Das spätantike Herrscherbild von Diokletian bis zu den Konstantin-Söhnen 284-361 n. Chr. 3786113742, 9783786113744

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Das spätantike Herrscherbild von Diokletian bis zu den Konstantin-Söhnen 284-361 n. Chr.
 3786113742, 9783786113744

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DEUTSCHES

ARCHAOLOGISCHES

INSTITUT

DAS ROMISCHE

HERRSCHERBILD III. ABTEILUNG

HERAUSGEGEBEN

MAX

VON

WEGNER

M GEBR.

MANN

VERLAG

: BERLIN

DEUTSCHESARCHÄOLOGISCHES

HANS

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DIE BILDNISSE DER FRAUEN UND DES JULIAN

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VERLAG

- BERLIN

CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek

Das römische Herrscherbild / Dt. Archäolog. Inst. - Berlin : Mann NE: Deutsches Archäologisches Institut «Berlin, Weso Abt. 3. Hrsg. von Max Wegner. Bd. 4. L'Orange, Hans Peter: Das spätantike Herrscherbild von Dio-

kletian bis zu den Konstantin-Söhnen - 1984 NE: Wegner, Max [Hrsg.]

L'Orange, Hans Peter: Das spätantike Herrscherbild von Diokletian bis zu den KonstantinSöhnen : 284-361 n. Chr. / Hans Peter L’Orange. Unter Mithilfe von Reingart Unger. Mit einem Nachtr. Die Bildnisse der Frauen und des Julian / von Max Wegner. [Gesamtw.] : Dt. Archäolog. Inst. - Berlin : Mann, 1984. (Das rómische Herrscherbild : Abt. 3, Bd. 4) ISBN 3-7861-1374-2

NE: Wegner, Max: Die Bildnisse der Frauen und des Julian

Copyright © 1984 by Gebr. Mann Verlag

: Berlin

Lithographien Carl Schütte & C. Behling Satz und Druck Felgentreff & Goebel Buchbinderische Verarbeitung Lüderitz & Bauer, alle in Berlin Printed in Germany

- ISBN 3-7861-1374-2

INHALT .ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

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VII

EINLEITUNG

1

DAS HERRSCHERBILD DER TETRARCHIE................ Die Idee der similitudo der Kaiser ...... cc... nenn

3 3

Gruppenbilder der Tetrarchie

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Einzelbilder der tetrarchischen Kaiser Diocletianus

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Anonyme Herrscherbilder der Tetrarchie

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UNIVERSALMONARCHIE ..........eeeseeeee eee Gruppenbildervon Konstantin und seinen Söhnen ..... TED ERE Einzelbilder Konstantins aus seinen mittleren und späteren Jahren‘

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DAS HERRSCHERBILD DER DYARCHIE .................. Licinius und Konstantin... ccce. ΝΞ ΝΕ Gruppenbilder der Dyarchie ...... eese. ΝΕ Υ͂ Einzelbilder derdyarchischen Kaiser .......... nn HEMMMD Licinius .......... ΝΕ Konstantin ΕΞ

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Marmor-Kolofiim Cortile des Palazzo dei Conservatori ........ uuu. Das Konstantin-Bild als τύπος ἱερός des spätantiken und frähmittelalterlichen Herrscherbildes ...........22seeeeeeeenennnennnnn

70

DAS UND

HERRSCHERBILD ZUR ZEIT KONSTANTINS SEINER SÖHNE ........ssssseseseese ene hes

Das dynastisch ‚konstantinisierte‘ Herrscherbild

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Flavius Claudius Constantinus (Constantinus IL) ......... DESEE - Flavius Julius Constantius (Constantius I.) ................. er Flavius Julius Constans -. ον «νον νιν ν γεν νειν εν εν εν ννν e Das konstantinische HerrscherbildinderSkulptur ..............2..... Das Herrscherbild der Usurpatoren zur Zeit der Konstantinssóbne .........

KATALOG

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Sóhne Konstantins und dem Kaiserhause angeglichene Privatporträts un Usurpatoren

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NACHTRAG

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Frauen der Tetrarchen, des PRISCA

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Constantinus und dessen Familie ..........

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EUSEBIA

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ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS Acta IRN Age of Spirituality

Acta Instituti Romani Norvegiae. Age of Spirituality. Late Antique and Early Christian Art, Third to Seventh Century. Catalogue of the Exhibition at The Metropolitan Museum

M. Alföldi, Goldprägung Bergmann Bernoulli Calza Delbrueck,

Kaiserporträts Delbrueck, Porphyrwerke Felletti Maj, Iconografia

Felletti Maj, Ritratti Gnecchi Inan - Rosenbaum

of Art, November

19, 1977 through February

12, 1978. Ed. K.

Weitzmann (1979). M. R. Alfóldi, Die Constantinische Goldprágung (1963). M. ‚Bergmann, Studien zum römischen Porträt des 3. Jahrhunderts n. Chr. (1977). J. J. Bernoulli, Römische Ikonographie II 3 (1894). R. Calza, Iconografia Romana Imperiale da Carausio a Giuliano (1972). R. Delbrueck, Spätantike Kaiserporträts von Constantinus Magnus bis zum Ende des Westreichs (1933). R. Delbrueck, Antike Porphyrwerke (1932). B. M. Felletti Maj, Iconografia Romana Imperiale da Severo Alessandro a M. Aurelio Carino (1958). B. M. Felletti Maj, Museo Nazionale Romano. I Ritratti (1953). F. Gnecchi, I medaglioni romani (1912). 7. Inan - E. Rosenbaum, Roman

and Early Byzantine Portrait Sculpture

in Asıa Minor (1966). Kähler

H.

L'Orange, Apotheosis L'Orange, Art Forms

Romanum (1964). H. P. L'Orange, Apotheosis in Ancient Portraiture (1947). H. P. L'Orange, Art Forms and Civic Life in the Late Roman Empire

L'Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen L'Orange, Studien

Maurice Paneg. von Sydow

Kähler,

Das

Fünfsäulendenkmal

für die Tetrarchen

auf dem

Forum

(1965).

H. P. L'Orange - A. von Gerkan, Der spátantike. Bildschmuck des Konstantinsbogens (1939). | H. P. L’Orange, Studien zur Geschichte des spätantiken Porträts (1933). J. Maurice, Numismatique constantinienne [-III (1908/11/12). E. Galletier, Panégyriques latins I ff. (1949—55). W. von Sydow, Zur Kunstgeschichte des spätantiken Porträts im 4. Jahrhundert n. Chr. (1969).

Vermeule

C. C. Vermeule,

Visconti

C. L. Visconti,

Roman

Imperial Art in Greece and Asia Minor (1968).

I Monumenti del Museo Torlonia (1885).

Mit dem Siegel E. R. versehene Negauve befinden sich im Warburg Institute, London.

EINLEITUNG Bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. bilden die-sicherdatierten und identifizierten Kaiserbildnisse eine von Dezennium zu Dezennium zusammenhängende Reihe, die wie ein Rückgrat durch die ganze römische Kunstgeschichte von Octavianus bis Gallienus geht. Nach Gallienus bricht dieser kontinuierliche

Zusammenhang

ab.

Es findet sich wohl,

wie wir sehen werden,

noch

eine Anzahl

sicher ıdentifizierter spätantiker Kaiserbilder - mit Diocletianus und Konstantin dem Großen an der Spitze — aber, wie gesagt, die ungebrochene Kontinuität geht nach Gallienus für immer verloren. Am Ende des 5. Jahrhunderts befinden wir uns in einer Zeit der Auflósung und Krise,in der sich die traditionellen Produktionsformen zum großen Teil verlieren, das gilt vor allem für die Massenkopierung der Kaiserbilder, die für die römischen Werkstätten der älteren und mittleren Kaiserzeit so charakteristisch war!. Wenn die Vervielfältigung der großen Originale auch nicht vollständig aufhört,

so geht sie jedenfalls fatal zurück. Deshalb ist es nach Gallienus relativ selten, daß wir Repliken von Kaiserbildern nachweisen können, das heißt Kopien die — oft durch mehrere Zwischenglieder - auf dasselbe Original zurückgehen. Damit verlieren wir das wichtigste Mittel zur Identifizierung der Kaiserbilder, denn dieses Mittel war der Nachweis von Repliken, also Kopien eines und desselben Porträttypus, der, gerade weil er wiederholt wurde,

sich als öffentliches, nicht privates Bildnis zeigt

und damit allgemein als Kaiserbild. Die Schwierigkeiten bei der Bestimmung des spätantiken Kaiserporträts steigern sich noch dadurch, dafs das scharf individualisierte Kaiserbild der älteren Tradition Jetzt mehr und mehr einer stereotypen

Kaisermaske weicht?: Ganz analog lobt die gleichzeitige Literatur die similitudo der Kaiser. Diese Verhältnisse führen notwendig dazu, daß die Präsentation und Bestimmung der Kaiserbilder im vorliegenden Band des römischen Herrscherbildes eine etwas andere Form als ın den früheren Bänden der Serie annehmen muß. Im allgemeinen ‚muß ein längerer und beschwerlicherer Weg zur Identifizierung der einzelnen Herrscherbilder eingeschlagen werden und des öfteren das Ziel unserer Bemühungen nicht ein persönliches Bildnis, sondern ein allgemeiner Zeittypus sein: das Kaiser- oder Herrscherideal der Zeit.

! L’Orange, Art Forms passim. ? H. P. L’Orange, Apotheosis 117ff.; ders., Romerske keisere i marmor og bronse (1967) 146f. Vgl. R. Bianchi Bandinelli in: Calza 5: »La produzione di rıtratti si andava facendo in quei tempi meno esplicita, meno caratterizzante. L'interesse per la personalità individuale sempre piü cede, in quegli anni, al concetto simbolico -- rappresentativo dell’autoritä imperiale rivestita ormai di una 'divina maiestäs’ che vale piü di ogni individuale impronta«.

DAS HERRSCHERBILD

DER TETRARCHIE

DIE IDEE DER S/IMILITUDO. DER

KAISER

Im Jahre 293 n. Chr. ist das tetrarchische Kaisertum — mit Diocletianus als Augustus und Galerius als Caesar im Osten, Maximianus als Augustus und Constantius Chlorus als Caesar im Westen — fertig konstituiert. Das ganze Reich ruht jetzt in einer verfassungsmäßigen Ordnung, die es gegen Angriffe von außen und Usurpierung von innen sichert. Fällt ein Augustus weg, übernimmt der Caesar an seiner Seite sofort seinen Platz. So ist das Reich gegen jeden Angriff von außen gerüstet, von welcher Seite und gegen welchen Reichsteil er auch kommen móge. Und so ist das legitime Kaisertum nach innen gesichert gegen Kaisermord und Usurpation. Das tragende Prinzip in dieser ganzen Konstruktion it die ins Unendliche proklamierte concordia der Kaiser, die die Machtverteilung und Balance, die unverrückbare überpersónliche ‘Symmetrie’ der Verfassung aufrecht erhält. »L'institution impériale regut pour couronnement un. édifice imprévu aux lignes symétriques«?. Zum neuen Staatssystem gehórt eine Form von Thronfolge, die wohl einmalig in der Geschichte der Monarchien ist und gleichzeitig-sehr bezeichnend für die tetrarchische ‘Symmetrie’. Nach einer gegebenen Regierungsperiode, die vielleicht auf zwanzig Jahre festgelegt war, treten die beiden Augusti zurück; gleichzeitig rücken die beiden Caesaren als Augusti auf, während zwei neue Caesaren sich an ihre Seite stellen. Um jeden Einfluß von den abgedankten Seniores Augusti auf die neue Tetrarchie auszuschließen, ziehen die Seniores sich von den kaiserlichen Residenzen in neue Paläste in

den Provinzen zurück. Diese Mechanik der Sukzession, die der ganzen tetrarchischen Staatsordnung so wohl angepaßt ist, wurde durch den Druck der historischen Verhältnisse verursacht — Usurpation und Rivalıtät bei der Thronfolge. Die Regierungsperioden, der Antritt und Rücktritt der Kaiser, wie auch ihre Regierungsjubiläen, gehen im Takt oder sollten es in Folge des tetrarchischen Staatssystems tun. Die kaiserlichen. Lebensdata werden in eine überpersönliche Taktfolge hineingezwungen. So läßt man nach Verlauf einiger Jahre — gegen die faktischen Verhältnisse — den Jahrestag für den Regierungsantritt der beiden

Caesares,

Galerius und Constantius,

ihren dies imperii,

zusammenfallen;

und in derselben

Weise läßt man auch die Stätte ihrer Investitur — wiederum gegen die faktischen Verhältnisse — eine und dieselbe sein. »Pour répondre au goüt de la symétrie«?. Der dies imperii des einzelnen Kaisers, die Stätte seiner Investitur, die Jahre seiner Jubiläen und Abdikation, können von dem anderen übernommen werden, genau wie das Porträt eines der vier Kaiser für das eines anderen in den Münzbildnissen substituiert werden kann. Wenn z. B. Diocletianus im Jahr 303 seine vicennalia feiert, so 1st auf Grund der Gleichordnung und Symmetrie auch Maximianus Zwangzigjahrjubilar, und auch die Caesares feiern ihre decennalia. Die Begebenheit wurde mit einem Ehrenmonument hinter den Rostra auf dem Forum Romanum gefeiert, das vom Verfasser auf Grund der erhaltenen Teile des und eines Reliefbildes vom Forum Romanum am Konstantinsbogen rekonstruiert Monumentes

3 W.. Seston, Diocletian et la Tetrarchie (1947) 100. ^ H. P. L'Orange, Art Forms and Civic Life in the Late Roman Empire (1965) 45

3 Seston a. O. 94.

werden konnte?. Es bestand aus fünf mächtigen Säulen mit krönenden Statuen: in der Mitte Jupiter ‘und symmetrisch um diesen vier einander gleiche Kaiserstatuen. | Auch das ältere römische Kaisertum kannte ein ‘Doppelprinzipat”, z. B. das von Marcus Aurelius und Lucius Verus. Aber erst die Tetrarchie entwickelt die Vorstellung eines “Zwilling-Kaisertums’, eines numen geminatum?.

Die beiden Augusti treten als vóllig gleich hervor, sozusagen aus einer und

derselben Form gegossen (Beil. A1). In der Festrede des Mamertinus zum ‘Geburtstag’ des Maximianus Herculius im Jahre 291 n. Chr. begegnen wir zum ersten Mal dieser Vorstellung von der idealen Gleichheit der Kaiser. Auf der Zinne des Reiches steht ein Zwillingsgott!?. Die Gleichheit der beiden Augusti tritt in ihrem ganzen Wesen hervor, in ihrem körperlichen Äußeren, ja in ihrem Alter!!. Nicht weniger nachdrücklich proklamieren die Münzbildnisse die similitudo der Kaiser: Die Assimilierung geht, wie gesagt, so weit, daß ein Kaiserkopf für einen anderen substituiert werden kann, d. h. unter mehreren tetrarchischen Kaisernamen courant ist, die in der Beischrift ausdrücklich

genannt sind?. Auch in der monumentalen Skulptur geben sich die tetrarchischen Kaiser als körperlich gleich, wie wir es gerade im tetrarchischen Ehrendenkmal auf dem Forum Romanum gesehen haben. Frappant ist diese similitudo in den Porphyrgruppen in Venedig und im Vatikan (Taf. 4—7), die unten ausführlich behandelt werden. | Diese similitudo, die uns in den Kaiserbildern der Panegyriker, der Münzbildnisse und der Monumentalskulptur vor Augen steht, hat ihre eigene Frklärung, die einen wichtigen Einblick in die Ideenwelt der Tetrarchie, ja des ganzen Dominates ermöglicht. Den Schlüssel zum Verständnis gibt das scheinbar gleichgültige Factum, daß beide Augusti ihren Geburtstag an einem und demselben Tag feiern: dieser Geburtstag, gemini natales, ist nämlich nicht ihr wirklicher und persönlicher Geburtstag, sondern ihr gemeinsamer góttlicher Geburtstag, gerechnet von dem Tag im Jahre 287, da die beiden Augusti die Namen Jovius und Herculeus nach ihren Vätern Jupiter und Hercules annahmen'?. Auf diesem gemeinsamen göttlichen Ursprung beruht die similitudo der Kaiser. Der identische Kaisertypus, der aus dieser göttlichen Wurzel wächst, tritt an die Stelle der persönlichen Kaiserindividualitát, genau wie der göttliche Geburtstag an die Stelle des dies natalis. Die similitudo der Kaiserbildnisse ist insofern von derselben Art wie die der Heiligenbildnisse: ein ‘heiliger Typus’, ein τύπος ἱερός, schlägt durch alle Individual-Bestimmüngen durch. Es ist auf diese göttliche Offenbarung in den Kaisern und nicht auf ihre persönliche Wirklichkeit der Blick der Spätantike gerichtet. Die Individualität weicht dem Typus. Die concordia selbst, auf der die tetrarchische Verfassung gegründet ist, beruht auf der kaiserlichen szmilitudo: bac ipsa vestri similitudine magis magisque concordes??. Die concordia der Kaiser äußert sich in der vollkommenen Gleichordnung der beiden Augusti und der beiden Caesares. Im Kaiserzeremoniell stehen die beiden Augusti als ein góttliches Zwillingspaar nebeneinander. Ein neues Adorationsritual mit doppelter Anbetung (Verehrung), duplicatum pietatis officium , wird geschaffen. Wenn die Kaiser aus jedem der vier Reichsteile zusammenkommen, verlangt

* H.

1964).

P. L'Orange,

RM

53, 1938, 1ff. - H. Kähler, Das Fünfsiulendenkmal für die Tetrarchen

auf dem Forum Romanum

: E. Kornemann, Doppelprinzipat im Imperium Romanum (1930). ® Paneg. I, Mamertini genethl. Max. 11. ? numen. geminatum. Diokletian und Maximian auf Goldmedaillon, Florenz. G. Castelfranco, CrdA 1937, Taf. 7,2. Gnecchi I p. 12. 10 Mamertinus a. O. 7 Mamertinus a. O. 7. 12 Maurice I4 f. - L'Orange, Studien 101 f. s. z. B. Diocletianus und Maximianus auf dem aureus von 290, Florenz (Abb. 1). 13 Seston a. O. 211ff. — Paneg. I Mamertini paneg. Max. Vg. - Mamertini genethl. Max. 2. -- H. P. L'Orange, RM 53, 1938, 5 ff. 14 L'Orange,

Studien 91 f. - Ders., Art Forms

50. 121.

15 Ebenda 50ff. -- Mamertini genethl. Max. 12. — Mamertini paneg. Max. 9.

4

das: Zeremoniell,

Hände'®.

daß sie immer

zusammen

auftreten.

Bei ihren Gesprächen

halten sie einander die

Sie fahren in demselben Wagen und alle rufen, wenn sie passieren aus Freude: Vides

Diocletianum? Maximianum vides? Ambo sunt, pariter sunt. Quam iunctim sedent! Quam concorditer -colloquantuy ! Wie in der similitudo der Kaiser, so offenbart sich auch in ihrer concordia eine höhere göttliche Ordnung. »Welches Saeculum hat jemals eine solche. concordia an der Zinne der Macht gesehen? Welche Geschwister, welche Zwillingsbrüder, respektieren einander Gleichberechtigung an ungeteiltem Eigentum wie Ihr Euere Gleichberechtigung am römischen Reich? Aus all diesem geht hervor, daß, wenn die Seelen der übrigen Menschen erdgebunden und vergänglich sind, so sind die

Eurigen himmlisch und immerwährend«, caelestes et sempiterne; 8 So ist es ein bedeutungsvoller Ausdruck der tetrarchischen Konstitution, daß die vier Kaiser in ihren Monumenten zusammen auftreten, auch wenn die Errichtung des Monumentes durch die historische Tat eines Einzelnen von ihnen, etwa einen Sieg, eine Stadtgründung, ein Jubiläumsfest, veranlaßt ist.

Wir können als Beispiel den Galeriusbogen in Thessaloniki anführen, der dem Galerius anläßlich seines Persersieges geweiht wurde. Neben den Darstellungen des kämpfenden und siegenden Galerius, die sich im zyklischen Zusammenhang der Reliefs wiederholen, steht die übergeordnete Darstellung des ganzen Kaiserkollegiums: In der Mitte das thronende Paar der Augusti, zu beiden Seiten die stehenden Caesares (Taf. 1)?. Der Gedanke ist, daß sämtliche Kaiser am Sieg jedes einzelnen Teil haben. »Die unsterblichen Götter können ihre Gaben an Euch nicht teilen«, so heißt es in einer Panegyrik an Maximian??, »was Einem von Euch gegeben ist, gehört Euch beiden«. Das ganze Kaiserkollegium ist auch in dem oben erwähnten tetrarchischen Ehrenmonument gegenwärtig, das zu den Vizennalien des Diocletianus auf dem Forum Romanum errichtet wurde. Sowohl in den vier Kaiserstatuen wie in den vier Vexillen der Reichsarmee spricht sich hier die konstitutionelle Viererherrschaft aus. Auch in dem

riesigen Bodenmosaik der ‘Grofen Jagd’ im Palast von Piazza Armerina, in dem der Verfasser eine tetrarchische Kaiservilla sieht, kommt diese Herrschaftsidee zum Ausdruck?!. Ähnliches gilt auch für das statuarische Monument, das die Porta Aurea, das Haupttor zum Palast des Diocletianus in Spalato krönte. Die Münzreversen mit Torbauten, auf denen vier Kaiserbüsten stehen? (Beil. A2), wird man als Wahrzeichen des tetrarchischen Staates auffassen können; so auch die Stadtfestung mit vier Fronttürmen, die oft auf den Münzreversen tetrarchischer Prágungen erscheint”?. Einen ähnlichen

symbolischen Gehalt haben wohl die zahlreichen tetrarchischen Prägungen mit der Darstellung der vier opfernden Kaiser vor dem Portal einer festungsgleichen Stadt, Beischrift virtus, militum. Man vergleiche die Bronzestatuen. der vier Kaiser vor der Front des Hadrianstempels in Ephesos”*. Selbst auf dem Olymp treten die vier Kaiser zusammen auf: So sehen wir sie bei Julianus Apostata (De Caesaribus 315). Sie sind in einem Chor verbunden und halten einander an den Händen. Die Götter bewundern die Eintracht, ὁμόνοια, in diesem harmonischen Quartett, τετραχόρδος συνωδῶν. Weh Maximian, der die symphonische Einheit, ὁ παναρμόνιος τετραχόρδος, zersprengt! Der ganze Bau des tetrarchischen Staates, seiner Herrschaft und Administration offenbart sich in der

magischen Vierzahl. In der Rhetorik der gleichzeitigen Panegyriker wird diese Zahl ein kosmisch glückverheißender numerus, ein Symbol der göttlichen Macht der regierenden Kaiser, die auf ewigen

Mamertini genethl. Max. 12.

17 Ebenda 11. 18 Ebenda 6.

1? K. F. Kinch, L’Arc de Triomphe de Salonique (1890) Taf. 6. Paneg. I, Mamertini genethl. Max. 7. ?! H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965, 86. 95 ff. und passim. ?? RIC VI 205 Nr. 636 Trier, Constantinus Caes. 306-307. 23 z.B. RIC VI 556 Nr. 25a, Diocletianus, Nicomedia. ^

Kähler 6.

Gesetzen ruht und von Grundtatsachen des Universums abgeleitet ist, von den vier Elementen, den ‘vier Jahreszeiten, den vier Himmelsrichtungen etc. /sto numinis vestri numero summa omnia nituntur

et gaudent: Elementa quattuor et totidem anni vices et orbis quadrifariam . . .”°. | Die Usurpation durchbricht dieses heilige viergeteilte Imperium, das in der góttlichen Weltordnung, in Jupiter und Hercules ruht. Die legitimen tetrarchischen Kaiser sehen deshalb die Usurpation als einen Angriff auf die ganze Staatsordnung und ihre eigenen Herrscherrechte ari. So wendet sich Galerius mit aller Energie wider seinen eigenen Schwiegersohn, den Usurpator Maxentius. Das Prinzip tetrar-

chischer Legitimität behauptet sich noch in Severus und Maximinus Daia. Das verhängnisvolle Jahr ist 307

mit

der

Usurpation

des

Maxentius

in

Rom

und

des

Konstantin

in

Gallia,

die

durch

die

Machtübernahme des abgedankten Maximianus Herculius noch komplizierter wurde. Das koordinierte tetrarchische Kaisertum der diokletianischen Staatsordnung geht im Gewühl der Kriege unter; es entstehen neue Formen von koordinierter Vielherrschaft. Eine Vierteilung bleibt aber dennoch in der Administration bestehen und hat immer noch ihre große Bedeutung.

Das kaiserliche Gruppenbild

bleibt bestehen, als repräsentativ auch für das neue nachtetrarchische Herrscherbild. Das Ideal des koordinierten Herrschertums herrscht weiter. So auch sein bildlicher Ausdruck im Gruppenbild.

