Grundzüge einer allgemeinen Pflanzengeographie: [Textband] [Aus dem dänischen übers. Reprint 2018 ed.] 9783111580531, 9783111207704

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Grundzüge einer allgemeinen Pflanzengeographie: [Textband] [Aus dem dänischen übers. Reprint 2018 ed.]
 9783111580531, 9783111207704

Table of contents :
Vorwort
Inhalts -Verzeichniß
Einleitung
1ste Abtheilung. Von den äußeren Momenten, welche die örtlichen Verhältnisse der Pflanzen bestimmen
2ste Abtheilung. Ortslehre der Pflanzen oder die Lehre von den örtlichen Verhältnifsen der Pflanzenformen
1stes Stück. Oertllche Verhältnisse der Arten
2tes Stück. Oertliche Verhältnisse der Gattungen (genera)
3tes Stück. Oertllchr Verhältnisse der Familien
3te Abtheilung. Vergleichung der verschiedenen Erdtheile in Hinsicht ihrer vegetativen Erzeugnisse
1stes Stück. Bergleichung der Breitenzonen
2tes Stück. Vergleichung verschiedener zängenzonen
3tes Stück. Vergletchung der beiden Hemifphären
4tes Stück. Vergleichung verschiedener Regionen auf gleicher Breite und ähnlicher Regionen auf verschiedener Breite; oder Uebersicht de- Einflüsse- der Höhe auf die Vegetation
5tes Stück. Vergleichung der Zonen mit den Regionen, oder Vergleichung des Etnflussesber geographischen Breite mit dem dem Höhe
6tes Stück. Vergleichung der Continente und Inseln, der Binnen- und Küstenländer
7tes Stück. Vergleichung des Meeres mit dem festen Boden
8tes Stück. Versuch einer pflanzengeographischen Eiurheiluug der Erdoberfläche
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Grundzüge einer

«gemeinen Pflanzengeographie. Von

Dr. Ioakim Frederik Schouw, Professor.

Aus dem Dänischen übersetzt vom

Verfasser.

Mit 4 Tafeln und einem pflanzengeographischen Atlasse.

Berlin >82 5. Gedruckt

bei

und

G.

verlegt

Reimer.

Vorwort. Nachdem die Werke eines Humboldt und Wahlenberg schon früh eine entschiedene Vor­ liebe für pflanzengeographische Untersuchungen in mir erweckt, und diese durch eine GebirgSreise in Norwegen im Jahre 1812 noch gesteigert war, entstand einige Jahre später der Wunsch ei­ nen Theil des südlichen Europas in pflanzengeo­ graphischer Hinsicht zu untersuchen. Dieser Wunsch wurde durch eine Reise in Italien und Sicilien in den Jahren 1817 — 1819 erfüllt, und ich flng nach der Rückkehr an, meine Materialien zu bear­ beiten, um dem Publikum die Resultate derselben vorzulegen. Bald fühlte ich aber, ungeachtet der trefflichen bereits erschienenen pflanzengeographi­ schen Arbeiten, wie wenig die GrundsäHe der Wis­ senschaft noch festgestellt smd, und wie nothwen­ dig solche doch einer Darstellung der pflanzengeo­ graphischen Verhältnisse eines einzelnen Landes

IV

vorangehen müssen.

Ich glaubte daher der Be­

kanntmachung meiner Reise die Grundzüge einer allgemeinen Pflanzengeographie vorausschicken zu müssen, welche ich bereit- im Jahre

1820

in einer

Vorlesung aufgestellt habe *)♦ So wie dieser Versuch in Hinsicht de- In­ halt- der Nachsicht de- Leser- bedarf, so wird sie auch hinsichtlich der Sprache nothwendig, welche meine Muttersprache nicht ist. Die Druckfehler, welche, da ich nicht selbst die Correktur besorgte,

um so leichter entstanden

sind, bitte ich im Voraus zu berichtigen. Copenhagen im Herbst,

1822.

Der Verfasser. *) Der Plan zu dieser Vorlesung ist in Sprengel« neuen Ent­ deckungen. nommen.

2. Band.

Leipzig, 1821. 8vo p. 3«3. aufge­

Inhalts -Verzeichniß.

(Einleitung. Seite Begriff, Definition undlNamen der Wissenschaft . i Verhältniß der Pflanzengeographie zu andern Wis­ senschaften ........ 9 Z. Eintheilung ........ io 4. Quellen undHülfsmittel ... 5. Nutzen ................................................................................. 18 6. Geschichte und Litteratur...................................... .......

$. i. §. 2, $• $. $. 5.

i (1 e

Abtheilung.

Bon den äußeren Momenten, welche die örtli­ chen Verhältnisse der Pflanzen bestimmen. §. 1. Einleitung....................................................................... 35 $. 2. Temperatur des Luftkreises............................................39 § Z. Feuchtigkeitszustand..................................................... 86 § 4' Durchsichtigkeit.............................................................104 § 5. Dichtigkeit und Druck ................................................... 109 $• 6. Bewegung (Winde) *..................................... 114

VI

Seite

s 7. s 8. $ 9. §. 10.

Elektrischer Zustand Chemische Beschaffenheit Boden Wasser .

. . .

* . .



119

.

121 122

3 te Abtheilung. Orttlehre der Pflanzen oder die Lehre von den örtlichen Verhältnissen der Pflanzenf orm en.

i fl c 6 Stück. Oertliche Verhältnisse der Arten. Z. ii. Einleitung............................................................... 135 §. i2. Vorkommen ........ ...................................................... 144 §. 13. Verbreitungsbezirk . . . . . 167 §. 14. Vertheilungsweise.............................................. 19° §. 15. Oertliche Verhältnisse der Buche .... 192 §. 16. des Wemstocks 204 2 t e 6 S t ü ck. Oertliche Verhältnisse der Gattungen. §. 17. Vorkommen, Verbreitungsbezirk und Vertheilungs: weise............................................................ 215 § iß. Oertliche Verhältnisse der Fichtengattung . 226 §. 19. * der Heidegattung . . 242 3 t e < Stück. Oertliche Verhältnisse der Familien. §. 20. Vorkommen, Verbreitungsbezirk und Dertheilungsweise............................................ Oertliche Verhältnisse der Gräser . § 21. der Halbgräser . . §• 22. ; der Palmen . . $• 2Z. der Proteaccen . S 24. der Cactusarten * . 8 25. . der Syngenesistcn . § 26.

273 294

307

315 321

325

VII Seite §. 27. Örtliche »«rhLltnisse der Kreozblüthigen . . 335 §. 28 der Hülsenpflanzcn , 34» §. 29. der Lcotyled.nen, Monocotylctonen und Dicolyledonea .... 351 4 t t « © t ti cf. Oertlicht DerhLltniss» de« ganzen GewLch«reich e «. §. 30. Grenzen der Pflanzenwelt..................................366

3 t e Abtheilung. Botanische Geographie oder Vergleichung der verschiedenen Erdtheile in Hinsicht ihrer vegetativen Erzeugnisse. iteS Stück. Vergleichung der Breitenzonen. § 31. Uebersicht der klimatischenVerschiedenheiten . §. 32. Vergleichung derVegetation ....

. 373 J89

2 t e S Stück. Vergleichung der LLngenzonen. §. 33. Klima..............................................................4*3 Z 34. Vegetation..................................................... 4l6 3 t e r Stück. Vergleichung der beiden Hemisphären §. 35. Klima........................................................................434

§. Z6. Vegetation..................................... ..

435

4 t t * Stück. Vergleichung verschiedener Regionen auf glei­ cher Breite und ähnlicher Regionen auf verschiedener Breite. § 37* Klima 8* 38. Vegetation

. 44L .....................................................................455

Vlll

Seite 5

te 6 Stück.

Verg leichung der Äonen mit den Regionen. $. 39. Klima..................................................... §. 40. Vegetation.............................................. 6 te -

4*7 489

Stück.

Vergleichung der Kontinente und Inseln, der Binnen- und Küsten - L Ünder. §. 41. Klima 491 §. 42. Vegetation ........ 49^ 7 tes Stück.

Vergleichung des Meeres mit dem festen Boden. §. 43. Aeußere Verhältnisse...................................... 496 §. 44. Vegetation . . ...... 500 Stet Stück.

Versuch einer pflanzengeographischen Eintheilung der Erdoberfläche f ... 501

Ein-

Einleitung. §. i.

Begriff, Definition und Namen der Wis« senschaft. lange eine Wissenschaft noch km Entstehen ist, müssen das Wesen, der Gegenstand und die Grenira derselben nur unbestimmt bleiben, und es schwebt den« jenlgen, welche sie bearbeiten, ein mehr oder weniger undeutliches Bild vor. Hat sie aber schon bedeutende Fortschritte gemacht, dann wird es nothwendig sie in ihrem ganzen Umfange zu überschauen, das Fremdar, tlge, welches durch eine fragmentarische Behandlung so leicht mit derselben sich vermischt, davon zu treu« nen, und den Begriff der Wissenschaft so festzusetzen, daß diese ein logisches Ganzes und keine zufällige Der, einigung von Bestandtheilen verschiedener Art, bildet. Nimmt man nun Rücksicht auf das, waS die Schrift, stellet der Pflanzengeographie als Hauptgegenstand be, handelt haben, so wie auch auf die Benennung bersel, den, und sucht man hiermit einen bestimmten Begriff zu verbinden, so scheint diese Wissenschaft: „dir kehre A

s von den Verhältnissen der Pflanzen zur Erdoberfläche" zu seyn. Co wie man aber die Geograph!» der Lan­ der von der Geschichte derselben unterscheidet, so scheint eS auch nothwendig die kehre von den jetzigen Ver­ hältnissen der Pflanzen zur Erdoberfläche und die von dem Ursprünge und den späterhin erlittenen Verände­ rungen der Pflanzen, d. h. die Pflanzengeographle und die Geschichte der Pflanzen alS zwei besondere Wissenschaften zu unterscheiden **). Jene nimmt nur auf bas gegenwärtige Rücksicht, der Ge­ genstand dieser ober ist in der Zeit fortschreitend; jene, als vollendet, ist nur auf Erfahrungen begründet, diese nimmt, wie jede andre historische Wissenschaft, auch auf Wahrscheinlichkeiten und Vermuthungen Rücksicht, wenn Erfahrungen fehlen. Daß diese beiden Wissen­ schaften übrigens in einen, sehr genauen Verhältnisse stehen, und besonders die Pflanzengeographie die vorzüglichste Grundlage der botanischen Geschichte ist, kanll dieser Trennung wohl nicht entgegen stehen, indem da­ durch überdies der Annahme leerer Hypothesen Im Ge*) Diese Trennung findet MSN m V 0 rgtS System der Dotams. 3eno, >8oS. 8- S. Z , Humboldts Fl e c a n b o 11 e 6 und Sprengels Grundzü­ gen p. 333 Dagegen sind beide Wissenschaften vereinigt un­ ter dem 9t2Rvn: Geschichte der Pfl^n^en, in WrlrdenowS Grundriß der Kräuterkunde p. 479, unter dem Namen: geographi.che Geschichte der Pflanzen in StromeyerS speeimen; und mit der Benennung Pflanzengeographie bei Deeandolle, Artikel: Geographie hotanique im Dictionnaire d’agriculture unb Dictionnaire des Sciences naturelles T. 18.

p. 55g, beiHumboldt in Essai sur la geographie des plan­ tet, prologomena ad nova genera etc. und bei mehreren Der» fatWn.

5

kieke der Pflanzengeographie leichter vorgebeugt wird *), Um so viel mehr scheint diese Benennung Beifall tu verdienen, als man ln einer naheverwandten Wissen­ schaft, in der Mineralogie, die mineralogisch, Geographie von der Geogonke unterscheidet **). Die Pflanzen - Geographie belehrt uns, diesem Be­ griffe zufolge, nur über die jetzigen Verhältnisse de, Pflanzen zur Oberflache der Erde; und in diesem Lehr­ buche werben daher alle Untersuchungen über den Ur­ sprung der Pflanzen und deren spätere Veränderungen gänzlich mit Stillschweigen übergangen ***). Es scheint ferner, baß die Lehre vom Einwirken der äußeren Momente auf die Pflanzen nicht füglich als Theil der Pflanzengcographie anzusehen sey, wenn dieses auch von geschätzten Schriftstellern angenommen wird +). Freylich find es diese äußeren Momente, be•) Z. B. Me Willdenowische Eintheilung Europas in gewisse

Hauprfloren, welche keinesweges auf wirklich stattfindenden Vegetationsunterschieden, sondern auf willkührlicher Annahme einer Wanderung der Pflanzen von den Bergen, begründet ist. *♦) Doch kann die Geogonie nicht völlig der Geschichte der Pflanzen gegenüber gestellt werden; sie müßte dann nicht nur die Entstehung der anorgischen Körper darstellen, sondern auch die späteren Veränderungen derselben, und verdiente alsdann eher den Namen mineralogische Geschichte (Humboldt Flora Fribergensis). Es versteht sich, daß man in der Zoo» logte ebenfalls die Geographie und Geschichte der Thiere UN« terscheiden muß, wenn dies auch nicht von Zimmermann (geographische Geschichte des Menschen und der allgemein ver« breiteten vierfüßigen Thiere, Leipzig 3*778 83- 8v© angenommen ist. ***) Diese Untersuchungen wünsche ich einst zum Gegenstand eine« Handbuches der Pflanzengeschichte zu machen. t) Decandolle DietieaRaire dft seienees naturelle» % »>. p. $6a.



4 fonderS oder Mt klimatischen, welche die Verhältnisse berPflanzen zur Erdoberfläche begründen, und dieKenntniß derselben ist deshalb dem Pflanzengeographen durch, auS nothwendig; allein nach einer richtigen Wissenschaft« lichen Ansicht scheint die Lehre von dem Einflüße der äußeren Momente auf die Pflanzen einen Theil der Pflanzenphysiclogie zu bilden, in welcher sie auch von den mehresten Verfassern mehr oder weniger auöführ, lich behandelt wird. Zn der Psianzengeographie aber dürfen die Eätze derselben nur alS Lehnsatze aufgenom» men werben, so wie dies mit vielen Catzen auS der allgemeinen Physik, der Meteorologie, der Klimatolo, fltc und anderen Theilen der physischen Geographie der Kall ist. Daß diesen Lohnsätzen in der Pflanzengeogra» phie eine ausführliche Behandlung gewidmet wird, ist «ine Folge ihrer Wichtigkeit; sie gehören aber deshalb «den so wenig zur Pflanzengeographie, alS viele Catze der Chemie zur Medicin, obgleich sie in dieser Wissen« fchast wichtsge Lehnsätze sind. Noch weniger ist die Kenntniß der Mittel, wodurch die Natur für die Er, Haltung der Pflanzen sorgte *), ober die Kenntniß der natürlichen Verwandtschaften der Pflanzen **), Gegen, stand der oft genannten Wissenschaft. — Die Pflanzengeographie behandelt also nur die je, tzkgen Verhältnisse berPflanzen zur Erdoberfläche; diese Verhältnisse aber können auS einem doppelten Gesichts, punkte betrachtet werden; entweder werden nämlich bl« Pflanzen, sowohl die einzelnen Arten alS die Gattun« gen und bk« größeren Pflanzengrupprn, alS Object der *) toimtnotr« Srundriß p. 479. *•) Humboldt I’rolegomen* p XII.

