Deutsches Literatur-Lexikon. Das Mittelalter. Bd. 7. Das wissensvermittelnde Schrifttum im 15. Jahrhundert [7] 3110361930, 9783110361933, 9783110367454

Mit einem Essay von Mario Müller. Band 7 verzeichnet eine recht umfangreiche und sehr heterogene Gruppe mittelalterlich

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Deutsches Literatur-Lexikon. Das Mittelalter. Bd. 7. Das wissensvermittelnde Schrifttum im 15. Jahrhundert [7]
 3110361930, 9783110361933, 9783110367454

Table of contents :
Mario Müller: Textsorten des wissensvermittelnden (pragmatischen) Schrifttums im Mittelalter vii
Bruno Jahn: Autoren und Werke des wissensvermittelnden Schrifttums nach Sachgebieten und Textsorten xix
Abkürzungs- und Siglenverzeichnis xxxvii
Das wissensvermittelnde Schrifttum im 15. Jahrhundert 1
Register 1785

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Deutsches Literatur-Lexikon Das Mittelalter

Deutsches Literatur-Lexikon Das Mittelalter Herausgegeben von Wolfgang Achnitz Band  Das wissensvermittelnde Schrifttum im . Jahrhundert Mit einem Essay von Mario Müller

De Gruyter

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Bandes PD Dr. Wolfgang Achnitz, Münster; Matthias Johannes Bauer, M.A. MBA, Duisburg-Essen; Dr. Dörthe Buchhester, Hildesheim; Dr. Lars-Arne Dannenberg, Königsbrück; Prof. Dr. Christoph Fasbender, Chemnitz; Prof. Dr. Frank Fürbeth, Frankfurt am Main; Dr. Jenny Haas, Offenburg; Bruno Jahn, München; Claudia Kanz, M.A., Chemnitz; Christian Lieberwirth, B.A., Chemnitz; Dr. Mike Malm, München; Dr. Christoph Mauntel, Heidelberg; Dr. Irina Merten, Jena; Dr. Carla Meyer, Heidelberg; Dr. Gesine Mierke, Chemnitz; PD Dr. Mario Müller, Hildesheim; Prof. Dr. Katharina Philipowski, Mannheim; Konrad Reinhold, M.A., Chemnitz; Dr. Uwe Tresp, Potsdam; Dr. Rainer Welle, Pfaffenweiler; Thore Wilkens, M.A., Chemnitz; Dr. Volker Zapf, München

Redaktionelle Leitung Bruno Jahn

ISBN ---- e-ISBN (PDF) ---- e-ISBN (EPUB) ---- Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Copyright  Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston Umschlagabbildung: Paris, Musée du Louvre: Quentin Massys, Der Geldwechsler und seine Frau,  Satz: bsix information exchange GmbH, Braunschweig Druck: Strauss GmbH, Mörlenbach ⃝∞ Gedruckt auf säurefreiem Papier Printed in Germany www.degruyter.com

INHALTSVERZEICHNIS Mario Müller: Textsorten des wissensvermittelnden (pragmatischen) Schrifttums im Mittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

VII

Bruno Jahn: Autoren und Werke des wissensvermittelnden Schrifttums nach Sachgebieten und Textsorten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

XIX

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXXVII Das wissensvermittelnde Schrifttum im . Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .



Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .



V

Textsorten des wissensvermittelnden (pragmatischen) Schrifttums im Mittelalter Mario Müller I. Begrifflichkeiten Der sechste und siebte Band des Deutschen LiteraturLexikons. Das Mittelalter stellten Herausgeber und Redaktion vor große Herausforderungen. Denn es galt, der Gesamtkonzeption des Handbuchs folgend, möglichst alle bekannten mittelalterlichen Textzeugen in deutscher Sprache aufzunehmen. Eifrige Besucher von Bibliotheken und Archiven wissen jedoch, dass die schriftliche Überlieferung aus mittelalterlicher Zeit, die unter dem Titel Das wissensvermittelnde Schrifttum aufzunehmen wäre, nicht zu überschauen ist. Dies trifft vor allem auf die Überlieferung des . und . Jahrhunderts zu, die nach einer ersten Konjunktur im hohen Mittelalter das bis zu dieser Zeit Entstandene um ein Vielfaches überbot, so dass bis heute keine systematische Aufarbeitung der Bestände vorliegt und ein großer Teil des Materials noch nicht durch Editionen erschlossen ist. Daher vermögen wir weder die Überlieferung in verlässlichen Zahlen wiederzugeben, noch können wir in jedem Fall Auskunft darüber erteilen, wann die ersten deutschsprachigen Stücke der jeweiligen Textsorten in den mittelalterlichen Kanzleien und Schreibstuben entstanden sind. Vor allem entzieht sich das angefallene Verwaltungsschriftgut der fürstlichen Höfe, Klöster und Ratsstuben einer zufriedenstellenden Erfassung. Wie auch an anderen Orten der Schriftlichkeit bevorzugten die Schreiber und ihre Auftraggeber spätestens seit dem . Jahrhundert in großem Umfang die deutsche Sprache, wobei abhängig von Anlass, Textsorte und standesgebundenem Umfeld das Lateinische weiter in Gebrauch blieb (siehe hierzu u. a. Greule/Meier/Ziegler ). Unter Berücksichtigung dieser historischen Umstände schließen die beiden Bände zum wissensvermittelnden Schrifttum, die durch einen Essay von Frank Fürbeth zur Erörterung der Begrifflichkeit des Titels eingeleitet werden (Band ,

S. VII–XXVII), mit einem Versuch, die vernachlässigten Textsorten in einem knappen Überblick zusammenzutragen. Dabei folgen wir Fürbeths Vorschlag, unter dem Begriff des «wissensvermittelnden Schrifttums» Textzeugen zu erfassen, die über die mittelalterliche Fach- bzw. Sachliteratur hinausgreifen. Wir schließen auch jene Textsorten ein, die seit geraumer Zeit unter der Bezeichnung «pragmatisches Schrifttum» in die Literatur- und Geschichtswissenschaft sowie in ihre Nachbardisziplinen eingeführt worden sind. Hagen Keller, einer der geistigen Wortführer, der diese Bezeichnung auf einer soliden Forschungsgrundlage verbreitete, versteht darunter «alle Formen des Gebrauchs von Schrift und Texten, die unmittelbar zweckhaftem Handeln dienen oder die menschliches Tun durch Bereitstellung von Wissen anleiten wollen» (zit. nach Keller , S. ). Die Anregungen Fürbeths und Kellers aufnehmend, werden die Begriffe «wissensvermittelndes» und «pragmatisches Schrifttum» im Folgenden synonym genutzt. Eine Systematisierung des mittelalterlichen Schrifttums nach Textsorten ist in historisch arbeitenden Wissenschaften ein durchaus übliches Vorgehen; u. a. nden sich solche Ordnungsverfahren in linguistischen Beiträgen, Handbüchern zum Archiv- und Bibliothekswesen und natürlich in fachspezi schen Überblickswerken zur Literaturgeschichte und Geschichtswissenschaft. Die dort vorgeschlagenen heterogenen Texttypologien variieren nach zeitlichen, räumlichen, formalen, inhaltlichen und anderen Einteilungsprinzipien in Abhängigkeit von Fachwissenschaft und Zielführung (im Überblick: Sonderegger, in: Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte [...]. Bd. ,  , S.  f.). Da die vorausgehenden Bände des vorliegenden Handbuchs ohnehin nach inhaltlichen und formalen Kriterien geordnet wurden, wird dieser Zugriff auch dem vorliegenden Beitrag zugrunde gelegt. Dabei werden die geläu gen Gattungsbezeichnungen beibehalten und, VII

wenn es sich anbietet, auf die Quellenbegriffe zurückgegriffen. Bei dem unter Punkt IV. vorgestellten Textsortenverzeichnis handelt es sich um eine Zusammenstellung ohne Verweise auf Autoren und Werke. Wir müssen auch eine auf die Historizität der untersuchten Gegenstände orientierte Texttypologie schuldig bleiben. Diese Aufgabe wäre Ergebnis einer umfassenden Analyse der im vorliegenden Handbuch zusammengetragenen und auch der hier vernachlässigten Textzeugen. Eine konstruktive Annäherung an die Textsorten der deutschen Sprache im Mittelalter bringen beispielsweise die Beiträge im zweiten Band der Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung (., vollst. neu bearb. und erw. Au ., hg. v. Werner Besch u. a., ) oder die postum zusammengestellten Beiträge Hugo Kuhns im Band Entwürfe zu einer Literatursystematik des Spätmittelalters ().

II. Textsorten im Überblick Wir streben in unserem Überblick keine Vollständigkeit an. Es geht vielmehr darum, die Desiderate exemplarisch aufzuzeigen und einen Eindruck vom mittelalterlichen Schriftenreichtum im Zusammenhang mit dem Gesamtvorhaben des Handbuchs zu vermitteln. Denn mit dem Deutschen Literatur-Lexikon steht uns ein Hilfsmittel zur Verfügung, mit dem wir auf einer bisher in diesem Umfang nicht zur Verfügung stehenden Quellengrundlage erkennen können, wie umfassend die deutsche Sprache sich Schritt für Schritt der diversen schriftlichen Textsorten bemächtigte, als dem Deutschen der Weg geebnet wurde zur Sprache der Dichter und Dichterinnen, Gelehrten, Schriftkundigen und jener Schriftunkundigen, die über die Voraussetzungen verfügten, ihre Gedanken mit Hilfe anderer zu verschriftlichen. Wir verzichten in diesem Beitrag darauf, die jeweiligen Textsorten näher zu charakterisieren; eine solche Aufgabe bildet ein eigenes Vorhaben mit erheblichem Aufwand. Erfreulicherweise lässt sich auf gute Vorarbeiten verweisen: Eine umfassende Einführung in die spätmittelalterliche Verwaltungstätigkeit und des daraus hervorgegangenen Schrifttums bietet der erste Band der Deutschen Verwaltungsgeschichte (Jeserich/Pohl/Unruh ), in dem wichtige Textsorten in eigenen Unterkapiteln besprochen werden. Im Rahmen der Erforschung VIII

der Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich erschien  ein grundlegender Band (Hof und Schrift, hg. v. Werner Paravicini), in dem informative Beiträge zu ausgesuchten Textsorten im Umfeld des Hofes bis weit in die Frühe Neuzeit geboten werden. Für die Fachliteratur verfügen wir neben den älteren Arbeiten mit Die deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit von Bernhard Dietrich Haage und Wolfgang Wegner () über ein aktuelles und fundiertes Überblickswerk. Paravicini nahm zum ersten Mal in einem Handbuch eine übergreifende Sichtung der schriftlichen Quellen im Sinne der De nition zur pragmatischen Schriftlichkeit in Angriff, wodurch die Beein ussungen in der Entwicklungsgeschichte von Sachliteratur und Verwaltungsschriftgut deutlich wurden. Ausgehend davon, wären die gewonnenen Ergebnisse durch eine zielführende Aufarbeitung über die Schriftlichkeit am spätmittelalterlichen Hof hinaus voranzutreiben. Für die deutschsprachige Überlieferung bietet das vorliegende Handbuch eine umfängliche Ergänzung zur Kenntnisnahme der Überlieferungszeugen. Es vermag allerdings nicht die doch stattlichen Lücken gerade für die Überlieferung des späten . und des . Jahrhunderts zufriedenstellend zu füllen. Denn die meisten Fehlstellen im sechsten und siebten Band betreffen die Schriftproduktion für eben diesen Zeitraum, in dem wir Textsorten vor nden, die entweder erst in dieser Zeit der deutschen Sprache erschlossen wurden oder vor  im Vergleich zum ausgehenden Mittelalter selten in Erscheinung getreten waren. Dazu gehören vier große Gruppen, die im Folgenden vorgestellt werden: . das an Höfen, in Städten und Klöstern angefallene Verwaltungs- und Geschäftsschrifttum, . Rechtstexte, . Briefwesen und . Texte im öffentlichen Raum und Text-BildKombinationen. Die einzelnen Vertreter der mittelalterlichen Fachliteratur nden hier keine Berücksichtigung, weil sie im vorliegenden Handbuch in großer Zahl erfasst worden sind. Allerdings geben wir unter Punkt IV. (Textsortenverzeichnis) eine Zusammenführung aller Textsorten der vier genannten Gruppen und der im Deutschen Literatur-Lexikon aufgenommenen Textsorten der Fachliteratur.

Gruppe : Das an Höfen, in Städten und Klöstern angefallene Verwaltungs- und Geschäftsschrifttum

Innerhalb der ersten Gruppe fallen Textsorten mit Verzeichnischarakter aufgrund ihrer großen Zahl besonders auf. Aus ihren Reihen fanden bekannte und vor allem sehr alte Sprachdenkmäler im sechste Band Aufnahme. Sie werden gelegentlich auch als «Scripta-Quellen» (Schmidt-Wiegand ) bezeichnet und sind wie die → Hammelburger und die → Würzburger Markbeschreibungen von  bzw. / oder das → Werdener Urbar von / seit langem Gegenstand der Forschung. Solche Stücke treten in verschiedenen Formen auf, z. B. als Einzelstück bzw. in Amtsbüchern, Akten, Stadtbüchern und historiographischen Schriften. Textsorten mit Verzeichnischarakter dienten bei der Bewältigung administrativer Aufgaben zur Dokumentation oder Erschließung unübersichtlicher Bestände. Dazu zählen Güter- und Steuerverzeichnisse (u. a. als Urbar, Berain, Sal-, Güter- und Lagerbuch, Heberolle- und -register bezeichnet), Grundbücher (als eine vor allem in der städtischen Verwaltung vorkommende Textsorte mit diversen Bezeichnungsvarianten), Taxregister, Zinsbücher, Erbregister, Lehnbücher und -register. In diese Gruppe gehören auch sog. Anschläge und Matrikeln. Diese beiden Textsorten zeichnen sich durch inhaltlichen Variantenreichtum aus; sie fanden u. a. Anwendung, wenn es galt, einen Überblick zu erarbeiten, welche Personen einem König oder Landesherrn zum militärischen Dienst verp ichtet waren (z. B. in sog. Reichsanschlägen bzw. -matrikeln). Desgleichen nden wir in Archiven und Bibliotheken Personenverzeichnisse zu Mitgliedern des städtischen Rats, der Gerichte, des hö schen Personals, von Bruderschaften und (adligen bzw. bürgerlichen) Gesellschaften sowie von geistlichen und weltlichen Herrschaftsträgern. Hierzu kann auch ein Teil des Memorialschrifttums zum Beispiel in Form von Anniversarbüchern gerechnet werden. Weniger umfangreich ist die mittelalterliche Überlieferung zu deutschsprachigen Bibliotheksund Bücherverzeichnissen bzw. Inventaren. Inventare wurden in der Regel angefertigt, wenn sich Besitzverhältnisse an Gegenständen änderten (z. B. beim Erbgang) oder wenn Reformvorhaben angestrengt wurden, für die der Ist-Stand von Hab und Gut erschlossen werden sollte. Inventare und verwandte Textsorten bildeten nicht nur die Grund-

lage für interne Geschäftsführungen (Dokumentation und Kontrolle), sondern sie konnten auch zu Werbe- und Repräsentationszwecken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Verzeichnisse von Reliquien in Form von Einblattdrucken und Heiltumbüchern informieren über die Schätze von Kirchen, Klöstern und Höfen, z. B. um zu Wallfahrten oder den Besuch von großen Heiligenfesten anzuspornen. Die wichtigsten Produzenten der Textsorten mit Verzeichnischarakter waren die städtischen Verwaltungsträger, die Kanzleien und Amtssitze von geistlichen und weltlichen Herrschaftsträgern. Dort wurden Verzeichnisse und Register zur Rechnungsführung und zur Dokumentation von Besitztiteln, Verp ichtungen und Abhängigkeitsverhältnissen erarbeitet: Das Ausstellen und der Erwerb von Urkunden führten zur Anlage von Kopialbüchern, in denen die Urkundeninhalte vollständig oder in verkürzter Form (in Regestenform) festgehalten wurden. Aktenbestände, Amts-, Stadtund Ratsbücher erschloss man durch Register (z. B. Kanzleiregister), mit denen auch umfangreiche Korrespondenzen zugänglich gemacht werden konnten. Im Laufe des späten Mittelalters fanden immer mehr Verwaltungsakte schriftlichen Niederschlag und waren von einem Anstieg bisher wenig verwendeter bzw. unbekannter Textsorten begleitet. Diese Entwicklung bewegte sich im Rahmen der Finanzverwaltung und Heeresorganisation, des diplomatischen Verkehrs, des Lehns- und Gerichtswesens und der regulativen Organisation von Institutionen und Hausständen, wobei diese administrativen Teilbereiche oft eng miteinander verbunden waren. Die Finanzverwaltung und Heeresorganisation erschließt sich uns – wenn wir von den jeweiligen Schriften aus der Fachliteratur absehen – in den oben genannten Anschlägen und Matrikeln, in Rechnungen und Rechnungsbüchern (inklusive Geschäfts- und Handelsbüchern, Quittungen, Soldverzeichnissen, Schuldverschreibungen und sog. Futter-, Küchen- und Zehrungszetteln), in Bestallungen von Dienstleuten (Bestallungsbriefe, -bücher, -dekrete, -reverse), in obrigkeitlichen oder kaufmännischen Instruktionen für ausführende Organe, in Prokurationen (Vollmachten) und Kredenzen (Beglaubigungen). Für das . Jahrhundert haben sich darüber hinaus Textsorten erhalten, mit deren Hilfe sich einzelne Schritte für bestimmte Entscheidungsprozesse IX

gut rekonstruieren lassen. Aus der Feder von Amtsund Dienstleuten entstanden Protokolle, Gutachten, Denkschriften, Memoranden und Diarien, in denen über Versammlungen, Gespräche und Ereignisse berichtet wird. Sie sind als Gedächtnisstützen, amtliche Dokumentationen, persönliche Einschätzungen und Ratschläge konzipiert. In der Regel nden wir solche Aufzeichnungen im archivalischen Aktenbestand; dort sind sie den jeweiligen Sachverhalten ergänzend zugeordnet. Administrative und rechtliche Rahmenbedingungen wurden vielerorts durch «Ordnungen» abgesteckt. Dieser mittelalterliche Quellenbegriff umfasst ein breites inhaltliches Spektrum, mit dem wir uns über die Bereiche Finanzverwaltung und Heeresorganisation hinaus bewegen. Es ist uns nicht möglich, dieses Spektrum zufriedenstellend zu behandeln; deshalb muss hier eine knappe Aufzählung ausgewählter Ordnungen genügen, deren inhaltliche Disposition sich in der Regel durch den Begriff selbst erklärt: Bau-, Heeres-, Hof-, Frauenzimmer-, Fest-, Tanz-, Meier-, Einzugs-, Speise-, Luxus-, Tisch- (Tischzuchten), Amtleute-, Almosen-, Berg-, Luxus-, Polizei-, Tauf-, Hochzeits-, Zunft-, Münz-, Pestund Schulordnungen. Viele dieser Ordnungen zeichnen sich durch einen verbindlichen Charakter aus; sie geben zum Teil detaillierte Richtlinien zur Ämterstruktur, zur Besoldung, zu Funktionsbereichen der erwähnten Amtspersonen, Handlungsspielräumen, Finanzierung u. a. m. vor. Ziel war es, bestimmte Personengruppen und Institutionen einer verp ichtenden Organisationsstruktur zu unterwerfen; Zuwiderhandlungen konnten entsprechend sanktioniert werden. Urheber der Ordnungen konnten gleichermaßen geistliche, weltliche oder bürgerliche Repräsentanten und Vorsteher von Institutionen sein. In diesen Zusammenhang gehören auch die Regeln (Ordines), die schriftlich niedergelegten Gewohnheiten (Consuetudines) und Regulative der geistlichen Orden, die – nicht nur, aber vor allem – im späten Mittelalter aus dem Lateinischen übersetzt oder in deutscher Sprache aufgezeichnet worden sind. Die Beschäftigung mit den volkssprachlichen Vertretern dieser Textsorten ist ein noch relativ junges Forschungsfeld, das u. a. Gegenstand der Forschungsstelle für Vergleichende Ordensgeschichte (FOVOG) an der Technischen Universität Dresden mit seiner ertragreichen Publikationsreihe Vita Regularis. Ordnungen und Deutungen religiosen Lebens im Mittelalter ist. X

Abschließend sei für die erste Gruppe noch auf wenige, nach formalen Kriterien abgegrenzte Textsorten verwiesen. Dazu zählen Schreiberverse, Notizen, (Rand-)Vermerke, Konzepte, Entwürfe und dergleichen mehr; sie sind in der Regel mit anderen Textsorten verbunden und spiegeln verschiedene Stufen eines Bearbeitungsvorgangs wider. Ihre Erwähnung an dieser Stelle ist insofern konsequent, da sie zu jenen Textsorten gehören, die in Editionen oft nicht mitgeteilt werden und damit einem breiteren Publikum verborgen bleiben. Gruppe : Rechtstexte

Mit den Rechtstexten betreten wir ein Feld des wissensvermittelnden Schrifttums, das sich inhaltlich nur schwer abgrenzen lässt. Wir beschränken uns hier auf Texte, mit denen Rechtshandlungen unabhängig von ihrer rechtskräftigen Beglaubigung schriftlich dokumentiert und gegebenenfalls kommentiert wurden (einige Textsorten, die mit dieser De nition erfasst werden, wie beispielsweise Lehnsbücher und Urkundenkopiare, sind bereits in Gruppe  erwähnt worden). Aus dieser großen Gruppe wurden zahlreiche Vertreter der Rechtsbücher in die Bände  und  des vorliegenden Handbuchs aufgenommen. Dies bot sich mit Blick auf einen vertretbaren Arbeitsaufwand an, weil mit dem vierbändigen Werk Die Rechtsbücher des deutschen Mittelalters von Ulrich-Dieter Oppitz () eine umfassende Zusammenstellung von Rechtsbüchern, Rechtsgangbüchern, Rechtsglossen, Sammelwerken (Remissorien, Abecedarien) und Stadtrechten zur Verfügung steht. Die dort versammelten Beiträge wurden um einige Textzeugen ergänzt (u. a. um mehrere Bergrechte), ohne Vollständigkeit anzustreben. Dies trifft vor allem auf die Gruppe der Stadtrechte zu, deren Textzeugen vor über anderthalb Jahrhunderten mit viel Fleiß von Ernst Theodor Gaupp (Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, /) zusammengetragen und kommentiert wurden. Seitdem entstand zu den jeweiligen Stadtgeschichten eine heute kaum noch überschaubare Literatur, die sich nur teilweise durch Überblickswerke wie beispielsweise die Bände aus der Reihe Handbuch der historischen Stätten Deutschlands (erscheint seit ) oder das von Erich Keyser begründete Deutsche Städtebuch ( ff.) erschließen lassen.

Eine herausragende Stellung innerhalb der Rechtstexte nehmen Urkunden und die mit ihnen verwandten Textsorten aufgrund ihres Alters, Formulars und ihrer Rechtskraft ein. Sie bilden «den abschließenden schriftlichen Niederschlag einer Rechtshandlung» und sind «ein mit öffentlichem Glauben ausgestattetes, rechtskräftiges Schriftstück über erworbene Besitz- und Rechtstitel» (Hartmann , S. ). Für die mittelalterliche Rechts- und Verfassungsgeschichte stellen sie die wichtigste Quellengattung dar und bieten besonders für quellenarme Zeiten ein wichtiges Zeugnis. Zwar verfügen wir erfreulicherweise über eine breite Forschung und zahlreiche Urkundeneditionen (insbesondere zur Geschichte der Könige, Landesherren, Städte und geistlichen Institutionen), die reiche Überlieferung steht jedoch einer Darstellung der Gesamtüberlieferung im Weg, sodass aus dem Korpus der deutschsprachigen Urkunden nur wenige Textzeugen – zum Beispiel in Zusammenhang mit stadtrechtlichen Texten – den Weg in das Deutsche Literatur-Lexikon gefunden haben. Unabhängig von landes- und stadtgeschichtlichen Zugängen bieten die seit geraumer Zeit auch im World Wide Web zur Verfügung stehenden Editions- und Regestenreihen der Monumenta Germaniae Historica (www.dmgh.de) und der Regesta Imperii (www.regesta-imperii.de) eine Vielzahl mittelalterlicher Königs- und Kaiserurkunden in lateinischer und deutscher Sprache. Mit den Urkunden wird eine Textsorte aufgrund formaler Kriterien generiert; weitere Unterteilungen werden u. a. nach Ausstellern (zum Beispiel Papst-, Kaiser- oder Herrscherurkunden) und Inhalten der Urkunden getroffen. Aufgrund der kaum überschaubaren Vielfalt von Rechtshandlungen, die mit Urkunden zum Abschluss gebracht wurden, fällt es schwer, eine inhaltliche Systematisierung vorzulegen. Mit Blick auf das deutsche Schrifttum liegt eine solche Aufarbeitung unseres Wissens noch nicht vor, trotz einer blühenden Urkundenforschung und Editionstätigkeit auf diesem Feld (siehe hierzu z. B. Hruza/Herold , Schulze  und Maleczek ). Harry Bresslaus Klassiker zur Urkundenlehre () bietet im dritten Kapitel eine Systematik der Urkunden ohne Unterscheidung der Sprachen; im . Kapitel geht er auf die Sprachen der Urkunden ein. Einige der unten erwähnten Textsorten wie «Reichsgesetze» und «Landfrieden» bzw. der in den Bänden  und  aufgenommen Stadtrechtsprivilegien und Handfesten

wurden zum Teil in Urkundenform überliefert; damit wird allerdings nur ein verschwindend geringer Bruchteil der mittelalterlichen Urkundenproduktion aufgezeigt. Will man einen umfänglichen Überblick zu den Textsorten des Rechtswesens gewinnen, steht mit dem Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte (., völlig überarb. und erw. Au .,  ff.) ein unerlässliches Nachschlagewerke zu Verfügung. Dort werden viele der mittelalterlichen Rechtstexte exemplarisch und in Sammelartikeln besprochen. Auf Grundlage dieses Handwörterbuchs und der ergänzend herangezogenen Geschichte der Gesetzespublikationen von Timo Holzborn () für den Zeitraum ab  werden abschließend zur zweiten Gruppe noch weitere vernachlässigte (deutschsprachige) Rechtstexte summarisch genannt: – Achtbücher (auch Achtregister): Verzeichnisse der von einem Gericht verkündeten Ächtungen mit Nennung der Geächteten. – Amtsbücher: In ihnen wurde Schriftgut mit administrativer bzw. rechtlicher Relevanz in Buchform zusammengetragen; sie zeichnen sich u. a. durch ihren kompilativen Charakter von Textsorten aus. Der Begriff ist inhaltlich nur schwer abzugrenzen und rekurriert in erster Linie auf die Art und Weise der Überlieferung in Buchform. Eine wichtige Untergruppe bilden die Stadtbücher, die erfreulicherweise seit einigen Jahren nach und nach im Index Librorum Civitatum. Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit erfasst werden (www.stadtbuecher.de). – «Corpus iuris civilis» und «Corpus iuris canonici» (Bezeichnung aus dem . Jahrhundert): Diese bedeutendsten Sammlungen des römischen und kirchlichen Rechts in lateinischer Sprache wurden im Mittelalter stark rezipiert; sie waren Ausgangspunkt zahlreicher Kommentierungen, Gutachten, juristischer Traktate u. a. m. Weder das «Corpus iuris civilis» noch das «Corpus iuris canonici» wurden während des Mittelalters vollständig oder nahezu vollständig ins Deutsche übertragen, stattdessen entstanden mit sog. Summarien volkssprachliche Zusammenfassungen (vgl. z. B. die Rechtssumme Bruder → Bertolds). – Eides- und Huldigungsformeln: Dabei handelt es sich um Textsorten, die seltener in Einzelstücken überliefert sind als vielmehr in Eides- und Huldigungsbüchern, Stadt- und Ratsbüchern, XI















Amtsbüchern, Akten und gelegentlich in historiographischen Schriften. Halsgerichtsordnungen (auch Male zordnungen genannt): Zusammenstellung von Regeln für Verfahren, in denen an Hand und Hals gehende Strafen verhängt wurden. Früheste Belege für das Vorhandensein von Halsgerichtsordnungen gehen auf das späte . bzw. das . Jahrhundert zurück. Juristische Fachliteratur und Gutachten: Erste deutschsprachige Vertreter juristischer Fachliteratur (zum Beispiel Klage- und Laienspiegel) und Gutachten zu diversen juristischen Sachverhalten (die in der Regel in Akten überliefert worden sind) treten unseres Wissens im . Jahrhundert und später auf; über Anzahl und Überlieferung der Gutachten lässt sich auf Grundlage des aktuellen Forschungstands keine zuverlässige Aussage treffen. Landfrieden: Zu dieser Textsorte existiert ein Überblickslemma (Bd. , Sp. –), in dem Genese, Überlieferung und Forschungsstand knapp zusammengefasst sind. Protokoll-, Gerichts- und Urteilsbücher (inklusive Schöffenspruchsammlungen, Hader-, Wette- und Verfestungsbüchern, Prozess- und Gerichtsordnungen) königlicher, landesherrlicher und städtischer Gerichte (zuzüglich der darüber hinaus existierenden institutionellen Repräsentanten der Hoch- und Niedergerichtsbarkeit): Auch zu diesen Textsorten fehlt eine Zusammenstellung; zu den Schöffenspruchsammlungen besteht ein Überblicksartikel in Bd. , Sp. . Reichsgesetze: Es fanden nur die bekanntesten deutschsprachigen Reichsgesetze wie z. B. der → Mainzer Reichslandfrieden Kaiser Friedrichs II. von , die → Goldene Bulle Kaiser Karls IV. von  bzw. der → Ewige Landfriede König Maximilians I. von  Aufnahme. Seerechte als Teil von Stadtrechten oder unabhängig von diesen werden im vorliegenden Handbuch im Zusammenhang mit dem → Visbyischen, → Hamburgischen und → Lübischen Recht erwähnt. Stadtrechts- und Landrechtsreformationen wurden in den Bänden  und  nur sporadisch aufgenommen, zum Teil werden sie als Entwicklungsstufe älterer Privilegierungen besprochen (z. B. → Braunschweiger Stadtrecht).

XII

– Testamente: Die historische Forschung befasste sich aus der Reihe dieser Textsorte vor allem mit Vertretern der politischen Testamente; eine Zusammenstellung der mittelalterlichen Testamente bzw. Erbverfügungen im deutschsprachigen Raum liegt nicht vor. – Weistümer (auch Taiding, Offnung, Landrodel, Jahrding, Ruge genannt): Rechtsquellen, die im Rahmen gerichtlicher Weisung entstanden sind. Gruppe : Briefwesen

Der Begriff «Brief» (oder Varianten davon) bezeichnete im Mittelalter eine umfangreiche Gruppe verschiedener Textsorten; dazu zählten auch Urkunden. Das heißt, eine begriffliche De nition auf Grundlage der historischen Semantik ist mit Blick auf bestehende Fachtermini nicht zielführend. Sinnvoll erscheint uns eine De nition nach formalen Kriterien. Danach verstehen wir unter Briefen Textzeugen, die durch Anrede, Inhalt und Conclusio gekennzeichnet sind. Geschrieben oder diktiert wurden Briefe durch einen oder mehrere bekannte(n) oder unbekannte(n) Absender; der oder die Adressaten müssen nicht erwähnt sein. Innerhalb dieses begrifflichen Rahmens verfügten mittelalterliche Briefe über ein variantenreiches Formular und inhaltliche Vielfalt. Als eine der ältesten Formen schriftlicher Mitteilung beein ussten Briefe, ihr Formular, ihre Inhalte und stilistischen Prinzipien viele mittelalterliche Genres. Das emsige Sammeln und Schreiben von Briefen und Briefformularen sowie das Erheben des Briefschreibens zur Kunstform ließ eine hocharti zielle Briefkultur entstehen. Mit ihr sind Alphabetisierung, Schreibstoff, Sprache, Schrift (handschriftlich, in gedruckter Form, autographisch), Beglaubigung, Briefbeförderung und die mit dem Briefschreiben und Schreiben-Lassen bzw. Brie esen und -vorlesen verbundene Performanz untrennbar verbunden. Das Korpus der deutschsprachigen Briefe des Mittelalters ist ungezählt und nicht überschaubar. Korrespondenzen bilden den größten Teil; ihre Absenderinnen und Absender gehörten nahezu jedem Stand an. Die umfangreichste Edition einer deutschsprachigen Korrespondenz mit mehr als  Briefen für die Jahre von  bis  dokumentiert den Briefwechsel des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg (Priebatsch, –).

Dass dieser Reichtum an brie ichen Zeugnissen keine Ausnahme bildet, zeigen andere Editionen, in denen deutsche Korrespondenzen den Hauptoder zumindest einen wesentlichen Anteil des zusammengetragenen Materials ausmachen. Die bekannteren unter ihnen sind die Ältere und Mittlere Reihe der Deutschen Reichstagsakten ( ff.), die Regesta Imperii ( ff., hier besonders die Bände zu Kaiser Friedrich III.) und Georg Steinhausens Deutsche Privatbriefe (/). Diese und andere Ausgaben geben Anlass genug, in Archiven und Bibliotheken mit einer sehr großen Zahl an noch ungehobenen Briefen im Rahmen politischer, geistlicher, gelehrter, administrativer und privater Korrespondenzen zu rechnen. Korrespondenzen waren gelegentlich Abschriften anderer Briefe oder Schriftsachen, Pläne, Zeichnungen u. a. m. beigelegt. Häu g nden wir als «zedula» oder «new zeitung» bezeichnete Beigaben. Der Inhalt dieser Zettel ergänzte den Inhalt des Briefs oder/und teilte losgelöst von diesem zusammengetragene Nachrichten mit. Ihre Bedeutung wird bereits aus dem Begriff «new zeitung» ersichtlich: Sie spielten für das mittelalterliche Nachrichtenwesen und die Entstehungsgeschichte der Zeitungen (seit dem frühen . Jahrhundert) eine wichtige Rolle. In produktiven Schreibstuben entstanden in lateinischer Sprache Formular- und Titularbücher – frühe Vorläufer der erst im späten Mittelalter auftretenden deutschen Briefsteller. Briefe wurden in Briefsammlungen aufgrund unterschiedlicher Motivationen zusammengestellt – oft nicht vollständig, sondern nur rudimentär. Es entstanden Sammlungen von Übungstexten, Briefkonzepten sowie Verzeichnissen, in denen Briefein- und Briefausgänge registriert wurden. Erst spät, wohl am Ausgang des Mittelalters, wurden Korrespondenzen in Akten bzw. Briefbündeln gesammelt und archiviert. Da das Schriftgut des in der Regel männlichen Hausvorstands mit mehr Sorgfalt als das der weiblichen Personen des Haushalts aufbewahrt wurde, nden wir oft gut «sortierte» Korrespondenzen von Briefschreibern, während die Korrespondenzen von Briefschreiberinnen oft mühselig aus mehreren Empfängerarchiven zusammengetragen werden müssen. Innerhalb der Korrespondenzen gibt es formal und inhaltlich vielfältige Briefsorten: Einladungen, Neujahrsgrüße, Bittbriefe, Berichte, Kondolenzen, Geburtsanzeigen, (Geschäfts-)Anweisungen

etc. Deutschsprachige Korrespondenzen waren in der Regel nicht für eine größere Öffentlichkeit bestimmt, sondern für eine Person oder einen eingeschränkten Personenkreis. Gelehrte Briefwechsel, die überarbeitet und nach sorgfältiger Auswahl zusammengestellt und publiziert wurden, waren innerhalb der Studia humanitatis beliebt, aber fast ausschließlich in Latein abgefasst. Öffentliche Briefe, auch «offene Briefe» genannt, variierten in Form und Inhalt stark. Sie bestanden in der Regel aus einem Blatt, konnten an öffentlichen Plätzen vorgetragen, angebracht oder auch verkauft werden. Sie fanden als handschriftliche oder gedruckte Briefe (also als Einblattdrucke) Verbreitung. In Form von öffentlichen Briefen wurden als Sonderformen u. a. Schmäh- und Schandbriefe, die gelegentlich illustriert sein konnten (Lentz ), sowie Himmels- und Teufelsbriefe publiziert. Letztere waren ngierte Briefe, mit denen der Anschein erweckt werden sollte, ihre Botschaften kämen unmittelbar vom Himmel oder aus der Hölle. Diese Briefe standen in der langen Tradition geistlichen Schrifttums. (Send-) Briefe sind ein aus der Bibel und der Kirchenpraxis bekanntes Mittel von Kirchenoberen, den Mitgliedern ihres Kirchenbezirks Mut und Trost zuzusprechen, sie zu ermahnen und ihnen den Weg zu weisen. Auch auf anderen Feldern, im diplomatischen Verkehr (Geleit- und Schutzbriefe) und im höschen Roman (vgl. Wand-Wittkowski ), hinterließ die mittelalterliche Briefkultur bleibende Spuren. Obwohl deren Bedeutung in der Forschung durchaus betont wird, liegt bis heute keine zufriedenstellende Geschichte des (mittelalterlichen) Briefwesens vor (aktuelle, auch fachübergreifende Forschungsüberblicke z. B. bei Antenhofer/Müller , Schmolinsky  und Broser ). Gruppe : Texte im öffentlichen Raum und Text-Bild-Kombinationen

Unter die vierte Gruppe werden Textsorten subsummiert, die sich durch ihre Präsentationsform, ihren Adressatenbezug und ihren repräsentativen Charakter auszeichnen. Darunter fallen Inschriften und Graffiti, «beschriftete» Textilien, Glasmalereien und Gegenstände, Wand- und Tafelmalereien, Devisen (Wahlsprüche) und Emblemata (Kombination von Wahlspruch und Bild). Sie waren in der Regel Teil des öffentlichen Raums (natürlich besteht XIII

hier eine Reihe von Ausnahmen) und besaßen aufgrund der Beschreibstoffe (Stein, Glas, Holz, Textilien etc.) eine im Vergleich zu den Vertretern der ersten bis dritten Gruppe außergewöhnliche mediale Wirkung. Es handelt sich um kürzere Texte unterschiedlichen Inhalts; oft sind sie formelhaft oder zitieren bekannte Texte. Nicht selten erschließt sich der Sinn dieser Texte erst im Zusammenhang mit dem Beschreibstoff, dem Ort ihrer Präsentation und/oder einer bildlichen Darstellung. Aufgrund der Abhängigkeit des Textes von anderen Medien nehmen diese Textsorten eine Sonderstellung ein: Für eine Interpretation dieser Quellen genügen in der Regel nicht die herkömmlichen Instrumentarien zur Textkritik. Dies trifft auch für die hier nur zu erwähnende Gruppe der «beschrifteten» Pläne (Planzeichnungen), Karten und Globen zu, für die streng genommen der Begriff «Textsorte» nicht zutrifft. Zusammenstellungen der Textsorten der vierten Gruppe bieten u. a. die lokal bzw. regional orientierten Reihen zu Bau- und Kunstdenkmälern bzw. Kunstdenkmälern, die in Göttingen und Greifswald angesiedelten Inschriftenstellen Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit mit ihren Print- und Online-Publikationen (www.inschriften.net) und Einzelarbeiten wie z. B. der Band Detlev Kraacks zu Inschriften und Graftis des späten Mittelalters ().

III. Resümee Der knappe Überblick zu vernachlässigten Textsorten des vorliegenden Handbuchs zeigt nicht allein Desiderate auf, sondern weist auch auf die Unmöglichkeit einer vollständigen Erfassung der Textzeugen zum wissensvermittelnden Schrifttum auf absehbare Zeit hin. Novum und Gewinn der Bände  und  des Deutschen Literatur-Lexikons liegen in dem Versuch, zum ersten Mal über die deutschsprachige Fachliteratur hinaus Verfasser und Werke im Sinne der weiten De nition zur pragmatischen Schriftlichkeit thematisch und chronologisch gebündelt zu erfassen. Damit wird ein beeindruckendes Korpus zur Verfügung gestellt, das ähnliche Projekte übertrifft bzw. ergänzt. So konnten im Vergleich zum Handschriftencensus mit seinen derzeit über  Einträgen (www.handschriftencensus.de) mehr als  dort noch nicht erfasste Titel hier vorgestellt werden. XIV

Die dennoch fehlenden Textzeugen schmälern die damit erbrachte Leistung nicht. Denn nur wer sich ehrgeizige Ziele steckt, wird am Ende wissen, welche Hürden auf dem Weg dorthin zu nehmen waren. Das gilt auch für die Bände zum wissensvermittelnden Schrifttum: Der hier erzielte Befund legt für kommende Projekte nahe, eine sinnvolle und auf absehbare Zeit umsetzbare Systematisierung des pragmatischen Schrifttums zu erarbeiten, um einerseits dringende Forschungsbedarfe punktgenau zu erkennen und um andererseits auf die mit den Forschungsbedarfen gekennzeichneten Desiderate mit einer sinnvollen Konzeption für Nachschlagewerke und Kompendien zu antworten. In diesem Sinne fehlt an erster Stelle ein erschöpfendes Überblickswerk zu den mittelalterlichen Textsorten. Ein solches Werk dürfte sich dann aber nicht mehr nur auf deutsche beschränken, sondern müsste sich auch auf lateinische Textzeugen beziehen; im besten Fall wären ergänzend Textsorten mit Vorbildfunktion aus anderen Volkssprachen zu berücksichtigen. Dann nämlich erst erschließt sich die Entwicklungsgeschichte einzelner Textsorten (für viele liegen schon einschlägige Ergebnisse vor). Die Herausgeber eines solchen Überblickswerks hätten sich auch der Aufgabe zu stellen, eine umfassende Charakteristik der jeweiligen Textsorten zu erarbeiten, auf deren Grundlage es möglich ist, textkritisch zu arbeiten. Diese Anforderung ist angesichts des fachübergreifenden pragmatischen Schrifttums nicht zu überschätzen. Letztlich beugt ein umfassender Textsortenüberlick der Lückenbildung in verfasser- bzw. werkorientierten Handbüchern wie dem Deutschen Literatur-Lexikon vor: Autoren und Werke könnten auf Grundlage einer systematischen Erfassung der Textsorten zielführender und repräsentativer ausgewählt und gegebenenfalls durch Sammellemmata ergänzt werden. Ungeachtet dieser vor allem für Herausgeber von Nachschlagewerken relevanten Vorteile würde eine möglichst tiefgreifende und präzise Systematisierung nach Textsorten, so wie sie in groben Zügen im Deutschen Literatur-Lexikon verwirklicht wurde, neue Forschungsimpulse geben: z. B. zum Verhältnis der deutschen und lateinischen Textzeugen des mittelalterlichen Schrifttums, zu wenig beachteten Textsorten wie den Hofordnungen (um nur eine zu nennen) und natürlich zur Geschichte der Schriftlichkeit an sich, die für den deutschen Sprachraum noch längst nicht in befriedigender Form vorgelegt wurde.

IV. Textsortenverzeichnis zum wissensvermittelnden (pragmatischen) Schrifttum In diesem Verzeichnis werden sowohl die oben besprochenen Textsorten dargestellt als auch Textsorten der Fachliteratur; Letztere auf Grundlage des nachfolgenden Verzeichnisses zu den in den Bänden  und  aufgenommenen Werken (S. XIX–XXXVI). . Grammatik . Rhetorik und Dialektik Brie ehren Gesprächsbüchlein Rhetoriklehren Werke zur Gedächtniskunst (Ars memorativa) . Mathematik (Arithmetik und Geometrie) . Musiktheorie . Astronomie und Astrologie (inkl. Mantik) Kosmographien Losbücher, Geomantien Nautische Schriften Planetenbücher Prognostik Tierkreiszeichenlehren Traumdeutung . Enzyklopädien . Glossen und Glossare . Schulschriften und -ordnungen . Moral-didaktische Texte und Tugendlehren Andachtsbücher (Horologien) Denkschriften und Memoranden Fürstenspiegel, Regierungsanweisungen (Karten-)Spieltraktate Satansprozess-Dichtung Schachzabel- und Schachbücher . Humanmedizin und Pharmakologie Aderlass (Phlebotomie) Antidotare Apothekenwesen

Arzneibücher Augenheilkunde (Ophthalmologie) Balneologie Chirurgie Destillierbücher, Branntweintraktate, Rezepte für Medizinalwässer Diagnostik Diätetik, Gesundheitsregimen Gelbsucht Gewerbehygiene Gicht Gynäkologie, Obstetrik Hämatoskopie Herbare, Kräuterbücher Klistierlehren Koproskopie Lepra Magen-Darm-Erkrankungen Pädiatrie Pesttraktate Rezeptare Steinbücher (Lapidarien) Syphilis Urologie Uroskopie Wunderdrogen- und Drogentaktate Zahnheilkunde Ärztlicher Stand, ärztliche Ethik . Rechtstexte Abecedarien Achtbücher Amtsbücher (inklusive Stadtbücher) Bergrechte Bettelordnungen Corpus iuris civilis und Corpus iuris canonici Eides- und Huldigungsformeln Femerechtsbücher Halsgerichtsordnungen (Male zordnungen) Kirchenrecht Land- und Lehnrechtsbücher Landfrieden Leges Münzrecht Protokoll-, Gerichts- und Urteilsbücher (inklusive Schöffenspruchsammlungen, Prozess- und Gerichtsordnungen, Hader-, Wette- und Verfestungsbücher) Rechtsbücher Rechtsgangbücher Rechtsglossen XV

Rechtsliteratur (Fachliteratur und Gutachten) Reichsgesetze Remissorien Seerechte Stadtrechte sowie Stadtrechtsreformationen Testamente Urkunden und Urkundenkopiare Weistümer (Taiding, Offnung, Landrodel, Jahrding, Ruge) . Verwaltungs- und Geschäftsschrifttum Amtsspiegel Anweisungen (auch Instruktionen) Bestallungsbriefe, -bücher, -dekrete, -reverse Briefe und Briefwesen Korrespondenzen Formular- und Titularbücher Briefsammlungen Brie ehren Einladungen Neujahrsgrüße Bittbriefe Berichte Kondolenzen Geburtsanzeigen (Geschäfts-)Anweisungen Offene Briefe (z. B. Schmäh- und Schandbriefe) Sendbriefe Denkschriften Diarien Entwürfe Gutachten Handels- und Rechnungsbücher Konzepte Kredenzen Memoranden Notariatslehren Notizen und Randglossen Ordnungen Prokurationen Protokolle Schuldverschreibungen Textsorten mit Verzeichnischarakter Anschläge und Matrikeln Bücherverzeichnisse und Bibliothekskataloge Erbregister Formular- und Titularbücher Futter-, Küchen- und Zehrungszettel Grundbücher Güter- und Steuerverzeichnisse Inventare XVI

Kanzleiregister Kopialbücher Lehnbücher und -register Personenverzeichnisse Soldverzeichnisse Taxregister Zinsbücher . Kunsthandwerk Farbenbücher Malerbücher Musterbücher . Baukunst Baumeisterbücher . Bergbau, Verhüttung, Metallurgie Bergordnungen Probier- und Kunstbüchlein Walenbüchlein . Waffenhandwerk, -technik, Kriegwesen Befestigungsbau Büchsenmeisterbücher Fechtbücher Feuerwerksbücher Kriegs- und Schlachtendarstellungen Ringbücher Turnierbücher Wagenburgordnungen . Jagd, Tiere und Tiermedizin Angel- und Fischereibücher Beizbücher Bestiarien (Tierbücher) Jagdtraktate Veterinärmedizin Pferde Greifvögel Jagdhunde Rinder . Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft Botanische Lehrwerke Forstwesen Gartenkultur Weintraktate . Monatsregeln, Almanache und Kalender

. Haushalt Hausbücher Kochbücher Reinigungsmittel . Alchemie . Zauberei . Texte im öffentlichen Raum und TextBild-Kombinationen Ansichten Beschriftete Glasmalereien Beschriftete Textilien Beschriftete Wand- und Tafelmalereien Globen Heraldik und Wahlsprüche Devisen Emblemata Inschriften und Graffiti Karten Pläne (Planzeichnungen)

Ausgaben und Literatur Regesta Imperii. Begründet v. Johann Friedrich Böhmer. Frankfurt/M. u. a.  ff. Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, mit rechtsgeschichtlichen Erläuterungen. Hg. v. Ernst Theodor Gaupp.  Bde. Breslau /. Deutsche Reichstagsakten. Ältere Reihe. Hg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bd.  ff. München/Göttingen  ff. Deutsche Reichstagsakten. Mittlere Reihe. Hg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bd.  ff. Göttingen u. a.  ff. Harry Bresslau: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien.  Bde. Berlin  (). Felix Priebatsch (Bearb.): Politische Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles.  Bde. (Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven , , ). Leipzig –. Deutsche Privatbriefe des Mittelalters. Mit Unterstützung der K. Preußischen Akademie der Wissenschaften hg. v. Georg Steinhausen.  Bde. Berlin /.

Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Begründet v. Erich Keyser. Stuttgart  ff. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Stuttgart  ff. Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Hg. v. Adalbert Erler und Ekkehard Kaufmann.  Bde. Berlin –; ., völlig überarb. und erw. Au . hg. v. Albrecht Cordes, Heiner Lück, Dieter Werkmüller und Christa BertelsmeierKierst. Bd.  ff. Berlin  ff. Hugo Kuhn: Entwürfe zu einer Literatursystematik des Spätmittelalters. Tübingen . Ruth Schmidt-Wiegand: Altdeutsche ScriptaQuellen. Volkssprachliche Aufzeichnungen des Rechtslebens als Textsorten. In: Textsorten und literarische Gattungen. Dokumentation des Germanistentages in Hamburg vom . bis . April . Hg. vom Vorstand der Vereinigung der deutschen Hochschulgermanisten. Berlin , S. –. Deutsche Verwaltungsgeschichte. Im Auftrag der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft hg. v. Kurt G. A. Jeserich, Hans Pohl und Georg-Christoph Unruh. Bd. . Stuttgart . Hagen Keller: Pragmatische Schriftlichkeit im Mittelalter. Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen. Einführung zum Kolloquium in Münster, .–. Mai . In: Ders. u. a. (Hg.): Pragmatische Schriftlichkeit im Mittelalter. Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen (MMS ). München , S. –. Josef Hartmann: Urkunden. In: Die archivalischen Quellen. Eine Einführung in ihre Benutzung. Hg. v. Friedrich Beck und Eckart Henning (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ). Weimar , S. –. Detlev Kraack: Monumentale Zeugnisse der spätmittelalterlichen Adelsreise. Inschriften und Graffiti des .–. Jahrhunderts (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, Folge , ). Göttingen . Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Hg. v. Werner Besch u. a. ., vollst. neu bearb. und erw. Au . Bd.  (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft ,). Berlin/New York . XVII

Volker Hertel: Textsortenbenennungen im Deutschen des . Jahrhunderts. In: Sprachgeschichte als Textsortengeschichte. FS Gotthard Lerchner. Hg. v. Irmhild Barz u. a. Frankfurt/M. u. a. , S. –. Christine Wand-Wittkowski: Briefe im Mittelalter. Der deutschsprachige Brief als weltliche und religiöse Literatur. Herne . Timo Holzborn: Die Geschichte der Gesetzespublikationen, insbesondere von den Anfängen des Buchdrucks um  bis zur Einführung von Gesetzesblättern im . Jahrhundert. Berlin . Matthias Lentz: Kon ikt, Ehre, Ordnung. Untersuchungen zu den Schmähbriefen und Schandbildern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (ca.  bis ) (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen ). Hannover . Quellenkunde der Habsburgermonarchie (.–. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch. Hg. v. Josef Pauser, Martin Scheutz, Thomas Winkelbauer (MIÖG, Ergänzungsbd. ). Wien u. a. . Wege zur Urkunde, Wege der Urkunde, Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters. Hg. v. Karel Hruza und Paul Herold. Wien u. a. . Bernhard Dietrich Haage und Wolfgang Wegner: Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter

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und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanisitik ). Berlin . Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift. Hg. v. Werner Paravicini (Residenzenforschung /). Ost ldern . Christina Antenhofer und Mario Müller (Hrsg.): Le lettere nella communicazione politica dall’ Antico Oriente no al XX secolo – Briefe in politischer Kommunikation vom Alten Orient bis ins . Jahrhundert (Schriften zur Politischen Kommunikation ). Göttingen . Ursula Schulze: Studien zur Erforschung der deutschsprachigen Urkunden des . Jahrhunderts. Berlin . Kanzleisprachenforschung. Ein internationales Handbuch. Hg. v. Albrecht Greule, Jörg Meier und Arne Ziegler. Berlin/Boston . Sabine Schmolinsky: Sich schreiben in der Welt des Mittelalters. Begriffe und Konturen einer mediävistischen Selbstzeugnisforschung. Bochum . Urkunden und ihre Erforschung. Zum Gedenken an Heinrich Appelt. Hg. v. Werner Maleczek (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung ). Wien u. a. . Kuriale Briefkultur im späteren Mittelalter. Gestaltung – Überlieferung – Rezeption. Hg. v. Tanja Broser. Köln u. a. .

Autoren und Werke des wissensvermittelnden Schrifttums nach Sachgebieten und Textsorten Bruno Jahn

Die nachstehende Übersicht verzeichnet die Autoren und Werke des deutschsprachigen wissensvermittelnden Schrifttums des Mittelalters strukturiert nach Sachgebieten und Textsorten und innerhalb dieser annähernd chronologisch. . Grammatik Alkuin (um –) Ludolf de Luco(he) aus Hildesheim, . Jh. Johannes de Garlandia (um –nach ) Cato (dt.), ab Mitte . Jh. Donat, ab spätestens um  Spechtshart, Hugo, von Reutlingen (–/) Johannes von Lauburg, . Jh. Honover, Heinrich (um –Anfang . Jh.) Alexander de Villa Dei (um /–um /), dt. Rezeption ab . Hälfte . Jh. Fliscus, Stefanus (um –um ) Grammatellus, spätestens Mitte . Jh. Huwilogus, überliefert ab Mitte . Jh. Bücklin, Conrad (* um ) Mulich, Bartholomäus (um –um ) Perger, Bernhard († nach ) Karoch von Lichtenberg, Samuel († nach ) Seligenstädter Lateinpädagogik, nach  Brant, Sebastian (–) Zenders, Wilhelm, von Wert, . Hälfte . Jh./ frühes . Jh. . Rhetorik und Dialektik . Brie ehren Cicero (– v. Chr.), dt. Übersetzungen ab dem späten . Jh. Admonter Briefsammlung, um – Halberstädter Ars dictaminis, / Wiener Briefsammlung, um  Baumgartenberger Formularius, frühes . Jh. Iupiter, spätestens . Hälfte . Jh. Johann von Neumarkt (um /–) Rüdiger von Hainburg († wahrscheinlich nach ) Meichsner, Friedrich († um )

Anselm von Frankenstein,  Ostschwäbisches Briefformular, spätestens  Niklas von Wyle (um –) Huber, Christoph, . Hälfte . Jh. Ingolstädter Rhetorik, . Hälfte . Jh. Titelbüchlein, spätestens  Karoch von Lichtenberg, Samuel († nach ) Geßler, Heinrich (†  [?]) Senff, Johann († ) . Gesprächsbüchlein Kasseler Glossen, . Viertel . Jh. Pariser Gespräche, spätes ./frühes . Jh. Baldwin von Viktring († ) Eberhardi, Ulrich (um –) Es tu scolaris?, gedruckt seit / . Rhetoriklehren Alkuin (um –) Notker III. von St. Gallen (um –) Konrad von Mure (um –) Rhetorica ad Herennium, dt. Rezeption ab dem . Jh. Iupiter, spätestens . Hälfte . Jh. Johann von Neumarkt (um /–) Stetefeld, Johannes († nach  [?]) Bernhard von Kraiburg (/–) Luder, Peter (um –) Friedrich von Nürnberg, Mitte . Jh. Albrecht von Eyb (–) Formulare und deutsch Rhetorica, . Viertel . Jh. Karoch von Lichtenberg, Samuel († nach ) Riedrer, Friedrich (um –um ) . Werke zur Gedächtniskunst (Ars memorativa) Rosenheimer, Johann Ulrich, . Hälfte . Jh. Italicus, Nicolaus, um  Meister Heinricus, spätestens um  XIX

Johannes Bedellus, um  Hartlieb, Johannes († ), Mitte . Jh. Hirschfelder, Bernhard († nach )

Virdung, Sebastian (um –/) Judenkünig, Hans (um –) Schlick, Arnold (um –um )

. Mathematik (Arithmetik und Geometrie) Josephsspiel, spätestens . Jh. Rithmimachia, ab ca.  Boethius (um –vermutlich ): De institutione arithmetica Asilo von Würzburg, . Jh. Hermann von Reichenau (–) Johannes de Sacrobosco, um  Alkabitius († ), dt. ab . Hälfte . Jh. Geometria Culmensis, . Jh. Johann(es) (Krafft) von Gmunden (um /–) Regiomontanus, Johannes (–) Algorismus Ratisbonensis, . Hälfte . Jh. Stolberger, Heinrich, Mitte/. Hälfte . Jh. Amann, Friedrich, Mitte/. Hälfte . Jh. Roritzer, Matthäus (um /–um ) Bamberger Rechenbuch (Blockbuch), / Trienter Algorismus, um  Bamberger mathematisches Manuskript, . Hälfte . Jh. Deutsche Algebra,  Wagner, Ulrich († /) Bamberger Rechenbuch  Widmann, Johannes, von Eger (um –nach) Visierbüchlein, dt. ab . Hälfte . Jh. Geometria arismetricalis, spätes . Jh. Muntz, Johann († ) Rülein, Ulrich, von Calw (–) Heinfogel, Konrad († ) Köbel, Jakob (um /–)

. Astronomie und Astrologie (inkl. Mantik) Aristoteles (– v. Chr.), dt. Übersetzungen um  und ab dem . Jh. Alkuin (um –) Aethicus (Ister), . Jh. Wilhelm von Hirsau (um –) Bedeutung der Buchstaben, . Jh. oder früher Johannes de Sacrobosco, um  Konrad von Megenberg (um –) Planetentraktate, ab ca.  Meichsner, Friedrich († um ) Johann(es) (Krafft) von Gmunden (um /–) Regiomontanus, Johannes (–) Mappa mundi, spätestens . Drittel . Jh. Amann, Friedrich, Mitte/. Hälfte . Jh. Von der Anfertigung astronomischer Instrumente, um  Schleusinger, Eberhard (um  oder später–nach ) Hartlieb, Johannes († ) Planetenbuch, spätestens . Viertel . Jh. Beham, Lazarus, . Jh. Johann(es) (Schelling) von Glogau (um  [?]–) Engel, Johannes († ) Grünpeck, Joseph (–nicht vor ) Bonatti, Guido († /), dt. Übersetzungen um  Sittich, Erhard, um  Burkhard, Peter (um  [?]–) Stöffler, Johannes (–) Pollich, Martin (um –) Heinfogel, Konrad († ) P aum, Jakob (* um  [?]) Virdung, Johann, von Haßfurt (–/) Klainmüller, Johann(es) (* /) Köbel, Jakob (um /–) .. Nautische Schriften Seebuch, ab etwa  . Prognostik Lunare, dt. ab dem . Jh. Tierkreiszeichenlehre, dt. ab dem . Jh. Neujahrsprognosen, ab dem . Jh. Wochentagsprognosen, dt. ab dem . Jh. Mondwahrsagetexte, dt. ab dem . Jh. Verworfene Tage, dt. ab dem . Jh.

. Musiktheorie Notker III. von St. Gallen (um –) Boethius (um –vermutlich ): De institutione musica Bern von Reichenau (um –) Hermann von Reichenau (–) Wilhelm von Hirsau (um –) Franko von Köln, . Jh. Spechtshart, Hugo, von Reutlingen (–/) Konrad von Zabern († /) Adam von Fulda († ) Ein tütsche Musica des gurirten gsangs,  Egerer Tonlehre, . Hälfte . Jh. XX

Iatromathematisches Hausbuch, um  Albohali (um –um ), dt. Bearbeitungen ab der . Hälfte . Jh. Iatromathematisches Corpus, . Hälfte . Jh. Konrad von Butzbach, . Hälfte . Jh. (Pseudo-)Hartlieb, Johannes (um –) Ortenburger Prognostiker (–nach Aug. ) Lichtenberger, Johannes (um  [?]–vor März ) Stoll, Hans (vor –nach ) Petroneller Geburtsprognostik, . Hälfte . Jh. Seybold, Leonhard, . Hälfte . Jh. Bernhard von Eiching, . Hälfte . Jh. Hernsheimer, Peter, . Hälfte . Jh. Eckstein, Adam, . Hälfte . Jh. Türst, Konrad (um –) Schinnagel, Marcus (um –frühestens ) P aum, Jakob (* um  [?]) Faber, Wenzel (um /–) Stöffler, Johannes (–) Pollich, Martin, von Mellrichstadt (um –) Behaim, Bernhard,  Astrolabium planum, ab  Reinhard der Lollarde, spätestens um  Christoph von Glotz, spätes . Jh. Siegmund von Prüstat, spätes . Jh. Muntz, Johann († ) Bruder Valentin, spätes . Jh. Bauernpraktik, wahrscheinlich spätes . Jh. Erndorfer, Lukas, [] Bruder Valentin, spätes . Jh. Wyß, Hans, um  Schrotbank, Hans (–) Muntz, Johann († ) Schönheintz, Jakob († nach ) Eck, Paul(us) († nach ) Leimbach, Georg (vor –wahrscheinlich frühestens ) Vischer, Matthias († ) Reynmann, Leonhard, ./. Jh. Seger, Johann, Wende ./. Jh. Virdung, Johann, von Haßfurt (–/) Tockler, Konrad (um –) Roslin, Stephan (um –) Neper, frühes . Jh. Lutz, Bernhard, um / Roßschwanz, Johannes, . Hälfte . Jh. Oberling, Hanns, . Hälfte . Jh. . Losbücher, Geomantien Alfadol, . Hälfte . Jh.

Ortenburger Losbuch, . Jh. Losbuch (gereimt) I, . Hälfte . Jh. Losbuch (gereimt) II, spätestens um – Würfelbuch für Liebende, . Viertel . Jh. oder früher Mainzer Kartenlosbuch, spätestens um  . Traumdeutung Traumbücher Lobenzweig, Hans, von Riedlingen (* um ) Armer Nikolaus, . Hälfte . Jh. . Enzyklopädien Hrabanus Maurus (um  [?]–) Hildegard von Bingen (–) Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii, früheste dt. Rezeption um  Summarium Heinrici, . Hälfte . Jh. (?) Herrad von Hohenburg (/– oder später) Lucidarius, . Jh. Honorius Augustodunensis (um /–  [?]) Secretum secretorum, ab dem frühen . Jh. dt. überliefert Bartholomäus Anglicus (vor –) Vinzenz von Beauvais (vor –) Jacob von Maerlant (um –um /) Hildegard von Hürnheim (um –nach ) Natuurkunde van het heelal, spätes . Jh. Hugo von Trimberg (um –nach ) Mainauer Naturlehre, um  Konrad von Halberstadt d. Ä., † wahrscheinlich nach  Gernpaß, Michel, . Hälfte . Jh. (?) Konrad von Megenberg (um –) Schweidnitz, Andreas, . Hälfte . Jh. Buch Sidrach, . Hälfte . Jh. Norennberga, Johannes, . Jh. Melchior von Königshofen, spätestens Mitte . Jh. Versepistel des Aristoteles an Alexander über den philosophischen Stein, vor  Königschlacher, Peter, von Waldsee († frühestens ) Schober, Hans (um –frühestens ) Baumann, Michael,  Lorchner, Johann, . Hälfte . Jh./frühes . Jh. . Glossen und Glossare Abrogans deutsch, etwa Mitte . Jh. Vocabularius Sancti Galli, . Hälfte . Jh. XXI

Samanunga worto, um  Abecedarium Nordmannicum, spätestens . Hälfte . Jh. Lorscher Glossen, . Viertel . Jh. Mondseer Glossen, . Hälfte . Jh. Essener Evangeliarglossen, . Jh. Merseburger Glossen, frühes . Jh. Salomonisches Glossar, ab dem . Jh. Summarium Heinrici, . Hälfte . Jh. (?) Schlettstädter Glossar, – Albert von Siegburg, . Jh. Versus de volucribus, bestiis, arboribus, überliefert im .–. Jh. Marienfelder Glossen, um – Füssener Sprachproben, um  Koeppelsches Psalmenfragment mit Interlinearglossen, um  Johannes de Garlandia (um –nach ) Ascher ben Jakob Halevi (* um ) Abstractum-Glossar, um  Glossarium Benense, um  Termini iuristarum, spätestens um  Komanisch-deutsches Glossar, . Hälfte . Jh. Glossarius, . Hälfte . Jh. Kotman, Johannes († ) Konrad von Heinrichau, um  Johannes de Mera († nach ) Twinger, Jakob, von Königshofen (um –) Closener, Fritsche († /) Dietmar von Meckebach, Mitte/. Hälfte . Jh. Synonima apotecariorum, überliefert im . und . Jh. Vocabularius Lucianus, überliefert ab . Hälfte . Jh. Liber ordinis rerum, spätes . Jh. Engelhus, Dietrich (um –) Vokabulariengruppe Abba – Avis – Abbreviare, vor  Vocabularius Principaliter, etwa – Niger abbas, um  Vocabularius Brevilogus, um  Vocabularius Ex quo, um  Johannes de Bila (†  [?]) Erhard von Tepl, frühes . Jh. Frenswegener Vokabular, spätestens um – Kappel, Hermann, . Jh. Georg von Nürnberg, . Hälfte . Jh. Fliscus, Stefanus (um –um ) Johannes von Gablingen, . Jh. Huwilogus, überliefert seit Mitte . Jh. XXII

Münnerstadt, Johannes († ) Harghe, Johannes (* spätestens ),  Vokabular des Alten Schulmeisters, um  Melber, Johannes, um  Zollner, Heinrich (um –) Stralsunder Vokabular, frühe er Jahre Seyff, Hans (vor –nach ) Brack, Wenzeslaus († ) Gert van der Schueren (um –nach ) Vocabularius teutonico-latinus,  Vocabularius incipiens teutonicum ante latinum, / Vocabula pro iuvenibus, spätestens um  Vocabula iuvenibus multum necessaria, spätestens  Vocabularius praedicatoribus multum utilis propter Alemanicum, um  Vocabolari molt pro tos per aprendre Lo Catalan Alamany y Lo Alamany Catalan,  Hütlin, Matthias († ) . Schulschriften und -ordnungen St. Galler Schreibervers, Mitte . Jh. Aristoteles (– v. Chr.), dt. Übersetzungen um  und ab dem . Jh. St. Galler Schularbeit, . Hälfte . Jh. Cicero (– v. Chr.), dt. Übersetzungen ab dem späten . Jh. Eberhard (der Deutsche), um  Schulordnungen, . Hälfte des . Jh. Spechtshart, Hugo, von Reutlingen (–/) Otto von Lüneburg, spätestens . Jh. Derrer, Konrad, . Hälfte . Jh. Versus de materia, ne et ordine scienciarum omnium, dt. spätes . oder frühes . Jh. (vor ) Scolaris, um  Die sieben Eigenkünste, . Viertel . Jh. Die sieben freien Künste, die vier Fakultäten und der Baum der Wissenschaft, . Drittel . Jh. Stolberger, Heinrich, Mitte/. Hälfte . Jh. Heinrichvon Keppel (vor –) Huber, Christoph, . Hälfte . Jh. Peter van Zirn (vor –wahrscheinlich nach ) . Moraldidaktische Texte und Tugendlehren Wernher von Elmendorf († nach /) Tischzucht(en), ab. . Jh.

Thomasin von Zerklære (um –) Paradisus animae, um  Der Tugenden Buch, um  Spiegel der Sonden, . Jh. Christine de Pizan (–) Philipp von Bergamo († um ) Buch von den vier Angeltugenden, ab dem . Jh. Der Kleine Renner, frühes . Jh. Vintler, Hans († ) Der Leyen Doctrinal, ab etwa  Der Tugend Regel, Anfang . Jh. (?) Documenta Aristotilis ad Alexandrum Magnum, dt. Bearbeitungen ab der . Hälfte . Jh. Frowin von Krakau (um –nach ) Wie man kinder sal regiren, Mitte . Jh. Kopenschopp to vooren, spätestens / Frauenburg, Johannes (um –),  Polethicon, dt. Teilübersetzungen, spätes . Jh. Schlüsselfelder, Heinrich, . Hälfte . Jh. Weiglin, Jakob († vor Mai ) . Fürstenspiegel, Regierungsanweisungen Stadtregimentslehren, ab . Hälfte . Jh. Fürstenspiegel nach Aegidius Romanus, ca. /– Johannes von Vippach, . Jh. Von gemeynem regement der stete lande und lude und sin selbest, . Jh. Gute Lehren über den gemeinsamen Nutzen, spätestens Mitte . Jh. Fürstenspiegel Wiewol all menschen erstlich entsprungen aus ainer wurczel Adam, Mitte . Jh. Lehre eines Kriegsrats, um  Fürstenspiegel Von dem Adel, . Jh. Regierungsanweisung Eyn kurcz ordenonge in gemeyne allen den die da regieren huß dorffere oder stede, . Jh. Weseler Spiegel des Rats, wohl Ende . Jh. . Schachzabel- und Schachbücher Schachzabelbücher, erste dt. Bearbeitung ca. – oder . Viertel . Jh. Heinrich von Beringen, um – oder . Viertel . Jh. Konrad von Ammenhausen (um /–etwa Mitte . Jh.) Schachaufgaben, . Hälfte . Jh. Pfarrer zu dem Hechte,  Stephan von Dorpat, . Viertel . Jh. Mennel, Jakob (um –) . Spieltraktate Vom Würfelspiel, ab . Jh.

Johannes von Rheinfelden (* um ) Jan van den Berghe (um –) Meister Ingold, . Hälfte . Jh. . Humanmedizin und Pharmakologie . Arzneibücher, Kompendien medizinischer Fachliteratur Lorscher Arzneibuch, um  Aristoteles (– v. Chr.), dt. Übersetzungen um  und ab dem . Jh. Arzenîbuoch Ipocratis, . oder . Jh. Jiddische Arzneibücher, ab dem HochMA Innsbrucker Arzneibuch, frühes . Jh. Capsula eburnea, dt. und nd. Übersetzungen ab etwa  überliefert Bartholomaeus Salernitanus, . Jh. Maurus (von Salerno) (um –) Temperamentenlehre, ab dem späten . Jh. Bartholomäus, . Jh. Deutsches salernitanisches Arzneibuch, frühes . Jh. Roger Frugardi (vor –um ), dt. Rezeption ab ca. / Nicolaus Salernitanus: Antidotarium Nicolai, dt. Bearbeitungen ab Mitte . Jh. Taddeo Alderotti (um –) Nikolaus von Polen (um –nach ) Ortolf von Baierland († um ) Arnald von Villanova (um –) Freiberger Arzneimittellehre, spätes . Jh. Gregorius, ./. Jh. Korpus der Klostermedizin, um /. Hälfte . Jh. Liber magistri Avicenn(a)e, um  Breslauer Arzneibuch, . Viertel . Jh. Arnold von Bamberg († /) Dino del Garbo († ) Leipziger Rogerglosse, . Jh. Boec van medicinen in Dietsche, . Hälfte . Jh. Everhard von Wampen, . Hälfte . Jh. Heinrich von Mondeville (um –um ), dt./ndl. Rezeption ab . Hälfte . Jh. Trotula, dt./ndl. Rezeption der Ps.-T.-Traktate ab . Hälfte . Jh. Blumentrost, Berthold († um ) Harpestræng, Henrik († ), dt. Rezeption des unauthentischen Latinske Urtebog ab dem . Jh. Meister Berchtold, . Jh. Mittelniederdeutscher Bartholomäus, . Jh. XXIII

Kleines mittelniederdeutsches Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Vindicianus, Avianus (um –um ), dt. Übersetzungen ab dem . Jh. Konrad von Eichstätt (nach –), dt. Bearbeitungen ab der . Hälfte des . Jh. Bremer Arzneibuch, abgeschlossen  Engelin, Jakob († nach , vor ) Kasseler Arzneibuch, spätes . Jh./. Viertel . Jh. Düdesche Arstedie, spätes . Jh. Fränkisches Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Frauenlob, Nikolaus, wohl vor . Hälfte . Jh. Albich, Sigmund (um –) Bernhard von Gordon: Lilium medicinae, dt. Übersetzungen ab ca.  Jodocus von Prag, um  Iatromathematisches Hausbuch, um  Jan Bertrand, Wende ./. Jh. Johann von Sachsen, um  Konrad von Hirschhorn († ) Londoner Wund- und Salbenbuch, um  Utrechter Arzneibuch, um  Albrecht van Borgunnien, frühes . Jh. Elsässisches Arzneibuch, frühes . Jh. Denenat, Johannes, . Viertel . Jh. Agrius von Brune († . Viertel . Jh.) Konrad von Butzbach, . Hälfte . Jh. Peter von Münster, . Hälfte . Jh. Siegmund von Königgrätz (†  [?]) Olmützer medizinisches Kompendium, . Drittel . Jh. Schatz der Armen, . Hälfte . Jh. Ortol sche Anatomie, . Hälfte . Jh. Kodex Kohlhauer, um  Medisch Vademecum van Heverlee, Mitte . Jh. Puff, Michael, von Schrick (um –) Wolfenbütteler Arzneibuch, Mitte . Jh. Birchtel, Albert(us), spätestens . Hälfte . Jh. Darmstädter Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Norennberga, Johannes, . Jh. Huber, Martin, . Hälfte . Jh. Abdinghofer Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Wagner, Sebald (um –) Hesel, Erhart, Mitte/. Hälfte . Jh. Johannes, Nikolaus,  Kunsberg van Valkene, . Hälfte . Jh. Stockholmer Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Umbehauwen, Hermann, . Hälfte . Jh. Ansbacher Arzneibuch, . Viertel . Jh. Johann van Seghen, . Hälfte . Jh. XXIV

Schwende, Valentin, . Viertel . Jh. Moiston, Heinrich († ) Trutmann, Anton, spätes . Jh. Burkhard, Peter (um  [?]–) Ludwig V., Pfalzgraf bei Rhein (–) . Aderlass (Phlebotomie) Phlebotomia Hippocratis, dt. Rezeption ab dem späten . Jh. Vierundzwanzig-Paragraphen-Text, dt. ab dem frühen . Jh. Sendbrief-Aderlassanhang,  Lob des Aderlasses, dt. Bearbeitungen ab dem späten . Jh. Oberdeutsches Aderlassbüchlein, um  Genter Aderlassbüchlein, . Drittel . Jh. Haager Aderlassbüchlein, . Viertel . Jh. Bairisches Aderlassbüchlein, . Drittel . Jh. Klainmüller, Johann(es) (* /) Asanger Aderlassbüchlein, . Drittel . Jh. Siehe auch . Schröpfen . Antidotare Circa instans, um  Liber iste, dt. Rezeption frühes . Jh. Nicolaus Salernitanus: Antidotarium Nicolai, dt. Bearbeitungen ab Mitte ab . Jh. Liber magistri Avicenn(a)e, um  Bartholomäus (von) Montagna(na) (um –um ) Pseudo-Mesuë, dt. Rezeption ab dem . Jh. Salven, plaster, pulver, oley, wasser, . Jh. Von guten P astern und Salben, Mitte . Jh. Stuttgarter Wundarznei, . Viertel . Jh.,  gedruckt Vgl. auch Abschnitt über Chirurgie . Apothekenwesen Dietrich von Wesel, . Hälfte . Jh. . Augenheilkunde (Ophthalmologie) Pommersfeldener (schlesisches) Augenbüchlein, um  Magister Narcissus,  Reuchart von Salzburg, . Hälfte . Jh. Messinger, um  Jörg zu Pforzen, . Hälfte . Jh. (?) Johann(es) von Toggenburg, . Hälfte . Jh. . Balneologie Wilhelm von Wallis (um /–nach ) Gotzkircher, Sigismund (um /–) Tömlinger, Jordan († nach ) Ellenbog, Ulrich (um –) Hartlieb, Johannes († ), Mitte . Jh. Maul von Enisheim, . Hälfte . Jh.

Widmann, Johannes (um /–) Wagner, Georg († nach ) . Chirurgie Chirurg von der Weser, Mitte . Jh. Bruno von Longoburgo (um –vor  [?]), ndl. Rezeption im frühen . Jh., dt. Übersetzungen im . Jh. Lanfrank von Mailand (um –vor ), dt./ndl. Rezeption ab dem frühen . Jh. Jonghe Lanfranc, . Hälfte . Jh. Thiederik von Cervia, dt. Rezeption ab . Hälfte . Jh. Nikolaus von Mumpelier, . Jh. (?) Leipziger Wundarznei, . Hälfte . Jh. Prager Wundarznei, . Hälfte . Jh. Meister Lorenz, . Hälfte . Jh. Kurmmessen, Hinrik, . Jh. Johann von Molsheim, spätes . Jh. Johannes Bartscherer, . Hälfte . Jh. Römische Chirurgie, . Jh. und . Drittel . Jh. Londoner Wund- und Salbenbuch, um  Nikolaus von Freiburg, um  Treuchtlinger, spätestens . Jh. Guy de Chauliac (um –), dt. Adaptionen ab ca.  Peter von Ulm (nach ) Buch von alten Schäden, . Drittel . Jh. Wundarzt von Brüx, . Hälfte . Jh. Hesse, der Jude von Salms, . Drittel . Jh. Beris, Johannes, . Jh. Wilhelm von Saliceto (nach –), dt./ndl. Rezeption ab . Drittel . Jh. Plechschmit, Michel, . Jh. Minner, Hans (um /–nach ) Olmützer medizinisches Kompendium, . Drittel . Jh. Börpful, Jost, von Konstanz, . Jh. (?) Richard von Weißenburg, . Hälfte/Mitte . Jh. Nikolaus von Rotenhaslach, . Hälfte/Mitte . Jh. Hans von Landshut I, . Jh. Heinrich van Ress († ) Heissingerin, . Jh. Hilbolt, . Jh. Konrad von Schamoppia, . Jh. Marquart von Stadtkyll, Mitte . Jh. Meister Oswald, Mitte . Jh. Schnaudigel, Hans, von Oppenheim, Mitte . Jh. Meister Wernher der Judenarzt, Mitte . Jh.

Peter von Worms, . Jh. Rüdiger zur Dijck, Mitte . Jh. Meister Jacobus, . Drittel . Jh. Heinrich von Pfalzpaint († vor ) Stuttgarter Wundarznei, . Viertel . Jh. Jost von Unterwalden, . Hälfte . Jh. Hans der Franzos, Mitte/. Hälfte . Jh. Niklas von Morchingen, Mitte . Jh. Andreas von Stuttgart, . Jh. Meyer Judeus, Mitte/. Hälfte . Jh. Kopenhagener Wundarznei, . Viertel . Jh. P aundorfer, Heinrich, . Drittel . Jh. Heinrich von Baldenstetten, . Hälfte . Jh. Ulmer Wundarznei, . Hälfte . Jh. Paul(us) von Freiberg, . Hälfte . Jh. Von den P astern, . Hälfte . Jh. Johann(es) von Toggenburg, . Hälfte . Jh. Gigelin, Franz, . Hälfte (?) . Jh. Meister von Arth, . Hälfte . Jh. Bartoldus von München, um  Hagen, Niklas, . Jh. Magister Bartholomäus,. Hälfte . Jh. Deumgen, Hans, . Jh. (?) Seyff, Hans (vor –nach ) Matthias von Straßburg, . Jh., vor  Schenck, Johann(es), von Würzburg, spätes . Jh. Anleitungen für einen Feldarzt, . Drittel . Jh. Keysersberg, spätes . Jh. Klaus von Matrei († nach ) Pfarrer, Hans, . Jh Wolfenbütteler Wundarznei, spätes . Jh. Würzburger Wundarznei, spätes . Jh. Kopenhagener chirurgisches Fragment, . Hälfte . Jh Friedrich von Olmütz († um ) Scherrenmüller, Bartholomäus (um –nach ) Erhard von Graz, . Hälfte . Jh. Johann von Wiesbaden († vor ) Passauer Wundarznei, um  Bartholomäus von Montfort, um  Brunschwig, Hieronymus (um –/) Caspar von Eyb, um  Hartmann, Alexander, um  Hurleweg, Regina, um  Thomas von Wasserburg, um  Schreck, Konrad, von Aschaffenburg († um ) Engelhart III. von Hirschhorn († ) Johannes von Gersdorff (/–) XXV

. Destillierbücher, Branntweintraktate, Rezepte für Medizinalwässer Taddeo Alderotti, um – Johannes de Rupescissa († um /) Gabriel von Lebenstein, wohl . Jh. Gothaer Medizinalwässer, spätes . Jh. oder . Hälfte . Jh. Puff, Michael, von Schrick (um –) Tugenden des Branntweins, . Hälfte/Mitte . Jh. Bartholomäus von Frankfurt, . Jh. Usel, . Jh. Jakob von Liechtenberg, . Hälfte . Jh. (?) Raußhofer, . Hälfte . Jh. Grießenpeck, Kaspar († ) Albert von Erfurt, . Jh. (?) Folz, Hans (/–) Brunschwig, Hieronymus (um –/) . Diätetik, Gesundheitsregimen Secretum secretorum, ab dem frühen . Jh. dt. überliefert Gregorius, ./. Jh. In Jano claris, dt. Bearbeitungen ab dem späten . Jh. oder dem . Jh. Ipocras, um /frühes . Jh. Arnald von Villanova (um –) Arnold von Bamberg, † / Konrad von Eichstätt (nach –) Everhard von Wampen, . Hälfte . Jh. Von der Wassersucht, . Hälfte bis Mitte . Jh. Meister Alexander, dt. Übersetzungen ab der . Hälfte . Jh. Kasseler Monatsregeln, . Hälfte . Jh. Regimen vite, . Hälfte . Jh. Jamboninus von Cremona (. Jh.), dt. Bearbeitung spätestens . Hälfte . Jh. Albich, Sigmund (um –) Hesse, der Jude von Salms, . Drittel . Jh. Anthimus, dt. Übersetzung im .Jh. Meister Michel, . Hälfte . Jh. oder früher Laufenberg, Heinrich von († ) Lochner, Hans († ) Münsinger, Heinrich (um –um/nach ) Rosenbusch, Johann (um –nach /vor ) Fleischbuch, spätestens um – Nikolaus von Essen, . Jh. Knab, Erhard (um –) Zollner, Heinrich (um –) Wagner, Sebald (um –) XXVI

Würzburger deutsch-lateinisches Gesundheitsregimen, . Hälfte . Jh. Stocker, Johannes (um /–) Scherringer, Michael (†  [?]) Meister Stenzel, Mitte/. Viertel . Jh. Burkhard von Horneck (um –) Scherrenmüller, Bartholomäus (um –nach ) Ficino, Marsilio (–) Rüss, Johannes, . Hälfte . Jh. Pfeiffelmann, Johann († vor ) . Diagnostik .. Hämatoskopie Maurus (von Salerno) (um –) Hämatoskopie-Traktate, dt. ab dem späten . Jh. Ortolf von Baierland († um ) Konrad von Eichstätt (nach –) Kasseler Arzneibuch, spätes . Jh. oder . Viertel . Jh. Düdesche Arstedie, spätes . Jh. Bernhard von Gordon: Lilium medicinae, abgeschlossen , dt. Übersetzungen ab ca.  Oberdeutsches Aderlassbüchel, um  Oberrheinisches Aderlassbüchel, . Viertel . Jh. .. Koproskopie Lüneburger (Wiener) Stuhlschautext, wahrscheinlich, . Jh. Salzburger Stuhlschautraktat, frühes . Jh. .. Uroskopie Maurus (von Salerno) (um –) Bartholomäus, . Jh. Ortolf von Baierland († um ) Korpus der Klostermedizin, um /. Hälfte . Jh. Vlaamsche leringe van orinen, um  Kleines mittelniederdeutsches Arzneibuch, . Hälfte . Jh. Iatromathematisches Hausbuch, um  Boec van medicinen in Dietsche, . Hälfte . Jh. Mittelniederdeutscher Bartholomäus, . Jh. Zwölf Stücke von dem Harne, frühes . Jh. .. Gelbsucht Der Henckt, . Jh. . Gewerbehygiene Ellenbog, Ulrich (um –) . Gicht Messinger, um  Schirmer, . Hälfte . Jh. . Gynäkologie, Obstetrik Meister Pyling, um ./. Jh.

Secreta mulierum, spätes . Jh. Trotula, dt./ndl. Rezeption der Ps.-T.-Traktate ab . Hälfte . Jh. Frauenbüchlein der Salzburger Hs. M III , . Hälfte . Jh. Von der Natur der Frauen und ihren Krankheiten, . Hälfte/Mitte . Jh. Rezeptsammlung Wie man den frauwen ir czyt wider bringen solle, . Jh. Sieben Erklärungen zur weiblichen Sexualität und zur Reproduktion, . Jh. Hartlieb, Johannes († ) Streler, . Hälfte . Jh. Traktat von Empfängnis und Geburt, . Viertel . Jh. oder früher Ps.-Ortol sches Frauenbüchlein, . Hälfte . Jh. Scherrenmüller, Bartholomäus (um –nach ) Rößlin, Eucharius d. Ä. . Herbare, Kräuterbücher Walafrid Strabo (/–) Prüller Kräuterbuch, um  (?) Speyrer Kräuterbuch, älteste Textbestandteile ./. Jh. Macer oridus, dt. Bearbeitungen ab der . Hälfte des . Jh. Hermann von Heilighafen, . Hälfte . Jh. Niederdeutscher Gewürztraktat, . Jh./spätestens . Viertel . Jh. Alemannisches Kräuterbuch, um oder bald nach  Pseudo-Apuleius, dt. Übersetzungen ab der . Hälfte . Jh. Kräuter-Sammel-Kalender, dt. ab dem . Jh. Witschuch von Alsfeld, frühes . Jh. Petroneller Kräuterbuch, Mitte . Jh. Hartlieb, Johannes († ) Auslasser, Veit, . Jh. Minner, Hans (um /–nach ) Promptuarium medicinae, vor  Herbarius Moguntinus,  Wonnecke, Johann († /) Hortus sanitatis,  Tallat, Johannes, spätes . Jh. Breyell, Heinrich,  . Klistierlehren Müntzmeister, Konrad († /) Nikolaus von Freiburg, um  . Lepra Lepraschau-Texte, dt. ab der . Hälfte des . Jh. Hohenkirche, Gerhard (um –)

Schedel, Hermann (–) Wagner, Sebald (um –) Münzer, Hieronymus (um –) Münsinger, Albrecht († ) Pinder, Ulrich († ) . Magen-Darm-Erkrankungen Kaiser Karls Latwerge, ab . Jh Nicolaus van Goudriaan († nach ) Küchenmeisterei, ./. Jh. Kölner Kochbuch, spätestens . Hälfte . Jh. Sächsl, Christian, . Hälfte . Jh. Deumgen, Hans, . Jh. . Pädiatrie Passiones puerorum adhuc in cunabilis iacentium, dt./ndl. Rezeption ab dem späten . Jh. Metlinger, Bartholomäus (nach –) Kinderbock, spätes . Jh. Rößlin, Eucharius d. Ä. (um –) . Pesttraktate Wilhelm von Wallis (um /–nach ) Konrad von Megenberg (um –) Pariser Pestgutachten, / Sendbrief-Aderlassanhang,  Remedium to ryme vor de pestilenciam, um  Sinn der höchsten Meister von Paris, um  Hans von Lucken, Mitte . Jh. oder frühes . Jh. Albert von Parma, Bernhard von Rostock, Heinrich von Lübeck, Heinrich von Sachsen, Rudolf Schwenninger († vor ): Schatz der wîsheit, um  Konrad von Eichstätt (nach –) Brief an die Frau von Plauen, . Hälfte . Jh. Nikolaus von Udine, . Hälfte . Jh. Gallus von Prag († nach ) Ostbrabanter Theriaktraktat, . Viertel . Jh. Meister Konrad, um  Engelin, Jakob († nach , vor ) Burchard von Walldorf Johann von Bregen, um  Nikolaus vom Schwert, um  Pestlassmännlein, um  Straßburger Skabiosenwassertraktat, um  Straßburger Theriaktraktat, um  Wilhelm von Lubegge, um  Meister Peter, . Hälfte ./. Hälfte . Jh. (?) Lamme, Heinrich († ) Lange, Johannes (um –um /) Christian von Prachatitz (vor –) Meister Anshelmus XXVII

Guy de Chauliac (um –), dt. Adaptionen ab ca.  Hohenkirche, Gerhard (um –) Iatromathematisches Corpus, . Hälfte . Jh. Münsinger, Heinrich (um –um/nach ) Peter von Münster, . Hälfte . Jh. Lochner, Hans († ) Stainer zu Matsee, . Hälfte/Mitte . Jh. Meister Eger, Mitte . Jh. (?) Bloemenstein, Berchtold (Mitte . Jh.) Medisch Vademecum van Heverlee, Mitte . Jh. Meurer, Johann(es), Mitte . Jh. Mirs, Friedrich, Mitte . Jh. Puff, Michael, von Schrick (um –) Reichlin (von Meldegg), Andreas d. Ä. (um –) Pestlatwergen-Beipackzettel, Mitte . Jh. Smidmer, Michel, Mitte . Jh. Wirker, Hans, Mitte . Jh. Schedel, Hermann (–) Waz du verwen wilt von sîden oder zendel, um  Wolfenbütteler Arzneibuch, Mitte . Jh. Kölner Kochbuch, spätestens . Hälfte . Jh. Andree, Hans, . Jh. Ellenbog, Ulrich Kaiser Friedrichs III. Rezeptbuch, Mitte/. Hälfte . Jh. Anselmus, . Jh. Fuldaer Pestrezepte, . Hälfte . Jh. Burkhard von Horneck (um –) Wagner, Sebald (um –) Wipfel, Konrad, . Hälfte . Jh. Hartmann, Johannes, . Hälfte . Jh. Schindler, Jordan, . Hälfte . Jh. Salzburger Kochbuch, . Hälfte . Jh. Ulmer Wundarznei, . Hälfte . Jh. Johann(es) von Toggenburg, . Hälfte . Jh. Apollonius von Mainz, . Jh. Steinhöwel, Heinrich (um /– Der von Glarus, . Hälfte . Jh. Preining, Martin, . Hälfte ./frühes . Jh. Johann(es) (Schelling) von Glogau (um  [?]–) Folz, Hans (/–) Engel, Johannes († ) Seyff, Hans (vor –nach ) Schwende, Valentin, . Viertel . Jh. Schwestermüller, Konrad (um –vor ) Schryver, Arent, von Dalen, spätes . Jh. Gresemund, Dietrich (d. Ä.) (–) XXVIII

Kulmacher, Philipp (vor –nach ) Hagen, Franz, . Hälfte . Jh. Bruder Peter van Hemerden, spätes . Jh. Hunolt, Heinrich, . Hälfte . Jh. Amman(n), Jörg (um –nach  [?]) Grat, Heinrich, um  oder früher Stocker, Johannes (um /–) Schelling, Konrad (um –) Widmann, Johannes (um /–) Jung, Ambrosius (–) Jörg von Hall, spätes . Jh. Grünpeck, Joseph (–nicht vor ) Beez, Andreas, um  Münzer, Hieronymus (um –) Brunschwig, Hieronymus (um –/) Passauer Wundarznei, um  Paul von Liechtenstein (um –) Rülein, Ulrich, von Calw (–) Wiener (ostmittelbairisches) Rezeptierbuch, um  Levi, Isack, . Hälfte . Jh. Ludwig V., Pfalzgraf bei Rhein(–) Seitz, Alexander (um –um ) Kolbenschlag, Sixt(us), . Hälfte . Jh. . Rezepte (einzeln) und Rezeptare Basler Rezepte,vor  Kaiser Karls Latwerge, ab . Jh. Placitus Papyriensis, Sextus Contra paralisin id est vergiht / Contra paralysin theutonice, ./frühes . Jh. Furia, Johannes, . Jh. Benediktbeurer Rezeptar, spätes . Jh. Frau von Tesingen, . Jh. Jakob von Landshut († vor ) Jude von Säckingen. Jh. Meister Paulus, . Hälfte . Jh. Pernecker, Hans, . Hälfte . Jh. Johann von Molsheim, spätes . Jh. Krumestl, Heinrich, wahrscheinlich . oder . Jh. Dietrich von Keppenbach, . oder . Jh. Denenat, Johannes, . Viertel . Jh. Meister Prüs, spätestens . Hälfte . Jh. Ungerech, Johann, . Hälfte/Mitte . Jh. Buch von alten Schäden, . Drittel . Jh. Hertwig von Passau, . Hälfte . Jh. Trenbekchin, . Hälfte . Jh. (?) Berner, (Johannes?), . Jh. Meister Ulrich, spätestens . Hälfte . Jh. Sailer, Johannes, . Hälfte . Jh. (oder . Hälfte . Jh.)

Freitag zu Boll, . Hälfte . Jh. Frauenhofer, . Jh. (?) Lange, Peter, spätestens . Hälfte . Jh. Meister Dietrich von Sulzbach, . Jh. Hans von Landshut I, . Jh. Meister Heinrich von Braunschweig, . Jh. Gägnreuterin, . Jh. Von guten P astern und Salben, Mitte . Jh. Pötze van Molenheim, . Jh. Institor, Mitte . Jh. Pärger, (Friedrich?), Mitte/. Hälfte . Jh. Meister Siato, spätestens Mitte . Jh. Schuster an der Wies, Mitte . Jh. Bischhof von Magdeburg, . Hälfte . Jh. Straßburger Malerbuch, . Jh./spätestens  Zollner, Heinrich (um –) Gotzkircher, Sigismund (um /–) Gerhard von Como, wahrscheinlich vor  Slyner, Berthold, Mitte/. Hälfte . Jh. Kaiser Friedrichs III. Rezeptbuch, Mitte/. Hälfte . Jh. Hans von Bayreuth, . Hälfte . Jh. Meister Arnold von Aachen, . Jh. Magister Jobin, . Hälfte . Jh. Etten, Bartholomäus, . Hälfte . Jh. Bartholomäus von Frankfurt, . Jh. Johann von der Etsch, . Hälfte . Jh. Grießenpeck, Kaspar († ) Stadtarzt von Landsberg, . Hälfte . Jh. (?) Ramsperger, Peter, . Hälfte . Jh. Sächsl, Christian, . Hälfte . Jh. Gotz, . Hälfte . Jh. Colmarer Kunstbuch,  Preining, Martin, . Hälfte . Jh. oder frühes . Jh. Aichenfeld, Johannes, . Jh. Der Abt von Mariazell, . Hälfte . Jh. Fachner, . Hälfte . Jh. Jacobus, . Hälfte . Jh. Doktor Ebser, . Jh. Georg von Linz, vor  Georg (Bader), vor  Bischof von Freising, . Jh. (?) Hunolt, Heinrich, . Hälfte . Jh. Meister Lamprecht, spätestens um  Lunder, Kaspar, . Hälfte . Jh. Münchner Salbenbuch, spätes . Jh. Mansfeld(t), Balthasar (–) Schwiegerin von Salzburg, vor  Bernhard von München, spätes . Jh. Sigersdörfer, um 

Pöckel, um  Preisinger, Wilhelm, um  Rülein, Ulrich, von Calw (–) Scherringer, Michael (†  [?]) Scheffer, Fritz, um  Strauß, Oswald, . Jh./. Hälfte . Jh. Thomas von Wasserburg, um  Wiener (ostmittelbairisches) Rezeptierbuch, um  Engel, Georg († nicht vor ) Meister Wolfgang, . Jh. oder früher Stoffel, Blathasar, . Viertel . Jh. Jung, Ulrich (–) Meister Otto von Bamberg, spätestens um  Magister Lauterfeld, spätestens um  Siehe auch . Arzneibücher . Schröpfen Schröpfstellentexte, dt. ab der . Hälfte . Jh. . Steinbücher (Lapidarien) Prüller Steinbuch, . Hälfte . Jh. Volmar, Mitte . Jh. Steinbuch der Salzburger Handschrift M III , spätestens um  . Syphilis Schelling, Konrad (um –) Widmann, Johannes (um /–) Jung, Ambrosius (–) Etzel, Anton, spätes . Jh. Jörg von Hall, spätes . Jh. P ster, Hans (vor –) Grünpeck, Joseph (–nicht vor ) . Urologie Vlaamsche leringe van orinen, um  Gallus von Prag († nach ) Wilhelm von Lack, . Jh. Trenbekchin, . Hälfte . Jh. (?) Meister Stenzel, Mitte/. Viertel . Jh. Ellenbog, Ulrich (um –) Leinpucher, . Hälfte . Jh. Polhaimerin, . Hälfte . Jh. Bruder Wilbolt aus dem Bruderloch, . Viertel . Jh. Zweynick, Hans, frühes . Jh. . Wunderdrogen- und Drogentaktate Circa instans, um  Geiertraktat, . Jh. Verbenatraktat, . Jh. Liber iste, dt. Rezeption frühes . Jh. Nikolaus von Polen (um –nach ): Experimenta, ab dem . Jh. überliefert Paulinus, Johannes, dt. Rezeption . Jh. XXIX

Kranewittbeer-Traktat, dt. Rezeption ab ca.  Eichenmisteltraktat, . Hälfte/Mitte . Jh. Wiener Theriak-Arzneimittelbegleitschein, . Hälfte . Jh. De taxone liber, dt. Rezeption ab Mitte . Jh. Salbeitraktat, . Jh. Nikolaus von Mumpelier, . Jh. (?) Magdalenenbalsam, spätes . Jh. Benediktenöl-Traktat, dt. ab dem späten . Jh. Kasseler Arzneibuch, spätes . Jh./.Viertel . Jh. Madelger-Traktat, . Jh. (?) Rosmarintraktat, dt. und ndl. Fassungen ab dem späten . Jh. Hans von Dortmund, um  Traktat von schlafmachenden Stücken nach der arabischen Weise, dt. Bearbeitung um  Eichentraktat, um  Momordica-Traktat, ./. Jh. Straßburger Eichentraktat, spätestens . Viertel . Jh. Leipziger Drogenkompendium, spätestens . Viertel . Jh. De vettonica herba, dt. . Jh. Simmering, Johann, spätes . Jh. Ostbrabanter Theriaktraktat, . Viertel . Jh. Promptuarium medicinae, . Viertel . Jh. Petroltraktate, ndl./dt. Redaktionen ab . Drittel . Jh. Trutmann, Anton, spätes . Jh. Simmering, Johann, spätes . Jh. Kardobenediktentraktat, dt. Fassungen ab dem späten . Jh. Melissentraktat, dt. Fassungen ab dem späten . Jh. . Zahnheilkunde Ottinger, . Hälfte (?) . Jh. Ernst, Peter, . Jh. . Ärztlicher Stand, ärztliche Ethik Magister Wilhelm, ./. Jh. Konrad von Bontenbach,  Koburger, Heinrich, Mitte . Jh. Rumel, Nikolaus, Mitte . Jh. Thüring, Lorenz, Mitte . Jh. Quaestiones de medicorum statu, dt. Bearbeitung spätes . Jh. Die vier Angesichte des Arztes, . Hälfte . Jh. Radendorfer, Jörg, spätes . Jh./frühes . Jh. XXX

. Rechtstexte . Bergrechte Trienter Bergwerksurkunden, – Bergrecht von Iglau (Jihlava), ab  Zeiringer Bergordnung, .(?)/. Jh. Freiberger Bergrecht, / Salzburger Bergodnungen, ab  Johann von Gelnhausen (vor –nach ) Lienhart der Eckelzain, ./. Jh. Schwazer Bergrecht, ab / Rattenberger Bergordnung,  Bergrecht von Hartberg (Steiermark), . Jh. Bleiberger Bergordnung,  oder  . Bettelordnungen Weydenberger, Hanns, . Jh. . Eides- und Huldigungsformeln Straßburger Eide,  Erfurter Judeneid, Ende . Jh. . Femerechtsbücher Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme, – Süddeutsche Rechtsaufzeichnung, um – Coesfelder Rechtsbuch, Mitte/. Hälfte . Jh. . Halsgerichtsordnungen Johann von Schwarzenberg (/–): Bambergische Halsgerichtsordnung,  . Kirchenrecht Heinrich von Merseburg († um ) Durandus, Wilhelm (/–) Johannes von Freiburg (um –) Bruder Berthold, . Jh. Jacobus (Paladini) de Theramo (um /–) Andreae, Johannes (um –), dt. Rezeption ab . Hälfte . Jh. Toke, Heinrich (um –) Ordo iudiciarum, . Jh. Sprenger, Jakob (um –) Molitoris, Ulrich (um –) . Kurvereine Kurverein von Rhens(e),  Kurverein von Bingen,  . Landfrieden Landfrieden, seit dem späten . Jh. ( erstmals in dt. Sprache aufgezeichnet) Mainzer Landfrieden,  Ewiger Landfrieden,  . Land- und Lehnrechtsbücher Eike von Repgow: Sachsenspiegel (um –) Livländisches Bauernrecht, . Viertel . Jh. (?) Ältestes polnisches Gewohnheitsrecht, –

Augsburger Sachsenspiegel, – Schwabenspiegel, – Deutschenspiegel, um  Österreichisches Landrecht,  und  Waldemar-Erichsches Lehnrecht,  Ältestes livländisches Ritterrecht, – Wiecker Bauernrecht, . Jh. (?) Burger Landrecht, – Fehmarnsches Landrecht, um – Livländischer Spiegel, – Görlitzer Rechtsbuch, . Viertel . Jh. Rudolf II. von Sachsenhausen (um –) Preußisches Recht,  Oberbayerisches Landrecht Kaiser Ludwigs des Bayern,  Artikel vom Lehngut und Lehnrecht, – Wieck-Öseler Lehnrecht, Mitte . Jh. (?) Breslauer Landrecht,  Amelung, Nikolaus, . Jh. Tzerstede, Brand († ) Zipser Willkür,  Jutisch Lowbok, spätestens Ende . Jh. Steirisches Landrecht, spätestens an der Wende ./. Jh. Erweitertes livländisches Ritterrecht, vor  Systematisches livländisches Ritterrecht, vor  Landbuch der March, um  Würder Landrecht,  Dithmarscher Landrecht,  P anzmann, Jodocus (um –nach ) . Münzrecht Zeichen der falschen Gulden,  . (Stadt-)Rechtsbücher, Stadtrechtskodizes und Stadtrechtsreformationen Mühlhäuser Rechtsbuch, um – Braunschweiger Stadtrecht, um  Kulmer Handfeste,  Magdeburger Rechtsbücher, um  Jordan von Boizenburg († zwischen  und ) Lübisches Recht, erste dt. Fassung  Visbysches Stadtrecht, nach  (um ?)– Augsburger Stadtbuch, um – Hamburg-Rigaer Stadtrecht, – Rigaer Stadtrechte für Hapsal, – Revaler Kodizes des lübischen Rechts, – Saalfelder Stadtrechtsbuch, –ca.  Wiener Stadtrechtsbuch, Ende . Jh. Freiberger Stadtrechtsbuch, / Neumarkter Rechtsbuch, nach 

Erweitertes Rigaer Stadtrecht, Ende . Jh./Anfang . Jh. Zürcher Richtebrief, um  Burchard von Mangelfelt, . Jh. (?) Löwenberger Rechtsbuch, . Hälfte . Jh. (?) bis  Ruprecht von Freising, um  Stadtrecht von Goslar, um  Stadtrecht von München,  Zwickauer Stadtrechtskodex, – Johannes (von Brünn), Mitte/. Hälfte . Jh. Elbinger Rechtsbuch, – Meißner Rechtsbuch, – Magdeburg-Breslauer systematisches Schöffenrecht, – Troppauer Rechtsbuch, . Hälfte . Jh. Alter Kulm, . Hälfte . Jh. Herforder Stadtrechtsbuch, – Berliner Schöffenrecht, vor  Wurm, Nikolaus († nach ) Ekhardi, Walt(h)er (Mitte . Jh.–nach ) Stadtrecht von Pettau an der Drau,  Silleiner Stadtrechtskodex, – Glogauer Rechtsbuch,  Magdeburger Fragen (und Magdeburger Urteile), – Hebenstreyt, Hans (um  [?]–nach ) Bernhard von Peisern, spätes ./. Viertel . Jh. Wiener-Neustädter Stadtrecht(sbuch), ./. Jh. Königsberger Gastrecht, um  Van lehengude unde dat to entfangende, spätestens . Hälfte . Jh. Ofener Stadtrechtsbuch, frühes . Jh. Bitschin, Konrad (um /–/) Schöffenspruchsammlungen Landläu ge Kulmische Rechte, – Lose, Johannes, um  Wenzel von Iglau (um /–nach /vor ) Rechtsbuch der Neustadt Slzwedel, –/ Emmerich, Johann(es) († ) Raymundus Neapolitanus, dt. Übersetzungen ab dem späten . Jh. Popplau, Kaspar († ) Purgoldt, Johannes (nachweisbar zwischen  und ) XXXI

. Rechtsgangbücher Richtsteig Landrechts → Johann(es) von Buch (um –um ), → Gerke von Kerkow (vor –nach ) Hermann von Oesfeld: Cautela, Premis, . Hälfte . Jh. Richtsteig Lehnrechts, . Hälfte . Jh., → auch Gerke von Kerkow (vor –nach ) Wurm, Nikolaus († nach ) Baculus iudicii, um  Dietrich von Bocksdorf (um –) . Rechtsglossen Malbergische Glossen, überliefert seit . Hälfte . Jh. Buchsche Glosse (/) → Johann(es) von Buch (um –um ) Glosse zum Sachsenspiegel-Lehnrecht, vor  Burchard von Mangelfelt, . Jh. (?) Wurm, Nikolaus († nach ) Tzerstede, Brand († ) Langenbeck, Hermann (–) . Rechtsliteratur (Fachliteratur und Gutachten) Vener, Job (um –) Heimburg, Gregor (um –) Johannes von Breitenbach (†  [?]) Tengler, Ulrich (um –um ) . Reichsgesetze Althochdeutsche Lex Salica, . Viertel . Jh. Trierer Capitulare, Ende ./Anfang . Jh. Mainzer Landfrieden,  Goldene Bulle,  Ewiger Landfrieden,  . Remissorien Tammo von Bocksdorf (um –) Dietrich von Bocksdorf (um –) Nikolaus von Popplau (um –) . Weistümer (Taiding, Offnung, Landrodel, Jahrding, Ruge) Codex Falkensteinensis, – Mantelboner, Motheis (vor –spätestens ) . Verwaltungs- und Geschäftsschrifttum . Brief- und Urkundenverzeichnisse Laucher, Johannes († nach ) . Bücherverzeichnisse und Bibliothekskataloge Volradi, Jakob (um –) Rot, Werner († /) XXXII

. Güter- und Steuerverzeichnisse, Traditionsbücher Hammelburger Markbeschreibung,  Würzburger Markbeschreibungen, um  bzw. um  Werdener Urbar, um / Essener Heberegister, . Jh. Freckenhorster Heberegister und Heberolle,  Herzebrocker Heberolle, spätes . Jh. (vor ) und Mitte . Jh. Codex Falkensteinensis, – . Handels- und Rechnungsbücher Wittenborg, Hermann († /) und Johann (/–) Vicko von Geldersen († ) Runtingerbuch, – Ordnungen und Rechnungen der Schützenbruderschaft St. Sebastian zu Goslar, ab  überliefert Der Schreiber Endris (nach –nach ) Lerer, Heinrich († ) Ruland, Ott (um /–spätestens ) Veckinchusen, Hildebrand und Sievert, . Hälfte . Jh Starck, Ulrich (vor –) . Notariatslehren Nawer, Andreas (um –) . Schuldverschreibungen Meurer, Johann(es), Mitte . Jh. . Werbetexte Eggestein, Heinrich (um /– oder später) Sorg, Anton (um –) Peter van Dordt, um  . Kunsthandwerk Bairisches Färbebüchlein, . Drittel . Jh. Andreas von Kolmar, . Jh. Fleckenreinigungs-Büchlein, um  Leimbüchlein, um  Göttinger Musterbuch, Mitte . Jh. Waz du verwen wilt von sîden oder zendel, Mitte . Jh. Straßburger Malerbuch, . Jh./spätestens  Nürnberger Kunstbuch, . Hälfte . Jh. (nach ) Visierbüchlein, dt. ab . Hälfte . Jh. Colmarer Kunstbuch,  Trierer Farbenbüchlein, spätestens . Viertel . Jh.

Schriber, Stephan (vor –wahrscheinlich . Hälfte . Jh.) Mischung aller Farben, spätestes / Rostocker Maler- und Färberrezeptbuch, frühes . Jh. . Baukunst Graser, Hans (vor –) Steinlinger, Lutz d. J. († /) Michael von Mühldorf, um  Tucher, Endres II. (–) Roritzer, Matthäus (um /–um ) Schmuttermayer, Han(n)s (vor –nach ) Michael von Mühldorf, um  Lechler, Lorenz (um /–vor  [?]) . Bergbau, Verhüttung, Metallurgie Jaufner, Rudolf, . Hälfte . Jh. Kuchenmaister, Konrad Frydunk, . Hälfte . Jh. Walenbüchlein, . Hälfte . Jh. Johannes von Kassel, . Jh. Karpf, Johannes, spätestens . Jh. Rülein, Ulrich, von Calw (–) Vgl. auch . Gewerbehygiene und . Bergrechte . Waffenhandwerk, -technik, Kriegswesen Christine de Pizan (–) Waffenhärtungstraktat, . Hälfte . Jh. Seffner, Johann, um  Kyeser, Konrad (–nach ) Rothe, Johannes (um /–) Wagenburgordnungen, dt. ab spätestens  Der Hussitenkriegs-Ingenieur, um  Ludwig VII., Herzog von Bayern-Ingolstadt (–) Vegetius, Publius Flavius dt. Übersetzungen und Bearbeitungen ab / Hohenwang, Ludwig (um –um ) (Pseudo-)Hartlieb, Johannes, um – Pixen, Kriegsrüstung, Sturmzeug und Feuerwerch, um – Praunperger, Johann(es), spätestens . Hälfte . Jh. Dachsberg, Augustinus, . Hälfte . Jh. Schürstab, Erhard d. J. († ) Taktik der Fehde, vor  Albrecht von Lannenberg, . Jh. Hermannstädter Kunstbuch, . Hälfte/Mitte . Jh.

Gürtler, Konrad († nach ) Formschneider, Hans (vor –wahrscheinlich nach ) Merz, Martin († ) Hertenstein, Hans, . Hälfte . Jh. Helmschmid, Alexander, . Hälfte . Jh. oder . Jh. (?) Lehre eines Kriegsrats, um  Stechhelm, . Hälfte . Jh. Kriegseid der Eidgenossen,  Philipp von Seldeneck (um /–) Schermer, Hanns, spätestens um  Ingenieur-, Kunst- und Wunderbuch, . Hälfte . Jh. bis um  Ludwig von Eyb d. J. zum Hartenstein (–) Philipp von Kleve-Ravenstein (um –) Register der Hälte und Furten um Nürnberg, spätes . Jh. Zürcher Geschützbuch, – Rüst- und Feuerwerksbuch, um  . Büchsenmeisterbücher Gast, Merkln, um  Streitbuch, – Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen, . Viertel . Jh. Büchsenwerk, . Hälfte . Jh. Schlumberger Hans, . Hälfte . Jh Henntz, Hans, . Hälfte . Jh. Widerstein, Hans, . Hälfte . Jh. Widerstein, Hermann, . Hälfte . Jh. Jörg von Nürnberg († nach ) Feuerwerkkunst, spätes . Jh. Mönch, Philipp (um  [?]–nach  [?]) . Fecht- und Ringerbücher Fechtbücher (.–. Jh.) Liechtenauer, Johannes, . Hälfte . Jh. Jost von der Neißen, vor  Hundtfeld, Martin, . Jh. Siber, Martin, . Jh. Galdiatoria, . Jh. Feuerwerker- und Büchsenmeisterbuch (der Stadt Frankfurt), um – Beugedantz, Johannes (* um ) Ott, . Hälfte . Jh. Talhofer, Hans, . Jh. Beringois, H., wohl . Jh. Liegnitzer, Andreas, . Jh. Peter von Danzig, . Jh. Ringeck, Siegmund, Mitte . Jh. Meister Lew, . Jh. XXXIII

Kal, Paulus († nach ) Lecküchner, Hans († ) Falkner, Peter († nach ) Hans von Speyer, . Hälfte . Jh. Medel, Hans, um  Landshuter Ringerbuch, gedruckt um  Kölner Fechtbuch, . Drittel . Jh. Paurnfeindt, Andre(as),  Egenolffsches Fechtbuch, ca. /– Jobst von Wirtenberg, . Hälfte . Jh. Czynner, Hans, . Hälfte . Jh. . Feuerwerksbücher Schaub, Heinz . Hälfte . Jh. Feuerwerkbuch von  Kauder, Konrad, um  Abraham von Memmingen, . Hälfte . Jh. Feuerwerker- und Büchsenmeisterbuch (der Stadt Frankfurt), um – Pinchwanger, Jakob, . Hälfte . Jh. Heinrich von Hall, . Hälfte . Jh. Achilles Thabor, . Hälfte . Jh. Schulte, Hans, spätestens . Viertel . Jh. . Turnierbücher, Heroldstraktate und Wappenbücher Ludwig von Eyb d. J. zum Hartenstein (–) Vom Ursprung der Herolde, zwischen  und  Vom Stamm der Herolde, spätestens  Maximilian I. (–) Walther, Marx (–) Siegmund von Gebsattel, spätes . Jh. . Tiere, Jagd und Veterinärmedizin . Tierkunde Albertus Magnus (um –): De animalibus München, Fritz, . Jh. Egidius, Magister, . Hälfte . Jh. oder früher Schlägler Albrant-Anhänge, spätestens um  Diepold von Waldeck († ) Moralischer Physiologus, spätestens um  . Schriften zur Jagd und zum Fischfang Friedrich II. von Hohenstaufen (–) De arte bersandi, . Hälfte . Jh. Lehre von den Zeichen des Hirsches, . Hälfte . Jh. Ältere (deutsche) Habichtslehre, . Hälfte . Jh. Vogelfang und Hasensuche, . Jh. Albertus Magnus (um –): De animalibus Ernesti, Werner, frühes . Jh. Blümlein, Peter, . Viertel . Jh. XXXIV

Stebenhasen, Rule, . Viertel . Jh. Vogelfangbüchlein vom Bodensee, . Hälfte . Jh. Siegmund von Tirol (–) Jüngere deutsche Habichtslehre, spätestens  Lehre vom Arbeiten der Jagdhunde, spätestes um  Hicfelt, Eberhard, . Hälfte . Jh. Münsinger, Heinrich (um –um/nach ) Fischbüchlein vom Bodensee, um  oder früher Wiener Falkenheilkunde, . Jh. Lehre von des Hirsches Gescheitheit und seinem Wandel, Mitte . Jh. Kuno zu Winenburg und Beilstein (um –) Rittershofen, Johannes (vor –) Magister Lorenz, . Hälfte . Jh. Tegernseer Angel- und Fischbüchlein, spätes . Jh. Jüngere Zeichenlehre, spätestens . Jh./frühes . Jh. Fischereibuch Kaiser Maximilians I.,  . Veterinärmedizin Toggenburger Anatomie. . Jh. (?) Münsinger, Heinrich (um –um/nach ) Siegmund von Tirol (–) Ranck, Sebastian († nach ) .. Pferde Meister Albrant, . Hälfte . Jh. Meister Albertin, . Hälfte . Jh. Albertus Magnus (um –): De animalibus Johann von Posen († wahrscheinlich nach ) Heinrich von Lauingen, . Jh. Rossaventüre, . Jh. Papst Clemens‘ Rossarzt, vor  Ruffus, Jordanus (* um ): Hippiatria, in dt. Übersetzung ab  Liber de cura equorum, dt. Bearbeitungen ab dem frühen . Jh. Kestner, Johann, spätestens Anfang . Jh. Muler, Andreas, spätestens . Hälfte . Jh. Ernesti, Werner, frühes . Jh. Siegmund von Königgrätz (†  [?]) Schlapperitzin, Konrad, um  Albrecht III. von Bayern (–) Rusius, Laurentius ( [?]–), dt. ab . Jh. Hündler, Veit (um –nach ) Ambros, . Jh. Prenner, . Jh. Münsinger, Heinrich (um –um/nach )

Herr Eberhard, vor  Aschel, Wolfgang, . Jh. Jakob von Landsberg, . Hälfte . Jh. Marschalk von Venedig, spätestens . Hälfte . Jh. Philipp (I.), Pfalzgraf bei Rhein (–) Hartmann von Stockheim († ) Lamprechtshauser, Lukas († um ) Sigersdörfer, um  Philipp, Pfalzgraf bei Rhein, Bischof von Freising (–) Spitzer von Salzburg, . Viertel . Jh. Ludwig V., Pfalzgraf bei Rhein (–) .. Rinder Rinderharn-Traktat, . Jh. (?) . Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft Walafrid Strabo (/–) Meister Richard, . Jh. Gottfried von Franken, . Jh. Petrus de Crescentiis (um –/): Ruralia commoda, dt. Rezeption spätes . oder frühes . Jh. De plantatione arborum, frühes . Jh./. Hälfte . Jh. Bruder Franziskus, spätes . Jh. Wilhelm von Hirnkofen gen. Rennwart (* Mitte . Jh.) Österreicher, Heinrich († ) . Weintraktate Gottfried von Franken, . Jh. Albert von Erfurt, . Jh. (?) Bulach, Hans (?), . Jh. Biburger Weinbuch, spätestens . Hälfte . Jh. . Monatsregeln, Kalender, Almanache Cisiojani, ab dem . Jh. Limburger Monatsregeln, spätes . Jh. (?) Grazer Monatsregeln, frühes . Jh. In Jano claris, dt. Bearbeitungen ab dem späten . Jh. oder dem . Jh. Rheinische Monatsregeln, um  Utrechter Monatsregeln, dt./ndl. Bearbeitungen ab dem frühen . Jh. Wolfenbütteler Monatsregeln, frühes . Jh. Wurmprecht,  Kasseler Monatsregeln, . Hälfte . Jh. Gredinger, Johann, . Hälfte . Jh. Türkenkalender,  Almanache Perger, Bernhard († nach )

Hord, Jobst, . Hälfte . Jh. Hernsheimer, Peter, . Hälfte . Jh. Mansfeld(t), Balthasar (–) Honiger, Jakob (vor –nach ) Siegmund von Stockheim (um –) Schrotbank, Hans (–) Stöffler, Johannes (–) Rüss, Johannes, . Hälfte . Jh. . Haushalt . Hausbücher Lehre vom Haushaben, ab spätestens  Sloesgin, Johann (–um) Konrad von Weinsberg (–) Norennberga, Johannes, . Jh. Schwarz, Ulrich (–) Tegernseer Wirtschaftsbüchlein, um – Colmarer Kunstbuch,  Wolfegger Hausbuch, spätes . Jh. (nach ) Ludwig von Eyb d. J. zum Hartenstein (–) Tucher, Anton II. (–) . Kochbücher Buch von guter Speise, um  Küchenmeisterei, ./. Jh. Meister Hans, . Hälfte . Jh. Eberhart von Landshut, . Hälfte . Jh. Kochbuch von St. Dorotheen zu Wien, . Hälfte . Jh. Jamboninus von Cremona (. Jh.), bair. Übersetzung (Püch von den chosten), . Hälfte . Jh. Rheinfränkisches Kochbuch, um  Kochrezepte des Brixener Cod. I , um  Mondseer Kochbuch, um  Kölner Kochbuch, spätestens . Hälfte . Jh. Alemannisches Büchlein von guter Speise I und II, . Hälfte . Jh. Wolfenbütteler Kochbuch, spätestens . Hälfte . Jh. Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern, um  Innsbrucker Kochbuch,  Kochrezepte der Konstanzer Hs. A I , zwischen  und  Salzburger Kochbuch, . Hälfte . Jh. Reichenauer Kochbuch, um  Königsberger Kochbuch, spätes . Jh. Kochbüchlein von guter Speise, um  . Reinigungsmittel Meister Dietmar, . Hälfte . Jh. XXXV

. Alchemie Turba philosophorum, um  Michael Scotus (* vor ) Senior Zadith ( lius Hamuel) (um  [?]–um  [?]), dt. Rezeption ab dem . Jh. Rosarium philosophorum, . Jh. Corrector fatuorum, . Jh. Johannes de Rupescissa († um /) Nikolaus von Birkenfeld († ) Konrad II. von Falkenstein (um –) Bernardus Trevisanus, . Hälfte . Jh. Bodenze, Conrad, . Jh. Johann von Teschen, . Jh. Waffenhärtungstraktat, . Hälfte . Jh. Moeynen, Johannes, . Jh./vor  Alanus, um  Sol und Luna, um  oder früher Alphidius, dt. ab dem frühen . Jh. Winand vom Roten Schild, spätestens um  Wul ng, Michael, frühes . Jh. Prapach, Michael († wahrscheinlich nach ) Jankowitz, Niklas († wahrscheinlich nach ) Archilaus, . Jh. Ulmannus († nach  [?]) Vom Stein der Weisen, . Jh. oder früher Vera scientia alchemiae, um / Tractatus aureus, dt. spätestens ab / Bock, Johann, . Hälfte . Jh. Secreta antiquorum philosophorum, spätestens . Hälfte . Jh. Nikolaus von Paris, spätestens Mitte . Jh. Alchemey teuczsch, . Jh.

XXXVI

Konrad von der Weyden, . Hälfte . Jh. Münich, Johannes, von Ochsenfurt, spätestens . Hälfte . Jh. Kluge Hans, spätestens Mitte . Jh. Domar, Heinrich, . Jh. (?) Ediling, Johannes, . Jh. Magister Konradus Tonsor, spätestes . Hälfte . Jh. Johannes von Kassel, . Jh. Visio Arislei, dt. Rezeption ab . Jh. Isaak, um  oder früher Gotz, . Hälfte . Jh. Martin, . Hälfte . Jh. Vellnhamer, Hans, . Hälfte . Jh. Kofski, Vinzenz († ) Colmarer Kunstbuch,  Klett, Georg (–) Sternhals, Johann († nach ) Johann von Schönbrunn, spätestens . Hälfte . Jh. Lamspring, spätestens um  Splendor solis, frühestens . Jh./spätestens um – Maximilian von Eger, spätestens . Viertel . Jh. Donum Dei, dt. Bearbeitungen ab . Hälfte . Jh. . Zauberei Merseburger Zaubersprüche, . Jh. Pro nessia/contra vermes, . Jh. Wul ng, Michael, frühes . Jh. Teufelsbeschwörung, spätestens . Viertel . Jh.

ABKÜRZUNGS- UND SIGLENVERZEICHNIS ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS a.a.O. Abb. Abh. Abt. ahd. Akad. allg. Anm. Anz. Arch. as. AT Au . Ausg.

am angeführten Ort Abbildung(en) Abhandlung(en) Abteilung althochdeutsch Akademie allgemein Anmerkung(en) Anzeiger Archiv altsächsisch Altes Testament Au age Ausgabe

bair. Bd., Bde. bearb., Bearb.

bairisch Band, Bände bearbeitet, Bearbeiter(in), Bearbeitung begründet Beiheft(e) Beitrag, Beiträge Bericht(e) besonders Bibliothek, Bibliothèque Bibliographie Biographie Blatt, Blätter Bayerische Staatsbibliothek, München

begr. Beih. Beitr. Ber. bes. Bibl. Bibliogr. Biogr. Bl., Bll. BSB Cgm

Einf. eingel. erg. Erg.-Bd. Erl., erl. erw.

Einführung eingeleitet ergänzt Ergänzungsband Erläuterung, erläutert erweitert

f., ff. Faks. fol. Fragm., fragm. Frankfurt/M. Frankfurt/O. Freiburg i. Br. FS

folgende Seite(n), folgendes (folgende) Jahr (Jahre) Faksimile folio Fragment, fragmentarisch Frankfurt am Main Frankfurt an der Oder Freiburg im Breisgau Festschrift

gedr. germ. Ges. Gesch., -gesch.

gedruckt germanisch Gesellschaft Geschichte, -geschichte

H. HAB

hist. Hs., Hss. hsl.

Heft(e) Herzog August-Bibliothek, Wolfenbüttel Handbuch herausgegeben, Herausgeber(in) historisch Handschrift, Handschriften handschriftlich

Inst.

Institut

Jb., Jbb. Jg. Jh.

Jahrbuch, Jahrbücher Jahrgang Jahrhundert

Hb. hg., Hg.

