die Konsignationen der britischen Baumwollfabrikanten schon wieder völlig überführt. Lohnherabsetzung um 5% begann unter den Baumwollarbeitern 1866, jetzt in Folge ähnlicher Operation Strike von 20000 Mann in Preston. "") Census etc. I.e. p. 11. I(n ) Gladstone im Hause der Gemeinen, 13. Febr. 1843: "It is one of the most melancholy features in the social state of the country, that while there was a decrease in the consuming power of the people, and an increase in the privations and distress of the labouring class and operatives, there was at the same time a constant accumulation of wealth in the upper classes and a constant increase of capital." I03 ) "From 1842 to 1852 the taxable income of the country increased by 6 per c e n t . . . In the 8 years from 1853 to 1861, it had increased from the basis taken in 1853,20 per cent! The fact is so astonishing as to be almost incredible . . . This intoxicating augmentation of wealth and power is entirely confined to classes of property, but must be of indirect benefit to the labouring population, because it cheapens the commodities of general consumption — while the rich have been growing richer the poor have been growing less poor! at any rate, whether the extremes of poverty are less, I do not presume to say." Gladstone im H. o. C. 16. April 1863.

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Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

klimax. Wenn die Arbeiterklasse „arm" geblieben ist, nur „weniger arm" im Verhältniß, worin sie eine „berauschende Vermehrung von Reichthum und Macht" für die Klasse des Eigenthums producirte, so ist sie relativ gleich arm geblieben. Wenn die Extreme der Armuth sich nicht vermindert haben, haben sie sich vermehrt, weil die Extreme des Reichthums. Was die Verwoblfeilerung der Lebensmittel betrifft, so zeigt die officielle Statistik, z. B. die Angaben des London Orphan Asylum, eine Vertheurung von 20% für den Durchschnitt der drei Jahre von 1860-1862, verglichen mit 1851—1853. In den folgenden 3 Jahren 1863—1865 progressive Vertheurung von Heisch, Butter, Milch, Zucker, ||640| Salz, Kohlen und einer Masse andrer notwendiger Lebensmittell04). Gladstone's folgende Budgetrede, vom 7. April 1864, ist ein pindarischer Dithyrambus auf den Fortschritt der Plusmacherei und das durch „Armuth" gemäßigte Glück des Volks. Er spricht von Massen „am Rand des Pauperismus", von den Geschäftszweigen, „worin der Lohn nicht gestiegen", und faßt schließlich das Glück der Arbeiterklasse zusammen in den Worten: „das menschliche Leben ist in neun Fällen von 10 ein bloßer Kampf um die Existenz"105). Professor Fawcett, nicht wie Gladstone durch officielle Rücksicht gebunden, erklärt rund heraus: „Ich läugne natürlich nicht, daß der Geldlohn mit dieser Vermehrung des Kapitals (in den letzten Decennien) gestiegen ist, aber dieser scheinbare Vortheil geht in großem Umfang wieder verloren, weil viele Lebensnothwendigkeiten beständig theurer werden (er glaubt, wegen Werthfall der edlen Metalle) ... Die Reichen werden rasch reicher („the rieh grow rapidly richer"), während keine Zunahme im Komfort der arbeitenden Klassen wahrnehmbar i s t . . . Die Arbeiter werden fast Sklaven der Krämer, deren Schuldner sie sind"106). Der Leser hat in den Abschnitten über den „Arbeitstag" und die „Maschinerie" die Bedingungen kennen gelernt, unter welchen die britische Arbeiterklasse während der letzten Decennien die „berauschende Ver104 ) Sieh die officiellen Angaben in dem Blaubuch: ,,.Miscellaneous Statistics of the Un. Kingdom. Part VI. Lond. 1866", p. 260-273 passim. 105 ) "Think of those who are on the border of that région (pauperism)", "wages . . . in others not increased . . . human life is but, in nine cases out of ten, a struggle for existence." (Gladstone, H. o. C. 7. April 1864.) Die fortlaufenden, schreienden Widersprüche in Gladstone's Budgetreden von 1863 und 1864 charakterisirt ein englischer Schriftsteller durch folgendes Citat aus Boileau: «Voilà l'homme en effet. Il va du blanc au noir. Il condamne au matin ses sentimens du soir. Importun à tout autre, à soi même incommode, D change à tous momens d'esprit comme de mode.» („The Theory of Exchanges etc. Lond. 1864", p. 135.) m ) H. Fawcett I.e. p.67, 82. Was die wachsende Abhängigkeit der Arbeiter von dem Krämer betrifft, so ist sie Folge der zunehmenden Schwankungen und Unterbrechungen ihrer Beschäftigung.

526

1. Die kapitalistische Akkumulation

mehrung von Reichthum und Macht" für die Klassen des Eigenthums pro||64l|ducirt hat. Jedoch beschäftigte uns damals vorzugsweise der Arbeiter innerhalb des Produktionsprozesses selbst. Zur gründlichen Einsicht in das Gesetz der kapitalistischen Accumulation ist es nöthig einen Augenblick bei der Lage des Arbeiters außerhalb jenes Prozesses, bei seinen Nahrungs- und Wohnungszuständen zu verweilen. Die Grenze dieses Buchs gebietet mir hier namentlich den schlechtbezahlten Theil der industriellen Arbeiter und den Agrikulturarbeiter ins Auge zu fassen, welche zusammen die Majorität der Arbeiterklasse bilden107). Vorher noch ein Wort über den officiellen Pauperismus, d. h. den Theil der Arbeiterklasse, der seine Existenzbedingung, Verkauf der Arbeitskraft, eingebüßt hat und von öffentlichem Almosen vegetirt. Die officielle Pauperliste zählte in England108) 1855:851369 Personen, 1856: KIT 761,1865: 971433. In Folge der Baumwollnoth schwoll sie in den Jahren 1863 und 1864 zu 1079382 und 1014978. Die Krise von 1866, die London am schwersten traf, schuf in diesem Sitz des Weltmarkts, einwohnerreicher als das Königreich Schottland, für 1866 einen Pauperzuwachs um 19,5%, verglichen mit 1865, und um 24,4%, verglichen mit 1864, einen noch großem Zuwachs für die ersten Monate von 1867, verglichen mit 1866. Bei Analyse der Pauperstatistik sind zwei Punkte hervorzuheben. Einerseits spiegelt die Bewegung im Ab und Zu der Paupermasse die Periodenwechsel des industriellen Cyklus wieder. Andrerseits wird die officielle Pauperstatistik ein mehr und mehr trüglicher Index des wirklichen Pauperismus im Grad, worin mit der Accumulation des Kapitals der Klassenkampf und daher das Selbstgefühl der Arbeiter sich entwickeln. Z. B. die Barbarei in der Behandlung der Paupers, worüber die englische Presse (Times, Pall Mall Gazette u. s. w.) während der letzten zwei Jahre so laut schrie, ist alten Datums. F.Engels konstatirt 1844 ganz dieselben Greuel und ganz dasselbe vorübergehende, zur „Sen||642|sationliteratur" gehörige Geschrei. Aber die furchtbare Zunahme des Hungertods („deaths by starvation") in London, während des letzten Decenniums, beweist unbedingt den zunehmenden Abscheu der Arbeiter vor der Sklaverei des Workhouse, dieser Strafanstalt des Elends. Wenden wir uns jetzt zu den schlechtbezahlten Schichten der industriellen Arbeiterklasse. Während der Baumwollnoth, 1862, wurde Dr. Smith vom Privy Council mit einer Untersuchung über den Nahrungsstand der verkümmernden Baumwollarbeiter in Lancashire und Cheshire beauftragt. "") Es steht zu hoffen, daß F. Engels bald sein Werk über die Lage der englischen Arbeiterklasse mit der Periode seit 1844 bereichern, oder auch die Darstellung der letztem Periode in einem besondern zweiten Band herausgeben wird. "*) In England ist immer Wales eingeschlossen, in Großbritanien England, Wales und Schottland, im Vereinigten Königreich jene drei Länder und Irland.

527

Sechstes Kapitel - Der Akkumulationsprozeß des Kapitals

Langjährige frühere Beobachtung hatte ihn zum Resultat geführt, daß „um Hungerkrankheiten („starvation diseases") zu vermeidendie tägliche Nahrung eines Durchschnitts-Frauenzimmers mindestens 3900 Gran Kohlenstoff mit 180 Gran Stickstoff enthalten müsse, die tägliche Nahrung eines Durchschnitts-Mannes mindestens 4300 Gran Kohlenstoff mit 200 Gran Stickstoff, für die Frauenzimmer ungefähr so viel Nahrungsstoff als in zwei Pfund gutem Weizenbrod enthalten ist, für Männer '/9 mehr, für den Wochendurchschnitt von weiblichen und männlichen Erwachsnen, mindestens 28600 Gran Kohlenstoff und 1330 Gran Stickstoff. Seine Berechnung ward in überraschender Weise praktisch dadurch bestätigt, daß sie im Ganzen übereinstimmte mit der kümmerlichen Nahrungsmenge, worauf der Nothstand die Konsumtion der Baumwollarbeiter herabgedrückt hatte. Sie erhielten im December 1862: 29211 Gran Kohlenstoff und 1295 Gran Stickstoff wöchentlich. Im Jahre 1863 verordnete der Privy Council eine Untersuchung über den Nothstand des schlechtgenährtesten Theils der englischen Arbeiterklasse. Dr. Simon, der ärztliche Beamte des Privy Council, erkieste zu dieser Arbeit den obenerwähnten Dr. Smith. Seine Untersuchung erstreckt sich auf die Agrikulturarbeiter einerseits, andrerseits auf Seidenweber, Nätherinnen, Lederhandschuhmacher, Strumpfwirker, Handschuhweber und Schuster. Die letzteren Kategorieen sind, mit Ausnahme der Strumpfwirker, ausschließlich städtisch. Es wurde zur Regel der Untersuchung gemacht, die gesundesten und relativ bestgestellten Familien in jeder Kategorie auszuwählen. Als allgemeines Resultat ergab sich, daß „nur in einer der untersuchten Klassen der städtischen Arbeiter die Zufuhr von Stickstoff das absolute Minimalmaß, unter welchem Hungerkrankheiten eintreten, ||643| ein wenig überschritt, daß in zwei Klassen Mangel, und zwar in der einen sehr großer Mangel, sowohl an der Zufuhr von stickstoff- als kohlenstoffhaltiger Nahrung stattfand, daß von den untersuchten Ackerbaufamilien mehr als ein Fünftheil weniger als die unentbehrliche Zufuhr von kohlenstoffhaltiger Nahrung erhielt, mehr als '/3 weniger als die unentbehrliche Zufuhr stickstoffhaltiger Nahrung, und daß in drei Grafschaften (Berkshire, Oxfordshire und Somersetshire) Mangel an dem Minimum der stickstoffhaltigen Nahrung durchschnittlich herrschte"l09). Unter den Agrikulturarbeitern waren die von England, dem reichsten Theile des Vereinigten Königreichs, die schlechtest genährten110). Die Unternahrung fiel unter den Landarbeitern überhaupt hauptsächlich auf Frau und Kinder, denn „der Mann muß essen, um sein Werk zu verrichten". Noch größerer Mangel wüthete lw

) ,J>ubhc Health. Sixth Report etc. for 1863." Lond. 1864. p. 13.

"O) I.e. p. 17.

528

1. Die kapitalistische Akkumulation

unter den untersuchten städtischen Arbeiterkategorieen. „Sie sind so schlecht genährt, daß viele Fälle grausamer und gesundheitsruinirender Entbehrung („Entsagung" des Kapitalisten alles dieß! nämlich Entsagung auf Zahlung der zur bloßen Vegetation seiner Hände unentbehrlichen Le5 bensmittel!) vorkommen müssen"111). Folgende Tabelle zeigt das Verhältniß des Nahrungsstandes der oben erwähnten rein städtischen Arbeiterkategorieen zu dem von Dr. Smith angenommenen Minimalmaß und zum Nahrungsmaß der Baumwollarbeiter während der Zeit ihrer größten Noth: 10

15

20

25

30

35

Beide Geschlechter

Wochendurchschnitt an Kohlenstoff

Wochendurchschnitt an Stickstoff

Fünf städtische Geschäftszweige Arbeitslose Lancashire Fabrikarbeiter Minimalquantum, vorgeschlagen für die Lancashire Arbeiter auf gleiche Zahl männlicher und weiblicher

28876 Gran 29211 Gran

1192 Gran 1295 Gran

28 600 Gran

1330 Gran"2).

Eine Hälfte, ^¡m, der untersuchten industriellen Arbeiterkategorieen ||644| erhielt absolut kein Bier, 28% keine Milch. Der Wochendurchschnitt der flüssigen Nahrungsmittel in den Familien schwankte von 7 Unzen bei den Nätherinnen auf 243U Unzen bei den Strumpfwirkern. Die Mehrzahl derer, die keine Milch erhielten, bestand aus den Nätherinnen von London. Die Quantität der wöchentlich konsumirten Brodstoffe wechselte von TU Pfund bei den Nätherinnen zu 11'/4 Pfund bei den Schustern und ergab einen Totaldurchschnitt von 9,9 Pfund wöchentlich auf den Erwachsenen. Zucker (Syrup u. s. w.) wechselte von 4 Unzen wöchentlich für die Lederhandschuhmacher auf 11 Unzen für Strumpfwirker; der Totaldurchschnitt per Woche für alle Kategorieen, per Erwachsenen, 8 Unzen. Gesammter Wochendurchschnitt von Butter (Fett u.s.w.) 5 Unzen per Erwachsenen. Der Wochendurchschnitt von Fleisch (Speck u.s.w.) schwankte, per Erwachsenen, von TU Unzen bei den Seidenwebern auf 18V4 Unzen bei den Lederhandschuhmachern; Gesammtdurchschnitt für die verschiedenen Kategorieen 13,6 Unzen. Die wöchentliche Kost für Nahrung per Erwachsenen ergab folgende allgemeine Durchschnittszahlen: Seidenweber 2 sh. 2V2 d., Nätherinnen 2 sh. 7 d., Lederhandschuhmacher2 sh. 9'/2 d., Schuster 2sh. 73/4 d., Strumpfwirker 2sh. 6V4 d. Für die Seidenweber von Macclesfield betrug der Wochendurchschnitt nur lsh. 8'/2 t ) 7 t o 8 r ) ( i a T L F| V I C Ö S t K J W X , & X V O V T T ) V

oixeCav xpT)auv ov yap dXXaYng citxev -y^-yovev. 52.40—43

z.B. der Nahrung] Verkürzte Wiedergabe. Bei Aristoteles: gegen Geld oder Nahrung

53.26-27

Siehe Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil. Studierzimmer.

53.38-41

„Uli bis ejus."] „Jene [d.h. zehn künftige Herrscher] haben einen gemeinsamen Plan, und sie übergeben ihre Kraft und Macht dem Tier. [Und es bewirkt, daß sich alle ... ein Zeichen auf ihre rechte Hand machen oder auf ihre Stirn] und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen oder den Namen des Tieres hat oder die Zahl seines Namens." Siehe Die Bibel (Vulgata). Das Neue Testament. Offenbarung des Johannes 17, 13 und 13, [16-]17. Siehe auch MEGA® II/2. S.33.37 bis 39.

53.41

Die Apokalypse ist ein Werk der frühen christlichen Literatur, das als Offenbarung des Johannes in das Neue Testament aufgenommen wurde; die Urheberschaft wird dem Apostel Johannes

707

Das Kapital

Erster Band

Hamburg 1867

zugeschrieben. Sie enthält mystische Voraussagen vom „Ende der Welt" und von einer „Wiederkehr Christi", die im Mittelalter oft zu ketzerischen Volksbewegungen führten. Später hat die Kirche die Prophezeiungen der Apokalypse zur Einschüchterung der Volksmassen benutzt. 54.26

altindischen Gemeinde] Siehe Erl. 22.34.

54.26

Inkastaates] Sklavenhalterstaat mit bedeutenden Überresten der Urgesellschaft. Die Grundlage der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Organisation war die Sippe oder Bauerngemeinde (Aylla), die Boden und Vieh gemeinsam besaß. Seine Blütezeit erlebte der Inkastaat vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zur spanischen Eroberung und seiner völligen Vernichtung in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts; damals dehnte er sich über die Gebiete des heutigen Peru, Ekuador, Bolivien und Nordchile aus.

54.39

Siehe M E G A ® U/2. S. 154ff.

56.9-10

Siehe M E G A ® II/2. S.215: „Gold und Silber sind von Natur nicht Geld, aber Geld ist von Natur Gold und Silber."

56.30

Siehe S. 53.38.

56.32

Siehe M E G A ® II/2. S.215.

56.32

Bei Galiani: «Sono i metalli adunque attissimi non meno a pagare che a valutare le cose tutte, e perciò come naturalmente moneta si hanno a riguardare ...»

56.34

Siehe M E G A ® Il/2. S.213-217.

56.35

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2366.6).

56.36-39

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® I1/3.6. S.2320.40-2321.4). - Simon Clement: A discourse of the general notions... London 1695: "28. Moreover, Silver and Gold themselves (which we may call by the general name of Bullion) are to be considered but as a Finer sort of commodities; and as such, are capable of Rising and Falling in Price, and may be said to be of more or less Value in divers places, according to their Plenty or Scarcity. 29. Bullion then may there be reckon'd to be of the Higher Value, where the Smaller Weight will purchase the Greater Quantity of the Product or Manufacture of the Countrey."

56.40-43

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2321.7-10). - Der Verfasser der Schrift ist Josiah Child.

56.43

" T h e ] Bei Papillon: "Whereas in truth the

708

Erläuterungen

56.43 u. 57.18—19

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® U/3.6S. 2321.10-13). - Der Verfasser der Schrift ist Thomas Papillon.

57.18-19

being merchandise."] Bei Papillon: being Merchandise, ..."

57.20

Bei Galiani, S. 72: « Da questo si dee trarre l'importantissima consequenza che l'oro e l'argento hanno valore come metalli anteriore all' esser moneta ...»

57.21—22

John Locke: Some considérations of the conséquences of the Lowering of interest... Voi. 2. London 1777. S. 15: "For mankind, having consented to put an imaginary value upon gold and Silver ..."

57.21—22

Bei Law, S.469, über Locke: «... le commun consentement des hommes assigna une valeur imaginaire à l'argent, à cause de ses qualités, qui le rendaient propre à la monnaie ...»

57.22-24

Bei Law, S.469: «je ne saurais concevoir comment différentes nations pourraient donner une valeur imaginaire à aucune chose ... ou comment cette valeur imaginaire pourrait avoir été maintenue. »

57.25-27

Bei Law, S. 470 : « Le nouvel usage de la monnaie, auquel l'argent fut appliqué, dut ajouter à sa valeur, parce que, comme monnaie, il obviait aux désavantages et aux inconvénients de l'échange ; et conséquemment les demandes d'argent venant à s'augmenter, il reçut une valeur additionnelle, égale à l'accroissement de la demande occasionnée par son usage comme monnaie.»

57.29

Bei Forbonnais : «... l'argent qui en est le signe.»

57.31

Bei Montesquieu, t.3, 1769, S.3: «La monnoie est un signe qui représente la valeur de toutes les marchandises.» — In dem in seinem Besitz befindlichen Buch von Montesquieu hat Marx diese Stelle angestrichen.

57.32-33

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2371.24-25). - Bei Le Trosne : « Il n'est pas donc exact de dire que l'argent est signe de richesse, et qu'il représente les valeurs. Il n'est pas simple signe, car...»

57.33—35

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts ... Berlin 1840. — Hervorhebungen von Marx.

57.34

nicht als ] Bei Hegel : nicht, als

57.35

als was] Bei Hegel: als das, was

57.39

Pandekten (griech.) oder Digesten (tat.) sind der Hauptteil des römischen Zivilrechts (Corpus iuris civilis). Die Pandekten waren eine Zusammenstellung von Auszügen aus den Werken römischer Rechtsgelehrter, die den Interessen der Sklavenhalter entsprachen.

709

Das Kapital • Erster Band • Hamburg 1867

Sie wurden im Auftrag des byzantinischen Kaisers Justinianus I. angefertigt und im Jahre 533 als Gesetz verkündet. 57.39—42

Philipe de Valois (Philipp VI. von Frankreich) führte mehrere Kriege gegen England, die ihn zu vielen Auflagen (Steuern) und Münzverschlechterungen veranlaßten. - In „Ordonnances des Valois", S.530: « No. 135. — Mandement par lequel le Roi déclare qu'il a droit de battre monnaie, et d'en fixer le cours. Paris, 16 janvier 1346. (Collection du] L[ouvre] II, 254.) Philippe, par la grace de Dieu, Roys de France. Au seneschal et receveur de Beaucaire, ou à leurs lieutenans, Salut. Nous ne povons croire, que aucun puisse ne doit faire doute, que à nous et à nostre Majesté royal n'appartiengne seulement et pour le tout en nostre royaume, le mestier, le fait, la provision et toute l'ordenance de monoie, et de faire monnoier teles monnoyes, et donner tel cours, pour tel prix comme il nous plaist, et bon nous semble pour le bien et proufit de nous, de nostre royaume et de noz subjiez, et en usant de nostre droit. »

57.45

constitutes oportet non esse mercem." ] Bei Pagnini, S. 221, Fußnote 2: constituías praetium oportet esse non mercem."

58.3

Siehe S. 33.8-9.

58.18-22

Siehe S. 28.31-32.33.

58.28-32

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2209.8—13). — Bei Petty: "If a man can bring to London an ounce of silver out of the earth in Peru, in the same time that he can produce a bushel of corn, then one is the natural price of the other; now if by reason of new and more easie mines a man can get two ounces of silver as easily as formerly he did one, then Corn will be as cheap at ten shillings the bushel, as it was before at five shillings, caeteris paribus."

58.33—40

Hervorhebungen von Marx.

59.31-32

Siehe M E G A ® II/2. S. 154-157.

59.33

das Owensche „Arbeitsgeld"] In den zu gründenden neuen Gesellschaften, so meinte Robert Owen, würde ein Papier, das den Wert der Arbeit in der Form von Banknoten darstellt, jedem Zweck der heimischen Bedürfnisbefriedigung und des Güteraustausches dienen. Es würde ausgegeben nur im Verhältnis zu den vorhandenen Vorräten und sei erhältlich nur im Austausch gegen wirkliche Wertprodukte.

61.32—35

[William Edward Parry:] Journal of a voyage for the discovery of a north-west passage from the Atlantic to the Pacific; performed in

710

Erläuterungen

the years 1819-20, in His Majesty's ships Hecla and Griper, under the orders of William Edward Parry. 2. ed. London 1821. S. 277/278: " . . . the exchange. In this case, as well as when any thing was presented to them, they immediately licked it twice with their tongues, after which they seemed to consider the bargain satisfactorily concluded." 61.39—41

Marx bezieht sich offensichtlich auf „Public health. Sixth report...", London 1864, S. 12-17,232/233 und 248. Z. B. in „Public health ...", S. 232/233: " Fats. Some kind of separated fat was consumed by every case but two, and of all the kinds butter was by far the most commonly used. The average quantity varied per adult weekly from three and a half ounces by the stocking weavers to seven ounces by the kid glovers, a relation the opposite to that of sugar, and the total average quantity was five ounces per adult weekly ... Table 2.... Silk Weavers Needle-women Kid Glovers Shoemakers Stocking Weavers

Fat. oz. 41/2 41/2 7 53/4 3'/ 2 ..."

61.41—43

Marx bezieht sich offenbar auf Dr. Harvey vom S t George's Hospital, den John Simon in „Public health. Seventh report ... 1864", London 1865, S. 13/14, erwähnt. - Siehe auch S. 555.22.

62.7

poetischen Chronologie] In der antiken Mythologie wurde die Geschichte der Menschheit in fünf Abschnitte gegliedert. Im goldenen Zeitalter lebten die Menschen am glücklichsten und ohne Kümmernisse; die Erde war ihr gemeinsames Eigentum und brachte alles Lebensnotwendige hervor. Diesem vollkommenen Zustand folgte jedoch eine stufenweise Verschlechterung der Welt, dargestellt als silbernes, ehernes, heroisches und eisernes Zeitalter. Dieser letzte Abschnitt war gekennzeichnet durch mühsame Arbeit auf ertragsarmem Boden; das Leben war voller Ungerechtigkeiten, Gewalttaten und Morde. Die Legende von den fünf Zeitaltern wird in den Werken des griechischen Epikers Hesiod und später von dem römischen Lyriker Ovid wieder aufgenommen.

63.2

caeteris paribus ] unter sonst gleichen Umständen

63.31-32

Siehe M E G A ® II/2. S.149ff.

63.37-38

Siehe die Notiz zu Petty im Manuskript 1861-1863 (MEGA® II/3.6. S. 2288.23 und 2293.12).

63.42

bien, il] Bei Le Trosne: bien il

711

Das Kapital - Erster Band

Hamburg 1867

63.42-43

Hervorhebungen von Marx.

65.16-18

Dante Alighieri: La divina commedia. Paradiso. Canto XXIV, 83—85.

65.34-37

Marx zitiert den Heiligen Hieronymus, „Brief an Eustochium — über die Erhaltung der Jungfernschaft".

67.29-30

Siehe MEGA® II/2. S.159.

67.30

salto mortale ] Todessprung

67.38-39

„Aus dem ... Feuer aber entsteht Alles durch Austausch, sagte Heraklit, und Feuer aus Allem, gleich wie aus Gold Güter und aus Gütern Gold."

67.40-41

Bei Lassalle : „Wenn Heraklit das Geld als Tauschmittel zum Gegensatz aller in den Tausch kommender reellen Producte machte und es an diesen erst sein wirkliches Dasein haben läßt, so ist also das Geld als solches nicht selbst ein mit einem selbständigen, stofflichen Werthe bekleidetes Product, nicht eine Waare neben andern Waaren, wie die Say'sche Schule noch "bis heute das Metallgeld hartnäckig auffaßt, sondern es ist nur der ideelle Repräsentant der umlaufenden reellen Producte, das Werthzeichen derselben, das nur sie bedeutet. Und das ist nur zum Theil eine aus dem Fragment entwickelte Folgerung, zum Theil nur der für Heraklit selbst darin vorhandene Gedanke."

68.20-21

Einem bis Maul] Sprichwort.

69.8-9

„the course of true l o v e runs never s m o o t h " l W i l l i a m S h a k e s p e a r e :

A midsummer night's dream. Act 1, scene 1 : "the course of true lover never does run smooth."

69.11

membra disjecta] zerstreute Glieder Horatius: Saturae I, 4.

69.40

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2338.18-21).

69.40

Bei Quesnay: «... il est de fait que toutachatest vente, et que toute vente est achat. »

69.42

Diese Formulierung stammt nicht direkt von François Quesnay, sondern Dupont de Nemours äußert sich über „Maximes du Docteur Quesnay" wie folgt: «Acheter c'est vendre, et vendre c'est acheter.» In: „Physiocrates ... par Eugène Daire. Pt.1. Paris 1846. S.392 (Collection des principaux économistes. T. 2).

71.11

Nonolet] Es stinkt nicht, sagte der römische Kaiser Vespasian vom Gelde, als ihm sein Sohn die Besteuerung der Bedürfnisanstalten vorwarf.

712

Erläuterungen

71.38

Siehe S. 59.3-5, 60.11-13 und 61.22-29.

71.39—41

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2372.16-18).

71.39-40

Hervorhebungen von Marx.

71.40-41

pour cet argent] Bei Mercier de la Rivière: pour avoir cet argent

72.8

Personae dramatis ] handelnde Personen

72.40

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2371.21—23). - Bei Le Trosne: «II y a donc pour aboutir à la consommation qui est l'objet ultérieur, au moins quatre termes ... »

73.26

vice versa] umgekehrt

74.28

Siehe MEGA® II/2. S. 165/166.

74.36

differentia specifica] kennzeichnender Unterschied

74.39

In Says Buch „Traité d'économie politique ...", 3. éd., T.2, Paris 1817, S. 33-52, werden Krisen („la baisse réelle") behandelt Anschließend an das Buch 3 des zweiten Bandes folgt noch ein „Épitome des principes fondamentaux de l'économie politique", worin Say auf S.459 schreibt: «Marchandise: produit acheté pour être revendu.»

76.40-41

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2370.30-31). - Bei Le Trosne: «... ; on a attribué à l'argent des effets que sa circulation ne peut avoir, puisqu'il n'a d'autre mouvement que celui qui est imprimé par les productions.»

79.38

Bei Le Trosne: «...; mais ce sont les productions ...»

80.28-31

Siehe „Zur Kritik S. 2319.24-29).

80.28-42

[Dudley North:] Discourses upon trade; principally directed to the cases of the interest, coynage, clipping, increase of money. London 1691. Diese Ausgabe stand nicht zur Verfügung. Zum Vergleich wurde herangezogen: A reprint of economic tracts. Ed. by Jacob H.Hollander. Sir Dudley North on discourses upon trade 1691. Baltimore 1907.

80.28

Bei North: "Money being thus the Common Measure ..."

80.29-30

Hervorhebungen von Marx.

80.34

why cannot he get] Bei North: why he cannot get

80.41-42

a nation bis to hand." ] Bei North: "... the growth of Wealth in the Nation is hindered, for that never thrives better, then when Riches are tost from hand to hand."

(Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6.

713

Das Kapital • Erster Band

Hamburg 1867

82.16

than which would] Bei Petty: then which, would

82.20

Hervorhebungen von Marx.

82.21

Die Worte in Klammern stammen aus dem vorangehenden, von Marx nicht zitierten Satz aus der Schrift von Petty.

82.22

Hervorhebungen von Marx.

82.22

of payments."] Bei Petty: of the payments ..."

82.26

Siehe MEGA® II/2. S.228.

82.28

ex officio] Hier: durch den Plan seines Werkes veranlaßt

82.29—34

Adam Smith : An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations ... In 6 vols. Vol. 3. London 1836. Book 4. Ch. 1. S. 87 und 89.

82.34—35

Adam Smith: An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations ... Vol.1. London 1835. Book 1. Ch.1. S.6ff.

82.34-37

Siehe auch MEGA® 11/3.1. S. 243-251 und 279.

82.35

ex officio] Siehe Erl. 82.28.

82.38

"The prices of things ] Bei Vanderlint: "..., that the Prices of Things

82.39

consequently, where] Bei Vanderlint: consequently, that where

82.42

Marx benutzte für die Erarbeitung seines Manuskriptes 1861—1863 folgende Ausgabe: David Hume: Essays and treatises on several subjects. In 2 vols. London 1764. Siehe MEGA® II/3.6. S. 2121/2122.

82.45

Hervorhebungen von Marx.

83.25—27

Hervorhebungen von Marx.

83.26

n'y ait] Bei Montesquieu: n'y en ait

83.31-32

Siehe MEGA®ll/2. S.219-224 und 228ff.

83.34—37

John Stuart Mill schreibt im „Vorwort" seiner Schrift „Principles of political economy ...", London 1848: "The design of the book is different from that of any treatise on Political Economy which has been produced in England since the work of Adam Smith."

83.37-38

Arthur Wellington befehligte von 1808 bis 1815 erfolgreich die englischen Truppen in den Kriegen gegen Napoléon I, während der englische General Sir William Fenwick gezwungen war, am 27. November 1855 die Stadt Kars, deren Verteidigung er leitete, den russischen Truppen zu übergeben.

83.42—44

Hervorhebungen von Marx.

714

Erläuterungen

84.33—34

Adam Heinrich Müller: Die Elemente der Staatskunst.. .Th. 2. Berlin 1809. S. 280. - Siehe auch MEGA® 11/1.2, S. 675.14-24, und MEGA® II/2, S. 146.24-30.

84.36

... it is carried] Bei North : ... Wherefore is it carried

84.36

Tower, and coined. Not] Bei North: Tower, and coyned? not

84.38

costs] Bei North: cost

84.40-41

had to ] Bei North : were made to

85.33

Sohn des Himmels] Kaiser von China.

85.43—46

In „Report from the secret committee ..." : "429. Are there many that are light now? A great Number; every Year there is a fresh Class. The Class which pass full Weight one Year by the Wear and Tear of the next Year lose sufficient to make the Scale turn against it."

85.43—44

Ein Wortspiel: „Sovereign" bedeutet „Souverän", „Monarch"; gleichzeitig ist „Sovereign" die Bezeichnung einer englischen Goldmünze (1 Pfund Sterling).

87.33

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2327.16).

87.33

Money does ] Bei Barbon : For, Money do's

87.33-35

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2327.13—15). — Bei Barbon: "It is the Denomination and Currency of the Money that men regard in Bargaining, and not the quantity of Silver..."

87.35

Bei Barbon: "... makes it

88.4

perpetuum mobile] das ständig Bewegliche

88.5—6

Übernommen aus Marx' Arbeit „Zur Kritik der politischen Ökonomie. Urtext" (MEGA® II/2. S. 37.8-12). - Pierre Le Pesant Boisguillebert: Le détail de la France ... Paris 1843. S.213: «Or, quand tout l'argent serait entre les mains du menu peuple, où il est toujours meuble, il faut qu'il retourne aussitôt entre les mains des puissants, qui le refont immeuble en la plus grande partie ...»

88.34—35

Bei Mercier de la Rivière : «... car une richesse en argent n'est que l'effet d'une richesse en productions, converties en argent par le moyen des échanges.»

88.35

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2371.39—40). - Bei Mercier de la Rivière : « De tout ceci il résulte qu'une valeur en argent n'est au fond qu'une valeur en productions, qui n'a fait que changer de forme ...»

Money..."

715

Das Kapital - Erster Band - Hamburg 1867

89.1

nervus rerum ] Nerv der Dinge, Hauptsache

89.16—18

Die von Marx benutzte Quelle konnte nicht ermittelt werden. In der „Coleccion de los viegas y descubrimientos, que hicieron por mar los Españoles desde fines del siglo XV ... Coordinada é ilustrada por don Martin Fernandez de Navarrete",T. 1, Madrid 1825, S. 309, heißt es:«... del oro se hace tesoro, y con él, quien lo tiene, hace cuanto quiere en el mundo, y llega á que echa las animas al paraiso.» Siehe M E G A ® II/2. S.372 und 402.

89.24

res sacrosanctae, extra commercium hominum] geheiligte, dem Handelsverkehr der Menschen entrückte Dinge

89.27

" M o n e y is] Bei Bellers: " M o n e y ... i s - Siehe auch M E G A ® 11/1.1, S. 93.6-14, und Erl. dazu.

89.32

delphischen Tempelschätze ] Delphi war das Heiligtum des Apollon in Phokien, der Tempel mit wertvollen Weihgeschenken (z. B. Statuen) und Siegesmonumenten wurde 373 v. u. Z. zerstört.

89.38—45 u. 90.28-33

Übernommen aus Marx' Arbeit „Zur Kritik der politischen ökonomie. Urtext" (MEGA® II/2. S. 38.35-39.12).

90.6

Goldgral ] In Sage und Dichtung des Mittelalters eine wundertätige Schale.

90.33

mankind."] Bei Shakespeare: mankind ..."

90.35—42

Übernommen aus Marx' Arbeit „Zur Kritik der politischen Ökonomie. Urtext" (MEGA® II/2. S. 38.21-27). „Denn kein so schmählich Übel, wie des Geldes Wert, Erwuchs den Menschen: dies vermag die Städte selbst zu brechen, dies treibt Männer aus von Hof und Herd; dies unterweiset und verkehrt den edlen Sinn rechtschaffner Männer, nachzugeh'n ruchloser Tat, zeigt an die Wege böser List den Sterblichen, Und bildet sie zu jedem gottverhaßten Werk."

90.43—44

„Die Habsucht hofft, aus dem Innersten der Erde Pluton selbst heraufzuziehen." Athenaeus: Deipnosophistae VI, 233e. - Siehe M E G A ® II/2. S. 38.16-17.

716

Erläuterungen

91.13

Denis Diderot: Der Salon von 1767. S. 147: «De ce jour, voici le mot, le mot funeste qui retentit d'un bout à l'autre de la société : Soyons, ou paraissons riches.»

91.35

require] Bei North: requires

91.36

The buckets] Bei North: Thus the Buckets

91.38

Die Ostindische Kompanie (East India Company) war eine englische Handelsgesellschaft, die von 1600 bis 1858 bestand. Sie war ein Werkzeug der räuberischen Kolonialpolitik Englands in Indien, China und anderen asiatischen Ländern. Mit ihrer Hilfe gelang den englischen Kolonisatoren die allmähliche Eroberung Indiens. Die Ostindische Kompanie verfügte lange Zeit über das Handelsmonopol mit Indien und hatte die wichtigsten Verwaltungsfunktionen in diesem Lande in der Hand. Der nationale Befreiungsaufstand in Indien (1857—1859) zwang die Engländer, die Formen ihrer Kolonialherrschaft zu ändern; die Ostindische Kompanie wurde aufgelöst und Indien zum Besitz der britischen Krone erklärt.

91.39—40

Die "silver bis falls."] In „Report from the select committee on bank acts ... 30 July 1857": " . . . silver ornaments to be coined?—I believe such things have happened. Money which goes into the form of ornaments, and is hoarded in that form, is brought out when there is a high rate of interest, and goes back again when the rate of interest falls."

91.41—42

East India (Bullion). Return to an address of the Honourable the House of Commons, dated 8 February 1864.

92.34-35

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.4. S. 1534.29—30). — Bei Luther: „Nu ich dir sie gelihen habe/ magstu mir einen Zwilling aus dem schadewacht/ das ich hie nicht bezalen/ und dort nicht keuffen kan/ ..."

92.35

Schadewacht] Alte Bezeichnung für Wucher.

92.38-39

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2325.37-39).

92.38

England] In „An essay ...": England

94.41 u.

Siehe M E G A ® II/2. S.208.

95.22 95.22

" T h e ] Bei Bellers: " . . . and the

95.30

Hervorhebungen von Marx.

95.31-32

Der Verfasser der Schrift ist Henri Roy.

95.33—35

Hervorhebungen von Marx.

717

Das Kapital • Erster Band • Hamburg 1867

95.37

"The amount of sales or] In „The currency question amount of purchases or

95.39-40

into bis distant] In „The currency question . . . " : " . . . into multifarious drafts upon the quantity of money which may be afloat at subsequent dates more or less distant.

95.42

credits, when] In „The currency question . . . " : credits may, when

95.44

In „The currency question ..." : " . . . indefinite,—bills at twelve, six, three months, or one often ..."

96.24-37

In „Report...":

"Receipts: In bankers' drafts and mercantile bills of exchange, payable after date In cheques on bankers, &c. payable on demand In country bankers' notes In In In In

Bank of England notes gold silver and copper Post-office orders

533596 357 715 9627 68554 28089 1486 933

.. the

900938

99062 £1000000 Payments: By bills of exchange payable after date By cheques on London bankers By Bank of England notes By gold By silver and copper

22743 9427 1484

302674 663672 £ 966346

33654

£1000000' Siehe auch MEGA®ll/2. S. 21.22-45. 96.39—41

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2326.3—5). — Daniel Defoe: An essay upon publick credit ... London 1710: " . . . or Delivering and Taking, to Selling and Paying, all the Bargains in the World are now stated upon the Foot of a Price in Money . . . "

96.42

Bei Boisguillebert, S.413: «... l'argent... est devenu le bourreau de toutes choses ...» - Siehe auch MEGA® II/2. S.37.39—40 und 188.32-33.

96.42-43

Bei Boisguillebert, S.419: «Bien loin qu'après qu'un malheureux alambic a fait évaporer une quantité effroyable de biens et de denrées pour former ce fatal précis au maître ...» — Siehe auch MEGA® II/2. S. 37.40-38.1.

718

Erläuterungen

96.44

Bei Boisguillebert, S. 417/418: «Mais il y a de l'argent criminel, parce qu'il a voulu être un dieu au lieu d'un esclave, qui, après avoir déclaré la guerre aux particuliers ou plutôt à tout le genre humain ... il met tous les jours une quantité effroyable en poudre ...» — Siehe auch MEGA® II/2. S. 38.3-4.

97.20-26

Bei Fullarton: ' " A t Whitsuntide, 1824', Mr. Craig says, 'there was such an immense demand for notes upon the banks of Edinburgh, that by eleven o'clock they had not a note in their custody; they sent round to all the different banks to borrow, but could not get them, and many of the transactions were adjusted by slips of paper only; yet by three o'clock the whole of the notes were returned into the banks from which they had issued ! It was a mere transfer from hand to hand.'"

97.34—43

Marx zitiert hier Pettys Arbeit „Verbum sapienti", die als Beilage in dem Werk „The political anatomy of Ireland" erschien.

97.34

Bei Petty: "... to raise 4 Millions per Annum ..." Die offensichtlich falsche Zahl 4 hat Marx in die Zahl 40 berichtigt.

97.34

millions] Bei Petty: Millions

97.35

Hervorhebungen von Marx.

97.37

Hervorhebungen von Marx, außer viz.

97.39

Hervorhebung von Marx.

97.41

Hervorhebung von Marx.

98.26-27

Siehe M EGA® II/2. S.216f.

98.32-33

Siehe MEGA® II/2. S.229ff.

98.33—35

Marx zitiert hier David Ricardos Buch „The high price of bullion a proof of the depreciation of bank notes", 4. ed., London 1811, S.267/268. - Siehe MEGA® II/2, S.235.35, und MEGA® II/3.6, S. 2327.17-18.

98.35—36

Bei Barbon: "That the Balance of Trade (if there be one) is ..."

98.37

in every country] Bei Barbon: in several Countries

98.38—41

John Ramsay MacCulloch: The literature of political economy ... London 1845. S. 157: "A Discourse concerning Coining the New Money Lighter ...By Nicholas Barbon ... London, 1696. In this tract Barbon has pointed out sundry errors into which Locke had fallen, and he has the further merit of having demonstrated the fallacy of the then prevalent opinions with respect to the balance of trade, and of having shown that bullion is never sent abroad in

719

Das Kapital - Erster Band - Hamburg 1867

payment of an unfavourable balance unless it be at the time the cheapest and most profitable article of export. But although Barbon showed that the circumstances which determine the value of bullion, and which regulate its importation and exportation, differ in no respect from those applicable to other commodities, he contended that the value of coins (or of bullion in the shape of coin), depended on the stamp affixed to them by government; and consequently, that 'money will be of as good value to all intents and purposes when it is coined lighter'. This gross and unaccountable error destroyed the influence of Barton's tract; and was most probably the cause of the oblivion into which it very soon fell, and of its never having attracted that attention to which, on other accounts, it was entitled." 98.40

„Currency principle" war eine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England weit verbreitete Geldtheorie, die von der Quantitätstheorie des Geldes ausging. Die Vertreter dieser Quantitätstheorie behaupteten, daß die Preise der Waren durch die Menge des in Umlauf befindlichen Geldes bestimmt würden. Die Vertreter des „currency principle" wollten die Gesetze der Metallzirkulation nachahmen. Zur Currency (den Zahlungsmitteln) rechneten sie außer dem Metallgeld auch die Banknoten. Sie glaubten einen stabilen Geldumlauf durch volle Golddeckung der Banknoten zu erreichen; die Emission sollte entsprechend dem Edelmetallimport und -export reguliert werden. Die Versuche der englischen Regierung (Bankgesetze von 1844), sich auf diese Theorie zustützen, hatten keinerlei Erfolg und bestätigten nur ihre wissenschaftliche Unhaltbarkeit und ihre völlige Untauglichkeit für praktische Zwecke

98.43

den er ,.facile princeps argentariorum" nennt] den er „den an erkannten König der Geldleute" nennt — John Ramsay MacCulloch: The literature of political economy London 1845. S. 181: "Mr. Palmer's pamphlet elicited various replies, of which the ablest and by far the best was that of Mr. Loyd, argentariorum su saeculi facile princeps, who made his first appearance as a writer on currency on this occasion."

101.9-10

James Steuart: An inquiry into the principles of political oe conomy... In 3 vols. Vol. 2. Dublin 1770. S. 370: "Coin we have called the money of the world, as notes may be called the money of the society." - Siehe M E G A ® II/2. S. 227.8-9.

101.35

"Exchanges] Bei Barbon: "For Exchanges

101.39-40

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® U/3.6 S. 2319.41-2320.2).

101.39

" W h a t ] Bei Bellers: " . . . so what

720

Erläuterungen

101.39

Hervorhebungen von Marx.

101.41

What bis W c ] Bei Petty : " What if we have too much Coin ? Answer. We ...

101.42

splendour] Bei Petty: Splendor

101.43

interest, where interest] Bei Petty: Interest, where Interest

101.44 bis

Siehe Erl. 97.34-43.

102.28-32 101.44

" M o n e y ] Bei Petty: "For Money

102.1-110.22

Siehe M E G A ® 11/3.1. S. 5.1-16.34.

102.31—32 103.40-41

Hervorhebungen von Marx. Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® 11/3.6. S. 2372.4-5). Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® 11/3.1. S. 13.28-30).

104.39-40 104.39

money] Hervorhebung von Marx.

105.39

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2371.38).

105.39

,,On] Bei Mercier de la Rivière: " . . . car on

105.40

ex professo] von Berufs wegen; vorsätzlich; offenbar

105.41 u. 106.29-31

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.5. S. 1762.5-9). - Bei Corbet: "All trade consists in the exchange of things of different kinds; and the advantage arises out of this difference. To exchange a pound of bread against a pound of bread, or an ingot of gold against an ingot of gold, it is observed, would be attended with no advantage; it would be a mere waste... and hence trade is advantageously contrasted with gambling, which consists in a mere exchange of money for money ..."

106.38-39

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.5. S. 1763.19-20). - Hervorhebungen von Marx.

106.40-43

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.5. S. 1763.10—12). — Hervorhebungen von Marx.

106.42

long temps ... faudrait] Bei Pinto: longtemps ... faudroit

107.25

Bei Engels: „Und nachdem diese Trennung bewerkstelligt, theilt sich das Kapital nochmals in das ..."

721

Das Kapital • Erster Band • Hamburg 1867 107.30—45 u. 108.22—32

Aristoteles: Politica I, 8-9, 1256 b 26-1257a 40. - Den gesamten Passus übersetzte Marx teils wörtlich, teils sinngemäß und teilweise mit Auslassungen. -Siehe MEGA® II/2. S. 107.20-25 und 129.38—41.

107.30

Zur Unterscheidung von Chrematistik und Ökonomik siehe Aristoteles: Politica I, 8, 1256b 27; I, 9, 1256 b 40.

107.32-39

Aristoteles: Politica I, 9, 1256 b 40-42; I, 9,1257a 17-19: xaìéoixev 6 y' dX/nihvos izXoxnoc, in TOÜTCÜV elvai. TI -yàp RF|Q TOUXÙTTÌQ XTT)vov Tpécperai., ó 5è CTXICÛJV, Ó ôè XiTcivaç JJLÓVOV CTIMEP-VTIIV, Ò B È Y T TOVT«I>V oxiôèv 7touLv àXXà er viriCELE; r a v r a . àvÓ7XTi ouv TÒV èv ßpaxvrär(() öiaTplßovra ép-yq) TOVTOV x a l &purca ôvvacrdai TOVTO itoielv. TÒ avrò Sè TOVTO •jrèitovde x a l TÒ àp.v 7tepl ràç a v r à ç è7rurrr)p.aç fj roùç âXXovç 8tip.U)vp70vç TO>V ÎSUJJTÙV, x a l Ttpôç Trçv c r v v r a i i v , Si* "F|ç TT)V re ßaauXelav x a l TT)V Ö X X T | V iroXireiav SiacpuXâ-rrowiv, ovrtu xaXûç éx o v T C t 5 óixrte x a l rv cpi.XocrócfXi)V rovç vitèp x M^ vü)v ftepairovaiv à v r l èXevdépv.

584.35—44 u.

Appian von Alexandrien: Römische Geschichten. Stuttgart 1830.

585.33-36

S. 885/886.

584.35

„ D i e ] Bei Appian: „Denn die

584.36

ungetheilten] Bei Appian: unvertheilten

584.37

würden] Bei Appian: werden

584.37—41

kauften bis insofern] Bei Appian: kauften die in ihrer Nähe gelegenen Stücke der Armen zum Teil mit deren Willen, zum Teil nahmen sie sie ihnen mit Gewalt, so daß sie nur mehr weit ausgedehnte Felder statt einzelne Länder bebauten. Sie gebrauchten dabei Sklaven zum Landbau und zur Viehzucht, weil ihnen freie Leute von der Arbeit weg zum Kriegsdienst genommen worden wären.

971

Das Kapital

Erster Band

Hamburg 1867

Auch dieser Besitz von Sklaven brachte ihnen zu gleicher Zeit noch in so fern 584.44 u. 585.33-34

weniger bis v e r d a m m t ] Bei Appian: wenigere, und ihr männlicher Muth verschwand, weil sie durch Armuth, Abgaben und Kriegsdienste aufgerieben wurden. Traten aber auch Zeiten des Friedens ein, so sahen sie sich in vollkommene Unthätigkeit versetzt

585.7-9

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2300.21-22). - Bei Arbuthnot, S. 124: "... nor is it a consequence that there must be depopulation, because men are not seen wasting their labour in the open field."

585.9-10

Bei Arbuthnot S. 124/125: "Again, when we consider the number of great manufacturing towns which have arisen within this century, and see every where not only an increase of culture, but also that it is carried on in a much more spirited manner than formerly, (circumstances which must necessarily employ a greater number of hands) I cannot see on what foundation we can determine the number of the inhabitants to be less."

585.10-13

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® It/3 6. S. 2300.23-25). - Bei Arbuthnot, S.128:"... if by converting the little farmers into a body, of men who must work for others more labour is produced, it is an advantage which the nation should wish for..."

585.13-16

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® U/3.6. S.2300.25-28). - Bei Arbuthnot, S.129: "... the produce being greater when their joint labours are employed on one farm, there will be a surplus for manufacturers, and by this means manufactures, one of the mines of this nation, will increase, in proportion to the quantity of corn produced ..."

585.24-30

Bei Eden, vol.1, S.48/49: "... a much greater proportion of the cultivated land seems to have been appropriated to tillage, than, from the inconsiderable number of mouths to be fed, we might have supposed would have been the case. This proportion, however, seems to have diminished, as an improved husbandry was gradually introduced5; farmers, by degrees, became convinced, that, to have good crops of corn, they must convert a considerable portion of their ploughed fields into pasture ... 5 The following enumerations clearly prove, that, in the 14th and 15th centuries, farms, in general, were not only very small, but almost entirely in tillage. As agriculture improved, the proportion of arable land decreased; and, in the reign of Elizabeth, meadow and pasture acquired their due consideration.