Forschungen dargestellt, die Verhältnisse zur Erbe als Eigenschaften derselben; oder die Erde wird als Ob)i’c( angesehen, die aus der Oberfläche derselben statt­ findenden Vegetatlons, Unterschiede alS Eigenschaften. Die Verhältnisse der Pflanzen zur Erdoberfläche könne« füglich mit dem Namen der örtlichen Verhält­ nisse der Pflanzen belegt werben. Diese örtlichen Verhältnisse aber sind theils solche, welche einem jede« Individuum einer gewissen Pflanzenform beigelegt wer­ ben, theils solche, die nur der ganzen Art, Gattung oder höheren Gruppe, kelneswegcS aber den einzelne« Individuen zukommen. Daß Salicornia berbacca im salzigen Boden vorkommt, dqs Lathraea equamaria auf de» Wurzeln der Baume wächst. Ist eine Eigenschaft, die ein jede- Individuum der Art besitzt; allein dag die Buche kn Europa, im Niveau deS Meeres von 47° — 5^° u. Breit« und im südli­ chen Italien in verticaler Ausbreitung von 3000 — s'500 P. F. über dem Meere gedeiht; baß die Schorenpflanzrn gegen die Pole zu abnehmen, — baß die kreuzblüthigen Pflanzen innerhalb derWeus bekrelse fast durchaus fehlen; — find Eigenschaften, welche nicht den einzelnen Individuen, sondern nur der Art ober der Familie als solcher zukommen. Jene ürtlichen Verhältnisse nenne ich bas Vorkommen der Pflanzen. Diese lassen sich auf zwei Hauptverhältniffe den DerbrettungSbezlrk (oder die Verbreltungssphäre)unddieDeriheilungSweise zurückführen *)♦ •) Diese Begrifft werden m der Folge genauer entwickelt, und die Ursachen angeführt werden, we-halb ich der Emtheitung der örtlichen Verhältnisse in Statio und Habitatio nicht ge­ folgt bin. Den Ausdruck Vorkommen der Pflanzen glaube

6 Dem so entwickelten Begriffe der Pflanzengeogra» phie zufolge, läßt diese Wissenschaft flch wohl folgen» dermaßen definiern:

„eine Wissenschaft, wel»

che die jetzigen Verhältnisse der Pflanzen ,ur Erdoberfläche

lehrt," oder ausführlicher:

„eine Wissenschaft,

welche baS Vorkom­

me«, die DerbreltuogSbezirke und die Der» theilung-weise der Pflanzen, wie sie jetzt bestehen,

so wie auch die jetzigen Vegeta»

tionsverschiedenhriten der

Erdoberfläche,

mit Berücksichtigung der äußeren Momente, darstellt, Den früheren Versuchen, den Begriff der Pflan« zengeographir 'festzusetzen, glaube ich nicht beipflichten zu können. Will den ow in seinem Grundrisse p. 479, definirt die Geschichte der Pflanzen (In welcher aber auch di« pflanzengeographischen Gegenstände behandelt «erde») folgendermaßen: „es Ist die Wissenschaft von dem Einflüsse des KllmaS auf die Vegetation, von den Veränderungen, welche die Pflanzen durch die Revolu, klone« der Erde wahrscheinlich erlitten haben, von der Verbreitung der Pflanzen auf der Erdoberfläche, deren Wanderungen, und endlich wie von der Natur für die Erhaltung der Pflanzen gesorgt ist."

Don diesen Gr,

-enständen aber gehört, meiner Meinung nach, nur die Verbreitung brr Pflanzen zur Pflanzengeographie, er, schöpft aber kelneSweges den Gegenstand derselben, da man nicht bloß dir Begrenzungsverhältnisse, sondern Ich in Analogie mit der Mineralogie annehmen zu dürfen, in welcher Wissenschaft man durch diesen Ausdruck die äußeren Verhältnisse, unter welchen sich die Fossilien befinden, am Beutet.

auch bfe äußeren Umstande, unter welchen die Pflan­ zen stch befinden, so wle auch Die Derthrilungsweise derselben, kennen muß. Oer erste in der Definition angeführte Gegenstand gehört, wie schon bemerkt, |ut Physiologie der Pflanzen, der letzte größtentheils auch; die durch Erdrcvolukloncn erlittenen Veränderungen der Pflanzen und die Wanderungen derselben gehören zur Geschichte der Pflanzen, erschöpfen aber auch nicht ih­ ren Gegenstand; denn zu derselben gehören wohl auch die Entstehung der Pflanzen, die Vernichtung der aus, gestorbenen Pflanzenarlen, und die Veränderungen, wel­ che durch andere Ursache» alS durch die Revolutionen der Erde, z. B. durch Cultur, hervorgebracht sind. DkrvmeyerS Sp< cime» enthält keine eigentlich« Definition, wohl aber eine Aufzählung der wichtigsten Gegenstände; allein hier ist, wle schon oben bemerkt, die Geographie und Geschichte vereinigt. Humboldt hat bei Aufzahlung der zur Pflanzengeographie gehöri­ gen Gegenstände, in Essai und Prolcgomcna, wahr­ scheinlich nicht die Absicht gehabt, eine Definition zu geben *), Decanbolle, im Dictionnaire d’agriculture, meint, sie sey „derjenige Theil der Gewächs­ kunde, in welchem man die Kenntniß des natürlichen Vaterlandes der Pflanzen und der Gesetze, nach wel­ chen sie über die Erdoberfläche vertheilt sind, zu er­ forsche» strebt." Diese Definition aber scheint bas Vorkommen der Pflanzen, so wie auch das Verhält­ niß der Pflanzen zum Höhenunterschiede, auszuschlie­ ßen; denn diese Verhältnisse lassen sich wohl schwer, lich unter dem Namen Vaterland begreifen, eia Aus­ druck , der auch leicht zu Mißverständnissen Anlaß ge-

bea kann, da er oft zur Bezelchnuag beS Lande-, teo «fnf Pflanze ihre ursprüngliche Heimath hat, benutzt wird; endlich scheint bas durch Kunst erweiterte Vater­ land der Pflanzen auch Gegenstand der Pflanzengrographie seyn zu müssen (cfr. §. Z.). Im Dictionnaire des Sciences naturelles dagegen giebt der nämliche Der, fasser folgende Definition: „eine methodische Forschung der Erfahrungen, welche die Vertheilung der Pflanzen auf der Erdoberfläche und der mehr oder weniger all­ gemeinen Gesetze, die aus jenen Erfahrungen fich ab, strahiren lassen;" aber nach dieser Definition wird so­ wohl das Vorkommen als bas Verbreitungsverhältniß der Pflanzen ausgeschlossen, wenn man nicht das Wort Vertheilung (distribntion) ln einem sehr weitlauftigem EInne nimmt, welcher wohl schwerlich mit Etymo­ logie und Sprachgebrauch übereinstimmend seyn dürfte. Cs sd)eint bas Wort „Pflanzengeographle *)" bei 1,(10 ersten Anblick die Erde alö Gegenstand der Wissen, schaft anzudeuten, und die Dcnennung einen Wider­ spruch zu enthalten. Wenn ma» aber bedenkt, daß diese Wissenschaft daS Verhältniß zwischen der Erde und den Pflanzen bestimmt, und daß sie von einem zwiefachen Gesichtspunkte zu behandeln ist; bald so, fcaß die Erde alS Object die Vegetation als Beschaffen­ heit; bald aber so, daß die Pflanzen als Object und die Verhältnisse zur Erdoberfläche als Beschaffenheiten erscheinen; so ist brr Widerspruch nur scheinbar. In­ sofern die Wissenschaft von dem ersteren Gesichtspunkte behandelt wirb, bildet sie einen Theil der physischen •) Dieser Name ist alt, kenn nach Haller bihliotheca botame» T. I. p. 479. soll schon Men,»l sich de« Wortes dient haben.

v Geograph!«, und erhält bann passend den Namen bo­ tanische Geographie (geographia bota-

nica), nach dem letzteren Gesichtspunkte dagegen, ist sie ein Theil der Botanik,

und wird „Geographie

der Pflanzen" oder „geographische GewächSkünde" oder „Ortslehre der Pflanzen" (geo­ graphia plantarum s. botanica geogra­ phica s. topologia plantarum) zu benenne» seyn.

Cs scheint mir daher am zweckmäßigsten

die

Pflanzengeographie (Phytogeographia) und deren zwei Haupttheile: bo,

ganze Wissenschaft:

tonische Geographie und Ortslehre der Pflan­ zen zu nennen. Da also der Name Pflanzengeographle daS Wesen der Wissenschaft ausdrückt und überdies durch den Ge, brauch schon Bürgerrecht gewonnen hat, so scheint enicht nothwendig

eine neue Benennung einzuführen.

Statistik der Pflanzen würde schwerlich so paf, send seyn, da man aus dieser Benennung auf eine Un­ tersuchung des ganzen jetzigen Zustandes der Vegeta­ tion und nicht allein auf eine Untersuchung der Ver­ hältnisse zur Erdoberfläche, schließen möchte.

§.

.

2

Verhältniß der Pflanzengeographle

zu an­

dern Wissenschaften. Die Pflanzengeographle läßt sich natürlich alS ein Theil der Eewächskunde oder Botanik (Phytologia) ansehen, da diese Wissenschaft alle die Pflanzen betref­ fenden Gegenstände umfaßt.

Sie ist ferner ein Theil

der beschreibenden Botanik (Pbytographia), weil man in diesem Theilt der Botanik, eben sowohl alS indem,

IO

welcher die äußeren Formen und den inneren Bau be­ handelt,

die Beschaffenheiten der Pflanzen darstellt;

allein da sie die Pflanjen nicht isellrt, sondern im Der, hältnisse jur äußeren Welt berücksichtiget, nähert

fle

flch allerdings dem forschenden oder speculatl« den Theile der Botanik.

Auch hierin erblicken wir ei,

nen Unterschied der Geographie und der Geschichte der Pflanjen, denn die letztere ist nicht beschreibend.

t'-’ T»

AuS einem andern Gesichtspunkte kann, wie schon oben

angedeutet ist,

die Pflanzengeographle alS ein

Theil der physischen Geographie und folglich der allgemeinen Geographie betrachtet werden, wenn nämlich diese Wissenschaft In einem so weitläufigen (Sinne genommen wird, daß sie die Erdoberfläche und die sich darauf befindenden Körper beschreibet.

Die

Geschichte der Pflanzen dagegen ist kein Theil der phy­ sischen Geographie, weil sie nicht beschreibend ist, wohl aber der Geschichte der Erde, insofern diese nicht nur die Ereignisse der anorganischen sondern auch die der organischen Körper behandelt.

Beide Wissenschaften,

die Geographie und die Geschichte der Pflanjen, kö», nen endlich als Theile der Geologie angesehen wer, den, dies Wort in einem so weiten (Sinne genommen, daß es alle physischen Wissenschaften umfaßt,

deren

Gegenstand die Erde und ihre Bewohner ist. Dir übrigen Verhältnisse der Pflanzengeographle 1« andern Wissenschaften, «erden auS §. 4 und 5 erhellen.

§. 3» Ei nt Heilung. Außer bet schon in §. 1. erwähnten Elntheilung Nt Pflanjengeographic »n die Ortslehre der Pfla»,

jen und die eigentliche botanische Geographie, zerfällt diese Wissenschaft, wie die mrhrsten, in bi« theoretische, welche die Kenntniß der jetzigen Ver­ hältnisse der Pflanzen zur Erdoberfläche darstellt, und die praktische, welche die so erworbene Kenntniß auf andere Wissenschaften, Künste oder die Geschäfte beS bürgerlichen Lebens anwendet. Ferner ist die Pflan­ zengeographie entweder allgemein, indem sie die örtlichen Verhältnisse der Pflanzen für die ganze Erde, oder speciel, indem sie dieselben nur für ein beson­ deres Land, Gebirg u. s. w. berücksichtiget. Eine all­ gemeine Pflanzengeographie ist noch nicht geliefert wor­ den, von speciellen hat man ln neuern Zelten verschie­ dene bekommen, unter welchen die Werke Humboldts über Südamerika, und die von Wahlenberg über Lappland, die Schwei; und die Carpathen vorzügliche Aufmerksamkeit verdienen. k. Decandolle gedenkt in dem Dictionnaire d’agriculture auch einer agronomischen Geogra­ phie, welche die geographischen Verhältnisse der zum Ackerbau benutzten Pflanzen behandeln sollte. Die geo­ graphischen Verhältnisse dieser Pflanzen scheinen mir aber in der Pflanzengeographie ihren Platz haben zu müssen; man könnte alsdann mit der nämlichen De, fugniß eine Forstgeographie, Geographie der Gartenge, wächst u. s. w. als besondere Wissenschaften aufstellen. Insofern man bei der Darstellung der örtlichen Pflanjenverhältnisse vorzugsweise die Anwendung berückstch, tlgrt, werden sie in der praktischen Pflanzengevgraphie behandelt. Zufolge des in §. i. gegebenen Begriffes, zerfällt diese- Handbuch brr allgemeinen Pflanzengeographie in

12

drei Abtheilungen.

Di» erst« enthält dle auS der

Pflanzenphyflologie,

Meteorologie,

Klimatologie junb

andern physischen Wissenschaften entlehnten Satze, wel­ che der Kenntniß der örtlichen Pflanzenverhältniffe noth­ wendig vorausgehen müssen: diese Abtheilung stellt näm, lich die äußeren Momente dar, welche die ört­ lichen Verhältnisse der tPfanzen bedingen. Dle zweite Abtheilung

betrachtet dle verschie­

denen Pflanzenformen mltRücksicht auflhre örtlichen Verhältnisse, enthält;alfo die OrtS, lehre der Pflanzen (Topologia plantamm); dle dritte endlich untersucht die Vegetations-Ver­ schiedenheiten,

welche

die verschiedenen

Theile der Erdoberfläche darbieten; ist also die eigentliche botanische Geographie (Phy-

togeographia sensu strictiori).

§. 4» Quellen und Hülfsmittel. r.

Die übrigen Theile der Botanik.

Hauptqnellen der Pflanzengeographie sind

Die

diejenigen

Werke, welche die Pflanzen unterscheiden und beschrei­ ben. Die allgemeinen Werke, welche alle be­ kannten Arten umfassen'(-?ocie« plantarnm, systemata u. s. w.) würden dse wichtigsten und nützlichsten Quel­ len seyn, wenn die Verfasser den pflanzengeographischen Verhältnissen gehörige Aufmerksamkeit gewidmet hätten; allein diese werden so kärglich»

unvollständig und oft

unrichtig angegeben, daß diese allgemeinen Werke «ine sehr geringe Ausbeute geben.

Oft wird rin ganz spe­

cieller Standort von einer sehr ausgebreiteten Pflanzeoart angeführt, oft sind nicht einmal alle diejenigen

15 Stanbörter angegeben, welche aus den im Werke selbst angeführten Synonymen sich ableiten lassen; die Höhe über dem Meere, auf welcher die Pflanzen vorkommen, ist fast nie erwähnt, oft nicht einmal ob die Pflanze kn den Alpen, auf den Bergen ober in der Ebene wächst. Das Vorkommen wird gewöhnlich auch sehr unvollstän­ dig angeführt.

Erst in DecandolleS System wirb

den örtlichen Verhältnissen gebührende Aufmerksamkeit gewidmet, und dieses Werk wird daher auch für die Pflanzrngeographle sehr wichtig werden. Nützliche Beiträge zur Kenntniß der geographischen Verhältnisse der Familien und Gattungen geben die Mo­ nographien; gewöhnlich ist die Synonymie voll­ ständiger und die örtlichen Verhältnisse sind ausführli­ cher als in den allgemeinen Werken behandelt; wird wie in Browns Monographie der Proteaceen eine pflanzengeographische Uebersicht vorausgeschickt, so ist der Nutzen um so bedeutender.'

Weil sie aber doch nur

die geographischen Verhältnisse der abgehandelten Fa­ milien und Gattungen geben, so sind in dieser Rücksicht die Floren wichtiger.

Wenn eine Flora nicht nur die

Arten aufzählt und beschreibt, sondern auch eine Ein­ leitung über die sämmtlichen physischen Beschaffenhei­ ten des kandrS oder der Gegend liefert, wird sie für unfern Zweck um so vorzüglicher.