Chron. Clm Cod., Codd. Cpg

Codex germanicus monacensis Chronik(en) Codex latinus monacensis Codex, Codices Codex palatinus germanicus

d. Ä. d. J. ders. dies. Diss. dt. durchges.

der Ältere der Jüngere derselbe dieselbe(n) Dissertation deutsch durchgesehen

Kap. Kat. kgl. Kl. Komm., komm. krit. Kt.

Kapitel Katalog königlich Klasse Kommentar, kommentiert kritisch Kanton

ebd. ed. ehem.

ebenda edited ehemalig, ehemals

lat. LB Lex.

lateinisch Landesbibliothek Lexikon XXXVII

Lfg. Lit. LMB

Lieferung Literatur Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

MA, ma. masch. mhd. Mitt. mlat. mnd. mndl. Ms(s).

Mittelalter, mittelalterlich maschinenschriftlich mittelhochdeutsch Mitteilungen mittellateinisch mittelniederdeutsch mittelniederländisch Manuskript(e)

Nachdr. Nachw. nd. ndl. Neudr. NF nhd. Nr. NS

Nachdruck Nachwort niederdeutsch niederländisch Neudruck Neue Folge neuhochdeutsch Nummer Neue Serie, Nova Series, Nuova Serie. Neues Testament

NT o. J. o. O. o. O. u. J. o. S. obd. ÖNB österr.

ohne Jahr ohne Ort ohne Ort und Jahr ohne Signatur oberdeutsch Österreichische Nationalbibliothek, Wien österreichisch

Pap. Perg. phil. philol. Publ.

Papier Pergament philosophisch philologisch Publikation(en), publication(s)

Red. Reg. rev. RUB

Redaktion, Redakteur(in) Register revidiert, revised Reclams UniversalBibliothek

S.

Seite(n)

XXXVIII

Sb. SBB Schr. Ser. Slg. sog. Sp. StB StLB Str. StUB

Suppl. SuStB

Sitzungsbericht(e) Staatsbibliothek zu Berlin Schrift(en) Serie, series Sammlung(en) sogenannt Spalte(n) Stadtbibliothek Stadt- und Landesbibliothek Strophe(n) Stadt- und Universitätsbibliothek Studien Staats- und Universitätsbibliothek Supplement Staats- und Stadtbibliothek

Tf. Tl., Tle.

Tafel(n) Teil, Teile

u. a. u. d. T. UB überarb. Überl., überl. übers. ULB Univ. Unters.

und andere, unter anderem unter dem Titel Universitätsbibliothek überarbeitet Überlieferung, überliefert übersetzt Universitäts- und Landesbibliothek Universität Untersuchung(en)

V. v. Ver. verb. verm. Veröff. Verz. vollst. Vorw.

Vers(e) von Verein verbessert vermehrt Veröffentlichung(en) Verzeichnis vollständig Vorwort

Wb. Wiss.

Wörterbuch Wissenschaft(en)

Z. ZB zit. Zs.

Zeile(n) Zentralbibliothek zitiert Zeitschrift

Stud. SUB

SIGLENVERZEICHNIS ABäG ADB

AfdA

AfK AH

ATB BB

BBKL

BdK BHL Bibl.dt.Nat.-Lit.

BMA

De Boor/Newald

Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik. Amsterdam  ff. Allgemeine deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.  Bde., Leipzig – Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur (beigeheftet der ZfdA). Leipzig u. a. – Archiv für Kulturgeschichte Analecta Hymnica Medii Aevi. Hg. v. C. Blume, G. M. Dreves (und H. M. Bannister).  Bde., –. Nachdr. . Register hg. v. M. Lütolf.  Bde.,  Altdeutsche Textbibliothek,  ff,  ff. Bayerische Bibl. Texte aus zwölf. Jh. Hg. v. Hans Pörnbacher und Benno Hubensteiner.  Bde., München – Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon. Begr. und hg. v. Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt v. Traugott Bautz. Hamm (später Herzberg, Nordhausen)  ff. Bibliothek deutscher Klassiker. Frankfurt/M. Bibliotheca hagiographica latina.  Bde., Brüssel –. Suppl.-Bd.  Bibliothek der gesamten deutschen National-Literatur von der ältesten bis auf die neueste Zeit Bibliothek des Mittelalters. Texte und Übersetzungen. Deutscher Klassiker-Verlag,  ff. Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Begr. v.

Brunhölzl

CCCM CCSL Chron.dt.St.

Cramer

CSEL

DA DACL

DHGE

Dict. Spir.

DMA

DTM DU

Helmut de Boor und Richard Newald.  ff. Franz Brunhölzl: Geschichte der lat. Lit. des MA. Bd. –, München  und  Corpus Christianorum, Continuatio Mediaevalis. Turnhout  ff. Corpus Christianorum, Series Latina. Turnhout  ff. Die Chroniken der deutschen Städte. Hg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. – Thomas Cramer (Hg.): Die kleineren Liederdichter des . und . Jahrhunderts.  Bde., München – Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum. Wien u. a.  ff. Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie. Hg. v. Fernand Cabrol u. a. Paris  ff. Dictionnaire d’histoire et de géographie ecclésiastiques. Hg. v. Alfred Baudrillart u. a. Paris  ff. Dictionnaire de spiritualité ascétique et mystique. Doctrine et histoire. Fondé par M. Viller ...  Bde., Paris – Dictionary of the Middle Ages. Hg. v. Joseph R. Strayer. Bd. –, New York –. Suppl. , . Deutsche Texte des Mittelalters,  ff. Der Deutschunterricht. Beiträge zu seiner Praxis und wissenschaftlichen Grundlegung. Seelze / ff. XXXIX

DVjs

Ehrismann

EM

Enz Phil Wiss

Euph.

GAG GRM GW

Hain

XL

Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Stuttgart/ Weimar  ff. Gustav Ehrismann: Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgang des Mittelalters.  Bde. München – Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Begr. v. Kurt Ranke. Hg. v. Rolf Wilhelm Brednich und Hermann Bausinger. Berlin/New York  ff. Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. In Verbindung mit Gereon Wolters hg. v. Jürgen Mittelstraß.  Bde., Stuttgart/ Weimar /. ., neu bearb. und wesentlich erg. Au . In Verbindung mit Martin Carrier hg. v. Jürgen Mittelstraß. Stuttgart/ Weimar  ff. Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Heidelberg  ff. Göppinger Arbeiten zur Germanistik,  ff. Germanisch-Romanische Monatsschrift. Heidelberg  ff. Gesamtkatalog der Wiegendrucke. Bd.–, hg. v. der Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke. Leipzig –. Bd., ff. hg. v. der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin. Stuttgart u. a. ff. Repertorium bibliographicum, in quo libri omnes ab arte typographica inventa usque ad annum  typis expressi […]. Bd. –. Stuttgart u. a. –.

HBLS HLS

HMS

HRG

Historisches Biographisches Lexikon der Schweiz.  Bde., Neuenburg – Historisches Lexikon der Schweiz. Hg. v. der Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz. Basel  ff. Minnesinger. Ges. und hg. v. Friedrich Heinrich von der Hagen.  Tle. in  Bdn. –. Neudr. Leipzig  Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Hg. v. Adalbert Erler und Ekkehard Kaufmann, Bd.  zusätzlich v. Dieter Werkmüller.  Bde., Berlin –. ., völlig überarb. und erw. Au . Hg. v. Albrecht Cordes, Heiner Lück und Dieter Werkmüller. Berlin  ff.

JOWG

Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft. Marbach/N. u. a.  ff.

Killy

Literatur-Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hg. v. Walther Killy. Bd. –. Gütersloh/ München –. ., vollständig überarb. Au . u.d.T. Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. Hg. v. Wilhelm Kühlmann. Bd. –. Berlin/New York bzw. Boston –. Jacob Klingner/Ludger Lieb: Handbuch Minnereden. Mit Beiträgen von Iulia-Emilia Doroban˛tu, Stefan Matter, Martin Muschik, Melitta Rheinheimer und Clara Strijbosch.  Bde., Berlin/ Boston . Kindlers Literatur-Lexikon. ., völlig neu bearb. Au . Hg. von Heinz Ludwig Arnold.  Bde. Stuttgart/Weimar . Kindlers Neues LiteraturLexikon. Hg. v. Walter Jens.  Bde., München –

Klingner/Lieb

KLL

KNLL

Kraus LD

Carl von Kraus: Dt. Liederdichter des . Jh. Bd. : Text. . Bd. : Komm. besorgt v. H. Kuhn. . ., v. Gisela Kornrumpf durchges. Au .  Bde., Tübingen 

LACL

Lexikon der antiken christlichen Literatur. Hg. v. Siegmar Döpp u. a. ., vollständig neu bearb. und erw. Au . Freiburg u. a.  Lexikon der christlichen Ikonographie.  Bde., Rom u. a. – Lexikon des Mittelalters.  Bde., München/Zürich – Lexikon der theologischen Werke. Hg. v. Michael Eckert, Eilert Herms, Bernd Jochen Hilberath und Eberhard Jüngel. Stuttgart . Lexikon des gesamten Buchwesens. ., völlig neu bearb. Augl. Hg. v. Severin Corsten u. a. Stuttgart  ff. Rochus von Liliencron: Die historischen Volkslieder der Deutschen.  Bde., und Nachtrag. Leipzig –. Neudr. Hildesheim  Litterae. Göppinger Beiträge zur Textgeschichte. Göppingen  ff. Lexikon für Theologie und Kirche. Begr. v. Michael Buchberger. ., völlig neu bearb. Au . Hg. v. Josef Höfer und Karl Rahner.  Bde., Freiburg i. Br. –. ., völlig neu bearb. Au . Hg. v. Walter Kasper mit Konrad Baumgartner, Horst Bürkle, Klaus Ganzer, Karl Kertelge, Wilhelm Korff und Peter Walter.  Bde., Freiburg i. Br. u. a. –.

LCI LexMA LexthW

LGB

Liliencron

Litterae LThK

Manitius

Max Manitius: Geschichte der lateinischen Literatur des

Mittelalters.  Tle., München – MarLex Marienlexikon. Hg. v. Remigius Bäumer und Leo Scheffczyk.  Bde., St. Ottilien –. MF Des Minnesangs Frühling. Unter Benutzung der Ausgaben von Karl Lachmann und Moriz Haupt, Friedrich Vogt und Carl von Kraus bearb. v. Hugo Moser und Helmut Tervooren.  Bde., Stuttgart  (Bd. : Texte.  ). MGG Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Hg. v. Friedrich Blume.  Bde., Kassel/ Basel –. ., neu bearb. Ausg. Hg. v. Ludwig Finscher.  Bde.,  Registerbände, Supplement. Kassel u. a. –. MGH Monumenta Germaniae Historica. Hannover/Leipzig  ff. Auct. ant. Auctores antiquissimi Briefe d. dt. Die Briefe der deutschen Kaiserzeit Kaiserzeit Capit. Capitularia regum Francorum Capit. episc. Capitula episcoporum Conc. Concilia Const. Constitutiones Dt. Chron. Deutsche Chroniken DD Diplomata Epp. saec. XIII Epistolae saeculi XIII Ep. (sel.) Epistolae selectae Fontes iuris Fontes iuris Germanici antiqui in usum scholarum separatim editi Fontes iuris NS Fontes iuris Germanici antiqui, Nova series Ldl Libelli de lite imperatorum et ponti cum Libri mem. Libri memoriales Libri mem. NS Libri memoriales et Necrologia, Nova series LL Leges LL nat. Germ. Leges nationum Germanicarum XLI

Necr. Poetae Quellen zur Geistesgesch. SS SS rer. Germ. SS rer. Germ. NS SS rer. Lang. SS rer. Merov. Staatsschriften MIÖG MMS MTU

NDB

NdJb

PBB (Halle)

PBB (Tüb.)

PG Phil.Stud.u.Qu.

XLII

Necrologia Germaniae Poetae Latini medii aevi Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters Scriptores Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi Scriptores rerum Germanicarum, Nova series Scriptores rerum Langobardicarum Scriptores rerum Merovingicarum Staatsschriften des späteren Mittelalters Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (–: MÖIG) Münstersche MittelalterSchriften. München  ff. Münchner Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters. Hg. v. der Kommission für deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,  ff.

PL

Patrologia Latina. Hg. J.-P. Migne.  Bde.,  Registerbände, Paris –.

RAC

Reallexikon für Antike und Christentum. Sachwörterbuch zur Auseinandersetzung des Christentums mit der antiken Welt. Hg. v. Theodor Klauser u. a. Stuttgart  ff. Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte. Hg. vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München. München  ff. Reallexikon der germanischen Altertumskunde. ., völlig neu bearb. u. stark erw. Au . Hg. v. H. Beck u. a. Berlin, New York  ff. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. ., völlig neu bearb. Au . Hg. v. Kurt Galling in Gemeinschaft mit Hans Frhr. von Campenhausen, Erich Dinkler, Gerhard Gloege und Knud E. Løgstrup.  Bde., Registerband. Tübingen –. Religion in Geschichte und Gegenwart. ., völlig neu bearb. Au . Hg. v. Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel.  Bde., Registerband. Tübingen –. Rheinische Vierteljahrsblätter Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Hg. v. Paul Merker und Wolfgang Stammler.  Bde. Berlin –. Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. . Au . Bde. –, hg. v. Werner Kohlschmidt und Wolfgang Mohr. Berlin –. Bd.  hg. v. Klaus

RDK

RGA

RGG

Neue Deutsche Biographie. Hg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Berlin  ff. Niederdeutsches Jahrbuch. Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. Neumünster  ff. Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Pauls und Braunes Beiträge), Halle  ff. Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Pauls und Braunes Beiträge), Tübingen  ff. Patrologia Graeca. Hg. J.-P. Migne.  Bde., Paris – Philologische Studien und Quellen, Berlin  ff.

RheinVjbl. RL

RLW

RSM

Kanzog und Achim Masser. Berlin . Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Hg. v. Klaus Weimar (Bd. I), Harald Fricke (Bd. II), Jan-Dirk Müller (Bd. III). Berlin/New York –. Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des . bis . Jahrhunderts. Hg. v. Horst Brunner und Burghart Wachinger.  Bde,  Registerbände, Tübingen –.

Schulthess/Imbach Peter Schulthess/Ruedi Imbach: Die Philosophie im lateinischen Mittelalter. Ein Handbuch mit einem biobibliographischen Repertorium. Zürich u. a. . Tervooren

TRE

TspMA TTG Tusculum-Lex.

Helmut Tervooren: Bibliographie zum Minnesang und zu den Dichtern aus «Minnesangs Frühling». Berlin . Theologische Realenzyklopädie. Hg. v. Gerhard Krause (bis Bd. ) und Gerhard Müller in Gemeinschaft mit Horst Balz u. a.  Bde., Berlin/New York –. Texte des späten Mittelalters. Berlin  ff. Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Tübingen  ff. Wolfgang Buchwald/Armin Hohlweg/Otto Prinz: Tusculum-Lex. griechischer und lat. Autoren des

Altertums und des MA. ., neu bearb. und erw. Au . Darmstadt . Ueberweg

Grundriß der Geschichte der Philosophie. Begr. v. Friedrich Ueberweg. Neubearb. Ausg. Basel  ff.

VL

Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Begr. v. Wolfgang Stammler. Fortgeführt v. Karl Langosch. ., völlig neu bearb. Au . hg. v. Kurt Ruh zusammen mit Gundolf Keil, Werner Schröder, Burghart Wachinger und Franz Josef Worstbrock. Ab Bd.  hg. v. Burghart Wachinger.  Bde., Berlin/New York –. Deutscher Humanismus –. Verfasserlexikon. Hg. v. Franz Josef Worstbrock.  Bde. Berlin/New York bzw. Boston –. Franco Volpi (Hg.): Großes Werklexikon der Philosophie.  Bde., Stuttgart .

VL Dt. Hum.

Volpi

WdF Wimmer/Melzer

ZfdA

ZfdPh

Wege der Forschung. Darmstadt  ff. Otto Wimmer/Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen. Bearb. und erg. v. Josef Gelmi. ., verb. und erg. Au . Innsbruck/ Wien . Zeitschrift für deutsches Altertum (und deutsche Literatur). Stuttgart  ff. Zeitschrift für deutsche Philologie. Berlin  ff.

XLIII

BÜCHER DES AT UND NT Abkürzungen der biblischen Bücher nach der Neuen Jerusalemer Bibel

ORDENSBEZEICHNUNGEN OCarm OCart OCist OEDSA OESA OFM

Ordo Carmelitarum Ordo Cartusiensis Ordo Cisterciensis Ordo Fratrum Eremitarum Discalceatorum S. Augustini Ordo Fratrum Eremitarum S. Augustini Ordo Fratrum Minorum

OFMCap OMin OP OPraem OSA OSB

Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum Ordo Minorum Ordo Fratrum Praedicatorum Ordo Praemonstratensis Ordo Sancti Augustini Ordo Sancti Benedicti

VERFASSER-SIGLEN BJ CF CK CL CM ChM DB FF GM IM JH KP

XLIV

Bruno Jahn Christoph Fasbender Claudia Kanz Christian Lieberwirth Carla Meyer Christoph Mauntel Dörthe Buchhester Frank Fürbeth Gesine Mierke Irina Merten Jenny Haas Katharina Philipowski

KR LAD MJB MM MMü RW TW UT VZ WA

Konrad Reinhold Lars-Arne Dannenberg Matthias Johannes Bauer Mike Malm Mario Müller Rainer Welle Thore Wilkens Uwe Tresp Volker Zapf Wolfgang Achnitz

Versus de materia, ne et ordine scienciarum omnium Versus de materia, ne et ordine scienciarum omnium (Materi, End und Ordnung aller Kunst). – Lat. Hexameterdichtung mit dt. Prosaübertragung über den Aufbau der Wissenschaften, zweite Hälfte . Jh.; dt. Prosa spätes . oder frühes . Jh. (vor ). Die mit einer Ausnahme stets zweisprachig tradierte Wissenschaftslehre ist in beiden Sprachfassungen «herczog Albrecht / Nobilis Alberte dux» gewidmet, womit Herzog Albrecht III. von Habsburg (–) oder Albrecht IV. (–) gemeint sein dürften. Denkbar ist, dass der Verfasser der lat. Verse ein Theologe an der Wiener Universität war und/oder dem akademisch-geistlichen Kreis um den Hof Herzog Albrechts III. angehörte. Für die in der frühen Forschung begegnende Zuschreibung der lat. Hexameter und auch der Übersetzung an → Heinrich von Langenstein nden sich weder im Text selbst noch in den Textzeugen oder anderweitig Hinweise. Die jüngere Forschung hat zudem überzeugend angezweifelt, dass es sich um eine originär zweisprachige Dichtung handelt. Ein Übersetzungsfehler im dt. Text macht die Vorzeitigkeit der lat. Fassung sehr wahrscheinlich, die zudem in einem Codex auch ohne Übersetzung tradiert wird. Die dt. Prosaübertragung wäre demnach als Verständnishilfe für die lat. Verse aufzufassen; sie kann zeitlich auch später als ihre Vorlage entstanden sein. Ihr Urheber hat zweifelsfrei auch den in allen Textzeugen vorangehenden dt. → Fürstenspiegel nach Aegidius Romanus übersetzt. Leopold Stainreuter (bzw. → Leopold von Wien) und Johannes Glacz, im frühen . Jh. Student in Wien und Schreiber des Codex Vindobonensis , sind als Übersetzer beider Texte vorgeschlagen worden. In letzterem Fall könnte man die Widmung der Übersetzung womöglich noch auf Albrecht V. (–) beziehen. Da sich aber keine der Urheberthesen hat validieren lassen, sind sowohl die lat. Verse als auch ihre Übertragung als anonym zu verbuchen. Bei der Lehrdichtung handelt es sich um eine poetische Charakterisierung der vier Universitätsfakultäten, die an Studenten adressiert ist. Der lat. Text umfasst  Hexameter in  Segmenten zu je zwei bis neun Versen. Dt. Prosa und lat. Verse alternieren abschnittsweise, wobei bis auf den Cgm  in allen Zeugen die lat. Verse jeweils der dt. Prosa folgen. Zunächst werden die Septem artes der Aritstenfakultät aufgefächert, darauf folgen 

. Hälfte . Jh.

Medizin, Jura und Theologie, die jeweils untergliedert sind («wuntharczt» und «pucharczt»; kaiserliches und geistliches Recht; AT, NT, «driualdichait», «verainigung gothait mit der menschhait» [«Misterium incarnationis»]). Die abschließenden Abschnitte mit direkter Wendung an die Adressaten («Nim bar du student» / «Ecce studens») erläutern das Verhältnis der Fakultäten zueinander. Demnach suchen alle «vier lernungen» den einen Gott, wie das Beispiel der vier Fakultätspatrone zeigt. Die einzelnen Disziplinen sind auseinander hervorgegangen, wobei am Anfang die Theologie als vorrangigste Wissenschaft, «domina» und «magistra» steht; ihr haben die «andern drei chunste» zu dienen. Ü: Wien, ÖNB, Cod. , r–r (Pap., , bair.-österr.). – Ebd., Cod. , r–r (Pap., /, bair.-österr.); geschrieben von «Johannes Glacz de Lewbsa». – München, BSB, Cgm , va–vb (Pap., , bair.-österr.). – Kassel, LMB, Cod. ° ms. philos. , r–v (Pap., , obd.). – München, BSB, Cgm , r–v (Pap., , schwäbisch). – Nur die lat. Verse in: Tübingen, UB, Cod. Mc , v–v (Pap., um /). A: Rainer Rudolf: Die «V. d. m., f. e. o. scientiarum o.» und ihre dt. Prosaübersetzung. In: Fachprosaforschung. Acht Vorträge zur ma. Arteslit. Hg. v. Gundolf Keil/Peter Assion. Berlin , S. –, hier S. –. L: Franz Josef Worstbrock, VL  () Sp. –. – Alphons Lhotsky: Die Bibl. des Kaisers Friedrich III. In: MIÖG  () S. –, hier S.  f. – Ders.: Zur Frühgesch. der Wiener Hofbibl. In: MIÖG  () S. –, hier S.  f. – Hans Rupprich: Das Wiener Schrifttum des ausgehenden MA (Österr. Akad. der Wiss., Phil.-hist. Kl. /). Wien , S. –. – Wolfgang Stammler: Ma. Prosa in dt. Sprache. In: Dt. Philologie im Aufriß. Bd. . Hg. v. dems. Berlin , Sp. –, hier Sp. . – Gundolf Keil: Rezension Hermann Menhardt, Verz. der altdt. literarischen Hss. der ÖNB. Bd.  und Bd. . Berlin . In: AfdA  () S. –, hier S.  – Helga Unger: Vorreden dt. Sachlit. des MA als Ausdruck literarischen Bewußtseins. In: Werk – Typ – Situation. Stud. zu poetologischen Bedingungen in der älteren dt. Lit. FS Hugo Kuhn. Hg. v. Ingeborg Glier u. a. Stuttgart , S. –, hier S. –. – Rudolf (s. Ausg.) S. –. – Thomas Hohmann: 

. Hälfte . Jh. Dt. Texte unter dem Namen «Heinrich von Langenstein». In: Würzburger Prosastud. : Unters. zur Lit. und Sprache des MA. FS Kurt Ruh. Hg. v. Peter Kesting (Medium Aevum ). Würzburg , S. –, hier S.  f. – T. Hohmann/Georg Kreuzer: Heinrich von Langenstein, VL  () Sp. –, hier Sp. . – Fritz Peter Knapp: Die Lit. des SpätMA in den Ländern Österreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol von  bis . . Halbbd. (Gesch. der Lit. in Österreich /). Graz , S. . – Klaus Wolf: Hof – Univ. – Laien. Literatur- und sprachgeschichtliche Unters. zum dt. Schrifttum der Wiener Schule des SpätMA (Wissenslit. im MA). Wiesbaden , S.  f., . – Stefan Abel: Johannes Nider. ‹Die vierundzwanzig goldenen Harfen›. Edition und Komm. (SpätMA, Humanismus, Reformation ). Tübingen , S.  Anm. , . VZ Das Hausgeschirr. – Hausratgedicht, spätestens um . D. H. ist ohne Verfasserangabe in zwei Handschriften des . Jh. überliefert. In beiden Textzeugen wird das Gedicht durch eine anonyme Prosaaufstellung ergänzt, die den jährlichen Haushaltsbedarf einer dreiköp gen Familie enthält. Die Entstehung des H.-Texts wird verschiedentlich im frühen . Jh. vermutet, manchmal auch erst in der Zeit um . Das Gedicht umfasst elf Strophen mit jeweils sechs Zeilen in Paarreimen. Diese Form wird von der Forschung auch als H.-Strophe bezeichnet und ist in anderen Dichtungen ebenfalls nachgewiesen. In gleicher oder abgewandelter Gestalt erscheint sie z. B. bereits in einem lat. Spottlied von , das Rudolf → Losse aufzeichnen ließ, und in dem erst  gedruckten dt. Lied Ich wil von bloßheit singen neuwen sank. Weiterhin erfuhr die H.Strophe geistliche Kontrafakturen in obd., nd. und ndl. Liedern. Inhaltlich wird D. H. zu den sog. → Hausratgedichten gezählt: Der Text beschäftigt sich mit dem umfangreichen Hausrat, der bei einer Eheschließung für den gemeinsamen Haushalt angeschafft werden muss. Die Ehe wird zu Beginn mit einem Orden verglichen, der zwar großes Ansehen besitze, aber seine männlichen Angehörigen in den Wahnsinn treibe. Der Grund dafür seien die vielen Gegenstände, ohne die ein Hausstand nicht auskommen könne und die im Gedicht ausführlich aufgezählt werden. Das stark ländlich geprägte 

Das Hausgeschirr Spektrum reicht von einfachen Dingen wie Schüsseln über größere Objekte wie Salz- und Krautfässer bis zu Tieren wie Schaf, Schwein und Rind. Die Beschreibung des Hausrats ist dabei weniger humoristisch als sozialkritisch angelegt, erfolgt sie doch mit Blick auf einen armen Ehemann, der sich viele Dinge gar nicht leisten kann. Aufgrund dieser Thematik wurde D. H. mit dem → Hauskummer (um ) verglichen, der ebenfalls von einem besitzlosen Ehemann handelt und dessen Anfang das Gedicht entlehnt. Ü: H: Heidelberg, UB, cpg , rv (Pap., –, schwäbisch). – P: Prag, Nationalmuseum, cod. X A , v–v (Pap., / , Liederbuch der Clara → Hätzlerin). – Vgl. www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: Liederbuch der Clara Hätzlerin. Hg. v. Carl Haltaus. Quedlinburg/Leipzig  (Nachdr. Berlin ) S.  f. (Nr. ). – Alte hoch- und niederdt. Volkslieder /. Hg. v. Ludwig Uhland. Stuttgart/Tübingen  (Nachdr. Hildesheim ) S. – (Nr. ). – Epochen der dt. Lyrik : Gedichte –. Nach Hss. und Frühdrucken in zeitlicher Folge. Hg. v. Hansjürgen/Eva Kiepe. München , S. –. – Online-Faks. von Hs. H: http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg. – Online-Faks. von Hs. P: www.manuscriptorium.com/. L: Peter Assion, VL  () Sp.  f.;  () Sp. . – De Boor/Newald / () S.  f. – Theodor Hampe: Gedichte vom Hausrat aus dem XV. und XVI. Jh. Straßburg , S.  f. – Gisela Kornrumpf: Dt. Lieddichtung im . Jh. Ein Aspekt der Überl. In: Zur dt. Lit. und Sprache des . Jh. Dubliner Colloquium . Hg. v. Walter Haug u. a. Heidelberg , S. – (wieder in: G. Kornrumpf: Vom Codex Manesse zur Kolmarer Liederhs.  [MTU ]. München , S. –). – Inta Knor: Das Liederbuch der Clara Hätzlerin als Dokument urbaner Kultur im ausgehenden . Jh. [...]. Halle/Saale , S. . MM Rosmarintraktat. – Altitalienische Drogenmonographie, . Jh.; europaweite lat. Rezeption sowie dt. und ndl. Fassungen ab dem späten . Jh. Der R. ist in seiner ältesten italienischen Gestalt ein Katalog mit  Tugenden des Rosmarins, dem eine kurze Einleitung vorangestellt ist. Der Text schöpft sowohl aus der Fachliteratur (→ Circa 

Rosmarintraktat instans, → Liber iste) als auch aus volksmedizinischen Quellen. Als primäre Darreichungsform des Kräuterheilmittels wird Rosmarinwein propagiert. Schon früh differenziert sich die italienische Tradition in eine kurze und eine längere Ausgestaltung. Die Langfassung enthält eine Auffindungslegende um einen englischen Mönch («monaco d’Inghilterra»). Bei den lat. R. nimmt die Textvarianz noch deutlich zu. So verlegt ein Zweig die Auffindung des R. nach Babylon; auch eine Versbearbeitung ist nachgewiesen. Dt. Fassungen: ) Diejenige dt. Fassung, die dem Ursprungs-R. am nächsten zu stehen scheint, ist eine Übersetzung der italienischen Langfassung, die vor  vermutlich in Oberitalien entstanden ist. Alle  Paragraphen und auch die Einleitung sind aufgenommen worden. Vereinzelt begegnen noch italienische Termini aus der Vorlage. Auf welcher italienischen oder lat. Fassung ein deutlich früher überlieferter dt. R. (noch . Jh., s. Überl. [Nr. ]) beruht, bedarf noch der Untersuchung. – ) Ebenfalls noch aus dem . Jh. stammt eine elsässische Redaktion, welche die Kurz- und Langfassung kontaminiert. Dieser dt. R. stützt sich vermutlich sowohl auf italienische als auch auf lat. Quelltexte. – ) Isack → Levi hat in sein Arzneibuch von  («Des Juden buch von kreuczenach») eine Übersetzung der Kurzfassung integriert. Ob es sich um eine Übersetzung aus dem Italienischen oder aus dem Lateinischen handelt, ist unsicher. Ebenso ist fraglich, ob Levi selbst als Übersetzer in Frage kommt. Bei den letzten sieben Paragraphen wurde offenbar auch eine Langfassung benutzt oder die Vorlage war bereits eine Mischform. – ) Drei differenzierbare dt. Übersetzungen gehen sämtlich auf eine bestimmte lat. Redaktion des R. zurück, die sog. «pharmazeutische Version», welche den Tugendkatalog des ursprünglichen Traktats anhand der Arzneiformen neu gliedert. a) Die älteste, mittelbairische Übersetzung wird von einer Handschrift von / tradiert und ist ohne Rückbezug auf den lat. Text nur schwer verständlich. Da die lat. Fassung im unikalen Zeugen direkt auf den dt. Text folgt, dürfte diese Übersetzung als Lektürehilfe für das lat. Original konzipiert und zeitnah zur Niederschrift der Handschrift erstellt worden sein. b) Eine rheinfränkische Version bietet  Paragraphen. Zwölf von diesen widmen sich dem Wein, die restlichen stellen den Einsatz des Rosmarin als Latwerge, Schweißbad und Destillat vor. c) Eine oberrheinische Bearbeitung 

. Hälfte . Jh. schließlich verknappt den Umfang um die Hälfte und enthält nur noch die Weinabschnitte. Die Ndl. Fassung (um Mitte . Jh.) ist gegenüber den obd. Versionen breiter tradiert worden. Sie beruht weitgehend auf der italienischen Kurzfassung und bietet in geringem Maße auch Abschnitte aus der Langfassung sowie selbstständige Passagen. Die Zahl der Textzeugen mit dem vollständigen R. ist (unabhängig von der jeweiligen Sprache) gegenüber Vergleichstexten wie etwa dem → Salbeitraktat gering. Das dürfte auch daran liegen, dass «herba rosmarinum» erst relativ spät als Heilp anze breite Anerkennung gefunden hat. Über die Streuüberlieferung und Exzerpte hat der R. aber durchaus eine Rezeptionsgeschichte, die bis in die Moderne reicht. So kann der Taktat in adaptierter Form auszugsweise als Inserat oder Anhang in Kräuterbüchern erscheinen. Rezepte für Rosmarinwein, die auf R.-Paragraphen rückführbar sind, bieten außerdem Heinrich → Breyell in seiner Gart der Gesundheit-Redaktion (Johann → Wonnecke), ein Kochbuch aus der ersten Hälfte des . Jh. und das → Pommersfeldener (schlesische) Augenbüchlein. Tendenzen zum Ausbau des R. hin zu einem breiter angelegten Rosmarin-Buch nden sich schon bei → Ludwig V. von der Pfalz; im . Jh. schließlich gelangte ein elaboriertes Rosmarinbüchlein in den Druck. Ü: Italienisch/lat.: Nachgewiesen sind  italienische Hss., fünf Hss. mit lat. Prosa und rund  Hss. mit lat. Versen. Nachweise bei: Stussi (s. Ausg.) S. XXXIII f. mit Anm. ; Pezzella (s. Ausg.) S. –; Zimmermann , S.  Anm. ; Rossell Hope Robbins: Medical Manuscripts in Middle English. In: Speculum  () S. –, hier S.  Anm. ; VL  () Sp. ;  () Sp. . – Lat. «pharmazeutische Version»: Salzburg, Stiftsbibl. St. Peter, Cod. b VI , r–r (Pap., /, lat./mittelbair.). – Dt. Fassungen: ) Rom, Biblioteca Nazionale Centrale, Cod. Vittorio Emmanuele  (olim Farfensis ) v–r (Pap., /, südwestobd./ostmitteldt.); geschrieben von einem schlesischen Benediktiner im Kloster Farfa im nördlichen Latium. – ) London, British Library, MS Sloane , v–r (Pap., um , niederalemannisch). – ) Heidelberg, UB, Cpg , r (Pap., um , rheinfränkisch). – . a) Salzburg, Stiftsbibl. St. Peter, Cod. b VI , r–r (s. o.). – b) Ebd., UB, Cod. M III , vb–rb (Pap. und Perg., um , rheinfränkisch). Die Hs. stammt vermutlich aus Spey

. Hälfte . Jh. er (Besitzvermerk aus dem frühen . Jh.: «Johannes Krannch [i. e. Kranich] de kirchheim Cannonicus Spirensis est possesor meus» [→ Kolmarer Liederhandschrift]). – c) Darmstadt, ULB, Hs. , r–r (Pap., Mitte . Jh., niederalemannisch). – ) Wien, ÖNB, Cod. , r (Pap., ./ . Jh., obd.) bietet eine Kontamination aus R. und dem → Momordica-Traktat. – ) Nicht kategorisiert sind die R. in: München, BSB, Cgm , ra–rb (Pap., letztes Viertel . Jh., mittelbair.); Überschrift: «Rosmarinus daz ist mertaw daz ist ain edel chrawt und hat vil macht». – Washington (D.C.), National Library of Medicine, Cod.  (olim WZ ..M ) v–v (Pap., , obd. [geschrieben von Cristan May]); Überschrift: «Hie sage ich von der Tugent des Kruttes Rosmarin». – Ndl. Fassung: Hasselt, Privatbesitz Stellingwerf, ohne Sign., rv (Pap., zweites Drittel . Jh., limburgisch-niederrheinisch). – Brüssel, Kgl. Bibl., Ms. IV , rv (Pap., zweite Hälfte . Jh., holländisch). – Ebd., Ms. IV , rv (Pap., um , ostndl.). – London, British Library, MS Sloane , v–r (Pap., , aus Den Haag). – Drucke (als Anhang zu: Thomas van der Noot: «Dit is de rechte conste om alderhande wateren te destillieren»): Antwerpen: Willem Vorsterman , ijr–iijr. – Vgl. zur ndl. Überl. und zu weiteren Druckau .: Ria Jansen-Sieben: Repertorium van de Middelnederlandse Artes-literatuur. Utrecht , S.  f., ,  f., . – Streuüberlieferung: Kochbuch: Basel, UB, Cod. H V , rv (Pap., erste Hälfte . Jh., alemannisch). – Bd.  des Buchs der Medizin Ludwigs V. von der Pfalz: Heidelberg, UB, Cpg , r–r (Perg., /, südrheinfränkisch); als Teil einer Gart der GesundheitBearbeitung. – Rosmarinbüchlein-Drucke: «Roßmae rin Buchlein». Amsterdam, Frankfurt/M.  und Halberstadt . – Der Hinweis von Keil, VL  () Sp. , die → Macer-Hs. olim Halberstadt, StB., ohne Sign. (verschollen) enthalte einen R., trifft nicht zu (vgl.: Der dt. ‹Macer›. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lat. Macer Floridus ‹De viribus herbarum›. Krit. hg. v. Bernhard Schnell [TTG ]. Tübingen , S. ). A: Italienisch: Alfredo Stussi: Zibaldone da Canal. Monoscritto mercantile de sec. XIV (Fonti per la storia di Venezia Sezione V/Fondi vari []). Venedig , S. –. – Salvatore Pezzella: I segreti della «Medicina Verde» nell’epoca medicea da due manoscritti inediti della città di Firenze. Assisi , S. –. – Dt. Fassungen: 

Eichentraktat ) Zimmermann , S.  f. – /) Boot/Mayer (s. Lit.) S. . – . a) Zimmermann , S. –. – b) Zimmermann , S. –. – c) Keil/Staub/Zimmermann (s. Lit.) S. –. – Ndl. Fassung: (Faks.) Dirk Arnold Wittop Koning: Dit is de rechte conste om alderhande wateren te destillieren (Antwerpen ca. ) (Opera pharmaceutica rariora ). Gent . L: Gundolf Keil, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Peter Dilg: Rosmarin, LexMA  () Sp. . – G. Keil: Wunderdrogentraktate, ebd.  () Sp.  f. – Heinrich Marzell: Gesch. und Volkskunde der dt. Heilp anzen. ., verm. und verb. Au . Stuttgart  (Nachdr. Darmstadt , St. Goar ) S. –. – Volker Zimmermann: Der Rosmarin als Heilp anze und Wunderdroge. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Ders.: Der ‹R.› in der Hs. b. VI  der Erzabtei St. Peter zu Salzburg. In: «Gelêrter der arzenîe, ouch apotêker». Beitr. zur Wissenschaftsgesch. FS Willem Frans Daems. Hg. v. G. Keil (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S. –. – V. Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen hsl. Kompendien des SpätMA (Ars medica ). Wiesbaden , S. – u. ö. – Christine Boot/Johannes Gottfried Mayer: Zwei Neufunde zur altdt. Überl. des ‹R.›. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – William Crossgrove: Die dt. Sachlit. des MA (Germanistische Lehrbuchslg. //B). Bern u. a. , S. . – G. Keil/ Kurt Hans Staub/V. Zimmermann: Der ‹R.› aus einem alemannischen Apotheker-Autograph vom spätma. Oberrhein. In: Würzburger FachprosaStud. Beitr. zur ma. Medizin-, Pharmazie- und Standesgesch. aus dem Würzburger medizinhist. Inst. FS Michael Holler. Hg. v. G. Keil (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Würzburg , S. –. – G. Keil: Wunderdrogentraktate. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S.  f., hier S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Eichentraktat. – Pharmazeutisch-kompilatorische Abhandlung, um . Der dt. Text Die tugent des eychen pawns ist in zwei Handschriften ab  überliefert (H, G). Seine Entstehung wird um  vermutet. Als 

Alphidius Verfasser wird ein unbekannter, wohl aus Nürnberg stammender Laienmediziner erwogen. Inhaltlich bietet der E. eine drogenkundliche Kompilation aus der hier in dt. Sprache ausgeschriebenen Epistula ad Ricardum de virtute quercus (Pseudo→ Arnald von Villanova) und Versatzstücken aus dem → Eichenmisteltraktat. Als charakteristisch für den E. gilt die bevorzugte Anwendung von pulverförmigen Mitteln. Eine freie alemannische Bearbeitung des E. mit dem Titel Von dugent und kraft des eichenbaums ndet sich in Handschrift L. Auch dieser Text wurde aus der Epistula und dem Eichenmisteltraktat kompiliert, ist aber umfangreicher als die E.-Fassungen in H und G. Möglicherweise handelt es sich um eine erweiterte Fassung des E. Eine Erforschung eventueller Abhängigkeiten steht noch aus. Ü: H: Heidelberg, UB, cpg , r–r (Pap., Nürnberg?, , nordbair.ostfränkisch). – G: Göttingen, SUB, cod. ° hist. nat. , r–v (Pap., um , nürnbergisch). – L: Lichtenthal, Klosterbibl., cod. Kl. L. , S. – (Pap., frühes . Jh., alemannisch). Vgl. u. a. Keil  (s. Lit.). – Felix Heinzer/ Gerhard Stamm: Die Hss. von Lichtenthal (Die Hss. der Badischen LB in Karlsruhe ). Wiesbaden , S.  f. – Pamela Kalning u. a.: Die Codices Palatini germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg ). Wiesbaden , S. –. A: Telle  (s. Lit.). – Schindele  (s. Lit.; nach Hs. L). – Online-Faks. von Hs. H: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Joachim Telle: Altdt. Eichentraktate aus medizinischen Hss. In: Centaurus  () S. –. – G. Keil: Zauberp anzen und Wunderdrogentraktate. In: Leuvense Bijdragen  () S. –. – Wolfgang Meid: Eichenkundliches. In: ‹Ir sult sprechen willekomen›. Grenzenlose Mediävistik. FS Helmut Birkhan. Hg. v. Christa Tuczay u. a. Bern u. a. , S. –. – Maria P. Schindele: Ein altdt. Eichentraktat in einem Lichtenthaler Arzneibuch. In: Cistercienser Chron.  () S. –. – Wolfgang Wegner: E. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . MM Straßburger Eichentraktat. – Wunderdrogentraktat, spätestens erstes Viertel . Jh. Der kurze Text behandelt in  Abschnitten die Anwendung von Bestandteilen der Eiche zur Be

. Hälfte . Jh. handlung von Krankheiten, vor allem durch die Verarbeitung zu Pulver und P aster. Das S. E. ist nur als Teil einer handschriftlichen Kompilation überliefert, die sich aus dem → Macer, der Elsässischen Kräuterbuchkompilation und dem Buch der Natur → Konrads von Megenburg speist. Im Codex folgt der S. E. auf den inhaltlich ähnlichen → Eichenmisteltraktat. Die Forschung geht jedoch von einer unabhängigen Entstehung der beiden Texte aus. Als Bearbeiter des S. E. werden zwei Laienärzte vermutet, die mit der Epistula de virtute quercus (→ Arnald von Villanova) vertraut waren. Als Hauptquelle benutzten sie über das Buch der Natur vermittelte Versatzstücke des Liber de vegitabilibus von → Albertus Magnus. Ü: Frankfurt/M., UB, Ms. germ. qu. , ab (Pap., erstes Viertel . Jh./vor , elsässisch). – Vgl. Birgitt Weimann: Die ma. Hss. der Gruppe Manuscripta Germanica (Kat. der Stadt- und Universitätsbibl. Frankfurt a. M. /). Frankfurt/M. , S. –. – Schnell/Crossgrove  (s. Lit.). – www.handschriftencensus. de/. A: Keil/Högemann  (s. Lit.) S.  f. – Online-Faks. der Hs.: http://nbnresolving.de/urn:nbn:de:hebis::–. L: Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Annelore Högemann: Der altdt. ‹Eichenmisteltraktat›. Unters. zu einer bair. Drogenmonographie des . Jh. Pattensen , S. ,  f. – Dies./G. Keil: Der S. E. Ein zum Wunderdrogen-Text gewordenes Albertus-Magnus-Kapitel. In: Diversarum artium studia. Beitr. zur Kunstwiss., Kunsttechnologie und ihren Randgebieten. FS Heinz RoosenRunge. Wiesbaden , S. –. – Johannes G. Mayer: Zur Überl. des ‹Elsässischen Arzneibuchs›. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – Der dt. ‹Macer›, Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lat. Macer Floridus ‹De viribus herbarum›. Hg. v. Bernhard Schnell mit William Crossgrove. Tübingen , S.  f. MM Alphidius (auch: Al[l] dius). – Verfasser alchemistischer Schriften (Übersetzungen ab dem frühen . Jh.). A. ist als historische Gestalt bis heute nicht greifbar. Die Forschung hat in ihm manchmal einen Araber vermutet, der vielleicht im . Jh. lebte. Er gilt als nicht mit Artephius identisch, ebenso wenig mit den bei → Senior Zadith erwähnten Alcides und Assiduus. Besonders im SpätMA war A. 

. Hälfte . Jh. unter Alchemisten als Autorität anerkannt. A. zugeschriebene lat. Schriften sind seit dem . Jh. überliefert. Eingang in die dt. Literatur fand A.s Werk durch mehrere Übertragungen. Sein Domus thesaurorum ist in Auszügen in einer dt. Fassung des → Rosarium philosophorum vom frühen . Jh. enthalten, außerdem in der ebenfalls aus dem . Jh. stammenden → Vera scientia alchimiae. Die Übersetzung in Handschrift L ist die umfangreichste Fassung in dt. Sprache. In zwei Handschriften ab dem . Jh. ist A.s Von Körper, Seele und Geist (auch Eyne geleichnis von dem steyne der philosophenn) erhalten. Das Werk liegt ab  auch in Drucken vor. Der allegorische Text in dt. Prosa kreist um die Begriffe «spiritus», «corpus» und «anima», die hier durch einen Sohn («spiritus»), dessen Vater («corpus») und einen Seelenführer («anima») veranschaulicht werden. Der Sohn lässt sich vom Psychopompos bis in die Höhen des Himmels leiten, kehrt dann zum Vater zurück und wird von diesem verschlungen. Nach einem göttlichen Verwandlungsprozess werden Vater und Sohn wiedergeboren. Spätestens bis  schuf → Lamspring mit Vom Stein der Weisen eine dt. Versfassung von A.s Text. Als Lampsrings Vorlage gilt ein mit Handschrift M verwandter Text. In der Wiener Handschrift W ist außerdem ein Sermo enthalten, in dem «All dius der Maister» zitiert wird. Die Forschung hat erwogen, den Text als Streuüberlieferung einzuordnen. Weiterhin wird A. ein lat. Liber ad lium suum (auch Clavis philosophorum) zugeschrieben. Eine Rezeption erfuhr A. u. a. in Margarita pretiosa von Petrus Bonus, Aurora consurgens und → Splendor solis. Ü (dt.): . Domus thesaurorum: L: Leiden, UB, VCF , r–v (. Jh.). – Dt. Teilüberl. mit dem Rosarium philosophorum und der Vera scientia alchimiae. . Von Körper, Seele und Geist: M: München, BSB, cgm , r–v (Pap., erste Hälfte . Jh. mit Nachträgen bis erste Hälfte . Jh., bair.). – K: Kassel, LMB, ° Ms. chem. , Heft , r–v (. Jh.). . Sermo: W: Wien, ÖNB, cod. , v–v (. Jh.). D: Drucke des . und . Jh. ab ; vgl. Telle  (s. Lit.). Zur lat. und engl. Überl. vgl. Dorothea Waley Singer: Catalogue of Latin and Vernacular Alchemical Manuscripts in Great Britain and Ireland.  Bde. Brüssel –, Nr. , , –. 

Winand vom Roten Schild A: Von Körper, Seele und Geist: Herwig Buntz: Dt. alchimistische Traktate des . und . Jh. Diss. München , S. –. – OnlineFaks. von Hs. K: http://orka.bibliothek.unikassel.de. – Vgl. auch die Ausg. zu Lamspring. L: H. Buntz, LexMA  () Sp. . – Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Auguste Pelzer: Une Source Inconnue de Roger Bacon, Alfred de Sareshel, Commentateur des Météorologiques d’Aristote. In: Archivum Franciscanum Historicum  () S. –. – Dorothea Waley Singer: Catalogue of Latin and Vernacular Alchemical Manuscripts in Great Britain and Ireland.  Bde. Brüssel –, Reg. – Julius Ruska: Turba Philosophorum. Ein Beitr. zur Gesch. der Alchemie. Berlin  (Nachdr. ebd. ) S. –. – Lynn Thorndike: A History of Magic and Experimental Science . New York  (Nachdr. ebd. ) S.  f.,  f.,  f. u. ö. – Dies./Pearl Kibre: A Catalogue of Incipits of Mediaeval Scienti c Writings in Latin. Cambridge/Mass. , S. . – Buntz  (s. Ausg.) S. –. – Karin Schneider: Die dt. Hss. der BSB München. Cgm – (Catalogus Codicum Manu Scriptorum Bibliothecae Monacensis V/). Wiesbaden , S. –. – Marie-Luise von Franz: Aurora Consurgens. Ein dem Thomas von Aquin zugeschriebenes Dokument der alchemistischen Gegensatzproblematik (C. G. Jung: Gesammelte Werke , Erg.bd.). Zürich u. a. , S. . – J. Telle: Sol und Luna. Literar- und alchemiegeschichtliche Stud. zu einem altdt. Bildgedicht. Hürtgenwald , S. –, . – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S. –,  f. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . MM Winand vom Roten Schild (auch: Winandus de Rufo Clipeo, Wigand, Wymandus von dem roten Schild, manchmal irrtümlich auch Wigand v. R. S.). – Mediziner, Autor einer alchemistischen Abhandlung, lebte spätestens um . W. bezeichnet sich in seinem Traktat Gloria mundi als Magister und Medicus. Er lebte nach eigenen Angaben in Brabant. W.s Schaffenszeit wird aufgrund der von ihm benutzten Literatur im späten . Jh. vermutet. Auch die bereits um  einsetzende Rezeption von Gloria mundi deutet auf 

Der Leyen Doctrinal diesen Zeitraum hin. Inhaltlich zählt W.s Werk zur Transmutationsalchemie und enthält Anweisungen zur Metallveredelung. Charakteristisch für den Text ist die Parallelsetzung der sieben Verarbeitungsstufen mit den Weltaltern und den Stufen der Weisheit. Als Hauptquelle von Gloria mundi gilt die pseudo-aristotelische Abhandlung De perfecto magisterio. Daneben hat die Forschung bei W. die Benutzung weiterer alchemistischer Fachliteratur der arabischen und westlichen Welt nachgewiesen (→ Senior Zadith, Pseudo-→ Albertus Magnus). Als widerlegt gilt heute die Auffassung, Gloria mundi sei eine Bearbeitung des fälschlich Rhazes zugeschriebenen Lumen luminis. Die bis ins . Jh. reichende Gloria mundiÜberlieferung in lat. Handschriften umfasst vollständige, manchmal in zwei Bücher geteilte Fassungen ebenso wie Auszüge des Textes. Auch der Titel des Traktats wechselt in den Handschriften (u. a. Liber lumen luminum, Practica viridis aeris). Eine volkssprachige W.-Tradition ist in Deutschland vom . bis in das . Jh. feststellbar. In dt. Sprache gedruckt wurde Gloria mundi jedoch erst . Weitergehende Untersuchungen zu W. und seinem Werk stehen noch aus. Ü: Nahezu  lat. und dt. Hss. des . bis . Jh. – Verz. u. a. bei Thorndike  (s. Lit.). – Telle  (s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/. Ausgewählte frühe Hss.: . Lat. Hss.: Alba Iulia, Bibl. Batthyányana, Ms. , r–v (). – Rom, Biblioteca Vaticana, cod. Pal. Lat. , r–r (). – Coburg, LB, Ms. Cas. , r–r (. Jh.). . Dt. und dt.-lat. Hss.: Venedig, Markusbibl., cod. San Marco fondo antico , v–v (. Jh., mit lat. Abschnitten). – Bamberg, SB, Msc. Nat.  (früher L.III.), – (um , u. d. T. Practica und Ere der werlt). – St. Gallen, Kantonsbibl., VadSlg Ms. B, v–v (um –, mit lat. Abschnitten). – München, BSB, cgm , – (. Jh., u. d. T. Lumen luminum rasis). D (dt.): Des Hochgelahrten Philalethae Drey schöne und auserlesene Tractätlein Von Verwandelung der Metallen Samt Wigands vom rothen Schilde Philosophi und Medici beygefügtem Tractätlein genannt Die Herrligkeit der Welt [...]. Übers. v. Johann Lange. Hamburg/Jena  (Neuau . u. d. T.: Des Hochgelehrten Philalethae und anderer auserlesene Chymische Tractätlein. Wien ). 

. Hälfte . Jh A: Ruska  (s. Lit.) S.  f. (lat. Teilausg.). – Online-Faks. des Drucks von : http:// resolver.sub.uni-hamburg.de/. L: Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Lynn Thorndike: A History of Magic and Experimental Science. Bd. . New York  (Nachdr. New York/London ) S.  f.; Bd. . New York  (Nachdr. New York/ London ) S. –,  f. – Julius Ruska: Pseudoepigra sche Rasis-Schr. In: Osiris  () S. –, hier S. –. – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S.  f.,  f. MM Der Leyen Doctrinal. – Dt. Übertragungen eines ndl. Lehrgedichts, ab etwa . D. L. D. beruht auf dem Dietsche Doctrinale (), das in zahlreichen Handschriften überliefert ist und  auch gedruckt wurde. Die Verfasserschaft des ndl. Originals ist umstritten. Als möglicher Autor gilt meist der Antwerpener Ratssekretär Jan van Boendale († um ), der auch als Jan de Klerk bekannt ist. Er trat u. a. mit Der leken spieghel und anderen Lehrgedichten hervor. Seine Urheberschaft des Dietsche Doctrinale ist jedoch nicht sicher belegt. Das Werk zählt mehr als  Reimpaarverse, die in drei Bücher aufgeteilt sind. Inhaltlich beschäftigt sich das Dietsche Doctrinale mit Tugenden und Lastern, Liebe und Freundschaft sowie mit der Natur Gottes. Hauptquelle war die Abhandlung De amore et dilectione dei et proximi [...] () des → Albertanus von Brescia. Einzelne Stellen erinnern auch an ma. Stadtregimentslehren. Drei dt. Übertragungen des Dietsche Doctrinale sind bekannt. Der vielleicht älteste D. L. D.-Text ist eine nd. Übersetzung, die handschriftlich sowie in einem Druck von  vorliegt. Die Handschrift wird von der Forschung mal auf um , mal erst auf das dritte Viertel des . Jh. datiert. Ihre Vorlage wird im südlichen nd. Raum vermutet. Der Text gilt als durch die Übersetzer und Abschreiber verderbt und die Qualität der Übersetzung als gering, mit besonderen Schwächen in der Übertragung der Reime. Der zweite dt. D. L. D.-Text ist in einer  entstandenen Handschrift erhalten. Die anonyme ripuarische Übersetzung wurde bislang nicht eingehend erforscht. Bekannter ist die D. L. D.-Bearbeitung des Erhart → Groß. Der mittelfränkische Prosatext liegt als Autograph von  

. Hälfte . Jh. vor und erschien danach in weiteren Handschriften und Drucken. Groß schuf die Bearbeitung für zwei Nürnberger Bürger. Er schrieb nach eigenen Angaben in Prosa, um die Lehren des Werks nicht durch literarische Überformung zu entstellen. Ü: . Dietsche Doctrinale: Mehr als  Hss. und Fragm. ab dem . Jh. – Vgl. Ljunggren  und  (beide s. Lit.). – Boemans/Mayer  (s. Lit.). – Vlist  (s. Lit.). . Nd. Übersetzung: Wolfenbüttel, HAB, cod. Blankenburg a (früher Ms. Blankenburg  fol.), r–v (Pap., . Jh.). . Ripuarische Übersetzung: Darmstadt, ULB, Hs. , r–r (Pap., ). Vgl. auch die Überl. zu Erhart Groß. – Zu den Hss.: Ljunggren  und  (beide s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. D: . Dietsche Doctrinale: Delft: [Christian Snellaert],  (GW N). – . Nd. Doctrinale der Leyen: Magdeburg: Jakob Winter,  (VD D ). – Vgl. außerdem die Drucke bei Erhart Groß. A: . Dietsche Doctrinale: Die Dietsche Doctrinale. Leerdicht van den jare , toegekend aan Jan Deckers, Clerk der Stad Antwerpen. Hg. v. Willem J. A. Jonckbloet. ’s-Gravenhage . – Boemans/Mayer  (s. Lit.). – Vlist  (s. Lit.). . Nd. Übersetzung: Der Laien Doctrinâl. Ein altsassisches gereimtes Sittenbuch. Hg. v. Karl Scheller. Braunschweig . – Ljunggren  (s. Lit.). . Ripuarische Übersetzung: Online-Faks. der Darmstädter Hs.: http://tudigit.ulb.tu-darmstadt. de/show/Hs-. L: Gunilla Ljunggren, VL  () Sp. –. – Jan A. Goris: Nieuwe Elementen voor de Biographie van Jan van Boendale. In: Verslagen en Mededelingen van de Koninklijke Vlaamse Academie voor Taal- en Letterkunde  () S. –. – Klaas Heeroma: Nieuwe Middelnederlandse Fragmenten : Dat Boec Exemplaer. In: Tijdschrift voor Nederlandse Taalen Letterkunde  (/) S. –. – Robrecht Lievens: Het Duits Sukses van de ‹Dietsche Doctrinale›. In: Leuvense Bijdragen  () S. –. – G. Ljunggren: D. L. D. Eine mnd. Übers. des mndl. Lehrgedichts ‹Dietsche Doctrinale› (nach der Hs. Codex Guelf. Blankenburg  A der HAB zu Wolfenbüttel). Lund . – 

Magister Wilhelm Jos A. A. M. Biemans/Hartwig Mayer: Ein neues Fragm. des ‹Dietse Doctrinael›. In: ABäG  () S. –. – Joris Reynaert: Geadresseerde en Geïntendeerd publiek in de ‹Dietsche doctrinale›. In: Cultuurhistorische Caleidoscoop. FS Willy L. Braekman. Hg. v. Christian de Backer. Brüssel , S. –. – J. Reynaert: Ethiek en ‹Filoso e› voor Leken. De ‹Dietsche doctrinale›. In: Ders. u. a.: Wat is Wijsheid? Lekenethiek in de Middelnederlandse Letterkunde. Amsterdam , S. –. – Ed van der Vlist: Nieuwe Fragmenten van ‹Die Dietsche Doctrinale›. In: Millennium  () S. –. – Heike Bierschwale/Jacqueline van Leeuwen: Wie man eine Stadt regieren soll. Dt. und ndl. Stadtregimentslehren des MA. Frankfurt/M. u. a. , S. ,  u. ö. – Rita Schlusemann: Ndl. Lit. bis . Berlin/New York , S.  f. – Vgl. auch die Lit. zu Erhart Groß. MM Magister Wilhelm. – Obd. (?) «fahrender» Arzt, ./. Jh. W. reiste zu Beginn des . Jh. nach seinem mit dem Magistergrad abgeschlossenen Medizinstudium in Norddeutschland umher und bot auf Märkten in verschiedenen Städten seine ärztlichen Dienste an. Durch Anschläge in nd. und lat. Sprache machte er den Bewohnern der jeweiligen Stadt seine Ankunft bekannt und ließ sie zugleich auf schlichte Art und Weise von seinen Fähigkeiten und dem daraus resultierenden Leistungsspektrum wissen. Als Spiegelblatt auf dem Pergamentdeckel einer Wolfenbütteler Handschrift geklebt, ist ein Exemplar seiner Niederlassungsankündigungen der Nachwelt im Original erhalten geblieben. Die Antwort auf die Frage, ob jener uns durch diesen Werbetext bekannte Meister W. identisch ist mit dem Verfasser des in der Handschrift Mgo , r (Berlin, SBB) überlieferten kurzen Traktats De aquis herbarum oder ob aus seiner Feder zwei in der Handschrift Cgm , fol. r und v (München, BSB) enthaltenen Wundrezepte stammen, steht noch aus. Ü: Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. . Aug. °, vorderer Spiegel (um ). A: Vier Niederlassungsankündigungen von Ärzten aus dem . Jh. Hg. v. Karl Sudhoff. In: Arch. für Gesch. der Medizin  (/) S.  f. L: Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Ders.: Die Niederlassungsankündigung 

Elsässisches Arzneibuch eines Wundarztes aus dem . Jh. In: PBB  () S. –, hier S. , . – Ahmed Malak: Drei wundärztliche Niederlassungsankündigungen des . Jh. Unters. zur Frühgesch. des medizinischen Werbeformulars in Deutschland. Diss. Würzburg . – Volker Honemann: Vorformen des Einblattdruckes. Urkunden – Schrifttafeln – Textierte Tafelbilder – Anschläge – Einblatthss. In: Einblattdrucke des . und frühen . Jh. Probleme, Perspektiven, Fallstudien. Hg. v. dems. u. a. Tübingen , S. –, bes. S.  f. CL Albrecht van Borgunnien (auch: A. von B.). – Kompilator eines Arzneibuchs, frühes . Jh. A. ist nur im Zusammenhang mit einem nd. Arzbeibuch nachweisbar, das in einer Londoner Handschrift überliefert ist. Die Forschung vermutet die Abfassung des Codex in der Zeit nach . Als Entstehungsgebiete werden Jütland, Schleswig oder Schonen erwogen. A.s Lebenszeit wird auf den Anfang des . Jh. datiert. Nach Angaben im Prolog der Handschrift stammte er aus Flandern. Als mögliche Heimat A.s gilt ein ehemaliges Lehen bei Zonnebeke, das als Bourgogne, Borgoengen oder Borgoenien bekannt war. In der Handschrift wird A. außerdem als Meister bezeichnet. Das Arzneibuch beginnt mit einem Register und einer kurzen Vorrede. Es folgt ein Kräuterbuch mit alphabetisch geordneten Artikeln. Ein weiterer, umfangreicher Teil enthält Rezepte zur Herstellung von Arzneien. Zuletzt versammelt die Handschrift kleinere Texte über Aderlass, Urin und Monatsregeln, außerdem Heilrezepte (mit einem jüngeren Nachtrag). A. stellte sein Arzneibuch aus verschiedenen Vorlagen zusammen. So griff er etwa auf Abschnitte des → Nd. Gewürztraktats zurück, die er jedoch umformulierte, teilweise raffte und in eigenständiger Anordnung verstreut in sein Werk einfügte. Die Forschung hat auch Verbindungen des Arzneibuchs zur → Düdeschen Arstedie, zum → Utrechter Arzneibuch und → Kasseler Arzneibuch herausgearbeitet. Ü: London, British Library, MS Sloane ,  Bll. (Perg., nach , nd.). – Zur Überl. vgl. auch Robert Priebsch: Dt. Hss. in England. Bd. . Erlangen , S.  f. (Nr. ); Temmen  (s. Lit.) S.  f. A: A. v. B.’s Treatise on Medicine. Hg. v. Walter L. Wardale. London  (vgl. dazu: Agathe Lasch, AfdA , , S. –). 

. Hälfte . Jh. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Rudolf Schewe: Empirische P anzenheilkunde bei A. v. B. und moderne Phythotherapie. München . – W. L. Wardale: A Low German-Latin Miscellany of the Early th Century. In: Nd. Mitt.  () S. –. – Ders.: The ‹Excerpta Ipocratis vnde Bartholomei›. In: ebd.  () S. –. – Agi Lindgren: Ein Stockholmer mnd. Arzneibuch aus der zweiten Hälfte des . Jh. Stockholm u. a. , S.  u. ö. – W. L. Wardale: Some Notes on the Stockholm MS X. and the Göttingen MS hist. nat. . In: Fachlit. des MA. FS Gerhard Eis. Hg. v. Rainer Rudolf/G. Keil. Stuttgart , S. –. – Manfred P. Koch: Das ‹Erfurter Kartäuserregimen›. Stud. zur diätetischen Lit. des MA. Diss. Bonn , S. . – G. Keil/ G. Eis: Nachträge zum VL. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S.  f. – Joachim Telle: Petrus Hispanus in der altdt. Medizinlit. Unters. und Texte unter besonderer Berücksichtigung des ‹Thesaurus pauperum›. Diss. Heidelberg , S. –. – G. Keil: Die Frau als Ärztin und Patientin in der medizinischen Fachprosa des dt. MA. In: Frau und spätma. Alltag. Internationaler Kongress Krems an der Donau .–. Oktober  (Sb. der Akad. der Wiss. in Wien, philos.hist. Kl. ). Hg. v. Heinrich Appelt. Wien , S. –. – G. Keil: A. v. B. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin , S. . – Mareike Temmen: Das ‹Abdinghofer Arzneibuch›. Edition und Unters. einer Hs. mnd. Fachprosa. Köln u. a. , S. ,  u. ö. MM Elsässisches Arzneibuch. – Medizinisches Kompendium, frühes . Jh. Das E. A. bietet einen umfassenden Querschnitt durch das medizinfachliche volkssprachige Schrifttum des . und . Jh. Einen Schwerpunkt setzte der Kompilator, der in Straßburg oder in der Umgebung gewirkt haben dürfte, auf die Rezeptliteratur; er berücksichtigte aber auch Traktate. Bis in die er Jahre des . Jh. war nur ein fragmentarischer Textzeuge des E. A. bekannt, der mittlerweile um zwei Abschnitte aus zwei umfangreichen elsässischen medizinischen Sammelhandschriften ergänzt werden konnte. Auch hinausgehend über die Passagen, die sich mit dem Fragment decken, weisen die neuen Textzeugen einen so hohen Verwandtschaftsgrad mit dem Bruchstück auf, dass die Sammlungen aller drei Überlieferungs

. Hälfte . Jh. träger in ihrer Gesamtheit unter dem gemeinsamen Oberbegriff E. A. subsumierbar sind (Mayer ; Widerspruch: Hayer ). Die inhaltliche Zusammensetzung des E. A. weist signi kante Parallelen zu anderen oberrheinischen Manualen auf (→ Buch von alten Schäden, → Kopenhagener Wundarznei). Die Kompilate der E. A.-Handschriften schöpfen aus dem Arzneibuch → Ortolfs von Baierland, dem Buch der Natur → Konrads von Megenberg, der Regel der Gesundheit (→ Konrad von Eichstätt) und dem → Bartholomäus. In den neu hinzugekommenen Handschriften nden sich ferner die → Zwölf Stücke von dem Harne und der → Eichenmisteltraktat. Quellengemeinschaft beim Kernabschnitt, der allen Codices gemein ist, besteht mit dem → Darmstädter Arzneibuch und dem → Benediktbeurer Rezeptar. Ü: London, British Library, MS Sloane , r–v (Pap., , elsässisch [aus Straßburg]). – Frankfurt/M., UB, Ms. germ. qu. , ra–vb (Pap., , elsässisch); Digitalisat unter: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de. – Fragm.: Darmstadt, ULB, Hs. ,  Bll. (Pap., erstes Drittel . Jh., niederalemannisch). A: Anton Birlinger: Aus einem elsäßischen Arzneibuche des XIV. Jh. In: Alemannia  () S. – (Ausg. des Darmstädter Fragm.). – Zwölf Stücke von dem Harne nach den E. A.-Hss. London und Frankfurt: Johannes Gottfried Mayer: ‹Zwölf Stücke von dem harne›. Eine Uroskopie aus den Hss. des ‹E. A.s›. In: Editionen und Stud. zur lat. und dt. Fachprosa des MA. FS Gundolf Keil. Hg. v. Konrad Goehl/J. G. Mayer (Texte und Wissen ). Würzburg , S. –. L: G. Keil, VL () Sp.  f.;  () Sp.  f. – Joachim Telle: Petrus Hispanus in der altdt. Medizinlit. Unters. und Texte unter besonderer Berücksichtigung des ‹Thesaurus pauperum›. Diss. Heidelberg , S. . – Ingrid Rohland: Das ‹Buch von alten Schäden›. Tl. : Komm. und Wörterverz. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , Reg. – ChristianTenner/G. Keil: Das ‹Darmstädter A.›. Randnotizen zu einer oberrheinischen Sammelhs. der Zeitenwende. In: Bibl. und Wiss.  () S. –, hier S. . – J. G. Mayer: Zur Überl. der ‹Elsässischen Arzneibuches›. In: Würzburger medinzinhist. Mitt.  () S. –. – Ders.: Das ‹Arzneibuch› Ortolfs von Baierland in medizinischen Kompendien des . Jh. Beobachtungen 

Anselm von Frankenstein und Überlegungen zur Werktypologie medizinischer Kompendien und Kompilationen. In: «ein teutsch puech machen». Unters. zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens. Hg. v. G. Keil (Ortolf-Stud. /Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –, hier S. , . – Gerold Hayer: Konrad von Megenberg, ‹Das Buch der Natur›. Unters. zu seiner Text- und Überlieferungsgesch. (MTU ). Tübingen , S. . – J. G. Mayer: ‹Zwoelf stúcke von dem harne›. Eine Uroskopie aus den Hss. des ‹E. A.›. In: Editionen und Stud. zur lat. und dt. Fachprosa des MA. FS Gundolf Keil. Hg. v. Konrad Goehl/J. G. Mayer (Texte und Wissen ). Würzburg , S. –, hier S.  f. – Der dt. ‹Macer›. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lat. Macer Floridus ‹De viribus herbarum›. Krit. hg. v. Bernhard Schnell (TTG ). Tübingen , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. –. VZ Anselm von Frankenstein (auch: Anshelm v. F.). – Möglicher Verfasser oder Bearbeiter eines dt.-lat. Formelbuchs (). A. studierte zunächst an der Universität Prag, wo er Abschlüsse als Bakkalaureus und Magister der Künste () erwarb. Anschließend setzte er sein Studium wohl im Fach Medizin fort. Wie zahlreiche andere dt. Studenten verließ er  Prag und ging nach Leipzig. Dort wurde er wahrscheinlich  oder später zum Doktor der Medizin promoviert. A. wird in einer anonymen Sammlung von lat. und dt. Musterbriefen namentlich als Prager Student erwähnt. Er erscheint in der Sammlung als Absender eines Briefgebets bzw. Adressat des Antwortbriefs. Die Sammlung enthält außerdem Ortsnamen aus der Region Frankenstein. In der Forschung gilt A. daher als möglicher Autor oder Bearbeiter der Sammlung. Die Entstehung zumindest eines Teils der Texte wird während A.s Studium vermutet. Insgesamt wird die Sammlung auf  datiert. Sie ist in drei Handschriften überliefert, die vermutlich auf der gleichen Vorlage beruhten. Die Handschriften P und S gelten als besonders vorlagentreu. In der vollständigsten Handschrift P umfasst die Sammlung zwei Formelbücher. In S fehlt der mittlere Teil der Sammlung. Die Musterbriefe umfassen einerseits lat. und dt. Briefe von Adligen und Bürgern, außerdem lat. Briefe von Akademikern und Geistlichen. Hinzu kommen Briefgebete an Maria und 

Ostschwäbisches Briefformular die heilige Katharina sowie ein Traktat über das Verfassen von Briefen. Die dt. Musterbriefe sind eng an ihre lat. Vorlagen angelehnt. Insgesamt wurde die Sammlung von der Summa cancellariae des → Johann von Neumarkt beein usst. Ü: P: Aigen, Prämonstratenserstift Schlägl, Stiftsbibl., cpl []  (Kat. Nr. ), r–v, r–r (Perg. und Pap., .–. Jh.). – S: Dresden, LB, Ms. Dresd. App.  (früher Schneeberg, Gymnasialbibl., cod. II ), r–v (Pap., . Jh., sog. Schneeberger Formelbuch). – Sw: Schweidnitz, Stadtarch., cod. I , r–r (Pap., Ende . Jh., schlesisch-böhmisch; Verbleib wird heute im Staatsarch. Breslau vermutet, vgl. http://www.handschriftencensus.de/). Zur Überl. vgl. auch Burdach: Briefmuster,  (s. Lit.) S, –. – Worstbrock  (s. Lit.). – Renate Schipke: Die ma. Schneeberger Hss. der Sächsischen LB Dresden. Bestandsverz. aus dem Zentralinventar ma. Hss. Berlin , S. –. – http://www.handschriftencensus.de/. A: Burdach: Briefmuster,  (s. Lit.) S. – (Sw-Teilausg.), Texte Nr. –, – (nach P und S). – Online-Faks. von Hs. S: http:// digital.slub-dresden.de/ppn. L: Wolfgang Stammler, NDB  () S. . – Franz Josef Worstbrock, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Konrad Burdach: Schlesisch-böhmische Briefmuster aus der Wende des . Jh. Berlin . – Ders.: Die Kulturbewegung Böhmens und Schlesiens an der Schwelle der Renaissance. In: Euph.  () S. –. – Michael Stolz: Maria und die Artes liberales. Aspekte einer ma. Zuordnung. In: Maria in der Welt. Marienverehrung im Kontext der Sozialgesch. .–. Jh. Hg. v. Claudia Opitz u. a. Zürich , S. –. – Enno Bünz u. a.: Gesch. der Univ. Leipzig –. Bd. . Spätes MA und Frühe Neuzeit, –/. Hg. Senatskommission zur Erforschung der Leipziger Univ.- und Wissenschaftsgesch. Leipzig , S.  (Anm. ). MM Ostschwäbisches Briefformular (auch: Nördlinger Rhetorik). – Briefrhetorik mit Formularsammlung, spätestens . Das Werk eines unbekannten Autors ist in der ältesten Handschrift M auf  datiert und in dem Kodex u. a. mit dem → Vocabularius Ex quo überliefert. Die Forschung vermutet eine Herkunft des 

. Hälfte . Jh. Texts aus der Region Nördlingen, da im O. B. entsprechende Orts- und Personennamen verwendet werden. Inhaltlich bietet das O. B. praxisorientierte Hilfstexte für das Abfassen von Briefen, Urkunden und anderen Schreiben. Der Schwerpunkt liegt auf offiziellen Dokumenten. Das O. B. beginnt mit einer Ständetabelle, die Anreden für geistliche und weltliche Personen bis hinauf zu Papst, Kaiser und König enthält. Darauf folgt ein Musterbrief. Der nächste Teil, die Brieflehre, versammelt Hilfestellungen und Standardformeln. Berücksichtigt werden weltliche und geistliche Absender und Adressaten, außerdem Abstufungen in deren Status. So enthält dieser Abschnitt ebenso auf höher- wie auf tieferstehende Personen anwendbare Formulierungen. Die Hilfestellungen im Text sind nicht abstrakt-theoretisch formuliert, sondern als konzise Anweisungen für die Praxis. Sie behandeln u. a. wichtige Grundlagen wie die Reihenfolge von Anrede, Datum und Absender. Der letzte Abschnitt des O. B. enthält eine umfangreiche Formularsammlung für geistliche und weltliche Schreiben. Die spätere Handschrift A bietet einen modi zierten Text. Die datierten Briefmuster erfassen Jahre von  bis , was eine Entstehung der A-Fassung deutlich nach M nahelegt. Die Herkunft von A wird im schwäbischwürttembergischen Raum vermutet. Eine Angabe des Bearbeiters im Text deutet eine Tätigkeit für württembergischen Adel an. Die Ständetabelle, der darauffolgende Musterbrief und die abschließende Formularsammlung gelten als stark von M abweichend, die Brie ehre hingegen nur als gering verändert. Insgesamt wird die Brie ehre des O. B. von der Forschung zu den frühesten Ars dictandiTexten in dt. Sprache gezählt. Ü: M: München, BSB, cgm , ra–rb (Pap., , ostschwäbisch mit mittelbair. Färbung). – A: Augsburg, SuStB, ° cod. a, ra–v (Pap., um –, ostschwäbisch). – Vgl. www.handschriftencensus.de/. – www. handschriftencensus.de/. A: Knape/Roll  (Teilausg. von Hs. M). L: Franz Josef Worstbrock, VL  () Sp. –. – Rhetorica dt. Rhetorikschr. des . Jh. Hg. v. Joachim Knape/Bernhard Roll. Wiesbaden , S. –. MM 

. Hälfte . Jh. Hebenstreyt, Hans, * um  (?), † nach . – Slowakischer Ratsherr, Autor einer Ratsordnung. Die Herkunft von H.s Familie wird in Nürnberg vermutet. Er selbst ist ab  in Kaschau (Koˇsice) nachweisbar. Dort war er Ratsherr und ab spätestens  auch Stadtrichter. Eine politisch ein ussreiche Position wird H. für den Zeitraum von  bis  zugesprochen. Im Vorfeld des Landtags von  repräsentierte er die Stadt bei der Ausarbeitung jener Reformen, die im Decretum minus von König Sigismund (–) mündeten. Auch schrieb er  die Urkunde jenes Privilegs, mit dem Sigismund der Stadt zahlreiche Vergünstigungen sicherte. Ziel der darin verbrieften Zoll-, Arbeits- und weiterer Erleichterungen war die Stärkung des örtlichen Barchenthandwerks. H. verfasste zudem eine Kaschauer Ratsordnung (auch Stadtbuch von ). Der Text ist ihm durch Eigennennung eindeutig zuzuschreiben. Es handelt sich nicht um ein offizielles Rechtsbuch, sondern um eine Privatarbeit. Die Schrift ist ab  in neun Handschriften überliefert, in fünf davon mit der → Zipser Willkür. Sie ist überwiegend frühnhd. mit bairischen Anteilen geschrieben. Nur einige Artikel enden mit lat. Sentenzen oder enthalten kurze lat. Zitate. Die Forschung unterscheidet verschiedene dt. Fassungen, neben denen auch eine ungarische Bearbeitung erhalten ist. Inhaltlich ist die Schrift in einen Prolog und  Artikel gegliedert. Die einzelnen Abschnitte enthalten Richtlinien für städtische Richter und Ratsherren, wie sie in zahlreichen → Stadtregimentslehren des MA zu nden sind. Die Mandatsträger sollen ihre Verschwiegenheitsp ichten einhalten, einträchtig zusammenarbeiten, sorgfältig beraten, sich angemessen benehmen, Gott und die Herrscher ehren sowie das Gemeinwohl achten. Die Kaschauer Ratsordnung beruft sich auf → Isidor von Sevilla, von dem sie auch ein Zitat anführt und übersetzt. Als weitere Quellen hat die Forschung die Bibel, das Decretum Gratiani, den → Schwabenspiegel, das → Secretum secretorum, den Fürstenspiegel → Karls IV. sowie Kaschauer Stadtrecht und römisches Recht identi ziert. Insgesamt wird H.s Werk heute als Grundstein der weiteren Entwicklung und Kodi kation des örtlichen Stadtrechts bewertet, in das es etwa römische Rechtselemente einführte. Außerdem gilt die Sprache der Kaschauer Ratsordnung als prägend für die Kanzlei der Stadt. Ü: K: Koˇsice (Kaschau), Stadtarch., Schwartzenbachiana , r–r (, frühnhd. 

Hebenstreyt mit bair. Elementen; Autograph). – Acht weitere, überwiegend aus dem . und . Jh. stammende Hss. bei Tischler  (s. Lit.). – Vgl. auch UlrichDieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd. . Köln/Wien , Nr. , , , . A: Krones  (s. Lit.) S. – (nach Hs. K). – A magyar törvényhatóságok jogszabályainak gyüjteménye II/: Kiváltságolt kerületi statutumok – és városi statutumok –. Hg. v. Sándor Kolosvári/Kelemen Óvári. Budapest , S. –. – Supplementum Analectorum Terrae Scepusiensis . Szepesváralja , S. –. – Vizkelety  (s. Lit.) S. – (Teilausg.). – Piirainen  (s. Lit.; nach Hs. K). L: Maria Tischler, VL  () Sp. –. – Franz X. Krones: Zur ältesten Gesch. der oberungarischen Freistadt Kaschau. Eine Quellenstud. In: Arch. für Kunde österr. Geschichts-Quellen  () S. –. – Gerhard Eis/Rainer Rudolf: Altdt. Schrifttum im Nordkarpatenraum. München , S. . – András Vizkelety: Príspevky k právnym dejinám spiˇsských miest v stredoveku. In: Spiˇs / () S. –. – Ders.: Adalékok szepességi városok középkori jogtörténetéhez. In: Jogtörténeti Tanulmányok  () S. –. – M. Tischler: Stredoveký richtár Hanns H. v Koˇsiciach. In: Historica. Zborník Filozo ckej Fakulty Univerzity Komenského  () S. –. – Ilpo Tapani Piirainen: Die Satzung des Rates der Stadt Koˇsice/Kaschau aus dem Jahre . Edition und Unters. eines frühnhd. Textes aus der Slowakei. In: Neuphilol. Mitt.  () S. – (vgl. dazu M. Tischler. In: Bohemia  [] S. –). – Hashimoto Satoshi: Die Kaschauer Ratsordnung aus dem Jahre . In: Language and Culture  () S. –. – M. Tischler: Das kaschauer Stadtsiegel von  und die städtische Wappenbildung unter König Sigismund in Ungarn. In: Genealogica et Heraldica. . Internationaler Kongreß für Genealogische und Heraldische Wissenschaften. Hg. v. Iván Bertényi. Keszthely , S. –. – Heike Bierschwale/Jacqueline van Leeuwen: Wie man eine Stadt regieren soll. Dt. und ndl. S. des MA. Frankfurt/M. u. a. , S. – u. ö. – Duˇsan Buran: Hof, Rathaus, Kapitel. Bemerkungen zu den Wappenbriefen oberungarischer Städte im . Jh. In: Künstlerische Wechselwirkungen in Mitteleuropa. Hg. v. Jirí Fajt/Markus Hörsch. Ost ldern , S. –, hier S.  f. MM 

Ruffus Egidius, Magister. – Verfasser eines Rezepts für Giftköder, erste Hälfte . Jh. oder früher. In einem Haus- und Arzneibuch aus dem . Jh. ndet sich zwischen medizinischen Rezepten auch eine Herstellungsanleitung für sog. Wolfskugeln («wolfs chugeln»). Die Anleitung wird vom Schreiber einem M. E. zugeordnet. Die Forschung hat in E. einen ostbayerischen Arzt oder Pfarrer vermutet. Die Bezeichnung als Magister könnte auf einen Akademiker hindeuten, muss aber nicht historisch korrekt sein. Die M. E. zugeschriebenen Wolfskugeln dienten als Giftköder für Wölfe. Das Rezept ist in dt. und lat. Sprache abgefasst. Manche P anzen und chemischen Substanzen werden mit ihren lat. Bezeichnungen genannt (etwa «arsenicum»), andere mit ihren dt. Benennungen (z. B. «hüttrich», «zeytlos»). Unter den Zutaten ist auch Hunde eisch, damit die Kugeln nicht versehentlich von Hunden gegessen werden. Die Anleitung des M. E. gilt unter den deutschsprachigen Texten als ältestes bekanntes Rezept für Wolfskugeln. Ü: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen , r (Pap., um –, mittelbair.). – Vgl. auch Eis  (s. Lit.). – www.manuscripta-mediaevalia.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: Gerhard Eis: Wolfskugeln. In: ZfdPh  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –). – Dt. Jagdtraktate des . und . Jh. Bd. . Hg. v. Kurt Lindner. Berlin , S. . – Online-Faks. der Hs.: http://digital.blbkarlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:–. L: G. Eis/Gundolf Keil: Nachträge zum VL. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S. . – Lindner  (s. Ausg.). – G. Eis: Eine Donaueschinger Sammelhs. aus dem unteren Inntal. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –). – Ders.: Zur Beurteilung der Tierversuche des Paracelsus. In: Forschungen und Fortschritte  () S. – (wieder in: Ders.: Vor und nach Paracelsus. Unters. über Hohenheims Traditionsverbundenheit und Nachrichten über seine Anhänger. Stuttgart , S. –). – Bernhard Dietrich Haage: Anwendungsmöglichkeiten und bisherige Anwendung von philol.-hist. Methoden bei der Erforschung der Fachsprachen der Artes. In: Fachsprachen. Ein internationales 

. Hälfte . Jh. Hb. zur Fachsprachenforschung und Terminologiewiss. Halbbd. . Hg. v. Lothar Hoffmann u. a. Berlin u. a. , S. –, hier S. . MM Ruffus, Jordanus (auch: J. Rufus, Iordanus R., Giordano Ruffo u. ä.), * Kalabrien um . – Kaiserlicher Oberhofmarschall, Autor einer hippiatrischen Abhandlung (in dt. Übersetzung erstmals ). Das Leben des gebürtigen Kalabresen ist nur in Grundzügen bekannt. Er war ein Neffe von Petrus R. († um /), der unter Kaiser → Friedrich II. als Gouverneur und Großmarschall wirkte. R. selbst war wahrscheinlich ab  Kastellan von Kloster Montecassino und später kaiserlicher Justiziar und Oberhofmarschall. Er war in dieser Eigenschaft ein Vorgesetzter Meister → Albrants. Nach Friedrichs Tod  scheint R. an Ein uss verloren zu haben, da er angeblich geblendet wurde und in Gefangenschaft starb. Bald nach Friedrichs Tod, also um /, verfasste R. eine pferdekundliche Abhandlung in lat. Sprache. Der als Hippiatria oder De medicina equorum bekannt gewordene Text behandelt in sechs Teilen wichtige Grundlagen zum Umgang mit Pferden. So enthält der Traktat Kapitel über die Züchtung, Zähmung, Ausbildung und P ege von Pferden sowie über medizinische Indikationen und Behandlungen. Der medizinische Teil ist mit über  Kapiteln sehr umfangreich und konzentriert sich auf Verletzungen, Probleme des Magen-Darm-Trakts und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Insgesamt gilt R.s Schrift als qualitativ hochwertiges und sehr systematisches Werk im Geist der Schule von Salerno. Obwohl R. wahrscheinlich ältere Texte wie die Mulomedicina Chironis (. Jh.) heranzog, zeigt De medicina equorum doch zugleich seinen umfassenden eigenen Erfahrungsschatz als Pferdefachmann. R.s Abhandlung wurde zu einem wichtigen Grundstein der späteren Pferdeliteratur. Sie ist nicht nur in zahlreichen Handschriften und Drucken unmittelbar überliefert, sondern wurde auch durch andere Autoren weitervermittelt. Eine wichtige Rolle spielten hierbei zwei Mediziner des . Jh.: Während → Petrus de Crescentiis R.s Text in seinem Hausbuch ausschrieb, benutzte Laurentius → Rusius ihn als Grundlage seiner Marescalcia. Bereits ab dem . Jh. sind auch volkssprachige Bearbeitungen von De medicina equorum bekannt, doch entstanden diese primär in Italien und Frankreich. 

. Hälfte . Jh. In dt. Sprache erschien R.s Traktat wahrscheinlich erstmals in der sog. preußischen Redaktion des → Liber de cura equorum, die  entstand und in einem Kodex aus der zweiten Hälfte des . Jh. überliefert ist. Diese Redaktion enthält R.s Abhandlung nach der lat. Fassung von Petrus de Crescentiis. Weitere dt. Texte von De medicina equorum sind in den Handschriften H bis H erhalten, die vom letzten Drittel des . Jh. bis in die erste Hälfte des . Jh. reichen. Der H-Text nennt R. dabei nicht als Verfasser und ist insgesamt durch Albrant-Elemente kontaminiert. H, ein Foliant des sog. Buchs der Medizin von Ludwig V., bietet nur die ersten drei Teile von R.s Traktat. Allen H-Fassungen gemeinsam ist der bairische Dialekt, zumindest in einzelnen Elementen. Die Übersetzungen in H, H, H und vielleicht H weisen textliche Ähnlichkeiten auf, gehören also möglicherweise zum gleichen Überlieferungsstrang. Eine genaue Untersuchung der textgenetischen Abhängigkeitsverhältnisse steht jedoch noch aus. Dt. R.Versatzstücke wurden von der Forschung auch bei Pfalzgraf → Philipp I. († ) und dessen Sohn, dem Freisinger Bischof → Philipp († ), nachgewiesen. Ü: . Zur lat. und volkssprachigen Überl. vgl. u. a. Roth  (s. Lit.) S. –. – Perino  (s. Lit.). – Guy Beaujouan u. a.: Médecine Humaine et Vétérinaire à la Fin du Moyen Âge. Genf/Paris , S. –. – Froehner  (s. Lit.) S.  f. – Prévot  (s. Lit.). – Montinaro  (s. Lit.). . Dt. Texte: H: Heidelberg, UB, cpg , r–v (Pap., letztes Drittel . Jh., niederalemannisch mit bair. und mitteldt. Elementen). – H: Ebd., cpg , v–r (Pap., um , obd. mit bair. Elementen). – H: Ebd., cpg , v–r (Pap., um , nordbair.). – H: Ebd., cpg , r–v (Pap., spätes . Jh., nordbair.). – H: Ebd., cpg , r–r (Pap., Heidelberg, um –, südrheinfränkisch mit nord- und mittelbair. Elementen, Slg. von Ludwig V.). – Vgl. auch die Überl. der preußischen Bearb. des Liber de cura equorum in Wien, ÖNB, cod. . Vgl. Karin Zimmermann u. a.: Die Codices Palatini germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg VI). Wiesbaden , S. –. – Dies./Matthias Miller: Die Codices Palatini germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg VII). Wiesbaden , S. –, 

Ruffus –. – Dies.: Die Codices Palatini germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg VIII). Wiesbaden , S. –, –. A: . Lat. Text: Jordani Ruffi Calabriensis Hippiatria. Hg. v. Hieronymus Molin. Passau . – Prévot  (s. Lit.). . Dt. Übersetzung: Roth  (s. Lit.) S. – (Teilausg.). – Online-Faks. der Hss.: http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg. – http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg. – http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg. – http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg. – http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg. Ü: Hiepe  (s. Lit.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Robert Roth: Die Pferdeheilkunde des J. R. Diss. Berlin . – Werner Perino: Die Pferdearzneibücher des ausgehenden MA und der beginnenden Neuzeit. Eine geschichtliche Stud. über ihre Entwicklung und Entfaltung. Diss. München . – Ottomar Bederke: ‹Liber de cuna equorum›. Bearbeitungen von Albertus Magnus und J. R. aus dem Dt. Ritterorden (). Diss. Hannover . – Dieter Schmitt: Pferdeheilkundliche Bearbeitungen von Albertus Magnus, J. R. und Meister Albrant im Heidelberger Cod. palatinus germanicus . Diss. Hannover . – Sigmund Oehrl: Vergleichende Stud. zur altdt. Pferdeheilkunde. Diss. Hannover . – Reinhard Froehner: Kulturgesch. der Tierheilkunde. Bd. : Gesch. des Veterinärwesens im Ausland. Bearb. v. Hans Grimm. Konstanz , S. . – Lieselotte Klein: Stud. zur ‹medicina equorum› des J. R. Diss. Hannover . – Johannes Zahlten: Die ‹Hippiatria› des J. R. Ein Beitr. zur Naturwiss. am Hof Kaiser Friedrichs II. In: AfK  () S. –. – Brigitte Prévot: La Marechaucie des Chevaux ou la Traduction Française du ‹De medicina equorum› de J. R.  Bde. Diss. Reims . – Thomas Hiepe: Das ‹Buch über die Stallmeisterei der Pferde› von J. R. aus dem . Jh. Abschrift, Übersetzung und veterinärmedizin-hist. Bewertung. Diss. München . – B. Prévot: La Science du Cheval au Moyen Âge. Le Traité d’Hippiatrie de J. R. Paris . – Jean-Louis Gaulin: Giordano Ruffo et l’Art Vétérinaire. In: Micrologus  () S. –. – Nelle Scuderie di Federico II Imperatore, Ovvero ‹L’Arte di Curare il Cavallo› (‹Hippiatria›). Hg. v. Maria A. Causati Vanni. Velletri . – Angela von dem 

Liber de cura equorum Driesch: Gesch. der Tiermedizin.  Jahre Tierheilkunde. Stuttgart u. a. , S. –. – Roberto Benedetti: La ‹Mascalcia› di Giordano Ruffo di Calabria Secondo le Prime Redazioni Volgari. Il Caso dei Frammento  dell’Archivio di Stato di Udine. In: Lo Scaffale della Biblioteca Scienti ca in Volgare (Secc. XIII–XVI). Atti del Convegno di Studi, Matera, – Ottobre . Hg. v. Rita Librandi/Rosa Piro. Florenz , S. –. – Antonio Montinaro: Un Volgarizzamento Inedito da Giordano Ruffo: Cola de Jennaro, ‹Della natura del cavallo e sua nascita› (Tunisi, ). [O. O.] . – Ders.: Per la Tradizione del ‹De medicina equorum› di Giordano Ruffo (con un Elenco dei Testimoni Manoscritti). In: Medioevo Letterario d’Italia  () S. –. MM Liber de cura equorum (Practica equorum, Rossarzneiliche Albertus-Magnus-Vorlage). – Lat. pferdeheilkundlicher Traktat, . Jh. oder frühes . Jh.; dt. Bearbeitungen ab dem frühen . Jh. Der L. d. c. e. zählt zu den wirkmächtigsten hippiatrischen Texten des MA und hat dies vor allem → Albertus Magnus zu verdanken, der den Traktat um / als . Kapitel in seine Tierkunde De animalibus integrierte. Die sachkundige und praxisorientierte Lehrschrift könnte in Deutschland entstanden sein, ihre Adressaten sind fachliterarisch gebildete Marstaller. Die einzelnen Kapitel des Liber sind überwiegend zweiteilig: Auf einen diagnostischen Abschnitt mit Symptombeschreibung folgt ein therapeutischer mit Heilverfahren und Rezepten. Es lassen sich zwei unterschiedliche Redaktionen der Textes differenzieren, die beide in der Überlieferung ab dem . Jh. bezeugt sind. Die erste ist diejenige, die von Albertus benutzt und modiziert wurde, die zweite läuft in der Überlieferung überwiegend unter dem Titel Practica equorum. Eine ursprüngliche Fassung als Ausgangspunkt der beiden Redaktionen ist handschriftlich nicht greifbar, aber vor allem durch volkssprachige Rezeption belegt. Der Traktat erscheint in beiden Fassungen der lat. Tradition überwiegend unselbstständig als Bestandteil rossarzneilicher Kompilate, so in den Pferdeheilkunden → Thiederiks von Cervia und Hubertus’ de Curtenova, in der Marescalcia equorum des Laurentius → Rusius, oder in der Practica avium et equorum (Ps.-→ Lanfrank von Mailand). Die volkssprachigen Adaptionen des Liber sind in der Regel von Albertus abhängig. Die drei Ausnahmen, die auf älteren Textstufen beruhen, sind 

. Hälfte . Jh. das mittelenglische Boke of Marchalsi, die altfranzösische Chirurgie de Chevaux (beide . Jh.) und die sog. Preußische Bearbeitung aus dem Deutschordensland, die laut Kolophon  abgeschlossen worden ist. Ihr Verfasser war ein theoretisch bewanderter Marstaller, der vermutlich dem Dt. Orden selber angehörte und schlesischer Abstammung war. Das «bucheleyn» wird in der Nachschrift ferner als Auftragsarbeit für «die lieben herren meyn / Dutsches ordens marien Spittal» ausgewiesen und ist Ulrich von Jungingen gewidmet, dem Hochmeister des Dt. Ordens. Der dt. Text zeichnet sich durch eine klare Sprache und fachliche Präzision aus. Neben dem L. d. c. e. zog der schlesische Anonymus auch die Preußische Kompilation von → Albrants Rossarzneibuch und die Medicina equorum des Jordanus → Ruffus in der Bearbeitung des → Petrus de Crescentiis heran. Den Liber selbst übertrug er nahezu vollständig ins Dt. und übernahm auch den Werktitel (L. d. c. e. cum registro). Der Bearbeiter hat den Wortlaut des Liber im chirurgischen Bereich ergänzt und zeichnet sich insbesondere durch seine tierpsychologischen Kenntnisse aus. Trotz der Ankündigung einer Übersetzung «von worte zcu worte» ist die dt. Fassung eher als freie volksprachigen Bearbeitung denn als getreue Übersetzung zu bewerten. Drei weitere bekannte dt. L. d. c. e.-Adaptionen beruhen auf Albertus: ) Werner → Ernesti: Seine Übersetzung aus De animalibus schließt die Pferdeheilkunde mit ein, deren allgemein gehaltene Eingangskapitel allerdings ausgelassen werden. – ) Heinrich → Münsinger: Seine Tierkunde B˚uch von den falcken, hebichen, sperbern, pferden vnd huenden beruht zum Teil auf dem L. d. c. e. nach Albertus. Vielleicht hat Münsinger an vereinzelten Stellen auch Versatzstücke aus dem Urtext des Liber übernommen. – ) Walther Hermann Ryff (Quintus Apollinaris): Der breitenwirksame wissenschaftliche Publizist († ) brachte  das Thierbuch heraus, das die Bücher – aus De animalibus in dt. Fassung enthält. Die eigenständige und üssige Auswahlübersetzung beginnt mit dem L. d. c. e. Ü: Albertus-Magnus-Vorlage: Älteste Hs.: Oxford, Bodleian Library, MS Douce , r–v (Pap., . Jh., lat.). – Practica equorum: Fischer (s. Lit.) S. – weist neun Hss. nach. – Boke of Marchalsi: London, British Library, MS Sloane , r–v (Pap., um ). – Chirurgie de Chevaux: Paris, Nationalbibl., Ms. français  (olim Anc. ) r–v (Pap., . Jh.). – 

. Hälfte . Jh. Preußische Bearbeitung: Wien, ÖNB, Cod. , v–v (Pap., zweite Hälfte . Jh., ostmitteldt.). – Ernesti: Heidelberg, UB, Cpg , r–r (Pap., , rheinfränkisch/bair.); Autograph Ernestis. Digitalisat des Codex unter: http://digi.ub.uniheidelberg.de/diglit/cpg. – H. Münsiger: mindestens zehn Hss.; s. → Münsinger und Lindner, Bd. , S.  f., –. – Ryff: «Thierbuch. Alberti Magni. Von Art Natur vnd Eygenschafft der Thierer [...]. Durch Waltherum Ryff verteutscht». Frankfurt/M.: Cyriacus Jacob,  (VD A ). A: Boke of Marchalsi: A late Middle English treatise on horses. Edited from British Library MS. Sloane , ff. –b by Anne Charlotte Svinhufvud (Acta Universitatis Stockholmiensis. Stockholm studies in English ). Stockholm . – Chirurgie de Chevaux: Guy Beaujouan u. a.: Médecine humaine et vétérinaire à la n du moyen âge (Hautes études médiévales et modernes /). Genf , S. – (Auszüge). – Preußische Bearbeitung: Ottomar Bederke: Liber de cura equorum. Bearbeitungen von Albertus Magnus und Jordanus Ruffus aus dem Dt. Ritterorden (). Diss. Hannover . – Ernesti: Lindner, Bd. , S. –. – H. Münsiger: Lindner, Bd. , S. –; weitere Ausg. s. → Münsinger. L: Gundolf Keil, VL  () Sp. –. – Kurt Lindner: Von Falken, Hunden und Pferden. Dt. Albertus-MagnusÜbersetzungen aus der ersten Hälfte des . Jh. Bd.  (Quellen und Stud. zur Gesch. der Jagd ).  Bde. Berlin . – Dieter Schmitt: Pferdeheilkundl. Bearbeitungen von Albertus Magnus, Jordanus Ruffus und Meister Albrant im Heidelberger Codex palatinus germanicus . Diss. Hannover . – Sigmund Oehrl: Vergleichende Stud. zur altdt. Pferdeheilkunde. Diss. Hannover . – Peter Assion: Altdt. Fachlit. (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . – Klaus-Dietrich Fischer: Zur Erstveröff. einer spätmittelenglischen Pferdeheilkunde (aus Ms. Sloane ) nebst Beobachtungen zu ihrer lat., von Albertus Magnus benutzten Vorlage. In: «Gelêrter der arzenîe, ouch apotêker». Beitr. zur Wisssenschaftsgesch. FS Willem F. Daems. Hg. v. G. Keil (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S. –. – Jan-Dirk Müller: Naturkunde für den Hof. Die Albertus-Magnus- Übersetzungen des Werner Ernesti und Heinrich Münsinger. In: Wissen für den Hof. Der spätma. Verschriftungsprozeß Hg. v. dems. (MMS ). München 

Kestner , S. –, hier S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , . – Dagmar Gottschall: Albert’s Contributions to or In uence on Vernacular Literatures. In: A Companion to Albert the Great. Theology, Philosophy, and the Sciences. Hg. v. Irven M. Resnick (Brills Companions to the Christian Tradition ). Leiden , S. –, hier S.  f. VZ Kestner, Johann, zu Schwarz (auch: Hanns Cestner; außerdem als «Restner» oder «Lestner» sowie als «Schwatz» lesbar). – Autor hippiatrischer Rezepte, spätestens Anfang . Jh. K. wird in einer Sammelhandschrift erwähnt, die u. a. auch den → Macer und medizinische Rezepte enthält. Die Lesart seines Namens und Herkunftsorts im Kodex ist umstritten. K. stammte möglicherweise aus Schwaz in Tirol oder einem Ort namens Schwarz (z. B. in Ebenthal/Kärnten). Ebenso unsicher ist der Umfang seiner Autorschaft. Im Kodex wird ihm ein ophthalmologisches Rezept für Pferde zugeschrieben, das auf ein Rossarzneibuch folgt. Möglicherweise stammt auch diese Sammlung von  dt. Rezepten von K. Das Rossarzneibuch wird von der Forschung auf das . oder frühe . Jh. datiert, seine Entstehung im mittelbairischen Gebiet vermutet. Es enthält vor allem ophthalmologische Rezepte, aber auch Anweisungen zur Behandlung anderer Pferdekrankheiten (z. B. Würmer) und zur Ernährung der Tiere sowie Rosstäuschertricks. Die Forschung hat eine inhaltliche Verwandtschaft des Textes zur älteren hippiatrischen Fachliteratur herausgearbeitet. Dies betrifft einmal antike Autoren und Texte wie Plinius d. Ä. und aus dem . Jh. Apsyrtos, Hierokles, Pelagonius und die Mulomedicina Chironis. Hinzu kommen ma. Verfasser wie Jordanus Ruffus (. Jh.), Laurentius Rusius (–) und → Petrus de Crescentiis. Meister → Albrant jedoch wurde vom Autor des Rossarzneibuchs nach heutiger Kenntnis nicht rezipiert. Trotz der zahlreichen Bezüge gilt das vielleicht von K. stammende Werk als durchaus eigenständig. Ü: München, BSB, clm  a, r–v (um ). – Vgl. Karl Halm u. a.: Catalogus codicum latinorum Bibliothecae Regiae Monacensis II/ (Catalogus codicum manu scriptorum 

Kyeser Bibliothecae Regiae Monacensis IV/). München  (Nachdr. Wiesbaden ) S.  (Nr. ). A: Ludvik  (s. Lit.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Dusan Ludvik: Unters. zur spätma. dt. Fachprosa. Pferdebücher. Ljublana  [rechte ], S. –, –,  f. – Gerhard Eis/G. Keil: Nachträge zum VL. In: PBB (Tüb.)  () S. –, hier S. . MM Kyeser, Konrad, * .. Eichstätt, † nach . – Verfasser der militärisch-technischen Lehrschrift Bellifortis (früheste Fassung ); Porträt (): Göttingen, Cod. Ms. philos. , r. K. gilt als der früheste namentlich bekannte dt. Autor einer kriegstechnischen Bilderhandschrift. Sein Werk Bellifortis (der «Kampfstarke», «Kriegsstarke» oder besser: «rüstig für den Krieg») steht am Beginn der Entwicklung einer eigenständigen Gattung militärisch-technischer Literatur nördlich der Alpen. Der Bellifortis fand ab der ersten Hälfte des . Jh. umfangreiche Verbreitung in mehreren Abschriften, die jedoch mit wachsendem zeitlichen Abstand in Text und Bildbestand immer stärker von der ursprünglichen Vorlage abweichen. Insbesondere die im Bellifortis enthaltenen zahlreichen Illustrationen zeitgenössischer und phantastischer Waffentechnik, aber auch ziviler Nutzanwendungen, waren vorbildlich für spätere Handschriften von Kriegs-, Büchsenmeister- und Feuerwerksbüchern und wurden vielfach übernommen (siehe z. B. → Allerley Kriegsrüstung, → Feuerwerkbuch von , (Pseudo-) → Hartlieb, Johannes oder → Pixen, Kriegsrüstung, Sturmzeug und Feuerwerch). K. war vermutlich der Sohn eines Kiesers, eines städtischen Wein- und Bierprüfers, nach neuester Ansicht (Cermann ) aber vielleicht auch der Sohn eines angesehenen Patriziers, der sich den Namen «Kieser» (im Sinne von mhd. «Schiedsrichter») zugelegt hätte. K. erwarb wahrscheinlich bei den Dominikanern in seiner Heimatstadt medizinische Kenntnisse, die er später auch in sein Werk ein ießen ließ. Allerdings ist eine Identität mit dem Arzt → Konrad von Eichstätt (gest. ) oder dessen Nachkommen abzulehnen. Eine Erwähnung K.s in den Prager Universitätsmatrikeln von  könnte auf ein Jurastudium deuten, belegt jedoch lediglich das Versprechen einer Zahlung der Immatrikulationsgebühr. Eigenen Angaben zufolge war K. in weiten Teilen Europas von Spanien bis Skandinavien bekannt und besuchte, vielleicht 

. Hälfte . Jh. im Gefolge der Grafen von Oettingen, mehrere Fürstenhöfe in Deutschland und Italien. Als seine Gönner nennt er namentlich den römisch-dt. und böhmischen König Wenzel IV., König Sigismund von Ungarn, Markgraf Jobst von Mähren, Herzog Stephan II. oder Stephan III. von Bayern, die Herzöge Wilhelm, Albrecht III. und Albrecht IV. von Österreich, einen «Herzog Johann von Oppeln» (entweder den Gnesener Erzbischof Johann von Oppeln oder Herzog Johann II. von Troppau) und Franz II. von Carrara. Um  wirkte er in Prag und Kuttenberg (Kutná Hora) am Hof König Wenzels IV., als dessen Hö ing und Anhänger er sich später mehrfach zu erkennen gibt, von dem er möglicherweise nobilitiert wurde und ein Wappen erhielt. Am .. war er Augenzeuge der katastrophalen Niederlage des Kreuzfahrerheeres gegen die Türken in der Schlacht bei Nikopolis. Mehrfach äußerte er im Bellifortis deutlich seinen Unmut gegenüber dem ungarischen König Sigismund von Luxemburg, dem er Versagen in dieser Schlacht und später Verrat an seinem Bruder Wenzel IV. von Böhmen vorwarf. Diese Abneigung K.s gegen den ungarischen König verstärkte sich, als Sigismund  Wenzel gefangen setzte. Allerdings dürfte die Deutung, dass K. anschließend seinen Lebensabend als Verbannter und vom Schicksal Gebrochener in der böhmischen Peripherie fristen musste, eine Überinterpretation durch die ältere Forschung sein. Wahrscheinlicher ist nach neuester Ansicht (Cermann ) eine Rückkehr K.s in seine Heimatstadt Eichstätt, nachdem er sich um  erfolglos um eine neue Anstellung am Hof König Ruprechts von der Pfalz bemüht hatte. Sein Todeszeitpunkt ist unbekannt. Angeregt durch die Niederlage in der Schlacht bei Nikopolis () und vermutlich beein usst durch antike und italienische Vorlagen, die er in Padua kennengelernt haben könnte, begann K. um  in Kuttenberg mit der Abfassung seines Buches Bellifortis in lat. Sprache. Damit wollte er zugleich die Bedeutung von Technik und Geheimwissen für eine erfolgreiche Kriegführung betonen und sich selbst als durch diese Schrift ausgewiesener militärischer Experte für den Fürstendienst empfehlen. Die wahrscheinlich älteste überlieferte Fassung vom März  (Göttingen, Cod. Ms. philos. a) ist König Wenzel IV. gewidmet; eine zweite Fassung (Göttingen, Cod. Ms. philos. ) widmete K. am .. an König Ruprecht. 

. Hälfte . Jh. Charakteristisch für den Inhalt des Bellifortis ist die Vermischung unterschiedlicher Wissenstraditionen und Genres zwischen «ars militaris», Technologie, heimlichen Künsten und Humor. Eine wichtige Rolle für die Wissensvermittlung spielen die je nach Fassung bis zu  Illustrationen, die meist in hochwertiger Buchmalerei ausgeführt wurden. Sie werden meist durch mehrzeilige lateinische Hexameter kommentiert, deren Deutung aufgrund vielfacher verschlüsselter magischer oder scherzhafter Anspielungen oft schwierig ist und deren dt. Übersetzungen in späteren Fassungen häu g Missverständnissen unterliegen. Bei der inhaltlichen Ordnung des Bellifortis hat sich K. nach antiken Vorbildern grob an den militärischen Bereichen Feldschlacht, Belagerungskrieg, Verteidigungskrieg und Seekrieg orientiert. Die vermutlich ältesten Fassungen von / sind in zehn Kapitel gegliedert, denen jeweils Planetendarstellungen vorangestellt sind. Nach einer programmatischen Vorrede werden im . Kapitel Waffen und teils mit Geschützen bestückte Kampfwagen für die Feldschlacht beschrieben und dargestellt. Das . Kapitel behandelt die Waffen und Geräte für den Belagerungskampf, wie z. B. Sturmleitern, fahrbare Belagerungstürme und Wurfmaschinen. Im . Kapitel werden Wassertechniken für den Krieg (Boote, Schiffsbrücken, Taucheranzüge und Amphibienfahrzeuge) und für zivile Verwendung (Wasserräder, Brunnen, Rohrleitungen, eine archimedische Schraube) präsentiert. Das . Kapitel führt wieder zum Belagerungskrieg zurück und zeigt unterschiedliche Geräte zum Ersteigen von Mauern. Dem folgt thematisch auch das . Kapitel mit der Darstellung von mechanischen Schusswaffen wie Wurfmaschinen, Armbrüsten und Torsionsgeschützen. Das . Kapitel enthält hauptsächlich verschiedene Verteidigungstechniken wie Fallbrücken und -gruben. Hier nden sich aber auch Abbildungen von Kampfszenen, eines Prunkzeltes König Wenzels sowie Rezepte für Betäubungsmittel. Im . und . Kapitel werden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten von Feuer oder Pyrotechnik in militärischen und zivilen Zusammenhängen vorgestellt. Gezeigt werden hier verschiedene Geschütze, Geschosse, Sprengmittel und Leuchtfackeln. Das . Kapitel behandelt die Wärmetechnik in Form von verschiedenen Öfen oder einer Dampfbadeanstalt. Das . Kapitel bietet in inhaltlich wenig zusammenhängender Form diverse Scherze (Entmannungsgerät, Keuschheitsgürtel) mitsamt dazugehörigen Anspielungen im Text, verschiedene kleinere 

Kyeser eiserne Kriegswerkzeuge und – vermutlich ebenfalls scherzhaft gemeinte – magische Rezepte. Am Schluss folgen einige persönliche Äußerungen des Autors, u. a. eine Klage auf den baldigen eigenen Tod («Epichedion») samt Grabinschrift und ein Horoskop. Vor  stellte vermutlich noch K. selbst die -Kapitel-Fassung auf eine -Kapitel-Fassung des Bellifortis um, die zur wichtigsten Grundlage der weiteren Rezeption wurde. Dabei straffte er das bereits vorhandene Material, ordnete es teilweise neu und verzichtete, möglicherweise mit Blick auf einen neuen, nichthö schen Publikumskreis, auf die Vorrede und die biographischen Äußerungen. Die Kapitel teilten sich inhaltlich nun wie folgt auf: ) Feldschlacht, ) Belagerung, ) Steigwaffen, ) Verteidigung, ) Wassertechnik, ) Pyrotechnik und Sprengmittel, ) natürliche und magische Rezepte, Scherze und diverse Werkzeuge. Vielleicht kurz nach dieser überarbeiteten Fassung entstand eine weitere Handschrift des Bellifortis, die neben dem lat. Text auch eine dt. (oberbairische) Übersetzung anbot (Rom, Cod. Pal. lat. ). Sollte auch diese Fassung K. selbst zuzuschreiben sein, wäre dies wiederum als Hinweis auf einen angestrebten veränderten Rezipientenkreis zu deuten. Erst in den Anfang der er Jahre lässt sich die früheste erhaltene vollständig dt. Übersetzung datieren (Göttingen, Cod. Ms. philos. ), die jedoch nicht mehr von K. erstellt wurde. Insgesamt sind aus dem . und frühen . Jh. über  Codices mit lat., lat.-dt., dt., hebräisch-jiddischen und vollkommen textlosen Fassungen, ein Frühdruck (Marschalk ) sowie weiterhin zahlreiche Streuüberlieferungen, Fragmente und Teilrezeptionen des Bellifortis in anderen Werken und abhängige Schriften bekannt. Oft wurden nur die bildlichen Darstellungen übernommen und ohne Berücksichtigung inhaltlicher Zusammenhänge neu zugeordnet. Eine endgültige systematische Ordnung der vielgestaltigen Überlieferungen, Fortentwicklungen und Werksabhängigkeiten steht noch aus. Ü (-Kapitel-Fassung): Göttingen, SUB, ° Cod. Ms. philos.  (). – Ebd., ° Cod. Ms. philos. a (). – (-KapitelFassung, weitere Bearbeitungen und Übersetzungen): Basel, UB, Cod. L II  (drittes Viertel . Jh.). – Berlin, SBB, Ms. germ. quart.  (drittes Viertel . Jh.). – Ebd., Ms. germ. quart.  (). – Besançon, Bibl. municipale, Ms. 

Kyeser  (http://www.enluminures.culture.fr/). – Budapest, Magyar Tudományos Akadémia Könyvtára (Bibl. der Ungarischen Akad. der Wiss.), K  (erstes Viertel . Jh.). – Chantilly, Musée Condé, Ms.  (erstes Viertel . Jh.). – Colmar, Bibl. municipale, Ms.  (Kat.-Nr. ) (um ). – Erlangen, UB, Ms. B  (Anfang . Jh.). – Florenz, Bibliotheche d’Italia, Inv. Vol. II.III. (Magl. Cl. XIX, num. bis). – Frankfurt/M., UB, Ms. germ. Quart.  (um ) (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/). – Gotha, Forschungsbibl., Cod. Cart. B  (Anfang . Jh.). – Göttingen, SUB, ° Cod. Ms. philos.  (um ). – Heidelberg, UB, Cod. Pal. Germ.  (nach ) (http://digi.ub.uniheidelberg.de/). – Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Cod. FB  (nach ). – Istanbul, Topkapi Sarayi Müzesi, Cod.  (letztes Viertel . Jh.). – Karlsruhe, LB, Cod. Durlach . – Köln, Hist. Arch. der Stadt Köln, Best.  (W*)  () (http://historischesarchivkoeln.de/). – Kopenhagen, Kongelige Bibliotek, Thott , ° () (http://www.kb.dk/). – Leeds, Royal Armouries, Ms. I- (um ). – Madrid, Real Biblioteca de San Lorenzo de El Escorial, Ms. Y-II- (Anfang . Jh.). – München, BSB, Cod. Hebr.  (um ) (http:// nbn:de:bvb:-bsb–). – Ebd., Cgm.  (um ). – Ebd., Clm . (um ). – New York, Public Library, Spencer Collection, Ms.  (ca. –). – Ebd., Ms.  (ca. ). – Paris, Bibl. nationale de France, Ms. lat. . (Mitte . Jh.). – Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat.  (um ) (http://digi.ub.uniheidelberg.de/). – Ebd., Cod. Pal. lat.  (erstes Viertel . Jh.). – Ebd., Cod. Pal. lat. (um ). – Ebd., Cod. Pal. lat.  (erstes Viertel . Jh.) (http://digi.ub.uni-heidelberg.de). – Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibl., Cod. Fol.  (erstes Drittel . Jh. und ca. ) (http://oraweb.swkk.de/). – Wien, Kunsthist. Museum, KK A (ca. –). – Ebd., KK A (erstes Viertel . Jh.). – Ebd., KK B (Fragm., um , lat. und oberbair.). – Wien, ÖNB, Cod.  (zweites Drittel . Jh.). – Ebd., Cod.  (um ) (http://archiv.onb.ac.at:/). – Ebd., Cod.  (ca. –). – Ebd., Cod.  (letztes Drittel . Jh.). – Wolfenbüttel, HAB, Cod.  Blankenburg (letztes Viertel . Jh.) (http://diglib.hab.de/). – Privatbesitz: ehem. Antquariat Dr. 

. Hälfte . Jh. J. Günther / (olim Donaueschingen, Hofbibliothek, Cod. ) (um ). – Privatbesitz: ehem. Antiquariat Heribert Tenschert, Rotthalmünster, Kat. XXV (), Nr.  (vor ). F: Nikolaus Marschalk: Institutionum Reipublice Militaris Ac Civilis Libri Novem Nicolai, Marescalci, Thurii, LL, Ac Canonum Doctoris. Rostock  (http://nbn:de:bvb:bsb–). A: Conrad K. aus Eichstätt. Bellifortis. . Bd.: Faksimiledruck der Perg.-Hs. Cod. Ms. Philos.  der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibl. Göttingen; . Bd.: Umschrift, Übersetzung und Erläuterungen von Götz Quarg. Hg. v. Georg-Agricola-Ges. zur Förderung der Gesch. der Naturwiss. und der Technik. Düsseldorf . – Udo Friedrich/Fidel Rädle (Hg.): K. K. Bellifortis. Feuerwerkbuch. Farbmikro che-Edition der Bilderhss. ° Cod. Ms. philos.  und a Cim. Einf. und Beschreibung der kriegstechnischen Bilderhss. von U. Friedrich. Anm. zum lat. Text, Transkription und Übersetzung der Vorrede von F. Rädle (Codices gurati-Libri picturati ). München . L: Franz Maria Feldhaus, ADB  () S.  f. – Eduard A. Geßler, VL  () Sp. –. – Friedrich Klemm, NDB  () S.  f. – Volker Schmidtchen/Hans-Peter Hils, VL  () Sp. –;  () Sp. . – KarlHeinz Ludwig, LexMA  () Sp.  f. – August von Essenwein: Einige Feuerwaffen des . Jh. im germ. Museum bzw. Zur Gesch. der Feuerwaffen. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –, –, –. – Ders.: Ma. Taucher- und Schwimmapparate. In: ebd.  () Sp. –. – Ders.: Quellen zur Gesch. der Feuerwaffen.  Bde. Leipzig  (Nachdr. Graz ). – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Deutschland. Abt. . München/ Leipzig  (Nachdr. New York ; Hildesheim ) S. –. – Marcelin Berthelot: Histoire des machines de guerre et des arts mécaniques au moyen âge. Le livre d’un ingénieur militaire a la n du XIVe siècle. In: Annales de chimie et de physique (ser. )  () S. –. – F. M. Feldhaus: Die Technik der Antike und des MA. Potsdam . – Josef Krása: Bellifortis. In: Dˇejiny a souˇcasnost  () S. – (wieder in ˇ ders.: Ceské iluminované rukopisy .–. století. Praha , S. –). – Götz Quarg: Der Bellifortis von Conrad K. aus Eichstätt, . In: Technikgesch.  () S. –. – Hermann 

. Hälfte . Jh. Heimpel: Rezension zu: Conrad K. aus Eichstätt. Bellifortis (Ausg. von Qurag ). In: Göttingische Gelehrte Anz.  () S. –. – Csaba Csapodi: Ein «Bellifortis-Fragment» von Budapest. Mit sechs Abb. In: Gutenberg-Jb.  () S. –. – Robert Elsie: The Bellifortis text and early Albanian. In: Zs. für Balkanologie  () S. –. – Eberhard König: Bellifortis. In: Leuchtendes MA II. Kat. XXV Antiquariat Heribert Tenschert. Rotthalmünster , S. –. – Theresia Berg/Udo Friedrich: Wissenstradierung in spätma. Schr. zur Kriegskunst: Der «Bellifortis» und das anonyme «Feuerwerkbuch». In: Wissen für den Hof. Der spätma. Verschriftlichungsprozeß am Beispiel Heidelberg im . Jh. Hg. v. Jan-Dirk Müller (MMS ). München , S. –. – Udo Friedrich: Herrscherp ichten und Kriegskunst. Zum intendierten Gebrauch früher «Bellifortis»-Hss. In: Der Cod. im Gebrauch. Hg. v. Hagen Keller u. a. (MMS ). München , S. –. – K. K. Bellifortis. Clm . Präsentation einer neu erworbenen Hs. der Bayerischen Staatsbibl. Hg. v. Ulrich Montag (Patrimonia ). München . – Felicia Englmann: Der Zauber der Macht. Politik und Geheimwiss. in K. K.s Bellifortis (Reihe Politisches Denken ). Neuried . – Rainer Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , Bd. , S. –. – David McGee: The Origins of Early Modern Machine Design. In: Picturing Machines –. Hg. v. Wolfgang Lefèvre (Transformations. Studies in the History of Science and Technology). Cambridge/MA, London , S. –. – Jeffrey F. Hamburger/Todor Petev: «Feuerwerksbuch von » and K. K., «Bellifortis». In: The Splendor of the Word. Medieval and Renaissance Illuminated Manuscripts at the New York Public Library. Hg. v. Jonathan James Alexander u. a. New York , S. –. – R. Leng (Bearb.): Stoffgruppe . Feuerwerks- und Kriegsbücher (Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, Bd. /, Lfg. /). München , S. –. – Ders. (): K., K.: Bellifortis. In: Hist. Lex. Bayerns (http://www.historischeslexikon-bayerns.de/artikel/artikel ). – Regina Cermann: Der «Bellifortis» des K. K. (Codices. Manuscripti & Impressi, Supplementum ). Purkersdorf . UT 

Streitbuch Streitbuch (Pixen, Kriegsrüstung, Sturmzeug und Fewrwerckh / Streydpuch). – Büchsenmeisterbuch, Süddeutschland, zwischen  und . Die umfangreiche illustrierte Handschrift eines unbekannten süddt. Autors gehört zu den frühesten Beispielen von spezialisierter Literatur über die Kunst der Büchsenmeisterei im deutschsprachigen Raum. Allerdings dürften dem Autor bereits verschiedene Textvorlagen zur Verfügung gestanden haben. Auf Fol. v verweist er selbst auf eine benutzte Vorlage, die jedoch nicht zu bestimmen ist. Inhaltliche und darstellerische Nähe besteht u. a. zu den vergleichbar frühen kriegstechnischen Handschriften München, BSB, cgm  (→ Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen) und Wien, ÖNB, cod.  und zum Teil auch zum → Feuerwerkbuch von , ohne jedoch direkte Abhängigkeiten oder wörtliche Übereinstimmungen erkennen zu lassen. Entgegen älterer Ansichten (zuletzt Schmidtchen ) sind nach jüngerer Feststellung (Leng ) keine Ein üsse des Bellifortis von Konrad → Kyeser festzustellen. In verschiedenen Abschnitten werden für Büchsenmeister hilfreiche schriftliche Anleitungen für Schirme, Feuerpfeile und Feuerkugeln, zum Verhalten bei Belagerungen und zu Pulverrezepten gegeben. Diese Texte werden zum Teil unzusammenhängend mit insgesamt  Federzeichnungen von Karren- und Tarrasbüchsen, Mehrfachgeschützen, Lafetten oder Schutzhütten, Belagerungsgeräten, Richtmechanismen für Geschütze und weiteren Geräten ergänzt. Dabei schwankt die Handschrift zwischen reinem Text, Bildkatalog, beschrifteten Abbildungen und illustrierten Texten, lässt aber einen versierten und innovativen Umgang des Autors mit Texten und Bildern erkennen. Besonders hervorzuheben sind ein paargereimtes Lehrgedicht auf die Büchsenmeisterei (Bumbardia) auf Fol. v–v und ein Ehrenkodex für Büchsenmeister auf Fol. r, in denen die gesellschaftliche Funktion sowie die fachlichen, charakterlichen und moralischen Ansprüche an die kriegstechnischen Spezialisten re ektiert werden. Die Handschrift ist bereits in einem Katalog der Innsbrucker Bibliothek Kaiser → Maximilians aus dem Jahr  nachzuweisen (Noch ain klains streytbuch in weiss pergamen gepunden), von wo aus sie in die Ambraser Schlossbibliothek überging. Erst  wurde sie nach Wien verbracht und dort in die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums eingegliedert. 