GRUPPENBILDER DIE VENEZIANISCHEN

UND

DER TETRARCHIE

VATIKANISCHEN

PORPHYRGRUPPEN

Die beschriebene Kaiserideologie — die similitudo und concordia der Tetrarchen — steht uns lebendig vor Augen in den oben erwähnten Porphyrgruppen tetrarchischer Kaiser in Venedig und im Vatikan (Taf. 4-7). Diese sind so ausführlich in R. Delbruecks klassischen Werken über spätantike Kaiserbildnisse und antike Porphyrarbeiten behandelt?$, daß sich eine eingehende Beschreibung an dieser Stelle erübrigt. Im Folgenden beschränken wir uns deshalb auf eine allgemeine Präsentation unserer Porphyrgruppen und wenden uns nachher zur speziellen Betrachtung der Portrátkópfe. Sämtliche Kaiser springen in hohem Relief, fast als Freiskulpturen aus großen Porphyrsäulen hervor. Sie sind zu Paaren geordnet und bei jedem Paar sind die Kaiser gleich groß, haben sie dieselbe Tracht, dieselben Waffen, denselben Schmuck und dieselben Insignien. Die Stellung und der Gestus sind dieselben und überall sind sie in derselben Situation einer herzlichen Umarmung vereint — der

Ausdruck ihrer concordia. Die vollkommene similitudo gilt vor allem für die vatikanischen Gruppen, bei denen jedes Paar wie eine mechanische Verdoppelung einer und derselben Figur wirkt. Ehe wir uns den Porträtköpfen zuwenden, muß jedoch auf eine neuerlich von M. Cagiano di Azevedo

vorgebrachte These eingegangen werden, die behauptet, daß unsere Porphyrgruppen nicht, wie allgemein angenommen wurde, tetrarchische, sondern spätere, wahrscheinlich konstantinische Kaiser darstellen. Da der Verfasser früher diese These ausführlich behandeltund — wie er glaubt — zurückgewiesen hat?’, können wir uns hier in Kürze fassen. Der physiognomische Typus unserer Porphyrkaiser ist in der ganzen römischen Kaiserikonographie einmalig und unlósbar mit der Tetrarchie verbunden. Charakteristisch für den Typus ist — und im

scharfen Gegensatz zum konstantinischen — der massige viereckige Bau des Kopfes, der kurze Bart, die kurzen Haare, die über den Schläfen rechtwinklig geschnitten sind im Gegensatz zur konstantini-

?5 Incerti paneg. Constantio Caesari 4 (Paneg. I 85). - Zur göttlichen Vierzahl der Tetrarchie: L'Orange, Art Forms 51f. 2° Delbrueck, Kaiserporträts. - Ders., Porphyrwerke. - Etwa gleichzeitig mit Delbruecks Kaiserportráts und unabhängig von

diesem erschien: L'Orange, Studien. 2 H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965, 65ff.

schen 'Archivoltenfrisur??.. Wie der physiognomische Typus, so ist auch die runde Mütze der venezianischen Gruppen unlösbar mit der Tetrarchie verbunden. Sie wird von Diocletianus selbst in der imago clipeata des Kaisers (Taf. 13) in seinem Mausoleum in Spalato getragen. Als militärische

‘Kopfbedeckung findet sie sich auf dem

Galeriusbogen in Thessaloniki

(ca. 300) und auf dem

Konstantinsbogen in Rom (312-315), der. noch in der tetrarchischen Tradition steht. Nach. dem Konstantinsbogen verschwindet aber der Mann mit der runden Mütze für immer von der Szene der Geschichte und findet sich nie mehr in zeitgenössischen Darstellungen. Nicht mehr in historischen Szenen, sondern in der Ideenwelt der christlichen Ikonographie lebt noch der Mann mit der runden Mütze weiter: Er besteht im Gedächtnis der Christen als der Henker der diokletianischen Christenverfolgung. Er wird zur Personifikation des Verfolgers und wiederholt sich in den Bildern der Soldaten und Schließer, die Petrus verhaften und im Gefängnis überwachen, oder in den Bildern von Soldaten,

die bei der Passion Christi mitwirken und sein Grab überwachen?? Fassen wir nun zuerst kurz den allgemeinen Charakter und den speziellen Aufbau der Köpfe unserer

Porphyrgruppen zusammen:

Kompakte Köpfe, die ihre Kraft in der Masse des Gesichtes und nicht in der Artikulation der Züge haben, sozusagen im materiellen Block, nicht in den Differenzierungen des Gesichtes. Untersetzte Proportionen, steile Stirn, die sich jäh am Haaransatz bricht, kurze Nase und mächtige Kiefer, grober,

in den Winkeln meist herabgezogener Mund, klare Einrahmung des Gesichtes durch das gegen Stirn und Schläfen scharf abgegrenzte Haar, rechtwinkliger Haarschnitt, bezeichnende Angabe des Haares durch Striche (oder Punkte), die selbst nicht den Fluß der Einzellocken zur Anschauung kommen lassen und dadurch erst, von jeder-Plastik der Einzelformen gelöst, einen reinen Schraffierungscharakter annehmen »Haarangabe durch richtungslosen Strich oder durch Punkt«?? Ein wichtiges physiognomisches Motiv, das die Gruppe unserer vatikanischen Augusti kennzeichnet, muß hier besonders behandelt werden: die gegen die Nase zusammengezogenen Brauen, die durch tiefe, schräg in die Stirn aufschießende Falten markiert sind. Es handelt sich hier um ein Ausdrucksmittel, das in der Ikonographie der Soldatenkaiser tief verwurzelt ist und einen Ton von Wut und

Drohung anschlägt. Im römischen Kaiserbild findet sich das Motiv zum ersten Mal im Bildnis des Caracalla (Beil. A3) und später in den Porträts anderer Soldatenkaiser, z. B. in denen von Philippus Arabs und Trebonianus Gallus. Unsere literarischen Quellen sprechen von der frons trux Caracallas, die gerade das in Rede stehende Motiv der drohenden Stirn bezeichnet. »Caracallas zornig verfinstertes Aussehen . . . kann sich nur auf das Zusammenziehen der Stirn zu Zornesfalten« beziehen?!. Das Gesicht des Kaisers ist

finster, die Brauen sind drohend zusammengezogen, eine Gewitterwolke hat sich über die Augen gelagert, der Mund óffnet sich wie zu einem zornigen Kommando.

28. | Orange, ebenda 79ff. - Ders., Studien 48ff. 7? H. P. L’Orange, ActaIRN 2, 1965, 81ff. Besonders wichtig ist hier die Darstellung eines Martyriums in der tetrarchischen Kunst in der Katakombe bei SS. Nereo e Achilleo, Katakombe der Domitilla. Zuletzt bei P. Testini, Le Catacombe e gli Antichi

Cimiteri Cristiani in Roma (1966) Abb. 56. — Bekanntlich hat R. Naumann ein fehlendes Fußfragment eines der venezianischen Porphyrtetrarchen in Konstantinopel

gefunden

(IstMitt

16,

1966,

209),

und

dadurch

bewiesen,

daß sich die venezianischen

Gruppen einmal in Konstantinopel befunden haben. Damit ist aber nicht gesagt, daß sie nach der Gründung Konstantins gearbeitet sind. Byzantion war auch vor dieser Gründung eine wichtige und zentrale Stadt. Wahrscheinlich wurden die Gruppen von Nikomedia nach Konstantinopel überführt, wie es von anderen Diokletianstatuen literarisch überliefert ist. Codinus 53 anno 1056 ist hier wichtig: xai Νικομηδείας στῆλαι πολλαὶ ἥκασιν, ὅϑεν καὶ ἡ τοῦ Διοκλητιανοῦ Ev τῷ ἱπποδρομίῳ owLerau ἕως νῦν. In dem Hippodrom befand sich die Statue auf dem Kaiserlichen Kathisma. Zitiert nach M. Torelli in: Calza 16. Auch Naumann wendet sich gegen die Spätdatierung von Cagiano de Azevedo (a. O. 209 Anm. 18).

3? Vgl. L'Orange, Studien 4. ?! H, B. Wiggers, Herrscherbild III 1, 11. — Dio Cassius 77, 7f; 78, 19; 78, 11, 1. — Aurelius Victor, Epit. 21, 4. — Aelianus, Varia Historiae

12, 14.

7

Wir wissen, daß es ein. sehr bewußter Wunsch Caracallas war schreckerregend zu wirken, und daß

seine Bilder darauf hin angelegt waren. Caracalla — dieser kaiserliche φιλαλεξανδρότατος"2 — wollte mit seiner frons trux das Gewaltsame und Drohende nachbilden, das er im Gesicht der Alexandermumie glaubte gesehen zu haben, τὸ φοβερόν, das die Zeitgenossen in dem Äußeren des großen Makedoniers fanden?. Nach Dio Cassius hat ein anerkannter Spötter, der von Caracalla aufgefordert wurde sich zu seinem Aussehen zu äußern, ausgesprochen,

Caracalla gleiche einem, der ständig im

Zornesei?^:égr yàg αὐτὸν ὀργιζομένῳ twi ἐοικέναι. Eine vollständige Zusammenstellung der literarischen Quellen zum drohenden Aussehen Caracallas bei H. B. Wiggers?*. Steht Caracallas trux frons am Anfang des Jahrhunderts der Soldatenkaiser, so finden wir am Ende des Jahrhunderts dieselbe Faltenbildung, dieselbe trux frons mit den aufschießenden Falten über beiden Brauen

an der Stirn des Kaisers Galerius,

vor allem in dem Porträtmedaillon auf dem neuerlich

entdeckten Bogenfragment in Thessaloniki, das von dem Palast des Kaisers stammen muß (Beil. A4). Bezeichnenderweise kehrt auchin der literarischen Beschreibung vom Äußeren des Galerius das Wort trux

wieder:

Truci vultu,

ac voce

terribili heißt es bei

Lactantius?

vom

Kaiser.

Mehr

eingehend

beschreibt Lactantius?" das Schreckliche und Grauenhafte der Persönlichkeit des Galerius: Denique et verbis et actibus et aspectu terrori omnibus et formidini fuit. Sicher hat Lactantius den Christenverfolger Galerius schwarz gemalt. Trotzdem ist seiner Beschreibung großes Gewicht beizulegen, da Lactantius als Zeitgenosse das Äußere des Kaisers gut gekannt hat. Auch der Wunsch fürchterlich zu erscheinen ist für Galerius wie für Caracalla bezeugt: ἤϑελε γὰρ δεινὸς xai ἄγριος xai ἀπότομος ἀεὶ

φαίνεσθϑαι58, Hinter den gehässigen Beschreibungen vom Aussehen der tetrarchischen Kaiser verbirgt sich ein. wirklicher historischer Zeittypus. Das Harte und Gewaltsame dieses Typus wird von den christlichen Schriftstellern noch gesteigert und ins Wilde,

Rohe und Häßliche, ja ins Ungeheuerliche getrieben.

Beispiele aus der gleichzeitigen Literatur werden von M. Torelli gegeben”. Hinter dem ‘schrecklichen’ Herrscher steht eine Welt von Kriegskatastrophen an fast allen Fronten des Reiches, gegen die eine fürchterliche zurückwerfende Kraft eingesetzt werden mußte. Diese apotropäische Kraft hat im Schreckbild des Kaisers einen Ausdruck gefunden. Auch das eiserne System von Regulierungen im Inneren des Reiches und die gnadenlose Verfolgung von Personen und Sekten, die als staatsfeindlich betrachtet wurden — vor allem die Christen — verkörpern sich in einem solchen abschreckenden Bild. Kehren wir zu dem Paar der Augusti in den Porphyrgruppen des Vatikans zurück. Das Motiv der trux frons ist hier mit fast unheimlicher Schärfe herausgearbeitet. Zweifellos schlägt hier das Bild des Galerius durch, der nach 306 rangältester Augustus, und die führende Gestalt der zweiten Tetrarchie

war. Auch der verzerrte Mund mit den niedergezogenen Winkeln gehören zu diesem Bilde. Es wäre ganz verfehlt in diesen für uns schwer verständlichen Kaiserbildern etwa eine Karikatur zu sehen. Es wäre eine moderne Interpretation, die sich aus unserem fehlenden Vermögen, die antike Physiognomie zu durchschauen, ergäbe. Eine gefährliche Kraft will sich durch diese Kaiserbilder ausdrücken. Nicht nur die trux frons, sondern auch die blockähnliche Gesichtsform haben die vatikanischen Augusti mit dem oben genannten Medaillonporträt in Thessaloniki gemein. Und nochmals läßt sich die Beschrei-

?? ]’Orange, Apotheosis 39. 136 Anm. 3. 33 Wiggers a. O. 34 Cassius Dio 77, 11, 1. Wiggers a. O. De mortibus persecutorum 9, 8. 37 Ebenda 9, 3. 38 Petr, Patr. Exc. Vat. 143.

?? in: Calza 17f. 30. 32f.

bung des Lactantius vergleichen“. Hier wird die ungeheure Korpulenz des Kaisers hervorgehoben: Erat etiam corpus moribus congruens status celsus, caro ingens et in horrendam magnitudinem diffusa et

inflata. Es ist, wie gesagt, ein und dasselbe Gesicht, das im Paar der vatikanischen Augusti wiederholt ist, wie auch

ein und

dasselbe

Gesicht

im

Paar der

Caesares.

Das

Gesicht

dieser letzteren

mag

als

ein

gemilderter, etwas vager Reflex vom Gesicht der Augusti betrachtet werden. Es ist der rangälteste Kaiser der zweiten Tetrarchie, der Kaiser des Ostens, Galerius, dessen Gesichtszüge hier - in diesem östlichen Werk*' — dominieren und sich auch in den drei anderen Kaisergesichtern behaupten. Es handelt sich um eine Substitution des östlichen Kaiserbildes im skulpturalen Porträt genau in der Weise, wie sie in den gleichzeitigen Münzbildern stattfand. So sind diese vatikanischen Gruppen nur für die Ikonographie des Galerius von Bedeutung. Wir sehen vor uns die Zwillingskaiser der Tetrarchie, die von den gleichzeitigen Panegyrikern gepriesen werden. Soll eine einzelne Figur als Galerius ausgewählt werden, muß es aus zeremoniellen Gründen die auf der Tafel links stehende, d. h. an der rechten Seite seines Mitaugustus, sein. Auch die Porphyrtetrarchen in Venedig bilden zwei Paare, von denen das eine deutlich als das ältere, das andere als das jüngere erkennbar ist. Das ältere Paar zeichnet sich durch den größeren Pondus vor dem jüngeren aus und ist auch dadurch als die Augusti gekennzeichnet. Gegenüber der Macht und selbstbewußten Kraft, die aus ihren Gesichtern sprechen, wirken die Caesaren irgendwie bescheiden,

gehorsam, wie in den Schatten gestellt. Sicher verfehlt ist die Auffassung, daß Jedes Paar einen Augustus und seinen Caesar darstellt. Das würde den östlichen gegen den westlichen Reiclisteil isolieren, während die Umarmung der beiden Paare von Augusti und Caesares zum Ausdruck einer hóheren concordia wird, die die Reichseinheit für zwei Kaisergenerauonen sichert. Das stimmt auch am besten mit den Ideen überein, die wir in der Literatur über das Zusammensein der Kaiser finden.

Wir erinnern nochmals an die Beschreibung der Panegyriker: Ambo Diocletianus et Maximianus sunt, pariter sunt. Quam iunctim sedent. Quam concorditer colloquantur. Zudem wissen wir aus einer Stelle bei Lactantius^?, daß Diocletianus und Maximianus allgemein zusammen dargestellt wurden: Deshalb wurde in Malereien das Diokletianbild zusammen mit dem Maximianbild (nach der damnatio memoriae des letzteren) so oft getilgt. Eodem tempore . . . Maximiani statuae . . . detrabebantur. Et

quia senes (Diocletianus et Maximianus) ambo simul plerumque picti erant, et imagines simul deponebantur amborum. Daß die Augusti zusammen dargestellt wurden, bestätigen Statuenbasen mit | den Namen des Diokletian und Maximian?? Die Kaiser der venezianischen Gruppen sind mehr persónlich individualisiert als die der vatikanischen

Zwillingsgruppen. So sind in den beiden venezianischen Kaiserpaaren der eine Kopf bärtig, der andere unbärtig. Die trux frons ist nur in einem der vier Kaiserköpfe zu finden: nämlich an dem Caesar links, in dem wir wegen dieses Stirnmotivs Galerius zu sehen haben. Auch durch seine Stellung an der rechten Seite seines kaiserlichen Kollegen kommt nur Galerius in Frage, wie dieser Ehrenplatz überhaupt dem östlichen Kaiser in diesem östlichen Werk zusteht. Den entsprechenden Ehrenplatz unter den Augusti hat die Figur links (Taf. 6a), die Diocletianus darstellen muß. Die Faltenbildung an der Stirn unserer Augusti unterscheidet sich sonst stark von der des Galerius: zwei lange horizontale Furchen laufen von Schläfe zu Schläfe; zwischen den Brauen schießen vertikale Furchen bis zu den

Horizontalfurchen auf. Hier herrscht die similitudo. Das Ganze ist ein ruhiges Muster, ohne die zornige Bewegung von Brauen und Stirnmuskulatur, die für das Galeriusbild bestimmend ist. Ein ° De mortibus persecutorum 9, 3. *! Vgl. L'Orange, Studien 16ff. ?? De mortibus persecutorum 42, 1. ? z.B. 7. Inan - E. Rosenbaum, Roman and Early Byzantine Portrait Sculpture in Asia Minor (1966) 52.

9

ausgeprägt individueller Zug charakterisiert Diocletianus: die tief niedergezogenen Mundwinkel. Diese Eigentümlichkeit begegnet häufig in tetrarchischer Zeit und geht wahrscheinlich auf den dominierenden Zeittypus der ersten Tetrarchenzeit, Diocletianus; zurück. Wir haben denselben Zug bei den Augusti der vatikanischen Gruppe gefunden; dagegen nicht bei den Caesares. So sind die vier Kaiser der venezianischen Gruppen identifiziert: in der Gruppe der Augusti von links nach rechts Diocletianus und Maximianus; in der Gruppe der Caesares wiederum von links nach rechts Galerius und Constantius. Aber über den individuellen Kaiserporträts liegt der dominierende Zeittypus der überall formbildend wirkt: das Bild des Diocletianus, wie es die Kunst des Ostens geprägt hatte. Wir haben es mit dem späten Diocletianus-Typus II zu tun. Ein Porphyrfragment eines Kaisers mit tetrarchischer runder Mütze befindet sich in Ni$, Jugoslawien.

Das Fragment (Hóhe 17 cm) gehórt wahrscheinlich zu einer Tetrarchengruppe vom Typus der venezianischen, mit der es stilistisch in den kleinsten Details übereinstimmt. Der Kopf springt reliefartig aus einem

festen Hintergrund

hervor,

wiederum

wie die venezianischen

Figuren.

Das

Fragment ist in einem Zustand, der eine Identifizierung des dargestellten Kaisers nicht erlaubt.

DAS TETRARCHISCHE

EHRENDENKMAL

AUF DEM FORUM

ROMANUM

»Seine großartigste Bekundung fand das tetrarchische Regierungssystem in Rom selbst anläßlich der Vizennalienfeier Diokletians in dem Denkmal, das man damals hinter der rómischen Rednerbühne auf

dem Forum Romanum errichtete« (H. Kähler). Es ist dem Verfasser gelungen, dieses Monument in den großen Hauptlinien zu rekonstruieren^^. H. Kähler hat diese Studien fortgesetzt und mit neuen

Erkenntnissen bereichert**®. Es wurde

vom

Verfasser

erkannt,

daß in einem

Relief

des Konstantinsbogens

(oratio),

das die

Ansprache Konstantins auf dem Forum darstellt, hinter den Rostra ein großes Fünfsäulen-Monument sich erhebt (Taf. 2a). Von diesem Monument ist als bedeutendster Teil ein reliefgeschmückter, mit Inschrift

versehener

Säulensockel

erhalten,

der — in.

der

Kombination

mit

dem

Bild

auf

dem

Konstantinsbogen — uns als Grundlage für die ganze Rekonstruktion diente. Aus dem erhaltenen Sockel sowie aus den Nachrichten über die anderen jetzt verlorenen Sockel haben wir schließen können, daß zu dem Denkmal für die Tetrarchen einst fünf Säulensockel gehörten. In der Mitte - als

Träger einer Säule mit Jupiterstatue — stand ein Sockel mit der Inschrift vicennalia imperatorum und rechts und links von diesen je zwei Sockel, die die Inschriften trugen: caesarum decennalia feliciter — caesarum vicennalia feliciter — augustorum vicennalia feliciter — augustorum tricennalia feliciter. So haben wir feststellen können, daß vier dieser Säulen Statuen von Kaisern trugen, während die mittlere von einer Jupiterstatue gekrönt war. Alle vier Kaiser sind einander ähnlich, sind mit der traditionellen augusteischen Toga bekleidet und tragen Szepter und Lorbeerkranz. Nach der Annahme dieses jetzt allgemein akzeptierten Bildes eines tetrarchischen Fünfsäulen-Denkmals*° wendet Kähler sich zur Frage der Kaiserstatuen, die ursprünglich die Säulen bekrónten?". Bekanntlich ist die Tetrarchie die große Blütezeit der Porphyrskulptur, die sich besonders in der offiziellen Staats- und Kaiserkunst entfaltet. Wir haben schon charakteristische Äußerungen dieser

Porphyrkunst in den Tetrarchengruppen in Rom und Venedig gesehen. Der Purpurstein ist vor allem

“ H. P. L'Orange, RM 53, 1938, 1 ff. ^5 Kähler. * Vgl. die Bemerkung Kähler 9.

^7 Ebenda 11ff.

10

ein kaiserliches Privileg. Überall wo er dem spätantiken Auge begegnet, löst er Vorstellungen aus von göttlicher Majestät, von erhabenem kaiserlichen Herrschertum.

Im Jahre 1937 wurde ein Aufsehen erregender Fund einer kolossalen Porphyrstatue hinter der Curia gernacht (Taf. 3c), also in der Nähe der Rostra^?. Bis auf die fehlenden Marmorteile: Kopf, Arme und Füße, war die Statue vorzüglich

erhalten. Ihre volle ursprüngliche Höhe wurde

als etwa drei Meter

errechnet. Es handelt sich um eine ausgezeichnet gearbeitete, stehende oder ruhig schreitende Figur eines Kaisers, in Tunica und augusteische Toga gekleidet. Trotz des fehlenden Kopfes ist die Wirkung

großartig. Um die Statue liegt ein Nimbus von Macht und Würde. — Heute ist sie im Antiquarium des Forum Romanum zu sehen. Kähler hat zwei Porphyrfragmente im Lateran (jetzt im Vatikan) (Taf. 3a.b), die 1836 unweit des Septimius-Severus-Bogens (also in der nächsten Nähe des Fünfsäulenmonumentes) gefunden wurden, mit der beschriebenen Kolossalstatue zusammengestellt^?. Die Fragmente stammen beide von überlebensgroßen Statuen, deren Höhe,

so weit sie sich berechnen läßt, sehr gut mit dem Maß der hinter

der Curia gefundenen Statue übereinstimmt. Weiter sind die beiden Fragmente von genau demselben Typus und mit derselben augusteischen Toga gekleidet. Technisch-stilistisch sind sie einander so gleich, daß man wohl vermuten darf, daß sie aus derselben Werkstatt stammen. Vollkommen gleich wiederholt sich also, so weit wir sehen können, eine und dieselbe Figur in den drei fragmentarisch erhaltenen Porphyrstatuen. Es ist aber gerade diese Monotonie der Wiederholung identischer Typen, die wir für die Tetrarchengruppe des Fünfsäulenmonumentes, wie es im Relief des Konstantinsbogens dargestellt ist, charakteristisch fanden: In sämtlichen Kaisern wiederholt sich dieselbe Figur in derselben altertümlichen Toga. Die tetrarchische similitudo manifestiert sich in der gleichen Weise im Reliefbild wie in den Statuen. Diese haben, so schließt man, zur Statuenkrone des Fünfsäulenmonu-

mentes gehört. | Man fragt sich, ob die Datierung in die Zeit der Tetrarchie stilistisch möglich ist. Kann ein solch lebendiger, schwungvoller, plastisch wirksamer Faltenstrom der Toga die allgemeine Auflösung der klassischen Formentradition im ausgehenden 3. Jahrhundert überlebt haben? Dazu ist erstens zu bemerken, daß der klassische Faltenstil in unseren Porphyrstatuen nicht vollplastisch, sondern ganz leicht linear umgestaltet ist. Die Plastizität scheint uns eigentümlich

unkörperlich, kalligraphisch verdünnt. Bei allem Schwung und aller Schwellung schwindet das plastische Gefühl. Die massigen Falten haben sich in hohen und schmalen Graten verloren. Das Gewand schmiegt sich substanzlos an den Körper, und die Falten laufen in schönem Spiel vorspringender Kurven über den nackten Leib. Eine neue Kalligraphie des Faltenstils ist am Werke, die während der Spätantike immer wieder zum Ausdruck kommt. ‘Der große Schwung? ist auch dabei wirksam, man kann als Beispiel den Togatus in der Villa Doria vergleichen (Tafel 14.15), der in die Zeit um 300 zu datieren ist.

|

Zweitens 1st zu bemerken, daß es sich in diesen Porphyrstatuen zweifellos um östliche Importwerke handelt, die von einer kaiserlichen Werkstatt im Ostgebiet unweit des Porphyrberges (Mons Claudianus am Roten Meer) stammen??. Die nächste stilistische Parallele zum Faltenstil unserer Porphyrstatuen gibt die großartige thronende Porphyrstatue eines Kaisers in Caesarea (Taf. 13d), die am Hippodrom dieser Stadt gefunden und allgemein in tetrarchische Zeit datiert und als Diocletianus gedeutet wird. So nehmen wir es als möglich an, daß die in Rede stehenden römischen Porphyrstatuen zur Krönung des Fünfsäulenmonumentes auf dem Forum Romanum gehörten. 48 Kähler 11ff. Taf. 13. ^9? Ebenda 11 ff. Taf. 12.

50 Delbrueck, Porphyrwerke 1 ff.

DIE GRUPPE VON

ZWEI DOPPELHERMEN

AUS SPALATO

Noch ein skulpturales Gruppenbild der Tetrarchie ist uns erhalten: zwei.zusammengehörige aus dem Diokletianspalast in Spalato stammende, in Solin (Salona) befindliche Doppelhermen (Taf. 9)*!. In jeder dieser beiden Doppelhermen tritt uns dieselbe Figurenkombination entgegen. Eine männliche, jedesmal verschieden individualisierte Person in demselben Amtskleid, Tunica und Chlamys, und mit

demselben Kopfschmuck, der tetrarchischen runden Mütze, ist mit einer góttlichen Mischgestalt, die teils Menschen-, teils Stierformen zeigt, vereinigt. Die Mischgestalten stellen Flufigótter dar. Als κουροτρόφοι sind diese Götter Fruchtbarkeitsgötter und in diesem Sinne mit den Menschengestalten

unserer Doppelhermen zusammengeschmolzen: So wird der Ausdruck glücklicher Fruchtbarkeit, der Felicitas Saeculi, auf sie übertragen. Ein anderes Beispiel der Kombination mit einem solchen Flußgott gibt ein Kolossalporträt vom Monumentaltor in Asseria, aus demselben Küstengebiet??; das Porträt scheint die Züge Domitians wiederzugeben??, | Die Hermen sind in der Zeit des Palastbaus zu Spalato gearbeitet. Der Vergleich der Mischgestalten mit dekorativen Masken des Palastes stellt das außer Frage?*. Die beiden Porträts mit tetrarchischer Mütze zeigen einen der konstantinischen Haarform ähnlichen Schnitt, der aber schon in tetrarchischer Zeit vorkommt (Taf. 64). Die Bestimmung der Dargestellten als tetrarchische Kaiser ergibt sich von selbst. Erstens: Die Hermen sind um die Zeit des diokletianischen Palastbaus gearbeitet und befinden sich in der Nähe des Palastes, in Salona, beim Geburtsort des Diokletian; zweitens: Die beiden Personen mit tetrarchischer Mütze müssen Kaiser sein, da sie mit einer Gottheit verbunden sind; drittens: Da die

Doppelhermen durch Arbeit, geschlossener Gruppe auf, wie tetrarchischen Staatsform tief Diokletian und seine Mitkaiser Reliefs des Galeriusbogens

Maß und Gegenstand zusammen gehören, treten die Kaiser in es für die Kaiser der Tetrarchie typisch und in der Ideologie der begründet ist. Nach dem Zeugnis der Münzbildnisse tragen zwar alle Bart, andererseits aber zeigt ihn das Medaillonporträt und die

bartlos, so wie auch unter den venezianischen Tetrarchen zwei Kaiser

bartlos sind. Am Anfang des 4. Jahrhunderts scheint die neue Mode der Bartlosigkeit sich neben der älteren allmählich durchzusetzen: Sowohl am Galerius- wie am Konstantinsbogen stehen bärtige und unbärtige Köpfe nebeneinander. ‚Es handelt sich bei unseren Hermenporträts wie beim Medaillonporträt des Diokletian in seinem Mausoleum um provinzielle Werke, von denen eine feinere Individualisierung nicht zu erwarten ist. Immerhin schließt sich das eine Hermenporträt (Taf. 9a) so nah dem Medaillonporträt an, daß man kaum zögern kann, in diesem Diocletianus zu sehen?*. Das

andere

der

beiden

Tetrarchie, Maximianus

Hermenporträts

(Taf. 9b)

wird

dann

den

zweiten

Augustus

der ersten

Herculius darstellen. Handelt es sich ın unseren Doppelhermen um ein.