972

Erläuterungen

In 1305, A messuage in Norfolk contained

1339, Eighteen messuages in Norfolk

1567, An estate in Norfolk, 40 messuage.

1569, A manor in Norfolk

acres 90 of arable 5 of meadow 40 of pasture 160 of arable 50 of meadow 10 of pasture 20 of marsh 10 of turbary 20 cottages 200 of arable 100 of 300 of 10 of 60 of 20 of 40 of 300 of

meadow pasture wood. arable meadow pasture furze. heath, and bruery."

585.36-37

Das licinische Gesetz wurde 367 v.u.Z. in Rom angenommen und bestimmte eine gewisse Einschränkung des Besitzes von Gemeindeland für persönliche Nutzung sowie eine Reihe Maßnahmen zugunsten der Schuldner. Es richtete sich damit gegen das fortgesetzte Anwachsen des Großgrundbesitzes und gegen die Privilegien der Patrizier und zeigt eine gewisse Stärkung der politischen und ökonomischen Positionen der Plebejer. Nach der Überlieferung geht dieses Gesetz auf die Volkstribunen C. Licinius Stolo und Lucius Sextius Lateranus zurück.

585.40

Der Verfasser ist John Arbuthnot.

585.41

"Working men are driven from] Bei Seeley: "Thus forty three working men are driven away from

585.42

Hervorhebungen von Marx.

586.20-21

letzten Schilderhebung des Prätendenten ] Die Anhänger der Stuarts hofften mit ihrem Aufstand 1745/1746 die Einsetzung des sogenannten „jungen Prätendenten", Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart, als König von England zu erzwingen. Gleichzeitig spiegelte der Aufstand den Protest der Volksmassen Schottlands und Englands gegen ihre Ausbeutung durch die Gutsherren und die massenweise Vertreibung der kleinen Ackerbauern wider. Die Niederschlagung des Aufstandes hatte die völlige Vernichtung des Clansystems in Schottland zur Folge. Die Verjagung der Bauern von ihrem Land erfolgte noch intensiver als vorher.

973

Das Kapital

586.25—26 u. 587.1—19

Erster Band

Hamburg 1867

Die Fakten hatte Marx offensichtlich Sismondis Schrift "Études sur l'économie politique", 1.1, Bruxelles 1837, S. 152—154, entnommen: «Entre l'année 1811 et l'année 1820, ces quinze mille habitants, formant environ trois mille familles, ont été chassés, ou, selon l'expression adoucie de M. Loch, qui avait présidé à l'opération, écartés, déplacés(removed), de tout l'intérieur du comté. Tous leurs villages ont été démolis ou brûlés, et tous leurs champs convertis en pâturages (Improvement, etc., by J. Loch, p. 92). Une opération semblable était faite, à peu prés simultanément, par les sept ou huit autres seigneurs qui possédaient le reste du comté de Sutherland, ou une étendue de plus de deux cent cinquante mille acres anglais; bien plus, presque tous les seigneurs du nord de l'Écosse agissaient alors de même, ou ne tardèrent pas à suivre cet exemple. M. Loch assure cependant que la marquise de Stafford a montré bien plus d'humanité qu'aucun de ses voisins ; elle s'est occupée du sort de ceux qu'elle déplaçait, elle leur a offert une retraite sur ses propres terres; et en leur reprenant sept cent quatre-vingt-quatorze mille acres de terre, dont ils étaient en possession depuis un temps immémorial, elle leur en a généreusement laissé six mille environ, ou deux acres par famille. Ces six mille acres ouverts pour servir de refuge aux petits tenanciers étaient auparavant en friche, et ne rendaient rien au propriétaire. Celui-ci ne les a cependant pas concédés gratuitement, il les a assujettis à une rente moyenne de deux shellings et demi par acre, et il n'a point fait de baux plus longs que pour sept ans ; mais il a promis de renouveler le bail pour sept autres années, si la terre se trouvait bien cultivée. (Ib„ p. 107.) Les sept cent quatre-vingt-quatorze mille acres dont la marquise de Stafford a repris ainsi possession ont été divisés par M. Loch, son agent, en vingt-neuf grandes fermes, fort inégales en étendue. Il en est de plus grandes que le département de la Seine, qui lui-même comprend quarante-six mille cent quatre-vingt-un hectares, et ne formerait par conséquent pas plus du neuvième de la surface du domaine des comtes de Sutherland. Ces fermes, destinées uniquement au pâturage des moutons, ne sont habitées chacune que par une seule famille, et comme l'industrie qu'elles introduisent dans le pays est nouvelle, elles n'emploient guère d'Écossais, mais seulement des valets de ferme venus d'Angleterre. Dix-sept gentilshommes cependant, ou anciens tacksmen de Sutherland, ont pris autant de fermes de la marquise, malgré les préjugés nationaux qui attachaient l'idée de dérogation à ce nouveau métier. Les douze autres sont Anglais. Cent trente-un mille moutons remplaçaient déjà, en 1820, les braves qui versaient jadis leur sang pour la défense de Mhoir-Fhear Chattaibh (lb., p. 147), et sans doute leur nombre est aujourd'hui fort augmenté.»

974

Erläuterungen

Sismondi bezog sich auf James Lochs Arbeit „An account of the improvements on the estates of the Marquess of Stafford, in the counties of Stafford and Salop, and on the estate of Sutherland. With remarks", London 1820. 586.27

Bei Newman: " A baron, in his highest plenitude of power, has rather less right over the soil, than the King from whom he derived his right: and a king of England might as well claim to drive all his subjects into the sea, as a baron to empty his estates."

586.29-33

Marx zitiert Steuarts Schrift „An inquiry ...", Dublin 1770, vol.1, ch. 16, S. 104: "If you compare the rent of these lands with the extent it appears very small; if you compare it with the numbers fed upon the farm, you will find that an estate in the highlands maintains, perhaps, ten times as many people as another of the same value in a good and fertile province."

586.30

taskmen] Wahrscheinlich gemeint: taksmen. So wurden zur Zeit des Clansystems in Schottland die Ältesten oder Untersassen genannt, die dem Clanchef oder laird (dem „großen Manne") unmittelbar untergeben waren. Der laird verteilte das Land (tak), das Eigentum des ganzen Clans blieb, an die taksmen. Dem laird wurde ein geringer Tribut entrichtet und damit seine Oberherrschaft anerkannt. Den taksmen wiederum waren niedrigere Amtsleute unterstellt die an der Spitze je eines Weilers standen, und diesen war die Bauernschaft untergeordnet. Mit dem Zerfall des Clansystems verwandelte sich der laird in den Gutsherrn, und die taksmen wurden ihrem Wesen nach kapitalistische Pächter; an die Stelle des früheren Tributs trat die Grundrente. Marx berichtet über die Rolle der taksmen innerhalb des Clansystems in seinem Artikel „Elections. — Financial Clouds. — The Duchess of Sutherland and Slavery", der in der „New-York Daily Tribune", Nr. 3687 vom 8. Februar 1853 (Abendausgabe) und 9. Februar 1853 (Morgenausgabe) erschienen ist.

586.39—46 u. 587.28

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2316.35-2317.6). - Bei Buchanan, S.144: "In the Highlands of Scotland this change is not yet fully accomplished, though the ancient state of property is daily subverted by the progress of modern manners. The landlord, without regard to the hereditary tenant, now offers his lands to the highest bidder, who, if he is an improver, instantly adopts a new system of cultivation. The land, formerly overspread with small tenants or labourers, was peopled in proportion to its produce; but under the new system of improved cultivation and increased rents, the largest possible produce is obtained at the least possible expence; and the useless hands being, with this view, removed, the population is reduced, not to what the land will main-

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Das Kapital

Erster Band

Hamburg 1867

tain, but to what it will employ. The dispossessed tenants either seek a subsistence in the manufacturing towns, or, if they can afford the expence of the voyage, emigrate to America for a more congenial mode of life." 587.19-22

Marx bezieht sich auf Robert Somers' Buch „Letters from the Highlands ...", London 1848, S. 84: "They allotted them was too narrow and too barren to keep them alive; but here is the sea—why not dip for herrings in the tide, and scratch limpets from the rocks? They became amphibious, lived half on land and half on water, and, after all, did not half live upon both."

587.29-35

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2317.17—24). — Bei Ensor:".. .hundreds of rare thinkers, profound political oeconomists ... They dispossessed families as they would grub up coppice-wood, and they treated villages and their people, as Indians harassed with wild beasts do, in their vengeance, a jungle with tigers... Is it credible, that in the 18th century, in this missionary age, in this Christian aera, man shall be bartered for a fleece or a carcass of mutton, nay, heald cheaper? ... Why, how much worse is it than the intention of the Moguls, who, when they had broken into the northern provinces of China, proposed in council to exterminate the inhabitants, and convert the land into pasture! This proposal many Highland proprietors have effected in their own country against their own countrymen ..."

587.41—42

Karl Marx: Elections. — Financial Clouds. — The Duchess of Sutherland and Slavery. In: New-York Daily Tribune. Nr. 3687, 8. Februar 1853 (Abendausgabe) und 9. Februar 1853 (Morgenausgabe).

587.43

Die Quelle konnte nicht ermittelt werden.

588.4—12

Bei Somers, S.25: " N e w forests are rising up like mushrooms. Here, on one side of Gaick, you have the new forest of Glenfeshil; and there, on the other, you have the new forest of Ardverikie. In the same line you have the Black Mount—an immense waste also recently erected. From east to west—from the neighbourhood of Aberdeen to the crags of Oban—you have now a continuous line of forest; while in other parts of the Highlands there are the new forests of Loch Archaig, Glengarry, Glenmoriston, Glenstrathfarar, and others, whose number and unpronounceable names would only weary the reader."

588.12—25

Bei Somers, S.26: " I n the first place, sheep were introduced into glens which had been the seats of communities of small farmers; and the latter were driven to seek subsistence on coarser and more sterile tracts of soil. Now, again, deer are supplanting sheep; and these are once more dispossessing the small tenants, who will

976

Erläuterungen

necessarily be driven down upon still coarser land, and to more grinding penury. Or, to speak more truly, the deer-forests and the people cannot co-exist. One or other of the two must yield. Let the forests be increased in number and extent during the next quarter of a century, as they have been in the last, and the Gael will perish from their native soil. It is unnecessary to inquire at much length into the causes which have impelled the Highland proprietors into this new movement. With some it is a matter of ambition. A deer-forest is beginning to be considered as a necessary appendage of an estate. If it want that, it wants dignity; and forests, accordingly, are introduced in much the same spirit as powdered wigs and four-wheeled carriages at the beginning and the end of last century. With some, again, the love sport is the actuating motive; while others, of a more practical cast, follow the trade in deer with an eye solely to profit. For it is a fact that a mountain range laid out in forest is, in many cases, more profitable to the proprietor than when let as a sheep-walk. It is not more profitable to the tacksman or to the country, but it yields more rent to the owner; and if he be either a needy or a greedy man, that one fact is sufficient to decide the disposal of it. The huntsman who wants a deer-forest limits his offers by no other calculation than the extent of his purse." 588.25-29

Bei Somers, S.28: "Sufferings have been inflicted in the Highlands scarcely less severe than those occasioned by the policy of the Norman kings. Deer have received extended ranges, while men have been hunted within a narrower and still narrower circle. The strong man has fainted in the race, for live. The old and tender have been left to die. One after one, the liberties of the people have been cloven down. To kill a fish in the stream, or a wild beast upon the hills, is a transportable offence. If churches have not been destroyed as by the Norman Conqueror, sites have been refused on which to build them. Even to travel through the fenceless forests is a crime; and paths, which have linked hamlets with hamlets for ages past, have been shut and barred. These oppressions are daily on the increase ..."

588.30—34

Bei Somers, S. 12: "This is, and has been, the practice on nearly all the estates in the parish. The clearance and dispersion of the people is pursued by the proprietors as a settled principle, as an agricultural necessity, just as trees and brushwood are cleared from the wastes of America or Australia, and the operation goes on in a quiet, business-like way, that neither excites the remorse of the perpetrators, nor at tracts the sympathy of the public."

588.38—42 u. 589.25

Übernommen von einer unpaginierten, als erledigt gekennzeichneten, einmal vertikal durchgestrichenen Seite, die Marx offensicht977

Das Kapital Erster Band Hamburg 1867

lieh in der Zeit zwischen Mitte 1863 und Ende 1865 geschrieben hat. - Gustav Freytag: Neue Bilder aus dem Leben des deutschen Volkes. Leipzig 1862. S. 38/39: „Erst unter Friedrich dem Großen wurde für die meisten Provinzen des Königreichs Preußen den Unterthanen die Erblichkeit und das Eigenthumsrecht gesichert. Und diese Verordnung half dazu, ein Leiden des Landvolks zu enden, welches das Land zu entvölkern drohte. Denn gerade im vorigen Jahrhundert, seit die Gutsherrn darauf bedacht waren, den Ertrag ihrer Wirthschaftzu steigern, fanden sie vortheilhaft, einzelne ihrer Unterthanen auszutreiben und die Bauernäcker zum Herrengut zu schlagen. Die Ausgetriebenen verfielen als heimatlose Leute dem Elend; den übrigen Unterthanen aber wurden dadurch die Lasten vollends unerträglich gemacht, denn ihnen wurde jetzt von den Gutsherren zugemuthet, auch noch die früheren Bauernäcker zu bestellen, deren Besitzer sonst durch ihre Arbeit die Bestellung des Herrengutes erleichtert hatten. Dies .Bauernlegen' war im östlichen Deutschland besonders arg geworden. Als Friedrich II. Schlesien eroberte, waren dort viele tausend Bauerngüter ohne Wirthe; die Hütten lagen in Trümmern, die Aecker waren in den Händen der Gutsherren. Alle eingezogenen Stellen mußten wieder aufgebaut, mit Wirthen besetzt, mit Vieh und Geräthe ausgestattet und als erblicher und eigenthümlicher Besitz an Landbauern ausgegeben werden. Auf Rügen verursachte derselbe Mißbrauch noch in der Jugend von Ernst Moritz Arndt Aufstände des Landvolks, Soldaten wurden entsendet, Aufrührer eingekerkert; dafür suchten die Bauern Rache, sie lauerten einzelnen Edelleuten auf und erschlugen sie. Ebenso war in Kursachsen noch 1790 derselbe Mißbrauch eine Ursache der Empörung." — Siehe auch MEGA® II/4. 589.23

[Adam Anderson -.] An historical and chronological deduction of the origin of commerce, from the earliest accounts to the present time. Vol.1. London 1764. S.321: "The first Statute of Law made in England, giving any particular Direction concerning impotent Beggars was in the 11 Year of King Henry VII. Cap. II in this same Year 1496, it directs 'That every Beggar, not able to work, shall resort to the Hundred, where the last dwelt, is best known, or was born; and shall there remain upon Pain of being set in the Stocks three Days and three Nights, with only Bread and Water, and than shall be put out of Town.'"

589.24 u. 590.1—10

Bei Anderson, S.361: "... whereby the Justices of every County were empowered to grand Licences to poor, aged, and impotent Persons, to beg within a certain Precinct; and such a should beg without or beyond that Licence or Precinct, where either to be whipped, or else to be set in the stocks three Days and three Nights, with Bread and Water only ..."

978

Erläuterungen

589.32

des impôts] Bei Mirabeau, S.213: les impôts

589.35

le ruinent] Bei Mirabeau: le minent

589.37

enfants, ses servants] Bei Mirabeau: enfans, ses servantes

589.38

de ce secours.] Bei Mirabeau: de secours!

589.40

et les semailles] Bei Mirabeau: et pour les semailles

590.11—35

Bei Anderson, S. 377 : "That a run-a-gate Servant, or any other who liveth idly and loiteringly by the Space of three Days, being brought before two Justices of the Peace, they shall cause him to be marked with an hot iron on the Breast with the Mark V, and adjudge him to be Slave of him who brought him, for two Years after; who shall take the said Slave, and give him Bread, Water, or small Drink, and Refuse meat, and cause him to work by beating, chaining, or otherwise, in such Work and Labour as he shall put him to, be it never so vile. And if such Slave absent himself from his said Master within the said Term of two Years by the Space of fourteen Days, then he shall be marked on the Forehead, or the Ball of the Cheek, with an hot Iron, with the Sign of an S, and farther be adjudged, to be Slave to his said Master for ever. And if he said Slave shall run away the second Time, he shall be adjudged a Felon.—It shall be lawful to every Person, to whom any shall be adjudged a Slave, to put a Ring of Iron about his Neck, Arm or Leg."

590.38-41

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2343.13-16). - Bei Cunningham: "In the reign of Edward VI. indeed the English seem to have set, in good earnest, about encouraging manufactures and employing the poor. This we learn from a remarkable statute which runs thus: That all vagrants shall be branded, and be the slaves

591.12-13

Petty Sessions] Tagungen der Friedensgerichte in England; sie verhandeln leichtere Fälle im vereinfachten Verfahren.

591.26-29

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S. 2347.34-37).

592.34-36

Siehe S. 177 ff.

592.38 u. 593.1—3

Bei Byles: "Formerly, the poor demanded such high wages, as to threaten industry and wealth. Now their wages are so low, as to threaten industry and wealth equally, and perhaps more, but in another way." — In dem in seinem Besitz befindlichen Buch von Bytes hat Marx diese Stelle angestrichen.

592.39—41

Marx zitiert aus Adam Smith' Schrift „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations ...", vol. 1, Edinburgh 1814, S.237. - Siehe Erl. 499.15-16. 979

Das Kapital Erster Band Hamburg 1867

592.40—41

Siehe Erl. 496.41-42.

593.30

Der Verfasser ist John Barnard Byles.

593.30-32

Bei Byles, S.206: "We were ready enough to interfere for the employer? Can nothing now be done for the employed?"

593.36—44 u 594.37-41

Bei Freytag S. 35/36.

593.36

Gutsherrn in dem menschenleeren Boden ] Bei Freytag : Gutsherren in dem menschenarmen Lande

593.39

Hervorhebungen von Marx.

593.41

Jahrhundert] Bei Freytag: Menschenalter

593.42-44 u 594.37—40

Hervorhebungen von Marx.

594.37

Dienstes nach] Bei Freytag: Dienstes kurz nach

594.38

erhielt] Bei Freytag: erhält

595.4

Schreckensregierung] Gemeint ist die Jakobinerdiktatur von Juni 1793 bis Juni 1794. Sie vertrat revolutionäre Teile des Kleinbürgertums. Ihre führenden Köpfe waren Robespierre, Marat, Danton und Saint-Just.

595.6-10

Bei Bûchez, Roux, S. 195: «Sans examiner quel doit être raisonnablement le salaire de la journée de travail, et avouant seulement qu'il devrait être un peu plus considérable qu'il l'est à présent (on mur mure), et ce que je dis là est extrêmement vrai ; car dans une nation libre, les salaires doivent être assez considérables pour que celui qui les reçoit, soit hors de cette dépendance absolue que produit la privation des besoins de première nécessité, et qui est presque celle de l'esclavage.»

595.13-14

Der Ausdruck „les ci-devant maîtres" befindet sich bei Bûchez, Roux auf S. 193.

595.30

Villicus ] Siehe S. 123, Fußnote 43.

595.34—42

Das Zitat befindet sich in der Zeitschrift „Révolutions de Paris", Nr. 101 vom 11. bis 18. Juni 1791 (Bd. 3, H. 8). - Die Quelle stand nicht zur Verfügung.

596.29-30

Siehe MEGA® 11/1.2. S.657.3-5 und Erl. dazu.

596.^0—32

Die Quelle konnte nicht ermittelt werden,

596.36

compte] Bei Monteil: comptes

980

Erläuterungen

596.37

chastelain sor Besançon rent es seigneur] Bei Monteil: chastelain de Chasteillon sur Bezançon, rent ès seigneurs

596.39

décembre M C C C L I X ] Bei Monteil: décembre mil C C C L I X

596.39

M C C C L X . " ] Bei Monteil: mil C C C L X , ...»

597.5

Handelsgeschichte ] Gemeint ist Andersons Werk „ A históricaI and chronological déduction ...", London 1764.

597.42

James Steuart: An inquiry into the principies of political oeconomy . . . Vol. 1. Dublin 1770. Book 1. Ch. 16.

598.15-21

Bei Mirabeau, S.20: «On ne fait attention qu'aux grandes manufactures, où des centaines d'hommes travaillent sous un directeur, et que l'on nomme communément manufactures réunies. Celles où un très-grand nombre d'ouvriers travaillent chacun séparément, et chacun pour son propre compte, sont ¿ peine considérées ; on les met à une distance infinie des autres. C'est une très-grande erreur ; car ces dernières font seules un objet de prospérité nationale vraiment important.»

598.21—26

Bei Mirabeau, S.20/21 : «La fabrique réunie enrichira prodigieusement un ou deux entrepreneurs ; mais les ouvriers ne seront que des journaliers plus ou moins payés, et ne participeront en rien au bien de l'entreprise. Dans la fabrique séparée, au contraire, personne ne deviendra riche, mais beaucoup d'ouvriers seront à leur aise ...» — Siehe MEGA® II/3.6. S.2298.30-32.

598.26-31

Bei Mirabeau, S.21 : «Le nombre des ouvriers économes et industrieux augmentera, parce qu'ils verront dans la bonne conduite, dans l'activité, un moyen d'améliorer essentiellement leur situation, et non d'obtenir un petit rehaussement de gages, qui ne peut jamais être un objet important pour l'avenir, et dont le seul produit est de mettre les hommes en état de vivre un peu mieux, mais seulement au jour le jour.»

598.31-33

Bei Mirabeau, S. 109 : « Les manufactures réunies, les entreprises de quelques particuliers qui soldent des ouvriers au jour la journée, pour travailler à leur compte, peuvent mettre ces particuliers à leur aise ; mais elles ne feront jamais un objet digne de l'attention des gouvernemens ...»

598.37

donnez] Bei Rousseau, S.70: donnerez

598.37

prends] Bei Rousseau: prendrai

600.22-23

Übernommen aus den „Grundrissen" (MEGA® 11/1.2. S. 653.17-21). — Bei Tuckett: " A n intelligent manufacturer, who was examined before a committee of the House of Commons, stated, that the in-

981

Das Kapital - Erster Band Hamburg 1867

troduction of machineryhad so greatly abridged labour in the various processes which precede weaving, that thirty-five persons were able to perform, in 1800, as much work as would have required one thousand six hundred and thirty-four to perform in 1785; or that one person, by the aid of machinery, could perform, in 1800, as much work as forty-s/xcould have done in 1785... Thatthe capital invested in mills, machinery Sc. appropriated to the woollen trade, was not less than six millions of pounds sterling, and the total number of persons of all ages, in England, in this branch of manufacture alone, was not less than 1500000S ... But the general adoption of machinery will enable the manufacturers to become large capitalists . . . " 600.24—27

Bei Urquhart: "The plough, the yoke were 'the invention of gods and the occupation of heroes'; are the loom, the spindle, and distaff of less noble parentage? You sever the distaff and the plough, the spindle and the yoke, and you get factories and poor-houses, credit and panics—two hostile nations, agricultural and commercial."

600.28-29

Siehe MEGA® II/2. S.62.2-12.

600.29—32

Bei Carey : "Turkey is the very paradise of middlemen ... We have thus a whole people divided into two classes—the plunderers and the plundered; and the cause of this may be found in the fact that the owners and occupants of land have never been permitted to strengthen themselves by the formation of that natural alliance between the plough and the loom, the hammer and the harrow, so much admired by Adam Smith.''

600.38-39

Die Bibel. Das Alte Testament. 1. Buch Mose 4, 9.

600.45-47 u 601.32—39

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.3. S. 1202.3-15). — Bei Hodgskin: "At present, all the wealth of society goes first into the possession of the capitalist, and even most of the land has been purchased by him; he pays the landowner his rent, the labourer his wages, the tax and the tithe gatherer their claims, and keeps a large, indeed the largest, and a continually augmenting share, of the annual produce of labour for himself. The capitalist may now be said to be the first owner of all the wealth of the community; though no law has conferred on him the right to this property. *... But the power of the capitalist over all the wealth of the country, is a complete change in the right of property, and by what law, or series of laws, was it effected? * In page 21, of 'Labour Defended against Capital' I have demonstrated that this change has been effected by the taking of interest on capital, and by the process of compound interest; and it is not a little curious, that all the lawgivers of Europe endeavoured to prevent this

982

Erläuterungen

by statutes, viz. statutes against usury, compound interest being, I believe, even now forbidden." 601.17

1555 fielen die Niederlande durch Erbfolge an Spanien. Die spanische Herrschaft hemmte jedoch die Entwicklung der niederländischen Bourgeoisie. Das führte allmählich zu einer revolutionären Situation. 1566 entstand eine starke Volksbewegung gegen die spanische Besetzung und ihre Folgen, insbesondere gegen die Inquisition. 1572 brach der offene Aufstand aus; er wurde veranlaßt durch die Einführung eines feudalistischen Steuersystems. 1579 schlössen sich die sieben nördlichen Provinzen, die protestantisch waren, zur Utrechter Union zusammen, die sich im Juli 1581 von Spanien unabhängig erklärte und die „Generalstaaten", die spätere Republik der Vereinigten Niederlande, bildete. Die niederländische Revolution war die erste siegreiche bürgerliche Revolution.

601.18

Englands Antijakobinerkrieg] Siehe Erl.352.12—13 und 451.23 bis 452.1.

601.19

Opiumkriegen gegen China ] Siehe Erl. 375.6-8.

601.41—43

Die entsprechende Passage wurde in John Aikins Buch nicht gefunden.

602.1—5

Bei Howitt: "The barbarities and desperate outrages of the socalled Christian race, throughout every region of the world, and upon every people that they have been able to subdue, are not to be paralleled by those of any other race, however fierce, however untaught, and however reckless of mercy and of shame, in any age of the earth."

602.7-8

Bei Raffles:"... for it is to be remembered, that the enormities which are committed in this trade conceal themselves in the dark, and it is only by accident that some traces of them can occasionally be discerned. For these reasons, the undersigned request that they may be excused for confining themselves to the most common and notorious abuses, which being faithfully recorded, may still afford sufficient evidence of the dreadful and detestable crimes which spring from avarice, and of the frightful shapes in which she perpetually displays herself, instigating and exciting the vengeful and blood-thirsty passions of the natives, and creating a fertile source of trouble and mischief."

602.14-17

Bei Raffles, vol. 2, S. CXC/CXCI: "Let us further represent to ourselves this, our town of Makäsar, filled with prisons, the one more dismal than the other, which are stuffed up with hundreds of wretches, the victims of avarice and tyranny, who, chained in fetters, look forward with despair towards their future destiny, and

983

Das Kapital - Erster Band - Hamburg 1867

taken away from their wives, their children, their parents, their friends and comforts, languish in slavery, helpiess and miserable!" 602.25

englisch-ostindische

Kompagnie] Siehe Erl.91.38.

602.30

Betel] Ein erfrischendes und aufmunternd wirkendes Genußmittel der indonesischen Völker, das aus dem gerösteten Samen der Betelnußpalme und den Blüten und Blättern des Betelpfeffers bereitet wird.

603.20

Puritaner] Anhänger einer kirchlichen und politischen Reformbewegung im Sinne des Reformators Johann Calvin, die sich etwa 1565 in England entwickelte. Die Puritaner erstrebten die Wiederherstellung der evangelischen Reinheit in der anglikanischen Kirche, also ihre Befreiung von Überbleibseln des Katholizismus sowie von staatlicher Reglementierung und von der Priesterhierarchie. Diese Bewegung widerspiegelte den politischen Widerstand der Bourgeoisie gegen den Absolutismus. Die Puritaner wurden unter den Stuarts verfolgt. Eine große Zahl von ihnen wanderte aus, insbesondere nach Nordamerika. Die Puritaner förderten mit ihren Moralgrundsätzen und ihrem bürgerlichen Streben nach wirtschaftlichem Erfolg und Gewinn sehr stark die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals in England und Amerika.

603.23

Tribus] Volksstamm

603.29

pilgrim fathers] Englische Puritaner (siehe Erl. 603.20), die 1620 wegen Repressalien in England nach Nordamerika auswanderten. Sie legten den Grundstein für die bürgerliche Entwicklung in den damaligen Neuenglandstaaten.

603.33

Siehe Erl. 247.40.

604.2—7

In dem in seinem Besitz befindlichen Buch von Gülich hat Marx viele Stellen angestrichen.

604.2

Es war „in fast] Bei Gülich, Bd. 1, S.371: „Zu Anfang dieses Zeitraums hatte die Handelsmacht der Holländer die größte Höhe erreicht. Sie waren in fast

604.4—5

Nordosten. Seine Fischereien, Seewesen, Manufakturen] Bei Gülich: Nordosten; ihre Fischereien, ihr Seewesen, ihre Manufakturen

604.5

Landes. Die] Bei Gülich: Landes; und die

605.7

herodischen Kinderraub] Marx vergleicht hier die brutale und massenhafte Ausbeutung von Kindern in der kapitalistischen Produktion unter grausamen und unmenschlichen Bedingungen, die meist zu ihrer physischen Vernichtung führten, mit dem Kindermord des Herodes, von dem in der Bibel berichtet wird. (Siehe Die Bibel. Das Neue Testament. Evangelium des Matthäus 2, 16—18.)

Erläuterungen

605.16—24

Bei Eden: "It may, perhaps, be worthy the attention of the Public, to consider, whether any manufacture, which, in order to be carried on successfully, requires, that cottages and workhouses should be ransacked for poor children; that'they should be employed, by turns, during the greater part of the night and robbed of that rest which, though indispensable to all, is most required by the young; and that numbers of both sexes, of different ages and dispositions, should be collected together in such a manner, that the contagion of example cannot but lead to profligacy and debauchery; will add to the sum of individual, or national, felicity."

605.24—38 u. 606.1—18

Bei Fielden: "... in the counties of Derbyshire, Nottinghamshire, and, more particularly, in Lancashire, where the newly-invented machinery was used in large factories built on the sides of streams capable of turning the water-wheel. Thousands of hands were suddenly required in these places, remote from towns; and Lancashire, in particular, being till then but comparatively thinly populated and barren, a population was all she now wanted. The small and nimble fingers of little children being by very far the most in request, the custom instantly sprang up of procuring apprentices from the different parish workhouses of London, Birmingham, and elsewhere. Many, many thousands of these little hapless creatures were sent down into the North, being from the age of seven, to the age of thirteen or fourteen years old. The custom was for the master to clothe his apprentices, and to feed and lodge them in an 'apprentice house' near the factory; overseers were appointed to see to the works, whose interest it was to work the children to the utmost, because their pay was in proportion to the quantity of work that they could exact. Cruelty was, of course, the consequence; and their is abundant evidence on record, and preserved in the recollections of some who still live, to show, that in many of the manufacturing districts, but particularly, I am afraid, in the guilty county to which I belong, cruelties the most heart-rending were practised upon the unoffending and friendless creature who were thus consigned to the charge of master-manufacturers; that they were harassed to the brink of death by excess of labour, that they were flogged, fettered, and tortured in the most exquisite refinement of cruelty; that they were, in many cases, starved to the bone while flogged to their work, and that even in some instances, they were driven to commit suicide to evade the cruelties of a world, in which, though born to it so recently, their happiest moments had been passed in the garb and coercion of a workhouse. The beautiful and romantic valleys of Derbyshire, Nottinghamshire, and Lancashire, secluded from the public eye, become the dismal solitudes of torture, and of many a murder!

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Das Kapital - Erster Band - Hamburg 1867

The profits of manufactures were enormous; but this only whetted the appetite that it should have satisfied, and therefore the manufacturers had recourse to an expedient that seemed to secure to them those profits without any possibility of limit; they began the practice of what is termed 'night-working', that is, having tired out one set of hands, by working them throughout the day, they had another set ready to go on working throughout the night ; the day-set getting into the beds that the night-set had just quitted, and, in their turn again, the night-set getting into the beds that the day-set quitted in the morning. It is a common tradition in Lancashire, that the beds never got cold!" 605.39

cause de l'éclat] Bei Mirabeau: cause de la population et de l'éclat

606.17

vice versa] umgekehrt

606.25

Asiento ist die Bezeichnung für jene Verträge, denen zufolge Spanien vom 16. bis zum 18. Jahrhundert anderen Staaten und Privatpersonen das Rechtauf die Ausfuhr afrikanischer Negersklaven nach seinen amerikanischen Besitzungen einräumte.

606.35—45

John Fielden: The curse of the factory system ... London [1836]. S. 11/12: "It had been known that with a bankrupt's effects, a gang, if he might use the term, of these children had been put up to sale, and were advertised publicly, as a part of the property. A most atrocious instance had come before the King's Bench two years ago, in which a number of these boys, apprenticed by a parish in London to one manufacturer, had been transferred to another, and had been found by some benevolent persons in a state of absolute famine. Another case, more horrible, had come to his knowledge, while on a committee up-stairs; that, not many years ago, an agreement had been made between a London parish and a Lancashire manufacturer, by which it was stipulated that with every twenty sound children, one idiot should be taken!"

606.38

King'sBench] Vollständig: Court of King's bzw. Queen's Bench,das Oberhofgericht zu London.

607.4-8

Bei Aikin, S. 339: "Concerning the slave trade, for which Liverpool has since become so peculiarly distinguished ...; has occasioned vast employment for shipping and sailors, and greatly augmented the demand for the manufactures of the country."

607.16

Tantae molis erat] Solcher Mühe bedurfte es Marx übernahm hier einen Ausspruch aus Vergilius' „Aeneis" I, 33: „Tantae molis erat Romanam condere gentem" („Solcher Mühe bedurfte es, das römische Geschlecht zu begründen").

986

Erläuterungen

607.21—23

Bei Augier, S.265: «La présence de l'argent est tellement accompagnée de déductions fatales dans les fastes publics, qu'on dirait qu'il est venu au monde avec des taches naturelles de sang, sur une de ses faces. »

607.24—25

Bei Brougham: "The average in the British colonies was, in 1790, about ten to one, exclusive of Barbadoes, the Bermudas, and the Bahamas. In the French colonies, the proportion was nearly that of fourteen to one; and in the Dutch colonies, it was that of twentythree to one. The average of the whole West Indies, was about ten to one."

607.35

amerikanischen Wirren] Siehe Erl. 13.27—28.

607.37—38

Edmund Burke: Thoughts and details on scarcity, originally presented to the Right Hon. London 1800. S.31/32: "We, the people, ought to be made sensible, that it is not in breaking the laws of commerce, which are the laws of nature, and consequently the laws of God, that we are to place our hope of softening the divine displeasure to remove any calamity under which we suffer, or which hangs over us."

607.40—42

Folgende Schriften von Josiah Tucker wurden geprüft: Reflections on the expediency of a law for the naturalization of foreign protestants. In two parts. London 1751; A brief essay on the advantages and disadvantages which respectively attend France and Great Britain, with regard to trade. 3. ed., London 1753; A letter to a friend concerning naturalizations ... London 1753; (anonym) The case of going to war, for the sake of procuring, enlarging, or securing of trade, considered in a new light. London 1763; Four tracts, together with two sermons, on political and commercial subjects. Glocester 1774. In keiner dieser Schriften wurde die von Marx erwähnte Charakteristik Edmund Burkes gefunden. — Siehe auch „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2322).

607.47 u. 608.36-42

Bei Dunning: "The'Quarterly Review'. Capital is said by this reviewer to fly turbulence and strife, and to be timid, which is very true; but this is very incompletely stating the question. Capital eschews no profit or very small profit, just as Nature was formerly said to abhor a vacuum. With adequate profit capital is very bold. A certain 10 per cent will ensure its employment anywhere; 20 per cent, certain will produce eagerness; 50 per cent positive audacity; 100 per cent, will make it ready to trample on all human laws; 300 per cent, and there is not a crime at which it will scruple nor a risk it will not run, even to the chance of its owner being hanged. If turbulence and strife will bring a profit it will freely

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Das Kapital

Erster Band • Hamburg 1867

encourage both. Smuggling and the slave trade has amply proved all that is here stated ..." 609.39—40

Bei Sismondi: «Nous sommes, et l'on ne l'a point assez remarqué, dans une condition tout-à-fait nouvelle de la société, sur laquelle nous n'avons point encore d'expérience. Nous tendons à séparer complètement toute espèce de propriété d'avec toute espèce de travail, à rompre toute clientèle entre le journalier et le maître, à ôter au premier toute espèce d'association dans les profits du second.»

610.24-29

In „Manifest..." S. 11.

610.29-35

In „Manifest..." S. 9.

612.1—6

Bei Wakefield : " O n e of the founders of the colony, Mr. Peel, who, it is said, took out a capital of 50000/. and three hundred persons of the labouring class, men, women and children, has been represented as left without a servant to make his bed or fetch him water from the river."

612.22—27

Bei Wakefield: "But, thus far, all the members of the society are supposed to possess equal portions of capital ... no man, consequently, would have a motive for accumulating more capital than he could use with his own hands. This is to some extent the case in new American settlements, where a passion for owning land prevents the existence of a class of labourers for hire .. ." — Siehe M E G A ® II/3.6. S.2354.29-32.

612.33

contrat social] Siehe EH.434.39.

612.33-35 u. 613.1-3

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2354.36—40). - Bei Wakefield: "Mankind have adopted a much more simple contrivance for promoting the accumulation of capital, and the use of capital, when required, both in large masses and in a fixed shape: they have divided themselves into owners of capital and owners of labour. But this division was, in fact, the result of concert or combination."

612.37

Baumwollmaschine] In „Neue Rheinische Zeitung" Baumwollspinnmaschine

612.40—41

In „Neue Rheinische Zeitung", S. 1, Sp. 2: „Auch das Kapital ist ein gesellschaftliches Produktionsverhältniß. Es ist ein bürgerliches Produktionsverhältniß, ein Produktionsverhältniß der bürgerlichen Gesellschaft."

613.10-13

Siehe „Zur Kritik ... (Manuskript 1861-1863)" (MEGA® II/3.6. S.2354.41-2355.2). - Bei Wakefield, S.42 und 43/44: " I n the northern states of the American union, it may be doubted whether

988

S.1, Sp. 1 :

Erläuterungen

so many as a tenth of the people would fall under the description of hired labourers... But in England ... the labouring class compose the bulk of the people. The bulk of the people,—the great body of the people, the vast majority of the people,—these are the terms, by which English writers and speakers usually describe those whose only property is their labour." 613.16

pis aller] Notbehelf, schlimmster Fall

613.17-24

Bei Wakefield: "Consequently, the first Spanish settlers in St. Domingo did not obtain labourers from Spain. But, without labourers, their capital must have perished, or at least must soon have been diminished to that small amount which each individual could employ with his own hands. This has actually occurred in the last colony founded by Englishmen—the Swan River settlement—where a great mass of capital, of seeds, implements and cattle, has perished for want of labourers to use it, and where no settler has preserved much more capital than he can employ with his own hands."

613.32—36

Bei Wakefield: "Because, I answer, where land is very cheap and all men are free, where every one who so pleases can easily obtain a piece of land for himself, not only is labour very dear, as respects the labourers' share of the produce, but the difficulty is to obtain combined labour at any price."

613.40—41

Bei Wakefield: "Land, to be an element of colonization, must not only be waste, but it must be public property, liable to be converted into private property for the end in view."

614.6—15

Bei Wakefield: " N o part of the population of America is exclusively agricultural, excepting slaves and their employers who combine capital and labour in particular works. Free Americans, who cultivate the soil, follow many other occupations. Some portion of the furniture and tools which they use is commonly made by themselves. They frequently build their own houses and carry to market, at whatever distance, the produce of their own industry. They are spinners and weavers; they make soap and candles, as well as, in many cases, shoes and clothes for their own use. In America the cultivation of land is often the secondary pursuit of a blacksmith, a miller or a shopkeeper."

615.10-11

Bei Wakefield: "How, says, Mr. Blaxland, a great land proprietor of New South Wales ... and when, in this colony, the supply of labour is always, not only small, but uncertain?"

615.11—14

Bei Wakefield: "Though the produce divided between the capitalist and the labourer be large, the labourer takes so great a share, that he soon becomes a capitalist... so that whilst none are compelled

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Das Kapital

Erster Band

Hamburg 1867

to work as servants through life, few, even of those whose lives are unusually long, can accumulate great masses of wealth." — Siehe M E G A ® II/3.6. S.2355.10. 615.18—20

Bei Wakefield:"... the labourers... would have ceased to be labourers for hire; they would have become independent landowners; if not competitors with their former masters in the market of labour."

615.24-28

Bei Merivale, S. 235/236: " W h e n labour is abundant, as in old countries, although the amount of natural wages is fixed by distinct and independent causes, the market price of labour often is for a short time, and always appears to be, chiefly at the discretion of the capitalist. In new countries this state of things is reversed. The owner of property, who has transferred it to the colonies in hopes of obtaining a better return from it, will be content with any amount of profit greater than he could have realized at home, or could realize in other accessible markets for labour: that is, he will not remove his capital as long as he can obtain thus much. The labourer can raise his demands to any point short of that which would actually drive the capital from the colony. And if high profits are realized in such situations, where labour is free, and there are no slaves or convicts to work on compulsory terms, it is in reality owing only to this: that the wants and habits of the labourer are not calculated on so high a scale as the remuneration which he might command; that he is not himself aware of the superiority of his position; and therefore, when men speak of the exorbitancy of the demands of labourers in new colonies, the word is only to be understood by comparison with the modest scale of remuneration which contented them in the mother country. It may be questioned whether they are at all in the habit of asking for as much as they might obtain. So long as cultivation continues to extend itself over land of the first quality, the rate of profits is more likely to fall than rise, unless large supplies of labour be introduced, larger than the ordinary course of emigration may be expected to bring. 'In new settlements', to adopt again the words of Mr. Ricardo, 'where the arts and knowledge of countries far advanced in refinement are introduced, it is probable that capital has a tendency to increase faster than mankind: and if the deficiency of labourers were not supplied by more populous countries, this tendency would very much raise the price of labour'. Some collateral causes which lead to this result are well pointed out by M . Say. He shows that in colonies accumulation is nearly the only object of the capitalist: that the desire to spend, which counteracts it to a certain extent in old countries, scarcely exists. 'Capital', he says, 'is created more rapidly in such countries than in anciently civilized states'."

990

Erläuterungen

615.28-30

Bei Merivale, S.314: "... in densely peopled colonies the labourer, although free, is naturally dependent on the capitalist; in thinly peopled ones, the want of this natural dependence must be supplied by artifical restrictions."

615.35—41

Hervorhebungen von Marx.

615.40

de salaire] Bei Molinari: du salaire

615.43

des capitaux] Bei Molinari: de capitaux

615.44

uns] Bei Molinari: unes

616.3—4

Bei Wakefield: "The tariff, therefore, counteracts in some degree the barbarising tendency of dispersion ..."

616.15—23

Bei Wakefield: "Mr. Tennant... says-... 'Our capital was ready for many operations which require a considerable period of time for their completion; but we could not begin such operations with labour which, we knew, would soon leave us. If we had been sure of retaining the labour of such emigrants, we should have been glad to have engaged it at once, and for a high price -. and we should have engaged it, even though we had been sure it would leave us, provided we had been sure of a fresh supply whenever we might need if."

616.29

Die Formulierung „a miserable wretch" konnte bei Edward Gibbon Wakefield nicht gefunden werden. — Vgl. S. 322.13 und 545.15 bis 16.

616.29-33 u. 617.1

Bei Wakefield: "But in what country, except North America and some new colonies, do the wages of free labour employed in agriculture, much exceed a bare subsistence for the labourer? Perhaps, speaking generally, it might be shown, that slaves have more to subsist on than free labourers employed in agriculture, as undoubtedly farm-horses in England, being a valuable property, are better fed than English peasants." - Siehe MEGA® II/3.6. S. 2357.10-14.

616.34—35

aus den zehn Geboten, aus Moses und den Propheten] Siehe Erl. 479.25.

617.19-27

Bei Wakefield: "Now, by the plan of the Colonization Society, the supply of labour must be constant and regular: because, first, as no labourer would be able to procure land until he had worked for money, all immigrant labourers, working for a time for wages and in combination, would produce capital for the employment of more labourers; secondly, because every labourer who left off working for wages and became a landowner, would, by purchasing land, provide a fund for bringing fresh labour to the colony."

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Das Kapital • Erster Band • Hamburg 1867

617.29—30

Bei Wakefield: "If the price for new land were raised, so as to prevent those labourers from becoming independent landowners until others had followed to take their place ..."

617.35-37

Hervorhebungen von Marx.

617.39

richesses] Bei Colins, S.271: richesse

618.8

Um die Schwierigkeiten beim Eintausch von Banknoten in Gold zu überwinden, beschloß die englische Regierung auf Initiative Robert Peels 1844 ein Gesetz über die Reform der Bank von England. Dieses Gesetz sah die Teilung der Bank in zwei vollständig unabhängige Departments mit gesonderten Barfonds vor: das Banking-Department, welches reine Bankoperationen ausführte, und das IssueDepartment, welches die Herausgabe der Banknoten vornahm. Diese Noten mußten eine solide Deckung in Gestalt eines speziellen Goldfonds besitzen, der stets verfügbar sein sollte. Die Ausgabe von Banknoten, die nicht durch Gold gedeckt waren, wurde auf 14 Millionen Pfund Sterling begrenzt. Die Menge der in Umlauf befindlichen Banknoten hing jedoch entgegen dem Bankgesetz von 1844 in der Realität nicht vom Deckungsfonds ab, sondern von der Nachfrage in der Zirkulationssphäre. Während der Wirtschafts krisen, in denen der Geldmangel besonders groß war, setzte die englische Regierung das Gesetz von 1844 zeitweilig außer Kraft und erhöhte die Summe der nicht durch Gold gedeckten Banknoten.

618.37-39

Bei Duffy S. 3.

619.1—14

Siehe das nachgelassene Manuskript „Sechstes Kapitel. Resultate des unmittelbaren Productionsprocesses", das von Marx mit 441 bis 495 paginiert wurde und offenbar zu einer Manuskriptfassung des Buches I gehört, die zwischen Mitte Juli 1863 und Ende 1865 entstand (MEGA® II/4).

620.2-5

Siehe S. 197.28.

620.6-10

Siehe S. 197.45.

620.11-27 u. 622.1-15

Siehe S. 343.29.

620.12—18

In „Reports ...", S.9: " B u t . . . there are other sources of accident which did not exist twenty years since; one especially, viz. the increased speed of the machinery. Wheels, rollers, spindles, and shuttles are now propelled at increased and increasing rates; fingers must be quicker and defter in their movements to take up the broken thread, for, if placed with hesitation or carelessness, they are sacrificed."

992

Erläuterungen

620.18-27 u. 622.1-2

In „Reports ...", S.15/16: "But a large number of accidents are caused by the eagerness of the workpeople to get through thei r work expeditiously. It must be remembered that it is of the highest importance to manufacturers that their machinery should be in motion, i.e., producing yarns and goods. Every minute's stoppage is not only a loss of power, but of production, and the workpeople are urged by the overlookers, who are interested in the quantity of work turned off, to keep the machinery in motion; and it is no less important to those of the operatives who are paid by the weight or piece, that the machines should be kept in motion. Consequently, although it is strictly forbidden in many, nay in most factories, that machinery should be cleaned whilst in motion, it is nevertheless the constant practice in most if not in all, that the workpeople do, unreproved, pick out waste, wipe rollers and wheels. Sc., while their frames are in motion. Thus, from this cause only, 906 accidents have occurred during the six months ..."

620.19-21

Siehe S. 329-343.

621.1-20

Siehe S. 622.33.

622.2—14

In „Reports ...", S. 17: "The number of accidents which occur on Fridays, and especially on Saturdays, is much larger than on any other day. On the former day the excess is nearly 12 per cent, over the average number of the four first days of the week, and on the latter day the excess is 25 per cent, over the average of the preceding five days, or, if the number of working hours on Saturday be taken into account—seven hours and a half on Saturday, as compared with ten hours and a half on other days, there is an excess of 65 percent, on Saturdays over the average of the other five days. Although a great deal of cleaning is constantly going on day by day, yet Saturday is generally the day set apart for the thorough cleaning of the machinery, and a great deal of this is done while the machinery is in motion, because some cleaning can then be more readily done than when the machinery is still, and the workpeople are anxious to finish quickly the cleaning, which is an unproductive operation, and therefore to be rapidly completed."

622.16-26

In „Reports ...": " O f machinery, perhaps self-acting mules are as dangerous as any other kind. Most of the accidents from them happen to little children, from their creeping under the mules to sweep the floor whilst the mules are in motion. Several 'minders' have been fined for this offence, but without much general benefit. If machine makers would only invent a self-sweeper, by whose use the necessity for these little children to creep under the machinery might be prevented, it would be a happy addition to our protective measures ..."

993

Das Kapital Erster Band • Hamburg 1867

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Erläuterungen

622.16-27

Siehe S. 346.47.

622.28-32 u. 621.1-20

Siehe S. 370.31. Die Angaben entnahm Marx dem Parlamentsbericht „Com, grain and meal ..., S. 5.

622.34-623.2

Siehe S. 404.23.

623.3-624.23

Siehe S. 455.40.

623.3-624.23

Siehe die einzelnen nachgelassenen Seiten, die von Marx mit 379 und 380 paginiert worden sind und offenbar zu einer Manuskriptfassung des Buches I gehören, die zwischen Mitte Juli 1863 und Ende 1865 entstand (MEGA® M/4).

623.8-16

In „Reports ...", S.33: "One manager who was in a cotton factory in Oldenburgh stated that the hours of work were from 5.30 a.m. to 8 p.m. every day, including Saturday, and that working these hours about the same weight of work was turned of the machinery superintended by English overlookers, as would be turned off between 6 a.m. and 6 p.m. in this country; but that if German overlookers were employed, the produce would not be nearly so much. He further stated that although the wages were very much lower, in many instances 50 per cent less than in England, yet the number of hands to machinery was much larger, in some departments the proportion was as 5 to 3."