Ernesti Ü: Wien, Kunsthist. Museum, KK ,  Bll. (Pap., zwischen  und , bair.). A (nur Lehrgedicht Bumbardia): Leng  (s. Lit.) S. –. L: Volker Schmidtchen: Pixen, Kriegsrüstung, Sturmzeug und Feuerwerch. In: VL  () Sp.  f. – Ders., VL  () Sp.  f. – August von Essenwein: Quellen zur Gesch. der Feuerwaffen.  Bde. Leipzig  (Nachdr. Graz ) Tf. A XVIII–XX. – Max Jähns: Hb. einer Gesch. des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance. Bd. . Leipzig , S. , . – Ders.: Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Deutschland. Abt. . München/Leipzig  (Nachdr. New York ; Hildesheim ) S. –. – Bernhard Rathgen: Das Geschütz im MA. Neu hg. und eingel. von V. Schmidtchen. Reprint der Ausg. Berlin . Düsseldorf , S. . – Das Feuerwerkbuch von . Hg. v. Wilhelm Hassenstein. München , S.  (Nr. c). – Bruno Thomas/Ortwin Gamber: Kat. der Leibrüstkammer. I. Tl. (Führer durch das Kunsthist. Museum ). Wien . – Rainer Leng: Gründe für berufliches Töten. Büchsenmeister und Kriegshauptleute zwischen Berufsethos und Gewissensnot. In: Der Krieg im MA und in der Frühen Neuzeit: Gründe, Begründungen, Bilder, Bräuche, Recht. Hg. v. Horst Brunner (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , S. –. – Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen. Eine kriegstechnische Bilderhs. im cgm  der Bayerischen Staatsbibl. München. Hg. v. dems. (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , S.  f. – Ders.: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , Bd. , S. –; Bd. , S. –. – Ders. (Bearb.): Stoffgruppe . Feuerwerks- und Kriegsbücher (Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, Bd. /, Lfg. /). München , S. –. UT Ernesti, Werner, * St. Goar. – Übersetzer aus dem naturkundlichen Werk des → Albertus Magnus, frühes . Jh. E. erwarb  an der Prager Universität den Baccalaureus in den Artes.  wechselte er an die neugegründete Universität Heidelberg, um dort die Rechte zu studieren und war anschließend Notar am Mittelrhein. Er stand in enger Verbindung zum Hof König Ruprechts, an dessen Italienzug 

. Hälfte . Jh. (/) er teilnahm.  wurde er in Münstermaifeld und an St. Kastor in Koblenz bepfründet. – war E. Notar Königin Elisabeths. An die Universität Heidelberg kehrte er  zurück, als ihm die Lehrerlaubnis für die iuris canonici erteilt wurde. Im Zuge des seit dem . Jh. gesteigerten Interesses an einer volkssprachig-schriftlichen Fixierung jagdkundlichen Wissens erhielt E. von Pfalzgraf Ludwig III. den Auftrag zur Übersetzung aus De animalibus des Albertus Magnus. Seine Übersetzung, das Buchelin von den suchten der fogel hunde vnd pferde, schloss E. am .. ab. Die Auswahl aus Albertus’ Büchern  und  beschränkt sich auf die ritterlich-waidgerechten Tiere (Jagdvögel, Hunde, Pferde) und hierbei primär auf veterinärmedizinische Aspekte. Adressat dürfte der lateinunkundige Praktiker sein, der direkt in Aufzucht und P ege der Tiere involviert ist. Für diesen sollen die Erkenntnisse der gelehrten Medizin zugänglich gemacht werden. Die wahrscheinliche Vorlage E.s war der Heidelberger Cpl  von , an dessen Anfang die tierkundlichen Albertus-Bücher – sich bereits separiert nden. Die Quellenangaben bei Albertus werden von E. in der Übersetzung getilgt und Albertus selbst erscheint nur als «der meister». Bei der Einrichtung des Textes folgt E. dem in der medizinischen Literatur typischen «Rezeptstil», so dass seine Übersetzung den Charakter eines tierheilkundlichen Kompendiums aufweist. Aufgrund der prinzipiellen Unvertrautheit E.s mit sowohl jagdkundlichen als auch veterinärmedizinischen Details ist seine Übersetzung nicht frei von Missverständnissen und einigen sachlichen Fehlern, die sich oftmals aber auch auf seine direkte Vorlage zurückführen lassen (vgl. Müller [s. Lit.] S.  Anm. ). Nichsdestotrotz dürfte dieser Umstand den Erfolg seiner Übertragung maßgeblich behindert haben. Die Übersetzung Heinrich → Münsingers jedenfalls, die keine vierzig Jahre später ebenfalls für den kurfürstlichen Hof entstand, war ungleich erfolgreicher. Ü: Heidelberg, UB, Cpg , r–r (r–v: Falken und Habichte; r–v: Hunde; r–r: Pferde) (Pap., , rheinfränkisch/ bair.); Incipit: «Diß buchelin wirt sagen von den suchten der fogel zum eirsten von der ertznye der falken»; Excipit: «Scriptus et nitus est iste liber per Wernherum Ernesti Anno Domini Millesimo quadrigentesimo quarto. Ipso die Lucie virginis». 

. Hälfte . Jh. Digitalisat des Codex unter: http://digi.ub.uniheidelberg.de/diglit/cpg. A: Kurt Lindner: Von Falken, Hunden und Pferden. Dt. Albertus-Magnus-Übers. aus der ersten Hälfte des . Jh. Bd.  (Quellen und Stud. zur Gesch. der Jagd ). Berlin , S. –. L: Rainer Rudolf, VL  () Sp.  f. – De Boor/Newald / () S. . – Gerhard Eis: Nachrichten zur Heidelberger Medizingesch. des . und . Jh. aus Hss. und Frühdrucken. In: Medizinische Monatsschr.  () S. –, hier S. . – Lindner (s. Ausg.) S. –. – Peter Moraw: Kanzlei und Kanzleipersonal König Ruprechts. In: Arch. für Diplomatik  () S. –, bes. S. . – Peter Assion: Altdt. Fachlit. (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . – Martina Backes: Das literarische Leben am kurpfälzischen Hof zu Heidelberg im . Jh. Ein Beitr. zur Gönnerforschung des SpätMA (Hermaea NF ). Tübingen , S.  f. – Jan-Dirk Müller: Naturkunde für den Hof. Die Albertus-Magnus-Übersetzungen des W. E. und Heinrich Münsinger. In: Wissen für den Hof. Der spätma. Verschriftungsprozeß. Hg. v. dems. (MMS ). München , S. –. – Martina Giese: Sebastian Ranck († n. ) als Besitzer und Schreiber von Hss. Ein Beurener Pfarrer im Dienste Maximilians I. In: Von Sachsen bis Jerusalem. Menschen und Institutionen im Wandel der Zeit. FS Wolfgang Giese. Hg. v. Hubertus Seibert/ Gertrud Thoma. München , S. –, hier S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . – Barbara Hammes: Ritterlicher Fürst und Ritterschaft. Konkurrierende Vergegenwärtigung ritterlich-hö scher Tradition im Umkreis südwestdt. Fürstenhöfe – (Veröff. der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in BadenWürttemberg B/). Stuttgart , S. . – Dagmar Gottschall: Albert’s Contributions to or In uence on Vernacular Literatures. In: A Companion to Albert the Great. Theology, Philosophy, and the Sciences. Hg. v. Irven M. Resnick (Brills Companions to the Christian Tradition ). Leiden , S. –, hier S.  f. VZ Witschuch von Alsfeld. – Verfasser eines Registers zum dt. → Macer mit gereimter Gebrauchsanleitung, frühes . Jh. In zwei Textzeugen der dt. Vulgat-Fassung des originär lat. Kräutertraktats Macer oridus ndet sich 

Witschuch von Alsfeld nicht nur ein Register, sondern auch eine Anweisung für dessen Gebrauch in zwanzig Reimpaarversen. Die textimmanenten Autorangaben zu dieser Versanleitung differieren in der Überlieferung, doch ist die Nennung W.s durch die Reimbindung als ursprünglich anzusehen. W. bezeichnet sich selbst als «pfaff» und gibt das mittelhessische Alsfeld als Herkunftsort an. Es ist wahrscheinlich, dass sowohl Reimpaare als auch das Register selbst auf W. zurückgehen. Darüberhinaus gibt es zu diesem hessischen Kleriker keine Kenntnisse. Mit den gereimten Erläuterungen gibt W. dem Benutzer seines Macer-Registers eine pragmatische Hilfestellung. Er erklärt die Anordnung der Stichwörter «capite ad calcem» und erläutert, dass die römischen Ziffern des Registers für die Kapitel des Kräuterbuchs stehen, derweil die Buchstaben auf die Unterabschnitte innerhalb der Kapitel verweisen. Die Registeranordnung entspricht dem gängigen Typus spätma. Arzneibücher in der Nachfolge → Ortolfs von Baierland. Die Zahlen/Buchstaben-Systematik könnte der Bibelkonkordanz des Hugo von Saint-Cher († ) entlehnt sein. Register sind in der dt. Macer-Tradition des . Jh. keine Seltenheit, während die ausführliche Gebrauchsanleitung ein Alleinstellungsmerkmal des Registers von W. ist. Ü: Wien, ÖNB, Cod. , vb–ra (Versanleitung) rb–va (Reg.) (Pap., /, mitteldt.); W. ist nicht nur Schreiber der Anleitung und des Reg. sondern auch des Macers (ra–vb) selbst. Incipit der Reimpaarverse: «WEr behendecichen [sic!] wil vinden / waz alden luden vnde kinden / Ist zu maniger suchte g˚ut / Der mirke rechte myne m˚ut / Daz schribe ich paffe witschuch / Von alsfelt uf dit selbe buch / Daz da mater ist genant». – Edinburgh, UB, MS , v–r (Versanleitung/Reg.) r–v (Macer) (Perg. und Pap., Macer-Abschnitt um  [sonst: / und Ende . Jh.], ostmitteldt.). In dieser Hs. ist der Name W.s durch den Schreibernamen Johannes ersetzt, was den Reim auf «buch» zerstört. A: Joseph Haupt: Ueber das mitteldt. Arzneibuch des Meisters Bartholomäus. In: Sb. der phil.-hist. Classe der Ksl. Akad. der Wiss. . Wien. , S. –, hier S. . L: William C. Crossgrove, VL  () Sp.  f. – Der dt. ‹Macer›. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lat. Macer Floridus ‹De 

Ofener Stadtrechtsbuch viribus herbarum›. Krit. hg. v. Bernhard Schnell in Zusammenarbeit mit W. Crossgrove (TTG ). Tübingen , S. , , , . VZ Ofener Stadtrechtsbuch. – Bearbeitung des sächsisch-magdeburgischen Rechts in dt. Sprache aus dem frühen . Jh., in das Privilegien und spezi sche Rechtsnormen einge ossen sind. Das O. S. entstand zu Beginn des . Jh. als ursprünglich private Aufzeichnung eines Rechtsgelehrten, erlangte aber alsbald durch praktischen Gebrauch offiziösen Charakter, ohne dass das O. S. dadurch den Status einer Kodi kation erhalten hätte. Als Verfasser oder genauer Kompilator wird Johannes Siebenlindner (–) vermutet, der zunächst Rechtsgeschworener am Ofener Gericht war und später zum Stadtrichter von Ofen aufstieg. Die Sprache kann dem mitteldt. Idiom zugeordnet werden mit bairisch-österreichischen Einsprengseln. Die Aufzeichnungen orientieren sich gemäß dem Prolog bei «etlichen dingen oder stugken» an «Maidpurgischem rechten». Das «Ius Maideburgense» war aus einer Symbiose von Normen des Sachsenspiegels (→ Eike von Repgow), der ursprünglich für den ländlichen Raum konzipiert worden war, und dem Magdeburger Stadtrecht (→ Magdeburger Rechtsbücher) hervorgegangen. Im Zuge der Stadtgründungswelle im . und . Jh. hatte es starke Verbreitung in Ostmitteleuropa gefunden. So hatte schon zu Beginn des . Jh. Herzog Heinrich I. von Schlesien eine Abschrift des Privilegs Erzbischofs Wichmanns I. (–) für Magdeburg () erbeten, um es seiner neuen Stadt Goldberg (Złotoryja)  zu erteilen. Angereichert wurde das Privileg, das vor allem Erleichterungen im Gerichtsgang vorgesehen hatte, durch die Spruchpraxis der Magdeburger Schöffen. Insbesondere auf seinem Weg über Schlesien, Polen, in das Baltikum und schließlich auch nach Oberungarn (ungefähr die heutige Slowakei) hat sich dann die Bezeichnung «ius Maideburgense» vor «ius Theutonicum» oder auch «ius Saxonicum» durchgesetzt. Der Kompilator des O. S.s hat offenbar neben dem Sachsenspiegel und dem Magdeburger Recht auch den → Schwabenspiegel benutzt. Als unmittelbare Vorlage könnten ihm das Iglauer (Jihlava) und das Wiener Recht (→ Wiener Stadtrechtsbuch) gedient haben, die er gekannt haben muss. 

. Hälfte . Jh. Auch die Normen des  privilegierten Breslauer (Wrocław) Oberhofs und des Görlitzer Rechts () (→ Görlitzer Rechtsbuch) hat er mit einiger Sicherheit gekannt. Aufgenommen wurde des Weiteren die  erlassene Goldene Bulle König Bélas IV. (–), durch die die dt. Siedler wieder in ihre nach dem Mongoleneinfall  aufgehobenen Vorrechte und Gewohnheiten eingesetzt wurden. Ferner sind Privilegien König Ladislaus’ IV. (–) von , Karls I. (–) und Sigismunds (–) von  Bestandteil. Tatsächlich dürften die blutigen Auseinandersetzungen / zwischen dt. Patriziat in der Stadt und der ungarischen Minderheit, die eine Beteiligung an den städtischen Ämtern erreichen wollte, der Auslöser für die Aufzeichnung gewesen sein. Erst  konnte die ungarische Partei die Gleichstellung bei der Besetzung der städtischen Ämter durchsetzen. Das O. S. besteht aus einem Prolog und  Artikeln. Das Buch ist nicht in einem Stück entstanden, sondern zunächst wurde zwischen  und  der erste Teil zusammengesetzt, dem zwischen  und  noch einige Artikel hinzugefügt wurden. Der Prolog hält dem Leser in einer Art Tugendspiegel die positiven Eigenschaften eines Ratsherrn vor Augen. Die ersten  Artikel enthalten Bestimmungen zur Stadtverfassung sowie zum Verhältnis gegenüber dem Stadtherrn, dem König. Dem folgen Artikel zur Wahl der Würdenträger analog einem Privileg des ungarischen und später auch dt. Königs und Kaisers Sigismund von , darunter die Wahl der Richter und der zwölf Schöffen, sodann Bestimmungen zum Stadtschreiberamt, über das Recht der Kau eute und der Handwerker, ebenso der Juden wie auch Stadtfremder. Auch die Vorrechte der Deutschen werden behandelt. Eine auf  datierte Handelsordnung beschließt die Kompilation. Nur wenige Normen sind strafrechtlicher Natur, wie Art. , der als Strafe für begangene Unzucht, den Tanz mit dem Henker vorsieht. Auch privatrechtliche Vorschriften sind kaum enthalten. Das O. S. war die Grundlage für die Rechtsprechung des sog. Tavernikelgerichts, eine Art Oberhof für die sieben königlich-ungarischen Freistädte Ofen, Kaschau (slow. Koˇsice, ungar. Kassa), Preßburg (slow. Bratislava, ungar. Pozsony), Ödenburg ˇ (kroat. Sopron, ungar. Sopron), Tyrna, Bartfeld (slow. Bardejov, ungar. Bártfa) und Preschau (slow. 

. Hälfte . Jh. Preˇsov, ungar. Eperjes). Zum Ofener Ballungszentrum gehörten die drei Städte Ofen, Pest und AltOfen (Óbuda) sowie die Vorstädte Budafelhéviz, das der Stadt Ofen unterstand und  den Status eines Markt eckens bekommen hatte, Alhevíz (Minor-Pest) und Szentfalva, die der Stadt Pest unterstanden, der Klosterkomplex auf der Margareteninsel in der Donau mit dem Sitz des Bischofs von Gran (Esztergom) und dem Johanniterkloster sowie das Dorf Logod, das dem König gehörte. Später wurde auch Pest, das erst  mit Buda und Altofen zu Budapest vereinigt wurde, diesem Gericht unterstellt. Das Ofener Stadtrecht wurde auch an andere ungarische Städte weiterverliehen, wie die Abschrift für das heute in Rumänien gelegene Klausenburg in Siebenbürgen (rum. Cluj-Napoca, ungar. Kolozsvár) belegt. Ü: Budapest, Hauptstädtische Bibl., Hs B / (Perg., Anfang . Jh., Abschrift angefertigt für Klausenburg,  wurde die Hs von der Stadtbibliothek Budapest erworben; sie stammt aus dem Nachlass des Gymnasiallehrers Béla Bozsernyik, der sie wiederum in Frauenbach [rum. Baia mare, ungar. Nagybánya] in Siebenbürgen/Rumänien erstanden hatte). – Budapest, UB, Ms B  (Perg., /, sog. Hs. Leonhard Cromer aufgrund des Besitzvermerks «sum Leonarti Cromer Ciuis et Jurati Cassouensis, scriptus Anno », Abschrift für Pressburg [Bratislava] oder Kaschau [Koˇsice]?). – Bratislava (Preßburg), Staatsarch., Ms , r–v (Perg., um / mit Nachträgen um /, kurz nach  gelangte die Handschrift durch den Ofener Stadtrichter Peter Placzan auf der Flucht vor den Türken nach Preßburg, Mitte des . Jh. wurde sie dort von Andreas Michnay in der Bibliothek des evangelischen Gymnasiums wieder entdeckt und galt in der Forschung als Original des Ofener Stadtrechts, weshalb sie die Leithandschrift für Karl Mollays Edition bildete). A: A. Michnay/P. Lichner, Ofner Stadtrecht von MCCXLIV–MCCCCXXI. Buda városának törvénykönyve MCCXLIV– MCCCCXXI. Preßburg , S. –. – Das Ofener Stadtrecht. Eine deutschsprachige Rechtsslg. des . Jh. aus Ungarn. Hg. v. Karl Mollay. Weimar  (auch in: Monumenta Historica Budapestinensia. I. Budapest , S. –). L: Peter Johanek, VL  () Sp. –. – Dietlinde Munzel, HRG  () Sp. –. – Gerhard Dilcher: Stadtrecht. In: 

Hermann von Vechelde HRG  () Sp. –. – Néda Davori Relkovi´c: Buda város jogkönyve [Das Ofener Stadtrecht]. Budapest . – György Didovácz: A budai jogkönyv (Ofner Stadtrecht) hangtana. Budapest . – N. Relkovi´c: A Budai Jogkönyv (Ofner Stadtrecht) harmadik kézirata a F˝ovárosi Könyvtárban [Die dritte Hs. des Ofner Stadtrechtes in der Budapester Stadtbibl.] (Tanulmányok ). Budapest . – K. Mollay: Das Ofner Stadtrecht. Eine deutschsprachige Rechtsslg. des . Jh. aus Ungarn. In Monumenta Historica Budapestinensia. I. Budapest , S. –. – A. Kubinyi: Budapest története a késöi középkorban Buda elestéig -ben. In: Budapest története az öskortói az Árpad-kor végéig. Bd. . Hg. v. Laszlo Gerevich. Budapest , S. –. – Günter Schödl: Ungarns Städtewesen im SpätMA. Zum dt. Anteil an Entfaltung und Krise. In: Stadt und Landschaft im Dt. Osten und in Ostmitteleuropa. Hg v. Friedhelm B. Kaiser/Bernhard Stasiewski. Köln/Wien , S. –. – Martyn C. Rady: Medieval Buda. A Study in Municipal Government and Jurisdiction in the Kingdom of Hungary. Boulder . – Buda im MA. Ausstellungskat. Hg. v. Gerd Biegel. Braunschweig . – Ulrich-Dieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd. : Beschreibung der Rechtsbücher. Köln/Wien , S.  f. – Katalin Gönczi: Ungarisches Stadtrecht aus europäischer Sicht. Die Stadtrechtsentwicklung im spätma. Ungarn am Beispiel Ofen (Ius commune, Sonderh. ). Frankfurt/M. . – Heiner Lück: Ius Maideburgense. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht in Osteuropa. In: scientia halensis  () H. , S.  f. LAD Hermann von Vechelde, * um  Braunschweig, † .. Braunschweig. – Kaufmann, Politiker, Verfasser städtischer Aufzeichnungen. H. war der Sohn eines gleichnamigen Kaufmanns. Nachdem er sich zunächst erfolgreich im Fernhandel betätigt hatte, kam H. durch kluge Investitionen in Immobilien zu großem Vermögen. Er wurde spätestens  Mitglied des Braunschweiger Rats,  Kämmerer der Altstadt und bereits  Kleiner Bürgermeister.  wirkte er an der neuen Verfassung der Stadt mit. Ab  gehörte er zu den drei Großen Bürgermeistern der Braunschweiger Altstadt. Nach dem Sieg Herzog Heinrichs I. († ) bei Winsen an der Aller  

Lienhart der Eckelzain wurde H. noch auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen. H. gilt als Autor der in dt. Prosa abgefassten Hemelik rekenscop (Heimliche Rechenschaft). Sie behandelt in vier Teilen die Entwicklung der städtischen Finanzen und Verwaltung ab dem Tod von Herzog Magnus II. . Besonders ausführlich schildert sie die sog. Braunschweiger Schicht ab  und ihre Folgen für die Stadt. Der Text wurde  begonnen und reichte ursprünglich bis , erhielt aber ,  und  zusätzliche Einträge. Erhalten ist nur eine von insgesamt drei Abschriften, die  vom Stadtrat veranlasst wurden. Das Werk wird H. wegen großer stilistischer und anderer Parallelen zu seinem eigenhändigem Testament zugeschrieben. Die Hemelik rekenscop wurde wahrscheinlich von Mitgliedern des Stadtrats initiiert und sollte jedes Jahr für neue Ratsmitglieder verlesen werden. Wie auch die Bezeichnung als «heimlicher» Bericht im Titel andeutet, war das Werk also nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Die Hemelik rekenscop sollte den angehenden Stadtpolitikern in schmuckloser Sprache vergangene Leistungen und Fehler darstellen. Aus heutiger Sicht handelt es sich um eine wichtige Quelle zur Braunschweiger Stadtgeschichte um die Zeit der sog. Großen Schicht. H. wird häu g auch der Braunschweiger Ordinarius von  zugeschrieben. Er enthält Geschäftsordnung und Bestimmungen des Braunschweiger Rats, darunter eine Prozessionsordnung. Auch dieses Werk ist nur in späteren Abschriften überliefert. Ü: Braunschweig, Stadtarch., Nr. B I , Bd. ,  Bll. (Perg., Abschrift von ). – Zu den im . Jh. einsetzenden Abschriften des vielleicht von H. stammenden Braunschweiger Ordinars vgl. Werner Spiess: Braunschweig. Die Verfassung und Verwaltung der ma. Stadt. Hildesheim . A: Hemelik rekenscop. Hg. v. Ludwig Hänselmann. In: Die Chron. der dt. Städte vom . bis ins . Jh. : Die Chron. der niedersächsischen Städte: Braunschweig . Leipzig  (Nachdr. Göttingen ) S. –. – Braunschweiger Ordinar: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig : Statute und Rechtebriefe –. Hg. v. Ludwig Haenselmann/Heinrich Mack. Braunschweig , S. – (Nr. ). – Spiess  (s. Überl.; Teilausg.). L: Uta Reinhardt, VL  () Sp.  f.;  () Sp. . – De Boor/Ne

. Hälfte . Jh. wald / () S.  f. – Hänselmann  (s. Ausg.) S. –. – Werner Spiess: Von Vechelde. Die Gesch. einer Braunschweiger Patrizierfamilie –. Braunschweig , S.  f. – Johannes B. Menke: Geschichtsschreibung und Politik in dt. Städten des SpätMA. In: Jb. des kölnischen Geschichtsver.  () S. –, hier S. –. – Joachim Ehlers: Historiographie, Geschichtsbild und Stadtverfassung im spätma. Braunschweig. In: Rat und Verfassung im ma. Braunschweig. FS zum jährigen Bestehen der Ratsverfassung, –. Hg. v. Manfred R. W. Garzmann. Braunschweig , S. – (wieder in: Ders.: Ausgewählte Aufsätze. Hg. v. Martin Kintzinger/Bernd Schneidmüller. Berlin , S. –). – Andrea Boockmann: Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis . Wiesbaden , S. . – Matthias Puhle: Die Braunschweiger ‹Schichten› des MA im Überblick und Vergleich. In: Schicht – Protest – Revolution in Braunschweig. Beitr. zu einem Kolloquium der Technischen Univ. Braunschweig [...]. Hg. v. Birgit Pollmann. Braunschweig , S. –. – Josef Dolle: Hermann (II.) von Vechelde. In: Braunschweigisches Biographisches Lex. . bis . Jh. Hg. v. Horst-Rüdiger Jarck. Braunschweig , S.  f. – Thomas Scharff: H. v. V. (–). In: Die Braunschweiger Bürgermeister. Von der Entstehung des Amtes im späten MA bis ins . Jh. Hg. v. Henning Steinführer/Claudia Böhler. Braunschweig , S. –. MM Lienhart der Eckelzain (auch: Leonhard Eggelzain, Egkltzain, Egkelzhain, Eckelstein u. a.). – Bergrichter, ./. Jh. L. wird bereits  als Richter in Schladming/ Obersteiermark genannt und bis  in Urkunden erwähnt. Schladming befand sich seit dem Ende des . Jh. in landesfürstlichem Besitz und wurde  zum ersten Mal urkundlich als Stadt bezeichnet. Dank der in den benachbarten Tauerntälern aufgefundenen Erzlagerstätten (Silber, Kupfer, Blei) entwickelte sich die Siedlung zu einem der bedeutendsten Bergwerksorte des Landes. Im Schladminger Bergbrief von , nach seinem Verfasser auch der «Eckelzain» genannt, legte L. die damaligen Rechtsgebräuche, Verfahrensund Gewohnheitsrechte der Schladminger Bergknappen schriftlich nieder. Der Bergbrief ist da

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

mit nicht – wie damals üblich – eine vom Regalherrn obrigkeitlich erlassene Bergordnung. Eine gewisse Verwandtschaft mit der → Zeiringer Bergordnung, lässt sich feststellen, ohne dass jedoch eine unmittelbare Abhängigkeit gegeben wäre. Auch dürften die unter dem Trienter Bischof Friedrich von Wangen (–) aufgezeichneten → Trienter Bergwerksurkunden inhaltlich nicht ohne Wirkung auf den Schladminger Bergbrief gewesen sein. Die für «die damalige Zeit bemerkenswert vollständige Ordnung der bergrechtlichen Materie, auch unter Berücksichtigung der kollidierenden Unternehmerinteressen» (Kunnert , S. ), wurde Vorbild nicht nur für spätere Bergordnungen im Alpenraum und in Süddeutschland, sondern auch für andere Gegenden Mitteleuropas. In der  von Herzog Friedrich IV. von Tirol erlassenen Bergordnung für Gossensaß-Sterzing erhielt das Schladminger Recht in ganz Tirol Gesetzeskraft. Über das → Schwazer Bergrecht ging der Schladminger Bergbrief in die → Rattenberger Bergordnung von  über, beein usste aber auch die → Bleiberger Bergordnung ( bzw. /) und das  in Venedig erlassene Statut Capitole et ordini minerali, das wiederum  auch in Dalmatien eingeführt wurde. Zahlreiche Bestimmungen des Schladminger Bergbriefs wirkten auch in den zentralen österreichischen Bergordnungen des . Jh. nach; so stützte Kaiser → Maximilian I.  seine beiden Bergordnungen auf die Bestimmungen des Schladminger Bergbriefs. Ü: Fünf Abschriften des . und . Jh. (vgl. Kunnert , S. , ), darunter: Innsbruck, Tiroler Landesarch., Abt. Schatzarch., Lade . – Freiberg/Sachsen, Bibl. der Bergakad., Hs. Nr. . A: Johann Georg Lori: Slg. des baierischen Bergrechts, mit einer Einleitung in die baierische Bergrechtsgesch. München , Beilage , S. – (der Brief ist fälschlich mit  datiert). – Bischoff , S. – (in  Artikel gegliedert, mit Überschriften). – Rosenberger (in  Paragraphen gegliedert; ohne Hinweis auf die Vorlage = Lori). L: Lothar Schilling, VL  () Sp. –. – Ferdinand Bischoff: Der S. B. In: Zs. des dt. und österr. Alpenver.  () S. –. – Ders.: Beitr. zur Gesch. des süddt. Bergrechts. In: Zs. für Bergrecht  () S. –, –. – Stephen Worms: Schwazer Bergbau im fünfzehnten Jh. Ein Beitr. zur Wirtschaftsgesch. Wien 

. – Schwazer Bergbuch. Hg. v. der Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia, Wethmar. Verantwortlich für die wissenschaftliche Bearb.: Heinrich Winkelmann. Bochum  (mit Faks. der Handschrift [Dip. ] des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum). – Heinrich Kunnert: Der S. B. In: Der Anschnitt. Zs. für Kunst und Kultur im Bergbau  () H. , S. –. – Ders.: Der Schladminger Bergbrief als europäisches Dokument. In: Der Bergmann, der Hüttenmann – Gestalter der Steiermark. [Landesausstellung,] veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung [in der] Festhalle Graz, . Mai bis . Okt. . Redaktion: Friedrich Waidacher (Kat. der . Landesausstellung ). Graz , S. –. – Wilfried Rosenberger: Der Schladminger Bergbrief und die Bergordnung für die Hintere Grafschaft Sponheim (Leobener Grüne Hefte ). Wien . – Gertrud Smola: Persönlichkeiten im Bereiche des Berg- und Hüttenwesens in Innerösterreich. In: ebd., S. –, hier S. . – Siegfried Pirklbauer: Die Rechtsentwicklung des Salzburger Bergbaus. In: Der Anschnitt. Zs. für Kunst und Kultur im Bergbau  () H. , S. –. – Raimund Willecke: Die dt. Berggesetzgebung. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Essen , S. –. – Rudolf Palme: Rechtliche und soziale Probleme im Tiroler Erzbergbau vom . bis zum . Jh. In: Montanwirtschaft Mitteleuropas vom . bis . Jh. Stand, Wege und Aufgaben der Forschung. Hg.: Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau e. V./ Dt. Bergbau-Museum Bochum. Bearb. v. Werner Kroker/Ekkehard Westermann (Der Anschnitt, Beih. /Veröff. aus dem Dt. Bergbau-Museum Bochum ). Bochum , S. –. – Karl Stadlober: Der Schladminger Bergbrief. In: res montanarum. Zs. des Montanhist. Ver. für Österreich, H.  () S. –. – Lothar Suhling: L. d. E. und die wesentlichsten Bestimmungen seines «Schladminger Bergbriefs» von . In: Bergbau und Recht. Tagungsband . Internationaler Montanhist. Kongress, Schwaz . Hg. v. Wolfgang Ingenhaeff/Johann Bair. Innsbruck , S. –. BJ Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme. – –. . Begrifflichkeiten: Die Bedeutung des Wortes «Feme» bzw. «Veme» konnte bislang nicht restlos 

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme aufgeklärt werden. Dies dürfte auch schwer fallen, denn der Gebrauch des Wortes seit dem . Jh. (erste urkundliche Erwähnung des Wortes «vimenoth»  und «veme» im Jahr ) weist darauf hin, dass über die Semantik bereits in dieser Zeit kein einhelliges Urteil bestanden hat. Der Begriff ndet sich in Rechtstexten und in lyrischen Werken, in Ableitungen und Zusammensetzungen (z. B. «wimenote» bzw. «vimenote») sowie in lat. Übertragungen («salizator» in der Bedeutung von «salicatores» [= Männer der Weide]). Er wurde gebraucht im Sinne von «Strafe», «Urteil», einer besonderen Form der königlichen Gerichtsbarkeit und Entsprechung der königlichen Reichsacht sowie von «Dinggenossen», bestehend aus Mitgliedern einer Gerichts- oder Landfriedenseinung. Unter anderem der Begriff «wimenote» und die personale Zusammensetzung der Gerichte gaben in der Vergangenheit Anlass dazu, Femegerichte als genossenschaftliche Zusammenschlüsse von freien Bauern zu begreifen, vielleicht in Konkurrenz bzw. in Abgrenzung zu den westfälischen Gogerichten, vor denen Auseinandersetzungen im nachbarschaftlichen Zusammenleben behandelt wurden.  wird in einer Urkunde zum ersten Mal der Begriff «stilledinck» im Sinne von «Stillgericht» auf die Femegerichte bezogen. Im . Jh. erlebt dieser Begriff unter den Kaisern Ludwig dem Bayern (–) und Karl IV. (–) Konjunktur, wird aber bereits im . Jh. kaum noch gebraucht. Eine ursprüngliche Verwendung in der Bedeutung von «heimliches Gericht» habe nach Lindner (, S. ) dem Wort nicht innegewohnt, sondern es sei in sprachlicher Abgrenzung zu den Gogerichten (zu denen «cum gladio et clamore» geladen wurde) gewählt worden. Die Zusammensetzung «hemeliken gerichte» tritt in einer Urkunde aus dem Jahr  zum ersten Mal in Erscheinung, um im Anschluss daran recht bald zur geläu gen Bezeichnung für Femegerichte zu werden. In dieser Zeit wird mit den «heimlichen Gerichten» unzweifelhaft auch auf die Heimlichkeit ihrer Verfahren und Rechtssätze Bezug genommen. Der Verrat der «Geheimnisse» der Femegerichte wurde mit harten Körperstrafen geahndet. Daher trugen die schriftlichen Rechtstexte zur Feme gelegentlich den Hinweis, dass sie von keinen anderem als von Freischöffen gelesen werden dürften. . Merkmale und Entwicklung der Femegerichte: Nach Absetzung Herzog Heinrichs des Löwen 

. Hälfte . Jh.

 und der darauf folgenden Belehnung des Kölner Erzbischofs mit Teilen des ehemaligen Herrschaftsgebiets Heinrichs als Herzog von Westfalen und Engern blieb die königliche Gerichtsbarkeit in Westfalen bei den Grafengerichten und ging nicht an den neuen geistlichen Lehnsherrn über. Aufgrund dieser rechtlichen Sonderstellung werden diese Gerichte «Freigerichte» genannt (jedoch war nicht jedes Freigericht ein Femegericht, auch wenn beide Begriffe in der Forschungsliteratur häu g gleichgesetzt werden). Daraus leiteten die Gerichtsherren eine Befugnis ab, ihre Gerichtsherrschaft in königlicher Stellvertretung auszuüben. Anfänglich behandelten die Femegerichte handhafte Taten (Diebstahl, Raub, Mord, unrechtmäßige Fehde) und Meineid; als einzig mögliche Strafe erwartete die Verurteilten Tod durch Erhängen. Allerdings berichten die Quellen nur von wenigen tatsächlich vollzogenen Exekutionen, zu denen allein die Freischöffen befugt waren. Später erweiterte sich der Katalog an verhandelten Verbrechen; es kommen u. a. Ehr-, Geld- und Vermögenssachen hinzu. Herren der Freigerichte waren die Stuhlherren; ihre Herrschaften schlossen meistens mehrere Freistühle ein, die sie u. a. zur Erhebung der Königsbuße von  Schillingen befugten. (Die Einnahmen aus den Femegerichten selbst wurden unter dem Stuhlherrn, dem Freigrafen und den Stuhlfreien bzw. Freischöffen geteilt.) Ursprünglich dürften die Stuhlherren dem Gericht (Freiding) selbst vorgesessen haben, später, ab dem . Jh., gaben sie ihren Vorsitz und damit das Richteramt an Stellvertreter (Freigrafen) weiter («vrigreve», zuerst ; «comes liberorum», zuerst ; «vrigrascaph», zuerst ). Bei deren Investitur wurden ihnen Schwert und Strick als Zeichen ihrer richterlichen Amtsgewalt übergeben. Während das Schwert ein verbreitetes richterliches Symbol darstellte, wurde der Strick aufgrund der durch die Gerichte verhängten Strafe (Tod durch Erhängen) verliehen. Freigrafen, die am eigenen Gericht nicht miturteilten (an anderen jedoch schon), konnten Ministeriale oder Knappen, also Dienstleute des Gerichtsherrn, oder auch Bürger werden. Das Urteil selbst fanden mindestens sieben Freischöffen, die zur ordentlichen Besetzung eines Femegerichts zählten. Freischöffen kamen ursprünglich aus der Gruppe der «Freien» der Freigrafschaft (Stuhlfreien). Diese waren dem Stuhlherrn zu unterschiedlichen Diensten verp ichtet (z. B. Leistung eines Grundzinses); dazu gehörte auch das 

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

«Besitzen» des Gerichts, sie waren Mitwirkende und Zeugen der Freigerichte. Freischöffen mussten ehelich geboren sein, einen guten Leumund besitzen und eine bestimmte Summe Geldes an die Gerichtsherrschaft zahlen, um das Amt eines Freischöffen ausüben zu dürfen. Wenn sie den Freischöffeneid geleistet und eine Unterweisung durch den Freigrafen empfangen hatten, wurden sie in den Kreis der sog. «Wissenden» aufgenommen. Seit dem . Jh. vergrößerte sich dieser Kreis durch die Aufnahme von Königen, Fürsten, Ratsherren und anderer Personen nicht westfälischer Herkunft. Freischöffen waren allein oder auch gemeinsam mit den Stuhlfreien (die älteren Quellenbelege sind hier nicht eindeutig) im «offenen ding» (im ungebotenen Ding) oder in «stillen» Sitzungen (im gebotenen Ding) an einer meist örtlich gebundenen Gerichtsstätte (Freistuhl) mit der Urteils ndung beauftragt; wenn ein Freischöffe selbst angeklagt worden war, sollten nur Freischöffen mit der Urteils ndung betraut sein. Es gab zwar feste bzw. wiederholt besuchte Dingstätten der Freigerichte, doch das Gericht versammelte sich darüber hinaus auch an von den teilnehmenden Parteien vorgeschlagenen Orten. Im Laufe des . Jh. bildete sich unter den ursprünglich gleichberechtigten Freistühlen eine Hierarchie heraus: Spätestens seit  wird Arnsberg «oberster Freistuhl» («Oberveymgericht zu Arnsberg») in den Quellen genannt. Vor den Freigerichten durften nur ernannte Freischöffen Klage erheben. Sie und die anderen Gerichtsgenossen hatten die P icht, alle ihnen zu Gehör gekommenen Straftaten dem Gericht anzuzeigen (zu «rügen»). Diese P icht weist Parallelen zu den älteren, bereits im Frankenreich bekannten Rügegerichten auf. Ein außen stehender Kläger musste daher zuerst dem Freigrafen sein Gesuch vortragen und dieser entschied, ob die Klage vor den Freistuhl kam. Der Beklagte besaß die Möglichkeit, ein Verfahren vor einem Femegericht abzuwenden: Entweder gelang es ihm, den König als obersten Gerichtsherrn über die Freigerichte zu überzeugen, die Klage vor sein Gericht zu ziehen, oder der Beklagte versprach mit Bürgschaft von mehreren Freischöffen, dem Kläger vor einem anderen Gericht Antwort zu stehen. Auf Grundlage des westfälischen Landfriedens von  wurden die Freigerichte auch in die Wahrung des Landfriedens eingebunden; weitere Landfriedensgebote von ,  und  bestätigten diese Funktion. Seit diesen Geboten griffen 

einige Freigerichte nach und nach auch über die Grenzen Westfalens hinaus (eine Aufstellung der Freigrafschaften und Freistühle bei Lindner , S. –), im Laufe der Zeit beanspruchten etwa  Freistühle Kompetenzen außerhalb der westfälischen Grenzen (bis in die Niederlande, nach Lothringen, ins Elsass, in die Schweiz, nach Tirol, Böhmen einschließlich Schlesien, Preußen und Livland). Sie richteten, wie es  erstmals schriftlich belegt ist, nach «westfälischem Recht». Dieser weite Ein ussraum sollte bis zum . Jh. mit Erfolg ausgebaut werden: Fürsten, Geistliche, Bürger, Juden u. a. mehr wurden geladen; Geistliche, Frauen und Kinder waren jedoch ausgenommen. Außerhalb Westfalens war es mindestens drei Freischöffen erlaubt, in einem sog. Notgericht zur Urteils ndung und Vollstreckung zu kommen. Im Laufe des . Jh. gelang es den Erzbischöfen von Köln als Herzöge von Westfalen Herren aller in ihrem Herzogtum be ndlichen Freistühle zu werden und die Freigrafen zu investieren (seit  durch königliches Gebot). Erzbischof Dietrich II. (–) wurde von Kaiser Sigismund (–), der selbst Freischöffe war, als Statthalter aller Freistühle (also auch jener außerhalb Westfalens) eingesetzt; dieser besaß nun das Recht, alle Freigrafen des Reiches einzusetzen und zu versammeln (spätestens seit , vielleicht schon ). Er war gewillt, die Verfahren der Gerichte einheitlich zu gestalten, und berief zu diesem Zweck  die ersten Kapitel in Soest und Dortmund; weitere sollten ab  mit weitgehend festem Veranstaltungsort und alljährlich im westfälischen Arnsberg folgen. Obwohl zur Versammlung alle Freigrafen geladen wurden, erschienen nur bis zu  Personen, in Ausnahmen bis zu . Darüber hinaus traten zu besonderen Anlässen noch kleinere Kapitel zusammen. Aufgrund zunehmender Beschwerden über die Femegerichte ( schlossen sich u. a. sächsische Städte gegen die Ein ussnahme der Femegerichte zusammen,  zwanzig süddt. Städte,  die Städte der brandenburgischen Altmark,  die Städte der brandenburgischen Mittelmark,  Bündnis aus süd- und westdt. Fürsten und Städten gegen die Femegerichte,  Fürstenbündnis, bestehend u. a. aus den Bischöfen von Hildesheim und Paderborn, gegen die Femegerichte) gab Kaiser Sigismund dem Kölner Erzbischof den Befehl, ein Kapitel einzuberufen, um die Ursachen der Klagen abzustellen. Das Ergebnis, die Arnsberger Reformation von , wurde Sigismund 

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme zur Bestätigung überreicht, doch sein Tod im Dezember desselben Jahres könnte eine Rati zierung verhindert haben. Kaiser Friedrich III. (–) nahm jedenfalls diese Bewegung auf und gab den Verfahren der Freigerichte eine feste und übergreifende königliche Grundlage in seinem  erlassenen Landfrieden («Frankfurter Reformation» oder «Reformation König Friedrichs III.»), den er durch weitere Privilegien ergänzte (.., ..). Friedrichs Reformation war «das erste wirkliche Reichsgesetz über die Vemegerichte» (Lindner , S. ). Dort wird die Arnsberger Reformation als gültige Rechtsgrundlage anerkannt. Als es  mit der Ernennung des Grafen Gerhard II. von Sayn-Hachenburg-Homburg zum Statthalter der Freigerichte (er amtierte bis ) zwischen Kaiser Friedrich III. und dem gewählten Erzbischof von Köln, Pfalzgraf Ruprecht (–), zum Streit gekommen war, wurde die Arnsberger Reformation durch den Kaiser erneut verkündet und abermals als Rechtsgrundlage der Freigerichte bestätigt. Allerdings war der Kaiser daran interessiert, ihren Ein uss einzugrenzen, sodass schließlich die Freigrafen den Kaiser und dessen Gefolgsleute vorluden. Setzt man diese Entwicklung in Verbindung mit den Verhandlungen auf dem Nürnberger Reichstag unter König Albrecht II. (/) im Oktober , die u. a. die Beschränkung der Freistühle und ihrer Gerichtsbezirke sowie die Absetzung ungehorsamer Freigrafen zum Gegenstand hatten, begann also bereits nach Sigismunds Tod eine kritische Auseinandersetzung seitens der Könige mit den Femegerichten. In der zweiten Hälfte des . Jh. schränkte Kaiser → Maximilian I. (–) mit dem Ewigen Landfrieden und der Einrichtung des Reichskammergerichts () die Befugnisse der Femegerichte ein. Allerdings wurden die Femegerichte durch Maximilian nicht förmlich aufgehoben; dies geschah erst später und nicht mit jedem Femegericht. Bis in die Mitte des . Jh. lassen sich noch Verfahren außerhalb Westfalens nachweisen. In Westfalen selbst bestanden einige Freigerichte bis ins frühe . Jh. (letzte Verhandlung in Dortmund , Aufhebung des Freigerichts in Altena ), sie hatten aber ihre ein ussreiche Funktion bereits eingebüßt. . Rechtsquellen der Feme: Die Tätigkeit der Femegerichte schlug sich in zahlreichen Urkunden, 

. Hälfte . Jh.

Rechtsweisungen, Korrespondenzen und Ladungen nieder, die zum Teil bis ins . Jh. zurückreichen. Die ältesten Zeugnisse mit Berichten zu bevorstehenden oder abgehaltenen Femeprozessen gehen auf die Jahre ,  und  zurück. Rechtsgewohnheiten und verfahrensrechtliche Bestimmungen werden erst in der Überlieferung des . und . Jh. greifbar, beginnend mit den Ruprechtschen Fragen von . Mit den ersten Kapiteln in Dortmund und Soest und der daran anschließenden Arnsberger Reformation ießen die Informationen reicher. Es besteht seitdem offensichtlich das Bedürfnis, die Tätigkeiten der Femegerichte und ihre rechtlichen Grundlagen schriftlich festzuhalten, Urteile und Rechtsbelehrungen zu sammeln und mit relevanten anderen Texten in Verbindung zu setzen. Mit dem Verlust der Bedeutung der Femegerichte ging auch die Schriftlichkeit über sie zurück; eines der letzten Rechtsbücher dieser Zeit zur Feme dürfte die  anonym verfasste Schrift Der Hailigen Haimlichen Echt, Freigraven und Schöpffen Westphälischen Gerichts-Ordnung und Statuten gewesen sein. Immer noch grundlegend für die Geschichte der Feme und ihrer Rechtsquellen ist die umfangreiche Arbeit von Theodor Lindner (zuerst ). Ihm lagen  Handschriften und mehrere ältere Drucke vor, aus denen er folgende Texte extrahierte: . Ruprechtsche Fragen (). Dabei handelt es sich um ein Protokoll, das auf königlichen Befehl erstellt wurde und mit dem ein Frage- und Antwortkatalog von einigen Freigrafen festgehalten wird. . Zwölf Artikel des Freigrafenkapitels von Soest und Dortmund (; darin: über die Erhebung und Zulassung von Freischöffen, Verfahren der Ladung, P icht zum Anlegen von Registern über Kläger, Ladungen von Freischöffen etc., Verfemung). . Arnsberger Reformation von . . Frankfurter Reformation Friedrichs III. von . . Wie man einen Schöffen vorladen und schelten mag (ohne Datierung). . Wie man Gericht hegen soll (zwischen  und ?). . Wie man Freischöffen machen soll (modi zierte Auszüge aus dem Sachsenspiegel [→ Eike von Repgow]). . Wie man einen Schöffen wieder in sein Recht setzen soll (erste Hälfte . Jh.?). . Formula zur Hegung eines offenen Freidings und das Wirken des Freibanns (erste Hälfte . Jh.?). . Rechtsweisung über Verfahren gegen angeklagte Freischöffen und Stuhlherrenverzeichnis (. Jh., ursprünglich wohl obd., ins Niederdeutsche übertragen und mit Ergänzungen versehen; ist als Anhang 

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

bzw. integrativer Bestandteil fast aller Handschriften der Ruprechtschen Fragen überliefert worden). . Zwei «Rechtsbücher Wigands». Dabei handelt es sich um zwei Arnsberger Handschriften zur Feme aus dem . Jh., die Wigand () herausgab und die schon am Ende des . Jh. als verschollen galten. . Großes Rechtsbuch zur Feme (ca. ). . → Coesfelder Rechtsbuch (nach ). . Kölner Rechtsbuch (auch: Hahnsches Rechtsbuch, vor ). . Nördlinger Rechtsbuch (), auch «Codex legum et consuetudinum judicii Westphalici summae sedis Tremoniensis» genannt. . Informatio ex speculo Saxonum (–). . Frankfurter Fragen zur Feme (nach ). . → Süddeutsche Rechtsaufzeichnungen (–). . Dortmunder Rechtsbelehrung («Wer einen scheffen heischen will […]»), entstanden zwischen  und . . Reformation Graf Gerhards von Sayn (). . Kapitelbeschlüsse aus der Zeit um . . Bericht an die Stadt Bremen (, darin: abwertendes Urteil über Freigrafen). . Legendärer Ursprung der Femegerichte: Nach einer seit dem . Jh. greifbaren Legende gingen die Wurzeln der Femegerichte auf Kaiser Karl den Großen (–) zurück. Dieser und die ihm nachfolgenden Kaiser und Könige hätten geschworen, die Rechte der Feme zu achten und zu schützen. Die Formel, wonach der König «Mehrer des Reiches» sei, wurde von den Mitgliedern der Freigerichte dahingehend interpretiert, dass die Könige auch in der P icht ständen, den Ein uss der heimlichen Gerichte zu mehren. Dies und anderes mehr müsse das Reichsoberhaupt bei seiner Krönung bestätigen. Im Nördlinger Rechtsbuch von  heißt es, der «Erbfreigraf von Dortmund» nehme dem König bei seiner Krönung in Aachen einen diesbezüglichen Eid ab. Dort befänden sich Gerüchten zufolge Goldbullen Kaiser Karls, in denen er die Privilegien der heimlichen Gerichte festgehalten habe (nach Heinrich von Seldenhorn). Das «westfälische Recht» gründe der Legende nach auf dem Sachsenspiegel; in einer Rechtsweisung von  heißt es, Karl habe den Sachsen «af daz heymlich gericht und af all werntlich gericht und recht gegebin» (Lindner , S. ). Diese Ansicht wird zum ersten Mal bei Heinrich von Herford zur Zeit Kaiser Karls IV. greifbar und später weiter ausformuliert: Papst Leo habe mit Blick auf die widerspenstigen Sachsen Karl den Rat gegeben, die Feme einzurichten, um das Christentum in seinen eroberten sächsischen Gebieten zu 

beschirmen und Frieden zu wahren. Andere Varianten der Legende berichten vom Heiligen Geist, der Karl dazu bewog, die heimlichen Gerichte ins Leben zu rufen. . Nachwirkung der ma. Feme: In der populären Literatur wurden die «heimlichen Gerichte» seit dem . Jh. zum Teil mythologisiert und legendär. Hierzu zählen Werke von Johann Wolfgang Goethe (Götz von Berlichingen, ), Justus Möser (Patriotische Phantasien, –), Nikolaus Kindlinger (Münstersche Beyträge zur Geschichte Deutschlands, hauptsächlich Westfalens, –), Heinrich von Kleist (Käthchen von Heilbronn, ), Karl Leberecht Immermann (Münchhausen, /), Ferdinand Freiligrath und Levin Schücking (Das malerische und romantische Westphalen, ) sowie Friedrich Hebbel (Agnes Bernauer, ). Von  an brachte man den Begriff «Feme», ausgehend von den «Femetribunalen», in Verbindung mit menschenverachtenden Handlungen und sog. «Feme-Morden» (politische Morde in einem Akt geheimer Selbstjustiz). Seit dem Ende der Weimarer Republik fand der Begriff «Fememord» in der öffentlichen Polemik zum Teil auch über den Zusammenbruch des nationalsozialistischen Reiches hinaus noch Anwendung. A: Volumen rerum Germanicarum novum […]. Hg. v. Johann Philipp Datt. Ulm , S.  (Arnsberger Reformation). – Melchior Goldast (Hg.): Melchiors von Haiminsfeld, genant Goldast, etc. […] Copeylicher Begriff verschiedener Reichs-Satzungen und anderer des Heil. Römischen Reichs Keyser, König, Churfürsten und Gemeiner Stände Constitutionen, Ordnungen, Rescript- und Außschreiben auff den gehaltenen Reichs-Tägen und Keyserlichen Höffen statuirt und außgangen [...]. Bd. . Frankfurt/M. , S.  (Arnsberger Reformation). – Johann Joachim Müller (Hg.): Des Heil. Römischen Reichs Teutscher Nation ReichsTags Theatrum […]. Erster Theil. Jena , S.  (Arnsberger Reformation). – Johann Christian Lünig (Hg.): Spicilegium Seculare Des Teutschen Reichs-Archivs, Worinn Viel merckwürdige Bündnisse, Reichs- und Friedens-Schlüsse [...] und andere Diplomata enthalten […]. Bd. . Leipzig , S.  (Arnsberger Reformation). – Simon Friedrich Hahn (Hg.): Collectio monumentorum veterum et recentium ineditorum ad codicum dem restitutorum, selectiorum et rariorum […]. Bd. . Braunschweig  

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme (Alte westfälische Gerichtsordnung, Rechtsweisung über Verfahren gegen angeklagte Freischöffen und Stuhlherrenverz., Arnsberger Reformation, Formula zur Hegung eines offenen Freidings und das Wirken des Freibanns, Wie man einen Schöffen wieder in sein Recht setzen soll, Wie man einen Schöffen vorladen und schelten mag, Wie man Gericht hegen soll, Wie man Freischöffen machen soll). – Gottfried Mascov: Notitia iuris et iudiciorum Brunsvico-Luneburgicorum. Göttingen , Anhang (Großes Rechtsbuch zur Feme). – J. Ch. Lünig: Neue und vollständigere Sammlung der Reichs-Abschiede, Welche von den Zeiten Kayser Conrads des II. bis jetzo auf den Teutschen ReichsTägen abgefasset worden [...]. Tl. . Frankfurt/M. , S.  (Rechtsweisung über Verfahren gegen angeklagte Freischöffen und Stuhlherrenverz.), S.  (Arnsberger Reformation), S.  (Reformation König Friedrichs III.). – Heinrich Christian von Senckenberg (Hg.): Corporis iuris Germanici publici ac privati ex aevo medio [...]. Tom. I, pars II. Frankfurt/M. , S.  (Arnsberger Reformation); tom. II (), S.  (Nördlinger Rechtsbuch), S.  (Wie man einen Schöffen vorladen und schelten mag), S. – (Wie man Gericht hegen soll). – Marquard Freher/Johann Heinrich David Göbel: De secretis iudiciis olim in Westphalia aliisque Germaniae partibus usitatis, postea abolitis […]. Regensburg , S.  (Arnsberger Reformation). – H. Ch. von Senckenberg (Hg.): Epistola de iudiciis Westphalicis. Regenburg . – Vollständige Sammlung der die Verfassung des hohen Erzstiftes Köln betreffenden Stücke [...], aus gnädigstem Befehl Ihro Churfürstlichen Gnaden zu Cöln, Maximilian Friedrich, zusammengetragen [...]. Bd. . Köln , S.  (Arnsberger Reformation). – Justus Friedrich August Lodtmann (Hg.): Acta Osnabrugensia oder Beyträge zu den Rechten und Geschichten von Westfalen, insonderheit vom Hochstifte Osnabrück. Bd. . Osnabrück . – Theodor Berck (Hg.): Gesch. der Westphälischen Femgerichte, nebst einem Rückblick auf die Vorzeit Westphalens, besonders auf das vormalige Justizwesen und den criminalrechtlichen Zustand überhaupt […]. Ein Beitr. zur Gesch. der dt. Reichs- und Justiz-Verfassung in den mittleren Zeiten vor, unter und nach Carl dem Grossen, mit mehreren Urkunden.  Abt. Bremen / . – Arnold Mallinckrodt (Bearb.): Einige Urkunden aus dem Arch. von Dortmund, als Beyträge zur Kunde der westfälischen Frey- und Vehmgerichte. In: Neuestes Magazin der Geographie, 

. Hälfte . Jh.

Gesch., Statistik, überhaupt der genauern Kunde Westfalens gewidmet  () S.  ff.,  ff. – Carl Wilhelm Grote (Bearb.): Reformacie (Koesfelder Codex). In: Hist.-geographisch-statistischliterarisches Jb. für Westfalen und dem Niederrhein  () S. – (Arnsberger Reformation, Coesfelder Rechtsbuch, Formula zur Hegung eines offenen Freidings und das Wirken des Freibanns, Wie man einen Schöffen wieder in sein Recht setzen soll). – Josef Niesert (Bearb.): Beitr. zu einem Münsterschen Urkundenbuche, aus vaterländischen Archiven gesammelt. Bd. . Münster , Nr.  (Protokoll des Arnsberger Kapitels von ). – Paul Wigand: Das Femgericht Westphalens. Nach den Quellen dargestellt und durch Urkunden erläutert. Ein Beitr. zur dt. Staats- und Rechtsgesch. Hamm  (Halle ; Nachdr. der . Au . Aalen ; zwei Rechtsbücher, Arnsberger Hss., Wie man einen Schöffen vorladen und schelten mag, Wie man Gericht hegen soll, Wie man Freischöffen machen soll). – J. Niesert: Münstersche Urkundensammlung.  Bde. Koesfeld –, passim. – Friedrich Philipp Usener: Die Frei- und heimlichen Gerichte Westphalens. Beitr. zu deren Gesch. nach Urkunden aus dem Arch. der Freien Stadt Frankfurt. Frankfurt/M. , Nr.  und  (Arnsberger Reformation). – Johannes Voigt: Die westphälischen Femgerichte in Beziehung auf Preussen, aus den Quellen dargestellt und durch Urkunden erläutert. Königsberg . – Joseph Chmel (Bearb.): Regesta Chronologico-Diplomatica Friderici IV. Romanorum Regis (Imperatoris III.), nebst Auszügen aus Original-Urkunden, Manuscripten und Büchern. . Abt. Wien , Anhang, Nr.  (Reformation Friedrichs III.). – Die Stadt Halle dem Vemgericht . In: Neue Mitt. aus dem Gebiet hist.-antiquarischer Forschungen  () S. –. – Bernhard Sökeland: Urkundliche Beitr. zur Gesch. des Fehmgerichts. Aus dem Archive der Stadt Coesfeld mitgeteilt. In: Zs. für vaterländische Gesch. und Alterthumskunde  () S. –. – P. Wigand: Kaiser Ruprechts Fragen an die westphälischen Freigrafen über die Verfassung der Femgerichte. Nach einer Hs. des . Jh. In: Wetzlar’sche Beitr. für Gesch. und Rechtsalterthümer  () S. –. – Johann Suibert Seibertz (Bearb.): Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgesch. des Herzogtums Westfalen. Bd. . Arnsberg , S.  f. (Rechtsweisung über Verfahren gegen angeklagte Freischöffen und Stuhlherrenverz.), S.  (Arnsberger Reformation). – Carl 

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

Gustav Homeyer: Über die Informatio ex speculo Saxonum. In: Abh. der Kgl. Akad. der Wiss. in Berlin () S. – (Auszüge). – Bernhard Werneke: Die westfälischen Fehmgerichte. Kurz dargestellt und mit einer Auswahl erläuternder Urkunden versehen. Soest . – Ernst Günther Förstemann: Urkundliche Nachrichten über Verhandlungen westphälischer Fehmgerichte mit der Reichsstadt Nordhausen im funfzehnten Jh. In: Rechtsdenkmale aus Thüringen. Hg. v. Andreas Ludwig Jakob Michelsen. Jena , S. –. – Ferdinand Frensdorff (Hg.): Dortmunder Statuten und Urtheile. Halle/Saale , passim. – Heinrich Duncker: Krit. Besprechung der wichtigsten Quellen zur Gesch. der westfälischen Femgerichte. In: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., Germanistische Abt.  () S. –, hier S. – (Ruprechtsche Fragen). – Theodor Lindner: Die Veme. Münster/Paderborn  (, Nachdr. München u. a. , mit einer Einleitung von Wilhelm Janssen) S. – (Ruprechtsche Fragen), S. – (Wie man einen Schöffen vorladen und schelten mag), S. – (Wie man Gericht hegen soll), S. – (Wie man Freischöffen machen soll), S.  f. (Wie man einen Schöffen wieder in sein Recht setzen soll), S. – (Frankfurter Fragen zur Feme), S. – (Süddt. Rechtsaufzeichnungen), S. – (Dortmunder Rechtsbelehrungen), S. – (Reformation Graf Gerhards von Sayn), S.  f. (Kapitelbeschlüsse, ca. ), S. – (Urkunden, Briefe, Ladungen, Instruktionen). – Adalbert Novaˇcek: Vemeschr. aus dem Egerer Arch. (Sb. der kgl.-böhmischen Gesellschaften der Wiss., Classe für Philosophie, Gesch. und Philologie, /). Prag . – Ludwig Tross (Hg.): Sammlung merkwürdiger Urkunden für die Gesch. des Femgerichts. Hamm  (u. a. Arnsberger Reformation, Großes Rechtsbuch). – Dt. Reichstagsakten. Ältere Reihe. Bd. . . Abt. Bearb. v. Hermann Herre. Hg. v. Ludwig Quidde. Stuttgart u. a. , S.  f. (Frankfurter Reformation). – Zur Gesch. des Vemgerichts zu Zerbst. Beitr. zur Rechtsgesch. Anhalts im . und . Jh. Nach den Urkunden und Akten des Stadtarch. zu Zerbst. Bearb. v. Richard Siebert. Zerbst . – Hermann Bücker (Hg.): Ein Buch zum Lobe Westfalens, des alten Sachsenlandes von Werner Rolevinck (–). Der Text der lat. Erstausg. vom Jahre  mit dt. Übersetzung. Münster  (; u. a. hier wird die Herkunft der Femegerichte auf Karl den Großen zurückgeführt 

und lebhaft geschildert). – Eberhard Fricke: Süderländische Vemeurkunden im Arch. der Herrschaft Pappenheim (bei Eichstätt im Altmühltal). In: Der Reidemeister / (/) S. –, –. L: Richard Schröder/Eberhard Frhr. von Künßberg: Lehrbuch der dt. Rechtsgesch. Berlin/Leipzig , S. –. – Hellmuth Rößler/Günther Franz: Sachwb. zur dt. Gesch. München , S.  f. – Richard Gimbel: Feme. In: HRG  () Sp. . – Ders.: Femgerichte. In: ebd., Sp. –. – Peter Johanek: Femerechtsbücher. In: VL  () Sp. –. – Karl Kroeschell: Feme. In: LexMA  () Sp. –. – Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd.  () S. –; Bd.  () Nr. , , ,  f., ,  f., –, , , , , . – Heiner Lück: Feme. In: Enzyklopädie der Neuzeit. Bd. . Hg. v. Friedrich Jaeger. Stuttgart/Weimar , Sp. –. – Ders.: Feme, Femgericht. In: HRG  () Sp. –. – Ders.: Freigericht. In: ebd., Sp.  f. – Dietmar Willoweit: Freigrafschaft. In: ebd., Sp. –. – H. Lück: Freischöffe. In: ebd., Sp. –. – Ders.: Freistuhl. In: ebd.  f. – Hist. Lex. Bayerns Online (Art. «Vemegerichtsbarkeit» vom .. und Art. «Fememorde» vom ..). – Carl Gerhard Wilhelm Lodtmann: De origine iudiciorum vemicorum. Helmstedt . – Justus Möser: Eine kurze Nachricht von den Westfälischen Freygerichten. In: Westphälische Beyträge zum Nutzen und Vergnügen () S. –. – Karl Hütter: Das Vehmgericht des MA nach seiner Entstehung, Einrichtung, Fortschritten und Untergang. Leipzig . – Carl Philipp Kopp: Über die Verfassung der heimlichen Gerichte in Westphalen. Vollendet und hg. v. Ulrich Friedrich Kopp. Göttingen  (Nachdr. Osnabrück ). – Paul Wigand: Das Femgericht Westfalens. In: Der Sprecher  () S. –, –. – Georg Heinrich Pertz: Zur Gesch. der Vemgerichte. In: Neues vaterländisches Arch. oder Beitr. zur allseitigen Kenntniss des Königreichs Hannover / () S. –. – Johann Suitbert Seibertz: Die Freistühle Westphalens. In: Arch. für Gesch. und Alterthumskunde Westphalens / () S. –. – P. Wigand: Zur Gesch. der Freien und der Freigrafenschaften in Westphalen. In: Arch. für Gesch. und Alterthumskunde Westphalens  () S. –. – Heinrich August Erhard: Die Wirksamkeit der Fehmgerichte in den Elbgegenden. In: Allgemeines Arch. 

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme für die Geschichtskunde des Preußischen Staates  () S. –. – Leopold von Ledebur: Die Freigrafschaften der Münsterschen Diöcese. In: Allgemeines Arch. für Geschichtskunde des Preußischen Staates  () S. –. – Jacob Dirks: De judiciis vemicis. Amsterdam . – Bernhard Thiersch: Vervemung des Herzogs Heinrich des Reichen von Baiern durch die heimliche Acht in Westphalen. Essen . – Ders.: Der Hauptstuhl des westphälischen Vemgerichts auf dem Königshofe vor Dortmund. Dortmund . – P. Wigand: Rechtsbelehrungen des Rathes zu Soest an den Rath und die Schöffen zu Siegen. In: Arch. für Gesch. und Alterthumskunde Westphalens  () S. –. – P. Wigand: Kritisches zur Gesch. der Femgerichte. In: Wetzlar’sche Beitr. für Gesch. und Rechtsalterthümer  () S. –. – B. Thiersch: Die Vemlinde bei Dortmund. Dortmund . – Ernest Geiß: Beitr. zur Gesch. der westphälischen Gerichte in Bayern. In: Oberbayerisches Arch. für vaterländische Gesch.  (/) S. –. – Ludwig Heffner: Zur Gesch. der Westphälischen Gerichte in Franken. In: Arch. des hist. Ver. von Unterfranken und Aschaffenburg  () S. –. – Franz Joseph Mone: Wirksamkeit der westfälischen Gerichte am Oberrhein. In: Zs. für die Gesch. des Oberrheins  () S. –. – J. S. Seibertz: Der Ober-Freistuhl zu Arnsberg. In: Zs. für vaterländische Gesch. und Alterthumskunde NF  () S. –. – Ernst Theodor Gaupp: Von Fehmgerichten mit besonderer Rücksicht auf Schlesien. Breslau . – Reinier W. Tadama: Geschiedenis van het veemgerigt van het latere Duitsche Rijks-kamergerigt, in hunne betrekking tot Nederland. Leiden . – Heinrich Geisberg: Die Fehme. Eine Unters. über Namen und Wesen des Gerichts. In: Zs. für vaterländische Gesch. und Altertumskunde (Westfalen) /  () S. –. – Joseph Heiserer: Beitr. zur Gesch. der westphälischen Gerichte in Bayern. In: Oberbayerisches Arch. für vaterländische Gesch.  (/) S. –. – J. S. Seibertz: Zur Topographie der Freigrafschaften. In: Zs. für vaterländische Gesch. und Alterthumskunde  () S. –;  () S. –;  () S. –;  () S. –;  () S. –;  () S. –;  () S. –. – Justinian P. Ladurner: Das Hereinragen des Fehmgerichtes in Tirol. Zugleich ein Beitr. zur Culturgesch. im . Jh. In: Arch. für Gesch. und Alterthumskunde Tirols  () S. –. – Ernst Mummen

. Hälfte . Jh.

hoff: Die Bedeutung des Wortes Veme. In: Monatsschr. für Rheinisch-westfälische Geschichtsforschung  () S. –. – Moritz Friedrich Esselen: Die westfälischen Frei- und Femgerichte. Schwerte . – Reinhold Brode: Freigrafschaft und Feme. Eine verfassungs- und rechtsgeschichtliche Studie. Halle . – Wilhelm Spancken: Zur Gesch. des Gaues Soratfeld und der Go- und Freigerichte im paderborner Lande. In: Zs. für vaterländische Gesch. und Altertumskunde (Westfalen) / () S. –. – Karl Bornhak: Die Veme. In: Preußische Jbb.  () S. –. – Lindner  (s. Ausg.) S. – (Verz. der Freigrafen). – Friedrich Philippi: Das westfälische Vemegericht und seine Stellung in der dt. Rechtsgesch. Stettin . – Friedrich Thudichum: Femgericht und Inquisition. Gießen . – Heinrich Finke: Vemegerichte und Inquisition? In: Hist. Jb.  () S. –. – Th. Lindner: Der angebliche Ursprung der Vemegerichte aus der Inquisition. Eine Antwort an Herrn Prof. Dr. Friedr. Thudichum. Paderborn . – Julius Reinhard Dieterich: Vemegerichtsurkunden aus Tirol. In: Mitt. aus dem Germ. Nationalmuseum () S. –. – Otto Weerth: Die Veme oder das Freigericht im Bereiche des Fürstentums Lippe. Detmold . – Friedrich Techen: Wismar und die Vemgerichte. In: Mecklenburgische Jbb.  () S. –. – Joseph Hörnes: Eingriffe der Vemgerichte in das Hochstift Wirzburg unter besonderer Berücksichtigung von Urkunden des Arch. der Stadt Wirzburg. Würzburg . – Meißner: Spuren der Veme in Altenburg. In: Mitt. der Geschichts- und Altertumsforschenden Ges. des Osterlandes  (–) S. –. – Emil Pauls: Ein Vehmgerichtliches Verfahren gegen die Stadt Düren aus Anlaß eines Hexenprozesses (–). In: Zs. des Aachener Geschichtsver.  () S. –. – Albert Michael Koeniger: Ein Vemegerichtsprozess der Stadt Lauingen. In: Jb. des Hist. Ver. Dillingen an der Donau  () S. –. – Ferdinand Herold: Gogerichte und Freigerichte in Westfalen, besonders im Münsterland. Heidelberg . – Joseph Kemper: Die Femgerichte. Regensburg . – August Meinighaus: Die Dortmunder Freistühle und ihre Freigrafen. Dortmund . – Maria Zingsheim: Der Ausgang der Veme. Düren . – A. Meinighaus: Der alte Freistuhl zu Dortmund. Dortmund . – Friedrich Heine: Die Beziehungen der Stadt Zerbst zu den westfälischen Vemgerichten. 

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

In: Mitt. des Ver. für Anhaltische Gesch. und Altertumskunde  () S. –. – Isidor Kracauer: Feme und Frankfurter Juden. In: Beitr. zur Gesch. der dt. Juden. FS Martin Philippsons. Leipzig , S. –. – Ludwig Schönach: Neue Beitr. zur Gesch. des Hereinlangens der Femgerichte nach Tirol. In: Forschungen und Mitt. zur Gesch. Tirols und Voralbergs  () S. –. – A. Meinighaus: Freigrafenamt und Freigrafenlehen. In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. . – Otto Schnettler: Die Veme. Entstehung, Entwicklung und Untergang der Freiund heimlichen Gerichte Westfalens. Münster  (). – Eugen Schneider: Kampfgericht und Feme in Alt-Württemberg und benachbarten Reichsstädten. In: Literarische Beilage des Staatsanz. für Württemberg , S.  ff. – Ferdinand Schmidt: Die letzte Feme. In: Die Heimat (Dortmund)  () S. –. – Albrecht Stenger: Die Vemgerichte an den Freistühlen in Mengede und Bodelschwingh. In: Heimat-Kalender für den Landkreis Dortmund  () S. –. – Karl von Amira: Das Femgerichtsbild des Soester Stadtarchivs. Leipzig . – Otto Schnettler: Vemefragen. In: FS zur . Versammlung dt. Bibliothekare in Dortmund. Hg. v. Erich Schulz. Leipzig , S. –. – Richter:  amtliche Fememorde. Wie zu Eberts Zeiten das Vaterland gerettet wurde. Amnestieverräter heute, Fememordkommandeure damals. Berlin . – Franz Hüls: Die Veme und einiges über ihr Auftreten in der Herrlichkeit Lembeck. In: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck  () S. –. – A. Meinighaus: Das Dortmunder Freigrafenkapitel am Freistuhl zum Spiegel im Jahre . In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. –. – Anton Voß: Vemgerichte im Bereiche des ehemaligen Hochstiftes Paderborn. In: Heimatborn (Paderborn)  () S.  f. – Karl Pagel: Die Feme des dt. MA. Leipzig . – O. Schnettler: Der Reichsgedanke in der Feme. In: Auf roter Erde. Beitr. zur Gesch. des Münsterlandes und der Nachbargebiete  (/) S. –. – Agnes Maria Siedler: Gesch. des Niederganges der Westfälischen Feme und seine Ursachen. Teildruck: Besondere Mängel in Verfassung und Verfahren der Westfälischen Feme als Ursache ihres Niederganges. Münster . – Gerhard Francke: Das Oberlausitzer Femgericht. Dresden . – Albrecht Stenger: Die Veme. In: Jb. des Ver. für Westfälische 

Kirchengesch. / (/) S. –. – Richard Borgmann: Die Frei- und Vemgerichte im Bewußtsein der Westfalen. In: Der westfälische Erzieher  () S. –. – Ders.: Die dt. Freigrafschaften, Freiämter, Freivogteien und Freigerichte außerhalb Westfalens. Eine Zusammenstellung und ein Vergleich. In: Bll. für dt. Landesgesch.  () S. –, –. – Irene Gasse: Frankfurts Kampf gegen die Veme nach Urkunden aus dem Stadtarch. In: DA  () S. –. – O. Schnettler: Von der Grafschaft Arnsberg zum Oberfreistuhl der Veme. In: Arnsberg.  Jahre Stadt. FS zur . Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte. Bearb. v. Ferdinand Menne. Arnsberg , S. –. – Carl Wilhelm Scherer: Die westfälischen Femgerichte und die Eidgenossenschaft. Aarau . – Willi Wachter: Cord von Langens Kampf mit Osnabrück und Dortmund um das Recht. Ein Beitr. zum Faustrecht und Femewesen des . Jh. In: Mitt. des Ver. für Gesch. und Landeskunde von Osnabrück  () S. –. – R. Borgmann: Freie Bauern, Freigut und Freigericht. Zur Rechtsgesch. der freien Bauern Westfalens im MA. In: Aus westfälischer Geschichte. Festgabe für Anton Eitel. Hg. v. Heinrich Börsting. Münster , S. –. – Albert K. Hömberg: Grafschaft, Freigrafschaft, Gografschaft. Münster . – Robert Folz: Le souvenir et la légende de Charlemagne dans l’empire germanique médiéval. Paris  (Nachdr. ) S. –. – A. K. Hömberg: Gesch. der Comitate des Werler Grafenhauses. In: Westfälische Zs.  () S. –. – Ders.: Die Entstehung der westfälischen Freigrafschaften als Problem der ma. Verfassungsgesch. In: Westfälische Zs. / () S. –. – Heinrich Dannenbauer: Freigrafschaft und Freigericht. In: Das Problem der Freiheit in der dt. und schweizerischen Gesch. (Vorträge und Forschungen ). Lindau u. a. , S. –. – Wilhelm Engel: Mainfranken und die westfälischen Femegerichte im . Jh. In: Die Mainlande  () S.  f. – A. K. Hömberg: Die Veme in ihrer zeitlichen und räumlichen Entwicklung. In: Der Raum Westfalen. Bd. , . Tl. Hg. v. Hermann Aubin/Franz Petri. Berlin , S. –. – Ludwig Veit: Nürnberg und die Feme. Der Kampf einer Reichsstadt gegen den Jurisdiktionsanspruch der westfälischen Gerichte (Nürnberger Forschungen ). Nürnberg . – Luise von Winterfeld: Die Veme. Der Dortmunder Freistuhl. In: Der Märker  () 

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme S.  f. – Anton Hagemann: Die Stände der Sachsen. Mit besonderer Berücksichtigung Westfalens. In: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., Germanistische Abt.  () S. –. – Engelhart von Weichs: Ein Veme-Kollektivurteil des Freistuhls zu Assinghausen gegen die Stadt Kamen. In: Westfälische Zs.  () S. –. – Emil Julius Gumbel: Vom Fememord zur Reichskanzlei. Heidelberg . – Walter Schlesinger: Bemerkungen zum Problem der westfälischen Grafschaften und Freigrafschaften. In: Ders.: Beitr. zur dt. Verfassungsgesch. des MA. Bd. . Göttingen , S. –. – Bernhard Siepe: Ein Vemerichter aus Borken [Bernhard Düker]. In: Unsere Heimat (Borken) () S. –. – H. Schneider: Ein Beitr. zur Gesch. der Veme, insbesondere im Raume Plettenberg. In: Der Märker  () S.  f. – Georg Droege: Landrecht und Lehrecht im hohen MA. Bonn , S. –. – Großer Hist. Weltatlas. Hg. vom Bayerischen Schulbuchverlag. Bd. . München , Karte b. – Johanna Naendrup-Reimann: Karl IV. und die westfälischen Femegerichte. In: Bll. für dt. Landesgesch.  () S. –. – Karl-Friedrich Krieger: Die Lehnshoheit der dt. Könige im SpätMA (ca. –) (Unters. zur dt. Staats- und RechtsGesch. NF ). Aalen , passim. – Hermann Müller: Die Grafen von Sayn aus dem Hause Sponheim. In: Sayn – Ort und Fürstenhaus. Hg. v. Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. BendorfSayn . – Diethard Aschoff: Die Feme und die Juden. In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. –. – Dieter Stievermann: Freigut, Freigrafschaft und Territorialbildung im Grenzbereich der Grafschaften Arnsberg und Mark am Oberlauf der Hönne. In: ebd.  () S. –. – Ludwig Zobel: Das VemeGericht zu Freienhagen, zu dem die Stadt Naumburg Schöffen stellen mußte. In: Jb. Arbeitskreis Heimatgesch. Naumburg (/) S. –. – Brigitte Lymant: Beschreibung Westfalens aus dem Jahre . Die Schedelsche Weltchron. verbindet Westfalen mit den Vemegerichten. In: Heimatbll. der Glocke  () S. . – Wilhelm Hanisch: Anm. zu neueren Ansichten über die Feme. In: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., Germanistische Abt.  () S. –. – Johanna A. Kossmann-Putto: Het Westfaalse veemgerecht en de Noordelijke Nederlanden (veertiendevifftiende eeuw). In: Bijdragen en mededelingen betreffende de geschiedenis der Nederlanden  

. Hälfte . Jh.

() S. –. – Friedrich Battenberg: Die Reichsacht und Anleite im SpätMA. Ein Beitr. zur Gesch. der höchsten kgl. Gerichtsbarkeit im Alten Reich, besonders im . und . Jh. Köln/Wien . – Wilhelm Janssen: A. K. Hömbergs Deutung von Ursprung und Entwicklung der Veme in Westfalen. In: Der Raum Westfalen. Bd. /. Hg. v. Franz Petri/Hermann Aubin. Münster , S. –. – Werner Schäfer: Agnes Bernauer und ihre Zeit. München . – Kurt Sontheimer: Die politische Kultur der Weimarer Republik. In: Die Weimarer Repbulik –. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Hg. v. Karl Dietrich Bracher u. a. Bonn , S. –. – Richard Gimbel: Die Reichsstadt Frankfurt am Main unter dem Ein uß der Westfälischen Gerichtsbarkeit (Feme). Frankfurt/M. . – Horst Nusser: Konservative Wehrverbände in Bayern, Preußen und Österreich –. Mit einer Biogr. von Forstrat Georg Escherich –.  Bde. München . – Irmela Nagel: Fememorde und Fememordprozesse in der Weimarer Republik (Kölner hist. Abh. ). Köln u. a. . – Hans Rustemeyer: Schwert und Strick. Koblenz . – Volker Trugenberger: Württemberg und die Feme. In: Aus südwestdt. Gesch. FS für Hans-Martin Mauser. Hg. v. W. Schmierer u. a. Stuttgart , S. –. – Johann Peter Wurm: Veme, Landfriede und westfälische Herzogswürde in der . Hälfte des . Jh. In: Westfälische Zs.  () S. –. – Albrecht Eckhardt: Wildeshausen . Die Katastrophe einer Stadt. Ein westfälisches Vemegerichtsurteil und seine Folgen. In: Arch. für Diplomatik  () S. –. – Wolfgang Klopmeier: Gesch. der Freigrafschaft Züschen. In: Kunde und Urkunde eines Dorfes.  Jahre Züschen. Hg. v. Walter Preis. Züschen , S.  ff. – J. A. Kossmann-Putto: Het heimelijk gerecht. Het Westfaalse veemgerecht en de noordelijke Nederlanden in de late middeleeuwen. Hilversum . – W. Klopmeier: Gogericht und Freigrafschaft Medebach. In: Gesch. von Stadt und Amt Medebach (Hochsauerland). Hg. v. Harm Klueting. Münster , S. –. – H. Lück: Die Zurückdrängung der kgl. und kirchlichen Gerichtsbarkeit in Kursachsen während des . und . Jh. In: Gesch. der Zentraljustiz in Mitteleuropa. FS Bernhard Diestelkamp. Hg. v. F. Battenberg/Filippo Ranieri. Weimar u. a. , S. –. – Ders.: Mythos und Realität. Klassische Themen der dt. Rechtsgesch. in Immermanns «Münchhausen». In: Epigonentum 

. Hälfte . Jh.

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme

und Originalität. Immermann und seine Zeit – Immermann und die Folgen. Hg. v. Peter Hasubek. Frankfurt/M. u. a. , S. –. – Klaus Baake: Der Imhoff-Prozeß. Die freie Reichsstadt Nürnberg gegen die westfälischen Femegerichte (Hist. Forschungen ). Rheinfelden . – Bernhard Diestelkamp: Einung thüringisch-sächsischer Städte () im Kampf gegen die Veme. In: Recht, Idee, Geschichte. Beitr. zur Rechts- und Ideengesch. für Rolf Lieberwirth anläßlich seines . Geburtstages. Hg. v. H. Lück/Bernd Schildt. Köln , S. –. – Ulrike Claudia Hofmann: «Verräter verfallen der Feme!» Fememorde in Bayern in den zwanziger Jahren. Köln . – Heinz Holzhauer: Die westfälischen Femegerichte. In: Ders.: Beitr. zur Rechtsgesch. Hg. v. Stefan Ch. Saar/Andreas Roth. Berlin , S. –. – B. Diestelkamp: Das Kgl. Hofgericht unter Karl IV., Wenzel und Ruprecht und die Veme. In: Rechtsgesch. und Interdisziplinarität. FS Clausdieter Schott. Hg. v. Marcel Senn/Claudio Soliva. Bern u. a. , S. –. – Klaus H. Lauterbach: Sendgericht, Missat und Feme im Werk des sog. «Oberrheinischen Revolutionärs». Mit einem Anhang über den «Todfall» als Abgabe zum Loskauf Gefangener. In: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., Germanistische Abt.  () S. –. – Wilhelm Feldhaus: Ein Vemebrief des Gemener Freigrafen Hermann Tüshues (Herme˛ tuschues). In: Gemener Geschichte(n). Eine Slg. von über  Aufsätzen, die in den letzten  Jahren zur Gesch. Gemens veröffentlicht worden sind. Bearb. v. Albert Storcks. Borken-Gemen , S. –. – Peter Kempf: Adolf von Schlebusch im «heiligen Veme-Gericht». Das Siegel des Wipperfürther Bürgermeisters  in Lüdenscheid. In: Rheinisch-Bergischer Kalender  () S. –. – Bernhard Sauer: Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik. Berlin . – Adalbert Busl: Das Westfälische Gericht in Nordbayern. In: Oberpfälzer Heimat  () S. –. – Ute Monika Schwob: Spuren der Femgerichtsbarkeit im spätma. Tirol (SchlernSchr. ). Innsbruck . Literatur von Eberhard Fricke: Zur Gesch. des Freigerichts und der Veme in Lüdenscheid. In: Der Reidemeister  () S. –. – : Streit zwischen der süderländischen Vemegerichtsbarkeit und dem Reichskammergericht. In: Der Märker  () S.  f. – Die Frei- und Vemegerichte in ihrer räumlichen Beziehung zur westfälischen 

Stadt. Zugleich ein Beitr. zum Standortproblem bei dem Lüdenscheider Freigericht. In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. –. – Neue Forschungen zur Feme. In: Der Reidemeister  () S. –;  ()  f. – Die Valberter Veme. In: Meinhardus  () S. –. – Das Limburger Vemeverfahren gegen den Herzog von Geldern (). In: Heimatbll. für Hohenlimburg und Umgebung  () S. –. – Weitere Forschungen zur Veme im Süderland. In: Der Reidemeister  () S. –. – Zur Gesch. des Frei- und Vemegerichts Neustadt. Ein Rechtsstreit aus dem Jahre . In: Zs. des Bergischen Geschichtsver.  (/) S. –. – Rötger von Neuhof, gt. dey Duve, als Schöffe der «heiligen» Veme. In: Der Reidemeister / () S. –, . – Eine Vemeladung des Lüdenscheider Freigrafen auf der Tagesordnung des Reichstags zu Frankfurt (). In: ebd. / () S. –. – Herzog Adolf I. von Jülich und Berg (–) als Stuhlherr der süderländischen Frei- und Vemegerichte Lüdenscheid und Halver (Kierspe und Hülscheid). In: Zs. des Bergischen Geschichtsver.  (/) S. –. – Die Veme im Süderland. Ein Beitr. zur Gesch. des ma. Gerichtswesens, vornehmlich der früheren Kreise Altena und Lüdenscheid. Altena . – Verurteilung der Stadt Zerbst durch das Frei- und Vemegericht Valbert (um ). In: Meinhardus  () S. –. – Die Verurteilung des Herzogs Heinrich von Bayern-Landshut durch das Frei- und Vemegericht Limburg (). In: Heimatbll. für Hohenlimburg  () S. –, –. – Eine Lagebestimmung für den Freistuhl zu Lüdenscheid (mit gleichzeitigen Hinweisen auf die Verhandlungsorte der anderen süderländischen Frei- und Vemegerichte). In: Der Märker  () S. –. – Zur . Wiederkehr des Tages der spektakulärsten Vemeverhandlung im Süderland. Eine Rückbesinnung auf das Motiv für das Wappen der Stadt Halver. In: ebd.  () S. –. – Die Veme. Eine Einrichtung Westfalens mit gesamtdt. Ausstrahlung. In: Damals  () S. –. – Valberts Bedeutung für die Veme in Südwestfalen. In: Meinerzhagen (Märkischer Kreis). Beitr. zur Heimat- und Landeskunde () S.  f. – Die Beziehungen der Städte Ulm, Würzburg und Wertheim zu dem Frei- und Vemegericht (Berg-) Neustadt. In: Zs. des Bergischen Geschichtsver.  (/) S. –. – Die Ausstrahlung des Freistuhls zu Lüdenscheid in den Südosten des Rei

Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme ches. Beziehungen der süderländischen Vemegerichtsbarkeit nach Riedenburg, Passau und Salzburg. In: Der Reidemeister  () S. –, –. – Die Beziehungen der Städte Heilbronn, Rottweil, Kaufbeuren zu dem Frei- und Vemegericht (Berg-)Neustadt. In: Zs. des Bergischen Geschichtsver.  () S. –. – Hinweise auf die westfälische Frei- und Vemegerichtsbarkeit in der politischen und privaten Korrespondenz des Herzogs Adolf I. von Jülich und Berg (–) mit dem Herzogshaus Bayern-München. In: Oberbayerisches Arch. / () S. –. – Neue Forschungen zur Gesch. der Veme in Lüdenscheid und im Süderland. In: Der Reidemeister  () S. –. – Die westfälische Veme, dargestellt am Beispiel des Freistuhls zu Lüdenscheid. Die Gesch. einer spätma. Einrichtung in der Grafschaft Mark mit gesamtdt. Ausstrahlung. Altena . – Neue Forschungsergebnisse zur Gesch. der Freiund Vemegerichtsbarkeit im Raum MeinerzhagenValbert. In: Meinhardus  () S. –. – Erinnerung an Geheimjustiz? Westfälische Veme – geheimnisvoll, aber nicht illegal. In: Jb. Westfalen  () S. –. – Über die Veme. Gedanken und Perspektiven nach  Jahrzehnten Forschung. In: Der Reidemeister  () S. –. – Die Beziehungen der freien Reichsstadt Nördlingen zu den Frei- und Vemegerichten Lüdenscheid und Valbert (/ und /). In: ebd.  () S. –. – Die Belehnung Evert von Spedinghausens mit der süderländischen Freigrafschaft im Jahre : ein Musterdokument aus der Spätzeit der westfälischen Veme. In: Der Märker  () S. –. – Die Beziehungen der freien Reichsstadt Nördlingen zu den Frei- und Vemegerichten Lüdenscheid und Valbert (/ und /). In: Der Reidemeister  () S. –. – Die Veme. Eine Einrichtung Westfalens mit gesamtdt. Ausstrahlung. In: Die Schwarzburg  () S. –. – Zur Frage des Vemegerichtsplatzes in Valbert (Meinerzhagen). Neue Forschungsergebnisse. In: Der Märker  () S. –. – Die Beziehungen der freien Reichsstadt Nördlingen zu dem Frei- und Vemegericht Valbert (/). In: Meinhardus  () –. – Freistühle und Veme (Feme). In: Vergessene Zeiten. MA im Ruhrgebiet. Kat. zur Ausstellung im Ruhrlandmuseum Essen. . September  bis . Januar . Hg. v. Ferdinand Seibt u. a. Bd. . Essen , S. –. – Friedrich mit dem steifen Bein als Kläger und andere Ereignisse am Freigericht. Neues zur Gesch. 

. Hälfte . Jh.

der Veme im Süderland. In: Der Reidemeister /  () S. –, –. – Der Freistuhl zu Kierspe. Über die Bedeutung der Vemerechtsprechung im Namen von Kaiser und Reich. In: Knierspe. Beitr. zur Heimat- und Landeskunde () S. –. – «An den fryen stoll nede(n) vor deme dorpe vor sun(n)te Nicolaese». Zum Standort des Frei- und Vemegerichts Valbert. In: Meinhardus  () S. –. – Die Veme in Kierspe: war sie nur geheimnisvoll oder ein unaufklärbares Geheimnis? In: Kierspe. Beitr. zur Heimat- und Landeskunde () S. –. – Verfolgt, verachtet, vervemt. Die Veme im Vest, Land und Amt Gummersbach-Neustadt. Die Gesch. der Freigerichte (Berg-)Neustadt und Gummersbach in der Grafschaft Mark oder: Ein Stimmungsbild der oberbergischen Heimat mit ihrer vemerechtlichen Ausstrahlung in die Städte, Herrschaften und Territorien des Heiligen Römischen Reiches im späten MA. Köln . – Die Veme im Süderland. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus langjähriger Forschung. In: Der Reidemeister / () S. –. – : Ein Verfahren gegen die Reichsstadt Nördlingen am Freistuhl vor der Pforte zu (Berg-)Neustadt. In: Zs. des Bergischen Geschichtsver.  (/) S. –. – Das Freigrafenamt nach Erlöschen der Veme im Süderland. In: Der Märker  () S. –. – Die westfälische Veme und die Juden in der Stadt Erfurt. Ein Beitr. zur spätma. Gesch. der Stadt Erfurt mit einem Exkurs auf die Besteuerung der Juden durch das Reich sowie mit Hinweisen auf die Wirksamkeit der Veme in den Territorien des heutigen Landes Thüringen. In: Mitt. des Ver. für Gesch. und Altertumskunde von Erfurt  () S. –. – Die westfälische Veme im Bild. Gesch., Verbreitung und Ein uss der westfälischen Vemegerichtsbarkeit. Münster . – Die westfälische Veme im Bild.  Bde. Münster . – Die Freigrafschaft im Süderland. Regesten – (Altenaer Beitr. ). Altena . – Die Veme. Ihre Bedeutung für das Hl. Reich, Westfalen, das Süderland und Lüdenscheid (mit einem Exkurs über das Nachleben bis in die Gegenwart). In: Der Reidemeister  () S. –. – Friedrich mit dem steifen Bein, Siegburg und die Veme. Aspekte einer Lebensgesch. im späten MA. In: Heimatbll. des Rhein-Siegkreises  () S. –. – Vier in eine Erfurter Dokumentation eingefügte Grundsatzbeschlüsse der westfälischen Veme zur 

. Hälfte . Jh. Stellung der Juden. Zugleich ein Ber. über Chancen für nützliche Forschungen zur westfälischen Freigerichtsbarkeit in den neuen Bundesländern. In: Der Märker  () S. –. – Die Feme. Ein Beitr. zur Rezeptionsgesch. mit neuen Anm. zur Gesch. der spätmittelalter- und frühneuzeitlichen Frei- und Veme-Gerichtsbarkeit. In: Westfälische Zs.  () S. –. – Die Veme im Sauerland. Deutung und Bedeutung der Freigerichtsbarkeit im MA. In: Heimatbll. für Gesch. (Märkischer Kreis)  (). – Die Vemegerichtsbarkeit im kurkölnischen Herzogtum Westfalen. In: Das Herzogtum Westfalen. Bd. . Hg. v. H. Klueting. Münster , S. –. – Die Vemeprozesse im Herzogtum Westfalen. Eine Quellen- und Literaturübersicht. In: SüdWestfalen Arch.  () –. – Vemegerichte in der Freigrafschaft Plettenberg. Am Schwarzberg lag vermutlich der Platz des Freigerichts. In: Heimatbll. für Gesch. (Märkischer Kreis)  (). – Die westfälische Veme im Bild. Weitere Denkwürdigkeiten und Merkwürdigkeiten zur Gesch. der westfälischen Vemegerichtsbarkeit. Supplementband. Münster . MM Ruprechtsche Fragen → Rechtsbücher, Weistümer und Reformationen der Feme. Van lehengude unde dat to entfangende. – Lehnsrechtliche Abhandlung, spätestens erste Hälfte . Jh. V. l. u. d. t. e. ist anonym in einem Rechtsbuch der Stadt Göttingen überliefert. Spätestens in der ersten Hälfte des . Jh. verfasst, wird seine Entstehung von der Forschung aufgrund sprachlicher Indizien in der Altmark vermutet. Der nd. Text umfasst  Artikel zum Lehnrecht. Insbesondere diskutiert der Traktat die Lehensfähigkeit von Bürgern. Der Verfasser wendet sich dabei gegen die Lehensprivilegien des Adels und betont stattdessen die Gleichheit der Menschen. Nach seiner Auffassung können daher auch Bürger Lehen empfangen. Der Text bezieht sich auf die Bibel, den Sachsenspiegel (→ Eike von Repgow) – dessen Lehnrecht er widerspricht – und die Sachsenspiegelglosse. Eine weitere Anregung war möglicherweise die Bescheidenheit des → Freidank: Die Forschung hat argumentative Parallelen zwischen V. l. u. d. t. e. und dem älteren Werk festgestellt. Ü: Gotha, Forschungsbibl., cod. Memb. I , r–v (Perg., ). – Vgl. Cornelia 

Ruprechtsche Fragen Hopf: Die abendländischen Hss. der Forschungsund LB Gotha. Bestandsverz. . Großformatige Pergamenthss. Memb. I. Gotha , S. . – www.handschriftencensus.de/. L: Heinrich Niewöhner, VL  () Sp. . MM Kule, Hinrik (Hinricus, Heinrich). – Lüneburger, Stadtschreiber, Notar, Theologe, frühestens . K. stammte vielleicht aus Lübeck, wo er zeitweise Notar des Domkapitels war. Von  bis spätestens  war er Stadtschreiber von Lüneburg;  wurde er Pfarrer an der dortigen Johanniskirche, deren Patronat der Stadtrat im selben Jahr erworben hatte. In diesem Amt ist K. noch  nachgewiesen. Ab  war er zudem Kanoniker an der Hamburger Marienkirche. Während K.s Zeit als Stadtschreiber entstanden zahlreiche offizielle Aufzeichnungen, die sich im Lüneburger Stadtarchiv erhalten haben. Von besonderer Bedeutung ist der  angelegte Donatus (AB ). Das Stadtbuch bietet u. a. die wohl älteste Fassung des Lüneburger Stadtrechts sowie Eidesformeln und Innungsregeln. K. selbst wird ein darin enthaltener, historischer Bericht zugeschrieben. Der schmucklose nd. Text schildert die Vorgänge um die Ursulanacht vom ./... Im Zuge des Lüneburger Erbfolgestreits elen damals die Truppen von Herzog Magnus II. (–) in die Stadt ein, wurden aber von den örtlichen Bürgern besiegt. Der Bericht nennt auch die Namen zahlreicher Gefallener und beschreibt die ihnen gewidmeten Gedenkrituale. Eine Rezeption des Berichts ist nicht bekannt. Weitere Berichte K.s nden sich in einem städtischen Rechnungsbuch (AB b) und einem Ratsbuch (AB ). Dort schildert K. jeweils Verhandlungen zur Eindämmung der städtischen Verschuldung. In K.s Amtszeit wurde zwischen  und  auch ein Sateregister erstellt (AB /a). Das Kopiar enthält neben Urkunden auch Abschriften von Briefen und Formularen. K. verantwortete weiterhin das Memorialbuch von , in dem Ratsverordnungen gesammelt sind (AB ), sowie zwei Privilegienbücher von  (AB /). Darin ist u. a. eine Abschrift der Chronik des Nikolaus → Floreke überliefert, die als eine der frühesten dt. Chronikabschriften gilt. K. wird verschiedentlich auch die anonyme → Lüneburger Chronik bis  zugeschrieben. Ü: Stadtbuch Donatus mit dem hist. Ber. zu : Lüneburg, Stadtarch., AB , 

Vener r (Perg.,  angelegt, Ber. wohl um – eingetragen). – Zu weiteren Hss. aus K.s Amtszeit als Stadtschreiber vgl. Thurich . – Ziegeler . – Droste  (alle s. Lit.). – www.stadtarchiv-lueneburg. ndbuch.net/. A: Urkundenbuch der Stadt Lüneburg. Bd. . Hg. vom Hist. Ver. für Niedersachsen. Bearb. v. Wilhelm F. Volger. Hannover , S. – (Nr. ). – Die Chron. der dt. Städte vom . bis ins . Jh. : Die Chron. der niedersächsischer Städte: Lüneburg. Hg. v. Wilhelm Reinecke. Stuttgart  (Nachdr. Göttingen ) S. –, . L: Uta Reinhardt, VL  () Sp.  f. – Reinecke  (s. Ausg.). – Eckart Thurich: Die Gesch. des Lüneburger Stadtrechts im MA. Lüneburg , S.  f. – Hans-Joachim Ziegeler: Der Löwe hinter Gittern. Lit. in Lüneburg um . In: Literarische Interessenbildung im MA. DFG-Symposium . Hg. v. Joachim Heinzle. Stuttgart , S. –, hier S.  f. (wieder in: H.-J. Ziegeler: Orte der Lit. Schr. zur Kulturgesch. des späten MA und der Frühen Neuzeit. Hg. v. Gerald Kapfhammer. Köln u. a. , S. –). – Heiko Droste: Schreiben über Lüneburg. Wandel von Funktion und Gebrauchssituation der Lüneburger Historiographie ( bis ). Hannover , S. –, –, – u. ö. – H. Droste: Zu zeitgenössischem Gebrauch und Wirkung von Stadtchroniken. Das Beispiel Lüneburg. In: Niedersächsisches Jb. für Landesgesch.  () S. –, hier S.  f. MM Vener, Job, * um  Straßburg, † .. Speyer. – Jurist, Rat, Diplomat, Autor, Übersetzer. Der Sohn des Offizials Reinbold V. († ) gehörte zur Straßburger Linie eines ursprünglich aus Schwäbisch Gmünd stammenden Geschlechts. Zudem war V. mit Reinbold Slecht verwandt, mit dem er auch korrespondierte. Bereits  in Speyer bepfründet, studierte V. ab  in Paris und ab  in Heidelberg die Artes.  wechselte er nach Bologna, wo er Lizentiate im kanonischen () und weltlichen () Recht erwarb. Er war dort Kommilitone des späteren Trierer Erzbischofs Raban von Helmstatt († ). Er und V. standen ab  im Dienst des neuen römisch-dt. Königs Ruprecht († ): Raban als Kanzler und V. als Rat. V. gilt als einer der ersten gelehrten Juristen in 

. Hälfte . Jh. Deutschland, die trotz bürgerlicher Herkunft eine solche Position erlangten. Ab  war V. auch Protonotar, ehe er  in Bologna zum Doktor beider Rechte promoviert wurde. Ab  erscheint er zudem als Speyerer Offizial, ab  als Beisitzer am königlichen Hofgericht. Noch bis  Ruprechts Kanzlei angehörend, war V. nach dem Tod des Königs als Jurist und Diplomat für Pfalzgraf Ludwig III. († ) und Bischof Raban tätig. Daneben hatte V., der nur die niederen Weihen empfangen hatte, Kanonikate in Straßburg und Speyer inne. In Heidelberg gehörte er der Juristischen Fakultät an, lehrte aber nicht. Dort war er auch mit dem Theologen → Matthäus von Krakau befreundet.  nahm V. als pfalzgrä icher Kommissar an Ketzerprozessen teil.  war er Gutachter im Bacharacher Zollstreit. Bei den Konzilen von Konstanz und Basel wirkte er im Sinne der Reichs- und Kirchenreform. Zuletzt ist V.  mit einem Schiedsspruch nachgewiesen. Die von V. hinterlassenen, meist lat. Werke sind von seiner juristischen und diplomatischen Arbeit geprägt, zeigen aber zugleich seine reformerische Gesinnung und ein starkes Interesse an kirchlichen und geistlichen Themen. So kommentierte V. nicht nur die → Goldene Bulle, sondern auch die Hohelied-Predigten → Bernhards von Clairvaux. Im Zusammenhang mit dem Konzil von Konstanz verfasste er mehrere Denkschriften zur Kirchenund Reichsreform. So befürwortete er in einem Avisamentum von  eine administrative Aufwertung gelehrter Juristen gegenüber den Fürsten sowie Reformen der Papst- und Kardinalswahlen. In einer anderen Abhandlung beschäftigte er sich mit Ablässen und anderen Privilegien, die im MA Kreuzfahrern gewährt wurden. Unsicher ist V.s Verfasserschaft des Traktats Compendium de vicio proprietatis, der meist → Heinrich von Langenstein zugeschrieben wird. Der Text wendet sich gegen den Besitz von privatem Eigentum in Klöstern. Das Werk erfuhr auch dt. Übersetzungen (→ Privatbesitz im Ordensleben). Daneben wirkte V. an mindestens zwei fremden Werken mit, die er juristisch überarbeitete: an der Abhandlung De praxi curiae Romanae (auch Squalores curiae Romanae, ) des Matthäus von Krakau und den Heidelberger Postillen () des Konrad → Koler von Soest. V. schuf auch eine Materialsammlung zu wichtigen Themen wie der Kirchenspaltung. Dazu stellte er Abhandlungen, Akten, Urkunden und 

. Hälfte . Jh. andere Dokumente zusammen, die er selbst exzerpierte, zusammenfasste und mit Bemerkungen versah. Eine niederalemannische Handschrift des . Jh. überliefert auch zwei dt. Texte V.s. Die erste Schrift ist eine  entstandene Übertragung der umfangreichen Abhandlung Vom Lob der neuen Ritterschaft des → Bernhard von Clairvaux. V.s Übersetzung gilt als weitgehend originalgetreu und wird in den Kontext des zeitgenössischen Kampfs gegen die Hussiten eingeordnet. Im gleichen Zusammenhang steht V.s dt. Exhortacio quedam contra Hussitas (auch Ermahnung gegen die Hussiten, ), die im gleichen Kodex auf die Bernhard-Übertragung folgt. V. wählte hier nach eigenen Angaben die dt. Sprache, um auch Laien und Priester ohne Lateinkenntnisse erreichen zu können. Der Text verteidigt einerseits Errungenschaften der Kirche gegen die als Ketzer dargestellten Hussiten. Zugleich analysiert die Schrift kirchliche De zite, die das Aufkeimen der hussitischen Lehren aus V.s Sicht begünstigten. So wird etwa der schwache Zustand des Klerus als wichtiger Nährboden ketzerischer Lehren identi ziert. Diese kritische Re exion hebt die Exhortacio von anderer antihussitischer Propaganda ab und fügt sie zugleich in die Kontinuität von V.s anderen Reformschriften ein. V.s Werk beein usste die Fuchsfalle des → Jos von Pfullendorf. Ü: . Dt. Texte V.s: Wien, ÖNB, cod. , r–v (Bernhard-Übersetzung), r–v (Traktat gegen die Hussiten) (Pap., erste Hälfte . Jh., niederalemannisch). – Vgl. Hermann Menhardt: Verz. der altdt. literarischen Hss. der ÖNB. Bd. . Berlin , S.  f. . Zur Überl. von V.s lat. Werken vgl. u. a. Heimpel  (dort auch Schriftenverz.), Stump  und Johanek  (alle s. Lit.). A: . Dt. Bernhard-Übersetzung: Heimpel  (s. Lit.), hier Bd. , S. – (Nr. ). – . Dt. Ermahnung gegen die Hussiten: Heimpel  (s. Lit.), hier Bd. , S. – (Nr. ). – . Ausg. der lat. Werke V.s bei Heimpel , Bd.  (s. Lit.). – Das Advisamentum () ist auch abgedruckt in: Quellen zur Reichsreform im SpätMA. Hg. v. Lorenz Weinrich. Darmstadt , S.  f. L: Hermann Heimpel, LexMA  () Sp. . – Peter Johanek, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Joachim Leuschner: Zur Wahlpolitik im Jahre . In: DA  (/) S. –. – Peter Moraw: Beamtentum 

Vener und Rat König Ruprechts. In: Zs. für Gesch. des Oberrheins  [NF ] () S. –. – Ders.: Kanzlei und Kanzleipersonal König Ruprechts. In: Arch. für Diplomatik  () S. –, hier S. –. – H. Heimpel: Konrad von Soest und J. V., Verfasser und Bearbeiter der Heidelberger Postillen (Glossen) zu der Berufung des Konzils von Pisa. Zum Regierungsstil am Hofe König Ruprechts von der Pfalz. In: Westfalen. H. für Gesch., Kunst und Volkskunde  () S. –. – Ders.: Stud. zur Kirchen- und Reichsreform des . Jh. Bd. : Zu zwei Kirchenreform-Traktaten des beginnenden . Jh. [...]. Heidelberg , S. – u. ö. – Hartmut Boockmann: Zur Mentalität spätma. gelehrter Räte. In: Hist. Zs.  () S. – (wieder in: Ders.: Wege ins MA. Hist. Aufsätze. Hg. v. Dieter Neitzert u. a. München , S. –). – H. Heimpel: Die Vener von Gmünd und Straßburg –. Stud. und Texte zur Gesch. einer Familie sowie des gelehrten Beamtentums in der Zeit der abendländischen Kirchenspaltung und der Konzilien von Pisa, Konstanz und Basel.  Bde. Göttingen . – Christoph von Brandenstein: Urkundenwesen und Kanzlei, Rat und Regierungssystem des Pfälzer Kurfürsten Ludwig III. (–) (Veröff. des Max-Planck-Inst. für Gesch. ). Göttingen , S. –. – H. Heimpel: Eine unbekannte Schr. über die Kurfürsten auf dem Baseler Konzil. In: Institutionen, Kultur und Ges. im MA. FS Josef Fleckenstein. Hg. v. Lutz Fenske u. a. Sigmaringen , S. –. – Winfried Eberhardt: Konrad Koler von Soest, Konzilstheologe und königlicher Rat. In: Von Soest – aus Westfalen. Wege und Wirkung abgewanderter Westfalen im späten MA und in der frühen Neuzeit. Hg. v. Heinz-Dieter Heimann. Paderborn , S. –. – Klaus Graf: Die Vener, ein Gmünder Stadtgeschlecht. Zu Hermann Heimpels Monographie. In: Gmünder Stud.  () S. –, hier S. –. – Philipp H. Stump: The Reforms of the Council of Constance (–). Leiden u. a. , S. –, –, –. – Claudia Märtl: Der Reformgedanke in den Reformschr. des . Jh. In: Reform von Kirche und Reich zur Zeit der Konzilien von Konstanz (–) und Basel (–). Hg. v. Ivan Hlavácek/Alexander Patschovsky. Konstanz , S. –. – Dagmar Drüll-Zimmermann: J. (V.) v. Straßburg. In: Dies.: Heidelberger Gelehrtenlex. –. Berlin u. a. , S. –. – Birgit Studt: Reformverbände und Reformzirkel 

Bulach in der politischen Kommunikation von Kirche und Reich im SpätMA. In: Zentrum und Netzwerk. Kirchliche Kommunikationen und Raumstrukturen im MA. Hg. v. Gisela Drossbach/HansJoachim Schmidt. Berlin , S. –. MM Bergrecht von Hartberg (Steiermark). – Aufzeichnung von Weinbergrecht, . Jh. Eine österreichische Handschrift des . Jh. überliefert ein Pergrecht Pey Der Stat Zu Hartperg. Eine Untersuchung des Textes fehlt bislang. In der Region Hartberg sind Weingärten seit dem . Jh. belegt. Hartberg selbst war im . Jh. noch in herzoglichem Besitz. Es handelt sich bei dem Text also möglicherweise um das B. an einem landesfürstlichen Weingut. Ü: New York, The Morgan Library, MS B.,  Bll. (Pap., Österreich, . Jh., mhd.). – Vgl. www.handschriftencensus.de/. L: Anton Mell: Das Steirische Weinbergrecht und dessen Kodi kation im Jahre . Wien u. a.  (allg. Unters. zum B. der Steiermark). – Fritz Posch: Gesch. des Verwaltungsbezirkes Hartberg /. Graz , S.  u. ö. – John H. Plummer u. a.: Medieval and Renaissance Manuscripts. In: Twenty-First Report to the Fellows of the Pierpont Morgan Library –. Hg. v. Charles Ryskamp. New York , S. –, hier S. . MM Albert von Erfurt. – Verfasser eines Weintraktats, . Jh. (?). In einer Breslauer Handschrift des . Jh. ndet sich eine mitteldt. Abhandlung mit dem lat. Titel Proprietates et virtutes vini. Der Text lobt den Branntwein als Heilmittel gegen allerlei Gebrechen. Die Forschung hat das Werk mit zeitgenössischen dt. Bearbeitungen des Traktats De virtutibus aquae vitae (um ) von → Taddeo Alderotti verglichen. Proprietates et virtutes vini gilt als durchaus eigenständig. In der Handschrift wird die Abhandlung A. zugeschrieben, der dort auch als «kluger Meister» bezeichnet wird. Der Verfasser ist jedoch bis heute nicht identi ziert. Ein «Albertus de Ertfordia» studierte in Basel Rechtswissenschaften und erlangte  seinen Abschluss als Bakkalaureus. Es kann sich jedoch auch um eine zufällige Namensgleichheit handeln. Ü: Breslau, UB, cod. I F , v (Pap., . Jh., meißnisch-ostmitteldt.). – Vgl. auch http://www.handschriftencensus.de/. 

. Hälfte . Jh. A: Rudolf Kaiser: Dt. und lat. Texte des . und . Jh. über die Heilwirkungen des Weingeistes. Diss. Leipzig , S.  f. L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp. . – Karl Sudhoff: Thaddäus Florentinus (Taddeo Alderotti) über den Weingeist. In: Arch. für die Gesch. der Medizin  () S. –. – Hans G. Wackernagel: Die Matrikel der Univ. Basel. Bd. : –. Basel , S. . – Gundolf Keil: Der dt. Branntweintraktat des MA. Texte und Quellenunters. In: Centaurus  (/) S. –, hier S. , . – Wolfgang Wegner: A. v. E. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin , S.  f. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , . MM Bulach, Hans (?), von Rottweil. – Verfasser eines Kirschweinrezepts, . Jh. Die Autorangabe zum Rezept im Textzeugen liefert nur den Familien- und Herkunftsnamen. Die Identifkation B.s mit dem in Rottweil ,  und  bezeugten Johann der B. bzw. H. B. (Eis [s. Lit.]) muss daher Spekulation bleiben, zumal es sich hier durchaus auch um zwei Personen handeln könnte. Dass der beurkundete Johann der B. kein Mediziner oder Apotheker, sondern Jurist war, schränkt seine potenzielle Autorschaft hingegen nicht ein, da für das Rezept spezi sche Fachkenntnisse keine Voraussetzung sind. Ü: Karlsruhe, LB, Cod. Donaueschingen , rv (Pap., um , osthochalemannisch). Überschrift: «Kirßwin ze machen secundum B˚ulach in Rottweil». – Vgl. zur Hs. zuletzt: Ute Obhof: Ein Haus- und Arzneibuch des . Jh. («Buch vom Menschen, Tier und Garten») aus der Bibl. des Sammlers Joseph von Laßberg. Der Cod. Donaueschingen  der Badischen LB Karlsruhe. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen / (/) S. –. A: Eis (s. Lit.) S.  (S. ). L: Rainer Rudolf, VL  () Sp. . – Gerhard Eis: Zu H. B. v. R. In: Medizinische Monatsschr.  () S.  f. (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –). VZ 

. Hälfte . Jh. Erhard von Tepl. – Verfasser (?) von lat.-dt. Vokabularien, frühes . Jh. E. ist der Schreiber einer Handschrift mit einem lat. Vokabular, mehreren lat.-dt. Vokabularien, einer lat./dt. Synonymliste sowie einigen lat. Rätselsprüchen auf dem letzten Blatt. Ob E. auch als (Teil-)Verfasser der Wörterbücher gelten kann, lässt sich nicht sicher entscheiden. Laut Explicit des Vocabularius latinus dictus Lucianus war er Vikar in Broˇ y Brod [?]). Dass E. zuda (Böhmisch Brod/Cesk´ dem einer Lehrtätigkeit nachging, ist angesichts des Inhalts seines Codex wahrscheinlich. Ü: Prag, Nationalbibl. (Národní knihovny) Cod. V.E.,  Bll. (Pap., –, lat./dt.). Schreibernennungen: «per manus dom. Erhardi protunc vicarii in Broda» (v); «per manus Erhardi de Tepla» (v und r). – Vgl. zur Hs.: Josef Truhláˇr: Catalogus codicum manu scriptorum latinorum qui in C. R. Bibliotheca publica atque Universitatis Pragensis asservantur. Pars prior: Codices –. Prag , S. . – Walther Dolch: Kat. der dt. Hss. der k. k. öff. und UB zu Prag. Tl. : Die Hss. bis etwa z. J. . Prag , S.  f. L: Johann Kelle: Zur Räthsellit. – Mhd. Vocabulare. In: Serapeum  () S. –. – Rudolf Wolkan: Böhmens Antheil an der dt. Litteratur des XVI. Jh. Bd. : Gesch. der dt. Litteratur in Boehmen bis zum Ausgange des XVI. Jh. Prag , S. . – Gerhard Eis: Die sudetendt. Lit. des MA. In: Ostdt. Wiss.  () S. – (wieder in: Ders.: Kleine Schr. zur altdt. weltlichen Dichtung [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –, hier S. ). VZ Frenswegener Vokabular. – Lat.-nd. Vokabular, spätestens um –. Das F. V. wurde nach heutiger Kenntnis um – aufgezeichnet. Die Originalhandschrift des lat.-nd. Glossars ist erhalten. Entstehungsort war das Kloster der Augustiner-Chorherren im niedersächsischen Frenswegen. Danach verbreitete sich das F. V. im ostndl., westnd. und niederrheinischen Raum. Insgesamt werden dem Typus des F. V. heute neun weitere Handschriften zugerechnet. Das F. V. ist alphabetisch geordnet und enthält auch seltene Wörter. Eine umfassende Untersuchung von Inhalt und Quellen fehlt. Die Forschung hat bisher vor allem den → Vocabularius Brevilogus als Grundlage des F. V. erwogen. Allerdings 

Erhard von Tepl bietet das F. V. mehr dt. Glossen und weniger Erläuterungen. Auch die Handschriftengruppe D der Grammatik des Huguccio († ) wird als Einuss auf das F. V. vermutet, da u. a. die Stockholmer und Stuttgarter Handschriften des F. V.-Typus entsprechende Parallelen aufweisen. Ü: Cuyk, Kreuzherrenkloster St. Agatha, cod. C ,  Bll. (Perg. und Pap., um –). – Zum gleichen Vokabularientypus werden gezählt: Mainz, StB, Hs. I , – (um –). – Düsseldorf, ULB, Ms. F , r–v (Perg. und Pap., . Jh.). – Stockholm, Reichsarch., cod. E  (früher Skoklostersamlingen, Avd. I Fol. ), – (Pap., erste Hälfte . Jh.). – Stuttgart, LB, cod. HB VIII , ra–ra (Pap., –). – Ebd., cod. HB VIII , r–v (Pap., –). – Düsseldorf, ULB, Ms. F ,  Bll. (Pap., spätes . Jh.). – Mainz, StB, Hs. I  und I  f. Vgl. u. a. Piet van Sterkenburg: Van Woordenlijst tot Woordenboek. Inleiding tot de Geschiedenis van Woordenboeken van het Nederlands. Leiden , S. . – Eickmans  (s. Lit.). – Irene Stahl: Die Hss. der Klosterbibl. Frenswegen. Wiesbaden , S.  (Nr. ). – www.handschriftencensus. de/werke/. A: Liljebäck  (s. Lit.; Teilausg.). – Vermeeren  (s. Lit.; Teilausg.). L: Klaus Grubmüller, VL  () Sp. . – Erik N. Liljebäck: Aus einem lat.-nd. Vokabular. Beitr. zur mnd. Wortkunde. Lund , S. –. – Petrus J. H. Vermeeren: De Bibliotheca Neerlandica Manuscripta van Willem de Vreese. Utrecht , S. –. – Bernhard Nonte: Unters. über die Hss. des Augustiner-ChorherrenStiftes Frenswegen bei Nordhorn. In: Westfälische Forschungen  () S. –. – Heinz Eickmans: Gerard van der Schueren: Teuthonista. Lexikographische und hist.-wortgeographische Unters. Köln/Wien , S.  f. – Robert Peters: Lat.mnd. Glossarienkorpus. Vorstellung eines Projekts. In: Nd. Wort  () S. –. MM Lehre vom Haushaben. – Gruppe dt. Bearbeitungen eines lat. Lehrbriefs, ab spätestens . Die L. v. H. beruht auf der Lehrepistel De cura et modo rei familiaris (auch Epistola de cura rei familiaris, Epistola de gubernatione rei familiaris, Epistola ad Raimundum). Die frühere Zuschreibung des lat. Textes an → Bernhard von Clairvaux gilt heute als falsch. Als möglicher Verfasser wird vielmehr 

Lehre vom Haushaben Bernardus Silvestris (. Jh.) vermutet. Die nur wenige Druckseiten umfassende Schrift ist an einen Mailänder Ritter namens Raimundus gerichtet, der in manchen dt. Fassungen als Bernhards Neffe identi ziert wird. Inhaltlich bietet die Epistel zunächst eine Vorrede mit Nennung von Autor und Adressaten sowie mit einer kurzen Inhaltsangabe. Der Hauptteil des Werks enthält vor allem an den Hausvater gerichtete Empfehlungen zur Haushaltsführung im erweiterten Sinne. Behandelt werden einerseits unmittelbar die Familie und das eigene Haus betreffende Themen, etwa Hausbau, Gesinde und Viehhaltung. Daneben geht die Epistel u. a. auch auf kaufmännische und juristische Angelegenheiten ein, etwa Erbschaftsfragen. Die Epistel weist auch eine ethisch-moralische Dimension auf, die sich in Ermahnungen zu einem christlichen und sparsamen Lebenswandel manifestiert. Die Epistel war bis ins . Jh. in Handschriften und Drucken verbreitet. Neben englischen, französischen, italienischen, spanischen und anderen Übertragungen entstanden auch dt. und ndl. Übersetzungen. Die meisten dt. Fassungen werden auf den obd. Raum zurückgeführt, breiteten sich im . Jh. aber auch in nd. und mitteldt. Regionen aus. Häu g handelt es sich um – meist anonyme – Prosabearbeitungen, doch sind auch zwei Versfassungen der L. v. H. bekannt. Die Forschung hat neun Grundübersetzungen mit teils mehreren Versionen herausgearbeitet, die sich in ihrer Originaltreue stark unterscheiden. Manche Texte enthalten ganze Zusatzabschnitte der jeweiligen Bearbeiter. Als besonders eng an die lat. Epistel angelehnt gilt Übersetzung A, die zugleich in der ältesten bekannten Handschrift (Wi, ) der L. v. H. vorliegt, der aber heute auch Handschrift P von um  zugerechnet wird. Als Bearbeiter ist von der Forschung der → Österreichische Bibelübersetzer erwogen worden. Einer zweiten Übersetzungsgruppe mit stark erweitertem Text werden die Versionen B, C, D und E zugeordnet, die u. a. zusätzliche Kommentare bieten. Die ab  überlieferte Version B wurde vom Bearbeiter um Angaben zu seiner Übersetzungsarbeit ergänzt. Version C ist schwäbisch geprägt und in vier Drucken ab um / sowie in mindestens einer Handschrift erhalten. Schwäbisch ist auch die in einer Handschrift von  überlieferte Version D, die merkspruchartige Verseinschübe aufweist. Die bislang nur in Handschrift B aus der Mitte des . Jh. nachgewiesene Version E wird vom ostfränkischen 

. Hälfte . Jh. Dialekt bestimmt. Nur diese Version teilt die L. v. H. in  Kapitel auf. In ihr wurden auch die umfangreichsten Ergänzungen nachgewiesen, darunter zusätzliche Merksprüche. Die Übersetzung F ist in zwei bairischen Handschriften aus der zweiten Hälfte des . Jh. überliefert. Als Bearbeiter identi ziert sich ein Melker Mönch namens Peter, der verschiedentlich mit Petrus von Rosenheim gleichgesetzt wird. Er fügte dem Text eine Reihe von Kommentaren hinzu. Weniger Zusätze weist die aus Böhmen stammende Übersetzung G von  auf. Als moderat erweitert, doch stark fehlerhaft gilt Text H, der in elf bairischen Handschriften aus der zweiten Hälfte des . Jh. vorliegt. Als Version I der L. v. H. wird die dt. Übersetzung des → Niklas von Wyle bezeichnet. Dieser Text wurde ab um  handschriftlich und ab  auch gedruckt verbreitet. Er gilt als sehr originalgetreu mit nur wenigen Ergänzungen. Als einzige bekannte obd. Versbearbeitung der L. v. H. wurde Text J in einer bairischen Handschrift von  identi ziert. Sie gilt jedoch als weniger vorlagentreu als eine ndl., wohl ältere Versübersetzung. Drei weitere Übertragungen wurden bislang nur in einer Reihe von Drucken aufgefunden. So wurden in Lübeck um / zwei nd. Inkunabeln hergestellt, die auf einem Druck von C beruhen und umfangreiche Zusätze aufweisen. Erstmals  wurde die Übersetzung L eines Johann Spang (auch Spangenberg) gedruckt, die bis ins . Jh. neu aufgelegt wurde. Sie zeichnet sich u. a. durch einen lat. Einschub in der Vorrede aus. Der bairische Text K wurde  in Dillingen gedruckt. Er besitzt Ergänzungen im einleitenden Teil, wird aber ansonsten als vorlagentreu bewertet. Neben vollständigen Bearbeitungen erfuhr die Epistel eine Verarbeitung in anderen Werken. Eine dt. Rezeption des Lehrbriefs ist erstmals im Ring des Heinrich → Wittenwiler nachgewiesen. → Michael de Leone verfasste zu der Epistel spätestens um  einen Zusatzabschnitt über das Bauen. Das pseudo-bernhardinische Werk wirkte auch auf die Haussorge (→ Aristoteles), Die Hausordnung, Das → Haushalten, Tilemann → Elhen von Wolfhagen und die Ordentliche Haushaltung () des Johann Ober. Die L. v. H. kann insgesamt als Vorläuferin der frühneuzeitlichen Hausväterliteratur angesehen werden. Ü:  dt. Textzeugen. – Vgl. www.handschriftencensus.de/werke/. – Älteres Verz. bei Cossar  mit Erg. bei Johanek  

. Hälfte . Jh. (beide s. Lit.). – Auswahl früher dt. Hss.: Wi: Wien, ÖNB, cod. , va–va (Pap., , österr.). – M: Melk, Stiftsbibl., cod.  (früher cod. ; P ), v–v (Pap., , mittelbair.–österr.). – A: Augsburg, UB, cod. III..° , rb–va (Pap., , nordbair.). – P: Princeton, UB, Cotsen Children’s Library (CTSN)  (früher u. a. Kreuzenstein bei Korneuburg, Bibl. der Grafen Wilczek, Nr. ), va–va (Pap., um , bair.-österr.). – S: Salzburg, Stiftsbibl. St. Peter, cod. b V , r–v (Pap., , bair.-österr.). – Wa: Warschau, Nationalbibl., cod.  III (früher Przemy´sl, Bibl. des griechisch-katholischen Domkapitels, Nr. ), v–v (Pap., , bair.österr.). – Wo: Wolfenbüttel, HAB, cod. . Aug. °, ra–ra (Pap., , nordbair.). – B: Berlin, SBB, mgo , r–r (Pap., Mitte . Jh., ostfränkisch). D: Weit über  lat., dt., französische, italienische, ndl. und spanische Drucke ab ca. . – Verz. bei: Cossar  (s. Lit.). – GW (online). – VD. – Vgl. auch Burkhardt  (s. Lit.). Dt. Drucke: . Schwäbische Übersetzung C: [Augsburg: Johann Schönsperger, um /] (GW ). – [München: Benedikt Puchpinder, um ] (GW ). – Augsburg: Johann Schaur,  (GW ). – Augsburg: Johann Schönsperger d. J.,  (VD B ). . Nd. Drucke nach Übersetzung C: [Magdeburg: Simon Koch, um /] (GW  f.; nd.). . Drucke der Wyle-Übersetzung I: [Esslingen: Konrad Fyner, nach ..] (GW M). – [Augsburg: Johann Blaubirer (?), um –] (GW N). – Straßburg: Johann Prüß d. Ä.,  (VD W ). – Augsburg: Heinrich Steiner,  (VD W ). . Frühester Druck der Spangenberg-Übersetzung L: Wittenberg: Georg Rhau,  (VD ZV ). . Bair. Übersetzung K: Dillingen: Sebald Mayer,  (VD ZV ). A: PL  () Sp. – (lat.). – Schmitt  (s. Lit.; dt. Teilausg.). – Cossar  (s. Lit.; dt. und lat.). L: Volker Zimmermann, VL  () Sp. –;  () Sp. . – De Boor/Newald / () S.  f. – Gisela Kornrumpf: Österr. Bibelübersetzer. In: VL  () Sp. –; S. XV. – Gerhard Eis: Die Harburger (ehemals Maihinger) Pelzbuchhss. In: Zs. für Agrargesch. 