Zwei-Kaiser-Monument, ist diese Kombination infolge der oben erwähnten literarischen Quellen, die

ausdrücklich aussagen, daß die beiden Augusti immer zusammen abgebildet waren, natürlich gegeben. Haben wir aber mit einem nur in Teilen erhaltenen Vier-Kaiser-Monument zu tun, so ist immer noch der Maximianus-Name für unsere Herme festzuhalten. Die anderen in Betracht kommenden Kaiser

5! H, P, L'Orange, ActaArch 2, 1931, 291. -- Ders., Studien 17ff. ?? H. P. L'Orange, ActaArch 2, 1931, 40. Auch sonst finden sich skulptierte Darstellungen von verwandten Gottheit in architektonischer Verwendung. 53 OJh 11, 1908, Beiblatt 39f. Abb. 22. — ActaArch 2, 1931, 40f. Abb. 8a.b. 54 ActaArch 2, 1931, 37f. ?? s. die Zusammenstellung des Medaillon- und des Hermenbildes, L’Orange, Studien Abb. 38. 39.

12

derselben

oder

einer

der. ersten

Tetrarchie,

Galerius

und

Constantius

Chlorus,

sind

uns

nämlich

in

ihren

Bildnissen

bekannt, die sich völlig von unserem Hermenporträt unterscheiden°®. Die Doppelhermen gehören, wie wir sagten, nach Arbeit, Maß und Gegenstand zusammen. Vielleicht sind sie Teil eines Kaisermonumentes,

das etwa auf einem Torbau

oder einer Balustrade aufgestellt

war, wie es in dieser Zeit so häufig vorkam.

EINZELBILDER DER TETRARCHISCHEN C. AURELIUS VALERIUS

DIOCLETIANUS

KAISER

JOVIUS

Literarische Quellen zum Aussehen der in Rede stehenden Herrscherpersónlichkeiten und zu ihrer Darstellung in der Kunst sind von M. Torelli gesammelt. und in dem ersten Teil der »Iconografia romana imperiale da Carausio a Giuliano« von R. Calza unter dem Titel »Fonti e Testimonianze« publiziert”. Nur die Stellen, die in unserem Zusammenhang relevant sind, werden in extenso und in

der Originalsprache angeführt??. Diokletian wurde wahrscheinlich 247/48 geboren ünd ist 316 gestorben. Kaiser von 284 bis 305. Divus und Damnatio memoriae. Seine Heimat war Illyricum, genauer Dalmatien: O. Seeck gibt ihm ein früheres Geburtsdatum und nimmt an, daß er bei seiner Abdankung 305 rund 80 Jahre alt war. Er setzt als Alleinherrscher in den ersten Jahren seiner Regierung die kämpferisch® Tradition der Soldatenkaiser fort; so besiegt er die Germanen, die über die Donau gedrungen waren, und nimmt den

Ehrentitel Germanicus Maximus an. Am 1. April 286 nahm Diokletian den Maximianus als Mitaugustus auf und überließ ihm die Regierung der westlichen Reichshälfte Doch hat sich Diokletian auch fernerhin die Leitung des Ganzen vorbehalten. Das zeigt vor allem, wie W. Ensslin hervorhebt, die Wahl der neuen Kaisernamen:

Jovius

für Diokletian, Herculius für Maximian. Die Zeit der Dyarchie dauert. vom 1. April 286 bis 1. März 293,

als Galerius

als Caesar

im

Ostreich,

Constantius

als Caesar

im Westreich

neben

die beiden

Augusti treten und die tetrarchische Staatsreform fertig konstituiert wird. Diokletian blieb aber immer

die leitende und treibende Kraft des Ganzen, cwius nutu omnia. gerebantur??. Er hatte jederzeit »die Möglichkeit persönlich, wie er wollte, einzugreifen, er hatte die letzte Entscheidung in der Gesetzgebung für das Gesamtreich, dazu kam ein oberstes Aufsichtsrecht über die Finanzverwaltung und ebenso bei der Bestellung der Nachfolger«9?. Diokletians vieljährige und durchgreifende Wirksamkeit in Ägypten ist in unserem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Er hat das aufständische Land pazifiziert und neu geordnet. Der erste Aufstand wurde 292/293 niedergeschlagen und der Sieg nach dem 1. Márz 293 gefeiert. Mehr als 18 Legionen waren in den Kämpfen engagiert, und noch Anfang 295 stand ein erhebliches Aufgebot

ortsfremder Truppen in Ägypten. Neue Aufstände und Machtusurpationen. fanden in den Jahren 295/297 statt. und griffen diesmal auf weitere Teile Ägyptens über; auch Alexandria geriet in die Hand eines Usurpators. Diokletian griff persónlich in die Belagerung Alexandrias ein und brachte die Stadt

56 Verfassers frühere Identifizierung mit Galerius (Studien 103) war ein Irrtum, der darauf beruhte, daß das Medaillonporträt des Galerius (Taf. 21 a) noch nicht gefunden und daß die erwähnten Literaturstellen ihm nicht bekannt waren.

57 Im Folgenden verkürzt: Torelli a. O. 58 Literarische Quellen zum Aussehen des Diokletian und.seiner Bildnisse: Bernoulli II 3, 194. — Torelli a. Ὁ. Allgemeines zu Diocletianus: W. Enßlin in: RE VII A2 (1948) 2419ff. s. v. Valerius Diocletianus. 3? Aur. Vict. 39, 36. - Enfilin a. ©.

$? Enßlin a. O. 2449.

13

14f. --

zur Übergabe. Er hielt sich-während der Aufstände und auch nach den Kriegen längere Zeit in Ägypten auf und hat das ganze

Land

durchreist.

Es folgte eine durchgreifende Neuordnung

des Landes.

Kus-Apollonopolis, Ausgangspunkt des Karawanenhandels zu den Häfen am Roten Meer, bekam jetzt den Namen Diocletianopolis.

Wie wir sehen werden, lebt im älteren Charakterbild des Diokletian (Typus I) das traditionelle.Bild des Soldatenkaisers weiter. Dieses Bild entspricht der historischen Wirklichkeit. Diokletian ist ein echter Nachfolger seiner soldatischen illyrisch-pannonischen Vorgänger und Landsleute. Das gilt auch für

seinen Versuch der Erhaltung und Belebung des Römertums: »ein Rómertum, das . . . im Bewußtsein der Kontinuität einer großen Vergangenheit und im Bewußtsein einer bedeutenden Gegenwartsaufgabe ein starkes zukunftssicheres Selbstbewußtsein entwickelte und zur Schau trug«?!. Nicht nur im militärischen Sinne, sondern auf den verschiedensten Gebieten, vor allem in Recht und Religion, wirkt

sich dieses Bestreben aus. In den späteren Jahren, nach der Aufrichtung der Tetrarchie, tritt mit zunehmendem Alter und Kränklichkeit Diokletian mehr zurück, obwohl die großen Entscheidungen immer noch in seiner Hand liegen. Galerius scheint immer mehr zu wachsen und den alten Kaiser zu beeinflussen??. Nach Diokletians schwerer Krankheit im Jahre 303 hat er sich ganz zurückgezogen, und als er sich wieder in

der Öffentlichkeit zeigte, war er so abgezehrt, daß man ihn kaum .wiedererkannte??. — Diese Änderung der Machtverhältnisse im Innern des Kaiserkollegiums spricht sich ikonographisch im Übergang vom Diokletian-Porträt Typus I zu dem vom Galerius-Bild beeinflußten Typus 2 auf den

Münzbildnissen ausdrucksvoll aus.

Das Bild des Diokletian auf den Münzen

Wir haben oben das Ideal der kaiserlichen similitudo betrachtet. Die Kaiser verkörpern dasselbe göttliche Wesen und sind einander deshalb gleich. So kann, wie wir gesehen haben, das Bild eines Kaisers für. das eines anderen auf den tetrarchischen Münzen substituiert werden. Die Ikonographie der tetrarchischen Kaiser muß deshalb immer darauf eingestellt sein, die wahren Bildnisse von den substituierten zu sondern. J. Maurice hat als erster das Prinzip dieser Sonderung festgelegt. »Elle (l'effigie personelle) se rencontre sur les médailles sorties des ateliers qui lui (l'empereur) appartenaient en propre depuis quelques mois tout au moins et frappées à son nom«. Spätere Spezialforschung auf dem Gebiet der tetrarchischen Numismatik, vor allem von P. Bruun, hat die komplizierte Kaiser-

ikonographie der Zeit wieder durchdrungen und die besonderen Verhältnisse der Administration des Münzwesens im viergeteilten Imperium weiter verfolgt??. Als allgemeine Regel gilt, daß die Kaiserporträts auf Goldmünzen, die von einer Residenzstadt geprägt sind, den höchsten ikonographischen Wert besitzen. In der Zeit der Tetrarchie haben wir mit vier solchen Residenzen zu tun, deren

jede ihre eigenen Modelle schafft. Wenn auch Münzstätten im Zentrum der Macht mehr zu vertrauen ist als denen an der Peripherie, so ist doch eine gute Kopie von einem guten Vorbild an der Peripherie einem mittelmäßigen im Zentrum vorzuziehen.

61 Epfllin a. O. 2475 ff. - A. Alföldi, 25 Jahre rómisch-germanischer Kommission (1930) 11ff. $2 Lactantius 11, 3 ff. $3 Lactantius 17, 8. $5 Numismatique Constantinienne I (1908) 4f. — Zum Stil der tetrarchischen Münzbildnisse wichtige Auseinandersetzung: K. Gunther, Deutsches Jahrbuch Num. 1, 1938, 23ff. — K. Pink, NumZ 23, 1930, 14ff. 55 P. Bruun in: Studia romana in honorem Petri Krarup septuagenarii, (1976) 122 ff. — Ders., The Source Value of Imperial Coin Portraits (the fourth century A. D.), MS..- Ders., Studies in Constantinian Chronology, The American Numismatic Society

(1961) 10ff.

14

Das Kaiserbild hat bei der Kaiserernennung eine besonders bedeutungsvolle Funktion, die von Bruun in seinen Studien über die Transmission der imago laureata des neuen Kaisers klar gemacht wird. Die Annahme des übersandten Bildnisses von seiten des Senior Augustus bedeutet die Anerkennung des kaiserlichen Status des Junior. Die Bildnisse der beiden Kaiser wurden zusammen EIS πᾶσαν τὴν πολιτείαν aufgestellt. Die originale imago laureata muß also in großer Menge von Kopien und abgeleiteten Bildern distribuiert worden sein. Das gilt auch von den Münzbildnissen. »Local artists had to content themselves with slight indications of the characteristics of the emperor to be depicted, such as ‘young’, ‘clean-shaven’, 'aquiline nose'. Otherwise the emperor who was master of the mint supplied

the basic features of the portraits to be applied on the obverses«$5. So kommt die kaiserliche similitudo in sehr realistischer Weise zum Vorschein. Unsere

Analyse

der

Kaiserportráts

auf

den

Münzen

basiert

auf

einer

Auswahl

von

etwa

800

Münzbildnissen die Bruun, auf 247 Tafeln geordnet, zu Verfassers Disposition gestellt hat. Die große Menge von Bildnissen, von denen wir nur einen kleinen Teil abbilden kónnen, stellen Kais erkópfe aus

der Zeit von Diokletian bis Julian dar. Die Bildnisse sind dort auf jeder Tafel nach einem System geordnet, das unserem ikonographischen Studium im hóchsten Grade entgegenkommt und es erleichtert. Auf jeder Tafel ist oben links der Kaisername (z. B. Constantinus) vermerkt und oben rechts die Münzstätte (z. B. Ticinum) angegeben, wie auch der Münzherr dieser Stätte. Unter jeder einzelnen Münze ist die Münzsorte (z. B. aureus) und das Datum der Prägung angegeben. So sind die für die ikonographische Treue jedes Münzporträts relevanten Bedingungen klar herauszulesen.

Man wäre also für die Ikonographie des Diokletian an erster Stelle an die Münzstätte des diokletianischen

Reichsviertels,

d. ἢ. wo

er selbst

Münzherr

war - Nicomedia, :Antiochia,

Alexandria

und

Cyzicus — gewiesen; besonders die in Nicomedia, der Hauptresidenz des Diokletian, geprägten Münzen haben einen großen ikonographischen Wert. Übrigens scheint unter den Tetrarchenbildnissen auf den Münzen dasjenige des Diokletian am wenigsten von Substitutionen getrübt; was erstens darauf beruht, daf3 sein Bildnis den dominierenden, überall bekannten Herrscherty pus der Zeit bildete, zweitens darauf,

daf3 Diokletian zu Anfang seiner Regierung Alleinherrscher war". Man ist deshalb für das Porträt des Diokletian weniger als bei den übrigen tetrarchischen Kaisern auf seinen besonderen Reichsteil beschränkt.

Der älteste Diokletian-Typus

auf den Münzen

ist, wie schon gesagt, ein Bildnis, das aus dem

traditionellen Soldatenkaiserbild des 3. Jahrhunderts herauswáchst und mit. Münzbildnissen von z. B. Claudius Gothicus, Probus und Aurelianus verwandt ist. Diokletian tritt hier als Soldatenkaiser hervor mit hagerem Gesicht und harten, kräftigen Zügen. Seine Nase ist gerade oder gebogen. Er trägt die typische Soldatenfrisur, mit kurzgeschnittenem Haar und Bart und dem charakteristisch rechtwinkligen Zuschnitt des Haares über den Schläfen: eine Haar- und Barttracht, die übrigens Diokletian bis zum Ende seines Lebens charakterisiert. Der Kaiser in diesem Typus des Soldatenkaisers wird allgemein mit voller Schulter-Brust-Büste dargestellt (im Gegensatz zur knappen Halsbüste der folgenden Jahre) und trägt allgemein militärische Tracht: Parizer und (oder) Paludamentum, gelegent-

lich auch Schild und Speer. Da die Büste einen so großen Teil der Bildfläche einnimmt, wirkt der Kopf (verglichen mit den späteren Halsbüsten) relativ klein. Der Hals ist lang und oft hager. Der Kopf ist allgemein von einem Lorbeerkranz gekrönt. Dieser Typus, der in der Zeit der Alleinherrschaft des Kaisers geschaffen sein muß und sehr verbreitet ist, begegnet uns sowohl im Osten wie im Westen in den früheren Regierungsjahren des Kaisers (280er und frühe 290er Jahre). $6 P. Bruun in: Studia romana in honorem Petri Krarup (1976). ?? Doch gibt es Ausnahmen: Beispiel von Diokletian im Bild des Maximian in einer frühen westlichen Prägung, Antoninianus von 286, Lyon, Maximianus Münzherr (RIC V 2, 258 Nr. 334).

15

Auf Goldmünzen

aus Antiochia — kaiserliche Residenz,

wo Diocletianus Münzherr

war — erscheint

der Kaiser in einem frühen Bildnis, ca. 286, in diesem traditionellen Typus des Soldatenkaisers (Taf. 64a). Ein ähnlich realistisches Bild des Soldatenkaisers Diocletianus begegnet uns in demselben Jahr auf Goldmünzen von Cyzicus, wo Diocletianus Münzherr war (Taf. 64b). Auch außerhalb seines engeren Regierungsgebietes ist der Typus 1 in Diokletians früheren Regierungsjahren allgemein

verbreitet; so finden wir ihn auf Goldmünzen von Rom, Lyon und Siscia. Im Laufe der 290er Jahre findet eine radikale Verwandlung des traditionellen diokletianischen Soldatenkaiserbildes statt. In dieser Zeit entwickelt sich, unter dem Einflufi des Galeriusbildes ein stark

typisiertes kaiserliches Normalbild in der numismatischen Tradition — wir nennen es im Folgenden das tetrarchische Kaiserbild und in der Diocletianus-Ikonographie Typus 2. Das Gesicht bekommt eine schwere Fülle und große Breite und wird in ein regelmäßiges Viereck oder Kubus eingebaut.

Besonders die schweren Kiefer tragen zu diesem Eindruck bei. Das Gesicht hat einen neuen Pondus, der es von der soldatischen Mobilität und Einfachheit der älteren Tradition völlig unterscheidet. Erstrebt wird ein neues Bild unumstößlicher, blockartiger Macht und Kraft, oft mit groben,

unschónen Formen, wie besonders im Bildnis des Maximian. Diesem Gesichtsbau entspricht ein stieráhnlich schwerer Hals. Gleichzeitig ándert sich die Bildform, indem die Schulterbüste sich zur Halsbüste verkürzt. Dadurch wird eine größere Fläche für Kopf und Hals im Bildfeld frei. Der neue

Typus schlägt allgemein sowohl im Westen wie im Osten durch. Es finden sich auch Bildnisse, die typologisch zwischen Typus 1 und 2 einzuordnen sind.

Auf Goldmünzen des Diokletian aus seiner Residenzstadt NikOmedia erscheint er ca. 295 in dem massiven kubischen Typus, der uns von den Porphyrgruppen in Venedig und im Vatikan bekannt ist (Taf. 64c). Die etwas maskenhaften Züge geben keine distinkte Markierung der Persönlichkeit. Der Kaiser ist bald bärtig, bald unbärtig und hat bald den tetrarchisch rechtwinkligen Haarschnitt, bald den bogenförmigen, der zur konstantinischen Haarform überleitet. Die übergroßen, unnatürlich aufgesperrten Augen sind ein besonderer Zug dieser Bildnisse, der auf die künftige Entwicklung weist. Der

verwandte Typus findet sich auch auf argentei von Nikomedia aus derselben Zeit. Ein extremer Ausdruck dieses kubisch blockhaften Bildnisstiles steht uns in einem aureus von Antiochia vor Augen (Taf. 64d). Auch im Westen wird der schwere, kubische Bildnistyp aus der Spätzeit des Kaisers geprägt (Taf. 64f). An den kubischen Diokletian-Typus von Nikomedia schließt sich ein ähnlich massiges Bild des Diocletianus auf Goldmünzen von Antiochia an, das jedoch eine kräftigere Distinktion der persönlichen Züge gibt und sich wohl aus dem Bild des Soldatenkaisers entwickelt hat und vermittelnd zwischen diesem und dem späteren kubischen Typus steht (Taf. 64e). Hier ist ein dominierendes Diokletian-Bild geschaffen, das in zahlreichen Variationen während der 290er Jahre sowohl ım Westen

wie im Osten wiederkehrt. — Das, was vor allem das Profilbild des Diocletianus im späteren Typus bestimmt, sind relativ kleine Züge, die wie in einem Block zusammengeschlossen wirken und über diesen nicht weit herausragen. Die Nase ist verhältnismäßig kurz und niedrig, der Nasenrücken ist gerade und gleitet ohne tieferen

Einschnitt aus der Nasenwurzel gerade in die Linie des Stirnprofils hinüber. Überhaupt ist die Nase des späteren Typus mehr vereinfacht als im älteren Bild und hat vor allem die Krümmung verloren. Das Kinn ist bestimmt, aber nicht sehr groß und ordnet sich der Blockform des Ganzen unter. Die tief gefurchte Stirn ist in vielen späten Münzbildnissen für Diocletianus kennzeichnend.

16

Das Bild des Diokletian in skulpturalen Porträts im früheren Typus als Soldatenkaiser Nach

dem

Zusammenbruch

der klassisch-römischen Kopistentradition in der zweiten Hälfte des 3.

Jahrhunderts sind die Ausnahmefälle, wo noch ein Porträt in mehreren Repliken erhalten ist, für die Kaiserikonographie desto höher zu bewerten. Wenn wir im Folgenden zur Identifizierung von Bildnissen der tetrarchischen Kaiser kommen, wählen wir deshalb aus der Masse der erhaltenen tetrarchischen Porträts vorzugsweise Typen heraus, die in mehreren Repliken wiederholt sind. Eine besonders prominente Stellung nimmt ein Porträttypus aus dem Ende des 3. Jahrhunderts ein, der in fünf Repliken wiederholt ist: eine Anzahl, die die Replikenproduktion jedes anderen Porträttypus

tetrarchischer Zeit bei weitem übertrifft und auf einen besonders bedeutungsvollen Kaiser weist. Florenz,

Galleria degli Uffizi Inv. 1914 Nr. 242. porträtkopf. Marmor.

Lebensgroß

(Taf. 10a-c).

Kairo, Privatsammlüng. Porträtkopf. Bronze. Aus Fayum. Lebensgroß (Taf. 10d). Leiden, Rijksmuseum. van Oudheden Inv. H II BB 2a. Porträtstatue. Marmor. Aus Utica. Überlebensgroß (Taf. 12a.b). Mailand, Museo Archeologico Inv. 1158. Porträtkopf. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 11a.b). München, Residenz. Porträtkopf. Marmor. Soll aus Ägypten stammen. Lebensgroß (Taf. 11c.d). W. von Sydow datiert$? diesen Typus - den Mailänder Kopf mit Repliken - in die Zeit des Maximinus Thrax und kehrt damit zu einer längst verlassenen Auffassung zurück. Die scharf lineare Herausarbeitung der ausdruckgebenden Züge, vor allem der Augen mit den umgebenden Teilen, verrät

den spätantiken Ursprung. In der leicht ornamentalen Anlage der Stirnlocken kommen Formtendenzen Ehe für wie

an den Tag, die gegen das Ende des Soldatenjahrhunderts weisen. wir uns zur Bestimmung des in unserem Porträttypus dargestellten Kaisers wenden, muß auf den uns besonders wichtigen Kairener Bronzekopf eingegangen werden, in dem man — mit Unrecht, Verfasser meint zeigen zu können -- einen modernen Abguß der florentinischen Replik unseres

Typus hat sehen wollen. Die jetzt verschollene Bronze ist uns nur durch Photos (Taf. 10d) und summarische Beschreibungen überliefert. Sie wurde in den 1930er Jahren im Kunsthandel in Kairo von P. Graindor gesehen und veróffentlicht??. Spátere Studien zur Kairener Bronze waren auf Photos angewiesen; der Kopf selbst war verschwunden. Auf der Grundlage dieser Photos hat sich zuerst G. Lippold zur Bronze geäußert. Es handle sich nach Lippold überhaupt nicht um ein antikes Bildnis, sondern um einen modernen Abguf von dem sogenannten Maximinus Thrax in der Uffiziengalerie’”®. Diese Ansicht hat neuerdings K. Parlasca weiter ausgebaut: Er nimmt an, daß die vorhandenen Photos zwei verschiedene Abgüsse des

Florentiner Kopfes darstellen?!. Es sind drei Photos vorhanden, die den verschollenen Bronzekopf (nach Parlasca zwei verschollene Bronzekópfe) wiedergeben. Den beiden Tafelabbildungen bei Graindor konnte J. Meischner eine weitere Photographie zufügen’?, die denselben Kopf (dieselben Köpfe) »in geringfügig abweichendem

Erhaltungszustand«"? darstelle. Es soll sich um eine 1936 angefertigte Reproduktion einer Photographie im Besitz von G. von Kaschnitz-Weinberg handeln; die Platte ist im Rómischen Institut mit der

$$ von Sydow 156ff. °° P. Graindor, Bustes et statues-portraits d'Égypte Romaine (1936). Nr. 20 Taf. 19. Graindor gibt unter anderem folgende Auskünfte über die Bronze: »Proviendrait du Fayoum (Crocodilopolis), Hauteur 0,34 m. Intact sauf la chevelure qui semble avoir subi quelques restaurations sur l'occiput«. τὸς

Lippold,

GGA

200,

1938,

149 ff. 155.

7* K, Parlasca, AA 1969, 203ff. Abb. 1-3. - Vgl. M. Wegner, Herrscherbild III 1, 226. 72 J. Meischner, AA 1967, 35ff. Anm. 5 Abb. i; Inst. Neg. Rom 36, 1106. ?3 Parlasca a. O.