I" den ältern Flo­

ren waren dergleichen Einleitungen nicht selten *), spä­ ter aber meinten die Floristen ihre Pflicht durch Auf­ zählung und Beschreibung der Arten erfüllt zu haben, und sich ein größeres Verdienst zu erwerben, wenn sie *) Haller hlatoria itirpiuru Helvetiac» Lina* Tiara Lappou ica,

*4

die Zahl der oft wirklich aufgestellten Arten recht groß machten, als wenn sie die Vegetation deS Landes mit den klimatischen Verhältnissen in Verbindung brachten. Nur in der neuesten Zeit hat man angefangen, die Wich, tigkeit jener allgemeinen Uebersicht der Landesbeschaf» fenhett für die Floren einzusehen. Als Muster einer Flora in dieser Rücksicht verdient besonders die Flora lapponica von Wahlenberg angeführt zu werden. Außer den eigentlichen Floren, sind botanische Be­ schreibungen einzelner Gebirge oder anderer Theile ei­ nes Landes, welche man botanische Ehorographien benennen könnte *), gute Quellen der Pflanzengeogra­ phie. Außer den Eigenschaften, welche solche Werke, ihrem nächsten Entzwecke nach, haben müssen, nämlich Kritik in Rücksicht der Arten, Sorgfalt in Darstellung der Synonymie, Genauigkeit der Beschreibungen u. s. w., fragt es sich in Hinsicht der Floren, welche Pflaa, zen in denselben aufgenommen werden müssen. Einige Floristen führen nur solche Pflanzen an, die vermeint, lich ursprünglich wild sind, nicht aber solche, welche verwildert sind; - andere nehmen auch diese auf, wenn sie ziemlich häufig vorkommen, schließen aber die ange­ bauten Pflanzen aus; einige endlich nehmen auch bald mehrere oder wenigere von den angebauten auf **)♦ *) I. B. Pollini vlasgio ->1 I.agn Hi ganla e al monte Baldo. Hartmann Beskrifning pa Areskutsiället. ••) Keiner hat rocht in dieser Rücksicht den Gegenstand einer Flora weiter ausgedehnt als Seetzen (über die Pflanzen« «erjeichnisse gewisser Gegenden. Usteri Annalen, 16 St. >795» 8V: der Psian-

zengeographie entwickelten Gesetze willkommen seyn. Für die botanische Gärtnerei Ist die Pflanzrngcographie die Grundlage; denn das Haupterforderniß dieser Kunst ist die Kenntniß des Vorkommens und der Vcrbrcitungsbezirke der Pflanzen. Aus diesen Grunde

Ist sie auch für den Ackerbau, das Forstwesen, die gewöhnliche Gärtnerei, von Bedeutung — denn die Grundlage aller dieser Ist die Kenntniß der Verhältnisse zwischen den Pflanzen

und den äußeren

Momenten, welche durch Erfahrungen über daS Vor­ kommen und die Verbreitungsbezirke am besten erläu­ tert «erden.

Die Fragen: welche Gegenden als Wald,

welche als Acker oder Miese zu benutzen sind; welche fremden Bäume und Kräuter mit Vortheil in ein Land eingeführt werben können,

und eine Menge ähnlicher

Fragen, werden durch Hülfe der Pflanzengcographie beantwortet.

Es ist indessen nicht zu läugnen, daß auf

dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft, diese eher von der Landöeonomie, Forstwissenschaft und Garten­ kunst unterstützt wird; sicher wird sie aber, zu elaem bedeutenden Grade der Entwicklung gebracht, reichlich jene Vortheile vergelten können. — Als wichtig für Ackerbau, Forstwesen u. s. w. hat die Pflanzrngeographie auch für die Staatsöconomen

Interesse.

Eine gute

pflanzengeographtsche

Karte kann j. B. oft einen bessern Ueberblick über die productive Kraft eines Landes und die Möglichkeit feldige zu erweitern geben, als viele statistische Tabellen. Dielen kostbaren Projekten wird durch genaue Kennt, nlß der gegenseitigen Verhältnisse deS Klimas und der Vegetation vorgebeugt.

ri

K.

6.

Geschichte und Litteratur. Eine Wissenschaft entsteht nicht auf einmal;

di«

Hauptideen existiren alS hingeworfene Im Vorbeigehen berührte Gegenstände, werden auch wohl einzeln abge­ handelt, ehe man ahnt, daß diese Ideen dereinst einen selbstständigen Zweig unseres Wissens ausmachen wer­ den.

So auch die Hauptidrcn der Pflanzeugeographie.

Daß die Pflanzen in einem bestimmten Verhältnisse zu dem Klima stehen, daß die Arten, Gattungen und Fa­ milien nicht zufällig, sondern nach bestimmten Natur­ gesetzen auf der Erdoberfläche vertheilt sind,

war zu

ausfallend, um nicht jedem aufmerksamen Beobachter tu die Augen zu fallen; allein der Erfahrungen waren nur zu wenige, die Neigung der mehrsten Botaniker bei der bloßen Kenntniß der äußeren Formen stehen zu bleiben, war zu allgemein, und die Pflanzenphysiologie stand auf einer sehr niedrigen Stufe;

dies veranlaßte,

baß man die örtlichen Verhältnisse der Pflanzen nicht cid cm Ganzes im Zusammenhange betrachtete, sondern nur hie und da machte.

im Vorbeigehen darauf aufmerksam

2« Aeiscbeschreibungcn, in einigen Floren und

physiologischen Werken findet man

daher

die

ersten

2deen der Pflanzeugeographie, aber zerstreut und ohne inneren Zusammenhang. Tonrnefort (voyage an Levant) sah auf dem Berge Ararat, daß die Vegetation sich nach der Höhe über der Mceresfläche andere, daß am Fuße die Pflan­ zen Kleinasiens, auf der mittlern Höhe die von Frank­ reich, auf der Spitze die lappländische Flora sich zeigte, titttti führte diese Idee in seiner Abhandlung de tel-

larie habitabili* im romentu, weiter aus, gab iß sei #tt Philosophie botanica und einer Abhandlung, 8>a tiones plantarum, eine Terminologie der Standörkr anb behandelte in einer andern Abhandlung, coloniae plantarum, die Migration der Pflanzen. Seine Fiera lapponica enthalt nicht bloß eine Auszählung der lapp ländischen Pflanzen, sondern macht auch aufmerksam auf die Verschiedenheiten der Vegetation, welche die verschiedenen Standörter und die verschiedene Hche Aber dem Meere hervorbringen. Aehnliche allgemeine Ansichten enthalt Hallers hi.toria si.-pimn llel vetiae und Forskals Mora aegyptico - arabka Adanfon bemerkte in seinem Werke, familles de« plante«, daß dir Schirmpflanzen lnnerhalb der Wende kreise säst fehlen, und leitete auch auf andere Weise die Aufmerksamkeit auf die Verrhellung der Pflanzen familien. Saussure wurde durch seine vielen pflan zenphysiologischen Versuche auf den Einfluß des M was aufmerksam; er berücksichtigte besonders die Höhe welche die Pflanzen über dezn Meer erreichten, und mar vielleicht der erste, der zu diesem Zwecke Barometer Messungen benutzte. Ne ynie r lieferte im Journal de Pbysitfuo eine Abhandlung über den Einfluß des Hö henunterfchiedes auf die Vegetation. 9t a in o n b gab Beiträge zur Bestimmung der Höhe welche die pflan zen in den Pyrenäen erreichen. Aoung bestimmte die nördlichsten Grenzen der wichtigsten angebauten pflan zen, des Oelbaumrs, des Weins und des Mals. Gk rand-Soulavir unterschied für Las südliche Front reich die Region der Orange», deck Oelbaumö, des Weinstocks, der Castanie und die der Alpen, und gab dadurch einen Wink zu der pstanzengeographischen Ein

55 Heilung eines Landes.

In t>trfd)ltbmn Handbächrm

j. P» Wjlbenows Grundriß unb ©enebier phy-

,ioIogie vegetalc T. 5. findet «Mir wyhl gewöhnlich du Capitel, mit verschiedener Ueberschrift, worin die Pflanzengeographischen Gegenstände abgehandelt werden, »brr freilich nur fragmentarisch und mit andern Ge­ genständen vermischt« Auf diesem'Standpunkte stand die Pflanzengeogra, phie zu Ende des vorigen Jahrhunderts; in dem setzigrn hat fie Riesenschritte gemacht.

Strohmeyer

gab in seiner Dissertation igoo einen Entwurf der Wis­ senschaft, der er den Namen geographische Geschichte der Pflanzen beilegt, und behandelt einen Theil dersel, hen, nämlich die Grenzen der Pflanzenwelt.

Trevl-

ranus Biologie 2, B. enthalt manches zur Pflanzen­ geographie gehöriges;

er war ohne Zweifel der erste,

der mit einer gewiss?« Vollständigkeit auf die VertheilungderPflanzensamilien aufmerksam machte; ertheilte dir Erdoberfläche in Regionen oder Hauptfloren; alleia die wenigen vorhandenen Materialien machten, daß die ton ihm aufgestellten Gesetze größtentheils unzuverläs­ sig jinbi

k« von Buch beachtete auf seiner Reise in

Norwegen und.Lappland dft pflanzengeographischen Phä­ nomene; er bestimmte mit Hülfe drS Barometers die Höhe der Pflanzen über dem Meer, und suchte auch die Mitkelkemperatur, bei welcher die Pflanzen vorkom­ men, festzusetzen.

D e c a n d 0 l l e theilte Frankreich in

Regionen nach der Vegrtationsverschiedenheit und be­ handelte den Einfluß der Höhe auf die Pflanzen.

Im

Jahre 1807 erschien Humboldts esaai sur la gdo-

graphie des plante» und Tableau physique de» regions aequinoctiale». Sein Essai war zwar UUk eine

=4 Skizze; das tableau enthielt auch keinesweges eine voll­ ständige Vergleichung des Klimas mit der Vegetation; allein da er das wichtigste der Wissenschaft hervorhob, da ec auf eine frappante Art so viele früher nur isolirt betrachtete physische Phänomene vereinigte und durch eine Zeichnung die Sache noch mehr versinnlichte; muß­ ten diese Werke nothwendig ein allgemeines Interesse für die Sache erwecken und Epoche machen. Seine „ Ansichten der Natur " wirkten zu nämlichem Zwecke. —■ Darauf folgten die Werke Wahlenbergs. Seine Flora lapponica brachte die Pflanjengeographi'e um vieles weiter. Er war wohl der erste, der recht deutlich zeigte, daß die Mitteltemperatur keinen sichern Maaßstab der Vegetation abgiebk, und oaß man auf die Vertheilung der Wärme in den verschiedenen Jah­ reszeiten Rücksicht nehmen muß; er war der erste, wel­ cher eine ausführliche Vergleichung der Vegetation, so wie die Vertheilung der Familien vollständig darstellte, und es ist nur zu bedauern, daß er die LInnelschen und nicht die Jussieuischen Familien wählte. Später lieferte dieser Verfasser zwei gleichfalls sehr wichtige Werke, nämlich über die nördliche Schweiß und über die Car, pathen; er befolgte in diesen in der Hauptsache die nämliche Darsiellungswelse als in jener Flora; berich, kigte seine frühere Theorie über die Erdtemperakur als Maaßstab der Vegetation, und gab seine» Ansichten eine größere Allgemeinheit, weil er Schwede» mit der Schweiß und beide mit den Carpathen verglich. In einer Ab­ handlung, im Magazin der Gesellschaft naturforschender Freunde, machte er auf den Unterschied der Küstenund Continental-Vegetation aufmerksam. Beiträge zur Kenntniß der pflanzcngeographischen Verhältnisse auf

betn Caucasus lieferten Engelhardt und Parrot. Im Jahre 1814 machte R. Brown seilte general remarks on the botany of Terra australis. 6e(6linf# In dieser Abhandlung ist die Derthellung' der Pflan, zenfamilien mit vieler Kritik und Gründlichkeit behanbeit, des Verfassers genaues Studium der natürlichen Verwandtschaften und die vielen Mittel, welche ihm zur Vergleichung der Pflanzen Neuhollands mit denen andrer Welttheile zu Gebote standen, mußten dieser Arbeit einen bedeutenden Grad von Vollendung geben. Dagegen ist der Einfluß des Klima- auf die Vegeta­ tion gar nicht berücksichtigt. Dis jetzt war man bei einzelnen Ländern stehe» geblieben und wagte nicht allgemeine Gesetze für die ganze Erde aufzustellen. Diesen Schritt that Hum­ boldt im Jahre 1815 ln der Einleitung zum botani­ schen Theil seiner Reise, und machte so zum zweiten Male Epoche. Kurz nachher, nämlich 1817, erschien seine Abhandlung sur lo lignes isothermes, welche die Lehre von der Vertheilung der Wärme auf der Erd­ oberfläche in ein System brachte, und deshalb, so auch weil sie eine Menge pflanzengeographischer Materialien enthält, für den Pflanzengeographen unentbehrlich ist. Zur nämlichen Zeit lieferte Decandolle einen inter­ essanten Beitrag zur Pflanzengeographle Frankreichund zur Lehre von dem Einflüsse des Höhenunterschie­ des, und im folgenden Jahre lieferte R. Brown eine Uebersicht über die Vegetation am Flusse Congo nach dem Herbarium von Christ. Smith; in welcher er, so wie in jener über Neuholland, vorzüglich die Verthcilung der Familien berücksichtigt; doch enthalt sie auch Untersuchungen über die Identität einiger Eon-

s6 gop-a»teu mit denen ln entferntern Ländern gefunde­ nen. Aehuliche Uebersichten lieferte Hornemann für Guinea und Dänemark/ und v. Buch für die canart» schen Inseln. — In dem folgenden LItteraturrVerzelchnisse habe ich nicht nur die Werke und Abhandlungen angeführt, wel­ che diese Wissenschaft jum Haupt - Gegenstände haben; sondern auch solche, die nur einzelne hleher gehSrtge Bemerkungen enthalten, wenn sie von einiger Bedeu­ tung waren. — Adanson (M.) famillea des plante« 9 r parties. Varia 1763. gvo. Bartling (F. T.) dissertatio geographico -botanica de litloribus ac insalis maris liburnici Hannoverae 1820. 3vo. Bonne in aison gcographie botaniqne da De­ partement dn Finisterre (Journal de Botanique. Vol. 3.) 8vo* B o r y de St. Vincent voyage dans les quatre principales iles des mers d'Afrique T. 1 — 5- Paris 1G04. Svo. Bossi (L.) Applicaraone del sistema di geographia bvtanica del eign. Dccandolle al regno . d’Italia (Giornale della eocietä d’incorraggiame/ito. 7. N. III. Septbr. igog.) Bove (A) dissertatio inauguralis de methodo Floram regionis cujnsdam condncendi. Edmb. 1817. 8vo. Brisseau-Mirhftl (C. F.) Blumen» de phy•iologie vegetale et de botaniqne. Part. I — II. Paris igi5. Svo.

27 B reoch i (G. B.) memoria aulla valle di Fasse. Milano 1811. 8vo. Brown (R.), on the Proteaceae of Jossicn. Transactions of the linnean Society. Vol, 10. T. I. London 1Q10. 4to. — general remarks geographical and systematical on the botany of Terra australis. Lon­ don i8i4. 410. — observations, systematical and geographical on Prof. Smiths collection of planta frotn the vicinity of the river Longo. (Tockey (J. K.) narrative of an expedition to explore the river Zaire and a Journal of Prof. Chr. Smith etc. London 1818 4to.).