623.33-624.22

In „Reports ...", S. 32/33: "In this country the average number of spindles in a i-actory was In France 1500 1500 „ Prussia 4000 „ Belgium 4500 „ Saxony 7000 „ Austria „ Switzerland „ 8000 Thus taking the totals of cotton factories, the average number of persons employed to spindles is as follows:— In France one person to 14 spindles 28 „ „ Russia 37 „ „ Prussia 46 „ „ Bavaria „ Austria 49 „ 50 „ „ Belgium 50 „ „ Saxony 55 „ „ Switzerland „ Smaller states 55 „ of Germany „ 74 „ „ Great Britain „

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Das Kapital

Erster Band • Hamburg 1867

This comparison is yet more unfavourable towards Great Britain, inasmuch as there is so large a number of factories in which weaving by power is carried on in conjunction with spinning, and the factories abroad are chiefly spinning factories; if it were possible to compare like with like strictly, I could find many cotton spinning factories in my district in which mules containing 2200 spindles are minded by one man (the 'minder') and two assistants only, turning off daily 220 lbs. of yarn, measuring 400 miles in lengths." 624.24-42

Siehe S. 543.39.

624.29—42

In „The Standard": "A painful spectacle was yesterday witnessed by a part of the metropolis. Although the unemployed thousands of the East-end did not in a mass parade their numbers and patrol the streets, there certainly was an overflow in the afflicted districts, and thence into others, of artisans and labourers without work or the means of sustenance. We are bound to remember how these people are suffering. They are starving. That is the plain and dreadful fact. There are forty thousand of them. ... Yet, in our presence—in a quarter of this prodigious capital-exists, or pines, a large population which is chronically half starved ... Its thousands are gathered together, and they tell us—and tell it to Heaven—that their habitations are 'foul with woe'; that it is impossible to work and useless to beg; that the parish is too poor and the public philanthropy wearied out."

625.1-39

Siehe S. 573.41.

625.4—5

fauchenden Freihandelshausirburschen ] Anspielung auf den deutschen bürgerlichen Ökonomen der Freihandelsrichtung Julius Faucher und seine Anhänger. — Siehe Erl. 185.45—46.

625.11

Konskription ] Aushebung zum Kriegsdienst, die Loskauf oder Stellvertretung zuläßt.

625.19

Lacedämonier ] Bewohner des Staatsgebietes des antiken Sparta.

625.19

Taygetus] Bis 2409 Meter hoher Gebirgszug im Staatsgebiet des antiken Sparta.

625.24—28

Die Quelle konnte nicht ermittelt werden.

625.34—39

Alexander Herzen, der 1847 in die politische Emigration ging, entwickelte die utopische Theorie eines „russischen Bauernsozialismus". In Rußland führe der Weg zum Sozialismus über die Befreiung der Bauern. Die Dorfgemeinde (o6uuiHa) hielt er für jenen zuverlässigen „Blitzableiter", der Rußland vor den Leiden der kapitalistischen Ordnung rettet und es auf direktem Weg aus dem Reich der feudalen Leibeigenschaft in das Reich des Sozialismus führt. August von Haxthausen, vom Zaren beauftragt, das

996

Erläuterungen

Innere Rußlands 1843 und 1844 zu bereisen, legte das Ergebnis seiner Nachforschungen, speziell über die Überbleibsel des Gemeindebesitzes an Boden, in den „Studien über die inneren Zustände, das Volksleben und insbesondere die ländlichen Einrichtungen Rußlands", Bd. 1—3, Berlin 1847—1852 (französische Ausgabe Berlin 1847-1853), und „Die ländliche Verfassung Rußlands", Leipzig 1866, nieder. Er vertrat reaktionäre Auffassungen über die Leibeigenschaft. - Vgl. MEGA® W/2. S. 113.32-33. 626.1-649.6

Siehe Erl. 26.39-44.43.

628.16 u. 632.27

notabene ] merke wohl

632.27-28 u. 634.20

quid pro quo] Verkehrung

635.11-14

Siehe S. 632.27-37.

635.28-30

Siehe S. 634.2-6.

636.3, 6

Aristoteles: Ethica Nicomachea V, 5, 1133b 26-27: Sicupépei -yàp ovSèv -fi K X Í V C U névre àvri olxiag, fj ìkrov al névre xXlvau — Siehe MEGA® 11/2. S. 142.37-38.

636.11-17

Aristoteles: Ethica Nicomachea V, 5, 1133b 17: o í r ' ¿XXa-yf| ÍORÓTRYROS JJLT) oíkrrig, ovr' ICTÓTTJS p."?) OÖCTTIS crup-p^Tpíag. rf) (lèv ovv àXiY&eujt àSwatov tà toaovrov Suxqpépovra arv|x|teTpa -yevécrdat, Ttpòg 8è TÌ^V xpetav èv&éxexou Ixavùg. - Siehe MEGA® 11/2. S. 142.42 und 143.40-41.

636.21

So etwas bis existiren"] rf| pèv ovv áX-rr&eújt àSvvcrcav... -yevéadai Aristoteles: Ethica Nicomachea V, 5, 1133b 17.

637.17-638.8

Siehe auch S. 47-50.

649.6

Siehe S.44.1.

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REGISTER

Literaturregister I. Arbeiten von Marx und Engels Marx, Karl: Der 18te [achtzehnte] Brumaire des Louis Napoleon. In: Die Revolution. Eine Zeitschrift in zwanglosen Heften. Hrsg. von J. Weydemeyer. New-York. 1852. 561 [Marx, Karl :] (Lohnarbeit und Kapital.) In : Neue Rheinische Zeitung. Köln. Nr. 264,5. April 1849; Nr.265, 6. April 1849; Nr.266, 7. April 1849; Nr.267, 8. April 1849; Nr. 269,11. April 1849.468 469 495 612 Marx, Karl : Misère de la philosophie. Réponse à la philosophie de la misère de M . Proudhon. Paris, Bruxelles 1847. 40 49 291 293 296 345 435 521 — Zur Kritik der politischen Oekonomie. H. 1. Berlin 1850. 11 17 21 22 49 54 56 59 63 74 82 83 95 98 142 437 500 [Marx, Karl, Friedrich Engels:] Manifest der Kommunistischen Partei. London [1848]. 399 610 — [Rezension zu:] Latter-Day pamphlets. Edited by Thomas Carlyle. No.1 : The presenttime. — No. 2: Model prisons. — London, 1850. In: Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue. Red. von Karl Marx. London, Hamburg, New-York. 1850. H.4. — Literatur. 1. 199 Engels, Friedrich: Die englische Zehnstundenbill. In: Neue Rheinische Zeitung. Politischökonomische Revue. Red. von Karl Marx. London, Hamburg, New-York. 1850. H. 4.232241 — Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigner Anschauung und authentischen Quellen. Leipzig 1845. [Auszüge von Marx im Heft VII, London 1859-1863.] 185189198 210 327 347 349 363 489 527 — Umrisse zu einer Kritik der Nationaloekonomie. In: Deutsch-Französische Jahrbücher. Lfg.1/2. Paris 1844. [Auszöge von Marx in einem Pariser Heft von 1844.] 47 107 117 511

II. Arbeiten anderer Autoren An act to amend the laws relating to labour in factories. In: The statutes of the United Kingdom of Great Britain and Ireland. London 1844. 222 223 322 An act to limit the hours of labour, and to prevent the employment of children in factories under ten years of age. Approved March 18, 1851. In: Acts of the seventy-fifth legislature of the

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Literaturregister state of New Jersey. Trenton 1851. Nach: Children's employment commission. First report... London 1863. 213 Addington, Stephen: An inquiry into the reasons for and against inclosing open-fields. 2. ed. Coventry 1772. Nach: Richard Price: Observations on reversionary payments . . . 6. ed. Vol. 2. London 1803. 583 584 Address to the two Houses of Parliament on the importance of the cornlaws to the national revenue. London 1815. [Auszüge im Beiheft B.] 452 The advantages of the East-India trade to England. London 1720. [Auszüge im Beiheft D ] 257 275 279 281 283 298 351 417 Agricultural progress and wages. ln:The Economist. London. Nr.856, 21. Januar 1860. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 514 Agricultural statistics, Ireland. General abstracts showing the acreage under the several crops and the number of live stock, in each county and province, for the year 1860. Also the emigration from Irish ports from 1* January to 1" September, 1860. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. Dublin 1860. 565-568 573 574 Agricultural statistics, Ireland. Tables showing the estimated average produce oithe crops for the year 1866; and the emigration from the Irish ports, from 1" January to 31st December, 1866; also the number of mills for scutching flax in each county and province. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. Dublin 1867. 568 Aikin, John: A description of the country from thirty to forty miles round Manchester. London 1795. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist.] 478 479 601 606 607 [Anderson, Adam:] An historical and chronological deduction of the origin of commerce, from the earliest accounts to the present time. Containing, an history of the great commercial interests of the British Empire. With an app. Vol. 1.2. London 1764. 589 590 597 606 Anderson, James: The bee, or literary weekly intelligencer. Vol.3. Edinburgh 1791. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 498 584 — Observations on the means of exciting a spirit of national industry; chiefly intended to promote the agriculture, commerce, manufactures, and fisheries of Scotland. In a series of letters to a friend. Written in the year 1775. Edinburgh 1777. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 454 584 586 Anno primo & secundo Gulielmi IV. Regis. Cap. XXXIX. An act to repeal the laws relating to apprentices and other young persons employed in cotton factories and in cotton mills, and to make further provisions in lieu there of. (15th October 1831.) London 1831. 230 Antipatros von Thessalonike: Anthologia Graeca. 335 Anweisung an sSmmtliche Königliche Regierungen (mit Ausnahme der zu Sigmaringen) und an das Königliche Polizei-Präsidium hierselbst in Bezug auf die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in den Fabriken, vom 18.August 1853. In: Ministerial-Blatt für die gesammte innere Verwaltung in den Königlich preußischen Staaten. Jg. 14. [Berlin.] 1853. 218 219 Appian von Alexandrien: Römische Geschichten. Übers, von Ferdinand L. J. Dillenius. Bdch. 7. Stuttgart 1830. 584 585 Arbeiten der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft zu Peking über China, sein Volk, seine Religion, seine Institutionen, socialen Verhältnisse, etc. Aus dem Russ. nach dem in St. Petersburg 1852—57 veröff. Orig. von Carl Abel und F. A. Mecklenburg. Bd. 1. Berlin 1858. 85 [Arbuthnot, John:] An inquiry into the connection between the present price of provisions, and the size of farms. With remarks on population as affected thereby. To which are added, proposals for preventing future scarcity. By a farmer. London 1773. [Auszüge im Beiheft B.] 246 264 265 581 585

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II. Arbeiten anderer Autoren Aristoteles: De republica libri Vili et oeconomica. (Politica.) Ex ree. Immanuelis Bekkeri. Oxonii 1837. (Opera. T.10.) [Auszüge in einem Londoner Heft von 1858.] 49 52 107 108 118 335 - Ethica Nicomachea. In: Opera. Ex ree. Immanuelis Bekkeri. T.9. Oxonii 1837. [Auszüge in einem Londoner Heft von 1858.] 12 264 635 636 Ashley, [Anthony] : Ten hours' factory bill. The speech ... in the House of Commons, on Friday, March 15th, 1844. London 1844. 330 331 339 340 Athenaeus: Deipnosophistae. In: Athenaeus: Deipnosophistarum libri quindecim. Ex optimis codicibus nunc primum collatis emendavit ac supplevit nova latina versione ... Johannes Schweighaeuser. T.2. Argentorati 1802. [Auszüge in einem undatierten und unnumerierten Heft, das 1857/1858 in London entstand.] 90 Augier, Marie : Du crédit public et de son histoire depuis les temps anciens jusqu'à nos jours. Paris 1842. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1846 bis 1847 und im Heft „Bullion. Das vollendete Geldsystem".] 607 Babbage, Charles: On the economy of machinery and manufactures. London 1832. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 281 282 284 306 320 332 - Traité sur l'économie des machines et des manufactures. Trad, de l'anglais sur la 3. éd., par Éd. Biot. Paris 1833. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 332 Bacon, Francis: The essays or counsels, civil and moral. London 1625. Nach: Richard Price: Observations on reversionary payments ... 6.ed. Vol.2. London 1803. 579 - Neues Organon. Aus dem Lat. übers, von George Wilhelm Bartoldy. Mit Anm. von Salomon Maimon. Bd. 1.2. Berlin 1793. 319 — The reign of Henry VII. Nach : Richard Price : Observations on reversionary payments... 6. ed. Vol.2. London 1803. 578 [Bailey, Samuel :] A critical dissertation on the nature, measures, and causes of value; chiefly in reference to the writings of Mr. Ricardo and his followers. By the author of essays on the formation and publication of opinions. London 1825. [Auszüge im Heft VII, London 1859—1863.] 35 50 433 — A letter to a political economist; occasioned by an article in the Westminster Review on the subject of value. By the author of the critical dissertation on value therein reviewed. London 1826. 35 — Money and its vicissitudes in value ; as they affect national industry and pecuniary contracts : with a postscript on joint-stock banks. London 1837. [Auszüge im Heft V, London 1851.] 29 492 Barbon, Nicholas: A discourse concerning coining the new money lighter. In answer to Mr. Locke's considerations about raising the value of money. London 1696. [Auszüge in den Beiheften E und F.] 17-19 87 98 101 Barton, John : Observations on the circumstances which influence the condition of the labouring classes of society. London 1817. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 508 544 Bastiat, Frédéric: Harmonies économiques. 2. éd. augm. des manuscrits laissés par l'auteur. Paris 1851. 49 335 Baynes, [John]: The cotton trade. Two lectures on the above subject, delivered before the members of the Blackburn Literary, Scientific and Mechanics' Institution, ... Blackburn, London 1857. Nach: Reports of the inspectors of factories ... for the half year ending 31" October 1858. London 1858. 318 Beccaria, Cesare: Elementi di economia pubblica. In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T. 11. Milano 1804. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 298

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Literaturregister Beckmann, Johann : Beyträge zur Geschichte der Erfindungen. 2. verb. Ausg. Bd. 1. Leipzig 1786. [Auszüge im Heft XV, London 1851, und im Beiheft C.] 351 Beecher-Stowe, Harriet: Uncle Tom's cabin. 587 Bellers, John: Essays about the poor, manufactures, trade, plantations, and immorality ... London 1699. [Auszüge im Beiheft D.] 89 101 393 — Proposals for raising a colledge of industry of all useful trades and husbandry, with profit for the rich, a plentiful living for the poor, and a good education for youth. London 1696. 95 263 351 400 401 495 Bentham, Jérémie: Théorie des peines et des récompenses, ouvrage extrait des manuscrits. Par Ét Dumont 3. éd. T. 2. Paris 1826. 491 [Bentley, Thomas:] Letters on the utility and policy of employing machines to shorten labour; occasioned by the late disturbances in Lancashire; ... London 1780. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 131 Berkley [vielm. Berkeley], George: The querist, containing several queries, proposed to the consideration of the public. London 1750. [Notiz im Heft VII, London 1859-1863, und Auszüge im Beiheft A.] 272 288 Die Bibel. Das Alte Testament. 213 479 616 1. Buch Mose. 131 497 574 600 5. Buch Mose. 305 Die Bibel (Vulgata). Das Neue Testament. Offenbarung (Apokalypse) des Johannes. 53 — Evangelium des Matthäus. 605 Bidaut, J.N.: Du monopole qui s'établit dans les arts industriels et le commerce, au moyen des grands appareils de fabrication. Livr.2: Du monopole de la fabrication et de la vente. Paris 1828. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 259 Biese, Franz: Die Philosophie des Aristoteles, in ihrem inneren Zusammenhange, mit besonderer Berücksichtigung des philosophischen Sprachgebrauchs, aus dessen Schriften entwickelt. Bd. 2. Die besonderen Wissenschaften. Berlin 1842. 335 Blakey, Robert: The history of political literature from the earliest times. Vol. 2. London 1855. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 580 Blanqui, [Jérôme-Adolphe] : Cours d'économie industrielle. Recueilli et ann. par Ad. Biaise. Paris 1838/1839. [Auszüge im Heft VII, London 1859—1863.] 273 — Des classes ouvrières en France, pendant l'année 1848. Nach: Reports of the inspectors of factories ... ending 31" October 1855. London 1856. 218 Boileau, Étienne: Règlemens sur les arts et métiers de Paris, rédigés au XIII siècle, et connus sous le nom du Livre des métiers ... Avec des notes et une introd. par G.-B. Depping. Paris 1837. 398 Boileau-Despréaux, Nicolas: Satire VIII. 526 Boisguillebert, [Pierre]: Le détail de la France. In: Économistes financiers du XVIII0 siècle. Préc. de notices historiques sur chaque auteur, et accomp. de comm. et de notes explicatives, par Eugène Daire. Paris 1843. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 88 — Dissertation sur la nature des richesses, de l'argent et des tributs. In: Économistes financiers du XVIII* siècle. Préc. de notices historiques sur chaque auteur, et accomp. de comm. et de notes explicatives, par Eugène Daire. Paris 1843. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 96 Bombay Chamber of Commerce. Report for 1859-1860. [Auszüge im Heft VII, London 1859 bis 1863.] 320 Boxhorn, Marcus Zuerius: Institutionum politicarum libri duo, conscripti a Marco Zuerio Boxhornio. Accessit explanatio ab eodem auctore profecta, nunc ab interitu vindicata. Ed. sec..

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II. Arbeiten anderer Autoren cui accessit index rerum. Lipsiae 1665. Nach: Johann Beckmann: Beyträge zur Geschichte der Erfindungen. 2. verb. Ausg. Bd. 1. Leipzig 1786. 351 Bray, John Francis: Labour's wrongs and labour's remedy: or, the age of might and the age of right. Leeds 1839. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist] 40 Brougham, Henry: An inquiry into the colonial policy of the European powers. In 2 vols. Vol.2. Edinburgh 1803. [Auszüge in einem Heft, das 1851 entstanden ist.] 607 [Bruckner, John:] Théorie du système animal. Leide 1767. 497 Buchanan, David: Inquiry into the taxation and commercial policy of Great Britain; with observations on the principles of currency, and of exchangeable value. Edinburgh 1844. [Auszüge im Beiheft B.] 85 — Observations on the subjects treated of in Dr. Smith's Inquiry into the nature and causes of the wealth of nations. Edinburgh 1814. [Auszüge im Heft IX, London 1851, und im Beiheft C.] 454 586 587 Bûchez, Philippe-Joseph-Benjamin, Pierre-Célestin Roux[-Lavergne] : Histoire parlementaire de la Révolution française, ou Journal des assemblées nationales, depuis 1789 jusqu'en 1815. T. 10. Paris 1834. 595 Burke, Edmund: A letter from the Right Honourable Edmund Burke to a Noble Lord, on the attacks made upon him and his pension, in the House of Lords, by the Duke of Bedford and the Earl of Lauderdale, early in the present session of Parliament. London 1796. 582 — Thoughts and details on scarcity, originally presented to the Right Hon. William Pitt in the month of November, 1795. London 1800. [Auszüge im Beiheft B.] 154 181 260 261 607 Butler, Samuel: Hudibras. Vol.1. London 1835.18 [Byles, John Barnard:] Sophisms of free-trade and popular political economy examined. By a barrister. 7. ed., with corr. and add. London 1850. 213 214 592 593 Cairnes, John Elliot: The slave power: its character, career, 6 probable designs: being an attempt to explain the real issues involved in the American contest. London 1862.146 209 269 Cambridge university commission. Report of Her Majesty's commissioners appointed to inquire into the state, discipline, studies, and revenues of the university and colleges of Cambridge : together with the evidence, and an appendix. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1852. 497 Campbell, George: Modern India: a sketch of the system of civil government. To which is prefixed, some account of the natives and native institutions. London 1852. 292 Cantillon, Philip : The analysis of trade, commerce, coin, bullion, banks and foreign exchanges. Wherein the true principles of this useful knowledge are fully but briefly laid down and explained, to give a clear idea of their happy consequences to society, when well regulated. Taken chiefly from a manuscript of a very ingenious gentleman deceas'd, and adapted to the present situation of our trade and commerce. London 1759. 451 [Cantillon, Richard:] Essai sur la nature du commerce en général.Trad. d'Anglois. In: Discours politiques. T. 3. Amsterdam 1756. [Auszüge im Beiheft G.] 451 Carey, Henry Charles: Essay on the rate of wages: with an examination of the cau$es of the differences in the condition of the labouring population throughout the world. Philadelphia, London 1835. [Auszüge im Heft X, London 1851.] 455 — The slave trade, domestic and foreign; why it exists, and how it may be extinguished. Philadelphia 1853. 432 587 600 Carli, Gian-Rinaldo: (Annotazioni.): In: Pietro Verri: Meditazioni sulla economia politica ... Milano 1804. In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T. 15. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 266

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Literaturregister [Carlyle, Thomas:] llias (Americana) in nuce. In: Macmillan's Magazine. Ed. by David Masson. Vol. VIII. May-October 1863. London, Cambridge. Nr. 46, August 1863. 199 The case of our English wool. As also the presentment of the Grand Jury of the county of Sommerset thereon. Humbly offered to the High Court of Parliament. London 1685. [Auszüge im Beiheft E.] 195 The case of the millowners. In: The Times. London. Nr.24413, 26. November 1862.153 155 [Cazenove, John:] Outlines of political economy; being a plain and short view of the laws relating to the production, distribution, and consumption of wealth ; . . . London 1832. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 147 256 424 Cazenove, John: (Preface, notes, and supplementary remarks) siehe Malthus, Thomas Robert: Definitions in political economy, preceded by an inquiry into the rules which ought to guide political economists in the definition and use of their terms; with remarks on the deviation from these rules in their writings. A new ed. ... London 1853. 459 481 Census of England and Wales for the year 1861. London 1863. 362 364 365 385 507 517 524 525 547 Cervantes Saavedra, Miguel de: El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha. 50 52 482 Chalmers, Thomas : On political economy in connexion with the moral state and moral prospects of society. 2.ed. Glasgow 1832. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 108 The character and behaviour of King William, Sunderland, Somers etc. as represented in original letters to the Duke of Shrewsbury, from Somers, Halifax, Oxford, secretary Vernon etc. [Handschrift in der Sloane Manuscript Collection des Britischen Museums Nr. 4224.] 581 582

Cherbuliez, Antoine : Richesse ou pauvreté. Exposition des causes et des effets de la distribution actuelle des richesses sociales. 2. éd. Paris 1841. [Nachdruck der Ausgabe von 1840, von Marx auch zitiert unter dem Titel „Riehe ou pauvre". Auszüge in einem nicht überlieferten Heft, das zwischen 1844 und 1847 entstand.] 133 136 473 [Child, Josiah:] A discourse concerning trade, and that in particular of the East-Indies. London 1689. 56 Children's employment commission (1863-1867). [Reports.] 185 189 238 324 350 364 385 393 - First report of the commissioners. With app. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1863. 189 193 212 213 219 384 443 450 - Second report... London 1864. 377 381-385 387 388 390 401 443 449 - Third report... London 1864.127 200 201 203 325 375 380 381 391 393 403 404 444 445 449 - Fourth report... London 1865. 201-208 284 330 357 392 - Fifth report... London 1866. 203 325 355 370 371 378-380 393 394 396 397 401-404 444 - Sixth report... London 1867. 555 561-565 Circular-Erlaß an sämmtliche Königliche Regierungen und an das Polizei-Präsidium hierselbst, die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Berg-, Hütten- und Pochwerken betreff., vom 12. August 1854. In: Ministerial-Blattfürdie gesammte innere Verwaltung in den Königlich preußischen Staaten. Jg. 15. [Berlin.] 1854. 185 186 219 [Clement, Simon :] A discourse of general notions of money, trade, and exchanges, as they stand in relation each to other. By a merchant. London 1695. [Auszüge im Beiheft C.] 56 Cobbett, William : A history of the Protestant „Reformation", in England and Ireland. Showing how that event has impoverished and degraded the main body of the people in those countries. In a series of letters, addressed to all sensible and just Englishmen. London 1824.229 580 Code pénal, ou code des délits et des peines. 595 Colins, [Jean-Guillaume-César-Alexandre-Hippolyte] : L'économie politique. Source des révolutions et des utopies prétendues socialistes. T.1.3. Paris 1856/1857. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 495 561 617

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II. Arbeiten anderer Autoren Columbus, Christoph: [Brief aus Jamaica.] 89 Compte rendu de la deuxième session du congrès international de statistique réuni à Paris les 10,12,13,14 et 15 Septembre 1855. Pubi, par les ordres de S. E. M. Rouher. Paris 1856.239 Comte, Auguste: Cours de philosophie positive. T. 1-6. Paris 1830-1842. 269 Comte, Charles: Traité de législation ou exposition des lois générales, suivant lesquelles les peuples prospèrent, déspérissent, ou restent stationnaires. 3. éd. Rev. et corr. Bruxelles 1837. 602 Condillac, [Étienne-Bonnot de] : Le commerce et le gouvernement In : Collection des principaux économistes. T. 14: Mélanges d'économie politique. Avec des notices sur chaque auteur et des notes explicatives, par Eugène Daire et Gustave de Molinari. PL 1. Paris 1847. [Auszüge im Beiheft G.] 113 Considerations concerning taking off the bounty on corn exported. In some letters to a friend. [London 1753.] [Auszüge im Beiheft H.] 258 Considerations on taxes, as they are supposed to affect the price of labour in our manufacturies. In a letter to a friend. London 1765. 216 Corbet Thomas: An inquiry into the causes and modes of the wealth of individuals; or the principles of trade and speculation explained. Pt.1.2. London 1841. [Auszüge im Heft XVI, London 1851.] 106 474 Corbon, Anthime : De l'enseignement professionnel. 2. éd. Paris 1860. 399 400 Corn, grain, and meal. Return to an order of the Honourable the House of Commons, dated 18 February 1867. [London 1867.] 621 622 Corpus iuris civilis. 438 Correspondence with Her Majesty's missions abroad, regarding industrial questions and trades unions. London 1867.14 The Cotton districts and emigration. In: The Times. London. Nr.24514,24. März 1863.465—467 The Cotton famine. In: The Times. London. Nr.24544,28. April 1863.210 342 343 354465 Courcelle-Seneuil, Jean-Gustave: Traité théorique et pratique des entreprises industrielles, commerciales & agricoles ou manuel des affaires. 2. éd., rev. et augm. Paris 1857. [Auszüge im Heft VII, London 185^-1863.] 179 482 [Cunningham, John:] An essay on trade and commerce: containing observations on taxes, as they are supposed to affect the price of labour in our manufactories: together with some interesting reflections on the importance of our trade to America. London 1770. [Auszüge in den Beiheften F und G.] 178 179 215-218 301 441 483 484 496 512 513 590 The currency theory reviewed; in a letter to the Scottish people on the menaced interference by government with the existing system of banking in Scotland. By a banker in England. Edinburgh 1845. [Auszüge im Heft VII, London 1851.] 95 Cuvier, [Georges] : Discours sur les révolutions du globe avec des notes et un appendice d'après les travaux récents de M M . de Humboldt, Flourens, Lyell, Lindley, etc. Réd. par Hoefer. Paris 1863. 418 Dante Alighieri: La divina commedia. 15 65 Darwin, Charles : Über die Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzen-Reich durch natürliche Züchtung, oder Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um's Daseyn. Nach der 3. engl. Aufl.... aus dem Engl, übers, und mit Anm. vers, von H. G. Bronn. 2., verb, und sehr verm. Aufl. Stuttgart 1863. 277 303 Daumer, Georg Friedrich: Die Geheimnisse des christlichen Alterthums. Bd. 1.2. Hamburg 1847. 228 Death in the work-room. To the Editor of „The Daily Telegraph". In: The Daily Telegraph. London. 29. Juni 1863.198

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üteraturregister The debate in the House of Commons on Tuesday night represents ... In: The Times. London. Nr. 24600, 2. Juli 1883. 199 Decrusy, [André-François], [Athanase-Jean-Légere] Isambert, Jourdan: Recueil général des anciennes lois françaises, depuis l'an 420 jusqu'à la Révolution de 1789... T.4. Paris [o.J.]. 57 A defence of the land-owners and farmers of Great Britain; and exposition of the heavy parliamentary and parochial taxation under which they labour; combined with a general view of the internal and external policy of the country: in familiar letters from an agricultural gentleman in Yorkshire to a friend in Parliament. London 1814. 452 [Defoe, Daniel:] An essay upon publick credit: being an ehquiry ... London 1710. [Auszüge im Beiheft E.] 96 Defoe, Daniel : Life and strange surprising adventures of Robinson Crusoe of York, mariner. 45 229 De Quincey, Thomas: The logic of political economy. Edinburgh, London 1844. [Auszüge im Heft X, London 1851.] 323 Descartes, René : Discours de la méthode pour bien conduire sa raison, et chercher la vérité dans les sciences. Paris 1668. 319 Destutt de Tracy, [Antoine-Louis-Claude]: Élémens d'idéologie. Pt.4.5. Traité de la volonté et de ses effets. Paris 1826. [Auszüge in einem Pariser Heft von 1844.] 48 49 112 117 263 265 522 635 — Traité d'économie politique. Paris 1823.112 Diderot Denis: Le salon de 1767, a mon ami M.Grimm. In: Œuvres. Publ., sur les manuscrits de l'auteur, par Jacques-André Naigeon, de l'Institut national des sciences, etc. T. 15. Paris 1798. 91 Diodor von Sicilien: Historische Bibliothek. Übers, von Julius Friedrich Wurm. Bdch. 1—19. Stuttgart 1827-1840.182 276 300 417 A discourse of the necessity of encouraging mechanick industry. London 1690. [Auszüge im Beiheft C.] 215 The distress at Millwall. In: The Morning Star. London. 7. Januar 1867. 540-542 Dryden, [John]: The cock and the fox: or, the tale of the nun's priest. In: Dryden: Fables ancient and modern. Transi, into verses from Homer, Ovid ... London 1713. 187 Ducpétiaux, Edouard : Budgets économiques des classes ouvrières en Belgique. Subsistances, salaires, population. Bruxelles 1855. 542 543 Duffy, Gavan: Guide to the land law of Victoria. London 1862. 618 Dunning, Thomas Joseph: Trades' Unions and strikes: their philosophy and intention. London 1860. [Auszüge im Beiheft A.] 447 450 607 608 Dupont, Pierre: Le chant des ouvriers. Paris 1848. 561 Dupont de Nemours, Pierre-Samuel : Maximes du Docteur Quesnay, ou résumé de ses principes d'économie sociale. In: Collection des principaux économistes. T.2: Physiocrates. Quesnay, Dupont de Nemours, Mercier de la Rivière, L'Abbé Baudeau, Le Trosne, avec une introd. sur la doctrine des physiocrates, des commentaires et des notices historiques par Eugène Daire. Pt.1. Paris 1846. [Auszüge im Beiheft C.] 69 East India (Bullion). Return to an address of the Honourable the House of Commons dated 8 February 1864. [London 1864.] 91 Eden, Frederic Morton: The state of the poor : or, an history of the labouring classes in England, from the conquest to the present period;... with a large app. In 3 vols. Vol. 1. London 1797. [Auszüge in einem Heft von Engels, das 1845 in Manchester entstanden ist.] 188 484 485 496 497 544 580-583 585 605

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II. Arbeiten anderer Autoren Encyclopédie des sciences médicales; ou traité général, méthodique et complet des diverses branches de l'art de guérir. 7.div. Auteurs classiques. Paris 1841. 296 Ensor, George: An inquiry concerning the population of nations: containing a refutation of Mr. Malthus's essay on population. London 1818. [Auszüge im Beiheft C.] 587 Eschwege, Wilhelm Ludwig von: Pluto Brasiliens. Eine Reihe von Abhandlungen über Brasiliens Gold-, Diamanten- und anderen mineralischen Reichtum, über die Geschichte seiner Entdeckungen, über das Vorkommen seiner Lagerstätten, des Betriebs, der Ausbeute und die darauf bezügliche Gesetzgebung ... Berlin 1833. Nach: Herman Merivale: Lectures on colonization and colonies. Vol.1. London 1841. 21 An essay, in answer to the question, whether does the principle of competition, with separate individual interests; or, the principle of united exertions, with combined and equal interests; form the most secure basis for the formation of society? London 1834. [Auszüge im Beiheft A.] 258 354 An essay on credit and the Bankrupt Act. With some reflections on the Escape-Act. London 1707. [Auszüge im Beiheft E.] 92 An essay on the political economy of nations: or, a view of the intercourse of countries, as influencing their wealth. London 1821. [Auszüge im Beiheft A.] 148 245 Every government has its traditions ... In: The Times. London. Nr.24082, 5. November 1861. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 212 Factories. Return to an address of the Honourable the House of Commons, dated 15 April 1856. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 4 February 1857. [London 1857.] 341 Factories. Return to an address of the Honourable the House of Commons, dated 24 April 1861. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 11 February 1862. [London 1862.] 341 365 Factories inquiry commission. First report of the central board of His Majesty's commissioners. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 28 June 1833. [London 1833.] Nach: Reports of the inspectors of factories ... for the half-year ending 31" October 1848 ... London 1849. 220 Factories regulation acts. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 9 August 1859. [London 1859.] [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 186 235 Faulhaber, Johann: Mechanische Verbesserung einer Alten Roszmühlen, welche vor diesem der Königliche Ingenieur Augustinus Ramellus an tag geben ... Ulm 1625. 307 Fawcett, Henry: The economic position of the British labourer. Cambridge, London 1865. 453 493 526 Ferguson, Adam : Essai sur l'histoire de la société civile. Ouvrage trad, de l'anglois par Bergier. T.2. Paris 1783. 295 296 — An essay on the history of civil society. Edinburgh 1767. 288 Fielden, John: The curse of the factory system; or a short account of the origin of factory cruelties; ... London [1836]. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 330 331 339 605 606 First report from the select committee on adulteration of food, etc.; with the minutes of evidence, and appendix. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 27 July 1855. [London 1855.] 127 [Fleetwood, William :] Chronicon preciosum : or, an account of English gold and silver money; the price of corn and other commodities, for six hundred years last past. London 1745.214 — Chronicon preciosum : or, an account of English money, the price of corn, and other commodities, for the last 600 years. London 1707. 214 Fonteret, Antoine-Louis : Hygiène physique et morale de I'ouvrier dans les grandes villes en général et dans la ville de Lyon en particulier. Paris 1858. 296

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Literaturregister [Forbonnais, François-Veronde:) Élémensdu commerce. Nouv. éd. Pt. 2. Leyde 1766. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 57 [Forster, Nathaniel :] An enquiry into the causes of the present high price of provisions. Pt. 1.2. London 1767. [Auszüge im Beiheft B.] 216 351 418 583 Fortescue, John: De laudibus legum Angliae. [London 1537.] 577 578 Fourier, Charles: La fausse industrie morcelée, répugnante, mensongère, et l'antidote, l'industrie naturelle, combinée, attrayante, véridique, donnant quadruple produit. Paris 1835. 350 351 — Le nouveau monde industriel et sociétaire, ou invention du procédé d'industrie attrayante et naturelle distribuée en séries passionnées. Paris 1829. 563 — Théorie de l'unité universelle. In: Œuvres complètes. T.3. Paris 1841. 313 Fourth report of the commissioners of Her Majesty's inland revenue on the inland revenue. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1860. 524 Franklin, Benjamin : Positions to be examined, concerning national wealth. In : The works. With notes and life of the author. By Jared Sparks. Vol.2. Boston 1836.118 Freytag, Gustav: Neue Bilder aus dem Leben des deutschen Volkes. Leipzig 1862. 588 589 593 594 Fullarton, John: On the regulation of currencies; being an examination of the principles, on which it is proposed to restrict, within certain fixed limits, the future issues on credit of the Bank of England, and of the other banking establishments throughout the country. 2. ed. London 1845. [Auszüge in einem Londoner Heft von 1851.] 97 Galiani, Ferdinando: Della moneta ... In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T.3.4. Milano 1803. [Auszüge im Heft XX, London 1853, und im Heft VII, London 1859-1863.] 56 57 108 113 253 518 Ganilh, Charles : Des systèmes d'économie politique, de la valeur comparative de leurs doctrines, et de celle qui paraît la plus favorable aux progrès de la richesse. 2. éd. T. 1.2. Paris 1821. 126 365 366 — La théorie de l'économie politique, fondée sur les faits résultants des statistiques de la France et de l'Angleterre. T. 1.2. Paris 1815. [Auszüge im Beiheft G.] 131 [Garnier, Germain:] Abrégé élémentaire des principes de l'économie politique. Paris 1796. [Auszüge im Beiheft G.] 448 Garnier, Germain : (Notes du traducteur) siehe Smith, Adam : Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations. T. 1.5. Paris 1802. 296 Gaskell, Peter: The manufacturing population of England, its moral, social, and physical conditions, and the changes which have arisen from the use of steam machinery; with an examination of infant labour. London 1833. [Auszüge in den Heften XI und XII, London 1851.] 357 363 — Artisans and machinery: the moral and physical condition of the manufacturing population considered with reference to mechanical substitutes for human labour. London 1836. [Auszüge in den Heften XI und XII, London 1851.] 357 363 General laws of the Commonwealth of Massachusetts, passed subsequently to the revised statutes. Vol.1. Boston 1854. 213 Genovesi, Antonio: Lezioni di economia civile. In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T. 8. Milano 1803. [Auszüge im Heft VII, London 1859 bis 1863.] 108 Geoffroy Saint-Hilaire, [Étienne] : Notions synthétiques, historiques et physiologiques de philosophie naturelle. Paris 1838. 597

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II. Arbeiten anderer Autoren Gisoone, Thomas: An enquiry into the duties of men in the higher and middle classes of society ii Gieat Britain. 2. ed., corr. Vol.2. London 1795. 606 Goethe, Johann Wolfgang von: An Suleika. 212 — Erlkönig. 51 — Faus. Der Tragödie erster Teil. 41 53 145 231 478 572 — v. Kridener. Jena, den 4. April 1818. 226 — Natu- und Kunst. 298 [Gray, lohn:] The essential principles of the wealth of nations, illustrated, in opposition to sorm false doctrines of Dr. Adam Smith, and others. London 1797. [Auszüge im Beiheft H.] 115 — Thesocial system: a treatise on the principle of exchange. Edinburgh 1831. [Auszüge im HeftXVIII, London 1851/1852.] 40 [Greg,Robert Hyde:] The factory question, considered in relation to its effects on the health and norals of those employed in factories. And the "Ten Hours Bill", in relation to its effects uporthe manufactures of England, and those of foreign countries. London 1837. 231 Gregor, Henri: Les typographes devant le Tribunal correctionnel de Bruxelles. Bruxelles 1865. 451 Grove,William Robert: The correlation of physical forces. 5.ed. Followed by a discourse on contnuity. London 1867. 427 Gülich.Gustav von: Geschichtliche Darstellung des Handels, der Gewerbe und des Ackerbaus der bedeutendsten handeltreibenden Staaten unsrer Zeit. Bd. 1.2. Jena 1830. [Auszüge in einen Brüsseler Heft von etwa 1846 bis 1847.] 604 Haller,Carl Ludwig von: Restauration der Staats-Wissenschaft oder Theorie des natürlichgeseligen Zustands; der Chimäre des künstlich-bürgerlichen entgegengesezt. Bd. 1—4. Winferthur 1816-1820. 319 Hamm,Wilhelm: Die landwirtschaftlichen Gerfithe und Maschinen Englands. Ein Handbuch der tndwirthschaftlichen Mechanik und Maschinenkunde, mit einer Schilderung der britisebn Agricultur. 2., gänzl. umgearb. u. bed. verm. Aufl. Braunschweig 1856. 409 Hansad's parliamentary debates: Vol.174. Comprising the period from the fifteenth day of Marh, to the third day of May, 1864. London 1864. 526 [Harlov, John, Thomas Barber Wright:] The currency question. The Gemini letters. London 1844[Auszüge im Heft III, London 1850.] 179 Harrisjames: Dialogue concerning happiness. In: Harris: Three treatises ... 3.ed., rev. aTtd corr London 1772. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 298 — Diarss and correspondence of James Harris, First Earl of Malmesbury; containing an account of hi missions to the courts of Madrid, Frederick the Great, Catherine the Second, and the Hage; and his special missions to Berlin, Brunswick, and the French Republic. Ed. by his grarison, the Third Earl. Vol. 1-4. London 1844. 298 Harrisfi, William: The description of England. In: The first and second volumes of chronicles. .. First coll. and publ. by Raphael Holinshed, William Harrison, and others. [London 15871 578 596 Hassal Arthur Hill: Adulterations detected or plain instructions for the discovery of frauds in fod and medicine. 2. ed. London 1861.127 193 Haxthusen, August Frhr von: Die ländliche Verfassung Rußlands. Ihre Entwickelungen u. ihre Festteilung in der Gesetzgebung von 1861. Leipzig 1866. 625 — Stutfen über die innern Zustände, das Volksleben und insbesondere die ländlichen Einrichungen Rußlands. Th.1—3. Hannover (Th.3. Berlin) 1847—1852. 625 HegelGeorg Wilhelm Friedrich: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften im Grund-

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Literaturregister risse. Hrsg. von Leopold von Henning. Th.1: Die Logik. Berlin 1840. (Werke. Vollst. Ausg. durch einen Verein von Freunden des Verewigten . . . Bd.6.) 31 130 205 206 — Grundlinien der Philosophie des Rechts, oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse. Hrsg. von Eduard Gans. Berlin 1833. (Werke. Vollst. Ausg. durch einen Verein von Freunden des Verewigten . . . Bd. 8.) 24 57 121 297 474 — Wissenschaft der Logik. Hrsg. von Leopold von Henning. Th. 1: Die objektive Logik. Abth. 1: Die Lehre vom Seyn. Berlin 1833. (Werke. Vollst. Ausg. durch einen Verein von Freunden des Verewigten . . . Bd. 3.) 28 32 246 Heine, Heinrich: Heinrich. Zeitgedicht. 241 — Kobes I. 492 Heron Alexandrinus: Buch von Lufft- und Wasser-Kuensten, welche von Friderich Commandino von Urbin aus dem Griegischen in das Lateinische uebersetzt... Und mit einem Anhang von allerhand Muehl-, Wasser- und Grotten-Wercken aus Salomon De Cous . . . Ingenieurn und Baumeistern, auch anderen beruehmt- und erfahrnen Autoribus zusammen getragen. Franckfurt 1688. 307 Hieronymus: Epistula XXII. Ad Eustochium. 65 Hind, John: The principles of the differential calculus; with its application to curves and curve surfaces. Designed for the use of students in the university. 2.ed. Cambridge 1831.160 Hobbes, Thomas: Leviathan: or, the matter, form, and power of a commonwealth, ecclesiastical and civil. In: The English works. Now first coll. and ed. by Sir William Molesworth. Vol.3. London 1839. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 123 290 [Hodgskin, Thomas:] Labour defended against the claims of capital; or, the unproductiveness of capital proved. With reference to the present combinations amongst journeymen. By a labourer. London 1825. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 289 464 — The natural and artificial right of property contrasted. A series of letters, addressed without permission, to H.Brougham . . . By the author of „Labour defended against the claims of capital". London 1832. [Auszüge im Beiheft A.] 600 601 Hodgskin, Thomas: Popular political economy. Four lectures delivered at the London Mechanics' Institution. London 1827. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 275 287 434 Homerus: Odyssea. 198 298 Horatius Flaccus, Quintus: Ars poetica. 548 — Epistulae. 574 — Saturae. 12 69 209 278 297 385 [Home, George:] A letter to Adam Smith on the life, death, and philosophy of his friend David Hume. By one of the people called Christians. 4. ed. Oxford 1784. [Auszüge im Beiheft H.] 498 Horner, Leonard: Letter to Senior. May 23, 1837. In: Nassau William Senior: Letters on the factory a c t . . . London 1837. 173 — Suggestions for amending the factory acts to enable the inspectors to prevent illegal working, now become very prevalent. In: Factories regulation acts. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 9 August 1859. [London 1859 ] 235 Houghton, John: Husbandry and trade improv'd: being a collection of many valuable materials relating to corn, cattle, coals, hops, wool etc. Vol.1—4. London 1727—1728. 351 House of Commons, Monday, Feb. 13. In: The Times. London. Nr. 18219,14. Februar 1843.525 House of Commons, Thursday, April 7. . . . The Budget. In: The Times. London. Nr.24841, 8. April 1864. 526 Howitt, William: Colonization and Christianity: a popular history of the treatment of the natives by the Europeans in all their colonies. London 1838. [Auszüge in einem Heft, das 1851 entstanden ist.] 602

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II. Arbeiten anderer Autoren Hume, David: Essays and treatises on several subjects. A new ed. In 2 vols. London 1764. [Auszüge im Heft VI, London 1851, und im Heft VII, London 1859-1863.] 82 Hutton, Charles: A course of mathematics. 12.ed. In 2 vols. London 1841-1843. 302 Huxley, Thomas Henry: Lessons in elementary physiology. London 1866. 395. Industrial partnership. In: The Spectator. London. 26.Mai 1866. 268 The industry of nations. A survey of the existing state of arts, machines, and manufactures. T. 2. London 1855. 280 314 An inquiry into those principles, respecting the nature of demand and the necessity of consumption, lately advocated by Mr. Malthus, from which it Is concluded, that taxation and the maintenance of unproductive consumers can be conducive to the progress of wealth. London 1821. [Auszüge im Heft XII, London 1851, und im Heft VII, London 1859-1863.] 116 126 360 480 490 Inspection of mines. In: The Times. London. 26.Januar 1867. 406 [Instruktionen für die Delegierten des Provisorischen Zentralrats zu den einzelnen Fragen. Englische Denkschrift.] In: Der Vorbote. Organ der Internationalen Arbeiter-Association. Genf. Nr. 10, Oktober 1866.144-153 240 Isocrates: Busiris. In: Orationes etepistolae. Recogn. J.G. Baiter. Greece et Latine. Paris 1846. 299 300 iuvenalis, lunius: Satirae. 192 Jacob, William : An historical inquiry into the production and consumption of the precious metals. In 2 vols. Vol.2. London 1831. [Auszüge in den Heften III und IV, London 1850, und im Heft V, London 1851.] 21 — A letter to Samuel Whitbread, being a sequel to considerations on the protection required by British agriculture; ... London 1815. [Auszüge im Heft IV, London 1850.] 165 Jahresbericht der Handelskammer für Essen, Werden und Kettwig pro 1862. Essen 1863. 319 Jones, Richard : An essay on the distribution of wealth, and on the sources of taxation. London 1831. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 266 — An introductory lecture on political economy, delivered at King's College. London, 27* February 1833. To which is added a syllabus of a course of lectures on the wages of labor. London 1833. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 508 — Text-book of lectures on the political economy of nations, ... Hertford 1852. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 246 259 271 460 473 482 Laborde, Alexandre de: De l'esprit d'association dans tous les intérêts de la communauté, ou essai sur le complément du bien-être et de la richesse en France par le complément des institutions. Paris 1818. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 431 432 Labour and wages. Overworked and underpaid railway servants. In: Reynolds's Newspaper. London. Nr. 808, 4. Februar 1866. 197 Laing, Samuel : National distress; its causes and remedies. London 1844. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 147 518 531 545 Lancellotti, Secondo: L'Hoggidi overo gl'ingegni non inferiori a'passati. Parte 2. Venetia 1658. 351 Lassalle, Ferdinand : Herr Bastiat-Schulze von Delitzsch, der ökonomische Julian, oder: Capital und Arbeit. Berlin 1864. 11 — Offenes Antwortschreiben an das Central-Comité zur Berufung eines Allgemeinen deutschen Arbeiter-Congresses zu Leipzig. Zürich 1863. 40

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Literaturregister Lassalle, Ferdinand : Die Philosophie Herakleitos des Dunklen von Ephesos. Nach einer neuen Sammlung seiner Bruchstücke und der Zeugnisse der Alten dargestellt. Bd.1. Berlin 1858. 67 Lavergne, Léonce de: The rural economy of England, Scotland, and Ireland. Transi, from the French with notes by a Scottish farmer. Edinburgh, London 1855. 409 431 Law, Jean: Considérations sur le numéraire et le commerce. Mémoires et lettres sur les banques, opuscules divers. In: Économistes financiers du XVIII" siècle. Précédés de notices historiques sur chaque auteur, et accompagnés de commentaires et de notes explicatives, par M . Eugène Daire. Paris 1843. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 57 Le Trosne, Guillaume-François: De l'intérêt social par rapport à la valeur, à la circulation, à l'industrie et au commerce intérieur et extérieur. 1777. In: Collection des principaux économistes. T. 2: Physiocrates. Quesnay, Dupont de Nemours, Mercier de la Rivière, L'Abbé Baudeau, Le Trosne, avec une introd. sur la doctrine des physiocrates, des commentaires et des notices historiques, par Eugène Daire. Pt.2. Paris 1846. [Auszüge in den Beiheften D und E.] 18 20 57 63 72 76 79 101 112 113 115 117 157 Lesage, Alain René: Gil Blas. 573 A letter to Sir T. C. Bunbury, B a r l O n the poor rates, and the high price of provisions. With some proposals for reducing both. By a Suffolk gentleman. Ipswich 1795. [Auszüge im Beiheft B.] 581 Liebig, Justus von : Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie. 7. Aufl. Th. 1. Braunschweig 1862. 185 410 463 — Einleitung in die Naturgesetze des Feldbaues. Braunschweig 1862. 316 — Über Theorie und Praxis in der Landwirthschaft. Braunschweig 1856. [Auszüge im Beiheft D.] 265 [Linguet, Simon-Nicolas-Henri:] Théorie des loix civiles, ou principes fondamentaux de la société. T. 1.2. Londres 1767. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 179228271496592 Livius, Titus: Ab urbe condita libri. 221 Locke, John: Some considerations of the consequences of the lowering of interest and raising the value of money (1691). In: The works. 8. ed. Vol.1—4. Vol.2. London 1777. [Auszüge im Beiheft E.] 18 57 83 Luther, Martin: A n die Pfarrherrn wider den Wucher zu predigen. Vermanung. Wittemberg 1540. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 92 142 477 478 — Von Kauffshandlung und Wucher. In: Der Sechste Teil der Bücher des Ehrnwirdigen Herrn Doctoris Martini Lutheri ... Wittembergk 1589. [Auszüge in einem Heft, das im August 1856 in London entstanden ist.] 247 603 Macaulay, Thomas Babington: The history of England from the accession of James the Second. 10. ed. Vol.1. London 1854. 215 576 — The history of England from the accession of James the Second. 10. ed. Vol. 1. London 1854. Nach : Reports of the inspectors of factories ... for the half year ending 31 " October 1855... London 1856. 215 MacCulloch, John Ramsay: A dictionary, practical, theoretical, and historical, of commerce and commercial navigation. III. with maps and plans. A new ed. corr. throughout, enl., and improved; with a suppl. London 1847. [Auszüge im Heft XVI, London 1851.] 106 — The literature of political economy: a classified catalogue of select publications in the different departments of that science, with historical, critical, and biographical notices. London 1845. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist, im Heft IX, London 1851, und im Heft XXI, London 1853.] 98 584 — The principles of political economy: with a sketch of the rise and progress of the science.