17

Angabe »Privatbesitz, Europa« inventarisiert. Die von Graindor publizierten zwei Aufnahmen gehören dem Archäologischen Institut der Universität Tübingen. Auch ältere Abzüge der Negative sind vorhanden, die den Vermerk »Kairo, Bircher« tragen. Demnach befand sich der Bronzekopf: vor

1914 in der bekannten Privatsammlung Bircher’”*. Es ist an sich schwierig anzunehmen,

sein sollten. Noch

daf vom

florentinischen Kopf zwei Bronzeabgüsse. gearbeitet

schwieriger wird diese Annahme

durch die Provenienz der einen der beiden

Bronzen aus Fayum oder jedenfalls aus Ägypten. Die einzige natürliche Erklärung ist, daß die in den

drei Photos dargestellten ‘beiden’ Köpfe einen und denselben Kopf wiedergeben, aber in zwei Phasen des Erhaltungszustandes. Die Kaschnitz'sche Aufnahme zeigt den Kopf in einer früheren Phase, vor der durchgreifenden Überarbeitung die an dem Kopf bei der Präsentation im Kunsthandel vorgenom-

men wurde. Eine solche Bearbeitung ist bekanntlich allgemein üblich bei der Kommerzialisierung der antiken Kunstgegenstände. Insofern bemerkt Parlasca mit Recht: »Der geringeren Größe der Bruchfläche an der Halskante nach zu urteilen, mußte die Kaschnitz'sche Photographie zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen sein«. Dem entspricht der zerrissene Kontur des ganzen unteren Bronzerandes an der Kaschnitz'schen Aufnahme. In den Graindor’schen Aufnahmen ist dieser Rand

schön abgeschliffen, wie die ganze Bronze

etwas poliert erscheint. Nach Parlasca ist »die leicht

verschattete Vorderseite des Halses leicht überarbeitet«. Auch das stórende Loch, das sich in den Faltenbógen um den Hals, mitten unter dem Kinn, öffnet, ist in den Graindor'schen Aufnahmen durch

einen schließenden Guß geheilt. Ebenso grundlos wie die Annahme, daß zwei Bronzen in unseren drei Photos dargestellt waren, ist die Behauptung,

daß

die

Kairener

Bronze

ein mechanischer

Abguß

des

oben

genannten

Florentiner

Kopfes sei. Nach Lippold, dem Parlasca folgt, wiederholen sich in der Bronze alle Beschädigungen, die am Florentiner Kopf sichtbar seien; Lippold gibt aber keinen näheren Nachweis, um welche Beschädigungen oder Restaurierungen es sich handle. Gemeint, sagt Parlasca, ist offenbar vor allem die Nase, »bei der man sogar die Fuge der Ergänzung erkennt«. Hier müssen wir entschieden Einspruch erheben. Die scharfe geradlinige Schnittfuge der Ergänzung am Marmorkopf wiederholt sich nicht an der Nase der Bronze. Dazu kommt

noch, daß der scharfe Strich, den wir längs dem Nasenrücken der

Bronze beobachten, nicht am Florentiner Kopf vorkommt. — Daß es sich in unserer Bronze weder Abguß des restaurierten noch um Abguß des nicht-restaurierten Florentiner Kopfes handelt, geht dem Vergleich der beiden Profilbilder (Taf. 10) sehr klar hervor. Ein großer Teil des Hinterkopfes einem anschließenden Teil des Nackens ist am Florentiner Kopf sehr hart restauriert und müßte natürlich in einem Abguß klar ausprägen, während unsere Bronze keine Spur davon zeigt. Wenn Abguß vor der Restaurierung stattgefunden hätte, müßte die Beschädigung am Hinterkopf Nacken sichtbar sein,

um aus mit sich der und

während diese Teile in der Bronze vollkommen erhalten sind. Besonders scharf

tritt der Unterschied der beiden Köpfe in der Ausformung des Halses hervor: Am Florentiner Kopf folgt unter zwei ringfórmigen Faltenwülsten am Halse eine tiefe Einsenkung (wahrscheinlich der Schnitt, der den Kopf von der modernen Marmorbüste scheidet); während an der Bronze unter den Faltenbögen sich der Hals fortsetzt, an dem auch Reste der Bekleidung (einer Chlamys?) — im klaren

Gegensatz zum Florentiner Kopf — erhalten sind. Der Scheitel ist in der Bronze länger und flächiger, die Brauen sind weniger tief über den inneren Augenwinkeln herabgezogen,

der Mund

ist schmaler

und in den Winkeln tiefer herabgezogen — eine gewisse Ähnlichkeit verbindet insofern die Bronzebüste mit dem Bronzeporträt von Sabratha (Taf. 17). Die Lockenformen entsprechen einander an beiden Köpfen, doch mit Variationen, die bei einem Abguß unmöglich wären. Es fällt auf, daß der feine Kenner des römischen Porträts in Ägypten, P. Graindor — der einzige der hier erwähnten Forscher, der das Bronzeoriginal selbst vor Augen gehabt hat — keinen Zweifel an dem 74 Parlasca a. O.

18

antiken

Ursprung

des

Porträts

ausspricht,

sondern

es

als

eine

erstklassige

Arbeit

aus

dem

3.

Jahrhundert lobt. Seine prinzipielle Betrachtung im oben zitierten Werk S. 5, dürfte hier am Platz sein: »Il est toujours dangereux de parler de sculptures, surtout de portraits, qu'on n'a point vus. Les photos et méme les moulages sont trompeurs«. Es scheint uns also gesichert, daß die Kairener Bronze antik ist. Wenden wir uns jetzt den Repliken zu. Nehmen wir zuin Ausgangspunkt die drei Repliken Mailand, Florenz, Kairo, die nicht nur die unter sich am engsten Zusammengehórigen unserer fünf

Köpfe sind, sondern auch die Besterhaltenen. Unter diesen drei Repliken ist der Mailänder Kopf das große Meisterwerk — eines der vorzüglichsten Kaiserbilder der Spätantike. Der Dargestellte trägt Haar und Bart kurz geschoren

— im traditionellen Soldatenkaiser-Stil

-,

so daß

die Grundform des Schädels klar hervortritt.. Der Kopf ist hoch und schlank gebaut. Unter der breiten Wölbung des Scheitels läuft das Gesicht nach unten in einem schmalen Untergesicht mit etwas hervorstehendem Kinn aus. Der kräftige Knochenbau des Kraniums springt unter einer bewegten und lebendigen, aber etwas gealterten und eingefallenen, tief gefurchten Gesichtsmuskulatur. hervor. Sehr charakteristisch — wie die am besten erhaltene Kairener Replik zeigt — ist eine krumme, kräftig vorspringende Nase. Die Augen in ıhren tiefen Höhlen sind in einem auffallend schweren, tiefgezeich-

neten Faltensystem gelagert, das einen besonderen Akzent auf diese Gesichtsteile legt. Der Mund ist fein, lang und schmal mit ein wenig herabgezogenen Mundwinkeln. Zwei höchst charakteristische tief eingesenkte, gleichsam vibrierende Falten scheiden die Wangen von der Mundpartie. Es ist ein lebendig bewegtes Spiel in diesen Falten und Gesichtsmuskeln, die vor allem der Replik Mailand eine ausgeprägte persönliche Note gibt. Etwas sarkastisch Distanzierendes spielt über den Zügen dieser Replik, und auch eine gewisse Reflexion klingt mit. Wir blicken in eine streng reservierte Persönlichkeit hinein, die sich in hoher. Position über ihren Mitmenschen sieht. In der Replik Kairo mischt sich ın dieses Mienenspiel eine Nuance von Aggressivität und Verwegenheitim echten Geist der Soldaten-

kaiser, während im Florentiner Kopf der Ausdruck sich mehr verfinstert und verbittert hat. —. Auf ein ikonögraphisch wichtiges Detail soll hier aufmerksam gemacht werden: drei tiefe Faltenkurven an der Vorderseite des Halses grenzen annähernd horizontale Hautwülste ab. | Der Kopf in der Münchener Residenz unterscheidet sich etwas von den beschriebenen drei Repliken, und durch die verfehlte Restaurierung", die im Jahre 1956 vorgenommen wurde, ist der ursprüngliche Ausdruck des Kopfes völlig verändert. Wie für das Ganze gilt das auch für die Details der Lockenformen. In den Aufnahmen des Römischen Instituts, die den Kopf noch ohne Ergänzungen zeigen (Taf. 11c.d), können die ursprünglichen Grundzüge unseres Typus noch auf uns wirken: die Einfassung der Augen im schweren Faltensystem; die tiefen vibrierenden Falten um die Mundpartie; die schräg aufschießenden Furchen zwischen den Brauen; die beiden großen, wogenden Horizontalfalten an der Stirn ünd der Lockenrahmen über derselben — endlich die Faltenbögen an der Vorderseite des Halses. Verglichen mit den übrigen Repliken hat das Gesicht aber eine größere Fülle, die den dreieckigen Aufbau verbirgt. Der Mund ist fleischiger mit einer mehr biegsamen Kurve, nicht von der geradlinigen Strenge der beschriebenen drei Repliken. Der Ausdruck mildert sich zu einer Art melancholischer Resignation. | Auf den ersten Blick unterscheidet sich der tunisische Kopf in Leiden von den übrigen Repliken unserer Porträtserie. Das beruht erstens auf der Zerstörung, die den Kopf betroffen und die

charakteristischen Grundzüge unseres Typus beschädigt hat. So sind die Augen in ihrem schweren Faltenrahmen zum großen Teil zerstört und das vortretende Kinn des Gesichtstriangels zerschlagen;

zweitens. darauf, daß die mächtige corona civica die Proportionen des Kopfes verschiebt und das Gesicht zusammendrückt. Trotz allem behauptet sich doch die dreieckige Grundform des Gesichtes

75 Abb. 6. 7 bei J. Meischner, AA 1967, 35 ff.

19

und im besonderen die höchst individuellen,

den Mund

umrahmenden

vibrierenden Falten und die

eigentümlich bewegte Wangenmuskulatur, die das Replikenverhältnis besonders zu unserem Mailänder Kopf überzeugend hervortreten lassen. | Welchem Kaiser stehen wir hier gegenüber? Die Bedeutung seiner Personist um so höher einzuschätzen, als die Wiederholungen aus den verschiedensten Teilen des Reiches stammen -- aus Italien,

Nordafrika,

Ägypten — und

so eine Art Universalität

Porträttypus

der

das

Zeit.

Nur

Konstantinporträt,

beanspruchen

nach

können

der. Errichtung

wie

kein

anderer

der Universalmonarchie

Konstantins im Jahre 324, kann insofern diesem spätantiken Kaiserbild an die Seite gestellt werden. Aus historischen Gründen kommt natürlich nur ein Kaiser in Betracht: der große Diokletian. Nicht nur die Universalität des Typus ist in diesem Zusammenhang wichtig, sondern auch, daß eine Replik - vielleicht zwei — aus Ägypten stammen, wo der Einsatz Diokletians von, ganz besonderer

Wirkung gewesen ist. Nachdem die alte Identifikation unseres Typus mit Maximinus Thrax aufgegeben war", hat man die

Namen des Constantius Chlorus" und Maximianus Herculius vorgeschlagen’®: beides, wie mir scheint, unmögliche Lösungen. Erstens aus historischen Gründen: die Universalitát des Typus und besonders sein Vorkommen in Ägypten erlauben nicht eine Deutung auf den Kaiser eines einzelnen

Reichsteils, sondern nur auf den Oberkaiser Diokletian. Zweitens aus ikonographischen Gründen: Wieviel die Maximianus-Bildnisse auf den Münzen voneinander auch abweichen kónnen, zeigen sie immer (wo das Bild der östlichen Kaiser Diokletian und Galerius nicht für das Bildnis des Maximian:

substituiert ist) eine Nase von besonders grober und derber Form, am häufigsten eine vulgäre Stumpfnase, in der sich das ganze brutale Gesicht gleichsam zuspitzt, während unser Typus durch eine scharfe, krumme Nase ausgezeichnet ist. Weiter weisen die Münzbildnisse des Maximian -- auch die älteren vom Soldatenkaiser-Typus — eine große Fülle und Schwere der Gesichtsformen auf, oft mit

großem Kiefer und Doppelkinn, während unser Porträttypus ein schlankes Gesicht hat. Der ganze Ausdruck ist verschieden. Die Zusammenstellung von dem Kairener Bronzekopf und dem Münzbildnis des Maximianus bei R. Calza’?, scheint mir nicht eine Demonstration von Gleichheiten zu sein,

sondern von totaler physiognomischer Gegensätzlichkeit. Constantius

nicht

in Frage.

Das

Bildnis

dieses

Kaiser

— Aus historischen Gründen kommt auch glaubt

Verfasser

mit

einem

anderen

etwas

späteren Porträttypus identifiziert zu haben. Dagegen gibt es Münzbildnisse von Diocletianus im Typus des Soldatenkaisers (Taf. 64), die eine frappante Ähnlichkeit mit unserem Porträttypus zeigen, man vergleiche z. B. Prägungen von 285-286 von Antiochia und Cyzicus. Diese Münzbilder geben, wie oben hervorgehoben, ein total anderes Diokletianbild als das massive Tetrarchenbild, das im Lauf der 290er Jahre geschaffen wird. Es schließt sich, wie gesagt, Münzbildnissen der Soldatenkaiser an. Das Gesicht ist mager, mit markanten Zügen,

die nicht vom Block der Kopfform beherrscht werden, dagegen als scharfe Zäsuren in den Block einschneiden. So charakteristisch.

76 77 78 79

sind

für

das

Profil

das

vorspringende

Lit. bei Wegner a. O. 223. V, Poulsen, MeddelelsGlyptKob 25, 1968, 81 ff. J. W. Salomonson, OudhMeded 41, 1960, 59 ff. — Calza 123f. "Taf. 24.

20

Kinn

und

die

kräftig

gebogene

Nase

Das Bild des Diokletian in skulpturalen Porträts im späteren Typus als Tetrarchenkaiser Das oben.behandelte Bildnis des Diokletian im Typus der Soldatenkaiser wird von der Thronbesteigung im Jahre 284 bis etwa zum Ende des Jahrhunderts ständig wiederholt und muß tonangebend gewesen sein. Nach der. tetrarchischen Neuordnung 293, und besonders nachdem der Kaiser wegen Alter und Krankheit um die Jahr hundertwend€ immer mehr zurücktrat, setzt sich das neue blockhafte Herrscherideal durch, das wır als Tetrarchen- -Typus bezeichnen. Dahinter verbirgt sich, wie wir sehen werden, der neue leitende tetrarchische Kaiser Galerius. Während dieses Bild auf den späten

Diokletianmünzen klar hervortritt (Taf. 64), ist es uns in den skulpturalen Porträts nur schattenhaft überliefert. Folgende sicher identifizierte Porträtköpfe des Diokletian als Tetrarchenkaiser im späten Typus sind

erhalten:

-

Kopenhagen, (Taf. 12c.d).

Ny

Carlsberg Glyptothek

771c. Porträtherme 'Jerichau'. Marmor.

Unterlebensgroß

Spalato, Medaillonporträt des Kaisers im Fries seines Mausoleums. Lokaler Stein. Unterlebensgroß (Taf. 13a.b). Solin (Salona), Porträtherme. Lokaler Stein. Lebensgroß (Taf. 9a). Venedig, Piazzetta. Diokletian ın einer der beiden Porphyrgruppen der sich umarmenden Tetrarchen. Aus Konstantinopel. Unterlebensgroß (Taf. 6a).

Dieser Diokletian-Typus, der sich durch den schweren kompakten Formenaufbau so entschieden von dem früheren Typus unterscheidet, hat die Verwandlung zum tetrarchischen Kaiserbild durchgemacht, die sich, wie wir gesehen haben, in den Münzporträts des Kaisers so klar widerspiegelt. Der neue Typus ist von uns oben schon eingehend charakterisiert worden, und wir weisen hier auf diese Beschreibung zurück. Der Ausgangspunkt für die Ikonographie des späten Diokletian ist uns im Medaillonportrát des Kaiser$ ın seinem Mausoleum in Spalato gegeben. Das Bild muß mit dem entsprechenden Medaillonporträt des Galerius in Thessaloniki verglichen werden, das vom dortigen Palast des Kaisers stammt. Während aber das Porträt des Galerius scharf individualisiert und gut erhalten ist, so ist das Bildnis des Diokletian von geringem ikonographischen Wert und wie der ganze Erotenfries, in den es eingegliedert ist, sehr flüchtig und skizzenhaft gearbeitet. Wahrscheinlich handelt es sich, beim Bildnis wie beim ganzen Fries, nur um die Unterlage für eine differenzierende Ausführung in Stuck. Das Material ist, wie das des ganzen Frieses, ein lokaler Stein. Folgende persönliche Züge lassen sich im Medaillonporträt trotz der Zerstörungen noch feststellen: breite, massige Gesamtform; kurze breite Nase; in den Winkeln herabgezogener Mund; schwere Hautfalten unter den Augen; Bartlosigkeit; langes Haar, das bogenfórmig (und nicht rechtwinklig) über Stirn und Schläfen abschließt, wie auf gewissen in Nicomedia geprägten Münzbildnissen des Diokletian aus den Jahren ca. 295-296 (Taf. 64). Der Kaiser trägt die runde Mütze der Tetrarchen. Die Tracht scheint Tunica und Chlamys zu sein; die Chlamys scheint auf der rechten Schulter mit Fibel geschlossen — alles wie es für das Medaillonporträt des Galerius und die oben besprochenen Soliner Hermen gilt.

Dem Medaillonporträt des Diokletian in Spalato schließen sich, wie wir gesehen haben, zwei ım benachbarten Solin befindliche, aus dem Diokletianspalast stammende Doppelhermen an, von denen die eine ein spätes Porträt des Diokletian darstellt.

Eine Doppelherme, die ein männliches Porträt mit einem Gott kombiniert, begegnet uns außer in den Soliner Doppelhermen

noch einmal in der tetrarchischen Kaiserikonographie:

ın der sogenannten

Herme Jerichau (nach dem früheren Besitzer genannt), die längere Zeit verschollen, aber in guten Zeichnungen von de Sanctis im Deutschen Archäologischen Institut in Rom überliefert war. Jetzt ist 21

die Herme

wieder aufgetaucht, von der Ny

Carlsberg Glyptothek erworben und von V. Poulsen

publiziert??. H. Fuhrmann, der diese Herme zuerst in den Zusammenhang der Diokletianikonographie einbezog?!,

hatte als Basis seines Studiums nur die Zeichnungen von de Sanctis. Er stützte seine Auffassung, daß es sich um ein Diokletian-Bild handle,

auf die Interpretation des mit dem Porträt vereinten Gottes, in

dem er ein Bild des Jupiter sah, der "Vater" des Jovius Diocletianus und Schutzherr seiner Dynastie. Wenn es sich nicht um ein Jupiter-Bild, sondern um ein Chronos-Bild handelt, wie V. Poulsen glaubt, so läßt auch diese. Interpretation .sich: sehr wohl mit der Deutung des Porträts als Diokletian.

vereinbaren, da Chronos der Vater des Jupiter ist. Da die einzigartige Kombination von Kaiser und Gott in den diokletianischen Doppelhermen von Spalato für die Tetrarchie besonders bezeugt ist, muß

die entsprechende Kombination in der Herme Jerichau auch für tetrarchischen Ursprung sprechen, und die Fusion mit Jupiter oder Chronos besonders für Diokletian. Der Porträtkopf der Herme hat die massige, annähernd kubische Form und die breite untersetzte Proportionierung, die für den Spättypus des Diokletian-Bildes charakteristisch ist. Immer noch lebt das vibrierende Faltenspiel um den Mund, das für den Frühtypus des Diokletian so bezeichnend war. Auch der Porträtkopf des Diokletian in der venezianischen Porphyrgruppe hat den kompakten, massigen Aufbau des Kopfes, der für unseren Spättypus charakteristisch ist. Als individualisierende

Einzelheit kommen dazu das charakteristische Muster der Stirnfalten und das (hier erstarrte) Spiel der : Falten um den Mund mit herabgezogenen Winkeln.

Mögliche Diokletian-Bildnisse Für mögliche Diokletian-Bildnisse halten wir folgende Köpfe und Statuen: Caesarea, Hippodrom. Kolossale kopflose Porphyrstatue eines thronenden kaiserlichen Togatus. Kopf, Füße und Unterarme waren in anderem Material (wohl Marmor) gearbeitet (Taf. 13 d).

Istanbul, Archäologisches Musem groß. Mit corona civica bekränzt.

Inv. 4864. Porträtkopf. Marmor.

Aus Nikomedia. Überlebens-

Rom, Villa Doria Pamphilj. Porträtstatue. Marmor. Kopf und Statue gehören zusammen. Überlebensgroß (Taf. 14.15).

Rom, Forum Romanum, Antiquarium. Kolossale kopflose Porphyrstatue eines kaiserlichen Togatus. Kopf, Füße und Teile von Unterarmen waren in anderem Material (wohl Marmor) gearbeitet. Gefunden auf dem Forum Romanum, hinter der Curia (Taf. 3c). Rom, Museo Vaticano. Museo Gregoriano Profano (ehem. Lateran). Zwei Fragmente von überlebens-

großen Porphyrstatuen vom Forum Romanum (Taf. 3 a.b). Spalato, Archäologisches Museum Inv. C 49. Porträtkopf.

Lokaler Stein.

Überlebensgroß

(Taf.

16a-c).

Sabratha, Museum (ehem. Tripolis, Museum). Porträtkopf. Bronze. Gefunden in Sabratha. Etwa lebensgroß. Ursprünglich bekränzt? (Taf. 17a.b). Ein Vergleich mit Werken aus dem späten 3. Jahrhundert wie etwa den bekannten Brescianer Bronzen°?, zeigt die ausgeprägt tetrarchischen Züge im Stil und Typus unseres Bildnisses aus Sabratha:

80 MeddelelsGlyptKob 24, 1967, 20ff. Abb. 17-19. ?! H. Fuhrmann, RM 53, 1938, 35 ff. Übrige Literatur zur Herme Jerichau bei Calza 93 ff. 82 K. Kluge - K. Lehmann-Hartleben; Großbronzen II, (1927) 49f. - L'Orange, Studien Herrscherbild II 3, 136. 152.

22

35f.

Kat. 45.

— M. Wegner,

‚die grobe

Vereinfachung

und

flächige

Abstraktion

des ganzen

Formengebäudes,

der annähernd

kubische Gesichtsbau. Als besonders bezeichnender physiognomischer Zug hebt sich der dünnlippige Mund mit herab gezogenen Mundwinkeln hervor. Der Ausdruck ist herrisch, gebieterisch, man würde

sagen diktatorisch. Wenn die Löcher auf dem Hinterkopf zur Befestigung eines Kranzes dienten, wäre

die Identifizierung mit Diokletian gesichert. Die Statue ın der Villa Doria ist vom Verfasser ausführlich beschrieben und als Diokletian gedeutet

worden.

Später wurde diese Deutung von H. Fuhrmann

durch den Vergleich der Statue mit der

Herme Jerichau erhärtet. Die physiognomische Ähnlichkeit mit den sicheren Diokletian-Bildnissen ist aber nur von allgemeiner Art, so daß der Verfasser jetzt die Doria-Statue nur unter den möglichen

Bildnissen dieses Kaisers anführen möchte. Nur mit großem Vorbehalt schließt man den Marmorkopf aus Nikomedia, Istanbul9?, den möglichen Diokletian-Porträts an. Das überlebensgroße Maß und die corona civica lassen auf einen Kaiser schließen; die Fundstelle deutet dann auf Diokletian. Doch ist der Stil von dem der Soldatenkaiser und

Tetrarchen wesentlich verschieden und läßt eine ältere Epoche, vielleicht die gallienische, als wahrscheinlich erscheinen. So urteilt auch V. Poulsen. Man stelle etwa das Porträt des Gallienus im Thermenmuseum?^ neben den nikomedischen Kopf?? und vergleiche besonders die Formen von Bart und Haaren. F. K. Dörner hat als erster erwogen, ob ein Diokletian-Bild in diesem Kopf vorliege, danach haben J. Inan und

E. Rosenbaum

und

letztlich R. Calza

daran festgehalten und

den noch

lebendigen klassischen Stil des. Nicomedia-Kopfes als ein östliches Beispiel des Weiterlebens .des Hellenismus bis in die Spätantike hinein erklärt. In den östlichen Münzbildern gibt es aber keinen Niederschlag eines solchen Hellenismusin den Kaiserporträts der Tetrarchie. Der merkwürdige, ausdrucksvolle Kopf in Spalato ist das Bildnis eines alten Mannes, das von tiefstem physischen und seelischen Leiden geprägt ist. Die fast kubiSche Grundform des Kopfes ist durch das kräftige und breite Kinn,

die schweren

Kiefer,

die etwas hervorstehenden

Backenknochen

und

die

breite Stirn individualisiert. Ausdrucksbestimmend ist aber vor allem der lange, gleichsam erstarrte Mund, der in den Mundwinkeln tief herabgezogen ist und das Bildnis fast wie eine Leichenmaske erscheinen läßt. Nur die leicht aufgeschlagenen, wie in Angst blickenden Augen geben dem Gesicht

eine gewisse Bewegung und rufen den Erstarrten zum Leben zurück. Zwei uefe Falten teilen die merkwürdig versteinerte, gleichsam paralytische Mundpartie gegen die Wangen ab. Ein Netz von Runzeln zeichnet sich um die Augen, und an Wangen und Schläfen liegen scharfe Furchen, wie in eine

tote Haut eingerissen. Drei .tiefe fast parallellaufende Furchenkurven, die halbkreisfómige Wülste abgrenzen, schneiden sich an der Front des Halses ein. Ist es das Porträt des greisen Diokletian, das wir vor uns haben? Wir würden nicht gewagt haben, diese Identifizierung vorzuschlagen, wenn der Kopf nicht in Spalato, der Residenz des alten Kaisers, gefunden wäre. Auch andere Gründe sprechen für eine solche Deutung des Porträts. Der Kopf zeigt den Mund mit den herabgezogenen Mundwinkeln, die ein besonderes Charakterisucum des Diokletian sind und mit dem Alter scheinbar sein Gesicht maskenhaft verwandelt haben. Die mehr als lebensgroße

Dimension des Kopfes läßt ein Kaiserbild vermuten. Gewiß widerspricht dieser Identifizierung der Stil des Porträts, der sich älteren Phasen der Entwicklung, wie der spätrepublikanischen, anschließt. Doch

fällt unser Kopf als ein ausgeprägt lokales und provinzielles Werk, auch aus lokalem Stein gearbeitet, aus der fest geprägten Typologie der römischen Reichskunst heraus. Der Haarschnitt, wie auch die

Bartlosigkeit, widerstreitet einer solchen Identifizierung nicht.

|

° Ein sehr überarbeiteter Kaiserkopf in Bursa in Kleinasien — auch dieser mit corona civica - stellt vielleicht dieselbe Person dar (Calza Taf. 13 Nr. 12).

*^ L'Orange, Studien Abb. 11. 95 Calza Taf. 4.

23

Die thronende Kolossalstatue ın Caesarea schließt sich in dem auffallend klassischen Gewandstil den Porphyrtogaten vom Forum Romanum an. Wahrscheinlich wurden sie alle - sowohl die Statue von Caesarea wie diejenigen von Rom - in Alexandria, oder jedenfalls im Osten gearbeitet. Die Statue in Caesarea, die wir, wie die rómischen Statuen, in die Zeit der Tetrarchie datieren, stellt zweifellos einen

östlichen Kaiser dar, am wahrscheinlichsten Diokletian?é.