Meister Konrad und Agrarsoziologie  () S. –. – Dt. Fachprosa des MA. Hg. v. Wolfram Schmitt. Berlin , S. –. – Clive D. M. Cossar: The German Translations of the Pseudo-Bernhardine ‹Epistola de cura rei familiaris› (GAG ). Göppingen  (vgl. dazu: Peter Johanek, Germanistik  [] S.  f.; Volker Honemann, AfdA  [] S. –). – Trude Ehlert: Die Rolle von ‹Hausherr› und ‹Hausfrau› in der spätma. volkssprachigen Ökonomik. In: Haushalt und Familie in MA und früher Neuzeit. Vorträge des Symposions vom .–. Juni  in Bonn. Hg. v. ders. u. a. Sigmaringen , S. –. – William Crossgrove: Die dt. Sachlit. des MA. Bern u. a. , S.  f. – Johannes Burkhardt u. a.: Altökonomik und Handelslit. in den Augsburger Druckmedien. In: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hg. v. Helmut Gier/Johannes Janota. Wiesbaden , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f. – Ruth M. Franco: Traducción, Copia y Variación en dos Ejemplares Castellanos de la ‹Epistola de cura rei familiaris› del Pseudo Bernardo. In: Revista de Filología Española  () S. –. – Repertorium edierter Texte des MA aus dem Bereich der Philosophie und angrenzender Gebiete. Bd. . Hg. v. Rolf Schönberger u. a. Berlin , S. –. MM Meister Konrad (auch: Konrad der Apotheker). – Apotheker, Autor eines Pesttraktats, lebte um  (?). K. erscheint in zwei Sammelhandschriften des . Jh. als Verfasser eines kurzen dt. Pesttraktats. Der Text ist in beiden Fällen mit zahlreichen anderen human- und veterinärmedizinischen Werken überliefert, u. a. mit dem Arzneibuch des → Ortolf von Baierland. K.s Traktat enthält Anweisungen zur Behandlung der Pest u. a. durch Aderlass und Schwitzen. Als Quellen hat die Forschung mehrere Texte identi ziert, aus denen K. die Empfehlungen teils direkt übernahm: den Prager Sendbrief Missum imperatori () des → Gallus von Prag, den → Brief an die Frau von Plauen, den → Sinn der höchsten Meister von Paris und schließlich den → Christian von Prachatitz zugeschriebenen Theriak-Pesttraktat (). Unsicher ist die Zuschreibung weiterer Texte an K. In den Handschriften gehen seinem Traktat jeweils Abschnitte voraus, die ebenfalls aus dem 

Lamme Brief an die Frau von Plauen und dem Sinn der höchsten Meister von Paris kompiliert sind. Eine Autorschaft K.s für diese Stücke wird nicht ausgeschlossen. Auch K.s Identität und Schaffenszeit sind bislang nicht abschließend geklärt. K.s Traktat ist in Kodex M auf  datiert, in B aber auf . Da beide Handschriften wahrscheinlich vor  geschrieben wurden, dürfte  die korrektere Angabe darstellen. Die von K. benutzten Quellen entstanden vor , weshalb eine Abfassung des Traktats um diese Zeit durchaus plausibel wäre. K. wird in den Handschriften als Apotheker bezeichnet. Die Forschung hat eine bairische Herkunft K.s erwogen. Eine Identität mit dem Freiburger Arzt Konrad → Müntzmeister wird mittlerweile abgelehnt, u. a. weil dieser nicht als Apotheker nachweisbar ist und K.s Text als nicht sehr fachkundig gilt. Ü: M: B: Basel, UB, cod. D. II , vb–va (Pap., um –, bair.-österr.). – München, BSB, cgm , vb–ra (Pap., , mittelbair.). – Vgl. Elisabeth Wunderle: Cgm . München , www.manuscriptamediaevalia.de/hs/projekt-BSB-cgm-pdfs/ Cgm%.pdf (vorläu ge Beschreibung). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: Eis  (s. Lit.). – Hils  (s. Lit.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Gerhard Eis: Konrad der Münzmeister und Konrad der Apotheker. In: Medizinische Monatsschr.  () S.  f. (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –.). – G. Keil: M. K. In: Dt. Apotheker-Biogr. . Hg. v. WolfgangHagen Hein/Holm-Dietmar Schwarz. Stuttgart , S. . – Hans-Peter Hils: Konrad der Münzmeister oder Konrad der Apotheker? Zur Analyse eines spätma, Pesttraktates. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Marianne Honold: Stud. zur Funktionsgesch. der spätma. deutschsprachigen Kochrezepthss. Würzburg , S. . – Wolfgang Wegner: K., M. In: Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . MM Lamme, Heinrich (auch: Heinrich von Lübeck II), * . Jh., † nach ... – Mediziner, Verfasser eines Pesttraktats. L. studierte in Montpellier und wurde zum Doktor der Medizin promoviert. Wohl schon im höheren Alter immatrikulierte er sich  in Prag für die Künste. Er blieb bis  in der Stadt, war 

. Hälfte . Jh.  in Göttingen und lebte zuletzt wohl in Lübeck. L. wird verschiedentlich ein Collectum de peste von  zugeschrieben. Drei Handschriften des lat. Pesttraktats sind bekannt, darunter ein Kodex aus der Handschriftensammlung L.s. Im Text selbst wird der Autor nicht namentlich genannt. Die Forschung hat jedoch im Werk enthaltene Indizien für eine Verfasserschaft L.s herausgearbeitet, etwa die Vetrautheit des Autors mit Montpellier, Prag, Göttingen und Lübeck. Der Traktat verrät Kenntnisse der älteren Pestliteratur und beruft sich vor allem auf → Guy de Chauliac († ). Gleichzeitig gilt das Werk als durchaus eigenständig. In einer Handschrift L.s ist ein Gedicht in lat. Paarreimen verzeichnet, das ihm ebenfalls zugeschrieben worden ist (Incipit: «Praga modo doleas nunquam caritura dolore»). Thema ist die Abwanderung der dt. Studenten von der Universität Prag und die Gründung der Leipziger Universität . Der Text ist jedoch auch in anderen Fassungen überliefert. L. hat ihn also wohl nur aufgezeichnet, nicht verfasst. Erhalten hat sich zudem eine Bakkalaureatsrede L.s. Ü: Pesttraktat: L: Lübeck, StB, Ms. med. ° , r–r (nach  im frühen . Jh.). – L: Ebd., Ms. med. °  (.), v–v (nach Hs. L im frühen . Jh.). – W: Weimar, HAAB, cod. Q , ra–va (./. Jahrzehnt des . Jh.). Vgl. Sudhoff  (s. Lit.). – Jörg Fligge u. a.: Die nd. Hss. der StB Lübeck nach der Rückkehr aus kriegsbedingter Auslagerung. Forschungsbilanz nach einem Jahrzehnt (mit einer Liste aller nd. Hss.). In: Vulpis Adolatio. FS Hubertus Menke. Hg. v. Robert Peters u. a. Heidelberg , S. –, hier S.  f. – Matthias Ei er: Q . Leipzig , www.manuscripta-mediaevalia.de/ hs/projekt-Weimar-pdfs/Q-.pdf. – Zur weiteren Überl. vgl. Sudhoff  und Wickersheimer  (beide s. Lit.). A: Sudhoff  (s. Lit.; Ged.). – Wickersheimer  (s. Lit.; Bakkalaureatsrede). – Sudhoff  (s. Lit.; Pesttraktat). L: Hellmut Rosenfeld, VL  () Sp.  f. – Karl Sudhoff: Die medizinische Fakultät zu Leipzig im ersten Jh. der Univ. Jubiläumsstud. Leipzig , S. . – Ernest Wickersheimer: Le Discours de Réception d’un Bachelier en Médecine Montpelliérain au Début de e Siècle. In: Bulletin de la Société Française d’Histoire de la Médecine  () S. –. – K. Sudhoff: Pestschr. 

. Hälfte . Jh. aus den ersten  Jahren nach der Epidemie des ‹schwarzen Todes› , Tl. . In: Arch. für Gesch. der Medizin  () S. –, hier S. – (Nr. ). – Henri Lamme. In: E. Wickersheimer u. a.: Dictionnaire Biographique des Médecins en France au Moyen Âge. Genf  (Nachdr. ebd. ) S. . – Wolfgang Wegner: L., H. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . MM Lange, Johannes (auch: J. von Wetzlar, J. de Wetslaria, Hans Lange von Wepfflar u. a.), * um  wahrscheinlich Wetzlar, † um oder bald nach / . – Mediziner, Pädagoge. L. stammte aus einer Familie Wetzlarer Schöffen und studierte in Prag die Künste sowie die Medizin. Er wurde dort  Bakkalaureus, später nach eigenen Angaben auch Magister und schließlich Doktor der Medizin. Nachdem er sich bis mindestens  in Prag aufgehalten hatte, kehrte L. wohl nach Wetzlar zurück und war dort als Schulrektor tätig. Spätestens  ging er an den Hof von Wertheim, wo er als grä icher Leibarzt diente, vielleicht auch als Lehrer. Daneben scheint er Wertheimer Bürger behandelt zu haben. Mindestens von  bis / war er Stadtarzt in Frankfurt/M.  zuletzt nachgewiesen, vermutet die Forschung L.s Tod bald danach. Ausweislich der Überlieferung verfasste L. vor allem lat. Vers- und Prosaschriften, während von ihm nur ein Text in dt. Sprache bekannt ist. Thematisch spiegeln L.s Werke seine Tätigkeiten als Pädagoge und Mediziner wider, zeigen aber auch religiöse Interessen. Zu den frühesten Werken L.s ist der Dialogus super Magni cat zu zählen. Die Entstehung der Schrift wird bereits um / in Form eines Prosatextes vermutet, der von Johann von Jenstein inspiriert wurde. Gegen Ende seines Lebens modizierte L. das Werk aber umfassend: So ist der Dialogus in der  entstandenen Handschrift zu einer Versdichtung mit  Hexametern umgearbeitet und Friedrich von Domneck († ) gewidmet, der damals Bischof von Worms war. Inhaltlich präsentiert der Text Lehren der Gottesmutter Maria, der auch Kommentare zu zeitgenössischen Ereignissen in den Mund gelegt werden. Vergleichbare historische Bezüge nden sich in L.s Rosarium Johannis (auch Forma vite cleri et monachi). Die Forschung hat in dieser lat. Prosamahnrede zum Teil enge Parallelen zum Dialogus nachgewiesen. Stärker pädagogisch geprägt ist die Graf Johann II. von Wertheim († ) gewidmete Schrift 

Lange Aureae Claves (auch Auree Claves). Sie diente der Unterweisung von Johanns Sohn Johann d. J. († ). Neben einer Hexametervorrede enthält der Prosatext zwei Bücher über den Weg zur Weisheit und das Wesen der Künste. Das Werk propagiert u. a. Tugendhaftigkeit, Gehorsam, Beständigkeit und Geduld. Moralische Anweisungen bietet auch L.s Forma scholaris. Die lat. Schrift ist überwiegend in Prosa verfasst, weist aber auch Merkverse für den Schulgebrauch auf. In den Text ist zudem der Iubilus des Pseudo-Bernhard von Clairvaux eingefügt. Ein weiteres Werk L.s wird von ihm selbst im Dialogus erwähnt. Diesem Malleus Hussonis werden manchmal einige Hexameterverse zugerechnet, die in zwei Textzeugen erhalten sind. Grundsätzlich muss das Werk aber als verloren gelten. Unsicher ist die Zuschreibung einer schulischen Psaltereinleitung an L. Daneben sind vier medizinische Schriften L.s bekannt, die sich meist mit der Pest beschäftigen. Auf  wird das Compendium de epidemia, de causa et effectibus eiusdem noviter factum datiert. Das Werk gilt als wenig originelle Bearbeitung des → Pariser Pestgutachtens und des Pestbriefs des → Gallus von Prag. Zur Behandlung der Pest steht bei L. vor allem der Aderlass im Vordergrund. Wohl bald vor seinem Tod verfasste L. ein Regimen contra pestilenciam für Heinrich II. von Kunnich († ), Abt von Amorbach. Auch dieses Pestregimen greift primär Gedanken älterer Werke auf. L. bediente sich dafür nicht nur erneut bei Gallus von Prag und dem Pariser Pestgutachten, sondern auch bei seinem eigenen Compendium de epidemia. Die gleichen Quellen benutzte er für seine einzige bekannte Schrift in dt. Sprache. Es handelt sich um ein weiteres Pestregimen und zugleich den kürzesten von L.s medizinischen Texten. Aufgrund inhaltlicher Parallelen nimmt man auch hier die Verwendung weiterer Pestschriften durch L. an. So dürfte L. den → Brief an die Frau von Plauen, den → Sinn der höchsten Meister von Paris und das Versregimen von Hans → Andree gekannt haben. Auf sein Compendium bezieht sich L. dann erneut in Archa, einer lat. Rezeptsammlung. Eine Rezeption von L.s Schriften ist nicht bekannt. Ü: . Dt. Pestregimen: München, BSB, cgm ,r–v (Pap., /, schwäbisch). – Vgl. www.handschriftencensus.de/. . Lat. Werke: Compendium de epidemia: Paris, NB, ms. lat. nouv. acq. , r–v (zweite Hälfte . Jh.). – Archa: Ebd., r–v (zweite 

Vintler Hälfte . Jh.). – Regimen contra pestilenciam: Würzburg, UB, cod. M. ch. q. , v–v (). – Dialogus super Magni cat: Stockholm, Kgl. Bibl., cod. Holm. A  (). – Rosarium Johannis: Trier, Bibl. des Priesterseminars, cod. , r–r (). – Forma scholaris: Ebd., v–r. – Aureae Claves: Mainz, StB, Hs I , r–v (erste Hälfte . Jh.). – Malleus Hussonis: Leipzig, UB, cod. , v (letztes Viertel . Jh.). – Ebd., cod. , v. – Einleitung in den Psalter: Berlin, SB, cod. theol. lat. fol. , v–v (um ). A: . Dt. Pestregimen: Sudhoff  (s. Lit.) S.  (Nr. ). . Lat. Werke: Regimen contra pestilenciam: Sudhoff  (s. Lit.) S. – (Nr. ). – Dialogus super Magni cat: Lehmann  (s. Lit.; Teilausg.). – Bauer  (s. Lit.). – Aureae Claves: Lehmann  (s. Lit.; Teilausg.). – Bauer  (s. Lit.) S. –. – Malleus Hussonis: Lehmann  (s. Lit.). – Bauer  (s. Lit.) S. . L: Gerhard Baader, NDB  () S. . – Ders./Ernst-Stephan Bauer, VL  () Sp. –. – Karl Sudhoff: Pestschr. aus den ersten  Jahren nach der Epidemie des ‹schwarzen Todes› . VIII. In: Arch. für Gesch. der Medizin  () S. –. – Paul Lehmann: Ein vergessener mlat. Schriftsteller: J. de Wetslaria. In: Zs. für dt. Geistesgesch.  () S. – (wieder in: Ders.: Erforschung des MA . Ausgewählte Abh. und Aufsätze. Stuttgart , S. –). – Jaroslav V. Polc: De Origine Festi Visitationis B.M.V. Rom , S. . – G. Baader: Die Pestschr. des J. L. aus Wetzlar. In: Dt. Apothekerzeitung  () S. –. – E.-S. Bauer: Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und Zeitkritik an der Schwelle der großen Konzilien. J. v. Wetzlar und sein ‹Dialogus super Magni cat› (). Mainz . – Gundolf Keil: L., J. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S.  f. – Klára Berzeviczy: Michael Baumanns Naturbuch. Abdruck der Unikaths. und Begleitstud. Berlin , S. –. MM Vintler, Hans, †  Südtirol. – Urheber einer dt. Reimpaarfassung des italienischen Lehrgedichts Fiore di virtù. V. entstammte einem Südtiroler Geschlecht, das erstmals im . Jh. in Bozen nachgewiesen ist und seit dem . Jh. in Diensten der habsburgischen Grafen von Tirol stand. Sein Onkel Niklaus Vintler († , vgl. Heinz → Sentlinger) erwarb die 

. Hälfte . Jh. Burg Runkelstein bei Bozen und ließ den berühmten Runkelsteiner Freskenzyklus anlegen (u. a. mit Motiven aus der hö schen, heroischen und geistlichen Literatur). Zu V. selbst gibt es nur wenige biographische Zeugnisse.  wurde er Mitglied des im selben Jahr gegründeten Falkenbundes, in dem sich Tiroler Landherren und Städte in Opposition zur habsburgischen Landesherrschaft zusammenschlossen. In Folge der Niederlage des Bundes mussten die Vintler ihre Residenz räumen, in die sie aber  zurückkehren konnten. Ungeklärt ist die Einbindung H. V.s in diese Ereignisse, der seit  als Dienstmann des Grafen Friedrich IV. von Tirol (mit der leeren Tasche) bezeugt ist: zuerst als P eger des Gerichts Stein auf dem Ritten (bei Bozen),  als Amtmann an der Etsch und  als Friedrichs Gesandter in Venedig.  gewährte Kaiser Sigismund die Besserung von V.s Wappen. Laut Explicit der Innsbrucker Handschrift der Pluemen der tugent hat V. sein Übersetzungswerk  abgeschlossen. Damit kann er als einer der frühesten Vermittler italienischer Literatur im dt. Sprachraum gelten. Seine Vorlage, die Fiore di Virtù, sind im ersten Viertel des . Jh. in der Umgebung von Bologna entstanden und werden (nicht ohne Widerspruch) dem Bologneser Dominikaner Tommaso Gozzadini zugeschrieben. Die italienische Prosadidaxe führt in  Kapiteln Tugenden und Laster vor, deren Auswahl und Abfolge sich an der Summa theologiae des → Thomas von Aquin orientieren. Die einzelnen Kapitel folgen stets dem gleichen Muster: Die Tugenden und Laster werden jeweils als Gegensatzpaar über die Assoziation mit bestimmten Tieren vorgestellt, durch Autoritätenzitate (aus zumeist zweiter Hand) erläutert und durch abschließende Exempla veranschaulicht. Hauptquellen der Fiore sind → Bartholomäus Anglicus, → Albertus Magnus, → Vinzenz von Beauvais und Bestiarien der → Physiologus-Tradition. In einer Langredaktion der Fiore ist das Kapitel zur «moderanza» (Mäßigung) mit zusätzlichen Exzerpten aus dem Traktat De doctrina (arte) dicandi et tacendi des → Albertanus von Brescia angereichert worden. Eine solche Langfassung hat auch V. benutzt, wobei seine genaue Vorlage nicht ermittelt ist. Die Fiore waren in Italien überaus populär, wovon rund  Handschriften sowie über  Drucke bis  zeugen. In Unterrichtskontexten wurden sie dort noch bis ins . Jh. rezipiert. Aber auch außerhalb Italiens blieb die Tugend-Laster-Didaxe nicht ohne Wirkung. Vom . bis zum . Jh. 

. Hälfte . Jh. wurde sie vollständig oder in Auswahl in zahlreiche andere Volkssprachen übertragen (französisch, kroatisch, spanisch, katalanisch, griechisch, armenisch, rumänisch, kirchenslavisch, englisch). In der zweiten Hälfte des . Jh. ist nach V.s Bearbeitung noch eine zweite dt. Übersetzung der Fiore entstanden. Deren mutmaßlicher Urheber Heinrich → Schlüsselfelder hat die Prosa des italienischen Originals beibehalten und einen von V. abweichende Fiore-Text benutzt. Die Pluemen der tugent umfassen in der umfangreichsten Überlieferung . Reimpaarverse. Nicht nur bei der präzisen Übersetzung des italienischen Werktitels beweist V. Vorlagentreue. Auch ansonsten legt er – abgesehen vom Wechsel in den Vers – eine recht getreue Übertragung der Fiore vor. Im Prolog stellt V. seinen persönlichen Anteil am Textbestand der Pluemen heraus. Neben der Bibel habe er auch eine große Zahl an antiken, patristischen und ma. Autoritäten und Lehrschriften zusätzlich herangezogen. Tatsächlich ndet sich vieles des hier genannten aber bereits in den italienischen Fiore. Dennoch ist V.s Eigenanteil unbestritten. Neben dem neuen Prolog hat er einige neue Autoritätenzitate, Exempel und Historien beigegeben, wobei er vor allem die Valerius-MaximusAuslegung → Heinrichs von Mügeln ausgewertet hat. Die Ergänzungen V.s nden sich vor allem im «moderanza»-Abschnitt, dessen Langfassung von V. noch einmal erweitert worden ist, und im letzten Dritel des Werkes. Hier hat V. außerdem eine Auflistung abergläubischer Praktiken nach dem Gewissensspiegel des → Martin von Amberg inseriert und auch originäre zeitkritische Bemerkungen beigesteuert. An das Ende seiner Pluemen hat V. ein vollständig neues Schlusskapitel über menschliche Torheiten gestellt. Hauptziel seiner selbst verfassten Gesellschaftskritik ist der hoffärtige Adel, der habgierig seine P ichten vernachlässige. V. interpretiert die Tugend als adlige Standesp icht, wodurch er sich aber keinesfalls als Propagandist des Tugendadels erweist. Vielmehr betont er die notwendige Einheit von (Geblüts-)Adel und Tugend und verurteilt untugendhaftes Gebaren von Adeligen als Standesvergehen. Aufgrund dieser Kritik ist der Adressatenkreis der Dichtung in erster Linie in der adligen Oberschicht zu vermuten. Die Pluemen der tugent erweisen sich so als Versdidaxe eines adligen Laien für dessen Standesgenossen. In der dt. Dichtung des . und . Jh. hat sich V.s Fiore-Bearbeitung nur in geringem Maße niedergeschlagen. Sie war die direkte Vorlage für eine 

Vintler Meisterlied-Strophe in → Stolles Alment, die um die Mitte oder in der zweiten Hälfte des . Jh. in Tirol entstanden sein dürfte (RSM: Stolb, Str. ; neueste Edition: Zapf [s. Lit.] S.  [w..]). Die Strophe veurteilt den Ein uss des Geldes auf die Gesellschaft und weist viele wörtliche Entlehnungen aus dem entsprechenden Abschnitt in den Pluemen der tugent (V. –) auf. Außerdem hat Asmus → Mayer die Dichtung zwischen  und  für ein Reimpaargedicht ausgewertet (Ein newer spruch von der Zauberey und dem unglauben). In seiner Kritik des zeitgenössischen Aberglaubens zitiert Mayer wie schon der anonyme Meisterlieddichter wörtlich aus den Pluemen der tugent (V. –, –). Ü: Innsbruck, Landesmuseum Ferdinandeum, Dip. , r–v (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.-österr.); fragm. (rund  Verse fehlen), noch  kolorierte Federzeichnungen. Die Hs. ist der einzige Textzeuge, der V. namentlich als Autor nennt: «Explicit liber Conradi Vintler». – Stockholm, Kgl. Bibl., Cod. Vu , r–v (Pap., zweites Viertel . Jh., bair.-österr.);  Aussparungen für nicht ausgeführte Illustrationen. – Wien, ÖNB, Cod. , r–v (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.-österr.); noch  Federzeichnungen. – Ebd., Cod. Ser. nova , noch  Bll. (Pap, Mitte . Jh., bair.-österr.); noch  kolorierte Federzeichnungen. – Gotha, Forschungsbibl., Cod. Chart. A , v–v (Pap., um , schwäbisch [aus Augsburg ?]); noch  Federzeichnungen. – Melk, Stiftsbibl., Cod.  (; H ) S. – (Pap., letztes Viertel . Jh., mittelbair), geringfügiger Textverlust und  Aussparungen für nicht ausgeführte Illustrationen. – Auszüge: Innsbruck, ULB, Cod. , Sammelbd. bestehend aus drei Heften mit ,  und  Bll. (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.); Auszüge aus den Pluemen der tugent sind über alle drei Hefte verteilt. D: «Das b˚uch der tugent». Augsburg: Johann Blaubirer, [] (GW M); mit rund  Holzschnitten. Digitalisat unter: inkunabeln. digitale-sammlungen.de/. Die dt. Tradition der Pluemen hat gegenüber der italienischen Fiore-Tradition ein neues Bildprogramm, das weniger stark auf Tierdarstellungen fokussiert und Historiendarstellungen favorisiert. Innerhalb der dt. Tradition erweist sich der Bilderkernbestand als relativ fest. A: Die pluemen der tugent des H. V. Hg. v. Ignaz V. Zingerle (Ältere Tiroler Dichter ). Innsbruck  (nach Hs. Gotha). 

Vintler L: Oswald von Zingerle, ADB  () –. – Ehrismann ,, () S.  f. – De Boor/ Newald / () S.  u. ö. – Norbert H. Ott, LexMA  () Sp.  f. – Jan-Dirk Müller, VL  () Sp. –. – Sabine Schmolinsky/Red., Killy  () S.  f. – Friedrich Zarncke: H. Vindlers ‹Blume der Tugend›. In: ZfdA  () S. –. – I. V. Zingerle/Johann Martin Lappenberg: Zu V.s ‹Blume der Tugend›. In: ZfdA  () S. –. – I. V. Zingerle: Beitr. zur älteren tirolischen Lit. II: H. V. In: Sb. der Kaiserl. Akad. der Wiss. Wien, phil.hist. Cl.  () S. –. – Carlo Frati: Ricerche sul ‹Fiore di virtù›. In: Studi di Filologia Romanza  () S. –. – Max Bartels/Oskar Ebermann: Zur Aberglaubensliste in V.s ‹Pluemen der tugent›. In: Zs. des Ver. für Volkskunde  () S. –, –. – Margarete Hamecher: Der nominale Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes bei H. V. Diss. Marburg . – Grete Solbach: Beitr. zur Beziehung zwischen dt. und italienischer Lehrdichtung im MA. Diss. Köln , S.  f. – Otto Lehmann-Brockhaus: Tierdarstellungen der ‹Fiore di Virtù›. In: Mitt. des Kunsthist. Inst. in Florenz  (/) S. –. – Eugen Thurnher: Wort und Wesen in Südtirol. Die dt. Dichtung Südtirols im MA. Innsbruck , S. –. – Maria Corti: Le fonti del ‹Fiore di virtù› e la teoria della ‹Nobilità› nel duecento. In: Giornale storico della letteratura italiana  () S. –. – Wolfgang Ziegeler: Möglichkeiten der Kritik am Hexen- und Zauberwesen im ausgehenden MA. Zeitgenössische Stimmen und ihre soziale Zugehörigkeit (Kollektive Einstellungen und sozialer Wandel im MA ). Köln/Wien , , S. –. – Ion Chitimia: Fiore di virtù. In: EM  () Sp. –. – Albrecht Classen: Zur Rezeption norditalienischer Kultur des Trecento im Werk Oswalds von Wolkenstein (GAG ). Göppingen , S.  f. u. ö. – Franz-Josef Schweitzer: Tugend und Laster in der illustrierten didaktischen Dichtung des späten MA. Stud. zu H. V.s ‹Blumen der Tugend› und zu ‹Des Teufels Netz› (Germanistische Texte und Stud. ). Hildesheim u. a.  (Rezensionen: Ulrike Bodemann, PBB  [] S. –; Max Siller, Der Schlern  [] S. –). – F.-J. Schweitzer: Die Rezeption der ‹Summa theologiae› des Thomas von Aquin im ‹Fiore di virtù› und in den ‹Blumen der Tugend› des H. V. In: Die Funktion außer- und innerliterarischer Faktoren für die 

. Hälfte . Jh. Entstehung dt. Lit. des MA und der Frühen Neuzeit. Hg. v. Christa Baufeld (GAG ). Göppingen , S. –. – F.-J. Schweitzer: H. V.s «Aberglaubensliste» und der Hexenbegriff. In: Lit. und Sprache in Tirol von den Anfängen bis zum . Jh. Hg. v. Michael Gebhardt/M. Siller. Innsbruck , S. –. – Elisabeth de Felip-Jaud: Die Sprichwörter in H. V.s ‹Pluemen der tugent› und in Tommaso Gozzadinis ‹Fiore di Virtù›. In: ebd., S. –. – U. Bodemann: ‹Blumen der Tugend›. In: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, begonnen v. Hella FrühmorgenVoss, fortgeführt v. N. H. Ott zusammen mit U. Bodemann. Bd. . München , S. – (Nr. ..–) mit Abb. –. – E. de FelipJaud: «Wer do ze palde lauft, [das] der auch dester öfter straucht». Die Sprichwörter in H. V.s ‹Pluemen der tugent›. In: Lit. und Sprachkultur in Tirol. FS Notburga Wolf. Hg. v. Johann Holzner u. a. (Innsbrucker Beitr. zur Kulturwiss., Germanistische Reihe ). Innsbruck , S. –. – M. Siller: Die Standesqualität der Vintler von Bozen zu Beginn des . Jh. Prolegomena zu einer Interpretation von H. V.s ‹Blumen der Tugend› (). In: ‹Durch aubenteuer muess man wagen vil›. FS Anton Schwob. Hg. v. Wernfried Hofmeister/Bernd Steinbauer (Innsbrucker Beitr. zur Kulturwiss., Germanistische Reihe ). Innsbruck , S. – (wieder in: Krieg, Wucher, Aberglaube [, s. u.] S. –). – René Wetzel: Die Wandmalereien von Schloss Runkelstein und das Bozner Geschlecht der Vintler. Lit. und Kunst im Lebenskontext einer Tiroler Aufsteigerfamilie des ./. Jh. Habilschr. Freiburg i. Ue. . – Charles Zika: «Magie» – «Zauberei» – «Hexerei». Bildmedien und kultureller Wandel. In: Kulturelle Reformation. Sinnformationen im Umbruch –. Hg. v. Bernhard Jussen/ Craig Koslofsky (Veröff. des Max-Planck-Inst. für Gesch. ) Göttingen , S. –. – R. Wetzel: Quis dicet originis annos? Die Runkelsteiner Vintler. Rekonstruktion einer adligen Identität. In: Schloß Runkelstein – die Bilderburg. Hg. v. der Stadt Bozen unter Mitwirkung des Südtiroler Kulturinst. Bearb. v. Helmut Rizzolli. Bozen , S. –. – N. H. Ott: Hö sche Lit. in Text und Bild. Der literarische Horizont der Vintler. In: ebd., S. –. – H. Rizzolli: Geld und Geldadel. Der adelige Münzmeister Friedrich von Hauenstein und sein literarisch tätiger Schwiegersohn H. V. In: ebd., S. –. – Fritz Peter Knapp: 

. Hälfte . Jh. Die Lit. des SpätMA in den Ländern Österreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol von  bis . . Halbbd.: Die Lit. zur Zeit der habsburgischen Herzöge von Rudolf IV. bis Albrecht V. (–) (Gesch. der Lit. in Österreich /). Graz , S. –. – R. Wetzel: La famille des Vintler et le programme des peintures murales de Castelroncolo (Runkelstein) près Bolzano dans le contexte de la civilisation courtoise. In: Paroles de murs. Peinture murale, littérature et histoire au Moyen Âge. Hg. v. Eckart Conrad Lutz/Dominique Rigaux (Les cahiers du CRHIPA ). Grenoble , S. –. – Volker Zapf: Stolle und die Alment. Einf. – Edition – Komm. (Nova Mediaevalia ). Göttingen , S. , –. – Krieg, Wucher, Aberglaube. [H. V. und Schloss Runkelstein]. Hg. v. der Stiftung Bozner Schlösser (Runkelsteiner Schr. zur Kulturgesch. ). Bozen  (insges. neun Einzelbeitr.). – Hans Jürgen Scheuer: «Ex motu animalium». Spuren der Imagination in Schr. und Bild. H. V.s ‹Pluemen der Tugent› in der Hs. Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Dipauliana , und das Bestiar im Runkelsteiner Westpalas. In: Archäologie der Phantasie. Vom «Imaginationsraum Südtirol» zur «longue durée» einer «Kultur der Phantasmen» und ihrer Wiederkehr in der Kunst der Gegenwart. Hg. v. Elmar Locher/H. J. Scheuer (essay & poesie ). Bozen u. a. , S. –. – Nigel Harris: «Das es teutsche zung vernimpt». Zur Übersetzungslit. Tirols um . In: German Life and Letters  () , S. –. – H. V. ‹Die Blumen der Tugend› () Symposium nach  Jahren (Bozen, .-. September ). Hg. v. M. Siller (Schlern-Schr. ). Innsbruck  (insges.  Einzelbeiträge). VZ Denenat, Johannes (auch: De Nenat [?]). – Verfasser eines lat. medizinischen Kompendiums mit dt. Register und nachgetragenen dt.-lat. Rezepten, erstes Viertel . Jh. Das erste, lat. Register von D.s medizinischer Kompilation ist mit «registrum experiencarum notabiles magistri Johannis Denenat physici» überschrieben. Demnach war D. höchstwahrscheinlich Akademikerarzt. Anderweitig ist er nicht belegt, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass die tradierte Namensform einen verderbten Zustand repräsentiert. Die ihm zugeschriebenen Experientiae notabiles medicae gliedern sich 

Denenat in sechs Teile: ) Kinderkrankheiten («pro curis puerorum»); ) humoralpathologisch hergeleitete Krankheiten («de signis complexionum» [→ Temperamentenlehre]); ) Augenkrankheiten («in curis oculorum»); ) Pest, Hautkrankheiten, Fieber («in morbo pestilenciali etc.»); ) «cirurgie»; ) Geschlechtskrankheiten, Knochenverletzungen, Verbrennungen («de egritudinibus mamillarum etc.»). Die sich anschließende zweisprachige Rezeptsammlung ist indikatorisch breit gefächert und lässt keine planvolle Struktur erkennen. Als Gewährsleute für lat. Rezepte werden die Magister Johannes Schintel und Johannes Perner de Schlesia namentlich genannt. Das zweite, dt. Register schließt das Konvolut ab, das medizinhistorisch noch nicht eingehend untersucht worden ist. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass D. mit → Avicennas Kanon der Medizin und der salernitanisch-fachliterarischen Tradition vertraut war. Ü: Cologny-Genf, Biblioteca Bodmeriana, Cod. Bodm.  (olim Maihingen, Fürstl. Öttingen-Wallersteinsche Bibl., Cod. III..° ) ra-vb (lat. Register) ra–vb (lat. Kompendium) vb–rb (dt.-lat. Rezepte) ra–rb (dt. Register) (Pap., um , bair.-lat.). Die Hs. stammt aus dem Besitz des Benediktinerklosters St. Mang in Füssen und besteht aus zwei ursprünglich selbstständigen Teilen, die vermutlich in der zweiten Hälfte des . Jh. zusammengebunden worden ist. Dem Kompendium vorgebunden ist → Konrads von Megenberg Buch der Natur. L: Karl & Faber Antiquariat. Auktion XI. . Mai . Bibliophile Kostbarkeiten aus der Fürstl. Öttingen-Wallerstein’schen Bibl. in Maihingen (dabei ‹Marcus Fugger› Tl. IV) aus der SchachBibl. v. d. Lasa und Beitr. aus anderem Besitz. München , S.  f. (Nr. ). – Gerold Hayer: Zu Kontextüberl. und Gebrauchsfunktion von Konrads von Megenberg ‹Buch der Natur›. In: Latein und Volkssprache im dt. MA. Regensburger Kolloquium . Hg. v. Nikolaus Henkel/Nigel F. Palmer. Tübingen , S. –, hier S. –. – René Wetzel: Dt. Hss. des MA in der Bodmeriana. Mit einem Beitr. von Karin Schneider zum ehemaligen Kalocsa-Cod. (Bibliotheca Bodmeriana Kataloge ). Cologny-Genève , S. –, bes. S.  f. – Christoph Roth: Lit. und Klosterreform. Die Bibl. der Benediktiner von St. Mang zu Füssen im . Jh. (Studia Augustana ). Tübingen , S. . VZ 

Prapach Wul ng, Michel (auch: Mich[a]el Wül ng). – Verfasser eines Zauberspruchs gegen Fieber und womöglich weiterer alchemistischer Kleintexte, frühes . Jh. Innerhalb der → Alchymey teuczsch stehen auf zwei Blättern drei alchemistische Sprüche. In der Kopfzeile des ersten Blatts ist der Name M. W. und der Titel des ersten Stückes angegeben. Für diesen Spruch kann W.s Urheberschaft als gesichert gelten. Ob er auch als Verfasser für die beiden anderen Texte in Frage kommt, ist völlig offen. Vermutlich gehörte W. einem ostbayerischen Alchemistenkreis im Umfeld der Landgrafen von Leuchtenberg und Grafen von Hals (bei Passau) an, dem auch Michael → Prapach und Niklas → Jankowitz zuzurechnen sein dürften. Die drei Autoren erscheinen im Textzeugen der Alchymey in direkter Nachbarschaft. Die These, wonach W. Mitarbeiter an der gesamten Alchymey teuczsch gewesen sein könnte (Eis [s. Ausg.] S.  [Nachdr.: S. ]), lässt sich weder widerlegen noch erhärten. Der für W. gesicherte kurze Zauberspruch gegen Fieber («ruetten») stellt die rechte Lebensführung als Krankheitsvorbeugung in den Mittelpunkt. Auf den Fieberspruch folgt eine Spruch zur Liebeserweckung. Abgeschlossen wird das Konglomerat von einem Beschwörungstext («Visio generalis»), der in formelhaft-anaphorischem Aufbau (sieben Abschnitte setzen mit «Ich peswer dich» ein) christliche Gebetsformeln mit einer Anrufung der Elemente verbindet. Ü: Heidelberg, UB, Cpg , r–v (Pap., , hochdt. mit bair. Einschlag); geschrieben in Ostbayern (Grafschaft Hals ?). Kopfzeile Bl. r: «czu den ruetten michell wulng». Incipits der einzelnen Texte: Fieberspruch: «Auch vspeut ich euch all falsch geng nebenn geng vnds geng vbs geng ir get den rechttˉn waren gang» (r); Liebeszauber: «Hie hebt sich an ds segen den sol mˉa sprechˉe wan mˉa erst auf stet gegen auf gang der sunn vnd sol ym an heben nicht anders dann» (r); Beschwörungsformel (Überschrift: «Visio generalis»): «Als so heylig sey nuë hewt der tag als der tag was da go [sic] peschueff himellreich vnd erdreich» (v). In der Hs. geht ein Text Michael Prapachs (v–r) voran; vgl. auch → Verworfene Tage. Nach drei leeren Blättern folgen alchemistische Rezepte des Niklas Jankowitz (r–r). A: Gerhard Eis: Alchymey teuczsch. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. –, hier S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa 

. Hälfte . Jh. des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –, hier S.  f. [Auszug Liebeszauber], –). L: Joachim Telle, VL  () Sp.  f. – Wilhelm Wattenbach: Alchymey teuczsch. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Prapach, Michael von, † wahrscheinlich nach . – Verfasser alechemistischer Texte. P.s Name wird in der  begonnenen → Alchymey teuczsch genannt, einer dt. Sammlung alchemistischer, kalendarischer, astrologischer und medizinischer Aufzeichnungen. Die Entstehung des unikal überlieferten Werkes wird von der Forschung in der Grafschaft Hals und im Umfeld des Hofes der Landgrafen zu Leuchtenberg vermutet. Neben P. erscheinen in der Schrift auch ein Niklas → Jankowitz und ein Michel → Wul ng. Die drei Männer arbeiteten  mit einem ebenfalls genannten Helfer namens Friedrich an der Herstellung von Gold. In der Alchymey teuczsch dokumentierten sie u. a. diese Versuche. Außerdem überliefert der Kodex unter P.s Namen eine Liste guter und schlechter Tage und Tageszeiten (v). Die dreißig Einträge empfehlen z. B. bestimmte Tageszeiten für Arbeiten und raten von anderen Tagen ab. So sei etwa der dritte Tag mittags gut, der sechste Tag durchgängig schlecht. Der Liste folgt ein kurzer Absatz mit Bemerkungen zum Text. Dort wird die Liste auf ungenannte Meister zurückgeführt. Die Forschung hat dies auf den Traktat der Pariser Meister und Sternseher (→ Verworfene Tage) bezogen, der vielleicht als Vorlage diente. Insgesamt gilt P.s Text jedoch gegenüber ähnlichen Tabellen als sehr eigenständig. Ü: Heidelberg, UB, cpg ,  Bll. (Pap.,  begonnen, bair.). – Vgl. u. a. Eis  (s. Lit.). – Pamela Kalning, Cod. pal. germ. . UB Heidelberg , http://digi.ub.uniheidelberg.de/sammlung/werk/pdf/cpg.pdf. – www.handschriftencensus.de/. A: Wattenbach  (s. Lit.; Teilausg.). – Eis  (s. Lit.). – Online-Faks. der Hs.: http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg. L: Vgl. auch die Lit. zur Alchymey teuc(z)sch. – Herwig Buntz, VL  () Sp. . – 

. Hälfte . Jh. Wilhelm Wattenbach: ‹Alchymey teuczsch›. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –. – Gerhard Eis: Von der Rede und dem Schweigen der Alchemisten. In: DVjs  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –). – Ders.: Astrologische Regeln für Holzfäller und Schlächter aus dem Anfang des . Jh. In: ZfdPh  () S. –. – Ders.: ‹Alchymey teuczsch›. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –). – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f. MM Jankowitz, Niklas, † wahrscheinlich nach . – Verfasser alchemistischer Texte. J.s Name wird in der  begonnenen → Alchymey teuczsch genannt, einer dt. Sammlung alchemistischer, kalendarischer, astrologischer und medizinischer Aufzeichnungen. Die Entstehung des unikal überlieferten Werks wird von der Forschung in der Grafschaft Hals und im Umfeld des Hofs der Landgrafen zu Leuchtenberg vermutet. Neben J. erscheinen in der Schrift auch ein Michael → Prapach und ein Michel → Wul ng. Die drei Männer arbeiteten  mit einem ebenfalls genannten Helfer namens Friedrich an der Herstellung von Gold. In der Alchymey teuczsch dokumentierten sie u. a. diese Versuche. J. gilt dabei als Anführer der Gruppe. Auch wird verschiedentlich eine Tätigkeit J.s als Arzt erwogen, da ihm neben alchemischen vor allem humanmedizinische Teile der Alchymey teuczsch zugeordnet werden. Ü: Heidelberg, UB, cpg ,  Bll. (Pap.,  begonnen, bair.). – Vgl. Rudolf  (s. Lit.) und http://www.handschriftencensus. de/. A: Wattenbach  (s. Lit.; Teilausg.). – Online-Faks. der Hs.: http://digi.ub.uniheidelberg.de/cpg. L: Vgl. auch die Lit. zu Alchymey teuczsch. – Joachim Telle, VL  () Sp. . – Wilhelm Wattenbach: ‹Alchymey teuczsch›. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –. – Gerhard Eis: Von der Rede und dem Schweigen der Alchemisten. In: DVjs  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. 

Jankowitz , S. –). – Ders.: ‹Alchymey teuczsch›. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –). – Bernhard D. Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f. MM Archilaus. – Möglicher Verfasser einer alchemistischen Schrift, . Jh. Die alchemistische Sammelhandschrift M enthält zwischen kürzeren Texten und Rezepten auch die dt. «summe oder daz buchlein des naturlichen maisters Archilay von der kunst alchimi zw Mannelem dem kaiser zw Constantinopel». Das Werk wurde von einem Schreiber namens Johannes Thawbor aufgezeichnet. Auch in M nden sich einem «Magister Archylaus» zugeschriebene Rezepte. A. wird außerdem in Buch II von Alchimi vnd Bergwerck genannt. Als Rezeptautor erscheint A. in dessen handschriftlicher Vorstufe S (sog. Kunstbuch des Michael Cochem) ebenso wie im Erstdruck des Werks von . Die Forschung vermutet als Vorstufe der dt. A.Texte mlat. Schriften heute unbekannter Verfasser mit fälschlichen Zuschreibungen an Arisleus (Archelaos). Dieser galt den ma. Alchemisten als antikes Vorbild. Ü: M: München, BSB, cgm , r–r (Pap., zweites Viertel . Jh., Nachträge bis erste Hälfte . Jh., bair.). – M: Ebd., cgm  (. Jh.). – S: St. Gallen, Kantonsbibl., Ms. Vadiana , v, r (Pap., –, sog. Kunstbuch des Michael Cochem). Vgl. Karin Schneider: Die dt. Hss. der BSB München. Cgm – (Catalogus Codicum Manu Scriptorum Bibliothecae Monacensis V/). Wiesbaden , S. –. – Dies.: Die datierten Hss. der BSB München. Bd. . Die dt. Hss. bis . Stuttgart , S. . – Gantenbein  (s. Lit.). D: Erwähnung A.s in Alchimi vnd Bergwerck. Erstdruck: Straßburg: Jakob Cammerlander,  (VD K ). A: Emil E. Ploss u. a.: Alchimia. Ideologie und Technologie. München , S.  (Teilausg. nach Hs. M). L: Joachim Telle, VL  () Sp. . – Urs Leo Gantenbein: Das Kunstbuch des Michael 

Jamboninus von Cremona Cochem (Ms. Vadiana ) aus dem Jahr . Seine Bedeutung für die medizinische Alchemie. In: Mitt. der Ges. dt. Chemiker, Fachgruppe Gesch. der Chemie  () S. –. – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S. , . MM Magister Narcissus. – Verfasser eines auf  datierten augenheilkundlichen Kurztraktats. Der anderweitig nicht bezeugte M. N. ist in der fachliterarischen Tradition mit einem Traktat zur Behandlung des grauen Stars vertreten. Der Text besteht aus einem diagnostischen und einem therapeutischen Teil und unterbreitet einen nichtoperativen Ansatz zur Therapie des grauen Stars: Auf den Starstich wird verzichtet, stattdessen steht die äußerliche, medikamentöse Behandlung des erkrankten Auges im Mittelpunkt. Dies entspricht der Vorgehensweise von Akademikerärzten bei der Starbehandlung. Da aber auch Wundärzte zunehmend bestrebt waren, den Star ohne operativen Eingriff zu behandeln, ist der Verzicht auf einen chirurgischen Eingriff kein hinreichender Beleg für eine universitäre Ausbildung des M. N. Daher muss es offen bleiben, ob dieser Akademikerarzt war oder aber den handwerklich-wundärztlichen Meistertitel führte. Ü: Wien, ÖNB, Cod. , r (Pap., drittes Viertel . Jh., schwäbisch/lat.); aus dem Besitz Sigismund → Gossembrots. Incipit: e «Nota fur den starn in den augˉn»; Kolophon: «hoc magister narcissus medicus  Ann[o]». L: Rainer Rudolf, VL  () Sp.  f. – Wolfgang Wegner: N., M. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Dietrich von Wesel (auch: Meister D., Meister Diether; D. v. Ress; Theodericus Reise). – Verfasser einer Reformschrift zum Basler Apothekenwesen, erste Hälfte . Jh. D. wurde an der Universität Köln zum Dr. med. promoviert. Er sammelte laut eigener Anga

. Hälfte . Jh. be praktische Erfahrungen in «welschen landen», ehe er zum Stadtarzt in Basel berufen wurde. In städtischen Archivalien ist er –, – und – nachgewiesen. In seiner Funktion als Stadtarzt verfasste D. wohl noch im ersten Viertel des . Jh. ein Memorandum, das er über die Basler Apotheken an den Rat richtete: «Meister Diether des arztes rat der apotheken halp». D. betont hierin die wichtige Funktion des Apothekers als unerlässlichem Partner des Arztes und fordert u. a. dessen Ausstattung mit Fachliteratur, Geräten und einem reichhaltigen Drogensortiment. Der Apotheker wiederum solle seine Medikamente rechtzeitig erneuern, genau den ärztlichen Rezepten folgen und bei der Veräußerung von Giften – insbesondere zur Verhütung und Abtreibung – äußerste behutsam vorgehen. Die bemerkenswert praxisnahen Vorschläge D.s nden sich zum Teil wörtlich in einer Basler Apothekenordnung von  wieder. Ü: Basel, Staatsarch, Ratsbücher A : Liber diversarum rerum, r–r (Pap., – [Text D.s vor ]). A: [Richard Wackernagel/F. A. Flückiger:] Aus dem alten Basel Tl. . In: CorrespondenzBl. für Schweizer Ärzte  () S. –. L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp.  f. – Karl Baas: Gesundheitsp ege im ma. Basel (Zürcher medizingeschichtliche Abh. ). Zürich u. a. , S. –, , . – Yvonne Thurnheer: Die Stadtärzte und ihr Amt im alten Bern (Berner Beitr. zur Gesch. der Medizin und der Naturwiss. ). Bern , S.  f. – Wolfgang Wegner: D. v. W. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . VZ Jamboninus von Cremona (auch: Iamboninus Cremonensis). – Übersetzer einer diätetischen Abhandlung, lebte wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des . Jh. (dt. Bearb. spätestens erste Hälfte . Jh.). J.s Lebensumstände sind nicht sicher zu bestimmen. In Handschrift P ndet sich die Angabe, er sei Magister gewesen und habe in Venedig gewirkt. Die Forschung hat J. verschiedentlich mit einem Magister Zambonino da Gaza aus Cremona gleichgesetzt. Dieser studierte in Paris Medizin und lehrte um  in Padua. Zambonino gilt als möglicher Verfasser des lat. Regimens Tractatus de conservatione 

. Hälfte . Jh. sanitatis, das in einer Handschrift des . Jh. überliefert ist (Padua, Biblioteca del Seminario Vescovile, cod. , ra–vb). Da auch J.s Werk auf die zweite Hälfte des . Jh. datiert wird und ebenfalls medizinisches Interesse verrät, ist eine Identität mit Zambonino insgesamt nicht unwahrscheinlich. Der in P behauptete Aufenthalt in Venedig könnte nur temporär gewesen sein, muss also Zamboninos Tätigkeit in Padua nicht widersprechen. J. wird in P als Übersetzer eines darin enthaltenen Liber de ferculis et condimentis genannt. Grundlage von J.s lat. Text war ein arabisches Werk des ˇ Bagdader Mediziners Ibn Gazla († ) aus der ˇ zweiten Hälfte des . Jh. Ibn Gazlas diätetische Schrift bietet in alphabetischer Ordnung mehr als tausend Einträge, darunter über  Speiserezepte und zahlreiche Beschreibungen von Zutaten. Der Text enthält jeweils Bezeichnungen, Anweisungen zur Zubereitung, medizinische Indikationen und Nebenwirkungen. Insgesamt orientiert sich die Schrift an den Prinzipien der Humoralpaˇ thologie. J. schuf aus Ibn Gazlas Vorlage eine Teilübersetzung mit  Artikeln, von denen in P jedoch nur rund  Rezepte erhalten sind. Jeder Artikel behandelt ein Gericht; die alphabetische Anordnung folgt dem arabischen Original. Trotz Kürzungen und anderen, durch die Übersetzung entstandenen Abweichungen gilt J.s Übertragung insgesamt als recht vorlagengetreu. So behielt J. meist die arabischen Zutaten bei, die allerdings im damaligen Europa selten und teuer waren. Man vermutet daher ein adliges oder patrizisches Zielpublikum für die Übersetzung. Handschrift M aus der ersten Hälfte des . Jh. überliefert als Püch von den chosten eine bairische Übersetzung von J.s Text. Das anonyme Werk übernimmt die  Artikel J.s und erfasst dabei ein breites Spektrum von Koch-, Brat- und Backspeisen. Die Rezepte wurden den dt. Gewohnheiten angepasst, vor allem bei den Zutaten. Hier werden besonders Fleisch, Salz, Zucker, Mandeln, Zimt und Koriander häu g genannt. Die Artikel bieten meist die arabischen Bezeichnungen der jeweiligen Speisen, manchmal auch dt. oder lat. Namen. Daneben nden sich im Text entstellte arabische Begriffe. Die Genauigkeit der Anweisungen schwankt, doch werden die medizinischen Aspekte der Rezepte ausführlich behandelt, etwa Symptome von Krankheiten. Der unbekannte Bearbeiter schrieb also für ein Laienpublikum, dem er den Text möglichst verständlich machen wollte. 

Jamboninus von Cremona Ü: P: Paris, Bibl. Nationale, Ms. lat.  (früher Suppl. lat. ), r–r (Perg., spätes . Jh., lat. Text). – M: München, BSB, cgm , r–v (Pap., erste Hälfte . Jh., mittelbair.). – Vgl. u. a. Martellotti  (s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/werke/. A: Martellotti  (s. Lit., mit lat. Text). – Friedl  (s. Lit.). – Online-Faks. von Hs. M: http://daten.digitale-sammlungen.de/. L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp. . – Francesco Novati: Maestro Jambobino da C. Traduttore dall’Arabo Fin qui Sconosciuto. In: Archivio Storico Lombardo (Ser. )  () S. –. – Donald Campbell: Arabian Medicine and Its In uence on the Middle Ages . London  (Nachdr. Amsterdam ) S. ; Bd. , ebd. , S. . – Moritz Steinschneider: Die europäischen Übersetzungen aus dem Arabischen bis Mitte des . Jh. Graz , S.  (Nr. ). – Hans Wiswe: Kulturgesch. der Kochkunst. Kochbücher und Rezepte aus zwei Jahrtausenden. München , S. . – Paolo Marangon: Il trattato ‹De conservatione sanitatis› di Zambonino da Gazzo († dopo il ). In: Quaderni per la Storia dell’Università di Padova  () S. – (wieder in: Ad cognitionem scientiae festinare. FS P. Marangon. Hg. v. Tiziana Pesenti. Triest , S. –). – Peter Heine: Kulinarische Stud. Unters. zur Kochkunst im arabisch-islamischen MA. Wiesbaden , S. –. – Il ‹Liber de ferculis› di Giambonino da Cremona. La gastronomia araba in Occidente nella trattatistica dietetica. Hg. v. Anna Martellotti. Fasano . – Enrico Carnevale Schianca: Il ‹Liber de ferculis et condimentis›, un ricettario di cucina Araba nella traduzione di Jambobino da Cremona. In: Appunti di Gastronomia  () S. –. – Ders.: Ancora a proposito di Jambobino e del ‹Liber de ferculis›. In: ebd.  () S. –. – Marianne Honold: Stud. zur Funktionsgesch. der spätma. deutschsprachigen Kochrezepthss. Würzburg , S.  f. u. ö. – Andrea Rzihacek-Bedö: Medizinische Wissenschaftsp ege im Benediktinerkloster Admont bis  (MIÖG Erg.bd. ). Wien , S.  f. – Melitta W. Adamson: Ibn Gazla auf dem Weg nach Bayern. In: Wissen über Grenzen. Arabisches Wissen und lat. MA. Hg. v. Andreas Speer/Lydia Wegener. Berlin , S. –. – Verena Friedl: ‹daz púch von den chósten›. Dynamische Edition des dt. J. v. C. nach Cgm . Mit einem Glossar und Zutatenregister. Masterarbeit Graz . MM 

Ulmannus Meister Prüs. – Autor eines medizinischen Rezepts, spätestens erste Hälfte . Jh. M. P. wird in der Haupthandschrift der Cirurgia des → Peter von Ulm erwähnt. Dort wird ihm ein Rezept gegen Beingeschwüre zugeschrieben. Die Erkrankung wird im Text durch eine Salbe und einen genähten Verband behandelt. Die von M. P. empfohlene Anwendung von Hanf und einem Laugenbad wurde von der Forschung auch in anderen Rezepten nachgewiesen, weshalb man die Benutzung älterer Vorlagen durch M. P. vermutet. Die Lebensumstände P.s sind unbekannt; eine Identität mit Johannes → Beris gilt als unwahrscheinlich. Ü: München, BSB, clm , rb (Pap., Mitte . Jh.). – Vgl. Keil  (s. Lit.). A: Keil  (s. Lit.). L: Gundolf Keil: Die ‹Cirurgia› Peters von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausg. des Textes. Ulm , S. ,  f.,  f. – Ders./Gerhard Eis: Nachträge zum VL. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S.  f. MM Heinrich von Hall. – Autor eines Rezepts zur Salpeterherstellung, erste Hälfte . Jh. In einer mitteldt. Handschrift des . Jh. wird H. ein Rezept für gereinigten Salpeter zugeschrieben. Der Text steht inmitten von weiteren Anweisungen, die sich mit Feuerwaffen und Schießpulver beschäftigen. H.s Urheberschaft weiterer Rezepte ist aber ebenso unbekannt wie seine Lebensumstände. Die Forschung vermutet in ihm einen mitteldt. Alchemisten aus der ersten Hälfte des . Jh., der möglicherweise beru ich mit Artillerie befasst war. Man hat eine Identität H.s mit Heinrich Kudorfer erwogen, der um / in einem Ort namens Hall (Halle/Salle?) wirkte und alchemistische Texte schrieb. Bereits  schrieb sich ein gleichnamiger Kleriker in Erfurt ein – der Name H. v. H. kam also in Mitteldeutschland durchaus vor. Ü: Hamburg, SUB, cod. alchim. , r–v (. Jh., mitteldt.). – Vgl. Telle  (s. Lit.). L: Joachim Telle, VL  () Sp.  f. – Ders., LexMA  () Sp. . – Gerhard Eis: Ma. Fachprosa der Artes. In: Dt. Philologie im Aufriß. Bd. . Hg. v. Wolfgang Stammler. Berlin , Sp. –, hier S. . MM 

. Hälfte . Jh. Ulmannus (auch: Johannes U., Frater Almannus) OFM (?), † nach  (?). – Verfasser einer alchemistischen Abhandlung. U. wird gewöhnlich das dt. Buch der Heiligen Dreifaltigkeit (auch Liber sancte trinitatis) zugeschrieben. Über sein Leben sind nur wenige, im Buch vermerkte Tatsachen bekannt. So stammte der im Text namenlos bleibende Verfasser nach eigenen Angaben aus einem «Jungfrauen Ort» und wanderte in Armut umher. Ab  arbeitete er am Buch und hielt sich um / in Konstanz auf, wo zeitgleich ein kirchliches Konzil stattfand. Dort überreichte U. / dem König und späteren Kaiser Sigismund (–) eine erste Abschrift seines Werks. U. schrieb danach weiter am Buch und übergab eine zweite Fassung  an Friedrich I. (–), Burggraf von Nürnberg und Markgraf von Brandenburg. Ab dem . Jh. wurde der Verfasser des Buchs mit einem U. genannten Minoriten identi ziert. Tatsächlich hat die neuere Forschung den Autor aufgrund von Indizien im Werk vorsichtig einem franziskanischen Milieu zugeordnet. Weitergehende Annahmen gelten jedoch als unwahrscheinlich – etwa eine nd. Herkunft U.s oder seine Mitgliedschaft im Hofstaat Friedrichs I. Auch Zuschreibungen weiterer Werke an U. sind mit Skepsis zu betrachten. Das Buch ist seit dem frühen . Jh. in mehr als  Handschriften überliefert. Sie enthalten vollständige Fassungen mit teils ganzseitigen Illustrationen, aber auch Textauszüge, Fragmente oder allein die Zeichnungen des Buchs. U. a. in den Handschriften D und W ist die sog. Cadolzburger Fassung erhalten, die  auf der gleichnamigen Burg geschrieben wurde. Möglicherweise ließ Friedrich I. sie für seinen Sohn Johann den Alchemisten (–) anfertigen. Die Einordnung der frühen Textzeugen ist strittig. Kodex B gilt verschiedentlich als jener Autograph, der  an Friedrich I. überreicht wurde. Handschrift L wurde vereinzelt als U.-Autograph mit einer Konzeptfassung des Buchs aufgefasst, manchmal aber auch als Notizbuch des Redaktors der Cadolzburger Fassung angesehen. Inhaltlich mischt das Buch auf originelle Weise Alchemie, Astrologie, Prophezeiungen und christliche Theologie. Der erste Teil überträgt die Leiden Christi auf die Metalle. Der zweite Teil ist von alchemistischen und astrologischen Anweisungen geprägt. Der dritte Teil kehrt zur Passion Christi zurück, behandelt aber auch Maria sowie Tugenden und Laster. Die Schrift ist stellenweise tabellarisch angelegt, etwa bei den Hinweisen auf gute 

. Hälfte . Jh. Tage für alchemische Arbeiten. Andere Abschnitte enthalten apokalyptische Visionen, in denen Gestalten wie der Endkaiser und der Antichrist auftreten. U. sieht sich hier als von Gott berufener Verkünder höherer Wahrheiten. In dieser Rolle ruft er auch zum Kampf gegen Ungläubige und Ketzer auf. Die alchemistischen Teile des Werks sind stark allegorisch geprägt und stehen im Kontext christlicher Lehren. So wird der Stein der Weisen zur Dreifaltigkeit in Bezug gesetzt, das Gelingen des alchemischen Werks zur Auferstehung Christi. Die sieben Wunden Christi werden sieben Tugenden und Planeten zugeordnet. In der Cadolzburger Fassung überwiegen die alchemistischen Anweisungen, während die religionspolitischen Positionen abgeschwächt wurden. Als Autoritäten erscheinen im Buch u. a. → Aristoteles, Hermes Trismegistos, → Albertus Magnus und die → Turba philosophorum. Daneben bestehen Parallelen des Buchs zur → Tabula smaragdina, zur Reformatio Sigismundi und zum → Oberrheinischen Revolutionär. Von besonderem Interesse sind außerdem die zahlreichen farbigen Illustrationen des Buchs. Sie zeigen chemische Gerätschaften wie Öfen und Kolben, Rebistrinitäten, den Antichrist und ein Planetenrad. Hinzu kommen Darstellungen von Christus – u. a. als Gekreuzigten und Weltenrichter –, Maria und Gottvater. Einzelne Illustrationen des Buchs wurden später in → Sol und Luna und in der → Vera scientia alchimiae wieder aufgegriffen. Die weitere Rezeption erfolgte durch Alchemisten des SpätMA und der Frühen Neuzeit, etwa Georg → Klett, Herbrandt Jamsthaler und Johann Conrad Creiling. Eine Rezeption des Buchs durch Paracelsus ist umstritten. Insgesamt gilt das Buch als Werk mit zahlreichen Schwächen, die u. a. in seinen textlichen Unebenheiten und seiner oft assoziativen Anlage begründet sind. Verschiedentlich wurde der Text sogar als Werk eines Geisteskranken denunziert. Zugleich wird U.s Schrift als frühem dt. Beispiel für die Verbindung von Alchemie und christlicher Theologie bis heute besondere Bedeutung eingeräumt. Ü: Mehr als  Hss. – Verzeichnis bei Buntz  (s. Lit.). – Obrist  (s. Lit.). – Putscher  (s. Lit.). – Norbert H. Ott u. a.: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Bd. . München , S. –. – Telle  (s. Lit.). – Horchler  (s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/werke/. 

Ulmannus Ausgewählte Hss. mit illustrierten und vollständigen Fassungen des Buchs: W: Wolfenbüttel, HAB, cod. Guelf.  Helmst., r–r (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.). – B: Berlin, Staatliche Museen, Kupferstichkabinett, cod.  A , ra–rb (Pap., um –, bair.). – L: London, Wellcome Institute for the History of Medicine, MS , v–v (Pap., um – oder später). – N: Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs. , ra–vb (Perg., um , mitteldt.). – P: Prag, Stadtarch., Rkp. ,  Bll. (zweite Hälfte . Jh.). – M: München, BSB, cgm , ra–ra (Pap., frühestens  in der zweiten Hälfte . Jh., ostfränkisch). – S: St. Gallen, Kantonsbibl., VadSlg Ms. , r–r (Pap., ). Sog. Cadolzburger Fassung u. a. in: D: Dresden, LB, Mscr. N , r–v (Pap., , ostfränkisch). – W: Wolfenbüttel, HAB, cod.  Blankenburg, r–v (Pap., , ostmitteldt.). Vgl. u. a. Ott  (s. o.). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/ . A: Junker  (s. Lit.). – Abb. auch bei Duveen , Buntz , Obrist , van Lennep , Putscher  und Bachmann/Hofmeier  (alle s. Lit.). – Online-Faks. von Hs. M: http://daten.digitale-sammlungen.de/. – OnlineFaks. von Hs. D: http://digital.slub-dresden.de/. L: Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Gustav F. Hartlaub: Signa Hermetis. Zwei alte alchemistische Bilderhss. In: Zs. des dt. Ver. für Kunstwiss.  () S. – (wieder in: Ders.: Kunst und Magie. Gesammelte Aufsätze. Hg. v. Norbert Miller. Hamburg , S. –). – Wilhelm Ganzenmüller: Das ‹Buch der heiligen Dreifaltigkeit›. In: AfK  () S. – (wieder in: Ders.: Beitr. zur Gesch. der Technologie und der Alchemie. Weinheim/ Bergstraße , S. –). – Denis Duveen: Le ‹Livre de la Très Sainte Trinité›. In: Ambix  () S. –. – Herwig Buntz: Dt. alchimistische Traktate des . und . Jh. Diss. München , S. –. – Ders.: Die europäische Alchimie vom . bis zum . Jh. In: Alchimia. Ideologie und Technologie. Hg. v. Emil Ploss u. a. München , S. –, hier S. –. – H. Buntz: Das ‹Buch der Heiligen Dreifaltigkeit›. Sein Autor und seine Überl. In: ZfdA  () S. –. – J. Telle: ‹Sol und Luna› Literarund alchemiegeschichtliche Stud. zu einem altdt. Bildgedicht. Hürtgenwald , passim. – Barbara 

Vom Stein der Weisen Obrist: Les Débuts de l’Imagerie Alchimique. Paris , S. –, –. – Jacques van Lennep: Alchimie. Contribution à l’Histoire de l’Art Alchimique. Brüssel , S. –. – Uwe Junker: Das ‹Buch der Heiligen Dreifaltigkeit› in seiner zweiten, alchemistischen Fassung (Kadolzburg ). Köln . – Marielene Putscher: Das Buch der Heiligen Dreifaltigkeit und seine Bilder in Hss. des . Jh. In: Die Alchemie in der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgesch. Hg. v. Christoph Meinel. Wiesbaden , S. –. – Ingrid Flor: Die Krönung Mariae und der ‹ChristusAdler›. Zur Herrschaftssymbolik spätma. Endzeitprophetie. Die Marienkrönungsminiatur im ‹Buch der heiligen Dreifaltigkeit› des Franziskaners U. In: Umení  () S. –. – Willem F. Daems: ‹Sal-Merkur-Sulfur› bei Paracelsus und das ‹Buch der Heiligen Dreifaltigkeit›. In: Ders.: ‹Denn der Himmel ist der Mensch, und der Mensch ist der Himmel ...› Paracelsica. Dornach , S. –. – Helmut Birkhan: Das alchemistische Zeichen. Allgemeines zur wissenschaftlichen Axiomatik der Alchemie und Spezielles zum ‹Buch der Heiligen Dreifaltigkeit›. In: Keith Griffiths: The Presence. Hg. v. Siegfried Zielinski mit Angela Huemer. Graz [], S. –. – Mino Gabriele: Alchimia e Iconologia. Udine , S. –. – Manuel Bachmann/Thomas Hofmeier: Geheimnisse der Alchemie. Basel , S. –. – Jörg J. Berns: Aquila Biceps. Die mnemotechnische Belastbarkeit des Reichsadlers und das Problem der Schemaüberblendung. In: Seelenmaschinen. Gattungstraditionen, Funktionen und Leistungsgrenzen der Mnemotechniken vom späten MA bis zum Beginn der Moderne. Hg. v. dems./Wolfgang Neuber. Wien u. a. , S. –, hier S. –. – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S. –,  f. – I. Flor: Glaube und Macht. Die ma. Bildsymbolik der trinitarischen Marienkrönung. Graz , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f.,  u. ö. MM Vom Stein der Weisen. – Alchemistisches Lehrgedicht, . Jh. oder früher. Die Entstehung der anonymen dt. Dichtung wird von der Forschung spätestens im . Jh. ver

. Hälfte . Jh. mutet. Das wahrscheinlich im mitteldt. Sprachraum verfasste Werk ist in zahlreichen Handschriften und Drucken ab dem . Jh. erhalten. Die Abschriften und Bearbeitungen reichen bis ins späte . Jh. In vielen Textzeugen besteht Überlieferungsgemeinschaft mit einem auf der → Turba philosophorum beruhenden Spruchgedicht. Dieses ähnelt in Form und Inhalt V. S. d. W., gilt aber als eigenständiges Werk. Auch ist V. S. d. W. nicht mit anderen Texten zu verwechseln, die in der Forschung unter gleichem oder ähnlichen Namen rmieren – etwa einem Spruchgedicht von Hans → Folz, einer alchemistischen Dichtung von Georg → Klett und einem Vers-Bild-Traktat → Lamsprings. V. S. d. W. umfasst  vierzeilige Strophen in Kreuzreimen. In belehrender und rhetorisch aufgeladener Sprache beschreibt der Text den Prozess zur Herstellung jener alchemistischen Substanz, die im Gedicht als «dy ware tingtur» bezeichnet wird und die Umwandlung niederer Metalle in Edelmetall ermöglichen soll. Die in dem Gedicht dargestellten Methoden der Fermentation und Elementewandlung entsprechen ebenso den Konventionen der zeitgenössischen Alchemistenliteratur wie die drei Arbeitsstufen Nigredo, Albedo und Rubedo. Als etwas eigenständiger gilt hingegen der Rückgriff des Verfassers auf die orientalische Zwei-SchwefelLehre. Jenseits der reichhaltigen Überlieferung erfuhr V. S. d. W. eine bis in die Frühe Neuzeit reichende Rezeption. Lamspring benutzte den Text wahrscheinlich um  für seinen gleichnamigen Traktat. Im . Jh. griff Caspar Hartung das Gedicht in Von der Bereitung des Steins auf. Später erschien V. S. d. W. u. a. im Aureum vellus (), im Promptuarium Alchemiae (), in Philipp Morgensterns Ausgabe von Turba philosophorum () und im Promptuarium Alchemiae Ander Buch (). Im . Jh. entstand auch eine  gedruckte Bearbeitung von V. S. d. W. in Paarreimen. Ü: Rund  Hss. und Drucke ab dem . Jh. Verz. bei Telle  und Telle  (s. Lit.). – Die Überlieferungsgemeinschaft mit dem Turba philosophorum-Spruchgedicht zeigt sich u. a. in der frühen Sammelhs. H: Wien, ÖNB, cod. Vindob. , v–r (Pap., um , nordbair.). – Vgl. Telle  (s. Lit.; mit H als Grundlage der Ausg.). – www.handschriftencensus.de/ . 

. Hälfte . Jh. D: Verz. bei Telle  und Telle  (s. Lit.). – Druck der Bearbeitung in Paarreimen: Johann Schütze: Ein altes sehr schönes und herrliches Tractätlein von dem Gebenedeyeten Stein der uhralten Weisen worinnen gehandelt wird Von desselben Materie/ Bereitung und hohen Tugenden und Würckungen [...]. Hamburg: Johann Härtel, , S. – (VD :N). A: Telle  (s. Lit.) S. –. – Online-Faks. von VD :N: www.mdznbn-resolving.de/. L: Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Ders.: Ein altdt. Spruchgedicht nach der ‹Turba philosophorum›. In: ZfdPh  () S. –. – Zu weiteren Gedichten gleichen Namens vgl. J. Telle: ‹V. S. d. W.› Eine alchemoparacelsistische Lehrdichtung des . Jh. In: Analecta Paracelsica. Stud. zum Nachleben Theophrast von Hohenheims im dt. Kulturgebiet der frühen Neuzeit. Hg. v. dems. Stuttgart , S. –. – Ders.: Neptun unter Alchemikern. Ein dt. Lehrgedicht ‹Vom alchemischen Stein› des Görlitzer Juristen Georg Klet (). In: Realität als Herausforderung. Lit. in ihren konkreten hist. Kontexten. FS Wilhelm Kühlmann. Hg. v. Ralf Bogner u. a. Berlin/New York , S. –. MM Vera scientia alchimiae. – Alchemistische Kompilation, um /. Die anonyme Schrift wird von der Forschung auf um / datiert und ist in vier Handschriften ab ca.  überliefert. V. s. a. kombiniert alchemistische Text- und Bildelemente aus verschiedenen Quellen zu einer inhaltlich locker gefügten Sammlung mit allegorischem Ansatz. Grundthema ist die heilende Wirkung der Alchemie auf Menschen und Metalle. So werden P aster, Bäder und Wasser des Lebens ebenso erwähnt wie die Herstellung von Gold und Silber. Der Text ist weitgehend in dt. Prosa abgefasst, enthält aber auch lat. Sätze und Begriffe sowie Abschnitte in gereimten Versen. Hinzu kommen  Zeichnungen mit allegorischen Darstellungen in der Bildsprache der Alchemisten. Gezeigt werden u. a. Hermaphroditen, Doppeladler, Drachen, die Krönung Marias, Hermes Trimegistos und die sog. Rebis-Trinität, außerdem Öfen, Destillierkolben und andere Instrumente. Der Inhalt speist sich aus zahlreichen Werken der ma. Alchemie. So übernahm oder variierte der Kompilator Textteile und mindestens sechs 

Vera scientia alchimiae Bilder aus dem Buch von der Heiligen Dreifaltigkeit des Frater → Ulmannus. Zu den weiteren Textund Bildquellen zählen das Domus thesaurorum des → Alphidius, die Tabula chemica des → Senior Zadith, der → Tractatus aureus und möglicherweise → Sol und Luna. V. s. a. wurde u. a. von Hieronymus Reusner in dessen erstmals  gedruckter Pandora rezipiert und oss auch in Vom Tinkturwerk (zweite Hälfte . Jh.) ein. In der Forschung gilt V. s. a. als unsystematisch und kompilatorisch, zugleich aber als historisch bedeutsam. Das Werk dokumentiert in seinen Bildpartien frühe alchemistischen Darstellungen des dt. Raums, während die Versabschnitte seltene Beispiele spätma. Dichtungen alchemistischen Inhalts bieten. Ü: M: Manchester, John Rylands University Library, German. MS  (früher Wigan, Biblioteca Lindesiana, MS German. ), r–v (Perg., um , bair.-öst.). – L: Leiden, UB, cod. Voss. Chym. F , r–r (Pap., Erfurt, , thüringisch-obersächsisch). – K: Kassel, LMB, ° Ms. chem. , r–r (Pap., Mittelhessen, . – B: Basel, UB, cod. L IV , – (Pap., ). Vgl. Norbert H. Ott u. a.: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Bd. . München , S. – (Nr. ..), S. – (Nr. ..), S. – (Nr. ..). – Hartmut Broszinski: Manuscripta chemica in Quarto. Wiesbaden , S. –. – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/ . – www.handschriftencensus.de/. D: PANDORA, Das ist Die Edleste Gab Gottes oder der Werde vnnd Heilsamme Stein der Weisen [...]. Hg. v. Hieronymus Reusner. Basel: Samuel Apiarius, , S. – (VD R ). – Weitere Drucke des . Jh.: Basel: Sebastian Henricpetri,  (VD R ). – Ebd.,  (VD R ). A: Online-Faks. von Hs. K: http:// orka.bibliothek.uni-kassel.de/. – Online-Faks. von VD R : http://daten.digitale-sammlungen. de/. L: Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Barbara Obrist: Les Débuts de l’Imagerie Alchimique, XIVe–XVe Siècles. Paris , S. –. – J. Telle: Buchsignete und Alchemie im XVI. und XVII. Jh. Stud. zur frühneuzeitlichen Sinnbildkunst. Hürtgenwald , S.  f. – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden

Tractatus aureus Baden , S.  f.,  f. – J. Telle: ‹Vom Tinkturwerk›. Ein alchemisches Reimpaargedicht des . Jh. und seine Bearb. von Andreas Ortel () und J. R. V. (). In: Gesch. der Sprache. Sprache der Gesch. Probleme und Perspektiven der hist. Sprachwiss. des Deutschen. Hg. v. Jochen A. Bär/ Marcus Müller. Berlin , S. – (wieder in: J. Telle u. a.: Alchemie und Poesie. Dt. Alchemikerdichtungen des . bis . Jh. Unters. und Texte. Bd. . Berlin u. a. , S. –). – Wappen und Wappendichtung in der V. s. a. In: Telle  (s. o.), Bd. , S. –. MM Tractatus aureus (Septem tractatus seu capitula Hermetis Trismegisti aurei). – Alchemistische Abhandlung, dt. ab spätestens /. Der T. a. vermittelt in stark verschlüsselter Form Lehren über das Elixier der Alchemisten. Die Gestalten von König und Königin veranschaulichen hier die Verbindung von männlichem und weiblichem Prinzip, durch die das arkane Werk der Gewinnung des Steins vollbracht werden soll. Der T. a. verschleiert die alchemischen Zusammenhänge durch zahlreiche Decknamen, zu denen u. a. in der Fachliteratur verbreitete Tiere wie Drache und Rabe gehören. Trotz seines hermetischen Charakters erlangte der Traktat nachhaltige Beliebtheit: Ursprünglich ein arabischer, dem Hermes Trismegistos zugesprochener Text, war er ab dem . Jh. in zwei lat. Bearbeitungen verbreitet. Zahlreiche, teils kommentierte Drucke belegen die über das MA hinausreichende Wirkung des Werks. Während die lat. Drucke bereits  einsetzten, wurde der T. a. erst ab  in dt. Sprache gedruckt. Die volkssprachige dt. Rezeption des T. a. begann aber bereits im MA. Der Text oss in ein alchemistisches Text-Wappen-Ensemble ein, das zuerst als Teil der um / entstandenen Kompilation → Vera scientia alchimiae überliefert ist. Autor und Entstehungsumstände des Ensembles sind unbekannt. Es umfasst zunächst zwei ktive Wappen, die jeweils durch eine Prosabeischrift und eine vierzeilige Versdichtung ergänzt werden. Darauf folgen ein Traktat und ein abschließendes Gedicht aus  Reimpaarversen. Der im Ensemble enthaltene Traktat versammelt Auszüge aus dem Domus thesaurorum des → Alphidius und aus den Kapiteln  und  des T. a. Die T. a.-Exzerpte gelten als textlich stark verderbt und zersetzt. Daher erlauben sie keine Rückschlüsse auf ihre Vorlage. Die Wappen stellen tierische Decknamen aus dem T. 

. Hälfte . Jh. a. bildlich dar. Die Triade der Schild guren Adler, Rabe und Ouroboros ist über ikonographische Bezüge mit der alchemistischen Aurora consurgens-Tradition verbunden. Insgesamt ist das TextWappen-Ensemble als frühester Beleg einer T. a.Rezeption in dt. Sprache von Bedeutung. Auch wird es zu den ältesten Beispielen wappenkünstlerisch gestalteter Alchemieliteratur in Deutschland gezählt. Ü (dt.): Hauptüberlieferung des dt. Text-Wappen-Ensembles: M: Manchester, John Rylands University Library, German Ms.  (früher Wigan, Biblioteca Lindesiana, MS German. ), v–v (Perg., um , bair.-österr.). – L: Leiden, UB, cod. Voss. Chym. F , v (Pap., Erfurt, , thüringisch-obersächsisch; Fragm.). – K: Kassel, LMB, ° Ms. chem. , r–v, r (Pap., Mittelhessen, ). – B: Basel, UB, cod. L IV , S. – (Pap., ). – K: Kassel, LMB, ° Ms. chem. , Fasc. I, v (Pap., um /; Fragm.). – T: Tˇreboˇn, Státní oblastní archiv, Rosenberg , ohne Signatur, r (um , Fragm.). Vgl. u. a. Norbert H. Ott u. a.: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Bd. . München , S. – (Nr. ..), S. – (Nr. ..), S. – (Nr. ..). – Telle  und  (beide s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/ . – Zur separaten Bildüberlieferung vgl. das Verz. bei Telle  (s. Lit.). D: Dt. Erstdruck des Text-WappenEnsembles: Pandora, Das ist, Die Edleste Gab Gottes, oder der Werde vnnd Heilsamme Stein der Weisen, mit welchem die alten Philosophi, auch Theophrastus Paracelsus, die unvolkommene Metallen durch Gewalt des Fewrs verbessert [...]. Hg. v. Hieronymus Reusner. Basel: Samuel Apiarius , S. – (VD R ). A: Telle  (s. Lit.). – Teilfaks. bei Ploss , Obrist , Lennep  und Horchler  (alle s. Lit.). – Online-Faks. von Hs. K: http://orka.bibliothek.uni-kassel.de/ viewer/image///. L: Joachim Telle, VL  () Sp. –. – Emil Ploss u. a.: Alchimia. Ideologie und Technologie. München , S. . – Barbara Obrist: Les Débuts de l’Imagerie Alchimique. Paris , S.  f. mit Abb. . – Jacques van Lennep: Alchimie. Contribution à l’Histoire de l’Art Alchimique. Brüssel , S.  (Abb. ), 

. Hälfte . Jh. S.  (Abb. ). – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S. –,  f. – J. Telle: Wappen und Wappendichtung in der ‹Vera scientia alchimiae›. In: Alchemie und Poesie. Dt. Alchemikerdichtungen des . bis . Jh. Bd. . Unters. und Texte. Hg. v. J. Telle. Mit Beitr. von Didier Kahn und Wilhelm Kühlmann. Berlin/Boston , S. – (mit weiterer Lit.). – Vgl. auch die Lit. zur Vera scientia alchimiae. MM Bock, Johann. – Verfasser alchemistischer Schriften, erste Hälfte . Jh. B. zählt zu den wenigen namentlich bekannten Autoren der frühen böhmischen alchemistischen Tradition. Unter seinem Namen sind zwei Fachschriften überliefert: Augmentum und Fixacio armoniaci. B. dürfte mit «deme clwgen meister Hansen Bock von Prage ein sone der hochgelobten kunst» identisch sein, für den → Konrad von der Weyden laut eigener Mitteilung eine alchemistische Practica aus dem angeblichen Besitz «cesaris Sigismundo» aus dem Lat. ins Dt. übersetzt hat. Im Umfeld des Hofes Kaiser Sigismunds sind alchemistische Bemühungen nachgewiesen, die vermutlich von dessen zweiter Gattin, Barbara von Cilli, gefördert wurden. Ü: Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs. , r–r (Augmentum) r (Fixacio) (Pap., Mitte . Jh., ostmitteldt.). Die Practica Konrads ndet sich in diesem Codex auf v–v (Angaben zu B.: v). – Ebd., Hs. , v (Fixacio) v–r (Augmentum) (Pap., zweite Hälfte . Jh., ostmitteldt.). Auf v–v scheint eine Vorlesungsnachschrift o. ä. eingetragen zu sein: «reperetur etiam es relatu magistri Johannis Pogk». Auf r–v steht die Practica mit den gleichen Angaben wie in Hs. . – Vgl. zu den Hss.: Lotte Kurras: Die dt. ma. Hss. Zweiter Tl.: Die naturkundlichen und hist. Hss., Rechtshss., Varia (Kat. des Germ. Nationalmuseums Nürnberg /). Wiesbaden , S.  f., . A: Horchler (s. Lit.; mit Abb. aus Hs. ) S. – (Augmentum)  f. (Fixacio). L: Joachim Telle, VL  () Sp. . – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA (DWVSchr. zur Medizingesch. ). Baden-Baden , S.  f.,  f. VZ 

Bock Secreta antiquorum philosophorum (auch: Alchimi vnd Bergwerck, Alchimia). – Kompilation chemisch-alchemistischer Rezepte, spätestens erste Hälfte . Jh. Die anonyme dt. Schrift ist unter verschiedenen Bezeichnungen überliefert. In den Hss. als S. a. p. betitelt, erscheint sie in Drucken auch als Alchimi vnd Bergwerck oder Alchimia, in der Forschungsliteratur außerdem u. a. als Practica des → Ps.-Albertus Magnus. Der Text ist in Kapitel unterteilt, deren Zahl je nach Fassung schwankt. Gewöhnlich sind mehr als  Kapitel enthalten, innerhalb deren meist zwei Hauptteile unterschieden werden. Der erste Teil versammelt chemische Rezepte zur Herstellung von Zinnober, Lasur, Grünspan, Bleiweiß, Vitriol, Natron, Borax, Salpeter, Petroleum und anderen Substanzen. Diese werden in S. a. p. meist durch Kalzination gewonnen. Der zweite Teil der Sammlung beschreibt alchemistische Methoden zur Gewinnung von Gold und Silber. Der Kerntext von S. a. p. ist in mehreren Handschriften ab der ersten Hälfte des . Jh. überliefert. Die früheste Handschrift ist ostmitteldt., doch wurde von der Forschung auch schon eine Tiroler Herkunft der Sammlung vermutet. In den Handschriften wird der Text oft von Zeichnungen chemischer Instrumente begleitet. Besondere Wirkung entfaltete S. a. p. durch seine im . Jh. einsetzenden Drucke. Aus der Zeit von  bis  sind neun Ausgaben bekannt. Der als Alchimi vnd Bergwerck  publizierte Erstdruck enthält die Vorrede eines Peter Kertzenmacher. Dessen Identität und Funktion für die Veröffentlichung sind unbekannt. Möglicherweise agierte er nur als Herausgeber. Die Forschung hat textliche Parallelen von Alchimi vnd Bergwerck zu anderen Drucken herausgearbeitet, aus denen sich Kertzenmacher vielleicht bediente – so zu Kunst vnd recht Alchameibüchlein (), Gebrauch der Alchimei () und Bergwerck vnd Probirbüchlein (). Die weiteren Drucke des Werks erschienen als Alchimia; sie wurden vor allem im zweiten Teil eigenständiger gegenüber den Fassungen der Handschriften. Der Kerntext wurde in den Drucken auch um Anhänge mit zwei älteren Traktaten erweitert: De aqua penetrativa, quae solvit omnia metalla (Gilberti Cardinalis kunst, alle Metall zu soluieren, ./. Jh.) und Von den gifftigen bösen dämpffen vnd rauchen der Metal () von Ulrich → Ellenbog. Ü: J: Jena, ULB, Ms. El. q. , r–v, r–v, v–r (Pap., erste Hälfte . Jh., ostmitteldt.). – A: Augsburg, SuStB, ° 

Toke cod. , Nr. , r–v (Pap., zweite Hälfte . Jh., bair.). – F: Frankfurt/M., UB, Ms. germ. qu. , r–v (Pap., , südrheinfränkisch). – G: St. Gallen, Kantonsbibl./Vadiana, Ms. , r–r (Pap., , westmitteldt.-bair.). – H: Heidelberg, UB, cpg , r–v (Pap., um /, hochdt.). – K: Karlsruhe, LB, Hs. Bernus . Vgl. Birgitt Weimann: Die ma. Hss. der Gruppe Manuscripta Germanica (Kat. der Stadt- und UB Frankfurt a. M. /). Frankfurt/M. , S. –. – Powitz  (s. Lit.). – Bernhard Tönnies: Die Hss. der Thüringer ULB Jena. Bd. : Die ma. lat. Hss. der ElectoralisGruppe. Wiesbaden , S. –. – Pamela Kalning: Cod. Pal. germ. . UB Heidelberg , http://digi.ub.uni-heidelberg.de/. – http:// archive.thulb.uni-jena.de/. – www.handschriftencensus.de/. D: Als Alchimi vnd Bergwerck unter dem Namen Peter Kertzenmachers: Straßburg: Jakob Cammerlander,  (VD K ). – U. d. T. Alchimia erschienen weitere sieben Drucke von  bis  in Straßburg, Frankfurt/M. und Augsburg (VD –, VD :T). Auch  wurde das Werk noch einmal gedruckt. – Vgl. auch Volker F. Brüning: Bibliogr. der alchemistischen Lit. Bd. . München , S.  (Nr. ). A: Darmstädter  (s. Lit.) S.  (Teilausg.). – Alchimie und Bergwerk. In: Frühnhd. Lesebuch. Hg. v. Oskar Reichmann/Klaus-Peter Wegera. Tübingen , S. – (Teilausg.). – Gantenbein  (s. Lit.; Teilausg.). – Online-Faks. von Hs. F: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis: :–. – Online-Faks. von Hs. J: http:// archive.thulb.uni-jena.de/. – Online-Faks. von Hs. H: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ cpg. – Online-Faks. von VD K  und VD K : http://daten.digitale-sammlungen. de/. L: Gundolf Keil, VL  () Sp. –. – Ernst Darmstädter: Berg-, Probirund Kunstbüchlein. München , S. –, . – Helmut Wilsdorf: ‹Alchimi und Bergwerck›. Zur Entdeckungsgesch. einiger Elemente aus bergmännischen Produkten. In: Abh. des Staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie zu Dresden  () S. –. – Joachim Telle: A. und B. In: Die dt. Lit. Biographisches und bibliographisches Lex. Reihe II, Abt. A, Bd. . Hg. v. Hans-Gert Roloff. Stuttgart-Bad Cannstatt , S. –. – Rosarium philosophorum. Bd. . Hg. 

. Hälfte . Jh. v. J. Telle. Weinheim , S. . – Urs Gantenbein: Das Kunstbuch des Michael Cochem (Ms. Vadiana ) aus dem Jahr . Seine Bedeutung für die medizinische Alchemie. In: Mitt. der Fachgruppe Gesch. der Chemie der Ges. dt. Chemiker  () S. –. – Gerhardt Powitz: Privater Buchbesitz in Frankfurt a. M. während des späten MA. In: Arch. für Frankfurts Gesch. und Kunst  () S. –, hier S.  (Anm. ). MM Nikolaus von Paris. – Verfasser eines alchemistischen Traktats, lebte spätestens um Mitte . Jh. Einem gleichnamigen Magister wird in zwei Handschriften ein alchemistischer Traktat in dt. Sprache zugeschrieben (Tractat in alchymia von silber vnde von golde). Beide Handschriften entstanden während des . Jh. im ostmitteldt. Raum. Der Text lehrt die Herstellung von Gold unter Zuhilfenahme von Silber, Salmiak, rotem Eisen und Pferdemist. Der als Verfasser genannte N. v. P. wurde bislang nicht identi ziert. Die Zuschreibung bezieht sich wohl nicht auf den Pariser Notar, Immobilienspekulanten und als angeblicher Alchemist berühmt gewordenen Nicolas Flamel († ), da diesem erst ab  alchemistische Werke zugesprochen wurden. Ü: Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs. , r–r (Pap., zweite Hälfte . Jh., ostmitteldt.). – Ebd., Hs. , v–v (Pap., Mitte . Jh., ostmitteldt.). – Vgl. Lotte Kurras: Die dt. ma. Hss. Bd.  (Kat. des Germ. Nationalmuseums Nürnberg /). Wiesbaden , S. –,  f. – www.handschriftencensus.de/werke/. L: Lotte Kurras, VL  () Sp. . – Gerhard Eis: Ma. Fachlit. Stuttgart , S. . – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. BadenBaden , S. . – Mary A. Rouse: Archives in the Service of Manuscript Study. The WellKnown Nicolas Flamel. In: Patrons, Authors and Workshops. Books and Book Production in Paris around . Hg. v. Godfried Croenen. Louvain u. a. , S. –. MM Toke, Heinrich (auch: Tocke, Tok, Tokius, Henri de Bremen, Henri Toke, Henricus Chanoine de Magdeburg, Henricus de Brême, Henricus de Bremen, Henricus de Thocken, Henricus Token), 

. Hälfte . Jh. * um  Bremen, † nach .. Magdeburg. – Theologe. Der aus einer Bremer Kaufmannsfamilie stammende T. wurde am .. an der Universität Erfurt immatrikuliert («de Brema»;  Baccalaureus, .. Magister artium) und hielt seit .. eigene Vorlesungen. Er widmete sich ab  theologischen Studien (mit bezeugtem Studienaufenthalt in Paris).  wurde er in das Concilium der Artistenfakultät aufgenommen.  wechselte T. zusammen mit seinem jüngeren Bruder Hermann († ) an die neugegründete Universität Rostock und war / erster Dekan der Artistenfakultät (erneut Dekan im Sommersemester ); am .. wurde er zum Rektor der Universität gewählt.  erfolgte die Promotion zum Dr. theol. an der Universität Erfurt. T. war Inhaber eines Domkanonikats mit Lektur in Magdeburg, wo er auch als Domprediger tätig war. Er hielt sich mehrmals in Lübeck und Bremen auf; spätestens  war er auch Kanoniker in Bremen, wo er  als Erzbischofskandidat unterlag. Seit  setzte T. sich verstärkt für eine Kirchenreform ein. Im selben Jahr untersuchte er mit Heinrich Zolter die Bluthostie in Wartenburg, brachte sie nach Überwindung von Widerständen (u. a. der Berater der Witwe des sächsischen Herzogs) nach Magdeburg und widerlegte angebliche Wunder der Bluthostie in Jüterbog, Wittenberg und Zerbst.  nahm T. möglicherweise am Reichstag in Nürnberg teil. Am .. wurde er als Vertreter des Erzbischofs Günther von Magdeburg, der Bischöfe von Merseburg und Brandenburg sowie der Universität Erfurt am Basler Konzil inkorporiert, das  von Papst Martin V. einberufen worden war. In Basel beteiligte er sich an den Verhandlungen mit den Hussiten und gehörte / den Konzilsgesandtschaften nach Böhmen an – im  Mai mit Johannes → Nider und → Johannes von Gelnhausen nach Eger, im April/Mai und erneut im Oktober/November  mit Juan de Palomar nach Eger und Prag. Im Herbst  begleitete T. Erzbischof Balduin von Bremen zum Nürnberger Reichstag, reiste mit einer kurfürstlichen Gesandtschaft erneut nach Basel und nahm im Frühjahr  als Vertreter des Erzbischofs von Magdeburg am Reichstag in Mainz teil. Ab  wieder in Magdeburg, bemühte T. sich verstärkt und teilweise erfolgreich um Kirchen- und Klosterreform (u. a. in Halle und Magdeburg) und trat 

Toke besonders gegen die Anerkennung des Blutwunders von Wilsnack auf. Von  bis zur Resignation kurz vor seinem Tod war er Thesaurar von St. Gangolf in Magdeburg. T. hat sich schriftlich fast ausnahmslos in lat. Sprache geäußert. In keiner seiner Predigten, Reden und Schriften, die in der Regel auf kirchenpolitische Verhältnisse und Situationen kirchlichen Lebens Bezug nahmen, verzichtete er auf Zitate aus Bibel, Kirchenrecht und den Kirchenvätern zur Unterstützung seiner Äußerungen, wobei er sich in der Auswahl der Autoritäten nach seinem Publikum richtete. Aus der Zeit seiner Lehrtätigkeit an der Artistenfakultät der Universität Erfurt sind erhalten: a) der Tractatus sophistrie (, eine Erörterung verschiedener philosophischer Begriffe und Fragen) sowie b) Kommentare zu folgenden Werken des → Aristoteles und pseudo-aristotelischen Schriften: De anima (), De mundo, zur «Ökonomie» (), zur «Politik» und zur Nikomachischen Ethik. Ü: a) Leipzig, UB, Cod. lat. , r–v. – b) Ebd., r–v (De anima), v–r (De mundo), r–v (Politik), r–v (Ökonomie). – Berlin, SBB, Ms. lat. qu. , ra–vb (Ethik). Zu den erhaltenen Predigten T.s, die meist in Sammelhandschriften verschiedener Autoren überliefert sind, gehören a)  Predigten zu kirchlichen Feier- und Heiligentagen, die T. – und  in Magdeburg gehalten hat, b) acht weitere Predigten (vor ), ferner c) die im Zusammenhang mit seiner Promotion in Erfurt gehaltene Predigt über Viderunt oculi mei (Lk , ; ..), drei Basler Konzilspredigten über d) Ecce, angeli accesserunt (Mt , ; ..), e) Qui sunt hii, qui ut nubes volant? (Jes , ; ..) und e) Ecce, re tuus venit (Mt , ; ..). Zu vier in Klöstern in und bei Magdeburg gehaltenen Visitationspredigten bzw. -reden zur Klosterreform siehe unten. Ü: a) Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, GKS  °, ra–va. – b) Lüneburg, Ratsbibl., Theol. Fol. , ra–vb, ra–ra, vb–rb, ra–vb, vb–vb, va–va. – c) Bamberg, SB, Cod. Theol. , r–v. – d) Innsbruck, LUB, Cod. , v–v. – Klosterneuburg, Stiftsbibl., Cod. , v–r. – e) Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. Helmst. , v–v. – e) Wien. ÖNB, Cod. , r–v. A: a) Abdruck zweier kleiner Predigten, die T. am . und am .. in Magdeburg ge

Toke halten hat, bei Hölzel-Ruggiu , S. – (nach Hs. Kopenhagen, va–ra). Zu Fragen des Konzils und der Kirchenreform verfasste T. folgende Reden und Traktate: . a) In einer vierteiligen Rede vor dem Domklerus beim Antritt der Magdeburger Lektur (Collacio [...] in introitu ad lecturam suam, ) entwarf T. das Idealbild eines Klerikers; er solle gebildet sein, es verstehen, die P ichten der «cura animarum» zu erfüllen, sowie in der Lage sein, der Vorbildfunktion gegenüber Laien nachzukommen und den Klerus in theologischen Angelegenheiten unterweisen zu können. b) Sein Traktat Concepta pro reformatione () entstand vermutlich aus Anlass der für den .. geplanten Versammlung von Vertretern der sechs dt. Kirchenprovinzen in Koblenz. Der rund  kirchenrechtliche und administrative Fragen behandelnde Katalog von Forderungen zur Kirchenreform betrifft neben Angelegenheiten der Metropolitan- und Diözesankirchen (u. a. Anstellung eines Magisters der Theologe an jeder Kathedralkirche; Einsetzung von «scrutatores», die eine Kontrollfunktion über die Geistlichen ausüben sollten) auch allgemeine Angelegenheiten wie die Einhaltung der Sonn- und Feiertage und die Kleidungsvorschriften für Frauen und Geistliche. Ü: a) Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. Aug. Fol. , , ra–va. – b) Leipzig, UB, Cod. , r–r. A: b) Loebel, S. –. . Im Zusammenhang mit den Gesandtschaften nach Böhmen, die das Ziel hatten, die Hussiten in die römische Kirche zurückzuführen, entstanden u. a. a) der Traktat De ecclesia militante catholica (Ende ), der den Konzilsteilnehmern – in Auseinandersetzung mit dem Tractatus de ecclesia des Jan Hus – die Grundthesen der hussitischen Ekklesiologe darlegte, und b) die Determinacio de communicacione corporis et sanguinis (um ), einen Traktat zur Kirchenreform und zur Sakramentenlehre der Hussiten. Den Friedenswillen der Teilnehmer des Basler Konzils unterstreichend, forderte T. in drei Reden die Böhmen ihrerseits zu Friedens- und Verhandlungsbereitschaft als unerlässlicher Voraussetzung für die Reform der Kirche im Sinne einer «unio ecclesie» auf: c) über Pax vobiscum (Collatio facta in oppido Egrensi, Eger, ..), d) über Joh ,  und Jak ,  (Prag, .., Propositio coram consulibus utriusque civitatis Pragensis in praetorio 

. Hälfte . Jh. maioris civitatis) und e) über Sit vobicsum pax ( Joh ; Prag, .., Propositio facta ad reliquias universitatis Pragensis et clerum eiusdem civitatis). Die undatierte Schrift f) Utrum licitum sit fugere tempore persecucionis ecclesie ist wegen Erwähnung der Hussiten wahrscheinlich in der er/er Jahren abgefasst worden. Ü: a) Ca. zehn Hss. (vgl. Krämer, S.  Anm. ), darunter Trier, StB, Cod. / , r–v, Dialog: r–v, Konklusionen: r. – b) Berlin, SBB, Ms. theol. lat. qu. , ˇ –. – Prag, Národní knihovna Ceske Republiky, Cod. IV. H. , Katalognr. , r–v. – c) Wien, ÖNB, Cod. , v–r. – Ebd., Cod. , r–v. – f) Wien, ÖNB, Cod. , r–v (unvollständig). A: a) Krämer, S.  f. (Conclusiones tractatus de ecclesia militanti catholica). – d) Monumenta Conciliorum Generalium seculi decimi quinti. Bd. . Wien , S. –. – e) Ebd., S. –. . Zu den um Vermittlung bemühten Schriften bzw. Reden, die sich mit dem Streit zwischen Papst und Konzil sowie mit der Neutralität der Kurfürsten nach der Spaltung des Konzils  auseinandersetzen, gehören a) das Manuale de ecclesia (bekräftigt die Suprematie des Konzils über den Papst), b) das undatierte Concilium de IIII [sic] contradictoriis pro unione ecclesie (Beschreibung der durch das Schisma entstandenen fünf Parteiungen in Kirche und Reich sowie Darstellung von Lösungswegen), c) die Konzilsrede über Consolabor te, virgo, lia Syon (Klgl , ), gehalten am .. in Basel, und d) eine für den Frankfurter Reichstag verfasste Denkschrift (..), in der zur Beseitigung des Schismas ein neues Konzil vorgeschlagen wird, da die gerechtfertigte Neutralität der Kurfürsten und ihrer Anhänger im Kirchenstreit nicht wirksam genug sei. Ü: a) Wien, ÖNB, Cod. , r–v. – b) Salamanca, UB, Cod. , v–r. – d) München, BSB, lat. , a–a. A: c) Dt. Reichstagsakten unter König Albrecht II. . Abt. . Hg. v. Helmut Weigel (Dt. Reichstagsakten ). Stuttgart , S. – (Nr. ). – d) Dt. Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. . Abt. –. Hg. v. Hermann Herre/Ludwig Quidde (Dt. Reichstagsakten ). Stuttgart/Gotha , S. – (Nr. ). Ob der anonym überlieferte Reformtraktat Concilia wie man die halden sol () von T. stammt, ist 

. Hälfte . Jh. umstritten (vgl. Hölzel , S. –, vs. Loebel, S. ), vor allem, weil sich der Verfasser der Schrift entschieden für Papst Felix V. einsetzt. Ü: Leipzig, UB, cod. ms. , r–v. A: Loebel, S. –. . Wohl im Kontext der Bemühungen um die Reform der Klöster entstanden a) vier Reden (bzw. Predigten), die T. bei Visitationen des Prämonstratenserinnenklosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg, im Kloster Berge und bei den Zisterzienserinnen in Althaldensleben gehalten hat. T.s Verfasserschaft eines b) erst nach Durchführung der Reform abgefassten Traktats für die Zisterzienserinnen des Klosters Wöltingerode (um ) ist umstritten (wird auch → Jakob von Paradies zugeschrieben; vgl. Mertens, S.  und S.  Nr. , Achten, S. ; Fasbender, S.  ff.). Die an ihre P icht zur «virginitas» und «humilitas» ermahnten Nonnen werden über Fragen der Armut und der Klausur belehrt, ehe im zweiten Teil des Traktats der rechtmäßige Empfang der Kommunion behandelt wird. Ü: a) Köln, Stadtarch., Cod W *, r–r. – b) Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. Helmst. , ra–vb, va–vb; Titel: «De virginibus reformatis in Woltingerode apud Goslariam». . Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Hostienwunder im brandenburgischen Ort Wilsnack (→ Wilsnacker Wunderblut, Bd. , Sp. –) verfassten T. und der Augustinereremit Heinrich Zolter († um ) für das Zusammentreffen der Streitparteien am .. in Ziesar Articuli contra haec quae committuntur in Wilsnack, ein Gutachten in  Artikeln, in denen sie dem örtlichen Klerus Götzendienst, gefälschte Wunder und Habgier vorwarfen. Noch im selben Jahr antworteten sie mit Dubia circa sacramentum quod dicitur esse in Welsnack ( Anfragen an die Universität Erfurt, während der Verhandlungen in Burg vorgelegt) auf die Gegenschrift des Provinzials der sächsischen Ordensprovinz der Franziskaner, Matthias Döring (vgl. Weigel, S. , Regest ). Ü: Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Cod. BB , ra–vb. A: Breest , S. –. Gegen Anschuldigungen von seiten Kurfürst Friedrichs II. von Brandenburg, der für die Wilnacker Wallfahrt eintrat, rechtfertigte sich T. in ei

Toke nem nd. Brief vom .. an den Magdeburger Erzbischof Friedrich von Beichlingen. A: Matthäus Luidke [Ludecus]: Historia Von der er ndung, Wunderwercken vnd zerstörung des vermeinten heiligen Bluts zur Wilssnagk. Sampe den hierüber vnd dawider ergangenen schreiben. Wittenberg: Clemens Schleich,  [VD L ], Nr. V. – Codex diplomaticus Brandenburgensis. Haupttheil : Gesch. der geistlichen Stiftungen, der adlichen Familien, so wie der Städte und Burgen der Mark Brandenburg. Bd. . Hg. v. Adolph Friedrich Riedel. Berlin , S.  f. (Nr. XII, nach Luidke). Im Juni  hielt T. auf dem Provinzialkonzil in Magdeburg in Anwesenheit des Kardinallegaten → Nikolaus von Kues eine Rede über die Gegebenheiten in Wilsnack seit  (Tractatus contra cruorem bzw. Sermo synodalis). Ü: Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Cod. BB , ra–vb (wohl unvollständig). A: Meier (s. Lit.) S. – (Teiledition von Tract. I, art. , c.  auf Bll. a–c). Ü: Ernst Breest, in: Bll. für Handel, Gewerbe und sociales Leben. Beibl. zur Magdeburgischen Zeitung , S.  f., –. T. verfasste ferner in nd. Sprache ein geistliches Lied über die Ewigkeit. Ü: Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. Helmst. b, . A: Hölzel , S.  f. Um kirchenrechtliche Fragen geht es in Ex iure canonico, im Wesentlichen eine Kompilation von Zitaten aus dem Corpus iuris canonici. Erörtert werden u. a. die Jurisdiktionsgewalt von Geistlichen und die Folgen des Konkubinats von Geistlichen für die Sakramentsverwaltung. Ü: Wien, ÖNB, Cod. Ser. n. r–v; Überschrift: «Ex iure canonico per informacionem venerabilis magistri Hinr. Thoken et aliorum». Bei dem lange Zeit T. allein zugeschriebenen Rapularius handelt es sich um ein alphabetisch geordnetes Notizbuch vielfältigen Inhalts. Im Wesentlichen besteht er aus Exzerpten aus Bibel, weltlichen und kirchlichen Rechtsquellen, Kirchenvätern und anderen Autoren. T. gilt heute nicht mehr als alleiniger Verfasser; von ihm stammen etwa – Prozent der Texte. Eigene Exzerpte steuerte einer der beiden Schreiber der unikalen Handschrift, Thomas Hirschhorn (Cornucervinus), Arzt 

Toke der Magdeburger Erzbischöfe, bei. Eigene Noitzen T.s, darunter Beschreibungen seiner Reisen nach Basel und Böhmen sowie Erinnerungen aus Paris, stellen nur einen geringen Anteil der Texte im Rapularius dar. Die Eintragungen sind alphabetisch geordnet. In inhaltlich breiter Streuung bietet das Werk u. a. Erörterungen dogmatischer, moralphilosophischer und grammatikalischer Fragen, geographische Mitteilungen, historiographische Texte und Merkverse zur lat. Formenlehre. Ü: Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. Helmst. b, ca.  Bll. (Pap.; aus dem Vorbesitz von Matthias Flacius Illyricus). – Vgl. Hölzel , S. –. A: Der Wolfenbütteler «Rapularius». Auswahledition. Hg. v. Hildegund Hölzel-Ruggiu (MGH Quellen zur Geistesgesch. ). Hannover . – Auszüge bei Lehmann, S. – und Loebel, S. –. L: Knöp er: H. Tocke. In: Wetzer und Welte’s Kirchenlex. oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften. . Au ., in neuer Bearb., begonnen von Joseph Hergenröther, fortgesetzt von Franz Kaulen. Bd. . Freiburg i. Br. u. a. , S. –. – [Karl] Janicke, ADB  () S.  f. – Hildegund Hölzel, VL  () Sp. –. – Martin Kintzinger, LexMA  () Sp.  f. – Detlef Metz, BBKL  () Sp. –. – Johannes Helmrath, LThK  () Sp.  f. – Ernst Breest: Das Wunderblut von Wilsnack. (–). Quellenmäßige Darstellung seiner Gesch. In: Märkische Forschungen  () S. –. – Ders.: Dr. H. T., Domherr zu Magdeburg. Beitr. zur Vorgesch. der Reformation, nach meist hsl. Quellen bearb. In: Geschichts-Bll. für Stadt und Land Magdeburg  () S. –, –. – Paul Lehmann: Mitt. aus Hss. I. (Sb. der Bayerischen Akad. der Wiss., Phil.hist. Abt., Jg. , H. ). München , S. – (wieder in: Ders.: Erforschung des MA. Ausgewählte Abh. und Aufsätze. Bd. . Leipzig/Stuttgart , S. –). – Peter Clausen: H. T. Ein Beitr. zur Gesch. der Reichs- und Kirchenreform in der Zeit des Baseler Konzils. Würzburg . – Ludger Meier: Christianus de Hiddestorf. O.F.M. Scholae Erfordiensis columna. In: Antonianum  () S. –, –. – Frantiˇsek Michalek Bartoˇs: Jeˇstˇe nˇeco o Dr Jindˇr ichu Tokovi [Noch etwas zu Dr. H. T.]. In: Johoˇceský Sborník historický  () S.  f. – Hansgeorg Loebel: Die Reformtraktate des Magdeburger Domherrn H. T. 

. Hälfte . Jh. Ein Beitr. zur Gesch. der Reichs- und Kirchenreform im . Jh. Diss. (masch.) Göttingen . – Paul Lehmann: Aus dem Rapularius des Henricus Token. In: Ders.: Erforschung des MA. Bd. . Stuttgart , S. –. – Elisabeth Schnitzler: Zur hansischen Universitätsgesch. In: Hansische Stud. Heinrich Sproemberg zum . Geburtstag. Red.: Gerhard Heitz/Manfred Unger (Forschungen zur ma. Gesch. ). Berlin , S. –, bes. S.  f. – Erich Kleineidam: Universitas studii Erfordensis. Überblick über die Gesch. der Univ. Erfurt im MA –. Tl. : – (Erfurter theologische Stud. ). Leipzig , S. –. – Charles Lohr: Medieval Latin Aristotle Commentaries. In: Traditio  () S. –. – Das Erzbistum Magdeburg. . Bd., . Tl.: Das Domstift St. Moritz in Magdeburg. Bearb. v. Gottfried Wentz (†) und Berent Schwineköper (Germania Sacra NF I,,,). Berlin/New York , –. – Joachim W. Stieber: Pope Eugenius IV, the Council of Basel and the Secular and Ecclesiastical Authorities in the Empire. The Con ict over Supreme Authority and Power in the Church (Studies in the History of Christian Thought ). Leiden , S. –,  f. – Elisabeth Schnitzler: Beitr. zur Gesch. der Univ. Rostock im . Jh. (Stud. zur katholischen Bistums- und Klostergesch. ). Leipzig , S. ,  f. – Werner Krämer: Konsens und Rezeption. Verfassungsprinzipien der Kirche im Basler Konziliarismus. Mit Edition ausgewählter Texte (Beitr. zur Gesch. der Philosophie und Theologie des MA, NF ). Münster , S. –, –,  f.,  u. ö. – Hartmut Boockmann: Der Streit um das Wilsnacker Blut. Zur Situation des dt. Klerus in der Mitte des . Jh. In: Zs. für Hist. Forschung  () S. –, hier –. – Erich Kraft: Reformschr. und Reichsreform. Stud. zum Wirklichkeitsverhältnis der dt. Reformschr. im SpätMA, insbesondere des sog. «Oberrheinischen Revolutionärs». Diss TH Darmstadt, , bes. S. –. – Hermann Josef Sieben: Traktate und Theorien zum Konzil. Vom Beginn des Großen Schismas bis zum Vorabend der Reformation (–) (Frankfurter Theologische Stud. ). Frankfurt/M. , S. ,  f., . – Gerard Achten: Die theologischen lat. Hss. in Quarto der Staatsbibl. Preußischer Kulturbesitz Berlin. Tl. II: Ms. theol. lat. qu. –. Wiesbaden , S. –. – Erich Kleineidam: Universitas studii Erffordensis. Überblick über die Gesch. der Univ. Erfurt im MA –. Tl. : 

. Hälfte . Jh. – (Erfurter Theologische Stud. ). Leipzig . S. –,  f., –. – J. Helmrath: Das Basler Konzil –. Forschungsstand und Probleme (Kölner hist. Abh. ). Köln/ Wien . – Charles Zika: Hosts, Processions and Pilgrimages: Controlling the Sacred in FifteenthCentury Germany. In: Past & Present. A Journal of Historical Studies  () S. –. – Wolfgang Milde: Wirkung und Wirkungswandel des Buches. Eine hussitische Sammelhs. im Streit der Meinungen. In: Das Buch in MA und Renaissance. Hg. v. Rudolf Hiestand (Studia humaniora ). Düsseldorf , S. –. – Acta Cusana. Quellen zur Lebensgesch. des Nikolaus von Kues. Bd. I, Lfg. a:  Januar – September . Hg. v. Erich Meuthen. Hamburg , Nr. , . – H. Hölzel: H. T. und der Wolfenbütteler «Rapularius» (MGH, Stud. und Texte ). Hannover . – Die Rotamanualien des Basler Konzils. Verz. der in den Hss. der Basler Universitätsbibl. behandelten Rechtsfälle. Bearb. v. Hans-Jörg Gilomen. Hg. vom Dt. Hist. Inst. in Rom. Tübingen , Nr. , S. . – Christoph Fasbender: Ein dämonologisches Exempel Jakobs von Paradies im Nürnberger Katharinenkloster. In: Oxford German Studies  () S. –. – Petra Weigel: Ordensreform und Konziliarismus. Der Franziskanerprovinzial Matthias Döring (–) (Jenaer Beitr. zur Gesch. ). Frankfurt/M. u. a. . – H. Hölzel-Ruggiu: Der Prediger Dr. theol. H. T. In: Predigt im Kontext. Hg. v. Volker Mertens u. a. Berlin/Boston , S. –. BJ Ungerech, Johann, von Frankfurt. – Medizinischer Rezeptautor, erste Hälfte/Mitte . Jh. U. war zweifelsohne Wundarzt und wird in der → Kopenhagener Wundarznei, die vier Verfahren von ihm tradiert, durchgehend als «meyster» angesprochen. Im entsprechenden zeitlichen Rahmen sind in Frankfurt zwei Ärzte mit dem Namen J. nachgewiesen, mit denen U. zu identi zieren sein könnte: der Arzt «Meister J.», dessen Fortgang aus der Reichsstadt  bezeugt ist, und «Meister J. der Artz», der  in Frankfurt urkundet. U. war offensichtlich auf pathologische Indikationen spezialisiert, die im spätma. dt. Fachschrifttum unter «brant» subsumiert werden (Rötungen, Verbrennungen, Verbrühungen, Erfrierungen, Gewebezerfall [Nekrose]). Zu den eingesetzten Arzneimitteln zählen eine «brant salb vnd zu erfroren gelider», Heillake und ein «rotte[s] selbelin» zur 

Ungerech Granulationsförderung, das sich an → Roger Frugardi anlehnt. Bemerkenswert ist der Einsatz konzentrierten Bleizuckers zur Entzündungshemmung (Ausg. Nr. ). Ü: Kopenhagen, Kongelige Bibliotek, GKS Cod. ,°, v–r, v–r, r–v (Pap., , niederalemannisch); Namensnennungen: «meyster johan von pfrantpfurtt» (v, v), «meyster johan vngerech vˉo Ffrankpfurtt» (r, r). Digitalisat unter: www.kb.dk/ permalink//manus//eng/. A: Gundolf Keil/Christian Tenner: Die ‹K. W.›. Ein chirurgisches Arzneimittel-Hb. von  aus dem nördlichen Elsaß. Online () unter: http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/m// wundarznei.pdf, S.  (Nr. )  (Nr. )  f. (Nr. a/b). L: G. Keil, VL  () Sp. . – Georg Ludwig Kriegk: Dt. Bürgerthum im MA. Nach urkundlichen Forschungen und mit besonderer Beziehung auf Frankfurt a. M. Frankfurt/M. , S. , . VZ Alchymey teuczsch. – Sammlung alchemistischer u. a. Texte, . Jh. Die Textsammlung ist nur in einer  begonnenen Handschrift überliefert. Sie enthält alchemistische, kalendarische, astrologische und medizinische Notizen, darunter chemische Rezepte, Heilmethoden (etwa gegen Vergiftungen), Liebeszauber und ähnliche Beschwörungen. Die in dt. Sprache mit lat. Einsprengseln verfassten Texte sind häu g in der sog. verdeckten Rede geschrieben. Manche chemischen Substanzen oder Vorgänge sind also mit verschlüsselten Bezeichnungen versehen. Außerdem sind zahlreiche chemische Abschnitte in einer Chiffre aus graphischen Symbolen geschrieben. Eine Reihe von Textteilen sind aus unbekannten Gründen durchgestrichen. Der Codex enthält außerdem einfache Federzeichnungen von Tieren und chemischen Instrumenten. Die Entstehung der A. t. wird von der Forschung allgemein in der Grafschaft Hals und im Umfeld des Hofes der Landgrafen zu Leuchtenberg vermutet. Der Umschlag des Codex enthält eine Urkunde von Johannes und Georg zu Leuchtenberg für den Juden Salman Teublein (auch Salman von Hals). Das Dokument garantiert Teublein, seiner Ehefrau und seinem Gesinde eine Reihe von Rechten, etwa zum Geldverleih. Außerdem nennt sie Teublein im Zusammenhang mit nicht genau ausgeführten, 

Der Tugend Regel vielleicht alchemistischen Praktiken. Teublein darf diese nicht enthüllen, solange er sich im grä ichen Herrschaftsgebiet aufhält. Bei Verlassen der Grafschaft soll er den Landgrafen seine drei besten Praktiken vollständig mitteilen. Die Handschrift enthält weiterhin eine Ergebenheitsadresse an den Passauer Bischof Leonhard (–). Auch drei Autoren der A. t. werden in der Sammlung erwähnt: Niklas → Jankowitz, Michael → Prapach und Michel → Wul ng. Diese Gruppe versuchte sich  mit einem ebenfalls genannten Helfer namens Friedrich an der Herstellung von Gold. In der A. t. dokumentierte sie u. a. diese Bemühungen. Heute ist die Sammlung als eine der frühesten Aufzeichnungen dt. Alchemisten von historischer Bedeutung. Ü: Heidelberg, UB, cpg ,  Bll. (Pap.,  begonnen, bair.). – Vgl. Rudolf  (s. Lit.) und http://www.handschriftencensus. de/. A: Wattenbach  (s. Lit.; Teilausg.). – Online-Faks. der Hs.: http://digi.ub.uniheidelberg.de/cpg. L: Rainer Rudolf, VL  () Sp. . – Joachim Telle, LexMA  () Sp. . – Wilhelm Wattenbach: A. t. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –. – Gerhard Eis: Von der Rede und dem Schweigen der Alchemisten. In: DVjs  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –). – Bernhard Bischoff: Übersicht über die nichtdiplomatischen Geheimschr. des MA. In: MIÖG  () S. –, hier S. . – G. Eis: A. t. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –). – Ders./Gundolf Keil: Nachträge zum VL. In: PBB (Tüb.)  () S. –, hier S.  f. – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA. Baden-Baden , S. –, . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f. – Gerd Mentgen: Jewish Alchemists in Central Europe in the Later Middle Ages. Some New Sources. In: Aleph  () H. , S. –. – Daniel Jütte: Das Zeitalter des Geheimnisses. Juden, Christen und die Ökonomie des Geheimen (–). Göttingen u. a. , S.  f. MM 

. Hälfte . Jh. Blümlein, Peter und Stebenhasen, Rule (auch: Petter; Blumlein, Plumelin, Blümlin, Plümlein; Rüle, Rile; Stebehasen). – Gewährsleute für ein habichtheilkundliches Verfahren, erstes Viertel . Jh. (?). Das sechste Buch der → Jüngeren deutschen Habichtslehre ist eine Sammlung veterinärmedizinischer Anweisungen, die dem jagdkundlichen Traktat aus dem späten . Jh. womöglich erst später angehängt wurde. In diesem Anhang ndet sich ein zweiteiliges Verfahren zur Therapie des Keuchens bei Habichten («Für das keichen»). Zunächst wird empfohlen, den keuchenden Habicht in der warmen Stube iegen zu lassen; der zweite Teil setzt auf in Wein gekochte Wurzeln und Heilkräuter. Die Doppeltherapie wird den anderweitig nicht bezeugten Beizjägern zugewiesen: «von der warmen stuben ist Peter plümleins kunst von dem Kraut ist Rulen stebenhasen kunst». Es handelt sich um die einzige namentliche Nennung von zeitgenössischen Fachmännern in der Jüngeren deutschen Habichtslehre. Ü: Berlin, SBB, Mgq , r (Pap., . Jh., mittel- und oberdt.). – Ebd., Mgq , r (Pap., . Jh.). – Karlsruhe, LB, Cod. Donaueschingen , v (Pap., , aus Augsburg); geschrieben von Clara → Hätzlerin. – Hinzu kommen die Drucke des Beizbüchleins: Augsburg: Anton → Sorg, um  – Ebd.: Johann Schobser,  (GW  f.). – Straßburg: Johann Knobloch,  (VD ZV ). – Augsburg: Heinrich Steiner, / (VD P /). – Im Druck von  wird nur «Peter blümlin» angeführt, in den Steiner-Drucken ndet sich gar keine Autorangabe. A: Lindner (s. Lit.) S.  f. L: Kurt Lindner: Die dt. Habichtslehre. Das Beizbüchlein und seine Quellen. Die Wiener Falkenkunde (Quellen und Stud. zur Gesch. der Jagd ). ., erw. Ausg. Berlin , S. –. VZ Der Tugend Regel (früher: Fürstenspiegel Wye ein werltleich fürst). – Anfang . Jh. (?). Ausgehend vom bairisch-österreichischen Raum, wurde der anonyme Text in der zweiten Hälfte des . Jh. bis in ostschwäbisches Gebiet überliefert. W und N hängen zwar nicht direkt voneinander ab, sind aber unter den genannten Textzeugen am engsten miteinander verwandt. 

. Hälfte . Jh.

Die sieben freien Künste, die vier Fakultäten [...]