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II. Arbeiten anderer Autoren Edinburgh, London 1825. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist.] 108 361 — The principles of political economy: with a sketch of the rise and progress of the science. 2. ed., corr. and greatly enl. London 1830. 335 361 422 423 491 Macleod, Henry Dunning : The theory and practice of banking : with the elementary principles of currency; prices; credit; and exchanges. Vol. 1. London 1855. [Auszüge in einem Londoner Heft das 1857 entstanden ist.] 109 Malthus, Thomas Robert : Definitions in political economy, preceded by an inquiry into the rules which ought to guide political economists in the definition and use of their terms; with remarks on the deviation from these rules in their writings. A new ed., with a pref., notes, and suppl. remarks by John Cazenove. London 1853. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 459 464 469 [Malthus, Thomas Robert:] An essay on the principle of population, as it affects the future improvement of society, with remarks on the speculations of Mr. Godwin, M. Condorcet, and other writers. London 1798. [Auszüge im Heft XIII, London 1851.] 287 497 Malthus, Thomas Robert: An inquiry into the nature and progress of rent and the principles by which it is regulated. London 1815. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 252 428 452 — Principles of political economy considered with a view to their practical application. 2. ed., with considerable add. from the author's own manuscript and an orig. memoir. London 1836. [Auszüge im Heft X, London 1851.] 159 469 473 474 480 510 511 [Marçdeville, Bernard de :]The fable of the bees; or, private vices, publick benefits. London 1714. 289 — The fable of the bees; or, private vices, publick benefits. 5. ed. London 1728. [Auszüge im Beiheft H.] 495 496 Manifest der Maatschappij De Viamingen Vooruitl Gerigt tot alle de voorstanders van de eerlijke en regtzinnige uitvoering der Belgische Grondwet gestemd door het National Congres van 1830. Brüssel 1860. 542 543 Martineau, Harriet: Illustrations of political economy. In 9 vols. Vol.3. No.7: A Manchester strike. A tale. London 1832. 511 [Massie, Joseph:] An essay on the governing causes of the natural rate of interest; wherein the sentiments of Sir William Petty and Mr. Locke, on that head, are considered. London 1750. [Auszüge im Beiheft A.] 419 The Master Spinners ö Manufacturers' Defence Fund. Report of the Committee appointed for the receipt and apportionment of this fund, to the Central Association of Master Spinners and Manufacturers. Manchester 1854. Nach: Reports of the inspectors of factories ... for the half year ending 31" October 1856 ... London 1857. [Auszüge im Heft VII, London 1859 bis 1863.] 348 465 466 The meeting at Lasswade. In: The Workman's Advocate. London. Nr. 149,13. Januar 1866.197 Mercier de la Rivière, Paul-Pierre : L'ordre naturel et essentiel des sociétés politiques. T. 1.2. Londres 1767. In: Collection des principaux économistes. T.2: Physiocrates. Quesnay, Dupont de Nemours, Mercier de la Rivière, L'Abbé Baudeau, Le Trosne, avec une introd. sur la doctrine des physiocrates, des commentaires et des notices historiques, par Eugène Daire. Pt.2. Paris 1846. [Auszüge im Beiheft E.] 70 71 88 103 105 112 115 141 Merivale, Herman : Lectures on colonization and colonies. Delivered before the University of Oxford in 1839, 1840, and 1841. Vol. 1.2. London 1841-1842. [Auszüge im Heft XIV, London 1851.] 21 510 615 Mill, James: Élémens d'économie politique.Trad.de l'anglais par J. T. Parisot. Paris 1823. [Auszüge in zwei Pariser Heften von 1844.] 459 461 463

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Literaturregister Mill, James: Elements of political economy. London 1821. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 109 136 137 287 [Mill, James :] Supplement to the fourth, fifth, and sixth editions of the Encyclopaedia Britannica. Edinburgh 1824. [Art.] Colony. Nach: [Edward Gibbon Wakefield:] England and America. In 2 vols. Vol.2. London 1833. 147 Mill, John Stuart: Essays on some unsettled questions of political economy. London 1844. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist.] 83 483 — Principles of political economy with some of their applications to social philosophy. In 2 vols. Vol.2. London 1848. [Auszüge im sogenannten „Kleinen Heft", das nicht überliefert ist, und im Heft I, London 1850.] 83 301 410 493 — A system of logic, ratiocinative and inductive, being a connected view of the principles of evidence, and the methods of scientific investigation. In 2 vols. London 1843. 475 Mirabeau, [Gabriel-Victor-Honoré Riqueti de]: De la monarchie prussienne, sous Frédéric le Grand. Avec un app., contenant des recherches sur la situation actuelle des principales contrées de l'Allemagne. T. 3. Londres 1788. 577 589 598 605 Miscellaneous statistics of the United Kingdom (Part VI). Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1866. 526 Molinari, Gustave de : Études économiques. Paris 1846. [Auszüge im Heft VII, London 1859 bis 1863.] 347 481 615 616 Mommsen, Theodor: Römische Geschichte. 2. Aufl. Bd. 1-3. Berlin 1856-1857. 120 123 Monteil, Amans-Alexis : Traité de matériaux manuscrits de divers genres d'histoire. T. 1. Paris 1835. 596 597 Montesquieu, [Charles Louis de Secondât de]: De l'esprit des loix. Nouv. éd., revue, corr., et considérablement augm. par l'auteur. Londres 1769. — Œ uvres. T. 1. 57 83 496 Morton, John Chalmers: A cyclopedia of agriculture, practical and scientific, in which the theory, the art, and the business of farming, are thoroughly and practically treated. By upwards of fifty of the most eminent practical and scientific men of the day. Vol. 2. Glasgow, Edinburgh, London 1855. 450 — On the forces used in agriculture. In: The Journal of the Society of Arts. London. Nr. 368, 9. Dezember 1859. 306 307 Mr. Edmund Potter, in another part of our paper . . . In: The Times. London. Nr. 24514,24. März 1863. 466 467 Müller, Adam Heinrich: Die Elemente der Staatskunst. Oeffentliche Vorlesungen vor Sr. Durchlaucht dem Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar und einer Versammlung von Staatsmännern und Diplomaten, im Winter von 1808 auf 1809, zu Dresden, gehalten. Th.3. Berlin 1809. [Auszüge in einem Londoner Heft von 1858.] 84 Mun, Thomas: England's treasure by forraign trade. Or, the ballance of our forraign trade is the rule of our treasure. Now publ. for the common good by his son John Mun. London 1669. [Auszüge im Beiheft H.] 418 Murray, Hugh, James Wilson : Historical and descriptive account of British India, from the most remote period to the present time. In 3 vols. Vol.2. Edinburgh 1832. [Auszüge im Heft XXII von 1853.] 276 The National Association for the Promotion of social science. Report of proceedings at the seventh annual congress, held in Edinburgh, October 1863. Edinburgh, London 1863.322 395 396 404 Newman, Francis William: Lectures on political economy. London 1851. [Auszüge im Heft XXI, London 1853.] 114 582 586

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II. Arbeiten anderer Autoren Newman, Samuel Phillips: Elements of political economy. Andover, New York 1835. [Auszüge im Heft XVI, London 1851, und im Heft XVII, London 1851/1852.] 114 155 Newnham, G. L. : A review of the evidence before the committees of the two Houses of Parliament, on the corn laws. London 1815. [Auszüge im Beiheft E.] 485 Niebuhr, Barthold Georg: Römische Geschichte. Berichtigte Ausg. in 1 Bd. Berlin 1853.181 [North, Dudley:] Discourses upon trade; principally directed to the cases of the interest coynage, clipping, increase of money. London 1691. [Auszüge im Beiheft C.] 80 84 91 319 Observations on certain verbal disputes in political economy, particularly relating to value, and to demand and supply. London 1821. [Auszüge im Heft VII, London 1850-1863.] 50 51 153 433 483 Olmsted, Frederick Law : A journey in the seaboard slave states, with remarks on their economy. New York 1856. Nach : John Elliot Cairnes : The slave power: its character, career, 6 probable designs: being an attempt to explain the real issues involved in the American contest London 1862.146 On combinations of trades. New ed. London 1834. [Auszüge in einem Heft das 1845 in Manchester entstanden ist.] 453 On his last circuit... In: The Daily Telegraph. London. 17. Januar 1860. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 189 Opdyke, George : A treatise on political economy. New York 1851. [Auszüge im HeftXXI, London 1853.] 117 Ordonnances des Valois. In : [André-François] Decrusy, [Athanase-Jean-Légere] Isambert Jourdan: Recueil général des anciennes lois françaises, depuis l'an 420 jusqu'à la Révolution de 1789...T.4. Paris [o.J.]. 57 Ortes, Giammaria : Della economia nazionale. Lib. 6. Veneziano. In : Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T.21. Milano 1804. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 521 Otway, J. H. : Judgment of J. H. Otway, Chairman of County Sessions. — Belfast Hilary Sessions, 1860. In: Reports of the inspectors of factories ... for the half year ending 30* April 1860. London 1860. 219 Our white slaves who are toiled ... In : The Morning Star. London. 23. Juni 1863.199 Overworked railway guards. In: Reynolds's Newspaper. London. Nr. 806,21. Januar 1866.197 Ovidius Naso, Publius: Ars amatoria. 359 - Fasti. 580 Owen, Robert: Observations on the effect of the manufacturing system: with hints for the improvement of those parts of it which are most injurious to health and morals. 2. ed. London 1817. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 330 Pagnini, Giovanni Francesco: Saggio sopra il giusto pregio delle cose, la giusta valuta della moneta e sopra il commercio dei romani. In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T.2. Milano 1803. [Auszüge im Heft VII, London 1859 bis 1863.] 57 [Papillon, Thomas:] The East-lndia-trade a most profitable trade to the Kingdom. And best secured and improved in a company. And a joint-stock. Represented in a letter written upon the occasion of two letters lately published, insinuating the contrary. London 1677. [Auszüge im Beiheft D.] 56 57 Parry, Charles Henry: The question of the necessity of the existing corn laws, considered, in their relation to the agricultural labourer, the tenantry, the landholder, and the country. London 1816. [Auszüge im Beiheft E.] 485 486 544 545

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Literaturregister [Parry, William Edward :] Journal of a voyage for the discovery of a north-west passage from the Atlantic to the Pacific; performed in the years 1819—20, in His Majesty's ships Hecla and Griper under the orders of William Edward Parry. 2. ed. London 1821. 61 Pauly, August: Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissenschaft. Bd. 1—6. Stuttgart 1844-1852. 120 Pecqueur, Constantin: Théorie nouvelle d'économie sociale et politique, ou études sur l'organisation des sociétés. Paris 1842. 495 Petty, William : The political anatomy of Ireland. ... To which is added Verbum Sapienti. ... London 1691. [Auszüge im Beiheft A.] 97 102 124 214 252 353 — Quantulumcunque concerning money. 1682. To the Lord Marquess of Halyfax. London 1695. [Auszüge im Beiheft A.] 63 101 — A treatise of taxes, and contributions ... London 1667. [Auszüge im Beiheft A.] 24 58 82 497 498 [Pinto, Isaac de:] Traité de la circulation et du crédit. Amsterdam 1771. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 106 Plato: De republica. In: Opera quae feruntur omnia. Recogn. Georgius Baiterus, Caspar Orellius, Augustus Guilielmus Winckelmannus. Vol. 13. Turici 1840. 299 A political enquiry into the consequences of enclosing waste lands, and the causes of the present high price of butchers meat. Being the sentiments of a society of farmers in -shire. Holborn 1785. [Auszüge im Beiheft B.] 582 Poppe, Johann Heinrich Moritz: Geschichte der Technologie seit der Wiederherstellung der Wissenschaften bis an das Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Bd. 1—3. Göttingen 1807 bis 1811. [Auszüge im Heft XV, London 1851.] 352 Postlethwayt, Malachy : Great-Britain's commercial interest explained and improved ... 2. ed. London 1759. Nach: [John Cunningham:] A n essay on trade and commerce: containing observations on taxes, as they are supposed to affect the price of labour in our manufactories: together with some interesting reflections on the importance of our trade to America. London 1770. [Auszüge im Beiheft F.] 216 — The universal dictionary of trade and commerce : with large additions and improvements ... London 1774. 216 217 Potter, Alonzo : Political economy: its objects, uses, and principles : considered with reference to the condition of the American people. New-York 1841. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 481 Price, Richard: Observations on reversionary payments; on schemes for providing annuities for widows, and for persons in old age; on the method of calculating the values of assurances on lives; and on the national debt. 6.ed. By William Morgan. Vol.2. London 1803. [Auszüge im Beiheft B.] 544 578 579 584 Proudhon, [Pierre-Joseph]: Système des contradictions économiques, ou philosophie de la misère. T. 1.2. Paris 1846. 347 419 435 472 Public economy concentrated; or, a connected view of currency, agriculture, and manufactures. By an enquirer into first principles. Carlisle 1833. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 324 Public health. [Reports.] 297 323 324 327 380 — Third report of the medical officer of the Privy Council. 1860. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 15 April 1861. [London 1861.] 190 — Fourth report... with appendix. 1861. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 11 April 1862. [London 1862.] 380 — Sixth report ... with appendix. 1863. Presented pursuant to act of Parliament. London 1864. 61 127 212 325-327 380 381 444 528-531 550 564

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II. Arbeiten anderer Autoren Public health. [Reports.] Seventh report ... with appendix. 1864. Presented pursuant to act of Parliament. London 1865. 61 468 531 536-540 548 550-560 579 — Eighth report... with appendix. 1865. Presented pursuant to act of Parliament. London 1866. 379 531-536 Quesnay, François : Analyse du tableau économique. In : Collection des principaux économistes. T. 2: Physiocrates. Quesnay, Dupont de Nemours, Mercier de la Rivière, L'Abbé Baudeau, Le Trosne, avec une introd. sur la doctrine des physiocrates, des commentaires et des notices historiques, par Eugène Daire. Pt1. Paris 1846. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845 bis 1846 und im Beiheft C.] 475 — Dialogues sur le commerce et sur les travaux des artisans. In: Collection des principaux économistes. T. 2: Physiocrates. Quesnay, Dupont de Nemours, Mercier de la Rivière, L'Abbé Baudeau, Le Trosne, avec une introd. sur la doctrine des physiocrates, des commentaires et des notices historiques, par Eugène Daire. Pt. 1. Paris 1846. [Auszüge im Beiheft C.] 69 258 259 Quételet Adolphe-Lambert-Jacques : Du systeme social et des lois qui le régissent. Paris 1848. 261 Raffles, Thomas Stamford : The history of Java. With a map and plates. In 2 vols. London 1817. [Auszüge in einem Heft, das 1853 entstanden ist.] 292 602 Ramazzini, Bernardino: De morbis artificum diatriba. Mutinae 1700. 296 — Essai sur les maladies des artisans. Trad, du latin. Paris 1777. 296 Ramsay, George: An essay on the distribution of wealth. Edinburgh, London 1836. [Auszüge in den Heften IX und X, London 1851.] 116 118 255 416 459 508 Ravenstone, Piercy: Thoughts on the funding system, and its effects. London 1824. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 353 416 Read, George: The history of baking. London 1848. Nach: Report addressed to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home Department, relative to the grievances complained of by the journeymen bakers ... London 1862.195 Reasons for the late increase of the poor-rates: or a comparative view of the price of labour and provisions, humbly addressed to the consideration of the legislature. London 1777. [Auszüge im Beiheft F.] 462 543 Regnault Élias: Histoire politique et sociale des principautés danubiennes. Paris 1855. [Auszüge in einem Heft von Anfang 1857, im Beiheft D und im Heft VII, London 1859-1863.] 184 Remarks on the commercial policy of Great Britain, principally as it relates to the corn trade. London 1815. [Auszüge im Beiheft B.] 452 Report addressed to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home Department relative to the grievances complained of by the journeymen bakers; with appendix of evidence. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1862. 126127193-195 445 446 Report from the committee on the „Bill to regulate the labour of children in the mills and factories of the United Kingdom": with the minutes of evidence. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 8 August 1832. [London 1832.] 221 Report from the Secret Committee of the House of Lords appointed to inquire into the causes of the distress which has for some time prevailed among the commercial classes, and how far it has been affected by the laws for regulating the issue of bank notes payable on demand. Together with the minutes of evidence, and an appendix. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 28 July 1848. (Reprinted 1857.) [London 1857.] 85 Report from the select committee on bank acts; together with the proceedings of the commit-

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Literaturregister

tee, minutes of evidence, appendix and index. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 30 July 1857. [London 1857.] 91 Report from the select committee on the bank acts; together with the proceedings of the committee, minutes of evidence, appendix and index. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 1 July 1858. [London 1858.] 96 Report from the select committee on mines; together with the proceedings of the committee, minutes of evidence, and appendix. Ordered, by the House of Commons, tobe printed, 23 July 1866. [London 1866.] 404-408 Report from the select committee on petitions relating to the corn laws of this Kingdom: together with the minutes of evidence, and an appendix of accounts. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 26 July 1814. [London 1814.] 451 Report of the commissioners appointed to inquire into the condition of all mines in Great Britain to which the provisions of the act 23 6 24 Vict. cap. 151. Do not apply. With reference to the health and safety of persons employed in such mines, with appendices. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1864. 537 Report of the commissioners appointed to inquire into the operation of the acts (16 6 17 Vict, c. 99. and 20 & 21 Vict. c. 3.) relating to transportation and penal servitude. Vol. 1. Report and appendix. Vol. 2. Minutes of evidence presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1863. 548 549 Report of the committee on the baking trade in Ireland for 1861. [O.O. u. J.] 196 Report of the officer of health of St. Martin's-in-the-Fields. 1865. [O.O. u. J.] 532 Reports by Her Majesty's secretaries of embassy and legation, on the manufactures, commerce. Sc., of the countries in which they reside. Nr. 6. London 1863. 279 Reports of the inspectors of factories to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home D e p a r t m e n t . . . [London 1842-1867.] 176 185 323 324 402 Reports of the inspectors of factories to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home Department... - for the half year ending the 31" December 1841: also, the joint report of the inspectors of factories for the same period. (Presented by command of Her Majesty.) Ordered, by the House of Commons, to be printed, 16 February 1842. [London 1842.] 219 - for the quarter ending SO*1 September, 1843. Nach: [Anthony] Ashley: Ten hours' factory bill. The speech . . . in the House of Commons . . . March 1581,1844. London 1844. 331 - for the quarter ending 30* September, 1844; and from 1" October, 1844, to 30th April, 1845. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1845. 223 233 331 337 338 340 - for the half year ending 31" October 1846 . . . London 1847. 233 - for the half year ending 30* April 1848 . . . London 1848. 220 227 443-445 - for the half year ending 31" October 1848 . . . London 1849.176 222 224-228 230 231 237 240 426 - for the half year ending 30th April 1849 . . . London 1849. 228-231 248 - for the half year ending 31" October 1849 . . . London 1850. 222 230 - for the half year ending 30th April 1850 . . . London 1850. 232 241 - for the half year ending 31" October 1850 . . . London 1851. 228 - for the half year ending 30th April 1852 . . . London 1852. 232 - for the half year ending 30th April 1853 . . . London 1853. 234 - for the half year ending 31" October 1853 . . . London 1854. 127 211 - for the half year ending 30** April 1855 . . . London 1855. 176 - for the half year ending 31" October 1855 . . . London 1856. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 211 215 218-220 328 351 425

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II. Arbeiten anderer Autoren Reports of the inspectors of factories to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home Department ... for the half year ending 31" October 1856 ... London 1857. [Auszüge im Heft VII. London 1859-1863.] 186-188 309 310 329 341 348 355 365-368 372 - for the half year ending 30* April 1857 ... London 1857. 328 - for the half year ending 31" October 1857 ... London 1857. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 235 329 - for the half year ending 30"* April 1858 ... London 1858. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 186 450 452 - for the half year ending 31" October 1858 ... London 1859. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 318 319 322 324 328 342 355 - for the half year ending 30th April 1859 ... London 1859. 447 - for the half year ending 31" October 1859 ... London 1860. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 222 241 - for the half year ending 30" April 1860... London 1880.188210211 219220234235 307 342444 - for the half year ending 31" October 1860 ... London 1860.187 447 - for the half year ending 30* April 1861 ... London 1861.187 - for the half year ending 31" October 1861 ... London 1862. 233 234 239 343 - for the half year ending 31" October 1862 ... London 1863.187 235-237 239 327 333 341 342 344 366 372 393 - for the half year ending 30* April 1863 ... London 1863. 237 241 350 375 444 - for the half year ending 31" October 1863 ... London 1864.187 346 351 356 373 374444 512 - for the half year ending 30* April 1864 ... London 1864. 374 - for the half year ending 31" October 1864 ... London 1865. 238 241 - for the half year ending 31" October 1865 ... London 1866.337 366 374 376 389-391 394-396 402 - for the half year ending 31" October 1866 ... London 1867. 517 572 620 622-624 Reports respecting grain, and the corn laws: Viz: First and second reports from The Lords Committees, appointed to enquire into the state of the growth, commerce, and consumption of grain, and all laws relating thereto;... Ordered, by the House of Commons, to be printed, 23 November 1814. [London 1814.] 451 The revised statutes of the state of Rhode Island and Providence plantations: to which are prefixed, the constitutions of the United States and of the state. Providence 1857. 213 Ricardo, David: The high price of bullion, a proof of the depreciation of bank notes. 4. ed. London 1811. [Auszüge im Heft VII, London 1851.] 98 - On the principles of political economy, and taxation. 3. ed. London 1821. [Auszüge im Heft IV, London 1850, und im Heft VIII, London 1851.]49120138177317321 322353-355358464474 489 490 508 Richardson, [Benjamin]: Work and overwork. In: The Social Science Review. Vol.2. London. Nr. 58, 18. Juli 1863. 198 200 Roberts, George: The social history of the people of the southern counties of England in past centuries; illustrated in regard to their habits, municipal bye-laws, civil progress, etc., from the researches. London 1856. 579 580 [Robertson, George:] Essays on political economy: in which are illustrated the principal causes of the present national distress; with appropriate remedies. London 1830. [Auszüge im Beiheft H.] 428 Rodbertus[-Jagetzow, Johann Karl]: Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo'schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie. Berlin 1851. 430 Rogers, James Edwin Thorold: A history of agriculture and prices in England from the year after

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Literaturregister the Oxford Parliament (1259) to the commencement of the continental war (1793). Compiled entirely from original and contemporaneous records. Vol. 1.2. Oxford 1866. 543 548 581 Rohatzsch, R. H. : Die Krankheiten, welche verschiedenen Ständen, Altern und Geschlechtern e i g e n t ü m l i c h sind. Bdch. 1 - 6 . Ulm 1840. 296 297 Roscher, Wilhelm: Die Grundlagen der Nationalökonomie. 3., verm. und verb. Aufl. Stuttgart, Augsburg 1858. (Roscher: System der Volkswirthschaft. Bd. 1.) [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 51 58 113 154 163 176 261 262 297 495 Rossi, Pellegrino Luigi Edoardo: Cours d'économie politique. Année 1836—1837. (Contenant les deux volumes de l'édition de Paris.) In: Cours d'économie politique. Bruxelles 1843. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 125 Rouard de Card, Pie-Marie : De la falsification des substances sacramentelles. Paris 1856.193 Rousseau, Jean-Jacques: Discours sur l'économie politique. Nouv. éd. Genève 1760. 598 [Roy, Henry:] The theory of the exchanges. The bank charter act of 1844. The abuse of the metallic principle to depreciation. London 1864. 95 526 Say, Jean-Baptiste : Lettres à M. Malthus, sur différons sujets d'économie politique, notamment sur les causes de la stagnation générale du commerce. Paris 1820. 126 489 490 — Traité d'économie politique, ou simple exposition de la manière dont se forment, se distribuent et se consomment les richesses. 3. éd. T. 1.2. Paris 1817. [Auszüge in einem Pariser Heft von 1844.] 74 109 117 154 435 479 Schiller, Friedrich von: Die Bürgschaft. 478 — Kabale und Liebe. 466 — Das Lied von der Glocke. 315 333 Schouw, joakim Frederik: Die Erde, die Pflanzen und der Mensch. Naturschilderungen. Aus dem Dan. unter Mitw. des Verf. von H.Zeise . . . 2. Aufl. Leipzig 1854. 419 Schulz, Wilhelm: Die Bewegung der Production. Eine geschichtlich-statistische Abhandlung zur Grundlegung einer neuen Wissenschaft des Staats und der Gesellschaft. Zürich, Winterthur 1843. 302 Scrope, George Poulett : Principles of political economy, deduced from the natural laws of social welfare, and applied to the present state of Britain. London 1833. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 481 Second report addressed to Her Majesty's Principal Secretary of State for the Home Department, relative to the grievances complained of by the journeyman bakers. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1863.194 196 197 [Seeley, Robert Benton:] The perils of the nation. An appeal to the legislature, the clergy, and the higher and middle classes. 2. ed., rev. London 1843. 585 Senior, Nassau William : Letters on the factory act, as it affects the cotton manufacture,... To which are appended, a letter to Mr. Senior from Leonard Horner, and minutes of a conversation between Mr. Edmund Ashworth, Mr. Thomson and Mr. Senior. London 1837. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 173-176 333 — An outline of the science of political economy. London 1836. 176 — Principes fondamentaux de l'économie politique, tirés de leçons éd. et inéd. de N.-W. Senior, par Jean Arrivabene. Paris 1836. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 481 — Three lectures on the rate of wages, delivered before the University of Oxford, in Easter term, 1830. With a preface on the causes and remedies of the present disturbances. London 1830. [Auszüge im Heft XI, London 1851] 441 445 Sextus Empiricus: Adversus mathematicos. 298 Shakespeare, William: The merchant of Venice. 228 399 — A midsummer nighf s dream. 69

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II. Arbeiten anderer Autoren Shakespeare, William: Much ado about nothing. 51 — Timon of Athens. 89 90 [Simpson, Thomas :] A defence of the land-owners and farmers of Great Britain and an exposition of the heavy parliamentary and parochial taxation under which they labour. London 1814. [Auszüge im Beiheft B.] 452 Sismondi, Jean-Charles-Léonard Simonde de : De la richesse commerciale, ou principes d'économie politique, appliqués à la legislation du commerce. T.1. Genève 1803. [Auszüge im Beiheft C.] 434 — Études sur l'économie politique. T. 1.2. Bruxelles 1837—1838. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 253 479 586 587 — Nouveaux principes d'économie politique, ou de la richesse dans ses rapports avec la population. T. 1.2. Paris 1819. 110 126 458 — Nouveaux principes d'économie politique, ou de la richesse dans ses rapports avec la population. 2. éd. T. 1.2. Paris 1827. [Auszüge in einem nicht überlieferten Heft, das zwischen 1844 und 1847 entstanden ist] 181 468 522 608 Skarbek, Frédéric: Théorie des richesses sociales. Suivie d'une bibliographie de l'économie politique. 2. éd. T.1. Paris 1839. [Auszüge in einem Pariser Heft von 1845.] 264 286 Smith, Adam : An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations. Vol. 1.2. London 1776. 287 336 438 — An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations;... With notes, and an add. vol., by David Buchanan. Vol. 1-3. Edinburgh 1814.[Auszüge im Beihefte.]438454500587592 — An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations. With a commentary, by the author of „England and America" [d. i. Edward Gibbon Wakefield]. Vol. 1—6 [vielm. 1—4]. Vol. 1.2. London 1835. [Auszüge in den Heften VII und VIII, London 1851.] 82 289 295 296434 438 479 518 — Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations. Trad, nouv., avec des notes et observations; par Germain Garnier. T. 1—5. Paris 1802. [Auszüge in zwei Pariser Heften von 1844 und im Heft VII, London 1859-1863.] 296 499 — The theory of moral sentiments. London 1759. 498 Somers, Robert: Letters from the Highlands; or, the famine of 1847. London 1848. [Auszüge in einem Heft, das 1851 entstanden ist.] 587 588 Sophokles: Antigone. 90 The source and remedy of the national difficulties, deduced from principles of political economy, in a letter to Lord John Russell. London 1821. [Auszüge im Heft XII, London 1851.] 473 Spinoza, Benedictus de: Ethica. 245 S[tafford], William : A compendious or briefe examination of certayne ordinary complaints, of divers of our countrymen in these our days, etc. London 1581. 579 Statistical abstract for the United Kingdom in each of the last fifteen years,... London. No. 8 : From 1846 to 1860. 1861; No. 13: From 1851 to 1865. 1866. 343 344 369 Steuart, James: An inquiry into the principles of political oeconomy: being an essay on the science of domestic policy in free nations. Vol. 1.2. London 1767. 269 287 521 522 — An inquiry into the principles of political oeconomy: being an essay on the science of domestic policy in free nations. In 3 vols. Vol. 1.2. Dublin 1770. [Auszüge im Heft VII, London 1851.] 101 130 521 522 577 586 597 — An inquiry into the principles of political oeconomy... In: The works, political, metaphisical, and chronological. Now first collect, by James Steuart, his son, from his father's corr. copies, to which are subjoined anecdotes of the author. In 6 vols. Vol. 1.3. London 1805. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 104 — Recherche des principes de l'économie politique, ou essai sur la science de la police intérieure des nations libres. Par Jacques Steuart. T. 1. Paris 1789. 269 353 1023

Literaturregister Stewart, Dugald: Lectures on political economy. Vol. 1. Edinburgh 1855. (The collected works. Ed. by William Hamilton. Vol. 8.) [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 259 280 294 398 Stolberg, Christian Graf zu: Gedichte. Aus dem Griech. übers. Hamburg 1782. 335 Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu: An die Natur. 418 Storch, Henri: Cours d'économie politique, ou exposition des principes qui déterminent la prospéríté des nations. T.1—4. St-Pétersbourg 1815. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845 und in den Beiheften E und G.] 126 133 294 475 — Cours d'économie politique, ou exposition des principes qui déterminent la prospéríté des nations . . . Avec des notes explicatives et critiques par J.-B. Say. T. 1.3. Paris 1823. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845 und im Beiheft G.] 286 293 522 Strange, William: The seven sources of health. London 1864. Nach: Children's employment commission. Fourth r e p o r t . . . London 1865. 201 Tenth report of the commissioners of Her Majesty's inland revenue on the inland revenue. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1866. 523567 569 Thiers, Adolphe: De la propriété. Paris 1848. 575 [Thompson] Benjamin, [Count of] Rumford: Essays, political, economical, and philosophical. Vol. 1 - 3 . London 1796-1802. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 484 Thompson, William: An inquiry into the principles of the distribution of wealth most conducive to human happiness; applied to the newly proposed system of voluntary equality of wealth. London 1824. [Auszüge in einem H e f t das 1845 in Manchester entstanden ist.] 295 Thornton, William Thomas: Over-population and its remedy; or, an inquiry into the extent and causes of the distress prevailing among the labouring classes of the British Islands, and into the means of remedying it. London 1846. [Auszüge im Heft XIII, London 1851.] 124212 578 Thucydides: De bello Peloponnesiaco libri octo. Lipsiae 1831. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 298 299 Tooke, Thomas, William Newmarch: A history of prices, and of the state of the circulation, during the nine years 1848—1856. In 2 vols; forming the 5. and 6. vol. of the History of prices from 1792 to the present time. Vol. 5.6. London 1857. [Auszüge in einem Londoner Heft vom Sommer 1857.] 235 Torrens, Robert: An essay on the external corn trade; containing an inquiry into the general principles of that important branch of traffic; an examination of the exceptions to which these principles are liable; and a comparative statement of the effects which restrictions on importation and free intercourse, are calculated to produce upon subsistence, agriculture, commerce, and revenue . . . London 1815. [Auszüge im Beiheft G.] 124 — An essay on the production of wealth; with an appendix, in which the principles of political economy are applied to the actual circumstances of this country. London 1821. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 115 135 — On wages and combination. London 1834. [Auszüge im Heft XI, London 1851.] 332 (Townsend, Joseph:) A dissertation on the poor laws. By a well-wisher to mankind. 1786. Republ., London 1817. [Auszüge im Heft XIII, London 1851.] 497 521 Townsend, Joseph: Journey through Spain in the years 1786 and 1787. In 3 vols. London 1791. 522 Tucker, Josiah: A brief essay on the advantages and disadvantages which respectively attend. France and Great Britain, with regard to trade. 3. ed. London 1753. [Auszüge im Beiheft C.] 497 — Four tracts, together with two sermons, on political and commercial subjects. Glocester 1774. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 497

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II. Arbeiten anderer Autoren Tuckett, John Debell : A history of the past and present state of the labouring population, including the progress of agriculture, manufactures, and commerce. Vol. 1.2. London 1846. [Auszüge im Heft IX, London 1851.] 295 580 600 Turgot, [Anne-Robert-Jacques] : Réflexions sur la formation et la distribution des richesses. In : Collection des principaux économistes. T.3: Turgot: Œuvres. Nouv. éd par Eugène Daire. Pt. 1. Paris 1844. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 131 252 432 Twenty-second annual report of the Registrar-General of births, deaths, and marriages in England. Presented to both Houses of Parliament by command of Her Majesty. London 1861. Nach: Every government has its traditions... In: The Times. London. Nr. 24082,5. November 1861. 212 Two letters on the flour trade, and dearness of corn ... By a person in business. London 1767. [Auszüge im Beiheft B.] 583 Ure, Andrew : Philosophie des manufactures, ou économie industrielle de la fabrication du coton, de la laine, du lin et de la soie, avec la description des diverses machines employées dans les ateliers anglais. Trad, sous les yeux de l'auteur, et augm. d'un chapitre inédit sur l'industrie cotonnière française. T. 1.2. Bruxelles 1836. [Auszüge in einem Brüsseler Heft von 1845.] 239 285 300 301 310 316 331 344-346 349 355 357 358 449 453 455 — The philosophy of manufactures: or, an exposition of the scientific, moral, and commercial economy of the factory system of Great Britain. London 1835.175 Urquhart, David: Familiar words, as affecting the character of Englishmen and the fate of England. London 1855. 297 409 410 599 600 Vanderlint, Jacob : Money answers all things : or, an essay to make money sufficiently plentiful amongst all ranks of people and increase our foreign and domestick trade. London 1734. [Auszüge im Beiheft E.] 82 88 101 216-218 252 268 Vergilius Maro, Publius: Aeneis. 108 241 607 Verri, Pietro: Meditazioni sulla economia politica ... con annotazioni di Gian-Rinaldo Carli. In: Scrittori classici italiani di economia politica. [Hrsg. Pietro Custodi.] Parte moderna. T.15. Milano 1804. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 23 56 91 266 Vissering, Simon: Handboek van praktische staathuishoudkunde. Delen 1—3. Amsterdam 1860-1862. 408 Voltaire: Candide, ou l'optimisme. 144 617 Wade, John: History of the middle and working classes; with a popular exposition of the economical and political principles which have influenced the past and present condition of the industrious orders. Also an app.... 3. ed. London 1835. [Auszüge in einem Heft, das 1845 in Manchester entstanden ist.] 188 214 Wages of agricultural labourers. In: The Economist. Vol.3. London. Nr. 13,29. März 1845.546 [Wakefield, Edward Gibbon: A commentary to Smith's wealth of nations.] In: Adam Smith: A n inquiry into the nature and causes of the wealth of nations ... Vol.1—6. Vol.1. London 1835. 82 289 295 296 434 438 479 518 Wakefield, Edward Gibbon: England and America. A comparison of the social and political state of both nations. In 2 vols. Vol. 1.2. London 1833. [Auszüge im Beiheft H.] 211 471 545612-617 — A view of the art of colonization, with present reference to the British Empire; in letters between a statesman and a colonist. London 1849. [Auszüge im Heft XIV, London 1851.] 263 Ward, John : The borough of Stoke-upon-Trent, in the commencement of the reign of Her Most Gracious Majesty Queen Victoria. London 1843. 209 Watson, John Forbes: The paper read ... In: The Journal of the Society of Arts, and of the Institutions in Union. London. 19. April 1861. 320

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Literaturregister Watts, John: The facts and fictions of political economists: being a review of the principles of the science, separating the true from the false. Manchester 1842. [Auszüge in einem Heft, das urn 1846 entstanden ist.] 447 — Trade societies and strikes: their good and evil influences on the members of Trades Unions, and on society at large. Machinery; its influences on work and wages, and cooperative societies, productive and distributive, past, present, and future. Manchester [1865], 447449 Wayland, Francis: The elements of political economy. Boston 1843. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 117 155 [West Edward:] Essay on the application of capital to land, with observations shewing the impolicy of any great restriction of the importation of corn, and that the bounty of 1688 did not lower the price of it. By a fellow of University College, Oxford. London 1815. [Auszüge im Beiheft B.] 440 441 West Edward: Price of corn and wages of labour, with observations upon Dr. Smith's, Mr. Ricardo's, and Mr. Malthus's doctrines upon those subjects; and an attempt at an exposition of the causes of the fluctuation of the price of corn during the last thirty years. London 1826. [Auszüge im Heft XII, London 1851.] 440 441 The wholesale starvation of the London poor! In: Reynolds's Newspaper. London. Nr.858, 20. Januar 1867. 540 Wilks, Mark: Historical sketches of the South of India, in an attempt to trace the history of Mysoor from the origin of the Hindoo Government of that state, to the extinction of the Mohammedan Dynasty in 1799. Vol. 1. London 1810. [Auszüge in einem Heft, das 1853 entstanden ist.] 292 Wirth, Max: Grundzüge der National-Oekonomie. 3., verb. Aufl. Bd.1. Köln 1861. 45 The workrooms of Madame Elise. To the Editor of the „Star". In: The Morning Star. London. 29. Juni 1863. 198 Wright Thomas: A short address to the public on the monopoly of small farms, a great cause of the present scarcity and dearness of provisions. With the plan of an institution to remedy the evil: and for the purpose of increasing small farms throughout the Kingdom. London 1795. [Auszüge im Beiheft B.] 583 Wright, Thomas Barber siehe Harlow, John Xenophon: Cyropaedia: Ed. E. Poppo. Lipsiae 1821. [Auszüge im Heft VII, London 1859—1863 ] 299 Young, Arthur: Political arithmetic. Containing observations on the present state of Great Britain; and the principles of her policy in the encouragement of agriculture. London 1774. [Auszüge im Heft VII, London 1859-1863.] 82 177 543 — A tour in Ireland: with general observations on the present state of that Kingdom ... 2.ed. In 2 vols. London 1780. 550

III. Periodica The Bengal Hurkaru (Caicutta) — Tageszeitung, erschien von 1795 bis 1866. 265 266 The Bury Guardian — Tageszeitung, gegründet 1857. 210 The Daily Telegraph (London) — Tageszeitung, erscheint seit 1855. 189 198 Deutsch-Französische Jahrbücher (Paris) — unter der Redaktion von Karl Marx und Arnold Rüge

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III. Periodica in deutscher Sprache herausgegeben; es erschien nur die erste Doppellieferung im Februar 1844. 47 107 117 511 The Economist, Weekly Commercial Times, Bankers' Gazette, and Railway Monitor : a political, literary, and general newspaper (London) — Wochenblatt, gegründet 1843; Organ der Großbourgeoisie für Wirtschaftsfragen und Politik. 177 473 514 546 The Glasgow Daily Mail. 248 The Journal of the Society of Arts, and of the Institutions in Union (London) — Wochenblatt, gegründet 1852; Zeitschrift der Kunst- und Altertumswissenschaft. 306 320 La Liberté (Paris) — konservatives Abendblatt, erschien von 1865 bis 1944; gegründet von Émile de Girardin; Organ der Großbourgeoisie. 625 Macmillian's Magazine (London, Cambridge) — herausgegeben von David Masson. 199 The Morning Chronicle (London) — Tageszeitung, erschien von 1770 bis 1862. 545 The Morning Star (London)—Tageszeitung, O r g a n der Freihändler; erschien von 1856 bis 1869. 198 199 437 525 540-542 Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie (Köln) — erste selbständige Tageszeitung des Proletariats, herausgegeben unter Leitung von M a r x v o m 1. Juni 1848 bis 19. M a i 1849.468 469 495 612 Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue (London, Hamburg, N e w York) — erschien v o n Januar bis Oktober 1850 in sechs Heften; herausgegeben von Marx und Engels. 199 232 241 New-York Daily Tribune—erschien von 1841 bis 1924, gegründet von Horace G r e e l e y ; bis M i t t e der fünfziger Jahre Organ des linken Flügels der amerikanischen Whigs, danach Organ der Republikanischen Partei; veröffentlichte von August 1851 bis M ä r z 1862 regelmäßige Korrespondenzen von Marx und Engels; später vertrat die Zeitung immer mehr eine rechte Richtung. 587 The Observer (London) — konservative Wochenzeitung, erscheint seit 1791 ; ältestes englisches Sonntagsblatt. 95 T h e Pall Mall Gazette. An Evening Newspaper and Review (London) — konservative Tageszeitung, erschien von Februar 1865 bis 1920, von Juli 1870 bis Juni 1871 standen Marx und Engels mit ihr in Verbindung; die zunehmenden Angriffe der Zeitung nach der Niederschlagung der Pariser Kommune veranlaßten beide, jegliche Verbindung zu diesem Blatt abzubrechen. 527 The Portfolio, Diplomatie review ( N e w series) (London). 587 Révolutions de Paris, dédiées à la Nation et au district des Petits Augustins (Paris) — Wochenschrift, erschien v o m 12. Juli 1789 bis 28. Februar 1794; herausgegeben von Louis-Marie Prudhomme; redigiert bis September 1790 von dem Republikaner Élisée Loustalot. 595 Reynolds's Newspaper. A Weekly Journal of Politics, History, Literature, and General Intelligence (London) — Arbeiterwochenzeitung, gegründet im August 1850 als „Reynolds's W e e k l y N e w s p a p e r " von dem kleinbürgerlichen Demokraten G e o r g e William MacArthur Reynolds. 197 540

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Literaturregister The Social Science Review (London). 198 The Spectator (London) — bürgerlich-liberale Wochenschrift, gegründet 1828, später konservativ. 268 T h e Standard (London) — konservative Tageszeitung, erschien von 1857 bis etwa 1917; hervorgegangen aus dem „Evening Standard". 199 453 624 The Times (London) — Tageszeitung, gegründet am I.Januar 1785 unter dem Titel „Daily Universal Register", erscheint seit dem 1.Januar 1788 unter dem N a m e n ,,The T i m e s " ; größte englische Zeitung konservativer Richtung. 153 155 199 210 212 235 331 343 386 408 465—467 525 527 572 Der Vorbote. Organ der Internationalen Arbeiter-Association (Genf) — politische und sozialökonomische

Monatsschrift

Zentralorgan d e r Sektionsgruppe deutscher Sprache der

Internationalen Arbeiterassoziation; erschien von 1866 bis 1871; verantwortlicher Redakteur war Johann Philipp Becker. 240 The Westminster Review (London) — liberale Zeitschrift für Politik, Volkswirtschaft, Religion und Literatur; erschien von 1824 bis 1887 vierteljährlich, von 1887 bis 1914 monatlich; gegründet von Jeremy Bentham und John Bowring, später geleitet von James und John Stuart Mill. 35 The Workman's Advocate (London) — Arbeiterwochenzeitung; ab September 1865 offizielles Organ des Generalrats der Internationalen Arbeiter-Assoziation; M a r x gehörte neben anderen M i t g l i e d e r n des Generalrats ihrer Verwaltung an; im Februar 1866 wurde die Zeitung reorganisiert und in „ T h e C o m m o n w e a l t h " umbenannt. 197

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Namenregister Abel Gestalt aus der Bibel. 600 Abel, Carl gemeinsam mit F.A.Mecklenburg Übersetzer des Buches „Arbeiten der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft zu Peking über China". 85 Adam Gestalt aus der Bibel. 65 574 612 Addington, Stephen (1729—1796) englischer Theologe und Ökonom, Verfasser mehrerer Schulbücher. 584 Aikln, John (1747-1822) englischer Arzt und Historiker. 478 479 601 606 607 Aisopos (6.Jh. v.u.Z.) griechischer Fabeldichter. 119 Alexandra (1844—1925) Tochter des dänischen Königs Christian IX., verheiratet mit Albert Eduard, dem Prinzen von Wales, seit 1863.198 202 Allard französischer General. 625 Allinsworth, George 1865 neunjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Anderson, Adam (1692—1765) schottischer Ökonom, Verfasser eines Werkes über die Geschichte des Handels. 589 590 597 606 Anderson, James (1739-1808) schottischer Ökonom, arbeitete Grundzüge der Theorie von der Differentialrente aus. 413 454 498 584 586 597 Anne (Anna) (1665-1714) Königin von England, Schottland und Irland seit 1702; vereinigte 1707 England und Schottland zu Großbritannien. 117 591 Antaios (Antus) in der griechischen Sage Sohn der Ge (der Erde); unüberwindbar, solange er die Erde berührte; Herakles besiegte ihn, indem er ihn von der Erde losriß. 477 Antigone Titelgestalt der Tragödie „Antigone" von Sophokles; in der griechischen Sage Tochter des Oidipus und der lokaste. 90 Antipatros von Thessalonlke (etwa 1. Jh. v.u.Z.) griechischer Dichter. 335 Apelles (4. Jh. v. u. Z.) griechischer Maler. 400 492 Appianos (Appian) (2. Jh.) römischer Offizier und Verwaltungsbeamter ägyptisch-griechischer Herkunft; schrieb eine Geschichte Roms. 585 Apsden, George 1863 englischer Fabrikarbeiter. 192 Arbuthnot John (18. Jh.) englischer Farmer, beschäftigte sich mit betriebswirtschaftlichen Fragen der Landwirtschaft. 246 264 265 581 585 Archilochos (Archilochus) (7. Jh. v. u. Z.) griechischer Lyriker. 298 Archimedes (etwa 287—212 v.u.Z.) griechischer Mathematiker, Physiker und Konstrukteur. 243

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Namenregister Aristoteles (384—322 v.u.Z.) griechischer Philosoph; universeller Gelehrter, Begründer der Philosophiegeschichte; verteidigte die Naturalwirtschaft der Sklavenhaltergesellschaft. 49 52 107 108 118 264 335 635 636 Arkwright, Sir Richard (1732—1792) englischer Unternehmer, Konstrukteur und Erbauer verschiedener Spinnmaschinen. 301 307 311 349 352 400 Ariedge, J.T. 1863 Oberarzt des North Staffordshire Krankenhauses. 190 Arne, Thomas Augustine (1710—1778) englischer Komponist; seine Oper „Alfred" (1740) enthalt die zur Nationalhymne Großbritanniens gewordene Komposition ,,Rule Britannia". 207 Arrivabene, Giovanni (Jean), conte, der Jüngere (1787—1881) italienischer Ökonom; Initiator des ökonomischen Kongresses zu Brüssel 1847, Übersetzer ökonomischer Werke ins Französische. 481 Ashley, Lord siehe Shaftesbury, Anthony Ashley Cooper, Earl of Ashworth, Henry (1794—1880) englischer Baumwollfabrikant, Anhänger Cobdens, Mitbegründer der Anti-Cornlaw-League. 228 332 333 Athenaios (Athenaeus) (um 200) griechischer Schriftsteller; Verfasser eines Dialogs über kulturgeschichtliche Themen mit zahlreichen Zitaten aus älteren, sonst nicht erhalten gebliebenen Werken. 90 Augier, Marie (Mitte des 19. Jh.) französischer Journalist, Verfasser finanzökonomischer Schriften. 607 Babbage, Charles (1792—1871) englischer Mathematiker, Mechaniker und Ökonom. 282284285 306 320 332 Bacon (Baco), Francis, (seit 1618) Baron Veruiam, (seit 1621) Viscount Saint Albans (1561-1626) englischer Philosoph, Staatsmann und Jurist; Begründer des englischen metaphysischen Materialismus; leitete die englische Aufklärung ein. 319 578 579 Bailey, Samuel (1791—1870) englischer Ökonom und Philosoph, Gegner der Werttheorie Ricardos. 29 35 50 51 433 492 Baiter, Johann Georg (1801—1877) Schweizer Philologe, Herausgeber von Schriften antiker Autoren. 299 Baker, Robert englischer Fabrikinspektor bis 1878. 239 327 350 366 572 Ballard, Edward (1820—1897) englischer Arzt, medizinischer Beamter in London. 384 Bankes, George (1788—1856) englischer Jurist und Politiker; Tory, Mitglied des Parlaments. 547 Barbon, Nicholas (etwa 1640—1698) englischer Ökonom, Anhänger der nominalistischen Geldtheorie. 17-19 82 87 98 101 497 Barton, John (Ende des 18. Jh. bis 1. Hälfte des 19. Jh.) englischer Ökonom, Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 508 544 Basedow, Johann Bernhard (1724—1790) deutscher Pädagoge; stellte sich das Ziel, das Erziehungswesen im Sinne der bürgerlichen Aufklärung zu reformieren. 401 Bastiat, Frédéric (1801—1850) französischer Ökonom, Vertreter der Theorie von der Klassenharmonie. 49 143 335 456 Baynes, John englischer Publizist, Mitglied der Stadtverwaltung in Blackburn; veröffentlichte 1857 zwei Abhandlungen über den Baumwollhandel. 318 319 Beccaria, Cesare Bonesa na, marchese de (1738—1794) italienischer Jurist, Publizist und Ökonom; Vertreter der bürgerlichen Aufklärung. 298 Beckmann, Johann (1739—1811) deutscher Gelehrter; Begründer der technologischen Wissenschaft, Verfasser von Arbeiten über Technologie, Ökonomie, Landwirtschaft und andere Zweige der Wissenschaft. 351 Bedford englische aristokratische Familie. 582