M. AURELIUS VALERIUS MAXIMIANUS

HERCULIUS

Caesar 285. Augustus 1. April 286 bis 1. Mai 305, alser unter dem Druck Diokletians und gleichzeitig mit ihm abdankte. Im Jahre 306 hat Maximian. wieder den Purpür genommen. Gestorben 310. Divus und damnatio memoriae?" Maximian stammt aus Pannonien; seine Eltern waren Bauern. Sein Geburtsjahr ist nicht überliefert, aber mit Wahrscheinlichkeit in die 240er Jahre zu verlegen®®. Seine militärische Laufbahn hat sich ihm, wie Diokletian, in der Schule der Kaiser Aurelian und Probus geöffnet. Mit seiner syrischen Gemahlin

Eutropia hatte Maximian die Tochter Flavia Maximiana Theodora, die mit Constantius Chlorus ca. 298

vermählt wurde,

ferner

den Sohn

Maxentius,

endlich

noch,

nach. seiner

Kaisererhebung,

die

Tochter Fausta die schon als Kind mit Konstantin verlobt wurde. Unsere Quellen schildern ihn als eine gewaltsame Natur, zügellos in seinen Begierden und von aufbrausendem Jähzorn. Der Paneg. VII*? erwähnt in positivem Sinne den fürchterlichen Herrscherblick des Maximianus, imperatorius ardor oculorum. Eutropius?? und Aurelius Victor?! berichten über seine Wildheit und sein barbarisches Wesen, über seinen horror vultus. Maximian hat sich anscheinend gar keine Mühe gegeben, sein äußeres Benehmen nach den Formen zu richten, die seine Position hätte erwarten lassen. Die wilde Schroffheit eines befehlsgewohnten Haudegens ließ ihn als

bösen Tyrannen erscheinen,

und sein Blick und Mienenspiel verstärkten dieses Empfinden.

Die

Münzbilder des Maximianus vermitteln etwas von diesem Eindruck. Die auf seine damnatio memoriae erfolgende Zerstörung seiner Bildnisse wurde nach unseren Quellen?” Constantini iussu besonders

gründlich durchgeführt. Fest steht, dafs Maximian ein hervorragender Soldat war. Er hat den Aufruhr der Bagauden in Gallia niedergeschlagen, sich als Sieger gegen die Germanen, Franken, Burgunder, Alamannen, Charbonen

und Heruler behauptet, wobei er tapfer mitgefochten hat. An den afrikanischen Grenzen hat er Siege über die mauritanischen Bautätigkeit gestärkt.

Stämme

Das

errungen

und

die Provinz

Bild des Maximian

Africa durch militärische und

zivile

auf den Münzen

Wie es für die Münzbilder des Diokletian galt, so auch für die Münzbilder des Maximian: das älteste Maximian-Bild auf den Münzen ist ein Bild, das direkt aus dem traditionellen Soldatenkaiserbild des

86 1 Jervin, AJA 56, 1952, 143. — G. Egger, JbKSWien 62, 1966, 81 Abb. 134. — Archeologia 7, 1968, 45, 205. $7 Literarische Quellen zum Aussehen des Maximian und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 198. — Torelli a. O. 16ff. Allgemeines zu Maximianus: RE XIV 2 (1930) 2486ff. s. v. Maximianus (Enßlin). 88 Ebenda 2488.

99 a. 307 c. 9, p. 227, 1 (Ed. Baehrens). ?9 Brev, Hist. Rom IX 27, 1.

91 Epit, 40, 10.

?? Torelli a. O. 17 ff.

24

‚3. Jahrhunderts hervorwächst. Auch hier handelt es sich allgemein urn eine vollständige Schulter-BrustBüste

mit Panzer und (oder) Paludamentum. Der Typus begegnet uns — wie es für Diokletian galt — sowohl im Osten wie im Westen in den 280er und ersten 290er Jahren. Maximian im Sóldatenkaiser- -Typus kommt auf frühen Goldprägungen in Rom vor, wo. Maximian selbst Münzherr ist (Taf. 65a). Auch in anderen westlichen Münzstätten begegnet uns Maximianus in diesem Typus, z. B. in Lyon (Taf. 65 c). Oft tritt auf diesen Goldprägungen Maximian idealisiert,

nackt, mit Keule und Löwenhaupt auf. Auch im Maximian-Bild geschieht eine wesentliche Verwandlung des traditionellen Soldatenkaiser-Bil-

des im Laufe der 290er Jahre: eine Verwandlung, die dem Übergang vom frühen zum späteren Typus im Diokletian-Bild entspricht. Wiederum ist ein Bildnis von blockartiger Kraft erstrebt, obwohl der abstrakt kubische Aufbau sich. nicht so stark wie in den gleichzeitigen östlichen Münzbildnissen markiert. Auch in der Form der Büste tritt dieselbe Verwandlung wie im Diokletian-Bild ein: Die Schulter-Brust-Büste mit militärischen Attributen wird zur einfachen Halsbüste reduziert. Zwischenstufen zwischen beiden Typen finden sich im Maximianwie im Diokletian-Bild. Eine Menge von römischen Goldprägungen Maximians vom tetrarchischen Blocktypus sind vorhanden, und es genügt hier einige Beispiele zu nennen. Noch in die Zeit des Überganges gehóren scharf charakterisierte Köpfe der römischen Münzstätte. Aus den mehr peripheren westlichen Münzstätten finden sich ähnlich scharf individualisierte Maximian-Bildnisse, wie auf Aurei von Trier (Taf. 65b); auf einem Goldmedaillon von Karthago; auf einem Aureus von Aquileia und einem Aureus von Ticinum. Auch die östlichen Münzbildnisse des Maximianus, die, wie gesagt, einen strenger abstrakt-kubischen Bau

als die

westlichen

zeigen,

halten an dem

stumpfnasigen

Profil

des Kaisers

fest,

das,

wo

es

vorhanden ist, den Kaiser gegen jede Substitution sichert (Taf. 65 d).

Das Bild des Maximianus in skulpturalen Porträts Wir können heute nur mit zwei erhaltenen sicher identifizierten skulpturalen Porträts des Maximian rechnen, bei dem die damnatio memoriae besonders hart ins Werk gesetzt wurde. Es handelt sich um

die folgenden Kópfe: Solin (Salona). Porträtherme. Lokaler Stein (Taf. 9b). Venedig, Piazzetta. Maximian in einer der beiden Porphyrgruppen der sich umarmenden Tetrarchen. Aus Konstantinopel. Unterlebensgroß (Taf. 6a).

Die beiden Porträts sind oben ausführlich behandelt. Der Porphyrkopf schließt sich eng dem Porträt des Diokletian in derselben Porphyrgruppe an. Beide haben denselben kompakten Aufbau des Gesichtes. Die Porträtherme des Maximian aus Spalato hat ein etwas schlankeres Gesicht als die derselben Gruppe zugehörige Porträtherme des Diokletian. Auf dem Mosaik (Taf. 17c) der ‘großen Jagd’ in der tetrarchischen Kaiservilla in Piazza Armerina tritt der Leiter der Jagd in einer Figur auf, die porträtmäßig sich sehr nahe an den Maximian der venezianischen Gruppe anschließt und vielleicht diesen Kaiser darstellt. H. Kähler hat diese Identifikation, die Verfasser?? vorgeschlagen hat, wieder

aufgenommen und mit neuen Argumenten unterstützt”*

53 H. P. L’Orange, SOsl 29, 1952, 114 ff.

?* H. Kähler, Die Villa des Maxentius bei Piazza Armerina (1973) 33.

25

'C. GALERIUS VALERIUS

MAXIMIANUS

Caesar im Ostreich 293—305, Augustus im Ostreich 305-311. Nach dem Tode des Constantius (306)

rangältester Augustus. Gestorben 311. Divus und damnatio memoriae? Galerius stammte wahrscheinlich aus Dacia, Sohn eines dalmatinischen Bauern und einer dakischen

Frau. Das Barbarische, Unrómische seines ganzen Wesens wird von Lactantius hervorgehoben” Inerat buic bestiae naturalis barbaries, efferitas a Romano sanguine aliena. Da Galerius schon unter Aurelianus gedient hat, wird seine Geburt in die Zeit um 250 anzusetzen sein?". Als Augustus ist er ein Mann in den 50er, 60er Jahren. Er war in seiner Jugend von kräftiger schöner Gestalt pulcher corpore, eximius et felix bellator??, änderte sich aber in späteren Jahren, da er dick wurde, wie ihn sein Medaillonporträt in Thessaloniki zeigt. Einen Kern von Wahrheit, obwohl

wahrscheinlich stark übertrieben, enthält, die Schilderung des Lactantius??: Erat . . . caro ingens et in borrendam magnitudinem diffusa et inflata. Auch der trux vultus!9? ist, wie wir gesehen haben, ein Charakterzug seiner Physiognomie gewesen: truci vultu ac voce terribili. Der Gegensatz zwischen dem

jungen und dem gealterten Kaiser — zwischen dem Caesar Galerius und dem Augustus Galerius -kommt im Gegensatz zwischen dem Galerius der venezianischen und vatikanischen Porphyrgruppe gut zum Ausdruck. Die Macht und Bedeutung des jüngeren Kaisers hat sich neben dem alternden Diokletian immer mehr

gesteigert!?!, Nach dem großen Persersieg im Jahre 298 wird er mit besonderen Ehren von Diokletian überhäuft. Gleichzeitig besiegt er die Marcomannen und stabilisiert die Situation an der Donaugrenze.

Die Krankheit Diokletians und die von ihm schon beschlossene Abdankung gaben, wie W. Ensslin??? hervorhebt, einen natürlichen Hintergrund für den stándigen Aufstieg des Galerius. Sicher war er in

die Pläne Diokletians eingeweiht und hat die Wahl der neuen Caesaren bestimmend beeinflußt. So wurde nach der Abdankung Diokletians der Schwestersohn des Galerius, Maximinus Daia, Caesar im

Osten. Galerius hatte sich immer streng loyal gegenüber dem Schöpfer der tetrarchischen Staatsordnung, Diokletian, wie gegenüber dieser Staatsordnung selbst verhalten. Natürlich wird deshalb sein Bildnis der durchschlagende Herrschertypus der zweiten Tetrarchie. Das neue Kaiserbild auf den Münzen, das wir das tetrarchische benannt haben und das, wie wir sahen,

das Kaiserbild im Typus des Soldatenkaisers im Lauf der 290er Jahre verdrängt, ist vom Bild des Galerius bestimmt. Es erscheint in der uns jetzt wohlbekannten kubisch-blockhaften Gestalt auf den östlichen Münzen in den 290er Jahren nachdem Galerius im Jahre 293 zum Caesar ernannt wurde und

dominiert seitdem das Galerius-Bild im Osten. Wir bilden als Beispiele Goldmünzen ab aus den östlichen Münzstätten, wo die östlichen Kaiser selbst Münzherren waren, von Nicomedia (Taf. 65 e.f) und von Antiochia. Der kubisch-massige Aufbau des Gesichtes und die stierhafte Gewalt des Halses

erreicht ein Extrem im Galeriusbild auf einem argenteus aus Antiochia (Taf. 65g).

?5 Literarische Quellen zum Aussehen des Galerius und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 204. - Torelli a. O. Allgemeines zu Galerius: W. Enflin 1n: RE XLV 2 (1930) 2516ff. s. v. Maximianus (Galerius). 56 Tactantius, De mortibus persecutorum 9, 2. ?7 Aurelius Victor, Epit. 39, 28. ?8 Ebenda 40, 15. ?? Lactantius, De mortibus persec. 9, 3.

10? Ebenda 9, 8. 101 Fbenda. 1? Enßlin a. O.

26

17ff.

Das Bild des Galerius in skulpturalen Porträts Antiochia, Museum. Porphyrkopf eines Kaiser, heute verschollen. Replik der Porphyrbüste in Kairo. Unterlebensgroß (Taf. 18c.d).

Kairo, Museum Inv. 7257. Porphyrbüste. Aus Athribis. Lebensgrofi (Taf. 19). Rom, Museo Vaticano, Biblioteca. Galerius in einer der beiden Porphyrgruppen der sich umarmenden Tetrarchen. Unterlebensgroß (Taf. 7). Thessaloniki, Galeriusbogen. Reliefbildnisse des Galerius (Taf. 20). Thessaloniki, Museum. Medaillonporttát auf kleinem Bogen. Vom Palast des Galerius in Thessaloniki. Marmor. Unterlebensgroß (Taf. 21a). Venedig, Piazzetta. Galerius in einer der beiden Porphyrgruppen der sich umarmenden Tetrarchen. Unterlebensgroß (Taf. 6b). Paris, Musée du Louvre. Porphyrkopf. Überlebensgroß (Taf. 18a.b.).

Malibu, Paul Getty Museum. Kopf von einer Togastatue. Lebensgroß (Taf. 21c.d.). Wir

fügen

noch

zwei

provinziell-römische

Werke

unserer

Galerius-Reihe

zu,

in denen

trotz

des

abweichenden Stilcharakters physiognomische Grundzüge des Kaisers durchscheinen: Alexandria, Griechisch-römisches Museum Inv. 3701. Porträtbüste aus gelbem Kalkstein. Sofia, Nationalmuseum. Porträtkopf. Aus Oescus (Brest), Bulgaria. Sandstein (Taf. 22 b). Die sämtlichen Kaiser der ersten Tetrarchie waren auf den Reliefs des Galeriusbogens in Thessaloniki dargestellt. Auf dem großen oben besprochenen Gruppenbild (Taf. 1), ist das ganze Kaiserkollegium gegenwártig!?; in dem Ofpferbild mit Altar stehen die beiden Kaiser des Ostreichs einander gegenüber!?^; Galerius erscheint zwölf oder dreizehnmal im Reliefschmuck des Bogens, aber sämtliche Kópfe sind total zerstórt, vielleicht von Menschenhand bei der damnatio memoriae, die sich gegen die Christen-verfolgenden Kaiser besonders stark ausgewirkt hat. Von'der Statur des Galerius (Abb. adlocutio militum) hat man den Eindruck eines jugendlich schlanken kräftigen Baues übereinstimmend mit den Worten des Aurelius Victor: pulcher corpore. Die starke Korpulenz, die ihm in der tendenziósen christlichen Literatur zugeschrieben wird, ist nicht zu spüren. Es handelt sich dabei wohl um ein Altersphänomen. Er ist in normalem Militäranzug, Panzer- oder Chlamystracht dargestellt, ohne Jeden Schmuck.

Es ist das Verdienst H. von Schónebecks, daf einer der Galeriuskópfe des Thessaloniki-Bogens heute einigermaßen

wiederhergestellt werden

kann.

Es handelt sich um

das Bild vom

Empfang

einer

persischen Gesandtschaft!?9, Von Galerius, der im Vordergrund nahe am rechten Ende des Reliefs steht, etwas höher erkannte in einem

als die umgebenden Figuren, ist das Gesicht abgeschlagen. Von Schönebeck aus Thessaloniki stammenden übel zugerichteten Fragment in Berlin (heute

verschollen) gerade dieses abgeschlagene Gesicht des Galerius und hat mit Hilfe eines Abgusses diese Annahme bestätigt'°”. Der wiederhergestellte Kopf ist von dem massigen Bau mit schweren Kiefern,

der für Galerius bezeichnend ist. Der Erhaltungszustand erlaubt aber keinen näheren Vergleich mit den übrigen Porträts des Kaisers.

Daß es sich in den Köpfen Tafel 6b und 7 der vatikanischen und venezianischen Porphyrgruppen um Galeriusbilder handelt, ist oben ausführlich

dargelegt.

Das Medaillonbild vom

1/3 K. F. Kinch, L'Arc de triomphe de Salonique (1890) Taf. VI, zweite Bildzone von unten.

104. Kinch a. ©. Taf. V, zweite Bildzone von unten. 195 Aurelius Vector,

Epit. 40,

15.

106 Winch a. ©. 31 f. Taf. IV, 2. Zone von oben.

177 H. von Schönebeck, JbBerlMus 58, 1937, 54ff. Abb. 2. 3. — Calza Taf. 34 Nr. 51.

27

Palast des Kaisers

kommt noch als sicheres Bildnis des Kaisers hinzu. Die trux frons des Galerius ist hier besonders ausdrucksvoll, mit den schräg über den Augen aufschießenden Falten. Die große Korpulenz des Dargestellten entspricht der Beschreibung vom Aussehen des Galerius bei den antiken Autoren.

Bedeutende Ähnlichkeit mit diesem Bild — vor allem in der trux frons — hat die Porphyrbüste in Kairo. Galerius ist hier in jüngerem Alter dargestellt ohne die schwere Fülle des alternden Kaisers. Der

Kopf in Sofia,

eine grob provinzielle Arbeit, schließt sich so engan den Galerius-Typus

vatikanischen Porphyrgruppen

der

an, daß man nicht umhin kann, in diesem Kopf einen Galerius zu

sehen. Schon D. P. Dimitrov stellt.das Portrát neben den vatikanischen Porphyrkaiser. Die kubisch-blockähnliche Vereinfachung der Formen, die im Galerius-Porträt ins Extreme geht, macht sich in einer großen Anzahl Herrscherbildes der Zeit aufzufassen

von gleichzeitigen Köpfen geltend, die als ein Reflex des sind. Wir verweisen als Beispiele auf die in den »Studien«

Abb. 51-57 gegebenen Porträts wie auf das von R. Calza'°® veröffentlichte Quarzkópfchen im Museum Dumbarton Oaks, Washington, und fügen dazu noch einen provinziellen Kopf aus Nordafrika (Taf. 22c.d)!9?, Um Kaiserköpfe — wie vorgeschlagen - handelt es sich nicht; denn anonyme Personen, wie z. B. Athleten der Zeit kónnen in diesem Typus erscheinen. Dem Herrscher-

typus der Zeit — und besonders dem des Galerius — schließen sich noch fünf unterlebensgroße, behelmte Porphyrkópfe von einem Hochrelief (vielleicht dem Frontrelief eines Sarkophages im Stil des Helena-Sarkophages) an: ein Kopf im Vatikan, aus dem Museo Archeologico in Florenz (Taf. 22a); drei Kópfe im Palazzo Riccardi, Florenz; einer in Ince Blundell Hall, England. Bemerkenswert ist in: diesem Kreis das Motiv der trux frons !!9, Ein sehr schöner, aus Thessaloniki stammender, neuerdings publizierter Kaiserkopf in der Sammlung Paul Kanellopoulos!!! hat man mit Galerius identifizieren wollen. Der in Marmor gearbeitete Kopf ist überlebensgroß und trägt einen Eichenkranz mit Stirnjuwel (oder Bildnisgemme). Nach Ansicht des

Verfassers ist die vorgeschlagene Datierung verfehlt und damit auch die Identifizierung. Der Kopf ist nicht tetrarchisch, sondern gehört der theodosianischen Renaissance-Bewegung!? an, deren zentrale

Gestalt, Theodosius der Große, in unserem Kaiserporträt dargestellt ist. Die nächsten Parallelen bieten die Statue von

Valentinian II. (375—392),

dem

Mitkaiser

des Theodosius,

und

Relieffiguren

am

Postament des Theodosius-Obelisken in Konstantinopel. Da Thessaloniki Residenzstadt des Kaisers war, wo er entscheidende Jahre seines Lebens verbracht hat, ist auch die Provenienz des Kopfes ein

starkes Argument für die Identifizierung mit Theodosius.

C. FLAVIUS VALERIUS

CONSTANTIUS

CHLORUS

HERCULIUS

Als Adoptivsohn des Maximian auch Herculius genannt. Der Beiname Chlorus ist nicht zeitgenós-

sisch, sondern kommt erst bei späteren Byzantinern vor!"?. Kaiser 293-306. Augustus seit 1. Mai 305. Divus. Schon um 289 hat er eine ansehnliche Position am

Kaiserhof; sein Geburtsjahr darf deshalb kaum nach 260 angesetzt werden. Verheiratet war er mit der Stieftochter des Maximian, Flavia Maximina Theodora. Von Maximian am 1. März 293 adoptiert und

108 Taf 38 Nr. 57. 19? Rom Inst. Neg. 65. 2865; 65. 2867. — Felletti Maj, Ritratti Nr. 317. 11° L'Orange, Studien Abb. 43. - Delbrueck, Porphyrwerke Taf. 102. 103. 111 G, Dontas, BCH 99, 1975, 521ff. 72 ['Orange, Studien 66 ff. Literarische Quellen zum Aussehen des Constantius Chlorus und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 199f. - Torelli a. O. 20ff. — Allgemeines zu Constantius: REIV 1 (1900) 1040ff. s. v. Constantius I (Seeck).

28

zum Caesar ernannt, wahrscheinlich in Mailand.

Gallia fiel ihm als Reichsteil zu. Seine wesentliche

Aufgabe war es, diese Provinz gegen. Germaneneinfälle zu schützen und Britannia und Teile der westlichen Küste Gallias, die unter dem Usurpator Carausius abgefallen waren, zuriickzugewinnen. Das alles gelang diesem großen Soldatenkaiser in einer Serie von Feldzügen gegen Picten, Scoten,

Franken, Alemannen und andere germanische Völker. Neben den kriegerischen Grofitaten wird ihm eine besondere Milde der Gesinnung nachgerühmt, die unter anderem in der Schonung der Christen Ausdruck fand. Bei der Abdankung des Diokletian und Maximian am 1. Mai 305 wurde Constantius Augustus und erhielt die erste Stelle im Kaiserkollegium!!*, wie er vorher unter den Caesaren der rangältere gewesen war. Doch waren die neuen Caesaren Kreaturen des Galerius! und dieser behauptete daher im Kaiserkollegium der zweiten Tetrarchie die entscheidende Macht. Der Sohn des Constantius, Constantinus, befand sich am Hofe des Galerius und konnte ihm für das Wohlverhalten des Vaters als

Geisel dienen!!6, Constantius ist auf einem britannischen Feldzug gestorben, im Juli 306, wahrscheinlich im Alter von etwa 50 Jahren.

Das Bild des Constantius Chlorus auf den Münzen

Das Bildnis des Constantius auf den Münzen ist weniger als das der drei anderen Kaiser: der diokletianischen Tetrarchie von dem Typus beeinflußt, den wir den ‘tetrarchischen’ genannt haben und der sich im Laufe der 290er Jahre unter dem Einfluß des Galerius-Typus durchsetzte. Dem entspricht eine größere Resistenz des älteren Typus: der des Soldatenkaisers, der in den Bildnissen des Constantius voller und länger überlebt hat als in denen der anderen gleichzeitigen Kaiser. Dies gilt jedoch nur für die westlichen Prägungen, also die Münzstätten des Maximian und Constantius, d. h. Rom,

Trier, Lyon,

Aquileia, Ticinum,

Siscia, mit Vorbehalt für Siscia, wo

das Constantius-Porträt

vom östlichen Typus beeinflußt ist.. Nur im Zuschnitt der Büste — Halsbüste ohne Schulter und Brust — folgt das Constantius-Bild meistens der neuen ‘tetrarchischen’ Form. Aurei aus den genannten westlichen Münzstátten zeigen den charaktervollen Kopf des Kaisers mit großer Eindringlichkeit. Das gilt vor allem für Prägungen aus der kaiserlichen Residenzstadt Trier (Taf. 66a); auch argentei aus dieser Stadt mógen wegen ihrer distinkten Charakteristik hier angeführt werden (Taf. 66b). Andere Beispiele scharf charakterisierter. Constantius-Köpfe kommen aus den

Münzstätten in Ticinum und Aquileia. Die Siscia-Bildnisse von Constantius (Münzherr Maximianus und Severus) geben Substitutionen anderer Kaiserporträts oder Typisierungen nach dem östlichen Vorbild; es fehlen ihnen die individuellen Kennzeichen des westlichen Constantiusbildes. Die Thessalonica- und Heraclea-Bildnisse reichen über ein generell tetrarchisches Gepráge nicht hinaus. Die Nicomedia- und Antiochia-Bildnisse sind ganz an den Typus der óstlichen Kaiser, besonders an Galerius, gebunden. Was vor allem das wirkliche (westliche) Constantius-Bild kennzeichnet, sind die kräftig markierten

Züge mit ausgeprágter Adlernase und hochgezogenen Nasenflügeln, weiter ein stark vorgeschobenes Kinn. Es ist bemerkenswert wie bedeutend die Nase als charakterisierender Wesenszug im westlichen Kaiserbild (Maximian und Constantius) mitwirkt, während sie im östlichen Kaiserbild in den Kopfblock eingezogen wird, geradlinig und in Flucht mit dem Profil der Stirn.

114 1 actantius, De mortibus persecutorum 15, 7. 115 Ebenda 18.

- RE IV 1 (1900) 1043.

116 Ebenda 1043.

29

Das Bild des Constantius ın skulpturalen Porträts

Erhalten sind zwei sichere Constantius-Köpfe: Berlin, Pergamonmuseum R 121. Porträtkopf. Marmor. 24a.b).

In Rom erworben. Überlebensgroß (Taf.

|

Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptothek 774. Porträtkopf. Marmor.

In Rom erworben. Überlebens-

groß. Replik des Berliner Kopfes (Taf. 25a.b). Rom,

Fünf-Säulen-Denkmal

auf dem

Forum

Romanum.

Relief an der Basis

einer der vier Kaiser-

Säulen die zur Feier der Vicennalien Diokletians hinter den Rostra errichtet wurden. Opfer des Constantius Chlorus an Mars (Taf. 2b). | Thessaloniki, Galeriusbogen. Relief mit Gruppenbild des Kaiserkollegiums der ersten Tetrarchie. Constantius Chlorus ist die rechte Figur der Gruppe (Taf. 1). Die Rekonstruktion und Interpretation des tetrarchischen Fünf-Säulen-Monumentes auf dem Forum Romanum sowie die Identifizierung des opfernden Kaisers mit Constantius Chlorus wurde vom Verfasser"? veröffentlicht, dem H. Káhler!!? folgt. Der Kopf des Opfernden ist abgeschlagen, die Figur als Portrát also von geringem Wert. Der Kaiser ist mit der traditionellen augusteischen Toga

bekleidet, die beim feierlichen Staatsopfer anscheinend obligatorisch war. Es handelt sich in unserem Relief um eine der spätesten Darstellungen eines heidnischen römischen Staatsopfers. Durch die Vota-Inschrift ist das Datum 303 — das Jahr der großen diokletianischen Christenverfolgung — ge-

sichert. Auch im Relief des Galeriusbogens!!? ist das Gesicht des Constantius zerstört. Er ist mit der “militärischen Friedenstracht, Tunica und Chlamys bekleidet. Die beiden Repliken des Constantius in Kopenhagen und Berlin wiederholen einen Typus, der nach Stil, Haarschnitt und Bart in die Zeit um 300 zu datieren ist. Da der Typus in zwei Repliken vorliegt und da beide überlebensgroß sind, muß es sich um einen Kaiser handeln'??. Der Kopf in Berlin ist eines der hervorragendsten Werke der spätantiken Porträtkunst; das gilt von der ganzen künstlerischen Konzeption wie von der technischen Ausführung, die von einzigartiger Präzision und Sorgfalt ist.