Sie stimmen in zahlreichen Fällen mit S, in vielen anderen Fällen mit M überein; es muss mindestens eine ältere Handschrift gegeben haben, auf die sie zurückzuführen sind (zum Verhältnis der Handschriften vgl. Bartl, S.  f., mit Stemma). Als eine der Quellen wurde das pseudoaristotelische → Secretum secretorum ausgemacht, das in Bezug auf die Regierungslehren rezipiert wurde. Einer Einleitung, in welcher der Inhalt kurz umrissen wird, folgen unsystematisch aneinandergereihte Kapitel; in S (bietet den vollständigsten Text) sind es  Abschnitte. Wie alle Menschen ist der Fürst, dessen Titel etymologisch erklärt wird (Kap. «Warumb ein furst furst genenet ist»), dem natürlichen Lebensablauf und den Naturkräften unterworfen. Die persönliche Frömmigkeit des Fürsten wird ebenso besonders akzentuiert wie seine herausgehobene Stellung, die sich u. a. in kostbaren Gewändern und Festen zeigt (vgl. Incipit). Auch die ökonomischen Grundlagen werden bedacht; als guter Verwalter hat der Fürst dafür zu sorgen, dass die durch Handel etc. erzielten Einnahmen größer sind als die Ausgaben für «speys und zerung» (S. , Kap. «Wie der fürst reich wirt und sälig»). Weitere Themen sind die Kanzlei, die Schreiber, die gelehrten Juristen, die Streitmacht und das Kriegswesen. Ü: S: Wien, Schottenkloster, Cod.  (Hübl ), r–v (Pap., . Jh. –  [vgl. Bl. r] und  [vgl. Bl. v], bair.österr.); Überschrift: «der tugnt regl», Incipit: «Wye ein werltleich furst mit got vnd der werlt salikleich mit ern vnd reichtum vnd gutem leunt wol auf erd gelebn mag». – M: München, BSB, Cgm , r–r (Pap., zweite Hälfte . Jh., bair.). – W: Wolfenbüttel, HAB, Cod. . Aug. °, r–v und v–r (Perg., . Jh., ostschwäbisch). – N: Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs. HR , r–v und r–v (Pap.,  [Bl. v, v], bair.-schwäbisch [Kurras, S. ], schwäbisch [Fürbeth, S. ]; Schreiber: vermutlich Claus → Spaun [Schneider, S. ]; kolorierte Federzeichnungen). – Cambridge/MA, Harvard College Library/Houghton Library, MS Lat  (früher Seitenstetten, Stiftsbibl., Cod. ) (lat.-dt. Sammelhs., aus vier Teilen [I: –, II: –, III: –, IV: –] zusammengebunden) (Pap., Teil I:  [vgl. Bl. r], Teil II und III: erste Hälfte . Jh., Teil IV:  [vgl. Bl. v]; ursprüngliche Bibliotheksprovenienz: Univ. Wien, Philosophische Fakultät [Bl. r: «Facultatis philosophica Vienna »); online: http://nrs.harvard.edu/urn:FHCL.HOUGH:. – Berlin, SBB, mgf 

 (früher Privatbesitz Antiquariat Dr. Jörn Günther, Hamburg, Nr. /,; davor Privatbesitz Auktionshaus Sotheby’s, London, Nr. / ; davor Kreuzenstein bei Korneuburg/Niederösterreich, Bibl. der Grafen Wilczek, Nr. ), r–r (Pap., ca.  [Wasserzeichenbefund], mittelbair.); online: SBB Berlin. Vgl. Lotte Kurras: ‹Der Fürsten Warnung›. Ein unbekanntes Wappengedicht Peter Suchenwirts? In: ZfdA  () S. –. – Karin Schneider: Berufs- und Amateurschreiber. Zum LaienSchreibbetrieb im spätma. Augsburg. In: Literarisches Leben in Augsburg während des . Jh. Hg. v. Johannes Janota/Werner Williams-Krapp (Studia Augustana ). Tübingen , S. –. – Frank Fürbeth: ‹Vom Ursprung der Herolde›. Ein humanistischer Brief als heraldischer Lehrtext. In: PBB  () S. –. A: Annemarie Bartl: Der tugent regel. Ein anonymer dt. Fürstenspiegel des . Jh. Unters. und Edition. In: PBB  () S. – (nach S; zit.). L: Gerd Brinkhus: Fürstenspiegel ‹Wye ein werltleich fürst›. In: VL  () Sp. ;  () Sp. . – Red., VL  () Sp. . – Franz von Krones: Kleine Beitr. zur ma. Quellenkunde. In: MIÖG  () S. –, hier S. –. – Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur ma. Gesch. Österreichs (MIÖG, ErgBd. ) , S. . – Bruno Singer: Die Fürstenspiegel in Deutschland im Zeitalter des Humanismus und der Reformation. Bibliographische Grundlagen und ausgewählte Interpretationen: Jakob Wimpfeling, Wolfgang Seidel, Johann Sturm, Urban Rieger (Humanistische Bibl. I, ). München , S.  f. – Bartl (s. Ausg.) . – Klaus-Peter Schroeder: Fürstenspiegel. In: HRG  () Sp.  f. – Hans-Joachim Schmidt: Spätma. Fürstenspiegel und ihr Gebrauch in unterschiedlichen Kontexten. In: Text und Text in lat. und volkssprachiger Überl. des MA. Freiburger Kolloquium . Hg. v. Eckart Conrad Lutz u. a. (WolframStud. ). Berlin , S. –. BJ Die sieben freien Künste, die vier Fakultäten und der Baum der Wissenschaft. – Bildzyklus mit lat.-dt. Versen als Beischriften, erstes Drittel . Jh. Der Codex Vindobonensis  wird auf den ersten fünf Seiten von einer Bilderfolge mit Personi kationen oder Vertretern der einzelnen uni

Christian von Prachatitz versitären Fakultäten und der septem artes liberales eröffnet (insgesamt zwölf kolorierte Federzeichnungen). Der Kleidermode der dargestellten Figuren nach zu urteilen, dürfte die Vorlage für diesen Zyklus um – entstanden sein. Es könnte sich hierbei um ein Wandbild aus dem universitären Bereich gehandelt haben. Zwei Fakultäten eröffnen das Bildprogramm: «Theologia» (Bild der Dreifaltigkeit) und «Phy[losophi]a» (bekrönte Frauen gur). Hierauf folgen die Artes als Teile der Philosophie. Zunächst das Trivium: «Gramatica» (Frau mit Löffel und Rute nebst Assistent [«inventor»] und Schülern), «Loyca» (Figur mit Hundskopf im Disput mit einem Geistlichen nebst Schüler und gekröntem Esel), «Rethorica» (Figur mit P anze [« ores rhetorici»] nebst Kleriker, Diktierendem und Skriptor); dann das Quadrivium: «Musica» (Figur mit Hahnenkopf, Instrumenten und Schülern), «Arismetrica» (Figur mit Rechensteinen), «Geometria» (Figur mit Zirkel und Winkelmaß), «Astronomia» (ge ügelte Figur mit Kreuzdiadem und Sphaera). Ein Rechtsgelehrter und ein Arzt als Vertreter der Fakultäten «iurista» und «physica» stehen am Ende der Figurenreihe. Die Abbildung eines Baums der Wissenschaft, der von Studenten bestiegen wird, beschließt das gesamte Bildprogramm. Die Artes-Darstellungen sind mit zweisprachigen Versen auf Spruchbändern und Spruchbandstreifen ausgestattet, wobei die dt. Verse keine Übersetzungen der lat. darstellen. Vor allem die sehr eingängigen dt. Kurztexte (z. B. «Jch loyca pin den lugen gram vnd mach mit warhayt zam») könnten vielleicht die Funktion von Merkversen erfüllt haben. Neben den Versen nden sich vereinzelte lat. Bilderläuterungen und Zusatzsprüche. Dem Baum der Wissenschaft ist in lat. Prosa der Hinweis auf dessen bitteren Wurzeln («radix amarissima») und süßen Früchte («fructus vero dulcissimus») beigegeben. Ü: Wien, ÖNB, Cod. , r–r (Pap., um  [Bildzyklus mit Beischr.],  und , bair.-österr./lat.). A: Wirth , S.  (lat. und dt.). – Stolz , Bd. , S. – (dt.). L: Karl-August Wirth/Ute Götz: Fakultäten, die vier. In: Reallex. zur dt. Kunstgesch.  () Sp. –, hier Sp. ,  mit Abb. a, b. – K.-A. Wirth: Die kolorierten Federzeichnungen im Cod.  der ÖNB. Ein Beitr. zur Ikonographie der Artes Liberales im . Jh. In: Anz. des Germ. Nationalmuseums () S. –, Abb. 

. Hälfte . Jh. –. – Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, begonnen von Hella Frühmorgen-Voss, fortgeführt von Norbert H. Ott zusammen mit Ulrike Bodemann/Gisela Fischer-Heetfeld. Bd. . München , S.  f. (Nr. ..). – Michael Stolz: Artes-liberales-Zyklen. Formationen des Wissens im MA.  Bde. (Bibliotheca Germanica ,/). Tübingen u. a. , passim, bes. Bd. , S. –, Bd. , S.  f., Abb. . – Susanne Ripschler: Cod. . In: Mitteleuropäische Schulen , / (ca. –). Wien und Niederösterreich, bearb. v. Katharina Hranitzky u. a. Textbd./ Tafel- und Registerbd. (Österr. Akad. der Wiss., phil.-hist. Kl., Denkschr. /Veröff. zum Schriftund Buchwesen des MA /). Wien , Textbd. S. – (Nr. ), Tafelbd. Abb. –. VZ Christian von Prachatitz (heute Prachatice), * vor , † . – Arzt, Universitätslehrer, Verfasser von Werken des Quadriviums und der Medizin. Ch. v. P. studierte in Prag die Artes liberales und die Medizin und lehrte dort bis zu seinem Tod ;  und  war er Rektor der Universität. Obwohl Ch. für seinen Schüler Jan Hus Partei ergriffen hatte, wofür seine Briefe an Hus, aber auch eine Handschrift mit hussitischen Streitschriften (Prag, NB, XIII F ) aus seinem Besitz Zeugnis ablegen, musste er – wegen angeblicher romfreundlicher Gesinnung Prag verlassen. Ch.s Schriften sind aus seiner universitären Lehrtätigkeit und aus seiner ärztlichen Praxis erwachsen; neben einigen Quaestiones quodlibetales sind vor allem Texte zu mathematischen, astronomischen und astrologischen Themen erhalten; nach Ausweis der Überlieferung ist insbesondere seine Anleitung zum Gebrauch des Astrolabs auf großes Interesse bei den Zeitgenossen gestoßen und ca.  gedruckt worden. In der Medizin ist er wie sein Prager Lehrer Sigmund → Albich vor allem mit Pestschriften in lat. und tschechischer Sprache hervorgetreten; daneben ndet sich auch kleineres medizinisches Schriftgut wie Rezepte und Consilien, außerdem ein aus den Autoritäten zusammengestelltes Kräuterbuch (Herbularium). Außer einem kleinen Pestregimen und einem Traktat über den Theriak als Pestheilmittel (Hinweis G. Keil, bei Höring, S. , Anm. ), bei denen die Verfasserschaft allerdings ungewiss ist, sind keine weiteren Schriften Ch.s ins Deutsche übersetzt worden. 

. Hälfte . Jh. Ü: Die Handschriften sind verzeichnet bei den jeweiligen Editionen und bei Pavel Spunar: Repertorium auctorum Bohemorum provectum idearum post Universitatem Pragensem conditam illlustrans. Bd.  (Studia Copernicana XXV). Breslau , S. –. A: Pestschrift: Karl Sudhoff: Pestschr. aus den ersten  Jahren nach der Epidemie des ‹schwarzen Todes› , VI. In: Sudhoffs Arch.  () S. –, hier S.  f., –. – Arztbüchlein: Zdenka Tichá (Hg.): Lékaˇrské kniˇzky Mistra Kˇr iˇstana z Prachaticz z mnoh´ych vybrané (‹des Kristan von Prachatic›). Praha . – Theriaktraktat: Emil Höring: Der schwäbische TheriakPesttraktat von . Medizinische Monatsschr.  () S. –. – Algorismus prosaycus: Zuzana Silagiová (Hg.): Kˇr istán z Prachatic, Základy aritmetiky (Fontes latini Bohemorum ). Praha . – De sanguinis minucione: Hana Florianová-Miskovská (Hg.): Kˇr istán z Prachatic, O poustení krve (Fontes latini Bohemorum ). Praha . L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Gerhard Eis: Das Deutschtum des Arztes Albich. In: ZfdPh  () S. –, hier S.  f. (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –, hier S. –). – ˇ Frantiˇsek Smahel: Knihovní katalogy koleje Národa cˇ eského a koleje Reˇckovy. In: Acta Universitatis Carolinae  () S. – (dt. Die Bücherkataloge des Collegium Nationis Bohemicae ˇ und des Collegium Reczkonis. In: F. Smahel: Die Prager Univ. im MA [Education and Society in the Middle Ages and Renaissance ]. Leiden u. a. , S. –). – Pavel Spunar: Repertorium auctorum Bohemorum provectum idearum post Universitatem Pragensem conditam illlustrans. Bd.  (Studia Copernicana ). Breslau , S. – (Werk- und Überlieferungsverz.). – Alena Hadravová-Dohnalová/Petr Hadrava: Kˇr istán z Prachatic, Stavba a uˇzití astrolábu. Praha . – Dies.: Johannes von Gmunden und seine Version des Astrolabtraktats des Ch. v. P. In: Johannes von Gmunden (ca. –) Astronom und Mathematiker. Hg. v. Rudolf Simek/Kathrin Clench. Wien , S. –. FF Meister Anshelmus. – Mediziner, . Jh. M. A. ist in einer medizinischen Sammelhandschrift genannt, die u. a. das Arzneibuch des 

Meister Anshelmus → Ortolf von Baierland, Texte von → Bartholomäus Salernitanus sowie verschiedene Rezepte enthält. M. A. wird ein P aster zur Wundheilung zugeschrieben («Daz ist daz p aster maister Anshelmis»). Die Forschung hat eine Identität von M. A. und Anselmus erwogen. Allerdings wird M. A. schon im ersten Viertel des . Jh. erwähnt, während A.s Pestregimen in der Überlieferung auf  datiert ist. Das Pestregimen wäre möglicherweise erst nach M. A.s Tod aufgezeichnet worden. Ü: München, BSB, cgm , v (Pap., erstes Viertel . Jh., mittelbair.). – Vgl. Karin Schneider: Die dt. Hss. der BSB München. Cgm – (Catalogus Codicum Manu Scriptorum Bibliothecae Monacensis V/). Wiesbaden , S. –. – Broszinski  (s. Lit.) datiert die Hs. auf um . L: Hartmut Broszinski, VL  () Sp.  f. – Wolfgang Wegner: A., M. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . MM Zwölf Stücke von dem Harne. – HarnschauTraktat, frühes . Jh. Der anonym überlieferte elsässische Traktat stellt unter vergleichbaren uroskopischen Schriften eine unbedingte Besonderheit dar. Während ma. Harnlehren üblicherweise entscheidend von den beiden identisch betitelten Referenzschriften Liber de urinis des Ish.aˉ q al-Israili (Isaak Judäus) und des Aegidius von Corbeil geprägt waren (die auch auf den Harntraktat im Arzneibuch → Ortolfs von Baierland einwirkten), sind sie für die Z. S. v. d. H. ebensowenig grundlegend gewesen wie die uroskopischen Passagen im dt. → Bartholomäus. Die im Text namentlich angeführten Autoritäten Galen und Hippokrates – letzterer wird nur einmal im sechsten Stück angeführt – dürften eher ktive Quellenberufungen darstellen. Bei den Z. S. v. d. H. handelt es sich eigentlich nur um elf Stücke, wird doch der letzte Abschnitt doppelt gezählt («Daz elfte und das zwelfte zeichen»). Dieses Schlussstück bietet einen pseudogalenischen Harnfarbenkatalog neben allgemeinen Ausführungen zur Uroskopie, die man eigentlich am Beginn des Traktates erwartet hätte. Ein besonderes Interesse bei den restlichen zehn Abschnitten gilt der Säfte- und Temperamentenlehre, ohne dass der Autor die einzelnen Säfte oder Temperamente 

Veckinchusen dezidiert benennt. Die einzelnen Stücke sind zunächst konventionell gestaltet: Auf die Beschreibung der Harnfarbe und -konsistenz, des Bodensatzes im Probenglas usw. folgt die Diagnose. Nun schließt der Anonymus noch therapeutische oder diätetische Empfehlungen an. Eine derartig umfassende Darstellung begegnet sonst nur in der Uroskopie des → Maurus von Salerno und bei Gualterus Agilinus (Summa medicinalis), ohne dass die Z. S. v. d. H. erkennbar von diesen beiden beinusst worden wären. Gänzlich originell sind die zusätzlichen Harnproben in den Stücken ,  und  zur diagnostischen Absicherung (Mischungen mit «geisse milch» sowie «eier clar» und das Abkochen des Harns [«siet es ein halbe stunde»]). Ü: London, British Library, MS Sloane , r–v (Pap., , elsässisch [aus e Straßburg]); Überschrift: «Zwolf stúcke von dem harne». – Frankfurt/M., UB, Ms. germ. qu. , ra–rb (Pap., , elsässisch); Überschrift: «Von xij stúcken des harnes die nottürftig sint z˚u wissende». – In beiden Textzeugen ndet sich der Traktat innerhalb des → Elsässischen Arzneibuches. A: Johannes Gottfried Mayer: ‹Z. S. v. d. h.›. Eine Uroskopie aus den Hss. des ‹Elsässischen Arzneibuchs›. In: Editionen und Stud. zur lat. und dt. Fachprosa des MA. FS Gundolf Keil. Hg. v. Konrad Goehl/J. G. Mayer (Texte und Wissen ). Würzburg , S. –. L: J. G. Mayer, VL  () Sp.  f. – Hans Christoffel: Grundzüge der Uroskopie. In: Gesnerus  () S. –. – G. Keil: Die urognostische Praxis in vor- und frühsalernitanischer Zeit. Habil.-Schr. Freiburg i. Br. . – J. G. Mayer: Zur Überl. der ‹Elsässischen Arzneibuches›. In: Würzburger medinzinhist. Mitt.  () S. –. – G. Keil: Harn, -schau, -traktate. In: LexMA  () Sp.  f. (allg.). – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Pfaffenbuch (Papenbok). – Historiographischer Bericht, . Das P. schließt sowohl zeitlich als auch sachlich an die  begonnene Hemelik rekenscop (→ Hermann von Vechelde) an, die in vier Teilen die Entwicklung der städtischen Finanzen und Verwaltung ab dem Tod Herzog Magnus’ II. von Braunschweig-Lüneburg  behandelt. Die in  Kapitel unterteilten Aufzeichnungen beschäftigen 

. Hälfte . Jh. sich mit dem  zwischen dem Rat und dem Klerus der Stadt Braunschweig ausgebrochenen «Pfaffenkrieg» um die Besetzung einer Pfarrstelle von St. Ulrich. Berichtet wird nur über die Ereignisse bis zum Jahr . Der unbekannte Verfasser stand eindeutig auf Seiten des Rats. Zum Schluss folgen dem Text zwei Urkunden Herzog Bernhards von Braunschweig-Lüneburg vom ... Ü: Braunschweig, Stadtarch., B I , Bd. ,  Bll., davon nur  beschrieben (Pap., Schreiber: Hans van Honlege?). – Stuttgart, LB, Cod. theol. et phil. ° , r–r (Abschrift, um /; http://www.handschriftencensus.de/). A: Ludwig Hänselmann (Hg.): Das P. Ein Fragm. . In: Die Chron. der niedersächsischen Städte. Braunschweig. Bd.  (Chron.dt.St. ). Leipzig  (Nachr. Göttingen ) S. –. L: Uta Reinhardt, VL  () Sp.  f. – L. Hänselmann: Einl. zur Ausg., , S. –. – Johannes Bernhard Menke: Geschichtsschreibung und Politik in dt. Städten des SpätMA. Die Entstehung dt. Geschichtsprosa in Köln, Braunschweig, Lübeck, Mainz und Magdeburg. In: Jb. des kölnischen Geschichtsvereins  () S. –, hier S.  f. BJ Veckinchusen, Hildebrand und Sievert. Geburtsdatum und -ort der Brüder H. und S. V. sind unsicher. Wahrscheinlich wurden sie zwischen  und  in Westfalen geboren. Die Forschung hat insbesondere Dortmund und Radevormwald als mögliche Geburtsorte erwogen. Verschiedentlich wurde ihre Geburt aber auch in Livland oder Hessen vermutet. H. absolvierte zunächst bis  eine kaufmännische Ausbildung in Livland, die er in Flandern fortsetzte. In Brügge als Kaufmann tätig, war H. ,  und  auch Aldermann des dortigen Kontors der dt. Hanse. Ab  lebte er vorübergehend in Riga, wo sein Bruder Caesar wohnte.  reiste H. geschäftlich nach Nowgorod und zog im selben Jahr nach Lübeck. Er wurde dort Bürger der Stadt, verlagerte seine kaufmännische Tätigkeit aber  wieder nach Brügge. Während der folgenden Jahre baute H. ein internationales Netz von Geschäftsbeziehungen auf. Er handelte u. a. mit Nahrungsmitteln, Pelzen, Stoffen und Tuchen.  gründete H. mit S. und anderen Kau euten eine Handelsgesellschaft, die Waren von Venedig in andere Länder importierte. Die Gesellschaft erwies 

. Hälfte . Jh. sich für H. jedoch als teures Verlustgeschäft. Um  hielt sich H. während des dortigen Konzils in Konstanz auf und gewährte dem König und späteren Kaiser Sigismund (–) ein umfangreiches Darlehen. Das Geld wurde H. nie zurückgezahlt, was seine nanzielle Situation weiter verschlechterte.  oh H. vor seinen Gläubigern nach Antwerpen, kehrte dann nach Brügge zurück und wurde dort  im Schuldturm inhaftiert. H.s Familie verarmte und geriet in soziale Isolation; auch H.s Verhältnis zu S. war nun zerrüttet.  freigelassen, kehrte H.  nach Lübeck zurück, wo er im Juli desselben Jahres starb. S. wurde zunächst mit H. in Livland und Flandern zum Kaufmann ausgebildet. Ab  ist er in Brügge nachweisbar, wo er  auch Aldermann der dt. Hanse war. Dann verlagerte er seine Tätigkeit nach Lübeck und beteiligte sich mit H. ab  an der Venedischen Gesellschaft. Insgesamt agierte er jedoch deutlich vorsichtiger und erfolgreicher als H. Angesichts der Lübecker Ratsunruhen oh S.  nach Köln. Ab  Bürger der Stadt, führte er noch bis  von dort aus seine Geschäfte. Später beteiligte er sich u. a.  an einer Vertriebsgesellschaft und  an einer Saline in Oldesloe.  wurde S. in die elitäre Zirkelgesellschaft von Lübeck aufgenommen, was seinen hohen Status unter den Patriziern der Stadt bezeugt. Er starb  als angesehener Kaufmann. H. hinterließ zahlreiche Geschäfts- und Privatunterlagen, die heute im Stadtarchiv von Tallinn (Reval) aufbewahrt werden. Die Forschung vermutet einen juristischen Hintergrund für das umfangreiche Depositum: Möglicherweise wurden die Papiere als Belege in einem Erbschaftsprozess verwendet. Zur Überlieferung zählen einerseits H.s Handelsbücher, außerdem Briefe, Testamente und Urkunden. Die Textzeugen sind meist mnd., teilweise mndl. und vereinzelt auch lat. abgefasst. H. hinterließ ursprünglich  Handelsbücher, die jedoch aufgrund einer wechselvollen Überlieferungsgeschichte nicht mehr vollständig erhalten sind. Sie reichen von  bis  und werden von der Forschung in zwei Gruppen unterteilt: Die sog. Memoranda oder Schuldbücher enthalten meist unstrukturiert notierte Einträge verschiedenster Art (Nr. , , , ). Die Waren- oder Kontorbücher verzeichnen Geschäftsvorgänge in geordneter Form, z. B. nach Handelsgesellschaften gegliedert (Nr. –, –). Insgesamt erlauben die Handelsbücher Einblicke in den Warenverkehr, die 

Veckinchusen Geschäftsbeziehungen und nanziellen Verhältnisse H.s. Nicht weniger aufschlussreich sind die weit über  anderen Dokumente aus H.s Nachlass. Vor allem die Briefe besitzen einen hohen Quellenwert. Die Sammlung enthält private, geschäftliche und vermischte Korrespondenz H.s, seiner Familie und Geschäftspartner von  bis über H.s Tod hinaus. Darunter sind zahlreiche Briefe S.s an seinen Bruder, während von H. selbst nur wenige Schreiben erhalten sind. Es handelt sich nicht in allen Fällen um Autographen. So ließen H.s Ehefrauen Briefe auch von ihren Töchtern oder professionellen Schreibern verfassen. Gegenstand der Briefe sind u. a. Warenverkehr, Konjunkturbedingungen, Rechenschaftsberichte, Mahnungen, Kredite, nanzielle Probleme und am Rande auch politische Ereignisse. Die Briefe berichten aber ebenso über familiäre Ereignisse und private Veränderungen. Mit Blick auf H. bilden sie die zunehmend prekäre Situation des Kaufmanns ab, etwa wenn er S. und andere Personen um Unterstützung bittet. Ebenso belegen sie S.s kaufmännisches Gespür. Insgesamt gelten die V.schen Handelsbücher und Briefe als bedeutende Zeugnisse der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte ihrer Zeit. Insbesondere die Hanseforschung hat von ihnen pro tiert. In einem sonst kaum vorhandenen Umfang dokumentieren sie kaufmännische Vorgänge und ökonomische Zusammenhänge, aber auch persönliche Netzwerke und ma. Alltagswelten. Ü: Neun Handelsbücher und weitere Textzeugen in Tallinn (Reval), Stadtarch., urspr. Signaturen Af  bis Af . – Zur wechselhaften Geschichte der Textzeugen vgl. u. a. die Ausgaben. A: . Handelsbücher: Michail P. Lesnikov: Torgovaia Kniga Ganzeiskogo Kuptsa Nachala XV Veka. In: Istoriˇceskij Archiv  () S. –. – Lesnikov  (s. Lit.). – Die Handelsbücher des H. V. Kontobücher und übrige Manuale. Hg. v. M. P. Lesnikov/Walter Stark. Köln . . Briefe: Wilhelm Stieda: Ein Geldgeschäft Kaiser Sigismunds mit hansischen Kau euten. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. –. – Ders.: Hansisch-Venetianische Handelsbeziehungen im . Jh. Rostock . – Ders.: H. V. Briefwechsel eines dt. Kaufmanns im . Jh. Leipzig  (vgl. dazu Friedrich Techen. In: Zs. des Ver. für Lübeckische Gesch. und Altertumskunde  [] 

Veckinchusen S. –). – Dollinger  (s. Lit.) S. – (Teilausg.). L: Helgard Ulmschneider, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Rolf Hammel-Kiesow, LexMA  () Sp. . – Stieda  (s. Ausg.). – Bruno Kuske: Die Handelsgeschäfte der Brüder V. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. –. – Luise von Winterfeld: Die Beziehungen der Brüder V. zu ihrer Heimatstadt Dortmund. In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. –. – Dies.: H. V. Ein hansischer Kaufmann vor  Jahren. Bremen . – Claus Nordmann: Die V.schen Handelsbücher. Zur Frage ihrer Edition. In: Hansische Geschichtsbll. / (/ ) S. –. – M. P. Lesnikov: Die livländische Kaufmannschaft und ihre Handelsbeziehungen zu Flandern am Anfang des . Jh. In: Zs. für Geschichtswiss.  () S. –. – Ders.: Lübeck als Handelsplatz für osteuropäische Waren im . Jh. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. –. – Ders.: Der hansische Pelzhandel zu Beginn des . Jh. In: Hansische Stud. FS Heinrich Sproemberg. Hg. v. Gerhard Heitz/Manfred Unger. Berlin , S. –. – Franz Irsigler: Hansekau eute. Die Lübecker V. und die Kölner Rinck. In: Hanse in Europa. Brücke zwischen den Märkten (.–. Jh.). Hg. Kölnisches Stadtmuseum. Köln , S. –,  f. – M. P. Lesnikov: Die Handelsbücher des hansischen Kaufmanns V. Berlin  (vgl. dazu: Robert Delort, Bibl. de l’École des Chartes  [] S. –). – M. P. Lesnikov: Zur Gesch. der Hansischen Handelsges. im XV. Jh. Die Handelsges. von H. V. In: Troisième Conférence Internationale d’Histoire Économique . Munich . Hg. École Pratique des Hautes Études. Paris u. a. , S. –. – Ahasver von Brandt: Die V.-Handlungsbücher. Vorgesch., Problematik und Verwirklichung einer Quellenedition. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. –. – Margot Lindemann: Nachrichtenübermittlung durch Kaufmannsbriefe. Brief-‹Zeitungen› in der Korrespondenz H. V.s (–). München u. a. . – Dies.: Die Herkunft der Familie V., Feckinghaus. In: Beitr. zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark  () S. –. – M. P. Lesnikov: Zur Frage des Pro tniveaus im hansischen Handel zu Beginn des . Jh. anhand des Nachlasses von H. V. In: Zins, Pro t, ursprüngliche Akkumulation. Hg. v. Konrad Fritze. Wei

. Hälfte . Jh. mar , S. –. – W. Stark: Die Handelsges. der Brüder V. im ersten Jahrzehnt des . Jh. In: ebd., S. –. – F. Irsigler: Der Alltag einer hansischen Kaufmannsfamilie im Spiegel der V.-Briefe. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. – (wieder in: Ders.: Miscellanea F. Irsigler. Hg. v. Volker Henn u. a. Trier , S. –). – Philippe Dollinger: Die Hanse. Stuttgart , S. –, ,  f. – Rolf Hammel: V., H. In: Biogr. Lex. für Schleswig-Holstein und Lübeck. Bd. . Hg. Schleswig-Holsteinische LB u. a. Neumünster , S. –. – Ders.: V., H. In: Lübecker Lebensläufe aus neun Jh. Hg. v. Alken Bruns. Neumünster , S. –. – Gerald Stefke: Sundisches, lübisches und andrisches Geld und der kaufmännische Wechselverkehr zwischen Brügge und Stralsund im ersten Jahrzehnt des . Jh. nach H. V.s Buchführung und anderen gleichzeitigen Quellen. In: ‹Kopet uns werk by tyden›. FS Walter Stark. Hg. v. Nils Jörn u. a. Schwerin , S. –. – Hans Jeske: Zur Lexikologie der mnd. Geschäftssprache veranschaulicht an einigen Handlungsbüchern des hansischen Kaufmanns H. V. In: FS Märta Åsdahl Holmberg. Hg. v. Dieter Krohn u. a. Göteborg , S. –. – Dieter Seifert: H. V. A Typical Hanseatic Merchant in the Low Countries? In: International Trade in the Low Countries (th–th Centuries). Merchants, Organisation, Infrastructure [...]. Hg. v. Peter Stabel u. a. Leuven , S. –. – Roswitha Schweichel: Kaufmännische Kontakte und Warenaustausch zwischen Köln und Brügge. Die Handelsges. von H. V., Werner Scherer und Reinhard Noiltgin. In: ‹... in guete freuntlichen nachbarlichen verwantnus und hantierung ...›. Wanderung von Personen, Verbreitung von Ideen, Austausch von Waren in den ndl. und dt. Küstenregionen vom .–. Jh. Hg. v. Dick E. H. de Boer u. a. Oldenburg , S. –. – Birgit Noodt: Ehe im . Jh. Einige statistische Ergebnisse und die Ehe von H. und Margarete V. In: Hansische Geschichtsbll.  () S. –. – H. Jeske: Der Fachwortschatz des Hansekaufmanns H. V. Bielefeld . – Otfried Krafft: Eine Fehde, ein Reichsachtverfahren und das Ende zweier Grafschaften. Die Kau eute V. im Streit mit den letzten Grafen von Ziegenhain. In: Zs. des Ver. für Hessische Gesch. und Landeskunde  () S. –. – Timo Reke: ‹Wete leyve wyf, dat ick dynen breyf wol vorstan hebbe.› Der Nebensatz in den Briefen von H. V. an seine Frau Margarethe. In: Dt. 

. Hälfte . Jh. Sprache, dt. Kultur und nnisch-dt. Beziehungen. FS Ahti Jäntti. Hg. v. Christopher Hall. Frankfurt/M. u. a. , S. –. – F. Irsigler: H. V. Ein spätma. Hansekaufmann in der Schuldenfalle. In: Zs. für Verbraucher- und Privat-Insolvenzrecht , Sonderh. () S. –. – Peter H. Stützel: Wachs als Rohstoff, Produkt und Handelsware. H. V. und der Wachshandel im Hanseraum von  bis . Diss. Erlangen . – Angela LorenzRidderbecks: Krisenhandel und Ruin des Hansekaufmanns H. V. im späten MA. Unters. des Briefwechsels (–). Hamburg . MM Tucher, Endres I. (d. Ä.), * spätes . Jh. Nürnberg, † .. Nürnberg. – Nürnberger Patrizier, Chronist. T. stammte väterlicherseits aus einer wohlhabenden Patrizierfamilie, die lange Zeit die politischen Geschicke Nürnbergs mitbestimmte. So war sein Vater Hans I. T. Losunger der Stadt. T.s Mutter gehörte der Familie Behaim an, die ebenfalls zu den ein ussreichsten Patrizierfamilien Nürnbergs zählte. Wie sein Bruder Berthold III. → T. erhielt T. in Venedig eine Ausbildung zum Kaufmann.  heiratete er eine Angehörige des Patriziergeschlechts Paumgartner, mit dem T. dann auch geschäftlich verbunden war.  wurde er Mitglied des Großen Rats. Als Kaufmann gelangte er zu großem Wohlstand. T. gilt als Stammvater der jüngeren Linie seiner Familie. Zu seinen Söhnen gehörten Endres II. → T. und Hans VI. T. T. führte von  bis zu seinem Tod ein dt. Memorial, das nur in einer Abschrift des . Jh. überliefert ist. Das Werk enthält knappe annalistische Notizen zu Ereignissen jener Jahre. Geographischer Mittelpunkt der Aufzeichnungen ist Nürnberg. Auswärtiges spielt nur eine untergeordnete Rolle. T.s Memorial erfasst einmal Politisches, z. B. Ratsbeschlüsse, Gebietsverkäufe des Markgrafen von Brandenburg (), Teilnehmer des Reichstags von  und die Wahl Friedrichs III. († ) zum König (). Hinzu kommen gesellschaftliche und allgemeine Nachrichten, z. B. über Besuche von Adligen und kirchlichen Würdenträgern, über Turniere, Baumaßnahmen, die Renovierung des Nürnberger Rathauses (), die völlige Vereisung der Pegnitz aufgrund kalten Wetters (), einen großen Weinüberschuss in Franken (), einen örtlichen Unfall mit sechs Toten (), eine Sonnen nsternis () und den 

Tucher Ausbruch einer Seuche (). Nur vereinzelt bietet das Memorial persönliche Mitteilungen T.s, etwa über den Tod seines Vaters. Zu den wenigen Rezipienten von T.s Aufzeichnungen gehörte Christoph Scheurl († ), dessen Mutter aus T.s Familie stammte. Scheurl benutzte das Memorial für die erste Fassung des Tucherbuchs (). Ü: Nürnberg, Scheurlsche Bibl., Collectaneenbd. F, Cod. , v–v (Pap., erste Hälfte . Jh.). – Vgl. u. a. www.handschriftencensus.de/. A: Die Chron. der dt. Städte vom . bis ins . Jh. Bd. : Die Chron. der fränkischen Städte: Nürnberg . Hg. v. Carl Hegel. Leipzig  (Nachdr. Göttingen ) S. –. – Becker/ Kirchhoff  (s. Lit.). L: Helgard Ulmschneider, VL  () Sp. –. – Ludwig Grote: Die Tucher. Bildnis einer Patrizierfamilie. München , S.  f. – Wilhelm Schwemmer: Das Mäzenatentum der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher vom . bis . Jh. In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –, hier S. . – Erich Strassner: Graphemsystem und Wortkonstituenz. Schreibsprachliche Entwicklungstendenzen vom Frühnhd. zum Nhd. untersucht an Nürnberger Chroniktexten (Hermaea NF ). Tübingen , S. , . – Joachim Schneider: Heinrich Deichsler und die Nürnberger Chronistik des . Jh. Wiesbaden , S. , –. – Matthias Kirchhoff: Gedächtnis in Nürnberger Texten des . Jh. Gedenkbücher, Brüderbücher, Städtelob, Chron. Nürnberg , S. –. – Ders./ Hans Becker: Das Memorial E. I. T.s. Neuedition, Kommentierung und Übersetzung des ältesten Tucherschen Gedenkbuchs (–). In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –. MM Vorster, Johannes, †  Nürnberg (?). – Gerichtsschreiber, Autor einer → Hugo von Trimberg-Bearbeitung. V. war als Schreiber des Nürnberger Stadtgerichts tätig; er ist in der Stadt u. a. auch als Stifter an St. Sebald nachgewiesen. Zwischen  und  schuf er eine kürzende dt. Bearbeitung des Lehrgedichts Der Renner von Hugo von Trimberg. Als Vorlage wird ein Text der Klasse Ay vermutet. Die in Handschrift H als Autograph überlieferte Bearbeitung umfasst rund . Verse, al

Sloesgin so weniger als die Hälfte des Originals. V. kompilierte aus Hugos Dichtung einzelne Abschnitte von bis zu hundert Versen Länge und ordnete sie neu. So dient z. B. als Prolog eine moraldidaktische Passage über die Lerche, die bei Hugo erst später im Text erscheint. Darauf folgen Verse über Jugend und Alter sowie über die sieben Todsünden. Diese sind bei V. gemäß der traditionellen SALIGIA-Reihe angeordnet. Der Epilog entwirft das Gesamtbild einer wohlgeordneten Schöpfung. V. greift dabei ausführlich auf den sog. Exkurs im Renner zurück, verwendet auch Elemente der Trimbergschen Naturlehre sowie die Birnbaumund Leiterallegorien. Insgesamt gilt gegenüber Hugos Original die Darstellung der Schöpfungsordnung als charakteristischer Schwerpunkt V.s. Er ergänzte den Text um zahlreiche lat. Zitate aus Autoritäten wie → Augustinus, → Seneca oder der Bibel, die er als Marginalien hinzufügte. Außerdem weist H zahlreiche Zeichnungen auf. Die Illustration des Prologs gilt als eines der ältesten Handschriftenbilder, auf dem eine Landschaft ohne Menschen dargestellt ist. H enthält auch eine dt. Bearbeitung der → Tafel der christlichen Weisheit, die V. zwischen  und  nachtrug. In Kodex Z sind von V.s Hand lat. Gebete überliefert, die um  entstanden. In jenem Jahr schrieb Erhart → Groß sieben lat. Psalmen, die er V. widmete und die in der gleichen Handschrift erhalten sind. Zwei weitere Autographen V.s von  (N) und  (N) bieten u. a. lat. Abschriften der Biblia Pauperum des → Alexander de Villa Dei und der Bücher des NT. Die von V. erhaltenen Texte entstanden wahrscheinlich für den Privatgebrauch und wurden daher nicht rezipiert. Ü: . Renner-Bearbeitung und Tafel der christlichen Weisheit: H: Heidelberg, UB, cpg . r–r (Perg. und Pap., –, ra–vb mit Nachträgen von ca. –; Autograph). – . Lat. Gebete: Z: Zürich, ZB, Ms. Rh. , r–r, r–r (Perg., um ; Autograph). – . Weitere lat. Hss. V.s: N: Nürnberg, StB, Cent. I ,  Bll. (Perg., ; Autograph). – N: Ebd., Cent. I ,  Bll. (Perg., ; Autograph). Vgl. Ingeborg Neske: Die lat. ma. Hss. Bd. . Bibelhss. und Liturgica einschließlich der griechischen Texte. Wiesbaden , S.  f.,  f. – Matthias Miller/Karin Zimmermann: Die Codices Palatini 

. Hälfte . Jh. germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg ). Wiesbaden , S. –. – www.handschriftencensus.de/ . – www.handschriftencensus.de/. A: Renner-Bearbeitung: Lähnemann  (s. Lit.). – Online-Faks. der Hs.: http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg. L: Henrike Lähnemann, VL  () Sp. . – Leonie von Wilckens: Regensburg und Nürnberg an der Wende des . zum . Jh. Zur Bestimmung von Wirkteppichen und Buchmalerei. In: Anz. des Germ. Nationalmuseums  () S. –. – Rober Suckale: Die Regensburger Buchmalerei von  bis . In: Regensburger Buchmalerei. Von frühkarolingischer Zeit bis zum Ausgang des MA. Ausstellung der BSB München und der Museen der Stadt Regensburg. München , S.  f. (Nr. ). – Susanne Blöcker: Stud. zur Ikonographie der sieben Todsünden in der ndl. und dt. Malerei und Graphik von –. Münster/Westf. u. a. , S.  f. – H. Lähnemann: Der ‹Renner› des J. V. Unters. und Edition des cpg . Tübingen/Basel . – Christoph Huber: ‹Der werlde ring und was man tuon und lassen schol›. Gattungskontinuität und Innovation in moraldidaktischen Summen. Thomasin von Zerklaere, Hugo von Trimberg, Heinrich Wittenwiler u. a. In: MA und frühe Neuzeit. Übergänge, Umbrüche und Neuansätze. Hg. v. Walter Haug. Tübingen , S. –, hier S. –. – Vgl. auch die Lit. zu Hugo v. Trimberg. MM Sloesgin, Johann (auch: Jan S., J. Slosgin), * .. Nijmegen, † um /. – Kaufmann, Verfasser eines Hausbuchs. S. wanderte aus den Niederlanden nach Köln ein, wo seine Familie vorher nicht belegt ist. Er erwarb  das Kölner Bürgerrecht und heiratete . Als erfolgreicher Kaufmann trieb er Handel mit Deventer, Antwerpen und England. Auch vergab er Kredite an die Stadt Köln. S. schloss sich der Kaufmannsgilde Windeck an und wurde um  Mitglied der Münzerhausgenossenschaft.  kaufte er in Köln ein Haus, später auch weiteren Grundbesitz. Im November  noch nachweisbar, dürfte S. um  oder  gestorben sein. S. legte am .. ein dt. Hausbuch mit privaten und geschäftlichen Aufzeichnungen an. Das in schlichtem Stil geschriebene Werk ist als Original überliefert. S.s Eintragungen füllen darin insgesamt 

. Hälfte . Jh.  Seiten und reichen bis . Ihr Inhalt besteht zum großen Teil aus Informationen über S.s Familienverhältnisse, darunter vor allem Angaben zu S., seiner Ehefrau und ihren zwölf Kindern. So vermerkt das Hausbuch Namen, Lebensdaten, Taufund Firmpaten, Schulbesuche und Berufsausbildungen der Kinder. Auffällig ist dabei die Konzentration auf S.s unmittelbare Kernfamilie. Weiterhin enthält das Hausbuch Angaben über die Zollund Hausgeldtarife von Geervliet, Antwerpen und Frankfurt/M. Außerdem dokumentierte S. in dem Kodex Immobilienangelegenheiten, etwa Ausgaben für Haus- und Bodenkäufe. Bei einer Gelegenheit trug er in das Hausbuch auch einige medizinische Anweisungen ein. Zwischen  und  gab S. das Hausbuch an seinen ältesten Sohn weiter, der ebenfalls als Kaufmann tätig war und das Werk mit seiner Ehefrau weiterführte. Danach wurde das Hausbuch von mindestens drei weiteren Familienmitgliedern mit Unterbrechungen bis  fortgesetzt. So stammt ein großer Teil des Inhalts aus der Zeit von  bis . Insgesamt ist S.s Hausbuch u. a. im Vergleich zu patrizischen Aufzeichnungen von Interesse, zeigt es doch den wirtschaftlichen Aufstieg eines Kölner Neubürgers, der nicht auf ein etabliertes Familiensystem zurückgreifen konnte. Stattdessen belegt das Hausbuch, wie S. sich z. B. durch die geschickte Auswahl von Kau euten als Taufpaten für seine Kinder ein eigenes Netzwerk schuf. S.s Angaben über den zeitgenössischen Handel und die Ausbildung seiner Kinder machen das Werk auch wirtschafts- und bildungshistorisch relevant. Ü: Köln, Hist. Arch. des Erzbistums, Pfarrarch. St. Andreas, betr. Filialkirche St. Paul, Sign. B II ,  Bll. (–; Teilautograph S.s). – Vgl. Kuske  und Pawis  (beide s. Lit.). L: Reinhard Pawis, VL  () Sp. –. – Quellen zur Gesch. des Kölner Handels und Verkehrs im MA. Bd. . Hg. v. Bruno Kuske. Bonn  (Nachdr. ebd. ) S. –. – Wolfgang Herborn: Bürgerliches Selbstverständnis im spätma. Köln. Bermerkungen zu zwei Hausbüchern aus der ersten Hälfte des . Jh. In: Die Stadt in der europäischen Gesch. FS Edith Ennen. Hg. v. Werner Besch u. a. Bonn , S. –. – Klaus Militzer: Führungsschicht und Gemeinde in Köln im . Jh. In: Städtische Führungsgruppen und Gemeinde in der werdenden Neuzeit. Hg. v. 

Agrius von Brune Wilfried Ehbrecht. Köln/Wien , S. –. – Mathias Beer: Eltern und Kinder des späten MA in ihren Briefen. Familienleben in der Stadt des SpätMA und der frühen Neuzeit mit besonderer Berücksichtigung Nürnbergs (–). Nürnberg , S. ,  f.,  u. ö. – David Nicholas: The Later Medieval City, –. London u. a. , S.  f., . – Kerstin Seidel: Freunde und Verwandte. Soziale Beziehungen in einer spätma. Stadt. Frankfurt/M. u. a. , S. –. MM Agrius von Brune, † erstes Viertel . Jh. (?). – Als medizinische Autorität erwähnt. A. ist nur durch eine Erwähnung in der Chirurgia von → Hesse, dem Juden von Salms (Solms), nachweisbar. Dort wird er neben einem Papst Leo und einem Surdiacus als Autorität für eine spezielle Tonsillitistherapie genannt. Die erwähnte Behandlungsmethode beruht auf der Verwendung von Pferdehoden. Der Text bezeichnet A. als Meister, de niert aber seine Rolle in der Entwicklung der Behandlungsmethode nicht genau. Auch A.s Lebenszeit ist unsicher. Hesse, der Jude von Salms, schloss sein medizinisches Kompendium um  ab, also dürfte A. spätestens um diese Zeit gelebt haben. Ü: Zürich, ZB, cod. C a, v (Pap., ). – Erlangen, UB, Ms. B ,  Bll. (Pap., um ). – Vgl. Leo C. Mohlberg: Kat. der Hss. der Zentralbibl. Zürich. Bd. : Ma. Hss. Zürich , S.  (Nr. ); Otto Pültz: Die dt. Hss. der UB Erlangen (Kat. der Hss. der UB Erlangen ). Wiesbaden , S.  f. L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp.  f. – Max Neuburger: Gesch. der Medizin /. Stuttgart , S.  f. – Gundolf Keil: Peter von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausg. des Textes. Diss. Heidelberg , S. , –. – Gerhard Eis: Zu dem frühmhd. Hormonrezept. In: Sudhoffs Arch.  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –). – Bernhard D. Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit. Berlin , S. . MM Engelhus, Dietrich → Band , Sp. –. Rothe, Johannes → Band , Sp. –. 

Rosenheimer Scherer, Michel, * vor , † frühestens . – Schreiber. Der ansonsten unbekannte S. identi ziert sich durch Eigennennung als Schreiber von Handschrift P. Er gibt darin Straßburg als Schreibort und  als Jahr der Abfassung an. Allerdings enthält der Kodex auch Einträge S.s, die sich auf Ereignisse von / beziehen. S. dürfte P also über einen längeren Zeitraum hinweg besessen und mit Nachträgen versehen haben. P gilt daher in der Forschung nicht als Auftragsprodukt, sondern als Handschrift für den eigenen Gebrauch. Primärtext in P ist eine Abschrift des Schachzabelbuchs → Konrads von Ammenhausen. Daneben trug S. aber eine bunte Mischung von dt. Marginalien in den Kodex ein. Darunter sind ebenso Prosaabschnitte wie Reimverse, religiöse wie weltliche Stücke. Zu den religiösen Einträgen zählen Gebete und Anrufungen, u. a. Marias und Sebastians, sowie Auszüge aus der Bibel und Zitate von Autoritäten wie → Bernhard von Clairvaux. Weltlicher Natur sind historische Notizen, etwa über Ludwigs XI. von Frankreich († ) Vorstoss ins Elsass im Jahr , aber auch Sprüche und Priameln, in denen S. z. B. das Konstanzer Konzil verspottet. Interessant ist S.s Kodex als Zeugnis privater literarischer Betätigung eines gebildeten Bürgers. Ü: P: Paris, Nationalbibl., Dep. Bibl. de l’Arsenal Ms. ,  Bll. (Pap., Straßburg,  bis um , elsässisch; Autograph). – Vgl. www.handschriftencensus.de/. A: Bächtold  (s. Lit.; Teilausg.). L: Jakob Bächtold: Dt. Hss. in Paris. In: Germania  () S. –. – Karl Euling: Das Priamel bis Hans Rosenplüt. Stud. zur Volkspoesie. Breslau  (Nachdr. Hildesheim ) S. . – Gerhard Eis u. a.: Nachträge zum VL. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S. . – Oliver Plessow u. a.: Ma. Schachzabelbücher zwischen Spielsymbolik und Wertevermittlung. Der Schachtraktat des Jacobus de Cessolis im Kontext spätma. Rezeption. Münster/Westf. , S. ,  f. – Vgl. auch die Lit. zu Konrad von Ammenhausen. MM Rosenheimer, Johann Ulrich, von Straßburg. – Verfasser lat. mnemotechnischer Traktate, von denen einer die Vorlage für Johannes → Hartliebs Kunst der Gedächtnüß darstellt; erste Hälfte . Jh. R. ist unabhängig von seiner Traktatüberlieferung nicht nachgewiesen. Er führte den (artistischen?) Magistertitel und stammte aus oder wirkte 

. Hälfte . Jh. in Straßburg. Sein Familienname dürfte sich auf das elsässische Rosheim beziehen. Eine überwiegend lat. Sammelhandschrift, die vorherrschend Gebrauchstexte zur Verwendung im Unterricht enthält, überliefert eine Gruppe von drei mnemotechnischen Texten, von denen zwei R. zugewiesen werden. Der erste Text der Dreiergruppe, der anonyme Tractatus de arte memorativa cujusdam magistri Parisiensis, ist die Grundlage für R.s eigene Ars memorativa, die als letzter der drei Traktate in der Handschrift erscheint. Einige Kapitel hat R. wortgetreu übernommen, anderen folgt er nur inhaltlich. Am Schluss kürzt er seine Vorlage. Die einzige Erweiterung ist die Inserierung der Legende der hl. Katharina (→ Katharina von Alexandrien) im Kapitel zur Einprägung zusammenhängender Texte. Von literargeschichtlich größerem Interesse ist indes R.s anderer Beitrag, De scientia id est Notabilia mnemotechnica. Dieser Traktat lehnt sich zwar wie die beiden anderen der Dreiergruppe an antike Vorbilder an, ist dabei aber um breitere Verständlichkeit bemüht. Der Text ist zunächst lat. und wechselt ungefähr in der Mitte (r) in die Volkssprache. In der Übergangsphase begegnen auch mischsprachige Sätze. Beim zweisprachigen De scientia-Traktat handelt es sich um den ältesten bekannten Zeugen von Hartliebs Kunst der Gedächtnüß, die hier in noch nicht vollständig übersetzter Form vorliegt. Bei R.s vermutlich originär lat. (und in dieser Form nicht überlieferten) Traktat dürfte es sich demnach um die Vorlage für Hartliebs Übersetzung gehandelt haben. Hartlieb hat seine Kunst der Gedächtnüß um / erstellt, wobei seine Urheberschaft nicht unumstritten ist (vgl. zuletzt [pro Hartlieb] Schnell ). Demnach wären R.s Traktate für das erste Viertel oder Drittel des . Jh. anzusetzen. Ü: Wien, ÖNB, Cod.  (Pap., , lat./bair.-österr.). Tractatus de arte memorativa: v–r; De scientia: v–v, Explicit: «Istud praeallegatum dictum magistri Johanis vdaltici doctissimi Rosenhaymiensis de Argentina»; Ars memorativa: r–r. L: Rainer Rudolf, VL  () Sp.  f. – Helga Hajdu: Das mnemotechnische Schrifttum des MA. Wien u. a.  (Nachdr. Amsterdam , Frankfurt/M. ) S. –. – Gerhard Eis: Zur altdt. ‹Gedächtniskunst›. In: Medizinische Monatsschr.  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer 

. Hälfte . Jh. Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –). – Martin Wierschin: Johannes Hartliebs «Mantische Schr.». In: PBB (Tüb.)  () S. –, hier S. –. – Wolfram Schmitt: Biobibliographische Bemerkungen zu Hans Hartlieb. In: Fachprosa-Stud. Beitr. zur ma. Wiss.- und Geistesgesch. FS G. Eis. Hg. v. Gundolf Keil u. a. Berlin , S. –, hier S. ,  f. Anm. . – Sabine Heimann-Seelbach: Ars und scientia. Genese, Überl. und Funktionen der mnemotechnischen Traktatlit. im . Jh. Mit Edition und Unters. dreier dt. Traktate und ihrer lat. Vorlagen (Frühe Neuzeit ). Tübingen , S. . – Frank Willaert: Medieval memory. Image and text (Textes et études du moyen âge ). Turnhout , S. . – Bernhard Schnell: Neues zur Biogr. Johannes Hartliebs. In: ZfdA  () S. –, hier S. . VZ Erweitertes livländisches Ritterrecht (auch: Mittleres l. R.). – Vor . Der Titel E. l. R. führt in die Irre und ist erst durch die Geschichtsforschung eingeführt worden; die Bezeichnung «Ritterecht» tritt in den Quellen erst mit Ausgang des MA entgegen (Leesment: Abweichungen, S. ). Bei dem E. l. R. handelt es sich um eine Kompilation und Bearbeitung von mindestens drei bekannten Land- und Lehnrechtsbüchern in  Kapiteln und nd. Sprache: . Die jüngere Rezension des → Ältesten livländischen Ritterrechts wurde mit etlichen Abweichungen, die eine Annäherung an das → Waldemar-Erichsche Lehnrecht aufweisen, aufgenommen (Kap. –, , , , –). . Der → Livländische Spiegel wurde fast vollständig übernommen (Kap. –, , , –, –, –, –, , –, –, –, –, –). . Aus dem Sachsenspiegel → Eikes von Repgow wurden drei Kapitel wörtlich übernommen (Kap. –). Darüber hinaus be nden sich im E. l. R. weitere Textpassagen, dessen Vorbilder unbekannt sind. Es lässt sich kein Versuch einer systematischen Durchdringung und sinnhaften Anordnung der Kapitel erkennen. Über den Kompilator des E. l. R. können wir keine Aussagen treffen, jedoch wird angenommen, dass er aus dem Umfeld des Erzbischofs von Riga stammt. Es liegen keine handschriftlichen Zeugen des Textes vor; das E. l. R. wurde, ohne das ein Auftraggeber bekannt wäre, 

Erweitertes livländisches Ritterrecht  mit einer durch den Rigaer Erzbischof Michael Hildebrand errichteten Eininge van Uthantwerdinge der Buren zum ersten Mal in Druck gegeben. Es dürfte in allen livländischen Stiften zumindest subsidiäre Geltung besessen haben. Gut zwei Jahrhunderte später gab Gerhard Oelrichs das E. l. R. mit Dionysius Fabris Formulare procuratorum (–), dem → Erweiterten Rigaer Stadtrecht u. a. Rechtstexten heraus (Buddenbrock: Sammlung, , S.  f.). E D: De gemenen stichtischen Rechte ym Sticht van Ryga, geheten dat Ridderrecht. S. l. . – Gerhard Oelrichs: Dat Rigische Recht und de gemenen stichtischen Rechte ym Sticht van Ryga […]. Bremen , S. –. A: August Wilhelm Hupel: Versuch einer Gesch. der lie ändischen Ritter- und Landrechte und hochdt. Uebersetzung der lie ändischen Ritterrechte [...] (Neue Nordische Miscellaneen, Stücke –). Riga , S. –. – Gustav J. von Buddenbrock: Slg. der Gesetze, welche das heutige livländische Landrecht enthalten. Bd. . Mitau , S. –. L: Bibliographien zur livländischen Rechtsgeschichte (Quellen und Literatur) bei: Eduard Winkelmann: Livoniae historica. Systematisches Verz. der Quellen und Hilfsmittel zur Gesch. Estlands, Livlands und Kurlands. Berlin   (Nachdr. Hildesheim ) S. –. – Oswald Schmidt: Rechtsgesch. Liv-, Est und Curlands. Aus dem Nachlasse des Verfassers hg. v. Eugen von Nottbeck. Dorpat  (Nachdr. Hannover ) S. – (ebd. eine Besprechung der damaligen Archivbestände). – Dt. Gesch. im Osten Europas: Baltische Länder. Hg. v. Gert Pistohlkors. Berlin , S. –. Einen Überblick über die ma. Rechtsquellen Livlands in drei, immer aufs Neue verbesserten Ausgaben bietet Friedrich Georg von Bunge: Beitr. zur Kunde der liv-, esth- und curländischen Rechtsquellen. Riga/Dorpat . – Ders.: Einleitung in die liv-, esth- und curländische Rechtsgesch. und Gesch. der Rechtsquellen. Reval . – Ders.: Altlivlands Rechtsbücher, zum Theil nach bisher unbenutzten Texten. Leipzig . Hermann Blaese/Dietmar Willoweit: Baltische Länder. In: HRG  () Sp. –. – August Wilhelm Hupel: Versuch einer Gesch. der lie ändischen Ritter- und Landrechte und hochdt. Uebersetzung der lie ändischen Ritterrechte [...] (Neue Nordische Miscellaneen, Stücke –). Riga . – 

Feuerwerkbuch von  Leo Leesment: Die Verbrechen des Diebstahls und des Raubes nach den Rechten Livlands im MA. Dorpat  (Nachdr. Goldbach ). – Leonid Arbusow: Livland. Mark des Reiches –. Ein Abschnitt dt. Verfassungs- und Rechtsgesch. Riga . – Baltisch-europäische Rechtsgesch. und Lexikographie. Hg. v. Ulrich Kronauer u. a. Heidelberg . DB/MM Feuerwerkbuch von . – Fachkompendium der Büchsenmeisterei, er Jahre des . Jh. Bei dem seit der Ausgabe von Hassenstein () so genannten F. handelt es sich um eine weit verbreitete und oft rezipierte Sammlung von chemischen und physikalischen Ratschlägen für das Büchsenmeisterwesen vom Anfang des . Jh., die ein unbekannter fachkundiger Autor zusammenstellte. Als Vorlage für zumindest einige Passagen könnte dabei u. a. die → Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen gedient haben. Die Entstehungszeit des F. kann zwischen  und  eingegrenzt werden. Überliefert sind jedoch nur Abschriften; die ältesten bekannten stammen aus den Jahren  (München, Cgm ),  (Heidelberg, Cod. Pal. germ. ) und  (Freiburg, Hs. ). Insgesamt lassen sich derzeit  ganz oder teilweise identische Textfassungen und Bearbeitungen ausmachen, von denen einige auch gemeinsam mit Abschriften des Bellifortis des Konrad → Kyeser (/) überliefert sind. Bemerkenswert für eine kriegstechnische Lehrschrift ist der kaum zu verzeichnende Einsatz von Illustrationen, die nur in wenigen Fassungen und dann sehr sparsam den Text ergänzen. Anders als noch von Schmidtchen () angenommen, handelt es sich bei dem F. nicht um für den persönlichen Gebrauch von Büchsenmeistern bestimmte geheime Aufzeichnungen, die durch gruppeninterne Weitergabe verbreitet wurden. Leng () geht stattdessen davon aus, dass das F. ein für ein breit gespanntes Publikum – neben den Büchsenmeistern werden im Text ausdrücklich Fürsten, Grafen, Herren, Ritter, Knechte und Städte angesprochen – geschaffenes Kompendium praxisbezogenen Wissens um die Herstellung von Pulver und die Bedienung von Feuerwaffen war. Es bot den militärtechnischen Spezialisten einen schnellen Zugriff auf strukturiertes und didaktisch aufbereitetes Fachwissen und trug zur Ausbildung eines verfestigten Berufsbildes der Büchsenmeister bei. Die möglichen Dienstherren 

. Hälfte . Jh. dieser Spezialisten konnten in wichtige Grundlagen von Technik und Chemie der Feuerwaffen eingeführt werden, um selbst kompetentere Entscheidungen im Hinblick auf die moderne Kriegstechnik und deren Personal treffen zu können. Durch diese Konzeption wurde das F. zur wichtigsten Vorlage der artilleristischen Literatur des . und . Jh. von beinahe kanonischer Bedeutung und zur meist verbreiteten deutschsprachigen kriegstechnischen Schrift des SpätMA, sogar der einzigen, die vom Oberdeutschen ins Niederdeutsche übertragen wurde (Berlin, Ms. germ. quart. , zweites Viertel . Jh.). Das F. hat eine klar erkennbare Gliederung. In der Vorrede wendet sich der anonyme Autor an die möglichen Auftraggeber der Büchsenmeister und betont, dass man im Kriegsfall ganz besonders auf die Verlässlichkeit und gute Ausbildung von Büchsenmeistern angewiesen sein wird, für die deshalb schon in Friedenszeiten Sorge zu tragen sei. Danach folgt ein Katalog von zwölf Büchsenmeisterfragen zu Grundlagen der Feuerwerks- und Schießtechnik, die man einem Kandidaten vorlegen sollte, den man als Büchsenmeister einstellen will. Im Text werden diese Fragen in Dialogform von einem sprechenden Meister musterhaft beantwortet und zum Teil auch ausführlich begründet oder erläutert. In vielen Handschriften schließt sich an die zwölf Fragen ein kurzer Abschnitt an, in dem die Er ndung der Pulverwaffen durch einen Meister oder Mönch Niger Berchtoldus, den ktiven Berthold Schwarz, beschrieben wird. Diese Legende diente wahrscheinlich der historischen Legitimation der Büchsenmeisterei. Im darauf folgenden Abschnitt werden die moralischen und fachlichen Anforderungen an Büchsenmeister erläutert: Gottesfurcht, Bescheidenheit, Mut, Nüchternheit, Schreib- und Lesefähigkeit. Hinzu kommen Ermahnungen zu gesundem Lebenswandel, auch beim Umgang mit den schädlichen Substanzen des Büchsenmeisterhandwerks. Dann folgen als eigentlicher praxisorientierter Kern der Schrift verschiedene Anleitungen zur Salpeterbereitung und eine umfangreiche Rezeptsammlung zur Pulverherstellung oder zur Wiederherstellung verdorbenen Pulvers. Daran schließen sich in unzusammenhängender Mischung Anleitungen für verschiedene Varianten des Ladens und Beschießens von Büchsen an. Mit einem erneuten eindringlichen Appell an die möglichen Auftraggeber zur sorgfältigen und vorausschauenden Bestellung von Geschützen, Munition, Zubehör und 

. Hälfte . Jh. fachlich ausgebildetem Büchsenschützen leitet der Autor dann zum letzten Abschnitt über. Hierin benden sich jedoch in ungeordneter Sammlung verschiedene Anleitungen zum Antwerk und zu verschiedenen Schießtechniken sowie weitere Pulverrezepte und das Fragment eines zusätzlichen Fragenkatalogs. Dieser Teil des F. ist in den einzelnen Handschriften häu g durch Nachträge und Ergänzungen verändert worden. Der Intention des Autors entsprechend, lassen sich tatsächlich zahlreiche Hochadlige, Städte und Büchsenmeister als frühere Besitzer von Handschriften des F. nachweisen. Der praktischen Bedeutung dieses Kompendiums im . Jh. entspricht es auch, dass es  als erstes deutschsprachiges technisches Buch zum Druck gelangte. Weitere Drucke, aber auch handschriftliche Überlieferungen, folgten im . Jh., so dass das F. die gesamte artilleristische Literatur des . Jh. beein usste. Ü: Augsburg, SuStB, ° Cod. , r–v, ° Cod. , r–v und ° Cod. , r–v. – Augsburg, UB, III. .° , r–v und III. .° , r–r. – Bad Arolsen, Fürstlich Waldecksche Hofbibl., IV Hs. . – Berlin, SBB, Hdschr. ,  Bll., Ms. germ. fol. a, r–v, Ms. germ. fol. , r–r, Ms. germ. fol. , r–r, Ms. germ. quart. , r–r, Ms. germ. quart. , r–r, r–r, Ms. germ. quart. , r–r, Ms. germ. quart. , v–v und Ms. germ. quart. , r–r. – Cambridge/MA, Harvard College Library – Houghton Library, MS Typ , S. –. – Darmstadt, ULB, Hs. , r–v. – Dillingen, Studienbibl., Ms. XV , r–r. – Dresden, LB, Mscr. App. , r–v und Mscr. C , r–r. – Freiburg, UB, Hs. , r–r. – Gotha, Universitäts- und Forschungsbibl. ErfurtGotha, Chart. B , r–v. – Göttingen, SUB, ° Cod. Ms. philos. , r–v. – Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. , r–r, Cod. Pal. germ. , v–v, Cod. Pal. germ.  und Cod. Pal. germ. , r–r, r–r. – Karlsruhe, LB, Cod. St. Georgen , Fragm. ab fol. v. – Kassel, UB/LMB, ° Ms. math. , r–r. – Leeds, Royal Armouries, Inv. No. I/, r–r. – Leipzig, UB, Ms. , r–r. – Memmingen, StB, ° ., r–r. – München, BSB, Cgm. , S. –, –, Cgm. , r–v, Cgm. , r–v, Cgm. , r–r, Cgm. , r–v und Clm , r–r. – München, BayHStA, Kurbayern, Äußeres Arch. , Fragment. – New York, Public Library, Spencer Collection, Ms. , r–r. – Nürnberg, Germ. 

Feuerwerkbuch von  Nationalmuseum, Hs , r–v und Hs , r–v. – Privatbesitz: olim Ramsen, ehem. Antiquariat Heribert Tenschert, Rotthalmünster, Kat. XXV (), Nr. . – Roma, Città del Vaticano, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat. , r–v. – Sibiu, Arhivele Statului, Ms. Varia II, , r–v. – Strasbourg, Bibl. Nationale et Universitaire, Ms.  und Ms. , r–v. – St. Gallen, Kantonsbibl., VadSlg, Ms. , r–r. – Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibl., Q , r–v. – Wien, ÖNB, Cod. , v–v, Cod. , r–r und Cod. , r–v. – Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. . Aug. ° und Cod. Guelf.  Extravag., r–v. E F: Flauii Vegetii Renati vier bucher der Ritterschaft […]. Mit einem zusatz / von Büchsen geschoß / Puluer / Fewrwerck, Augsburg, Heinrich Stainer , r–v. – Büchsenmeysterei. Von Gschoß / Büchsen / Puluer / Salpeter und Feurwerck etc. […]. Straßburg, Christian Egenolph  (dann Frankfurt/M. ,  und ). A: Das Feuerwerkbuch von .  Jahre Dt. Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Nachdr. des Erstdruckes aus dem Jahre  mit Übertragung ins Hochdeutsche und Erläuterungen von Wilhelm Hassenstein. München . – Werner Meyer: Eine Abschrift des Feuerwerkbuchs. Die Hs. XV  der Studienbibl. Dillingen an der Donau. In: Liber Castellorum () S. –. – Gerhard Kramer: Berthold Schwarz. Chemie und Waffentechnik im . Jh. (Abh. und Berichte des Dt. Museums, NF ). München . – Manuel Baetz: Das F. von . Faks. mit Übertragung in modernes Deutsch. [Radolfzell] . L: Volker Schmidtchen, VL  () Sp. –. – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Deutschland. Abt. . München/ Leipzig  (Nachdr. New York ; Hildesheim ) S. –. – Eduard A. Gessler: Die Entwicklung des Geschützwesens in der Schweiz von seinen Anfängen bis zum Ende der Burgunderkriege. In: Mitt. der Antiquarischen Ges. Zürich  () S. –. – Bernhard Rathgen: Das Geschütz im MA. Berlin , S. –. – Christa Hagenmeyer: Kriegswissenschaftliche Texte des ausgehenden . Jh. Schermers Basteienbau – Wagenburgordnung – Feuerwerksrezepte. In: Leuvense Bijdragen  () S. –. – V. Schmidtchen: Bombarden, Befestigungen, Büchsenmeister. Von den ersten Mauerbrechern des 

Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen SpätMA zur Belagerungsartillerie der Renaissance. Eine Studie zur Entwicklung der Militärtechnik. Düsseldorf . – Werner Meyer: Das Feuerwerkbuch. In: Burgen und Schlösser  () S. –. – Theresia Berg/Udo Friedrich: Wissenstradierung in spätma. Schr. zur Kriegskunst: Der «Bellifortis» und das anonyme «Feuerwerkbuch». In: Wissen für den Hof. Der spätma. Verschriftlichungsprozeß am Beispiel Heidelberg im . Jh. Hg. vo. Jan-Dirk Müller (MMS ). München , S. –. – Rainer Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , Bd. , S. –. – Jeffrey F. Hamburger/Todor Petev: F. and Konrad Kyeser, «Bellifortis». In: The Splendor of the Word. Medieval and Renaissance Illuminated Manuscripts at the New York Public Library. Hg. v. Jonathan James Alexander u. a. New York , S. –. – R. Leng (Bearb.): Stoffgruppe . Feuerwerks- und Kriegsbücher (Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, Bd. /, Lfg. /). München , S. –. UT Kauder, Konrad, von Schongau. – Früher Bearbeiter des → Feuerwerkbuchs von , lebte um . Eine in zwei Fragmenten erhaltene Handschrift von  überliefert eine der ältesten datierten Fassungen des Feuerwerkbuchs von . Als Schreiber identi ziert sich in einer lat. Ergänzung zu dem dt. Text ein «Cunradum Kauder de Schongaw». K. stammte also wohl aus dem oberbayerischen Schongau. Die Abfassung der Handschrift erfolgte nach seinen Angaben aber in Altsteußlingen (heute zu Ehingen). Verschiedentlich wurde vermutet, K. könnte dort Stadtschreiber gewesen sein und den Kodex im städtischen Auftrag erstellt haben. Dies ist jedoch bislang unbewiesen. Der K.sche Text des Feuerwerkbuchs von  zählt zu den nicht illustrierten Bearbeitungen des Werks und weist daher einen geringeren Umfang als andere Fassungen auf. Die Forschung hat in K.s Handschrift zugleich Erweiterungen des Feuerwerkbuchs nachgewiesen, die K. selbst zugeschrieben werden und als durchaus eigenständig gelten. Ü: München, BSB, cgm  + cgm , r–v + r–r (Pap., , schwäbisch). – Vgl. u. a. Karin Schneider: Die dt. Hss. der BSB München. Die ma. Hss. aus Cgm – 

. Hälfte . Jh.

(Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis /). Wiesbaden , S.  f. – Leng  (s. Lit.). – www.handschriftencensus. de/. A: Vgl. die Ausgaben des Feuerwerkbuchs von . L: Volker Schmidtchen, VL  () Sp.  f. – Wilhelm Hassenstein: Das Feuerwerkbuch von .  Jahre dt. Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. München , S. . – Gerhard Eis: Ma. Fachlit. Stuttgart , S. . – Peter Assion: Altdt. Fachlit. Berlin , S. . – Rainer Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. Wiesbaden , Bd. , S.  f.; Bd. , S.  f. – Andreas Erhard: Unters. zum Besitz- und Gebrauchsinteresse an deutschsprachigen Hss. im . Jh. nach den Beständen der BSB München. Diss. München , S. ,  f. – Vgl. auch die Lit. zum Feuerwerkbuch von . MM Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen. – (München, Cgm ), erstes Viertel . Jh. Die erst später als A. betitelte Bilderhandschrift mit  Blättern und  Illustrationen ist gemeinsam mit dem eng verwandten Büchsenmeisterbuch Wien, ÖNB, cod.  zu Beginn des . Jh. entstanden. Beide gehen aber offensichtlich auf eine nicht überlieferte gemeinsame, vermutlich in Südwestdeutschland entstandene Vorlage zurück, die sich aufgrund von stilistischen und modischen Merkmalen in Text und Abbildungen an das Ende des . Jh. einordnen lässt. Damit ist zwar die ältere, von Jähns eingeführte und seitdem oft wiederholte Datierung der A. auf die Mitte des . Jh. abzulehnen, dennoch ist sie mit ihrer unbekannten Vorlage als das vermutlich früheste Zeugnis einer schriftlichen Sammlung von fachspezi schem Wissen ma. Büchsenmeister anzusehen. In der Folge steht sie damit am Beginn der Genese einer eigenen Gattung von Büchsenmeisterbüchern und beein usste, ähnlich wie die kurz zuvor oder parallel entstandene kriegstechnische Handschrift Bellifortis des Konrad → Kyeser (/), spätere verwandte Werke. Es wird angenommen, dass die A. aus einer Sammlung von Zetteln entstanden ist und erst durch einen Bearbeiter geordnet, zusammengefügt und zum Teil ergänzt wurde. Der unbekannte Autor verfolgte wahrscheinlich die Absicht, sein 

. Hälfte . Jh. Spezialwissen als Büchsenmeister an Gesellen oder Berufskollegen weiterzugeben. Für die Verwendung als praktische Gebrauchsanleitung sprechen auch das relativ niedrige Niveau der Abbildungen und das grobe Schriftbild gegenüber der parallelen Überlieferung in Wien, ÖNB, cod. . In der A. dominiert das nüchterne Interesse an der anwendungsorientierten Vermittlung von technischem und chemischem Wissen. Ein literarischer Anspruch, Naturverständnis oder Ein üsse von Magie fehlen völlig. Auf fol. v–r werden die kolorierten Pinselzeichnungen mit kurzen dt. (bairischen) Texten in gotischer Bastarda erläutert. Dargestellt sind hier Rezepte und Geräte zur Schießpulverherstellung sowie Techniken zum Laden und Abfeuern von Büchsen. Ab fol. r folgen Federzeichnungen von Geschützen, Kriegsgeräten und taktischen Varianten im Belagerungskampf. Das von der A. und der verwandten Handschrift Wien, ÖNB cod. , bzw. von beider älterer Vorlage bereitgestellte Bildmaterial fand Eingang in fast alle dt. kriegstechnischen Bilderhandschriften des . Jh. Weitere, darauf aufbauende Werke wie das → Feuerwerkbuch von , die anonymen Büchsenmeisterbücher Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs.  und Wien, Kunsthist. Museum, KK  und auch die späteren Autoren → Formschneider, Martin Merz und Philipp Mönch führen die Tradition der A. bis um  fort. Ü: München, BSB, Cgm  (Pap., erstes Viertel . Jh., bair., südwestdt. beeinusst). A: A., S. z. b., B. z. l. u. z. b. Eine kriegstechnische Bilderhs. im cgm  der Bayerischen Staatsbibl. München. Hg. v. Rainer Leng (Imagines medii aevi ). Wiesbaden . – Werner Meyer: Die Hs. cgm  der Bayerischen Staatsbibl. In: Bulletin de l’Institut internationale des châteaux historiques  () S. –. L: Volker Schmidtchen, VL  () Sp.  f. – August von Essenwein: Quellen zur Gesch. der Feuerwaffen.  Bde. Leipzig  (Nachdr. Graz ) S. –, Tf. I–IX. – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Deutschland. Abt. . München/Leipzig  (Nachdr. New York ; Hildesheim ) S. –. – Das Feuerwerkbuch von . Hg. v. Wilhelm Hassenstein. München , S. –. – Karin Schneider: Die dt. Hss. der Bayerischen 

Guy de Chauliac Staatsbibl. München: Cgm – (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis V/). Wiesbaden , S.  f. – Ernst Berninger: Die technischen Hss. des . Jh. in der Bayerischen Staatsbibl. München. In: Konrad Kyeser Bellifortis. Clm . Präsentation einer neu erworbenen Hs. der Bayerischen Staatsbibl. Hg. v. Ulrich Montag (Patrimonia ). München , S. –. – Wilfried Tittmann: «Büchsenwerk» – die Kunst, aus Büchsen zu schießen. In: Waffen und Kostümkunde. Zs. für Waffen- und Kleidungsgesch.  () S. –. – Rainer Leng: Katharsis und Gewissensnot. Lustfeuerwerk und Kriegstechnik in den Schr. der Büchsenmeister. In: Feuer. Hg. von Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH (Schriftenreihe Forum : Elemente des Naturhaushalts ). Köln , S. –. – R. Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. (Imagines medii aevi ). Wiesbaden , Bd. , S. –; Bd. , S.  f. – Ders.: (Bearb.): Stoffgruppe . Feuerwerks- und Kriegsbücher (Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA, Bd. /, Lfg. /). München , S.  f. UT Guy de Chauliac (auch: G. de Chaulhac, Gui[do] [de] Caul[i]ac[o], Guigo de C[h]aulh[i]aco), * um  Chaulhac (Département Lozère), † .. zwischen Avignon und Lyon, Grablege bei der Kirche Saint-Just, Lyon. – Bedeutender französischer Chirurg und Fachschriftsteller, dt. Adaptionen ab ca. . Der südfranzösische Bauernsohn G. studierte mit Unterstützung seines Landherrengeschlechts, der Barone von Mercœur, Medizin in Montpellier und Bologna, womöglich auch in Toulouse und Paris. Seit  führte G. den medizinischen und den chirurgischen Meistertitel. Nach dem Studium praktizierte er in Lyon sowie in Avignon und wurde in seiner heimatlichen Diözese Mende zum Priester geweiht. Seinem fachlichen Renomme verdankte er das Amt des Leibarztes für die drei Avignoner Päpste Clemens VI., Innozenz VI. und Urban V. Der berühmte Chirurg wurde zudem zum päpstlichen «capellanus» ernannt und mit Kanonikaten in Lyon (), Reims () und Mende () reich bepfründet. Das fachliterarische Frühwerk G.s besteht aus kürzeren Traktaten und Regimina (u. a. zur Pest, über → Verworfene Tage und Bruchoperationen), 

Guy de Chauliac die offensichtlich kaum rezipiert wurden und auch nicht in die Volkssprachen ausstrahlten. Aus dem Frühwerk ragt das Regimen De subtilianti diaeta heraus, das für den böhmischen König Johann von Luxemburg (den Blinden) erstellt wurde, der an einer erblichen Augenerkrankung litt. Wesentlich wirkmächtiger als die kleineren Medizinschriften waren die chirurgischen Kompendien G.s. Das Formularium auxiliorum apostematum et pustularum (entstanden um  in Paris) und das Formularium auxiliorum vulnerum et ulcerum (um , vermutlich in Avignon) bieten jeweils nach Indikationen geordnete wundärztliche Rezepte und Verfahren. In aller Regel werden diese beiden Rezeptreihen gemeinsam als zweiteilige Chirurgia parva tradiert und rezipiert. Der Textbestand dieser Kleinen Chirurgie ist teilweise im Inventarium seu collectorium chirurgiae (Chirurgia magna) aufgegangen, die von G.  abgeschlossen wurde. Die Chirurgia magna pro tiert einerseits von G.s jahrzehntelanger wundärztlicher Praxis und andererseits von seiner herausragenden Kenntnis der fachliterarischen Tradition. Nach dem Vorbild des Arzneibuchs → Ortolfs von Baierland entwarf G. ein chirurgisches Kompendium in acht Teilen, das als umfassendes chirurgisches Lehrwerk Rezepte, pharmazeutisch-technische Anweisungen und Operationsanleitungen vereint. Zwar ist G. sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Gliederung den gängigen wundärztlichen Vorläufertexten verp ichtet (→ Roger Frugardi, → Bruno von Longoburgo, → Lanfrank von Mailand), übertrifft diese aber in puncto systematischer Konzeption und Praktikabilität. Die Chirurgia magna avancierte zum maßgeblichen wundärztlichen Arzneibuch des SpätMA und der frühen Neuzeit, dessen Wirkungsgeschichte bis in das . Jh. reicht. Dabei ersetzte G.s Lehrwerk sukzessive die Chirurgien der Lanfrank-Tradition. Die volkssprachige Rezeption der Chirurgia magna setzt noch im . Jh. ein, in dem französische und okzitanische Fassungen entstanden sind. Im . Jh. treten auch landessprachige Bearbeitungen der Kleinen Chirurgie hinzu, wobei die Kleine Chirurgie gegenüber der Großen deutlich weniger volkssprachig rezipiert wurde. Auch wurde sie nie kommentiert oder in der akademischen Lehre verwandt. Neben dt./ndl. (Teil-) Bearbeitungen der wundärztlichen Lehrwerke G.s sind katalanische, italienische, spanische, englische und hebräische Adaptionen bekannt. Die dt./ndl. Rezeption setzt um  mit Teilübersetzungen aus 

. Hälfte . Jh. der Chirurgia magna ein. Wie in der europäisch-lat. konnte sich auch in der deutschsprachigen Tradition G.s Große Chirurgie im Verlauf des Jahrhunderts gegenüber älteren Konkurrenztexten durchsetzen und war ab ca.  das maßgebliche Referenzwerk. Den Rezeptionsbeginn markiert → Peter von Ulm, der sich als erster dt. Fachvertreter nachweislich mit G. auseinandergesetzt hat. Rund  Vorschriften in eigener Übersetzung hat Peter in seine Cirurgia (um /) aufgenommen. Die vollständigen bzw. umfangreichen Bearbeitungen der chirurgischen Kompendien G.s sind im Einzelnen: A. Dt./ndl. Chirurgia parva-Übersetzungen: ) Der Apotheker Konrad → Schreck von Aschaffenburg hat  eine sich eng an den lat. Wortlaut haltende Übersetzung angefertigt. Er behandelt die beiden Rezeptreihen der Kleinen Chirurgie als selbstständige Teile und hat sie in seiner Abschrift durch die Zwischenschaltung einer von G. unabhängigen Rezeptsammlung räumlich voneinander geschieden. – ) Hans → Minner, ein Berufsgenosse Schrecks, richtet bei seiner Chirurgia parvaAdaption den Fokus auf die pharmazeutische Technologie und verknappt die Wundarznei unter Auslassung chirurgischer Anweisungen auf eine fachlich zuverlässige galenische Kurztextsammlung. – )  ist eine niederfränkische Version der Kleinen Chirurgie unter dem Titel Tractaetken van Cyrurgyen in den Druck gelangt. Der unbekannte Übersetzer hält sich wie Schreck eng an seine Vorlage und bietet beide Rezeptreihen in sowohl inhaltlich als auch sprachlich ansprechender Form. B. Dt./ndl. Chirurgia magna-Übersetzungen: Drei selbstständige und vollständige Übersetzungen der Großen Chirurgie datieren ins . Jh.: ) Die ältere von zwei niederfränkischen Übertragungen dürfte nach Ausweis des frühesten Textzeugen ungefähr im gleichen Zeitraum entstanden sein wie Peters Cirurgia. Der mndl. Text bleibt eng am lat. Original, der Übersetzer ist dabei aber bemüht, auch die Fachterminologie volkssprachig widerzugeben. – ) Etwas weiter östlich, im westmitteldt. Sprachraum, wurde vermutlich um die Mitte des . Jh. eine Übersetzung erstellt, die terminologische Präzision und Vorlagentreue mit einer souveränen sprachlichen Stilistik vereint. – ) Eine zweite niederfränkische Version dürfte die jüngste der vollständigen dt./ndl. Fassungen der Großen Chirurgie sein. Sie gelangte  erstmals in den Druck. Das Kolophon weist den Text als Übersetzung aus 

. Hälfte . Jh. dem Lateinischen aus, er könnte aber auch auf einer französischen Vorlage beruhen. Zu den vollständigen Übertragungen der Chirurgia magna stellt sich die volkssprachige Teilrezeption. Der unbekannte Kompilator des → Buchs von alten Schäden (erstes Drittel . Jh.) eröffnet sein wundärztliches Rezeptar mit einer dt. Fassung des Vorworts zur Chirurgia magna und des «Capitulum singulare». Diese beiden Stücke heben sich vom inhaltlich-sprachlichen Niveau des restlichen Textes deutlich ab. Vermutlich hat der südwestdt. Verfasser des Buchs die unbeholfene Übersetzung, die ihren Urheber ganz offensichtlich fachlich überfordert hat, nicht selbst erstellt. Häu ger als das «Capitulum singulare» begegnet die Anatomie der Chirurgia magna in Einzelüberlieferung. Die Anatomie tritt außer in der dt./ndl. Tradition bereits in der lat. und darüber hinaus in der englischen und französichen Tradition isoliert auf. Konrad → Bra(e)m hat die «Anathomia magistri Gwidonis» in seinen medizinischen Sammelband aufgenommen («Chirurgia p[arv]a magistri Lanfranci». Löwen  [GW M], Eiv–Fiiv; Zweitau .: Antwerpen: Wilhelm Vorstermann , v–r). Hieronymus → Brunschwig hat sie nachträglich seiner Chirurgie angehängt, die im Übrigen in ihrer Gesamtheit von G.s Magna Chirurgia abhängt. Gleiches gilt für das Feldbuch der Wundarznei des → Johannes von Gersdorff. Ü: Lat: Während von der Chirurgia parva weniger als  Hss. bekannt sind, sind es im Falle der Chirurgia magna  vollständige und zwei Exzerpt-Hss. Von den vollständigen Textzeugen enthalten über  ausschließlich die Große Chirurgie. Die älteste Hs. ist: Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. Lat. , va–ra (Pap., , aus Montpellier). – Als Erstdruck gilt: Venedig: Octavianus Scotus,  (GW  Sp.a); nicht erhalten. Ein möglicher früherer Druck ist: [Lérida (Lleida): Heinrich Botel, um  (?)] (GW ). Der Erstdruck der französischen Übersetzung ist der älteste bekannte G.-Druck überhaupt: Lyon: Barthélemy Buyer,  (GW ). – Zur gesamteuropäisch-landessprachigen Hss.- und Drucktradition vgl. Tittel (s. Ausg.) S. –. – Dt. Rezeption: A. ) Kalocsa, Kathedralbibl., Ms. , v–v, v–v (Pap., ., bair.-ostmitteldt.); Autograph Konrad Schrecks. – ) Freiburg i. Br., UB, Hs. , r–r (Pap., /, südalemannisch); Autograph Hans Minners. – ) Inkunabel: [Delft: Jakob van der Meer (?), 

Guy de Chauliac um ] (GW ); Incipit: «Hier beghint een notabel tractaetkˉe vˉa cyrurgyen gheordineert eˉu ghemaect tot parijs bi een glorioes eˉ vermaert cyrurgijn ende doctor in medicinˉe ghehietˉe guydo de caulyaco». Das einzige bekannte (fragmentarische) Exemplar ist  verbrannt. – Druckabschrift: Middelburg, Zeeuwse Bibliotheek, Hs. , S. – (Pap., zweite Hälfte . Jh., brabantisch). – B. ) Utrecht, UB ,  Bll. (Pap., /, südmndl.). – Den Haag, Museum Meermanno-Westreenianum, Cod.  C , r–r (Pap., . Jh., mndl.). – ) Metz, StB, Ms. , r–v (Pap., spätes . Jh., moselfränkisch). – ) Druck: Antwerpen: Hendrik Eckert van Hombergh, , ; Incipit: «Die Cyrurgie van meester Guido de Cauliaco, warachtich ende nootsakelijc allen den ghenen die wercken willen in die conste van cyrurgien». – Überarbeiteter Neudruck («Opt nieu ghedruct ende naerstelijck overghesien na het oude exemplaer»): Leiden: Jan Mathijs, . A (Auswahl): Lat.: Chirurgia magna Guidonis de Gauliaco. Unveränderter reprogra scher Nachdr. der Ausg. von  (Lyon: Laurent Joubert). Mit einem Vorwort zum Neudr. von Gundolf Keil. Darmstadt . – Michael McVaugh: Inventarium sive Chirurgia magna. Bd. : Text (Studies in ancient medicine /). Leiden/New York . – Französisch: Edouard Nicaise: La grande chirurgie de G. d. C., chirurgien, maître en médicine de l’université de Montpellier, composée en l’an . Paris , S. –. – Sabine Tittel: Die ‹Anathomie› in der ‹Grande Chirurgie› des Gui d. C. Wort- und Sachgeschichtliche Unters. und Edition (Beih. Zs. für romanische Philologie ). Tübingen , S. –. – Englisch: Björn Wallner: The Middle English Translation of G. d. C.’s Anatomy. With G.s essay on the history of medicine (Lunds Universitets årsskrift  NF / ). Lund . – Ders.: The Middle English Translation of G. d. C.s treatise on fractures and dislocations. Book  of the Great Surgery (Acta Universitatis Lundensis /). Lund . – Ders.: A middle English version of the introduction to G. de C.’s ‹Chirurgia magna› (Acta Universitatis Lundensis /). Lund . – Margaret S. Ogden: The Cyrurgie of G. d. C. Bd. : Text [mehr nicht erschienen] (Early English Text Society ). London . – B. Wallner: The Middle-English translation of G. des C.’s treatise on wounds. Book  of the Great Surgery. Tl. : Text; Tl. : Notes, Glossary 

Guy de Chauliac and Latin-appendix (Acta Universitatis Lundensis / und ). Lund /. – Ders.: The middle English translation of G. d. C.’s treatise on ulcers. Text. Book  of the Great Surgery. Tl. : Text; Tl. : Notes, glossary, marginalia (Acta Universitatis Lundensis / und ). Stockholm /. – Ders.: The Middle English translation of G. d. C.’s treatise on «Apostemes». Book  of the Great Surgery. Tl. : Text; Tl. : Introduction, notes, glossary, marginalia and Latin appendix (Skrifter Vetenskapssocieteten i Lund /). Stockholm / . – Ders.: An interpolated Middle English version of the Anatomy of G. d. C. Tl. : Text; Tl. : Introduction, notes, glossary (Skrifter Vetenskapssocieteten i Lund /). Lund /. – Dt. Rezeption: A. ) Sudhoff (s. Lit.) S. – (Auszüge aus dem . Tl.). – Broszinski (s. Lit.) S. – (Auszüge aus dem . Tl.). – Gisela Weber: Eine altdt. Fassung der ‹Kleinen Chirurgie› G.s d. C. in der Abschrift Konrad Schrecks von Aschaffenburg (). Diss. Würzburg , S. –. – ) Broszinski (s. Lit.) S. –. – ) Ebd., S. – (Auszüge auf Grundlage der Druckabschrift). Ü: Leonard D. Rosenman: The major surgery of G. d. C., surgeon and master in medicine of the University of Montpelier. Written in , here re-edited and collated from Latin and French editions and complemented with illustrations, supplemented with notes and an historical introduction about the Middle Ages and the life and the works of G. d. C. Philadelphia . L: G. Keil, VL  () Sp. –. – De Boor/Newald / () S. . – G. Keil, LexMA  () Sp.  f. – Nicaise (s. Ausg.). – Ernest Wickersheimer: Une version en bas-allemande de G. d. C. In: Janus  () S. – (mit Textauszügen aus Metz, StB, Ms.  [fehlerhaft]). – Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA. Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Bd.  (Stud. zur Gesch. der Medizin ). Leipzig , S. –. – Karl-Wilhelm Grabert: Die Nomina anatomica bei den dt. Wundärzten Hieronymus Brunschwig und Hans von Gersdorff, ihre Beziehungen zu G. d. C. und ihr Verhältnis zu den Jenenser Nomina anatomica des Jahres . Ein Beitr. zur Gesch. der anatomischen Nomenklatur. Diss. Leipzig . – Johannes Steudel: Brunschwigs Anatomie. In: Grenzgebiete der Medizin  () S.  f. – G. Keil: Die ‹Cirurgia› Peters von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausgabe des Textes 

. Hälfte . Jh. (Forschungen zur Gesch. der Stadt Ulm ). Ulm , S. –, –, –, –. – Leo M. Zimmermann/Ilza Veith: Great Ideas in the History of Surgery. Baltimore  (Nachdr. San Francisco ) S. –. – Jordan Haller: G. d. C. and his ‹Chirurgia magna›. In: Surgery  () S. –. – Markwart Michler: G. d. C. als Anatom. In: Medizinische Monatsschr.  () S. –. – Hans von Gersdorff: Feldbuch der Wundarznei. Reprogra scher Nachdr. der Ausg. Straßburg . Mit einem Vorwort zum Neudr. von J. Steudel. Darmstadt , S. I–IX. – Hartmut Broszinski: Eine alemannische Bearb. der dem G. d. C. zugeschriebenen ‹Chirurgia parva›. Unters. und krit. Ausg. des Textes. Diss. Heidelberg . – Jean Enselme: Biogr. de Gui d. C. In: Revue Lyonaise de la Médecine  () S. –. – G. Keil/Rolf Müller: Dt. Lanfrank-Übersetzung des . und . Jh. In: Medizingesch. in unserer Zeit. FS Edith Heischkel-Artelt/Walther Artelt. Hg. v. Hans-Heinz Eulner u. a. Stuttgart , S. –, hier S.  f. – M. S. Ogden: The Galenic Works cited in G. d. C.’s ‹Chirurgia magna›. In: Journal of the History of Medicine and Allied Sciences  () S. –. – Hans-Joachim Peters: ‹Buch von alten Schäden›. Tl. : Text. Diss. Bonn , S. –. – Ria Jansen-Sieben: Middelnederlandse vakliteratuur. In: Fachprosaforsch. Acht Vorträge zur ma. Arteslit. Hg. v. Peter Assion/G. Keil. Berlin , S. –, hier S. –, . – Ingrid Rohland: Das ‹Buch von alten Schäden›. Tl. : Komm. und Wörterverz. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , Reg. – Volker Zimmermann: Die ma. Frakturbehandlung im Werk von Lanfrank und G. d. C. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – R. Jansen-Sieben: Repertorium van de Middelnederlandse Artes-literatuur. Utrecht , Reg. – Klaus Bergdolt: Arzt, Krankheit und Therapie bei Petrarca. Die Kritik an Medizin und Naturwiss. im italienischen Frühhumanismus. Weinheim , Reg. – William Crossgrove: Die dt. Sachlit. des MA (Germanistische Lehrbuchslg. //B). Bern u. a. , S. –. – Sylvie Bazin-Tacchella: Un chirurgienclerc: G. d. C. In: Le Clerc au Moyen Âge (Séné ance ). Aix-en-Provence , S. –. – Dies.: Adaptations françaises de la ‹Chirurgia Magna› de G. d. C. et codi cation du savoir chirurgical au XVe siècle. In: Traduction, transcription, adaptation au Moyen Âge. Bd.  (Bien dire et bien aprandre ). Villeneuve d’Ascq , S. –. – 

. Hälfte . Jh. Dies.: Traduction, adaptation et vulgarisation chirurgicale. Le cas de la ‹Chirurgia parva› de G. d. C. In: Traduction et adaptation en France à la n du Moyen Âge et à la Renaissance. Hg. v. Charles Brucker (Colloques, congrès et conférences sur la Renaissance ). Paris , S. –. – M. McVaugh/M. S. Ogden: Inventarium sive Chirurgia magna. Bd. : Commentary (Studies in ancient medicine /). Leiden/New York . – André Thevenet: G. d. C. Père de la chirurgie. In: Bulletin de l’Académie des Sciences et des Lettres de Montpellier  () S. –. – M. McVaugh: Therapeutic Strategies: Surgery. In: Western Medical Thought from Antiquity to the Middle Ages. Hg. v. Mirko D. Grmek. Cambridge Mass. , S. –,  f. – Nicolas WeillParot: Les «images astrologiques» au Moyen Âge et à la Renaissance. Spéculations intellectuelles et pratiques magiques (XIIe–XVe siècle) (Sciences, techˆ à l’aube des niques et civilisations du Moyen Age Lumières ). Paris , S. –. – Erwin Huizenga: Tussen autoriteit en empirie. De Middelnederlandse chirurgieën in de veertiende en vijftiende eeuw en hun maatschappelijke context. Hilversum , S. –, – u. ö. – Plinio Prioreschi: A history of medicine. Bd. : Medieval medicine. Omaha , S. –. – Susanne Mahler: Die ‹Grande Chirurgie› von G. d. C.  Jahre Vorbild (–). In: Dies.: Zwischen Texttradition und Methode. Gattungsentwicklung volkssprachlicher Texte der Medizin und Naturkunde in der französischen Renaissance. Eggingen , S. –. – M. McVaugh: Surgery in the fourteenth-century faculty of medicine of Montpellier. In: L’Université de Médecine de Montpellier et son rayonnement (XIIIe–XVe siècles). Hg. v. Daniel Le Blévec/Thomas Granier (De diversis artibus  [NF ]). Turnhout , S. –. – Ortrun Riha: Lüge, Selbstbetrug und die Wahrheit des Möglichen. Die Er ndung (in) der ma. Medizin. In: Das MA  () S. –. – G. Keil: G. d. C. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S.  f. – Geneviève Dumas: G. d. C. In: Medieval Science Technology and Medicine. An Encyclopedia. Hg. v. Thomas Glick u. a. New York , S.  f. – Ronals Edward Zupko: G. d. C. French writer and historian. In: Great Lives From History. The Middle Ages, –. Hg. v. Shelley Wolbrink. Pasadena , S. –. – S. Bazin-Tacchella: 

Peter von Ulm L’articulation des séquences textuelles dans la traduction française de la ‹Chirurgia Magna› de G. d. C. (XVe siècle). L’importance de la topicalisation. In: Texte et discours en moyen français. Hg. v. Anne Vanderheyden u. a. (Texte, Codex & Contexte ). Turnhout , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , Reg. – E. Huizenga: Unintended signatures: Middle Dutch translators of surgical works. In: Science translated: Latin and vernacular translations of scienti c treatises in medieval Europe. Hg. v. Michèle Goyens u. a. (Mediaevalia Lovaniensia /). Löwen , S. –. – S. Bazin-Tacchella: Traduction française et textes dérivés de la ‹Chirurgia magna› de G. d. C.: caractéristiques et enjeux de la transmission du savoir médico-chirurgical en français au XVe siècle. In: Scientia valescit. Zur Institutionalisierung von kulturellem Wissen in romanischem MA und Früher Neuzeit. Hg. v. Elmar Eggert u. a. (MA und Renaissance in der Romania ). München , S. –. – S. Bazin-Tacchella: Expérience et raison dans le ‹Chirurgia Magna› de G. d. C. In: Expertus sum: L’expérience par les sens dans la philosophie naturelle médiévale. Hg. v. Thomas Bénatouïl/Isabelle Draelants (Micrologus’ Library ). Florenz , S. –. – Dieter Schmidt: Bedeutende Wegbereiter der Medizin. Freiburg i. Br. , S. –. VZ Peter von Ulm (der Ältere), * Ulm oder Oberschwaben, † nach  Heidelberg (?). – Wundarzt, kurpfälzischer Leibarzt und wirkmächtiger Fachschriftsteller. Der ein ussreiche Chirurg führte den handwerklichen Meistertitel. – ist er als Ulmer Stadtarzt bezeugt; im Frühjahr  wurde er als Leibarzt an den Heidelberger Hof des Pfalzgrafen und Kurfürsten Ludwig III. (des Bärtigen) berufen. Dies könnte auf Empfehlung Heinrich → Münsingers erfolgt sein, der bereits seit ca.  als kurpfälzischer Leibarzt amtierte und im Jahr von P.s Bestallung für ein oberitalienisches Medizinstudium einschließlich der handwerklichen Chirurgie Heidelberg verließ. Eine vergleichbare zweigleisige Schulung ließ der Pfalzgraf auch P. angedeihen: Der ausgebildete Wundarzt wurde von Ludwig auf die Heidelberger Universität geschickt, wo er sich  als «cyrurgicus domini nostri ducis» immatri

Peter von Ulm kulierte. Ob P. einen akademischen Titel erwarb, ist unbekannt. Da er aber fortan auch als «medicus de Ulma» erscheint, dürfte er das Studium zumindest beendet haben. Seine Kenntnisse der lat. Fachliteratur und seine präzisen dt. Übersetzungen lat. Vorlagen sprechen gleichsam für einen erfolgreichen Studienabschluss. Vermutlich blieb P. auch nach der Rückkehr Münsingers aus Italien () in kurpfälzischen Diensten. Letztmalig als lebend bezeugt ist er , als sein Sohn Peter d. J. sich in die Heidelberger Matrikel einschrieb. Schon zu seiner Ulmer Zeit dürfte P. ein chirurgisches Kompendium für den Eigengebrauch erstellt haben. Dieses Ältere Ulmer Manual ist nicht in toto überkommen. Anhand der Streuüberlieferung einzelner Rezepte mit Herkunftsangaben wie «meister Peters scherers von Ulm» lässt sich das Manual skizzenhaft philologisch erschließen. Es scheint sich um eine Sammlung von P astersowie Salbenrezepten und traumatologischen Verordnungen gehandelt zu haben. Die Aufnahme einzelner Stücke bei → Hans von Landshut (I) und in der → Passauer sowie in der → Kopenhagener Wundarznei belegen eine Verbreitung der Sammlung auch in Niederbayern, Franken und im Elsass. Das Ältere Ulmer Manual hat P. nach seinem akademischen Studium um / zu einem umfassenden medizinischen Kompendium erweitert, das neben dem Fundus der dt. fachliterarischen Tradition auch einschlägige lat. Medizintexte auswertet: das Antidotarium Nicolai (→ Nicolaus Salernitanus), die Rogerglossen (→ Roger Frugardi) und bevorzugt die beiden Formularia des → Guy de Chauliac. Die Exzerpte aus diesen Quellen hat P. kompetent in eine üssige dt. Fachprosa übertragen. Zu den volkssprachigen Quellen der Cirurgia magistri Petri de Vlma zählen der → Bartholomäus, das Arzneibuch → Ortolfs von Baierland, das → Londoner Wund- und Salbenbuch und das Buch → Von den P astern. Die Rezepte aus seinem Älteren Manual hat P. indes nicht vollständig, sondern nur in Auswahl übernommen, wobei er die ausgewählten Texte mitunter grundlegend revidierte. Auf die Übernahme traumatologischer Verfahren verzichtet er dabei weitgehend, wie auch die Cirurgia überhaupt vorwiegend aus Rezepten besteht. Trotz ihres Titels ist sie daher primär ein pharmazeutischer Leitfaden, der dem wundärztlichen Praktiker moderne und bewährte Rezeptformeln in bündiger Form offeriert. Die adressierten Chirurgen sollen 

. Hälfte . Jh. in ihrer Rolle als sich selbst versorgende Arzneimittelhersteller gestärkt werden. Dieser thematischen Ausrichtung dient die Gliederung der Cirurgia nach Arzneiformen in fünf Traktaten: P aster, Salben, Wundtränke, Arzneiwässer und -öle. Der letzte Traktat ist in einen Textblock mit gemischten Rezepten inseriert. Die Kapitel der einzelnen Traktate bieten in der Regel elaborierte Rezeptformeln und seltener Kurzrezepte. Als einziger Kurztraktat ist das Judenp aster von Jerusalem aufgenommen. Vermutlich hat P. die Cirurgia als offizielle Pharmakopöe für kurpfälzische Chirurgen konzipiert. Diesen Status hat das Kompendium zwar nie erreicht – eine Pharmakopöe hat es für Wundärzte letztlich auch nie gegeben –, doch kann P. gemeinsam mit dem unbekannten Verfasser des → Buchs von alten Schäden als Begründer der oberrheinischen medizinliterarischen Manualtradition des SpätMA gelten. Die Cirurgia wurde von Wundärzten als unverbindliche Quelle für traumatologische Arzneimittel benutzt. Daher wurde das Kompendium nur kurz (und auch nur im süddt. Raum) als geschlossenes Werk tradiert, wobei bereits vor der Mitte des . Jh. sich unterschiedliche Tradierungsklassen mit teilweiser Textreduktion ausmachen lassen. Um  erreicht die Tradition ihren Höhepunkt und ab dem letzten Drittel des . Jh. wird die vollständige Überlieferung von der Streuüberlieferung abgelöst, die dafür nahezu den gesamten dt. Sprachraum erfasst und über den Buchdruck auch in die Niederlande abstrahlte. Bemerkenswerterweise haben aber nicht nur Wund- und Laienärzte wie etwa Regina → Hurleweg zum Ende des . Jh. die Cirurgia ausgewertet, sondern auch Akademikerärzte wie Hermann → Schedel. Als das am weitesten verbreitete Rezept aus P.s Sammlung hat sich das Kap.  des ersten Traktats erwiesen, das sog. Schneckenhaus-P aster, das noch im frühen . Jh. in wundärztlichen Rezeptsammlungen nachweisbar ist und bis nach England gelangte. Die Cirurgia hat sich aber nicht nur hinsichtlich ihres Rezeptguts als außerordentlich wirkmächtig erwiesen, sondern war vor allem strukturell stilprägend: Ihr pharmazeutisches Ordnungsprinzip war Vorbild für nachfolgende wundärztliche Manuale weit über den südwestdt. Raum hinaus; sie prägte jüngere Rezeptbücher entscheidend (Passauer, → Würzburger, Kopenhagener, → Ulmer, → Wolfenbütteler Wundarznei). Im . Jh. hatte sich die pharmazeutische Stoffgliederung als allgemeiner Standard für Arzneibücher durchgesetzt. 

. Hälfte . Jh. Ü: Die älteste Hs. der Cirurgia ist ein Codex aus dem Besitz Hartmann → Schedels: München, BSB, Clm , va–rb (Pap., / , bair./schwäbisch); Textanfang: «Incipit Cirurgia magistri Petri de Vlma». – Weitere  Hss. und  Hss. mit Streuüberl. bei Keil (s. Ausg.) S. –, VL  () Sp. . Hinzu kommt: Eichstätt, UB, Cod. st , r–v, v, v–v, r–r (Pap., zweite Hälfte . Jh. bair.). Weitere hsl. Streuüberl. u. a. im → Ansbacher und → Darmstädter Arzneibuch, im → Buch von guten P astern und Salben, in der → Stuttgarter und Ulmer Wundarznei, im → Wolfegger Hausbuch, im → Münchner Salbenbuch, bei → Johann von Seghen und Anton → Trutmann und im Buch der Medizin → Ludwigs V. von der Pfalz. – Streuüberlieferung in Drucken: Oswald Gabelkover: Artzneybuch. Tübingen  (Erstdruck [VD G ], zahlreiche weitere Au ., darunter eine ndl. und eine englische). – Joseph Schmid: Speculum Chirurgicum, Oder Spiegel der Wund-Artzney. Ulm  (VD :L). – Zur Streuüberlieferung des Älteren Manuals ( obd. Hss. des . Jh.) s. Keil (s. Ausg.) S.  f., –. A: Gundolf Keil: Die ‹Cirurgia› Peters von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausg. des Textes (Forschungen zur Gesch. der Stadt Ulm ). Ulm , S. ,  f. (vier Rezepte aus dem Älteren Manual) – (Cirurgia). L: Gundolf Keil, VL  () Sp. –. – Ders., LexMA  () Sp.  f. – Ders., NDB  () S.  f. – Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA. Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Bd.  (Stud. zur Gesch. der Medizin ). Leipzig , S. –. – Gerhard Eis: Zur Überl. der Schr. des Wundarztes P. v. U. In: Medizinische Monatsschr.  () S. –. – G. Keil: P. v. U. und die Passauer Wundarznei. In: Ulm und Oberschwaben  () S. –. – G. Keil: Das Arzneibuch Ortolfs von Baierland. Sein Umfang und sein Ein uß auf die «Cirurgia magistri Petri de Ulma». In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Ders. (s. Ausg.). – G. Eis: Nachr. über unbekannte Wundärzte in einer Weingartner Hs. um . In: Medizinische Monatsschr.  () S. –, hier S.  (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –, hier S. ). – Günther Kallinich/ Karin Figala: Ein Beitr. zu Leben und Wirken des 

Peter von Ulm Arztes P. v. U. des Jüngeren. In: Ulm und Oberschwaben  () S. –. – Ingrid Rohland/ G. Keil: Das ‹Judenp aster von Jerusalem›. In: Recente bijdragen tot de geschiedenis van de farmacie. Liber Amicorum Leo J. Vandewiele. Hg. v. Christian De Backer/Piet Nijs (Farmaceutisch tijdschrift voor Belgie , /). Brüssel , S. –. – I. Rohland: Das ‹Buch von alten Schäden›. Tl. : Komm. und Wörterverz. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S. –, –. – Christian Tenner/G. Keil: Das ‹Darmstädter Arzneibuch›. Randnotizen zu einer oberrheinischen Sammelhs. der Zeitenwende. In: Bibl. und Wiss.  () S. –, hier S. . – Andrea Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des . Jh. vom Oberrhein. Bd. : Komm. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S. –. – Volker Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen hsl. Kompendien des SpätMA (Ars medica ). Wiesbaden , S. , . – G. Keil: Organisationsformen medizinischen Wissens. In: Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Lit. im MA. Perspektiven ihrer Erforschung. Hg. Norbert Richard Wolf (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –. – William C. Crossgrove: Die dt. Sachlit. des MA (Germanistische Lehrbuchslg. // B). Bern u. a. , S.  f. – Thomas Gleinser: Anton Trutmanns ‹Arzneibuch›. Medizin- und sozialgeschichtlicher Komm. Diss. Würzburg , Reg. – Manfred Gröber: Das wundärztliche Manual des Meisters Hans Seyff von Göppingen (ca. –). Der Cod. med. et phys. °  der Württembergischen LB Stuttgart (GAG ). Göppingen , Reg. – Fritz Hieninger: Die ‹Würzburger Wundarznei›. Ein chirurgisches ArzneimittelHb. des SpätMA. Textausg.: Tl. : Edition des dritten Segmentes (Pulverrezepturen). Diss. Würzburg , S. –. – G. Keil: P. v. U. d. Ä. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  f. und Reg. – G. Keil: Farbe und Struktur in wundärztlichen Rezeptaren des dt. MA. In: Farbe im MA. Materialität – Medialität – Semantik. Hg. v. Ingrid Bennewitz (Symposiumsakten des Mediävistenverbandes ). Berlin , Teilbd. , S. –, hier S.  f.,  f. VZ 

Hohenkirche Hohenkirche, Gerhard (auch: [von] Hohenkirchen, Ho[c]hkirch, Hoenkerken, Hog[h]enkerke, Hog[h]enkergh; Gerhardus [de] Hamborch, de Homburch), * um , † ... – Universitätsmediziner und kurpfälzischer Leibarzt, Verfasser von Pesttraktaten. Seinen nd. Namensformen zufolge stammte H. aus dem nordniedersächsischem Sprachraum. In Erfurt nahm er das Studium der Artes auf ( Bakkalaureus artium). Anschließend wechselte er an die Universität Prag, wo er  erstmals belegt ist.  in Prag zum Magister artium promoviert, wurde er an der dortigen Artistenfakultät in unterschiedliche administrative Ämter berufen.  schloss H. sich dem Protest dt. Lehrender und Studenten der Universität Prag gegen den aufkommenden tschechischen Nationalismus an und verließ die böhmische Residenzstadt. Offensichtlich hat er noch in Prag neben seinen Verp ichtungen an der artistischen Fakultät Medizin studiert, denn an seiner Erfurter Heimatuniversität wird er  als «doctor medicinae» geführt. Wenig später zählte H. in Leipzig zu den Begründern der dortigen Universität und wurde Teil des ersten Leipziger Lehrkörpers.  war er erster Dekan der Medizinischen Fakultät, ehe er  einem Ruf nach Köln folgte, wo er zwei Mal zum Universitätsrektor gewählt wurde. Auch wurde H. in den geistlichen Stand erhoben und in Wimpfen am Chorherrenstift St. Peter bepfründet. Nach seiner Berufung zum kurpfälzischen Leibarzt  übersiedelte er nach Heidelberg und lehrte an der dortigen Universität, der er noch im selben Jahr und ein weiteres Mal  als Rektor vorstand. Von seinem beträchtlichen Wohlstand zeugt H.s umfangreiche Bibliothek, die er dem «Collegium dionysianum» an der Heidelberger Universität vermachte. Die Burse für mittellose Studenten hatte H.  selbst gegründet. Die Biographie H.s – und damit auch die Kohärenz seines Œuvres – steht unter einem Vorbehalt: Obwohl sehr viel dafür spricht, dass der im ostdt. Raum wirkende H. mit dem Kölner/Heidelberger Gelehrten gleichzusetzen ist, lässt sich diese Identität letztlich nicht zweifelsfrei belegen. Trotz seines hohen Renomees als Fachgelehrter ist H. nur mit zwei kurzen Pestschriften, einer volkssprachigen und einer lat., in der fachliterarischen Überlieferung greifbar. Der zweiteilige dt. Traktat Kapitel und Regel für die Pest eröffnet in einer rheinfränkischen Sammelhandschrift 

. Hälfte . Jh. aus der Mitte des . Jh. eine Gruppe von Pesttraktaten. Der erste Teil bietet Rezepte und diätetische Vorschriften, der zweite Pestlassregeln. Die «a capite ad calcem» angeordneten Lassregeln sind eine wortwörtliche Übernahme des → Briefs an die Frau von Plauen. Auch der diätetische Abschnitt ist kaum selbstständiger, da es sich hier um Übersetzungen aus dem Sendbrief des → Gallus von Prag handelt. Allerdings hat H. die Reihenfolge der Vorlage variiert, auch inhaltlich eingegriffen und Material aus dem → Sinn der höchsten Meister von Paris interpoliert. Die Übersetzungen der Sendbrief-Abschnitte sind offenbar von anderen Verdeutschungen unabhängig. Während die Entstehung des dt. Traktats in H.s Prager oder Leipziger Zeit fallen dürfte, ist das lat. Regimen contra pestilenciam deutlich später entstanden, nämlich im Pestjahr . Widmungsempfänger des Textes ist der Wimpfener Chorherr bei St. Peter, Dietrich von Gießen (†). Höchstwahrscheinlich hat H. den Text zuerst volkssprachig verfasst und diese dt. Version dann ins Lateinische übersetzt. Der Aufbau des Textes folgt dem zweiten Hauptteil des → Pariser Pestgutachten, d. h. an die Prophylaxe nach den «Sex res non naturales» schließt sich die Therapie an. Auch beim Regimen stellen der Brief an die Frau von Plauen und der Sinn der höchsten Meister von Paris die wichtigsten inhaltlichen Bezugspunkte dar. Allerdings lässt H. auch pharmazeutische Empfehlungen und persönliche Aderlasserfahrungen in seinen Text einießen. H.s Interessen, Aufgabenfelder und Methoden werden ferner von drei autographen lat. medizinischen Sammlungen widergespiegelt, die er in einem Zeitraum von über  Jahren bis kurz vor seinem Tod fortlaufend erweitert hat. Diese enthalten u. a. Textgut der → Hildegard von Bingen und womöglich einige originäre Texte H.s: LepraschauProtokolle, Fieber-Hexameter (Metrum de accidenti et morbo) und eine Glossa in «Metrum phlebotomia». Ob ein Faul- und Pest ebertraktat H. zugesprochen werden kann, ist umstritten (vgl. R. und H. H. Jansen [s. Lit.] S. ). Ü: Dt. Traktat: Salzburg, UB, Cod. M III , vb (Pap. und Perg., um , rheinfränkisch); die Hs. stammt vermutlich aus Speyer (Besitzvermerk aus dem frühen . Jh.: «Johannes Krannch [i. e. Kranich] de kirchheim Cannonicus Spirensis est possesor meus» [→ Kolmarer Liee derhandschrift]). Überschrift: «Ffur die pestelentze 

. Hälfte . Jh. ein capittel vnd ein riegel meinster Gerhart Hohenkirche vnd ander me». – Lat. Traktat: Darmstadt, ULB, Hs. , Hs , v–rb (Pap., Mitte . Jh., aus Wimpfen [Faszikel mit H.s Traktat]); Überschrift: «Regimen contra pestilenciam a magistro Gerhardo Hohkirch, doctore in medicinis, traditum magistro Theodorico de Gießen, decano Wimpinensi, ». – Autographe Sammlungen: Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat. , , und  (Pap., /). LepraschauProtokolle: Cpl , v–v; Metrum de accidenti et morbo: Ebd., r–r; Glossa in «Metrum phlebotomia»: Ebd., r–v; Faul- und Pest ebertraktat: Ebd., v–cr. Vgl. zu den vatikanischen Cpl: Ludwig Schuba: Die medizinischen Hss. der Codices Palatini Latini in der Vatikanischen Bibl. (Kat. der UB Heidelberg ). Wiesbaden , S. XIX f., XXXII, –, –, –. A: Dt. Traktat: Gerhard Eis: G. H. s «Kapitel und Regel für die Pest». In: Medizinische Monatsschr.  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern/München , S. –). – Lat. Traktat: Maitz/Staub/Keil (s. Lit.) S. –. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Karl Sudhoff: Die medizinische Fakultät zu Leipzig im ersten Jh. der Univ. Jubiläumsstud. (Stud. zur Gesch. der Medizin ). Leipzig , S. –, . – Die Matrikel der Univ. Köln. Bearb. v. Hermann Keussen. Bd : – (Publ. der Ges. für rheinische Geschichtskunde /). Bonn  (Nachdr. Düsseldorf ) S.  (Nr. ). – Anneliese Maier: Mitt. zur dt. Universitätsgesch. aus vatikanischen Codices palatini. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Arch. und Bibl.  () S. –, hier S. , . – Siegfried Sudhoff: Ein Salzburger Sammelcodex ma. Medizin und Naturwiss. In: Medizinische Monatsschr.  () S.  f. – Horst Rudolf Abe: G. Hohenkirchen (ca. –), ein Erfurter Universitätsmediziner des . Jh. In: Beitr. zur Gesch. der Univ. Erfurt  () S. –. – Erich Kleineidam: Universitas Studii Erffordensis. Bd. : SpätMA, – (Erfurter theologische Stud. ). Leipzig  (Erfurt/Leipzig , Nachdr. ) S. , . – H. R. Abe: Die Erfurter Medizinische Fak. in den Jahren – (Beitr. zur Gesch. der Univ. Erfurt ). Leipzig , S. – u. ö. – G. Keil: Der ‹Kodex Kohlhauer›. Ein iatromathematisch-hauswirtschaftliches 

Iatromathematisches Corpus Arzneibuch aus dem ma. Oberfranken. In: Sudhoffs Arch.  () S. –, hier S. . – Rosemarie und Hans Helmut Jansen: Die Pest in Heidelberg. In: «Semper apertus». Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Univ. Heidelberg. Hg. v. Wilhelm Doerr. Berlin u. a. , Bd. , S. –. – L. Schuba: Die medizinische Fakultät im . Jh. In: ebd., S. –, hier S. –. – Hermann Weisert: Die Rektoren und die Dekane der Ruperto-Carola zu Heidelberg –. In: ebd., Bd. , S. –, hier S. –. – Heinrich Schipperges: Ärzte in Heidelberg. Eine Chron. vom «homo heidelbergensis» bis zur «Medizin in Bewegung». O. O. [Heidelberg] , S.  f., –. – Volker Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen hsl. Kompendien des SpätMA (Ars medica ). Wiesbaden , S. . – Bernd Lorenz: Allgemeinbildung und Fachwissen. Dt. Ärzte und ihre Privatbibl. (Stud. zur Medizin-, Kunst- und Literaturgesch. ). Herzogenrath , S.  u. ö. – Hb. der hist. Buchbestände in Deutschland. Bd. : BadenWürttemberg und Saarland. A–H. Hg. v. Bernhard Fabian. Hildesheim , S. . – Wolfgang Rohe: Zur Kommunikationsstruktur einiger Heidelberger Regimina sanitatis: Heinrich Münsinger, Erhard Knab, Conrad Schelling. In: Wissen für den Hof. Der spätma. Verschriftungsprozeß am Beispiel Heidelberg im . Jh.. Hg. v. Jan-Dirk Müller (MMS ). München , S. –, hier S. –, , . – Laurence Moulinier-Brogi: Deux fragments inédits de Hildegarde de Bingen copiés par G. v. Hohenkirchen. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Manfred Franz Maitz/Kurt Hans Staub/G. Keil: G. H.s lat. Pesttraktat. In: Bibl. und Wiss.  () S. –. – Wolfgang Wegner: H., G. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Iatromathematisches Corpus. – Astrologischmedizinisches Kompendium, erste Hälfte . Jh. Die Überlieferung des I. C. macht eine Entstehung der Kompilation im südwestdt. (alemannischen) Raum mehr als wahrscheinlich. Da nahezu alle  Stücke der Sammlung schon vorher und zumeist eigenständig im Umlauf waren, bedurfte der Kompilator keiner tieferen Einsicht in 

Iatromathematisches Corpus seine Materie. Ein akademischer Arzt oder Laienarzt ist als Urheber so zwar nicht ausgeschlossen, es könnte sich jedoch auch um einen interessierten, aber fachfremden Autor gehandelt haben. Das Themenspektrum des I. C. entspricht in etwa dem des → Iatromathematischen Hausbuchs (Laienastrologie, Diätetik, Aderlass), ist aber um Obstbau-Anweisungen erweitert. Die strukturelle Gestaltung der Themen erinnert an das Regimen Heinrich → Laufenbergs. Die medizinischen Inhalte im I. C. beschränken sich auf die Krankheitsprophylaxe; therapeutische Maßnahmen sind ausgespart. Diese Ausrichtung und die Aufnahme gartenbaulicher Inhalte machen praktizierende Ärzte als Adressaten des Kompendiums unwahrscheinlich (wie auch beim Iatromathematischen Hausbuch oder bei Konrad → Türst). Mögliche Rezipienten sind vielmehr im Kreis der medizinischen Laien zu suchen, wobei besonders an Hausvorstände zu denken ist. Am Anfang des I. C. stehen zwei Reihen mit Monatsregeln. Die erste ist eine hochdt. Übertragung der → Utrechter Monatsregeln, die zweite in dieser konkreten Zusammensetzung anderweitig nicht belegt. Sie wird aber teilweise auch von den → Grazer Monatsregeln und vom Lehrgedicht → In Jano claris tradiert. Nun folgt ein dezidiert prognostischer Abschnitt (mit → Neujahrsprognosen, einem Krankheits-→ Lunar und einer Liste mit → Verworfenen Tagen), an den sich ein astrologischer Block anschließt. Dieser wird mit zwei Traktaten eröffnet, dem → Planetentraktat und einer → Tierkreiszeichenlehre. Nur im Schüpfheimer Kodex (s. Überlieferung) ndet sich zusätzlich ein einleitender kosmologischer Kurztraktat, der im . und frühen . Jh. insgesamt noch drei Mal anderweitig überliefert ist, in einem Fall in einer lat. Fassung. Der Astrologieteil setzt sich fort mit einer Stundenregententafel, die für jede Stunde der einzelnen Wochentage den jeweils regierenden Planeten listet. Vergleichbares Tabellenmaterial begegnet auch bei Konrad Türst oder im Iatromathematischen Hausbuch. Den Bezug zum Menschen stellt eine (→ Temperamentenlehre mit charaktertypologischer Ausrichtung wieder her, bevor eine weitere Tierkreiszeichenlehre und ein Sammel-Lunar mit Prognosen zu jedem Tag des Mondmonats den astrologischen Block beschließen. Der Schlussteil des I. C. gestaltet sich thematisch heterogener als die vorhergehenden Abschnitte: Auf Meister → Richards Büchlein, wie 

. Hälfte . Jh. man Bäume zweien soll, folgt eine Aderlasskomplex (→ Vierundzwanzig-Paragraphen-Text, → Lob des Aderlasses, → Schröpfstellentext), an dessen letzter Stelle ein → Hämatoskopie-Traktat einge ochten ist, der sowohl Parallelen zum Iatromathematischen Hausbuch als auch zum Arzneibuch → Ortolfs von Baierland aufweist. Eine Diätetik nach Ortolf und → Konrad von Eichstätt beschließt das Kompendium. Das I. C. war bei weitem nicht so wirkmächtig wie das reich illustrierte Iatromathematische Hausbuch, was auch dem im I. C. fehlenden Bildprogramm geschuldet sein dürfte. Ü: Zürich, Privatbesitz Huldrych M. Koelbing, ohne Sign. (Schüpfheimer Kodex) v–v (Pap., zweites Viertel . Jh., hochalemannisch). – Darmstadt, ULB, Hs. , r–v (Pap., zweite Hälfte . Jh., elsässisch). – London, Wellcome Institute of the History of Medicine, MS , S. – (Pap., zweite Hälfte . Jh., alemannisch). – Ebd., Ms  (Abschrift von Ms. ). – Karlsruhe, LB, Cod. K , r–r, r–v, v–r (Pap., drittes Viertel . Jh., elsässisch). – Zürich, ZB, Cod. C b, v–v (Pap., um , hochalemannisch). – Budapest, UB, Cod. germ. , r–r (Pap., erste Hälfte . Jh., alemannisch). – Mit Ausnahme des Schüpfheimer Kodex als ältestem Zeugen überliefern alle Hss. das I. C. im Verbund mit dem Regimen Laufenbergs. Das stützt zum einen die These einer alemannischen Provenienz des I. C. und ist zum anderen inhaltlich sinnvoll, da die Heilslehre des I. C. dadurch um die Schwangeren- und Pestvorschriften des Regimen ergänzt wird. Die therapeutische Lücke des I. C. schließt ein Rezeptar mit Pestschriften, das sich (äußerst variabel) in den meisten Hss. anschließt. A: Heinrich Laufenberg, Regimen der Gesundheit. Iatromathematisches Hausbuch [sic]. Michael Puff, Von den ausgebrannten Wässern. Farbmikro che-Edition der Hs. Zürich, ZB, Ms. C b. Einf. zu dem astromedizinischen Hausbuch von Bernhard Schnell, Beschreibung der Hs. von Marlies Stähli (Codices illuminati medii aevi ). München . – Welker , S. –. L: Lorenz Welker, VL  () Sp. –. – Ernst Zinner: Verz. der astronomischen Hss. des dt. Kulturgebietes. München . – Viktor Stegemann: Aus einem ma. dt. astronomisch-astrologischen Lehrbüchlein. Eine Unters. über Entstehung, Herkunft und Nachwirkung eines Kapitels über Planetenkinder (Prager dt. 