Buch (8. v.) über die Temperatur von Rom (Gil­ berts Annalen der Physik. 1806, 3. Band, 2. St. pag. 236. 8 vo.),

— Reise durch Norwegen und Lappland. 2 Bände. Berlin 1810. 8>o. — über die Gränzen deS ewigen Schnee- Im Nor­ den (Gilberts Annalen 1812. 5. S. p. 1.). — Allgemeine Uebersicht der Flora aus den canarkschui Inseln (Abhandlungen der Königlichen Aka­ demie der Wissenschaften zu Berlin, au- den Jah­ ren 1816 — 17. Berlin 1819» 4w.). Decandolle (A. P.) ct Lamarck (J. B. de) Flore fran^aise. 3iöme edit. 1. I. Partie 1. Paris 1805. ßvo. —

raports des voyages botaniqnes et agronolniqucs , impriiiu s parmi ceux de la soeiäte U'agricuUure de Paris rßo2 — i3i4 3vo.

memoire sur la geographie des plante* de France (mcmoires de la societc d’Arcuoil T, 3. Paris 1817. 8vo.). — regni vegetabilis systema naturale, vol. 1 — 2; Paris 1818— 21. 8vo. — article: geographie agricole et botanique. Dictionnaire d'sgriculture. Paris 1819. 8vo. article: geographie botanique. Dictionnaire des Sciences naturelles. T. 18. Paris iQ20. 8vo. Delile (A. R.) Florao aegypticae illustratio. Description de l’Egypte. Histoire naturelle T. 2. Paris 1812. folio.

Engelhardt (M. v.) und Parrot (F.) Reise In die Krim und den Kaukasus. 2 Theile. Berlin 1815. 8vo.

Flürke (H.) Ueber die Abstufungen der Vegeta­ tion tut Salzburgifchen Gebirge. (D. H. HsppeS Taschenbuch auf daS Jahr 1800. Regensburg. 8vo.). Forskal (P.) Flora aegyptico-arabica. Hauniac 1776. 4to. Förster (G.) Plantae magellanicao (Commentationcs societatis Gocttingensis. ad. ann. 1787 — 88- Vol. 9. Gottingao 1789. 'Ho.).

— Derläufige Schilderung des NordeuS von Ame­ rika (Kleine Schriften Th. Berlin 1794. 8vo.). Förster (I. R.) Bemerkungen auf seiner Reise um die Welt. Berlin 17S3. 8vo. 3»

Giraud-Soulavio Geographie physique des vegetaux de la France mcridionale (Histoire naturelle de la France meridionale. 2 Part. T. 1. Paris 1782. ovo.)*

29



gcographie de la nature (Rotier observatiune eur ia Physiqne etc. T. XVI. Paris 1780. 4to.). Cmelin (f. G.) Flora «ibirica. Petropoli. T. I. 1747. 4to. Haller (A. v.) Iliatoria stirpium indigenarom Helvetiae. T. 1. Bernae 1768. folio. Hartmaan (C. T.) Beskrifning paa AreSkutfjäklet (Beschreibung des Berges Areskutan); — Kongl. DetenskapS Akademien- Handlingar >8>4. 8vo. —

Physiographifka Observatkoner under ea Res«

genom vestliga Delen af Gestrikland, Hrlstngland vch Iemtland (Phyflographlsche Beobachtungen auf einer Reife durch den westlichen Theil von Eestrikland u. f. w.). — ibid igig. gvo. Hornemann (I. W.) fragmentariste Bemorknin» ger paa en Reise i Norge (fragmentarische Be­ merkungen auf einer Reise in Norwegen). — Ekandinarisk

*

Litteratur- ©elstabs

s. B.

Kpöbenhavn 1807«

©fristet 3 Aarg.

— observationes de indole plantarum guineensiom. Hauniae 1819. 4to. —

Bewärkninger angaaende Forskielligheden af Ve­

getationen i de banske Provindser (Bemerkungen über die Degetatlonsverschledenhelten in den dä­ nischen Provinzen). ©krifter.

Danske Vlbenskabers Selfkab-

Kjöbenhavn 1821. 4to.

Humboldt (A. v.) Florae Fribergeosis epeoimen et aphorismi ex doctrina physiologiae chemicae plantarum. Berolini. 1795. 4to. — etA. ßonpland Essai eur Ia geographie des plantce accompagne d’ua tableeu pbyei-

«jue de» rdgions dquinoctiales.

Pari» 1807

fol. — Ansichten der Natur. I. Band. Tübingen 1808, 12010.

— Essai politiqne sur le royaume de Ia nouvelle Espagne. T. Ssieme. Paris 1811. 8vo. ~ De distributione geographica plantarum secundum coeli temperiern et altitudinem montium» Prolegomena ad nova genera et species plantarum etc. VoL I. Paris i8i5. 4to; auch für sich: Paris 1817. 8vo, und ein Auszug: sur le» lois que Von observe dans la distribution des formes vegetales. Paris iZi6. ^fentlit fßtttt

Verglichen werden: „Einige Bemerkungen über zwei die Pflanzengeographie betreffende Werke des Hrn. v. Humboldt," in Jahrbücher der Gewachskunde 2* B. i. Heft. Berlin und Leipzig x8t8. 8vo. — voyage aux fregions equinoctiales du nou­ veau continent. Partie historique. T. I — VI. Paris 1816 — 50. 8vo. — Des lignes isothermes et de la distribution de la chaleur sur le globe (memoires de la »ociete d’Arcueil. T* 3« Paris 1817. 8vo.), —i sur les lois que Von observe dans la distri­ bution des formes vegetales (Dictionnaire des scienctis naturelles T. 18. p. 422. Strasbourg et jNris rg2t. 8vo.).

Kasthöfed (Kl.) Bemerkungen über die Wälder Und Alpen des Bernerischen Hochgebirges. Aarau 1818. 8vo. Kielmaün, Ueber die Vegekatkon auf beti Hochge­ birgen (H-ppes botanisch. Laschend. 1805. 8vo.)

Lavy SutUenes plantarnm Pedemontis sndigenaruiD. Taiirini 1801. 8vo. Link (H. F.) Florae Goettingensis spccimen aistens vegetabilia 60I0 calcareo propria. Göt­ tingas 1789 ßVOe — Auch in Usteri delectns opnsculorum botanicortitn. VoL L Argenforati 1790. 8vo.

— Einige Bemerkungen über den Standort der Pflanzen (Usteri Annalen der Botanik 14 St. 1795* 8vo.)*

— Oie Urwelt und bat Alterthum, erläutert durch die Naturkunde. I. Th. Berlin 1821. 8vo. Liane (C.) De telluria habitabilis increraente. 1745. (Amoenitated academicae. VoL 2. Bolmiae 1761» 8x0.). — Stallones plantarnm. »754. (ibid. VoL 4. Holmiac 1769). ~ Coloniae plantarum. 1768. (ibid. VoL 8. Er-» langae 1780). — Flora Lapponica. Cnra J. E. Smith. Londini 1792. 6vo. Philosophia botanica. Edit. 4. cnra Spren­ gel. Halae 1809. 8vo.

Pallas (P. S.) Reise durch verschiedene Provin­ zen des russischen Reichs. Frankfurt und Leipzig. 3 Theile 1776 — 78* 8vo. «— Flora Rossica. T. 1. P. 1 — 2. Lipsiae I7A9 — 90. 8vo. Pollin i (C.) Viargio &1 lago di Garda e al monte Baldo. Verona 1816. 8vo. Rafinesque-Schmält* (C. ) Oaservaniöni sopra il clima dclla Sicilia (Lo specehio delle

5* scienee o giornale enciclopOdico di Sicilia i8i4. fase. !.) — Chlora Ethnensis (Rocupero Storia natu­ rale e generale delVEtna. Catania 1815 4to) Raraond (L.) Observations faiies dana lus Pyrenecs. 2 vol. Paris 1789. Svo* ~ Etat de la Vegetation an sommet da Pic du midi (Decade philos. polit. et litter. Van 4 de republ. No. 60. Usteri Neue Annalen der Bo­ tanik LZ. St. 1791 8vo;. *



De la Vegetation sur les montagnes (Anna-

les da Museum d'histoire naturelle. T. 4* Paris igo4. 4to. Reynier (L) De rinfluence du climat Bur la forme et la nature des vegutaux (Journal d'histoire naturelle. T. 2. Paris 1792 4to).

Kittet (C.) Tafel der Culturgewächse in Europa. Schnepfenthal ohne Jahr *). Rudolphi (K. 21.) Ueber die Verbreitung der ot; ganischen Körper (Beiträge jur Anthropologie und allgemeinen Naturgeschichte. Berlin 1812. 8vo). Saussure (H. B.) Vruyages dans ^Ics aipes. 4 Tom. Neufchatel 1779 — 96. 4to. Schouw (J. F.) Dissertatio de sedibus originariis plantarum. Hafniae 1818. ft\o.

tzeetzen (U. I) Ueber die Pflanzenverzekchnisse ge­ wisser Gegenden. Usteri Annalen i6. S. 1795» 8vo. Senebier (J.) Physiologie Atgtlalc T. 5. Geneve Fan g. 1801. 8vo.

Smith •) In Sprengel- Grundzügen S 333. werden sechs Karten an­ gegeben, die mir aber nicht bekannt sir.d.

53 Vmith (Christ.) nogle Jagttagelser tfdr oett Jis« fieldene, paa en Fieldreifr t Norge 1812 («in!-« Bemerkungen vorzüglich über die Gletscher, auf ei« ver Gebirgsreise in Norwegen). — Topographtsk« statlstlske Samllngrr, udglvne af Selfkabet for Nor« ger Del. 2 DeelS 2 Bind« Chrifliaaia. ig*7 8vo.

__

Journal (Tuckcy

narrative etc.

vide st.

Brown). Sprengel (K.) über die Natur uud den Dan der —

Gewächse. Halle igi» 8vo. und Decandolle Grundzüge der Wissenschaft,

lichen Pflanzenkunde. Leipzig 1820. 8 0. Sternberg (C. v.) Reife in den rhätischea Alpe» —

im Sommer 1804. Nürnberg 1806. 8vo. botanische Wanderung in den Böhmer-Wald.

Nürnberg 1806.

Stromeyer (!'.) Diesertatio sietene hiatoriae vegetabiliam geographicae apecimen. Göttingae 1800. 4to. Thonberg (C. P.) et stobaahm Disaertatio geographiam plantarum cultarum adombrana. Upsaliae i8i3. Titford Sketche« towarda a hortua botaniene americanns; table of climates and habitata of plante. London 1811 41° *)• Tonrnefort (J. P ) Relation d’on voyage da Levant. Vol. Z. Lyon 1717. 8vo. Treviranus (G. R.) Biologie oder Philosophie der lebenden Natur, ater Band. Göttingen 1803. 8vo. ») Kenn» ich nui eut Spren-ew Trundjugen

C

6#

91 — *37.

Villar» Mietoire und Le­

bermoose (Magazin der Gesellschaft naturforschcuderFreunde zu Berlin. iSn. 3 Quart. Berlin.4wb — Flora lapponica. Bcrolini 1012. bvo. — Tentamon de Vegetation© et elimatc in Hel­ vetia septentrionali. Turici i8*3. bvo. — Flora Carpathorum principalium. Gbttingac 1014. 8vo.

Wtlldenow (k.) Beitrage zur geographischen Ge‘ schichte des Pflanzenreichs. (Uflert neue Annalen 16. Ct. 1797. 8vo.) — Einige Bemerkungen über die Pflanzen der Klasse Syngenesia (Magazin der Gesellschaft naturfor, schender Freunde zu Berlin ig7 2 Quart. 410). — Grundriß der Krauterkunde. Berlin 1810. gvu. — Allgemeine Bemerkungen über den Unterschied der Vegetation auf der nördlichen und südlichen Halbkugel der Erde. ibid. ign. 2 Quart« 4to. Winch (N. J.) Essay on the gcographical dietribution of plants trongh the conntries of Northumberland etc. Newcastle 1819. 8vo. Y o u n g (A.) Travel» in France in the years 1787 — 1789. Bary St. Edmunds. 1792. 4*°* Ynlo (J.) On the phyeical distribution of Coniferae and tlieir affinity with the Ephcdraceae Eliub. l'hilosuphical Journal. 1019. No. 11 ).

isie Abtheilung. Von den äußeren Momenten, welche die örtlichen Verhältnisse der Pflanzen bestimmen.

§. l. In dieser Abtheilung, welch» alS Einleitung zu de« beiden übrigen zu betrachten ist, werden vorzüglich fol­ gende Fragen zulbeantworten seyn:

1. welche äußeren

Momente bestimmen die örtlichen Verhältnisse der Pflan» gen?

2. auf welche Weise wird es unS möglich, dle

Verschiedenheiten der einzelnen Momente auf der Erd­ oberfläche kennen zu lernen? und 3. wie lassen fich diese Verschiedenheiten auf eine für die Vergleichung mit den Orts - Verhältnissen der Pflanzen bequeme Art darstel­ len.

Oke erste Frage wird kn der Pflanzenphyflologle

und Pflanzenchemie beantwortet, die beiden letzteren ge­ hören theils zu den verschiedenen Theilen der Physik, besonders aber zu der Meteorologie, theils zu der Geo, gnosie, de(1, Prevost sur la chaleur rayunnunte. A, Humboldt des ligues isothermes etc.

4° in unsern nördlichen Klimaten die Vegetation im Win­ ter größtentheilS unterbrochen wird; daß jede Pflanze, um zu keimen, blähen und reife Frucht zu tragen, einer gewissen Temperatur bedarf; daß wir durch künstliche Wärme solche Pflanzen ziehen können, die bet der na­ türlichen Wärme deS Landes nicht fortkommen u. f. w. Eben so einleuchtend ist es, daß die Temperatur unter den verschiedenen Momenten, welche die örtlichen Pflan, zenverhaltnlsse bestimmen, der wichtigste ist. Bei einer Vergleichung verschiedener Grade der Breite, bemerken wir in der Vegetation auffallende Unterschiede, selbst wenn die mittlere Temperatur nur um wenige Grade abweicht; während ein ziemlich bedeutender Unterschied der Hydrometeore einen weit geringern Einfluß zeigt, so findet man oft beinahe die nämlichen Pflanzenarten an zwei Orten, von welchen auf den einen doppelt so viel Regen jährlich fällt, alS auf den andern. Aehnliche Verhältnisse finden bei der verschiedenen Beschaf­ fenheit deS BodenS und der übrigen äußeren Mo­ mente Statt. Wie nun die Wärme auf die Pflanzen einwirkt, ob nur mechanisch auf die festen und flüssigen Theile derselben, oder, was wohl wahrscheinlicher ist, zugleich physiologisch durch Erweckung der verschiedenen Aeu, gerungen derikebenSthätigkeit; find Fragen, welche noch nicht befriedigend beantwortet worden, dem Pflanzenphyfiologen aber zur Auflösung überlassen werden müssen. — Wünschen wir dagegen die Verschiedenheiten der Wärme in den Zonen und übrigen Theilen der Erde kennen zu lernen, dann können wir zwei verschiedene Wege einschlagen; — entweder berechnen wir theore.

41 tisch die Sonnenwärme, welche nach der Stellung und Bewegung der Erde einer Jone oder einem gegebenen Orte zukommt; und dieS ist die ältere Methode; — ober wlr vergleichen die in verschiedenen Theilen der Erd, oberfläche gemachten Thermometer-Beobachtungen, und abstrahiren auS diesen Erfahrungen allgemeine Natur­ gesetze. — Halley, Makran, Euler und Lambert sind es, welche die Dertheilungsgefetze der Warme auf der Erdoberfläche zufolge einer theoretischen Berechnung der einer jeden Zone zukommenden Sonnenwärme ent, «orfen haben *); allein die aus diesen Theorien herge­ leiteten Folgerungen, stehen mit den wirklichen Beobach, tungrn in einem so großen Widerspruche, daß sie, in der Pflanzengrographie wenigstens, alS unbrauchbar zu betrachten sind **). ES liegt aber auch schon in der Natur der Sache, daß eine nur auS dem Verhältnisse der Erde zur Sonne berechnete Verthrilung der Wärme mit den Erfahrungen nicht übereinstimmend seyn kann. Selbst wenn die Erdoberfläche völlig eben und überall von gleichartiger S5efd>. .v ..yelt wäre, würde eine solche Berechnung bedeutende Schwierigkeiten mit sich führen und schwerlich befriedigende Resultate geben. Wenn auch die beiden wichtigen Coefficienten — der Winkel nämlich, unter welchem die Sonnenstrahlen ble Erde berühren, und die Länge der Zelt, in welcher die Sonne auf einen gegebenen Ort wirkt, — jeder für sich leicht zu berechnen sind; so ist dagegen die Bestimmung des *) Die Versuche von T. Mayer und Kirwan sind theils auf Theorie theils auf Erfahrungen begründet. — **) Humboldt lignee isothermes,

4

-

gegenseitigen Verhältnisses der beiden keine leichte Auf­ gabe.