Gerade die besonderen Züge, die auf den westlichen Münzbildnissen Constantius von den übrigen Kaisern der Tetrarchie unterscheiden — die kräftig markierten Züge, mit ausgeprägter Adlernase und

hochgezogenen Nasenflügeln, weiter ein stark vorgeschobenes Kinn - sind die tragenden Charakteristica des Kopenhagener und des Berliner Kopfes. Es kann kein Zweifel sein, daß es sich bei beiden Köpfen um Constantius, den Vater Konstantins, handelt. Dies wird bekräftigt durch die schlagende Ahnlichkeit unserer beiden Kópfe mit den Bildnissen Konstantins: eine Ahnlichkeit, die so auffallend ist, daß man in unserem Typus Konstantin selbst hat sehen wollen!?'. Engste Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn zeigt sich in der Grundform des ganzen Kopfbaus mit der hinter den Schläfen breit ausladenden runden Kopfform, aber auch in den Einzelzügen wie der reich gegliederten und höchst individuellen Bildung des Mundes mit den fein geschwungenen Lippen. Ganz áhnlich ist die Nase mit ihrem hohen Rücken, dem scharfen und krummen, etwas gebrochenen Schnitt, sehr hoch gezogenen Flügeln und tief überhängender Spitze. Die enge physiognomische Familienverwandtschaft ist uns

literarisch bestätigt. Der Panegyriker spricht!??^: Inde est quod tanta ex illo (sc. Constantio) in te (sc. Contantino) formae similitudo transivit ut signante natura vultibus tuis impressa videatur. Idem enim

17 H, P. L'Orange, RM 118 Kühler 8.

53, 1938, 1ff.

11? Kinch a. O. (s. o. Anm. 103) 24 Taf. 6, zweite Bildzone von unten. 120 [^Orange, Studien Abb. 76. 78 Katalog. Nr. 32; S. 32f. 104f. Kat. Nr. 33. — ABr 560. - Fr. Poulsen, RA, 1932, 73f.

71 C, Jacobsen, Ny Carlsberg Glyptotek (1907) Nr. 774. — L'Orange, Studien 104. 122 Paneg. VI (VII) a. 310, c. 4, p. 203, 18 (Ed. Baehrens). - Torelli a. ©. 36.

30

est quem rursus in te colimus adspectus (sc. Constanti), eadem in fronte gravitas, eadem in oculis et in ore tranquilltas. Mit der Kraft der Wiederholung wird die Ähnlichkeit Vater-Sohn mehrmals (sc. Constanti) vultus natura signavit !??. unterstrichen: in cuius (sc. Constantini) ore caelestes ilius

Es hat an und für sich die größte innere Wahrscheinlichkeit, daß unter.den Porträts der Tetrarchen gerade solche von Constantius erhalten sind: nicht nur wegen seiner Popularität und seiner Stellung als Dynastiegründer des konstantinischen Hauses, sondern auch wegen seiner überlieferten Christenfreundlichkeit. Aus derselben Zeit wie der Berliner Typus stammt ein Kopf im Museo Torlonia (Taf . 23a.b), der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem erwähnten Typus zeigt. Der Kopf darf als möglicher Constantius Chlorus gelten.

GALERIUS VALERIUS MAXIMINUS

DAIA (DAZA) JOVIUS

Römischer Kaiser vom 1. Mai 305-August 313. Augustus von 309 oder 310 bis zu seinem Tode im

Jahre 3131?*. Wahrscheinlich. in jugendlichem Alter gestorben 25, Damnatio memoriae. Maximinus stammte aus einfacher illyrischer Familie. Der Bruder seiner Mutter, Galerius, unter dessen Leitung Maximinus seine militärische Laufbahn begann, hatte den jungen Neffen adoptiert. In den stürmischen Jahren nach 305, als Maximinus zum Caesar im Ostreich ernannt wurde gleichzeitig

mit der Erhebung des Flavius Severus zum Caesar im Westreich, nahm er — wie Konstantin, Licinius, Maximian und Maxentius — den Titel Augustus an. Beim Tode des Galerius hat Maximinus Kleinasien von Licinius an sich gerissen. Er wollte dem Licinius auch die Balkan-Halbinsel abnehmen,

was ihm

nicht gelang. In der sehr gespannten Situation hat sich Licinius mit Konstantin verbunden, während Maximinus mit Maxentius Verbindungen anknüpfte. Als offener: Krieg zwischen Licinius und Maximinus ausbrach, wurde Maximinus geschlagen und starb in Taurus im Jahre 313. Um seine dynastische Stellung zu befestigen, wollte Maximinus die Witwe des Galerius und Tochter Diokletians, Galeria Valeria, heiraten, wurde aber von dieser abgewiesen. Er hat sich gerácht, indem er

die Galeria und

ihre Mutter

Prisca in eine Einóde

Diokletian, daß er Frau und Tochter zurückbekomme,

Syriens verwiesen hat. Die Bitten des alten waren vergeblich.

Man gewinnt das Bild eines besonders brutalen und unsympathischen Herrschers. Ein charakteristischer Zug ist der Eifer, mit dem Maximinus die Christenverfolgung durchführte, unter Beseitigung des Toleranz-Edikts des Galerius. In seinen Versuchen, das antike Heidentum neu zu beleben, Tempel zu

gründen und die pagane Apologetik zu ermuntern, ist er als Vorläufer des Julianus Apostata betrachtet worden.

Maximinus Daia auf den Münzbildnissen

Zuschnitt der Büste als Halsbüste ohne Schulter und Brust ist überall in den Münzbildnissen des Maximinus durchgeführt. Goldprägungen von Münzstätten, wo Maximinus selbst Münzherr ist — wie

Antiochia und Alexandria —, zeigen ein ziemlich unpersónliches, stark typisiertes, glattes und linear 123 Paneg. VII (VI) a. 307, c. 3, p. 222, 23 (Ed. Baehrens). — Torelli a. O. 36. - Die Identifizierung unseres Porträt-Typus mit Constantius wird allgemein angenommen, zuletzt von von Sydow 17. 7^ Literarische Quellen zum Aussehen des Maximinus Daia und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 206. - Torelli a. O. 28f. Allgemeines zu Maximinus: RE IV 2 (1923) 1986ff. s. v. Daia (Seeck). - Th. Christensen, C. Galerius Valerius Maximinus

(1974). 95 R. Pichon, Lactance (1901) 397ff.

31

vereinfachtes Bild. Die Nase ist gerade und spitz, das Kinn ist stark. Das Bild hat seine Wurzeln im Galerius-Porträt; es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß eine wirkliche physiognomische Ähnlichkeit zwischen dem Oheim und seinem Neffen bestanden hat. Der Kopf des Maximinus ıst aber durchgehend etwas schlanker (Taf. 66c.d).

Mögliche skulpturale Porträts des Maximinus Daia. Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Skulpturengalerie Inv. 4132. Porträtkopf mit Lorbeerkranz. Kalkstein. In Khene, Ägypten gefunden. Lebensgroß.

Leiden, Rijksmuseum van Oudheden Inv. I 1961-63. Porträtkopf. Marmor. Aus dem Kunsthandel. Angeblich bei Konstantinopel gefunden. Lebensgroß. London, British Museum Inv. 1974, 12-13, 1. Porphyrkopf eines tetrarchischen Kaisers. Provenienz

unbekannt. Überlebensgroß, etwa 17/;-mal natürliche Größe (Taf. 23 c). mE Das Material des Londoner Kopfes läßt annehmen, daß der Kopf aus Ägypten oder jedenfalls aus dem römischen Ostreich stamme. Die Arbeit ist von hoher Qualität. Der Typus des Kopfes, Form und Ausdruck, Schnitt des Haares und Bartes, Stil und Technik sind für das Ostreich der Tetrarchenzeit charakteristisch, Material und Maß bezeugen, daß wir einen Kaiser vor

uns haben. Das hohe annähernd rektanguläre Gesicht mit langer Nase zeigt besonders an den Backen eine gewisse fleischige Fülle. Die Augen sind weit aufgesperrt und eigentümlich rund gebildet. Die: Innenzeichnung war stark markiert; die Einzelheiten sind Jedoch wegen der Bestoßung schwer erkennbar. Alle Formen wirken jedoch zusammen, um den visionären Herrscherblick zu akzentuie-

ren. Die Brauen, die ohne Haarangabe sind, aber plastisch, schlangenartig geformt, liegen in großen Bógen über den Augenhóhlen, über der Nasenwurzel zornig zusammengezogen. Auf der Stirn zeichnen sich vier Horizontalfurchen oder vielmehr Kurven in paralleler Führung ab, die sich in der Mitte gegen die Nasenwurzel herabsenken und so die Bewegung der Brauen unterstützen. Das Gesicht

bekommt dadurch die frons trux, die besonders für Galerius so charakteristisch war. Die nächste Parallele zu dem Londoner Kopf ist eben die Porphyrbüste des Galerius von Athribis; man vergleiche als Detail die 'Schlangen-Brauen' an beiden Köpfen. Jedoch sind die physiognomischen Unterschiede — vor allem die größere Schlankheit und die lange Nase des Londoner Kopfes - so groß, daß die Identität des in den beiden Köpfen dargestellten Kaisers kaum in Frage kommt. Die enge Verwandtschaft der beiden Kaiserbilder ist der Ausdruck einer lebendigen, koherenten Herrschertradition. In dieser steht vor allem Maximinus Daia, der Nachfolger des Galerius und zugleich sein Neffe, und von

ihm zum Caesar und Mitkaiser erkoren. So sehen wir in dem Londoner Kopf ein mógliches Bildnis des Maximinus Daia.

Der Kopf in Leiden ist stilistisch, wie schon Salomonson gesehen hat, besonders eng mit den kaiserlichen Porphyrporträts aus Athribis und Antiochia verbunden und muß zeitlich mit diesen zusammengehören; man vergleiche als Detail die Form der Augen. Physiognomisch schließt sich der Kopf dem Londoner Porphyrkopf Taf. 23c an und stellt wie dieser wahrscheinlich Maximinus Daia dar??$, Der ägyptische Kaiserkopf in Berlin zeigt einen Stil, der die abstrakte Stereometrie der spätantiken Kunst ins Extreme treibt und in dem auch eine primitive Komponente wirksam ist, so als Details die Blätter des Kranzes und die Ohren. Der Kranz verbietet jedoch, mit der Datierung zu weit

126 [ch habe G. Moen zu danken für den Hinweis auf den Londoner Kopf und für die ersten Photos desselben.

32

herabzugehen. Der Kopfbau.hat sich eigentümlich kahl und nackt vereinfacht, vielleicht im Sinne eines tetrarchischen Provinzialismüs. Wenn man die östlichen Kaiser dieser Epoche vergleicht, ergibt sich als

die wahrscheinlichste Möglichkeit, daß.es sich um ein Bildnis des Maximinus Daia handelt!?”.

FLAVIUS VALERIUS Rómischer

Kaiser

1.

Mai

305-2.

April

307;

SEVERUS II

Augustus

vom

Sommer

306

(nach

dem

Tode

des

Constantius). Damnatio memoriae 128, Schon in seinem Namen ist die tetrarchische Legitimität seines Kaisertums ausgesprochen. Er trägt den Namen Flavius als Adoptivsohn des Flavius Constantius und den Namen Valerius als Angehóriger der diokletianischen Dynastie; beide Namen wird er daher erst bei seiner Erhebung zum Caesar

angenommen haben!??. Vom einfachen illyrischen Bauernvolk stammend!?” war Severus mit dem dominierenden Kaiser. der zweiten Tetrarchie, Galerius, bluts- und geistesverwandt und wurde von diesem in seiner militärischen

Laufbahn gestützt. Ihm verdankt Severus seine Kaiserwürde. Im Sommer 306 wurde Severus Augustus. Da zu seinem Verwaltungsgebiet Afrika und Italia gehórten, wurde er von Galerius beauftragt den Usurpator Maxentius niederzuschlagen?!. Galerius tritt dabei als der höchste Repräsentant des Staates auf, der das tetrarchische System mit aller Kraft aufrecht zu halten bestrebt war. Von Mailand aus, wo Severus wahrscheinlich seine feste Residenz hatte, zog er rnit

seiner afrikanisch-italischen Armee? gegen Maxentius. Wegen des Übertritts des Heeres zu Maxentius brach der Feldzug aber vollkommen zusammen, Severus flüchtete nach Ravenna, wurde später als Gefangener nach Rom geführt und im Jahre 307 umgebracht.

Severus auf den Münzbildnissen Es gibt, soviel ich sehe, kein selbständiges, individuelles Bild von Severus auf den Münzen, was wegen

der Kürze seiner Regierung und der Beschränktheit seines Verwaltungsgebietes wohl erklärlich ist. Die Münzbilder, die unter dem Name? des Severus gehen, geben also kaum einen sicheren Anhaltspunkt für die Identifizierung seines Porträts. Einzelne persönliche Züge des Severus sind jedoch vielleicht in die substituierten Kaiserbilder hineinprojiziert, wie z. B. auf Münzen aus Ticinum (Taf. 66e). Es handelt sich hier um eine Goldprägung aus einer Residenzstadt des Kaisers, wo er wahrscheinlich zugegen gewesen ist und wo er Münzherr war. Wir haben es mit einem Typus des Diokletian zu tun,

der physiognomisch leicht umgebildet ist. Bemerkenswert ist die Assimilierung mit dem Galerius Typus, der auf östlichen Prägungen ständig für das Severusbild substituiert wird, s. z. B. Aurei von

Nicomedia 305-307 (Taf. 66f).

127 Vgl. die gute Zusammenstellung v on Kopf und Münzbildnissen bei Calza Taf. 62. 128 Die literarischen Quellen geben uns keine direkte Information über das Äußere des Kaisers Severus, Bernoulli II 3, 205. Wir wissen aber, daß er von einfacher illyrischer Herkunft war. Allgemeines zu Severus II: RE II A 2, (1923) 2002 f. s. v. Severus Flavius Valerius (Seeck).

129 Ebenda. 1339. Aurelius Victor, Caes. 40, 1. 131 I actantius 26, 5.

132 ]’Orange — von Gerkan, Konstantinsbogen 48 ff.

33

M. AURELIUS

VALERIUS MAXENTIUS

Kaiser 306-312. Gestorben in der Schlacht bei der Milvischen Brücke 28. Oktober 312. Damnatio memoriae 155, Maxentius war Sohn des Maximian und der Syrerin Eutropia und wahrscheinlich in den 270er Jahren geboren. Er war mit Valeria Maximilla, der Tochter des Galerius, verheiratet.

Maxentius wie auch Konstantin sind Usurpatoren, nicht legitime Kaiser der tetrarchischen Staatsordnung.

Galerius

als

Verteidiger

der

tetrarchischen

Tradition

konnte

der

Durchbrechung

der

diokletianischen Vierteilung des Imperiums nicht ruhig zusehen und gab, als rangältester Augustus, Severus, dem Augustus

des Westreichs, den Auftrag; seinen Schwiegersohn Maxentius

das führte, wie wir gesehen haben,

zum

Untergang

des Severus.

zu stürzen??*;

Die tetrarchische Staatsordnung

wurde weiter durchbrochen durch Maxentius! etwa gleichzeitige Zurückrufung seines Vaters, des Sen. Augustus Maximian auf den Kaiserthron. Als bis Augustus ‚übernahm er wieder seine vollen Herrscherrechte und wurde in aller Form als Mitglied des Regierungskollegiums anerkannt. So war die Usurpation des Maxentius vollkommen legalisiert??*. Maxentius' Kaisertum beruhte vor allem auf dem Besitz der Hauptstadt, obwohl auch nach dem Fall des Severus sein Verwaltungsgebiet noch beträchtlich vergrößert wurde; so fielen im Jahre 311 die

westafrikanischen Provinzen unter Maxentius. Groag unterstreicht speziell? den Umstand, »daß Maxentius in Rom erhoben worden war und die ewige Stadt seine Residenz und der Mittelpunkt seines Reiches blieb — er selbst hat sich ständig in der Hauptstadt aufgehalten«. Der Kaiser hat »gerade auf dieses Moment, das geeignet war, ihn über die anderen Herrscher des Reiches zu erheben und ıhn als

den einzigen wahrhaftrömischen Kaiser zu erweisen, besonderen Nachdruck« gelegt. Er war unter den Kaisern »der letzte der ein Römer sein wollte«!?”. Es ist historisch ausdrucksvoll, daß er seinen Sohn

Romulus nannte.

Maxentius auf

den Münzbildnissen

Im Zuschnitt der Büste — Halsbüste ohne Schulter und Brust.(oder mit sehr reduzierter Schulterbüste) — folgt das Münzbild des Maxentius dem allgemeinen Bildnistypus der Zeit. Doch zeigt das Maxentius-Bild meistens, was auch für das Constantius-Bild

galt, eine mehr

differenzierende,

tiefer

profilierende Markierung der Züge, die den überlieferten kompakten Formenaufbau durchbricht. Charakteristisch für dieses Bild ist eine stärkere Bewegung des Profils, das jetzt den Kubus des Kopfes beherrscht. Eine gewisse Feinheit der Züge macht sich des öfteren geltend im Gegensatz zum vulgär

plebeiischen Typus der meisten Kaiser der Zeit!??, So hat Maxentius eine schön gebildete, leicht gebogene Nase (im Gegensatz zur groben Stumpfnase seines Vaters), ein Kinn und eine Stirn, die sich

klar und scharf im Bilde ausprägen, ohne in den stereotypen Kraftblock der Zeit eingezogen zu werden. Einen besonderen Zug, der für die Identifizierung der skulpturalen Portráts des Maxentius von grundlegender Bedeutung ist, gibt die Haarform: Die pelzartige Haarkalotte der Soldatenkaiser löst sich über der Stirn, fast wie bei julisch-claudischen

Kaisern,

in feine Einzellocken

auf, die

13 [iterarische Quellen zum Aussehen des Maxentius und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 207. - Torelli a. ©. 32ff. Allgemeines zu Maxentius: RE XIV 2 (1930) 24171f. s. v. Maxentius (Groag). 134 [actantius

26, 4.

135 Groag a. O. 136 Ebenda 2457 ff. 17 Ebenda 2484.

138 Vgl. ebenda 2482.

34

besonders in den En-face-Bildern weit in die Stirn hinabfließen. Sowohl die Profil- als auch die En-face-Bilder zeigen diesen charakteristischen Zug des Maxentius, der ihn von allen anderen Kaisern der 1. und 2. Tetrarchie unterscheidet. Die Zeiten haben sich geändert: mit der Auflockerung der tetrarchischen Staatsforın und den wachsenden Kontroversen innerhalb des höchsten Kollegiums verliert das Ideal kaiserlicher similitudo seinen inneren Wert und seine Bedeutung (Taf. 66 .g).

Das Bild des Maxentius in skulpturalen Porträts In folgenden Köpfen sehe ich gesicherte Maxentius-Bildnisse: Dresden, Antikenmuseum Inv. 406. Porträtkopf. Marmor. Überlebensgroß. Zum Einsetzen in eine Statue (Taf. 27a.b). Rom, Museo Torlonia 600. Porträtkopf auf nicht zugehöriger Büste. Marmor. Lebensgroß (Taf. 26a.b).

Stockholm, Nationalmuseum Inv. 106. Porträtkopf. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 27 c.d). Die drei angeführten Porträts von einem Manne in den mittleren Jahren sind einander so ähnlich, daß über die Identität der dargestellten Persönlichkeit kaum Zweifel bestehen kann; die Skulpturen sind

jedoch nicht Repliken. Schon die Anzahl der Bildnisse läßt uns annehmen, daß der Dargestellte ein Kaiser ist. Diese Annahme wird durch das Kolossalformat des Dresdener Kopfes bestátigt. Auch der visionäre Blick des Stockholmer Kopfes ist der Deutung auf einen Kaiser günstig. Wir dürfen hier vielleicht den ardor oculorum

seines Vaters Maximianus Herculius in Erinnerung bringen und die

Assoziationen solcher Augen mit tetrarchischer trux frons. Das borrendum des Gesichtes hat selbst den toten Maxentius nicht verlassen. So sagt der Panegyriker vom Einzug Konstantins in Rom nach der

Schlacht bei der milvischen Brücke'??: Sequebatur bunc comitatum suum tyranni ipsius taeterrimum caput; ac, si qua referentibus fides est, suberat adbuc saevitia et borrendae frontis minas mors ipsa non vicerat.

Der physiognomische Typus des in den drei Portrátskulpturen dargestellten tetrarchischen Kaisers stimmt mit dem Bildnis des Maxentius auf den Münzen gut überein. Im besonderen zeichnet die oben

beschriebene hóchst spezielle Haarform des Maxentius mit über der Stirn frei fallenden Einzellocken unsere Porträtskulpturen aus. Wahrscheinlich stammen sämtliche drei Köpfe aus. dem Westen, wohl aus Rom, was ja zu der Deutung auf Maxentius besonders gut passen würde'*. Wenn Konstantin, wie wir gesehen haben, in seinem ganzen physiognomischen Typus seinem Vater, Constantius Chlorus, ähnlich ist, so ist Maxentius von seinem herculischen Vater grundverschieden. In

unserem Zusammenhang wichtig ist der radikale typologische Bruch, der in den Münzbildnissen zwischen Vater und Sohn hervortritt. Neben das herculische Kraftideal des Maximian tritt ein schlanker feiner Kopf mit klar traditionellen. Reminiszenzen. Man wird an die Verehrung des Maxentius für die altrómische Überlieferung erinnert. Gegen die traditionelle Auffassung von

Maxentius!^! wird jetzt die humane und friedliche Gesinnung des Kaisers hervorgehoben'*?. 139 Paneg. IV (X) a. 321, c. 31, p. 180, 20 (Ed. Baehrens). 140 Die Identifizierung unseres Typus mit Maxentius scheint jetzt allgemein angenommen,

s. z. B. von Sydow

19ff. - Ganz

unmöglich ist die Identifizierung des Maxentius mit der Statue eines velato capite opfernden Togatus in Ostia (Calza 191f. Nr. 107 Taf. 65, 214-216). Der Faltenstil der Toga wie der Portrátstil des Kopfes gehört dem 2. oder frühen 3. Jahrhundert an. Der Vergleich mit der diokletianischen Statue in der Villa Doria demonstriert gerade den Unterschied der Stilbestrebungen der

mittleren und späten Kaiserzeit, um so mehr, als der Typus des Opfernden unverändert in einer Tradition, die auf Augustus zurückgeht, festgehalten ist. Physiognomisch hat der Kopf des Ostia-Togatus nichts mit den Münzbildnissen des Maxentius zu

tun. 141 E Stein, Geschichte des spätrömischen Reiches I (1928) 128f. 142 Groag a. O. 2417ff., besonders 2451.

35

ANONYME

HERRSCHERBILDER

DER TETRARCHIE

Wir geben hier eine Auswahl nicht identifizierter Porträtskulpturen, die sich im Typus und Ausdruck, Technik und Stil den besprochenen tetrarchischen Kaiserbildern so eng anschließen, daß wir sie als anonyme Herrscherbilder der Zeit bezeichnen können: Chieti, Museo Nazionale. Porträtkopf. Aus Alba Fucens. Marmor. Lebensgroß (Taf. 8c.d).

Solin (Salona). Porträtkopf, an eine Hauswand gemauert. Marmor. Etwa lebensgroß (Taf. 23d). Sperlonga, Museo, 8a.b).

Inv. 6. Porträtkopf. Von der Tiberius-Grotte. Marmor.

Etwa lebensgroß (Taf.

Besonders ausdrucksvoll ist der Kopf aus Alba Fucens, der das Erschreckende, die frons trux, die frons

horrenda, die apotropäische Kraft des tetrarchischen Herrscherbildes in extremer Form verlebendigt. Die Apotheose der brutalen Kraft spricht sich in der Blockform der Köpfe aus, z. B. in dem roh gearbeiteten Kopf von der Tiberius-Grotte in Sperlonga.

36

DAS HERRSCHERBILD

DER DYARCHIE

LICINIUS UND KONSTANTIN Die großartige Konstruktion der tetrarchischen Staatsordnung hat nur so lange bestanden als Diokletian durch die Kraft seiner Persönlichkeit das Kaiserkollegium beherrschte und die einzelnen Kaiser an .die tetrarchische Konstitution gebunden hat. Nach der Abdankung Diokletians und Maximians im Mai 305 besteht die tetrarchische Staatsordnung nur noch dem Namen nach. Gegen die legale nachdiokletianische Tetrarchie (die2. Tetrarchie) — Constantius Augustus und Severus Caesar im Westen, Galerius Augustus und Maximianus Daia Caesar im Osten — erheben sich im Jahr 306 in Italia der Usurpator Maxentius, der Sohn des Maximian, und in Gallia 306/7 der Usurpator

Konstantin, der Sohn des Constantius Chlorus, und kurze Zeit danach, 308, nimmt der abgedankte Maximian

wieder den Purpur. Dazu kommt

als neuer Kaiser: Licinius, der im Beisein des Diokletian

von Galerius im November 308 zum Augustus erhoben wurde. Nach all den neuen Machtkonstellationen, Allianzen und Kriegen zwischen legalen und illegalen Kaisern besteht vom Jahr 313 eine Zwei-Kaiser-Regierung, eine Dyarchie, mit Konstantin im Westen und Licinius im Osten. Zuletzt scheitert auch diese Form des Viel-Kaisertums. Die alte Spannung zwischen Konstantin und Licinius endet im Krieg zwischen den beiden Dyarchen. Konstantin besiegt Licinius 323 und im Jahre 324 hat

die konstantinische Universalmonarchie ihre grofie Hand um das ganze Reich gelegt. Der byzantinische Kaiserstaat, konzentriert im neuen Rom

VALERIUS

Licinius ? stammt

aus

der

Provinz

am Bosporus,

LICINIANUS

Dakien,

wo

seine

ist entstanden.

LICINIUS Eltern

Bauern

waren.