. Hälfte . Jh. Stud. ). Reichenberg  (Nachdr. Hildesheim ). – Das Arzneibuch Ortolfs von Baierland. Nach der ältesten Hs. (. Jh.) (Stadtarch. Köln W   *). Hg. v. James Follan (Veröff. der Internationalen Ges. für Gesch. der Pharmazie NF ). Stuttgart . – Heinz H. Menge: Das ‹Regimen› Heinrich Laufenbergs. Textologische Unters. und Edition (GAG ). Göppingen , S. – passim u. ö. – Christoph Weißer: Stud. zum ma. Krankheitslunar. Ein Beitr. zur Gesch. laienastrologischer Fachprosa (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen . – Manfred Peter Koch: Zur Quellenanalyse von Laufenbergs Versehung des Leibs. In: Fachprosa-Stud. Beitr. zur ma. Wiss.- und Geistesgesch. FS Gerhard Eis. Hg. v. Gundolf Keil u. a. Berlin , S. –. – Vom Ein uss der Gestirne auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. Faks.-Ausg. des Ms. C  der ZB Zürich (Nürnberger Kodex Schürstab). Bd. : Komm. Hg. v. G. Keil unter Mitarbeit v. Friedrich Lenhardt/Ch. Weißer. Luzern . – Ingrid Rohland: Das ‹Buch von alten Schäden›. Tl. : Komm. und Wörterverz. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen . – Dies./ G. Keil: Randnotizen zum ‹Schüpfheimer Kodex›. Teil : Allgemeines und Textbestimmung der Traktate. In: Gesnerus  () S. –. – F. Lenhardt: Zur Blutschau Heinrich Laufenbergs. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – L. Welker: Das ‹I. C.›. Unters. zu einem alemannischen astrologisch-medizinischen Kompendium des SpätMA mit Textausg. und einem Anhang: Michael Puffs von Schrick Traktat ‹Von den ausgebrannten Wässern› in der hsl. Fassung des Cod. Zürich, ZB, C b (Zürcher medizingeschichtliche Abh. ). Zürich . – G. Keil: Der Hausvater als Arzt. In: Haushalt und Familie in MA und früher Neuzeit. Hg. v. Trude Ehlert. Sigmaringen , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , , . – Markus Müller: Beherrschte Zeit. Lebensorientierung und Zukunftsgestaltung durch Kalenderprognostik zwischen Antike und Neuzeit. Mit einer Edition des Passauer Kalendars (UB/LMB ° Ms. astron. ) (Schriftenreihe der UB Kassel – LB und Murhardsche Bibl. ). Kassel , S.  f., ,  u. ö. VZ 

Johann(es) (Krafft) von Gmunden Johann(es) (Krafft) von Gmunden (auch: Johannes de Gamundia, Johann von Gemünd), * um / Gmunden am Traunsee, † .. Wien. – Astronom, Mathematiker, Theologe. J. stammte wahrscheinlich aus der ursprünglich in Passau und dann in Österreich ansässigen Familie Krafft. Möglicherweise war er ein Sohn des Passauer Bürgermeisters und späteren Amtmanns und Mautners Friedrich Krafft († ). J. studierte ab  die Künste in Wien, wo er  Bakkalaureus und  Magister wurde. Anschließend hielt er an der Wiener Universität mehrere Jahrzehnte lang Vorlesungen ab. J.s Hauptfelder, die er ab  ausschließlich bearbeitete, waren Astronomie und Mathematik. So lehrte er u. a. die naturwissenschaftlichen Werke von → Aristoteles und Euklid. Er hatte auch mehrmals Ämter an der Universität inne; / und  war er Dekan,  Vizekanzler. Daneben studierte er die Theologie, in der er  das Bakkalaurat erhielt.  emp ng er die Priesterweihe. Bis  war J. Mitglied des Collegium ducale, anschließend bis  Kanonikus am Wiener Stephansdom; dann erhielt er die Pfarre in Laa an der Thaya. In seinem Testament von  vermachte J. der Universität Schriften und Geräte aus seinem Besitz. J. war mit dem Klosterneuburger Augustinerchorherr Georg Muestinger († ) befreundet, der ebenfalls als Astronom wirkte. J. schuf ein umfangreiches Korpus von Schriften, die bis auf eine Ausnahme in lat. Sprache verfasst sind. Inhaltlich spiegeln die Texte überwiegend J.s astronomische und mathematische Schwerpunkte wider, wie sie auch seine Vorlesungen dominierten. Daneben beschäftigte sich J. vereinzelt mit theologischen Themen. Zu den am frühesten einsetzenden und zugleich am nachhaltigsten wirkenden Werken J.s zählen seine Neu- und Vollmondkalender. Er schuf vier Au agen für die Jahre –, –, – und –. J.s Kalender sind in über  Handschriften überliefert. Mehrmals verfasste er auch Anleitungen für den Bau und die Benutzung astronomischer Geräte. Meist griff er dabei auf ältere Vorlagen zurück, die er jedoch aktualisierte und ergänzte. So benutzte er einen Text des → Christian von Prachatitz († ) für einen Astrolab-Traktat (um ). Für eine Anleitung zu dem sog. Aequatorium () griff er auf eine Schrift des Campanus von Novara († ) zurück. Das Torquetum beschrieb J. auf Grundlage des Traktats eines Franco de Polonia von um 

Johann(es) (Krafft) von Gmunden . Jakob ben Machir Ibn Tibbon († ) lieferte die Vorlagen für J.s Schriften über Quadranten und Zylinder. Vor  begann J. mit der Abfassung der Tabulae astronomicae cum canonibus, die auf den sog. Alfonsinischen Tafeln basieren. In umfangreichen Tabellen mit Kommentaren stellte J. darin astronomische Daten zusammen. Von den wohl ursprünglich fünf Tafeln sind nur drei erhalten, die bis in die erste Hälfte des . Jh. rezipiert wurden.  entstand die trigonometrische Abhandlung De sinibus, chordis et arcubus über die Errechnung von Sinustafeln. Der  gedruckte Tractatus de minutiis et physicis behandelt die Bruchrechnung im Sexagesimalsystem. Dazu erstellte J. auch Rechentafeln nach den Vorarbeiten des Johannes de Muris († / ). Daneben hinterließ J. ein Albion-Traktat nach Richard von Wallingford sowie Sternverzeichnisse. Unter seinen theologischen Schriften sind Predigten, Disputationen, Quaestiones und eine Rede vor Lizentiaten. J.s einziger bekannter Text in dt. Sprache ist gegen einen Meister Jakob von Erfurt gerichtet. Dieser hatte für September  eine ungünstige Himmelskonstellation vorhergesagt. Als deren Konsequenz prophezeite Jakob eine Sonnen nsternis und verschiedene Katastrophen. J.s Schrift bietet einerseits eine astronomische Widerlegung der von Jakob erwarteten Konstellation. Sie wendet sich aber auch allgemein gegen astrologische Vorhersagen und identi ziert J. so als Anhänger einer streng wissenschaftlichen Astronomie. Weitere Schriften J.s sind ebenfalls in dt. Sprache überliefert, gehen aber in dieser Form nicht auf ihn selbst zurück. Es handelt sich vielmehr um vollständige oder teilweise Übertragungen bzw. Bearbeitungen von meist anonymen Autoren. Namentlich bekannt ist Martin von Hall († nach ), der  an der Universität Wien belegt ist. Er verfasste  einen dt. Astrolab-Traktat, in dem er ein Sternverzeichnis J.s übernahm. J.s Anleitung für das Aequatorium liegt in einer dt. Bearbeitung vor, die zahlreiche Kürzungen, Umstellungen und neue Abschnitte aufweist. Ein dt. Traktat über die Berechnung von Lunareklipsen wurde von der Forschung als stark komprimierte Kompilation J.scher Anweisungen identi ziert. Gekürzt, paraphrasierend und um eigene Beispiele des Bearbeiters ergänzt, wurde auch J.s Anleitung zur Proportionsrechnung in dt. Sprache übersetzt. Zur Kosmographie zählt die dt. Übertragung der 

. Hälfte . Jh. lat. Beschreibung einer von J. stammenden Tafel. Das Werk ist in hoch- und nd. Fassungen überliefert. Rund zwanzig Handschriften enthalten dt. Kalender, die auf J.s Arbeiten beruhen. Die Kalenderdaten wurden darin teilweise durch die anonymen Bearbeiter aktualisiert. Die zahlreichen lat. Handschriften und die dt. Bearbeitungen belegen eine bis ins . Jh. reichende Rezeption von J.s Schriften im dt. Sprachraum. Die Aufarbeitung von J.s Werk gewann aber erst im . Jh. an Fahrt. Die Forschung hat sich seitdem zunehmend versucht, J.s bislang nicht vollständig ediertes Gesamtwerk in seiner vollen Breite zu erfassen und J.s wissenschaftliche Leistungen – etwa im Bereich der astronomischen Tafeln und Instrumente – zu würdigen. Heute gilt J. als einer der wichtigsten Astronomen seiner Zeit. Ü: Hunderte, überwiegend lat. und teils autographe Handschriften bis ins . Jh. – Verzeichnis in: Ernst Zinner: Verz. der astronomischen Hss. des dt. Kulturgebietes. München , S. –. – Lynn Thorndike/Pearl Kibre: A Catalogue of Incipits of Mediaeval Scienti c Writings in Latin. London , Reg. – Simek/ Chlench  (s. Lit.) S. –. – Dt. Hss. J.s oder späterer Bearbeiter: . J.s Widerlegung der Prophezeiung des Jakob von Erfurt: St. Florian, Stiftsbibl., cod. XI , r (Pap., ). . Anleitungen für astronomische Instrumente u. a. Traktate J.s: Wien, ÖNB, cod. , r–r (Pap., . Jh.). – Ebd., cod. , r–r (Pap., um ). – Ebd., cod. , r–r (Pap., , Schreiber: Martin von Hall). . Kosmographie dt.: München, BSB, clm , v–r (Pap., um –). – Tübingen, UB, cod. Md , r–v (Pap., Mitte . Jh., sog. Tübinger Hausbuch). – München, BSB, cgm , r–r (Pap., um ). . Kalender: Rund zwanzig dt. Textzeugen werden mittlerweile auf J.sche Vorlagen zurückgeführt. – Verz. bei Simek/Chlench  (s. Lit.) S. –. Vgl. u. a. auch: www.handschriftencensus.de/ werke/. – www.handschriftencensus.de/werke/. – www.handschriftencensus.de/werke/ . – www.handschriftencensus.de/werke/. – http://data.onb.ac.at/rec/AL. D (lat.): [Einblattdruck-Kalender. O. O., um ] (BVB-Nr. BV). – [Traktat De 

. Hälfte . Jh. minuciis et physicis.] Wien: Johann Singriener d. Ä. u. a.,  (VD T ). A: . Dt. Texte: Klug  (s. Lit.) S. – (Kosmographie dt.). – Widerlegung der Prophezeiung des Jakob von Erfurt . In: Die dt. Lit. /: SpätMA und Frühhumanismus. Hg. v. Hedwig Heger. München , S.  f. – J. v. G. dt. Der Wiener Codex . Dt. Texte des Corpus astronomicum aus dem Umkreis von J. v. G. Hg. v. Kathrin Chlench. Wien . – Online–Faks. dt. Hss.: Wien, cod. : http://data.onb.ac.at/dtl/ . – Wien, cod. : http://data.onb.ac.at/ dtl/. – München, cgm : http://daten.digitale-sammlungen.de/. – Tübingen, Md : http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/Md. . Lat. Ausg. (Auswahl): Klug  (s. Lit.) S. – (Kosmographie lat.). – Ad laudem dei omnipotentis. Hg. v. Francis S. Benjamin. In: Osiris  () S. –. – Der Traktat ‹De sinibus, chordis et arcubus› von J. v. G. Hg. v. Hubertus L. L. Busard. Wien . – D’Occhieppo/Uiblein  (s. Lit.; Tractatus cylindri). – Uiblein  (s. Lit.; Testament J.s). – De Mateo  (s. Lit.). – Verz. weiterer lat. Ausg. bei Simek/Chlench  (s. Lit.) S. –. B: Simek/Chlench  (s. Lit.) S. –. L: Christian Bruhns, ADB  () S.  f. – Kurt Vogel, NDB  () S.  f. – Menso Folkerts, VL  () Sp.  f. – John D. North, LexMA  () Sp. . – De Boor/Newald / () S.  f.,  u. ö. – John H. Mundy: John of G. In: Isis  (/) S. –. – Rudolf Klug: J. v. G., der Begründer der Himmelskunde auf dt. Boden nach seinen Schr. und den Archivalien der Wiener Univ. Wien . – K. Vogel: J. v. G. In: Dictionary of Scienti c Biography. Hg. v. Charles C. Gillispie. Bd. . New York , S. –. – Heidelinde Jung: J. v. G., Georg von Peuerbach. Ihre geistigen Auswirkungen auf Oberösterreich. In: Beitr. zur Kopernikusforschung. Hg. v. Oberösterr. Landesmuseum. Red. Wilhelm Freh. Linz , S. –. – Konradin Ferrari d’Occhieppo/Paul Uiblein: Der ‹Tractatus cylindri› des J. v. G. In: ebd., S. –. – P. Uiblein: J. v. G., der Begründer der Wiener Mathematikerschule, Kanonikus von St. Stephan in Wien und Pfarrer von Laa a. d. Thaya († ). In: Beitr. zur Wiener Diözesangesch.  () S. –. – Die Zeit kommt vom Himmel. Von der Astronomie zum Kalender. Zum Gedächtnis J. v. G., 

Systematisches livländisches Ritterrecht –. Hg. v. Elfriede Prillinger. Gmunden . – Maria Firneis: Der Astronom J. v. G. In: Mitt. der Österr. Ges. für Gesch. der Naturwiss.  () S.  f. – Helmuth Größing: J. v. G. in seiner Zeit. In: ebd., S. –. – E. Prillinger: J. v. G. Astronom und Begründer der Himmelskunde auf dt. Boden. In: Oberösterr. Kulturzs.  () S. –. – P. Uiblein: J. v. G. Seine Tätigkeit an der Wiener Univ. In: Der Weg der Naturwiss. v. J. v. G. zu Johannes Kepler. Hg. v. Günther Hamann/H. Größing. Wien , S. – (wieder in: Die Univ. im MA. Beitr. und Forschungen. Hg. v. P. Uiblein. Wien , S. –). – M. Firneis: J. v. G. Der Astronom. In: ebd. , S. –. – Hans Kaiser: J. v. G. und seine mathematischen Leistungen. In: ebd., S. –. – Friedrich Herzog: J. v. G. Aderlasspraktiken in den Hss. österr. Zisterzienserklöster. In: Sancta Crux  () S. –. – Christa Binder: Die erste Wiener Mathematische Schule (J. v. G., Georg von Peuerbach). In: Rechenmeister und Cossisten der frühen Neuzeit. Beitr. zum wissenschaftlichen Kolloquium am . September  in Annaberg-Buchholz. Hg. TU Freiberg. Freiberg , S. –. – H. Größing: J. v. G. Ein Lehrer des Georg von Peuerbach. In: Der die Sterne liebte. Georg von Peuerbach und seine Zeit. Hg. v. dems. Wien , S. –. – Beatriz Porres de Mateo: Les Tables Astronomiques de Jean de Gmunden. Édition et Étude Comparative. Paris . – Johannes v. G. (ca. –). Astronom und Mathematiker. Hg. v. Rudolf Simek/K. Chlench. Wien . – Alena Hadravová/Petr Hadrava: John of G. In: Biographical Encyclopedia of Astronomers. Hg. v. Thomas Hockey u. a. New York , S.  f. – Chlench  (s. Ausg.). – Paul Kunitzsch: J. v. G. und das Astrolab. Eine Spurensuche. In: ‹Mathematics Celestial and Terrestrial›. FS Menso Folkerts. Hg. v. Joseph W. Dauben u. a. Halle/Saale , S. –. – J. v. G. Zwischen Astronomie und Astrologie. Hg. v. R. Simek/Manuela Klein. Wien . MM Systematisches livländisches Ritterrecht (auch: Umgearbeitetes liv. R. oder Livländisches Landrecht). – Vor . Das S. l. R. ist eine in hochdt. überlieferte Redaktion des → Erweiterten livländischen Ritterrechts mit dem Ziel, dieses zu systematisieren. Es ist in drei Bücher gegliedert (Buch :  Kap., Buch :  Kap., Buch :  Kap.); zum Teil sind die Kapitel 

Jacobus (Paladini) de Theramo mit Überschriften versehen und weichen in ihren Lesarten vom Erweiterten livländischen Ritterecht ab. Der Kompilator des Textes ist unbekannt. Neben mehreren frühneuzeitlichen Abschriften existiert eine lat. Übersetzung mit dem Titel Ius feudale Livonicum; die ursprüngliche, vielleicht nd. Fassung des S. l. R. gilt als verschollen (Bunge: Einleitung, , S. –). Es wird vermutet, dass dieses Rechtsbuch nicht nur in den livländischen Stiften, sondern auch im Deutschordensland Eingang gefunden hat (Schmidt: Rechtsgeschichte, S. ). A: Carl Julius Albert Paucker: Die Quellen der Ritter- Lehn- und Landrechte Est- und Livlands (Slg. der Rechtsquellen Liv-, Esth- und Curlands ). Dorpat , S. – (Synopse). – Monumenta Livoniae antiquae. Slg. von Chroniken, Berichten. Urkunden und anderen schriftlichen Denkmalen und Aufsätzen, welche zur Erläuterung der Gesch. Liv-, Ehst- und Kurlands dienen. Bd. . Riga u. a. , Abt. , S. –. L: Bibliographien zur livländischen Rechtsgeschichte (Quellen und Literatur) bei: Eduard Winkelmann: Livoniae historica. Systematisches Verz. der Quellen und Hilfsmittel zur Gesch. Estlands, Livlands und Kurlands. Berlin   (Nachdr. Hildesheim ) S. –. – Oswald Schmidt: Rechtsgesch. Liv-, Est und Curlands. Aus dem Nachlasse des Verfassers hg. v. Eugen von Nottbeck. Dorpat  (Nachdr. Hannover ) S. – (ebd. eine Besprechung der damaligen Archivbestände). – Dt. Gesch. im Osten Europas: Baltische Länder. Hg. v. Gert Pistohlkors. Berlin , S. –. Einen Überblick über die ma. Rechtsquellen Livlands in drei, immer aufs Neue verbesserten Ausgaben bietet Friedrich Georg von Bunge: Beitr. zur Kunde der liv-, esth- und curländischen Rechtsquellen. Riga/Dorpat . – Ders.: Einleitung in die liv-, esth- und curländische Rechtsgesch. und Gesch. der Rechtsquellen. Reval . – Ders.: Altlivlands Rechtsbücher, zum Theil nach bisher unbenutzten Texten. Leipzig . Hermann Blaese/Dietmar Willoweit: Baltische Länder. In: HRG  () Sp. –. – August Wilhelm Hupel: Versuch einer Gesch. der lie ändischen Ritter- und Landrechte und hochdt. Uebersetzung der lie ändischen Ritterrechte [...] (Neue Nordische Miscellaneen, Stücke –). Riga . – Leo Leesment: Die Verbrechen des Diebstahls und des Raubes nach den Rechten Livlands im MA. 

. Hälfte . Jh. Dorpat  (Nachdr. Goldbach ). – Leonid Arbusow: Livland. Mark des Reiches –. Ein Abschnitt dt. Verfassungs- und Rechtsgesch. Riga . – Baltisch-europäische Rechtsgesch. und Lexikographie. Hg. v. Ulrich Kronauer u. a. Heidelberg . DB/MM Jacobus (Paladini) de Theramo, * um / Teramo, †  Spoleto. – Bischof, Kanonist. Nach dem Studium des Kirchenrechts in Padua war J. ab  Erzdiakon von Aversa. Möglicherweise vor , spätestens aber  wurde er päpstlicher Kämmerer, Schreiber für die Pönitentiarien und Registrator der päpstlichen Breven. Ab  hatte er nacheinander mehrere Bischofsämter inne, so zunächst in Monopoli, ab  in Taranto, ab  in Florenz und ab  in Spoleto. Ein bislang nicht identi zierter Text J.s machte ihn der Häresie verdächtig, von der er aber  in einer Bulle des Gegenpapstes Johannes XXIII. freigesprochen wurde. Der genaue Umfang von J.s schriftstellerischer Tätigkeit ist umstritten. So wird ihm manchmal eine lat. Abhandlung von  zugeschrieben, De monarchia mundi ecclesiastica et temporali (auch Monarchialis id est de ponti cis Romani monarchia lib. I seu dialogus). Der Text ist in einer Handschrift des frühen . Jh. überliefert (Prag, NB, adlig.  D , r–r) und behandelt die Kompetenzen des Papstes. Abgesprochen werden J. u. a. eine im gleichen Kodex enthaltene Abhandlung Exhortans Judaeos und ein → Petrus Lombardus-Kommentar. Gesichert ist hingegen J.s Autorschaft des lat. Satansprozesses Belial (). In der Überlieferung erscheint der Text u. a. auch als Liber de Judiciis et Victoria Christi contra Sathanam Regem Inferiorum, et de Consolatione Peccatorum, Litigatio Christi cum Belial sive Consolatio peccatorum, Lis Christi et Belial coram judice Salomone oder Processus Luciferi Principis Daemoniorum. Das Prosawerk ist in zahlreichen lat. Handschriften und Drucken erhalten, wurde aber um die erste Hälfte des . Jh. auch in andere Sprachen übertragen. So sind französische, italienische, spanische, ndl., dänische und polnische Fassungen des Textes bekannt. Die Forschung unterscheidet außerdem zwei anonyme dt. Übersetzungen des Belial: Eine ungekürzte, dem Wortlaut des Originals eng folgende Übertragung ist nur in drei Handschriften ab  überliefert. Deutlich erfolgreicher war eine juristisch geprägte Übersetzung, die starke Kürzungen der theologischen 

. Hälfte . Jh. Abschnitte aufweist. Von dieser freieren Übertragung sind über  Handschriften des . Jh. und mehr als  Drucke ab ca.  bekannt. Viele Drucke und  Handschriften des dt. Belial weisen auch Illustrationen auf, die meist das Prozessgeschehen darstellen. Als Vorlage der in den Drucken verwendeten Zeichnungen wird eine Münchner Handschrift vermutet (cgm ). Die dt. BelialÜbersetzer sind unbekannt; eine verschiedentlich angenommene Identität mit → Niklas von Wyle oder → Albrecht von Eyb ist nicht beweisbar. Inhaltlich veranschaulicht der Belial Ablauf und Instrumente des kanonischen Rechtsverfahrens am Beispiel einer heilgeschichtlich aufgeladenen Handlung: Die Hölle strengt vor Gott eine Klage gegen Jesus an, weil dieser die Höllentore aufgebrochen und die dahinter gefangenen Seelen befreit hat. Dieser Vorgang wird von der Hölle als Raub bewertet. Sie ernennt Belial zu ihrem Rechtsvertreter, während Moses als Fürsprecher Christi auftritt und Gott Salomon als zuständigen Richter bestimmt. Das Hauptverfahren endet zunächst mit Salomons Abweisung der Höllenklage. Nach erfolgreicher Anfechtung Salomons durch Belial geht der Prozess jedoch in die zweite Instanz, nun mit Joseph von Ägypten als Richter. Zuletzt wird ein u. a. aus Jeremias und Aristoteles bestehendes Schiedsgericht hinzugezogen, das Salomons ursprüngliches Urteil bestätigt. Diese Handlung dient der Darstellung formaler Elemente des kanonischen Prozessrechts wie Klage, Vorladung, Zeugenvernehmung, Beweisführung, Eingabe, Plädoyer, Appellation und Schiedsgerichtsbarkeit. Die besondere Qualität des Textes liegt dabei in der kunstvollen Verknüpfung dieser juristischen Aspekte mit einem theologisch fundierten Gesamtgeschehen: Der Belial stellt nicht nur musterhaft Stationen eines Rechtsprozesses dar, sondern auch die biblische Heilsgeschichte. Damit steht J.s Werk in der Tradition ähnlicher, bis ins . Jh. entstandener Werke, deren Satansprozesse mal die theologischen, mal die juristischen Elemente betonten. Der Belial gilt als rechtspragmatisches Exemplar dieser Gattung, ist er doch stark auf die Vermittlung von Rechtswissen ausgerichtet. Die Rezeption des lat. Belial erfolgte vor allem unter theologischen Vorzeichen. So wurde das Werk etwa von Prager Hussiten gelesen. Als Publikum der dt. Übersetzungen werden hingegen Laienjuristen vermutet, die an den rechtlichen 

Jacobus (Paladini) de Theramo Aspekten des Textes interessiert waren. Entsprechend ist der dt. Belial häu g mit Werken wie dem → Schwabenspiegel oder der → Goldenen Bulle überliefert. Obwohl J.s Text von  bis  von der Kirche indiziert war, erfuhr er in der zweiten Hälfte des . Jh. zwei Bearbeitungen: Die dramatisierte Belial-Fassung des Sebastian Wild († nach ) von  ist religiös geprägt. Juristisches Interesse zeigt hingegen die freie dt. Bearbeitung Historische Processus iuris () von Jakob Ayrer d. J. († ). Außerdem wirkte der Belial auf Ulrich → Tengler. Ü (dt.): Verz. von  Textzeugen des dt. Belial: www.handschriftencensus.de/werke/. – Zur Überl. vgl. u. a. auch Ott, Rechtspraxis,  (s. Lit.). – Die meisten Hss. werden der freieren Übersetzung des Belial zugerechnet, der wörtlichen Übersetzung nur drei Textzeugen: M: München, BSB, cgm  (früher Luzern, Antiquariat Gilhofer und Ranschburg, Nr. /,; Nikolsburg, Fürstlich Dietrichsteinsche Bibl., cod. I ),  Bll. (Pap., , bair.-österr.). – B: Berlin, SBB, mgf , r–r (Pap., zweites Viertel . Jh., ostfränkisch). – S: Schlierbach, Stiftsbibl., cod. , ra–va (Pap., um Mitte . Jh., bair.-österr.). D: . Lat. Belial: Zahlr. lat. Drucke ab . Wohl ältester Druck: Augsburg: Johann Schüssler,  (GW M). . Dt. Belial: Mehr als  dt. Drucke ab etwa . Frühe Inkunabeln: Bamberg: Albrecht P ster, [um ] (GW M). – [Augsburg]: Günther Zainer,  (GW M). – Ebd.: Johann Bämler,  (GW M). – Nd. Druck: Magdeburg: Moritz Brandis,  (GW M). Verzeichnis der frühen Drucke: GW (online). – Außerdem zwei Drucke von  (VD J  f.). A: . Lat. Belial: Processus Iuris IocoSerius. Hg. v. Melchior Goldast. Hanau . – Online-Faks. von GW M: http://daten. digitale-sammlungen.de/. . Dt. Belial: Lehrhafte Litteratur des . und . Jh. Bd. . Hg. v. Ferdinand Vetter. Berlin  (Nachdr. Tokio ) S. –. – Marx  (s. Lit.; Teilausg.). – Smith  (s. Lit.; Teilausg.). – Online-Faks. von Hs. B: http:// resolver.staatsbibliothek-berlin.de/. – Online-Faks. von GW M und GW M: http:// daten.digitale-sammlungen.de/. L: Norbert H. Ott, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Hartmut Zapp, LexMA  () Sp. . – De Boor/Newald / 

Bitschin () S. . – N. H. Ott: Processus Sathanae. In: LexMA  () Sp.  f. – Alphons A. Marx: Zur Prosakunst des dt. Belial. Diss. Berlin . – Der Belial. Kolorierte Federzeichnungen aus einer Hs. des XV. Jh. Hg. v. Dittmar Heubach. Straßburg . – Friedrich W. Strothmann: Die Gerichtsverhandlung als literarisches Motiv in der dt. Lit. des ausgehenden MA. Jena . – Konrad Burdach: Der Dichter des Ackermann aus Böhmen und seine Zeit. Bd. . Berlin , S. –. – Paul B. Salmon: J. de Th. and Belial. In: London Mediaeval Studies  () S. –. – Harry D. G. Smith: The Early New High German ‹Belial›. History, Relationship of Manuscripts and Partial Edition. Diss. Harvard, Cambridge/Mass. . – Kurt Ohly: Eggestein, Fyner, Knoblochtzer. Zum Problem des deutschsprachigen ‹Belial› mit Illustrationen. In: Gutenberg-Jb. () S. –;  () S. –. – Hans-Rudolf Hagemann: Der Processus Belial. In: FS Max Gerwig. Hg. Juristische Fakultät der Univ. Basel. Basel , S. –. – Martin von Hase: Zwei Probedrucke des lat. ‹Belials› von J. de Th. des Augsburger Druckers Günther Zainer im Spielkartenmuseum Leinfelden. In: Gutenberg-Jb.  () S. –. – Heribert Hummel: Der Heilbronner ‹Belial›. Zu einer illustrierten Hs. des . Jh. im Heilbronner Stadtarch. In: Jb. für schwäbischfränkische Gesch.  () S. –. – N. H. Ott: Rechtspraxis und Heilsgesch. Zu Überl., Ikonographie und Gebrauchssituation des dt. ‹Belial› (MTU ). München . – Ders.: Handschriftenillustration und Inkunabelholzschnitt. Zwei Hypothesen zu den Bildvorlagen illustrierter ‹Belial›Drucke. In: PBB (Halle)  () S. –. – Udo Arnold: Zur Gesch. der Deutschordenskommende Heilbronn im MA. Baumeister Mathis von Mensheim und die ‹Belial›-Hs. von  [...]. In: Zs. für württembergische Landesgesch.  () S. –. – N. H. Ott: Ikonographische Signale der Schriftlichkeit. Zu den Illustrationen des Urkundenbeweises in den ‹Belial›-Hss. In: FS Walter Haug und Burghart Wachinger. Hg. v. Johannes Janota u. a. Bd. . Tübingen , S. –. – N. H. Ott: Frühe Augsburger Buchillustration. In: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hg. v. Helmut Gier/ Johannes Janota. Wiesbaden , S. –. – Bernd Michael: J. d. T.: Belial (dt.). In: Aderlass und Seelentrost. Die Überl. dt. Texte im Spiegel Berliner Hss. und Inkunabeln. Hg. v. Peter Jörg 

. Hälfte . Jh. Becker/Eef Overgaauw. Mainz , S. –. – Klaus Gantert: J. d. T.: Belial (dt.). In: ebd., S.  f. – Carmen Cardelle de Hartmann: Lat. Dialoge –. Literaturhist. Stud. und Repertorium. Leiden u. a. , S.  f. – Akihiko Fujii: Günther Zainers druckersprachliche Leistung. Unters. zur Augsburger Druckersprache im . Jh. Tübingen , S. – u. ö. – Il ‹Liber Belial› e il Processo Romano-Canonico in Europa tra XV e XVI Secolo. Hg. v. Francesco Mastroberti u. a. Bari . MM Bitschin, Konrad, * um / Luckau/Niederlausitz, † /. – Stadtschreiber und Notar, Verfasser und Kompilator von Rechtstexten, pädagogischen und historiographischen Schriften. B. war ein in Preußen wirkender Gelehrter. Johannes Bitschin († ), Stadtschreiber in Liegnitz (Legnica), und dessen Sohn Ambrosius (seit  ebenfalls Stadtschreiber, / Bürgermeister von Liegnitz) waren wohl nicht Vater und Bruder von K. B., wie es gelegentlich in der Literatur zu nden ist. B. wurde im Frühjahr  als «Conradus Bitczen de Lukow de Lusatia» an der Universität Leipzig immatrikuliert und bereits ein Jahr später zum Bakkalaureus promoviert. Möglicherweise studierte er im Anschluss Theologie in Prag oder Paris. Seit  stand er als Stadtschreiber («scriba») und Notar («notarius») im Dienst des Danziger Rats, und ab  war er, wohl ohne seine Beziehungen in Danzig (Gda´nsk) aufzugeben, Stadtschreiber und Notar in Kulm (Chełmno). In seiner Kulmer Zeit engagierte er sich für die Gründung einer Universität in der Stadt und war / gemeinsam mit dem Kulmer Bürgermeister Johann Sterz Teilnehmer einer Gesandtschaft an Kaiser Sigismund (–). Danach bekleidete er mehrere geistliche Ämter:  hatte er das Pfarramt in Nebrau (Nebrowo) inne, war Propst zum Hl. Geist in Marienwerder (Kwidzyn) und  «subcollector camere apostolice in terris Culmensis et Pomeranie» für die Einwerbung des Peterspfennigs. Die letzte Nachricht aus eigener Feder datiert ins Jahr : B. nennt sich Pfarrer von Riesenburg (Pra´ buty) und Schwetz (Swiecie) sowie Vikar zu Kulm. Aus einer undatierten Notiz über sein Testament geht hervor, dass B. Vikar des St. Michaelaltars in Kulm war, dem eine Stiftung der KretschmerBruderschaft gewidmet war; nach seinem Tod sollten aus dieser Stiftung, an der B. beteiligt war, jährliche Geldbeträge zugunsten unbemittelter Schüler 

. Hälfte . Jh. und des Schulmeisters gezahlt werden. In einer Urkunde von  (ausgestellt in Subkau, heute: Subkowy) wird mitgeteilt, dass B. Inhaber einer Pfründe an der St. Marienkirche in Danzig war. Von B. sind mehrere lat. Schriften bekannt. Er verfasste  einen Ehetraktat (De vita coniungali; die Schrift ist dem obersten Danziger Stadtsecretarius, Nikolaus Wrecht, und dessen Frau dediziert).  entwarf B. einen Klagebrief über den Feldˇ ´ († nach zug des Hussitenführers Jan Capek ze San ) nach Preußen (Epistola ecclesie deplanctoria ad omnes terras et gentes cristicolas a nephariis Hussitis et hereticis dampnabiliter perturbatas) und setzte für den Zeitraum von  bis  die Chronica terrae Prussiae des → Peter von Dusburg fort (geschrieben ca. ). Aufgrund seines Ehetraktats, der weit über das eigentliche Thema hinausgreift, gilt B. als erster pädagogischer Theoretiker im dt. Sprachraum. Aus diesen Schriften geht eine bemerkenswerte Kenntnis der Heiligen Schrift, theologischer Verfasser wie Tertullian, Lactantius, → Augustinus, → Hieronymus, Chrysostomus, → Isidor, → Hugo von St. Victor u. a. m hervor. Gleichfalls sind ihm antike Dichter wie → Ovid, → Vergil, Terenz, Sallust und Sueton und Chronisten wie → Helmold von Bosau und Petrus Damianus, juristische, fortikatorische und landwirtschaftliche Klassiker bekannt. B. berichtet ausführlich aus den Werken Boccaccios und → Petrarcas. In seine zeitgenössischen Berichte dürften zahlreiche ihm mündlich zugetragene Informationen einge ossen sein, die für die heutige Geschichtswissenschaft von großem Interesse sind. Im Zusammenhang mit seinen Ämtern in Danzig und Kulm war B. bemüht, die für beide Städte rechtsrelevanten Texte zusammenzutragen und für den Gebrauch zugänglich zu machen (mehrheitlich in dt. Sprache). In Danzig legte er die ersten bekannten Kürverzeichnisse an (, Mitgliederverzeichnisse des Stadtrats, seit  wurden diese Verzeichnisse in einem amtlichen Kürbuch geführt), ein Missivbuch mit dem Briefausgang der Stadt (), ein Manuale notarii civitatis Danczk (–) und eine Sammlung von Danziger Seerechtsurteilen (–). Außerdem wird ihm die Zusammenstellung von für Preußen bedeutenden Rechtstexten im sog. Danziger Schöffenbuch zugeschrieben; darin enthalten sind die → Landläu gen Kulmischen Rechte, die Neun Bücher Magdeburger Rechts (Walter → Ekhardi) und Danziger Rechtsaufzeichnungen in einem Gesamtum

Bitschin fang von  Artikeln. Es entstand wohl in der ersten Hälfte des . Jh. Für Kulm fertigte er u. a. ein Manuale notarii civitatis Culmensis () mit der einzig erhaltenen älteren Fassung der → Kulmer Handfeste an. Beim Manuale aus Danzig handelt es sich um eine Art Stadtbuch, in dem Tagesordnungen der Ratssitzungen, gerichtliche Anzeigen, Urteile, Ordnungen u. a. m. verzeichnet wurden. Ü: Eine Zusammenstellung von B.s nachgelassenem Schrifttum, das aufgrund seiner langjährigen Verwaltungstätigkeit sicher umfangreicher ist, als hier dargestellt, liegt noch nicht vor. In den Scriptores rerum Prussicarum  (), S. –, wird eine Ratsordnung über die Vergütung der in Diensten des Rats stehenden Personen aus dem Jahr  mitgeteilt (mit Nachträgen bis zum Jahr ); dort wird auch das Amt des Stadtschreibers mit seinen Aufgaben beschrieben. Diese Beschreibung lässt auf eine umfangreiche schriftliche Tätigkeit schließen. A: Christoph Hartknoch: Petri de Dusburg [...] Chronicon Prussiae [...]. Frankfurt , S. – (online: BSB München). – Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Hg. v. Theodor Hirsch u. a. Bd. . Leipzig  (online: BSB München), S. – (Fortführung der Chronica terrae Prussiae), – (Auszüge aus De vita coniungali), – (Auszüge aus der Epistola ecclesia deplanctoria). – Dass., Bd. . Leipzig  (online: BSB München), S. – (Kürverzeichnisse, über die Amtsjahre B.s hinausgehend), – (Manuale notarii civitatis Danczick). – M. Toeppen (Hg.): Das Danziger Schöffenbuch. Danzig  (online: dLibra Digitale Bibliothek; auch erschienen als Beiträge des Gymnasialprogramms des kgl. Gymnasii Marienwerder, Nr.  [Marienwerder ]). – K. B.s Pädagogik. Das vierte Buch des enzyklopädischen Werkes «De vita coniugali». Nach der lat. Hss. zum erstenmal hg., mit dt. Übersetzung, hist.-literarischer Einleitung sowie mit Erklärungen und Anmerkungen versehen von Richard Galle. Gotha . – Zu den Editionen der Kulmer Handfeste s. den Artikel in Bd. , Sp. –. L: Emil Steffenhagen, ADB  () S. . – Arthur Methner, Altpreußische Biographie. Bd. . Hg. v. Christian Krollmann. Königsberg , S. . – Klaus-Eberhard Murawski, NDB  () S. . – Udo Arnold, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Oppitz  () 

Bitschin S.  f. (Danziger Schöffenbuch). – Compendium auctorum Latinorum Medii Aevi (–). Hg. von der Società Internazionale per lo Studio del Medioevo Latino. Bd. . Firenze , S.  f. – Otto Stobbe: Beitr. zur Gesch. des dt. Rechts. Braunschweig , S.  f. – Friedrich Wilhelm Schirrmacher: Ambrosius Bitschen. Der Stadtschreiber von Liegnitz und der Liegnitzer Lehnsstreit. Liegnitz  (Einladungsschr. zur Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs in der Kgl. Ritter-Akad. in Liegnitz). – E. Steffenhagen: Zu Conrad B. In: Altpreußische Monatsschr.  () S. –. – Franz Schultz: Conrad B. während seines Aufenthaltes in Culm (–). In: Altpreußische Monatsschr. NF  () S. –. – W. Ketrzy´nski: Conrad B.’s Manuale notarii etc. In: ebd. NF  () S. . – M. Töppen: Replik in Sachen C. B. In: ebd., S. –. – Ders.: Letztes Wort in Sachen Conrad B.s auf die Entgegnung des Oberlehrers Schulz. In: ebd., S.  f. – F. Schultz: Gesch. der Stadt und des Kreises Kulm. Bd. : Bis zum Jahre . Danzig . – Richard Werner: Ambrosius Bitschen, der Stadtschreiber von Liegnitz. Ein geschichtliches Charakterbild. Liegnitz . – Franz Hipler: Die Pädagogik des K. B. In: Mitt. der Ges. für dt. Erziehungs- und Schulgesch.  () S. –. – Richard Koebner: Die Eheauffassung des ausgehenden dt. MA. In: AfK  () S. –, –. – A. Methner: Conrad B. als Danziger Stadtschreiber. In: Zs. des westpreußischen Geschichtsver.  () S. –. – Ders.: Die Danziger Stadtschreiber bis . In: Danziger familiengeschichtliche Beitr.  () S. –. – Erich Maschke: Der Peterspfennig in Polen und dem dt. Osten. Leipzig  () S. . – Bruno Huth: K. B., der Stadtschreiber von Kulm. In: Dt. Monatshefte in Polen  () S. –. – Regesta historico-diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicorum. Bearb. v. Erich Joachim. Hg. v. Walther Hubatsch. Tl. . Göttingen , Nr. . – Jerzy Serczyk: W sprawie husytyzmu w ziemi chełmi´nskiej w latach –. In: Zapiski historyczne Towarzystwa naukowe w Toruniu / () S. –. – Ewa Maleczy´nska: Ruch husycki w Polsce i w Czechach. Warszawa , S. –. – Brygida Kürbisówna: Próba zało˙zenia uniwersytetu w Chełmnie w roku . Opuscula Casimiro Tymieniecki [...] dedicata. Pozna´n , S.  f. – Dies.: Losy przywileju uniwersyteckiego dla Chełmna. Ks˛ıga pamiatkowa ˛ [...] lecia Uniwersytetu Jagiello´nskiego. Pozna´n . – 

. Hälfte . Jh. Zdeˇnka Hledíková: Neznámý protihusitský spis z ˇ Merseburku. In: Ceskoslovenský cˇ asopis historický  () S. –. – Zenon Hubert Nowak: Starania o zało˙zenie uniwersytetu w Chełmnie w XIV i XV r. In: Zapiski historyczne Towarzystwa naukowe w Toruniu  () S. – (dt.: Bemühungen um die Gründung einer Univ. in Kulm im . und . Jh. In: Der Deutschordensstaat Preußen in der polnischen Geschichtsschreibung der Gegenwart. Hg. Udo Arnold/Marian Biskup [Quellen und Stud. zur Gesch. des Dt. Ordens ]. Marburg , S. –). – Zoa Wardeska: ˛ K. B. z Łukowa zwany Konradem z Byczyny pedagog chełmi´nski [K. B. aus Luckau gen. Konrad von Pitschen, Kulmer Pädagoge]. In: Kwartalnik historyczny. Nauki i Techn.  () S. –. – Sven Ekdahl: Die Schlacht bei Tannenberg . Quellenkrit. Unters. Bd. : Einf. und Quellenlage (Berliner hist. Stud. /). Berlin , S. . – Jarosław Wenta: Kierunki rozwoju rocznikarstwa w pa´nstwie zakonu niemieckiego w XIII–XVI w [Entwicklungslinien der Annalistik im Deutschordensstaat] (Roczniki towarzystwa naukowego w Toruniu rocznik /). Toru´n , S. –. – Pawel Kras: Furor Hussitarum. Husytyzm w wybranych relacjach dziejopisarskich z XV wieku [Hussitismus in ausgewählten chronikalischen Zeugnissen des . Jh.]. In: Uniwersalizm ´ i regionalizm w kronikarstwie Europy Srodkowo´ ˛ czasów noWschodniej. Sredniowiecze poczatek wo˙zytnych [Universalismus und Regionalismus in der Chronistik Ostmitteleuropas. MA und frühe Neuzeit]. Hg. v. Urszula Borkowska. Lublin , S. –. – Ursula Peters: Lit. in der Stadt. Stud. zu den sozialen Voraussetzungen und kulturellen Organisationsformen städtischer Lit. im . und . Jh. (Stud. und Texte zur Sozialgesch. der Lit. ). Tübingen , S. . – Andrzej Januszajtis: Wissenschaftliche Traditionen Danzigs als Brücke in die Zukunft. In: Dt.-polnische Begegnung zu Wiss. und Forschung im zusammenwachsenden Europa. Hg. v. Gilbert H. Gornig (Schriftenreihe der Danziger Naturforschenden Ges. ). Lübeck , S. –. – Edward Potkowski: K. B. Edukacja kobiet i po˙zytki czytania [K. B. Die Frauenbildung und der Nutzen des Lesens]. In: Prusy – Polska – Europa. Studia z dziejów ´sredniowiecza i czasów wczesnonowo˙zytnych. Prace o arowane Profesorowi Zenonowi Hubertowi Nowakowi w sze´sc´ dziesiat ˛ a˛ piat ˛ a˛ rocznice˛ urodzin i czterdziestolecie pracy naukowej [Preußen – Polen – Eu

. Hälfte . Jh. ropa. Stud. zur Gesch. des MA und der Frühneuzeit. FS Zenon Hubert Nowak]. Hg. v. Andrzej Radzimi´nski/Janusz Tandecki. Toru´n , ˇ S. –. – Frantiˇsek Smahel: Die Hussitische Revolution. Bd.  (MGH Schriften /). Hannover , S.  f. – Gisela Vollmann-Profe: Vom historiographischen Umgang mit Niederlagen. Die Schlacht von Tannenberg in preußischen Chroniken des . Jh. In: Vom vielfachen Schriftsinn im MA. FS Dietrich Schmidtke. Hg. v. Freimut Löser (Schr. zur Mediävistik ). Hamburg , S. –. MM Der Hussitenkriegs-Ingenieur (auch: Anonymus der Hussitenkriege). – Möglicher Autor eines Kriegs- und Ingenieurbuchs, lebte um  (?). Die Lebensdaten und -umstände des sog. H.I.s sind unbekannt. Die Forschung hat in ihm verschiedentlich einen bairisch-oberfränkischen Wehrtechniker vermutet, der an den Hussitenkriegen (–) beteiligt gewesen sein könnte. Der H.-I. verfasste vermutlich in der Zeit um  ein illustriertes Kriegs- und Ingenieurbuch in dt. Sprache, dessen Original verloren ist. Das Werk oss zu einem kleinen Teil in das deutlich jüngere Ingenieur-, Kunst- und Wunderbuch (um ) ein. Die Hauptüberlieferung des Buchs ndet sich aber im Anfangsteil (r–v) des ersten Faszikels von Handschrift M. Diese Fassung des Werks entstand frühestens in den siebziger Jahren des . Jh. Obwohl deutlich umfangreicher als der entsprechende Abschnitt im Wunderbuch, wird auch der M-Text von der Forschung als unvollständige Fassung angesehen. Zudem wurden in der M-Fassung textliche Zersetzungserscheinungen nachgewiesen. Zwischen M und dem ursprünglichen Text lagen also wahrscheinlich weitere, heute unbekannte Überlieferungsstufen. Die M-Fassung bietet zahlreiche kolorierte Federzeichnungen mit kurzen ostfränkischen Beischriften. Die mit grober Feder ausgeführten Illustrationen gelten als schlicht und teils fehlerhaft. Dargestellt sind verschiedene Gerätschaften für den militärischen Gebrauch, darunter Feuerwaffen, Steig- und Hebezeug, Züge und Wägen, Brücken, Mühlen, ein Schlaghammer und eine mit Wasser betriebene Bohrmaschine. Der Schlaghammer (v) und weitere Mechanismen (v) gelten im zeitgenössischen Kontext als sehr innovativ, das Werk trotz kompilativer Anteile als insgesamt recht 

Der Hussitenkriegs-Ingenieur eigenständig. Der M-Text oss in das Büchsenmeisterbuch (–) des Christoph Sesselschreiber ein. Der zweite, jüngere Teil (r–v) des ersten Faszikels von M enthält einen anonymen Bildkatalog in der Tradition von Konrad → Kyeser und Hans → Formschneider. Die farbigen Federzeichnungen stammen von einem anderen Illustrator als jene im ersten Teil und sind feiner ausgeführt. Dargestellt sind u. a. Feuerwaffen, Hebezeug, Belagerungsmaschinen und Mühlen. Ü: M: München, BSB, clm , Faszikel I:  Bll., hier r–v (Pap., Ostfranken, um –, ostfränkisch). – Faszikel II ( Bll., Pap., Italien, ) enthält De Ingeneis von Mariano Taccola. – Vgl. u. a. Leng II  (s. Lit.). – Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA /. Hg. v. Ulrike Bodemann u. a. München , S. – (Nr. ..). A: Hall  (s. Lit.; mit Faks.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp. – (mit weiterer Lit.). – Theodor Beck: Beitr. zur Gesch. des Maschinenbaues. Berlin  (Nachdr. Hildesheim ) S. –. – Franz M. Feldhaus: Die Technik der Vorzeit, der geschichtlichen Zeit und der Naturvölker. Leipzig u. a.  (Nachdr. Wiesbaden ) S. , ,  f., , ; Abb. , ,  f. – Ders.: Die Gesch. der Schleifmittel. Hannover-Hainholz , S.  f. – Ders.: Die Technik der Antike und des MA. Potsdam , S. ,  f. – Conrad Matschoss: Gesch. des Zahnrades, nebst Bemerkungen zur Entwicklung der Verzahnung von K. Kutzbach. Berlin  (Nachdr. Hildesheim ) S.  f.; Abb. , . – Abbott P. Usher: A History of Mechanical Inventions. Cambridge/MA  (Nachdr. New York ) S. –; Abb. , , . – Bertrand Gille: Étude sur les Mss. d’Ingénieurs du XVe Siècle. Le Ms. dit de la Guerre Hussite. In: Techniques et Civilisations  () S. –. – A History of Technology. Bd. . Hg. v. Charles Singer. Oxford  (Nachdr. ebd. ) S. –; Abb. ,  f.,  f. – B. Gille: The Renaissance Engineers. London , S. – u. ö. – Alex G. Keller: Mechanical Linkages. In: Chartered Mechanical Engineer  () S. –. – Bert S. Hall: The Technological Illustrations of the SoCalled ‹Anonymous of the Hussite Wars›. Codex Latinus Monacensis , Part . Wiesbaden . – Volker Schmidtchen: Kriegswesen im späten MA. Technik, Taktik, Theorie. Weinheim , S. , 

Wagenburgordnungen –. – Ernst Berninger: Die technischen Hss. des . Jh. in der BSB München. In: Konrad Kyeser, ‹Bellifortis›. Clm . Red. Ulrich Montag. Berlin , S. –, hier S. –. – Marcus Popplow: Militärtechnische Bildkat. des SpätMA. In: Krieg im MA. Hg. v. Hans-Henning Kortüm. Berlin , S. –, hier S.  f. – Rainer Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. Bd. . Wiesbaden , S. – u. ö.; Bd. , ebd. , S.  f. MM Wagenburgordnungen. – Anweisungen für den Aufbau und Einsatz von Wagenburgen. Schon seit der Antike wurden die von einem Heer und seinem Troß mitgeführten Fahrzeuge bei Bedarf zu Wagenburgen verbunden. Deren Aufstellung erfolgte meist in runder oder quadratischer Form. Die Wagenburgen dienten gewöhnlich zur Abschirmung temporärer Lager oder als Schutz für Fußtruppen und Artillerie. Im MA perfektionierten die Hussiten unter ihrem Heerführer ˇ zka († ) die militärische WagenburgtechJan Ziˇ nik. Während der Hussitenkriege der ersten Hälfte des . Jh. kamen Wagenburgen zum Einsatz, die teilweise über  Fahrzeuge umfassten. Manche Wagen hatten eine Besatzung von über  Mann, die oft verschiedenen Waffengattungen angehörten. Beliebt waren Wagenburgen wegen ihrer Mobilität und ihrer zugleich offensiven und defensiven Qualitäten. Sie erlaubten einerseits den Gebrauch von Angriffswaffen und den Vorstoß von Truppen, beschützten aber andererseits auch die Soldaten in ihrem Inneren. Mit der Popularisierung der Wagenburgen im . Jh. entstanden auch schriftliche W. Passend zu ihren hussitischen Ursprüngen wurden sie zunächst in tschechischer Sprache abgefasst, bevor ab spätestens  auch dt. Texte folgten. Diese W. konnten verschiedene Formen annehmen: Zunächst dominierten amtliche Vorschriften für die Verwendung von Wagenburgen im Kriegsfall. Sie enthielten u. a. Anweisungen für die Aufstellung der Mannschaften und die Ausrüstung der Fahrzeuge. Zu diesem Typus gehörte die vielleicht älteste dt. W., die  in Grodków verabschiedet wurde. W.-ähnliche Abschnitte enthielten auf Reichsebene auch Heeresgesetze von  und  sowie eine Reichstagsverordnung von . Weitere W. entstanden in Frankfurt/M. () und Erfurt (). Markgraf Albrecht Achilles († ) erließ ,  und 

. Hälfte . Jh.  W., die z. B. die Einrichtung und Routen von Wagenburgen festlegten. Neben die amtlichen W. traten schon in der ersten Hälfte des . Jh. bildliche Darstellungen, die Aufstellung und Einsatz von Wagenburgen zeigten. Entsprechende Zeichnungen nden sich bei dem wohl um  wirkenden → Hussitenkriegs-Ingenieur (München, BSB, clm , Faszikel I, v) und in dem Bildkatalog Iconismis bellicis () von Pseudo-Johannes → Hartlieb (Wien, ÖNB, cod. , r). Später entstanden W. im → Wolfegger Hausbuch von um  (Wolfegg, Waldburg-Wolfeggsche Bibl., ohne Sign. , b, a, a) und in der → Feuerwerkkunst aus dem späten . Jh. (München, BSB, cgm , S. ). Weitere Darstellungen sind bis ins frühe . Jh. in Hans → Formschneider-Handschriften (Gotha, Forschungsbibl., cod. Chart. B , v–r) und im Kriegsbuch des → Ludwig von Eyb d. J. (Erlangen, UB, B , r–v) nachgewiesen. Eybs Wagenburg-Zeichnungen wurden noch in der Frühen Neuzeit rezipiert. Ab der zweiten Hälfte des . Jh. traten dann W. in Gestalt theoretischer Abhandlungen in den Vordergrund.  wird in einem Brief an Albrecht Achilles von dessen Ehefrau ein zu einer Wagenburg gehörendes Büchlein erwähnt. Möglicherweise handelte es sich dabei um ein frühes Beispiel einer dt. W. in Traktatform. Um  verfasste Hanns → Schermer eine W. Im späten . Jh. wurden W. in das Kriegsbuch des → Philipp von Seldeneck und eine Linzer Sammelhandschrift aufgenommen (Linz, LB, cod. ). Bereits dem . Jh. gehört die W. in den Instructions sur toutes manières de guerroyer tant par mer que par terre () des → Philipp von Kleve an. Die nachhaltige Popularität von W. belegen auch entsprechende Texte bei Franz Helm (), Reinhard zu Solms († ), Leonhard Fronsperger († ) und Jeremias Neuner († nach ?). Ü: Vgl. die Überl. der im Text genannten Autoren und Werke. – Zu den amtlichen W. vgl. Jähns  (s. Lit.). – Weitere Hss. bei Leng  (s. Lit.). – Zu Linz, LB, cod.  vgl. www.mrfh.de/. A: Vgl. die Ausg. der im Text genannten Autoren und Werke. – Der Brief der Markgrä n Anna an Albrecht Achilles vom Dez.  ndet sich in: Politische Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles. Bd. . Hg. v. Felix Priebatsch. Leipzig  (Neudr. ebd. ) S.  f. 

. Hälfte . Jh. L: Miloslav Polívka: Heer, Heerwesen .: Hussiten. In: LexMA  () Sp.  f. – Ders.: Wagenburg. In: LexMA  () Sp. . – Rainer Leng, VL  () Sp.  f. – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. Bd. . München  (Nachdr. New York ) S. , –, –. – Bernhard Rathgen: Das Geschütz im MA. Berlin  (Nachdr. Düsseldorf ) S.  f. – Jan Durdik: Hussitisches Heerwesen. Berlin , S. –. – Volker Schmidtchen: Karrenbüchse und Wagenburg. Hussitische Innovationen zur Technik und Taktik des Kriegswesens im späten MA. In: Wirtschaft, Technik und Gesch. FS Albrecht Timm. Hg. v. dems./Eckhard Jäger. Berlin , S. –. – Harald Kleinschmidt: Tyrocinium militare. Militärische Körperhaltungen und -bewegungen im Wandel zwischen dem . und dem . Jh. Stuttgart , S.  f. – V. Schmidtchen: Kriegswesen im späten MA. Technik, Taktik, Theorie. Weinheim , S. –, –, . – R. Leng: Franz Helm und sein ‹Buch von den probierten Künsten›. Ein hsl. verbreitetes Büchsenmeisterbuch in der Zeit des frühen Buchdrucks. Wiesbaden , S. –, –. – Ders.: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. Bd. . Wiesbaden , S. ,  f., ,  f., ; Bd. , ebd. , s. Reg. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . MM Abraham von Memmingen. – Möglicher Verfasser eines pyrotechnischen Werks. A. ist als historische Gestalt kaum fassbar, seine in der Literatur übliche Herkunftsbezeichnung nicht belegt. Eine Urkunde vom .. erwähnt ihn ohne seinen Beinamen als Büchsenmeister im Dienst des österreichischen Herzogs Friedrich IV. (–). Danach zählte zu A.s Aufgaben u. a. das Abbrennen belagerter Gebäude. Er gilt auch als Autor eines für Friedrich geschriebenen Feuerwerkbuchs. Dieses wurde früher oft als das → Feuerwerkbuch von  identi ziert. Es handelt sich dabei um ein populäres kriegs- und waffentechnisches Kompendium, das in zahlreichen Handschriften erhalten ist. A.s Autorschaft des Feuerwerkbuchs von  wird heute jedoch von der Forschung abgelehnt. A. könnte das Feuerwerkbuch 

Abraham von Memmingen aber auch nur zusammengestellt oder herausgegeben haben. Ü: Urkunde mit Erwähnung A.s: Innsbruck, Tiroler Landesarch. (ehem. Statthaltereiarch.), U  (). – Hss. des Feuerwerkbuchs von  bei Schmidtchen  (s. Lit.) und http://www.handschriftencensus.de/werke/. A: Neuere Ausg. des Feuerwerkbuchs von  bei Baetz  (s. Lit.). L: Volker Schmidtchen, VL  () Sp.  f. – Ders.: Feuerwerkbuch von . In: VL  () Sp. –;  () Sp. . – Franz M. Feldhaus: Verfasste A. v. M. das Feuerwerksbuch? In: Zs. für hist. Waffenkunde  (/) S. . – Ders.: Ruhmesblätter der Technik von den Urer ndungen bis zur Gegenwart. Leipzig , S. . – Ders.: Die Technik der Antike und des MA. Potsdam , S. . – Conrad Matschoss: Große Ingenieure. Lebensbeschreibungen aus der Gesch. der Technik. München u. a. , S. . – Das Feuerwerkbuch von .  Jahre dt. Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Hg. v. Wilhelm Hassenstein. München , S. . – Gerhard W. Kramer: Berthold Schwarz. Chemie und Waffentechnik im . Jh. München , S. . – Das Feuerwerksbuch von . Mit einer Zeittafel zur Gesch. der Explosivstoffe. Hg. v. Manuel Baetz. Radolfzell/Norderstedt , passim. – Rainer Leng: Ars belli. Dt. taktische und kriegstechnische Bilderhss. und Traktate im . und . Jh. . Wiesbaden , S. , . MM Spruch vom Römischen Reich. – Antihussitische Dichtung mit Quaternionenteil, . Der S. v. R. R. ist anonym in zwei Handschriften des . Jh. überliefert. Dort folgt er jeweils auf dt. Fassungen der → Goldenen Bulle. Insgesamt  Reimpaarverse des Spruchs sind erhalten, doch sind Textverluste nicht auszuschließen. Aus dem insgesamt deutschsprachigen S. v. R. R. sticht nur ein kurzes lat. Bibelzitat aus dem Lukasevangelium hervor (Lk ,). Als Entstehungsjahr des Spruchs wird in den letzten beiden Zeilen  angegeben. Der Sprecher tritt in S. v. R. R. zwar in der IchForm auf, identi ziert sich aber nicht namentlich. Die Forschung hat in ihm einen Herold vermutet, da er im Text auf das Wappen- und Heroldswesen eingeht. Inhaltlich wendet sich der S. v. R. R. gegen die Hussiten, die als gefährliche Sekte, Ketzer und Bedrohung des Reichs dargestellt werden. Daher 

Buch von alten Schäden ruft der Sprecher den römisch-dt. König Sigismund († ), die Fürsten und die Deutschen allgemein zu einem entschiedenen Vorgehen gegen die Hussiten auf. Die Fürsten bittet er um Einigkeit untereinander, Sigismund hingegen um einen guten Umgang mit den Fürsten. An der Spitze des Reichs wünscht sich der unbekannte Verfasser einen dt. Augustus. Dieser soll eine strenge, gerechte und fromme Herrschaft ausüben und die Christenheit befrieden, die im Text als gespalten bezeichnet wird. Idealisiertes Leitbild ist für den Sprecher die «christliche Ritterschaft» (V. ), deren Wappen und Schilde der Text ausführlich verherrlicht. Im Mittelteil bietet der S. v. R. R. einen Ständeüberblick, der sich am Quaternionenmodell orientiert. Die im Mittelalter entstandenen Quaternionen sind Aufzählungen der rechtlich voneinander abgesetzten Stände der Reichsverfassung. Jeder Stand ist darin mit vier namentlich genannten Vertretern präsent, die Kurfürsten jedoch in voller Zahl. Erfasst werden in den oft auch bildlich überlieferten Quaternionen-Darstellungen meist der Kaiser, die Kurfürsten, Herzöge, Mark-, Land- und Burggrafen, Grafen, Ritter, Freie, Städte, Dörfer und Bauern. Der Überblick im S. v. R. R. beginnt entsprechend mit den Kurfürsten und endet mit den Bauern. Die Freiherren fehlen, was allerdings auch auf unvollständige Überlieferung zurückgehen könnte. Von Bedeutung ist der S. v. R. R. als einer der frühesten schriftlichen Belege für das Quaternionenmodell. Ü: N: Nürnberg, Staatsarch., Rep. a (Reichsstadt Nürnberg), Hs. Nr. a, v–r (Pap., um ). – L: London, British Library, Ms. Arundel , v–r (Pap., , bair.; Autograph des Johannes Schumann). Vgl. u. a. Schubert  (s. Lit.). – Staatsarch. Nürnberg: Reichsstadt Nürnberg. Hss. (Repertorium Nr. a). Nürnberg [], S.  f. (Nr. a; Digitalisat: www.staatliche-archive. bayern.de/). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: Henrici  (s. Lit.). – Schubert  (s. Lit.; Teilausg.). L: Hans-Joachim Ziegeler, VL  () Sp. –. – Ernst Henrici: ‹S. v. R. R.› aus dem Jahre . In: ZfdA  () S. –. – Harry Gerber: Über die Quellen und verfassungsrechtliche Deutung der ma. Quatuorvirate und den geschichtlichen Wert der «Vier-Grafen-Würde». In: 

. Hälfte . Jh. FS Edmund E. Stengel. Red. Erika Kunz. Münster/Köln , S. –, hier S. , , . – E. E. Stengel: Die Quaternionen der dt. Reichsverfassung. In: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., Germanistische Abt.  () S. –. – Eduard und Hertha Ziehen: Das Heilige Römische Reich in seinen Gliedern. Sinnbilder des körperschaftlichen Reichsgedankens –. In: Arch. für Frankfurts Gesch. und Kunst  (), S. –. – Ernst Schubert: Die Quaternionen. Entstehung, Sinngehalt und Folgen einer spätma. Deutung der Reichsverfassung. In: Zs. für hist. Forschung  () S. –, hier S.  f. MM Buch von alten Schäden. – Balneologisches Spezialrezeptar für Unterschenkelgeschwüre, erstes Drittel . Jh. Das aus Südwestdeutschland, vermutlich aus dem Elsass stammende B. d. a. Sch. wurde vor  von einem unbekannten Autor, der Bader, nicht Chirurg war, zu einer Zeit angelegt, «als sich → Peter von Ulm mit den Heidelberger Formeln seines chirurgischen Rezeptars (/) am Oberrhein noch nicht durchgesetzt hatte» (Keil , S. ). Die nach Heilanzeigen angeordneten  Teile des Buchs, denen eine recht unbeholfene Übersetzung des Capitulum singulare des → Guy de Chauliac vorangeht (Bl. r-v), bieten Rezepte und einige Kurztraktate. Neben der Leitindikation des Unterschenkelgeschwürs (Ulcus cruris) werden traumatologische Nachbarindikationen wie Schwellungen, Abszesse und Dermatosen behandelt. Der auch Prävention, Diätetik und Nachsorge berücksichtigende Autor bezog sein Wissen aus der damaligen chirurgischen Tradition, die er teils eigenständig (vor allem bei der Leitindikation), teils kompilierend umsetzte. Zu seinen Quellen gehörte u. a. das Arzneibuch → Ortolfs von Baierland und der schlesische → Bartholomäus. Ü: München, BSB, Cgm , r–r (Pap., /, nordwestliches Schwäbisch); Incipit: «Diß b˚uch seit von alten schaden und gebresten und zerebrochen beinen wie man sie heie len solle»; r–r nachgetragenes Register. – Stuttgart, LB, Cod. med. et phys. ° , r–v (Pap., um , schwäbisch). – Vgl. Karin Schneider: Die dt. Hss. der Bayerischen Staatsbibl. München. Cgm – (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis V, ). Wiesbaden 

. Hälfte . Jh. , S. –, hier S.  f. – http://www. handschriftencensus.de/werke/. A: Ein dt. B. v. a. Sch. In: Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA. Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Tl.  (Stud. zur Gesch. der Medizin –). Leipzig , S.  f., – (Auszüge aus Bl. r–r des Cgm ). – Hans-Joachim Peters (Hg.): Das B. v. a. Sch. Tl. : Text. Diss. Bonn , S. –. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Peters (s. Ausg.). – Ingrid Rohland: Das ‹B. v. a. Sch.›. Tl. II: Komm. und Wörterverz. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen . – Wolfgang Wegner: B. v. a. Sch. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – G. Keil/Christine Wolf: Pathologie und Reihung. Der abnehmende Schweregrad als serielles Gliederungsprinzip der Rezeptliteratur. In: Pharmazie in Gesch. und Gegenwart. Festgabe für WolfDieter Müller-Jahncke zum . Geburtstag. Hg. v. Christoph Friedrich/Joachim Telle. Stuttgart , S. –, hier S. –. – G. Keil: Balneotherapie im ‹B. v. a. Sch.›, der ältesten balneotherapeutischen Spezialschr. des Abendlandes. In: Forschungsbeitr. der Geisteswissenschaftlichen Klasse. Red. Eduard Hlawitschka (Schr. der Sudetendt. Akad. der Wiss. und Künste ). München , S. –. BJ Kappel, Hermann, von Mühlhausen (auch: Cappil). – Verfasser eines lat.-dt. Vokabulars, . Jh. K. ist  und  als Geistlicher in Mühlhausen (Thüringen) bezeugt, das damals zum Erzbistum Mainz gehörte. Um die Jahreswende / ist er als Notar in Frankfurt/M. und Oberems/Taunus sowie als Gerichtsschreiber am Mainzer geistlichen Gericht urkundlich nachgewiesen. K. verfasste das lat.-dt. Hubrilugus-Vokabular. Sowohl in der Mainzer als auch in der Tübinger Handschrift wird das Vokabular unter dem Titel Hubrilugus und als ein Werk des H. K. bezeichnet. Bei weitgehender Übereinstimmung des Textes selbst weichen die Prologe völlig voneinander ab. K. schöpfte die lat. Textteile vorwiegend aus den Magnae derivationes des Huguccio von Pisa (vor ), den Exposiciones vocabulorum biblie (um –) des → Guilelmus Brito und dem → Vocabularius Lucianus, dessen Überlieferung nach der Mitte des . Jh. einsetzt. Der Titel 

Kappel des Werks ergibt sich aus den Anfangssilben dieser drei Hauptquellen, neben denen K. eine Reihe weiterer Quellen nennt («Et dicitur Hubrilugus quasi tenorem Hugocionis Britonis et lucani maxime promulgans», Mainzer Handschrift, Bl. v). Hauptziel des Hubrilugus, der im Unterricht der Lateinschulen und für Studien im Kloster benutzt wurde, ist die «Bedeutungserklärung mit Hilfe lateinischer oder deutscher Wortübersetzungen und De nitionen» (Powitz , S. ). Mit dem grammatisch-lexikalischen Lehrgedicht → Huwilogus hat K.s Handwörterbuch nichts zu tun. Ü: Mainz, StB, Hs. I  (früher: Ms. ), v–v (Pap., Untermaingebiet, zweites Viertel . Jh.; aus der Mainzer Kartause). – Tübingen, UB, Cod. Mc  (Pap., Schreiber: «Johannes de Bylstein», «tunc temporis scolaris in gruningen» [Markgröningen] [vgl. Bl. r, r];  [vgl. Bl. *r], südwestdt.; mit Federzeichnungen, zum Teil koloriert); Prolog: «Hic excemplo [!] reminiscor magistrorum autendicorum [!] [...] tunc nomen eius Hubrilugus in dei nomine vocetur igitur, quia maxima eius pars ex Hugwicione et Britone sumptus est [...]». Die Anfangsbuchstaben der ersten  Wörter des Prologs bilden das Akronym «Hermannus c[a]ppel presbiter fecit hoc opu[s]». – Basel, UB, Cod. B VII  (Perg., Schreiber: Stephan Irmy, Mitte . Jh.; Exzerpte). Vgl. Gustav Meyer/Max Burckhardt: Die ma. Hss. der Universitätsbibl. Basel. Beschreibendes Verz. Abt. B: Theologische Pergamenthss. Bd. : Signaturen B I –B VIII . Basel , S. –, hier S. , . – Gerd Brinkhus/Arno MentzelReuters: Die lat. Hss. der Universitätsbibl. Tübingen (Handschriftenkataloge der Universitätsbibl. Tübingen , ). Wiesbaden , S.  f. – http:// www.handschriftencensus.de/. L: Gerhardt Powitz, VL  () Sp.  f. – Lorenz Diefenbach: Glossarium Latino-Germanicum mediae et in mae aetatis e codicibus manuscriptis et libris impressis. Frankfurt/M.  (Nachdr. Darmstadt ) S. XV (Nr. ) (als «°, nr. » bezeichnet). – Ludwig Gerber: Die Notariatsurkunde in Frankfurt am Main im . und . Jh. Marburg , S.  (Nr. ), . – Heinrich Schreiber: Die Bibl. der ehemaligen Mainzer Kartause. Die Hss. und ihre Gesch. (Zentralbl. für Bibliothekswesen, Beih. ). Leipzig , S. . – Repertorium Germanicum. Hg. vom Dt. Hist. Inst. in Rom. Bd. IV: 

Kurverein von Bingen Verz. der in den Registern und Kameralakten Martins V. vorkommenden Personen, Kirchen und Orte des Dt. Reiches, seiner Diözesen und Territorien. –. Teilbd. . Bearb. v. Karl August Fink. Berlin  (Nachdr. Hildesheim ) S. , ; Teilbd. . Berlin , S. . – Paul Lehmann: Ma. Büchertitel. H.  (Sb. der Bayerischen Akad. der Wiss., Phil.-hist. Kl., , ). München , S. ; H.  (Sb. der Bayerischen Akad. der Wiss., Phil.-hist. Kl., , ). München , S.  f. (wieder in: Ders.: Ma. Büchertitel. In: Ders.: Erforschung des MA. Ausgewählte Abh. und Aufsätze. Bd. . Stuttgart , S. –, hier S. , ). – Ders.: Hubrilugus und Huwilogus. In: ZfdA  () S. –. BJ Kurverein von Bingen (auch: Binger Kurfürstenbund). – Erbeinung der dt. Kurfürsten vom ... Im K. v. B. schlossen sich die vier rheinischen Kurfürsten Dietrich II. von Köln (–), Konrad III. von Mainz (–), Otto von Trier (–) und Ludwig III. von der Pfalz (–) sowie die Kurfürsten Friedrich I. von Sachsen (–) und Friedrich I. von Brandenburg (–) in einer Erbeinung zusammen, d. h. sie verbanden sich in einem generationenübergreifenden Vertrag, der es den Rechtsnachfolgern der Vertragspartner ermöglichen sollte, auf eigenen Wunsch der Einung beizutreten. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war der römisch-dt. König Sigismund (–) zugleich König von Böhmen und damit auch ein Kurfürst; aufgrund der politischen Konstellation und Zielrichtung des K. v. B. war er jedoch von der Erbeinung ausgenommen. Der in zehn Artikeln gegliederte Binger Vertrag umfasst fünf inhaltliche Schwerpunkte (nach Fassung B): . Die Kurfürsten einigten sich darauf, künftig alle Streitigkeiten untereinander friedlich beizulegen; Angriffen Dritter ist mit vereinten Kräften beizukommen. . Sie beschlossen, gemeinsam gegen die vom hussitischen Böhmen ausgehenden Unruhen einzutreten. . Im Streit zwischen dem Papst und den Anhängern des Konzilarismus wollten sie mit gemeinsamen politischen Zielstellungen vorgehen. . Desgleichen vereinbarten sie, ihre Positionen in allen Belangen der Reichspolitik abzustimmen (auch gegen den Willen des römisch-dt. Königs). . Die Kurfürsten schlossen sich zur Wahrung ihrer – u. a. in der → Goldenen Bulle von  zugesicherten – 

. Hälfte . Jh. Rechte gegen jedermann zusammen (die Bulle wird namentlich nicht genannt). Der Vertrag sah unter anderem Schlichtungsverfahren im Streit zwischen den Kurfürsten und gemeinsame Tage bei feindlichen Angriffen Dritter vor. Der jährlich wechselnde Vorsitzende des Kollegs aus den Reihen der Kurfürsten hatte bei Notständen im Reich oder einem erneuten kirchlichen Schisma einen Tag zur gemeinsamen Beratung einzuberufen. Der Zusammenschluss der Kurfürsten hatte einerseits tagespolitische Hintergründe; andererseits ging es darum, adäquate Antworten auf längerfristige Entwicklungen zu nden. Vordergründig waren die Kurfürsten in Bingen zu ihrem etwa zweiwöchigen Treffen wohl aufeinandergetroffen, um im Streit zwischen zwei Kandidaten für die sächsische Kurfürstenwürde zu beraten (Markgraf Friedrich von Meißen und Herzog Erich von SachsenLauenburg; die Wahl el auf den bereits vom König nominierten Friedrich). Der Vertragstext zum K. v. B. reagierte mit seinen Beschlüssen hingegen auf die politischen Ereignisse der vorausgehenden  Jahre in der Kirchen- und Reichspolitik: Nach der Beendigung des Abendländischen Schismas (–) in der römisch-katholischen Kirche hatten sich die Fronten zwischen Anhängern des Papstes und der römischen Kurie einerseits sowie den Anhängern des Konzilsgedanken andererseits erhärtet. Im Heiligen Römischen Reich nahmen die Großen unterschiedliche Positionen ein, und auch die Kurfürsten suchten noch nach langfristigen Lösungen. Grundlegende Entscheidungen in dieser Sache wurden erst später, in der Mitte des . Jh. gefällt. Bis dahin versuchten die Kurfürsten u. a. im K. v. B. geschlossen aufzutreten und eine abschließende Entscheidung aufzuschieben bzw. Neutralität zu bewahren. Unmittelbare Kriegsgefahr ging von Böhmen aus. Dort hatten sich nach der Hinrichtung des Theologen Jan Hus () verschiedene militante Gruppierungen gebildet, die mit großem Erfolg ihre Feldzüge auf die benachbarten Herrschaften ausweiteten. Trotz umfassender Bemühungen konnte ihnen kein Einhalt geboten werden; die nach mehreren militärischen Niederlagen eingeleiteten diplomatischen Schlichtungsversuche durch Sigismund und Gerüchte von einer Entfremdung böhmischer Gebiete (das Königreich Böhmen war Teil des Heiligen Römischen Reiches) wurden durch das Kurfürstenkolleg nicht gebilligt, so dass die Kurfürsten nun selbst aktiver als zuvor gegen die 

. Hälfte . Jh. Hussiten vorgehen wollten. Dafür sollte der K. v. B. eine wichtige Voraussetzung bieten, wenn er denn tatsächlich dauerhaft zum Tragen gekommen wäre und an Ein uss gewonnen hätte. Die rheinischen Kurfürsten spielten innerhalb der Reihe der Vertragspartner die wesentliche Rolle. Wie im vorangegangenen Bopparder Vertrag vom .. und dem Mainzer Kurverein vom .. suchten sie den römisch-dt. Königen aus dem Luxemburger Haus (Wenzel [–] und Sigismund) eine weitgehend geschlossene Allianz der Kurfürsten entgegenzustellen, die es in der Vergangenheit u. a. vermochte, Wenzel als römisch-dt. König im Jahr  abzusetzen. Nachdem es dessen Bruder Sigismund zeitweilig gelungen war, insbesondere den Mainzer und Brandenburger Kurfürsten (wieder) auf seine Seite zu ziehen, bildete die erneute Initiative, die in den K. v. B. mündete, einen kurfürstlichen Triumph im Antagonismus zwischen König und Kurfürstenkolleg. Allerdings relativierten interne Meinungsverschiedenheiten zwischen den rheinischen Kurfürsten und die Annäherung des brandenburgischen und sächsischen Kurfürsten an Sigismund die Handlungsfähigkeit des K. v. B. und seiner Mitglieder. Bis  sollten weitere Kurvereine ins Leben gerufen bzw. ältere Vorbilder reaktiviert werden. Sie waren wichtiger Bestandteil und Ausdruck zähen Ringens im Widerstreit zwischen Königtum und Kurfürstenkolleg während der angestrebten Verfassungsreformen innerhalb des Heiligen Römischen Reiches im . und . Jh. Wiederbelebungen der Kurvereine im . und . Jh. verliefen im Sande. Ü: Der Vertrag zum K. v. B. ist in zwei unterschiedlichen Fassungen überliefert und lehnt sich zum Teil wörtlich an den Text des Bopparder Vertrags von  an (Dt. Reichstagsakten unter König Wenzel. . Abt. Hg. v. Julius Weizsäcker. München , S. –, Nr. ; einen Vergleich der Urkunden bietet Kerler [], S. ). Die erste Fassung richtet sich stärker als die zweite gegen den römisch-dt. König, sie übernimmt mehr Textpassagen aus der Vorlage von  wörtlich als Fassung B. Dort wird die Stoßrichtung gegen den König abgeschwächt, wobei die zweite Fassung eine Überarbeitung und Erweiterung von A darstellt. Lindner () machte aufgrund dieser und weiterer Befunde zuerst darauf aufmerksam, dass es sich bei Fassung A um den tatsächlich  in Bingen erarbeiteten Text handeln dürfte, während die andere Fassung wohl erst nach einer An

Kurverein von Bingen näherung des Kurkollegs an den König  entstanden sei; nach Lindner wäre dabei zu vernachlässigen, dass beide Texte auf den .. datieren. Heuer () widersprach diesem Vorschlag und datierte Fassung B in den Juli . Ungeachtet dieser überlieferungsmäßigen Schwierigkeiten, waren beide Fassungen durch ihre Nähe zum Text des Bopparder Vertrags eine eindeutige Erinnerung an König Wenzels Absetzung für das derzeit amtierende Reichsoberhaupt und den königlichen Bruder Sigismund. Nach Kerler () ist Fassung B nur einmal, nämlich im Düsseldorfer Staatsarchiv, überliefert; Fassung B liegt hingegen in fünf Urkunden vor, nämlich in München (Geheimes Staatsarchiv), Koblenz (Staatsarchiv), Düsseldorf (Staatsarchiv), Dresden (Hauptstaatsarchiv) und Berlin (Geheimes Staatsarchiv). A: Dietrich Kerler (Hg.): Dt. Reichstagsakten. Bd. : Dt. Reichstagsakten unter Kaiser Sigismund. . Abt. –. Gotha , S. –, Nr.  (Fassung A), Nr.  (Fassung B). – Theodor Lindner: Zur dt. Gesch. im . Jh. . Der Binger Kurverein. In: MIÖG  () S. – (Edition: S. –). – Karl Zeumer (Bearb.): Quellenslg. zur Gesch. der Dt. Reichsverfassung in MA und Neuzeit. Tübingen , S. –, Nr.  (online: Dt. Rechtswörterbuch). – Wilhelm Altmann/Ernst Bernheim (Hg.): Ausgewählte Urkunden zur Erläuterung der Verfassungsgesch. Deutschlands im MA. Berlin  (), Nr. . – Quellen zur Verfassungsgesch. des römisch-dt. Reiches im SpätMA (–). Ausgewählt und übers. von Lorenz Weinrich (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausg. ). Darmstadt , S. – (Nr. ). L: Hans Patze, LexMA  () Sp. f. – Hans-Jürgen Becker: Kurverein. In: HRG, . Lfg. () Sp. –. – Otto Heuer: Der Binger Kurverein . In: Dt. Zs. für Geschichtswiss.  () S. –. – Th. Lindner: Zum Binger Kurverein. In: ebd.  () S. –. – Erich Brandenburg: Der Binger Kurverein in seiner verfassungsgeschichtlichen Bedeutung. In: ebd.  () S. –. – Winfried Becker: Der Kurfürstenrat. Grundzüge seiner Entwicklung in der Reichsverfassung und seine Stellung auf dem Westfälischen Friedenskongreß (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Gesch. ). Münster . – Gerd Keinheyer: Kurverein und Kurkolleg. In: FS 

Wenzel von Iglau Werner Flume. Hg. v. Horst H. Jakobs. Bd. . Köln , S. –. – Christiane Mathies: Kurfürstenbund und Königtum in der Zeit der Hussitenkriege. Die kurfürstliche Politik gegen Sigmund im Kraftzentrum Mittelrhein. (Quellen und Abh. zur mittelrheinischen Kirchengesch. ). Mainz , S. –. – Sabine Wefers: Das politische System Kaiser Sigmunds (Veröff. des Inst. für Europäische Gesch. Mainz, Abt. Universalgesch. ). Stuttgart . – Jörg K. Hoensch: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit –. Darmstadt . – Claudia Garnier: Die Politik der geistlichen Kurfürsten im SpätMA im Spiegel ihrer Einungen und Verträge. Der «Mainzer Kurverein» () und der «Binger Kurverein» (). In: Erbeinungen und Erbverbrüderungen in SpätMA und Früher Neuzeit. Generationsübergreifende Verträge und Strategien im europäischen Vergleich. Hg. v. Mario Müller u. a. (Stud. zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgesch. ). Berlin , S. –. MM Schweidnitz, Andreas. – Übersetzer des → Secretum secretorum, erste Hälfte . Jh. S. stand in Beziehung zum Innsbrucker Herzoghof Friedrichs IV. von Tirol, in dessen Auftrag (und vermutlich auch in dessen näheren Umfeld) er  seine Übersetzung anfertigte. Möglicherweise ist S. mit einem schlesischen «pruder» zu identi zieren, der sich zum Sommersemester  an der Wiener Universität einschrieb. Dieser Mönch war der Sohn eines ebenfalls nicht weiter bezeugten Georg Schultheiß von Schweidnitz und könnte Franziskaner gewesen sein. Sein Artesstudium schloss der Mendikant als Magister ab. Anschließende theologischen Studien beendete er als Baccalaureus. Das pseudo-aristotelische Herrscherkompendium Secretum secretorum gestaltet der Übersetzer als dt. Prosafürstenspiegel, der seiner lat. Vorlage über die gesamte Textstrecke eng verp ichtet bleibt. Ü: Wien, Schottenkloster, Cod.  (Hübl ) r–v (Pap., –, ostmittelbair.). A: Wurms (s. Lit.) S. – (Auszüge, synoptisch mit dem lat. Text). L: Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Friedrich Wurms: Stud. zu den dt. und den lat. Prosafassungen des pseudo-aristotelischen ‹Secretum secretorum›. Diss. Hamburg , S. –. – Gerd Brinkhus: Eine bayerische Fürstenspiegelkompilation des . Jh. Unters. und 

. Hälfte . Jh. Textausg. (MTU ). Zürich/München , S. . – Regula Forster: Das Geheimnis der Geheimnisse. Die arabischen und dt. Fassungen der pseudo-aristotelischen Sirr al-asrˉar/Secretum secretorum (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –. VZ Wenzel von Iglau (auch: Wenceslaus, Wenceslas, Wenceslai; de Iglavia, di Jihlava; Václav z Jihlavy), * um / Iglau (Jihlavy), † nach / vor  Brünn (Brno). – Stadtschreiber in Olmütz (Olomouc) und Brünn, Verfasser von Stadt- und Rechtsbüchern. Der aus einer bürgerlichen Iglauer Familie stammende W. könnte in seiner Heimatstadt die Schule besucht haben.  immatrikulierte er sich an der Universität Wien. – war W. Stadtschreiber und öffentlicher Notar in Olmütz, wo er auch kaufmännisch erfolgreich tätig war und einen respektablen Wohlstand erlangte.  wechselte er auf die Stadtschreiberstelle in Brünn. Dort ist er letztmals  nachgewiesen.  erscheint seine Frau urkundlich als Witwe. W. verfasste seine Niederschriften und Bücher hauptsächlich in lat. und dt., daneben aber auch in tschechischer Sprache. Insgesamt sind vier autographe Textsammlungen überkommen. Zwar ist W.s Latein nicht immer fehlerfrei, über eine schriftstellerische Begabung verfügte er aber gleichwohl. Dass er zudem literarisch interessiert war, erweist ein vermutlich eigenhändiger Codex aus seinem Besitz, der u. a. → Petrarcas Griseldis, die → Probra mulierum und das → Carmen satiricum des → Nikolaus von Bibra enthält. In Olmütz legte W. im Auftrag des Rats  ein Copeybuch mit Korrespondenzniederschriften des Stadtrats an. Im selben Jahr erstellte er mit dem Liber memorialis civitatis Olomucensis (Gedenkbuch) eine Niederschrift von Ratsstatuten. Die Textsammlung enthält auch etliche historische Nachrichten. Rechts- und stadthistorisch am bedeutendsten von W.s überkommenen Büchern ist der Liber civitatis (auch: Wenzels [Rechts-]Buch, Codex Wenceslai, Prachtstadtbuch), den W. von  bis  geführt hat (und seine Nachfolger bis ). Neben aktuellen Ratsbeschlüssen nden sich im Liber civitatis eine umfassende Darstellung der Olmützer Rechtsgeschichte sowie Eintragungen zu geschichtlichen Ereignissen aus Olmütz und der Umgebung. Daher ist der Liber civitatis eine bedeutende Quelle zur Olmützer und nordmährischen Geschichte. Über die 

. Hälfte . Jh. von ihm dargestellten Ereignisse ist W. in der Regel gut informiert. Außerdem erweist er sich als dezidierter Gegner des Hussitentums. Aufschlussreich für W.s Selbstverständnis als Stadtschreiber sind einleitende Bemerkungen, die er den einzelnen Textabschnitten vorangestellt hat. In Brünn hat W.  das Brünner Schöffenbuch (Brünner Rechtsbuch) des → Johannes, Stadtschreiber von Brünn überarbeitet. Signi kante Neuerungen der Fassung W.s sind eine Vorrede über Rechte und P ichten der Richter, Schöffen und Notare sowie eine inseriertes dt. Reimgedicht mit  Versen (Incipit: «Ein iczlicher Schöpp sal sein gleich / und gewogen armen und reich»). Ü: Copeybuch: Olmütz, Staatsarch. (Státní okresní arch. v Olomuci, Arch. mˇesta Olomuce) Knihy, sign. . – Liber memorialis: Ebd., Knihy, sign. . – Liber civitatis: Ebd., Knihy, sign. . – Brünner Schöffenbuch: Brünn, Stadtarch. (Arch. mˇesta Brna) Ms. Nr. ; spätere Abschriften bei Oppitz (s. Lit.) Bd. , S. . A: Copeybuch: Frantiˇsek Palack´y: Urkundliche Beitr. zur Gesch. des Hussitenkrieges vom Jahre  an. Prag , Bd. , S. – passim; Bd. , S. –,  f. (Teilabdruck zusammen mit zahlreichen anderen urkundlichen Texten). – Liber civitatis: Wilhelm Saliger: Über das Olmützer Stadtbuch des W. v. I. Brünn , S. – (unvollst.). – Libuˇse Spáˇcilova/Vladimir Spáˇcil: Památná kniha Olomoucká (kodex Václav ´ z Jihlavy) z let –, . Uvod, jazykov´y rozbor nˇemeck´ych text˚u, edice, rejstˇr íky. Olmütz . L: De Boor/Newald / () S. . – Volker Honemann, VL  () Sp. –. – Emil Franz Rössler: Dt. Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren. Bd. : Die Stadtrechte von Brünn aus dem . und . Jh. Prag  (Nachdr. Aalen ) S. XLIV–XLVI. – Ferdinand Bischoff: Dt. Recht in Olmütz. Ein rechtsgeschichtliches Fragm. Olmütz , S. –. – J[ohann] Loserth: Hist. Aufzeichnungen aus der Husitenzeit des Stadtschreibers W. v. I. In: Mittheilungen des Ver. für Gesch. der Deutschen in Böhmen  () S. –. – Willibald Müller: Gesch. der kgl. Hauptstadt Olmütz von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Wien/Olmütz , S.  f., , , , , . – Saliger  (s. Ausg.). – ˇ Jindˇr ích Sebánek: Archivy zruˇsen´ych kláˇster˚u moravsk´ych a slezsk´ych. Bd.  (Publikace zemského 

Wenzel von Iglau archivu v Brnˇe. Nova ˇrada sv. ). Brünn . – Johann Kux: Gesch. der kgl. Hauptstadt Olmütz bis zum Umsturz  (Sudetendt. Stadtgeschichten ). Reichenberg/Olmütz , S. –, – u. Reg. – Ders.: Verwaltungsgesch. der Stadt Olmütz (Publ. des Olmützer Stadtarch. ). Olmütz , S. –,  f. u. Reg. – Jaroslav Dˇr ímal: Archiv mˇesta Brn. Pr˚uvodce po fondech a sbírkách. ˇ Prag , S. . – Frantiˇsek Cáda: Olomuck´y Kodex Václava z Jihlavy. In: Studie o rukopisech () S. –. – Ders.: Rukopisy mˇesta Olomuce. In: ebd. () S. –, hier S. –. – V. Spáˇcil: Poˇcátky, v´yvoj a osudy olomuck´ych mˇestsk´ych knih. In: Okresní archiv v Olomuci () S. –, hier S. –. – Ulrich-Dieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd. . Köln/ Wien , S.  f.; Bd. . Ebd. , S. . – L. Spácilová: Das Frühnhd. in der Olmützer Stadtkanzlei. Eine textsortengeschichtliche Unters. unter linguistischem Aspekt (Germanistische Arbeiten zur Sprachgesch. ) Berlin , Reg. – Miroslav Flodr: Brnˇenské mˇestské právo v období po ˇ smrti notáˇre Jana. In: Casopis Matice moravské  () S. –. – L. Spácilová: Ausgewählte Phraseologismen in den Textsorten Testament und Ehevertrag im Olmützer Kodex W.s v. I. aus den Jahren –. In: Brücken. Germanistisches Jb. NF  () S. –. – Ludmila Sulitková: V´yvoj mˇestsk´ych knih v Brnˇe ve stˇredovˇeku: v kontextu v´yvoje mˇestsk´ych knih v cˇ esk´ych zemích ˇ (Práce z Archivu Akademie vˇed Rada B/). Prag , Reg. – L. Spácilová: Die Textsorte Schlichtungsprotokoll in der Olmützer Stadtkanzlei von –. Eine textsortengeschichtliche Untersuchung. In: ZfdPh  () S. –. – M. Flodr: Brnˇenské mˇestké právo po smrti notáˇre Jana, – (Brno v minulosti a dnes ). Brünn , S.  f., . – Franz Machilek: Illuminierte Stadtrechtsbücher des . bis . Jh. aus Mähren. In: Künstlerische Wechselwirkungen in Mitteleuropa. Hg. v. Jiˇr í Fajt/Markus Hörsch (Studia Jagellonica Lipsiensia ). Ost ldern , S. –, passim. – Klaus Wolf: Hof – Univ. – Laien. Literaturund sprachgeschichtliche Unters. zum dt. Schrifttum der Wiener Schule des SpätMA (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. . – Repertorium fontium historiae medii aevi , () S. . – V. Honemann: Das Bild der Gerechtigkeit im Rechtsbuch des Johannes Rothe/Johannes Purgoldt und seine Tradition. In: Dichtung und Didaxe. Lehrhaftes Sprechen in der dt. 

Amelung Lit. des MA. Hg. v. Henrike Lähnemann/Sandra Linden. Berlin/New York , S. –, hier S.  f. – Marie Bláhová: Wenceslas of Jihlava. In: Encyclopedia of Medieval Chronicle  () S.  f. – F. Machilek: Illuminierte Stadtrechtsbücher des . bis . Jh. aus Brünn, Iglau, Olmütz und Zain als Zeugnisse städtisch-autonomen Bewusstseins und mährischen Landesbewusstseins. In: Gesch. – Erinnerung – Selbstidenti kation. Die schriftliche Kultur in den Ländern der Böhmischen Krone im .–. Jh. Hg. v. Lenka Bobková u. a. (Korunní zemˇe v dˇejinách cˇ eského státu. Sborník pˇr íspˇevk˚u pˇrednesen´ych na kolokviu ). Prag , S. –. – Vlastimil Brom: Zwei Brünner Fassungen der Belehrungen für illiterate Schöffen: «Pro eruditione juratorum illiteratorum». In: Brünner Beitr. zur Germanistik und Nordistik  () S. –. VZ Vom Abschreiben deutscher Bücher. – Didaktischer Kurztraktat, erste Hälfte . Jh. Die Lehrschrift gibt Anweisungen für das Kopieren von «teutschen buch». Intention des unbekannten Verfassers ist es, die Verfälschung volkssprachiger Texte durch den Abschreibprozess zu vermeiden, da die dt. Sprache im Gegensatz zum Lateinischen schriftsprachlich variabel sei und keine genormte Rechtschreibung aufweise: «Vnd darvmb so schreibt sie yetlicher nach seinem haubt vnd nach seinem dorff als er kan.» Der Anonymus fürchtet ferner die mangelnde Bildung der Schreiber. Er mahnt nachdrücklich, von eigenmächtigen Veränderungen abzusehen und womöglich schon die Vorlagen von einem Sachkundigen «corrigiren vnd auch pessern» zu lassen. Der monastische Ursprung des Traktats, klösterliche Schreiber und Schreiberinnen als seine Adressaten und die Gebrauchsfunktion in Skriptorien sind evident. Die Überlieferung spricht für einen dominikanischen Verfasser. Abel geht von einer zisterziensischen Provenienz aus. Der kulturgeschichtliche Kontext der kurzen Schrift ist in der Wiederbelebung der Schreibtätigkeit in den Predigerkonventen im Zuge der dominikanischen Ordensreform zu sehen. Die These, Barbara Prucklerin, die dem Nürnberger Katharinenkloster einen Codex mit dem Traktat geschenkt hat (Nürnberg, StB, Cod. Cent. VI, ), sei auch dessen Verfasserin (Hamburger [s. Lit.]), ist abwegig. Ü: Nürnberg, StB, Cod. Cent. IV, , v–r (Pap., erste Hälfte . Jh., nürnbergisch). – Ebd., Cod. Cent. VI, , v–r (Pap., 

. Hälfte . Jh. Mitte . Jh., nürnbergisch). – Wien, Schottenstift, Arch., Hs.  (Hübl ) rv (Pap., / , bair.-österr.). – Oettingen, Fürstl. OettingenSpielbergsche Bibl., Hs. , r–r (Pap., / , ostschwäbisch). – Das Überlieferungsumfeld des Traktats ist dominikanisch geprägt: Die Nürnberger Hss. stammen aus dem dortigen Katharinenkloster und die mitüberlieferten Texte in allen Codices sind oftmals dominkanischen Ursprungs (Johannes → Niders  goldene Harfen, Heinrich → Seuses Büchlein der ewigen Weisheit, → Paradisus animae [Ps.-→ Albertus Magnus]). A: Edward Schröder: V. A. d. B. In: ZfdA  () S. ,  (Cod. Cent. VI, ). – Wolfgang Stammler: Prosa der dt. Gotik. Eine Stilgesch. in Texten (Literarhist. Bibl. ). Berlin , S. ,  (Nr. ) (nach Schröder; Nachdr. bei Gerhardt und Hamburger [s. jeweils Lit.]). – Abel (s. Lit.) S.  f. Anm.  (nach Cod. Cent. IV, ). L: Werner Williams-Krapp: Ordensreform und Lit. im . Jh. In: JOWG  (/) S. –, hier S. . – Christoph Gerhardt: Einige Fragen der Textkritik am Beispiel des Liedes ‹Willehalm von Orlens› (). In: Editio  () S. –, hier S.  f. mit Anm. . – Ursula Will: Der verschriftlichte Vortragsvers. Unters. zur Metrik dreier Überl. der ‹Goldenen Schmiede› Konrads von Würzburg (Erlanger Stud. ). Erlangen , S. –. – W. Williams-Krapp: Die überlieferungsgeschichtliche Methode. Rückblick und Ausblick. In: Internationales Arch. für Sozialgesch. der dt. Lit. / () S. –, hier S. . – MarieLuise Ehrenschwendtner: Die Bildung der Dominikanerinnen in Süddeutschland vom . bis . Jh. (Contubernium ). Stuttgart , S.  f. – Jeffrey F. Hamburger: Rewriting History. The Visual and the Vernacular in Late Medieval History Bibles. In: Retextualisierung in der ma. Lit. Hg. v. Joachim Bumke/Ursula Peters (ZfdPh, Sonderh. ). Berlin , S. –, hier S.  Anm. . – Stefan Abel: Johannes Nider. ‹Die vierundzwanzig goldenen Harfen›. Edition und Komm. (SpätMA, Humanismus, Reformation ). Tübingen , S.  f. VZ Amelung, Nikolaus. – Verfasser eines Registers zum Landrecht des Sachsenspiegels, . Jh. Eine in Halle aufbewahrte Handschrift enthält ein Register zum Landrecht des Sachsenspiegels (→ Eike von Repgow). Im gleichen Codex wird das Register einem Pater N. A. aus Werben an der 

. Hälfte . Jh. Elbe zugeschrieben. Die Identität A.s ist unsicher. Ein gleichnamiger A. erscheint  in den Matrikeln der Universität Rostock, wo er zum Baccalaureus promoviert wurde. Zur gleichen Zeit lebte in Neisse (Nysa) ein gleichnamiger Kirchenvorsteher, der  Bürgermeister wurde und  starb. Dieser A. könnte das Register als junger Mann angelegt haben. Ü: Halle, ULB, Ye Nr.  F.,  (Reg. auf Bll. –) (Pap., erste Hälfte . Jh., mitteldt.). – Vgl. auch Carl Gustav Homeyer: Die dt. Rechtsbücher des MA und ihre Hss. Berlin , S.  f. (Nr. ). – Ulrich-Dieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd. . Köln/Wien , S. . L: Helgard Ulmschneider, VL  () Sp. . – August Müller: Neisser Kultstätten. In: Arch. für schlesische Kirchengesch.  () S. –. – Die Matrikel der Univ. Rostock . Hg. v. Adolf Hofmeister. Rostock  (Nachdr. Nendeln ) S.  f. MM Pseudo-Apuleius (auch: Apuleius Platonicus, Apuleius Barbarus). – Verfasser eines Kräuterbuchs (. Jh.), Übersetzungen ins Deutsche seit der ersten Hälfte des . Jh. Aus dem . Jh. ist ein lat. Kräuterbuch überliefert, das u. a. als Herbarium Apulei, Herbarius oder De herbarum virtutibus große Verbreitung erlangte. Der ursprüngliche Verfasser ist unbekannt. Noch in der Spätantike galt der im . Jh. lebende Apuleius von Madaura als Autor des Werks. Heute wird das Herbar jedoch allgemein auf das . Jh. datiert. Der Text beruht möglicherweise auf einer griechischen Vorlage. Zahlreiche illustrierte Handschriften seit dem . Jh. sowie Drucke seit etwa  sind bekannt. Das Herbar des Ps.-A. ist häu g mit De → vettonica herba, De herbis femininis und Werken des Sextus → Placitus überliefert. Der Umfang des Herbars schwankt in den verschiedenen Textzeugen. Meist umfasst der Text  bis  Kapitel. Jedes Kapitel ist einer P anze gewidmet, die zunächst in einer Abbildung dargestellt wird. Darauf folgen gebräuchliche Bezeichnungen, typische Fundorte und Sammelzeiten der jeweiligen P anzen. Auch die Heilwirkung der Gewächse wird erläutert und teilweise um Rezepte ergänzt. In manchen Fällen kommen Gebete und Beschwörungs- bzw. Zauberformeln hinzu. Inhaltlich steht das Herbar in der Tradition 

Pseudo-Apuleius der Materia medica des Dioskurides und der Naturgeschichte des Plinius. Die Popularität des Herbars zeigt sich in seiner reichen Streuüberlieferung und breiten Wirkung, die übrigens auch von seinen Illustrationen ausging. Die Forschung hat u. a. eine Rezeption des Herbars in der → Circa instans (sog. Secreta-salernitana-Fassung A) und im Gart der Gesundheit (Johann → Wonnecke) nachgewiesen. → Wolfram von Eschenbach übernahm im Parzival die Namen von Schlangen aus dem Herbar des Ps.-A. Neben angelsächsischen entstanden dt. Übersetzungen des Werks. Diese sind in drei Handschriften seit der ersten Hälfte des . Jh. nachgewiesen, außerdem verstreut in anderen Werken wie dem → Wolfenbütteler Arzneibuch. Die Forschung unterscheidet zwei bairisch-österreichische Fassungen des dt. Textes: Die als lückenhaft geltende Fassung in Handschrift D wurde wahrscheinlich von einem Schreiber ohne medizinische Fachkenntnisse übersetzt. Die in den Handschriften S und W erhaltene Fassung wird auf die gleiche Vorlage zurückgeführt. Man nimmt jedoch einen Übersetzer mit zumindest rudimentärer Kenntnis medizinischer Terminologie an. Insgesamt blieb die Wirkung des dt. Textes deutlich hinter der Popularität der lat. Fassungen zurück. Ü (dt.): S: Salzburg, Stiftsbibl. St. Peter, cod. a VI , r–r (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.-österr.). – D: Debrecen, Großbibl. des Reformierten Kirchendistrikts, cod. R. , – (Perg., Mitte des . Jh., bair.-österr.). – W: Wien, ÖNB, cod. , va–va (Pap., um , bair.österr.). – Zur dt. Überl. vgl. Keil  (s. Lit.) sowie http://www.handschriftencensus.de/, http://www.handschriftencensus.de/, http:// www.handschriftencensus.de/. – Lat. Überl. mit  Hss. bei Grape-Albers  (s. Lit.). D: Lat. Erstdruck: [Rom: Johannes Philipp von Lignamine, um –] (GW ; vgl. auch Baumann  [s. Lit.]). – Weitere Drucke bei bei Grape-Albers  (s. Lit.). A: Antonii Musae de Herba Vettonica Liber. Pseudoapulei Herbarius. Anonymi de Taxone Liber. Sexti Placiti Liber Medicinae ex Animalibus. Hg. v. Ernst Howald/Henry E. Sigerist. Leipzig u. a. , S. –. – The Herbal of Ps.-A. From the Ninth-Century Manuscript in the Abbey of Monte Cassino Together with the First Printed Edition of Joh. Phil. de Lignamine Both in Facsimile. Hg. v. Friedrich Wilhelm Theodor Hunger. 

Anthimus Leiden  (lat.). – Herbarium Apulei. Hg. v. Erminio Caprotti.  Bde. Mailand  (lat.). – Antike Medizin. Die medizinische Sammelhs. Cod. Vindobonensis  in lat. und dt. Sprache. Hg. v. Hans Zotter. Graz  (lat.). – Online-Faks. von GW : http://daten.digitale-sammlungen.de. – Weitere und ältere Ausg. bei Keil  (s. Lit.). Ü: Zotter  (s. Ausg.). L: Irmgard Müller, LexMA  () Sp. . – Gundolf Keil, VL  () Sp. –. – Richard Reitzenstein: Zum Asclepius des Ps.-A. In: Arch. für Religionswiss.  () S. –. – Paul Diepgen: Zur Tradition des P. In: Janus  () S. –, –. – Erhard Landgraf: Ein frühma. Botanicus. Leipzig , S. –. – Hermann Fischer: Ma. P anzenkunde. München  (Nachdr. Hildesheim ) S. –. – Helmut-Johannes Lorenz: ‹Si mulier obticuerit.› Ein Hysterierezept des Ps.-A. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Veit Scherer: Die ‹Epistula de ventris vel viscerum›. Ein Beitr. zur Gesch. des Galenismus im frühen MA. Diss. Berlin . – Heide Grape-Albers: Spätantike Bilder aus der Welt des Arztes. Medizinische Bilderhss. der Spätantike und ihre ma. Überl. Wiesbaden , passim. – Linda Voigts: The Signi cance of the Name Apuleius to the ‹Herbarium Apulei›. In: Bulletin of the History of Medicine  () S. –. – Guy Sabbah u. a.: Bibliogr. des Textes Médicaux Latins. Antiquité et Haut Moyen Age. Saint-Etienne , S. –. – Nigel F. Palmer/Klaus Speckenbach: Träume und Kräuter. Stud. zur Petroneller ‹Circa instans›-Hs. und zu den dt. Traumbüchern des MA. Köln , S. . – Arthur Groos: Wolframs Schlangenliste (Parzival ) und Ps.-A. In: Licht der Natur. Medizin in Fachlit. und Dichtung. FS G. Keil. Hg. v. Josef Domes (GAG ). Göppingen , S. –. – José Fortes: Hispanische P anzennamen im Pseudo-Dioskurides und Ps.-A. In: Glotta  (/) S. –. – Frank Henning: ‹De Vettonica Herba› dt. Der Batungentraktat in südostdt. Überl. des SpätMA. Bd. . Diss. Würzburg , S. ; Bd. , ebd. , S. –. – Michael Freyer: Gesch. des medizinisch-naturkundlichen Lehrbuchbildes im Rahmen der Unterrichtsentwicklung. Fürth , S. –. – Arsenio Ferraces Rodríguez: Las Curae Herbarum y las Interpolaciones Dioscorideas en el Herbario del Pseudo-Apuleyo. In: Euphrosyne NS  () S. –. – Ulrich Stoll: Ps.-A. In: Enzyklopädie Medizingesch. 

. Hälfte . Jh. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Brigitte und Helmut Baumann: Die Mainzer Kräuterbuch-Inkunabeln ‹Herbarius Moguntinus› (), ‹Gart der Gesundheit› (), ‹Hortus Sanitatis› (). Wissenschaftshist. Unters. der drei Prototypen botanisch-medizinischer Lit. des SpätMA, unter Berücksichtigung der Vorläufer [...] ‹Pseudo-Apuleius-Platonicus› (/) [...]. Stuttgart , S. –. MM Anthimus. – Verfasser eines diätetischen Lehrbriefs (im . Jh. ins Deutsche übersetzt). A.s Biographie ist auf der Grundlage eigener und bei Malchus von Philadelphia vorhandener Äußerungen nur annähernd zu rekonstruieren. Danach war A. im . Jh. zunächst Leibarzt unter dem byzantinischen Kaiser Zenon in Konstantinopel. Da A. mit Theoderich Strabo und den Ostgoten in brie ichem Kontakt stand, wurde er / als Verräter verbannt. Anschließend suchte er möglicherweise bei Theoderich Strabo Schutz. Über A.s weiteres Leben bestehen divergierende Thesen. Er könnte in Ravenna in den Diensten Theoderichs des Großen gestanden haben. Nach einer anderen Forschungsmeinung kehrte A. unter Kaiser Anastasius zwischen  und  nach Konstantinopel zurück. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit wurde er offenbar auch als Gesandter eingesetzt. So unternahm er nach eigenen Angaben eine diplomatische Mission zum fränkischen König Theuderich I. Einziges überliefertes Werk A.s ist De observatione ciborum, ein Lehrbrief über zahlreiche Nahrungsmittel. Der mit einer Vorrede versehene Text behandelt in  Abschnitten vor allem Speisen, darunter Brot, Fleisch, Ge ügel, Fisch, Innereien, Pilze, Obst und Gemüse. Getränke spielen eine untergeordnete Rolle; im Mittelpunkt stehen Bier, Met und Wermut. A. ermahnt den Leser dabei zur Mäßigung bei Essen und Trinken. Das Werk verrät A.s Kenntnisse fränkischer und gotischer Essgebräuche sowie einschlägiger Literatur. In De observatione ciborum sind Anspielungen auf griechische Medizinschriften und Autoren wie Apicius, Galenos und Oribasius nachgewiesen worden. De observatione ciborum ist zwar in lat. Sprache geschrieben, enthält aber auch griechische und gotische Begriffe. Nach heutiger Kenntnis dürfte A. gute Griechischkenntnisse besessen haben. A.s Latein gilt hingegen als qualitativ schlechter. Wie die Forschung vermutet hat, wurde das Werk vielleicht auf Theuderichs 

. Hälfte . Jh. Anregung geschrieben, um den König mit römischen Ess- und Trinksitten vertraut zu machen. Der Text enthält zugleich Zugeständnisse an den merowingischen Geschmack. Von Bedeutung ist De observatione ciborum u. a. als frühester Nachweis mancher lat. Namen von Nahrungsmitteln, etwa «tufera» und «nauprida». A.s Werk ist in zwei bairisch-österreichischen Handschriften ab der ersten Hälfte des . Jh. auch in dt. Sprache erhalten. Die mit → PseudoApuleius und dem sog. Batungentraktat (De → vettonica herba) überlieferte Übertragung gilt als selbstständig und zugleich genau. Ü: . Lat. Hss.: Neun Hss. des . bis . Jh. Als früheste bekannte Hs. gilt das Lorscher Arzneibuch: B: Bamberg, SB, Msc. med.  (früher L.III.), r–v (Perg., um spätes . Jh., lat.). – Verz. in Liechtenhan  (s. Ausg.) S. XI–XXIV. . Dt. Hss.: S: Salzburg, Stiftsbibl. St. Peter, cod. a VI , r–r (Pap., erste Hälfte . Jh., bair.österr.). – W: Wien, ÖNB, cod. , va–rb (Pap., , bair.-österr.). – Zur dt. Überl. vgl. Hermann Menhardt: Verz. der altdt. literarischen Hss. der ÖNB . Berlin , S. –. – Keil  (s. Lit.). – Caparrini  (s. Ausg.). – http:// www.handschriftencensus.de/werke/. A: . Lat. Text: Anthimi De Observatione Ciborum Epistula ad Theudericum Regem Francorum. Hg. v. Valentinus Rose. Leipzig . – Anthimi de Observatione Ciborum ad Theodoricum Regem Francorum Epistula. Hg. v. Eduard Liechtenhan. Berlin  (zuerst ). – Das Lorscher Arzneibuch. Hg. v. Gundolf Keil.  Bde. Stuttgart . – Brief des erlauchten A. an Theoderich, den König der Franken. De Observatione Ciborum ad Theodoricum Regem Francorum Epistula. Auszug aus dem Lorscher Arzneibuch. Übersetzung der Hss. Msc. Med.  der Staatsbibl. Bamberg. Hg. v. Ulrich Stoll. Stuttgart  (lat.-dt.). – U. Stoll: Das ‹Lorscher Arzneibuch›. Ein medizinisches Kompendium des . Jh. Text, Übersetzung und Fachglossar. Stuttgart , S. –. – De Obseruatione Ciborum. On the Observance of Foods. Hg. v. Mark Grant. Devon  (lat.-engl.). – OnlineFaks. der lat. Hs. B: http://www.nbn-resolving.de/ urn:nbn:de:bvb:-dtl-. . Dt. Text: Adamson  (s. Lit.). – Marialuisa Caparrini: Die dt. Bearb. der ‹Epistula Anthimi de Observatione Ciborum›. Edition und Komm. (GAG ). Göppingen . 

Anthimus Ü: Grant  (s. Ausg.). – Stoll  (s. Ausg.). – Stoll  (s. Ausg.). L: Gerhard Baader, LexMA  () Sp. . – G. Keil, VL  () Sp. –. – Nardus Groen: Lexicon Anthimeum. Amsterdam . – Carl Deroux: Des Traces Inconnues de la ‹Diététique› d’Anthime dans un Manuscrit du Vatican (Reg. Lat. ). In: Latomus  () S. –. – Ders.: Les Interpolations d’une Version Latine du Livre II du Peri Diaites PseudoHippocratique dans le ‹Diététique› d’Anthime. In: ebd.  () S. –. – Ders.: Alimentation et Médecine dans la ‹Diététique› d’Anthime. In: Voeding en Geneeskunde. Acten van het Colloquium, Brussel, ... Hg. v. Ria JansenSieben. Brüssel , S. –. – Christina Herbst: A. Eine Diätetik aus dem sechsten Jh. Einf. und sprachlicher Komm. Diss. Salzburg . – Melitta Weiss Adamson: Medieval Dietetics. Food and Drink in Regimen Sanitatis Literature from  to . Frankfurt/M. , S. – u. ö. – Guy Serbat: Quelques Traits d’Oralité chez Anthime, ‹De Observatione Ciborum›. In: Les Structures de l’Oralite en Latin. Colloque du Centre Alfred Ernout, Université de Paris IV, ,  et  Juin . Hg. v. Jacqueline Dangel/Claude Moussy. Paris , S. –. – C. Deroux: Anthime et les Tourterelles. Un Cas d’Intoxication Alimentaire au Très Haut Moyen Âge. In: Maladie et Maladies dans les Textes Latins Antiques et Médiévaux. Hg. v. dems. Brüssel , S. –. – Gerold Hayer: Konrad von Megenberg, ‹Das Buch der Natur›. Unters. zu seiner Text- und Überlieferungsgesch. (MTU ). Tübingen , S. , . – Paola Paolucci: Su una Recente ‹Riedizione› di A. In: Giornale Italiano di Filologia  () S. –. – Dies.: Pro lo di una Dietetica Tardoantica. Saggio sull’‹Epistula Anthimi de Observatione Ciborum ad Theodoricum Regem Francorum›. Neapel . – C. Deroux: Anthime, un Médecin Gourmet du Début des Temps Mérovingiens. In: Revue Belge de Philologie et d’Histoire  () S. –. – Liliane Plouvier: L’Alimentation Carnée au Haut Moyen Âge d’après le ‹De Observatione Ciborum› d’Anthime et les ‹Excerpta› de Vinidarius. In: ebd., S. –. – Andrew Kenneth Dalby: A. In: Ders.: Food in the Ancient World from A to Z. London u. a. , S.  f. – Yitzhak Hen: Food and Drink in Merovingian Gaul. In: Tätigkeitsfelder und Erfahrungshorizonte des ländlichen Menschen in der frühma. Grundherrschaft (bis ca. 