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Namenregister Beecher-Stowe, Harriet Elizabeth (1811—1896) amerikanische Schriftstellerin, Verfasserin von „Uncle Tom's Cabin"; wandte sich gegen die Negersklaverei in den amerikanischen Südstaaten. 587 Bekker, Immanuel (1785—1871) deutscher Philologe; besorgte mehrere Ausgaben der Schriften von Piaton, Aristoteles, Aristophanes und anderen. 108 Bell, Sir Charles (1774-1842) schottischer Chirurg und Physiologe; Armenarzt in Bradford. 221 535 Bellers, John (1654—1725) englischer Ökonom, Autor von sozialreformerischen Schriften. 89 95 101 263 283 351 393 400 495 Bennet (Bennett), A. (1. Hälfte des 19. Jh.) englischer Großfarmer, Friedensrichter, Kurator eines Armenhauses. 485 Bennett 1862 Londoner Bäcker. 446 Bentham, Jeremy (1748-1832) englischer Soziologe, Theoretiker des Utilitarismus. 128491 bis 493 Bentley, Thomas (2. Hälfte des 18. Jh.) englischer Keramikfabrikant. 131 Berkeley (Barkley), Georg« (1685-1753) irischer Philosoph, Theologe; Begründer des subjektiven Idealismus, Kritiker des Merkantilismus, Vertreter der nominalistischen Geldtheorie. 272 288 Bidaut, J.N. (I.Hälfte des 19.Jh.) französischer Staatsbeamter und Publizist; schrieb über ökonomische Probleme. 259 Biese, Franz (1803-1895) deutscher Pädagoge und Philologe; Verfasser eines Werkes über die Philosophie des Aristoteles. 335 Binn Vertragspartner von Sullivan. 603 Biaise, Adolphe-Gustave (1811—1886) französischer Ökonom, Herausgeber von Werken Jérôme-Adolphe Blanquis. 273 Blakey, Robert (1795-1878) englischer Philosoph. 580 Blanqui, Jérôme-Adolphe (1798—1854) französischer Ökonom und Historiker. 218 273 Blanqui, Louis-Auguste (1805—1881) französischer utopischer Kommunist, aktiver Teilnehmer an den Revolutionen von 1830 und 1848 und der Pariser Kommune von 1871. 218 Boileau, Étienne (etwa 1200 bis etwa 1270) Vorsteher der Kaufmannschaft von Paris, Verfasser des „Livre des métiers", eines Handbuchs, das die Pariser Handwerkszünfte verzeichnete. 398 Boileau-Despréaux, Nicolas (1636—1711) französischer Dichter und Literaturkritiker. 526 Boisguillebert, Pierre Le Pesant sieur de (1646-1714) französischer Ökonom und Statistiker; Begründer der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie in Frankreich. 88 96 Bonaparte, Charles-Louis-Napolöon (1808—1873) nach der Februarrevolution 1848 Deputierter der konstituierenden und der gesetzgebenden Nationalversammlung, Präsident der Zweiten Republik (1848—1852), als Napoléon III Kaiser der Franzosen (1852-1870); Neffe von Napoléon I". 218 561 Boothroyd 1860 praktischer Arzt zu Hanley. 190 Boulton (Bolton), Matthew (1728-1809) englischer Fabrikant und Ingenieur. 308 Boxhorn, Marcus Zuerius (1612—1653) niederländischer Geschichtsschreiber und Philologe. 351 Bray, John Francis (1809—1897) englischer Ökonom; utopischer Sozialist, Anhänger Robert Owens, entwickelte eine Arbeitsgeldtheorie. 40 Bright, John (1811—1889) englischer Baumwollfabrikant, Führer der radikal-liberalen Bourgeoisie, Anhänger des Freihandels, Mitbegründer der Anti-Cornlaw-League; mehrmals Minister in liberalen Kabinetten. 199 224 453 524 548 600 Brindley, James (1716—1772) englischer Mechaniker und Erfinder. 284

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Namenregister Brodie, Sir Benjamin Collins (1783-1862) englischer Arzt und Physiologe. 221 Bros 1865 englischer Fabrikant von Stahl-, Walz- und Schmiedeerzeugnissen. 205 Brougham, Henry Peter, (seit 1830) Lord Brougham and Vaux (1778—1868) britischer Jurist, Schriftsteller und Staatsmann, Mitglied des Parlaments, ein Führer der Whigs, Lordkanzler (1830-1834). 607 Broughton siehe Hobhouse, John Cam, Baron Broughton de Gyfford Broughton 1860 englischer Beamter. 188 Brown, John 1865 Mitinhaber der englischen Stahl- und Eisenwerke Ellis, Brown & Co. 204 Bruce englischer Minenbesitzer, 1866 Mitglied einer parlamentarischen Untersuchungskommission in Bergwerken. 405 Bruckner, John (1726—1804) englischer protestantischer Geistlicher; Verfasser philosophischer Schriften. 497 Brunner, J. K. Anatom. 395 Buchanan, David (1779—1848) englischer Publizist und Ökonom; Schüler, Herausgeber und Kommentator von Adam Smith. 85 454 586 587 Bûchez, Philippe-Joseph-Benjamin (1796-1865) französischer Politiker und Historiker, bürgerliche^ Republikaner, ein Ideologe des christlichen Sozialismus. 595 Bunbury, Sir T.C. britischer Ökonom, Mitglied des Parlaments. 581 Burke, Edmund (1730-1797) englischer Publizist und Politiker, Gegner der Französischen Revolution; vertrat physiokratische Ansichten. 154 181 260 261 582 607 Busiris in der griechischen Sage König von Ägypten; von Herakles erschlagen. 299 300 Butler, Samuel (1612-1680) englischer satirischer Dichter. 18 Byles, Sir John Barnard (1801—1884) englischer Jurist; Mitglied des Privy Council, Tory; Verfasser einiger juristischer und ökonomischer Werke. 213 214 592 593 Cacus in der römischen Sage Sohn des Vulkan, ein furchterregender Räuber; von Herakles erschlagen. 477 Cairnes, John Elliot (1823—1875) englischer Ökonom und Publizist; Gegner der Sklaverei in den Südstaaten der USA. 146 209 269 Cammell 1865 Mitinhaber der Cyklops Stahl- und Eisenwerke Cammell & Co. 204 Campbell, Sir George (1824—1892) britischer Kolonialbeamter in Indien, Verfasser mehrerer Arbeiten über Indien; Mitglied des Parlaments. 292 Cantillon, Philip englischer Ökonom, 1759 Herausgeber der englischen Ausgabe des Werkes „Essai sur la nature du commerce en général ..." von Richard Cantillon. 451 Cantillon, Richard (1680—1734) englischer Kaufmann und Ökonom; Vorläufer der Physiokraten und von Adam Smith. 451 497 Carey, Henry Charles (1793—1879) amerikanischer Ökonom; ein Begründer der Theorie von der Klassenharmonie. 163 432 455 587 600 Carli, Giovanni Rinaldo, conte (1720—1795) italienischer Gelehrter, Verfasser einiger Arbeiten über das Geld und über den Getreidehandel; Gegner des Merkantilismus. 266 Carlile 1849 Mitinhaber der Leinen- und Baumwollspinnerei Carlile, Sons G Co. in Paisley in Westschottland. 248 251 Carlisle, Sir Anthony (1768-1840) englischer Arzt. 221 324 Carlyle, Thomas (1795—1881) englischer Schriftsteller, Historiker und Philosoph; Verfechter des Heroenkults, kritisierte die englische Bourgeoisie vom Standpunkt der reaktionären Romantik; Tory, nach 1848 Gegner der Arbeiterbewegung. 199 Carolus I. siehe Charles I Castlereagh siehe Stewart Henry Robert Viscount Castlereagh Catharina II. siehe Jekaterina II

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Namenregister Cazenove, John (1788-1879) englischer Ökonom, Anhänger von Malthus. 147 256 424 459 469 481 Cervantes Saavedra, Miguel de (1547-1616) spanischer Dichter. 50 52 482 Chalmers, Thomas (1780-1847) schottischer Theologe und Ökonom; Anhänger von Malthus. 108 116 497 498 Chapelier siehe Le Chapelier, Isaac-René Guy Charles I (Carolus l„ Karl I.) (1600-1649) König von England, Schottland und Irland seit 1625, während der bürgerlichen Revolution hingerichtet. 579 580 Charles II (Karl II.) (1630-1685) König von England, Schottland und Irland seit 1660. 84 ChaHes Edward Louis Philip Casimir Stuart (1720-1788) englischer Thronprätendent. 586 Cheesman 1862 Londoner Bäcker. 195 Cherbuliez, Antoine-Élisée (1797—1869) Schweizer Ökonom; verband die Theorie Sismondis mit Elementen der Lehre von Ricardo. 133136 473 Chevallier, Jean-Baptiste-Alphonse (1793-1879) französischer Chem iker und Pharmazeut. 193 Child, Sir Josiah (Josias) (1630-1699) englischer Kaufmann und Ökonom, Merkantilist. 56607 Christians siehe Hörne, George Christus siehe Jesus Christus Cicero, Marcus Tullius (106-43 v. u. Z.) römischer Politiker, Redner und Schriftsteller. 65 335 Cincinnatus, Lucius Quinctius (5. Jh. v.u.Z.) römischer Patrizier, Konsul (460 v. u.Z.); laut einer Legende führte er ein einfaches Leben und bestellte sein Feld selbst. 135 Clauren, Heinrich (eigtl. Gottlob Samuel Carl Heun) (1771—1854) deutscher Schriftsteller, Verfasser sentimentaler, pseudo-romantischer Trivialliteratur. 168 Claussen, Pieter belgischer Erfinder; Konstrukteur des Rundwebstuhls. 302 Clement, Simon (Ende des 17. Jh.) englischer Kaufmann, Verfasser ökonomischer Schriften. 56 Cobbett, William (1762-1835) britischer Politiker und Publizist; Vertreter des kleinbürgerlichen Radikalismus. 229 580 604 Cobden, Richard (1804—1865) Fabrikant in Manchester; Liberaler; Anhänger des Freihandels, Mitbegründer der Anti-Cornlaw-League. 199 224 548 Cochrane Töpferei in Glasgow. 389 Cölbert, Jean-Baptiste, marquis de Seignelay (1619-1683) französischer Staatsmann, leitete von 1665 bis 1683 faktisch die Außen- und Innenpolitik Frankreichs; konsequenter Vertreter des Merkantilismus, errichtete königliche Manufakturen und förderte den Innen- und Außenhandel. 247 604 Colins, Jean-Guillaume-César-Alexandre-Hippolyte, baron de (1783-1859) französischer Ökonom belgischer Herkunft; trat für die Einziehung der Grundrente durch den Staat ein. 495 561 617 Colombo (Columbus), Cristoforo (1451—1506) italienischer Seefahrer in spanischen Diensten; gilt als der Entdecker Amerikas. 89 Comte, Frarxpols-Charles-Louis (1782—1837) französischer liberaler Publizist und Ökonom. 602 Comte, Isidore-Aug uste-Frangois-Marie (1798—1857) französischer Philosoph und Soziologe, Begründer des Positivismus. 269 Condillac, Étienne Bonnot de (1715—1780) französischer Ökonom und deistischer Philosoph, Begründer des Sensualismus. 113 Constantin 1863 Mitinhaber der Schweizer Uhrenfabrik Vacheron & Constantin. 279 Cooksley, W. 1865 Inhaber einer Nagel- und Kettenfabrik in Bristol. 402 Corbet, Thomas (19. Jh.) englischer Ökonom, Anhänger Ricardos. 106 474 Corbon, Claude-Anthime (1808-1891) französischer Politiker, Republikaner; 1848/1849 Vizepräsident der konstituierenden Nationalversammlung, Deputierter der Nationalversammlung von 1871, gehörte der linken Minorität an. 400

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Namenregister Courcelle-Seneuil, Jean-Gustave (1813—1892) französischer Ökonom, Kaufmann. 179 482 Cous, Salomon de (1576—1626) französischer Baumeister und Ingenieur. 307 Cowell, S.W. (M.J.W.) 1833 M i t g l i e d der Regierungskommission zur Untersuchung der Fabrikarbeit. 455 Craig 1824 Mitarbeiter einer Bank in Edinburgh. 97 Crispinus Gestalt aus den Satiren des luvenalis. 192 Crocker, Roger (hingerichtet 1627) Landarbeiter in Fontmili. 579 Cromwell, Oliver (1599—1658) englischer Staatsmann; Führer der Bourgeoisie und des verbürgerlichten Adels während der bürgerlichen Revolution; Lord-Protektor von England, Schottland und Irland seit 1653. 579 581 599 Culpeper, Sir Thomas (1578—1662) englischer Ökonom, Merkantilist. 607 Cunningham, John (1729-1773) englischer Schriftsteller und Ökonom. 178 179 215-218 301 441 483 484 496 512 513 590 Custodi, Pietro (1771—1842) italienischer Ökonom; Herausgeber eines Sammelwerkes von Schriften italienischer Ö k o n o m e n von Ende des 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts. 23 56 57 108 113 298 521 Cuvier, Georges-Léopold-Chrétien-Frédéric-Dagobert,

baron de (1769—1832) französischer

Naturforscher, Zoologe und Paläontologe. 418 Cuza, Alexander Johann (1820-1873) Hospodar (Fürst) von Rumänien (1859-1866). 121 Cyldop in der griechischen Sage ein einäugiger Riese. 153 183 197 204 205 305 314 315 318 Däo. 335 Daidalos (Dädalus) in der griechischen Sage ein geschickter Handwerker und Künstler. 335 Daire, Louis-François-Eugène (1798—1847) französischer Schriftsteller und Ökonom; Herausgeber von W e r k e n der politischen Ökonomie. 18 57 69 70 96 113 252 Dante Alighieri (1265-1321) italienischer Dichter. 15 65 191 Darwin, Charles Robert (1809—1882) englischer Naturforscher, Begründer der modernen Abstammungslehre. 277 303 Daumer, Georg Friedrich (1800-1875) deutscher Schriftsteller; verfaßte W e r k e zur Geschichte der Religion. 228 Decrusy, André-François (I.Hälfte des 19.Jh.) französischer Publizist. 57 Defoe (eigtl. Foe), Daniel (etwa 1660-1731) englischer Schriftsteller. 45 96 229 De Quincey, Thomas (1785—1859) englischer Schriftsteller und Ökonom, Kommentator Ricardos. 323 Derby, Edward George Geoffrey Smith Stanley, (seit 1851) Earl of (1799-1869) britischer Staatsmann, W h i g bis 1835, danach Führer der Tories; Premierminister (1852, 1858/1859 und 1866-1868). 372 Descartes, René (1596—1650) französischer dualistischer Philosoph, Mathematiker und Naturforscher. 319 Destutt de Tracy, Antoine-Louis-Claude, comte de (1754—1836) französischer Ökonom, sensualistischer Philosoph. 48 49 112 117 263 265 522 Diderot, Denis (1713—1784) französischer Philosoph, Vertreter des mechanischen Materialismus, Atheist; Aufklärer, führender Enzyklopädist. 91 Diodorus Siculus (Diodor) (etwa 8 0 - 2 9 v. u. Z.) griechischer Geschichtsschreiber. 182 276 300 417 Dogberry Gestalt aus der Komödie „ M u c h ado about nothing" von W i l l i a m Shakespeare. 51 349 485 Don Quijote (Don Quixote) Titelgestalt des Romans „ E l ingenioso hidalgo Don Quijote de la M a n c h a " von M i g u e l de Cervantes Saavedra. 50 52 482

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Namenregister Doubleday, Thomas (1790-1870) englischer Publizist und Ökonom. 604 Dryden, John (1631—1700) englischer Dichter, Vertreter des Klassizismus. 187 Ducpätiaux, Edouard (1804—1868) belgischer Publizist und Statistiker; Generalinspektor der belgischen Gefängnisse und Wohltätigkeitsanstalten. 542 543 Dufferin and Ava, Frederick Temple Hamilton-Temple-Blackwood, Marquess of (1826-1902) britischer Staatsmann und Diplomat; Großgrundbesitzer in Irland, Vizekönig von Indien (1884-1888). 572 573 Duffy, Charles Gavan (1816-1903) irischer Politiker und Publizist, Mitglied des Parlaments; emigrierte 1855 nach Australien, wo er staatliche Ämter bekleidete. 618 Duffy, William 1863 englischer Fabrikarbeiter. 191 Dumont, Pierre-6tienne-Louis (1759—1829) Schweizer Pastor, Publizist; Sekretär von Mirabeau und Bentham, Verleger der Werke Benthams. 491 Dunning, Thomas Joseph (1799—1873) Funktionär der englischen Gewerkschaftsbewegung, Publizist. 447 450 608 Dupont Pierre (1821—1870) französischer Liederdichter. 561 Ou Pont (Dupont) de Nemours, Pierre-Samuel (1739-1817) französischer Politiker und Ökonom, Physiokrat und Schüler Quesnays. 69 Eckart der treue Gestalt der deutschen Volkssage. 218 Eden, Sir Frederic Morton (1766—1809) englischer Ökonom, Schüler von Adam Smith. 188 484 485 496 497 544 545 580 582 583 585 605 607 Edmonds, Thomas Rowe (1803-1889) englischer Ökonom und utopischer Sozialist 40 Edward III (1312-1377) König von England seit 1327. 213 592 Edward VI (1537-1553) König von England seit 1547. 590 Elise 1863 Besitzerin einer Putzmacherei in London. 198 199 Elizabeth I (Elisabeth) (1533-1603) Königin von England und Irland seit 1558. 214 580 591 593 594 Ellis, J. 1865 Mitinhaber der englischen Stahl- und Eisenwerke Ellis, Brown & Co. 204 Embleton 1865 Arzt im Fieberhospital Newcastle. 534 Emery, Charles Edward (geb. 1838) amerikanischer Erfinder. 313 Ensor, George (1769—1843) englischer Publizist, Gegner von Malthus. 587 Epikuros (Epikur) (etwa 342 bis etwa 271 v.u.Z.) griechischer materialistischer Philosoph; Erneuerer der Atomistik. 48 Eschwege, Wilhelm Ludwig von (1777—1855) deutscher Bergmann, Geologe und Geograph; Verfasser von Schriften über das Bergwesen. 21 Eskrigge 1849 englischer Baumwollfabrikant in der Firma Kershaw, Leese & Co., und Friedensrichter. 229 Everet (18. Jh.) englischer Erfinder. 352 Fairbairn, Sir William (1789—1874) englischer Fabrikant, Ingenieur und Erfinder. 357 Fahrenheit, Gabriel Daniel (1686—1736) niederländischer Physiker; konstruierte gleichmäßig arbeitende Thermometer mit der nach ihm benannten Temperaturskala. 236 Farre, John Richard (1774-1862) englischer Arzt. 221 Faucher, Julius (1820-1878) deutscher Publizist und Ökonom; Junghegelianer, Anhänger des Freihandels. 185 381 625 Faulhaber, Johann (1580-1635) deutscher Mathematiker und Ingenieur. 307 Faust Titelgestalt der Tragödie „Faust" von Johann Wolfgang von Goethe. 41 53 145 231 478 572

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Namenregister Fawcett, Henry (1833-1884) Professor für politische Ökonomie in Cambridge; Whig, Schüler john Stuart Mills. 404 453 493 526 600 Ferguson, Adam (1723—1816) schottischer Historiker, Moralphilosoph und Soziologe; Anhänger David Humes und Lehrer von Adam Smith. 82 288 295 296 Fernyhough, John 1863 zehnjähriger Arbeiter in der Töpferei von Staffordshire. 190 Ferrand, William BusMield englischer Grundeigentümer; Mitglied des Parlaments, Tory. 210 342 354 465 Fichte, Johann Gottlieb (1762—1814) Vertreter der klassischen bürgerlichen deutschen Philosophie; subjektiver Idealist. 30 Fielden, John (1784-1849) englischer Fabrikant, Philanthrop; Mitglied des Parlaments; Anhänger der Fabrikgesetzgebung. 330 331 339 605 606 Fleetwood, William (1656-1723) englischer Bischof; schrieb über die Geschichte der Preise in England. 214 Fletcher von SaHoun, Andrew (1655—1716) schottischer Politiker und Grundeigentümer; Mitglied des schottischen Parlaments. 580 Fonteret, Antoine-Louis französischer Arzt; verfaßte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Arbeiten über Sozialhygiene. 296 Forbes (19. Jh.) englischer Erfinder. 320 Forbonnais, Francois-Vöron-Duverger de (1722—1800) französischer Finanzfachmann und Ökonom, Gegner der Physiokraten, Anhänger der Quantitätstheorie des Geldes. 57 Forster, Nathaniel (etwa 1726—1790) englischer Geistlicher; Verfasser ökonomischer Schriften; trat für die Interessen des Proletariats ein. 216 351 418 583 584 Forster, William Edward (1818—1886) englischer Fabrikant und Politiker, Liberaler; Mitglied des Parlaments. 535 Fortescue, Sir John (etwa 1394 bis etwa 1476) englischer Jurist, Schatzkanzler. 577 578 Fortunatus Gestalt aus der deutschen Volkssage; gelangt in den Besitz eines stets gefüllten Geldbeutels. 374 522 Fourier, Francois-Marie-Charles (1772-1837) französischer utopischer Sozialist. 231 313350480 563 Franklin, Benjamin (1706—1790) amerikanischer Staatsmann, Ökonom, Schriftsteller und Naturwissenschaftler; bedeutender Vertreter der amerikanischen Aufklärung. 118 131 264 497 Freitag Gestalt aus dem Roman „Life and Strange surprising adventures of Robinson Crusoe of York, mariner" von Daniel Defoe. 229 Freytag, Gustav (1816-1895) deutscher Schriftsteller, Redakteur und Journalist. 588 589 594 Friedrich II. (Friedrich der Große) (1712-1786) König von Preußen seit 1740. 588 589 597 598 Fullarton, John (1780-1849) englischer Ökonom, Verfasser von Arbeiten über Geldumlauf und Kredit, Gegner der Quantitätstheorie des Geldes. 97 Fulton, Robert (1765—1815) amerikanischer Ingenieur und Erfinder, baute 1803 das erste nutzbare Dampfschiff. 400 Galiani, Ferdinando (1728-1787) italienischer Ökonom, Gegner der Physiokraten. 56 57 108 113 253 518 Ganilh, Charles (1758—1836) französischer Politiker und Ökonom; Epigone des Merkantilismus. 44 58 126 131 365 366 Gardner, R. 1844 englischer Fabrikant. 337 340 Garnier, Germain, comte de (1754—1821) französischer Politiker und Ökonom; Epigone der Physiokraten; Übersetzer und Kommentator von Adam Smith. 296 448 Gaskell, Peter (I.Hälfte des 19. Jh.) englischer Arzt und Publizist; Liberaler. 357 363 Geddes, J. 1865 englischer Glasfabrikant. 330

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Namenregister Genovesi, Antonio (1712—1769) italienischer Ökonom und Philosoph; Merkantilist. 108 Geoffroy Saint-Hilaire, Étienne (1772—1844) französischer Zoologe; ein Vorläufer Darwins in der Entwicklungslehre. 597 George II (Georg II.) (1683—1760) König von Großbritannien und Irland, Kurfürst von Hannover seit 1727. 593 594 George III (Georg III.) (1738—1820) König von Großbritannien und Irland seit 1760, Kurfürst und seit 1814 König von Hannover. 594 Gerhardt Charles-Frédéric (1816-1856) französischer Chemiker. 246 Geryon (Gerten) in der griechischen Sage ein Riese mit drei Leibern, den Herakles durch einen Pfeilschuß tötete. 477 Gillott, Joseph (1799-1873) Stahlfederfabrikant in Birmingham. 376 Gilmore 1863 Baumwollspinnerei in Manchester. 356 Girardin, Émlle de (1806-1881) französischer Publizist und Politiker. 625 Gisborne, Thomas (1758-1846) englischer Theologe. 606 Gladstone, William Ewart (1809-1898) britischer Staatsmann, Tory, danach Peelit, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Führer der Liberalen Partei; Schatzkanzler (1852—1855 und 185®—1866) sowie Premierminister (1868-1874,1880-1885,1886 und 1892-1894). 525 526 622 Godfrey englischer Fabrikant von Pharmazeutika. 323 Godunow (ronyHOB) (Godunof), Boris Fjodorowitsch (etwa 1551—1605) Zar von Rußland seit 1598. 581 Goethe, Johann WoHgang von (1749—1832) Dichter, Hauptvertreter der deutschen Klassik; Verfasser kunsttheoretischer, philosophischer und naturwissenschaftlicher Schriften. 41 51 53 145 212 226 231 298 478 572 Gordon, Sir John William (1814—1870) englischer General und Militäringenieur; Chef der Genietruppen auf der Krim (1854/1855). 127 Gottsched, Johann Christoph (1700-1766) deutscher Gelehrter und Schriftsteller, Vertreter der frühen Aufklärung in Deutschland. 163 Gray, John (Ende des 18. Jh.) englischer Schriftsteller, Autor von Schriften zur Ökonomie und Politik. 115 Gray, John (1798—1850) englischer Ökonom und utopischer Sozialist; Schüler Robert Owens, entwickelte eine Arbeitsgeldtheorie. 40 Greenhow, Edward Headlam (1814-1888) englischer Arzt und Sozialhygieniker. 189 190 233 343 Greg, Robert Hyde (1795—1875) englischer Fabrikant, Anhänger des Freihandels, Liberaler. 231 Gregoir, Henri Litreg (2. Hälfte des 19. Jh.) Sekretär der Vereinigung der Druckereiarbeiter in Brüssel. 451 Grey, George (1799-1882) britischer Staatsmann; Whig; von 1846 bis 1866 mehrmals Innenminister, 1854/1855 Kolonialminister. 229 536 Grave, Sir William Robert (1811-1896) englischer Physiker und Jurist. 427 Gülich, Ludwig Gustav von (1791—1847) deutscher Ökonom, Wirtschaftshistoriker und -Politiker; Haupt der kleinbürgerlichen Schutzzöllnerschule in Deutschland. 604 Guthrie, James (1785-1856) Chirurg in London. 221 Halifax, Sir George Savile, Marquis von (1633-1695) britischer Staatsmann. 63 Hall, Christopher Newman (1816—1902) englischer Geistlicher, Vertreter des hohen Klerus. 199 Haller, Carl Ludwig von (1768—1854) Schweizer Jurist und Historiker, Apologet der Leibeigenschaft und des Katholizismus. 319 1037

Namenregister Hamilton, Sir William (1788—1856) schottischer Philosoph, Herausgeber der Werke Dugald Stewarts. 259 Hamm, Wilhelm von (1820-1880) deutscher Agronom, Verfasser von Arbeiten über die Landwirtschah. 409 Harlow, John (Mitte des 19. Jh.) englischer Ökonom; Vertreter der „little S h i l l i n g men" von der Birminghamer currency school; trat zusammen mit Thomas Barber Wright unter dem Pseudonym Gemini auf. 179 Harris 1865 Chief Constable in Bolton 374 Harris siehe Malmesbury, James Harris, Eari o< Harris, James (1709—1780) englischer Philologe, Philosoph und Staatsmann; Mitglied des Parlaments. 298 Harrison, William (1534—1593) englischer Geistlicher, Chronist und Geschichtsschreiber. 578 596 Harrtipp 1863 Inhaber der Tuchfabrik Leower's Mill, Westbury Leigh. 349 350 Harvey 1864 englischer Arzt. 61 555 Harvey, William (1578—1657) englischer Arzt, Entdecker des Blutkreislaufes. 61 Hassall, Arthur Hill (1817—1894) englischer Arzt, Verfasser von Arbeiten über Sozialhygiene. 127 193 Hastings, Warren (1732—1818) britischer Politiker, erster Generalgouverneur von BritischOstindien (1773—1785); 1788 wegen Mißbrauchs seiner Dienststellung vor Gericht gestellt. 603 Haxthausen, August Franz Freiherr von (1792—1866) preußischer Beamter und Schriftsteller. 625 Haynes, Jeremiah 1865 zwölfjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770—1831) Hauptvertreter der klassischen bürgerlichen deutschen Philosophie. 24 28 31 32 57 65 121 130 206 246 269 297 474 481 Heine, Heinrich (1797—1856) deutscher Dichter; Freund der Familie Marx. 241 492 Heinrich III. siehe Henri III Heinrich VII. siehe Henry VII Heinrich VIII. siehe Henry VIII Helvötius, Claude-Adrien (1715—1771) französischer Philosoph, Vertreter des mechanischen Materialismus, Atheist. 492 Henderson 1864 Mitinhaber der Hemdenfabrik Tillie & Henderson in Londonderry. 388 Henlein, Peter (etwa 1480-1542) Schlosser und Uhrmacher aus Nürnberg; gilt als Erfinder der Taschenuhr. 278 Henri III (Heinrich III.) (1551-1589) König von Frankreich seit 1574. 89 Henry VII (Heinrich VII.) (1457-1509) König von England seit 1485. 214 578 579 589 Henry VIII (Heinrich VIII.) (1491-1547) König von England seit 1509. 578 589 590 Hephaistos (Hephästos) griechischer Gott des Feuers und der Schmiedekunst. 335 520 Herakleitos (HpaxXeixoe) (etwa 540 bis etwa 480 v. u. Z.) griechischer materialistischer Philosoph; Vertreter der antiken Dialektik. 67 Herakles (Hercules, Herkules) griechischer Halbgott, Sohn des Zeus und der Alkmene; verkörperte Kraft, Mut und Tapferkeit. 349 477 Heran Alexandrinus (um 100 v. u. Z.) griechischer Mathematiker und Techniker. 307 Herodes I., der Große (etwa 73—4 v.u.Z.) König von Judäa seit 40; vereinigte unter seiner Herrschaft große Teile Palästinas. 605 Herrenschwand, Jean (1728-1812) Schweizer Ökonom. 80 Herzen (fepueH), Alexander Iwanowitsch (1812—1870) russischer materialistischer Philosoph,

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Namenregister Publizist und Schriftsteller; revolutionärer Demokrat, emigrierte 1847 nach Frankreich, seit 1852 Aufenthalt in London; starb in Paris. 625 Heun, Gottlob Samuel Carl siehe Clauren, Heinrich Heydt August Freiherr von der (1801—1874) Bankier in Elberfeld; preußischer Minister für Handel, G e w e r b e und öffentliche Arbeiten (Dezember 1848—1862) und Finanzminister (1862 und Juni 1866 bis Dezember 1869). 218 Hieronymus (etwa 347 bis etwa 420) Kirchenlehrer aus Dalmatien, Priester und Abt; vielseitiger Schriftsteller; übersetzte die Bibel aus dem Griechischen ins Lateinische. 65 Hind, John (1796-1866) englischer Mathematiker. 160 Hobbes, Thomas (1588-1679) englischer materialistischer Philosoph; Aufklärer, Vertreter der Naturrechtstheorie. 123 290 319 497 Hobhouse, John Cam, (seit 1851) Baron Broughton de Gyfford (1786-1869) britischer Staatsmann, W h i g ; Initiator des Fabrikgesetzes von 1831. 230 Hodgskin, Thomas (1787—1869) englischer Ökonom und Publizist utopischer Sozialist; die Ricardoschen Theorien ausnutzend, verteidigte er die Interessen des Proletariats. 275 287 289 434 464 601 Hoefer, Ferdinand (1819-1882) französischer V e r l e g e r deutscher Herkunft. 418 Holinshed, Raphael (gest. etwa 1580) englischer Historiker, Verfasser einer Chronik Englands, Schottlands und Irlands. 578 Homeros (Homer) (vermutl. 8. Jh. v.u.Z.) legendärer griechischer Dichter; gilt als Verfasser d e r Epen „ l l i a s " und „ O d y s s e e " . 198 298 Hopkins, Thomas (Anfang des 19. Jh.) englischer Ökonom. 40 Horatius, Flaccus, Quintus (65-6 v. u. Z.) römischer Dichter. 12 209 278 385 548 574 Home, George (Christians) (1730-1792) Bischof von Norwich, schrieb Pamphlete gegen Isaac Newton, David H u m e und Adam Smith. 498 Horner, Francis (1778—1817) britischer Ökonom und Politiker; Mitglied des Parlaments, W h i g ; Anhänger d e r Geldtheorie Ricardos. 606 Horner, Leonard (1785-1864) englischer Geologe, Fabrikinspektor (1833-1859), verteidigte die Arbeiterinteressen. 173 186 219 222 225 226 228 230 235 328 340 341 350 447 Horrock 1844 englischer Fabrikant. 338 Houghton, John (gest. 1705) englischer Kaufmann und Ökonom; Verfasser von Schriften über Handel, Industrie und Landwirtschaft. 351 Howard de Waiden, Charles Augustus Ellis, Baron (1799-1868) britischer Diplomat. 219 Howell, Thomas Jones (gest. 1858) englischer Fabrikinspektor. 176 187 230 231 Howitt William (1792-1879) englischer Schriftsteller. 602 Hume, David (1711—1776) englischer Philosoph, Historiker und Ökonom; Begründer des neueren Agnostizismus, vertrat die Quantitätstheorie des Geldes. 82 419 451 497 498 Hunter, Henry Julian 1864 englischer Arzt. 326 531-535 538 539 548 551-556 560 561 579 Hussey, Vivian (19. Jh.) Minenbesitzer, 1866 Mitglied einer parlamentarischen Untersuchungskommission in Bergwerken. 405 407 408 Hutton, Charles (1737-1823) englischer Mathematiker. 302 Huxley, Thomas Henry (1825-1895) englischer Naturforscher, engster Mitarbeiter von Charles Darwin; in der Philosophie inkonsequenter Materialist. 395 Isokrates (436—338 v.u.Z.) griechischer Redner und Publizist; propagierte den Zusammenschluß der griechischen Staaten zum Krieg gegen das Perserreich. 299 300 lupiter (Jupiter) höchster römischer Gott, Beherrscher des Himmels. 297 468 luvenalis (Juvenal), Decimus lunius (etwa 60 bis nach 127) römischer Satirendichter. 192

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Namenregister Jacob, William (etwa 1762—1851) englischer Kaufmann und Schriftsteller, Verfasser ökonomischer Schriften. 21 165 Jacson 1844 englischer Fabrikant. 338 Jahve (Jehova) Name des israelitischen Gottes. 294 James I (Jakob I.) (1566—1625) König von England und Irland seit 1603; als James VI König von Schottland seit 1567. 580 591 593 Jay 1864 englischer Bauunternehmer. 537 Jean II, le Bon (Johann der Gute) (1319-1364) König von Frankreich seit 1350. 592 Jehova siehe Jahve Jekaterina (EicaTepMHa) II, (Catharina II.) (1729-1796) Zarin von Rußland seit 1762. 553 Jesus Christus nach der biblischen Überlieferung Begründer des Christentums. 110 202 203601 602 Johnson 1866 irischer Fabrikarbeiter. 572 Jones, Richard (1790-1855) englischer Ökonom; Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 246 259 266 271 460 473 482 508 Juárez, Benito Pablo (1806—1872) mexikanischer Staatsmann, Führer der liberalen Partei während des Bürgerkrieges (1858-1860) und der Intervention in Mexiko (1861—1867); Präsident der Republik Mexiko (1858-1872). 121 Juggernaut in der altindischen Mythologie eine der Gestalten des Gottes Wischnu. 221 520 Jupiter siehe lupiter J uve nal siehe luvenalis, Decimus lunius Kain Gestalt aus der Bibel. 600 Kalb Gestalt aus dem Trauerspiel „Kabale und Liebe" von Friedrich von Schiller. 466 Karl I. (Karl der Große) (742-814) König der Franken seit 768, römischer Kaiser seit 800. 585 Karl I. siehe Charles I Karl V. (1500-1558) römisch-deutscher Kaiser (1519—1556), als Carlos I König von Spanien (1516-1556). 591 Karl VI. (1685-1740) römisch-deutscher Kaiser seit 1711. 351 Karl X. (1622-1660) König von Schweden seit 1654. 582 Karl XI. (1655-1697) König von Schweden seit 1660. 582 Kars von Kars, Williams siehe Williams, Sir William Fenwick Kelson 1864 Londoner Wundarzt. 537 Kent, Nathaniel (1737—1810) englischer Agronom, Verfasser einiger Arbeiten über Landwirtschaft. 584 Kershaw 1848 Mitinhaber der englischen Baumwollfabrik Kershaw, Leese & Co. 229 Keys 1863 Londoner Arzt. 199 Killin, Ann 1858 schottische Schulmeisterin. 328 Kincaid, Sir John (1787—1862) britischer Beamter; Gefängnis- und Fabrikinspektor seit 1850. 328 Kirchmann, Julius Hermann von (1802—1884) deutscher Jurist, Publizist und Philosoph; Liberaler; 1848 Abgeordneter der preußischen Nationalversammlung (linkes Zentrum) und 1849 der Zweiten Kammer; später Fortschrittler. 430 Kisseljow (KMcenea) (Kisseleff), Pawel Dmitrijewitsch, Graf (1788—1872) russischer Staatsmann und Diplomat, General; Gouverneur der Moldau und Walachei (1829—1834). 183 Krupp, Alfred (1812—1887) deutscher Großindustrieller, Eigentümer einer Gußstahl- und Geschützfabrik, die vielen Staaten Europas Geschütze und andere Waffen lieferte. 319 Kusa siehe Cuza, Alexander Johann

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Namenregister Laborde, Alexandre-Louis-Joseph, marquis de (1774—1842) französischer Archäologe, liberaler Politiker und Ökonom. 432 Laing, Samuel (1810-1897) britischer Jurist und Publizist, liberaler Politiker, Mitglied des Parlaments; übte hohe Ämter bei der englischen Eisenbahn aus. 147 518 531 545 Lancellotti, Secondo (1575—1643) italienischer Geistlicher, Archäologe und Geschichtsschreiber. 351 Lassalle, Ferdinand (1825-1864) deutscher Schriftsteller und Arbeiteragitator; Teilnehmer der Revolution von 1848/49, seitdem mit Marx und Engels bekannt; Mai 1863 Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. 11 40'67 Lauderdale, James Maitland, Earl of (1759—1839) britischer Politiker und Ökonom; Gegner von Adam Smith. 283 Laurent, Auguste (1807—1853) französischer Chemiker. 246 Lavergne, Louis-Gabrìele-Lóonce-Guilhaud de (1809—1880) französischer Politiker und Ökonom. 409 431 Law, John (1671—1729) schottischer Ökonom und Finanzfachmann; Generalkontrolleur der Finanzen in Frankreich (1719/1720). 57 497 Lazarus Gestalt aus der Bibel. 519 Leach, Jeremiah 1862 englischer Fabrikarbeiter. 191 Le Chapelier, Isaac-Renó-Guy (1754—1794) französischer Advokat und Politiker, Inspirator des Gesetzes gegen die Arbeiterkoalitionen vom 14. Juni 1791; während der Jakobinerdiktatur hingerichtet. 595 Leese 1848 Mitinhaber der englischen Baumwollfabrik Kershaw, Leese 6 Co. 229 Leibniz (Leibnitz), Gottfried Wilhelm Freiherr von (1646—1716) deutscher idealistisch-rationalistischer Philosoph, universaler Gelehrter, Aufklärer. 128 Leicester, Robert Dudley, Duke of (1533-1588) Günstling der Königin Elizabeth I. 561 Lemontey, Pierre-Édouard (1762—1826) französischer Historiker, Ökonom und Politiker, 1791/1792 Mitglied der gesetzgebenden Versammlung. 296 Lesage, Alain-René (1668—1747) französischer Schriftsteller. 573 Letheby, Henry (1816-1876) englischer Arzt und Chemiker. 198 Le Trosne, Guillaume-François (1728—1780) französischer Ökonom, Physiokrat. 18 20 57 63 72 76 79 101 112 113 115 117 157 Leviathan Gestalt aus der Bibel; Titelgestalt eines Werkes von Thomas Hobbes. 123 Lichnowski, Felix Maria Fürst von (1814—1848) schlesischer Großgrundbesitzer, preußischer Offizier; 1848 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung (rechter Flügel), während des Septemberaufstandes 1848 in Frankfurt (Main) getötet. 477 Licinius Stolo, Gaius (1. Hälfte des 4. Jh. v. u. Z.) römischer Volkstribun (376-367). 585 Liebig, Justus Freiherr von (1803-1873) deutscher Chemiker, bahnbrechend in der theoretischen, besonders organischen und analytischen Chemie sowie deren Anwendung in der Landwirtschaft. 185 265 316 410 463 Lightbourne, John 1863 dreizehnjähriger Arbeiter in einer englischen Tapetenfabrik. 191 Linguet, Simon-Nicolas-Henri (1736—1794) französischer Advokat, Publizist, Historiker und Ökonom; Gegner der Physiokraten. 179 228 271 496 592 Lister siehe Masham, Samuel Cunliffe Lister, Baron Livius, Titus (59 v.u.Z. bis 17 u.Z.) römischer Historiker; schrieb eine populäre Gesamtdarstellung der römischen Geschichte. 221 Locke, John (1632—1704) englischer Philosoph und Ökonom; Begründer des materialistischen Sensualismus, Aufklärer, Vertreter der Naturrechtstheorie. 17 18 57 63 83 106 319 497 Longe, F.D. 1863 englischer Untersuchungskommissar in Fabriken. 189 190 371 397 Lord 1864 und 1865 englischer Untersuchungskommissar in Fabriken. 203 387

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Namenregister Louis siehe Bonaparte, Charles-Louis-Napoléon Louis XIV (Ludwig XIV.) (1638-1715) König von Frankreich seit 1643. 96 Louis XVI (Ludwig XVI.) (1754-1793) König von Frankreich (1774-1792). 591 Louis-Philippe I" (Louis Philipp), due d'Orléans (1773-1850) König der Franzosen (1830-1848). 219 220 Loyd, Samuel Jones, (seit 1850) Baron Overstone (1796-1883) englischer Bankier und Ökonom, Haupt der Schule des „currency principle", Mitglied des Parlaments (1819—1826). 83 98 Lucian siehe Lukianos Ludwig XIV. siehe Louis XIV Ludwig XVI. siehe Louis XVI Lukianos (Lucian) (etwa-120 bis nach 180) griechischer Sophist und Satiriker. 498 Luther, Marlin (1483—1546) deutscher Theologe und Reformator, löste die Reformation aus, Hauptvertreter der gemäßigten Richtung in der frühbürgerlichen Revolution; als Nationalökonom verteidigte er die Naturalwirtschaft und einfache Warenproduktion, bekämpfte das Wucher- und Handelskapital. 92 142 247 477 478 603 Lykurgos (Lykurg) legendärer Gesetzgeber Spartas im 8.Jh. v.u.Z. 349 MacAdam, John London (1756—1836) schottischer Erfinder einer Straßenbefestigung. 541 Macaulay, Thomas Babington (1800—1859) englischer Historiker und Politiker, Whig, Mitglied des Parlaments. 215 218 576 581 MacCulloch (McCulloch, M'Culloch), John Ramsay (1789-1864) schottischer Ökonom und Statistiker; vulgarisierte die Lehre von Ricardo. 98 106 108 142 215 259 335 358 361 422 423 491 492 584 MacGregor, John (1797—1857) englischer Statistiker, Anhänger des Freihandels; Mitglied des Parlaments. 215 Macleod (MacLeod), Henry Dunning (1821—1902) schottischer Ökonom, beschäftigte sich besonders mit der Kredittheorie. 109 Macmillian siehe Masson, David Mallet 1860 englischer Fabrikant. 189 Malmesbury, James Harris, (seit 1800) Earl of (1746—1820) britischer Diplomat und Staatsmann, Whig; Botschafter in St. Petersburg. 298 Malthus, Thomas Robert (1766—1834) englischer Geistlicher und Ökonom; Hauptvertreter der Theorie von der Übervölkerung. 116 159 252 287 413 428 452 459 464 469 473 474 480-482 489 490 492 497 510 511 522 570 625 Mandeville, Bernard de (1670—1733) englischer satirischer Schriftsteller, Arzt und Ökonom. 289 495-497 Manteuffel, Otto Theodor Freiherr von (1805—1882) preußischer Staatsmann, Vertreter der Adelsbürokratie; Innenminister (November 1848 bis Dezember 1850), Ministerpräsident und Außenminister (1850-1858). 218 Maritorne Gestalt aus dem Roman „El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha" von Miguel de Cervantes Saavedra. 52 Marshall, Wm. 1865 englischer Hauptgeschäftsführer einer Glasfabrik. 284 Martineau, Harriet (1802—1876) englische Schriftstellerin, propagierte den Malthusianismus. 511 Masham, Samuel Cunliffe Lister, (seit 1891) Baron (1815-1906) englischer Industrieller und Erfinder. 309 Massie, Joseph (gest. 1784) englischer Ökonom, Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 419

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Namenregister Masson, David (1822—1907) englischer Schriftsteller; Herausgeber von Macmillian's Magazine (1859-1868). 199 Matthewman, Henry 1865 siebzehnjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Maudslay, Henry (1771—1831) englischer Fabrikant, Ingenieur und Erfinder. 314 Maximilian von Habsburg (1832—1867) Erzherzog von Österreich, Kaiser von Mexiko (1864—1867), von mexikanischen Patrioten hingerichtet. 121 McBean 1860 englischer Arzt. 190 Mecklenburg, F. A. gemeinsam mit Carl Abel Übersetzer des Buches „Arbeiten der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft zu Peking über China". 85 Meduse (Medusa) in der griechischen Sage die sterbliche der drei Gorgonen; wer sie ansah, erstarrte zu Stein; Perseus schlug ihr das Haupt ab. 13 Meißner, Otto Carl (1819—1902) demokratischer Verleger in Hamburg. 5 Menenius Agrippa (gest. 493 v. u. Z.) römischer Patrizier. 294 Mercier de la Rivière, Paul-Pierre (1720-1793) französischer Ökonom, Physiokrat 7071 88103 105 112 115 141 Merivale, Herman (1806-1874) englischer Ökonom und liberaler Staatsmann. 510 615 Meyer, Rudolf Hermann (1839-1899) deutscher Ökonom. 185 Michaelis, Otto (182&-1890) deutscher Ökonom, mit Julius Faucher 1863 Herausgeber der „Vierteljahrschrift für Volkswirtschaft und Kulturgeschichte". 176 Mill, James (1773-1836) englischer Philosoph, Historiker und Ökonom. 74 83 109 136 147 287 358 413 459 461 463 492 Mill, John Stuart (1806—1873) englischer Ökonom und positivistischer Philosoph; Sohn von james Mill. 83 91 301 358 410 413 475 481 483 493 600 Mirabeau, Hono ré-Gabriel-Victor Riqueti, comte de (1749—1791) Führer des oppositionellen Adels und der Großbourgeoisie während der Französischen Revolution. 391 577 589 598 605 Mirabeau, Victor Riqueti, marquis de (1715-1789) französischer Ökonom, Physiokrat; Vater von Honoró-Gabriel-Victor Mirabeau. 497 611 Molesworth, Sir William (1810—1855) britischer Staatsmann, Liberaler, Mitglied des Parlaments. 123 Molinari, Gustave de (1819-1912) belgischer Ökonom; Anhänger des Freihandels. 113 347481 615 616 Moloch assyrischer und phoinikischer Gott der Natur und der Wärme, durch Menschenopfer verehrt; Inbegriff einer grausamen, alles verschlingenden Macht. 531 Mommsen, Theodor (1817—1903) deutscher Historiker und Jurist. 120 123 Montalembert, Charles Forbes, comte de (1810—1870) französischer Politiker und Publizist; Haupt der katholischen Partei. 384 Monteil, Amans-Alexis (1769-1850) französischer Historiker. 596 597 Montesquieu, Charles-Louis de Seconda^ baron de la Bròde et de (1689—1755) französischer Philosoph, Soziologe, Ökonom und Schriftsteller; ein führender Vertreter der Aufklärung; vertrat die Quantitätstheorie des Geldes; ein Begründer der bürgerlichen Rechtstheorie. 57 83 496 M o r e (Morus), Sir Thomas (1478—1535) englischer Humanist, Staatsmann und Schriftsteller, Begründer des utopischen Sozialismus. 497 578 Morgan, William (1750—1833) englischer Ökonom, Verfasser von Artikeln gegen das Wachsen der Kriegsausgaben und Staatsschulden; Herausgeber der Arbeiten von Richard Price. 544 Morris, John 1865 vierzehnjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Morton, John Chalmers (1821—1888) englischer Agronom. 306 450 Morus, Thomas siehe More, Sir Thomas Moses Gestalt aus der Bibel. 305 479 616