Ferner

ist die fißdrmt eines Ortes nicht nur

bas Produkt von der Sonnenwarme, welche dieser Ort unmittelbar empfangt, sondern auch von der Warme der benachbarten ja selbst entfernteren Gegenden,

da

die

ist,

Atmosphäre

in immerwährender

Bewegung

und die Warme von einer Luftschicht und einer fuftco# lonne der andern mitgetheilt wird, — insofern man auf diese Weise nicht nur die mittlere Temperatur des Jah­ res, sondern auch die der verschiedenen Jahreszeiten und Monathe, berechnen will, darf cs auch nicht über­ sehen werden, daß die Temperatur für eine gegebene Zeit nicht nur bas Produkt der in derselben empfange­ nen Sonnenwarme Ist, senber» auch das der vorherge­ henden; denn je wärmer die tust bereits ist,

um so

viel höher wird, bei gleicher Wirkung ver Sonne, die Temperatur ausfalle».

So zeigt uns die Erfahrung,

daß die höchste tägliche Warme nicht zur Epoche des höchsten Sonnenstandes, sondern einige Stunden sparer; die größte jährliche Wärme nicht im Sommer, Solstitium; sondern im Juli) oder August eintrifft. Ferner mußte die indirekte Wirkung der Sonnenwarme auch in

Anschlag gebracht werden.

In

der heißen

Zone findet wegen der höheren Temperatur eine stär­ kere Ausdünstung Statt, diese setzt aber die Tempera­ tur herab.

Der Boden wird nichr so schnell mvdrrot

als die Atmosphäre, verliert aber auch uichl so leicht seine Wärme; — dröhulb ist die Temperatur des Bo, deas im Sommer niedriger als dl und dem Boden wird

deshalb

von

der Atmosphäre; dec Atmosphäre

Warme mitgetheilt; im Winter findet das umgekehrte Verhältniß Statt; die,e Wechjelwirkung des Bodens

und btt Luft ist nicht ln allen Theilen der Erde gleich; z. B. anders da, wo im Winter der Boden mit einer Schneedecke versehen ist, alS da wo dieses nicht der Fall ist. Allein gesetzt auch, daß alle diese und mehrere Mo­ difikationen der Haupt-Coefficienten einer genauen Be­ rechnung unterworfen werden könnten; so würden wir doch dadurch nur eine solche Dertbeilung der Wärme erhalten, die eine ebene und gleichförmige Erdoberfläche voraussetzte; und nicht eine solche, welche in der Wirklkchkeit auf einer Oberflache Statt findet, die durch die verschiedene Verthellung des Wassers und des Landes, durch die höchst verschiedene Form und das verschie­ dene Niveau der Lander, die Richtung und Neigung der Berge u. s. w. eine große Mannigftltigkeit darbietet. Diese Betrachtungen leiten uns denn zu dem Schlüße, baß wir durch theoretische Berechnung vergebens die für pflanzrngeographlsche Untersuchungen wichtige Kennt­ niß der Temperatur-Verhältnisse zu erhalten streben; und daß wir also hier den Weg der Erfahrung ein­ schlagen müssen.

Aber auch hier begegnen uns keine

geringen Schwierigkeiten. — Oer erste Umstand, welcher die Vergleichung der Temperatur-Verschiedenheiten der Erdtberfläch« schwie­ rig macht,

ist Mangel an einer hinllngltchen Anzahl

von Beobachtungen auS allen Theilen der Erbe«

Erst

nach der Entdeckung drS Thermometers, oder vielmehr erst nachdem bieS Instrument durch Bestimmung der beiden festen Punkte komparabel würbe, war es mög, lich dasselbe bei Untersuchung der klimatischen Verschie, denheiten zu benutzen.

Rsaumur verschickte seine

Thermometer in alle Welttheile und mutterte zu Bcob,

*4 achtungea auf. Cott« veranläßet gleichfalls viele De, obachtungeu und sammelte eine große gRenge; dersel, ben *), nur Schade, daß sie nicht nach einer gemein, schaftllchen Norm angestellt sind. — Vorzüglicher find deshalb die von der meteorologischen Gesellschaft in Manheim veranlaßten und herausgegebenen Beobach­ tungen **); denn diese Gesellschaft überschickte den Correspondenten Instrumente, welche tot Voraus mit einander verglichen waren, und legte ein Schema bei, wonach die Beobachtungen überall auf die nämliche Weise angestellt wurden. Allein die Wirksamkeit dieser Gesellschaft dauerte leider zu kurz. — Durch den Eifer indessen, den sowohl diese als mehrere Meteorologen für meteorologische Beobachtungen erweckten, so wie auch wegen der Nothwendigkeit solcher Beobachtungen für die Astronomie, ist man doch in Europa so weit gekommenen, deß jede bedeutende Stadt, so wie auch viele kleinere ©rdbte und Oerter eine Reihe von mehr, jährigen Beobachtungen auszuweisen vermögen. Nur für Geblrgögegknden fehlt es uns noch sehr an Mate« riallen. Die Manhrimer- Gesellschaft veranlaßte die Beobachtungen auf dem St. Gothardt (6390 >P. F. über dem Meeie) und auf dem Peissenberge (3084 P. F.); und dies« waren die einzigen Punkte von einer einigermaßen bedeutenden Höhe, deren klimatische Verhältniffe durch Beobachtungen untersucht waren, biS der um die M'teorologie so sehr verdient« Picket auf *) Traii(* sur h meieorologie. Paris 177-*, 4to, Und memoircs pour fervir Je suite et du Supplement au tvaite etc. Pa­ ris 1788. 4to **) Ephemeres societatis meteorologicae Palatinae 17S1 — 1791. Manltim. 4to.

45 btm St. Bernhards-Berg« 7668 P. F. 2b«r 68 — 1819. Berlin 1820.

D 2

52

nützlich seyn, obgleich wohl eine solche Nachtobfervation den mrhrsten unbequem seyn wird. Diejenigen, welche durch wirkliche Beobachtungen den Gang der täglichen Warme zu erforschen sich be­ müht haben, wühlten hierzu entweder einzelne Tage mit heiterem Himmel und ruhiger schöner Witterung; oder sie setzten dergleichen Untersuchungen durch täg­ liche Beobachtungen ln längerer Zeit fort. Im Jahre 1715 stellte bereits Lambert *) der­ gleichen Versuche in Chur an; er beobachtete vom 13 bis 17. Juli das Thermometer jede Stunde von 7 Uhr MorgeuS bis Abends um 10 ober n Uhr. Das Mini mum von Wärme tritt, nach diesen, Immer bei der er­ sten Morgen-Beobachtung ein; allein dieses ist wahr­ scheinlich nicht das wahre Minimum, weil die erste Beobachtung nach Sonnenaufgang angestellt ist; das Maximum traf in den drei Tagen um 3 Uhr 9L Mein, am vierten aber um z» Uhr; das Medium läßt sich nicht ausmitteln, weil von 10 oder n Uhr Abends bis 7 Uhr Morgens die Beobachtungen fehlen. Niebuhr **) stellte in Arabien auf 150 nördl. Breite ähn­ liche Beobachtungen an. Er observirte an einem Tage im Jenner und an einem im Monat Juli von 6 Uhr Morgens bis 11 Uhr Arends jede Stunde. Oie höchste Temperatur fand Statt im Jenner 2 Uhr N. tOZ- im Juli 3 Uhr N. M. ; die niedrigste Temperatur bei der ersten Morgen-Beobachtung. •) Pyrornctrie p. 3iQ.

**) Rrisebeschreibung nach Arabien, hagen. 1774*

ijhr B. p. 4V*. Kspen-

55

tzienagere Versuche wurden in dieser Hinsicht von Prof. Picket *) bei Genrve in den Jahren 1779 und 1781 angestellt. Er wählte dazu jwei heitere und ru, hlge Lage, nämlich den röten August 1779 und den 19t« März 1781. An jenem Tage beobachtete er den Stand des Thermometers jede halbe Stunde von 4 Uhr 40' D. M- bis 9 Uhr N. M.; — die Tempe­ ratur der fehlenden Stunden ergänzte er mittelst der Voraussetzung cineS arithmetischen Verhältnisses in der Abnahme der Warme von der letzten Abend-Observa­ tion biS zur ersten Observation des folgenden Mor­ gens: diese Observationen gaben ihm folgende Resultate: Max. a2°, 4 — 3 Uhr R. M. Min. 9°,6 —10 Minuten vor Sonnenaufgang. Diir. 12°,8 Med. i6°,o

Medium von sämmtlichen 48, angestellten oder supponirten Thermometrrständeu: 160 1; womit die Tem­ peratur von 8 Uhr V. M. und 7’ N. M. am nächsten übereinstimmt. Am 19 März 1781 obscrvirte er jede Viertelstunde, allein nur von 6 Uhr 5' D. M. bis 7 Uhr 35' N. M. Dle Resultate sind: Mar. 150 3 traf um r Uhr 5’ ein. Min. o',5 bei Sounen-Aufgang DilV. 14° 8 Med. 7°,9 .) F.tsai suv le feu. Gtnc,e. 17^'. th.-que uime,seile.

August.

2.2 et seq. und Bil.lio>81/ d"

«ntündigin-

t(6 Humdcldlschcn Werkes des lignes isoliienne.*. —

54

Das Medium dagegen aus sämmtlichen wahren oder supponirten Temperaturen, giebt der Verfasser zu 5° 8 an. Ich muß hier bemerken, daß bei dieser letzteren Zahl ein Rechnungs * oder Druckfehler sich eiagrschlichen haben muß; denn bei Benutzung der ori­ ginalen Beobachtungen, welche der Verfasser mir gü, tigst mittheilte, erhielt ich als Medium aus sämmtli­ chen Beobachtungen 6®,4; welches, wenn schon bedeu­ tend, doch nicht so sehr von dem Medium aus den Extremen abweicht. Diese letztere Temperatur traf Vormittags um s Uhr 20, Nachmittags nach der letz, ten Observation ein. Humboldt *) stellte sowohl In der heißen als in der temprrlrten Zone ähnliche Beobachtungen an; diese gaben ihm folgende Resultate: daß das Maximum um 2 ober 3 Uhr nach Mittag, das Minimum bei SonnenAufgang oder rin wenig früher eintrat, und daß man, ohne Fehler von Bedeutung zu machen, das Medium aus den beiden täglichen Extremen für daS wahre Me, dium annehmen kann. Selbst habe ich im Septbr. 1818 auf dem Etna in einer Höhe von 9200 Fuß über dem Meere den Gang der Temperatur in zweimal vier und zwanzig Stunden untersucht. Diesen Untersuchungen zufolge, trifft das Minimum kurz vor Sonnenaufgang ein, das Maximum zwischen 2—3 Uhr Nachmittags *"). Blackwall***) stellte dergleichen Beobachtungen in Crumpsall am i;ten Des lignes isothermes p. 49O. et serp, Vuyage, pari, hist.,

besonders \«1. 4. p. 3io et seoj p. 131 -

Saggt scienti­

77 Darf man diesen Beobachtungen trauen, so ist die Wktkung, welche die Lage gegen die Himmelsgegenden hervorbringt, nicht so bedeutend, als man sich vielleicht vorstellt. Daß die westliche Exposition wärmer ist, als die südliche, läßt sich wohl daraus erklären, baß gegen Westen die Luft, wenn die Sonnenstrahlen zu wirken anfangen, bereits lange erwärmt ist. Daß übrigens das gegenseitige Verhältniß nicht den ganzen Tag über gleich ist, sondern sich nach der Stelle der Sonne auf dem Htmmelsbogen richtet, begreift man leicht. Toaldo hat deshalb für die Vormittags und die NachmittagsStunden die Summen besonders angeführt. Da er wahrscheinlich zum Vormittage alle Beobachtungen vor s Uhr N. M. rechnet; so habe ich am Vormittage 6 am Nachmittage 7 Observationen vorausgesetzt, und tekomme alsdann folgende Media: Differenz des

Vormittag

Nachmittag

Vor- ».Nach­

Thernr.

Differenzen der Him­ melsgegenden

Differenzen der Him­ melsgegenden

1

is §u

Cent.

mittags.

Äorv Ost Süd

m

1 I

22,41 23,1| I 24,35 + 1,9 H 22,1t) —0,(8! C55 |fo,3"! (25,5 s 23,79 —1,38 22,11 — 1,031*-*,*4 — 0,30125,75 + 2,21 + 5,5Ö 1+2/581

!

+

1

|

+0,76 —2,16 70,25 +5,6|

Hiernach ist die Folge der Himmelsgegenden, nach der höheren Temperatur geordnet, am Vormittage: Ost, Süd, Nord, West, am Nachmittage - West, Süd, Nord, Ost. Obgleich diese nur in einer Jahreszeit an­ gestellten Beobachtungen uns einen ohngefähre« Be­ griff des gegenseitigen Verhältnisses der Himmelsge­ genden zu liefern vermögen, würbe es doch übereilt seyn, mit Hülfe derselben Beobachtungen, die nicht gegen Norden angestellt sind, zu corriglren.

78 CS stehen also Beobachtungen

61 nie in diesem die innere Membran von Ariiudu phragmiies die Stelle des Federkiels vertritt.

95

bet gleichem Zustande der Atmosphäre auch den nämli­ chen Grad der Feuchtigkeit anzeigen, und daß daS Haar nicht durch die Lange der Zeit feine Elasticität verliert; und demnach würde eS also ein comparables. Instru­ ment seyn eben sowohl als das Thermometer. Hierin sind aber nicht alle mit ihm einig. Daß übrigens nicht geradezu die Menge der in der Atmosphäre enthalte­ nen Dünste durch das Hygrometer angegeben wird, kann diesem Instrumente nicht zum Vorwurf gemacht werden; — denn das Thermometer zeigt auch nicht die Wärmequantltät; und kn klimatischer Rücksicht ist es hinreichend ein Mittel zu haben, wodurch wir die hygrometrischen Verschiedenheiten in verschiedenen Or­ ten und zu verschiedenen Zetten kennen lernen. ES würde interessant sey, das Verhältniß zwischen der Aus­ dehnung des Haares und der in der Atmosphäre ent­ haltenen Dünste zu erfahren. Eine solche Vergleichung ist, außer von Sausfure selbst, auch von Gay Luf­ fa c anstellt, und er hat uns in dieser Hinsicht mit ei­ ner Tafel versehen, welche die Ausdehnungskraft der Dünste für jeden Grad des Saussureschen Hygrometers angiebt. Hätte man dergleichen Tabellen' auch für die übrigen Hygrometer, alsdann würde man die mit ver­ schiedenen Instrumenten angestellten Beobachtungen zu gleicher Benennung bringen können. Einfacher ist das Oaltonsche Hygrometer; er fand, daß für eine ge, getent Menge von Dünsten ein gewisser Temperatur, grad sey, bei welchem sie nothwendig in tropfbar flüs, sigen Zustand übergehen. Er nimmt deshalb einen Glascylinder, mit Wasser von einer Temperatur die niedriger ist als die der Atmosphäre (also im Sommer Quellen» oder Brunnenwasser, im Winter Wasser durch

künstliche Kalke abgekühlt); und setzt denselben der Luft aus; die in dieser enthaltenen Dünste setzen sich dann an der äußeren Wand des Cylinders; die Dünste trock­ net er ab bis das Wasser eine solche Temperatur an­ nimmt, daß sich keine Dünste mehr ansetzen; und die­ se Temperatur giebt ihm dann durch Hälfe einer von ihm consiruirten Tabelle die Quantität der Dünste in der Lust.