Sein

Alter

wird

verschieden angesetzt. Nach Victor Aurelius’** starb er vor dem 60. Lebensjahre; doch der Zeitgenosse Eusebius!^? nennt ihn noch vor seinem Sturze ἐσχατογήρως, wonach er kaum nach dem Jahre 250 geboren sein kann. Demgemäß ist auch schon im Jahre 308 von seinen grauen Haaren die

Rede'^6, Licinius machte unter Galerius eine rasche militärische Karriere und wurde von ihm beim Kaiserkonzil in Carnuntum,

wo Diokletian selbst anwesend war, zum zweiten Augustus vorgeschlagen, nachdem

Severus II. von Maxentius geschlagen und gestorben war; das geschah im November 308 (307?). Nach dem Tode des Galérius im Jahre 311 riß Maximinus. Daia große Teile des Reichsgebietes des Licinius an sich. Jeder der beiden Kaiser suchte jetzt seine Allianzen und bereitete sich auf den Entscheidungskampf vor. So entsteht eine Annäherung zwischen Licinius und Konstantin, während Maximinus Daia heimlich mit Maxentius anknüpft. Die Koalition Maxentius-Maximinus Daia ist von Lactantius bezeugt und fand ihren Ausdruck darin, daß jeder der beiden Kaiser die Bilder des anderen mit seinen 13 Literarische Quellen zum Aussehen des Licinius und zu seinen Bildnissen: Bernoulli II 3, 209. — Torelli a. O. 33 ff. — Allgemeines zu Licinius: RE XIII 1 (1926) 222 ff., s. v. Licinius (Seeck).

14 epit 41,8.



145 hist. eccl. X 8, 13. 146 [actantius 32, 2; RE. a. O.

37

eigenen vereint in seinem Reichsteil aufstellen ließ: eine Proklamation ihrer Concordia!^". Dasselbe muß

auch

als

Ausdruck

der

Allianz

Konstantin-Licinius

vorausgesetzt werden.

So entstanden

Gruppenbilder der alliierten Kaiser. Die Annäherung zwischen Konstantin und Licinius wird auch durch die Verlobung des Licinius mit der Schwester des Konstantin, Flavia Julia Constantia, bezeugt. Im Februar 313 kam Licinius nach

Mailand, um dort die Hochzeit zu feiern; das geschah wenige Monate nach Konstantins Sieg über Maxentius und dem Tode des Letzteren. In demselben Jahr gewinnt Licinius einen entscheidenden

Sieg. über Maximinus Ägypten

und

kommt

Daia und .wird Alleinherrscher im östlichen Reichsteil von Pannonien bis in

eine

sehr. starke

Machtstellung

gegenüber

dem

Kaiser

des

Westens,

Konstantin. Nach der traditionellen Auffassung ist Licinius dann (313-314) weiter gegen Westen vorgestoßen, wurde aber von Konstantin zurückgeschlagen und behielt in Europa nur die thrakische Diözese. Die beiden Kaiser müssen sich dann versöhnt haben. Denn am Ende des Jahres 314 wird die

Designation von Konstantin und Licinius zu dem gemeinsamen Konsulat für das Jahr 315 bekannt - das vierte das sie zusammen bekleiden. So wird für die ganze Welt ihre wiederhergestellte Concordia verkündet!^?, Sie wurde noch fester geknüpft, als Konstantin am 1. März 317 neben seinen beiden Söhnen Crispus und Constantinus II. auch den Bastard des Licinius zum Caesar ernannte. Es sollte bemerkt werden, daß P. Bruun auf der Grundlage des numismatischen Materials zu der wichtigen Folgerung gekommen ist, daß die ersten Feindlichkeiten zwischen den beiden Kaisern nicht 313-314, sondern erst 316 stattfanden!*?. »Other scholars have in the meantime shown that the year

316 in actual fact is the only date compatible with all the sources«'??, Nach langer Friedenszeit entstehen aber zwischen den beiden Kaisern Gegensätze, die im Jahre 323 in

Kriege ausbrechen, aus denen Konstantin als Sieger hervorgeht: Licinius stirbt 324 (325?), und wird

von damnatio memoriae getroffen. Die Dyarchie ist zu ihrem Ende gekommen und die konstantinische Universalmonarchie ist hergestellt.

C. FLAVIUS VALERIUS

CONSTANTINUS

Wahrscheinlich ca. 282 zu Naissus in Illyricum geboren als natürlicher Sohn des Constantius Chlorus und der Helena (Flavia Julia Helena). Von den Truppen Ende Juli 306 in Gallia als Augustus ausgerufen.

Seine Residenz in Gallia war Arelate.

Konstantin heiratete in zweiter Ehe Fausta, die

Tochter des Maximian, von der er drei Söhne bekam; aus früherer Ehe war sein ältester Sohn Crispus. Im Jahre 337 Tod des Konstantin. Divus ?!. Im Unterschied von den Herrschern der jovisch-herculischen Kaiser-Dynastie leitet Konstantin nach 310 sein Haus von Claudius Gothicus (Flavius) ab, um seinem Herrschertum eine neue Legitimität zu sichern.

147 1 actantius 43, 3.

18 R, Calza, RendPontAcc 32, 1959/1960, 140 gibt ein sehr verzeichnetes Bild der historischen Verhältnisse, wenn sie behauptet, daß der Konstantinsbogen »proprio nel periodo di maggiore lotta tra i due sovrani«, errichtet wurde. Dasselbe gilt J. Ruysschaert wenn er, R. Calza folgend, die am Ende des Jahres 314 neu errichtete Concordia zwischen Konstantin und Licinius bestreitet (RendPontAcc 35, 1962/63, 80). Unverständlich ist mir, was R. Calza mit dem »busto in porfido sul muro orientale dell'Arco« (di Costantino) meint (RendPontAcc 32, 1959/60, 141 Anm. 26). 149. D, Bruun, Studies in Constantinian Chronology, The American Numismatic Society 1961, 10ff.

150 Hinweise Bruun a. ©. Anm. 3. 151 D iterarische Quellen zum Aussehen des Konstantin und zu seinen Bildnissen; Bernoulli II 3, 212f. — Torelli a. O. 33 ff. — Allgemeines zu Konstantin: RE. IV 1 (1900) 1013ff. s. v. Constantinus (Seeck).

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Nach dem Tode des Galerius im Mai 311 konnten, wie wir gesehen haben, die beiden Kaiser des Ostens, Licinius und Maximinus Daia, sich über die Erbschaft nicht einigen und suchten Allianzen mit den beiden Kaisern des Westreiches — Maximinus Daia mit Maxentius und Licinius mit Konstantin. ‚Das Bündnis der beiden letzteren wurde durch die Verlobung der Schwester des Konstantin, Constantia, mit Licinius bestätigt. Im Jahre 312 bricht der Krieg zwischen Maxentius und Konstantin aus. Maxentius hatte die Tötung seines Vaters Maximian durch Konstantin gerächt, indem er die römischen Statuen Konstantins

umstürzen ließ. Konstantin geht über die Alpen und besiegt den Maxentius. Nach dem glänzenden Sieg bei Saxa Rubra und der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 rückt er am nächsten Tag in Rom ein. Bald nachher fährt er nach Mediolanum, um dort die Vermählungsfeier seiner Schwester mit Licinius zu begehen. Später wird aber das Verhältnis zwischen den beiden Kaisern gespannt; es kommt zum offenen Krieg. Wahrscheinlich ist das erst 316 geschehen. Jedenfalls wird im Laufe des Jahres 314

die Concordia der Kaiser und ihre Designation zu dem gemeinsamen Konsulat für das Jahr 315 feierlich proklamiert. Nach längerer gemeinsamer Regierung scheitert aber die Dyarchie, ein neuer Krieg bricht aus, aus dem Konstantin im Jahre 324 siegreich hervorgeht. In unserem Zusammenhang wichtig ist die Rolle, welche in alter tetrarchischer Tradition die Vierzahl

der Kaiser noch unter dieser monarchischen Verfassung spielt!??. Zu den drei Söhnen Konstantins von der Fausta trat als vierter Caesar im Jahre 335 der Brudersohn des Konstantin, Dalmatius, hinzu. Die

Tendenz zur Rückkehr zu der alten diokletianischen Verfassung zeigt sich noch deutlicher in den Reichsteilen, die ein jeder erhielt. Das Ideal des koordinierten Herrschertums ist immer noch vorhanden und hat, wie wir sehen werden, im Kaiserbild statuarischen Ausdruck gefunden. Seit dem Schicksalsjahr 324 tritt der Kaiser öffentlich als Christ-Kaiser hervor. Das gilt vor allem für sein Hervortreten bei dem Nicaeanischen Konzil, wo er das Präsidium führte. Mit der Abwendung von Rom und den heidnischen Senatskreisen der alten Hauptstadt hat der Kaiser sich freier gefühlt. Zwei Daten von der Gründung der neuen Hauptstadt am Bosporus sind in diesem Zusammenhang wichtig: die constitutio von Constantinopolis am 26. November 326 und die dedicatio am 11. Mai 330.

Die Schönheit und Kraft des Kaisers und die Majestät seiner Erscheinung sind zweifellos Wesenszüge seines ganzen Gehabes und sind uns nicht nur in der christlichen Literatur überliefert. Nach Eusebius!?? reichen diese Eigenschaften seines Wesens an das Übermenschliche, ja an das Fürchterliche,

heran (τὸ φοβερόν).

Sie sind die körperliche Spiegelung

Anima!°*. ταῦτα μὲν οὖν ἀμφὶ τὸ σῶμα.

der inneren Schönheit und Kraft seiner

Τὴν δὲ ψυχὴν ϑεοῦ φόβῳ

xai εὐλαβείᾳ

δῆλος ἣν

κεκαλλωπιομένος. Die Panegyriker scheinen die richtigen Worte für eine solche kaiserliche Offenba-

rung gefunden zu haben: totius corporis circumfusa majestas'”; veneranda et grata majestas"”®. Zu dieser Majestät gehört auch der fulgor oculorum??". Dabei strahlt der Kaiser eine besondere Liebenswürdigkeit und Milde aus — particularis comitas???. Die Negativseite dieses imposanten Gehabes Konstantins wáre die von Julian gerügte künstliche Erhöhung seiner Erscheinung, die Putzsucht, besonders in der Pflege des Haares, die xouuwroia.

152 RE IV 1 (1900) 1022. 153 Vita Constanuni I 19, 2. — Torelli a. O. 328. 155

Vita Constantini

III 10, 3-4. — Torelli a. ©.

32f.

55 Paneg. XII (IX) a. 313, c. 19, p. 305, 3 (Baehrens). 15$ Paneg. VI (VIT) a. 310, c. 17, p. 214, 17 (Baehrens). 157 Paneg. XII a. O. Lactantius, De mortibus

18, 10.

39

GRUPPENBILDER

DER DYARCHIE

Wir haben oben gesehen, daß die Concordia der tetrarchischen Kaiser sich in der vollkommenen

Gleichordnung der beiden Augusti und der beiden Caesares Ausdruck gab. Im Kaiserzeremoniell, sagten wir, stehen die beiden Augusti als ein Zwillingspaar nebeneinander. Ein neues Adorationsritual mit doppelter Anbetung (Verehrung), duplicatum pietatis officium, wird geschaffen. Das Zeremoniell verlangt, daß die Kaiser immer tetrarchischen Konstitution, daß wenn das Monument durch die Diese Tradition lebt auch durch

zusammen auftreten. So ist es ein bedeutungsvoller Ausdruck der die vier Kaiser in ihren Monumenten immer wieder vereint sind, auch Tat eines Einzelnen von ihnen veranlaßt ist. die Dyarchie weiter, ja macht sich, wie wir sehen werden, auch unter

der konstantinischen Universalmonarchie in bedeutender Weis? geltend. Wie der Galerius-Bogen in Thessaloniki das große, politisch-ideologisch getragene Monument der Tetrarchie ist, das in seinen Reliefs neben die Bilder des historischen Siegers, Galerius, das überordnete Gruppenbild des ganzen Kaiserkollegiums stellt (Taf. 1), so ist der Konstantinsbogen in Rom ein entsprechend ausdrucksvolles

Monument der Dyarchie, das in seinen Reliefs neben den historischen Siegen des Konstantin die beiden Kaiser — Konstantin und Licinius - in einer übergeordneten Gruppierung Gedanke ist, daß sämtliche Kaiser, auf deren Concordia die staatliche Ordnung einzelnen Kaisers Teil haben. »Die unsterblichen Gótter kónnen ihre Gaben nicht teilen« so heißt es in einer oben schon zitierten Panegyrik an Maximianus,

zusammenstellt. Der beruht, am Sieg jedes (Wohltaten) an Euch »was einem von Euch

gegeben ist gehört Euch beiden«/??. Das Ideal des koordinierten Herrschertums ist immer noch lebendig.

Die Zusammenstellung der beiden Kaiser der Dyarchie finden wir im Zyklus der zehn Medaillonreliefs, die den Konstanünsbogen umspannen. Um einen Begriff von der Bedeutung dieser Kaiserbildnisse zu gewinnen, müssen wir uns zuerst ihren Platz am Bogen und im zyklischen Kontext der

Reliefbilder vergegenwärtigen (Abb. 1)'%. Aus historischen Gründen folgt, wie wir im folgenden sehen werden, aber es schon hier antizipieren, mit absoluter Sicherheit, daß die beiden Kaiser, die auf

dem Bogen unter denselben Jubiliumsvota — decennalia soluta und vicennalia concepta — vereint sind, keine anderen sein kónnen, als die regierenden Kaiser der Dyarchie des Constantinus und Licinius!6!, Deshalb — und aus anderen Gründen (s. S. 42 f.) — ist die Identifikation mit Constantius Chlorus ausgeschlossen!9?. Merkwürdigerweise ist diese Identifikation neuerdings von R. Calza und J. Ruysschaert wieder aufgenommen worden (s. u. 5. 48 f.). Beide sind anscheinend ohne Kenntnis der Argumentation, die im Zusammenhang der Erforschung des Bogens seit Jahren veróffentlicht und wo

der Constantius-Name der in Rede stehenden Kaiserkópfe als schlechterdings unmöglich zurückgewiesen wurde. Es scheint deshalb notwendig — um die Ikonographie des Licinius auf sicheren Grund zu stellen — auf diese Argumentation kurz zurückzukommen. Fine allgemeine Kenntnis des Dekora-

tionssystems des Bogens muß vorausgesetzt werden. Der Medaillonzyklus, der den Ehrenplatz in der Hóhe der Archivolte des mittleren Durchganges innehat, láuft um den ganzen Bogen in einer horizontalen Zone herum. Die Medaillons waren von

Porphyrplatten eingefafit, die ursprünglich die vertieften, nur roh abgearbeiteten Rechtecke um die Medaillons herum verkleideten, jetzt aber bis auf spärliche Reste verloren sind. Dieser Purpurrahmen Paneg. I, Mamertini genethl. Max. 7. Im Einzelnen und für alle Details ist auf L'Orange — von Gerkan 161 ff. zu verweisen, wo auch die ältere Literatur gegeben 161 Schon von E. Espérandieu, wesentlich auf Grundlage der Münzbildnisse, gesehen, RA 4, Ser. 16, 1910, 2, 170f. 162 Vorgeschlagen von J. Sieveking, Berliner philol. Wochenschrift 31, 1911, 1239£.; RM 22, 1907, 359 f., wieder aufgenommen R. Calza, RendPontAcc 32, 1959/60, 133ff. und J. Ruysschaert, RendPontAcc 35, 1962/63, 79ff.

40

K =

Konstanun

L = Licinius.

Konstantinsbogen, Südseite

K = Konstantin L = Licinius

^

— I—. n

ER

2

VOTIS X

[916 Relief

^

νὴ ἫΣ

ἢ |

Konstantinsbogen,

Abb.

41

Nordseite

1

gıbt dem ganzen Medaillonzyklus einen besonderen Akzent, der ihn aus dem Bildschmuck des Bogens heraushebt. Nach unten eingerahmt ist die Medaillonzone durch das horizontale Reliefband des historischen Frieses, der uns den siegreichen Feldzug Konstantins gegen Maxentius, seinen ingressus in Rom 29. Oktober 312, seine oratio auf dem Forum Romanum und sein congiarium an das römische

Volk vorführt. Nach oben ist die Medaillonzone durch eine breite, markiert vorspringende Leiste eingerahmt an der die monumentale Lapidar-Inschrift der kaiserlichen Jubiläums-vota — die vota decennalia und die vota vicennalia — eingemeißelt ist. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß diese

Inschriften im oberen Rahmen der Medaillons mit diesen selbst zusammengesehen werden wollen. Dieser obere Inschriftenrahmen läuft in der Höhe der prächtigen Kapitelle der Säulenfronten des Bogens und wird dadurch besonders hervorgehoben. Es handelt sich um zehn Medaillons: An jeder der Schmalseiten befindet

sıch ein einzelnes Medaillon,

und an jeder der beiden Frontseiten befinden sıch vier Medaillons, diese letzteren paarweise gruppiert, so daß ein Paar immer den Raum über einem der seitlichen Durchgänge einnimmt. Gegen den dunkelroten Hintergrund der Porphyrfelder hoben sich die Medaillons wirkungsvoll ab, an den Frontseiten zu zweit,

an den Schmalseiten

einzeln.

Die Vota-Inschriften im oberen Rahmen

der

Medaillonpaare ziehen als auf beide bezogene Überschrift diese Paare zu klaren Einheiten zusammen. An der Nordfront sınd die Vota-Inschriften von links nach rechts votis X und votis XX; an der Südfront sic X und sic XX. Es handelt sich um vota decennalia und um vota vicennalia — also um vota

soluta und vota concepta —, wie sie traditionell bei den zehnjährigen Jubiläen der Kaiser ausgebracht wurden. Wie wir gesehen haben,

galten solche Vota auch den Mitkaisern (oder dem

Mitkaiser).

Die vota

concepta beziehen sich bekanntlich auf die neue zehnjährige Regierungsperiode des Kaisers. Es folgt von selbst, daß nur ein regierender Kaiser in die vota, die eine glückliche neue Regierungsperiode inaugurieren, aufgenommen werden kann. Die einzige Möglichkeit ist deshalb, daß in den Medaillonpaaren Konstantin und Licinius dargestellt sind. Constantius an der Seite Konstantins kommt nicht in Frage. Verstorbene Kaiser feiern keine Jubilàen. Und Gelübde für eine neue Regierungsepoche und Glückwünsche zu einem langen Leben, wie sie die Vota-Inschriften aussprechen, ziemen sich nicht für einen Verstorbenen. Wie sich aus der tetrarchischen Konstitution ganz natürlich ergab, hat sich in jener Zeit die Sitte durchgesetzt, in die öffentlichen Gelübde für einen der regierenden Kaiser auch solche für seinen

kaiserlichen Kollegen mit aufzunehmen.

Für die Decennalien

Konstantins ist diese Sitte durch

zahlreiche Münzprägungen besonders gut bezeugt'°?. Eine ausgezeichnete Parallele zu den vota-In-

schriften des Konstantinsbogens bietet die Inschrift eines in einem numidischen Municipium errichteten tetrarchischen Ehrenbogens, die sámtliche Kaiserkollegen in die vota aufnimmt und durch diese ausführliche Vollständigkeit den Hinweis gibt, wie die gekürzten Votaformeln des Konstantinsbogens zu verstehen und zu ergänzen sind: Multis

X XX vestris, dddd. nnnn. Diocletiane et

Maximiane aeterni

Augg. et Constanti et Maximiane nobb. Caess. ob felicissimum diem X X vestrotum —9*. Münzprägungen von Ticinum vom Jahre 315 bezeugen ausdrücklich, daß die beiden Augusti (Augg. nn.) in die vota decennalia des Konstantin aufgenommen sind!9?, Auf den Revers stützen zwei Victorien ein Schild, mit der Inschrift vot. X; das Schild ist auf einen Altar gestellt, mit der Inschrift vot.

X

X. Auf

der Vorderseite die Panzerbüste Konstantins mit der Beischrift Victoriae laetae Augg. NN.

16% Maurice I 412f. II 105: Decennalmünzen Konstantins mit der Inschrift victoribus Augg. nn. votis X et X X (und Varianten dieser Legende) oder victoria Augg. nn. bei vot. X auf dem numorum veterum VIII (1792—98) 483 verwiesen.

Schild der Victoria. -- Allgemein sei auf J. Eckhel,

164. CIL VIII 4764. - ILS II S. 1. 165 RIC VII 362 Nr. 25.

42

Doctrina

Um jeder weiteren Diskussion über die Identität des Licinius-Bildes vorzubeugen, sei zum Abschluß

noch einmal wiederholt, daß die durch die Erneuerung der Regierungsperioden veranlaßten vota natürlich nur auf regierende Herrscher bezogen sein können,

daß also in den Medaillonpaaren jeder

andere Kaiser als Konstantin und Licinius von vornherein ausgeschlossen ist!°®. Die beiden Medaillons der Schmalseiten sind spätantik und gehören mit dem übrigen konstantinischen

Reliefschmuck des Bogens zusammen (312—315). Sie zeigen die Bilder des aufgehenden Sol und der

untergehenden Luna. Dadurch erhält der ganze Zyklus und die beiden im Zyklus alternierenden Herrscherbilder einen kosmischen Charakter; darauf kommen wir spáter zurück. Die vier Medaillons jeder der beiden Frontseiten sind alle hadrianisch; gleichzeitig mit der Errichtung des Bogens ist an

ihnen nur die Umarbeitung der Kaiserköpfe, der Umriß eines Nimbus im Reliefgrund hinter dem Kaiserkopf und der für die neue Verwendung zugerichtete Rahmen.

Für die Medaillons, soweit sie

hadrianische Schópfungen sind, muß auf die Literatur verwiesen werden. Für uns kommen nur die spätantik (312-315) umgearbeiteten Kaiserkópfe in Betracht; dabei auch die neue, spätantike Anordnung der Medaillons, in der die ursprüngliche Bedeutung der Reliefs geándert und im Sinne der aktuellen historischen Situation neu interpretiert wird. In sämtlichen fünf Medaillons, wo der Kaiserkopf erhalten ist, wurde dieser spätantik umgearbeitet (312—315); das Gleiche ist auch für die drei Medaillons vorauszusetzen, in denen der Kaiserkopf heute nicht erhalten ist. Überall wurde der ursprüngliche Kopf überarbeitet, nirgends durch einen neuen Kopf ersetzt.

Die spätantike Überarbeitung der Kaiserkópfe ist durchgreifend gewesen. Fast kein Punkt der sichtbaren Teile von Gesicht und Haar scheint vom spätantiken Meißel unberührt geblieben. Wie tief die Überarbeitung gegangen ist, läßt sich z. B. an dem Porträt Taf. 29a.b feststellen, wo der über den Kopf gezogene, von der ursprünglichen Fassung stehen gelassene Mantel sich im leeren Raum hoch über dem abgearbeiteten Scheitel wólbt; ursprünglich lag er natürlich in der Hóhe der Haarkalotte. Auch stilistisch läßt sich die spätantike Arbeit sozusagen Punkt für Punkt über der ganzen Oberfläche abtasten. Dieses ist für die Haarformen nicht nur an den Licinius-Köpfen (Taf. 28.29), sondern auch

an den Konstantinsköpfen (Taf. 32ff.) evident: an den letzteren zeichnen scharfe Konturen die Umrisse wogender Locken in die gerundete Kugelkalotte des Gesamthaares ein; die große Kurve spätantiker Linienführung läßt an den Konstantinsköpfen schon die reifkonstantinische Entwicklung ahnen!97. Die Augen sind ähnlich durchgreifend umgestaltet. Das obere Lid wölbt sich im strengen spátantiken Bogen, das untere hat die linear akzentuierte untere Abgrenzung; die Pupille erweitert sich zur Hufeisenform, die sich fast an die Irisumrandung herandrängt und in einem mit diesem konzentrischen Liniensystem liegt. Aber auch die ganze Gesichtsoberflàche hat sich von der Formbestimmung der ursprünglichen Köpfe befreit. Stirn, Schläfen, Wangen breiten sich in einheitlichen Flächen aus, welche die ursprüngliche Reliefbewegung fast an jedem Punkt durchbrechen würde. Die radikale Umgestaltung

dieser Porträts

ist für die Kunstgeschichte

der Spätantike

ohne jede

Einschränkung als bedeutende Originalschöpfung der Epoche zu werten. Daß die Raspelspuren in

166 Wenn Calza 155f. RendPontAcc 32, 1959/60, 133 ff. den Kaiser mit Constantius Chlorus identifizieren will, geht sie auf diese Argumente überhaupt nicht ein. Dasselbe gilt für J. Ruysschaert, RendPontAcc 35, 1962/63, 79ff. - StRom 11, 1963, 1ff.

R. Calzas Behandlung der Iconographie des Licinius auf den Münzen scheint dem Verf. etwas oberflächlich. Von der frappanten Ahnlichkeit zwischen dem Licinius des Konstantinsbogens und dem Licinius-Bildnis auf den Münzen der östlichen Münzstätten, wo Licinius selbst Münzherr war, kann ein Vergleich z. B. von L'Orange, Studien Abb. 130. 136c überzeugen. Der Vergleich des relativ kleinzügigen Gesichts des Licinius auf dem Konstantinsbogen, mit dem markanten Profil des Constantius auf den Münzen, den R. Calza, RendPontAcc 32, 1959/60, 151 Abb. 10. 11 anstellt, ist offenbar verfehlt. Ruysschaert a. O. läßt sich auf eine ikonographische Untersuchung des Licinius-Portráts überhaupt nicht ein und scheint Calza kritiklos zu folgen.

1€? Vgl. etwa L'Orange, Studien Abb. 163. 165. 166.

43

beiden Fassungen

stehen: geblieben sind, ist kein Beweis für die Beibehaltung der ursprünglichen

"Oberfläche. Glättung war eben bei der hohen Aufstellung nicht notwendig. Die Köpfe sind sämtlich wie die mit ihnen zusammengehórigen, überarbeiteten Konstantinsköpfe der Durchgangsreliefs des Bogens (Taf. 34.36) als die Leistung eines Meisters zu betrachten, die durch künstlerische Qualität, Sorgfalt und Prázision der Ausführung den ganzen übrigen spátantiken Bildschmuck des Bogens bei

weitem übertrifft. Wahrscheinlich wurden auch die eingesetzten Kaiserkópfe im historischen Fries des Bogens von demselben Künstler gearbeitet, der seinen ganzen Auftrag vor Versetzung der Werkstücke ausführen konnte. Seine Arbeit verhält sich zu den anderen gleichzeitigen Reliefs des Bogens wie die

von

besonderer

Hand

gearbeiteten

Porträtköpfe

der

römischen

Sarkophage

zu

deren

übrigem

Reliefschmuck.