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Namenregister Müller, Adam Heinrich, Ritter von Nitterdorf (1779—1829) deutscher Publizist und Ökonom; Vertreter der romantischen Schule in der politischen Ökonomie, die den Interessen der Feudalaristokratie entsprach; Gegner der Lehre von Adam Smith. 84 Müller, Anton (I.Hälfte des 16.)h.) Danziger Bürger. Erfinder der Bandmühle. 351 Mun, John veröffentlichte Arbeiten seines Vaters Thomas Mun. 418 Mun, Thomas (1571—1641) englischer Kaufmann und Ökonom; Merkantilist; einer der Direktoren der East India Company seit 1615. 418 Murfey, Jane 1866 zehnjährige englische Arbeiterin. 203 Murray, Hugh (1779-1846) englischer Geograph. 276 Murray, John 1863 zwölfjähriger Arbeiter in einer englischen Töpferei. 189 Nasmyth, James (1808—1890) englischer Ingenieur; Erfinder des Dampfhammers. 315 341 Naylor 1865 englischer Stahlfabrikant. 203 204 Newman, Francis William (1805-1897) englischer Philologe und Publizist; Verfasser von Schriften religiösen, politischen und ökonomischen Inhalts. 582 586 Newman, Samuel Philips (1797—1842) amerikanischer Philosoph, Philologe und Ökonom. 114 155 Newmarch, William (1820-1882) englischer Ökonom und Statistiker. 235 Newnham, G . L 1815 englischer Advokat. 485 Niebuhr, Barthold Georg (1776—1831) deutscher Altertumsforscher; stand im dänischen und preußischen Staatsdienst. 181 North, Sir Dudley (1641—1691) englischer Ökonom, ein Vorläufer der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 63 80 84 91 319 497 Odysseus in der griechischen Sage König von Ithaka, ein kluger und listenreicher Seefahrer und Krieger, Held der „Odyssee". 198 Olmsted, Frederick Law (1822—1903) amerikanischer Landwirt und Gartenbauarchitekt. 146 Opdyke, George (1805—1880) amerikanischer Unternehmer, Politiker und Ökonom. 117 Ord, William Miller (1834-1902) englischer Arzt. 555 Orelli, Johann Kaspar von (1787—1849) Schweizer Altphilologe, Herausgeber von Schriften antiker Autoren. 299 Orkney, Elizabeth Villiers, Lady (1657-1733) Geliebte Wilhelms von Oranien. 581 Ortes, Giammaria (1713—1790) venetianischer Mönch; Ökonom, Gegner des Merkantilismus. 497 521 Ottley, George 1863 Geschäftsführer einer Tapetenfabrik in Borough. 192 Otway, J. H. 1860 englischer Richter. 219 Overstone, Lord siehe Loyd, Samuel Jones, Baron Overstone Ovidius (Ovid) Naso, Publius (43 v. u. Z. bis etwa 18 u. Z.) römischer Dichter. 359 580 Owen, Robert (1771-1858) englischer utopischer Sozialist. 59 238 330 396 408 447 480 Pagnini, Giovanni Francesco (1715—1789) italienischer Ökonom. 57 Palmerston, Lord Henry John Temple, Viscount (1784—1865) britischer Staatsmann, zuerst Tory, seit 1830 Whig (rechter Flügel); Außenminister (1830-1834, 1835-1841 und 1846-1851), Innenminister (1852-1855) und Premierminister (1855-1858 und seit 1859). 372 Papillon, Thomas (1623—1702) englischer Kaufmann und Politiker, Mitglied des Parlaments, einer der Direktoren der East India Company. 56 57 Parisot, Jacques-Théodore (geb. 1783) französischer Marineoffizier und Publizist; übersetzte ökonomische Arbeiten ins Französische. 459

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Namenregister Parry, Charles Henry (1779-1860) englischer Arzt, Verfasser von Arbeiten zur Ökonomie und Politik, Anhänger des Freihandels. 485 486 545 Parry, Sir William Edward (1790-1855) englischer Reisender, Polarforscher. 61 Parson, Charles 1863 englischer Arzt im North Staffordshire Krankenhaus. 190 Paulus Gestalt aus der Bibel. 497 Pauly, August (1796-1845) deutscher Historiker. 120 Pecqueur, Constantin (1801—1887) französischer Ökonom, utopischer Sozialist. 495 Peel (Anfang 19. Jh.) englischer Kolonisator in Nordamerika. 612 Peel, Sir Robert (1750—1830) englischer Baumwollfabrikant, Mitglied des Parlaments, Tory; Vater von Sir Robert Peel. 606 Peel, Sir Robert (1788-1850) britischer Staatsmann und Ökonom; Führer der gemäßigten Tories; Innenminister (1822—1827 und 1828-1830), Premierminister (1834/1835 und 1841-1846); hob mit Unterstützung der Liberalen 1846 die Korngesetze auf. 179 618 Perikles (etwa 495—429 v. u. Z.) athenischer Staatsmann. 298 Perseus in der griechischen Sage Sohn des Zeus und der Danae, Gemahl der Andromeda. 13 Peto, Sir Samuel Morton (1809-1889) englischer Unternehmer im Eisenbahnbau; Mitglied des Parlaments, Liberaler. 181 Petrus Gestalt aus der Bibel und aus „La Divina Commedia" von Dante Alighieri. 65 Petty, Sir William (1623-1687) englischer Ökonom und Statistiker; Begründer der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 24 44 58 63 82 97 101 102 124 214 215 252 278 283 298 353 451 497 498 Philippe VI, de Valois (Philipp VI.) (1293-1350) König von Frankreich seit 1328. 57 Pilatus siehe Pontius Pilatus Pindaros (Pindar) (etwa 520 bis nach 446 v. u. Z.) griechischer Lyriker. 106 344 526 607 Pinto, Isaac de (1717—1787) niederländischer Großkaufmann und Börsenspekulant, Verfasser ökonomischer Schriften. 106 Pitt, William, der Jüngere (1759-1806) britischer Staatsmann, ursprünglich Whig, dann Tory; Premierminister (1783-1801 und 1804-1806). 154 594 Piaton (Plato) (427—347 v. u. Z.) griechischer idealistischer Philosoph, Ideologe der Sklavenhalteraristokratie, verteidigte die Naturalwirtschaft. 298 299 Pluton (Plutus) griechischer Gott der Unterwelt. 90 Polonius Gestalt aus der Tragödie „Hamlet" von William Shakespeare. 216 Pontius Pilatus (gest. 39) römischer Statthalter von Judäa. (26-36). 475 Poppe, Johann Heinrich Moritz von (1776—1854) deutscher Mathematiker und Technologe. 352 Postlethwayt, Malachy (1707—1767) englischer Ökonom, Herausgeber eines umfangreichen Lexikons über Handel und GeÄerbe. 215—217 Potter, Alonzo (1800-1865) amerikanischer Bischof, Philosoph und Ökonom. 481 Potter, Edmund 1863 englischer Fabrikant und Politiker, Anhänger des Freihandels. 235 465 bis 467 Price, Richard (1723-1791) englischer radikaler Publizist, Ökonom und Moralphilosoph. 216544 584 585 Prometheus griechische Sagengestalt; raubte Zeus das Feuer für die Menschen und wurde dafür an einen Felsen geschmiedet. 520 Protagons aus Abdera (etwa 480 bis etwa 410 v.u.Z.) griechischer Philosoph, Sophist; Vertreter der Sklavenhalterdemokratie. 193 Proudhon, Pierre-Joseph (1809—1865) französischer Schriftsteller, Soziologe und Ökonom; Ideologe des Kleinbürgertums, ein Begründer des Anarchismus. 40 41 4952347419435472 Pusey, Philipp (1799—1855) britischer Politiker, Tory; Großgrundbesitzer. 547

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Namenregister Quesnay, François (1694—1774) französischer Arzt und Ökonom; Begründer der physiokratischen Lehre. 69 258 259 451 475 497 Quételet, Lambert-Adolphe-Jacques (1796—1874) belgischer Statistiker, Mathematiker und Astronom; stellte die unwissenschaftliche Theorie vom Durchschnittsindividuum auf. 261 Raffles, Sir Thomas Stamford (1781—1826) britischer Kolonialbeamter; Gouverneur von Java (1811-1816). 292 602 Ramazzini, Bemardino (1633—1714) italienischer Arzt, sammelte und systematisierte Material über Berufskrankheiten. 296 Ramsay, Sir George (1800—'1871) englischer Ökonom, einer der letzten Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 116 118 255 416 459 508 Rattenfänger von Hameln Gestalt der deutschen Sage. 563 Ravenstone, Piercy (gest. 1830) englischer Ökonom, Anhänger Ricardos; verteidigte proletarische Interessen; G e g n e r von Melthus. 353 416 Read, George (I.Hälfte des 19.Jh.) Verfasser einer Geschichte des englischen Bäckerhandwerks. 195 Redgrave, Alexander (19. Jh.) englischer Fabrikinspektor bis 1878. 210 211 307 324 329 356 372 bis 374 444 623 624 Regnault, Élias-Georges-Soulange-Oliva (1801—1868) französischer Historiker und Publizist, Staatsbeamter. 184 Rembrandt (eigtl. Harmensz van Rijn) (1606—1669) holländischer M a l e r und Radierer. 236 Ricardo, David (1772—1823) englischer Ökonom; sein W e r k bildet den Höhepunkt der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 35 43 48 49 51 83 98119120 138153 154176 177 245 317 321 322 334 353-355 358 410 413 422 423 428 430 433 455 456 464 474 480 481 483 489 490 495 508 606 Richardson, Sir Benjamin (1828—1896) englischer Arzt; Verfasser einiger Schriften über öffentliche Gesundheitspflege und Hygiene. 198 200 Roberts, Sir George (gest. 1860) englischer Historiker. 579 Robertson, George (etwa 1750—1832) schottischer Schriftsteller, schrieb zu Fragen der Topographie und Ökonomie. 428 Robinson Titelgestalt aus dem Roman „Life and stränge surprising adventures of Robinson Crusoe of York, mariner" von Daniel Defoe. 45 229 Rodbertus(-Jagetzow), Johann Karl (T805—1875) preußischer Großgrundbesitzer, Ökonom und Politiker, Theoretiker des preußisch-junkerlichen „Staatssozialismus". 430 Rogers, James Edwin Thorold (1823—1890) englischer Ökonom und Wirtschaftshistoriker. 543 548 581 600 Rogier, Charles-Latour (1800-1885) belgischer Staatsmann, gemäßigter

Liberaler,

Innen-

minister (1847-1852). 219 Rohatzsch, R.H. (I.Hälfte des 19.Jh.) deutscher Mediziner. 296 297 Roscher, Wilhelm Georg Friedrich (1817—1894) deutscher Ökonom, Begründer der älteren historischen Schule der politischen Ökonomie. 51 58113 154163 176206 261 262 297 495 Rossi, Pellegrino Luigi Edoardo, conte (1787—1848) italienischer Ökonom, Jurist und Politiker; lebte längere Zeit in Frankreich. 125 462 Rouard de Card, Pie-Marie (19. Jh.) französischer Geistlicher. 193 Rousseau, Jean-Jacques (1712—1778) französischer Schriftsteller und Philosoph; ein führender Vertreter der Aufklärung. 598 Roux-Lavergne, Pierre-Célestln (1802—1874) französischer Historiker und Philosoph. 595 Roy, Henry englischer Arzt und Ökonom. 95 526 Rüge, Arnold (1802—1880) deutscher radikaler Publizist; Junghegelianer; mit M a r x Heraus-

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Namenregister geber der „Deutsch-Französischen Jahrbücher", Mitarbeiter der „Rheinischen Zeitung"; trat seit Mitte 1844 gegen Marx auf; nach 1866 Nationalliberaler. 47 107 Rumford, Benjamin Thompson, Count of (1753—1814) englischer Offizier, stand eine Zeitlang im Dienst der bayrischen Regierung; richtete in England Arbeitshäuser ein. 484 485 Russell, John, Earl of (1792—1878) britischer Staatsmann, Führer der Whigs; Premierminister (1846-1852 und 1865/1866) und Außenminister (1852/1853 und 1859-1865). 473 582 Ryder englischer Fabrikant und Erfinder. 318 Sabala Gottheit der indischen Mythologie in Gestalt einer Kuh. 468 Sadler, Michael Thomas (1780-1835) englischer Ökonom und Politiker; Tory, Philanthrop; Gegner der Malthusschen Bevölkerungstheorie. 545 Saint-Simon, Claude-Henri de Rouvroy, comte de (1760—1825) französischer utopischer Sozialist. 480 Sancho Pansa Gestalt aus dem Roman „El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha" von Miguel de Cervantes Saavedra. 516 Sanderson, E. F. 1865 Mitinhaber der englischen Stahl-, Walz- und Schmiedewerke Sanderson, Bros. 6 Co. 205 206 Sangrado Gestalt aus dem Roman „Gil Blas" von Alain-René Lesage. 573 Saunders, Robert John englischer Fabrikinspektor in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. 231 240 331 Say, Jean-Baptiste (1767—1832) französischer Ökonom, systematisierte und vulgarisierte die Lehre von Adam Smith; Begründer der Produktionsfaktorentheorie. 49 74 109 117 126 143 154 296 317 360 423 435 479 489 490 Schiller, Friedlich von (1759—1805) Dichter, neben Goethe ein Hauptvertreter der deutschen Klassik. 315 333 466 478 Schmidt L.W. (19.Jh.) New-Yorker Buchhändler. 5 Schouw, Joakim Frederik (1789-1852) dänischer Botaniker. 419 Schulz, Wilhelm (1797-1860) deutscher Publizist; Teilnehmer an der Revolution von 1848/49; Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (linker Flügel); kam einer materialistischen Kritik an den ökonomischen Verhältnissen nahe. 302 Schulze-Delitzsch, Franz Hermann (1808—1883) deutscher Politiker und Ökonom. 11 176 Scriven 1841 Mitglied einer parlamentarischen Untersuchungskommission in England. 189 Scrope, George Julius Roulett (1797—1876) englischer Ökonom und Geologe, Mitglied des Parlaments. 481 Seacoal Gestalt aus der Komödie „Much ado about nothing" von William Shakespeare. 51 Seeley, Robert Benton (1798-1886) englischer Herausgeber und Publizist, Philanthrop. 585 Senior, Nassau William (1790—1864) englischer Ökonom, wandte sich gegen die Verkürzung des Arbeitstages. 168 173 175 176 206 259 332 333 358 395 396 404 441 445 480 481 491 Sextus Empiricus (2. Hälfte des 2. Jh.) griechischer Arzt und Philosoph; Skeptiker. 298 Shaftesbury, Anthony Ashley Cooper, Earl of (1801-1885) britischer Politiker; Tory, seit 1847 Whig; in den vierziger Jahren Führer der aristokratisch-philanthropischen Bewegung für die Ten Hours Bill. 330 339 340 545 547 Shakespeare, William (1564-1616) englischer Dramatiker und Lyriker. 51 69 90 228 399 Shee, William (1804-1868) irischer Jurist, Mitglied des Parlaments. 349 Shrewsbury, Charles Talbot, Duke of (1660-1718) britischer Staatsmann, Tory, 1714 Premierminister. 582 Shylock Gestalt aus der Komödie „The merchant of Venice" von William Shakespeare. 228 554 Sidmouth, Henry Addington, Viscount (1757—1844) britischer Staatsmann, Tory; Premierminister und Schatzkanzler (1801-1804), Innenminister (1812-1821). 352

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Namenregister Simon, Sir John (1816—1904) englischer Arzt, oberster ärztlicher Beamter des Privy Council. 327 380 528 530 531 536 539 550 551 Simpson, J. 1866 Papierfabrikant in London. 402 Simpson, Thomas (etwa 1750 bis etwa 1820) englischer Ökonom. 452 Sismondi, Jean-Charies-L6onard Simonde de (1773—1842) Schweizer Ökonom und Historiker; ein Begründer der kleinbürgerlichen politischen Ökonomie. 110 126 181 253 434 458 468 479 511 522 586 587 609 Sisyphos (Sisyphus) griechische Sagengestalt. 90 347 Skarbek, Fryderyk Graf (1792-1866) polnischer Ökonom, Anhänger von Adam Smith. 264 286 Sloane, Hans (1660—1753) englischer Arzt und Naturforscher; Sammler von Büchern und Handschriften; 1753 wurde durch die Vereinigung seiner und zwei anderer Privatsammlungen das Britische Museum gegründet. 581 Smith 1863 Mitinhaber einer Tapetenfabrik in Manchester. 192 Smith, Adam (1723—1790) schottischer Ökonom; ein bedeutender Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie. 43 82 83 119 215 283 284 288 289 295 296 298 317 336 375 413 423 432 434 435 438 451 454 474 475 479 493 495-500 518 574 586 587 592 607 Smith, Edward (etwa 1818—1874) englischer Arzt, Bevollmächtigter des Privy Council für die Untersuchung der Ernährungslage in den Arbeiterdistrikten. 323 527—529 550 Smith, Goldwin (1823-1910) englischer Historiker und Ökonom. 600 Smith, John 1863 Gefängnisdirektor in Edinburgh. 549 Smith, William 1865 fünfzehnjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Snell. 396 Snigge (Ende des 16. Jh. und Anfang des 17. Jh.) englischer Jurist unter Elizabeth I und Richter unter-James I. 580 Somers. Robert (1822-1891) englischer Publizist und Journalist. 582 587 588 Sophokles (etwa 495—406 v.u.Z.) klassischer griechischer Tragödiendichter. 90 Sparks, Jared (1789—1866) amerikanischer Historiker und Erzieher; Herausgeber der Werke von Benjamin Franklin. 118 Spinoza, Benedictus de (1632—1677) niederländischer materialistisch-pantheistischer Philosoph. 245 Stafford, William (1554—1612) englischer Ökonom, Vertreter des frühen Merkantilismus. 579 Steuert, Sir James (1712—1780) englischer Ökonom, einer der letzten Vertreter des Merkantilismus; Gegner der Quantitätstheorie des Geldes. 82 101 104 130 269 287 353 451 497 522 577 586 597 Steuart Sir James (1744—1839) englischer General, Herausgeber der Werke seines Vaters Sir James Steuart. 104 Stevens 1865 englischer Arzt. 538 539 Stewart Dugald (1753-1828) schottischer idealistischer Philosoph und Ökonom. 259 280 294 398 Stewart, Henry Robert (seit 1796) Viscount Castlereagh (1769-1822) britischer Politiker; Tory, Mitglied des Irischen Parlaments; Kriegsminister (1805/1806 und 1807—1809), Außenminister seit 1812. 352 Stolberg, Christian Graf zu (1748-1821) deutscher Dichter und Übersetzer. 335 Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu (1750-1819) deutscher Dichter und Staatsmann. 418 Storch, Heinrich Friedrich von (UJiopx, AHopeM KapnoBim) (1766—1835) russischer Ökonom deutscher Herkunft, Statistiker und Historiker. 126 133 286 293 294 475 521 522 Strahan, William (1715—1785) englischer Drucker und Verleger der Werke von David Hume und Adam Smith. 498 Strange, William Oberarzt im Worchester General Hospital. 201

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Namenregister Stuart Königsdynastie in Schottland (1371-1714) und England (1603-1649und 1660-1714). 581 Stuart James (1775—1849) schottischer Mediziner und Publizist; Fabrikinspektor. 229 248 Sullivan Handelspartner der englisch-ostindischen Kompanie. 603 Sully, Maximilian de Béthune, baron de Rosny, duc de (1560-1641) französischer Staatsmann und Ökonom; Berater von Henri IV. 497 Sutherland, Elizabeth Leveson-Gower, Marquise Stafford, Countess, (seit 1833) Duchess (1765-1839) schottische Großgrundbesitzerin. 586 587 Sutherland, Harrtet Elizabeth Georgina Leveson-Gower. Duchess (1806-1868) schottische Großgrundbesitzerin; Schwiegertochter von Elizabeth Leveson-Gower Sutherland. 587 Tait 1864 englischer Kleiderfabrikant in Limerick. 388 Taylor, Brook (1685—1731) englischer Mathematiker, stellte die Formel zur Entwicklung von Potenzreihen auf. 614 Taylor, Edward 1865 fünfzehnjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Temple, Sir William (1628—1699) englischer Diplomat und Politiker; Verfasser einiger ökonomischer und politischer Schriften; Merkantilist. 497 Teufel Gestalt aus der Bibel. 203 380 Thiers, Marie-Joseph-Louis-Adolphe (1797—1877) französischer Staatsmann und Historiker; Orleanist; mehrfach Minister (1832—1834), Ministerpräsident (1836 und 1840), Präsident der Dritten Republik (1871—1873), leitete die Niederschlagung der Pariser Kommune. 575 Thompson, Benjamin siehe Rumford, Benjamin Thompson, Count of Thompson, William (etwa 1785—1833) irischer Ökonom, utopischer Sozialist, Anhänger Robert Owens. 40 295 Thomson, James (1700—1748) schottisch-englischer Dichter der Aufklärung. 207 Thor in der germanischen Sage Gott des Donners. 315 Thoraisse, Jacques de ritterlicher Schloßherr auf Besançon. 596 Thornton, William Thomas (1813-1880) englischer Schriftsteller und Ökonom, Anhänger John Stuart Mills. 124 212 578 Thukydides (etwa 460 bis etwa 400 v.u.Z.) griechischer Historiker; befreite die Geschichtsschreibung von mythologischen und religiösen Elementen. 163 298 299 Tillie 1864 Mitinhaber der Hemdenfabrik Tillie & Henderson in Londonderry. 377 388 Timon von Athen Gestalt aus dem Drama „Timon of Athens" von William Shakespeare. 90 Timur (Tamerlan) (1336—1405) Mongolenkhan, seit 1370 Herrscher in Samarkand; eroberte Mittelasien und Persien. 206 Titus siehe Vespasianus, Titus Flavius Tooke, Thomas (1774—1858) englischer Ökonom; Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie; Kritiker der Quantitätstheorie des Geldes. 235 Torrens, Robert (1780-1864) englischer Ökonom; Vertreter des „currency principle". 115 124 135 332 358 Townsend, Joseph (1739—1816) englischer Geistlicher, Geologe und Soziologe; entwickelte eine Bevölkerungstheorie, die Malthus übernahm. 287 497 521 Tremenheere, Hugh Seymour (1804—1893) englischer Beamter und Publizist; Mitglied von Regierungskommissionen zur Untersuchung der Fabrikarbeit. 126 127 194 207 Trueman 1864 englischer Arzt beim Hauptapotheker in Nottingham. 381 Tucker, Josiah (1712—1799) englischer Geistlicher und Ökonom, Vorläufer von Adam Smith. 216 497 607 Tuckett, John Debell (gest. 1864) englischer Publizist. 295 580 600 Tudor englische Königsdynastie (1485—1603). 599

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Namenregister Tufnell, Edward Carieton 1865 Mitglied von Regierungskommissionen zur Untersuchung der Fabrikarbeit. 207 Tupper, Martin (1810-1889) englischer Dichter. 492 Turgot, Anne-Robert-Jacques, baron de l'Aulne (1727-1781) französischer Staatsmann, Ökonom und

Philosoph;

Physiokrat,

Schüler

Quesnays; als Generalkontrolleur

der

Finanzen

(1774—1776) w e g e n seiner progressiven Wirtschaftspolitik gestürzt. 131 252 432 Turner 1827 englischer Geistlicher im Distrikt Cheshire. 354 Turner, W m . 1865 zwölfjähriger Arbeiter in einem englischen Walzwerk. 202 Ure, Andrew (1778—1857) englischer Chemiker und Ökonom, Anhänger des Freihandels. 175 206 214 239 259 283 285 300 301 310 316 331 344-346 349 355 357 358 449 453 455 Urquhart, David (1805-1877) britischer Diplomat, reaktionärer Publizist und Politiker; Turkophile, Mitglied des Parlaments, Tory. 297 410 587 599 600 Vacheron 1863 Mitinhaber der Schweizer Uhrenfabrik Vacheron G Constantin. 279 Valentin, Gabriel Gustav (1810-1883) deutscher Physiologe. 395 Valpy, Montagu J. 1860 Geistlicher in Nottingham. 189 Vanderlint, Jacob (gest. 1740) englischer Ökonom, Vorläufer der Physiokraten, Anhänger der Quantitätstheorie des Geldes. 82 88 101 216 218 252 268 283 497 Vauban, Sébastien Le Prestre, marquis de (1633—1707) französischer Militäringenieur und Ökonom, Verfasser der ökonomischen Schrift „Dîme royale" (1707); Marschall v o n Frankreich seit 1703. 96 Vaucanson, Jacques de (1709—1782) französischer Mechaniker und Erfinder. 311 Vergilius Maro, Publius (70-19 v.u.Z.) römischer Dichter. 108 241 607 Verri, Pietro (1728—1797) italienischer Ökonom, einer der ersten Kritiker der Physiokraten. 23 56 91 266 Vespasianus, Titus Flavius (9—79) römischer Kaiser seit 69. 71 324 Vickers 1865 englischer Stahlfabrikant. 203 204 Vico, Giovanni Battista (1668—1744) italienischer Philosoph und Soziologe. 303 Victoria (1819-1901) Königin von Großbritannien und Irland seit 1837. 203 231 618 Villiers, Charles (1802—1898) britischer Politiker und Jurist, Mitglied des Parlaments, Anhänger des Freihandels, Präsident der Armengesetzbehörde. 210 Vincard, Pierre (1820—1882) französischer Arbeiter und Publizist; Teilnehmer der Revolution von 1848; Mitglied der Internationalen Arbeiterassoziation. 625 Vissering, Simon (1818—1888) niederländischer Ökonom und Statistiker. 408 Voltaire (eigtl. François-Marie Arouet) (1694—1778) französischer deistischer Philosoph, Historiker und Schriftsteller; ein führender Vertreter der Aufklärung. 144 617 Wade, Benjamin Franklin (1800-1878) amerikanischer Staatsmann, Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1867—1869). 14 Wade, John (1788-1875) englischer Publizist, Ökonom und Historiker. 188 214 Wakefield, Edward Gibbon (1796—1862) britischer Staatsmann, Kolonialpolitiker und Ökonom. 211 263 434 471 545 611-618 Walkley, Mary Anne (1843-1863) Arbeiterin in einer Londoner Putzmacherei. 198 199 Wallace, Robert (1697—1771) englischer Theologe und Statistiker; entwickelte eine Bevölkerungstheorie, die Malthus übernahm. 287 497 Wan-mao-in 1854 chinesischer Staatsmann. 85 Ward, John (19. Jh.) englischer Geschichtsschreiber. 209 Wätson, John Forbes (1827—1892) englischer Arzt und Publizist; weilte als britischer Militär-

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Namenregister angehöriger längere Zeit in Indien, verfaßte Werke über indische Landwirtschaft und Textilherstellung. 320 Watt, James (1736—1819) schottischer Kaufmann, Ingenieur und Erfinder, Konstrukteur einer wesentlich verbesserten Dampfmaschine. 305 307 308 311 314 400 Watts, John (1818—1887) englischer Publizist, utopischer Sozialist, Anhänger Robert Owens, später Liberaler. 447 449 Wayland, Francis (1796—1865) amerikanischer Geistlicher, Verfasser von Schriften über Ethik, politische Ökonomie und andere Wissenschaften. 117 155 Wedgwood, Josiah (1730-1795) Begründer der modernen Töpferei in England. 209 212 Wellington, Arthur Wellesley, Duke of (1769-1852) britischer Feldherr und Staatsmann, Tory; befehligte die englischen Truppen in den Kriegen gegen Napoléon I" (1808—1814 und 1815); Premierminister (1828-1830), Außenminister (1834/1835). 83 West Sir Edward (1782—1828) englischer Ökonom; Vertreter der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie, entwickelte einige Fragen der Grundrententheorie. 413 428 440441 Whitbread, Samuel (1758—1815) britischer Politiker, Mitglied des Parlaments, Whig. 594 White Untersuchungskommissar in englischen Fabriken (1863-1865). 191 201 205-207 330 384 385 White, W. 1865 englischer Arzt in Downpatrick. 394 Whitney, Eli (1765-1825) amerikanischer Erfinder. 313 320 Wilhelm III. von Oranien siehe William III Wilks, Mark (etwa 1760-1831) Offizier der britischen Kolonialarmee, weilte längere Zeit in Indien. 292 William III (1650-1702) Erbstatthalter der Niederlande seit 1672; König von England, Schottland und Irland seit 1689. 581 William IV (1765-1837) König von Großbritannien und Irland seit 1830. 230 Williams, Sir William Fenwick, (seit 1856) Baronet of Kars (1800-1883) britischer General, 1854/1855 Vertreter beim Stab der türkischen Kaukasusarmee, leitete während des Krimkrieges 1855 die Verteidigung von Kars; Mitglied des Parlaments (1856—1859). 83 Wilson, James (1805-1860) britischer Politiker und Ökonom; Finanzminister (1853—1858); Anhänger des Freihandels, Gegner der Quantitätstheorie des Geldes; Begründer und Redakteur der Zeitschrift „The Economist". 177 276 Wirth, Max (1822-1900) deutscher Ökonom und Publizist. 45 176 Wischnu hinduistische Gottheit. 481 Witt, Johan de (1625—1672) niederländischer Staatsmann, Interessenvertreter der reichen Kaufmannschaft. 497 Wolff (Wolf), Christian Freiherr von (1679-1754) deutscher Philosoph und Mathematiker; systematisierte und popularisierte die Philosophie von Leibniz, Anhänger des aufgeklärten Absolutismus und der Naturrechtstheorie. 32 492 Wolff, Friedrich Wilhelm (1809—1864) deutscher Lehrer und Publizist, proletarischer Revolutionär, 1846 aktiv im Brüsseler Kommunistischen Korrespondenzkomitee tätig, Mitbegründer des Bundes der Kommunisten und Mitglied seiner Zentralbehörde; 1848/1849 ein Redakteur der„Neuen Rheinischen Zeitung"; Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (äußerste Linke); emigrierte 1849 in die Schweiz, Mitte 1851 nach England; Freund und Kampfgefährte von Marx und Engels. 7 Wollaston 1863 englischer Geistlicher in Feltham. 396 Wood, William 1863 neunjähriger Arbeiter in einer englischen Töpferei. 189 Wright Thomas (1711-1786) englischer Naturforscher. 583 Wright Thomas Barber (Mitte des 19. Jh.) englischer Ökonom; Vertreter der „little shilling men" von der Birminghamer currency school; trat zusammen mit John Harlow unter dem Pseudonym Gemini auf. 179 1051

Namenregister Wurtz, Charles-Adolphe (1817—1884) französischer Chemiker, Professor an der Sorbonne in Paris. 246 Wyatt, John (1700—1766) englischer Erfinder einer Spinnmaschine. 302 Xenophon (etwa 430—354 v. u. Z.) griechischer Politiker, Feldherr und Schriftsteller; Verfasser historischer, ökonomischer und philosophischer Abhandlungen. 299 Yarranton, Andrew (1616 bis etwa 1684) englischer Ökonom und Mechaniker. 283 Young, Arthur (1741—1820) englischer Schriftsteller, Agronom und Ökonom; Vertreter der Quantitätstheorie des Geldes. 82 177 216 543 550

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Sachregister Abfälle (Exkremente) - der Produktion 153 488 Abhängigkeit Abhängigkeitsverhältnisse 120 121 240241 270294347458464468494—498 516 592 595 608 614 615 Ablösungssystem (Schichtarbeit) 200-207 229 -» Relaissystem; Nachtarbeit Abstinenztheorie 142 176 478 481 482 574 575 Abstraktion 12 19 28 30 41 46 119 135 160 161 303 508 - objektiver Inhalt der A. 30 31 119 — ökonomische Kategorien als A. realer Verhältnisse 47 - Abstraktes und Konkretes 74 129 413634 — Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten 25 75 117 118 122 129 135 136 255 413 445 456 457 483 519 626 — Kritik der bürgerlichen Abstraktionsmethode 74 245 303 423 431 432 -» Allgemeines, Besonderes und Einzelnes; Inhalt (Substanz) und Form; Logisches und Historisches; Wesen und Erscheinung Achtstundenagitation 240 343 Ackerbau —» Agrikultur Adel 305 535 578 Ägypten (altes) 182 270 271 276 299 300 417 418 Äquivalentenaustausch 112-114 116 119 120 128 144 433 470 472

Äquivalentform —» Wertform Afrika 362 601 606 Agrarrevolution 313 353 409 571 585 596 Agrikultur (Ackerbau) 132 265 353 486 561 566 - Besonderheiten des Produktions- und Reproduktionsprozesses 265 488 - Produktivität der Arbeit 410 547 597 - in vorkapitalistischen Produktionsweisen 271 291 418 577 - im Kapitalismus 326 369 409 410 514 517 543-545 547 548 595-600 - und große Industrie 326 368 377 409 410599 600 - Anwendung von Maschinerie 305 306 409 514 547 - Anwendung der Wissenschaft 409 - Kooperation 265 266 272 597 - Umwälzung der A. 313 353 369 409 571 585 596 - Erde als Arbeitsmittel in der A. 131 —• Grundeigentum; Viehzucht Agrikulturarbeit (Ackerbauarbeit) 561 562 597 Agrikulturarbeiter (Ackerbauarbeiter) 215 363 371 409 410 543 577 581 597 - Lage der A. 127 197 210-212 217 517 528 543-545 548-561 579 585 616 617 - Löhne der A. 452 485 514 518 543 544 546 585 594 - Repulsion und Attraktion der A. 517

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Sachregister Agrikulturarbeiter (Ackerbauarbeiter) — Abwanderung in die Stadt 196 371 517 518 560 561 597 — Zahl der A. 365 Agrikulturprodukte 547 548 596 597 Akkumulation des Kapitals 469-472 477 482 483 486-490 494 495 500 501 503 504 — als Gesetz der kapitalistischen Produktion 474 479 — allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation 494 495 500 519 520 — geschichtliche Tendenz 608-610 — und Akkumulation in vorkapitalistischen Produktionsweisen 482 — und Vermehrung der Bevölkerung 509 — Bedingungen 457 469-471 475 494 — Grenzen 504 — als kontinuierlicher Prozeß 503 — und Arbeitslohn 494 498 499 511 513 514 — und Produktivität der Arbeit 483 487-489 503 505-508 511 512 — und Arbeitsteilung 505 — und Konzentration des Kapitals 503—506 524 — und organische Zusammensetzung des Kapitals 490 501 502 505-507 — und Exploitationsgrad der Arbeitskraft 483—487 500 513 514 — und Lage der Arbeiterklasse 494—497 507 508 511-513 515 520 530 531 534 614 — und Repulsion und Attraktion von Arbeitern 506-509 513 516 — und Konsumtion 474 476-478 497 — und Kredit 505 508-510 — und Profit 368 482 — und Wachstum der Zahl der Lohnarbeiter 490 494-496 500 — und relative Übervölkerung 507—509 512 513 517 518 520 614 —• Ursprüngliche Akkumulation des Kapitals Akkumulationsfonds 476 483 486 487 490 592 — im Kommunismus 429

—» Abstraktion Altertum —> Antike Amerika 211 614 - Südamerika 463 - Westindien 209 603 606 607 -* Kanada; Vereinigte Staaten Amerikanischer Bürgerkrieg 13 199 240 323 356 372 464 587 Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783) 13 Analogie 288 289 520 521 633 - zwischen gesellschaftlichen und natürlichen Erscheinungen 131 255 302 510 518 633 Analyse 1243 48 51 58 147160 161 255 263 436 457 626 - der Ware 11 17 41-44 122 146 626 - des Wertes 12 43 48 163 635 - des Geldes 56-58 - des Kapitals 117 456 457 - des Mehrwerts 160 163 335 336 455 520 - und Synthese 51 - Kritik des formalen Charakters der A. in der klassischen bürgerlichen politischen Ökonomie 43 44 153 423 435 436 474 475 489 - Kritik der vulgärökonomischen habung der A. 173-175 435

Hand-

~• Abstraktion Anarchie der kapitalistischen Produktion 64 128 290 391 393 399 408 429 Aneignung - der Natur 129 130 132 135 413 - durch Arbeit 129 130 132 135 413 - der Produktivkräfte 316 318 502 - und Eigentum 136 316 460 461 470-472 - ohne Äquivalent 460 461 471 472 476 493 Angebot und Nachfrage —> Nachfrage und Zufuhr Antagonismus -» Widerspruch; Widersprüche im Kapitalismus

Akkumulationsrate 476 499 Aktiengesellschaften — als kombinierter Kapitalist 271

Anti-Corn-Law-Agitation 231 Antijakobinerkrieg 451 452 486 544 601 Antike 49 50 57 62 90 92 96 116 120123 228 271

— ihre Vorläufer 247 Allgemeines, Besonderes und Einzelnes 37-40 42 56 79 109 123 124 129 286 — Allgemeines (abstrakt Allgemeines) 634

283 298-300 335 417 584 585 636 Antikoalitionsgesetze 593 594 Antinomie 119 181

1054

Apologie 74 437 453 492 493 607 610 614

Sachregister Apologie - des Kapitals 74 176 238 239 259 290 481 491 611 - Kompensationstheorie 358—360 515 - des Fabriksystems 290 345 348 349 358 Arbeit 44 123 129 130 134 151 — als Naturbedingung des menschlichen Lebens 23 129 135 — Prozeß zwischen Mensch und Natur 23129 130132 135 413 486 — Naturbedingungen der A. 418 419 - gesellschaftliche Form 41 42 45-47 49 59 137 163 248 347 433 434 — Rolle für die Entwicklung des Menschen 129 - als Quelle des Reichtums 23 24 129 130 132 154 434 - als Wertsubstanz 19-21 24 25 29 38 43 434 630 - hat selbst keinen Wert 434 436 - unmittelbar gesellschaftliche 41 42 59 267 268 315 — technologischer Charakter 148 — Wechsel der A. — Erfordernis der großen Industrie 399 400 — Entfremdung im Kapitalismus 4647 247 248 262 268 270 293-295 347-349 354 410 458 461-464 491 500 516 519 520 609 — Nationalarbeit 101 Ablösungssystem; Agrikulturarbeit (Akkerbauarbeit); Arbeitsprozeß; Fabrikarbeit; Frauenarbeit; Fronarbeit; Handarbeit; Kinderarbeit; Kurzarbeit; Lohnarbeit; Nachtarbeit; Überarbeit; Zwangsarbeit Arbeit, abstrakte und konkrete — Doppelcharakter der warenproduzierenden Arbeit 22 24-26 30 31 49 74146 148 149 154 155 438 - abstrakte Arbeit 20 24-27 31 32 37 41 42 46-48 139 140 145 150 630 633-635 642-644 - konkrete Arbeit 22-27 30-3237446070139 140 144 145 148-150 175 630 633-635 642 644 — abstrakte Arbeit als Form gesellschaftlicher Arbeit 41 42 46 149 429 635 Arbeit der Oberaufsicht (labour of superintendence) 136 143 246 247 348

Arbeit der Oberaufsicht (labour of superintendence) — Produkt des Gegensatzes von Lohnarbeit und Kapital 268 269 — Funktion 267-269 — Produktionsbedingung der kooperativen Arbeitsprozesse 267—269 — Doppelcharakter 268 269 Arbeit, einfache und komplizierte (höhere, potenzierte) 20 25 140 146 147 257 276 — Reduktion der komplizierten auf einfache Arbeit 20 25 147 Arbeit gesellschaftliche und private (allgemeine und individuelle) — und Warenproduktion 41 42 46 54 68 635 — gesellschaftliche Arbeit und ihre Verteilung auf die Produktionszweige 290 — Gegensatz zwischen g. u. p. A. 4142 59 74 — Widerspruch zwischen g. u. p. A. 54 74 Arbeit, körperliche und geistige 129 413 — Gegensatz zwischen k. u. g. A. 294 295 348 413 520 Arbeit lebendige und vergegenständlichte (unmittelbare und vergangene) 132134138 140 144148-150 154155160 161179332433 491 — ihr Verhältnis zueinander 143 244 332 333 489 491 — Gegensatz zwischen l.u. v. A. 248 347 348 519 520 Arbeit notwendige 162 178 — und Mehrarbeit 162163 167 177182183 252 253 285 334 416 419 426-432 442 — als bezahlte Arbeit des Lohnarbeiters 175 321 432 437 — im Kommunismus 429 Arbeit produktive und unproduktive — für den Kapitalisten 141 142 414 473 474 — produktive Arbeit im einfachen Arbeitsprozeß 132 413 — produktive Arbeit im kooperativen Arbeitsprozeß 413 Arbeiter -» Agrikulturarbeiter (Ackerbauarbeiter); Arbeiterklasse; Arbeitskraft; Fabrikarbeiter; Handlanger, Hilfsarbeiter; Lohnarbeiter Arbeiteraristokratie 348 531 540 541 Arbeiterarmee, aktive 513 515 518 519

1055

Sachregister Arbeiterassoziationen 268 610 Arbeiteraufstände 357 371 480 Arbeiterbevölkerung -» Bevölkerung (Population) Arbeiterbewegung 184 238 — Anfänge 351 352 480 — internationale Ausbreitung 239 240 Arbeitergenerationen 210 211 517 Arbeiterklasse 591 597 — Entstehung 575-578 589 591 592 595 610 — Stellung und Lebenslage im Kapitalismus 121 128 147 179 207 208 212 235 238 240 241 259 270 334 335 347 353 354 370 377 378 399 400 410 459 461—464 494 496-499 507 508 512-520 525-536 614 — Reproduktion 124 208211 463464494614 — Entwicklung der A. und Gesamtbevölkerung im Kapitalismus 364 365 — Konzentration 410 531 — soziale Verelendung 147353354370371 399 400 410 494—496 515 516 519 520 609 — Bewußtheit und Organisiertheit 516 527 609 610 — geschichtlicher Beruf 400 609 — wirklich revolutionäre Klasse 610 — Totengräber der Bourgeoisie 610 — und Revolution 13 400 609 610 — klassische bürgerliche politische Ökonomie über A. 479 —» Bourgeoisie; Klassenkampf; Lohnarbeit und Kapital; Lohnarbeiter Arbeiterkoalitionen 593—595 Arbeiterkongreß (Baitimor 1866) 240 Arbeiterstatuten 213-215 451 592-595 Arbeitsbedingungen -» Arbeitsgegenstand; Arbeitskraft; Arbeitsmittel; Produktionsmittel Arbeitsdisziplin — im kapitalistischen Produktionsprozeß 223 337 348 349 591 Arbeitsfonds — historische Formen 459 460 — und variables Kapital 459 460 492 494 — Reproduktion 459 — der sogenannte A. 492 493 510 Arbeitsgegenstand (Arbeitsmaterial) 130 413 486 — als Element des Arbeitsprozesses 130—132 134 413

1056

Arbeitsgegenstand (Arbeitsmaterial) - als Element des Kapitals 140 146 148-151 157 - die Erde als allgemeiner Gegenstand der menschlichen Arbeit 130 -» Produktionsmittel Arbeitsgeld 59 Arbeitshäuser (working-houses) 210 218 325 467 468 485 486 527 533 541 605 Arbeitsinstrumente 131 146 - Differenzierung 277 279 287 288 - Spezialisierung 277 279 297 - Entwicklung 277 398 - Revolution der A. 297 399 —> Arbeitsmittel Arbeitsintensität (Arbeitsintensivität) 276 277 281 336 424 - gesellschaftlich durchschnittliche, normale 20 145 421 425 - Grad der A. 336 425 449 - nationale Unterschiede 425 454 455 - und Produktivität der Arbeit 276 277 336-339 341-343 453 511 512 - und Länge des Arbeitstages 335-340 343 426 429 - und absoluter Mehrwert 335 424 - und relativer Mehrwert 336 429 - und Maschinerie 336-344 361 - und Arbeitslohn 337 338 441 448 449 454 - Mittel zur Steigerung 337 338 449 Arbeitskontrakt 121 126 128 240 324 325 594 Arbeitskraft 24 120 123 125 126 155 436 486 - als Ware 119-121 123 126 127 135 181 270 324 353 434 499 502 591 - Gebrauchswert 120121 126 127 129 136 143 144 180 353 438 446 447 - Wert 123-126 140 143 146 147 156 177 208 241 252-254 260 300 323 353 420-427 436-439 443 454 - historisch-moralisches Element in der Wertbestimmung der A. 123 124 - Bildungskosten 124 285 300 420 454 - Minimalgrenze des Werths der A. 125 - Preis 125-127 420 423-^27 432 436-439 - Entwertung 285 323 333 384 - Reproduktion 123-126162177 180 252-254 257 285 323 420 459 461-463 494 495 499 - Kauf und Verkauf der A. 120 121 126-128 143 270 324 437 438 468 472 575

Sachregister Arbeitskraft - subjektiver Faktor des Arbeitsprozesses 135 155-157 469 501 - und Produktivität der Arbeit 253-255 257-259 333 334 336 347 410 411 421-425 427—429 487 501 502 - Lebensdauer 180 208-212 517 - Verschleiß 180 206 209 425 427 443 —• Lohnarbeiter Arbeitslohn 126 127 433 439 468 498 499 511 513 - erscheint als Preis der Arbeit 433 - als Erscheinungsform des Wertes resp. des Preises der Arbeitskraft 436—439 - als Einkommensform des Arbeiters 433 436 437 440 459 - und Anwachsen der Arbeiterbevölkerung 494 513 - Nominallohn 440 441 455 544 593 - Reallohn 440 487 593 - relativer 455 - Stücklohn 337 338 373 391 446-454 - Zeitlohn 440 442 443 446-448 450 451 Taglohn 440-444 Wochenlohn 338 440-^144 - Minimum 252 480 485 518 561 564 594 - Senkung unter den Wert der Arbeitskraft 253 321 354 370 425 426 483 - relatives Sinken 323424426 441 443444450 593 596 - Abzüge 214 225 349 350 373 448 539 - Ursachen seiner Erhöhung und Senkung 386 438 441 494 499 513 514 - nationale Verschiedenheit 454 455 483 484 618 623 - und variables Kapital 156 458459462 511 - und Mehrwert 323 386 441 445 450 - und Profit 370 - und Warenwert 445 475 - und Akkumulation des Kapitals 494 498 499 511 513 514 - und Produktivität der Arbeit 258424452453 455 487 - und Länge des Arbeitstages 234 337 338 439—446 450 - und Arbeitsintensität 337 338 441 448 449 455 - und industrielle Reservearmee 413 514 591 592

Arbeitslohn — gesetzliche Regulierung des A. 214 592-594 Arbeitslosigkeit 346 353 359 360 374 375 442 464 495 509 516 517 — Ursachen 353 361 509 512 — Auswirkungen auf die Arbeiterklasse 334 354 360 361 512 515 526 540 541 624 — Arbeitsinstrumente; Produktionsmittel Arbeitsproduktivität -» Produktivität der Arbeit Arbeitsprozeß 129-135140145148-156 413 — als Vergegenständlichung 132 140 — als Aneignung 129 130 132 135 413 — einfache Momente 130 134 148 — Rolle des Menschen 129-132 134 135 154 413 — individueller und kooperativer 262—264 267 289 290 315 413 609 — subjektiver Faktor 135 155-157 469 501 — gegenständliche und technologische Bedingungen 132 134 135 148-158 254 262 469 501

1057

Sachregister Arbeitsprozeß - als stofflicher Inhalt des gesellschaftlichen Produktionsprozesses 129 135 136 - und Wertbildungsprozeß 137-141 145 146 148 - und Verwertungsprozeß 144146152153167 316 317 347 458 462 - technologischer Charakter 161 -» Arbeitsgegenstand; Arbeitskraft; Arbeitsmittel Arbeitstag 177 178 207 - seine Teilung in notwendige Arbeitszeit und Mehrarbeitszeit 163177178 251 252321 416 437 - Normalarbeitstag 180 209 212 220 238 335 336 - eine variable Größe 178 179 181 - Maximalschranke 178 207 208 334 335 - Minimalschranke 178 429 - moralische Schranke 179 207 208 334 335 - physiche Schranke 178 179 207 208 - und Arbeitskraft 178-181 207 208 241 343 391 426-428 442 443 - Verlängerung 180 183 186 188 195 196 200 201 207 208 219 234 237 243 330-336 344 415 416 426-428 442-445 450 451 - Verlängerung durch Zwangsgesetze 213 214 592 - Verkürzung 194213218223224234237-239 336-340 342 343 426 429 - Kampf der Arbeiter um Verkürzung des A. 181 212 219 235 238 240 241 336 - gesetzliche Beschränkung 184 185 218 239 335-337 389 393 443 444 - und absoluter Mehrwert 163 178 200 242 243 245 247 254 332 426 - und Arbeitsintensität 335-340 343 426 429 - und Einführung neuer Maschinen 332 —» Achtstundenagitation; Arbeit, notwendige; Fabrikgesetzgebung; Mehrarbeit; Zehnstundenagitation; Zehnstundengesetz Arbeitsteilung - als Faktor zur Steigerung der Produktivität der Arbeit 275 276 290 293 295 - als Produktionsmethode des relativen Mehrwerts 285 298 - als Produktivkraft des Kapitals 297 - im allgemeinen, im besonderen und im einzelnen 286

1058

Arbeitsteilung - naturwüchsige 286 - territoriale 288 - internationale 369 - zwischen körperlicher und geistiger Arbeit, zwischen Hand- und Kopfarbeit 294—296 413 - zwischen Industrie und Agrikultur 369 409 - Entwicklung 68 286-288 296 297312363364 399 - und Trennung von Stadt und Land 287 - und Austausch 67 286 634 635 - Aufhebung der alten A. 301 400 - antike Denker über A. 298 299 Arbeitsteilung, gesellschaftliche 398 418 - und Warenproduktion 22 23 41 67-69 122 285 287-290 - in vorkapitalistischen Produktionsweisen 286 287 290-293 - im Kapitalismus 287-290 363 364 399 - und Differenzierung der Produktionszweige 287 288 363 364 - und Austausch 67 68 286 287 289 634 635 - und Markt 299 - und Akkumulation des Kapitals 298 - und Bevölkerungsdichte 287 - und innerbetriebliche Arbeitsteilung 287 bis 290 Arbeitsteilung, innerbetriebliche - die Manufaktur als ihre klassische Form 272 - planmäßiger Charakter 289 290 - als Zerlegung des Arbeitsprozesses in verschiedene Operationen 273 274 279 284 - und Produktivität der Arbeit 275 276 279 280 293 297 298 - und Kontinuität der Produktion 276 280 - und Zeitersparnis 275 276 279 280 - und Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit 275 283 285 298 - und Kooperation 273-275 279-282 309 345 - und Differenzierung der Arbeitsinstrumente 277 279 287 288 - und Spezialisierung der Arbeitsinstrumente 277 279 297 - und Konglomeration, Agglomeration von Arbeitern 287 - in der Manufaktur 273-276 278 282 284-287

Sachregister 289 290 293 294 297 310 311 315 345 353 396 398 - in der Fabrik 22 310 315 345-347 377 396 397 - und gesellschaftliche Arbeitsteilung 287 bis 290 Arbeitsunfälle 394 408 620 622 Arbeitszeit - als Maß der Werte 20 59 336 337 - Rolle im Kommunismus 46 - Seniors „Letzte Stunde" 168 173-176 Arbeitszeit gesellschaftlich notwendige 2046 68 69 145 157 281 448 636 - und Bestimmung des Warenwerts 2032137 139 140 157 256 430 - und Produktivität der Arbeit 21 26 27 253 256 - und individuelle Arbeitszeit 20 256 257 260 Arbeitszeit, notwendige 44 45 123162177 178 251-255 414 417 419 429 - und Mehrarbeitszeit 162177178181184186 252 253 256-259 285 302 417 418 Armee 185 269 368 495 496 589 Armengesetze 354 371 521 544 551 580 581 Armenhäuser 211 330 Annenunterstützung 354 544 585 Asien 88 116 270 271 292 371 375 419 - vorkapitalistische Formen der Rente in A. 96 Astronomie 418 510 Atheismus 14 Athen (altes) 49 50 398 399 417 Aufklärung 57 58 94 Ausbeutung (Exploitation) - objektive Bedingungen 181 - feudale 182-184 437 459 460 - Verwandlung der feudalen in kapitalistische 576 - kapitalistische 143 144 179 182 207 208 247 248 267 268 325 384 401 402 414 - extensive und intensive 254 336 342 343 364 511 512 - Methoden der A. 185-188 197 198 200-203 207 222 230 231 253 254 256 257 336 337 373 384 386 449 561 562 - ihre Verschleierung in der bürgerlichen politischen Ökonomie 431