Dies Instrument ist einfacher als das Saus»

suresche, und zeigt unmittelbarer die Menge der Dünste, allein die Beobachtungen sind umständlicher und fordern mehr Zeit,

weshalb bei täglichen Beobachtungen die

mehrsten wahrscheinlich dem Saussureschen Hygrometer den Vorzug geben werden. — Bei Anwendung der Thermometer, Beobachtungen begegneten unS bedeutende Schwierigkeiten; noch grö­ ßer sind die, welche der Anwendung der Hygrometri, schen im Wege stehen. — Erstlich besitzen wir eine weit geringere Zahl re­ gelmäßiger Beobachtungen mit dem Hygrometer, als mit dem Thermometer; zweitens hat jenes Instru­ ment doch bei weitem den Grad der Vollkommenheit nicht erreicht cU dieses, denn die festen Punkte des Saussureschen Hygrometers sind nicht so genau als der Sied- und Gefrier-Punkt des Thermometers, und bei dem Daltonschen liegt schon in der Deobachluugswelft ein hinreichender Grund, daß die Beobachtungen nicht die Präcision erreichen können, welche bei einer Ther, mometerbeobachtnng Statt findet.

Ferner sind die Hy­

grometer oder wenigstens dir verschiedenen Arten der Hygrometer bis jetzt nicht vc.gieichbar.

Endlich tref,

sen kn Rücksicht der Observalionszeit und 'der Exposi­ tion die nämlichen, wenn nicht größere Schwierigst!-

97

ten als brt dem Thermometer ein. Daß der Staad des Hygrometer nach den Stunden deS Tage- sich ver­ ändert, zeigen die in Geneve angestellten Beobachtun­ gen. Für daS Jahr i8‘8 *) geben die bei SonnenAufgang angestellten Hygrometer-Beobachtungen: 92°,8 H. Sauss., die um 2 Uhr N. M dagegen 76°,o. Der wahre Unterschied wird indeß nicht so bedeutend, wenn wir auf die verschiedene Temperatur, welche zu den beiden genannten täglichen Epochen Statt findet (5^,27 und io°,66 R.) Rücksicht nehmen, und dabei die von Saussure gelieferte Tafel **) benutzen um die ln der Atmosphäre sich befindenden Dünste auszumittrln; — dein» dieser zufolge, enthielt ein Cubikfuß Luft bei Sonnen-Aufgang 6,8; Gran, um 2 Uhr dagegen 6°, 15 Gran Feuchtigkeit. — Dies läßt sich auch mittelst ei­ ner Vergleichung der Elasticität der Dämpfe bei den gegebenen Hygrometer- und Thrrmometerständen be­ weisen, denn die Menge der Dünste in einem gegebe­ nen Raum« verhalten sich bei gleicher Temperatur wie ihre Elasticität. Diese ist nach den Versuchen von Gay, Lussac und Dalton ***): 92° 8 S. (6,59 C.) = 6,5omm. 76° o 8. (ii°6i C.) = 6,4irom. Daß auch die Lage gegen die verschiedenen Him­ melsgegenden Einfluß hat, zeigen die von Toaldo ge­ machten Hygromrter.Deobachtungen auf dem schon ge­ dachten viereckigen Thurm in Padua *)♦ *) Bibliothcque universelle, •#) Essais sur l'bygroraelrie. •*•) Biot Traite de PhysiqXie T. 1. p« 5ji et 533, t) Del.c qualitä fisiche delle plagl c,

G

98 Auch dle Resultate der hygromrtrischen Beobach­ tungen lassen fich durch Curven bildlich darstellen. — Da wir, wie au- den vorhergehenden Bemerkun­ gen erhellt, weder eine hinlängliche Anzahl Hygromerer.Deobachtungen besitzen,

noch dies« «n- über de»

Feuchtigkeits-Zustand der Atmosphäre völlig befriedi­ gende Erläuterungen darbieten ;

so dürfen wir andere

Hülfsmittel zur Kenntniß des Feuchtlgkelts-Zusiandenicht übersehen, wenn auch diese keine eigentliche Mes­ sung enthalten.

In den mrhrsten meteorologischen Ta­

gebüchern wird dle Zahl der heiteren, wolkigen, nebligen Tage u.

f.

w. angegeben.

Auch nid#

sichtlich dieser Beobachtungen hat man leider weder eint bestimmte Norm, noch eine genaue Terminologie; einige Beobachter nehmen mehr, andere weniger Gra­ dationen an.

Nur für da- ganze Jahr und die vier

Jahreszeiten kann die Zahl der auf diese Art verschie­ den bezeichneten Tage uns «inen Begriff des hydrome# teorischen Zustandes der Atmosphäre liefern; denn di« monatlichen Zahlen derselben welchen in verschiedenen Jahren zu sehr von einander ab. In der neuesten Zeit hat man angefangen die Form und Beschaffenheit der Wolken genauer anzugeben, und Howard *) hat da- Verdienst in dieser Hinsicht eine zweckmäßige Terminologie eingeführt zu haben. *)

Till ochs Philosophical Magazin

vol. ,H, 17.

DieseR e e tl s

Man sehe auch: Th. Förster rescarches aboul atmosplieric plieromeiie, London 1815. Adam Müller über den Howardschen Versuch einer Natur» geschichte der Wolken. Gilbert- Annalen 1817. 25. Bd. H W. Brande- Beiträge zur Witterung-kunde. Leipzig Cyclopacdie> articl. cloinl.

1*20. pag. 285 l't sff].

99 darf ln meteorologischer Hinsicht nicht übersehen «er­ den; in pflanzengrographischer aber scheint es ohne An­ wendung ju seyn. — In tropfbar-flüssigen Zustand verwandelt, kehren die Dünst« als Regen und Thau zur Erdoberfläche zurück.

Die mehrsten dieser Niederschläge werden wahr­

scheinlich durch Temperatur-Veränderungen hervorge­ bracht. Wenn nämlich die Atmosphäre bei einer ge­ wissen Menge von Dünsten bIS zu dem Grabe abgekühit wird, bei welchem sie sich nicht länger in Dunst­ form zu erhalten vermögen, so gehen sie in den tropf­ baren Zustand über. Wenn also z« B. deS AbendS die Luftschichten, welche dem Boden am nächsten sind, ab­ gekühlt «erden, so verwandeln sich die in denselben be­ findlichen Dünste, so wie wohl auch die, welche die Pflanzen aushauchen, in Thau; — geht ein kälterer Luftstrom durch eine mit Dünsten geschwängerte Luft­ schicht, so bilden sich an den Grenzen des kuftstromes Wolken, indem die Dünste in einen sichtbaren dem une­ lastischen näheren Zustand übergehen; eine noch größer« Abkühlung oder eine starke Anhäufung von dergleichen Dünsten bewirkt, daß sie sich in völlig tropfbaren Zu­ stand verwandeln und vermittelst der Schwere als Re­ gen auf die Erde fallen.

Möglich, aber auch nicht er,

wiesen ist es indeß, baß auch die Elektricität keine un­ bedeutende Rolle bet Bildung der Hydrometeore spielt. — Die Menge des Regens wird durch einen Regelnmefser, Hyotometer (Pluviometer, Ombrome­ ter) bestimmt. Man fetzt ein Gefäß von einem gewis, sen Umfange (z. D. i Quadratfuß) der Luft auS; sam­ melt in diesem den gefallenen Regen auf, und mißt denselben entweder gleich nach jedem Regengüsse, um G r

lOO

nicht tel bet Evaporation von bet gefallenen Meng« zu verlieren; ober auch einmal ober mehrmal für jeben Regentag *). Man meint vielleicht, baß vergleichen Messungen «illkätzrllch sind; weil bie Menge beS ln ben Hyotometer fallenden RegenS mit der Menge, welche in einer gewissen Gegenb fällt, schwerlich im richtigen Verhält» nlffe stehen wirb, und zweitens «eil bie Menge beRegens in verschiedenen Jahren sehr verschiebe« ist. Allein eint Vergleichung genauer Beobachtungen an nahe telegenen Orten von gleicher Lokalität, so wie auch an verschiedenen Stellen des nämlichen Orte- tel# gen unS einen bedeutenden Grad von Uebereinstimmung; auch variirt die Regenmenge der verschiedenen Jahre, wenn auch weit mehr alS der Wärmegrad, doch nicht so sehr, alS man gewöhnlich glaubt. Folgende Bei­ spiele können alS Belege dienen: Manchester **) Rom ***) Milano +) Engt. Zoll Zoll Lin P.M. Zoll L.P.M. 1791 1812 34 3 39 ii 1794 37 1791 36 18:3 31 7 179 > 32 1796 30 »793 40 1814 37 6 1815 35 3 1794 33 9 1797 38 1798 3‘ 18 iO 28 8 1795 40 6 1796 38 »8‘7 JO J 1799 38 5 1800 32 1797 3 39 i Med7 33 1801 1798 35 IO 35 1799 34 4 Med« 34 1800 32 Med. 36 5 *) Csr. L. Howard tlie climate of London, Vul. i. London 1818. BililioHicqiie universelle T. 8. p. 127 vt 219. T. 10, p. 92. ♦♦) Memolrs of tTie society of Manchester. Vol. 5. Gilberts

Äanalcn 15. Barr-, **♦) Opuscoli astmuomici di Conti e CalandreJli. CesariN del clima della Lombardia.

101

DaS Medium von den Jahren 1764 — 1817 ist in Milano 35 Z. 4 L.; die größte jährliche Quantität in dieser ganjen Periode 58 — 11.

(Jahr 1814) die

kleinste 24—8 (1817)* Die Zahl der hyotometrischen Observationen ist größer als die der Thermometer-Observationen; eS ist unS aber auch eine größere Zahl durchaus nothwendig, «eil die Menge beS RrgenS wett mehr aber die Tem­ peratur.Verhältnisse von den Localitätea abhängt. — Bei einer Vergleichung von den Regenquantitäten verschiedener Gegenden ist eS wichtig, die Art der Beob­ achtung und die tage des Instruments zu kennen. Hyotometec muß so gestellt werden,

DaS

daß es nur den

unmittelbar auf denselben fallenden Regen auffängt. Besonders wichtig ist «S aber auf welcher Höhe über dem Boden eS angebracht wird.

Bug ge fand durch

Vergleichung der auf dem Obfervatorio zu Copenhagen, und der in seinem Garten fallenden Regenmenge, daß an letzterem Orte | mehr fiel *).

Da Ikon bemerkte

einen noch größeren Unterschied zwischen der Regen­ menge auf einem 150 Fuß hohen Thurm und auf dem Boden; baS Verhältniß war im Sommer beinahe wie 2:3 im Winter wie 1:2 **).

In Paris sind Beob­

achtungen auf dem Obfervatorio und in dem Hofe gleich­ zeitig angestellt.

Der Unterschied der Höhe ist 30 Meter.

Die Beobachtungen geben folgende Resultate; nämlich *"*): *) Danske Widenskabers Celskabs Skrifter. 5. D. 2. H. p. 227. Schon Heberdcn (Philosoph. Transact. Vol, L1X.) halle dieses bemerkt. *♦) Memuirs of the sociefy c’.f Manchester, Vol.

5. Gilberts

Annalen 15. Bd. ♦♦*) Bouvards Be^b.ichtunLcn im Journal de Physique für die genannt:n 2^hre.

102

Aufdem Observatorio. Unterschied 2>n Hofe iG 3. 1,6L. 2 — 6,3 1818 18 Z. 7,9 L. 22 — 8,6— 2 — 8,8 i8'9 25 — 5/41820 17 — 7/8 — II — 3-9— 3 — 3/9 Med. 20 - 7,o—

17 — 8,7 —

2 —10,3

So wie die jährliche Mitteltemperatur nicht hin­ reicht um die Temperaturvcrhaltnisse eines gewissen Or­ tes zu kennen, so giebt auch nicht die jährliche Regenguantitat einen vollständigen Begriff von den klimati­ schen Verhältnissen in dieser Hinsicht. Auch die Vertheilung dieser Quantität in den verschiedenen Jahres, zelten muß bekannt seyn; denn in dieser Hinsicht kom. men wir durch Vergleichung der verschiedenen Zonen auf höchst bedeutende Verschiedenheiten, die in pfian, zengeographischer Hinsicht gewiß nicht zu übersehen sind. Daher muß in der klimatischen Uebersicht einer Gegend nicht nur die jährliche Regenmenge, sondern auch die der einzelnen 4 Jahreszeiten und wohl auch die der Monate angegeben werden, wenn auch gleich die letz­ teren, besonders in der temperlrten und kalten Zone, in den verschiedenen Jahren bedeutend von den MediiS abweichen. Da es ferner, besonders in Hinsicht der Pflanzen, wichtig ist, ob die nämliche Regenmenge in kleineren oder größeren Massen fällt; so darf die Zahl der Regentage nicht vcrnachlaßlgct werden. Diese findet man auch gewöhnlich in den meteorologi­ schen Tagebüchern. — Die Menge des Thaues ~) wird vermittelst ei­ nes Drosometers bestimmt; auf Glasplatten oder an-

103 btrn Körpern *) wird der Thau gesammelt und tele der Regen gemessen.

Dergleichen Beobachtungen find

indeß nur an wenigen Orten angestellt. Der Schnee ist bekanntlich Regen bei einer so niedrigen Temperatur gebildet; flge Körper in

daß der tropfbar flüs»

einen krystallinischen

übergeht.

Die

Menge desselben ln einer gewissen Gegend wird theils durch Angabe von der Dicke der bei jedem einjelnen Schneefalle gebildeten Schneedecke; theils durch Aus­ messung des in Wasser verwandelten Schnees, au-gemittelt; — am zweckmäßigsten «erden beide Verhält­ nisse angegeben.

Die Zahl der Schneetage muß gleich­

falls bemerkt werden.

In welchen Monaten fle ein#

treffen; wann der Schnee gewöhnlich anfängt und auf­ hört, ist für die Vegetation wichtig. — Reif ist gefrorner Thau.

In dem mehrste« me-

teorologlschen Tagebüchern wird auch dieses Hydrometror angegeben; und es ist in pflanjrngeographischer Rücksicht nicht unwichtig. — Hagel entsteht, wenn der Regen durch «ine plötz­ liche Abkühlung der Atmosphäre in einen festen Körper sich verwandelt.

Obgleich diese Erscheinung

ju den

seltensten gehört, welche manchmall in einem ganzen Jahr« nicht eintrifft, und deshalb kein Gegenstand ei­ ner regelmäßigen Ausmessung seyn kann; so gehören doch zu einer klimatischen Uebersicht auch die aus me­ teorologischen Tagebüchern gejvgenen Resultate über die Häufigkeit dieser Erscheinung, well dies, besonders in Hinsicht der angebauten Pflanze» wichtig ist.

*) ötll bediente sich der wolle«

§-

4*

Dl« Einwirkung d«S Lichte- *) auf Me Pflanz«» und die Mitwirkung desselben zur Desiimmung der ört­ lichen Verhältnisse; wird man auch nicht leicht in Zwei­ fel ziehen können.

Diele Blumen bewegen sich nach

der Oonnt; Pflanzen, die sich an einem dunkeln Orte befinden, drehen sich nach den beleuchteten Stellen hin. — Die täglichen periodischen Veränderungen

in der

Lage gewisser Pflanzenthrile, besonders aber der Blät­ ter, daß sie am Tage aufrecht in der Nacht gesenkt stehen (Schlaf der Pflanzen), wird schwerlich ohne die Einwirkung de- Sonnenlichte- erklärbar

seyn.