Documenta Aristotilis ad Alexandrum Magnum ). FS Dieter Hägermann. Hg. v. Brigitte Kasten. München , S. –. – M. Caparrini: La Rielaborazione in Tedesco dell ‹Epistola Anthimi de Observatione Ciborum›. In: Letture di Testi Tedeschi Medioevali. VIII Seminario Avanzato in Filologia Germanica. Hg. v. Vittoria Dolcetti Corazza. Alessandria , S. –. MM Documenta Aristotilis ad Alexandrum Magnum (auch: D. Aristotelis ad A. M.). – Didaktische Spruchsammlung; dt. Bearbeitungen ab der ersten Hälfte . Jh. Die ursprünglich lat. D. A. zählen zur pseudoaristotelischen Literatur des MA. Der anonyme Text enthält je nach Fassung rund  bis  Sprüche, die meist nur aus wenigen Worten bestehen und als Ratschläge des Aristoteles an Alexander den Großen präsentiert werden. Die Sprüche vermitteln überwiegend Verhaltensregeln allgemeiner oder moralischer Art. So raten sie zu Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit und Verschwiegenheit, warnen vor Alkoholkonsum und Leichtgläubigkeit. Auch soll der Herrscher nicht in Zorn verfallen. Zugleich wird er ermahnt, seiner eigenen Sterblichkeit zu gedenken und Feinden nicht zu vertrauen. Im engeren Sinne politisch ist nur die Aufforderung, Kriege zu vermeiden. Die Herkunft der Sprüche ist ungeklärt. Die Forschung hat die D. A. verschiedentlich auf die sog. Sprüche der sieben Weisen (um . Jh. v. Chr.) zurückgeführt, aber auch Bezüge zur Tradition des → Secretum secretorum hergestellt. Eine Rezeption der D. A. ist vor allem in zahlreichen Handschriften des . Jh. nachgewiesen, etwa bei Ulrich Gossembrot und anderen Humanisten. Die Spruchsammlung erfuhr ab der ersten Hälfte des . Jh. mehrere dt. Bearbeitungen in Prosa und Versen. Neben anonymen Übersetzungen sind auch Texte bekannter Autoren erhalten. So nahm → Johannes von Indersdorf die D. A. in seine Fürstenlehren (–) auf. Dort bilden die Sprüche den ersten Teil der sog. Aristoteleslehre, die zudem Auszüge aus dem Secretum secretorum enthält. Eine weitere, eigenständige dt. Prosafassung der D. A. ndet sich im Liederbuch der Clara → Hätzlerin von / («Die nachgeschrieben Lehr gab Aristotiles küng Allexandro»). Die Forschung unterscheidet außerdem zwei Versfassungen der D. A. Die A-Fassung stammt von ca.  und gibt die Sprüche in  unpräzisen Paarreimen wieder. Die ab etwa  belegte B-Fassung weist 

. Hälfte . Jh.

mehr als den doppelten Umfang auf, verzichtet aber auf die Erwähnung von Aristoteles und Alexander. Stattdessen werden die Ratschläge der D. A. hier als allgemeine menschliche Lehren präsentiert. In → Bollstatters Spruchsammlung erscheinen die Ratschläge als Reimpaarsprüche. Ü: Lat. und dt. Fassungen der D. A. sind in mehr als  Hss. nachgewiesen. – Umfassende Angaben zur Überlieferung u. a. bei Wurms  und Gärtner  (beide s. Lit.). – Ausgewählte Hss.: . Lat. Text: Bern, Burgerbibl., cod. , v (Pap., . Jh.). – . Dt. Prosafassungen: Wolfenbüttel, HAB, cod. Guelf.  Aug. °, r–r (Pap., um ). – London, University College, MS. Germ.  (früher Cheltenham, Biblioteca Phillippica, Ms. ), v (Pap., , mittelfränkisch). – Cambridge/MA, Univ. Harvard, College/Houghton Library, Ms. Ger. , v (Pap., um –, obd.-ostschwäbisch). – Prag, Nationalmuseum, cod. X A , v (Pap., Augsburg, / , Liederbuch der Clara Hätzlerin). – Vgl. zudem die Überlieferung zu Johannes von Indersdorf. – . Dt. Versfassung A: Wolfenbüttel, HAB, cod. .. Aug. °, va–vb (Perg. und Pap., Nürnberg [?], um , nordbair.). – . Dt. Versfassung B: München, BSB, cgm , v–v (Pap., um , ostschwäbisch). – London, British Library, MS Add. , r–v (Pap., /, ostschwäbisch, sog. Bollstatters Spruchslg.). – Nürnberg, Germ. Nationalmuseum, Hs. Merkel ° , r (Pap., –, Autograph des Valentin Holl). Vgl. Wenzel online (s. Ausg.). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/ . – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: . Lat.: Selmer b (s. Lit.). – Selmer  (s. Lit.). . Dt. Prosa: Selmer  (s. Lit.). – Liederbuch der Clara Hätzlerin. Hg. v. Carl Haltaus. Quedlinburg/Leipzig  (Neudr. Berlin ) S. LXIX f. (Nr. ). – Online-Faks. der Hs. Ms. Ger. : http://nrs.harvard.edu/urn:FHCL.HOUGH:. – Vgl. auch die Ausg. zu Johannes von Indersdorf. . Dt. Versfassung A: Kleinere mhd. Erzählungen, Fabeln und Lehrgedichte. Bd. : Die Wolfenbüttler Hs. . . Aug. . Hg. v. Karl Euling (DTM ). Berlin , S. . – Kathrin Wenzel: Wolfenbüttel, HAB, Cod. .. Aug. °. In: Repertorium der 

. Hälfte . Jh. ma. Autoritäten, Nr. , www.uni-bielefeld.de/ lili/forschung/projekte/bra/Wo.html. . Dt. Versfassung B: Online-Faks. v. Hs. cgm : http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:bsb–. L: Vgl. auch die Lit. zu Johannes von Indersdorf. – Kurt Gärtner, VL  () Sp.  f.;  () Sp. . – Carl Selmer: An Unpublished Collection of Pseudo-Aristotelian ‹Paroimiai›. In: Speculum  (a) S. –. – Ders.: A Latin Collection of Pseudo-Aristotelian ‹Paroimiai› and Its Relation to the ‹Sayings of the Seven Sages›. In: Philological Quarterly  (b) S. –. – Ders.: Eine spätmhd. und lat. pseudoaristotelische Spruchslg. In: PMLA  () S. –. – Ders.: An Unpublished MHG Version of PseudoAristotelian Proverbs. In: Modern Language Notes  () S. –. – Ders.: An Unnoticed Version of Pseudo-Aristotelian Proverbs. In: Publ. of the Modern Language Association of America  () S.  f. – Ders.: An Unnoticed Middle Bavarian Prose Version of Pseudo-Aristotelian Proverbs. In: Modern Language Notes  () S.  f. – Ders.: An Unpublished Middle Low German Version of Pseudo-Aristotelian Proverbs. In: Publ. of the Modern Language Association of America  () S. –. – Ders.: A Metrical MHG Version of Pseudo-Aristotelian Proverbs. In: Mediaeval Studies  () S. –. – Friedrich Wurms: Stud. zu den dt. und den lat. Prosafassungen des pseudo-aristotelischen ‹Secretum secretorum›. Diss. Hamburg, , S. –. – Regula Forster: Das Geheimnis der Geheimnisse. Die arabischen und dt. Fassungen des pseudoaristotelischen ‹Sirr al-asˉar›/‹Secretum secretorum› (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. , –. MM Meister Hans («des von wirtenberg koch»). – Koch, Kompilator eines Kochbuchs, erste Hälfte . Jh. M. H. ist nur als Autor eines in Handschrift B unikal überlieferten dt. Kochbuchs sicher nachweisbar. Der  fertiggestellte Kodex ist eine Abschrift, M. H. könnte also auch schon früher gelebt haben. In B wird er als Koch «des von wirtenberg» bezeichnet, was möglicherweise auf eine entsprechende Tätigkeit für einen Grafen von Württemberg hindeutet. Auch die Exklusivität der in den Rezepten verwendeten Zutaten weist in diese Richtung. In den grä ichen Dienerbüchern von 

Meister Hans um / ist an zwei Stellen ein gleichnamiger Koch nachweisbar. Dort ist er u. a. als «Hanns von wirtemberg ein koch» geführt, was an die Bezeichnung in B erinnert. Sollte dieser Koch mit M. H. identisch gewesen sein, dann stand er wahrscheinlich im Dienst Graf Ulrichs V. (–). Danach wurde er wohl von dessen Sohn und Nachfolger Eberhard (–) weiterbeschäftigt. Das Kochbuch bietet hunderte Rezepte für ein breites Spektrum von Gerichten, das von Beilagen (z. B. Saucen) bis zu repräsentativen Schaugerichten reicht. Neben allgemein verfügbaren Naturprodukten wie Eiern und Milch kommen hochwertige und damals sehr teure Zutaten zum Einsatz, die auf den Gebrauch in einer Adelsküche verweisen. Dazu zählen Tiere wie Reiher und Otter, aber auch exklusive Gewürze (etwa Safran) und ausländisches Obst (z. B. Feigen). Das Kochbuch enthält daneben regionale Rezepte aus dem süddt. Raum, u. a. für Hanf- und Hirsegerichte. Weiterhin wurden welsche und rheinische Gerichte aufgenommen. Besondere Planung und teils großen Aufwand erfordern die von M. H. beschriebenen Schaugerichte. Darunter sind mit Kornblumen blau eingefärbte Milch, ein brennender Schweinskopf und ein Riesenei aus zwei unterschiedlich großen Schweinsblasen. Der das Kochbuch abschließende, essbare Tiergarten mit Burg und Menschen guren gilt jedoch als zu aufwändig, um tatsächlich hergestellt zu werden. Die Rezepte berücksichtigen auch saisonale Besonderheiten. So weist das Kochbuch etwa spezielle Gerichte für die Fastenzeit auf. Daneben hat die Forschung jedoch keine durchgängigen Ordnungsprinzipien in der Sammlung feststellen können. Die eigentlichen Kochrezepte werden durch Anweisungen zur Konservierung von Lebensmitteln ergänzt (u. a. Einlegen in Salzlake). Hinzu kommen Rezepte und Empfehlungen aus anderen Bereichen: Rezepte für Farben, Tinten und Blattgold sowie zur Bekämpfung von Schädlingen; Anweisungen für das Färben von Tuch und die Herstellung von Leder; magisch-alchemistische Stücke, etwa für das Weichkochen von Steinen; eine dt. Bearbeitung des Branntweintraktats von → Taddeo (degli) Alderotti; ein Scherzrezept für eine aus Hosenträgern gemachte Sülze. Die genaue Herkunft der von M. H. gesammelten Rezepte ist nicht abschließend erforscht, doch dürften sie zum großen Teil nicht von ihm selbst stammen. Vielmehr werden sie einem bairischen Textkorpus zugerechnet, 

Eberhart von Landshut das auch in anderen Handschriften präsent ist. Vor allem die Handschriften H und W überliefern zahlreiche Rezepte parallel. Die Forschung geht daher von mindestens einer älteren Sammlung aus, auf die auch M. H. zurückgriff. Trotz seines letztlich kompilatorischen Charakters ist das Kochbuch des M. H. aber von Bedeutung: Es zählt zu den wenigen selbstständig überlieferten Werken seiner Art aus der damaligen Zeit, bietet ein reiches Rezeptkorpus und erlaubt Rückschlüsse auf die adlige Küche des späten Mittelalters. Ü: B: Basel, UB, cod. AN V , r–v (Pap., , bair.-alemannisch). – Verwandte Rezeptsammlungen mit zahlreichen Überscheidungen in: H: Heidelberg, UB, cpg , r–r (Pap., . Jh., schwäbisch). – W: Wolfenbüttel, HAB, cod. . Aug. °, r–v (Pap., . Jh., mittelbairisch). Vgl. u. a. Ehlert, Indikatoren,  (s. Lit.). – Honold  (s. Lit.). – www.handschriftencensus. de/. A: Wackernagel  (Teilausg.). – Ehlert  (s. Lit., mit Faks.). L: Ehrismann ,, () S. . – Volker Zimmermann/Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Wilhelm Wackernagel: Kochbuch von Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch. In: ZfdA  () S. –. – G. Keil: Der dt. Branntweintraktat des MA. Texte und Quellenunters. In: Centaurus  (/) S. –, hier S. . – Anita Feyl: Das Kochbuch Meister Eberhards. Diss. Freiburg i. Br. , S. . – Hans Wiswe/Eva Hepp: Kulturgesch. der Kochkunst. Kochbücher und Rezepte aus zwei Jahrtausenden. München , S. , , , ,  f., , , , , , . – Peter Assion: Altdt. Fachlit. Berlin , S. . – Christa Baufeld: Ma. Speisekultur. Eine Darstellung anhand von Denkmälern der Arteslit. In: JOWG  (/) S. –. – Maister Hannsen des von wirtenberg koch. Transkription, Übers., Glossar und kulturhist. Komm. Hg. v. Trude Ehlert. Frankfurt/M. . – Dies.: Das Reichenauer Kochbuch aus der Badischen LB. Edition und Komm. In: Mediaevistik  () S. –. – Dies.: Regionalität und nachbarlicher Ein uß in der dt. Rezeptlit. des ausgehenden MA. In: Essen und kulturelle Identität. Europäische Perspektiven. Hg. v. Hans Jürgen Teuteberg u. a. Berlin , S. –. – T. Ehlert: Indikatoren für Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der deutschsprachigen Fachlit. am Beispiel der Kochbuchüberl. In: 

. Hälfte . Jh. ‹Durch aubenteuer muess man wagen vil›. FS Anton Schwob. Hg. v. Wernfried Hofmeister. Innsbruck , S. –. – Thomas Gloning: ‹Umerdum›. Bemerkungen zur Wortgesch. und zur Textkritik von r. im Kochbuch des Maister Hanns von . In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – Gertrud Blaschitz: Der Biber im Kopf und der Pfau am Spieß. In: ‹Ir sult sprechen willekommen›. FS Helmut Birkhan. Hg. v. Christa Agnes Tuczay u. a. Bern , S. –. – Jost Schneider: Sozialgesch. des Lesens. Zur hist. Entwicklung und sozialen Differenzierung der literarischen Kommunikation in Deutschland. Berlin/New York , S.  f. – Marianne Honold: Stud. zur Funktionsgesch. der spätma. deutschsprachigen Kochrezepthss. Würzburg , S. –,  f. u. ö. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . – Peter Peter: Kulturgesch. der dt. Küche. München , S.  f. u. ö. MM Eberhart von Landshut (auch: Meister Eberhard). – Koch, Verfasser eines Kochbuchs, erste Hälfte . Jh. E. ist als historische Gestalt nur über eine Eigennennung am Anfang seines Kochbuchs zu erfassen. Dort bezeichnet er sich als Meister sowie als Koch eines Herzogs Heinrich zu Landshut. Die Forschung vermutet daher eine Tätigkeit E.s als Küchenmeister unter Heinrich dem Reichen (–), Herzog von Bayern-Landshut. Auch besaß er möglicherweise den Magistergrad. Er kannte Grundzüge medizinischer Vorstellungen des MA, was aber nicht zwangsläu g auf ein Studium der Medizin zurückgehen muss. E.s Kochbuch ist in einer Sammelhandschrift aus dem letzten Viertel des . Jh. fragmentarisch überliefert. Bis heute ist allerdings unklar, ob es sich dabei um die Abschrift einer bereits kompilierten Vorlage handelt, die E. möglicherweise selbst zusammenstellte. Er könnte dazu auf Werke in der herzoglichen Bibliothek zurückgegriffen haben. Die  Rezepte des Kochbuchs sind meist in dt. Sprache geschrieben, nur vier in Latein. Inhaltlich gilt das Werk als unselbstständig, da die Rezepte auch in älteren Quellen nachweisbar sind, vor allem im → Buch von guter Speise. E. griff außerdem auf die Physica der → Hildegard von Bingen zurück, aus deren . Buch er das . Kapitel in dt. Sprache 

. Hälfte . Jh. in sein Werk einfügte. Auch das Würzburger Kochbuch wird als Quelle erwogen. Dem eigentlichen Kochbuch folgen in der Handschrift zwei weitere Texte, die E. selbst hinzugefügt haben könnte. Eine dt.-lat. Diätetik (v–r) behandelt verschiedene Lebensmittel und deren gesundheitliche Wirkung, u. a. Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch und Brot. Quellen waren hier → Konrad von Eichstätt und die Regel der Gesundheit. Dazwischen fügte der Kompilator weitere Abschnitte aus Hildegards Physica ein. Die dt. Abhandlung Von den Ölen (r–r) beruht auf der → Freiberger Arzneimittellehre. Immer wieder beruft sich E. außerdem auf ältere Autoritäten wie Hippokrates, → Avicenna, Averroes und → Albertus Magnus. Insgesamt hat die Forschung gegenüber anderen Kochbüchern insbesondere den diätetischen Chrarakter von E.s Werk gewürdigt. Ü: Augsburg, UB, Cod. III..°  (früher Maihingen, Fürstlich Öttingen-Wallersteinsche Bibl., cod. III . fol. ), r–v (Kochbuch), v–r (Anhänge) (Pap., Nordbayern, letztes Viertel . Jh./um ?, nordbair.). – Abweichend von Keil  (s. Lit.) vgl. zur Hs. auch: Karin Schneider: Dt. ma. Hss. der UB Augsburg. Die Signaturengruppen Cod. I. und Cod. III. (Die Hss. der UB Augsburg II/). Wiesbaden , S. –. – www.handschriftencensus.de/. A: Feyl  (s. Lit.; Teilausg.). – Feyl  (s. Lit.). L: Gundolf Keil, VL () Sp. . – Gerhard Eis/G. Keil: Nachträge zum VL. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S. . – G. Eis: Eine Donaueschinger Sammelhs. aus dem unteren Inntal. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. –. – Anita Feyl: Das Kochbuch des Eberhard v. L. In: ebd.  () S. –. – Dies.: Das Kochbuch Meister E.s. Diss. Freiburg i. Br. . – Wolfgang Hirth: Die Diätetik im Kochbuch des Küchenmeisters E. v. L. und eine dt. Regel der Gesundheit nach Arnald de Villanova. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: Medizin im ma. Abendland. Hg. v. Gerhard Baader/G. Keil. Darmstadt , S. –). – Johanna M. van Winter: Van Soeter Cokene. Recepten uit de Oudheid en Middeleeuwen. Haarlem , S. –, Nr. –. – Christa Hagenmeyer: Die ‹Ordnung der Gesundheit› für Rudolf von Hohenberg. Unters. zur diätetischen Fachprosa des SpätMA mit krit. Textausg. Diss. Heidelberg , S.  f. – Traudl Seifert/Ute Sametschek: Die 

Kochbuch von St. Dorotheen zu Wien Kochkunst in zwei Jahrtausenden. Das große Buch der Kochbücher und Meisterköche mit OriginalRezepten von der Antike bis . München , S.  f. – Christa Baufeld: Ma. Speisekultur. Eine Darstellung anhand von Denkmälern der Arteslit. In: JOWG  (/) S. –. – Melitta Weiss-Amer: Die ‹Physica› Hildegards von Bingen als Quelle für das ‹Kochbuch Meister Eberhards. In: Sudhoffs Arch.  () H. , S. –. – Michael Embach: Die Schr. Hildegards von Bingen. Stud. zu ihrer Überl. und Rezeption im MA und in der Frühen Neuzeit. Berlin , S. –. MM Kochbuch von St. Dorotheen zu Wien (auch: Wiener Kochbuch). – Erste Hälfte des . Jh. Das fragmentarisch überlieferte Kochbuch mit  Rezepten beginnt auf Bl. r mit «Von manigerlay geproten, des ersten von hecht praten», auf Bl. r mitten im Text ein weiteres Mal mit «Hie hebt sich an ein geticht von maniglay essen» und bricht mitten in einem Metrezept auf Bl. v ab («Tü es in ein kessel, seud es rain, faym es rain und»). Es ist zusammen mit einem Ernährungstraktat des → Albertus Magnus (De nutrimento et nutribili, ra–vb), astronomischen Schriften desselben Autors und des Philippus Cornubiensis und dem medizinischen Tractatus de crisi überliefert. Charakteristisch sind Ausführlichkeit der inhaltlich nicht geordneten, größtenteils mit Überschriften versehenen Rezepte und die Genauigkeit, mit der Zutaten, Mengen und Kochzeiten der Speisen angegeben werden. Obgleich das Wiener Kochbuch mit dem → Buch von guter Speise  und mit dem → Mondseer Kochbuch  Rezepte gemeinsam hat – wenn auch in anderer Reihung –, handelt es sich bei beiden jedoch nicht um direkte Vorlagen. Zu den Schaugerichten im Wiener Kochbuch gehören eine mit lebenden Vögeln gefüllte Pastete (Rezept Nr. , Bl. v) und drei Gerichte, die Igel darstellen, darunter «Ein rotn ygel» (Feigen-Zucker-Mischung mit Stacheln aus versilberten Gewürznelken), zu den Imitationsgerichten ein aus Fischen hergestelltes Rebhuhn (Rezept Nr. , Bl. r). Ü: Wien, ÖNB, Cod. , r–v (Pap. und Perg., . und . Jh., Dorotheenkloster, Wien). – Vgl. Hermann Menhardt: Verz. der altdt. literarischen Hss. der Österr. Nationalbibl. Bd.  (Veröff. des Inst. für dt. Sprache und Lit. ). Berlin , S. . – Aichholzer , S. –. 

Hertwig von Passau A: Doris Aichholzer: «Wildu machen ayn guet essen ...». Drei mhd. Kochbücher: Erstedition, Übersetzung, Komm. (Wiener Arbeiten zur germ. Altertumskunde und Philologie ). Bern u. a. , S. – (Transkription und Übersetzung), – (Rezeptkonkordanz) (zit.). L: Francis B. Brévart, VL  () Sp.  f. – Hans Wiswe: Kulturgesch. der Kochkunst. Kochbücher und Rezepte aus zwei Jahrtausenden mit einem lexikalischen Anhang zur Fachsprache von Eva Hepp. München . – Daz buoch von guoter spîse. Abb. zur Überl. des ältesten dt. Kochbuches. Hg. v. Gerold Hayer (Litterae ). Göppingen , S. , – (Rezeptkonkordanz), – (Faks. von Bl. v–r, r-v, r–r, r). – Trude Ehlert: Wissensvermittlung in deutschsprachiger Fachlit. des MA oder: Wie kam die Diätetik in die Kochbücher? In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – Elvira Glaser: Die textuelle Struktur hsl. und gedruckter Kochrezepte im Wandel. Zur Sprachgesch. einer Textsorte. In: Textarten im Sprachwandel – nach der Er ndung des Buchdrucks. Hg. v. Rudolf Große/Hans Wellmann. Heidelberg , S. –. – D. Aichholzer: Zwischen Feiern und Fasten: Drei österr.-bayerische Kochbücher des . Jh. in: JOWG  () S. –. – Dies.: Schachbretter aus Erbsen, Mandeligel und Nonnenfürze in Gesöff. Aus Kochbüchern des . Jh. der Österr. Nationalbibl. In: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen. Hg. v. Lothar Kolmer/Christian Rohr. ., durchges. und um ein Reg. erg. Au . Paderborn u. a. , S. –. – Melitta Weiss Adamson: Medieval Germany. In: Regional Cuisines of Medieval Europe. A Book of Essays. Hg. v. ders. New York/London , S. –. BJ Rheinfränkisches Kochbuch. – Um . Das Kochbuch ist Teil einer Sammelhandschrift ( Bll.), die nach einer astrologisch-mantischdiätetischen Sammlung (r–r, darin u. a. Kalender der Diözese Mainz) auch ein illustriertes Losbuch und Badevorschriften, ferner Rezepte zur Herstellung von Goldtinten und von Farbe für die Buch- und Ölmalerei sowie für Salben und medizinische Produkte (Sirup, Heiltränke, Ingwerkonfekt) enthält. Von den  thematisch sortierten, einen versierten Koch voraussetzenden Rezepten betreffen  Fastenspeisen, was auf einen klerikalen Gebrauchskontext hindeutet. 

. Hälfte . Jh. Die meisten Rezepte hat die nicht aus dem obd. Raum stammende Handschrift mit diesem Überlieferungsstrang gemeinsam:  Rezepte mit der Handschrift München, BSB, cgm  (→ Alemannisches Büchlein von guter Speise I),  Rezepte mit der Handschrift Karlsruhe, LB, Aug. Pap.  (→ Reichenauer Kochbuch),  Rezepte mit der Handschrift Basel, UB, cod. AN V  (Kochbuch des Meister → Hans) (vgl. Ehlert, S.  f. Anm. ,  und ). Die genannten Handschriften können jedoch nicht als die Quellen des Rh. K.s gelten, da sie jünger sind als die Berliner Handschrift. Ü: Berlin, SBB, mgf , r–v (Pap., um , rheinfränkisch); Incipit: «Wiltu machen kreppelin in der fasten so nym nusz vnde gˉe»; schwarzumrandete Blattgoldinitialen. – Vgl. Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Begonnen von Hella Frühmorgen-Voss, fortgeführt von Norbert H. Ott zusammen mit Ulrike Bodemann und Gisela Fischer-Heetfeld. Bd. . München , S. – (Nr. ..). – http:// www.handschriftencensus.de/werke/. A: R. K. um . [Text, Übersetzung, Anm. und Glossar von Thomas Gloning. Kulturhistorische Würdigung von Trude Ehlert]. Frankfurt/M. . L: Alexander Reck: Die deutschsprachigen Kochbücher des MA. In: MIÖG  () S. –. – Britta-Juliane Kruse: Sammelhs. mit astrologischen und mantischen Schr. sowie Farbund Kochrezepten. In: Aderlaß und Seelentrost. Die Überl. dt. Texte im Spiegel Berliner Hss. und Inkunabeln. Hg. v. Peter Jörg Becker/Eef Overgaauw. Mainz , S. – (Nr. ). BJ Hertwig von Passau. – Verfasser eines Salbenrezepts, erste Hälfte . Jh. Bei «meinster Hertwig von Passowe» dürfte es sich um einen Wundarzt gehandelt haben, der aus Passau stammte und im Oberrheingebiet praktizierte. Für Letzteres spricht die Überlieferung: Seine Salbenverordnung wird bevorzugt von oberrheinischen Rezeptaren tradiert. Im Buch Von → guten P astern und Salben, der → Stuttgarter Wundarznei und im → Darmstädter Arzneibuch erscheint sie jeweils als Abschluss einer Dreiergruppe, in welcher die H. zugeschriebene Salbe auf ein Grünes P aster und ein Wundp aster folgt. Die Indikationen der Salbe sind neben Gicht auch «sciatici» (Ischias, hier: Hexenschuss) und «arthritici». Die betroffene Körperpartie soll nach H.s 

. Hälfte . Jh. Verfahren zweimal täglich mit einer nach humoralpathologischem Verständnis «heißen» Salbe bestrichen (→ Temperamentenlehre) und mit einem wärmenden Hasenfell bedeckt werden. Die Anordnung könnte einem chirurgischen Kompendium H.s entnommen worden sein, das nicht überkommen ist. Der Wundarzt des . Jh. ist nicht mit einem Passauer Kanoniker und Scholaster gleichen Namens zu verwechseln, der bereits seit  als «canonicus» bezeugt ist und vermutlich um / verstarb. Dieser Magister Hertwig (auch: Hartwig) diente Herzog Heinrich XIII. von (Nieder-)Bayern als Kaplan und war in die Gründung des Klosters Fürstenzell involviert. Der Kanoniker H. wird allerdings auch als «physicus» bezeugt. Als Leiter der Passauer Domschule unterrichtete er womöglich auch Medizin. Dass außerdem ein lat. Hustenrezept von ihm überkommen ist, lässt eine Identi kation beider Namensträger zunächst plausibel erscheinen, doch schon allein aus chronologischen Gründen wird man diese ausschließen müssen. Ü: Bad Berleburg, Sayn-Wittgensteinsche Schlossbibl., Ms. RT / (olim F ; Sammelhs. des → Bernhard von Breidenbach) r (Pap., /, rheinfränkisch). – Salzburg, UB, Cod. M III , ra (Pap. und Perg., um , rheinfränkisch); innerhalb des Buchs Von guten P astern und Salben. Die Hs. stammt vermutlich aus Speyer (Besitzvermerk aus dem frühen . Jh.: «Johannes Krannch [i. e. Kranich] de kirchheim Cannonicus Spirensis est possesor meus» [→ Kolmarer Liederhandschrift]). – Rom, Biblioteca Nazionale Centrale, Cod. Vittorio Emmanuele  (olim Farfensis ) r (Pap., /, südwestobd./ostmitteldt.); innerhalb der → Römischen Chirurgie. – Stuttgart, LB, Cod. HB XI , r (Pap., /, südwestdt.); innerhalb der Stuttgarter Wundarznei. – Darmstadt, ULB, Hs.  (Darmstädter Arzneibuch) v–r (Pap., zweite Hälfte . Jh., rheinfränkisch [nur ältester Faszikel]). – Heidelberg, UB, Cpg  (Bd.  des Buchs der Medizin → Ludwigs V. von der Pfalz) v (Perg., –, südrheinfränkisch). – Eine Salbenverordnung im Antidotarium → Salven, plaster, pulver, oley, wasser ist von H.s Rezept abhängig: London, British Library, MS Add. , ra–va (Pap., um Mitte . Jh., moselfränkisch). – Lat. Rezept des Kanonikers aus dem . Jh.: Klosterneuburg, Stiftsbibl., Cod. , r (Pap., . Jh. und um , lat.); Überschrift: «Contra solutionem doctrina magistri Hertwici Pat[aviensis]». 

Hertwig von Passau A: Gerhard Eis: Meister H.s Salbe. In: Centaurus  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern/München , S. –) (nach Rom, Salzburg, Stuttgart). – Dieter Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des . Jh. vom Oberrhein. Bd. : Text und Glossar (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S.  (Nr. ) (nach Stuttgart) S.  (Nr. ) (nach Salzburg). – Farbmikro che-Edition der Hs. Berleburg: Dressendörfer u. a. (s. Lit.). L: Gundolf Keil/Christine Boot, VL  () Sp.  f. – Siegfried Sudhoff: Ein Salzburger Sammelcodex ma. Medizin und Naturwiss. In: Medizinische Monatsschr.  () S.  f. – Ders.: Medizinische Texte aus dem spätma. Passau. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. –, hier S. . – G. Eis: Eine altdt. Sammelhs. aus dem italienischen Kloster Farfa in Latium. In: ebd.  () S. –, hier S.  (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –, hier S. ). – G. Keil: Die ‹Cirurgia› Peters von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausg. des Textes (Forschungen zur Gesch. der Stadt Ulm ). Ulm , S. . – Joachim Telle: Petrus Hispanus in der altdt. Medizinlit. Unters. und Texte unter besonderer Berücksichtigung des ‹Thesaurus pauperum›. Diss. Heidelberg , S. . – Christian Tenner/G. Keil: Das ‹Darmstädter Arzneibuch›. Randnotizen zu einer oberrheinischen Sammelhs. der Zeitenwende. In: Bibl. und Wiss.  () S. –, hier S. , , , . – D. Lehmann (s. Ausg.) S. , , . – Andrea Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des . Jh. vom Oberrhein. Bd. : Komm. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S. , , , , –,  f., . – Volker Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen hsl. Kompendien des SpätMA (Ars medica ). Wiesbaden , S. , . – Johannes G. Mayer: «Anleitungen für einen Wundarzt». Zur Überl. des ‹Arzneibuchs› Ortolfs von Baierland. Die Hs. Ms. allemand  der Pariser Nationalbibl. In: «Ein teutsch puech machen». Unters. zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens (Ortolf-Stud. /Wissenslit. im MA ). Hg. v. G. Keil. Wiesbaden , S. –, hier S. . – Älterer dt. ‹Macer› – Ortolf von Baierland ‹Arzneibuch› – ‹Herbar› des 

Ludwig VII., Herzog von Bayern-Ingolstadt

. Hälfte . Jh.

Bernhard von Breidenbach – Färber- und MalerRezepte. Die oberrheinische medizinische Sammelhs. des Kodex Berleburg [...]. Farbmikro cheEdition, Einf. zu den Texten, Beschreibung der P anzenabb. und der Hs. v. Werner Dressendörfer u. a. (Codices illluminati medii aevi ). München , S.  mit Anm. ,  mit Anm. , . – Wolfgang Wegner: H. v. P. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , . – Knut Bentele/ G. Keil: Die ‹Würzburger Wundarznei›. Anm. zu einem neugefundenen Arzneimittel-Handbuch des SpätMA. In: Scrinium Berolinense. FS Tilo Brandis. Hg. v. Peter Jörg Becker (Beitr. aus der SB zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz ). Berlin , Bd. , S. –, hier S. . Zum Kanoniker des . Jh.: Max Heuwieser: Fürstenzell. In: Alte Klöster in Passau und Umgebung. Geschichtliche und kunstgeschichtliche Aufsätze. Hg. v. Josef Oswald. Passau , S. –, hier S.  f., . – Ludwig Schnurrer: Urkundenwesen, Kanzlei und Regierungssystem der Herzöge von Niederbayern (–) (Münchener Hist. Stud. Abt. Geschichtliche Hilfswiss. ). Kallmünz , S. , –. – Andrea RzihacekBedö: Magister H. v. P. und andere ma. Rezeptautoren in zwei Klosterneuburger Hss. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –, bes. S. –. VZ

als Landesfürst, nachdem er bereits seit den späten er Jahren des . Jh. in die aktuelle Politik und vor allem in die mitunter kriegerischen Konikte mit den anderen wittelsbachischen Herzogslinien miteinbezogen worden war. Insbesondere der Streit mit Herzog Heinrich XVI. von BayernLandshut währte Jahrzehnte. Am .. wurde L. auf dem Konzil von Konstanz bei einem Anschlag durch Heinrich lebensgefährlich verletzt, was den Wittelsbacher Hausstreit aufs Äußerste verschärfte, der – im Bayerischen Krieg gipfelte. Wegen kontinuierlicher Rechtsbrüche L.s führten sechs oberbayerische Klöster einen Kurienprozess gegen ihn, der schließlich dazu führte, dass L.  auf dem Konzil von Basel mit dem verschärften Kirchenbann belegt wurde (nachdem er bereits – und  gebannt worden war). Zudem erklärte ihn Kaiser Sigismund in die Reichsacht. Da L. seinen illegitimen Sohn Wieland gegenüber seinem legitimen und verkrüppelten Erben Ludwig VIII. (den Buckligen) bevorzugte, erhob sich Ludwig  mit Unterstützung von → Albrecht von München und den Markgrafen von BrandenburgAnsbach gegen seinen Vater.  wurde L. in Neuburg a. d. Donau gefangen gesetzt. Nach dem plötzlichen Tod des Sohnes  behielten dessen Witwe Margarethe und deren Bruder Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg den Herzog in Haft und überführten ihn auf ihr Hausschloß Ansbach.  wurde L. seinem Erzfeind Heinrich von Landshut übergeben und auf die Feste Burghausen gebracht, wo er, da er jegliche Zahlungen für seine Freilassung konsequent verweigerte, auch starb. In die Literaturgeschichte ist L. vor allem deshalb eingegangen, da er kurz nach  die sog. → Ottheinrich-Bibel, die älteste bekannte illustrierte Neu-Testaments-Handschrift in dt. Sprache, in Auftrag gegeben hat. Außerdem schrieb er am .. seinem Sohn Ludwig einen Brief mit militärischen Ratschlägen. Dieses Schreiben ist das älteste bekannte dt. Zeugnis für eine theoretische Auseinandersetzung mit Fragen der Kriegsführung und insofern von hohem (literar-)historischen Rang. Zunächst hatte der Sohn sich offensichtlich in einem nicht erhaltenen Schriftstück an seinen Vater gewandt, da er im Zuge des bayerischen Haustreits mit niederbayerischen Adelsfamilien, namentlich den Zengern, in Kon ikt stand und einen Kriegszug plante. Der Herzog betont in seiner Antwort, dass er aus der Ferne kein guter Ratgeber sei und verweist den Sohn auf des-

Ludwig VII., Herzog von Bayern-Ingolstadt (L. der Bärtige), *  (?), † .. Burghausen. – Verfasser eines Briefes zu Fragen der Kriegsführung. Der Sohn Herzog Stephans III. und der Thaddea Visconti von Mailand verbrachte die Jahre – am Pariser Hof Karls VI. bei seiner Schwester, Königin Isabeau de Bavière. Hier wurde er nicht nur entscheidend von der westlichen Hofkultur geprägt, sondern nach Karls geistiger Erkrankung  auch in dessen vierköp gen Vormundschaftsrat aufgenommen. Zuerst mit Anna von Bourbon () und dann mit Katharina von Alençon () verheiratet, hielt L. sich bis  überwiegend in Frankreich auf und verwandte französische Geldmittel zur Festigung und Erweiterung seiner bayerischen Hausmacht.  beerbte er seinen Vater 



. Hälfte . Jh. sen «kriegslewt» und «haubtleut». Wohl aber benennt L. «drew dingk», die er als essenziell für einen positiven Ausgang erachtet: gute Kundschafter, das sorgfältige Abwägen unterschiedlicher Ratschläge und die strenge Geheimhaltung der eigenen Pläne. Ferner emp ehlt L. eine abwechslungsreiche Kriegsstrategie («Nymer solt du deinen chrieg ainerlai treiben») und ermahnt den Sohn, streng darauf zu achten, dass keine Sympathisanten der Gegenpartei sich in den eigenen Reihen benden. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass «dein gesellen allen Zengern zustund entsagen» sollen. Ü: Der Brief ist nur in der Transkription Baaders von  (s. Ausg.) erhalten, der keinen Überlieferungsträger benennt. A: Joseph Baader: Zur Gesch. der Kriegskunst. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit  () Sp. –, hier Sp. . – Dt. Fachprosa des MA. Ausgewählte Texte. Hg., erl. und mit einem Glossar versehen v. Wolfram Schmitt (Kleine Texte für Vorlesungen und Übungen ). Berlin/New York , S.  f. L: Zur Person allgemein (Ausw.): Sigmund Riezler, ADB  () S. –. – Günther Franz, Biogr. Wb. zur dt. Gesch.  () S.  f. – Theodor Straub, NDB  () S. –. – Gerhard Schwertl, LexMA  () Sp.  f. – Max Spindler (Hg.): Hb. der bayerischen Gesch. Bd. : Das alte Bayern. Der Territorialstaat vom Ausgang des . Jh. bis zum Ausgang des . Jh. ., überarb. Au . München , S. –. Zum Brief: Volker Schmidtchen, VL  () Sp.  f. – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Deutschland. Abt. .: Altertum, MA, XV. und XVI. Jh. (Gesch. der Wiss. in Deutschland /). München/Leipzig , S.  f. – William Crossgrove: Die dt. Sachlit. des MA (Germanistische Lehrbuchslg. //B). Bern u. a. , S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Hundtfeld, Martin (auch: Martein, Mertein, Hundtfelder, Hundtsfelder, Hunzfeld). – Fechtmeister und Urheber verschiedener Fechtlehren. H. gehört zu den Zweikampfexperten, die Paulus → Kal als Mitglieder der sog. ‹Gesellschaft Liechtenauers› anführt. Biographische Details sind nicht bekannt. Da er aber in der Hs  A  aus 

Hundtfeld dem Jahre  mit der Formel «dem got genädig seÿ» (r) bezeichnet wird, dürfte seine aktive Wirkungszeit in die erste Hälfte des . Jh. fallen. H. wird erstmalig in der Handschrift  A  als Urheber dreier Fechtlehren namentlich erwähnt: . Fechten im Harnisch mit dem kurzen Schwert (r–r), . Dolchfechten (r–v) und . Fechten zu Ross (v–r). Alle drei Lehren sind reine Textunterweisungen in ungebundener Rede und erfahren in ihrer weiteren Tradierung keinerlei Illustration. Lediglich das Rossfechten beginnt mit einem -zeiligen Merkvers («Z˚u roß streıten / lere von paıden seítten […] dar nach ÿm abhau / czaum línck paín sunder Jm draw»), der in den folgenden Handlungsanweisungen aber keine Prosaauslegung erfährt. Der Wirkungskreis der Lesart nach  A  beschränkt sich bei  auf die Handschriften KK , E..., Ms. germ. quart , bei  auf Ms. germ. quart , E..., Cod. I..° , E..., den Druck E... und bei  auf KK  und Ms. germ. quart . An der Verbreitung der umfangreichsten Lehre, dem Harnischfechten, ist auch Cod. I..°  des → Juden Lew beteiligt; dort – und in den nach ihm kopierenden Handschriften – wird sie allerdings Meister Lew («Hie hebt sich an meister lewen kunst fechtens Jn harnasch […]») zugeschrieben und mit den Merkversen «[W]Er ab synnet fechtens zu fus begÿnnet […] So solt Jm nahen vnd weislichen wart des vahen» eingeleitet, als deren Urheber gemeinhin Johannes → Liechtenauer angesehen wird. Ü: Rom,  A , Bibl. dell’Acc. Nazionale dei Lincei e Corsiniana (), : r–r; : r–v; : v–r. – Augsburg, UB, Cod. I..°  (um ), : r–r (Lew); : v–r (nur Merkvers). – Wien, Kunsthist. Museum, KK  (–), : v–r; : r–r. – Salzburg, UB, M. I.  (), : r–v. – Glasgow, Glasgow Museums, E... (), : v–v; : v–v. – Graz, UB, Ms  (), : v–v. – Augsburg, UB, Cod. I..°  (/), : r/v + r. ). – Glasgow, Glasgow Museums, E... (), : r/v. – Glasgow, Glasgow Museums, E... (Paurnfeindt-Druck, ), : r + r. – Augsburg, Stadtarch., Schätze  (), : v–v. – Krakau, Bibl. Jagiello´nska, Ms. Germ. quart  (/), : r–v; : v–v; : v–r. – Wien, Albertina, Ms.  (um ), : v, Sp. (nur Merkvers). – München, 

Siber BSB, Cgm  (), : r–r; : r (nur Merkvers). – Dresden, SLUB, Mscr. Dresd. C  (nach ), : r–r. – München, BSB, Cod. () (nach ), : v–r (lat.). – Wien, ÖNB, Cod.  (nach ), : r–v (dt.), r–r (lat.). A: Beatrix Koll unter http://www.ubs. sbg.ac.at/sosa/webseite/Fechtbuch.htm (Transkription von ). – Ute Bergner/Johannes Giessauf: Würgegriff und Mordschlag. Die Fecht- und Ringlehre des Hans Czynner. Graz , S. – (Transkription von ). L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp. . – H[ans] F[erdinand] Maßmann: Über hsl. Fechtbücher. In: Serapeum  () S. . – Anz. für Kunde der dt. Vorzeit  () Nr. , Beilage I, Sp. . – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. . Abt. München/Leipzig , S.  f. – Martin Wierschin: Meister Johann Liechtenauers Kunst des Fechtens (MTU ). München , S. , , , . – Hans-Peter Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Frankfurt/ M. u. a. , passim. – Bernhard Dietrich Haage/ Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit. Berlin , S. . – Rainer Leng: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Hg. Kommission für dt. Lit. des MA der Bayerischen Akad. der Wiss. Bd. /, Lfg. /, Nr. : Fecht- und Ringbücher. München , passim. RW Siber, Martin (Merten, Mertin, Martein, Syber). – Fechtmeister, Autor und Kompilator diverser Fechttechniken unbekannter Autoren. S. und seine Lehre werden erstmals  in der Handschrift von → Hans von Speyer erwähnt. Wie Schriftdetails nahelegen, dürfte sich die vorliegende Abschrift auf eine verloren gegangene bzw. noch nicht bekannte Quelle aus der ersten Hälfte des . Jh. oder auch dem letzten Viertel des . Jh. stützen. Damit ergäbe sich ein erster Hinweis auf S.s wahrscheinliche Lebenszeit. Ohne selbst namentlich darauf hinzuweisen, steht S. hinsichtlich formalen Aufbaus (Einleitung, Vorrede, paargereimter Fachtext) und Inhalt seiner Lehre gleichwohl in der Tradition von Johannes → Lichtenauer. Zum einen teilt er die Fechtbiographie Lichtenauers: Wie dieser wird er in der Vorrede als welterfahrener Fechter gepriesen, der das Wissen der besten Meister aus Ungarn, 

. Hälfte . Jh. Böhmen, Italien, Frankreich, England, Deutschland («Alemania»), Russland, Preußen, Griechenland («Gretia», kann sich auch auf Süditalien oder den vorderasiatischen Raum beziehen), Holland, Brabant und dem Schwabenland («swenia») gesammelt haben soll; diese Erfahrung befähigt ihn, einen Auszug – ein «nuwe zettel» (r) – aus Lichtenauers Lehre mit einer fachpraktischen Auslegung eigener Prägung zu versehen: «nicht also als in der ersten zettel des puchs Sunder eyn ander vß legüng» (r). Die Absicht dieses biographischen Präsentationsmodells beider Fechter liegt auf der Hand. Da weder über S. noch über Lichtenauer archivalische Belege bekannt sind, ist ungeachtet seines tatsächlichen Wahrheitsgehalts möglicherweise auch ein hermetischer Topos in Erwägung zu ziehen. Zum anderen wird der Lehre ähnlich wie bei Lichtenauer eine Vorrede in () Reimpaarversen vorgeschaltet, in der Fechtertugenden, allgemein gehaltene Fechtregeln und das Selbstbewusstsein von S. zum Ausdruck kommen: «der volge mÿner lere der gesíget ymermere» (r). Zum dritten werden die Fechtvarianten zu den von L. bekannten Legern Ochs, P ug etc. ebenso in (–-zeilige) paargereimten Merkversen (mit metrischen Unregelmäßigkeiten) notiert, die einer – hier unterlassenen – weiteren Prosaauslegung bedürfen. In der Zwischenzeit wurden zwei weitere Textzeugen (siehe Überlieferung) bekannt, die vermuten lassen, dass die sich an den Finis-Vermerk anschließende Lehre doch nicht S. zuzuschreiben ist (entgegen Kern). Ü: Salzburg, UB, M. I.  (), r–v. – Glasgow, Glasgow Museums, E... (), v. – Rostock, UB, Ms Var.  (), v–r. A: Anna Jungreithmayr: Spätmhd. Fachlit. in Versen. Überlegungen anhand von Beispielen aus Hss. der Universitätsbibl. Salzburg. In: FS Ingo Reiffenstein. Hg. v. Peter K. Stein u. a. (GAG ). Göppingen , S. –. L: Manfred Kern, VL  () Sp.  f. (ohne Erwähnung der beiden anderen Textzeugen). – Hans-Peter Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Frankfurt/M. u. a. , S.  f. – Anna Jungreithmayr: Die dt. Hss. des MA der UB Salzburg (Österr. Akad. der Wiss., Veröff. der Kommission für Schrift- und Buchwesen des MA III, ). Wien , S.  f. – Dies. (s. Ausg.) S. –. RW 

. Hälfte . Jh. Gladiatoria. – Sammelbezeichnung einer Gruppe von Fechthandschriften. Die Bezeichnung orientiert sich am Titel der Fechthandschrift Ms. germ. quart  und vereint ein Konvolut von Handschriften, deren äußere Form, materielle Beschaffenheit, Inhalt und buchkünstlerische Gestaltung weitgehend übereinstimmen. Den Kern der Gruppe bilden die drei Handschriften () Ms. germ. quart  (Krakau), () KK  (Wien) und () Ms. U.F  (= die seit Ende des Zweiten Weltkriegs vermisste Gothaer Signatur Ms. membr. II , jetzt New Haven). Alle drei Exemplare sind Pergamenthandschriften im Querformat und beschreiben in Text und Bild nahezu übereinstimmend vorrangig den Kampf zweier Gewappneter zu Fuß mit dem Kurzen Schwert (Merckch den anefangk des kurczen swertt, v – New Haven). Sie entstammen wohl einer einzigen süddt. Werkstatt – eine genauere Untersuchung steht noch aus –, wurden aber von unterschiedlichen Händen illustriert. Nicht datiert, dürften sie jedoch in den er Jahren des . Jh. entstanden sein; sie weisen jeweils unterschiedlich starke Blattverluste auf. Die Krakauer Ausgabe () zeigt die bildkünstlerisch ausgereiftesten, sich auf hohem Niveau illuminatorischer Ausgestaltung bewegenden Zeichnungen der drei Handschriften; darunter fällt auch der mit unterschiedlichem P anzenbewuchs realistisch gestaltete Rasengrund; darüber hinaus gibt es keine Hintergrundzeichnung. Mit  kolorierten Federzeichnungen gilt sie als Leithandschrift, während () – mit  kolorierten Federzeichnungen – wohl nach () – mit  kolorierten Federzeichnungen – kopiert bzw. in enger Abstimmung verfertigt wurde. Thematisch wird eine realistische Abfolge des Ernstkampfes stringent veranschaulicht – vom Kampf mit den Langwaffen über den Fecht- und Ringkampf mit der Kurzwaffe zu den Überwindungs- und Tötungstechniken des zu Fall gebrachten und am Boden festgehaltenen Gegners. Über diesen Bildbestand hinaus enthält () gegenüber () und () noch zehn Illustrationen des Gerichtlichen Zweikampfes nach schwäbischem und fränkischem Recht sowie ein Fragment des Bloßfechtens mit verschiedenen Waffen «zu schimph» (v) – eine Art sportlichen Wettstreitens zur eigenen Unterhaltung wie auch Dritter. Bei der schriftlich xierten Wissensvermittlung beschreiten die drei Handschriften innerhalb der Fachprosa der Fecht- und Ringkampfmeister einen neuen Weg. Findet man bis dahin nur reine Text- bzw. reine Bildhandschriften – im besten 

Gladiatoria Fall mit kurzen Beischriften versehen –, so wird nun die in der unteren Blatthälfte wohl ausformulierte Textanweisung durch eine über sie gesetzte Illustration ergänzt: Die Schriftsprache der ‹Gladiatoria-Gruppe› ist zwar fachterminologisch geprägt, aber weder theoriegebunden noch die Kommunikation beschränkend verschlüsselt wie die Lehre → Liechtenauers. Sie benötigt keinen Glossator und ist rein praxisorientiert. Dies und die Text-Bild-Verschränkung unterstützen und erleichtern zum einen die bildliche Vorstellungskraft, die einem Bewegungsnachvollzug vorausgeht. Zum anderen ergeben sich aber durch die inhärenten Schwachpunkte einer Einzelbebilderung und einer rein phänomenologischen Bewegungsbeschreibung selbst wieder Probleme, die z. B. den Lehrbuchcharakter dieser Art Wissensvermittlung motorischer Fertigkeiten in Frage stellen. Abgesehen von der Kongruenz in der bildlichen Darstellung von Kampftechniken und der Ausstattung der Kämpfer mit einem Vollharnisch (mit heruntergelassenem Visier) gibt es bildkompositorische Merkmale, aufgrund derer weitere Handschriften bzw. deren Kapitel des Harnischfechtens mit dem Kurzen Schwert zur ‹GladiatoriaGruppe› gehörig angesehen werden können: . Bis auf die gerade verwendete(n) Kampfwaffe(n), liegen sämtliche Waffen, die nicht zur Anwendung kommen, verstreut auf dem Rasengrund. . Auf allen Zeichnungen ist das Georgs-Kreuz zu nden, in der Regel auf den Fausttartschen. Wo diese nicht zum Waffenarsenal gehören, tragen die Fechter das Kreuz auf dem Waffenrock. . Die Kämpfer tragen an den Schulterkacheln befestigte sehr lange, wild wehende Zierärmel (oft in der Form von Spruchbändern). Auf diese Weise lassen sich die entsprechenden Kapitel in den Handschriften Cod. Guelf. . Aug. ° () und Cl.  () als Kopien identi zieren, wobei die Vorlage aus dem Kernbestand der Gruppe (noch) nicht eindeutig zu bestimmen ist. Bei Hinzuziehung der genannten Kriterien ist die Aufnahme der Handschrift Cod.  in diesen Kreis auszuschließen: Sie entspricht weder einer der drei Kriterien noch gibt es irgendwelche bildgleiche Übereinstimmungen. Zeichnerisch und bildgestalterisch weniger reichhaltig ausgestattet zeigt sich das zeitlich früher anzusetzende Kampfbuch in der Handschrift Cod. I..°  (). Neben mehreren kongruenten Kampftechnikdarstellungen entspricht es mit graduellen Abweichungen den genannten Merkmalen – auch 

Gladiatoria der Gerichtliche Zweikampf ist hier bereits vorgegeben –, sodass es ebenfalls dieser Gruppe zuzuordnen ist. Ob das Kampfbuch als direkte Vorlage diente, ist nicht eindeutig nachzuweisen, dazu weist auch die Provenienzgeschichte aller Textbzw. Bildzeugen zu große Lücken auf. Inhaltlich und bildkompositorisch kann es auf jeden Fall als Vorläufer der Gladiatoria-Thematik und ihrer Darstellung bezeichnet werden. Ü: Krakau, Bibl. Jagiello´nska, Ms. Germ. quart  (–). – Wien, Kunsthist. Museum (–). – New Haven, Yale Center for British Art, Ms. U.F  (–). – Augsburg, UB, Cod. I..° , r–r. – Wolfenbüttel, HAB, Cod. Guelf. . Aug. °, r–v. – Paris, Musée national du Moyen Âge, Cl. , r–v. A: Hans-Peter Hils: «Gladiatoria» – Über drei Fechthss. aus der ersten Hälfte des . Jh. In: Codices manuscripti. Zs. für Handschriftenkunde  () H. /, S. – (Transkription des Textes von Ms. germ. quart  mit Lesartenapparat zu KK , mehrere Abbildungen). – Dierk Hagedorn/Bartlomiej Walczak: Gladiatoria. New Haven, MS U.F . Herne . L: Zu (): Gundolf Keil, VL  () Sp. . – Max Jähns: Gesch. der Kriegswiss. . Abt. München/Leipzig , S. . – Hermann Degering: Kurzes Verz. der germ. Hss. der Preussischen Staatsbibl. II. Die Hss. in Quartformat. Leipzig , S. , Nr. . – Hans Wegener: Beschreibende Verzeichnisse der Miniaturen-Hss. der Preussischen Staatsbibl. zu Berlin. Leipzig , Bd. , S.  f. – Martin Wierschin: Meister Johann Liechtenauers Kunst des Fechtens (MTU ). München , S. . – Wolfgang Milde: Dt. Hss. in der Universitätsbibl. Krakau. In: Wolfenbütteler BarockNachrichten  () S. . – H.-P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Frankfurt/M. u. a. , S. – (allgemein zur Gladiatoria-Gruppe, passim). – Ders.: «Näheres ist hier nicht bekannt.» Neue Erkenntnisse zu verschollenen und wiederentdeckten Hss. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S.  ff. – Ders.: «Gladiatoria» – Über drei Fechthss. aus der ersten Hälfte des . Jh. In: Codices manuscripti. Zs. für Handschriftenkunde  () H. /, S. –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit. Berlin , S.  (unzureichend bis falsch!). – Rai

. Hälfte . Jh. ner Welle: «…vnd mit der faust ein mordstuck.» Baumanns Fecht- und Ringkampfhs. Edition und Kommentierung der anonymen Fecht- und Ringkampfhs. Cod. I..°  der UB Augsburg aus den Beständen der Öttingen-Wallersteinschen Bibl.  Bde. München , S. , , – (Bildkonkordanz). Zu (): Alois Primisser: Die kaiserlich-kgl. Ambraser-Slg. Wien , S.  f., Nr. . – Eduard von Sacken: Die K. K. Ambraser-Slg. Wien , Bd. , S. , Nr. . – Bruno Thomas/Ortwin Gamber: Kat. der Leibrüstkammer. I. Tl. Wien , S. ; Abb. . – H.-P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst [...],  (s. o.), S.  f. – Ders.: «Gladiatoria» [...],  (s. o.), S. –. Zu (): Fr. Jacobs/F. A. Ukert: Beitr. zur ältern Litterattur oder Merkwürdigkeiten […]. Leipzig , S.  f. – Walter Benary: Ein unbekanntes hsl. Fragm. einer Lope’schen Komödie. In: Zs. für Romanische Philologie  () S.  f. – M. Wierschin (s. o.), , S. , Nr. . – Cornelia Hopf: Die abendländischen Hss. der Forschungsund Landesbibl. Gotha. Gotha , S.  f. – H.P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst [...],  (s. o.), S.  f.,  (die hier als ‹T› verzeichnete Hs. ist inzwischen als der in New Haven wiederaufgetauchte Textzeuge [] identi ziert). – Rainer Leng: Kat. der deutschsprachigen illustrierten Hss. des MA. Hg. Kommission für dt. Lit. des MA der Bayerischen Akad. der Wiss. Bd. /, Lfg. /, Nr. : Fecht- und Ringbücher. München , S. – (vgl. dazu: R. Welle: Ordnung als Prinzip [...]. In: Medium Aevum Quotidianum  [] S.  f.). – Mehrere Antiquariatskataloge, siehe hierzu H.-P. Hils () und R. Leng (). – Hagedorn/Walczak (s. Ausgaben). Im Folgenden nur Literatur, die das GladiatoriaKapitel der Handschriften auch als solches erkennen und erwähnen. Zu (): H.-P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst [...],  (s. o.), S.  f. – Ders.: «Gladiatoria» [...],  (s. o.), S.  f., . – R. Welle: «… vnd wisse das alle höbischeit kompt von deme ringen». Der Ringkampf als adelige Kunst im . und . Jh. Pfaffenweiler , S.  f. – R. Leng: Katalog [...],  (s. o.), S. –. Zu (): H.-P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst [...],  (s. o.), S.  – Ders.: «Gladiatoria» [...],  (s. o.), S. . – R. Leng: Katalog [...],  (s. o.), S. –. 

. Hälfte . Jh.

Meister Ingold

Zu (): H.-P. Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst [...],  (s. o.), S.  (im Detail falsch, in der Schlussfolgerung richtig!) – R. Welle, , siehe Angaben zu (). RW Meister Ingold → Band , Sp. –. Laufenberg, Sp. –.

Heinrich

von

→ Band

,

Konrad von Butzbach. – Kompilator eines astromedizinischen Kompendiums, erste Hälfte . Jh. In der Vorrede seiner Textsammlung bezeichnet sich K. als «medicus» (v), er dürfte somit Akademikerarzt gewesen sein. Die eigenhändig geschriebene Kompilation hat er  in Laubach in der Wetterau abgeschlossen, rund  km entfernt von Butzbach. Der Mediziner könnte in Beziehungen zu Johannes Graf zu Solm-Braunfels († ) gestanden haben. Der Name des Landesherrn, dem nach einer Erbteilung  die Stadt Laubach zuel, ndet sich im Codex als Besitzvermerk (v). K.s Urherberschaft für sein ganz überwiegend volkssprachiges Kompendium lässt sich nicht eindeutig spezi zieren. Teils dürfte er bereits dt. Vorlagen benutzt haben, teils selbst aus dem Lateinischen übersetzt haben. Wenn auch anderweitig tradierte Texte vorliegen, ist mitunter ein hohes Maß an redaktioneller Überarbeitung feststellbar. Inwieweit der hessische Gelehrte hierfür selbst verantwortlich zeichnet, lässt sich ohne Kenntnis der direkten Vorlagen allerdings nicht entscheiden. In der Vorrede führt K. zudem aus, auch «uß gedechtnus» Material beigesteuert zu haben. Diese Aussage ist zwar für die Gesamtheit des Konglomerats kaum glaubhaft, könnte aber zumindest Passagen erklären, bei denen sich K. nur grob inhaltlich mit seinen vermeintlichen Vorlagen deckt und sprachlich signi kant abweicht. K.s «buch uß allen vor reden vnd bewisunge vnd erfarunge der vordrigen naturlichen meister» ist ein typischer Vertreter der dt. spätma. astro-medizinischen Handbuchliteratur. Das enthaltene astronomische, astrologische und medizinische Textgut ist in drei entsprechnende Hauptteile gegliedert. Vorgeschaltet ist «Aratus das astrologi buch» (r–r). Es handelt sich um eine dt. Bearbeitung eines Kommentars zu den Phainomena des Aratos von Soloi. Die für die Hausbuchliteratur typische praktische Funktion erfüllt dieser «Aratus» nicht. Vermutlich sollte er vielmehr 

der gelehrten Ausschmückung dienen. Verwertbare astronomische Daten liefert hingegen der erste Haupteil (r–v), der zunächst einen lat. immerwährenden Jahreskalender nach Art der auch volkssprachig tradierten Volkskalender bietet. An diesen schließen sich Festtagsberechnungen, Angaben zu Mondzyklen oder zu den «cursus planetarum» usw. an. Der zweite, reich illustrierte Teil (r–r) widmet sich der prognostischen Anwendung der astronomischen Daten. In Ergänzung zu den astrologischen Traktaten und Kurztexten unterschiedlicher Provenienz hat K. auch Beiträge aus dem Bereich der Traumdeutung (→ Traumbücher) und Chiromantik aufgenommen. Zudem ndet sich ein physiognomischer Abschnitt (rv), der Auszüge aus dem Liber ad Almansorem des Rhazes (ar-Razi) mit einigen Ausführungen aus dem → Secretum secretorum kombiniert (s. → Physiognomik [C. ]; vgl. auch → Konrad von Megenberg). Vor den medizinisch ausgerichteten dritten Teil hat K. eine zweisprachige praxisnahe Sammlung von  technisch/technologischen und chemisch/alchemistischen Rezepten und Verfahren inseriert (v–v). Das medizinische dritte Segment (v–v) wartet mit gattungstypischen Bestandteilen auf, darunter Aderlass und Blutschau, eine Wundarznei (nach → Roger Frugardi), Rezepte, eine Kräuterkunde, diätetische Ratschläge, gynäkologische Verfahren aus den ps.-aristotelischen Problemata Aristotelis oder Ausführungen zu den Komplexionen (→ Temperamentenlehre). Immer wieder hat K. aus dem Arzneibuch → Ortolfs von Baierland entlehnt (Auszüge aus den Kap. –, –, , –, –). Am Schluss (r–v) stehen  überwiegend gekürzte Kapitel aus dem dt. → Macer (= sog. Rheinfränkische Kurzredaktion). Ü: Salzburg, UB, Cod. M I , v–v (Perg. und Pap., , rheinfränkisch); geschrieben von K. v. B. in Laubach. Noch im . Jh. ist K.s Kompendium mit einer weiteren Mischhandschrift zusammengebunden worden (r–v), die u. a. einen P anzenkatalog mit zahlreichen Naturselbstdrucken [Abdruck eingefärbter P anzenteile] enthält (v, v–v). Die Drucke gelten als die ältesten dieser Art. – Beschreibung der Hs. mit detaillierter Inhaltsangabe: Anna Jungreithmayr: Die dt. Hss. des MA der UB Salzburg (Österr. Akad. der Wiss., phil.-hist. Kl., Denkschr. /Veröff. der Kommission für Schriftund Buchwesen des MA ,). Wien , S. –. 

Vom Lesen L: William C. Crossgrove, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Ernst Zinner: Verz. der astronomischen Hss. des dt. Kulturgebietes. München , Nr. , , , , , , . – Francis B. Brévart: The German Volkskalender of the Fifteenth Century. In: Speculum  () S. –, hier S. , , , . – Nigel F. Palmer/Klaus Speckenbach: Träume und Kräuter. Studien zur Petroneller ‹Circa instans›-Hs. und zu den dt. Traumbüchern des MA (Pictura et poesis ). Köln/Wien , S.  f. – Hilde-Marie Gross: Illustrationen in medizinischen Sammelhss. Eine Auswahl anhand von Kodizes der Überlieferungs- und Wirkungsgesch. des ‹Arzneibuchs› Ortolfs von Baierland. In: «Ein teutsch puech machen». Unters. zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens. Hg. v. Gundolf Keil (Ortolf-Stud. /Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –, hier S. –,  f., –. – F. B. Brévart: Chronology and Cosmology. A German ‹Volkskalender› of the Fifteenth Century. In: Princeton University Library Chronicle  () S. –, hier S. . – Britta-Juliane Kruse: Verborgene Heilkünste. Gesch. der Frauenmedizin im SpätMA (Quellen und Forschungen zur Lit.- und Kulturgesch. NF  []). Berlin/New York , S. . – Bernhard Schnell: «Gedihte von der physonomie». Eine dt. gereimte Physiognomie des . Jh. In: Vom MA zur Neuzeit. FS Horst Brunner. Hg. v. Dorothea Klein u. a. Wiesbaden , S. –, hier S. . – K. Speckenbach: Zwischen pragmatischer Wissensvermittlung und Traumbuch. Zur Überl. von Konrads von Megenberg «lere Rasis von den traymen». In: «Als das wissend die meister wol». Beitr. zur Darstellung und Vermittlung von Wissen in Fachlit. und Dichtung des MA und der frühen Neuzeit. FS Walter Blank. Hg. v. Martin Ehrenfeuchter/Thomas Ehlen. Frankfurt/M. , S. –, hier S. . – Der dt. ‹Macer›. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lat. Macer Floridus ‹De viribus herbarum›. Krit. hg. v. B. Schnell (TTG ). Tübingen , S. . – Michael Horchler: Die Alchemie in der dt. Lit. des MA. Ein Forschungsber. über die dt. alchemistische Fachlit. des ausgehenden MA (DWV-Schr. zur Medizingesch. ). Baden-Baden , S.  f. – G. Keil: K. v. B. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Regula Forster: Das Geheimnis der Geheimnisse. Die arabischen und dt. Fassungen des 

. Hälfte . Jh. pseudo-aristotelischen Sirr al-asrar/Secretum Secretorum (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , . – Das Arzneibuch Ortolfs von Baierland. Auf der Grundlage des von G. Keil geleiteten Teilprojekts des SFB  «Wissensvermittelnde und wissensorganisierende Lit. im MA» zum Druck gebracht, eingel. und komm. v. Ortrun Riha (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. . VZ Vom Lesen. – Didaktischer Kurztraktat, erste Hälfte . Jh. Der Traktat V. L. ist ein eindringliches Lob der Buchlektüre. Die Höherwertigkeit der Gelehrsamkeit gegenüber «gold vnd silber vnnd vber allenn schacz» wird besonders hervorgehoben. Mit der anaphorischen Aufforderung «liß gern» wird «embsicklich[es]» Lesen als das Mittel zum Erreichen der «weishait», aber auch der Tugend, der Gottes- und Selbsterkenntnis empfohlen. Diese Würdigung des Lesens ist im Kontext einer sich ausbreitenden (volkssprachigen) Schriftgelehrsamkeit im dt. SpätMA zu bewerten, die auch das städtische Bürgertum erfasste. Buchbesitz und Literalität waren nicht mehr klerikalen und adligen Kreisen vorbehalten und so sind als Adressaten des Traktats V. L. in erster Linie lesefähige Stadtbürger vorstellbar. Es ist davon auszugehen, dass der Text orignär auf dt. verfasst wurde. Hinweise auf seinen Urheber nden sich in keinem der immerhin zwölf bekannten Textzeugen. Die nachgewiesene Überlieferung ist ausschließlich bairisch und schwäbisch, weswegen man von einer Entstehung des Traktats in einem dieser beiden Sprachräume ausgehen darf. Tradiert wird V. L. in erbaulichlehrhaften Sammelhandschriften, wobei der Traktat in zwei Codices ganz an der Spitze steht und eine Prologfunktion für die gesamte Handschrift erfüllt. Signi kant ist die Überlieferungsgemeinschaft entweder mit dt. Übertragungen aus dem Œuvre des → Albertanus von Brescia oder mit dem → Fürstenspiegel Wiewol all menschen erstlich entsprungen aus ainer wurczel Adam. Ü: Die mit * gekennzeichneten Hss. überliefern auch Texte von Albertanus von Brescia, die mit ** gekennzeichneten auch den Fürstenspiegel Wiewol all menschen erstlich entsprungen aus ainer wurczel Adam; die mit *** gekennzeichnete Hs. tradiert sowohl den Fürstenspiegel 

. Hälfte . Jh. als auch Albertanus-Texte. – **Leipzig, UB, Ms. , S. – (Pap., . Jh., schwäbisch). – **Eichstätt, UB, Cod. st , v–r (Pap., zweite Hälfte . Jh., bair.). – *München, BSB, Cgm , r–r (Perg. und Pap., zweite Hälfte . Jh., bair.-schwäbisch). – *Karlsruhe, LB, Cod. Donaueschingen , S. – (Pap., /, schwäbisch). – *Straßburg, StB Ms. allem.  (olim M  N. ) rv (Pap.,  [?], schwäbisch). – **Berlin, SBB, Mgf , rv (Pap., zweite Hälfte . Jh. [nach ], bair.). – ***München, BSB, Cgm  (vormals Nikolsburg, Fürstl. Dietrichsteinsche Bibl., Cod. II ), r (Pap., , bair.). – *London, British Library, MS Add.  (→ Bollstatters Spruchsammlung) r–v (Pap., / , ostschwäbisch [aus Augsburg?], ganz überwiegend geschrieben von Konrad → Bollstatter). – *Hamburg, SUB, Cod. theol. b, v–r (Pap., Ende . Jh., schwäbisch; verschollen). – **Stuttgart, LB, Cod. poet. et phil. ° , rb-va (Pap., Ende . Jh., schwäbisch). – *München, BSB, Cgm , r (Pap., , bair.). – **Ebd., UB, ° Cod. ms. , v–r (Pap., um , mittelbair.). – Vgl. http://www.handschriftencensus. de/werke/. – Angus Graham: Manuscripts containing Albertano’s works in German translation and the associated short text V. L. Online () unter: freespace.virgin.net/angus.graham/ Germ-MSS.htm. A: Wieland Schmidt: Vom Lesen und Schreiben im späten MA in: FS Ingeborg Schröbler. Hg. v. Dietrich Schmidtke/Helga Schüppert (PBB  Sonderbd.) Tübingen , S. –, hier S.  (nach München, UB, ° Cod. ms. ). L: Wieland (s. Ausg.). – Gerd Brinkhus: Eine bayerische Fürstenspiegelkompilation des . Jh. Unters. und Textausg. (MTU ), München , S. –,  f. VZ Mande, Hendrik, Dordrecht, †  Beverwijk. – Ndl. Chorherr, Mystiker. M. war ursprünglich als Schreiber für die Grafen von Holland tätig. Nachdem er Predigten von Geert → Groote gehört hatte, gab er seinen Beruf auf und wurde Anhänger der «Devotio moderna». Er ging zunächst nach Deventer und Zwolle, bevor er ab spätestens  in der Kongregation von Windesheim lebte. Dort war er als Maler und Illustrator tätig.  wurde er zum Chorherren geweiht. Zeitlebens von schwacher Gesundheit, wurde M.  auf dem Weg nach Delft von einer schweren 

Mande Krankheit befallen, der er in einem Kloster bei Beverwijk erlag. M. schuf eine Reihe volkssprachiger Abhandlungen, die jedoch nicht alle erhalten sind. Johannes Busch schreibt ihm im Liber de viris illustribus insgesamt  Texte zu. Einige dieser Schriften sind nur anonym überliefert. Manche Werke M.s schildern Visionen, die er teilweise selbst erfahren haben will, teils aber auch in Exempla andere Mönche erleben lässt. Zu diesen visionären Texten zählt M.s Apokalipsis. Andere Schriften sind allegorisch; so enthält Een devoet boecskijn vander bereydinghe ende versieringhe onser inwendigher woeninghen eine Beschreibung von Haus und Garten mit religiöser Auslegung. Daneben schuf M. Bearbeitungen und Kompilationen von Texten anderer Autoren: Vanden VII gaven des heiligen geest beruht z. B. auf Dat boec van den gheesteleken tabernacule von Jan van → Ruusbroec. In Een devoet boexken vanden binnensten ons lieft heren Jhesu Christi [...] benutzte M. De septem itineribus aeternitatis von → Bonaventura als Vorlage. Als weitere Werke M.s gelten Dat boec vanden licht der waerheid, Dialogus sive collocucio devote anime cum deo amato suo [...], Een spiegel der waarheid, Een boecskijn van drien staten eens bekierden mensche [...], Een corte enighe sprake der minnender sielen mit horen gheminden, Een devoet boexken vander volmaecster hoecheit der minnen [...], Een devoet boexken, hoe dat wij uit selen doen den ouden mensche mit sinen werken [...], Ene claghe of enighe sprake der minnender sielen [...], Eyne openbaringhe und ein Liber de vita contemplativa [...]. M. war insgesamt ein visionärer Mystiker mit apokalyptischen und kirchenkritischen Tendenzen sowie Vertreter einer stark subjektiv gefärbten Innerlichkeit. Sein Werk ist besonders von Geert Groote und Florens → Radewijns geprägt; auch → Hadewijch von Antwerpen wird von M. zitiert. Die Rezeption von M.s Schriften war nach heutiger Kenntnis gering, was auch für den dt. Raum gilt. Zwei Handschriften aus der zweiten Hälfte des . Jh. überliefern mit Ene sote unde suverlike apenbaringe de gesen heft en ynnych broder die nd. Fassung einer Vision M.s. Ein ebenfalls aus dem . Jh. stammender Kodex enthält als En innich boeck, wu dat wi uth doen sollen den oelden menschen nd. Auszüge aus M.s Een devoet boexken, hoe dat wij uit selen doen den ouden mensche mit sinen werken [...]. Möglicherweise kursierten in Deutschland noch an der Wende zum . Jh. Werke M.s, denn aus dieser Zeit ist eine entsprechende Sammlung aus einem Kölner 

Meister Michel Kloster erhalten. Sie paraphrasiert in ndl. Sprache u. a. Stellen aus M.s Een boecskijn van drien staten eens bekierden mensche [...]. Ü (nd.): . Vision: Moskau, SB (RGB), Hss.-Abt., Fonds , Nr.  (früher Lübeck, StB, Ms. theol. germ. ° ), r–v (Pap., zweite Hälfte . Jh., mnd.). – Lübeck, StB, Ms. theol. germ. ° , v–v (Pap., letztes Viertel . Jh.). . Een devoet boexken (Auszüge): Berlin, SBB, mgq , vb–rb (Pap., . Jh.). . M.-Kompilation: Köln, Hist. Arch. der Stadt, Best.  (GB °) , r–v (Pap., Ende ./frühes . Jh.). Vgl. u. a. Hans-Jochen Schiewer/Regina D. Schiewer: Norddt. Hss. in Moskau. In: Scrinium Berolinense. FS Tilo Brandis. Bd. . Hg. v. Peter Jörg Becker u. a. Berlin , S. –, hier S.  f. (Nr. ). – Roth  (s. Lit.). – Catherine Squires: Hss. in dt. Sprache bis  aus Moskauer Sammlungen. In: Manuscripta germanica. Deutschsprachige Hss. des MA in Bibl. und Arch. Osteuropas (ZfdA. Beih. ). Hg. v. Astrid Breith u. a. Stuttgart , S. –, hier S. . – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. – Zur ndl. Gesamtüberl. vgl. die Ausg. und die Arbeiten von T. Mertens (s. Lit.). A (mndl.): H. M. Bloemlezing uit zijn Werken. Hg. v. Bernard Spaapen. Tielt . – Alle Werken. Hg. v. Herman Vekeman. Nijmegen . – Visioen van H. M. vande geboorte ons Heren Exemple. Hg. v. Maurice Laudy. [Utrecht ]. – Een minnentilike claege. Hg. v. Thomas Mertens. Erftstadt . – Een spiegel der waerheit. Hg. v. dems. Ebd. . – Vanden licht der waerheit. Hg. v. dems. Ebd. . – Verz. weiterer Ausg. bei Mertens  und  (s. Lit.). Ü: ‹Apocalypse› (Excerpts), ‹A Love Complaint›, and Extract from ‹A Devout Little Book›. In: Late Medieval Mysticism of the Low Countries. Hg. v. Rik van Nieuwenhove u. a. New York u. a. , S. –. L: Jacob Cornelis van Slee, ADB  () S.  f. – T. Mertens, LexMA  () Sp. . – Detlef Metz, RGG  () S. . – Gunhild Roth, VL  () Sp. –. – Regnerus Post: The Modern Devotion. Confrontation with Reformation and Humanism. Leiden , S. –, – u. ö. – T. Mertens: H. 

. Hälfte . Jh. M. (–). Een geannoteerde Bibliogra e van de Werken over Hem en van de Uitgaven van zijn Geschriften. In: Ons Geestelijk Erf  () S. –. – Ders.: De ‹Spiegel der waerheid› en ‹Vanden zeven gaven des heilige Geests› van H. M. als compositorische Eenheid. In: ebd.  () S. –. – Ders.: H. M. en het Hoogliedcommentaar van (Pseudo-?) Richard van SintVictor. In: ebd.  () S. –. – Ders.: H. M. en de middeleeuwse Overlevering van de ‹septem itineribus› van Rudolf van Biberach. In: ebd.  () S. –. – Ders.: Het aspiratieve Gebed bij H. M. Invloed van Hugo de Balma. In: ebd. S. –. – Ders.: H. M. (?–). Teksthistorische en literairhistorische Studies. Diss. Nijmegen . – Ders.: H. M. als Visionär. In: Millennium  () S. –. – Guido de Baere: H. M.s ‹Liber de sapida sapientia› teruggevonden? In: Ons Geestelijk Erf  () S. –. – Kees Schepers: Hugo de Balma bij H. M., in ‹Vurighe begherten› en in Bedudinghe op ‹Cantiea Canticorum›. In: ebd.  () S. –. – Kurt Ruh: Gesch. der abendländischen Mystik. Bd. : Die ndl. Mystik des . bis . Jh. München , S. –. – Mathilde van Dijk: Henry M. The Making of a Male Visionary in ‹Devotio moderna›. In: Saints, Scholars, and Politicians. FS Anneke Mulder-Bakker. Hg. v. M. v. Dijk/Renée Nip. Turnhout , S. –. – Rita Schlusemann: Ndl. Lit. bis . Berlin/New York , S.  f. MM Meister Michel. – Mediziner, Rezeptautor, erste Hälfte . Jh. oder früher. M. M. wird in einer Sammelhandschrift aus der ersten Hälfte des . Jh. als Verfasser eines dt. Konsiliums genannt. Neben dem M. M. zugeschriebenen Text überliefert der Kodex auch eine dt. Fassung des → Secretum secretorum, den → Brief an die Frau von Plauen, den → Sinn der höchsten Meister von Paris sowie kleinere medizinische Rezepte und Vorschriften. M.s Konsilium bietet zunächst Anweisungen zur Behandlung von Nierensteinen, dann diätetische Empfehlungen gegen das gleiche Leiden. Zur Anwendung kommt u. a. ein Destillat auf P fferlingen. Als Adressaten des Konsiliums vermutet die Forschung einen wohlhabenden Kranken. M. M. selbst gilt als Mediziner mit akademischer Ausbildung, dessen Konsilium einfach und deutlich formuliert ist. Ü: Leipzig, UB, Ms. , v–r (Pap., erste Hälfte . Jh., ostmitteldt.). – Vgl. 

. Hälfte . Jh. Franzjosef Pensel: Verz. der dt. ma. Hss. in der UB Leipzig (DTM /). Bearb. v. Irene Stahl. Berlin , S.  f. – www.handschriftencensus.de/ . A: Keil/Boot  (s. Lit.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Ders./Christine Boot: ‹M. M. der doctor›. Ein Konsilium gegen Steinleiden aus dem ma. Schlesien. In: Jb. der Schlesischen FriedrichWilhelms-Univ. Breslau  () S. –. MM Muler, Andreas (auch: Müller). – Autor hippiatrischer Rezepte, spätestens erste Hälfte . Jh. Einem A. M. oder «Andream pistorem» werden in einem Haus- und Arzneibuch drei Rezepte zugeschrieben. Sie sind Teil eines Rezeptars, das im Kodex auf das Rossarzneibuch von Meister → Albrant folgt. In M. vermutet die Forschung aufgrund der Namensgebung und der Herkunft der Handschrift einen Müller oder Bäcker aus der Region Mühldorf am Inn. Die M. zugeschriebenen Rezepte sind in dt. und lat. Sprache verfasst. M. emp ehlt in Bier gesottene Weizenkleie zur Behandlung müder und hinkender Pferde. Zur Bekämpfung von Räude lehrt er die Herstellung einer einfachen Salbe. Eine Mischung aus Eigelb und Salz soll gegen Fußverletzungen helfen, die durch falsch genagelte oder eingetretene Nägel entstanden sind. Ü: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen , v–r (Pap., um –, mittelbair.). – Vgl. Ute Obhof: Das ‹Mühldorfer Hausund Arzneibuch› aus dem . Jh. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – www. handschriftencensus.de/. A: Eis  (s. Lit.; Teilausg.). – OnlineFaks. der Hs.: http://digital.blb-karlsruhe.de/id/ . L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Gerhard Eis: Kleine Rezeptfunde aus Hss. des . und . Jh. In: Tierärztliche Umschau  () S. –, hier S. . – Ders.: Zwei Nachr. über Pferdekuren des Müllers Andreas. In: Dt. tierärztliche Wochenschr.  () S.  f. (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S.  f.). – Ders.: Nachträge zum VL. In: Mlat. Jb.  () S. –, hier S. . MM 

Muler Ottinger (auch: Uttinger, Ottingen). – Zahnmedizinischer Fachschriftsteller, erste Hälfte (?) . Jh. Der Urheber einiger unikal überlieferter zahnmedizinischer Rezepte gilt als der älteste namentlich greifbare dt. Zahnarzt. Er dürfte im obd. Raum praktiziert haben. Die unsichere Lesung des Namens im Codex ist nur mit größtem Vorbehalt entweder auf das schwäbische Öttingen oder das oberbayerische Utting am Ammersee zu beziehen. Die einzelnen Verfahren widmen sich der Therapie von Karies, Zahnschmerz, Zahn eischerkrankungen und Zahnverfärbungen. Als Analgetikum emp ehlt O. einen Umschlag mit in Essig getränktem Hanf. Ü: Göttingen, SUB, ° Cod. Ms. hist. nat. , r–r (Pap., um  [Nachträge . Jh.], obd.); die Lesung des Namens ist nicht zweifelsfrei («Ottinger»/«Uttinger»). Die Form «Ottingen» ist hsl. nicht belegt. Im Codex ndet sich nur eine Schreibung mit Nasalstrich («Ottingˉe», v), die nicht zwingend als «Ottingen» aufzulösen ist. A: Karl Brodmann: Dt. Zahntexte in Hss. des MA. Diss. Leipzig. Wittenberg , S. –. L: Francis B. Brevart: Ottingen, VL  () Sp.  – Brodmann (s. Ausg.) S. , . – Joachim Telle: Petrus Hispanus in der altdt. Medizinlit. Unters. und Texte unter besonderer Berücksichtigung des ‹Thesaurus pauperum›. Diss. Heidelberg , S. . – Ders.: Medizinische und handwerkliche Aufzeichnungen von Willibald Pirckheimer und Nürnberger Zeitgenossen. In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –, hier S.  f. Anm. . – Wolfgang Wegner: Ottingen. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/ New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Trenbekchin (auch: Trenbekinn). – Verfasserin medizinischer Rezepte, erste Hälfte . Jh. (?). In einer Sammelhandschrift des . Jh. werden einer T. drei medizinische Rezepte zugeschrieben. Die T. ist ansonsten unbekannt. Ihre Herkunft aus der Adelsfamilie von Trennbach ist von der Forschung vermutet worden, kann aber nicht bewiesen werden. Die T. könnte Lateinkenntnisse besessen haben, da ihre ansonsten deutschsprachigen Rezepte einen lat. Satz enthalten (v). Das erste 

Die sieben Eigenkünste und umfangreichste Rezept der T. dient zur Herstellung eines Augenwassers (v). Als Vermittler wird ein Meister Niklas genannt. Die Forschung hat dessen Identität mit → Nikolaus von Rotenhaslach erwogen. U. a. aufgrund arabischer Bezeichnungen von Zutaten hat man das Rezept außerdem zu der Schrift Al-Hawi von Rhazes in Bezug gesetzt, die der T. möglicherweise bekannt war. Die beiden anderen Rezepte (r) sind deutlich kürzer und dienen der Bekämpfung von Gelbsucht und Strangurie. Insgesamt gelten die Rezepte der T. als galenische Texte mit kultisch-magischen Untertönen. Ü: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen , v, r (Pap., um –, mittelbair.). – Vgl. www.manuscripta-mediaevalia.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: Keil  (s. Lit.). – Online-Faks. der Hs.: http://digital.blb-karlsruhe.de/id/. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Ders.: Eine Donaueschinger Sammelhs. aus dem unteren Inntal. In: Ostbair. Grenzmarken  () S. – (wieder in: G. Eis: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit. Amsterdam , S. –). – Raja Tazi: Arabismen im Deutschen. Lexikalische Transferenzen vom Arabischen ins Deutsche. Berlin/New York , S. . MM Salzburger Stuhlschautraktat. – Koproskopischer Kurztraktat, frühes . Jh. Der diagnostische Kleinsttext (unter  Wörter) orientiert sich an dem thematisch entsprechenden Abschnitt aus Galens Kommentar zu den hippokratischen Prognosen. Sein unbekannter hessischer Verfasser bietet unter Verzicht auf jegliches theoretisches Beiwerk einen zweiteiligen Stuhlzeichenkatalog, der als knapper Diagnoseleitfaden an Laienpraktiker oder Patienten gerichtet ist. Beide Teile umfassen je eine Vierergruppe koproskopischer «signa mortes». Die erste listet Symptome, die «doitlich», die zweite solche, die «ane zwivel doitlich» sind. Die Beschränkung auf die notwendigste Information unterscheidet den Text vom wortreichen Tongerloschen Stuhlschautraktat (vgl. auch → Lüneburger [Wiener] Stuhlschau-Text). Ü: Salzburg, UB, Cod. M I , r (Perg. und Pap., , rheinfränkisch); Überschrift: «Von dem stole gange». Die Hs. wurde von → Konrad von Butzbach in Laubach geschrieben. A: Goehl/Keil (s. Lit.) S. . 

. Hälfte . Jh. L: Konrad Goehl, VL  () Sp. . – Ders./Gundolf Keil: Eine Salzburger spätmhd. Stuhlschau. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Wolfgang Wegner: S. S. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Die sieben Eigenkünste. – Berufskundlicher Traktat zu den Eigenkünsten (artes mechanicae), ostmitteldt., erstes Viertel . Jh. Der Traktat beschließt das Eisenacher Rechtsbuch des Johannes → Rothe; er wird in der Forschung in der Regel als eigener Text aufgeführt. Rechtsbuch und Traktat wurden um die Mitte des . Jh. gemeinsam mit Rothes Ritterspiegel zusammengebunden. Keiner dieser Texte ist anderorts parallelüberliefert. Huber/Kalning/Lähnemann  vermuten in dem Traktat eine nachträgliche Einbindung, Crecelius  einen Nachtrag, was jedoch beides nach Hilberg  kodikologisch nicht gestützt wird; spätere Nachträge folgen erst im Anschluss an den Traktat. Der Verfasser ist aus dem ostmitteldt., wohl schlesischen (Haage/Keil , Sp. ) oder thüringischen (Hilberg : Eisenach?), Sprachraum stammend; Johannes Rothe wird als Verfasser nicht in Betracht gezogen. Dennoch bestehen intertextuelle Bezüge oder zumindest Anspielungen der s. E. auf einige Passagen des Ritterspiegels, wie Crecelius  anhand mehrerer Textbelege glaubhaft macht. Der Textaufbau des Traktats orientiert sich am gängigen artes-Schema, das auf dem Didascalicon de studio legendi → Hugos von St. Victor basiert, hier jedoch stellenweise abgewandelt wurde (vgl. Eis ). Der Traktat stellt eine umfangreiche Systematisierung der handwerklichen Berufe dar. In der Einleitung über die ‹artes liberales› («syben […] fryen kunste»), denen die ‹artes mechanicae› («sebin eygin kunste») untergeordnet seien, werden deren sieben ‹Künste› zunächst allgemein aufgezählt: die «buwinde», «webinde», «schiffinde kunst», die «ackerkunst», die «spisinde kunst», die «arczinde kunst» und die «hofekunst». Der Textkern selbst besteht aus sieben Kapiteln und ist sprachlich stark formelhaft durchweg nach demselben, kaskadierenden Schema gegliedert: Die jeweilige ‹Kunst› wird in unterschiedliche ‹Haupthandwerke› («houpt handwerg») als 

. Hälfte . Jh. «Gewerbe-Bereiche» (Haage/Keil , Sp. ) unterteilt, denen wiederum durch Aufzählung die jeweiligen ‹Unterhandwerke› im Sinne ihrer «einzelnen Berufe» (Haage/Keil , Sp. ) zugeordnet werden. Manche der ‹Künste› wie das Bauhandwerk oder das Bekleidung und Textilien herstellende Gewerbe scheinem dem Verfasser vertrauter als andere, weil hier sechs Haupthandwerke aufgezählt werden; die übrigen müssen mit nur zwei bis vier auskommen. Nach Haage/Keil  spiegelt die geschilderte Professionalisierung stellenweise oderländische Verhältnisse wider. So bezeuge der «slangenfenger» der «arczinden kunst» spezi sch oberschlesische Sonderbedingungen der Heilberufe, die auf → Nikolaus von Polen (bzw. → Nikolaus von Mumpelier) zurückgehen. Die «vechter» als Haupthandwerk der «hofekunst» und ihre ‹Unterhandwerke› setzt Bauer  in den Kontext der Fechtmeister als Protagonisten frühnhd. Fechtlehren. Für die Erforschung der volkssprachigen Fachprosa ist der Traktat über die s. E. zu besonderer Bedeutung gekommen, da Eis  ihn seiner Untergliederung der «ungeordneten Masse» an «Denkmälern der Fachliteratur» zu Grunde legte. Auf diese Gliederung wird seither innerhalb der (altgermanistischen) Fachprosaforschung immer wieder zurückgegriffen. Ü: Kassel, UB/LMB, ° Ms. poet. et roman. , r–r (im Kontext des Eisenacher Rechtsbuchs des Johannes Rothe, erste Hälfte . Jh., ostmitteldt., wohl schlesisch [Haage/Keil , Sp. ] oder thüringisch [Hilberg : Eisenach?]). Vollständige Abbildung des Codex online zugänglich. A: Crecelius  (s. Lit.). – Rondi  (s. Lit.) mit nhd. Übersetzung. L: Bernhard D. Haage/Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – W. Crecelius: Die sieben freien [sic!] Künste. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit, NF  () S.  f., –. – Gerhard Eis: D. s. E. und ihre altdt. Literaturdenkmäler. In: Forschungen und Fortschritte  () S. –. – Peter Rondi: Eisenacher Rechtsbuch (Germanenrecht NF, Abt. Stadtrechtsbücher ). Weimar . – Ulrich-Dieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Bd. : Beschreibung der Hss. Köln/Wien , S.  f. (Nr. ). – Birgitt Hilberg: Manuscripta Poetica et Romanensia. Manuscripta Theatralia (Die Hss. der Gesamthochschulbibl. Kassel – Landesbibl. und Murhardsche Bibl. 

Vogelfangbüchlein vom Bodensee der Stadt Kassel ,). Wiesbaden , S.  f. – Christoph Huber u. a.: Johannes Rothe ‹Der Ritterspiegel›. In: «bescheidenheit». Dt. Lit. des MA in Eisenach und Erfurt. Kat. zur Ausstellung der Universitäts- und Forschungsbibl. Erfurt/Gotha in der Universitätsbibl. Erfurt vom . August bis . Oktober . Hg. v. Christoph Fasbender. Gotha , S.  f. (B..). – Johannes Rothe, Der Ritterspiegel. Hg., übers. und komm. v. Ch. Fasbender/Pamela Kalning. Berlin/New York , S. – (zur Hs.). – Matthias Johannes Bauer: ‹Einen Zedel fechter ich mich ruem/Im Schwerd vnd Messer vngestuem›. Fechtmeister als Protagonisten und als (fach-)literarisches Motiv in den deutschsprachigen Fechtlehren des MA und der Frühen Neuzeit. In: Zweikämpfer. Fechtmeister – Kämpen – Samurai. Hg. v. Christian Jaser/Uwe Israel = Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Zs. des Mediävistenverbandes  () S. –. MJB Vogelfangbüchlein vom Bodensee (auch: Vogeljagdbüchlein vom Bodensee, Von voglen zuo vahen). – Jagdtraktat, erste Hälfte . Jh. Das V. v. B. versammelt Anweisungen für die Jagd auf Feder- und Rotwild sowie den Fischfang. Der anonyme Verfasser emp ehlt dazu u. a. die Benutzung von Giftködern, lähmenden Kräutern (z. B. Bilsenkraut) und Blendlaternen. Die Forschung hat die Ähnlichkeit der im V. v. B. empfohlenen Methoden mit den Anweisungen in → Vogelfang und Hasensuche betont. Hauptquelle des Traktats ist die → Jüngere dt. Habichtslehre, aus der sich der erste Teil des Texts speist (r–v). Im zweiten Abschnitt behandelt das V. v. B. Federwild und Fische (v–v), anschließend die Jagd auf Rotwild. Das V. v. B. ist nur in einer Sammelhandschrift überliefert. Der Kodex enthält u. a. auch das Rossarzneibuch von Meister → Albrant, Rezeptare des → Heinrich von Lauingen, das Arzneibuch von Papst → Clemens’ Rossarzt sowie das → Fischbüchlein vom Bodensee. Eine Datierung des Traktats ist nur annähernd möglich: Das V. v. B. beruht teilweise auf der Jüngeren dt. Habichtslehre (um Wende ./. Jh.), während die Handschrift des Traktats auf um  datiert wird. Diese Eckdaten legen eine Entstehung des Textes in der ersten Hälfte des . Jh. nahe. Ü: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen , r–r (Pap., um , östliches 

Starck Hochalemannisch). – Vgl. www.handschriftencensus.de/, mit abweichenden Angaben zu Keil  (s. Lit.). Vgl. auch Ute Obhof: Ein Haus- und Arzneibuch des . Jh. aus der Bibl. des Sammlers Joseph von Laßberg. In: Schr. des Ver. für Gesch. und Naturgesch. der Baar  () S. – (auch in: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen /, /, S. –). A: Eis  (s. Lit.). – Eis  (s. Lit.; Teilausg.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Gerhard Eis: Ein Vogeljagdbüchlein v. B. In: PBB (Tüb.)  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –,  f.). – Ders.: Zur Beurteilung der Tierversuche des Paracelsus. In: Forschungen und Fortschritte  () S. – (wieder in: Ders.: Vor und nach Paracelsus. Unters. über Hohenheims Traditionsverbundenheit und Nachrichten über seine Anhänger. Stuttgart , S. –). – Baudouin van den Abeele: La Littérature Cynégétique. Turnhout , S. . – V. v. B. In: SpätMA am Oberrhein / . Große Landesausstellung Baden-Württemberg ..–... Alltag, Handwerk und Handel –. Katalogbd. Red. Jürgen Krüger. Stuttgart , S. . MM Fischbüchlein vom Bodensee. – Sammlung von Rezepten für den Fischfang, um  oder früher. Das F. v. B. ist in einer Sammelhandschrift mit überwiegend human- und veterinärmedizinischen Texten überliefert. Der Kodex enthält u. a. die → Rossaventüre, das Rossarzneibuch von Meister → Albrant, Rezeptare des → Heinrich von Lauingen, das Arzneibuch von Papst → Clemens’ Rossarzt sowie das → Vogelfangbüchlein vom Bodensee. Die Handschrift wurde um  angelegt, also dürfte auch das F. v. B. spätestens um diese Zeit entstanden sein. Die enthaltenen Fischfangrezepte sind bis auf eine Ausnahme in dt. Sprache verfasst und verwenden meist Lockköder, die im Kodex teilweise auch bildlich dargestellt werden. Für den Fischfang unter Wasser emp ehlt das F. v. B. einen Helm mit Schnorchelatmung. Der Autor der Sammlung ist unbekannt. Man hat in ihm einen wohlsituierten Bürger vermutet. Er besaß wahrscheinlich rudimentäre Lateinkenntnisse, da ein Rezept lat. Bestandteile aufweist. Insgesamt gilt die Rezeptsammlung in der Forschung als durchaus eigenständiges Werk, das nicht 

. Hälfte . Jh. auf eine bestimmte Quelle zurückgeführt werden kann. Die Rezepte stammen wahrscheinlich aus örtlicher, vielleicht mündlicher Überlieferung. Als Gewährsleute nennt das F. v. B. einen Fischer Johannes Morell, einen «Spengler von Tiengen» und einen «Schenken, der von Balb vogt». Ü: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen , r–v (Pap., um , östliches Hochalemannisch). Vgl. www.handschriftencensus.de/. – Ute Obhof: Ein Haus- und Arzneibuch des . Jh. aus der Bibl. des Sammlers Joseph von Laßberg. In: Schr. des Ver. für Gesch. und Naturgesch. der Baar  () S. – (auch in: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen / [/] S. –). A: Hoffmeister  (s. Lit.). L: Frieder Schanze, VL  () Sp. . – Gerhard Eis: Ein Vogeljagdbüchlein vom Bodensee. In: PBB (Tüb.)  () S. – (wieder in: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –,  f.). – Gerhart Hoffmeister: Fischer- und Tauchertexte vom Bodensee. In: Fachlit. des MA. FS G. Eis. Hg. v. Rudolf Keil u. a. Stuttgart , S. –. – G. Eis: Fachrezepte für Fischer. In: Ders.: Forschungen zur Fachprosa. Ausgewählte Beitr. Bern u. a. , S. –. – Ders.: Altdt. Fachschr. als Urkunden des zivilisatorischen Fortschritts. In: Fachprosaforschung. Acht Vorträge zur ma. Arteslit. Hg. v. Gundolf Keil/Peter Assion. Berlin , S. –. – Bernhard Dietrich Haage/ Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . MM Starck, Ulrich, * vor , † um den ... – Kaufmann, Verfasser von Wirtschaftsbüchern. S. war der Sohn des  verstorbenen Hans II. S., eines Nürnberger Kaufmanns und Patriziers. Der Familie wurde  ein kaiserlicher Wappenbrief ausgestellt. Im selben Jahr heiratete S. in die Patrizierfamilie Pirckheimer ein. Später gelangte er als Kaufmann zu großem Wohlstand und unternahm Reisen nach Venedig () und Rom (). Auch trat er als Stifter hervor. Ab  gehörte er dem Nürnberger Stadtrat an. Von wirtschafts- und kulturhistorischem Interesse ist S. wegen der von ihm hinterlassenen Wirtschaftsbücher in dt. Sprache. Die erhaltenen Aufzeichnungen setzen  ein und werden bis  S. selbst 

. Hälfte . Jh. zugeschrieben. Spätere, von anderen Familienmitgliedern erstellte Bände reichen bis . S.s Bücher vermerken zum einen grundlegende nanzielle bzw. wirtschaftliche Daten, etwa über S.s Einkünfte, Zinsen, Darlehen und Naturalienbesitz. Sie bieten zum andern Einblicke in S.s Geschäftsbeziehungen, die u. a. nach Leipzig, Zürich, Wien und Rom reichten. Daneben erlauben sie Rückschlüsse auf die von S. gehandelten Produkte, darunter zeitübliche Gebrauchsgüter (u. a. Wolle, Gewürze) und Luxuswaren wie Edelsteine. Die Bücher enthalten auch Gästelisten einer von S. betriebenen Kaufmannsherberge sowie ein mit einem Ehevertrag vergleichbares Übereinkommen zwischen S. und seinem Schwiegersohn aus dem Jahr . Weitere Schriften S.s, darunter Memorialbücher, sind durch Erwähnungen belegbar, gelten aber als verloren. S.s Wirtschaftsbücher werden zu der bedeutenden Gruppe früher kaufmännischer Aufzeichnungen in dt. Sprache gezählt, der auch das → Runtingerbuch und die Werke Ulmann → Stromers, → Vickos von Geldersen, der Brüder → Veckinchusen sowie Berthold und Endres → Tuchers angehören. Ü: Nürnberg, Staatsarch., Reichsstadt Nürnberg, Salbücher, Rep. , Nr.  b (–; Autograph). – Ebd., Nr.  c (–, Autograph). – Ebd., Nr.  d (–; Autograph). – Spätere Fortsetzung ebd., Nr.  e- h (–). L: Helgard Ulmschneider, VL  () Sp. –. – Alfred Köberlin: Aus dem Hausbuch eines Nürnberger Kaufherren im . Jh. In: Allg. Ztg.  (..) Beilage, S.  f. – Aloys Schulte: Gesch. der Großen Ravensburger Handelsges. –. Bd. . Stuttgart , S.  f. – Julie Meyer: Die Entstehung des Patriziats in Nürnberg. In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –, hier S. –, . – Wolfgang Stromer von Reichenbach: Die Nürnberger Handelsges. Gruber-Podmer-Stromer im . Jh. Nürnberg , S. , . – Wilhelm G. Neukam: U. S., ein Nürnberger Handelsherr und Unternehmer († ). In: Beitr. zur Wirtschaftsgesch. Nürnbergs. Bd. . Hg. vom Stadtarch. Nürnberg. Nürnberg , S. –. – Wiltrud Eikenberg: Das Handelshaus der Runtinger zu Regensburg. Ein Spiegel süddt. Rechts-, Handels- und Wirtschaftslebens im ausgehenden . Jh. Göttingen , S.  f. – Christa Schaper: Die Familie Tracht. Kau eute und Unternehmer. 

Landbuch der March In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –, hier S. –, . – Gunther Friedrich: Bibliogr. zum Patriziat der Reichsstadt Nürnberg. Nürnberg , S.  f. – Michael Diefenbacher: Stark von Röckenhof, Patrizierfamilie. In: Stadtlex. Nürnberg. Hg. v. dems./Rudolf Endres. Nürnberg , S.  f. – Gerhard Fouquet: ‹Freundschaft› und ‹Feindschaft›. Stadtadlige Verwandtschaftsfamilien in dt. Städten des SpätMA. In: Die Familie in der Ges. des MA. Hg. v. Karl-Heinz Spieß. Ost ldern , S. –. MM Landbuch der March. – Um . Die March, heute ein Bezirk des Kantons Schwyz, konnte sich im . und . Jh. ungeachtet der herrschaftlichen Rechte der Habsburger und Grafen von Toggenburg eigenständig entfalten. So wird im L. d. M. erstmals ein aus  Mitgliedern bestehender Landrat erwähnt; höchste Landesämter waren Landammann, Statthalter, Säckelmeister, Landschreiber, Landweibel und Baumeister. Zum Schutz und zur Bekämpfung (vor allem) äußerer Feinde hatte die March mit Schwyz in den Jahren  und  Landrechtsverträge geschlossen; seit  übte Schwyz dank königlicher Privilegierung den Blutbann in der March aus. Die Entstehung des in obd. Sprache verfassten L. d. M. fällt mit den ersten Aufzeichnungen Schweizer Landrechte zusammen: dem Landbuch von Glarus (), dem Rechtsbuch von Zug (), dem Landbuch von Obwalden (Mitte des . Jh.?), dem «Rechtbuch» von Nidwalden () und dem Landrecht von Schwyz (Ende . Jh.?). Eingangs wird erwähnt, dass der Landammann, der Landrat und «gemein landlüt» einhellig das nachfolgende Landrecht («als es von allter her an uns ist kommen») niederschrieben ließen und bestätigten. In insgesamt  Artikeln (mit Nachträgen bis ) werden folgende Inhalte behandelt: Nach verfassungsrechtlichen Gegenständen und Ausführungen zur Freiheit der Marcher Landleute folgen erbrechtliche Gegenstände (weitere Bestimmungen zum Erbrecht werden noch in späteren Artikeln nachgetragen). Daran schließt sich die «Ordnung» des Landammanns Arnold Hegner an sowie Bestimmungen zum Landfrieden und Prozessrecht. Viel Raum nehmen die Vereinbarungen der March mit Schwyz zum Güterverkehr und anderen Dingen ein. Es folgen u. a. Bestimmungen zu Beleidigung und Verleumdung, Eherecht und Morgengabe, Vormundschaft, Instandhaltung der Straßen, 

Petrarca Waldnutzung, Aufnahme neuer Landleute, Jahrmärkten u. a. m. Insgesamt handelt es sich beim L. d. M. um eine unsystematische Zusammenstellung von landammannlichen Ordnungen, Vertragsinhalten mit Schwyz u. a. m., die mindestens bis in etwa die Mitte des . Jh. zurückreichen (in Art.  ist von einer Verordnung aus dem «LXVII jar» die Rede, in Art.  vom «LXVI jar»). Ü (nach Klothing ): Das L. d. M. liegt in vier Rezensionen aus dem Zeitraum von  bis  vor (zweite Rezension von , dritte Rezension von ca. ). Die älteste Fassung ist in einer Handschrift, in der dem eigentlichen Text ein Blatt mit der Jahreszahl  vorangestellt wurde, mit  Blättern erhalten, in der mehrere Schreiberhände nachgewiesen werden können. Sie wurde mit späteren Ergänzungen bis zum Jahr , aus dem die nachfolgende Rezension stammt, versehen. Daran schließen sich Namenslisten und Erneuerungen des Landbuches von  bis  an. Die zweite Rezension mit Nachträgen bis zum Jahr  umfasst insgesamt  Artikel mit dem «Großen Gebet» und historiographischen Notizen; die beiden nachfolgenden Rezensionen nehmen noch an Umfang zu und weichen von den ersten beiden Rezensionen erheblich ab. A: Martin Kothing (Hg.): Die Rechtsquellen der Bezirke des Kantons Schwyz als Folge zum Landbuch von Schwyz. Basel . L: Josef Wiget: March. In: HLS (online). – Johann Jakob Blumer: Staats- und Rechtsgesch. der schweizerischen Demokratien oder der Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug und Appenzell. Tl. . St. Gallen . – Henri Legras-Herm: Grundriss der schweizerischen Rechtsgesch. Zürich . – Regula Hegner: Gesch. der March unter schwyzerischer Oberhoheit. Schwyz . – Louis Carlen: Rechtsgesch. der Schweiz. Eine Einf. Bern  (). – Johannes Heim (Hg.): Kleine Gesch. der March. Bd. . Siebnen . – Niklaus Flüeler (Hg.): Schwyz. Portrait eines Kantons. Schwyz . – René Pahud de Mortanges: Schweizerische Rechtsgesch. Ein Grundriss. Zürich u. a. . MM Petrarca, Francesco, * .. Arezzo, † ..  Arquà. – Italienischer Dichter und Geschichtsschreiber. P. war der Sohn des Notars Ser Petracco (auch Petraccolo oder Patracholo, *  oder ) und 

. Hälfte . Jh. der Eletta de’ Canigiani († vermutlich  oder ). Sein Vater, der / vorübergehend der Signoria in Florenz angehörte, wurde, als  im Zuge der Parteienkämpfe die Guel Neri die Macht in Florenz übernahmen, als ein der Gegenpartei Nahestehender ins Exil geschickt; im selben Jahr wurde Dante Alighieri (–) aus Florenz vertrieben. Anfang  zog P. mit seiner Mutter auf den Besitz der väterlichen Familie in Incisa (nördlich von Arezzo). Nach einem kurzen Aufenthalt in Pisa entschloß sich P.s Vater  nach Südfrankreich überzusiedeln, wo er eine Beschäftigung im Umkreis des päpstlichen Hofes in Avignon fand. Die Familie wohnte im nahe gelegenen Carprentras; P. wurde von dem ebenfalls vertriebenen Notar Convenevole da Prato (/ –) mit dem Lateinischen und mit → Cicero vertraut gemacht.  nahm P. in Montpellier das Studium der Rechte auf, das er ab  in Bologna fortsetzte. Wesentlich größeres Interesse als für die Jurisprudenz brachte er für die lat. und volkssprachliche Literatur auf. Nach dem Tod seines Vaters  brach er das nie mit Begeisterung betriebene Studium der Rechte ab, kehrte nach Avignon zurück, entschloss sich zu einem Leben im Dienst der Kirche, um so ein Auskommen zu nden, und emp ng die niederen Weihen. In diese Zeit der Umorientierung fällt die auf den frühen Morgen des .. datierte erste Begegnung mit «Laura» in der Kirche Sainte-Claire in Avignon, der P. im Lauf seines Lebens zahlreiche Gedichte widmete.  wurde P., der in den Genuss von mehreren kirchlichen Pfründen kam, als «Capellanus continuus commensalis» Familiar des aus einem einussreichen römischen Adelsgeschlecht stammenden Kardinals Giovanni Colonna; im selben Jahr begleitete er dessen Bruder Giacomo, den er in Bologna kennengelernt hatte, zu dessen neuen Bischofsitz Lombez in der Gascogne. P. bereiste  Nordfrankreich, Flandern und das Rheinland (Aachen, Köln), begab sich gegen Ende  auf eine Reise nach Rom und zog sich im folgenden Jahr nach Vaucluse bei Avignon zurück. Den in das Jahr  datierten Brief über seine Besteigung des Mont Ventoux und die damit verbundene Bekehrung, ein berühmtes Beispiel der literarischen Stilisierungen P.s, widmete er dem gelehrten Augustinereremiten Dionigi da Borgo San Sepolcro, durch den er die Confessiones des → Augustinus kennengelernt hatte. Von der ursprünglich geplanten Geschichte Roms – nach 

. Hälfte . Jh. dem Muster des verehrten Livius – von den Anfängen bis auf Kaiser Titus blieb die auf Herrscher und Feldherren beschränkte Vitensammlung De viris illustribus übrig, die P. bis kurz vor seinem Tod überarbeitete. Um  begann er mit der Niederschrift seines hexametrischen, vor allem an Livius, → Vergil und Cicero orientierten Epos Africa, in dessen Zentrum der römische Feldherr Scipio Africanus und der Sieg über Karthago im Zweiten Punischen Krieg stehen. An Ostern  wurde P. – nach einem «examen privatum» durch König Robert von Anjou in Neapel – auf dem Kapitol in Rom zum Dichter gekrönt (vgl. Epistolae metricae II.). Als Gast Azzos da Correggio (–) in Parma schloss er im Sommer desselben Jahres die erste, in neun Bücher gegliederte Fassung von Africa ab. In die Zeit des Eintritts seines Bruders Gherardo (* vermutlich ) in das Kartäuserkloster Montrieux datieren P.s erste Entwürfe des Textes De secreto con ictu curarum mearum. Das sich als Niederschrift eines Gesprächs mit der personizierten Wahrheit und Augustinus gebende Werk wurde erst nach P.s Tod durch die Abschrift des Tedaldo della Casa (/) bekannt.  in diplomatischer Mission bei Johanna I., der neuen Königin von Neapel, begann P. auf dem Rückweg in Parma die Arbeit an seinen Rerum memorandum libri, die sich anhand von Beispielen mit den Tugenden befassen; für deren De nition griff er auf Ciceros Werk De inventione zurück. Angesichts der Kon ikte in Parma nach dem Tod Simones da Correggio entschloss sich P. zur Flucht. Diese führte ihn über Bologna nach Verona, wo er  in der Bibliothek der Kapitelkirche Ciceros Briefe an seine Freunde Atticus und Brutus sowie an seinen Bruder Quintus entdeckte.  verfasste P., wieder zurückgezogen in Vaucluse lebend, De vita solitaria, dann De otio religioso (); in beiden Werken, die eine intensive Beschäftigung mit Augustinus erkennen lassen, befasste er sich mit dem Sinn menschlichen Lebens, Grundlage für seine künftige Auseinandersetzung mit Fragen der christlich-tugendhaften Lebensgestaltung. Durch P.s Parteinahme für Cola di Rienzo (–) und dessen Bestreben, eine römische Volksregierung zu errichten, kam es zum Bruch mit der Familie Colonna, seinen langjährigen Gönnern. Seit Ende  hielt sich P. in Italien auf (u. a. in Parma, Padua, Ferrara, Mantua und Verona);  lernte er auf der Rückkehr von Rom in Florenz Giovanni Boccaccio (–) kennen. Während 

Petrarca P.s letzten Aufenthalts in Avignon und Vaucluse / entstanden die vier Bücher der Invective contra medicum, die aus einer Auseinandersetzung mit einem Arzt im päpstlichen Umfeld hervorgingen, und der größte Teil seiner Epistole sine nomine, einer heftigen Kritik an der Politik der Kurie und an den Sitten am Papsthof in Avignon (vgl. auch das zwölf lat. Eklogen umfassende Bucolicum carmen).  trat P. in Mailand in den Dienst der durch tyrannische Politik ihren Ein ussbereich stetig vergrößernden Familie der Visconti (vgl. P.s Rechtfertigung in: Invectiva contra quendam magni status hominem sed nullius scientie aut virtutis. In: Opere latine. A cura di Antonietta Bufano. Turin , Bd. , S. –, hier S. –), für die er diplomatische Missionen übernahm, u. a.  zu → Karl IV. nach Prag – seit  stand P. in brie ichem Kontakt mit dem Kaiser, später auch mit dessen Kanzler → Johann von Neumarkt – und  zu König Johann II. von Frankreich (–), der erst kurz zuvor aus seiner Gefangenschaft in London nach Paris zurückgekehrt war.  oh P. vor der Pest, an der sein Sohn Giovanni (* ) starb, nach Venedig, wo ihm ein Palazzo an der Riva degli Schiavoni zur Verfügung gestellt wurde. Dort setzte er die Arbeit an der Briefsammlung Rerum familiarium libri (Familiares, –, ingsgesamt  Bücher,  Briefe) fort, deren Adressaten neun der hervorragendsten Schriftsteller der Antike sind, begann mit den Rerum senilium libri (Seniles, –,  Bücher,  Briefe; das letzte Buch hätte der mit den Ereignissen von  abbrechende «Brief an die Nachwelt» [«Posteritati»] bilden sollen) und schloss das in Mailand begonnene Buch De remediis utriusque fortunae ab. Seit Ende  in Padua lebend, wo es  zu einem letzten Treffen mit Boccaccio kam, schrieb P. den polemischen Traktat De sui ipsius et multorum ignorantia. In dieser Streitschrift antwortete er von einem christlichen Standpunkt aus vier jungen venezianischen Averroisten, die ihn als «ydiotam» bezeichnet hatten, indem er, sich vor allem auf Platon («A maioribus Plato, Aristoteles laudatur a pluribus», S. ) und Cicero stützend, die Irrelevanz bloßen philosophischen Wissens gegenüber einer auf das menschliche Dasein ausgerichteten Tugendlehre betonte. Im selben Jahr vermittelte er in Pavia zwischen Kaiser Karl IV. und den Visconti.  ließ sich P. endültig in Arquà (heute Arquà Petrarca) in den Colli Euganei südlich von Padua nieder, wo ihm Francesco da Carrara (–, 

Petrarca – Signore der Stadt) ein Gründstück für ein Haus geschenkt hatte. Ab  lebte auch P.s Tochter Francesca (* ; von ihrer Mutter ist wie im Fall von P.s Sohn Giovanni nichts bekannt), die schon  in P.s Haus in Venedig gezogen war, mit ihrer Familie in Arquà. An seinem letzten Aufenthaltsort setzte P., der eine der größten Privatbibliotheken seiner Zeit besaß, neben der bearbeitenden Übersetzung der Boccaccio-Novelle Griseldis seine Arbeit an der Vitensammlung fort, die er ebensowenig abschloss wie die Ende der er Jahre begonnene allegorisch-didaktische Dichtung in Terzinen, den Trion , deren Teil Triumphus eternitatis er in seinem Sterbejahr verfasste. Bis zuletzt arbeitete P. an seinen Rerum vulgarium fragmenta, die er nach einer ersten Zusammenstellung einiger «Rime»  – in insgesamt neun Redaktionen – zu einer Sammlung von  Gedichten ausbaute. Durchgängiges Thema ist die unerfüllte Liebe des lyrischen Ich zu «Laura». Der erste Teil (–) des Canzoniere enthält die Gedichte an die lebende («In vita»), der zweite Teil (–) an die tote («In morte») Geliebte. A (Auswahl): Edizione nazionale delle opere di F. P. Florenz – (mit Bd.  [recte Bd. ,] Erscheinen eingestellt). – Ältere Gesamtausgabe: Francisci Petrarchae [...] Opera quae extant omnia [...].  Bde. Basel: Henricus Petri,  (Nachdr. Ridgewood/NJ, ). – Rime, Trion e Poesie latine. Hg. v. Ferdinando Neri/ Guido Martelotti/Enrico Bianchi/Natalino Sapegno (La letteratura italiana, Storia e testi ). Mailand/Neapel . – Prose. Hg. v. G. Martelotti/ Pier G. Ricci/Eugenio Carrara/E. Bianchi (La letteratura Italiana. Storia e testi ). Mailand/Neapel . – Opere latine. Hg. v. Antonietta Bufano, unter Mitarbeit von Basile Aracri und Clara Krauss Reggiani. Einleitung von Manlio Pastore Stocchi.  Bde. Turin  (Erstausg. ). – Opere italiene. Edizione diretta di Marco Santagata. Vol. I: Canzoniere. Edizione commentata a cura di M. Santagata. Vol. II: Trion , rime estravaganti, codice degli abbozzi. A cura di Vinicio Pacca e Laura Paolino. Introduzione di M. Santagata. Mailand  (Vol. I: . ed., nuova ed. aggiornata. ; Vol. II: . ed. ). D Ü   A (Auswahl): P.s Briefwechsel mit dt. Zeitgenossen. Unter Mitwirkung Konrad Burdachs hg. v. Paul Piur. Mit einem Anhang: P.s sonstige Berichte und Urteile über Deutschland (Vom 

. Hälfte . Jh. MA zur Reformation. Forschungen zur Gesch. der dt. Bildung ). Berlin . – Dichtungen, Briefe, Schriften. Auswahl und Einleitung von Hanns W. Eppelsheimer. Frankfurt/M. . – Canzoniere. Nach einer Interlinearübersetzung von Geraldine Gabor in dt. Verse gebracht von Ernst-Jürgen Dreyer. Mit Anm. zu den Gedichten von Geraldine Gabor. Basel/Frankfurt/M.  (., verb. Au . ). – De sui ipsius et multorum ignorantia. Über seine und vieler anderer Unwissenheit. Lat.-Dt. Übers. v. Klaus Kubusch. Hg. und eingel. v. August Buck. Hamburg  (zit.). – Die Besteigung des Mont Ventoux. Aus dem Lateinischen übers. und mit einem Nachwort versehen von Kurt Steinmann. Stuttgart . – Stierle  (s. Lit.) S. – (aus dem ‹Canzoniere›, zweisprachig). – Epistolae familiares XXIV. Vertrauliche Briefe. Lat. – Dt. Übers., komm. und mit einem Nachwort von Florian Neumann (excerpta classica ). Mainz . – Familiaria. Bücher der Vertraulichkeiten. Hg. v. Berthe Widmer.  Bde. Berlin/ New York , . – Canzoniere.  Gedichte mit Kommentar. Italienisch/Deutsch. Übers. und hg. v. Peter Brockmeier. Stuttgart . – Africa. Lat. – Dt. Hg., übers. und mit einem Nachwort von Bernhard Huss und Gerhard Regn.  Bde. Mainz . – Secretum meum. Mein Geheimnis. Lat.-Dt. Hg., übers. und mit einem Nachwort von B. Huss und G. Regn. ., neu bearb. Au . Mainz . In dt. Sprache wurden im MA von den Werken P.s lediglich De remediis utriusque fortune, ein Brief (Sen XI ) aus der Sammlung Seniles und die Historia Griseldis rezipiert. . Das zwischen  und  entstandene Werk De remediis utriusque fortune enthält Lehrdialoge über Heilmittel sowohl gegen Unglück als auch gegen übergroßes Glück. Das in zwei thematisch geschlossene Bücher unterteilte Kompendium lässt im ersten Teil ( Kapitel) ratio, gaudium und spes, im zweiten Teil ( Kapitel) ratio, dolor und metus als allegorische Sprecher auftreten. Jedem Teil geht eine umfangreiche Einleitung voraus. a) Die älteste dt. Übersetzung von De remediis entstand in der ersten Hälfte des . Jh.; sie ist nur mehr etwa zu einem Achtel erhalten (Buch I, Kap.  f.,  f., –, ,  f.; Buch II, Vorrede, Kap. –, –, –). Einzelne Kapitel hat der unbekannte Übersetzer gekürzt. b) Von den von ihm überaus geschätzten Lehrdialogen P.s übersetzte → Niklas von Wyle zwei 

. Hälfte . Jh. Dialoge aus Buch II: ,  («De uxoris amissione»); ,  («De infamia»). c) Adam → Wernher (von Themar) übersetzte vier Kapitel aus dem Buch II:  («De patria obsessa»),  («De patria eversa»),  («De incendio»),  («De adversa valetudine»). Zeitpunkt und Adressat der nur in einem Druck Jakob → Köbels (Oppenheim ) überlieferten Übersetzungen sind ungeklärt. Dem Leser möglicherweise unbekannte historische Beispiele der Vorlage ersetzte Wernher durch zeitgeschichtlich bekannte. d) Für einen ersten Druck von P.s De remediis gewannen der Augsburger Stadtarzt und Apotheker Sigmund Grimm und der wohlhabende Kaufmann Marx → Wirsung, die seit  eine gemeinsame Verlagsdruckerei betrieben, den Nürnberger Peter Stahel (– Genannter des Größeren Rats) als Übersetzer. Er übersetzte Buch I und erste Teile von Buch II; am Ende des ersten Buchs nennt er sich mit Namen («Peter Stae chel Burger z˚u Nurnberg / nachfolger der Poeterey»). Nach dessen Tod  führte Georg Spalatin (–), Chronist und Hofkaplan Friedrichs III., die Arbeit zu Ende. Das erst  von Heinrich Steiner († ; zur Vorgeschichte des Drucks vgl. Künast, S.  f.) in Augsburg aus der Konkursmasse der  bankrott gegangenen Ofzin Grimms herausgebrachte Werk aus den Jahren –, dem Sebastian → Brant († ) als Berater zur Verfügung gestanden hatte, enthält  Holzschnitte (Schlussdatum ) des anonym gebliebenen Petrarca-Meisters. Das aufwendig gestaltete Werk mit seiner eng am Buchstaben der lat. Vorlage haftenden Übersetzung wurde jedoch kein Erfolg. Dieser stellte sich erst ein bei der neuen Übersetzung bzw. Paraphrase () durch Stephan Vigilius (Wacker, † ), der seit Lehrer an der Lateinschule bei St. Anna in Augsburg war. Die Neuübersetzung wurde bis ins . Jh. nachgedruckt (Augsburg , ; Frankfurt/M. , , , , , , ; vgl. Musper, S. –, Knape ,  f.). Über seine Lesart und sein Verständnis des Werkes, das er «in einen strikt theologischen Rahmen, den der neuen reformatorischen Theologie» (Worstbrock , S. ), stellt, gibt Vigilius in seiner Vorrede Auskunft. Er veränderte die literarische Form von P.s Text, indem er die kurzen Affektbekundungen zusammenstrich. Den so «nahezu zu bloßer ‹Ratio›-Rede redigierten» (ebd., S. ) P.-Text versah er durchgehend 

Petrarca mit Marginalglossen und «stellte [...] jedem Kapitel nach der Überschrift ein lateinisches Distichon samt deutscher Übersetzung in zwei Reimpaaren voran» (ebd., S. ). Diese  lat. und  dt. Verse stammten von dem befreundeten Augsburger Kollegen Johannes Pinicianus (/–). Ü: a) Innsbruck, ULB, Fragm. ,  Doppelbll. (Perg., um –, [Ost-?]Tirol; Abschrift); vgl. Schönbach , S. –; Knape , S. –, –; Knapp. – b) Druck: Zuerst in den Translationen. Esslingen: Konrad Fyner, «Kurz nach .IV.» (urn:nbn:de:bvb:bsb–). Faks. der Bll. b–a bei Knape , S. –. – d) Druck: FRanciscus Petrarcha. Von der Artzney bayder Glück des g˚uten vnd widerwertigen. Vnnd weß sich ain yeder inn Gelück vnd vnglück halten sol. [...] Mit künstlichen fyguren durche auß gantz lustig vnd schon gezyeret. [...]. Esslingen: Heinrich Steiner, . A: a) Joachim Knape: Die ältesten dt. Übersetzungen von P.s ‹Glücksbuch›. Texte und Unters. (Gratia. Bamberger Schr. zur Renaissanceforschung ). Bamberg , S. –. – Heilmittel gegen Glück und Unglück. De remediis utriusque fortunae. Lat.-dt. Ausg. in Auswahl. Übers. u. komm. von Rudolf Schottlaender. Hg. v. Eckhard Keßler (Humanistische Bibl., Reihe II: Texte ). München . – Schönbach, S. – (Auszüge). – b) Translationen von Niclas von Wyle. Hg. v. Albrecht von Keller (Bibl. des Litterarischen Ver. in Stuttgart ). Stuttgart , S. –. – c) Knape , S. – (Faks. des KöbelDrucks). – d) Faksimileausgabe des Drucks von : Franciscus Petrarcha. Von der Artzney bayder Glueck, des guten vnd widerwertigen. Hg. und komm. von Manfred Lemmer. Leipzig/Hamburg . – Knape , S. – (die dem Innsbrucker Fragment entsprechenden Kapitel; synoptischer Abdruck). . Teilübersetzung des Briefs an Lombardo da Serico aus Arquà vom . November [?] (Seniles XI ) von unbekannter Hand. Ü: Melk, Stiftsbibl., Cod.  (; O ), r-v (Pap., . Jh.); enthält daneben u. a. eine dt. → Benediktinerregel und dt. Predigten von Thomas → Ebendorfer. . Die im dritten Brief des XVII. Buchs der Seniles enthaltene lat. Nachdichtung (De insigni obedientia et de uxoria, ) der letzten Novelle (X ) des Decamerone (ca. –) Boccaccios zählte früh zu den verbreitetsten Arbeiten P.s. P. stellt sich im 

Petrarca einleitenden Text als «interpres» (nicht als «renarrator») vor und betont im Nachwort den allegorischen Gehalt seiner Bearbeitung. Die Erzählung von dem armen Bauernmädchen Griseldis, das von dem reichen Marchese von Saluzzo zur Gemahlin genommen, dann aber verstoßen und erst nach kränkenden und demütigenden Ergebenheitsprüfungen angesichts ihrer virtus als ranggleich öffentlich rehabilitiert wird – der «novellatore» Dioneo stellte der «matta bestialità» des Marchese die selbstlose Großmut eines Bauernmädchens gegenüber –, erfährt bei P. eine Umdeutung im Sinne seiner von Augustinus geprägten Moralphilosophie. Während Boccaccio durch die Betonung des Tugendadels Kritik am zeitgenössischen Geburtsadel übte, hebt P. die «Novelle auf die Ebene eines religiösen Gleichnisses, bei der Griseldis beispielhaft das Verhalten des Menschen zu Gott symbolisieren soll» (Bertelsmeier-Kierst , S. ). a) Heinrich → Steinhöwel übersetzte  P.s lat. Griseldis-Fassung ins Deutsche, tilgte allerdings den von P. geschaffenen brie ichen Rahmen, die Vorrede an Boccaccio und den Epilog. So elen P.s Bemerkungen über seine Rolle als «interpres rerum tuarum» sowie sein Hinweis auf sein Verständnis der Erzählung als geistliche Metapher für das Verhältnis von menschlicher Seele zu Gott weg. Weder bei Boccaccio noch bei P. sollte es um ein ehedidaktisches Exemplum gehen. In einem überleitenden Text für die Druckausgabe  – nach drei vorhergehenden Einzeldrucken –, in der er seine Griseldis-Fassung seiner Übersetzung von Boccaccios De claris mulieribus als Schlusserzählung anhängt, begründet Steinhöwel seine Einbindung der Griseldis in die Erlüchten Frauen mit ihrer unübere troffenen «stattikait vnd getrúwer gemahelschafft», e «ob och solliche geschicht in warhait beschenhen oder vmb ander frowen manung z˚u gedult geseczet werden» (zit. nach Hess, S. ). Paraphrasierende, kürzende und erläuternde Eingriffe nahm Steinhöwel, dessen Griseldis weitaus erfolgreicher war – vor allem im dt. Südwesten – als alle anderen Bearbeitungen des Stoffes, vor allem mit Blick auf die dt. Rezipienten vor. Im Unterschied zu P.s lat. Fassung «erscheint die deutsche Übersetzung in den Handschriften immer in der Nachbarschaft anderer Erzählungsstücke, Geschichten von weiblicher Devotion und ehelicher Treue, wie ‹Melusine›, ‹Guiscard und Sigismunda›, ‹Melibeus und Prudentia›» (Karnein, S ). b) Bei der → Leipziger Griseldis handelt es sich um eine mitteldt. Prosabearbeitung der Fassung P.s. 

. Hälfte . Jh. Sie ist anonym in einer Sammelhandschrift mit Exempeln, Reimpaargedichten und Prosaerzählungen überliefert. c) Die Überschrift der von Wolfgang Stammler in einer mittelfränkischen Handschrift von  gefundenen Griseldis-Fassung lautet: «Eyn gut exempel von eyner togentlichen greffyn, die jre togenden edel machten». Ü: a) Bibliogr. und Beschreibung der neun Hss. und zahlreichen Drucke ( bis , zuerst: Augsburg: Günter Zainer, ) bei Hess, S. –. – b) Leipzig, UB, Ms. , v–r (Pap., Leipzig, erste Hälfte . Jh., ostmitteldt.). – c) Köln, Hist. Arch., cod. G. B. fo , v–v. A: b) G. Apollonius von Tyrus. Hg. v. Carl Schroeder. Leipzig , S. –. – c) Wolfgang Stammler: Spätlese des MA. Aus den Hss. hg. und erl. Bd. : Weltliches Schrifttum (TspMA ). Berlin , S. –. B: Giuseppe Jacopo Ferrazzi: Bibliogra a Petrarchesca. Bassano  (Nachdr. Sala Bolognese ). – Emilio Calvi: Bibliogra a analitica petrarchesca –. In continuazione a quelle del Ferrazzi. Rom . – Bruno Basile: Rassegna Petrarchesca (–). In: Lettere Italiane  () S. –; Rassegna Petrarchesca (–). In: ebd.  () S. –; Rassegna Petrarchesca (–). In: ebd.  () S. –. – Joseph G. Fucilla: Oltre un cinquantennio di scritti sul P.: –. Padua . – Petrarkismus-Bibliogr. –. Hg. v. Klaus W. Hempfer u. a. (Text und Kontext ). Stuttgart, . K  P.-H  D   S: Agostino Sottili: I codici del P. nella Germania occidentale. Padua . – Ottavio Besomi: Codici petrarcheschi nelle biblioteche svizzere. In: Italia Medioevale e Umanistica  () S. –. Z: Studi petrarcheschi. .–.  (Bologna); NS . ff. (Rom/Padua). – Lectura Petrarce. Padua/Florenz  ff. – Quaderni petrarcheschi. Pubbl. sotto gli auspici della Commissione per l’edizione Critica delle Opere di F. P. Pisa  ff. L: Antonio Niero: Pétrarque. In: Dict. Spir.  () Sp. –. – Irene Erfen: Griseldis. III. Dt. Lit. In: LexMA  () Sp. . – Franz Josef Worstbrock, VL  () Sp. –. – Ulrich Prill u. a., KNLL  () S. –. – Martha Kleinhans, MarLex  

. Hälfte . Jh. () S.  f. – Luciano Rossi, LexMA  () Sp. –. – Birthe Koch, BBKL  () S. –. – Schulthess/Imbach (), S. . – Agostino Sottili, TRE  () S. –. – Günther Böhme, Volpi  () S. –. – Volker Kapp, LThK  () Sp.  f. – Eckhard Keßler, RGG  () Sp.  f. – Wolfgang M. Schröder: ‹Secretum›. In: LexthW (), S. . – Ulrich Prill/Thomas Haye u. a., KLL  () S. –. – Kurt Enenkel, EM  () Sp. –. – Anton E. Schönbach: Altdt. Funde aus Innsbruck, XII: Aus einer Übersetzung P.s. In: ZfdA  [NF ] () S. –. – Karl Hartfelder: Adam Werner von Themar. In: Zs. für vergleichende Literaturgesch. NF  () S. –, hier S.  f. – Max Herrmann: Albrecht von Eyb und die Frühzeit des dt. Humanismus. Berlin , passim. – Käte Laserstein: Der Griseldisstoff in der Weltliteratur. Eine Unters. zur Stoffund Stilgesch. (Forschungen zur neueren Literaturgesch. ). Weimar , bes. S. –. – Theodor Musper: Die Holzschnitte des Petrarkameisters. Ein krit. Verz. mit Einleitung und  Abb. München . – Walter Rüegg: Cicero und der Humanismus. Formale Unters. über P. und Erasmus. Zürich , S. – (wieder u. d. T.: Cicero und der Humanismus. P. In: Das neue Cicerobild. Hg. v. Karl Büchner [Wege der Forschung ]. Darmstadt , S. –). – Giuseppe Billanovich: P. letterato. I. Lo scrittoio del P. (Storia e Letteratura ). Rom  (Nachdr. ebd. ). – H. Th. Musper: Nachlese zum Petrarkameister. In: Gutenberg-Jb. , S. –. – Alberto Del Monte: Prime schede per l’edizione critica del ‹De remediis fortunae›. Turin . – Walther Scheidig: Die Holzschnitte des Petrarca-Meisters zu P.s Werk Von der Artzney e e bayder Gluck des guten und widerwartigen, Augsburg . Berlin . – Klaus Heitmann: La genesi del ‹De remediis utriusque fortune› del P. In: Convivium NF  () S. –. – Raffaele Amaturo: P. Con due capitoli introduttivi al Trecento di Carlo Muscetta e Francesco Tateo (Letteratura italiana Laterza ). Bari . – Hanns Wilhelm Eppelsheimer: P. Frankfurt/M. . – Hans-Dieter Mück: Oswald von Wolkenstein – ein Frühpetrarkist? Überlegungen zur literarhist. Einordnung. In: Oswald von Wolkenstein. Beitr. der philologischmusikwissenschaftlichen Tagung in Neustift bei Brixen . Hg. v. Egon Kühebacher (Innsbrucker Beitr. zur Kulturwiss., Germanistische Reihe ). Innsbruck , S. –. – Ursula Hess: Heinrich Steinhöwels ‹Griseldis›. Stud. 