-»Arbeitskraft; Lohnarbeit und Kapital; Lohnarbeiter; Mehrwert Ausbeutungsgrad —» Mehrwertrate Außenhandel (auswärtiger Handel) 96 97 182 470 — und Weltgeld 98 99 — mit Edelmetallen 88 Aussperrung 370 444 Austausch 31-43 51 53 114 631-649 — Entstehung und Entwicklung 54 55 286 — Produktenaustausch 54 55 61 73 74 105 286 — Herausbildung des Warenaustausches 54 bis 56 286 287 — Warenaustausch 47 50-53 55 56 65-67 69 111 113-117 119 120 126 127 635 642 643 — zwischen Lohnarbeit und Kapital 120 126-128180 240 270 324 431 432434437438 462 472 — nichtäquivalenter 106 114—116 — als gesellschaftlicher Stoffwechsel 66 67 73 74 80 88 94 98 — und Produktion 55 — und Konsumtion 53 66 — und Zirkulation 73 114 — und Mehrprodukt 54 — und Äquivalentform 33 53 55 635644-646 — und Arbeitsteilung 67 286 634 635 — Widersprüche des Austauschs 65 — als Quelle des Mehrwerts bei bürgerlichen Ökonomen 113 114 —> Kauf und Verkauf; Wertgesetz Australien 211 369 618 Auswanderung (Emigration) 211 300 301 354 369 493 494 510 516 564 565 570 571 573 586 618 — von Fabrikarbeitern 375 464—467 Automat —> Maschinerie Bäckerei 126 127 238 389 445 446 — Arbeits- und Lebensbedingungen Bäcker 193-197 209 — Fabrikgesetzgebung 237 Bankakt von 1844 618 Banken 94 — Nationalbanken 98 Banknoten 85 95-97 101

der

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Sachregister Bankrott 126 Basis und Überbau 13 49 52 92131 271 292 303 399 477 - bestimmende Rolle der B. 49 496 - Wechselwirkung von B. u. Ü. 49 - und geographische Grundlage, Naturverhältnisse 21 130 417 —«• Bewußtsein, gesellschaftliches; Produktionsweise; Staat bürgerlicher; Verhältnisse, gesellschaftliche; Verhältnisse, ökonomische Basis, materielle (technologische) 303 395 500 501 - der Manufaktur 275 301 312 - der großen Industrie 297 312 314 348 368 377 399 Bauernaufstände 545 588 Bauernlegen 584 586-588 Bauernschaft 409 610 - Expropriation von Grund und Boden 353 576-589 605 - freie Bauern 182183 575-577 585 596 599 - Yeomanry 581 583 - Fronbauern 459 460 - Verwandlung der Kleinbauern in Lohnarbeiter 584 585 Baumwollindustrie 210 211 236 237 309 339-343 346 356 362 363 392 465-467 607 623 624 - Lage der Arbeiter 211 234 235 339 343 371-375 512 527 528 - Zahl der Beschäftigten 365-368 507 - Fabrikgesetzgebung 211 220 - Ablösungssystem 200 - Krisen in der B. 187 323 350 356 371 372 464 - Weltmonopol Englands 371 375 - und Negersklaverei 362 Baumwollproduktion 265 266 287 369 - und Maschinerie 313 320 368 489 Bedürfnisse 17 419 - als historisches Produkt 123 124 179 - ihre soziale Bedingtheit 123 124 179 - und Austausch 53—55 67 68 - und Produktion 23 45 68 88 132 135 181 290 363 416 - und Konsumtion 105 106 - und Produktivität der Arbeit 363 416 - und Arbeitsteilung 67 68 290 634 635

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Bedürfnisse - und Erzeugung und Befriedigung neuer B. 363 - System der B. 290 635 - natürliche 123 417 - gesellschaftliche 38 68 290 494 - individuelle 89 179 - des Lohnarbeiters 123 247 - Produktionsbedürfnisse 301 313 Begriff, wissenschaftlicher 98 —» Abstraktion; Kategorie, ökonomische Belgien 238 484 542 543 - Arbeitszeit 219 - Entwicklung des Kapitalismus 238 Bergbau 132 379 449 463 486 618 - Zahl der Beschäftigten 362 365 507 - Lage der Arbeiter 238 407 537-540 - Frauenarbeit 200 201 322 406 - Kinderarbeit 322 404 405 - Arbeit in Goldbergwerken 182 601 - Bergwerksgesetzgebung 404 405 Besonderes —> Allgemeines, Besonderes und Einzelnes Bevölkerung (Population) - Arbeiterbevölkerung 233 245 418 507-509 513 517 519 520 525 614 - industrielle 211 - städtische 409 517 534 556 - Landbevölkerung 353 409 517 556 - Wanderbevölkerung 536 - Bevölkerungsdichte 287 - und Arbeitsteilung 286 287 Bevölkerungsgesetz 508 - des Kapitalismus 499 500 508 513 514 Bevölkerungstheorie —• Malthusianismus Bewegung —> Entwicklung Bewußtsein, gesellschaftliches 303 - als Widerspiegelung des gesellschaftl ichen Seins 48 49 396 - bürgerliches 49 290 - Bewußtseinsformen 49 —> Ideologie; Widerspiegelung Bildung und Erziehung - der Arbeiterklasse im Kapitalismus 124 202 295 296 327 399 400 - der Kinder im Kapitalismus202327-329 383 384 395-397 404

Sachregister Bildung und Erziehung - Verbindung von produktiver Arbeit mit Unterricht und Gymnastik 395 396400401 - polytechnische 396 400 - im Kommunismus 396 400 - und Fabrikgesetzgebung 327-330 395 400 405 406 - Owen über E. 239 396 - Smith über Volksunterricht 296 Bimetallismus 98 Bleichereien und Färbereien 389 - Frauenarbeit 236 237 - Überzeit in B. 443 444 - Fabrikgesetzgebung 236 237 299 Blutgesetzgebung 589-591 593 Boden 21 55 64 613 - Raubbau 184 208 410 413 -» Erde Bodenfruchtbarkeit 409 418 427 501 - natürliche 417 - Steigerung der B. durch Anwendung von Wissenschaft und Technik 486 547 - Zerstörung der B. 208 409 410 Börse 94 142 Bo|aren 182 183 Bourgeoisie 117 363 545 602 - historische Rolle 399 479 610 - ihre Klasseninteressen 13 176 181 187 204 206 221 222 224-229 236 394 402 465-467 582 - und Ausbeutung der Arbeiterklasse 179 185-192 197 205 220 222 224-226 228 231 232 342 343 392 402 459 539 545 - ihre Ideologie 49 74128 248 290 361 365610 611 - und Staat 184 212 221 222 224 226 229 346 592 -» Arbeiterklasse; Klassenkampf Brasilien 21 Buchbinderei 378 444 Buchdruckerei 283 397 Buchführung - italienische 477 Cartesianismus (Philosophie Descartes') 319 Charter, Chartisten, Chartistenbewegung 222 224 226 Chemie 161 246

Chemie — Anwendung in der Produktion 310 377 399 488 — Rolle des Gefäßsystems der Produktion 130 — Unterschied zwischen Haupt- und Hilfsstoff verschwimmt 133 China 85 88 587 601 — Papierfabrikation 311 Chrematistik 107 106 117 Christentum 47 48 217 —» Katholizismus; Protestantismus Currency principle 98 Currency-Schule 500 Dampfmaschine 303 305-307 310-312314320 338 341 357 388 397 400 562 — revolutionäre Rolle bei der Entwicklung der großen Industrie 307 308 Dampfschiffe 314 Dasein 19 21-23 48 84 85 87 289 Deismus 47 48 Despotismus 589 — des Kapitals 269 330 357 515 516 520 — Despotie der manufakturmäßigen Arbeitsteilung 290 Deutschland 14 246 304 321 — Geschichte 305 585 588 589 593 — Entwicklung der kapitalistischen Produktion 12 13 319 — Agrarverhältnisse 577 588 589 — Bauernschaft 577 585 588 589 597 — Bauernlegen 588 589 — Leibeigenschaft 577 585 — Lage der preußischen Fabrikarbeiter 211 — Kinderarbeit 215 — Statuten zur Niederhaltung des Arbeitslohnes 593 594 — abnehmendes Soldatenmaß 188 Dialektik — als Methode der Erkenntnis 1112 — „Hegelscher Widerspruch" —Springquelle aller Dialektik 481 — von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen 48 237 311 312 368 377 386 387 399 409 502 503 608-610 —» Negation der Negation; Qualität und Quantität; Widerspruch Diener, Dienstboten 364 593

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Sachregister Dienst Dienstleistung 142 143 Diktatur des Proletariats 400 609 610 Disproportionen 289 290 Distribution (Verteilung) 45 — der Arbeitskräfte und Produktionsmittel 289 290 — des Mehrwerts 165 456 480 — im Kommunismus 45 46 —• Konkurrenz Dogmatismus 475 Donaufürstentümer 182 183 Dreißigjähriger Krieg 570 588 Düngemittel 193 486 547 596 Edelmetalle — als allgemeines Äquivalent 56 — imaginärer Wert der E. 57 -» Gold; Silber Eigentum an Produktionsmitteln — Gemeindeeigentum 577 581—583 585 — selbständig arbeitender Eigentümer 570 575 608 611 612 — ursprüngliche Einheit von Produktionsmitteln und Produzent 576 608 — Trennung der Produktionsmittel vom Produzenten 461 468 575 576 599 607 — Privateigentum 54 183 472 582 583 608 609 613 617 — Verwandlung des selbsterarbeiteten in kapitalistisches Privateigentum 608-611

— kapitalistisches 136 268 324361 468 472 473 502 503 531 586 589 608-€10 617 618 — objektive Notwendigkeit der Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln 609 610 — gesellschaftliches (Volkseigentum) 45 271 291 582 609 610 613 617 — im Kommunismus 45 609 610 — bürgerliche Auffassungen 610 611 —> Grundeigentum Einhegungen 577 578 582-585 Einkommen —> Revenue Einkommensteuer 523 567 Einzelnes —• Allgemeines, Besonderes und Einzelnes Eisen 362 Eisenbahnen 364 391 509 514 524 536

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Eisenbahnen - ihre Rolle in der Entwicklung des Kapitalismus 313 314 - Überarbeit und Unglücksfälle 197 - und Saisonarbeit 391 Elektromagnetische Maschine 303 Emigration —> Auswanderung Empirie - und Bewußtsein 297 315 398 399 - empirische Erkenntnis 85 86 307 330 398 399 England 14 567 600 601 - Geschichte 92 213 215 219 224 300 352 485 543 576-583 589-591 593 594 599 606 - Ursprungsland und klassische Stätte des Kapitalismus 12 185 238 522 601 - Bevölkerung 147 364 365 517 522-524576 - Lage der Arbeiter 127 189-191 198-200 203 219 224 226 230-232 234 235 241 322-327 343 356 357 363-365 369-374 378-386 394 397 403-407 443 444 447 464-468 485 486 512 525-536 540-555 560 561 578 593 - Bourgeoisie 210 221 222 224-229 231 232 236 327 350 351 365 371 545 581 582 - Industrie 200 219 237 341-343 356 362 365 366 368 371 372 378 524 - Agrikultur, Agrarverhältnisse 237 326 409 468 524 528 543-545 547 548 561 576-578 581-585 595-600 - Produktivität der Arbeit 320 366 513 522 623 624 - Wachstum des Reichtums 522-527 - Arbeitszeit 176 185 186 189 191 192 194195 197-204 211 213 218-225 227 230-235 237 336 339 378 443 444 - Arbeitslohn 211 214 225 373 374 384 444 452 514 518 526 543 544 546 585 592-594 - ökonomische Krisen 186 224 527 540 624 - Geld-und Bankwesen 96 98 618 - Außenhandel 88 343 344 369-372 375 465 525 602 603 - Kolonien, Kolonialpolitik 482 602 603 606 607 613 618 - Parteien 222 224 226 -> Antijakobinerkrieg; Fabrikgesetzgebung; Korngesetze; London Entäußerung 69

Sachregister Entfremdung — Wurzeln 47 — und Eigentum an Produktionsmitteln 268 461 468 — ökonomische E. im Kapitalismus 46 47 247 248 262 268 270 293-295 347-349 354 410 458 461—464 491 500 516 519 520 609 — Bedingungen ihrer Beseitigung 46 48 609 610

—• Fetischismus; Mystifikation Entwertung — des Kapitals 157 332 487 488 — der Arbeitskraft 285 323 333 384 Entwicklung — gesellschaftliche 13 14 48 122 286 298 313 352 353 398 401 402 416 417 608-610 — Veränderung (der Form und des Inhalts) 34 43 401 402 -» Qualität und Quantität; Widerspruch Epoche 131 302 420 — historische 302 576 592 — der großen Industrie 215 300 301 309 Erde 24 130 131 411 491 609 — als Urbedingung der Arbeit 130 — als Arbeitsmittel 131 132 — als Arbeitsgegenstand 130 135 — Urbildner des Reichtums 413 487 Erfindungen 303 — Rolle bei der Entwicklung der Produktivkräfte 311-314 — Anwendung in der Produktion 311 312 314 315 320 327 351 357 — in vorkapitalistischen Produktionsweisen 283 305 351 600 — im Kapitalismus 302 307 308 311 315 321 352 357 400 — und Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse 351 352 357 Erkenntnis — und gesellschaftliche Praxis 636 — und Klasseninteressen 428 439 — als Prozeß der Überwindung des Widerspruchs zwischen Wesen und Erscheinung 12

Eroberung 575 601 Erscheinung —> Wesen und Erscheinung Erziehung -> Bildung und Erziehung

Exploitation —» Ausbeutung Expropriation — der unmittelbaren Produzenten von Grund und Boden 576 589 595 597-600 608 613 — von Kapitalisten durch Kapitalisten 503 504 609 — der Expropriateure 609 610 -» Ursprüngliche Akkumulation des Kapitals Extramehrwert 256 — unmittelbares Motiv des Kapitalisten 256 — als Differenz zwischen individuellem und gesellschaftlichem Wert 256 257 333 — sein zeitweiliger Charakter 257 333 — und relativer Mehrwert 256 257 333 Fabrik 219 307 309 344-351 376 — Maschinerie als ihre materielle Grundlage 344 345 368 377 — im Unterschied zur Manufaktur 310 345 347 377 — Arbeitsteilung in der F. 22 310 315 345-347 377 396 397 — Gesamtarbeiter in der F. 345 — automatische 345 — auswärtiges Departement der F. 377 392 — Cottage Fabrik 376 Fabrikant 168 176 187 192 210 212 221 225 226 230-232 234 235 239 324 328 329 340 349-351 373-375 394 510 600 604 620 Fabrikarbeit 187-189 191 192 203 206 223 231 345-350 Fabrikarbeiter 188 222 230 231 235 343 345 bis 349 365 367 371 375 377 409 467 516 545 Fabrikberichte (Factory reports) 13 176 185 225 Fabrikgesetzgebung 176 400 545 — als Ausnahmegesetzgebung 237 238 402 — Notwendigkeit im Kapitalismus 184223 237 393 394 402 405 406 — Ausdehnung auf alle Industriezweige 235 236 238 388-390 402 405 406 — Fabrikantenrevolte dagegen 221 226-231 235 248 346 — Erziehungsklauseln 327-330 395 400 405 406 — Gesundheitsklauseln 394 395 — in Frankreich 218-220 239

1063

Sachregister Fabrikgesetzgebung - in Österreich 218 - in der Schweiz 218 - in den Vereinigten Staaten 213 Fabrikgesetzgebung (in England) 13 184 185 211 213 218-224 226-239 241 325 327 329 389 390 401-408 - Künstliche Beschleunigung der industriellen Revolution 388 389 391 - Fabrikgesetz von 1833 168 218-222 224 226 - Fabrikgesetz von 1842 (Bergbau) 404 - Fabrikgesetz von 1844 223 224 226-228 232 233 328 343 - Fabrikgesetz von 1845 (Kattundruckereien) 234 329 - Fabrikgesetz von 1847 224 226 - Fabrikgesetz von 1850 185 211 232-234 236 343 - Fabrikgesetz von 1860 (Bergbauinspektion) 404 407 - Fabrikgesetz von 1861 (Spitzenproduktion) 381 - Fabrikgesetz von 1863 (Bleicherei, Bäckerei) 236 237 - Fabrikgesetz von 1864 389 390 394 395 - Fabrikgesetz von 1867 622 623 Fabrikinspektoren 13 173 175 176 185 224 225 229 232-234 239 241 248 328 343 392 621 Fabriksystem 220 238 330 341 343 345 349 357 368 370 388 - Owen über das F. 396 408 - Ure über das F. 310 344 345 348 349 357 358 Familie - historischer Charakter 401 402 - ökonomische Grundlagen der alten F. 401 - im Kapitalismus 323 324 335 401 542 543 - Auflösung des alten Familienwesens innerhalb des kapitalistischen Systems 401 - und Arbeitsteilung 286 - Familienarbeit 41 401 - Bauernfamilie 549 550 597 598 - patriarchalische 54 Fetischismus - der Waren 44 46 47 50 59 637 638 - des Geldes 57-59 91 - d e s Kapitals 106 611

1064

—• Entäußerung, Entfremdung, Mystifikation Feudalismus 437 459 577 - Handwerk 260 271 292 293 297 - Handel und Manufaktur 352 353 - Grundeigentum 577 579 581 - seine Auflösung und Übergang zur kapitalistischen Produktionsweise 353 576—578 581 582 - in Deutschland 585 588 589 - in den Donaufürstentümern 182—184 - in England 548 576-581 595 596 - in Frankreich 596 597 - in Italien 574 -> Fronarbeit; Grundeigentum; Leibeigenschaft Flachsindustrie 394 - Zahl der Beschäftigten 365 368 - Arbeit in den Flachsspinnereien 176 - Unfälle in der F. 394 - Fabrikgesetzgebung 220 Form —• Inhalt und Form Form und Funktion - ihre Wechselwirkung 277 312 313 Fortschritt gesellschaftlicher 298 388 488 608-610

- im Kapitalismus 307 311 313335 369 387 388 400—402 406—408 610 —» Entwicklung Fortschritt, technischer 303-307 310 313 398 487 488 - im Kapitalismus 254 256 257 303 305-307 312-314 331 334 338 339 341 355-357 371 389 390 399 400 466 487 488 610 —• Industrielle Revolution Frankreich 14 601 625 - Geschichte 89 246 283 288 352 580 591 594-597 - Bevölkerung 96 556 - Lage der Arbeiter 218 239 484 556 594 595 625 - Bauernschaft 96 570 596 597 - Bourgeoisie 226 239 346 594 595 - Entwicklung des Kapitalismus 246 273 288 556 581 594 595 - Agrikultur 556 596 597 - Arbeitszeit 218 239 - Gesetzgebung 592 594 595

Sachregister Frankreich - Fabrikgesetzgebung 218-220 239 - Blutgesetzgebung 590 - Arbeiterstatuten 213 451 595 - abnehmendes Soldatenmaß 185 Frau - als Ausbeutungsobjekt im Kapitalismus 198 199 323 330 444 Frauenarbeit 198 200 223 236 322-327 330 331 344 355 377-379 381-383 385 386 394 401 403 406 428 444 550 561-564 Freie Zeit - als Basis für die Entwicklung des Menschen 207 429 - und Mehrarbeitszeit 206 Freihandel 185 222 224 394 522 548 - Freihändler 128 231 234 600 - Nachteile für die Arbeiterklasse 193234381 394 535 Freiheit 40 349 - und Notwendigkeit 65 - des Kapitals 220 233 290 595 - persönliche F. des Lohnarbeiters 128 324 - Freiheitsillusionen im Kapitalismus 128 437 - Unterdrückung der individuellen F. des Lohnarbeiters 410 Freisetzung - von Kapital 359 360 515 - von Arbeitskräften 321 334 353 354 359 360 366 367 385 409 509 512 515 Fronarbeit 182-184 437 459 460 589 - und Lohnarbeit 182 183 437 460 Gaelen 586-588 Gangsystem 326 561-565 Gasindustrie 364 Gebrauchswert 18 19 21-23 25 32 37 38 41 44 50 105 107 108 129 132 134 438 626 632 633 639 - Verbindung von Natur und Arbeit 23 24 132 - und Produktivität der Arbeit 26 149 253 255 259 264 266 336 389 421 424 429 487 488 - und Wert 19-22 27 29 30 32 40 51-53 55 94 111 112129134137 138143151627629-632 637 640 641 643 645 - als stofflicher Träger des Tauschwerts 18 52 137 139

Gebrauchswert — im Austauschprozeß 52-55 66-69 111 112 114 120143 — als Gegenstand des Bedürfnisses 17 23 53 90 105 — und Konsumtion 18 105 126 134 — und Reichtum 18 23 24 26 90 — in vorkapitalistischen Produktionsweisen 54 88 — seine Entwertung 134 Gegensatz 40 — zwischen Gebrauchswert und Wert 31 32 52 53 66 74 639 — zwischen Ware und Geld 54 66 71 94 95 — zwischen lebendiger und vergegenständlichter Arbeit 248 347 348 519 520 — zwischen privater und gesellschaftlicher Arbeit 41 42 59 74 — zwischen Kauf und Verkauf 73 74 92 — zwischen Armut und Reichtum 519-521 525 526 530 540 573 617 624 — zwischen Industriekapital und Großgrundbesitz 545 — und Widerspruch 74 94 181 355 -» Widerspruch; Widersprüche im Kapitalismus Gegensatz zwischen körperlicher und geistiger Arbeit 294 295 348 413 520 Gegensatz zwischen Lohnarbeit und Kapital 181 207 208 212 240 241 294 295 298 338 464 465 500 595 Gegensatz zwischen Stadt und Land 287 409 Geist Geistiges — geistige Tätigkeit 347 429 — geistige Produktivkräfte 520 — Körperliches und Geistiges im Menschen 120 211 212 296 347 409 410 413 Geistlichkeit 226 231 305 364 418 480 497 498 521 581 Geld 32 53 87-89 98 647 — historische Entstehung 53 55 122 — als gesellschaftliches Verhältnis 53 57 9094 95 — als gesellschaftliche Form des Reichtums 88 89 — notwendiges Produkt des Austauschprozesses 54 — als selbständige Form des Werts 94 108 109

1065

Sachregister Geld - sein Wert 58 90 - sein Gebrauchswert 56 66 - allgemeines Äquivalent 53 56 60 65 66 90 - in vorkapitalistischen Produktionsweisen 55 - und Wert 53-56 58-61 64 109 - und Ware 53-56 58-61 63-66 69-73 75-77 93 95 103 104 108 - als allgemeine Ware 56 71 93 - als allgemeiner Repräsentant des stofflichen Reichtums 60 90 - Widersprüche 90 94 - Fetischcharakter 57—59 91 - Maßeinheit des Geldes 61-63 - als erste Erscheinungsform des Kapitals 102 109 - V e r w a n d l u n g in Kapital 103106107115117 119-122 144 245 461 575 - als Kapital 102-104 106 107 109 110 458 -» Arbeitsgeld; Gold; Papiergeld; Silber Geldakkumulation 97 Geldentwertung 60 77 544 593 596 Geldfälschung 57 62 Geldform -» Wertform Geldfunktionen 66 98 101 - M a ß der Werte 56 59 61 62 70 77 87 93 122 123 - Maßstab der Preise 61-63 98 - Rechengeld 63 94 111 119 -Zirkulationsmittel 66-87 93 94 112 122 123 - Kaufmittel 75 76 90 93 101 120 - Zahlungsmittel 8592-98101 120122123126 438 - Schatzmittel 88-91 93 101 122 123 - Weltgeld 98 101 122 123 Geldkapital 94 601 Geldkrise 94 Geldmarkt 97 102 540 Geldnamen 61-63 87 115 Geldtheorien - Geschichte der Geldtheorie 58 - Quantitätstheorie 78 82 83 88 - Currency principle 98 Geldzeichen 57 86 87 Geldzirkulation 75 76 79 80 84-87 104 105 123

1066

Geldzirkulation — metallische 85 91 — und Warenzirkulation 75 76 79 86 87 91 103-105 — Bestimmung der zirkulierenden Geldmenge 77-79 81 93 95 98 — Umlaufgeschwindigkeit des Geldes 79—81 93 94 Gemeindeland 183 577 582 — Usurpation des G. 578 582-586 596 Gemeineigentum —» Eigentum an Produktionsmitteln Gemeinschaftsformen der Menschen, historische —i- Familie; Nation; Völker Gemeinwesen (naturwüchsige) 48 271 — Formen 54 — Arbeitsteilung 22 286 291 292 299 — Warenaustausch zwischen G. 54 55 286 287 — altindisches 22 54 265 271 291 292 419 Geographisches Milieu 417—420 Geologische Formation 302 Gerichte — Rechtsprechung im Sinne der Bourgeoisie 197 207 229 230 349 350 407 — englische G. 195 197 229 230-232 236 350 351 404 407 591 594 — im Feudalismus 269 597 Gesamtarbeiter, gesellschaftlicher 264 281 315 413 — in der Manufaktur 275 280-282 284 295 — in der Fabrik 345 — Veränderung der Zusammensetzung des g G. 334 377 Gesamtprodukt, gesellschaftliches 45 383 457 458 569 — Verteilung 457 458 591 — Verteilung im Kommunismus 45 46 Geschichte — Anfang der Menschengeschichte 131 — Unterschied zwischen Menschen- und Naturgeschichte 303 — ökonomische 287 — Epochen der G. nicht durch abstrakt strenge Grenzlinien geschieden 302 Geschichtsauffassung, materialistische 48 bis 50 122 131 302 303 396 398-402409 410413 416 417 574-576 609 610

Sachregister Geschichtsschreibung, bürgerliche 49120 215 576

Gesetze, ökonomische — Charakter ihrer Durchsetzung 12 46 47 63

Geschick. Geschicklichkeit 20 124 276 464 466

399 400 500 — allgemeine 181

- Faktor, der die Produktivität der Arbeit bestimmt 21 501

— des Warenaustauschs 112 113 119 143 144 179-181 470 472 473

Gesellschaft 13 14

— Gesetz des G e l d u m l a u f s 7 9 - 8 2 86 97

- Entstehung und gesetzmäßige Entwicklung

— Gesetz d e r Papiergeldzirkulation 86

286 287 416

— G e s e t z v o n Nachfrage und Zufuhr (von

- antagonistische

Klassengesellschaft

181

Angebot und Nachfrage) 360 513-516 591 592 614 616 617

416 417 429 - und M e n s c h 23 24 4 5 - 4 8 52 53 68 69 211212

-» Wertgesetz

255 263 264 266 289 294 295299 303 394 413

Gesetze, ökonomische des Kapitalismus

416 429 468 477 520 608

— als naturhistorische Gesetze 428

- und Natur 23 135 303 410 420 608

— als Zwangsgesetze d e r Konkurrenz 212 255 257 290 321 375 477

- bürgerliche Theorien 128 298 Gesellschaft bürgerliche 12 14 1824 49 55 56

— Wertgesetz als inneres G e s e t z der kapi-

77 78 90 91 97 117 127 128 271 290 393 419

talistischen Produktion 245 255-257 290

429 474 494 636

425

—• Produktionsweise,

kapitalistische; Staat

bürgerlicher; Ungleichmäßige Entwicklung

— Mehrwertgesetz

als

allgemeines

Be-

wegungsgesetz d e r kapitalistischen Produktionsweise 13 14 498

des Kapitalismus Gesellschaftsformation,

ökonomische

122

247

— allgemeines

Gesetz der

kapitalistischen

Akkumulation 494 495 500 519 520

- ihre Entwicklung als naturgeschichtlicher Prozeß 14

— Gesetz d e r Konkurrenz und Anarchie d e r kapitalistischen Produktion 289 290

- ihre Unterscheidung durch die Form der

— „ G e s e t z v o m abnehmenden Bodenertrag" 410 413

Mehrarbeit 163 181-183 - ihre Beurteilung nach den angewandten

— Bevölkerungsgesetz des Kapitalismus 499 500 508 513 514

Arbeitsmitteln 131 - Arbeitsteilung in den verschiedenen ö. G.

— Gesetz der Konzentration und Zentralisation des Kapitals 503-505 609

291-293

Produk- — Umschlag der Eigentumsgesetze d e r W a renproduktion in G . der kapitalistischen tionsweise, kapitalistische; Sklaverei; UrAneignung 461 472 473 gesellschaft

—> Feudalismus;

Kommunismus;

Gesetz (juristisches) 85 496

— Gesetz des Arbeitslohns 440 454

-> Fabrikgesetzgebung; Gesetzgebung Gesetz,

technologisches

des

— bürgerliche Auffassungen 514 515

Produktions-

prozesses 281 Gesetze der Dialektik -» Negation

der

Negation;

— gegen Vagabundage 589—591 Qualität

und

Quantität; Widerspruch Gesetze, gesellschaftliche 12 46 399 400 428 637 - objektiver Charakter 12 46 212 399 - Tendenzcharakter 12 519 608-610 Gesetze, ökonomische - objektiver Charakter 46 68 73 212 255 257 500

Gesetzgebung 121 — über Arbeitskontrakte 121 592—594 Gesetzgebung, bürgerliche — Klassencharakter 219-221 229 230 232 236 327 464 533 592 593 — und Klassenkampf der Arbeiterklasse 213 223 241 — französische

Revolutionsgesetzgebung

218 -» Fabrikgesetzgebung;

Korngesetze

(in

England); Zehnstundengesetz

1067

Sachregister Gesundheits- und Arbeitsschutz — im Kapitalismus 187 191 198 207 212 350 378 380 382 394 407 408 539 Gewalt 181 — Rolle in der Geschichte 575 — Rolle bei der Entstehung des Kapitalismus 353 576-589 592 601 608 — als ökonomische Potenz 601 — entscheidet zwischen gleichen Rechten 181

— außerökonomische 592 — Staatsgewalt 592 601 —• Zwang Gläubiger und Schuldner 92 93 228 — plebejischer Schuldner 92 228 — feudaler Schuldner 92 G lasmacherei 206 238 282 283 357 — Ablösungssystem 203 207 — Fabrikgesetzgebung 238 403 Gleichheit (soziale) — Begriff der menschlichen G. 636 — bürgerliche 128 Gold 56 59 83 89 91 638 — als spezifische Äquivalentware 60 — als Geldware 56 61 62 66 70 84 87 647 648 — als gesellschaftliche Form des Reichtums 88 98 — als Maßstab der Preise 61 84 — als Zirkulationsmittel 84 86 87 — als Schatz 89 91 101 — als Weltgeld 98 101 — Einfluß seines Wertwechsels auf seine Geldfunktion 62 63 — Wertverhältnis zum Silber 62 77 — Produktion von G. 182 — und Weltmarkt 98 101 — Entdeckung der kalifornischen und australischen Goldfelder 78 601 618 — als Rohmaterial für Luxusartikel 56 101 Gott (Götter) 48 89 Griechenland (altes) 49 89 636 Großgrundbesitz 582 583 Grundaristokratie 480 544 545 547 Grundeigentum 102 552 577 579-581 586 597 — Geschichte des G. 50 — Entstehung des kapitalistischen G. 543 589 Grundeigentümer (Landlord) 14 226 353 405

1068

456 480 485 486 496 524 539 543 548 559-561 577 581-583 587 595 596 Grundrente -» Rente Halbfabrikat 133 263 264 Handarbeit - Ersetzung durch Maschinerie 352 354—356 363 386 Handel 114 602 603 - Kleinhandel 96 - Großhandel 393 -» Außenhandel (auswärtiger Handel); Welthandel; Weltmarkt Handelsbilanz 98 Handelsgewinn 456 Handelskapital 106 117 118 - als antediluvianische Form des Kapitals 117 415 Handelskrieg 601 605 Handelskrisen 81 82 94 Handlanger, Hilfsarbeiter 320 345 346 449 Handwerk (Handwerker) 272-276 279 281 285 291 292 294 313 347 398 502 518 599 600 - im Feudalismus {zünftiges H.) 260 271 292 293 297 - im Kapitalismus 238 271 278 376 385-388 402 415 610 - Übergang zur Manufaktur 273 274 303 376 402 - Verdrängung durch Maschinen 301 312 354 355 368 375 376 386 388 Harmoniker 163 455 456 Hausarbeit Hausindustrie 238 307 - moderne 377 378 381-387 392 401-403 408 415 449 486 518 571 624 - Übergang zur Fabrik 384 387 388 - und Fabrikgesetzgebung 388 389 - Rolle in Bauernwirtschaften 377 597 598 Hilfsstoffe 133 151 156 486 501 Historisches —> Logisches und Historisches Holland 305 321 418 601 - kapitalistische Musternation des 17. Jh. 602 - Geschichte der holländischen Kolonialwirtschaft 602 604 - Arbeiterstatuten 213 - Blutgesetzgebung 591

Sachregister Holland — Fabrikation der Weberschiffchen 288 Humanismus — bürgerlicher 13 215 236 237 482 531 532 — und Kommunismus 402 Hungertod 386 419 527 540 603 Ideal — und Wirklichkeit 52 219 Ideelles — und Reales 60 62 64 66 69 70 77 86 87 93 94 Identität und Unterschied 73 74 473 —> Gegensatz; Widerspruch Ideologie 48 — bürgerliche 49 74 128 248 290 361 365 610 611 — kleinbürgerliche 40 52 Indien 287 291 354 418 419 602 — Produktionsweise 88 482 — indisches Gemeinwesen 22 54 265 271 291 292 419 — Baumwollproduktion 287 320 369 — Papierfabrikation 311 — Gold- und Silberimport und -export8891 — Einfluß der Englisch-Ostindischen Kompanie 602 603 Individuum -» Mensch Industrie, extraktive 132 486 Industrie, große 219 312-314 317 363 393 394 396-402 415 510 — Ausgangspunkt 295 302 322 — Maschinerie als ihre technologische Basis 297 312 314 348 368 377 399 — ihre wissenschaftliche Basis 398 399 — ihre technologische Basis ist revolutionär 399 — und Arbeitsteilung 311-313 377 396 397 399 — und Produktivität der Arbeit 316333363364 399 — und Agrikultur 326 368 377 409 410 599 600 Industrielle Revolution 237 238 313 351 353 384-389 — Ausgangspunkt 303 305 306 322 — künstliche Beschleunigung durch Fabrikgesetze 388 389 391 406-408 Industrieller Zyklus 370 371 391 500 509 510 540 — und Lage der Arbeiter 370-375 513

Industrieller Zyklus — und Übervölkerung 509 510 513 516 — Periodizität 370 509 510 513 527 —• Krisen, ökonomische Industriezweige 132 200 209 235-237 254 313 360-362 364 377 403 443 518 Ingenieure 345 — als produktive Arbeiter 346 Inhalt und Form 12 18 19 21 23 24 27-47 62 65 66 71 72 80 84 102 103 129 135 137 138145 148 162182 183 247 248 268 269 344 345 347 349360361 402413431 432434-436440446 448 472 482 612 626-649 — gesellschaftliche Form 18 3 8 - 4 1 66129 162 163 272 298 361 396 399 400 402 408 458 459 — Formwechsel 66 67 74 75 80 109 576 608 — Kritik bürgerlicher Auffassungen 32 49 269 440 483 491 612 Inkastaat 54 Intensität der Arbeit -* Arbeitsintensität Interessen 128 — der Arbeiterklasse 180 181 595 — der Bourgeoisie 13 176 181 187 204 206 221 222 224-229 236 294 402 465-467 582 Internationale Arbeiterassoziation — Kampf für Begrenzung des Arbeitstages und Erhöhung des Arbeitslohnes 240 Irland 196 197 394 570-572 — Abnahme seiner Bevölkerung 211 363 565 569-571 573 574 — Agrikultur 566-569 571 573 574 — Unterdrückung durch England 567 Italien — Entwicklung des Kapitalismus 576 Jagd — als extraktive Industrie 132 — erste Form der Kooperation 270 Japan 96 97 577 Java 320 602 Jobagie 184 Juden 48 Julirevolution (1830) 480 Kalorische Maschine 303 376 Kanada 586 — Einwanderung 616 Kanalbau, Kanäle 132 418 419

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Sachregister Kapital, konstantes — Besonderheiten in der Agrikultur 488 —> Zusammensetzung des Kapitals Kapital, variables 156 158 160 242 244 459 460 493 — und konstantes Kapital 156 158 161 244 293 334 359 367 475 515 592 — und Arbeitskraft 156 160 162 163 242-244 267 334 359 458 459 462 463 475 487 512 — und Arbeitslohn 156 458 459 462 511 — und Mehrwert 154 156 160161 163241-244 268 333 — Reproduktion 156 160 458 459 — und Arbeitsfonds 459 460 492 494 102 - allgemeine Formel des K. 103—110 — Bindung und Freisetzung 358 359 - Widersprüche der allgemeinen Formel des —» Zusammensetzung des Kapitals K. 110-112 114-119 Kapital, zinstragendes 110 118 - Minimum des K. 245 246 267 293 504 — vorkapitalistische Form (Wucherkapital) - und Wert 105-107109110120 332 333461 102 117 118 415 600 601 - und Revenue 458 473 474 476 494 - individuelles (Einzelkapital) 259 267 502 -» Wucherkapital Kapital, zirkulierendes 493 503 „Das Kapital" — zur Entwicklung seiner - gesellschaftliches Gesamtkapital 245 491 Struktur 503-508 - antediluvianische Formen 102 117 118 292 — der Zirkulations- und Reproduktionsprozeß des Kapitals 456 475 493 415 600 601 - historischer Charakter 102 122 123 212 246 — der Gesamtprozeß des Kapitals (Kapital und Profit) 161 162 165 263 318 332 350 368 394 575 608 609 423 456 475 490 502 511 - in der bürgerlichen politischen Ökonomie — die Konkurrenz 255 445 109 110 115 135-138 155 461 473 612 613 —» Akkumulation des Kapitals; Ursprüngliche — die Lohnarbeit (der Arbeitslohn) 440 Akkumulation des Kapitals; Zusammen- — die Geschichte der politischen Ökonomie 48 245 283 413 456 setzung des Kapitals Kapital, fixes 491 493 Kapitalexport 493 494 614 Kapitalist 108 259-261 269 456 511 Kapital, industrielles 110 598-601 Kapital, konstantes 156 158 159 200 244 267 — als personifiziertes Kapital 108 179 246 247 493 476 477 - als objektive Arbeitsbedingung 148151 152 — als Träger der kapitalistischen Produktionsverhältnisse 14 108 212 477 155-157 161 469 - s e i n e Funktion 135 136 143-146 246 247 - Bestandteile 156 174 262 332 367 487 488 267-269 477 478 - Wert und Gebrauchswert des k. K. 148-159 — industrieller 404 423 480 597 262 332 487 488 - und variables Kapital 156 158 161 244 293 — Genesis des industriellen Kapitalisten 600 334 359 367 475 515 592 601 — Aneignung von Mehrwert als Ziel seiner - und Wertbildungsprozeß 148-156 159 Handlungen 108137 179 185186188 205 206 - Reproduktion 487 488 258 333 449 450 - Ökonomie des k. K. 136 146 206 231 262 263 — sein Bereicherungstrieb 108 477 478 350 501 — seine Verschwendungssucht 478 479 530 - Entwertung 157 332 487 488

Kapital 50 106 119 228 432461 471 607 608 612 - als gesellschaftliches Verhältnis 119 122 247 414 431 611 612 - als sich selbst verwertender Wert 105 106 109 144 145 179 207 208 247 248 458 - als Ware 108 109 144 - a l s Geld 102-104 106 107 109110144 458 - Geschichte des K. 102 600 601 - historische Voraussetzungen 102 120 122 123 417 461 574 - Entstehungsprozeß 102 213 246 417 575-583 603 604 - Geld als seine erste Erscheinungsform

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Sachregister Kapitalist — seine Vorstellung über die Entstehung von Mehrwert und Profit 168 174 175 439 — im Unterschied zum Schatzbildner 108 478 — seine Überflüssigkeit 269 Kapitalistenklasse -» Bourgeoisie Kapitalvorschüsse 156-160 200 242 263 267 473 475 — Besonderheiten des vorgeschossenen variablen Kapitals 156 162 242-245 — Besonderheiten des vorgeschossenen konstanten Kapitals 161 486 — und Wert des Produktes 155156158256257 455 458 — und Mehrwert 106 109 158 460 461 471 — und Mehrwertrate 160 Kapitalwanderung 514 534 535 —• Konkurrenz Kasten 275 276 299 418 — Kastenwesen in Indien 276 Kategorie, ökonomische 74 89 128 435 481493 586 — als theoretischer Ausdruck realer Verhältnisse 47 — historischer Charakter 47 74 122 — Personifikation ö. K. 14 116 —> Abstraktion; Begriff, wissenschaftlicher Katholizismus 49 50 Kattundruckerei — Zahl der Beschäftigten 507 — Anwendung von Maschinerie 320 — Fabrikgesetzgebung 235 329 Kauf und Verkauf 103-106 110 111 — der Ware 52 53 66 67 69-71 73 75 80 88 89 102-105 110 126 289 438 - d e r Arbeitskraft 120 121 126-128 143 270 324 437 438 468 472 575 — und Äquivalentenaustausch 112 113 119 120 — ihr Auseinanderfallen und die Möglichkeit von ökonomischen Krisen 74 — Gegensatz zwischen K. u. V. 73 74 92 Kaufmannskapital 110 — als antediluvianische Form des Kapitals 102 292 600 601 Kausalität 54 55 96 121 266-272 285-288 324 326 327 355 356 360 362 385-388 391 398—401 405—409 416 421 424 457-459 468

472 477 482 498 499 503-515 518-520 575 609 610 Kinderarbeit 176 187-193 200-205 207 211 220 221 227 233 235 321-327 329 330 342 344 350 355 377-379 381-384 386 389 393 394 397 401 403-405 428 517 561-564 605 606 — im 17. Jh. 215 — Gesetze über K. 212 213 218 220 221 223224 227 228 232-234 325 329 606 Kindersterblichkeit -» Sterblichkeit Kirche — Rolle in Klassengesellschaften 183 202 203 207 226 497 498 518 521 546 603 — im Mittelalter 579-581 — englische Staatskirche (Established Church) 14 —• Geistlichkeit Klassen — Entstehung 416 576 600 601 — und Eigentum an Produktionsmitteln 181 575 576 607-610 — und Aneignung von Mehrprodukt und Mehrwert 181 183 416 — im Feudalismus 182 183 — im Kapitalismus 13 14 147 181 184 212 226 237 268 480 496 544 545 610 — herrschende, ausbeutende 13 14 181 183 226 229 528 545 — unterdrückte, ausgebeutete 181 428 545 608 — produktive und unproduktive 363—365 416 417 480 —> Arbeiterklasse; Bauernschaft; Bourgeoisie; Grundeigentümer; Kleinbürgertum; Mittelklasse Klassenkampf — in der Antike 92 — im Feudalismus 92 — zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie 181 212 219 223 232 235 238 268 330 336 351 352 371 408 480 516 527 594 595 609 — ökonomischer 241 352 516 — politischer 241 — entwickelt sich mit der Akkumulation des Kapitals 527 -» Widersprüche im Kapitalismus Kleinbetrieb 372 376 403 408 608 Kleinbürgertum 519

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Sachregister Kleinbürgertum — Lage im Kapitalismus 373 532 571 610 — Ruinierung im Kapitalismus 363 372 376 391 — Ideologie 40 52 Klima 417 — und Bedürfnisse 123 419 Könige 89 96 231 271 578-582 585 586 589 591-594 Kolonialmärkte 313 352 353 386 Kolonialsystem 288 601-605 Kolonien 271 516 603 612-617 — Herausbildung der kapitalistischen Produktion in K. 603 611 — Kooperation in K. 271 Kolonisation 369 613 617 Kolonisationstheorie 611 613 615 617 618 Kombination — als Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit 294 — von Arbeitern 264 278 -gesellschaftliche K. des Produktionsprozesses 21 244 399 408 410 411 Kombinationsgesetze 371 594 Kommunikation, Kommunikationswesen 313 314 369 Kommunikationsmittel 287 393 — ihre Entwicklung im Kapitalismus 313 314 — Revolution in den K. 313 —> Transportindustrie Kommunismus (Gesellschaftsformation) — Produktion 45 396 400 409 410 — Produktionsverhältnisse 45 46 48 4»1 500 609 610 — Eigentum 45 609 610 — Arbeit 45 46 59 238 239 396 — notwendige Arbeit 429 — Rolle der Arbeitszeit 46 — Organisation der gesellschaftlichen Arbeit 46 290 — Verteilung 45 46 — Erziehung 238 239 396 400 — Verein freier Menschen 45 — volle und freie Entwicklung jedes Individuums 396 477 — Schaffung der Voraussetzungen im Kapitalismus 48 399—402 408 409 477 609 Kompensationstheorie 358-360 515

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Konkretes —» Abstraktion Konkurrenz 281 290 429 443 488 489 504 505 510 571 595 614 618 625 - Zwangsgesetze der K. 212 255 257 290 321 375 477 - freie 212 - als Hebel der eigentlichen Konzentration (Zentralisation) des Kapitals 504 505 - und proportionale Verteilung der Produktionsmittel und Arbeitskräfte 289 290 - unter den Kapitalisten 212 222 257 370 386 393 445 504 - unter den Arbeitern 279 346 378 445450451 512 516 - und Maschinerie 357 370 386 388 408 - und Arbeitslohn 445 - internationale 370 375 454 611 Konsumtion 66 105 106 - und Produktion 134 462 488 - und Akkumulation 474 476-478 497 - und Zirkulation 75 105 106 - und Reproduktion 462 463 - und Gebrauchswert 18 105 126 164 - individuelle 124 125 134 135 458 462-464 468 478 - produktive 134-136 155 461-464 468 - der Arbeiter 125 462-464 486 - der Ware Arbeitskraft 126 127 129 135 136 144 179 414 461-463 - der Kapitalisten 363 473 474 477-479 487 Konsumtionsfonds 476 487 - der Kapitalisten 458 470 474 476 487 490 - der Arbeiter 483 485 497 592 Konsumtionsmittel 462 Kontinuität - der Arbeit 266 276 280 281 337 408 - der Produktion 276 280 310 311 408 - und Arbeitsteilung 276 280 281 Konzentration - der Produktion 307 405-^107 503-505 - des Kapitals 293 391 406 407 503-506 524 570 603 - der Produktionsmittel 266 267 289 313 388 389 502-504 530 531 597 598 608 609 - der Arbeiter 266 313 377 388 389 410 531 598 Konzentration des Kapitals, eigentliche (Zentralisation) 504 505 609

Sachregister Kooperation 260 263 264 266 275 309 317 375 431 432 502 — Voraussetzungen 260 265-267 272 — als allgemeine und besondere Form der gesellschaftlichen Produktion 272 — als Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit 263 266 270 315 502 611 — als Voraussetzung der Arbeitsteilung 273 280 - e i n f a c h e 260 262-266 270-273 281 282 293-295 309 387 — in der Fabrik 309 345 346 — in vorkapitalistischen Produktionsweisen 270 271 — kapitalistische 267-272 — einfache als Produktionsmethode des relativen Mehrwerts 262 263 — in Kolonien 271 -> Fabrik; Kombination; Manufaktur Kooperativfabriken der Arbeiter (in England) 268 Korngesetze (in England) 545 — Abschaffung der K. 222 224 371 372 375 547 Korporation 595 Krankheiten, Epidemien (als soziale Erscheinung) 190 191 350 374 377-380 409 535 Kredit — Kreditsystem, Kreditwesen 94 95 478 505 604 — internationales Kreditwesen 604 — und Akkumulation des Kapitals 505 508 bis 510 — Kreditbeziehungen zwischen Lohnarbeitern und Kapitalisten 126 127 — System des öffentlichen Kredits - » Staatsschuldensystem Kreditgeld 85 95 96 Krieg 270 298 299 578 — Auswirkungen auf die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung 356 514 578 601 — Kriegsdienst 185 584 585 Kriminalität 397 398 Krisen, ökonomische 74 — als Resultat der kapitalistischen Produktion 370 — gewaltsame Unterbrechung des Produktionsprozesses 154 155

Krisen, ökonomische — Stockungen des Produktions- und Zirkulationsprozesses 80 81 — Marktstockung 488 — Möglichkeit und Wirklichkeit der K. 74 — Periodizität 370 509 — und Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf 74 94 — Auswirkungen auf die Lage der Arbeiterklasse 186 224 356 443 540-542 624 — gesellschaftliche Auswirkungen 527 — Geldkrise 94 — Handelskrise 81 82 94 — Produktionskrise 81 82 94 — Krise von 1846/1847 224 — Krise von 1857/1858 186 540 — Krise von 1866 527 540 624 -» Baumwollindustrie; Industrieller Zyklus Kuba 209 Kulturstaaten 14 Kurzarbeit 224 373 441 442 Land — Entwicklung der kapitalistischen Produktion auf dem L. 556 599 — relative Übervölkerung auf dem L. 210 363 514 517 518 556 560 561 564 Landarbeiter —• Agrikulturarbeiter Landwirtschaft —• Agrikultur Lebensbedingungen, materielle 350 353 Lebensmittel 17 124 125 130 131 134 — Warenform im Kapitalismus 360 461 462 599 — ihr Wert 124-126 162 254 420 424 — stoffliche Gestalten des variablen Kapitals 267 293 459 463 470 492 597 — und Reproduktion der Arbeitskraft 123—125 162 252 253 462 463 — notwendige 123-125 252 254 256 257 370 420 — Verwohlfeilerung der notwendigen L. 253 254 333 — Fälschung von L. - » Warenfälschung Lebensweise 55 286 Lehrlinge 215 288 397 478 479 593 605 Leibeigene 305 577 595 Leibeigenschaft 577 608