Dies

gilt auch von der Oeffnung und dem Schließen vieler Dlumen zu bestimmten Stunden de- Tages **).

Dem

Lichte entzogen, werden die Pflanzen mehr in die Länge au-gedchnt, von lockerer Substanz und blasser (Ktoilcment), in der Sonne dagegen kürzer, mehr ln die Breite gezogen von

festerer Substanz

und dunklerer Farbe.

•) Außer den allgemeinen pflanzenphysiologischen Werken, beson­ der- aber denen von Senebier, Ingcnhouß, Saussure; — kön­ nen über diesen Gegenstand folgende Abhandlungen nachgelesen werden: Messe zwei Abhandlungen in Rozicr Journal de Physique 1775 et 1776.

Decandollc

in Journal de Physique T.

9. (Gilbert- Annalen 1.1. Bd. und Hermbstädt- Archiv Bd. Seiie ht er memoires sur l'iniluence de la lurairrc solaire. Gene\e et Paris 17S2. E j u s d. Recberches sur l’insluencc de la Ittraiere solaine. ibid. 1783. riences sur l’action de la lumit re ibid. 1788. Flovae Fribergensis specimcn. versuch über die Wirkungen Breslau 1820.

Herl.

Ejusd. ExprHumboldt

1798, unb Gl 0 cker

de- Lichte- auf die Gewächse.

Jahrbücher der Gewächskunde. r.B. r. H.

**) Hierauf beruht die sogenannte Llumenuhr.

io5

Cfnfge sind sogar der Meinung gewesen, es sey das Licht der Sonne zur Bildung der Farbe, besonders der grünen, durchaus nothwendig; diese Meinung scheint indeß durch die Humbolbtifchen Versuche widerlegt, Grä­ ser und andre grüne Pflanzen in den tiefsten Gruben zu ziehen. Auch auf Geschmack und Geruch der Pflan­ zen scheint das Licht der Sonne zu wirken; eS haben nämlich die dem Sonnenlichte am mehrsten ausgesetzten Pflanzen diese Eigenschaften im höheren Grabe. Wenn auch die Ausdünstung der Pflanzen noch sehr Im Dun­ keln liegt, so dürfen wir doch wohl so viel annehmen, daß das Sonnenlicht hier keine unbedeutende Rolle spielt. DieS gilt ohne Zweifel auch von der Ernäh­ rung der Pflanzen. — Wegen des innigen Zusammenhange- der Wärme und deS Lichtes, fällt es zwar in mehreren Fällen schwer zu entscheiden, weiche von jenen Wirkungen dem Lichte allein zuzuschreiben sind; daß aber die Wärme für sich nicht die Ursache ist, erhellt besonders auS dem Ver­ suche mit künstlichem Lichte. Diele pflanzengeographischen Erscheinungen, welche in der Folge erwähnt wer­ den, lassen sich ohne Annahme einer Einwirkung deS LlchteS nicht wohl erklären. — Um die Stärke deS Lichtes von zwei leuchtenden Körpern zu bestimmen, ist man auf die Art verfahren, den stärker leuchtenden fe weit zu entfernen, biS beide dem Beobachter durch einen TubuS gesehen alS gleich leuchtend erscheinen. DaS Quadrat der Entfernung der beiden Körper drückt dann den Zuwachs der In­ tensität auS. Allein bieS Photometer ist natürlich ilt meteorologischer Hinsicht nicht anwendbar. Dage­ gen ließe sich wohl baS Photometer von LeSlte zu

bltfem Zweck benutzen. Dies besteht aus i«ei kuftthermometern, die durch eine mit gefärbtem Weingeist« ge­ füllte Röhre in Verbindung gesetzt werden; von diesen Thermometern ist das eine schwart gefärbt da- andre ohne Farbe; wegen des stärkeren Einflüße- de- kichteund der damit verbundenen höheren Temperatur wird die in dem schwarjrn Thermometer sich befindende Luft stärker ausgedehnt alS die in dem ungefärbten, und in diesem letzteren steigt daher der Weingeist empor, und zwar um so mehr, je stärker die Wirkung de- Lichtes ist. Allein mit diesem Instrumente sind, soviel mir wenigsten- bekannt, keine regelmäßigen Beobachtungen angestellt worden. Dagegen hat man, doch nicht an vielen Orten, stch eine- anderen Instrument- bedient, «eiche- jwar nicht unmittelbar aber doch mittelbar die Intensität de- Lich­ te- angiebt. Die- ist da- Kyanometer von ©auf# füre *). ©anssure bemerkte auf feinen Alpenexcurstonea, daß der Himmel, von den hohen Bergspitzen be­ trachtet, eine weit dunklere Farbe hatte alS von den Thälern oder Ebenen gesehen; eine Erscheinung, die schon dem ungebildeten Bergbewohner auffallend war. Er suchte die verschiedene Intenfität dadurch |u be­ stimmen, daß er Papierstreifen von blauer Farbe ver# fchitdener Stärke mitnahm, und sich denjenigen Strei­ fen bemerkte, welcher mit der Farbe des Himmel- über­ einstimmte. Nachher aber stellte er diese Beobachtuagrn mehr methodisch an, indem er einen Zirkel jeichuete und denselben mit einem in mehrere Abtheilungen •) Journal de Fhysique« VoL XXXVIII. p% 199* Loldt voyage, pari« histor« Vol. 2.

Hua*

ober Grabe getheilten Ring umgab, von welchen Gra, ben jeder eine besondere Nuance der blauen Farbe hatte. Um einen gleichen Unterschieb der Grabe zu erhalten, bediente er sich folgenden Verfahrens. Er zeichnete einen Cirkel von Linie im Durchmesser, und brachte ihn in solcher Entfernung, baß er feinem Auge unsicht­ bar wurde; darauf stellte er in der nämlichen Entfer­ nung einen weißen Paplerstreifen und mehrere ton. sehr blasser Farbe, doch mit verschiedener Nuance; und un­ tersuchte weicher von den letztem in dieser Entfernung von dem weißen nicht zu unterscheiden war; diesen sahe er als ben ersten Grab der blauen Farbe an» da­ nach bestimmte er auf die nämliche Art, welcher von mehrern dunkleren Streifen dem ersten Grade in der­ selben Entfernung gleich schien ; dieser war dann der zweite Grad; und auf diese Art erhielt er bis zu dem dunkelsten Blau 51 Grade. Indessen «ahm er auf fei­ nem Kyanometer nur 40 Grade an, weil die Bläue des Himmels, seiner Meinung nach, den 4oflen Grad nicht übersteigen könne. Bei dieser Bestimmungsart der Grade meinte er, daß zwischen denselben ein weit gleich­ förmigerer Unterschied hervorgebracht «erde, als durch Beimischung eine- Farbestoffes in gleicher Quantität für jeden Grad. — Eigentlich wird durch dieses Instrument nur die Bläue deS Himmel- bestimmt; allein mittelbar er­ fährt man doch die Reinheit und Durchsichtig­ keit derselben; denn je weniger die Atmosphäre mit undurchfichtigen ober halbdurchflchtlgen Dünsten erfüllt ist, um so dunkler wird die Farbe. Allein je durch­ sichtiger die tust ist, um so freier kann das Licht wir­ ken; und folglich giebt uns das Kyanometer auch einen

Begriff von der größeren ober gerlageren Wirkung des Sonnenlichtes. — Bei kyanometrischrn Messungen ist es keinesweges gleichgültig, welcher Theil der Himmrlswölbung jur Bestimmung gewählt wird. Im Horizonte ist die Farbe, wegen der größeren Menge der Dünste, «weit blasser als im Zenith. Saussure *) fand int sshamounl, Thale als Medium von 9 an einem Tage angestellten Beobachtungen im Zenlth 17",8 im Horijonte 7",8. Humboldt **) erhielt in Südamerika unter 160 n. Dr. folgende Resultate; i° über dem Horizont 30 Kyan. io° — — — 30°-------- -------60° — — — 7®° 90° — —

6® — i6°,5 22° ,0 — 23°,5 —

Man stellt daher gewöhnlich die Beobachtungen im Zenlth an. — Auch der Stand der Sonne hat einen wesentlichen Einfluß, welches aus folgender Vergleichung erhellt: |6i U.|io U.|i2 U. a U. 5iU.'| | Südamerika (Hum­ boldt)***)

23°/5 j23°/0|2o°,5 j

j

6 U. 7 U. 10 U. 12 U. 2 U. 4 U. 6 U.

Seneve 1 (Saus, 14®,7 21®,0 22°,6 22®,5 füre t) 1

J

J 6 J 20°;4 J16°,3 20°,

•) Journal de Physique. T. XXXVIII. p. 204 et 206, ••) Voyage partie hist., vol. 2. •*•) ibid. f) Journal de Physirpie 1. c.

log Auf eine weniger genaue Art wirb die Einwirkung des Sonnenlichte- an einem gegebenen Orte durch An­ gabe der nebligen, Wolkigen, heiteren und gemischte« Tage bestimmt.

Das gegenseitige Verhältniß dieser

läßt sich au- den meteorologischen Tagebüchern gewöhn­ lich ausmitteln, und darf, besonder- wo kyanometrische Messungen fehlen, nicht versäumt werden.

§. 5» Ob und in wie fern die Dichtigkeit und der von derselben abhängige Druck der kuft auf die Pflan­ zen einwirken,

ist bi- jetzt noch eine Streitfrage der

Pflanzen, Physiologen und Pflanzengeographen.

Unter

den neueren nehmen Humboldt *), Engelhardt und Par rot **) diese Einwirkung an; dagegen haben Wahlenberg, Sprengel besonder- aber Decaudolle gemeint, daß sie entweder gar nicht Statt finde oder wenigsten- sehr unbedeutend seyn müßte f). Da der mittlere Druck der Atmosphäre sich nach der geographischen Länge und Breite nicht verändert, wohl aber wesentlich nach der Höhe über dem Meere, so ließe sich die Wirkung

de- verschiedenen Drucke-

nur durch Vergleichung der Pflanzen verschiedener Re­ gionen nachweisen; da aber auch die Temperatur nach der Höhe sich wesentlich verändert, so ist es nicht leicht zu bestimmen, in wie fern auch der veränderte Druck *) Tableau physique p. §5.

Prolcgomena p. L1V.

Reise p. 97. •}-) Wahlenberg Flora Carpat herum p. CXVI. Sprengel Bau der Gewächse, p. 622» Decan dolle Flore Fran^aise, T. 2. p. XI. und memoire sur la geographie des plante* de Fran­ ce; memoim d'Arcutil, T, 3. p, 262.

110

zu den Vegetation-,Verschiedenheiten mitwirkt. Die Gründe, welche besonder- Decandolle dagegen anführt, find: daß Pflanzen, welche in Rücksicht der Breite sehr verbreitet pad, auch in Hinsicht der Höhe eine große Au-dehnung haben; so daß z. D. diejenigen Pflanzen, welche in der Ebene von dem Polarkreise bi- zu dem südlichen Europa wachsen, auch in den Gebirgen deletzterrn bl- grgen die Schneelinte hinaufsteigen; und umgekehrt, daß diejenigen Pflanzen, welche in Rücksicht der Breite wenig verbreitet sind, es auch in Hinsicht der Höhe sind; ferner baß ein» Menge Alpenpflanzen der füdeuropätschra Gebirge in Lappland am Meere-, grstade bei einem weit stärkeren Luftdruck« vorkommen. Eigentlich aber beweisen diese Erfahrungen nur, daß die Wärme für die Pflanzen da- wichtigste Moment abgeben, schließen aber die Wirkung de- Luftdrückenicht au-; denn vielleicht sind die Pflanzen, welche in den Alpen und den Polarläadern gemeinschaftlich vor, kommen, solche, die gegen den atmosphärischen Druck gleichgültig sind, die nicht gemeinschaftlichen dagegen von diesem Momente abhängig; r- ist auf der ander» Seite nicht entschieden, daß die- Moment eben die Ur­ sache sey, wr-halb solche Pflanzen nicht an beiden Or­ ten vorkommen; denn weder Temperatur, noch Luft und Feuchtigkeit find an beiden gleich; besonder-ist die Der# theilung dieser Momente in den verschiedenen Jahre-, zeiten sehr verschieden. Dagegen scheinen die von Hum­ boldt für die Wirkung de- Luftdrücke-angeführten Gründe, theoretisch betrachtet, wichtig zu seyn; nämlich daß die Pflanzen aus der Atmosphäre Sauerstoff «In# athmen, in den höheren Regionen aber, wegen der dün, vrren Luft, keine hinlängliche Menge desselben vorhan.

btn s,y, und zweiten-, daß der verminderte Druck die Ausdünstung befördern muß.

An Erfahrung-beweisen

fehlt e- hier aber. — ES ist daher wahrscheinlich,

wenn auch nicht be­

wiesen, daß die Dichtigkeit der Lust «in auf die Pflan­ zen wirkende- Moment sey, man muß indeß insofern der Meinung DecandolleS beitrrten,

daß der Einfluß

von keiner großen Bedeutung seyn könne, und auf keine Weis« dem der Temperatur, der Feuchtigkeit oder Durch­ sichtigkeit gleich zu stellen sey. — Wenn aber auch die unmittelbare Einwirkung die­ se- Momente- gering ist,

so wird e- doch wegen der

mittelbaren von Bedeutung.

ES ist hier nicht der pas­

sende Ort die verschiedenen Theorien über die Deränderungea de- Luftdruck«- zu prüfen; — so viel aber darf man wohl alS entschieden ansehen, daß die DerLnderungea der Temperatur und die der Feuchtigkeit diejenigen sind, welche die mrhrstrn Veränderungen in der Dichtigkeit der Atmosphäre hervorbringen; freilich sind indeß diese letzteren Veränderungen -n einem ge­ wissen Orte nicht immer Folge der am nämlichen Orte Statt findenden Temperatur» und Feuchtigkeits-Ver­ änderungen; sondern sehr oft von Veränderungen an entfernten Orten,

weil die Atmosphäre in immerwäh­

render Bewegung ist.

So wie aber der Grad der Dich­

tigkeit durch Veränderungen der Wärme und Feuchtig­ keit. bestimmt wird, so wirkt die Dichtigkeit auf der anderen Seite auch auf die Temperatur und Feuchtig­ keit.

ES läßt sich daher mit vieler Wahrscheinlichkeit

voraussetzen, daß da- Aluna da veränderlich ist, wo die Dichtigkeit der Luft großen Veränderungen unter­ worfen ist.

112

Das Instrument, welche- unS den Druck der Luft anzeigt, ist bekanntlich das Barometer. Daß zur Vergleichung von Beobachtungen die an verschiedenen Orten angestellt find, hier wie bei dem Thermometer Genauigkeit de- Instrumentes erfordert wird, versteht sich; doch ist unS hier die Genauigkeit nicht von der nämlichen Bedeutung, weil die Beobachtungen selbst unS nicht so unmittelbar interessiern. Daß die Röhre nicht zu eng sey, da- Quecksilber sorgfältig gereinigt und in der Röhre wohl ausgekocht, die Scala genau eingetheilt, und daß man bei den Beobachtungen zu­ gleich auch das Thermometer beobachte, find die wich­ tigsten Bedingungen. Die Mahl der Stunden, wen« man observirt. Ist zwar bei andern Untersuchungen, wegen der täglichen Oscillationen nicht unwichtig *), scheint aber für unsern Zweck von keiner oder geringer Bedeutung. Auch der Ort und die Welse das Baro­ meter anzubringen, ist von geringerer Bedeutung als bei dem Thermometer. — In pflanzengeographlfcher Rücksicht wird e- un­ wichtig, erst den jährlichen Mittelstand des Barometers -----------zu *) In der heißen Zone findet ein regelmäßiges Steigen und Fal­ len zwei Mal täglich Start; selbst in der gemäßigten hat man solche Regelmäßigkeit mehr ober weniger bemerkt. Siehe über diesen Gegenstand: V. Chiminello Risultati di o.sservazioni etc. und sopra Ja causa piu efficace etc. in saggi scientifici di Padova T. I. 1786; und Ephemerides raanheiroenses 1784. Dorta in den Schriften der Liffaboner Ge­ sellschaft. L. Eainond memoircs sur la furmule barnmetrique. Clermont-Ferrand 1811. Troisiemc memoire. Se­ cunde partie. 4to. Humboldt tablcaii physique. p. 50 et seq. Langsdorf und Horner in Gilberts Annalen, i8i9/ 6tes Sr.