Petrarca zur Text- und Überlieferungsgesch. einer frühhumanistischen Prosanovelle (MTU ). München . – P. –. Beitr. zu Werk und Wirkung. Hg. v. Fritz Schalk. Frankfurt/M. . – August Buck (Hg.): P. (Wege der Forschung ). Darmstadt . – Alberto Asor Rosa (Hg.): P. e la cultura del Trecento. Florenz . – E. Keßler: P. und die Geschichte. Geschichtsschreibung, Rhetorik, Philosophie im Übergang vom MA zur Neuzeit (Humanistische Bibl. Reihe I: Abh., Bd. ). München  (). – Joachim Knape: De oboedientia et de uxoris. P.s humanistisch-moralisches Exempel ‹Griseldis› und seine frühe dt. Rezeption (Gratia ). Göttingen . – Charles Trinkaus: The Poet as Philosopher. Petrarch and the Formation of Renaissance Consciousness. New Haven/ London . – Guido Martellotti: Scritti petrarcheschi. Hg. v. Michele Feo/Silvia Rizzo (Studi sul Petrarca ). Padua . – A. Buck: P. und die ersten Ansätze zu einem Humanismus in Böhmen. In: Wolfenbütteler Renaissance Mitt.  () S. – und –. – Ulrich Seelbach: Giessener Hs. pos. Ein Beitr. zur Publikumssoziologie der ‹Sieben weisen Meister›, Wyles . Translatze, Steinhöwels ‹Griseldis›, des Hohenberger ‹Regimen sanitatis› und Ringoltingens ‹Melusine›. In: Daphnis  () S. –. – J. Worstbrock: P. ‹Griseldis› und ihre Poetik. In: Geistliche Denkformen in der Lit. des MA. Hg. v. Klaus Grubmüller u. a. München , S. –. – J. Knape: Die ältesten dt. Übersetzungen von P.s ‹Glücksbuch›. Texte und Unters. (Gratia ). Bamberg . – Ugo Dotti: Vita di P. (Collezione storica). Rom/Bari  (überarb. und erw. Ausg. mit dem Untertitel: Il poeta, lo storico, l’umanista, Turin  [Biblioteca Aragno]). – Christa Bertelsmeier-Kierst: ‹Griseldis› in Deutschland. Stud. zu Steinhöwel und Arigo (GRM-Beih. ). Heidelberg . – Alfred Karnein: P. in Deutschland. Zur Rezeption seiner lat. Werke im . und . Jh. In: Idee, Gestalt, Geschichte. FS Klaus von See. Stud. zur europäischen Kulturtradition. Studies in European Cultural Tradition. Hg. v. Gerd Wolfgang Weber. Odense , S. –. – Giuseppe Velli: P., Boccaccio e la grande poesia latina del XII secolo. In: Retorica e poetica tra i secoli XII e XIV. Hg. v. Claudio Leonardi/Enrico Menestò (Quaderni del «Centro per il Collegamento degli Studi Medievali e Umanistici» ). Perugia , S. –. – Andreas Kamp: P.s Philosophisches Programm. Über Prämissen, Antiaristotelismus und «Neues Wissen» von «De sui ip

Petrarca sius et multorum ignorantia» (Europäische Hochschulschr. XX, ). Frankfurt/M. u. a. . – Der Petrarkistische Diskurs. Spielräume und Grenzen. Akten des Kolloquiums an der Freien Univ. Berlin, ..–... Hg. v. Klaus W. Hempfer/Gerhard Regn (Text und Kontext ). Stuttgart . – G. Billanovich: P. e il primo umanesimo (Studi sul Petrarca ). Padua . – Andreas Kablitz: Nachahmung und Wahrheitsanspruch. Seneca – P. – Montaigne. In: Mediävistische Komparatistik. FS Franz Josef Worstbrock. Hg. v. Wolfgang Harms u. a. Stuttgart/Leipzig , S. –. – Hans-Jörg Künast: «Getruckt zu Augspurg». Buchdruck und Buchhandel in Augsburg zwischen  und  (Studia Augustana ). Tübingen . – Karlheinz Stierle: P. Fragmente eines Selbstentwurfs. Essay. Aus dem «Canzoniere». Zweisprachige Ausg. München . – Viktor Lau: Allegorien des Sehens, Auslegung des geschichtlichen Seins und skeptische Narrativität: F. P.: ‹Die Besteigung des Mont Ventoux›. In: Scientia Poetica  () S. –. – Kathryn Kiff: Petrarch, F. (–). In: The Late Medieval Age of Crisis and Renewal, –. A Biographical Dictionary. Hg. v. Clayton J. Drees. Westport/CT, London , S. –. – Jürgen Geiß: Zentren der P.-Rezeption in Deutschland (um –). Rezeptionsgeschichtliche Stud. und Kat. der lat. Drucküberlieferung. Wiesbaden . – Ders.: F. P.: Historia Griseldis (dt. von Heinrich Steinhöwel). In: Aderlaß und Seelentrost. Die Überl. dt. Texte im Spiegel Berliner Hss. und Inkunabeln. Hg. v. Peter Jörg Becker/Eef Overgaauw. Mainz , S. – (Nr.  und ). – Paola Manni: Il Trecento toscano. La lingua di Dante, P. e Boccaccio (La nuova scienza. Serie di linguistica e critica letteraria). Bologna . – P.-Lektüren. Gedenkschr. für Alfred Noyer-Weidner. Hg. v. Klaus W. Hempfer/Gerhard Regn (Text und Kontext ). Stuttgart . – K. Stierle: F. P. Ein Intellektueller im Europa des . Jh. München . – G. Regn/ Bernhard Huss: Pluralisierung von Wahrheit im Individuum: P.s ‹Secretum›. In: F. P.: Secretum meum. Mein Geheimnis (s. Ausg.) , S. –. – Klaus Bergdolt: P., F. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Albert Schirrmeister: P.s Dichterkrönung: Das Verschwinden des Ereignisses in seiner Erzählung. In: P. und die römische Lit. Hg. v. Ulrike Auhagen u. a. (NeoLatina ). Tübingen , S. –. – Ugo Foscolo: Essays über 

. Hälfte . Jh. P. Übers., hg. und komm. v. Giuseppe Gazzola/ Olaf Müller. Tübingen . – Hans Grote: P. lesen (legenda ). Stuttgart . – Alfred Noe: Kulturgeschichtliche Aspekte der P.-Biographien. In: F. P. in Deutschland. Seine Wirkung in Lit., Kunst und Musik. Hg. v. Achim Aurnhammer (Frühe Neuzeit ). Tübingen , –. – Fritz Peter Knapp: Die älteste dt. Übersetzung von P.s ‹De remediis utriusque fortunae› im Kontext der Tiroler Lit. zu Anfang des . Jh. In: ebd., S. –. – F. J. Worstbrock: P.s ‹De remediis utriusque fortunae›. Textstruktur und frühneuzeitliche dt. Rezeption. In: ebd., S. –. – J. Knape: Verstand und Beredsamkeit. P.s ‹Memorialbuch› und seine dt. Rezeption. In: ebd., S. –. – Franziska Meier: Die De nition Europas im Italien der Renaissance. F. P. und Aeneas Silvius Piccolomini, Papst Pius II. In: Italien und Europa. Der italienische Beitr. zur europäischen Kultur. Hg. v. ders./ Italien-Zentrum Univ. Innsbruck. Innsbruck u. a. , S. –. – Karl A. E. Enenkel: Die Er ndung des Menschen. Die Autobiographik des frühneuzeitlichen Humanismus von P. bis Lipsius. Berlin/New York . – Thomas Ricklin: Einige vor allem biographische Hinweise zu P. und seinem Freund Boccaccio angesichts von Plato und Homer. In: Sol et homo. Mensch und Natur in der Renaissance. FS Eckhard Keßler. Hg. v. Sabrina Ebbersmeyer u. a. (Humanistische Bibl., Reihe I, Abh., Bd. ). München , S. –. – Michael Stolz: ‹Altitudo contemplationis humanae›. ‹Conversio› bei F. P. und Heinrich Seuse. In: Humanismus in der dt. Lit. des MA und der Frühen Neuzeit. XVIII. Anglo-German Colloquium Hofgeismar . Hg. v. Nicola McLelland u. a. Tübingen , S. –. – Paul Geyer/Kerstin Thorwarth (Hg.): P. und die Herausbildung des modernen Subjekts (Gründungsmythen Europas in Lit., Musik und Kunst ). Göttingen . – Mario Zanucchi: Von Boccaccios «Griselda» zu P.s «Griseldis». In: Die dt. Griselda. Transformationen einer literarischen Figuration von Boccaccio bis zur Moderne. Hg. v. A. Aurnhammer/Hans-Jochen Schiewer (Frühe Neuzeit ). Berlin/New York , S. –. – Ch. Bertelsmeier-Kierst: Steinhöwels ‹Griseldis› im Kontext der europäischen Hofkultur des . Jh. In: ebd., S. –. – Paolo Rosso: Iter germanicum di una leggenda. Forme e ambiti di ricezione della Griselda petrarchesca in Germania. In: Griselda. Metamorfosi di un mito nella società europea. [...]. Hg. v. Rinaldo Comba/Marco 

. Hälfte . Jh. Piccat (Bollettino della Società per gli studi storici archeologici ed artistici della Provincia di Cuneo ; Marchionatus Saluciarum Monumenta. Studii ). Cuneo , S. –. – K. Stierle: P.-Stud. (Schr. der Phil.-hist. Kl. der Heidelberger Akad. der Wiss. ). Heidelberg . – Kurt Flasch: Das phil. Denken im MA. Von Augustin zu Machiavelli. Unter Mitarbeit von Fiorella Retucci und Olaf Pluta. ., vollst. durchges. und erw. Au . Stuttgart , S. –, – u. ö. BJ Buch Sidrach. – Enzyklopädischer Lehrdialog über das religiöse und profane Wissen des HochMA. Bei dem mndl. Boek van Sidrac handelt es sich um eine verkürzende Übersetzung des altfranzösischen Livre de Sidrac ou la fontaine des sciences. Seit Langlois ist klar, dass der Sidrac nicht um , sondern wegen der verwendeten Quellen erst später entstanden ist; das Datum des Prologs ist ktiv. Zu den Quellen, die der unbekannte Verfasser in seinen Text einarbeitete, zählen das didaktische Epos L’image du monde (erste Redaktion ) des Gossouin de Metz (wird auch Gautier de Metz zugeschrieben), der Imago mundi des → Honorius Augustodensis, das zwischen  und  von Johannes de Capua aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzte Directorium vitae humanae, die pseudo-aristotelischen → Secreta Secretorum und die dem Philosophen Wilhelm von Conches (um /–nach ) zugeschriebene Philosophia mundi. Im dt. B. S. wird in einem Prosaprolog die Überlieferungsgeschichte, in einem Nachtrag die Entstehungsgeschichte des Buches behandelt und im Hauptteil der Astrologe Sidrach durch König Boctus (nennt sich selbst «de groteste konnigh» des Orients) zu geistlichen und profanen Wissensbereichen befragt (mehr als  Frage-Antwort-Komplexe). Die einzelnen Wissenselemente werden ohne erkennbare Ordnung vorgebracht. Das B. S. vermittelt wie der mhd. → Lucidarius theologisches und weltliches Wissen mit dem Ziel einer heilsorientierten Lebensbewältigung. Die Textgeschichte des mndl. Sidrac ist vielschichtig und noch nicht ausreichend geklärt. J stellt eine ziemlich genaue Übersetzung einer mndl. Vorlage dar, ob allerdings die Unterschiede zu O (u. a. Umstellungen) auf einer unbekannten mndl. Vorlage beruhen oder ob sie auf den Übersetzer zurückgehen, kann nicht mit Sicherheit 

Buch Sidrach beurteilt werden. Einzelnen Handschriften ist ein Reimprolog und ein Reimepilog beigefügt. Keiner der Drucke enthält den Reimprolog, nur bei vier Drucken ndet sich der Reimepilog. Das B. S. war eine der Hauptquellen des Lehrgedichts Der leken spiegel (ca. –) des Jan van Boendale (auch: Jan de Clerc, Jan de Klerk; um /–um ). Ü: ) Mndl.: J. F. J. van Tol listet in seiner Dissertation über den mndl. Sidrac (, S. XLVI–LXVII) acht hsl. Textzeugen und elf Frühdrucke aus den Jahren – auf: G (bei Beckers : g): Gent, UB (Perg., Ende . Jh., ost ämisch; Fragm. mit  Fragen). – K: Königsberg, SUB, Hs.  (heute: Thorn/Toru´n, UB, Rps /II) (Perg., erste Hälfte . Jh., west ämisch; mit Prolog und Epilog,  Fragen). – C: Stuttgart, LB, Cod. poet. et phil. fol.  (Perg., erste Hälfte . Jh., ost ämisch; ohne Prolog und Epilog,  Fragen). – H: Hamburg, SUB, Cod. germ.  fol. (Perg., erste Hälfte . Jh., aus Utrecht; mit Prolog, Epilog und Einleitung,  Fragen). – BRa (bei Beckers : b): Brabantische Perg.-Hs. (. Jh.; Fragm.). – B: Brüssel, Koninklijke Bibliotheek, Ms. IV  (Pap., erste Hälfte . Jh., ost ämisch; mit Einleitung und Epilog,  Fragen). – L: London, British Museum (Pap., . Jh., nordndl.; mit Einleitung,  Fragen). – O: Oxford, Bodleian Library, Ms. Marshall  (Pap., Ende . Jh., brabantisch; mit Einleitung und Prolog,  Fragen). – Beckers () erwähnt vier seit  gefundene Fragmente: b: Brüssel, Koninklijke Bibliotheek, ms. IV , (Perg. und Pap., zweite Hälfte/Ende . Jh.). – Ebd., ms. IV ,  Bll. (Pap.; Schreibernennung auf Bl. v: «Claisgin van Hirschfelt», , moselfränkisch). – d: Düsseldorf, ULB, Ms. fragm. K : F  (Mitte . Jh., wohl westliches Brabant). – m: Münster, ULB, Fragmente-Kapsel I,, Fragm.  (früher Hs.  Nr. ),  Bl. (Perg., letztes Viertel . Jh., Flandern). – ) Ripuarischer Überlieferungszweig: Köln, Hist. Arch. der Stadt, Best.  (W*) ,  Bll. (Pap., Ende . Jh. [Beckers, Sp. ], um – [Handschriftencensus Rheinland, S. ], ripuarisch). – ) Nd. Überlieferungszweig: K (so Niewöhner, bei van Tol dagegen J): Kopenhagen, Arnamagnæanske Inst., Cod. AM .°,  Bll. (Perg. und Pap.,  [vgl. Bl. v], nd.; mit Einleitung und Reimepilog); enthält fünf Fragmente, die in keiner der anderen Hss. oder in den bekannten Drucken vorkommen, die 

Gredinger jedoch im altfranzösischen S. stehen. – S (nach ihrem ehemaligen Besitzer Suhm): Ebd., Det Kongelige Bibliotek, NKS f°  (zweite Hälfte . Jh., nd., wohl aus Hamburg; unvollst.). – Vgl. Sick, S. –. – http://www.handschriftencensus.de/ werke/. A: a) Mndl. Original: Van Tol (s. Lit.) . – Abdruck neugefundener Fragmente bei Beckers. – b) Ripuarische Übersetzung: Auszüge bei Niewöhner und van Tol . – Nd. Übersetzung: Das B. S. Nach der Kopenhagener mnd. Hs. v. J. . Hg. v. Hermann Jellinghaus (Bibl. des Litterarischen Ver. in Stuttgart ). Tübingen . L: Hartmut Beckers, VL  () Sp. –. – H[ermann] Jellinghaus: Syderak. In: NdJb  () S. . – Napoleon de Pauw: Over den Sydrac en een nieuw middelnederlandsch Gedicht met dien Naam. In: Verslagen en Mededeelingen der Koninklijke Vlaamsche Academie voor Taal- en Letterkunde. Gent , S.  ff. – Heinrich Niewöhner: Ein ripuarische Hs. des ‹B. S.›. In: ZfdPh  () S. –. – Johannes Fredericus Josephus van Tol: Middelnederlandse en Middelnederduitse Sidrac-handschriften. In: Tijdschrift voor Taal en Letteren  () S. –. – Ders.: Nederlandse drukken van de Historie van Sydrack. In: Leuvense Bijdragen  () S. –. – Ders.: Fragment van een achtste Nederlands Sidrac-handschrift. In: Tijdschrift voor Taal en Letteren  () S. –. – Ders. (Hg.): Het Boek van Sidrac in de Nederlanden. Met tekstuitgave naar Ms. Marshall  der Bodleyan Library te Oxford. Amsterdam . – Charles Victor Langlois: La vie en France au moyen âge. Bd. : La connaissance de la nature et du monde. D’après des écrits français à l’usage des laics (Nachdr. der Ausg. Paris ). Genf , S. –. – H. Beckers: Bruchstücke unbekannter ‹Sidrac›-Hss. aus Münster, Düsseldorf und Brüssel. In: ABäG  () S. –. – Vincenzo Minervini: Sul testo veronese del Libro di S. In: Estudis de llengua i literatura catalanes oferts a R. Aramon i Serra en el seu setanté aniversari. Tl.  (Estudis Universitaris Catalans ). Barcelona , S. –. – Sylvie-Marie Steiner: Un témoignage de la diffusion encyclopédique au XIIIe siècle le ‹Livre de S.›. In: Perspectives Médiévales  () S. –. – Christa Baufeld: Zu spätma. Enzyklopädien. In: Ergebnisse der XXI. Jahrestagung des Arbeitskreises «Dt. Lit. des MA» (Dt. Lit. des 

. Hälfte . Jh. MA ). Greifswald , S. –, bes. S. . – S.-M. Steiner: Les quatre éléments dans ‹Le livre de S.› (Ms. B.N. fr. ). In: Perspectives Médiévales  () S. –. – Ernstpeter Ruhe: Wissensvermittlung in Frage und Antwort. Der enzyklopädische Lehrdialog ‹Le Livre de Sidrac›. In: Wissenslit. im MA und in der frühen Neuzeit. Bedingungen, Typen, Publikum, Sprache. Hg. v. Horst Brunner/Nobert Richard Wolf (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –. – Beate Wins: ‹Le Livre de Sidrac› – Stand der Forschung und neue Ergebnisse. In: ebd., S. –. – Brigitte Weisel: Die Überl. des ‹Livre de Sidrac› in Hss. und Drucken. In: ebd., S. –. – Trude Ehlert: Komplexionenlehre und Diätetik in ‹B. S.›. In: Licht der Natur. Medizin in Fachlit. und Dichtung. FS Gundolf Keil. Hg. v. Josef Domes u. a. (GAG ). Göppingen , S. –. – Monika Sick: Der «Lucidarius» und das «B. S.»: Eine wissenssoziologische Unters. zweier ma. Wissensbücher. Diss. Bonn. . – Robert Luff: Wissensvermittlung im europäischen MA. ‹Imago mundi›-Werke und ihre Prologe (TTG ). Tübingen, , S. –, –. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . BJ Gredinger, Johann. – Berufsschreiber, Verfasser (?) eines Kalenders für . Ob G. den Kalender, der mit seinem Namen überliefert wird, selbst erstellt hat, oder ob er nur dessen Schreiber war, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. G. ist als Schreiber weiterer Codices nachgewiesen, deren ältester auf  datiert ist. Da die Bände ganz überwiegend dominikanisch geprägtes Schrifttum enthalten, wird G. von der Forschung mitunter als Mitglied des Predigerordens angesehen, wofür es unabhängig von den Handschriften keine hinreichenden Indizien gibt. Der Kalender für  ist sein letztes erhaltenes Autograph und wurde für die Nürnberger Losungsstube geschrieben. Er bietet außer gattungstypischen Bestandteilen (Feiertagsbestimmungen, Mond- und Sonnennsternisberechnungen bis , Geburtsprognostiken nach den Kalendermonaten, Donnerprognosen) auch zwei Regimina duodecim mensium (Zwölfmonatsregeln). Das erste folgt im Aufbau dem Regimen sanitatis Coppernici und dürfte auf vergleichbaren Quellen beruhen wie entsprechende Abschnitte in der → Düdeschen Arstedie und im Arzneibuch 

. Hälfte . Jh. des → Albrecht van Borgunnien. Das zweite, sehr kurze Regimen ist in Versen gehalten und umfasst zu jedem Monat ein Reimpaar. Es handelt sich um eine Bearbeitung der Reimpaarfassung der → Grazer Monatsregeln, deren Verse derartig umgearbeitet worden sind, dass sie als eine Art Inhaltsverzeichnis für das vorangehende längere Regimen fungieren. Lyrisches Talent kann man G. (bzw. dem anonymen Bearbeiter) nicht attestieren: Die abgeänderten Verse weisen rhythmische Störungen sowie identische und unreine Reime auf. Ü: Nürnberg, Staatsarch., Rep. a (Reichsstadt Nürnberg), Hs. Nr. ,  Bll. (Perg., .–. Jh., ostfränkisch); Teilautograph. Die Hs. wurde in der Nürnberger Losungsstube benutzt; sie enthält außer dem Kalender Listen mit Namen von Nürnberger Losungern und Losungsschreibern (datiert –). – Weitere von G. geschriebene Codices sind u. a.: Nürnberg, StB, Cod. Cent. I, ,  Bll. (Perg., , lat.) und Cod. Cent. III, ,  Bll. (Perg., , lat.). Beide Hss. sind dem Nürnberger Predigerkonvent gestiftet worden. Die enthaltenen Texte sind dominikanisch: Postillae in Genesim/Exodum des Nicolaus de Gorra und Auszüge aus der Summa theologica des → Thomas von Aquin. A: Joseph Baader: Vorschr. eines ma. Kalenders über Gesundheitsp ege. In: Anz. für Kunde der dt. Vorzeit NF  () Sp. –. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Die Chron. der fränkischen Städte. Nürnberg. Bd.  (Chron.dt.St. ). Leipzig , S. . – Friedrich Bock: Das Nürnberger Predigerkloster. Beitr. zu seiner Gesch. In: Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg  () S. –, hier S.  – G. Keil: Die Grazer frühmhd. Monatsregeln und ihre Quelle. In: Fachlit. des MA. FS G. Eis. Hg. v. G. Keil u. a. Stuttgart , S. –, hier S. –. – Andrew Lee: Materialien zum geistigen Leben des späten . Jh. im Sankt Katharinenkloster zu Nürnberg. Mit besonderer Berücksichtigung der Predigten Johannes Diemars. Erlangen , S.  (Nr. ). – Ma. Bibliothekskat. Deutschlands und der Schweiz. Hg. v. Bernhard Bischoff. Bd. /: Bistümer Passau und Regensburg. Bearb. v. Christine IneichenEder. München , S. . – Marie-Luise Ehrenschwendtner: Die Bildung der Dominikanerinnen in Süddeutschland vom . bis . Jh. (Contubernium ). Stuttgart , S. . – Wolfgang Wegner: G., J. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. 

Wundarzt von Brüx Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Christine Sauer: G., J. In: Nürnberger Künstlerlex. Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom . bis zur Mitte des . Jh. Hg. v. Manfred H. Grieb. Bd. . München , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Wundarzt von Brüx (auch: Cirologus de Brox). – Verfasser einer lat. Kompilation chirurgischer Anweisungen, erste Hälfte . Jh. Da der W. v. B. im Textzeugen als «Cirologus» tituliert wird, dürfte er akademisch ausgebildet worden sein. Praktiziert hat er in Brüx an den östlichen Ausläufern des Egerlandes (heute Most, Tschechische Republik); seine Herkunft ist ungewiss. Die dem W. v. B. zugeschriebene Cirologia probata scheint für den Eigengebrauch konzipiert zu sein; sie widmet sich Verletzungen sowohl des Kopfes als auch des Körpers. Hauptquelle des kompilatorischen Textes ist die Wundarznei → Ortolfs von Baierland einschließlich des Antidotars. Die Ortolf-Schrift wurde vom W. v. B. allerdings nicht in ihrer ursprünglichen Form benutzt. Wie auch Pankraz → Sommer zog er deren Umarbeitung zum Beitext der international verbreiteten medizinischen Demonstrationszeichnung Wundenmann heran, wobei die einzelnen Paragraphen mitunter neu geordnet werden. Diese textliche Grundlage wird vor allem beim Abschnitt zur Geschwürbehandlung mit Zusatzmaterial nicht ermittelter Provenienz kontaminiert. Einen Schwerpunkt der Bearbeitung des W.s v. B. stellt die Traumatologie dar. Volkssprachige Begriffe begegnen im lat. Text bei geläu gen Arzneimitteln («wintergrunen») oder einzelnen Bezeichnungen für krankhafte Zustände («w[i]lt eisch»), was indes schon in der Vorlage der Fall ist. Der muttersprachlich-dt. Hintergrund des Verfassers ist auch anhand einiger grammatischer Konstruktionen evident. Ü: Kopenhagen, Kgl. Bibl., GKS Cod.  °, r–v (Pap., /, lat./dt. [aus Böhmen]); Incipit: «[I]Ncipit cirologia probata contra offensionem capitis et totius corporis humane [sic]»; Explicit: «Explicit cirologia probata per quendam cirologum in Brox qui per se ipsum hoc collegit etc.». Die medizinisch-astrologische Sammelhs. enthält an späterer Stelle (r–v) 

Hesse, der Jude von Salms von anderer Hand eine Abschrift des WundenmannAntidotars, die vom W. v. B. unabhängig ist. T: Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Bd.  (Stud. zur Gesch. der Medizin ). Leipzig , S. –. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Erltraud Auer/Bernhard Schnell: Der ‹Wundenmann›. In: «Ein teutsch puech machen». Unters. zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens. Hg. v. G. Keil (OrtolfStud. /Wissenslit. im MA ). Wiesbaden , S. –, hier S. . – G. Keil: Technisches und wissenschaftliches Schrifttum im ma. Schlesien. In: Anfänge und Entwicklung der dt. Sprache im ma. Schlesien. Hg. v. dems./Josef Joachim Menzel (Schlesische Forschungen ). Sigmaringen , S. –, hier S. . – G. Keil: W. v. B. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S.  f. VZ Berner, (Johannes?). – Verfasser zweier medizinischer Verordnungen, . Jh. Unter dem Namen «berner» überliefert ein Schwarzwälder Codex innerhalb einer Sammlung volkstümlicher Heilverfahren zwei kurze Verordnungen: ein «koretyf», das durch Aufätzen (Korrosion) eine Verletzung offen hält, und eine Pille gegen Pestinfektion, Harngrieß und Verstopfung. Dieser B. könnte mit dem Autor eines lat. Regimen für den Tegernseer Abt Kaspar von  identisch sein, das «per Johannem Berner phisicum» verfasst wurde. Ein Johannes B. «in medicina licentiatus» ist zudem  als Arzt auf dem Basler Konzil nachgewiesen. Eine Identität der drei B. ist denkbar, angesichts der geläu gen Namens aber nicht eben wahrscheinlich. Ü: Karlsruhe, LB, Cod. St. Georgen , v («koretyf») r («Byllulo fytii») (Pap., ./. Jh. [B.: . Jh.], alemannisch/schwäbisch). Vgl. zur Hs. zuletzt: Michael Buhlmann: Die ma. Hss. des Villinger Klosters St. Georgen. Hss. in der Badischen LB (Vertex Alemanniae ). St. Georgen , S. . – Regimen: München, BSB, Clm , r–v (Pap., ./. Jh.). A: Gerhard Eis: Nachricht über eine altdt. Sammelhs. aus Villingen. In: Medizinische Monatsschr.  () S. –, hier S.  f. (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. 

. Hälfte . Jh. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –, hier S.  f.). L: Wolfram Schmitt, VL  () Sp.  f. – Karl Baas: Gesundheitsp ege im ma. Basel (Zürcher medizingeschichtl. Abh. ). Zürich , S. . – Eis (s. Ausg.). – Lynn Thorndike/ Pearl Kibre: A catalogue of incipits of mediaeval scienti c writings in Latin (Mediaeval Academy of America. Publ. ). Revised and augmented edition. Cambridge/Mass. , Sp. . VZ Hesse, der Jude von Salms (Solms). – Leib- und Wundarzt, fachliterarischer Übersetzer und Kompilator, erstes Drittel . Jh. Laut Angaben in seinem medizinischen Sammelband wurde H. um  geboren und hielt sich  zur Zeit der Krönung Karls VI. in Paris auf. Spätestens seit  stand er als Leibarzt in Diensten des hessischen Grafen Johann V. von Sponheim. Der Vorname des jüdischen Wundarztes wurde erst im späten . Jh. im Textzeugen identi ziert und bekannt gemacht. Zuvor lief der Mediziner nur unter der Bezeichnung «Jude von Salms» und die Forschung ist von einer französischen Provenienz H.s ausgegangen. Tatsächlich könnte er aber auch deutschsprachiger Herkunft gewesen sein oder aus einer Region gestammt haben, die von beiden Sprachen geprägt war. In diesem Fall könnte sein Herkunftsname nicht auf die hessische Stadt Solms und den Herrschaftsbereich des gleichnamigen Grafengeschlechtes zu beziehen sein, sondern vielleicht eher auf eine von zwei Grafschaften, die sich durch dt.-französische Zweisprachigkeit auszeichnen. Die entsprechenden Orte sind: das luxemburgische Vielsalm bzw. das nah gelegene Salm-Château, Stammsitz der Grafen zu Salm im heutigen belgisch-luxemburgischen Kreis Bastogne, oder Dorf und Burg Salm (Château de Salm) in den nördlichen Vogesen. Die fachliterarische Sammlung H.s besteht neben Übersetzungen aus Kompilationen originär volkssprachiger Texte, in die auch selbst verfasstes Material einge ossen sein dürfte, darunter das «P aster von Solmes». Die Übersetzungen sind: ) Die «heimlich practica», eine dt. Fassung des Secretarium practicae medicinae des okzitanischen Arztes Johannes Jacobi (vgl. auch → Siegmund von Königgrätz). Das Werk wurde von Johann V.  in Auftrag gegeben. Angeblich hat H. für das dt. Secretarium mit einer hebräischen Vorlage gearbeitet, die er zuvor selbst auf Grundlage einer Fassung 

. Hälfte . Jh. «in krichischer schrift vnd frantzos sprachen» erstellt habe. Ob diese Darstellung zutrifft, mag bezweifelt werden. Eine dt. Übertragung aus dem Hebräischen wäre eine zeitgenössisch äußerst rare kulturelle Transferleistung (im frühen . Jh. hat Isack → Levi ein hebräisches Arzneibuch verdeutscht). Generell sind fachliterarische Übersetzungen von einer Volkssprache in die andere im MA und in der frühen Neuzeit eine seltene Erscheinung. – ) Eine Chirurgia, die aus breitgefächerten Quellen schöpft und von H. dem «wunden maister» → Bartholomäus von Montfort zugeschrieben wird. – ) Eine Übertragung des → Circa instans. Die Übersetzungsarbeit H.s resultiert hier trotz seines medizinischen Sachverstands und seiner sprachlichen Kompetenz nicht durchgehend in einen üssigen dt. Text, was H. mit selbstkritischen Bemerkungen kommentiert. – Die kompilatorischen Texte sind: ) Ein medizinisches Kompendium, dessen Aufbau Parallelen zum Arzneibuch → Ortolfs von Baierland aufweist. – ) Ein Gesundheitsregimen für Johann V. von Sponheim. – ) Eine Zusammenstellung von Heilverfahren mit Wasser, Wein und Ölen. H. zeigt sich mit seinem Œuvre fachlich auf der Höhe des zeitgenössisch-medizinischen Standards. Auf die spätere Medizinliteratur hat er einige Wirkung gehabt. Das «P aster von Solmes» ndet sich in der Cirurgia → Peters von Ulm (Kap. ) und in der → Passauer Wundarznei (Kap. , vermutlich über Peters Vermittlung). Auch im Arsedigebûk → Johanns von Seghen ist H.s Ein uss greifbar. Ferner dürften die Autorangaben «von Hessen» (v/r) und «von Sulms» (r) im → Ansbacher Arzneibuch auf H. zu beziehen sein. Fragwürdig sind Zuschreibungen an H. im wundärztlichen Rezeptar Von → guten P astern und Salben (vgl. Anna Jungreithmayr: Die dt. Hss. des MA der UB Salzburg [Österr. Akad. der Wiss., phil.-hist. Kl., Denkschr.  / Veröff. der Kommission für Schrift- und Buchwesen des MA /]. Wien , S.  [Nr. ]). Ü: Gesamtœuvre: Erlangen, UB, Ms. B ,  Bll. (Pap., um , rheinfränkischhessisch). – Das Übersetzungswerk H.s ndet sich ˇ y Krumlov), Zweigstelle des auch in: Krumau (Cesk´ Staatl. Regionalarch. Wittingau (Tˇreboˇn), Cod. ,  Bll. (Pap., erste Hälfte . Jh., westmitteldt.). – Zürich, ZB, Cod. C a,  Bll. (Pap., , mitteldt.). – In den beiden älteren Textzeugen aus Krumau und Zürich nden sich eindeutige 

Hesse, der Jude von Salms Namensangaben («Hesse der Judde» u. ä.). Formulierungen im Erlanger Cod. wie «Ich hesse» (r) sind zunächst nicht auf den Namen hin gedeutet worden. Außerdem können Selbstnennungen wie «Ich heyße der Judde» (r) oder «ich heisße der Judde von salms» (v) als Missschreibungen des Namens interpretiert werden. L: Gundolf Keil: Jude von Salms, VL  () Sp. –;  () Sp. . – Michael E. v. Matuschka, LexMA  () Sp. . – Heinrich Schubert: Die Passauer Wundarznei nach der einzigen Hs. hg. und untersucht. Diss. München . – G. Keil: Die ‹Cirurgia› Peters von Ulm. Unters. zu einem Denkmal altdt. Fachprosa mit krit. Ausg. des Textes (Forschungen zur Gesch. der Stadt Ulm ). Ulm , S. – u. ö. – Ders.: Zur mnd. Blutschau. In: Nd. Mitt.  () S. –, hier S. . – Ders.: Randnotizen zum ‹Stockholmer Arzneibuch›. In: Studia Neophilologica  () S. –, hier S. . – Helny Alstermark: Das Arzneibuch des Johan van Segen (Stockholmer germanistische Forschungen ). Stockholm , S.  f. – M. E. v. Matuschka: H. d. J. v. S. (Solms), Arzt und Schriftgelehrter. Ein vorwiegend namenkundlicher Exkurs. In: Würzburger medizinhist. Mitt.  () S. –. – Ralf Vollmuth: Die sanitätsdienstliche Versorgung in den Landsknechtheeren des ausgehenden MA und der frühen Neuzeit. Probleme und Lösungsansätze (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S.  f. – Franz-Josef Ziwes: Stud. zur Gesch. der Juden im mittleren Rheingebiet während des hohen und späten MA (Forschungen zur Gesch. der Juden, A/). Hannover , S. . – Václav Bok: Einige Beobachtungen zum sog. Juden von Solms anhand der Krumauer Sammelhs. seiner medizinischen Werke. In: «Ik lerde kunst dor lust». Ältere Sprache und Lit. in Forschung und Lehre. FS Christa Baufeld. Hg. v. Irmtraud Rösler (Rostocker Beitr. zur Sprachwiss. ). Rostock , S. –. – Bernhard Schnell: Übersetzen in der Medizinlit. des MA. Ein interkultureller Diskurs. In: Gesch. der Übersetzung. Beitr. zur Gesch. der neuzeitlichen, ma. und antiken Übersetzung. Hg. v. Bogdan Kovtyk (Angewandte Sprach- und Übersetzungswiss. ). Berlin , S. –, hier S. . – Volker Zimmermann: Jude von Salms (Solms). In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – G. Keil: Jan Yperman 

Kodex Kohlhauer und die ndl. Chirurgie im SpätMA. in: Sartoniana  () S. –, hier S.  f. – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. , . VZ Kodex Kohlhauer. – Medizinisch-pharmazeutisch-hauswirtschaftliche Sammelhandschrift, um  in südrheinfränkischem Gebiet entstanden. Die schmucklose Gebrauchshandschrift umfasst  praktisch ausgerichtete Texte (Kurztraktate, Rezepte, Gesundheitsregeln, Lehrschriften) medizinisch-pharmazeutischen bzw. hauswirtschaftlichen Inhalts. Einem Tierkreiszeichentraktat (S. –; → Tierkreiszeichenlehre) folgen Auszüge (mit einigen Zusätzen) aus dem Pelzbuch (Kapitel über den Obstanbau) des → Gottfried von Franken (S.  f.) und aus Henrik → Harpestrængs Liber Herbarum (Latinske Urtebog; Kapitel über die medizinische Wirkung der Heilp anze Ruta graveolens, S. –) sowie eine Rezeptgruppe mit Wetterregeln (S.  f.). Aus einer dt. Übertragung von (Pseudo-)Henrik Harpestrængs Wacholderbeertraktat De virtutibus granorum Juniper (→ Kranewittbeer-Traktat) wurden einige Rezepte ebenso aufgenommen (S. ) wie die sieben Branntweinkapitel in dt. Übersetzung (S. –), um die → Taddeo (degli) Alderotti um  seine Consilia erweiterte. Auf S.  f. ndet man einen Auszug aus dem → Eichenmisteltraktat, auf S. – Abschnitte aus dem zweiten, den Weinbau behandelnden Teil von Gottfrieds Pelzbuch. Der folgende, sich medizinischen Themen widmende Teil enthält einen → Vierundzwanzig-Paragraphen-Text (Aderlasstraktat, S. –), einen Auszug (Uroskopie, «Von dem harne») aus dem thüringischen → Bartholomäus (S. –), einen Hinweis auf ‹drei besonders gefährliche Tage [Nächte]› (→ Verworfene Tage) nach (Pseudo-) → Beda Venerabilis und drei Rezepte aus dem dt. → Macer (S. ). An Schriften zur Pestprophylaxe und -therapie (→ Sinn der höchsten Meister von Paris in Verbindung mit dem → Pestbrief an die Frau von Plauen, S. –) schließen sich ein umfangreicher Textblock zum Aderlass und zur Diätetik aus → Konrads von Eichstätt Regel der Gesundheit (S. –) sowie eine Planetenlehre (S. –; → Planetentraktate) an. Bei dem nach einem Dysenterie-Kapitel von (Pseudo-)Alexander → Hispanus (S.  f.) eingefügten Traktat über die Menstruation («Von der frauwen krangheit», S. –) handelt es sich um eine freie Bearbeitung 

. Hälfte . Jh. des (Pseudo-) → Trotula-Textes De secretis mulierum unter Hinzuziehung unterschiedlicher weiterer Quellen. Die letzten Seiten (–) der Sammelhandschrift bieten zwölf medizinische Rezepte. Ü: Berlin, SBB, Hdschr.  (früher Privatbesitz Antiquariat C.-E. Kohlhauer, Feuchtwangen), I +  S. (Pap., Südrheinfranken, um ). A: Annelore Högemann: Der altdt. ‹Eichenmisteltraktat›. Unters. zu einer bair. Drogenmonographie des . Jh. (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S.  f. (‹Eichenmisteltraktat›). – Sabine Kurschat-Fellinger: Kranewitt. Unters. zu den altdt. Übersetzungen des nordischen Wacholderbeertraktats (Würzburger medizinhist. Forschungen ). Pattensen , S.  (‹Kranewittbeertraktat›). L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Ders.: Der ‹K. K.›. Ein iatromathematischhauswirtschaftliches Arzneibuch aus dem ma. Oberfranken. In: Sudhoffs Arch.  () S. –. – Willem F. Daems/G. Keil: Henrik Harpestraengs ‹Latinske Urtebog› in den ma. Niederlanden. Mit einem Verz. altdt. ‹Urtebog›Überlieferungen. In: Fachprosa-Studien. Beitr. zur ma. Wiss.- u. Geistesgesch. Hg. v. G. Keil im Zusammenwirken mit Peter Assion u. a. Berlin , S. –, hier S.  (Nr. ). – KurschatFellinger (s. Ausg.) S. , . – Volker Zimmermann: Rezeption und Rolle der Heilkunde in landessprachigen hsl. Kompendien des SpätMA (Ars medica , ). Stuttgart , S. . – Ortrun Riha: Wissensorganisation in medizinischen Sammelhandschriften. Klassi kationskriterien und Kombinationsprinzipien bei Texten ohne Werkcharakter (Wissenslit. im MA ). Wiesbaden . – Monica Helen Green: A Handlist of the Latin and Vernacular Manuscripts of the so-called Trotula Texts. In: Scriptorium  () S. –;  () S. –, hier S. . – Britta-Juliane Kruse: Verborgene Heilkünste. Gesch. der Frauenmedizin im SpätMA (Quellen und Forschungen zur Lit.- und Kulturgesch.  []). Berlin/New York , S. – (mit Edition des Traktats über die Menstruation ‹Von den naturlichen frawen sichtagen [...]›, Stuttgart, LB, Cod. med. ° ; vgl. ‹Von der frauwen krangheit›). – Dies.: Medizinischpharmazeutisch-hauswirtschaftliche Sammelhs. In: Aderlaß und Seelentrost. Die Überl. dt. Texte im Spiegel Berliner Hss. und Inkunabeln. Hg. v. Peter Jörg Becker/Eef Overgaauw (Staatsbibl. zu Berlin – 

. Hälfte . Jh. Preußischer Kulturbesitz, Ausstellungskataloge NF ). Mainz , S. – (Nr. ). – G. Keil: K. K. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . BJ Heinrich van Rees (auch: H. Scherf v. R. [von Reyse]), † vor dem .. Düren. – Apotheker, Urheber eines Heilverfahrens gegen Brandwunden. Der niederrheinische H. ist nach Abschluss einer pharmazeutischen Ausbildung am Anfang des . Jh. in Köln als Apotheker bezeugt. Ganz offensichtlich erwarb H. sich in diesem Amt ein hervorragendes Renomme, denn er wurde von Herzog Rainald von Jülich und Geldern (†) nach Düren abgeworben, wohin er um / übersiedelte. Seine Witwe legte am .. eine Stiftung für das Dürener Karmelitenkloster auf. Vom fachlichen Wirken H.s zeugt sein Apothekerkollege Konrad → Schreck von Aschaffenburg.  hat Schreck eine zweischrittige Brandwundentherapie H.s innerhalb von Nachträgen zur Chirurgia parva des → Lanfrank von Mailand aufgezeichnet. Die Anweisungen zielen auf die Vermeidung sichtbarer «wunt meler» ab. Zunächst wird zur Wundheilung wiederholt über «iij oder iiij tag» eine «bewerte salb zu der verprennung des feuers oder ander ding» auf Basis von Holunder und Schweineschmalz appliziert. Im zweiten Teil werden ergänzend zwei Bleioxid-Zubereitungen zur Eindämmung der Narbenwucherung vorgestellt. Ü: Kalocsa, Kathedralbibl., Ms. , rv (Pap., ., bair.-ostmitteldt.); geschrieben von Konrad Schreck von Aschaffenburg. Überschrift: «Ein brant Salbenn», Autornennung (zwischen den beiden Therapieteilen): «vˉo eim gelerten meister der ertzenei Meister heinrich von rees». Es ist nicht zwingend, dass der «gelerte meister» und H. v. R. identisch sind. Der erste Teil der Autorangabe ist auch als Nachschrift zum Salbenverfahren, der zweite als Überschrift für die Bleioxidanwendung interpretierbar. In diesem Fall wäre nicht von einer Zweischritttherapie H.s sondern von zwei Verfahren zweier unterschiedlicher Autoren auszugehen. A: Eis (s. Lit) S.  f. ( f.). L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Josef Geuenich: H. v. R.,  Apotheker in Düren, ältestnachweisbarer Apotheker im Herzogtum Jülich. In: Dürener Geschichtsbll. Mitt. 

Heinrich van Rees des Dürener Geschichtsver.  () S. –. – Gerhard Eis: Zu H. v. R. In: Centaurus  () S. – (wieder in: Ders.: Medizinische Fachprosa des späten MA und der frühen Neuzeit [Amsterdamer Publ. zur Sprache und Lit. ]. Amsterdam , S. –). – G. Keil: H. v. R. In: Dt. Apotheker-Biogr. Bd. . Hg. v. Wolfgang-Hagen Hein (Veröff. der internationalen Ges. für Gesch. der Pharmazie NF ). Stuttgart , S.  f. – Armin Berg: Lanfranks ‹Chirurgia parva› in der Abschr. Konrad Schrecks von Aschaffenburg. (Altdt. Lanfrank-Übersetzung ). Pattensen , S.  f. – Willem F. Daems/G. Keil: «meister der arzenîe, ouch apotêker». Zur Geltung des Apothekers im spätma. Deutschland. In: Sudhoffs Arch.  () S. –, hier S. . – Wolfgang Wegner: H. v. R. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – G. Keil: Farbe und Struktur in wundärztlichen Rezeptaren des dt. MA. In: Farbe im MA. Materialität – Medialität – Semantik. Hg. v. Ingrid Bennewitz (Symposiumsakten des Mediävistenverbandes ). Berlin , Teilbd. , S. –, hier S. . VZ Beris, Johannes (auch: Bires, Baris, Paris). – Mediziner, Verfasser einer chirurgischen Abhandlung, . Jh. Laut Überlieferung lebte B. in der Nähe von Metz in Lothringen. Die Forschung vermutet seine Lebenszeit in der ersten Hälfte des . Jh. B.’ gelegentliche Bezeichnung als Hans von Paris in jüngeren Textzeugen könnte auf ein Medizinstudium in Paris verweisen, was aber unsicher ist. B. war ein Lehrer des → Heinrich von Pfalzpaint, der ihn sehr schätzte. Von B. ist nur eine dt. Practica chirurgiae bekannt, die in einer Handschrift des Johann → Schenck von Würzburg erhalten ist. Teile des Werks sind auch bei Pfalzpaint und in Pfalzgraf Ludwigs Sammlung überliefert. Ab etwa  wurde der Text in erweiterter Form als Ein new Wund Artzney Meister Johans von Parisijs mehrmals gedruckt. Die Practica chirurgiae enthält neben einem allgemeinen medizinisch-chirurgischen Teil auch Verfahren für konkrete Wundbehandlungen. Wie damals in Deutschland üblich, sind diese der topographischen Anordnung des → Roger Frugardi verp ichtet. Interessanterweise fehlen bei B. Anleitungen für den Aderlass. Als typisch für B.’ Werk gilt u. a. die Tendenz zu unblutigen Praktiken und seltenen Verbandswechseln. Besondere Wirkung entfaltete die Practica chirurgiae durch die in ihr erstmals 

Wilhelm von Saliceto aufgezeichnete Theorie von Vergiftungen durch Schusswunden. Ü: Metz, Bibl. Municipale, cod. , r–r (/, moselfränkisch). – Streuüberlieferung von Teilen der Practica chirurgiae bei Heinrich von Pfalzpaint und in Pfalzgraf Ludwigs Sammlung. – Vgl. Keil  (s. Lit.). D: Gedruckt als Ein new Wund Artzney Meister Johans von Parisijs; vgl. VD. – Wohl frühester Druck: Straßburg: Jakob Cammerlander, [um ] (VD J ). A: Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA. Bd. . Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Leipzig , S. –. – Online-Faks. eines Drucks von : http:// books.google.de/. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Imke Schmidt: Die Bücher aus der Frankfurter Offizin Gülfferich-Han Weigand HanErben. Eine literarhist. und buchgeschichtliche Unters. zum Buchdruck in der zweiten Hälfte des . Jh. Wiesbaden , S. –. – Wolfgang Wegner: B., J. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . MM Wilhelm von Saliceto (auch: W. Salicetus, W. von Piacenza; Guilelmus de Saliceto/de Piacenza, Guglielmo da Saliceto/da Piacenza), * nach  Cadeo-Saliceto (bei Piacenza), †  oder später Verona (?). – Lombardischer Chirurg und Fachschriftsteller, dt./ndl. Rezeption ab dem zweiten Drittel des . Jh. W. studierte wie → Bruno von Longoburgo in Bologna bei Ugo dei Borgognoni von Lucca und dessen Sohn Tederico dei Borgognoni (→ Thiederik von Cervia). In der lombardischen Metropole parktizierte er als Arzt spätestens seit  und lehrte seit  Chirurgie an der von → Taddeo (degli) Alderotti eingerichteten dritten Bologneser Universität. Zu W.s Schülern zählte → Lanfrank von Mailand.  wurde W. auf Betreiben Buonos del Garbo, dem Schwiegersohn Taddeos und Vater → Dinos del Garbo, zum «physicus iuratus civitatis» von Verona bestellt. W. hat zwei bedeutende Fachschriften verfasst: das wundärztliche Lehrwerk Chirurgia und die diätetische Summa conservationis et curationis. Die erste Fassung der Chirurgia hat W. noch in Bologna abgeschlossen und Buono del Garbo gewidmet. Das Werk lehnt sich an die Chirurgien Brunos von 

. Hälfte . Jh. Longoburgo an, geht aber in den operativen Techniken über W.s Lehrer hinaus. Das vierte Buch der Chirurgia gilt als fachliterarische Begründung der topographischen Anatomie. Die Summa ist oberächlich betrachtet von geringerem medizinhistorischen Stellenwert, hat aber vor allem über die beigefügte Arzneimittellehre gewirkt. Diese hat die pharmakologischen Schlussabschnitte der Chirurgien Lanfranks geprägt. Über die Vermittlung Lanfranks avancierten chirurgische Antidotarien zum standardgemäßen Schlussabschnitt wundärztlicher Kompendien. Außerdem hat die Summa W. zu einer diätetisch erweiterten Neubearbeitung der Chirurgia veranlasst, die er  in Verona abgeschlossen und Lanfrank gewidmet hat. Neben den beiden umfangreichen Hauptwerken laufen noch einige kleinere Schriften unter W.s Namen, die sich teilweise inhaltlich mit der Summa überschneiden. W. wird in der Breite sowohl der lat. als auch der volkssprachigen Rezeption von seinem Schüler Lanfrank überschattet. Dennoch wurde sein Werk ab dem frühen . Jh. in die west-/mitteleuropäischen Kernsprachen übertragen. Bis  lagen italienische, französische, englische, dt., und ndl. Adaptionen von W.s Schriften vor, wobei sich die dt./ ndl. Übertragungen nahezu gänzlich auf die Chirurgia beschränken. Dt. Chirurgia-Bearbeitungen: ) Vermutlich vor  ist eine Teilübersetzung im südwestdt. Raum entstanden, die mit den Büchern – nur die Hälfte von W.s Lehrbuch abdeckt. Mit den volkssprachigen wundärztlichen Fachtermini geht der anonyme Bearbeiter souverän um. Er dürfte über eine entsprechende chirurgische Ausbildung verfügt haben. – ) Über Streuüberlieferung im Buch der Cirurgia des Hieronymus → Brunschwig und in der heilkundlichen Textsammlung → Engelharts III. von Hirschhorn (bzw. im Buch der Medizin → Ludwigs V. von der Pfalz) lässt sich eine jüngere dt. Übersetzung philologisch erschließen, die erst in der zweiten Hälfte des . Jh. entstanden sein dürfte. Der Neubearbeiter scheint die ältere dt. Fassung gekannt zu haben und hat diese einer Modernisierung unterzogen, die allerdings in einen fachlich ausgedünnten Textzustand resultierte. Ndl. Chirurgia-Bearbeitung: Als Urheber der um  «gheduytscht[en] Cyrurgie» nennt sich ein Willem van der Egher. Dieser hat eine chirurgische Kompilation lombardischer Prägung erstellt, 

. Hälfte . Jh. in der W.s Chirurgia den Kompilationsleittext darstellt, der mit Auszügen aus Bruno von Longoburgo und Lanfrank kontaminiert wird. Für den Einleitungsteil zieht Willem u. a. → Roger Frugardi und → Heinrich von Mondeville heran. Gereimte Prologe, Überleitungen und ein Epilog rahmen die Textstücke ein. Durch eine systematische Neugliederung des Materials (allgemeine Chirurgie, Geschwüre, Traumatologie, Frakturen, Pharmakologie, Dermatologie) kommt Willems «cyrurgie» Werkcharakter zu. Gleichwohl wird das Kompilat von W. dominiert. Auch unabhängig von diesen umfangreichen dt./ndl. Chirurgie-Bearbeitungen hat W. einen eminenten Ein uss auf das volkssprachige Fachschrifttum im dt. Sprachraum ausgeübt. Eine wichtige Vermittlerrolle nimmt hierbei neben Lanfrank auch → Guy de Chauliac ein. Der Umfang der Streuüberlieferung und der chirurgischen Verfahrenstexte, die von W. beein usst sind, ist in toto nicht erfasst. Dt. Summa-Bearbeitungen: ) Hinlänglich untersucht ist die Adaption der Summa in Bartholomäus → Scherrenmüllers Regimen und uffenthalt der gesunthait für Graf Eberhard V. (im Bart) von Württemberg von . Diese freie Teilbearbeitung beruht auf Buch , der Summa und modelt das Material um zu einem Leitfaden für die diätetische Lebensführung einer fürstlichen Familie. – ) Forschungsdesiderat ist die Analyse einer weiteren dt. Summa-Teilfassung, die im letzten Viertel des . Jh. in eine Tiroler medizinisch-alchemistische Sammelhandschrift eingetragen wurde. Übertragen wurden die Kapitel  f. aus dem ersten Liber der Summa. Als möglicher Übersetzer kommt Heinrich Scharfenstein («hainricus scharffenstain»), Kaplan am Spital in Meran, in Betracht. Ü: Lat.: Die Zweitredaktion der Chirurgia und die Summa werden oft hsl. gemeinsam tradiert; sie sind auch gemeinsam in den Druck gelangt. Erstdruck: Summa conservationis et curationis. Chirurgia. Piacenza: [Joannes Petrus de Ferratis],  (weitere europaweite Ausg. bis ). Hinzu kommt eine beträchtliche Streu- und Teilüberlieferung. Prominent vertreten in der Teilüberl. der Chirurgia ist die Anatomia. – Eine Gesamtschau der Überl. liegt nicht vor. Vgl. zuletzt Heimerl  (s. Ausg.) S. –. – Dt. Chirurgia-Bearbeitungen: ) München, BSB, Cgm , r–v (Pap., /, nordwestschwäbisch). – Stuttgart, LB, Cod. med. 

Wilhelm von Saliceto et phys. °  (wundärztliches Manual des Hans → Seyff) r–r (Pap., /–frühes . Jh., bair.-schwäbisch). – ) Brunschwigs Buch der Cirurgia: Erstdruck: Straßburg: Johann Grüninger,  (GW ) . Traktat, Kap. , ; . Traktat, Kap.  u. ö. – Arzneibuch Engelharts III. von Hirschhorn in den Bden. – des Buchs der Medizin Ludwigs V. von der Pfalz: Heidelberg, UB, – (Perg., /, südrheinfränkisch). Cpg , r; Cpg , v; Cpg , rv, rv, r; Cpg , rv, rv, rv; Cpg , rv, r, rv, r, r–v, r–v, r, r, rv; Cpg , v–r, rv, v–v, r–r, r–r, r–v, r–v, rv, r–r, r, v–r, r–v; Cpg , r–r, v–rv, r–r, r–r, r–v, rv, r–r, r–v; Cpg , r–v; Cpg , r–r, v–v, rv, rv, r–r, v–v, rv, r–v, rv, v–r, v, rv, v, rv; Cpg , r–r, rv, rv, v u. ö. – Stücke, die nicht von Engelhart übernommen worden sind und aus der jüngeren Chirurgia-Übersetzung stammen könnten, nden sich in den Bänden ,  und  des Buchs der Medizin: Cpg , r («Wilhelmus in seiner Cirorgi»); Cpg , r, r, v–r; Cpg , v («Das geschahe in der stat Verona jm jore noch Christus geburt MCCClxxxviij»). – Fundstellen nach Keil, VL  () Sp. ); vgl. auch: Matthias Miller/Karin Zimmermann: Die Codices Palatini germanici in der UB Heidelberg (Cod. Pal. germ. –) (Kat. der UB Heidelberg ). Wiesbaden , S. –. – Ndl. Chirurgia-Bearbeitung: Kassel, LMB, ° Ms. med. ,  Bll. (Pap., , holländisch). Zum detaillierten Aufbau der «cyrurgie» s. Hartmut Broszinski: Manuscripta Medica (Die Hss. der Murhardschen Bibl. der Stadt Kassel und LB ,). Wiesbaden , S. –. – Dt. Summa-Bearbeitungen: ) Berlin, SBB, Mgq ,  Bll. (Pap., , schwäbisch). – ) Innsbruck, ULB, Cod. , va–rb (Pap., letztes Viertel . Jh., österr.); Titel: «Practica Guiulhelmi de Placencia». Vgl. Walter Neuhauser u. a.: Kat. der Hss. der UB Innsbruck : Cod. – (Österr. Akad. der Wiss., phil.-hist. Kl., Denkschr. /Veröff. der Kommission für Schrift- und Buchwesen des MA //). Wien , S. –, bes. S. . A: Chirurgia: Mittelenglische/lat. Teilausg.: The Middle English version of William of S.’s «Anatomia». A critical edition based on Cambridge, Trinity College MS R. ., with a parallel text of «The medieval Latin Anatomia», edited 

Wilhelm von Saliceto from Leipzig, UB. MS  (Middle English Texts ). Hg. v. Christian Heimerl. Heidelberg , S. –. – Summa: Schmitt  (s. Lit.) S. – (Teilausg. von Buch , mit quellenkrit. Komm.). – Dt. Chirurgia-Bearbeitungen: ) Keil/Müller  (s. Lit.) S. – (synoptische Teilausg. der Fassungen Brunschwigs und Engelharts. – Dt. SummaBearbeitungen: ) Schmitt  (s. Lit.) S. –. Ü: Paul Pifteau: La Chirurgie de Guillaume de Salicet. Toulouse ; Neuau . mit englischer Übersetzung u. d. T.: The surgery of William of S. written in . Translated and edited by P. Pifteau. English translation by Leonard D. Rosenman. Philadelphia . – Mario Tabanelli: La chirurgia italiana nell’alto medioevo. Bd. : Guglielmo, Lanfranco. (Rivista di storia delle scienze mediche e naturali /). Florenz , S. – (Teilübersetzung). L: Allgemein: Gundolf Keil, VL  () Sp. –. – Ders., LexMA  () Sp.  f. – Ludwig Choulant: Hb. der Bücherkunde für die ältere Medicin. ., durchaus umgearb. und stark verm. Au . (Gesch. und Lit. der älteren Medicin ). Leipzig  (Nachdr. Graz ) S. –. – Hermann Grunow: Die Diätetik des W. v. S., . Jh. Berlin . – Julius Leopold Pagel: Wann hat W. v. S. seine Chirurgie niedergeschrieben? In: Allgemeine medicinische CentralZeitung  () S.  f. (),  f. (). – Wilhelm Herkner: Kosmetik und Toxicologie nach W. v. S. (. Jh.). Berlin . – Eugen Loewy: Beitr. zur Kenntnis und Würdigung W.’s v. S. (XIII. Jh.) als Arzt. Berlin . – Oscar Basch: Materialien zur Beurteilung des W. v. S. als Arzt, . Jh. Berlin . – Ernst Gurlt: Gesch. der Chirurgie und ihrer Ausübung. Bd. . Berlin  (Nachdr. Hildesheim ) S. –. – Karl Sudhoff: Beitr. zur Gesch. der Chirurgie im MA. Graphische und textliche Unters. in ma. Hss. Bd.  (Stud. zur Gesch. der Medizin ). Leipzig , S. –. – Franz Otto Scharschmidt: Die Anatomie des W. v. S. Borna . – Hans Georg Neugebauer: Die chirurgischklinische Kasuistik in den beiden Bearbeitungen der Chirurgia des W. v. S. (XIII. Jh.). Breslau . – George Sarton: Introduction to the History of Science. Bd. . Washington  (Neudr. Huntington/New York ) S.  f. – Arnold Carl Klebs: Incunabula scienti ca et medica. In: Osiris  () S. – (Separat-Nachdr. Hildesheim u. a. , ) S.  f. (Nr. .–.). – Maria Luisa Altieri Biagi: Guglielmo Volgare. Studio 

. Hälfte . Jh. sul lessico della medicina medioevale (Studi e materiali; Istituto di Glottologia. Università di Bologna ). Bologna . – Wolfram Schmitt: Bartholomäus Scherrenmüllers Gesundheitsregimen () für Graf Eberhard im Bart. Diss. Heidelberg , S. –. – Ders.: Der ‹Tractatus de salute corporis›, ein dem W. v. S. zugeschriebenes Gesundheitsregimen aus der Schule von Bologna. In: Medizinische Monatsschr.  () S. –. – Tinerario Zucconi: Guglielmo da S. nel settimo centenario della morte. In: Archivio storico per le province parmensi  () S. –. – Helen Rodnite Lemay: William of S. on Human Sexuality. In: Viator  () S. –. – Jole Agrimi/Chiara Crisciani: The Science and Practice of Medicine in the Thirteenth Century According to Guglielmo da S., Italian surgeon. In: Practical Medicine from Salerno to the Black Death. Hg. v. Luis Garcia Ballester u. a. Cambridge , S. –. – Nancy G. Siraisi: How to Write a Latin Book on Surgery. In: ebd., S. – (wieder in: Dies.: Medicine and the Italian Universities – [Education and society in the Middle Ages and Renaissance ] Leiden u. a. , S. –). – Stefano Arieti: Le discipline chirurgiche in età federiciana. In: L’Unicorno  () S. –. – Plinio Prioreschi: A history of medicine. Bd. : Medieval medicine. Omaha , S. –. – Graziella Federici Vescovini: Su alcune versioni scienti che in volgare italiano tra XIII e XIV secolo. In: Filoso a in volgare nel Medioevo. Hg. v. Nadia Bray/Loris Sturlese (Textes et études du Moyen Age ). Louvainla-Neuve , S. –. – G. Keil: W. v. S. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S.  f. – Heimerl (s. Ausg.) S. xi–lviii, –. – Francesca Di Stefano: Compilazioni, rifacimenti, traduzioni. Il caso della ‹Chirurgia› di Guglielmo da S. In: I luoghi della traduzione. Le interfacce. Hg. v. Giovanna Massariello Merzagora u. a. (Pubblicazioni della Società di Linguistica Italiana ). Rom , Teilbd. , S. –. – Lia Bianchini: Guglielmo da S. e Bernardino Mandelli, personaggi di spicco della sanità piacentina entrambi sepolti in S. Giovanni. In: Strenna piacentina () S. –. Zu den dt./ndl. Bearbeitungen: Sudhoff (s. o.) S. –,  f. – Christian Probst: Brunschwig und sein ‹Buch der Cirurgia›. In: Hieronymus Brunschwig. ‹Buch der Cirurgia›. Gertenbach , S. –, hier S. . – Joachim Telle: Mitt. aus 

. Hälfte . Jh. dem Zwölfbändigen ‹Buch der Medizin› zu Heidelberg. In: Sudhoffs Arch.  () S. –, hier S. . – G. Keil/Rolf Müller: Dt. LanfrankÜbersetzungen des . und . Jh. In: Medizingesch. in unserer Zeit. FS Edith Heischkel-Artelt und Walter Artelt. Hg. v. Hans-Heinz Eulner u. a. Stuttgart , S. –, hier S. , –. – Ria Jansen-Sieben: Repertorium van de Middelnederlandse Artes-literatuur. Utrecht , S. ,  f. (= K). – Erwin Huizenga: ‹Een nuttelike practijke van cirurgien›. Geneeskunde en astrologie in het Middelnederlandse handschrift Wenen, Österr. Nationalbibl.,  (Middeleeuwse studies en bronnen ). Hilversum , S. –. – Manfred Gröber: Das wundärztliche Manual des Meisters Hans Seyff von Göppingen (ca. –). Der Cod. med. et phys.   der Württembergischen Landesbibl. Stuttgart (GAG ). Göppingen , S. –,  f.,  f. – Bernhard Dietrich Haage/ Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S.  (Reg.). – W. Schmitt: Medizinische Lebenskunst. Gesundheitslehre und Gesundheitsregimen im MA (Medizingesch. ). Berlin/Münster , S. –. VZ Konrad von Bontenbach (Buntenbach). – Wundarzt, Verfasser eines Gesuches um Niederlassungserlaubnis in Frankfurt/M. von . Ein Frankfurter Dienstbrief von , Vermerke im Bürgermeisterbuch und K.s eigenes Schreiben vom .. geben einige Hinweise zum Leben des Laienarztes: So führte er den Meistertitel und wurde  zum Frankfurter Stadtwundarzt (in der Nachfolge Johann → Langes) bestellt. Vor dieser Anstellung befand er sich im Dienst eines «hertzoge Lodewig».  schied K. aus dem Amt, nachdem ihm, wie zahlreichen anderen Stadtärzten auch, das Gehalt um die Hälfte gekürzt worden war. Er habe danach als Wanderarzt «in viel landen» seine medizinischen Fähigkeiten verfeinert und um «fromde kunst» erweitert. Besonders hebt K. die medizinische Versorgung von «fursten, herren» auf dem Konzil von Basel hervor. Die Gründe seines Wunsches nach erneuter Sesshaftigkeit in Frankfurt teilt K. den «burgemeyster und raithern gemeynlich» nicht mit. Dennoch erteilte der Rat ihm das Niederlassungsrecht, freilich ohne K. wieder mit seinem besoldeten Amt auszustatten («hie czu seczen ane gelt»). Das Ziel der Neuniederlassung verfolgt K. im Text ohne Bescheidenheit. Seine Befähigungen 

Konrad von Bontenbach und «groiss kuntschafft» preist er prahlerisch an und ist bemüht, seine fachlichen Vorzüge mit einem möglichst prunkhaften Stil herauszustellen. Die gedrechselten Satzgefüge ufern aber teils so weit aus, dass die Syntax mitunter nur schwer nachzuvollziehen ist. Ü: Frankfurt/M., Inst. für Stadtgesch., Städtisches Arch. bis , Bestand ... (Protokolle des Rats) Bürgermeisterbuch von , Abschnitt Januar. – K.s Dienstbrief von : Ebd., Bestand .. (Städtische Beamte). – Die iatromathematische Sammelhs. Salzburg, UB, Cod. M I , die von Johannes G. Mayer (Die Blutschau in der spätma. dt. Diagnostik. Nachträge zu Friedrich Lenhardt aus der hsl. Überl. des ‹Arzneibuchs› Ortolfs von Baierland. In: Sudhoffs Arch.  [] S. –, hier S. ) als Autograph K.s ausgewiesen wird, geht nicht auf den Frankfurter Stadtarzt, sondern auf → Konrad von Butzbach zurück. A: Oswald Feis: Gesuch eines ma. Arztes um Wiederanstellung. In: Sudhoffs Arch.  () S.  f. L: Gundolf Keil, VL  () Sp.  f. – Georg Ludwig Kriegk: Dt. Bürgerthum im MA. Nach urkundlichen Forschungen und mit besonderer Beziehung auf Frankfurt a. M. Frankfurt/M. , S. . – Wolfgang Wegner: K. v. B. In: Enzyklopädie Medizingesch. Hg. v. Werner E. Gerabek u. a. Berlin/New York , S. . – Bernhard Dietrich Haage/W. Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . VZ Florenz von Wevelinghoven (auch: Florens, Florenz, Floris, Florenti[n]us v. W., Wevelinkhoven, Wevelkove[n] u. ä.), † .. Burg Hardenberg. – Bischof von Münster und Utrecht. F. stammte aus einer edelfreien, später grä ichen Familie. Mehrere Verwandte F.s waren Kölner Domherren. F. selbst ist seit  belegt und hatte damals schon die Pfarre Bergdorf (Diözese Köln) inne.  wurde er Kölner Domherr,  Subdiakon im Kölner Domkapitel und  Amtmann der Burg Neuerburg. Seit  war F. zudem päpstlicher Legat und Kollektor der Apostolischen Kammer im Erzbistum Köln, seit  auch Inhaber einer Propstei. – amtierte F. als Bischof von Münster. Während dieser Zeit musste er immer wieder politische Auseinandersetzungen bewältigen.  verp ichtete er sich, den Landfrieden mit dem Kölner Erzbischof und mehreren Städten einzuhalten.  wurde F. Bischof 

Florenz von Wevelinghoven von Utrecht, wo er  einzog. In seiner neuen Diözese war er Anfeindungen des Adels ausgesetzt, erhielt aber die Unterstützung der KabeljauPartei gegen Ansprüche Arnolds von Hoorn und Reinholds von Vianen. Gert → Groote, dem Begründer der Devotio moderna, erlaubte F. ab  das Predigen im Bistum.  erließ er jedoch ein auch Groote betreffendes Predigtverbot für Diakone. Möglicherweise waren Grootes Predigten F. zu radikal geworden. Weiterhin förderte F. die Klostergründung in Windesheim. Während seiner Kölner Zeit regte F. die Historia trium regum des → Johannes von Hildesheim an. Als Bischof von Münster veranlasste er ein lat. Lehnsregister, das als frühestes Lehnsbuch des Bistums von Bedeutung ist. Außerdem initiierte er die älteste Chronik der Bischöfe von Münster, De vita et gestis episcoporum Monasteriensium (Catalogus episcoporum Monasteriensium). Lat. und dt. Bearbeitungen sowie Fortsetzungen des Werks sind in zahlreichen Handschriften erhalten. Die Forschung unterscheidet mehrere Rezensionen mit unterschiedlichen Berichtszeiträumen, die in späteren Fassungen bis ins . Jh. reichen. Die von  bis  reichende Rezension A wurde wohl vor dem Sommer  begonnen und nach F.s Abschied von Münster beendet. A enthält die Chronik in ihrer ursprünglichen Form, deren Original aber nicht erhalten ist. Sie umfasste ein Vorwort, den Bericht über die Gründung des Bistums sowie  Bischofsviten. Den Abschluss bildete die Vita F.s, der auch die Einleitung des Werks verfasste. Als Quellen der Chronik dienten die Vita Liudgeri von Altfrid, ältere Kataloge, Nekrologe aus dem örtlichen Dom und andere Lokalüberlieferung. In Rezension B ist die Chronik bis  fortgesetzt und inhaltlich überarbeitet. F.s Vorwort fehlt und seine Vita ist stark gekürzt. Hinzugekommen sind die Viten der Bischöfe Johann Potho von Pothenstein, Heidenreich von Lüdinghausen und Otto IV. von Hoya. B ist als Grundlage mehrerer dt. Bearbeitungen von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Münsterschen Chronistik. Rezension C umfasst zwei Redaktionen, die nach  im Kloster Marienfeld entstanden. Redaktion I wird auf ca.  bis  datiert, während Redaktion II wohl bis zur Mitte des . Jh. entstanden ist. Auch C erfasst die Zeit bis , enthält aber zahlreiche Ergänzungen und Erläuterungen, etwa zu Marienfelder Ereignissen. Eine 

. Hälfte . Jh. weitere, bis  reichende Bearbeitung der Chronik ist inhaltlich von der politischen Perspektive des Domkapitels geprägt. Weiterhin sind lat. Fortsetzungen bis  und  überliefert. Letztere stammt von Rudolf von → Langen und enthält auch die Vita des Heinrich III. von Schwarzburg. Die erste bekannte mnd. Bearbeitung von F.s Chronik wird auf die Zeit bald nach  datiert. Der auf Rezension B beruhende Text reicht wie seine Vorlage bis . Die Übersetzung gilt als sehr originalgetreu, bietet aber auch kleinere Ergänzungen, u. a. bei Adolf von der Mark und Johannes von Virneburg. Eine Fortsetzung dieser B-Übersetzung reicht bis  und dürfte bald danach entstanden sein. Als Autor galt lange Arnd → Bevergern, was in der neueren Forschung jedoch umstritten ist. Charakteristisch für diese Fortsetzung ist die dezidiert städtische Perspektive des Bearbeiters. Aus dem Jahr  stammt eine weitere mnd. Bearbeitung von F.s Chronik, die größere inhaltliche Umstellungen aufweist und deren Stil als unkonventionell gilt. Um die erste Hälfte des . Jh. entstand eine weitere Bearbeitung, die in der Forschung u. a. als Kumulierende Redaktion bezeichnet wird. Dieser Text ist kompilatorisch angelegt und verarbeitet die mnd. Übersetzung von Rezension B, die ältere Marienfelder Redaktion I von Rezension C, die Bevergern zugeschriebene Bearbeitung und Teile der lat. Fortsetzung bis . Eine weitere volkssprachige Bearbeitung, die sog. Annalistische Fortsetzung, erweitert den Berichtszeitraum bis . Der erste Teil bis  gilt noch als zeitgenössisches Werk des . Jh., während der Schlussteil bereits nicht mehr dem MA zugerechnet wird. Insgesamt stellt die von F. veranlasste Chronik einen wichtigen Grundstein der Münsterschen Geschichtsschreibung dar. Noch in der Mitte des . Jh. schöpfte Heinrich Stevermann für seine Stiftsgeschichte aus dem älteren Werk. Ü: Verzeichnis von fast  lat. und dt. Handschriften der Chronik und ihrer Bearbeitungen bei Plessow  (s. Lit.). – Auswahl wichtiger Hss.: . F.s Chronik in ihrer frühesten Textgestalt (Rezension A): Münster/Westf., Staatsarch., Msc. I ,  Bll. (Pap., zweites Drittel . Jh., Abschrift einer älteren Vorlage). . Erste Bearbeitung (Rezension B): Wolfenbüttel, HAB, cod.  Gudiani, r–v (Perg. und Pap., 

. Hälfte . Jh. nach /). – Münster/Westf., Staatarch., Altertumsver. Münster, Mskr. Nr. , – (Pap., . Jh.). . Mnd. Übers. von Rezension B: Anholt, Fürstlich Salm-Salmsche Bibl., Hs. , r–r (Perg. und Pap., Mitte . Jh.). – Berlin, SBB, Ms. boruss. quart. , r–v (Pap., zweites Viertel . Jh.). – Göttingen, UB, Ms. hist. , r–r (Pap., drittes Viertel . Jh.). – Hannover, LB, Ms. XXII, Nr. , – (Pap., zweite Hälfte . Jh.). – Ebd., Ms. XXII, Nr. , r–r (Pap., zweite Hälfte . Jh., mit annalistischer Fortsetzung). – Münster/Westf., Staatsarch., Msc. VII , Bd. , r–r (Pap., spätes . Jh.). – Burgsteinfurt, Fürstliches Arch., Bestand A Steinfurt , – (Pap., Ende . Jh.). . Bevergern zugeschriebene Bearbeitung: Münster/Westf., Staatsarch., Msc. , ra–v (Perg., . Jh.). . Mnd. Fortsetzung bis : Münster/Westf., Staatsarch., Altertumsver. Münster, Mskr. Nr. , r–r (Pap.,  mit Nachträgen von nach ). . Sog. Kumulierende Redaktion: Münster, ULB, Msc. , r–v (Pap., erstes Drittel . Jh.; verbrannt). A: Die Geschichtsquellen des Bistums Münster. Bd. : Die Münsterischen Chron. des MA. Hg. v. Julius Ficker. Münster/Westf. , S. –, – (lat. und nd. Fassungen). L: Pieter L. Müller, ADB  () S. . – Heinrich Neu, NDB  () S.  f. – Regnerus R. Post: Floris van W. In: DHGE  () Sp.  f. – Katharina Colberg, VL  () Sp. – (mit älterer Lit.). – Aloys Bömer: Das literarische Leben in Münster bis zur endgültigen Rezeption des Humanismus. Münster/Westf. , S. –. – Heinrich Börsting/Alois Schröer: Hb. des Bistums Münster. Bd. . Münster/Westf.  , S. . – H. Börsting: Gesch. des Bistums Münster. Bielefeld , S.  f. – R. R. Post: Kerkgeschiedenis van Nederland in den Middeleeuwen. Bd. . Utrecht , S. , –. – Elisabeth Christern: Johannes von Hildesheim, Florentius v. W. und die Legende von den Heiligen Drei Königen. In: Jb. des Kölnischen Geschichtsver. / () S. –. – Ulrich Herzog: Unters. zur Gesch. des Domkapitels zu Münster und seines Besitzes im MA. Göttingen , S. –. – Hermann Bücker: Epigramme, und Denksprüche zur Gesch. der Bischöfe von Münster. In: Monasterium. FS zum siebenhundertsten Weihegedächtnis 

Sandberg des Paulus-Domes zu Münster. Hg. v. A. Schröer. Münster/Westf. , S. –. – J. Fortuyn Drooglever: De Muntslag van Floris van Wevelinkhoven, Bisschop van Utrecht –. In: De Beeldenaar  () S. –. – Markus Müller: Die spätma. Bistumsgeschichtsschreibung. Überl. und Entwicklung. Köln u. a. , S. –, –. – Reinhard Jüstel: F. v. W. (gest. ). In: Lebensbilder aus dem Kreis Neuss. Bd. . Hg. v. Kreisheimatbund Neuss. Neuss , S. –. – A. Schröer/Jan van Herwaarden: F. (Floris) v. W. In: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches  bis . Hg. v. Erwin Gatz. Berlin , S. – (mit Lit.). – Gabriele Broens: Ein Huhn für zwei ‹Wewelinghöfer›. Das Zahlungsmittel unter Bischof Florentius von Wevelinckhoven. In: Jb. für den Kreis Neuss  () S. –. – Das Bistum Münster. Bd. /: Die Diözese. Bearb. v. Wilhelm Kohl. Berlin u. a. , S. –. – Oliver Plessow: Die umgeschriebene Gesch. Spätma. Historiographie in Münster zwischen Bistum und Stadt. Köln u. a. , S. –, – u. ö. MM Sandberg, Andreas (auch: Santperg), * wahrscheinlich vor  Czarne (?), † ... – Theologe, Kanzler, Chronist. Ein Andreas de Hamerstein ist ab  an der Universität Wien nachweisbar, wo  auch ein Magister A. S. lehrte. Sollte es sich um dieselbe Person gehandelt haben, macht der Name eine Herkunft aus dem polnischen Czarne (dt. Hammerstein) wahrscheinlich. S. war möglicherweise mit diesem Akademiker identisch, ist aber erst einige Jahre danach sicher belegt. Er war ab spätestens  in der Kanzlei des Dt. Ordens tätig und – Pfarrer in Brodnica (Strasburg an der Drewenz). Danach war er Schreiber, Kaplan und – Kanzler der Hochmeister des Dt. Ordens, ab spätestens  auch Domherr in Königsberg. Noch in seinem Todesjahr  wurde er von der Ordenspartei als Bischof von Kulm nominiert, vom Papst jedoch nicht bestätigt. S. verfasste in seinen letzten Lebensjahren eine dt. Chronik vom Bund und Vereinigung wider Gewalt und Unrecht, die als Autograph erhalten ist. Das Werk beginnt mit der Wahl des Ludwig von Erlichshausen († ) zum Hochmeister, behandelt im ersten Teil aber auch vorhergehende Ereignisse ab der Gründung des Preußischen Bundes 

Seld . Danach schildert die Chronik vor allem die zum Dreizehnjährigen Krieg führenden Kon ikte zwischen Hochmeister und Ständen. Sie beschreibt detailiert politische Manöver, angewandte Rechtsmittel und gegenseitige Verhandlungen bzw. Verhandlungsangebote. Die Chronik beleuchtet auch die Rolle, die Papst, Kaiser und Landesherr während dieser Jahre spielten. So werden etwa die Vorgänge um den drohenden Inquisitionsprozess und den Besuch eines päpstlichen Legaten ausführlich dargestellt. Insgesamt zeigt die dialogreich geschriebene Chronik eine starke Betonung der juristischen Aspekte des Kon ikts, vor allem durch den Bezug auf rechtliche Dokumente und Konventionen. S.s Perspektive gilt dabei als primär rechtspraktisch, nicht als gelehrt. Politisch ist die Chronik von der Sichtweise der Ordenspartei geprägt. So kritisiert S. heftig den Preußischen Bund, dessen Vertretern er Verrat und Täuschung vorwirft. Von dem in Wien belegten S. ist auch eine rhetorische Abhandlung überliefert. Nach den Angaben in der einzigen bekannten Handschrift (M) wurde der lat. Text  an der Wiener Universität vorgetragen. Inhaltlich wird dieser Tractatus rhetorice der Ars dictandi zugerechnet. Er behandelt die Abfassung von Briefen unter Berufung auf Galfrid von Vinsauf (. Jh.). Die Forschung hat in dem Text allerdings auch Ein üsse anderer Rhetoriklehren nachgewiesen, z. B. des Nikolaus von Dybin. Ü: . Chronik: B: Berlin, Geheimes Staatsarch., XX. HA OF a (früher Königsberg, Staatsarch., Msc. A ), r–r (Pap., um –, ostmitteldt.; Autograph). – Vgl. Heckmann/Heckmann  (s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/. . Lat. Rhetorik-Traktat: M: München, BSB, clm , r–v (Pap., . Jh.). Zu Dokumenten aus S.s dienstlicher Tätigkeit vgl. Heckmann/Heckmann  (s. Lit.). A: Scriptores Rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit. Bd. . Hg. v. Max Toeppen. Leipzig  (Nachdr. Frankfurt/M. ) S. – (Teilausg.). – Heckmann/Heckmann  (s. Lit.). L: Franz Josef Worstbrock, VL  () Sp.  f. – Hartmut Boockmann: Laurentius Blumenau. Fürstlicher Rat, Jurist, Humanist (ca. –). Göttingen u. a. , S. ,  u. ö. – Kurt Forstreuter: Santberg, A. In: Altpreußische 

. Hälfte . Jh. Biogr. /. Hg. v. dems. u. a. Marburg , S. . – Hist.-geographischer Atlas des Preußenlandes. Bd. . Hg. v. Hans Mortensen u. a. Wiesbaden , S.  f. – H. Boockmann: Die Geschichtsschreibung des Dt. Ordens. Gattungsfragen und ‹Gebrauchssituationen›. In: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im späten MA. Hg. v. Hans Patze. Sigmaringen , S. –. – Bernhart Jähnig: Die diplomatische Tätigkeit des Hochmeisterkaplans A. Santberg. In: Kancelaria wielkich mistrzow i polska kancelaria krolewska w XV wieku. Materialy z miedzynarodowej konferencji naukowej Malbork – IX . Hg. v. Janusz Trupinda. Malbork , S. –. – Dieter Heckmann/Marie-Luise Heckmann: Die ‹Chron. vom Bund und Vereinigung wider Gewalt und Unrecht› des Hochmeisterkaplans A. Santberg zur Vorgesch. des Dreizehnjährigen Krieges in Preußen (–). Marburg . – D. Heckmann: Schriftbestimmung zur Datierung und Identi zierung am Beispiel der ‹Chron. vom Bund und Vereinigung wider Gewalt und Unrecht› des Andreas Santberg († ). In: Editionswiss. Kolloquien –. Methodik – Amtsbücher, digitale Edition – Projekte. Hg. v. Matthias Thumser. Toru´n , S. –. MM Seld, Johannes (de Lewbsa), † wahrscheinlich nach . – Theologe, Handschriftensammler. S. ist nicht identisch mit dem Juristen J. S. de Wyenna, der ab  in Wien studierte und  sowie  Rektor der dortigen Universität war. Der hier behandelte S. stammte aus Langenlois (Niederösterreich) und wurde  in Wien eingeschrieben. Später war er Pfarrer in Schleißheim (bei Wels/Oberösterreich). S. arbeitete mit dem nahegelegenen Benediktinerkloster Kremsmünster zusammen, u. a. durch eine Gebetsverbrüderung.  stiftete S. im Kloster ein Anniversarium. Dazu vermachte er dem Stift mehr als  Handschriften aus seinem Besitz. Die Forschung hat in dieser Sammlung vor allem theologische Schriften nachgewiesen. Die Bände enthielten aber z. B. auch das → Abstractum-Glossar, das Kremsmünsterer Osterspiel (→ Kremsmünsterer Passionsspielfragment) und das → Kremsmünsterer (schlesische) Dorotheenspiel. S. schrieb die Handschriften wahrscheinlich zumindest teilweise selbst. So wird er etwa als Schreiber des Evangelienkommentars von Nikolaus von Gorran in cod.  erwogen. Weiterhin 

. Hälfte . Jh. wurde S. früher als Übersetzer oder Schreiber einer in cod.  erhaltenen → Donat-Bearbeitung vermutet. Heute gilt S. jedoch nur als ursprünglicher Besitzer des Donat-Teils der Handschrift. Ü: Verz. und Beschreibungen der von S. gestifteten Hss.: Neumüller  (s. Lit.) S.  (Anm. ). – Hauke Fill: Kat. der Hss. des Benediktinerstiftes Kremsmünster.  Tle. in  Bdn. Wien –, vgl. u. a. Tl. , Reg.-Bd., S. . – Schnell  (s. Lit.). L: Bernhard Schnell, VL  () Sp.  f. – Adalbero Huemer: Eine ‹Ars minor› des Donat aus dem . Jh. In: Beitr. zur österr. Erziehungs- und Schulgesch. Bd. . Wien/Leipzig , S. –. – Willibrord Neumüller: Zur ma. Bibliotheksgesch. von Kremsmünster. In: FS. zum jährigen Bestande des öffentlichen Obergymnasiums der Benediktiner zu Kremsmünster. Hg. vom Professorenkollegium. Wels , S. –. – Erika Ising: Die Herausbildung der Grammatik der Volkssprachen in Mittel- und Osteuropa. Berlin , S. . – Elke Ukena: Die dt. Mirakelspiele des SpätMA. Stud. und Texte. Bern u. a. , S.  f. – Oskar Pausch: Handschriftenfunde zur Lit. des MA . Das Kremsmünsterer Osterspiel. Ein Fragm. aus dem . Jh. In: ZfdA  () S. –. – Georg Steer: Hugo Ripelin von Straßburg. Zur Rezeptions- und Wirkungsgesch. des ‹Compendium theologicae veritatis› im dt. SpätMA (TTG ). Tübingen , S.  f. – Klaus Grubmüller: Der Lehrgang des Triviums und die Rolle der Volkssprache im späten MA. In: Stud. zum städtischen Bildungswesen des späten MA und der frühen Neuzeit [...]. Bearb. v. Ludger Grenzmann. Hg. v. Bernd Moeller u. a. Göttingen , S. –. – B. Schnell: Ein Würzburger Bruchstück der mhd. Donat-Übersetzung. Ein Beitr. zu deren Überlieferungsgesch. In: ZfdA  () S. –. – Nikolaus Henkel: Dt. Übersetzungen lat. Schultexte. Ihre Verbreitung und Funktion im MA und in der frühen Neuzeit (MTU ). München , S. ,  f. – Paul Uiblein: Zur ersten Dotation der Univ. Wien In: Jb. des Stiftes Klosterneuburg NF  () S. – (wieder in: Ders.: Die Univ. Wien im MA. Beitr. und Forschungen. Hg. v. Kurt Mühlberger/Karl Kadletz. Wien , S. –). – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . MM 

Georg von Nürnberg Georg von Nürnberg (auch: Meister Jörg), * Nürnberg (?). – möglicher Auftraggeber oder Verfasser eines italienisch-dt. Lehrbuchs, erste Hälfte . Jh. G. ist nur über seine Erwähnung in einem italienisch-dt. Sprachlehrbuch belegt. Im Dialogteil des Werks wird ein aus Nürnberg stammender «maister Jorg» genannt, der in Venedig dt. Sprachunterricht gegeben habe. Die Forschung vermutet in G. meist den Betreiber einer privaten Sprachschule im Bereich der Rialtobrücke und des Fondaco dei Tedeschi. Als mögliche Zielgruppen der Schule gelten zukünftige Kau eute oder angehende «Sensale», also venezianische Amtspersonen mit Zuständigkeit für dt. Händler. Das Sprachbuch entstand wahrscheinlich im ersten Viertel des . Jh.; es könnte aus G.s Lehrbetrieb hervorgegangen sein. Allerdings ist unbekannt, welche Rolle G. selbst bei der Entstehung der Schrift spielte. Möglicherweise war er nicht Verfasser, sondern nur Auftraggeber des Werks. Das dreiteilige Lehrbuch beginnt mit umfangreichen Wortlisten. Diese führen jeweils links die italienischen und rechts die dt. Wörter auf und sind nach Sachgruppen geordnet. Erfasst werden u. a. Verwandtschaftsverhältnisse, Zahlwörter, chronologische Bezeichnungen, Körperteile, Waffen, Kleidungsstücke, Möbel und andere Gegenstände des Alltags. Zwischen den Einzelwörtern sind vereinzelt Redewendungen und Dialogteile eingestreut. Der zweite Teil des Sprachbuchs ist morphologisch orientiert und bietet vor allem Konjugationslisten. Der dritte Teil ist der Phraseologie gewidmet und enthält Szenen mit Musterdialogen. Darin verhandeln z. B. Kau eute über Tuchpreise und Schüler führen lockere Konversationen über Venedigs Nachtleben. In der weiteren Überlieferung blieben die Wortlisten des Buchs relativ konsistent, während die Dialogszenen verschmolzen, umgestellt oder erweitert wurden. Die Forschung unterscheidet drei Gruppen von Handschriften, von denen Gruppe A dem Original am nächsten steht. Der Text in Gruppe C hingegen kann bereits als eigenständiges Werk aufgefasst werden. Das Sprachbuch war Grundlage des  gedruckten Vokabulars → Adams von Rottweil. Als Vorlage vermutet die Forschung eine unbekannte Handschrift aus der Region Venedig. Später wurde das Sprachbuch auch im Vocabulari català-alemany () rezipiert. Heute wird G.s Schrift besondere 

Jos von Pfullendorf Bedeutung für die Entwicklung von Deutsch als Fremdsprache zugesprochen. Das Sprachbuch gilt als frühestes bekanntes Unterrichtswerk in diesem Bereich sowie als Beleg für die Institutionalisierung des Deutschunterrichts im damaligen Venedig. Die Forschung hat das Werk sprachwissenschaftlich untersucht, es aber ebenso in den Kontext der europäischen Wirtschaftsgeschichte gestellt. Immerhin wurden Dialogszenen und Vokabular des Sprachbuchs vor dem Hintergrund der dt.-italienischen Handelsbeziehungen gestaltet. Ü: Die Überl. wird von der Forschung in drei Gruppen (A, B, C) eingeteilt. Die älteste bekannt Überl. ist in Gruppe A zusammengefasst: H: Heidelberg, UB, cpg ,  Bll. (Pap., Augsburg?, frühes . Jh.). – M: München, BSB, cod. ital. ,  Bll. (Perg., Venedig, ). – W: Wien, ÖNB, cod. ,  Bll. (Pap., Venedig, ). – BE: Modena, Biblioteca Estense, ms. it.  (früher Ms. alfa H. . ),  Bll. (–). – F: Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, cod. Ashb. , r–r (Pap., um , Fragm.). – Nach Honemann  (s. Lit.) beruht Hs. H auf M und W. Die neuere Datierung bei Blusch  (s. Ausg.) lässt jedoch auch eine frühere Entstehung von H als möglich erscheinen. Die spätere, aber ebenfalls noch aus dem . Jh. stammende Überl. umfasst drei Hss. in Gruppe B (Sevilla, Biblioteca Colombina, cod. ..; Florenz, Nationalbibl., cod. Magl. IV ; Oxford, Bodleian Library, ms. Canon. Ital. ) und zwei Hss. in Gruppe C (München, BSB, cod. ital. ; Rom, Biblioteca Vaticana, cod. Palat. ; Capestrano, Franziskanerkonvent, Fragm.). – Zur Überl. vgl. die Ausg. sowie www.handschriftencensus.de/werke/. A: Das älteste italienisch-dt. Sprachbuch. Eine Überl. aus dem Jahr  nach G. v. N. Hg. v. Oskar Pausch. Wien u. a.  (vgl. dazu: Volker Honemann, AfdA , , S. –). – Vocabolari Veneto-Tedeschi del secolo XV. Hg. v. Alda Rossebastiano Bart.  Bde. Savigliano . – I ‹Dialoghi› di Giorgio da Norimberga. Red. veneziana, versione toscana, adattamento padovano. Hg. v. ders. Savigliano . – Martina Blusch: Ein italienisch-dt. Sprachlehrbuch des . Jh. Edition der Hs. UB Heidelberg Pal. Germ.  und räumlich-zeitliche Einordnung des dt. Textes. Frankfurt/M. u. a. . – Marialuisa Caparrini: Un Manuale di Tedesco per Italiani del XV 

. Hälfte . Jh. Secolo. Lo ‹Sprachbuch› di Meister Jörg. Introduzione all’Opera e Edizione dei due Testimoni Fiorentini (Magl. IV  e Ashb.) (GAG ). Göppingen . – Online-Faks. von Hs. H: http:// digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg. D: Vokabular des Adam von Rottweil: [Venedig]: Adam von Rottweil,  (GW M). L: V. Honemann, VL  () Sp. –;  () Sp. . – A. Rossebastiano Bart: Dizionari a Stampa Italiano-InglesiTedeschi-Fiamminghi del Quattrocento e del Cinquecento. Diss. Turin . – Alfred Karnein: Dt. als Fremdsprache im . Jh. Das Sprachbuch Meister Jörgs. In: Jb. Dt. als Fremdsprache  () S. –. – Blusch  (s. Ausg.). – Caparrini  (s. Ausg.). – A. Rossebastiano Bart: Dt.-italienische Vokabulare des . Jh. Inhalt, Struktur, Zielgruppe. In: Die Volkssprachen als Lerngegenstand im MA und in der frühen Neuzeit. Akten des Bamberger Symposions am . und . Mai . Hg. v. Helmut Glück. Berlin , S. –. – H. Glück: Dt. als Fremdsprache in Europa vom MA bis zur Barockzeit. Berlin , S. – u. ö. – Nicola McLelland: Dialogue and German Language Learning in the Renaissance. In: Printed Voices. The Renaissance Culture of Dialogue. Hg. v. Dorothea Heitsch/Jean-François Vallée. Toronto u. a. , S. –. – Ein Franke in Venedig. Das Sprachlehrbuch des G. v. N. () und seine Folgen. Hg. v. H. Glück. Wiesbaden . MM Jos von Pfullendorf (auch: Jodocus Fabri v. P.), * zweite Hälfte . Jh. Pfullendorf (?), † wahrscheinlich spätestens . – Notar, Schreiber, Autor von Lehrgesprächen. J. war wahrscheinlich mit einem Jodocus Fabri aus Pfullendorf identisch, der ab  in Heidelberg studierte und dort  Magister der Künste wurde. Von  bis mindestens  war J. Notar in Schwäbisch Gmünd und ab spätestens  in Rottweil. Mindestens von  bis  war er dort Hofgerichts- und Stadtschreiber.  reiste er in diplomatischer Mission für das Kloster St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) nach Rom. J.s genaues Todesdatum ist unbekannt, doch wird er  bereits als verstorben bezeichnet. Seine Tochter Beatrix († ) war Nonne im Augustinerchorfrauenstift Inzigkofen und Adressatin von zwei Werken 

. Hälfte . Jh. J.s. Er war mit dem Juristen Job → Vener befreundet, den er vielleicht während seiner Zeit an der Universität Heidelberg kennenlernte. J. verfasste für Beatrix und ihre Mitschwestern die Fuchsfalle (), ein dt. Lehrgespräch über das Klosterleben. Der autograph erhaltene Text legt J.s Tochter kurze Fragen in den Mund, die dann von ihrem Vater ausführlich beantwortet werden. In mehr als  Kapiteln mahnt J. seine Tochter zur Einhaltung ihrer Gelübde, warnt vor Versuchungen des klösterlichen Daseins und propagiert Klosterreformen. Das Buch wendet sich auch gegen Hussiten und andere Ketzer. Diese erscheinen hier in Anspielung auf Hld , als Füchse, die den göttlichen Weinberg verwüsten wollen. Die klösterlichen Tugenden dienen bei J. als jene titelgebenden Fuchsfallen, die diese zerstörerischen Kräfte eindämmen sollen. In J.s Hussitenkritik und der Quellenverwendung der Fuchsfalle hat die Forschung den Ein uss Job Veners nachgewiesen. J.s Schrift beruft sich zudem auf die Bibel und → Bernhard von Clairvaux. J. versammelt in der Fuchsfalle zahlreiche dt., möglicherweise von ihm selbst übersetzte Auszüge aus diesen Quellen. Vorlage für die Bernhard-Stellen war wohl eine Stuttgarter Handschrift, als deren Schreiber manchmal ebenfalls J. vermutet wird (Stuttgart, LB, HB VII , um /). Seiner Tochter und ihren Mitschwestern widmete J. auch das Buch mit den farbigen Tuchblättern der Beatrix von Inzigkofen. Die Forschung vermutet die Entstehung des Werks ab frühestens / , also in J.s letzten Lebensjahren. Der überlieferte Autograph ist unvollendet, da J. vor der Fertigstellung erkrankte und starb. Wie die Fuchsfalle bietet das Buch ein Lehrgespräch zwischen einer fragenden Nonne und einem antwortenden Vater. Während die ältere Schrift sich jedoch primär mit dem klösterlichen Leben beschäftigt, dient das Buch der dogmatischen Unterweisung. Glaubensinhalte werden hier an einem ktiven Kodex veranschaulicht, dessen Seiten aus Tuchen verschiedener Farben bestehen. Von den sechs ursprünglich vorgesehenen Farben behandelt das Buch nur zwei, bevor es abbricht: Weiß steht für die noch unschuldige Seele des getauften Kindes, Schwarz hingegen für die sündige Seele. Der erhaltene Text erläutert u. a. Gott, Dreifaltigkeit, Schöpfung und Sündenfall, Seele und Materie. Als Quelle dienten vor allem die Sentenzen des → Petrus Lombardus, aber 

Jos von Pfullendorf auch → Bartholomäus Anglicus und wieder Bernhard von Clairvaux. Wie die Fuchsfalle gilt das Buch als stark kompilatorisch. Unsicher ist die Zuschreibung weiterer Werke an J. So gilt er manchmal als Verfasser oder zumindest Schreiber der alten Rottweiler Hofgerichtsordnung in Handschrift S. Jedoch ist die Datierung von S strittig: Mal wurde die Entstehung des Textzeugen noch zu J.s Lebzeiten vermutet, mal um  oder später, also nach J.s wahrscheinlichem Todesjahr. Ausweislich des Wasserzeichens wurde S wohl zwischen  und  abgefasst, was J.s Autorschaft weder ausschließt noch sichert. Inhaltlich regelt das Werk die Verfahrensgänge des Rottweiler Hofgerichts, das seit dem späten . Jh. nachgewiesen ist und bis ins frühe . Jh. zu den höchsten Gerichten im Dt. Reich zählte. Der dt. Text ist mit einem lat. Prolog versehen, der über das Leben König Konrads III. († ) und dessen sagenhafte Gründung des Hofgerichts berichtet. Außerdem wird J. als möglicher Verfasser der frühesten bekannten Fassung der → Auslegung der Hymnen in Handschrift K erwogen. Der manchmal J. zugesprochene Kodex bietet lat. Hymnen mit dt. Prosaparaphrasen und Glossen. Als dt. Bearbeiter wird in der Handschrift ein anonymer Notar aus Rottweil identi ziert. Auch ist der Text einem Ulrich von Klingen gewidmet, der – als Hofrichter in Rottweil nachgewiesen ist. Beides spricht jedoch nicht zwingend für eine Autorschaft J.s. Ü: . Fuchsfalle: K: Karlsruhe, LB, cod. Donaueschingen ,  Bll. (Pap., , Autograph). . Buch mit den farbigen Tuchblättern: B: Berlin, SBB, mgf , r–r (Pap., nach , schwäbisch; Autograph). . Rottweiler Hofgerichtsordnung: S: Stuttgart, LB, cod. HB VI , Iar–LXXXVIIr (Perg. und Pap., um –?, schwäbisch). . Hymnen: K: Karlsruhe, LB, cod. Aug. , va–ra (Pap., ./. Jh.). – Zur Überl. nach J. s. Janota/Wachinger  (s. Lit.). Vgl. u. a. Fechter  (s. Lit.). – Abel/Eichenberger  (s. Lit.). – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/ . – www.handschriftencensus.de/. – www.handschriftencensus.de/. A: . Fuchsfalle: Online-Faks. von Hs. K: http://digital.blb-karlsruhe.de/blbhs/content/ titleinfo/. 

Johannes von Gablingen . Buch mit den farbigen Tuchblättern: Abel/Eichenberger  (s. Lit.). . Rottweiler Hofgerichtsordnung: Heinrich Glitsch/ Karl Otto Müller: Die alte Ordnung des Hofgerichts zu Rottweil (um ). In: Zs. der SavignyStiftung für Rechtsgesch. Germanistische Abt.  () S. – (auch als Sonderdruck, Weimar ). – Die Rottweiler Hofgerichtsordnung (um ) in Abb. aus der Hs. HB VI  der Württ. LB Stuttgart (Litterae ). Hg. v. Wolfgang Irtenkauf. Göppingen . – Online-Faks. von Hs. S: http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz. . Hymnen: Alfred Holder: Die Hss. der Badischen LB in Karlsruhe : Die Reichenauer Hss. . Die Papierhss. Karlsruhe , S. –. – Online-Faks. von Hs. K: http://digital.blbkarlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:–. L: Konrad Kunze, VL  () Sp. –. – Johannes Janota/Burghart Wachinger: Hymnare und Hymnenerklärungen in dt. Sprache. In: ebd., Sp. –;  () Sp. . – Karl Otto Müller: Zur Datierung der alten Rottweiler Hofgerichtsordnung um . In: Württemberg. Vierteljahrsh. für Landesgesch. NF  (/ ) S. –. – Georg Grube: Die Verfassung des Rottweiler Hofgerichts. Stuttgart , S.  f.,  f. – Hannes Kästner: Ma. Lehrgespräche. Textlinguistische Analysen. Stud. zur poetischen Funktion und pädagogischen Intention. Berlin , S.  f. – Werner Fechter: Neues über J. v. P. In: ZfdA  () S. –. – Irtenkauf  (s. Ausg., Nr. ). – Hermann Heimpel: Die Vener von Gmünd und Straßburg –. Stud. und Texte zur Gesch. einer Familie [...] . Göttingen , S. – u. ö. – Peter-Johannes Schuler: Notare Südwestdeutschlands. Bd. : Ein prosopographisches Verz. für die Zeit von  bis ca. . Stuttgart , S.  f. (Nr. ). – Christoph Fuchs: Dives, pauper, nobilis, magister, frater, clericus. Sozialgeschichtliche Unters. über Heidelberger Universitätsbesucher des SpätMA (–). Leiden u. a. , S. . – W. Fechter: Dt. Hss. des . und . Jh. aus der Bibl. des ehemaligen Augustinerchorfrauenstifts Inzigkofen. Sigmaringen , S. –,  f. u. ö. – Schwabenspiegel. Lit. vom Neckar bis zum Bodensee –. Bd. . Hg. v. Ulrich Gaier u. a. Ulm , S.  f., . – Christian Gildhoff: ‹Hie Welf – hie Waibling›. Eine ‹ganz sicher unrichtige Fabel›? In: Zs. für württembergische Landesgesch.  () S. –. – Stefan Abel/Nicole Eichenberger: J. v. P., Das Buch mit 

. Hälfte . Jh. den farbigen Tuchblättern der Beatrix von Inzigkofen. Unters. und Edition (ZfdA Beih. ). Stuttgart . MM Johannes von Gablingen. – Leutpriester, Verfasser eines lat.-dt. Vokabulars, . Jh. Der Verfasser des umfangreichen Vocabularius fundamentarius nennt sich in beiden Textzeugen «Johannes presbiter humilis tunc temporis plebanus et rector in Gablingen» (cgm : «Gablungen») an der Schmutter (bei Augsburg). Das  begonnene Werk stellt eine vor allem durch ein hebräisches Namenglossar erweiterte Bearbeitung des zwischen etwa  und Dezember  entstandenen → Vocabularius Principaliter dar, dem von den beiden Textzeugen der cgm  näher steht. Als weitere Quellen werden im Prolog → Ovid, → Vergil, Huguccio († ), Catholicon (Johannes Balbus, † ), Priscian (um ), → Guilelmus Brito, Grecista (Grecismus, Eberhard von Béthune, † ), Papias (P. vocabulista, . Jh.), → Isidor und → Johannes von Garlandia angeführt. Ü: München, BSB, Cgm , r–r (Pap., , ostschwäbisch, Schreiber: «Caspar R˚udolf», scolaris in Augsburg [vgl. Bl. r und Bl. v], einige Marginalien verschiedener Hände des . Jh. und von ); zur Herkunft aus Indersdorf vgl. Bl. r unten: «Fratrum monasterii BVM in Undenstorff »; v–v: katechetischer Exkurs nach dem Lemma «Con rmacio». – Ebd., Cgm , r–r (Pap., Schreibernennung auf Bl. r: «Johannes Dyemer», drittes Viertel . Jh., ostschwäbisch); aus Augsburg, St. Ulrich und Afra. L: Klaus Kirchert/Gerhardt Powitz, VL  () Sp.  f. – Karin Schneider: Die dt. Hss. der Bayerischen Staatsbibl. München. Cgm – (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis V, ). Wiesbaden , S.  f.,  f. – Klaus Grubmüller: Die dt. Lexikographie von den Anfängen bis zum Beginn des . Jh. In: Wörterbücher, Dictionaries, Dictionnaires. Ein internationales Hb. zur Lexikographie. [...]. Hg. v. Franz Josef Hausmann u. a. . Teilbd. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswiss. .). Berlin/New York , S. –, hier S. . – Bernhard Dietrich Haage/Wolfgang Wegner: Dt. Fachlit. der Artes in MA und Früher Neuzeit (Grundlagen der Germanistik ). Berlin , S. . BJ 

. Hälfte . Jh. Tiergart, Johannes (auch: Thirgarte, Tirgarth, J. Curoniensis) OT, * um , † .. Piltene. – Bischof von Kurland, Generalprokurator. T. stammte aus einer Familie Danziger Patrizier, die u. a. als Ratsherren, Vögte, Großschäffer und Geistliche tätig waren. T.s Neffe war der Chronist Johannes → Lindau. T. selbst studierte zunächst in Prag die Artes und wurde  Baccalaureus.  schrieb er sich in Bologna ein, bevor er  nach Leipzig wechselte. Dort schloss er sein Studium vermutlich als Magister ab. Ab  war T. Priesterbruder des Dt. Ordens sowie dessen Generalprokurator an der Kurie in Rom.  wurde er Bischof von Kurland. Mit Unterstützung des Hochmeisters Paul von Rusdorf konnte T. sich gegen den Mitbewerber Dietrich Tanke durchsetzen. T. führte zunächst sein Amt als Generalprokurator fort und hielt sich daher meist in Rom auf, während der Domherr Johann Hamel in Kurland die Geschäfte führte.  wurde T. auf eigenen Wunsch vom Amt des Generalprokurators entbunden. Danach war er päpstlicher Statthalter in Fermo und Spoleto.  nahm er vorübergehend am Konzil von Basel teil und reiste anschließend nach Kurland. T.s Amtszeit als Bischof war vor allem von Auseinandersetzungen mit dem Rigaer Domkapitel geprägt, das größere Autonomie gegenüber dem Dt. Orden erstrebte. In anderen Kon ikten des Ordens, etwa mit den livländischen Prälaten, wirkte T. als Mediator.  hielt er sich in diplomatischer Mission in Preußen auf. Von  bis  betrieb T. erfolglos die Abgabe des Bistums an seinen Bruder Augustin. T. unterhielt u. a. Kontakte zu dem Danziger Bürgermeister Gerd von der Beke. Von T. sind neben verschiedenen Briefen und Urkunden vor allem zahlreiche Berichte erhalten, die er während seiner Zeit als Generalprokurator an den Hochmeister des Dt. Ordens schickte. Die oft eigenhändigen Schreiben sind meist in dt., teilweise auch in lat. Sprache verfasst. Der größte Anteil stammt aus den Jahren bis . Danach gingen Frequenz und Umfang der Schreiben deutlich zurück. In den ersten Jahren von T.s Tätigkeit als Generalprokurator behandelten seine Berichte besonders die Auseinandersetzungen um polnische Ansprüche auf Gebiete, die der Orden für sich reklamierte. T. teilte seinen Vorgesetzten dazu neben aktuellen Ereignissen auch den Stand von Verhandlungen mit und übersandte ihnen relevante Dokumente. Häu ges Thema der Schreiben sind 

Tiergart auch Personalien, etwa Neubesetzungen kirchlicher Posten oder Ambitionen verschiedener Geistlicher. Immer wieder erwähnen die Berichte außerdem nanzielle Angelegenheiten, etwa Zehntstreitigkeiten, Geldsorgen T.s oder Schulden von Klerikern und Orden. T. besaß ferner juristische, darunter kanonistische Handschriften, die er zumindest teilweise innerhalb seiner Familie weitervererbte und von denen mehrere erhalten sind. Ü: Verz. der Quellen T.s bzw. über T. bei Koeppen / und Forstreuter / (beide s. Ausg.). Hss. aus T.s Besitz: Danzig, Bibl. der Polnischen Akad. der Wiss., Ms. Mar. F . – Ebd., Ms. Mar. F . – Ebd., Ms. Mar. Q . – Ebd., Ms. Mar. F . – Vgl. Koeppen , S. , . – Zu einer möglicherweise weiteren Hs. T.s vgl. Mentzel-Reuters  (s. Lit.) S. . Briefe T.s werden im Briefarchiv des Dt. Ordens aufbewahrt: Berlin, Geheimes Staatsarch. Preußischer Kulturbesitz, XX. Hauptabt. (Hist. Staatsarch. Königsberg), Ordensbriefarchiv. A: Die Berichte der Generalprokuratoren des Dt. Ordens an der Kurie. Bd. . Bearb. v. Hans Koeppen.  Halbbde. Göttingen  und  (Hauptausg. der Berichte aus T.s Amtszeit). – Die Berichte der Generalprokuratoren des Dt. Ordens an der Kurie. Bde. / und /. Bearb. v. Kurt Forstreuter.  Teilbde. Göttingen  und . L: Hartmut Boockmann, LexMA  () Sp. . – Hermann Freytag: Die Geschäftsträger des Dt. Ordens an der Römischen Kurie von  bis . In: Zs. des Westpreußischen Geschichtsver.  () S. –, hier S.  f. – Christian Krollmann: T., J. In: Altpreußische Biogr. Bd. . Hg. v. dems. Königsberg , S. . – Koeppen  (s. Ausg.). – Jürgen Sarnowsky: Die Wirtschaftsführung des Dt. Ordens in Preußen (–). Köln u. a. , S.  f., – u. ö. – Jan-Erik Beuttel: Der Generalprokurator des Dt. Ordens an der Römischen Kurie. Amt, Funktionen, personelles Umfeld und Finanzierung. Marburg , passim. – Ders.: J. T. (OT). In: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches  bis . Hg. v. Erwin Gatz. Berlin , S.  f. – Arno Mentzel-Reuters: Arma spiritualia. Bibliotheken, Bücher und Bildung im Dt. Orden. Wiesbaden , S. , , –. – Bernhart Jähnig: Die Rigische Sache des Dt. Ordens zur Zeit des Erzbischofs Henning Scharpenberg bis zur Landeseinung von . In: Aus der Gesch. 

Andreae Alt-Livlands. FS Heinz von zur Mühlen. Hg. v. B. Jähnig. Münster/Westf. , S. –. – H. Koeppen: Peter von Wormditt und die Edition der Ber. der Generalprokuratoren des Dt. Ordens an der Kurie. In: Die Ber. der Generalprokuratoren des Dt. Ordens an der Kurie. Personen- und Ortsindex sowie Erg. zum . Bd. (–). Hg. v. B. Jähnig. Köln u. a. , S. –. – Schuldbücher und Rechnungen der Großschäffer und Lieger des Dt. Ordens in Preußen. Bd. . Hg. v. Cordelia Heß u. a. Köln u. a. , S.  u. ö. MM Andreae, Johannes (auch: Giovanni d’Andrea), * um  Rifredo, † .. Bologna. – Jurist. A. absolvierte das Studium beider Rechte in Bologna, u. a. bei Aegidius de Fuscarariis und Guido de Baysio. In Bologna war er seit  Professor für kanonisches Recht, lehrte aber von  bis  sowie  auch in Padua. A. war in Bologna an der Neugestaltung der Universitätsstatuten beteiligt. Für Papst Johannes XXII. war er auch in diplomatischer Mission unterwegs. Mit seinen umfangreichen Veröffentlichungen zum kanonischen Recht erarbeitete sich A. einen Ruf als hervorragender Jurist. Als historische Standardwerke von Bedeutung sind etwa seine Glossen zu päpstlichen Dekretalensammlungen, Glossa ordinaria in Sextum (um , Neubearb. ) und Glossa ordinaria in Clementinas (, – ergänzt). Kommentare zu päpstlichen Gesetzestexten nden sich in den Novella commentaria in quinque libros decretalium (–) und den Novella commentaria in Sextum (–). A.s Werk gilt insgesamt zwar als kompilatorisch, aufgrund seines Zitatreichtums aber zugleich als wichtige Quelle zur ma. Kanonistik. Eine ma. Rezeption in dt. Sprache erfuhr A.s Schrift über Verwandtschaftsgrade, Lectura super arboribus consanguinitatis et affinitatis (um ). Übersetzungen des Textes sind in zahlreichen illustrierten Handschriften und Drucken nachgewiesen. Auch der Esslinger Stadtschreiber Johannes → Barlierer schuf eine dt. Übertragung des Textes, während Stephan → Gerhard ihn in dt. Sprache kommentierte. Die dt. Fassungen der Lectura super arboribus consanguinitatis et affinitatis weisen Erweiterungen und Ergänzungen auf, darunter Kapitel mit Rätseln. Ü (dt.):  dt. Hss. der Lectura super arboribus consanguinitatis et affinitatis, darunter auch Abschriften der dt. Drucke. – Verz. bei Eis  

. Hälfte . Jh. (s. Lit.) S. VIII f. und http://www.handschriftencensus.de/werke/. D: Zahlreiche lat. Drucke ab . Dt. Drucke von Super arboribus consanguinitatis et affinitatis ab etwa  (GW , , –). – Frühe dt. Drucke: [Augsburg: Günther Zainer, nicht nach ] (GW , Übersetzung von Johannes Barlierer). – Augsburg: Johann → Bämler, [] (GW , Übersetzung von Johannes Barlierer). Verz. der Drucke unter GW (online). – Spätere Drucke im VD. – Vgl. auch Eis  (s. Lit.) S. IX f. A (dt.): Eis  (s. Lit.) S. –. – Online-Faks. von GW : http://daten.digitalesammlungen.de. – Online-Faks. von GW : Ebd. L: Heiko Eis, VL  () Sp.  f.;  () S.  f., XIII. – Hartmut Zapp, LexMA  () Sp. . – Susanne Lepsius, HRG  () Sp.  f. – Friedrich Carl von Savigny: Gesch. des römischen Rechts im MA . Heidelberg  (Nachdr. Goldbach ) S. –. – Franz Gillmann: Zur Frage der Abfassungszeit der Novelle des J. A. zu den Dekretalen Gregors IX. In: Arch. für kath. Kirchenrecht  () S. – (wieder in: Ders.: Ges. Schr. zur klassischen Kanonistik. Bd. . Hg. v. Rudolf Weigand. Würzburg , Nr. ). – H. Eis: Zur Rezeption der kanonischen Verwandtschaftsbäume J. A.’s. Unters. und Texte. Wuppertal-Elberfeld . – Stephan Kuttner: The Apostillae of J. A. on the Clementines. In: Etudes d’histoire du droit canonique dédiées à Gabriel Le Bras. Bd. . Hg. v. Roger Aubenas u. a. Paris , S. – (wieder in: S. Kuttner: Studies in the History of Medieval Canon Law. Aldershot u. a. , S. –). – Reinhard Elze: Stephanus Polonus und J. A. Eine Bologneser Quaestion von  und ihre Wiedergabe in der ‹Novella in Sextum›. In: Collectanea S. Kuttner. Bd. . Hg. v. Giuseppe Forchielli/Alphons Maria Stickler. Bologna , S. – (wieder in: R. Elze: Päpste, Kaiser, Könige und die ma. Herrschaftssymbolik. Ausgewählte Aufsätze. Hg. v. Bernhard Schimmelpfennig. London , Nr. VIII). – John A. Watts: The Constitutional Law of the College of Cardinals. Hostiensis to J. A. In: Mediaeval Studies  () S. –. – Kurt H. Staub: Ein sog. ‹Exemplar› der Glosse des J. A. zum ‹Liber Sextus› in der Hessischen Landes- und Hochschulbibl. Darmstadt. In: Scriptorium  () S. –. – 

. Hälfte . Jh. Hermann Schadt: Die Darst. der Arbores consanguinitatis und der Arbores affinitatis. Bildschemata in juristischen Hss. Tübingen , S.  f. u. ö. – Kenneth Pennington: J. A.’s Additiones to the Decretals of Gregory IX. In: Zs. der SavignyStiftung für Rechtsgesch. Kanonistische Abt.  () S. – (wieder in: Ders.: Popes, Canonists and Texts, –. Aldershot u. a. , S. –). – Knut W. Nörr: Ohne Ansehung der Person. Eine Exegese der . Regula iuris im ‹Liber sextus› und der Glossa ordinaria des J. A. hierzu. In: De Iure Canonico Medii Aevi. FS Rudolf Weigand. Hg. v. Peter Landau/Martin Petzoldt. Rom , S. –. – Vincenzo Colli/Giovanna Murano: Un Codice d’Autore con Autogra di Giovanni d’Andrea (ms. Cesena, Biblioteca Malatestiana, S.II.). In: Ius Commune  () S. –. – Giorgio Tamba: Giovanni d’Andrea. In: Dizionario Biogra co degli Italiani. Hg. Istituto della Enciclopedia Italiana. Rom , Bd. , S. –. MM Tammo von Bocksdorf (d. Ä.) (auch: Tham[m]o, Damianus; von Boxdorf, von Buckendorf), * um , † kurz vor dem ... – Rechtsgelehrter, juristischer Fachschriftsteller. T. stammte aus einer niederadligen Familie, die sich nach ihrem ersten niederlausitzschen Stammsitz Cahnsdorf benannt hat (heute zu Luckau, ältere Namensform: «Buckansdorf»). Beim juristischen Schriftsteller T. v. B. dürfte es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um den Onkel des ein ussreichen Rechtsgelehrten und Bischofs von Naumburg, → Dietrich von Bocksdorf, gehandelt haben und nicht (wie die Forschung noch bis in das . Jh. vermutet hat) um Tammo d. J., den Bruder Dietrichs.  hat T. sich an der Juristischen Fakultät der Universität Prag immatrikuliert.  schloss er sich dem Protest dt. Lehrender und Studenten der Universität Prag gegen den aufkommenden tschechischen Nationalismus an und verließ die böhmische Residenzstadt, um sich  als «Pragensis» in den Matrikeln der neugegründeten Universität Leipzig wiederzu nden. Nachdem T. bereits  mit Pfründen an den lausitzschen Gemeindekirchen in Calau, Sommerfeld (heute zu Kremmen) und Triebel (Trzebiel) ausgestattet worden war, ist er  als Pfarrer in Calau nachgewiesen. Im Dienst der kirchlichen Gerichtsbarkeit erscheint T. ab dem Jahr , in dem er zum Ofzial des Bischofs Rudolf I. von Meißen ernannt 

Tammo von Bocksdorf (d. Ä.) worden ist. Später gelangte T. auf eines der beiden Leipziger Universitätskanonikate am Merseburger Dom. Sein Platz im Kapitel wurde  päpstlich bestätigt, wobei im Kontext dieser Kon rmation T. nicht nur als Mitglied des Lehrkörpers der Leipziger Universität ausgewiesen, sondern er auch erstmals ausdrücklich als Doktor des kanonischen Rechts («doctor decretorum») apostrophiert wird.  wurde T. von Papst Martin V. zum Nuntius und Kollektor für die Magdeburger Kirchenprovinz berufen. In diesen Funktionen ist er bis  mehrmals nachgewiesen. Als Fachschriftsteller verfolgte T. tendenziell die gleichen Ziele wie sein Neffe Dietrich, nämlich die Bereitstellung von Hilfsmitteln für den Rechtspraktiker zur Benutzung sächsischer Rechtsbücher. Diese fachliche Nähe zu seinem bekannteren Verwandten führt allerdings auch dazu, dass sich beider Œuvres nicht sicher voneinander abgrenzen lassen. Dies gilt in besonderm Maße für die sog. Bocksdorfsche Vulgata (auch: Bocksdorfsche Glosse), die letzte Erweiterung der Buchschen Glosse zum Sachsenspiegel-Landrecht (→ Johannes von Buch) und die Bocksdorfschen Additiones (vgl. → Dietrich v. B.). Zumindest einzelne Abschnitte der Vulgata und der Additiones dürften auf T. zurückgehen. Außerdem könnten auch Dietrichs Sippzahlregeln auf Vorarbeiten seines Onkels beruhen. Durch Autornennung im unikalen Textzeugen kann für T. ein Remissorium zum Lehnrecht und Weichbildrecht des Sachsenspiegels (→ Eike von Repgow) sowie zum sächsischen Weichbild als gesichert gelten. Das registermäßige Erschließungswerk zu den beiden maßgeblichen sächsischen Rechtstexten erstellte T.  im Auftrag des Magdeburger Erzbischofs Günther von Schwarzburg («Gunther erczbischoffe zcu Meideburg der mich Thamen von Buckendorf [...] lerer geistlichis rechtis dorumb gebetin hat»). Text und Glosse der unsystematisch aufgebauten sächsischmagdeburgischen Rechtsbücher hat T. alphabetisch nach Stichworten geordnet und dadurch für die zeitgenössische Rechtsprechung verfügbar gemacht. Die Wirkung von T.s nur unikal überlieferten Hauptwerk blieb allerdings weit hinter dem Remissorium zu den gleichen Texten zurück, das sein Neffe Dietrich um die Mitte des . Jh. verfasst hat und das auch in den Druck gelangte. Überhaupt wird T.s an sich respektable Karriere von Dietrichs Werdegang und Wirkmacht überstrahlt. 

Münsinger Für Günther von Schwarzburg hat T. außerdem eine (nicht mehr existente) Handschrift des Sachsenspiegels mit Konkordanzen ausgestattet. Dies bezeugt zumindest der Merseburger Chronist Ernst Brotuff (–) in seiner Chronica Von den Antiquiteten des Keiserlichen Stiffts der Römischˉe Burg vnd Stadt Marsburg (Bautzen  [VD B ]). Brotuff spricht «Doctor Tammo das ist Damianus von Boxdorff ein Thumbherre zu Marsburg» nicht nur das «Remissorium oder den indicem», sondern auch «concordantias vber das Sechsische Recht» zu (Cap. XLVII). Äußerst fraglich hingegen ist T.s Urheberschaft für die Erbschaftsregeln, die innerhalb des Processus vnd Practica der gerichtsleuffte nach Sechsischem gebrauch des Kilian König († ) in Leipzig  erstmals in den Druck gelangten. Im KönigDruck wird T. der erbrechtliche Abschnitt zwar explizit zugeschrieben («mit den Regeln successionis D. Thammonis von Boxdorff»), doch könnte sein Name auch als Referenzwerbung eingesetzt worden sein. Die Forschung hat T.s Verfasserschaft für die «Regeln» jedenfalls nicht erhärten können. Ü: Remissorium: Halle, ULB, Ye ° , r–v (Pap., . Jh. mitteldt.). – Sachsenspiegel-Konkordanzen: Mainz, Dombibl., Mogunt. II;  verbrannt; Abschrift des . Jh.: Celle, Bibl. des Oberlandesgerichts, Grupens App. B . – Processus vnd Practica: Neben dem Leipziger Erstdruck von  (VD K ) mindestens  weitere, teils revidierte Ausgaben aus Leipzig, Frankfurt/Oder und Bautzen von – (VD K –, ZV , ZV , ZV ; VD  :T, :H, :C). L: Theodor Muther, ADB  () S.  f. – De Boor/Newald / () S. . – Helgard Ulmschneider, VL  () Sp. –. – Marek Wejwoda, NDB  () S.  f. – Ernst Spangenberg: Beyträge zu den Teutschen Rechten des MA, vorzüglich zur Kunde und Kritik der altgerm. Rechtsbücher, und des Sachsen- und Schwaben-Spiegels. Halle , S. ,  f.,  f., , –. – Emil Julius Hugo Steffenhagen: T. v. B.’s Sippzahlregeln (Literärgeschichtliche und rechtshist. Mittheilungen aus Königsberger Hss ). In: Zs. für Rechtsgesch.  () S.  f. – Ders.: Die Entwicklung der Landrechts-Glosse des Sachsenspiegels. Tl. : Die Bockdorf ’schen Additionen. In: Sb. Akad. der Wiss. in Wien, Phil.-Hist. Kl.  () S. –; Tl. : Die Überl. der Buch’schen Glosse. In: ebd.  () S. –, hier S. –; Tl. : Zur Stendaler Glosse und 

. Hälfte . Jh. zu den Bockdorf ’schen Additionen (ebd. ,). Wien , S. –. – Ulrich-Dieter Oppitz: Dt. Rechtsbücher des MA. Köln u. a. , Bd. , S. ; Bd. , S.  f. (Nr. ) S.  (Nr. ). – Markus Cottin: Die Leipziger Universitätskanonikate an den Domkapiteln von Meißen, Merseburg und Naumburg sowie am Kollegiatstift Zeitz im MA (–). Rechtliche, wirtschaftliche und prosopographische Aspekte. In: Universitätsgesch. als Landesgesch. Die Univ. Leipzig in ihren territorialgeschichtlichen Bezügen. Hg. v. De