1073

Sachregister Leibeigenschaft - als Form der Mehrarbeit 182 183 437 - Entstehung 183 - und Fronarbeit 183 437 - ihre Aufhebung 576 580 -» Feudalismus Literatur - der Antike 90 209 298 299 335 526 607 - bürgerliche 90 187 199 215 399 491 492 495 496 607 Little Shilling men 179 Logisches und Historisches 102 117 118 122 123 259 260 272 303 415 640-649 - Voraussetzung und Resultat 267 280 293 415 461 471 503 574 —• Abstraktion Lohn —> Arbeitslohn Lohnarbeit 434 437 453 591 617 - als Grundlage der kapitalistischen Produktion 162 433 434 - als eine gesellschaftliche Form der Arbeit 163 183 433 434 437 - Voraussetzungen 120 121 - im Unterschied zur Sklavenarbeit und Fronarbeit 182 183 437 460 Lohnarbeit und Kapital 122127136 235 267 450 468 469 494 495 605 - Austausch zwischen L. u. K. 120126-128180 240 270 324 431 432 434 437 438 462 472 - Gegensatz zwischen L. u. K. 181 207 208 212 240 241 294 295 298 338 464 465 500 595 - Widerspruch zwischen L. u. K. 232 268 348 349 353-355 357 517 519 520 Lohnarbeiter 434 461 462 495 575 577 580 581 607 611 - Entstehung 121 122 575 576 589 592 607-609 - doppelt freier 120 122 575 - und Produktionsmittel 122 154 263 294 461-463 575 - Basis des Kapitals 123 162 271 353 409 414 462 612 - im Unterschied zum Sklaven und Leibeigenen 121 464 575 - produktiver und unproduktiver 364 414 476 513 - sein Abhängigkeitsverhältnis 120 121 126

1074

213 240 241 270 294 347 458 464 468 494-498 592 595 614 615 - Vermehrung der Zahl der L 323 334 367 368 371 494—497 500 516 521 - seine Unterordnung unter die Maschinerie 345-348 396 520 625 - Vereinseitigung seiner Fähigkeiten 208 211 275 285 294 298 327 347 348 360 520 - seine Virtuosität und Variabilität 277 285 399 400 - und Kapitalist 128 136 179 180 188 226 247 267-270 347-349 350 370 371 414 415 442 453 458 459 461 464 468 471 478 - Nahrungszustand 127 528-530 548-550 - Verschuldung 127 224 - Vorarbeiter 345 449 - in vorkapitalistischen Produktionsweisen 479 Lohnkampf 352 443 453 499 London 191 324 325 380 527 532 533 540 Ludditenbewegung 352 Lumpenhandel 378 Lumpenproletariat 518 Luxus 476 478 Luxusartikel 131 363 Luxusproduktion 363 Macht - private und gesellschaftliche 90 - des Geldes 89 102 - des Kapitals 198 271 349 510 Magna Charta 241 Malthusianismus 116 287 496 497 - volksfeindlicher Charakter 428 - Malthus als Plagiator 413 497 521 522 - über Arbeitslohn 428 452 - Bevölkerungstheorie 413 428 487 494 510 511 521 570 - „Gesetz vom abnehmenden Bodenertrag" 410 413 - Verteidigung parasitärer Schichten 116 480 - Propagierung der unproduktiven Konsumtion 480 - Kritik durch bürgerliche Ökonomen 490 Manager 269 Manufaktur 215 260 274 277-280 297 300-302 309-311 317 330 352 353 363 398 518 584 585 598 599 603

Sachregister Manufaktur - Manufakturperiode 272 IT,T 283 284 288 293 296 298 300 305 307 311 313 351 352 451 594 599 605 - als Form der Arbeitsteilung 272 297 375 - Handwerk als Ausgangspunkt der M. 272-274 283 352 - doppelter Ursprung 272—274 - zwei Grundformen 277—279 - Kombination verschiedener M. 283 - im Mittelalter 353 - ihr kapitalistischer Charakter 278 293-295 297 298 300 301 377-380 392 397 398 594 595 - Arbeitsteilung in der M. 273-276 278-282 284-287 289 290 293-295 297 310 311 315 345 396 398 - Teilarbeiter in der M. 273 275 277 278 280 282 284 294 295 312 315 - Gesamtarbeiter in der M. 275 280-282 284 295 - Auswirkungen auf den Arbeiter 273 275 277 280 284 285 293-295 - Sinken des Wertes der Arbeitskraft 285 300 - und Produktivität der Arbeit 275 277 279 293 295 - technologische Basis 275 301 312 - im Unterschied zurFabrik310345347377 - Maschinerie in der M. 283 284 301 - Schaffung der Voraussetzungen der großen Industrie 277 301 307 309 311 312 - ihre Revolutionierung durch Maschinen 375-377 388 - Ü b e r g a n g zur Fabrik 278 303 376 384 386-389 402 - moderne 297 308 376 377 380 385-389 392 397 - Kutschenmanufaktur 273 - Nadelmanufaktur 274 280 - Stahlfedernmanufaktur 376 - Tuchmanufaktur 273 - Wollmanufaktur 272 288 309 321 322 578 Markt 68 127 - Bedingung der kapitalistischen Produktion 102 369 469 599 - Größe und Ausdehnung 375 386 509 - innerer 571 598-600

Markt — Kampf der Kapitalisten um Marktanteile 370 — und Kommunikations- und Transportmittel 369 — Überfüllung des M. 370-372 —• Arbeitsmarkt; Weltmarkt Maschine 303 304 306 308 — im Unterschied zum Werkzeug 303 304 308 345 — im Unterschied zum Werkzeug aus bürgerlicher Sicht 302 — Ausgangspunkt der M. 308 - Wirkungsprinzip 304 306 — Arbeitsmaschine (Werkzeugmaschine) 303 bis 306 308-310 314 315 317 339 345 — Arbeitsmaschine (Werkzeugmaschine) als Ausgangspunkt der industriellen Revolution 303 305 306 — Transmissionsmechanismus 303 306—309 311 312 317 338 — Bewegungsmaschine 303 305-309 311 312 314 339 —• Dampfmaschine; Kalorische Maschine; Mühle; Uhr; Werkzeug Maschinenstürmer 351 352 355 Maschinerie 277 283 351 — Bestandteile 303 — als verkörperte Wissenschaft 315 348 — Kooperation gleichartiger Maschinen 308 bis 310 345 — Maschinensystem 308-310 312 315 322 336 346 348 — System der M. 310 502 — automatisches System der M. 311 355 357 376 — Herstellung von Maschinen durch Maschinen 314 318 368 — Maschinenfabrikation (Maschinenbau) 312 314 357 — Mittel zur Produktion von Mehrwert 302 333 334 336 338 342 343 363 — Widerspruch in ihrer Anwendung 334 — und Warenwert 316-320 330 333 336 360 361 — im Arbeits-und Verwertungsprozeß 152153 316 317 — Einfluß auf die organische Zusammensetzung des Kapitals 334 362 367 501 505

1075

Sachregister Maschinerie — Wert und Produktivität 317-319 331 453487 488 - W e r t a b g a b e an das Produkt 150 151 157 316-320 331 — physischer Verschleiß 152 208 209 316 317 331 466 — moralischer Verschleiß 157 331 332 388 466 — Durchschnittsverschleiß 317 — Entwertung 157 332 388 — und Erhöhung der Produktivität der Arbeit 316 320 330 333-336 341-343 347 360 361 363 375 389 390 397 490 491 501 503 — Grenze für die Anwendung im Kapitalismus 321 — Einfluß auf den Wert der Ware Arbeitskraft und den Arbeitslohn 301 302 323 333 347 353 354 — und Arbeitsteilung 310 312 363 364 — und Extramehrwert 333 368 — und Konkurrenz 357 370 386 388 408 — und technologische Herrschaftdes Kapitals über die Arbeit 347 348 396 — als Machtmittel des Kapitals 338 355 357 — Auswirkungen ihrer kapitalistischen Anwendung auf die Lage der Arbeiterklasse 323 324 330 333-337 339 343 345-348 350 353-358 360 361 363 370 371 377 378 386 394 396 397 399 409 520 — und Anwendung von Frauen- und Kinderarbeit 322-327 330 344 377 386 397 428 605 — und Verlängerung des Arbeitstages 330 bis 336 344 361 428 — und Erhöhung der Arbeitsintensität 336 bis 344 361 — Ersetzung von Arbeitern 321 322 334 352 bis 356 360 363 366 385 388 390 409 428 516 — Repulsion und Attraktion von Arbeitern 366-368 371 372 516 — hebt die technologische Grundlage der manufakturmäßigen Arbeitsteilung auf 345-347 396 — und Reproduktion der manufakturmäßigen Arbeitsteilung in der Fabrik 347 396 397 399 — und Revolution im Rechtsverhältnis zwi-

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schen Käufer und Verkäufer der Ware Arbeitskraft 324 325 — und Vermehrung unproduktiver Schichten 363-365 — und Verdrängung des Handwerks 301 312 354 355 368 375 376 386 388 — und Verdrängung der Handarbeit 352 354-356 363 386 — und Revolutionierung der Manufaktur 375—377 388 — Anwendung in der Agrikultur 305 306 409 514 547 — bürgerliche Auffassungen 301 317 347 353 355 357-361 365 453 515 Massenproduktion 313 377 503 505 Maß (phil.) 86 106 246 Materialismus — historischer —> Geschichtsauffassung, materialistische — abstrakt naturwissenschaftlicher 303 Materialität — der praktisch gegenstandlichen Tätigkeit des Menschen 129 132 — der sozialen Verhältnisse 13 46-48 122 237 303 311 461 462 637 Mathematik 19 160 245 614 Mechanik 284 302 313 316 399 — mechanische Gesetze 307 — Anwendung in der Produktion 310 377 Mechaniker 345 Mehrarbeit 162 163 178 181 182 252 416 429 — materielle Basis der gesellschaftlichen Entwicklung 416 417 — ihre naturwüchsige Basis 416 418 — im Altertum 181 — in der Sklaverei 181 414 — im Feudalismus 181-184 437 459 — Basis der kapitalistischen Produktion 162 181 416 429 446 — schrankenloser Trieb des Kapitals nach M . 179 183 185-193 200 206-208 237 340 — und notwendige Arbeit 162 163167177 182 183 252 253 285 334 416 419 426-432 442 — Zwang zur M. 181 207 208 213 247 414 420 — als unbezahlte Arbeit des Lohnarbeiters 175 321 432 437 470 — absolute und relative 334 — und Mehrwert163177188208419427428 — Basis der freien Zeit 416

Sachregister Mehrarbeit — und Produktivität der Arbeit 253 254256 257 301 302 334 416 417 427 428 — in Krisenzeiten 186 187 —• Arbeit,

notwendige;

Mehrwert

Mehrarbeitszeit 163 446 — und notwendige Arbeitszeit 162177178181 186 252 253 256-259 285 302 417 418 — und freie Zeit 208 Mehrprodukt 167 177 419 469-471 473 487 493 497 — in vorkapitalistischen Produktionsweisen 183 184 482 — und notwendiges Produkt 177 — und Mehrwert 165 177 469 470 503 — und Produktivität der Arbeit 363 487 503 Mehrwert 105 109 110 156 158 162 432 458 471-473 475 — Ziel der kapial istischen Produktion 137 177 179 200 207 208 237 258 268 302 413 414 495 498 604 — Entstehung 115 117 118 144 147 — und Mehrprodukt 165 177 469 470 503 — und variables Kapital 154 156 160 161 163 241-244 268 333 — Verwandlung in Kapital 469—476 — allgemeine Form im Unterschied zu seinen besonderen Formen 154 423 456 — Verteilung 165 456 480 — Realisierung 258 456 — und Produktivität der Arbeit 253 254 256 bis 259 301 302 334 336 416 421-425 427 428 487 503 — Gesetze, die die Größe des M. bestimmen 421-423 — Warenzirkulation — keine Quelle von Mehrwert 106 111-119 -» Ausbeutung wert, Profit;

(Exploitation); Rente;

Extramehr-

Zins

Mehrwert, absoluter 241 242 244 247 253 254 335 336 414-416 — Grundform des Mehrwerts 415 — und Verlängerung des Arbeitstages 242243 245 247 254 332 415 426 — und Arbeitsintensität 335 424 — und Naturbedingungen 418 — und relativer Mehrwert 336 337 415 416 — und Subsumtion der Arbeit unter das Kapital 247 253 254 414 415

Mehrwert relativer 254 333 336 414-416 - als Ergebnis der Entwicklung der Produktivität der Arbeit 253 254 257 258 298 301 302 333 334 336 337 415 421-425 429 - und Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit 253-256 258 415 429 - und Arbeitsintensität 336 429 - und Wert der Ware Arbeitskraft 253-255 258 333 421-425 429 - und materielle Lebenslage des Arbeiters 424 - und Extramehrwert 256 257 333 - und absoluter Mehrwert 336 337 415 416 - und Subsumtion der Arbeit unter das Kapital 253 254 415 Mehrwertgesetz - als ökonomisches Bewegungsgesetz des Kapitalismus 13 14 498 Mehrwertmasse 241-245 333 482 483 - Bestimmungsfaktoren 241-245 260 333 499 - und Wachstum der Bevölkerung 245 Mehrwertrate 161-165 168 175 177 178 241 bis 244 251 257 260 323 333 334 416 423 487 - Bestimmungsfaktoren 242 243 254 257 333 334 416 420 421 487 - und Profitrate 163 423 - verschiedene Formeln für die M. 430 bis 432 - Methode zur Berechnung der M. 163164 Meister - im Mittelalter 246 - und Geselle 196 292 398 - kleiner 246 262 267 271 391 -» Handwerk;

Zünfte,

Zunftwesen

Mensch 131 151 264 306 - als gesellschaftliches Wesen 1446128-135 264 266 416 417 - Entwicklung seiner Anlagen und Fähigkeiten 129 207 293 294 396 400 418 477 - Rolle im Arbeitsprozeß 129 132 134135 154 413 - Stellung im System der Produktivkräfte 129-131 134 400 486 - und Natur 2348129-131 135303361409413 417 418 486 608 - Schöpfer des gesellschaftlichen Reichtums 129 135 411 461 462 478 486 487 525 - und Gesellschaft 14 23 2445-48 52 53 68 69

1077

Sachregister 211 212 255 263 264 266 289 294 295 299 303 394 413 416 429 468 477 520 608 — in der bürgerlichen Gesellschaft 46128 185 207 208 211 270 288 323 324 347 348 360 377 378 399 400 410-413 486 487 500 520 — seine Bedürfnisse 23123124132135178179 207 208 416-418 429 — Franklin über den M . 131 264 —> Persönlichkeit Merkantilismus, Merkantilsystem 44 98 — über Wert 44 — über Kapital 109 Metallindustrie 283 368 378 389 — Zahl der Beschäftigten 365 — Ablösungssystem 200—206 Metamorphose — der Ware 66 67 70-73 75 76 87 92 93 112 151 — des Kapitals 469 505 506 Methode — Denkmethode 319 — dialektisch-materialistische 303 — zur Lösung von Widersprüchen 65 — der ökonomistischen Apologetik 74 —» Abstraktion; Geschichtsauffassung, materialistische Mexiko 121 603 Mittel und Zweck (Ziel) 108 129 130 134 143 144 255 256 259 340 458 471 539 604 Mittelalter 57 319 352 353 415 577 600 601 — und Katholizismus 49 50 — Kooperation im M. 271 — Klassenkampf 92 — Untergang des feudalen Schuldners 92 — Zunftwesen 246 292 398 592 601 — Virements im mittelaltrigen Lyon 94 —> Feudalismus Mittelklasse (middle class) 13 147 519 532 571 610 Mode 393 — und Saisonarbeit 391 Möglichkeit und Wirklichkeit 64 74 266 267 419 — Verwandlung der M. in W. 129 134 Monopol 333 375 602 603 647 648 — an Produktionsmitteln 181 — Kapitalmonopol 609 — englisches M. des Weltmarktes 371 428 Moral, bürgerliche 88-93 95 108 128 142 175

1078

176 180 185-188 192-194 197 201 203-207 209 210 212 215 221 226-233 236 237 290 322 324-327 350 351 357 358 365 379 380 401 404-406 464-468 483-486 511 516 525-527 556 564 585 602 603 605-607 Mühle 283 - Bandmühle 351 352 - Getreidemühle 283 - Wassermühle 283 307 335 - Windmühle 305 Münze 83 86-88 98 - Münzung 83 84 - Scheidemünze 84 85 98 - als Wertzeichen 84 - Umlauf 84-86 91 - im Kleinhandel 96 - Abnutzung 84 85 - Geschichte 84 Münzfälschung 57 Mystifikation 47 437 —> Entäußerung; Entfremdung; Fetischismus Nachfrage und Zufuhr (Angebot und Nachfrage) - Gesetz von N. und Z. 360 513-516 591 592 614 616 617 - Deckung von N. und Z. 112 435 - und Arbeitskraft 224 494 512-515 592 - und Arbeitslohn 243 435 438 494 513 514 - und Akkumulation des Kapitals 494 512 513 592 Nachtarbeit 189 190 195 200-205 220 239 248 378 384 391 606 Nägelmacherei 238 381 444 507 Nähmaschine 363 386 387 Nahrung, Nahrungsmittel 123124 214 326 409 484 485 528-530 549 550 597 -» Lebensmittel Nation - freie 495 - Raubbau ergreift ihre Lebenskraft an der Wurzel 184 185 - eine N. soll und kann von der anderen lernen 13 Natur - und Mensch 23 48 129-131 135 151 303 319 361 409 413 417 418 486 608 - und Gesellschaft 23 135 303 410 420 608

Sachregister Natur - und Arbeit 23 129 130 135 - Herrschaft des Menschen über die N. 130 131 319 418 - als Grundbedingung der Arbeit 129-131 - und Produktivität der Arbeit 21 417 - Naturbedingungen der Produktivkraft der Arbeit 417-419 501 —> Boden; Erde Naturalwirtschaft 88 599 Naturgesetze 46 316 428 Naturkräfte 23 303 - als Produktivkräfte 315 316 348 418 502 - Einfluß auf die Produktivität der Arbeit 316 490 491 - und Wertbildung 315 490 491 - ihre Anwendung im kapitalistischen Produktionsprozeß 316 502 - und Maschinerie 305 306 315 316 348 Naturprodukt 133 418 Naturwissenschaft - Anwendung ihrer Erkenntnisse im kapitalistischen Produktionsprozeß 315 316 377 398 -» Wissenschaft Nebenarbeit ländliche 599 Nebenindustrie, ländliche 301 313 599 600 Nebenkosten der Produktion (faux frais de production) 266 269 519 Negation der Negation 34-43 51 54 55 58 59 65 75 83 87 88 90 92 9496 98102 106110119 120 144 154 259 272 277 297 298 301 302 308-310 313 314 375 376 415 457 458 469 472 504 505 574-576 608-610 626-649 Nomadenvölker 55 Normalarbeitstag -» Arbeitstag Notwendigkeit 55 93 255 - und Zufall 46 289 290 - historische 272 298 398 400 402 476 477 479 - und Gesetz 244 289 290 473 - Naturnotwendigkeit 23 49 290 365 418 429 609 - technologische 293 315 -» Gesetze, gesellschaftliche Objekt -» Subjekt und Objekt

Obligationen 93 Ökonomie — materielle Grundlage der Welt 49 — als Tendenz des Kapitals 255 259 — des konstanten Kapitals 136146 206 231 262 263 350 351 380 — der Produktionsmittel 262 263 266 292 317 336 350 378 429 501 502 609 — in der Anwendung der lebendigen Arbeit 136 145 187 188 198 231 259 284 — und Verschwendung von lebendiger Arbeit 198 206 231 350 351 378 429 — der Zahlungsmittel 94 97 Ökonomie und Politik 50 92 292 601 Österreich 218 Oligarchie 582 607 Opium 602 603 Opiumkonsum 327 Opiumkrieg 601 Ostindische Kompanie 371 602 603 Owenismus 238 239 480 — über das Fabriksystem 396 408 Pachten 524 — Konzentration der P. 547 565 573 574 584 Pächter — kapitalistischer 80 246 326 467 468 485 486 544 545 547 558-563 576 577 580-582 584 596 598 600 — Genesis des kapitalistischen Pächters 595 596 — kleiner 246 394 571 579 583 584 — und Grundeigentümer 467 543 547 548 580 Papierfabrikation 203 274 280 283 311 — Ablösungssystem 203 Papiergeld 85 86 353 — sein Zwangskurs 85 87 — Gesetz der Papiergeldzirkulation 86 Parlament (in England) 207 218 219 221 224236 325 327 372 390 401 404 467 468 578 594 603 Pathologie, industrielle 296 297 Patrizier 228 Pauperismus 147 218 354 365 428 518 519 526 527 545 548 549 552 560 561 580 581 584 589 —> Armengesetze; Armenhäuser Peonage 121

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Sachregister Persönlichkeit — volle und freie Entwicklung im Kommunismus 477 — Rolle der produktiven Arbeit für ihre allseitige Entwicklung im Kommunismus 396 400 402 Personifikation — ökonomischer Kategorien 14 116 — ökonomischer Verhältnisse 52 74 — Kapitalist als personifiziertes Kapital 108 179 246 247 476 477 —» Mensch Pest 213 570 Pferdekraft 306 319 341 Pflanzen — ihre Veränderung und Entwicklung 133 276-278 303 508 Phönizier 89 Physik — allgemeine Gesetze der P. 23 — Anwendung in der Produktion 307 389 — Reibungslehre 307 Physiokratismus — Verdienste des P. 475 — Lehre von der Unproduktivst aller nicht agrikolen Arbeit 141 — über Mehrwert 432 — über Reproduktion (Tableau économique Quesnays) 475 Plebejer 228 Polen 48 Politik und Ökonomie 50 92 292 601 Politische Ökonomie — als Wissenschaft 14 298 — Klassencharakter 14 — Geschichte 298 440 497 — Parteilichkeit der p. Ö. 14 428 — Springpunkt der p. Û. 22 Politische Ökonomie, bürgerliche 47 — philosophische Grundlagen 319 -apologetischer Charakter 74 176 217 238 239 431 432 441 474 478 481 491 492 610-612 614 — metaphysische Betrachtungsweise 29 49-51 57 125 361 440 460 483 492 521 610-613 — Geschichte 63 83 285 400 413 450 474 491 493 607 611 — Elemente des Historismus 269 460 482

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Polltische Ökonomie, bürgerliche — Unzulänglichkeiten ihrer Forschungsmethode 435 436 — über Wert 32 48-51 113 — über Geld 57 58 82 83 — über Mehrwert 113 155 — über Lohnarbeit und Arbeitslohn 124 136 137 252 433 434 440 441 454 459 483 484 — über Kapital 109 110 115 135-138 155 461 473 612 613 Politische Ökonomie, klassische bürgerliche 45 489 — philosophische Grundlagen 319 — metaphysische Betrachtungsweise 43 44 245 491 — ihr Fetischismus 50 — Klassenschranken 439 — Widersprüche 436 — im Unterschied zur Vulgärökonomie 44 — über Wert der Arbeitskraft (Wert und Preis der Arbeit) 435 436 — über produktive Arbeit 414 —> Ricardo, David; Smith, Adam Polizei 291 586 Portugal 601 Prämissen und Schlußfolgerungen 455 Praxis —> Theorie und Praxis Preis (Preisform) 60 62-65 69 71 475 648 — Geldausdruck des Werts 60 63 68 — und Wert 59-64 66 77 78 112 113 119 125 426 — und Wertgröße 60-64 68 119 — und Geldentwertung 60 77 593 596 — Einfluß von Angebot und Nachfrage 435 — und Konkurrenz 445 446 — Marktpreise 119 290 360 433 435 — Durchschnittspreise 119 165 — imaginäre Preisform 64 Preiswechsel 60 77 78 81 119 290 435 500 Prellerei 439 448 582 596 Presse — Rolle der bürgerlichen P. 199 268 437 484 514 527 545 564 565 Preußen —• Deutschland Privateigentum —» Eigentum an Produktionsmitteln Privilegien 216 217 233

Sachregister Produkt 132-135 - als Voraussetzung und Resultat des Arbeitsprozesses 132—137 413 - Bedingungen seiner Verwandlung in Ware 21 22 41 46 54 69 122 286 634 - in vorkapitalistischen Produktionsweisen 22 48 54 55 181 183 276 286 291 482 - im Kapitalismus 288 289 —• Gebrauchswert; Ware Produktenaustausch —» Austausch Produktenwert 148156158159161167 244488 Produktion 23 - gesellschaftlicher Charakter 68 69 289 290 315 398-400 409 410 413 457 502 503 505 608-610 - historischer Charakter 4748131400477479 608-610 - Basis der gesellschaftlichen Entwicklung 49 477 - materielle 46 48 295 429 - zum Selbstbedarf 88 182 291 599 - und M e n s c h 23 24 409 410 477 608 - und Bedürfnisse 23 45 68 8 8 1 3 2 1 3 5 1 8 1 290 363 416 - und Reproduktion 457 461-464 468 - für den Austausch 55 - und Konsumtion 134 462 488 - und Zirkulation 144 - und Wissenschaft 315 316 377 398 399 609 - im Kommunismus 45 396 400 409 410 Produktion, kapitalistische 128 208 211 246-248 285 290 293 297 327 347 353 408-411 413416 433 461 462 498511 519543 564 575 579 614 625 - Ausgangspunkt 246 259 260 272 461 503 574-576 - erste Anfänge im 14. und 15. Jh. 574 576 - Produktion von Mehrwert als ihr Ziel (Zweck) 137177 179 200 207 208 237 258 268 302 413 414 495 498 604 - Entwicklung 211 212 267 269281288293312 316 321-323 325 336 348 352 366-368 375-377 386-388 402 406-408 414 415 478 484 485 503 505 509 591 606 618 - und Wertgesetz 245 255-257 290425 433 - und Entwicklung der Produktivität der Arbeit 254 257-259 272 275 276 280 293 298 316 330 333 334 336 341 342 347 355 356363 375

376 410 411 487-489 503-508 511 512 519 520 609 — und Akkumulation des Kapitals 469—474 476-480 483 486-489 503-506 508 509 511-514 — und Vergesellschaftung 274 278 281283 288 315 317 349 362 388 406 407 413 504 505 609 — zyklischer Charakter 370 509 510 513 Massenproduktion; Produktionsweise, kapitalistische Produktionsbedingungen 253 368 464 477 575 — durchschnittliche gesellschaftliche 20 139 140 Produktionsmittel Produktk) Reformen — Entwicklung der Widersprüche — einzig geschichtlicher W e g zur Umgestaltung einer geschichtlichen Produktionsform 400 — Zwitterformen 415 -» Produktionsverhältnisse Produktionskosten 321 436 — Ökonomie der P. 338 390 Produktionsmittel 121 132 135 154156 262364 457 458 — gegenständliche Faktoren des Arbeitsprozesses 134 135 148-158 469 501 — stoffliche Gestalten des konstanten Kapitals 153 156 161 244 248 254 470 486 492 — natürliche 135 152 — vom Standpunkt des Verwertungsprozesses 144 145 148-158 199 248 262 — und Produktivität der Arbeit 21149-151429 489 501 502 —» Arbeitsinstrumente; Arbeitsmittel; Eigentum an Produktionsmitteln; Maschine; Maschinerie; Rohmaterial (Rohstoff) Produktionsprozeß — der Ware als Einheit von Arbeitsprozeß und Wertbildungsprozeß 137-141 146 — gesellschaftliche Kombination des P. 21 244 399 408 410 411 — technologisches Gesetz des P. 281 Produktionsprozeß, kapitalistischer 127 135 136 247 248 402 410 414 431 432 461 468 470 492 591 592 619 — als Einheit von Arbeits- und Verwertungsprozeß 143-146 269 347 348

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Sachregister Produktionsprozeß, kapitalistischer — Arbeitsprozeß als sein stofflicher Inhalt 129 135-137 269 458 662 — und Reproduktionsprozeß 458 460 462 468-474 476-480 483 486-489 499 503-506 508 509 511-514 Produktionsverhältnisse 11 49 58 59 69 — als grundlegende gesellschaftliche Verhältnisse 49 — historischer Charakter 122 413 414 455 570 608 609 612 — Notwendigkeit ihrer Änderung 608 609 — und Eigentumsverhältnisse 47 121 128 461 472 473 608-610 — und Distributionsverhältnisse 45 — und Staat und Recht 49 212 213 237 238 455 464 465 496 591-595 601 617 — antike 48 — in Asien 96 — im Kommunismus 45 46 —> Eigentum an Produktionsmitteln; Produktivkräfte Produktionsverhältnisse, kapitalistische 12 46 47 59 69 128136 212 237 240 247 267 268 270 290 294 413 434 455 461 520 521 570 611 612 — ihre Reproduktion 4 6 1 ^ 6 3 468 470 494 499 500 575 —• Produktionsweise, kapitalistische; Produktivkräfte Produktionsweise 42 49 254 286 311 — des materiellen Lebens 49 — historischer Charakter 47 49 271 272 508 — Veränderung und Entwicklung 13 136 237 247 259 260 420 543 592 — Fortbestehen überlebter P. 13 — und Arbeitsmittel 302 311 353 387 608 — antike 47 48 — asiatische 48 — feudale 49 50 271 601 —> Produktionsverhältnisse; Produktivkräfte Produktionsweise, kapitalistische 12 17 46 48 64 122 178 289 290 294 297 300 351 394 395 399 409 429 458 500 508 613 618 — Entstehung und Entwicklung 213-215 237 238 246 259 260 267 272 283 287 288 297 301 312-314 352 353 368 369 387 388 408 414 415 418 478 503-505 509 511 512 543 575 591 592 594 596-601 604 605 608-610

1082

Produktionsweise, kapitalistische — historischer Charakter 14 43 44 47 122 246 351 399 400 408 414 417 477 503 543 574-576 608-610 — historische Notwendigkeit 272 398-400408 409 477 503 609 — immanenter Widerspruch 160 — Schranken 211 212 259 321 334 335 347 348 399 400 429 491 609 — im Unterschied zu vorkapitalistischen Produktionsweisen 48 181 183 246 247 290 399 414 477 608 — Widersprüche der k. P. 12 160 243 258 290 334 335 347-349 354 357 361 368 370 372 396 397 399 400 408 429 517 609 — kosmopolitischer Charakter 369 — Zwang zur Mehrarbelt in der k. P. 181 207 208 247 414 419 — Unterwerfung aller Produktionssphären 238 415 505 — Herausbildung in der Agrikultur 409517543 595 596 605 — Herausbildung in Kolonien 603 611 — Schaffung der Voraussetzungen für den Kommunismus 399-402 408 409 477 609 —• Gesetze, ökonomische des Kapitalismus Produktionsweise, technologische (Betriebsweise) 238 247 253 256 257 260 367 368 414 — Umwälzung der t. P. in einer Sphäre der Industrie bedingt ihre Umwälzung in einer anderen 313 Produktionszeit 121 Produktivität der Arbeit (Produktivkraft der Arbeit) 21 501 — betrifft die konkrete Arbeit 26 — Naturbedingungen 417—419 501 — Bestimmungsfaktoren 21 377 417 419 501 — Mittel zur Steigerung 21 253 254 262-266 275 277 279 295 316 330 336 338 339 341 396 429 487 503 597 — und Gebrauchswert 26 149 253 255 259 264 266 336 389 421 424 429 487 488 — und Wert 21 26 27 149 1 50 253-259 266 330 336 421 424 452 453 487 488 502 504 — Entwicklung im Kapitalismus 254 257—259 272 275 276 280 293 298 316 330 333 334 336 341 342 347 355 356 363 375 376 410 411 487-489 503-508 511 512 519 520 609 — und Wert der Ware Arbeitskraft bzw. Ar-

Sachregister beitslohn 253-255 257-259 333 334 347 421-425 427-429 487 501 502 - und Lage der Arbeiterklasse im Kapitalismus 298 330 334 336 347 360 361 410411424 488 507 508 511 512 516 519 520 - und Mehrwert 253 254 256-259 301 302 334 336 416 421-425 427 428 487 503 - und relativer Mehrwert 253 254 257 258 298 301 302 333 334 336 337 415 421-425 429 - und organische Zusammensetzung des Kapitals 293 334 501 502 505 506 - wichtiger Faktor in der Akkumulation Kapitals 483 487 488 503 511 - und Maschinerie 301 302 316 320 330 333-336 341-343 347 360 361 363 375 390 397 453 487 488 490 491 501 503 - und Luxusproduktion 363 Produktivität des Kapitals (Produktivkraft Kapitals) - als spezifisch gesellschaftliche Form Produktivität der Arbeit 270 271 294

des 331 389

des der

Produktivkräfte - in der gesellschaftlichen Entwicklung 131 303 305 398 399 477 502 503 -gesellschaftlicher Charakter 262 266 315 349 502 609 - Notwendigkeit ihrer gesellschaftlichen Aneignung 315 502 - Elemente der P. 130 315 502 - der M e n s c h als wichtigste Produktivkraft 129-131 400 486 - Widersprüche in ihrer Entwicklung 304306 307 312 313 - d e r gesellschaftlichen Arbeit 263 266 270 271 294 297 298 315420 477488-490502608 611 - der gesellschaftlichen Arbeit als P. des Kapitals 270 271 294 420 490 - Kooperation als Produktivkraft 263 266 270 315 502 611 -Arbeitsteilung als Produktivkraft 279 297 298 315 502 611

348 353-358 375-377 386 387 398 399 410 411 477 487 488 520 608 — Vernichtung von P. im Kapitalismus 399 —» Kombination; Kooperation; Maschinerie; Mensch; Produktionsmittel; Wissenschaft Profit 161 368 370 456 499 — als verwandelte Form des Mehrwerts 456 — Extraprofit 186 188 368 — Veräußerungsprofit 117 Profitrate 161-163 332 432 — Durchschnittsprofitrate 490 Proletariat —• Arbeiterklasse Prostitution 147 231 374 518 618 Protektionismus, Protektionssystem 455 600 601 604 605 611 Protestantismus 47 48 217 521 580 €03 — und Bevölkerungsprinzip 497 498 Proudhonismus 40 52 — Proudhonsche Schule 41 — utopischer Charakter 40 — Idealisierung der Warenproduktion 40 52 54 472 — über Eigentum 472 — über Maschinerie 347 — Kritik der proudhonistischen Theorie des „konstituierten W e r t s " 435 Putzmacherei 198 199 387 Qualität und Quantität 18 20 25 28-44 48 51 5 4 - 5 6 58 60 62 63 69 74 75 78 83 86 88 90 92 9 4 - 9 6 98 102106119120125139-145154 162 167 177-179 245 246 259-266 272 277 297 298 301-305 308-310 313 314 371 457 458 469 472 504 506 574-576 608-610 626-649 — Gesetz des Umschlagens quantitativer Veränderungen in qualitative 246 259—266 371 472 574-576 608-610 626-649 — und M a ß 246

- Wissenschaft als P. 21 315 316 348 398 399 487 488 502 609 - Naturkräfte als P. 315 316 348 418 502

— Qualität der Arbeit 44 448 449 —• Widerspruch

- in vorkapitalistischen Produktionsweisen 48 146 304 305 398 416

Raub 49 605 — als Erwerbsquelle 49 89 579 582 583 604

- Entwicklung im Kapitalismus 236 254 258 259 270 294 297 298 301 302 312-316 321 322

Raubbau 184 208 211 294 378 410 411 486 Raum und Zeit 79 168 264 265 280 437

1083

Sachregister Recht — juristischer Ausdruck ökonomischer Verhältnisse 52 128 496 — Rechtsverhältnisse der Warenproduktion 52 — bürgerliches 128 181 437 438 583 — Eigentumsrecht des Kapitalisten 181 290 395 464 465 472 473 — gleiche Exploitationsbedingungen der Arbeitskraft — erstes Menschenrecht des Kapitals 232 325 402 403 -• Gesetzgebung, bürgerliche Recht auf Arbeit 239 Rechtstitel 116 248 578 Reformation 579-581 Reformen, soziale 240 Reichtum 18 90 177 298 363 476 477 486 487 491 503 504 521 522 600-602 604 — Mensch als Schöpfer des sozialen R. 129135 411 461 462 478 486 487 525 — stofflicher 18 23 24 26 90 — natürlicher 417 501 — Wert als seine kapitalistische Form 108 — Ware als Elementarform des bürgerlichen R. 17 90 — Geld als sein gesellschaftlicher Ausdruck 88 89 — Geld als allgemeiner Repräsentant des stofflichen R. 60 90 — Springquellen allen R. 411 507 508 — Begriff des bürgerlichen R. 17 91 354 491 519-521 — als Ergebnis der kapital istischen Produktion 461 462 471 476 478 499 506 508 509 516 519 523 525-548 — und Verschwendung der Kapitalisten 478 479 530 — Gegensatz zwischen Armut und R. im Kapitalismus 519-521 525 526 530 573 617 624 Relaissystem 220-223 228-232 248 346 —» Ablösungssystem Religion 48 49 500 574 638 — materielle Grundlagen 47 48 — Rolle im Kapitalismus 207 208 497 498 — Geschichte der R. 303 Rente — Naturairente, ihre Verwandlung in Geldrente 96 183 291

1084

Rente — Grundrente 222 430 456 561 596 — städtische Grundrente 532 Reparatur 152 Reproduktion 456 — Existenzbedingung jeder Gesellschaft 457 — Bedingungen der kapitalistischen R. 457 bis 459 463 464 — der kapitalistischen Produktionsverhältnisse 461-463 468 470 494 499 500 575 — als Wert- und Stoffersatz der Produkte 457 458 — der Arbeitskraft als Ware 123-126 162 177 180 252-254 257 285 323 420 459 461-463 494 495 499 — des konstanten Kapitals 487 488 Reproduktion, einfache 458 460-464 468 471 473 — und Kapitalersatz 458 Reproduktion, erweiterte — Akkumulation des Kapitals als ihre kapitalistische Form 469-472 474 476 482 483 486—490 494 500 501 503 — in den verschiediensten ökonomischen Gesellschaftsformationen 482 — und Wachstum der Bevölkerung und der Arbeiterklasse 490 494-496 500 509 Reservearmee, industrielle 392 400 408 409 507 511-513 515-520 535 — Funktion 385 508-511 515 516 — Zu- und Abnahme 509 512-514 — und Saisonarbeit 392 Reservefonds 101 429 — der Zahlungsmittel 97 — im Kommunismus 429 Revenue (Einkommen) 458 472-476 493 — ursprüngliche 456 — und Kapital 458 473 474 476 494 — der Kapitalisten 458 470 523 524 567 — der Lohnarbeiter 433 436 437 440 — der Arbeiterfamilie 441 543 544 Revolution — objektive Notwendigkeit 608 609 — und Arbeiterklasse 13 14 — Fabriksystem als ihr Ausgangspunkt 408 Revolution, bürgerliche 578 581 582 — objektive Notwendigkeit 576 608 Revolution, englische (17. Jh.) 581 582

Sachregister Revolution, Französische (1789-1794) 56 594 595 Revolution, französische (1830) 480 Revolution, französische (1848/49) — Februarrevolution 239 — Pariser Juniaufstand 226 Revolution, industrielle -> Industrielle Revolution Revolution, politische 353 Revolution, sozialistische 400 408 609 610 — objektive Notwendigkeit 14 399 400 408 609 — Voraussetzungen 399-402 408 409 477 609 Revolution, technische 304 322 — mechanisch-chemische 313 Ricardianer, sozialistische 40 — als Interessenvertreter der Arbeiterklasse 238 — über Mehrarbeit und Mehrwert 473 — über die Akkumulation von Geschick und Fertigkeiten der Arbeiter 275 464 — über Eigentum 600 601 — über Kapital und Kapitalist 473 600 601 — über Reichtum 600 601 Ricardo, David — Rolle in der Geschichte der politischen Ökonomie 43 48 434 — allgemeine Charakteristik seines Systems 455 — wissenschaftliche Objektivität 358 — metaphysische Betrachtungsweise 43 44 422 423 428 — über Wert 43 48 49 51 119 153 — über Geld 98 — über Mehrwert 422 423 — Identifizierung von Mehrwert und Profit 423 — über Lohnarbeit und Kapital 508 — über Maschinerie 317 321 322 334 353 bis 355 — über die Verdrängung von Arbeitern durch Maschinerie 334 354 355 358 — über Wert der Arbeit und Arbeitslohn 433 — über die Beziehungen zwischen Lohnarbeit und Kapital 508 — über Akkumulation des Kapitals 474 475483 489 495 — Ignorieren des konstanten Kapitals 317474 489

Ricardo, David — über Brutto- und Nettorevenue 117 508 — Kritik durch bürgerliche Ökonomen 35 51 153 433 483 489 -* Politische Ökonomie, klassische bürgerliche Rtcardosche Schule 35 154 245 481 Rohmaterial (Rohstoff) 130 362 368 369 486 — als Halbfabrikat 133 — als Hauptstoff und Hilfsstoff 133 — im Arbeits- und Wertbildungsprozeß 138-140 149-151 157 — als Produktionsmittel 121 136 156 159 457 458 — als Element des konstanten Kapitals 140157 158 597 — Wert- und Preiswechsel 150 157 — und Produktivität der Arbeit 149293362363 488 501 Rom (altes) 49 50 57 62 92 96 116 123 228 283 584 585 Rumänien 182—184 Rußland 183 200 581 623 Saisonarbeit 391-393 561 Schatzbildner 88 90 91 93 108 142 477 478 Schatzbildung 89 91 97 109 474 - G e l d als Schatzmittel 88-91 93 101 122 123 Schein -» Wesen und Erscheinung Schiffahrt 364 603 — und Saisonarbeit 391 393 Schiffsbau 314 540 624 Schmiede 199 200 Schottland 127 197 549 588 594 — Geschichte 586 — Agrikultur 524 573 — Clansystem 586 587 — Geld- und Bankwesen 97 — Abschaffung der Leibeigenschaft 580 — Auswanderung 210 211 587 Schulverhältnisse (in England) 327-329 396 403 404 Schutzzölle 234 604 Schweden 582 Schweiz — Fabrikgesetzgebung 218 — Uhrenfabrikation 278 279

1085

Sachregister Seidenindustrie 273 342-344 376 - Zahl der Beschäftigten 342 365 366 507 - Kinderarbeit 233 378 - Fabrikgesetzgebung 220 Sein, gesellschaftliches 303 - bestimmt das gesellschaftliche Bewußtsein 46 53 396 Shlfting system 231 Silber 59 91 - als Geldware 61 62 84 - als gesellschaftliche Form des Reichtums 88 98 - als Schatz 89 101 - Wertverhältnis zum Gold 62 77 - als Weltgeld 98 101 - und Weltmarkt 98 101 Sizilien 419 Sklavenhandel 324 362 371 439 602 603 - in der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals 601 606 607 Sklaverei 49 121 146 270 271 439 482 608 - Form der Mehrarbeit 163 181 - als Form der Ausbeutung 181 414 437 522 584 585 - in Kolonien 209 613 - in Amerika 182 209 239 269 362 607 - Arbeitsinstrumente in der S. 146 - Aristoteles über Sklavenarbeit 49 Smith, Adam - Rolle in der Geschichte der politischen Ökonomie 43 283 475 - Widersprüche in seiner Theorie 475 - ü b e r Wert 43 119 - Profit, Rente und Arbeitslohn als selbständige Wertquellen (Smithsches Dogma) 475 - über Geld 42 - über Kapital 432 - über Akkumulation des Kapitals 474 475 479 495 500 - über Arbeitsteilung 82 283 284 289 295 296 - über den „natürlichen Preis" 435 - über den Arbeitslohn 435 438 439 - Ignorieren des konstanten Kapitals 475 - Kritik durch bürgerliche Ökonomen 454 -» Politische Ökonomie, klassische bürgerliche Society of Arts and Trades 297 306

1086

Sozialismus —» Kommunismus Sozialismus, kleinbürgerlicher — und Warenproduktion 40 54 — Utopie der unmittelbaren Austauschbarkeit der Waren 40 Spanien 419 601 606 Spartheorie 163 Spekulation 106 406 478 — Rolle im Kapitalismus 142 157 212 531 532 540 553 Spinnmaschine 304 305 307 316 317 319 320 338 351 357 363 366 453 621 — Entstehung und Entwicklung 302-304 339 bis 341 363 — und industrielle Revolution 302 303 Spitzenfabrikation 188 189 388 401 443 — moderne Hausarbeit 381-383 — Zahl der Beschäftigten 381 — Spitzenschulen 383 — Fabrikgesetzgebung 236 381 390 Sprache 46 Staat bürgerlicher 496 — Stellung der Bourgeoisie zum b. S. 184 212 221 222 224 226 229 346 592 — Staatseinmischung in das Fabrikwesen 212 325 — Staatskontrolle über das Kapital 402 — und Regelung der Arbeitszeit 184 212 213 218 221 223 224 232 237 336 393 — und Religion 207 208 497 498 —> Fabrikgesetzgebung Staat. Staatsmacht 213 291 419 455 581 601 — Einwirkung auf die ökonomische Entwicklung eines Landes 63 87 183 184 247 455 592 601 604 — und Geldwesen 57 62 83-85 87 96-98 Staatsausgaben 270 Staatsformen 57 213 218 239 270 283 291 577 599 604 Staatsschuldensystem 604 605 — als Mittel der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals 601 604 Staatssubsidien 101 246 Stadt — im Mittelalter 352 592 601 — im Kapitalismus 409 531 Stadt und Land 287 409 517

Sachregister Städtewesen, mittelalterliches 576 577 600 601 Statistik 214 — soziale 13 — als Mittel bürgerlicher Apologetik 346 573

schen Produktionsprozeß 248 330 345 347 348 410 Substanz —» Inhalt (Substanz) und Form Subsumtion der Arbeit unter das Kapital 237 — formelle 136 193 247 414 592 — reelle 136 415 — und absoluter Mehrwert 247 253 254 414 415 — und relativer Mehrwert 253 254 415 — und Arbeitsprozeß 136 253 254 271 — und einfache Kooperation 271 272 Sweating-System 449 Synthese —> Analyse

Sterblichkeit 199 233 — von Arbeiterkindern 233 325 326 — in Fabrikdistrikten verglichen mit Agrikulturdistrikten 233 234 326 380 — der Londoner Drucker und Schneider 380 381 Steuern 97 422 423 455 497 498 581 589 — Umwandlung der Naturallieferungen in Geldzahlungen 96 589 — im Kapitalismus 524 Steuersystem 601 604 605 Tapetenfabrikation 443 Stoffwechsel — Kinderarbeit 191-193 — Fabrikgesetzgebung 336 — gesellschaftlicher 65 66 73 74 80 88 9498 — natürlicher 134 Tauschwert 18 19 29 32 33 37 38 50 51 89 93 — zwischen Natur und Mensch 23 129 130 105112 151 181 438 639 135 — Erscheinungsform des Werts 18 37 639 —• Wert; Wertform — zwischen Erde und Mensch 409 410 Strafen Tautologie 63 73 158 433 493 499 646 Technik 303 408 410 — für Fabrikarbeiter 349 350 622 —> Basis, materielle (technologische); FortStreik 127 372 schritt, technischer; Maschine; Maschine— und Erfindung von Maschinen 357 358 rie; Produktivkräfte; Revolution, tech— der Baumwollarbeiter in Preston (1853) 372 nische — der Bandweber in Coventry (1860) 451 — der Londoner Bauarbeiter (1860/1861) 181 Technologie 303 391 398 399 487 — Rolle in der modernen Großproduktion 356 443 444 398 399 — der Weber in Darven (1863) 350 — der Weberinnen in Wiltshire (1863) 349 — Geschichte der T. 303 Telegraphie 364 391 350 — der Baumwollarbeiter in Preston (1866) 525 Terminologie 162 283 Theologie — der Töpfer (1866) 350 — der Agrikulturarbeiter in Buckinghamshire — Legende vom theologischen Sündenfall (1867) 620 574 — der Eisenbahnangestellten (1867) 620 Theorie und Praxis 122 283 284 307 310 313 455 Strohflechterei 401 456 — moderne Hausarbeit 383 384 . - Widersprüche zwischen T. u. P. 168 264 455 — Zahl der Beschäftigten 383 — der Arbeiterbewegung 238 356 408 — Strohflechtschulen 383 384 — Kritik des idealistischen Verständnisses Strumpfwirkerei von T.u. P. 319 Tier 131 276 319 518 — Lage der Arbeiter 529 — im Unterschied zum Menschen 129 — Einführung von Maschinerie 388 — Anwendung in der Produktion 131 146 302 — Fabrikgesetzgebung 236 305-307 Subjekt und Objekt — Subjekt-Objekt-Beziehung im kapitalisti- — als Geld 55

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Sachregister Töpferei 208 210 238 337 389 390 - Lage der Arbeiter 190 191 450 - Kinderarbeit 189 190 - Fabrikgesetzgebung 236 337 389 394 Trade-Unions 197 450 453 515 Traditionen 297 347 Transportindustrie - und Entwicklung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse 313 368 - Transportmittel 313 314 509 - und Weltmarkt 364 Tribut 116 482 Trucksystem 127 384 538 Türkei 96 600

Ursache und Wirkung —> Kausalität Ursprüngliche Akkumulation des Kapitals 353 460 461 503 508 574-610 - als Scheidung des Produzenten von der Produktionsmitteln 575 576 - Methoden 575-589 601 606-608 - Hauptmomente 576 579 580 592 593 597 601-605 Utilitarismus (Nützlichkeitsprinzip) 128 492 Vagabundage 589 - Gesetze gegen V. 589-591 Veränderung

-• Entwicklung Überarbeit 181 182 186 187 192-194197-199 201 203 209 230 379 384391 392442 512563 571 625 - und Arbeitslohn 192 443 444 446 447 Überbau -* Basis und Überbau Überproduktion 474 480 511 515 - und Überfüllung des Marktes 388 Übervölkerung, relative (Surpluspopulation) 211 322 369 508 510-513 571 591 592 618 635 - als notwendige Bedingung der kapitalistischen Produktion 400 508-511 515 519 - künstlicher Charakter 334 507 511 514 - verschiedene Existenzformen 516—51