U3 zu erfahren; denn «kr erhalten dadurch Kenntniß von der Höhe des Orte- über dem Meere, und können als­ dann, selbst wenn andere meteorologische Beobachtun­ gen fehlen, eknkgrrmaßen die kllmatifchen Verhältnisse des Ortes bestimmen. Ferner müssen die Abweichungen von diesem Mittelstand« bekannt seyn, und ln dieser Hinsicht scheint es am zweckmäßigsten dle monatlichen Maxima und Mlnlma oder wenlgstrns den Unterschied derselben (nach mehrjährigen Beobachtungen) anzuge, den; wozu man zur Vergleichung noch dle monatlichen Media hinzufügen kann. Wollte man einen noch voll­ ständigere» Begriff haben, so könnte man auch.die täg­ lichen Oscillationen nach einer mittleren Zahl anführen. Es versteht sich, baß die verschiedenen Barometerstände immer auf die nämliche Temperatur zurückzuführen sind. Zur leichteren Uebersicht kann man sich der Curven be­ dienen, wie bei dem Thermometer. — DaS Barometer wird unS aber auch ln einer an­ dern Hinsicht in der Pflanzengeographie wichtig.

Mit­

telst desselben wirb rS uns nämlich auf eine leichte Art möglich Gebirgsgegenden zu nlvelliren, die Höhen, wel­ che «ine gewisse Pflanzenart erreicht, und demnach auch, bi- zu einem gewissen Grade, die derselben sm zuträg­ lichsten klimatischen Verhältnisse zu

bestimmen.

Bei

dergleichen Messungen muß man sich mit einem ge­ nauen dabei aber leicht transportabel» *) Instrumente versehen: man muß Sorge tragen, da : kein kuftpar, tikel in die Röhre eindringt; die Beobachtungen so weit es möglich bei günstiger Witterung vornehmen (weil als•) Diese beiden Eigenschaften findet man freilich selten vereiniqt. —

H

bann der Druck der Luft am wenigsten veränderlich ist) und zu solchen Stunden M Tages, an welchen das Barometer sich In brr größten Ruhe befindet *); fer­ ner müssen zugleich zwei Thermometer beobachtet wer­ den, wovon daS eine in freier Luft hängt, das andere im Barometer rlngeschlossen ist; die Witterung und der Wind müssen dabei auch notirt werden; waS aber be­ sonders wichtig ist, es muß gleichzeitig an einem nicht zu weit entfernten Orte mit gleichen Instrumenten beob, achtet werden; und dieser letztere Ort muß entweder am Meerufer liegen oder dessen Höhe über demselben muß im DorauS bestimmt seyn. Dirs ist wenigstens außerhalb der Wendekreise durchaus nothwendig **). §. 6.

Der unmittelbare oder mechanische Einfluß, welchen die Bewegung der Atmosphäre oder die Winde ***) auf die Pflanzen äußern, ist freilich von keiner großen Bedeutung. Unwichtig ist eS indeß in pflanzengcographifcher Rücksicht nicht, ob ein gege, bener Ort heftigen und anhaltenden Winden ausgesetzt •) Dies ist, nach der gewöhnlichen Meinung, am Mittage. **) Ueber Darometermcffung und die Art mit Hülfe desselben Höhen zu bestimmen siehe: R a m o n vorgebracht, die sonst Spuren von Senfibilität zeigen: allein davon läßt sich wohl nicht geradezu auf die Nicht, Wirkung der atmosphärischen Elektricität schließen. So wie die Pflanzenphysiologen also über die Frage ob und wie die atmosphärische Elektricität aus die Pflanzen wirke, nicht ins Reine gekommen, eben so wenig sind es die Physiker in Hinsicht der Fragen; welche Rolle spielt die Elektricität irr der Atmosphäre, wann und wie entsteht sie; wann Ist sie positiv und wann negativ: in welchen Verhält* nlssen steht sie zu den übrigen Meteoren; ist sie in den ver­ schiedenen Luftschichten verschieden oder nicht; und» wie verhält sie sich zu den verschiedenen Zelten des Tages. Die *) F va ii Ix 1 i n F.xpmmcnls and London I7O9.

valions on rb*r.tri( ify.

Bcrraria Ivlteiv clcl cllrllri« isrno.

Bo­

logna 1768. 4. Volta meteorologische Briese, aus dem Ita­

lienischen. Leipzig 1793. Erman kritische Beitrage zur at­ mosphärischen (Zleetromerrie. Gilberts Annalen 15. B. *♦) Rozier Journal. Yol. ^ 1. pag. 21J s u r e voyago T. I. p. iß.

Ström Söudmörs SBcffrivcb. 1. D. 2. Cap. § 3. Gunneru 6 Esterretning cm de saakaldte ^öüningS-Stene, ^rondnjemskc Selskabs Skrifter, 3. Deel. Aehnliche Beispiele finbct man in liory

f) Penn ant rnyage to thc I lebrides. 1772.

de St. Vincent voyage dans les quälte ilrs pnniipales des mers d'Alnque. P. 3. p. 156« Humboldt voyagc Partie hist. \«>1. I p. 157.

fährt.

Möglicherweise

können dadurch die Derbrel-

tungsbezlrke der Pflanzen erweitert werden, wenn die Saamen nach einem Lande, herrscht, geführt «erden.

wo ein passende- Klima

Die schnellere oder langsa,

mere Bewegung des Wassers in Flüssen und Sern wirkt auf die Vegetation: denn einige Pflanzen gedeihen bes­ ser im stehenden, andere im fließenden Wasser.

Eine

sehr schnelle Bewegung hemmt alle Vegetation. — Daß die Kenntniß des Wassers blsjetzt noch sehr unvollständig und unvollkommen ist, wird indeß in der Pflanzengrographie weniger bedeutend, weil die Zahl der eigentlichen Wasserpflanzen im Vergleich mit den Landpflaaztn sehr geringe ist. —

2 t e Abtheilung. Ortslehre der Pflanzen oder die Lehre von den örtlichen Verhältnifsen der Pflanzenformen. isteS

Stück.

Oertllche Verhältnisse der Arten. §.

ii.

Schwerlich ist ln der botanischen Terminologie ir­ gend eia Theil so vernachläßtgt als derjenige, welcher die örtlichen Verhältnisse der Pflanjrn betrifft. Sinne, dessen Werke sich sonst durchgehend- durch Scharssinn und logische Haltung auszeichnen, hat die Kunstwörter für die Ortsverhältnisse der Pflanzen mit einer großen Unbestimmtheit abgehandelt, weshalb in dieser Hinsicht auch eine große Verwirrung entstanden ist. So heißt es z. B. in der Philosophie botanica §. 3Z4: „loca natalia respiciunt regionem, clima, eolum et terram“ und nachher: „habitationca plantarum

136 eo loco patescunt, quibus conetat ando [plantarum species conquirendae pro herbariis, liortis, medicina, oeconomia.“ — ,,rogio tradat rcgnnm, provincias, pagoa etc.4' — „ solum rcspicit tclluris naturam.“ — ,, tcrrao plantis fovcntcs sunt hunms, arena, argilla, creta. “ ES scheint also das Wort habitatio sich entweder nur auf die politische

Eintheilung zu beziehen, oder in so weitläuftigem Sinne genommen, daß es alle örtlichen Verhältnisse umfaßt, und nicht in dem weit engeren Sinne, worin die neueren Schriftsteller es nehmen, bald nämlich alS Synonym mit Statio, bald als diesem Begriffe entge­ gengesetzt (siehe unten). Rogio scheint bei Sinne sämmtliche örtlichen Begrenzungs-Verhältnisse zu umfas­ sen, und nicht wie es bei den mehrsten neueren der Fall ist, nur die der Höhe; clima dürfte wohl nicht als örtliches Verhältniß aufgeführt werden, eS ist das, jenige, welches hauptsächlich die örtlichen Verhältnisse und namentlich die regio (im Linne'schen Sinne) be­ stimmt. Solum bedeutet bei Sinne nicht den Boden, sondern die Beschaffenheit der Erdoberfläche überhaupt; denn theils wird nachher terra angeführt, theils wird darunter mare, sylvae, montes, alpee etc. begriffen» Terra ist der Boden; die Aufzählung der verschiede­ nen Arten ist unvollständig. In einer Abhandlung stationes plantarum *) wird der Ausdruck statio bald In einem sehr engen Sinne genommen, nämlich nur von den Verschiedenheiten des Bodens, bald in einem writläuftlgeren, in welchen sich fast die Verschiedenhei­ ten «ach allen äußeren Momenten einschließen lassen; —

137 tS ist llämllch voll plantae nemorenec», apricae, atpinae, montanae, u. f. w. die Rede, und diese Der-

schledenhelttn «erden zu den Stationen gerechnet. Die späteren Schriftsteller haben eben nicht viel tue genaueren Bestimmung diese Begriffe beigetragen, sondern vielmehr die Wörter: Standort, Region, Sta­ tion, Habitatlon und Vaterland, bald in dem einen bald kn dem andern Sinne gebraucht. Doch haben ei­ nige *) versucht sämmtliche Ortsverhältnlsse auf zwei Hauptbegriffe, statio und habitatio, zurückzuführen, und dabei diesen Begriffen eine genauere Bestimmung dadurch ju geben, daß statio den Ort, worauf dir Pflanze sich im wilden Zustande befindet mit Rückfiche auf die phyflsche Beschaffenheit desselben, bezeich­ net; habitatio aber, womit Vaterland (patria) gleich­ bedeutend seyn soll, den Ort mit Rückflcht auf die geo­ graphische Lage desselben **). so ist j. D. für Rubus chamacmoras die statio Moorgegenden, die habita­ tio aber der nördliche Theil von Europa, Asten und Amerika; — für Linnaea borcalie die statio Nadel­ wälder, die habitatio aber: Skandinavien, das nörd­ liche Deutschland und die Schwekzergeblrge. Beim er­ sten Anblick scheint diese Eintheilung in der Natur be­ gründet zu seyn; eine nähere Untersuchung lehrt abep, baß die Begriffe auf diese Weise keineswegrS hknläng*) Besonders Dccandolle, Theorie elementaire. Ed. 2. Par. 1819, §. 3go. •♦) Dccandolle 1. c. Analog hiermit ist der Unterschied, wel­

chen Simmermann (geographische Geschichte des Menschen etc.)und TreviranuS (Biologie) -wischen der physischen

und geographischen Verbreitung der organischen Körper machen. —.

i5ö

lich getrennt sind, noch sämmtliche OrtSverhältnlsse er­ schöpfen. Statio sollte auf daS physische, habitatio auf bas geographische begründet seyn, allein insofern man unter dem letzteren nicht bi« politischen EInthei, lnngen meint, welche in pflanjengeographischer Rück­ sicht durchaus ohne Bedeutung sind, sondern nur die in der physischen Beschaffenheit begründeten Theile der Erde» so liegen ja im letzteren Fall« so wie im erste­ ren physische Ursachen jUM Grunde. Kubus chamaemoros wächst in Mooren weil der Bau dieser Pflanze «inen feuchten Boden fordert; er findet sich nur in den kalten Gegenden; weil der Bau einer niedrigen Tem­ peratur bedarf» ln beiden Rücksichten sind physische Beschaffenheiten die Ursachen der örtlichen Verhältnisse. Ferner ist es rin örtliches Verhältniß, daß eine Pflanje in den Alpen nur zwischen 3ooo und 5000 Fuß über dem Meere vorkömmt; wozu gehört aber dies Verhält­ niß, jur statio oder habitatio? Ist dies ein physisches oder geographisches Verhältniß? Das Verhältniß einer Pflanzenfamllie, daß sie gegen die Polen zu abnimmt oder umgekehrt gegen den Arquator, unter welchen von jenen Begriffen gehört dieS? Statio ist übrigens von mehreren in einem engeren Sinne, nur in Hinsicht des Höhenverhältnisses, also mit Region gleich bedeutend, benutzt. Habitatio möchte wohl eben so gut von den mehr speciellen Verhältnissen der Pflanzen zu gebrau­ chen seyn, und ist auch in diesem Sinne von Schriftsiellern angewandt; habitat in paludibns, in sylvis u. s. w., liest man oft. Vaterland (patria) möchte vielleicht besser die allgemeineren geographischen Ver­ hältnisse bezeichnen; allein dies Wort wird auch zur Bezeichnung desjenigen Theile- der Erde benutzt, aus

welchem ein« allgemein verbreitete angebaute Pflanze ursprünglich gebracht ist; so spricht man z. B. von dem Daterlande des Malßcs, des Weltzen u. f. w.; auch scheint der Ausdruck Vaterland wenig passend, wenn eine Pflanze eine ganze Erdzone bewohnt, so wie auch wenn sie nur in einer bestimmten Region einer gewissen Bergkette vorkommt. Stromeyer*) unterscheidet die Verbreitung («xteneio) und die Vertheilung (distribuüu) der Pflanzen. Jene erklärt er durch die Standörter brr Pflanzen, und deren Verschiedenheiten in Hinsicht der Lage, des Umfanges, der Gränzen und Eigenschaften (also eigentlich sämmtliche örtlichen Verhältnisse) diese Ist nach ihm baS Verhältniß, welches in Hinsicht der Vegetation zwischen den verschiedenen Theilen der Erde Statt findet. — Die Verbreitung ist nach ihm ent­ weder physisch oder geographisch, welche Aus­ drücke nicht genauer erläutert werden, eö scheint aber, daß er hier die statio und habitatio! im Decandolleschen Sinne vor Augen gehabt hat. Außer den bereits an­ geführten Bemerkungen, scheint mir der Ausdruck Ver­ breitung (extenaio) in diesem Sinne nicht zweckmäßig, well er doch nur die BegrenzungS»Verhältnisse an­ deutet. — JlN Dictionnaire des Sciences naturelles T. »8. l>. 363. hat Decandolle die Begriffe statio und habi­ tatio etwas verschieden erklärt; nämlich etatio.- die

specielle Beschaffenheit der Localität, unter welcher jede Pflanzrnart zu wachsen pflegt, und habitatio: die all­ gemeine Angabe deS Landes, in welchem dir Pflanze *) Spceimen historiac vegetabilium geygraphicae.

iHo wild wächst; allein es scheint mir, baß hierdurch die Bestimmtheit der Begriffe wenig gewonnen hat. Wegen dieser schwankenden Begriffe habe ich ge­ meint eine neue Eintheilung der örtlichen Verhältnisse vorschlagen zu müssen,

in welcher die Begriffe doch

nicht sehr verändert, sondern nur genauer bestimmt wer­ den.

Ich unterscheide demnach zuerst die Ortsverhält,

nisse, welche nicht nur den Arten, Gattungen oder hö­ heren Pflanzrngruppe«, sondern auch jedem Individuum einer gewissen Pflanzengruppe beigelegt werden können, und diejenigen OrtSverhältnisse, welche nur der Art, der Gattung oder höheren Gruppe als solcher, aber nicht den einzelnen Individuen, zukommen.

Jene Ver­

hältnisse begreife ich unter dem gemeinschaftlichen Na­ men Vorkommen der Pflanzen, weil dadurch, wie «s scheint, nicht unpassend alle äußeren Umstände, un­ ter welchen eine Pflanze vorkommt, bezeichnet werden: hirher gehört also das die Pflanze umgebende Medium