DIE ERHALTENEN

KAISERKÖPFE

DES MEDAILLONZYKLUS

Wir verweisen hier auf eine Skizze der Süd- und Nordseite des Konstantinsbogens (Abb. 1 S. 41) wo die Medaillons und Vota-Inschriften besonders hervorgehoben und die alternierenden Kaisernamen mit den zugehörigen Medaillons verbunden sind. An der Nordseite des. Bogens sind, wie wir sehen, Reste der überarbeiteten Kaiserköpfe in sämtlichen vier Medaillons erhalten, an der Südseite dagegen nur in einem einzigen Medaillon. Hier folgt die Beschreibung jedes einzelnen Kaiserkopfes:

Südseite, Medaillonpaar über dem östlichen Seitendurchgang, rechtes Medaillon!99 (Taf. 36a): Der Kaiser bringt velato capite der Diana, der als Jagdtrophäe der Kopf eines Ebers geweiht ist, ein Opfer dar. Der zu einem Konstantin-Porträt umgearbeitete

Kaiserkopf ist sehr beschädigt; nur von der

rechten Gesichtshälfte sind größere Teile erhalten. Kein Nimbus. Nordseite, Medaillonpaar über dem östlichen Seitendurchgang, linkes Medaillon"? (Taf. 32 a.b): Der Kaiser auf der Eberjagd reitet im Galopp neben dem Eber her, gegen den er von oben seinen Speer schleudert. Der spätantik umgearbeitete Kaiserkopf ist das besterhaltene Konstantinporträt des Bogens. Der Kopf war einmal, wie die beiden folgenden Medaillonporträts der Nordseite, vom Körper getrennt; während aber diese abgeschnitten sind, konnte jener aus dem Reliefgrund frei herausragende

Kopf abgebrochen werden. Ursprünglich war der Kopf mit. dem Grund durch einen Puntello verbunden, von dem jetzt noch ein Rest auf dem Reliefgrund sowie eine korrespondierende Bruchfläche am Hinterkopf zeugen. Der Kopf ist also ursprünglich zugehörig und hat nicht etwa einen während der Spätantike abgebrochenen älteren Kopf ersetzt. Die Tatsache, daß er und die beiden

anderen oben erwähnten Medaillonkópfe dem Körper mit Bruch oder Schnitt aufsitzen, erklärt sich durch die Restaurierung im Jahre 1498'7°. Gleichzeitig mit der spätantiken Redaktion des Kaiserkopfes ist der Nimbus auf dem Grund. Nordseite, Medaillonpaar über dem östlichen Seitendurchgang, rechtes Medaillon'’' (Taf. 28 a.b): Der Kaiser bringt Apollon ein Opfer dar. Der zu einem Licinius-Portrát umgearbeitete Kaiserkopf ist gut erhalten. Der Kopf ist durch Schnitt vom Grund und vom Kórper getrennt, gehórt aber zur Figur, wie

sowohl aus dem sehr unebenen Schnittrand als auch aus den auf dem Reliefgrund stehengebliebenen. Kopfresten zu ersehen ist. Dieser Tatbestand erklärt sich durch die Restaurierung im Jahre 1498. Gleichzeitig mit der spátantiken Redaktion des Kaiserkopfes ist der Nimbus auf dem Grund.

168 ['Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen Taf. 40b; 44c.d. 16? Ebenda Taf. 41a; 43.

170 Ebenda 2. 171 Ebenda Taf. 41 b; 45a.b

44

‚Nordseite, Medaillonpaar über dem westlichen Seitendurchgang, linkes Medaillon!?? (Taf. 33 a.b): Der Kaiser auf der Löwenjagd hinter dem erlegten Löwen stehend. Der zu einem Konstantinporträt

umgearbeitete Kaiserkopf ist stark beschädigt, Der Kopf sitzt mit Schnitt auf dem Körper, gehört aber dazu, wie aus dein ursprünglich den Kopf mit dem Reliefgrund verbindenden Puntello, von dem Reste

auf dem Reliefgrund und eine korrespondierende Brüchfläche am. Hinterkopf zeugen, mit Sicherheit hervorgeht. Dieser Tatbestand erklärt sich durch die Restaurierung im Jahre 1498. Gleichzeitig mit der

spátantiken Nordseite, Der Kaiser Opfer dar.

Redaktion des Kaiserkopfes ist der Nimbus auf dem Grund. Medaillonpaar über dem westlichen Seitendurchgang, rechtes Medaillon!7? (Taf. 29a.b): bringt velato capite dem Hercules, dem als Jagdtrophäe ein Löwenfell geweiht ist, ein Der zu einem Liciniusporträt umgearbeitete Kaiserkopf ist das am besten erhaltene POrträt

des Konstantinsbogens.

Gleichzeitig mit der spátantiken Redaktion des Kaiserkopfes ist der Nimbus

auf dem Grund. Der etwas unterschiedliche Eindruck,

den die beiden Licinius-Köpfe machen, wird wesentlich durch

ihre sehr verschiedene Haltung, zudem durch die Beschädigung der Stirn und des Stirnhaars am Kopf

(Taf. 28) hervorgerufen. Sonst stimmen die beiden in individuellen Einzelheiten überein"^: vgl., wie am Untergesicht die Formen vollkommen identisch wiederkehren, das kleine, fleischige, 14} vorspringende, tief gespaltene und nach unten allmählich in das Doppelkinn übergleitende Kinn, der Mund mit den scharfen, abwärts gezogenen Furchen, endlich die von den Nasenflügeln herablaufenden, die ganze Mundpartie einrahmenden Einsenkungen, vgl. ferner die Form der Stirn, die durch zwei zwischen den Brauen aufsteigend® vertikale und drei horizontale Furchen gegliedert ist (am Kopf Taf. 28 ist die oberste horizontale Furche mit dem Bruch an der Stirn z. T. verschwunden). Dazu sind des Gesichtes, die dicken Wangen, die kleine, leicht gebogene Nase, die noch die ganze Fleischigkeit. Einrahmung des Gesichts durch das eckig geschnittene Haar, der ganz kurze Bart in beiden Porträts gleich. Zieht man jetzt, Espérandieu!? folgend, die Münzbildnisse des Licinius zum Vergleich heran

(Taf. 68), so liefern diese die klare Bestätigung, daß es sich in dem besprochenen Typus um Bildnisse von Konstantins Mitkaiser, dem mächtigen Herrn des römischen Ostreichs, handelt; der Vergleich des Kopfes Taf. 29a mit dem Münzbildnis (Studien Abb. 136c) ist ohne weiteres überzeugend. Nur auf

die schlagende Ahnlichkeit des Untergesichts, das durch das kleine, energisch vorspringende, nach hinten fett und fleischig werdende Kinn seinen individuellen Charakter erhält, soll besonders aufmerksam gemacht werden. Die Medaillonkópfe zeigen das Gesicht eines gealterten Mannes mit durchfurchter Stirn, erschlaffter Haut,

wie es besonders in den schweren Hautfalten um Mund

und

Augen hervortritt; damit stimmt das Alter des Licinius überein, der zu dieser Zeit ein Sechziger gewesen sein muß'’°, Gegenüber dem noch jugendlichen Kopf des Konstantin, dessen Typus der neuen

Zeit angehört,

steht

das

Greisengesicht

des

Licinius!’”’,

das

auch

nach

Form

und

Bau,

Haarschnitt und Bart in der alten Welt zu Hause ist???

172 Ebenda Taf. 42a; 44a.b.

73 Ebenda Taf. 42b; 45c.d. 75 ['Orange, Studien 49 f.

175 E, Espérandieu, RA 4, Ser. 16, 1910, 2, 170f. 16 RE XIII 1 (1926) 222 s. v. Licinius (Seeck). 17 So spricht sich schon E. Petersen aus, RM 4, 1889, 320. Die beiden von Delbrueck, Porphyrwerke 123 als mögliche Liciniusbildnisse in Anspruch genommenen Porträts in Kairo und Museo Torlonia in Rom haben wichtige Züge mit dem Licinius des Konstantinsbogens gemein; jedoch ist die Ähnlichkeit

nicht so groß, daß die Identität des Dargestellten gesichert ist. Die Kairener Porphyrbüste stellt vielmehr Galerius dar, wie er uns jetzt durch den kürzlich entdeckten Medaillonkopf von seinem Palast in Thessaloniki bekannt ist.

45

DIE IDEE DES KOSMISCHEN HERRSCHERTUMS IM MEDAILLONZYKLUS DES KONSTANTINSBOGENS

Für den Ideengehalt des spätantiken Herrscherbildes, derim Medaillonzyklus des Konstantinsbogens zu Worte

kommt,

ist, wie

schon

oben

bemerkt,

die kosmische

Einrahmung

des Medaillonzyklus

wichtig. Der neue Sinn, der dem ganzen Zyklus durch die Eingliederung der Sol-Luna-Bilder verliehen

wird, ist klar. Die Herrschaft des Konstantin und Licinius wird als Grundlage des Weltgeschehensin denselben Rahmen kosmischer Mächte — Sol und Luna - hineingestellt wie etwa auf Prometheusund Phaethonsarkophagen des ausgehenden 3. Jahrhunderts die Grundlagen des Menschseins, der Fall

in die ὕλη, die Vereinigung und Trennung von Anima und Amor!??. Und wie die auf den Sarkophagen dargestellten menschlichen Grundzüge nicht nur im Rahmen dieser kosmischen. Mächte stehen, sondern nach dem astrologischen Weltbild der Zeit durch sie bedingt und bestimmt sind, so ist die Weltherrschaft der zwei Kaiser des Medaillonzyklus in der Kosmokratie von Sol und Luna begründet; sie ergibt sich als notwendig, als aus der Gesetzmäßigkeit des Weltgeschehens folgend. Dieselbe theokratische Kaiseridee, die in der eigentümlichen Solar-Theologie der Zeit ihre Wurzeln hat!??, begegnet uns auf gleichzeitigen Münzen: Hier wird Konstantin dargestellt, wie er von Sol Invictus die Insignien der Weltherrschaft empfángt!?! oder wie er als kosmischer Herrscher, mit der Umschrift rector totius orbis, den Zodiakus hàlt!8?. Die Einordnung der kaiserlichen Herrschaft in das astrologische Weltbild kommt auch auf Prágungen mit der Beischrift beata tranquillitas (oder Varianten) zum Ausdruck!9?. Auf einem Altar mit der Vota-Aufschrift für den Kaiser ruht der astrologisch viergeteilte Globus,

darüber schweben

drei Sterne; auf dem Avers steht gelegentlich

Konstantin mit dem Globus, die Rechte im magischen Gestus der Weltherrschaft!?* erhoben.

DAS

IDEAL

DES

KOORDINIERTEN HERRSCHERTUMS KONSTANTINSBOGENS

IM MEDAILLONZYKLUS

DES

Die zyklische Anordnung der Medaillons am Konstantinsbogen löst, wie wir gezeigt haben!9?, die

ursprüngliche hadrianische Anordnung auf. Die neue spátantike Anordnung der Medaillons folgt einem bestimmten, sehr bewußten Plan, der das Herrscherbild der Dyarchie und die Kaiserideologie der Zeit klar beleuchtet. Wir müssen uns deshalb etwas näher mit der konstantinischen Anordnung der

Medaillons beschäftigen. In der ursprünglichen wie in der spátantiken Anordnung folgen einander in vier Medaillonpaaren von links nach rechts je eine Jagd-"°

und je eine Opferszene.

Während

sich aber diese Szenen in der

7? T’Orange -- von Gerkan, Konstantinsbogen 174 ff. 180 Zur solar-theologischen Begründung der Kaiserherrschaft s. F. Cumont, Textes et mon. myst. de Mithra I (1899) Ders., La theologie solaire, Mémoires prés. à l'Acad. des Inscr. et Belles-Lettres 12, 2, 1913, 4521f. — Ders., CRAI 1919, Maurice II 130ff. - Th. Preger, Hermes, 36, 1901, 457 ff. — Cesano, Rassegna Numismatica 18, 1911, 36 ff. — E. Strong, 1916, 34ff. — A. Alföldi, RM 50, 1935, 84f. - L’Orange, SOsl 14, 1935, 102 ff. - Ders., Studies on the Iconography of Kingship (1953) passim. — O. Brendel, Antike 12, 1936, 272 ff. 18! [Orange — von Gerkan, Konstantinsbogen Münztaf. 3, 26.

286f. — 322f. JRS 6, Cosmic

132 Maurice II 130f. 278 IX Taf. 8, 19. — A. Alföldi, JRS 22, 1932, Taf. 3, 5. 183 [Orange -- von Gerkan, Konstantinsbogen Münztaf, 3, 28. - Maurice Il 133; I Taf. 23, 1; II Taf. 2, 13-17; 4, 6—9 (aus den Jahren 320—324). - F. Cumont hat darauf hingewiesen, daß Konstantin noch in der späteren Zeit seiner Regierung dieser Astralweisheit zugeneigt war, F. Cumont in: Daremberg - Saglio V (1963) 1060 s. v. Zodiacus. 184. ['Orange, 508] 14, 1935, passim. — Ders., Studies on the Iconography of Cosmic Kingship (1953).

155 [Orange — von Gerkan, K onstantinsbogen 169 f. 186 Eine von den vier Jagdszenen stellt die Ausfahrt zur Jagd, nicht diese selbst dar.

46

ursprünglichen

Anordnung .als Momente

eines kontinuierlichen

und

von

derselben Hauptperson

getragenen Handlungsverlaufes abspielen, nämlich im ersten Bild als Jagd und im zweiten Bild als Opfer mit Weihung des auf der Jagd erlegten Wildes, haben dieselben Szenen in der neuen Anordnung keinen solchen inneren Zusammenhang. Weder ist die Hauptperson als Träger der Handlung identisch, noch gehören die Szenen einem einheitlichen Handlungsverlauf an. Der Wechsel der Träger

der Handlung in jedem Medaillonpaar ist jedoch nicht planlos, sondern wird durch ein festes Gesetz geregelt. An der Nordfront, wo das Kaiserporträt in allen vier Medaillons erhalten ist, findet sich Konstantin stets in dem linken Relief, der Jagdszene, Licinius stets in dem rechten, der Opferszene.

Bei dem Streben dieser Kunst nach Symmetrie und Regelmäfigkeit kann nicht bezweifelt werden, daß eine entsprechende Anordnung an der Südfront durchgeführt war, wo in drei Medaillons der Kaiserkopf fehlt. Nur im rechten Medaillon des rechten Paares ist hier das Kaiserporträt erhalten: Konstantin in der Opferszene. Also: An der Südfront tritt in jedem Medaillonpaar Konstantin in der Opferszene und Licinius in der Jagdszene auf; an der Nordfront dagegen, in berechneter Umkehrung, Licinius 1n der Opferszene, Konstantin in der Jagdszene. Nur die Mechanik der äußeren Anordnung, die Kombination eines Jagdbildes links mit einem Opferbild rechts, ist von der ursprünglichen Komposition in die spätantike übergegangen. Dieses Schema hat sich aber durch die neue zyklische Anordnung und durch den Wechsel der umgearbeiteten Kaiserkópfe mit einem völlig neuen Sinn gefüllt. An Stelle zweier Momente eines zusammenhängenden Geschehens mit derselben kaiserlichen Hauptfigur sind zwei unabhängige Szenen getreten, je mit einem anderen Kaiser im Mittelpunkt der Handlung. Die Gleichstellung dieser Kaiser ist durch die Gleichfömigkeit ihres Auftretens und den gesetzmáftigen Wechsel ihrer Funktion an jeder der beiden Frontseiten klar zum Ausdruck gebracht. Ihre kollegiale Zusammengehörigkeit äußert sich sowohl in der Nebeneinanderstellung der Bildnisse als auch in der Vota-Inschrift, die als zusammenfassende Überschrift jedes Medaillonpaares, in der Inauguration der neuen Regierungsepoche beide Kaiser gleichmäßig umfaßt. »Was einem von Euch gegeben ist, gehört Euch beiden«. Wir wissen, vor allem durch das Zeremonienbuch des Constantius Porphyrogenitus, dafs das Zusammenstellen der Kaiserbilder sozusagen die rituelle Demonstration der kaiserlichen Concordia war!®”. Gerade für die Zeit des Maxentius-Krieges ist uns diese Form politischer Kundgebung bezeugt,

und zwar in einer historischen Situation, die mit der vom Jahre 315 besonders gut vergleichbar ist. Unmittelbar vor Konstantins Einfall in Italien wird, als Gegengewicht gegen Konstantin-Licinius, zwischen Maximinus Daia und dem von den legitimen Kaisern früher bekämpften Usurpatoren Maxentius ein Bündnis geschlossen, das Lactantius mit folgenden Worten beschreibt: Recipiuntur

legati benigne; fit amicitia, utriusque imagines simul locantur 155, Däs Zusammenstellen der Bildnisse des Konstantin und Licinius in. den Medaillonpaaren des Konstantinbogens ist ganz ähnlich als eine politische Concordia-Erklärung der Kaiser aufzufassen.

Der

gemeinsame

Antritt des Konsulates

am

1. Januar

315, der — wie unter der Tetrarchie --

gemeinsam ausgegebenen Gesetze, die Münzen mit der Beischrift Concordia Augg. nn.!9? aus dem gleichen Jahre, die Aufnahme des Licinius in die vota für die bei den Decennalien inaugurierte neue Regierungsepoche Konstantins sind Symptome und Parallelerscheinungen einer ähnlichen historischen

187 Belege bei H. Kruse, Studien zur offiziellen Geltung des Kaiserbildes (1934) 23 ff.

188 De mortibus persecutorum XLIII 3. Eine Fülle anderer Belege für die politische Bedeutung des Zusammenstellens der Kaiserbilder wahrend der Spátantike und des frühen Mittelalters habe ich Konstantinsbogen 171 Anm. 5 gegeben. 189° A. Alföldi, JRS 22, 1932, 19 Nr. 2, vgl. die vereinigten Kaiserbüsten auf den Vexillen. - Delbrueck, Porphyrwerke Taf. 60a.

47

123

Situation!”®. So ist der Zyklus der hadrianischen Jagdbilder in der spätantiken Verwendung politisch umgedeutet worden: Der Medaillonzyklus ist nach dem Schema dyarchischer Kaiserideologie und Staatsrepräsentation umgewandelt.

APPENDIX

Das Bild Konstantins auf seinem römischen Triumphbogen ist sowohl ikonographisch wie ikonologisch von besonderer Wichtigkeit und wurde deshalb oben eingehend behandelt. Im großen und ganzen ist hier das Bild festgehalten, das der Verfasser, in Zusammenarbeit mit A. von Gerkan, nach

vieljährigen Studien des Bogens 1939 publiziert hat: »Der spätantike Bildschmuck des Konstantinsbogens«. Danach ist eine radikale Neuinterpretation des Bildschmuckes des Bogens, die wir schon oben gestreift haben, vorgeschlagen

worden,

zu der wir hier Stellung nehmen müssen.

In seinem

»Essai d'interprétation synthétique de l'Arc de Constantin« scheint J. Ruysschaert den Konstantinsbogen zu einer Art kryptochristlichem Monument umbilden zu wollen!?!. Dabei ist seine Methode der Schluf ex silentio.

So legt Ruysschaert besonderes Gewicht darauf, daß auf dem Konstantinsbogen die Triumphalprozession und das folgende Opfer auf dem Kapitol nicht dargestellt seien und schließt ex silentio, daß diese traditionellen Darstellungen als heidnisch bewußt unterdrückt sind. Dazu ist zu sagen, erstens, daß die Triumphalprozession auf dem Konstantinsbogen gar nicht fehlt, sondern in ihren entscheidenden Momenten

— Vorführung von Gefangenen und von Trophäen, die von Repräsentanten der geschlage-

nen Völkerschaften umgeben sind, ferner Vorführung von Paradetruppen mit signa und dei militares, nämlich Sol Invictus und Victoria — auf den 24 Postamentreliefs des Bogens besonders detailreich und:

augenfällig dargestellt ist!??; zweitens, daß das Opfer auf dem Kapitol gar nicht zum obligaten Bildrepertoire der Triumphbögen gehört; es genügt hier ein Hinweis auf die vollständige Zusammenstellung des Triumphbogenmaterials von H. Kähler, wo das kapitolinische Opfer nur selten vorkommt???, Es ist unmöglich, ein religiöses Verhalten Konstantins aus dem Verzicht auf diese Szene herauszulesen. Wenn eine bewußte Absage an den traditionellen Jupiterkult hier ex silentio anzunehmen wäre, wie konnte dann der Kaiser, im klar artikulierten Bild des historischen Frieses seines Bogens, gerade an den Fuß der gewaltigen Jupitersäule des Forum Romanum gestellt werden, als er nach seinem ingressus in Rom zum römischen Volke spricht'”*: eine Tatsache, die Ruysschaert zu

Unrecht bagatellisiert'”°. Was den Medaillonzyklus angeht, ist die sinnvolle Nebeneinanderordnung der beiden jubilierenden Kaiser, als Ausdruck ihrer Allianz und Concordia, der Zielpunkt der neuen zyklischen Anordnung. Die beiden Kaiser treten in regelmäßig wechselnden Szenen von Jagd und Opfer auf, die Grundbegriffe der traditionellen römischen Kaiserethik, virtus und pietas verkórpern'?9. Ein persönliches religiöses Verhältnis der Kaiser zu den Göttern, denen sie opfern, lag außer der Intention dieser Bilder. So wird

wohl niemand annehmen, daß ein besonderes Verhältnis zwischen Konstantin und Göttern, denen er

79? Es ist merkwürdig, daß diese historischen Fakta bei der Beurteilung des Bildschmucks des Konstantinsbogens so leicht übersehen werden konnten; zuletzt von Sydow 25: »Der Bogen gerade in der Zeit der härtesten Auseinandersetzung zwischen Konstantin und Licinius errichtet«. 191. J. Ruysschaert, RendPontAcc 35, 1963, 79ff. 1? ['Orange — von Gerkan, Konstantinsbogen 103-136 Taf. 24-32.

19° Ἢ Kähler in: RE VII A 1 (1939) 397£f. s. v. Triumphbogen. 194 [Orange - von Gerkan, Konstantinsbögen 84f. Taf. 5a. - H. P. L'Orange, RM 53, 1938, 1ff. 75 Ruysschaert a. O. 96f. 196 ] ’Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen 172f. - J. Liegle, ZfNum 42, 1935, 59ff. 83 f. 86ff.

48

opfert

- Diana und Silvanus — bestehe. Aber dann muß

man wohl analog schließen, dafß das Opfer

des anderen Kaisers an Apollon und Hercules auch nicht von tieferer Bedeutung sei. Das einzige, was diese Opferbilder besagen,

ist ganz allgemein

ein Festhalten an der heidnischen Opfertradition,

die

traditionelle Darstellung der kaiserlichen pietas. Der Hauptakzent der konstantinischen Neuredaktion des hadrianischen Bildzyklus liegt — wir wiederholen es — auf der Zusammenstellung der kaiserlichen Paare unter gemeinsamen vota -Inschriften und auf der dazu erforderlichen Umarbeitung der Kaiser-

kópfe, nicht auf Bindungen der Kaiser an bestimmte vorchristliche Gottheiten oder Religionen. Ganz anders verhält es sich mit der Gottheit, die in den spätantiken Teilen des Bildschmuckes des Bogens herrscht,

d. h. in den Reliefs, die unter Konstantin selbst gearbeitet wurden: im historischen

Frieszyklus, in den Postamentreliefs, in den spátantiken Medaillons des Medaillonzyklus und in den Büsten des östlichen Seitendurchgangs des Bogens. Hier tritt ständig, mit der Insistenz und dem

Nachdruck der Wiederholung, Sol Invictus als der Comes Augusti hervor, in denselben Typen, in denen er auf gleichzeitigen Münzen des Kaisers erscheint!??. Nach dem Zeugnis der konstantinischen Teile des Bildschmuckes am Konstantinsbogen ist der Kaiser unter dem Zeichen des Sol Invictus gegen Rom marschiert und hat den Sieg über Maxentius erfochten. Daß Sol Invictus im Bildschmuck des Konstantinsbogens diese Rolle spielt, 1st ein Factum, das nicht bezweifelt werden kann und von der Forschung hätte berücksichtigt werden sollen. Welches Gewicht auf dieses Zeugnis zu legen, und wie

es in der ganzen

Geschichte

der “Conversion

of Constantine! zu bewerten ist — ob etwa der

konstantinische Reliefschmuck nur als Ausdruck Kaisers

zu

gelten

habe

-, bleibt

eine

andere

des Senates,

Sache;

aber

das

nicht als persónliches Factum, dafí

Zeugnis

Konstantin

in

des den

spätantiken Reliefs seines römischen Bogens unter dem Zeichen des Sol Invictus steht, darf nicht verschwiegen bleiben. So muß der Verfasser dem Schluß Ruysschaerts entschieden widersprechen, daß der Konstantinsbogen heidnisch ist durch das, was die Bilder ausdrücken,

christlich aber durch das, was sie verschweigen:

also daß dem Ausdruck ex silentio dieselbe Bedeutung beizumessen wäre wie dem Ausdruck der klar ausgesprochenen Rede: »Paien par ce qu'il exprime, l'arc de Constantin est chrétien par ce qu'il

tait«??, Eine derartige Interpretation scheint mir ein Prinzip einzuführen, das mit der methodischen Erforschung antiker Bildwerke schwer vereinbar ist.

EINZELBILDER

DER

VALERIUS

DYARCHISCHEN

LICINIANUS

KAISER

LICINIUS

Das Bildnis des Licinius auf den Münzen

Das Bildnis des Licinius auf den Münzen ist einheitlicher als das der meisten der bisher betrachteten Kaiser. Es zeigt eine letzte Kristallisation des tetrarchischen Herrscherportráts, das sich wahrend der 290er Jahre durchsetzte: das kubische- Kraftbild eines unerschütterlichen Blockes, dem sich die Gesichtszüge, die gerade vertikale Stirn, die kleine, gerade Nase, das kleine, aber energische Kinn und

das Doppelkinn vollkommen unterwerfen. Die Fülle des Gesichts wird besondersin den schweren Kiefern und dem Doppelkinn hervorgehoben. Der geradlinige Haarschnitt und der kurze Bart sind traditionelle Züge der Tetrarchie, wie überhaupt der Typus direkt aus dem späten Diokletianbild und

197 [Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen 57f. 174 ff. 198 Ruysschaert a. O. 99.

49

dem Porträt des Galerius hervorwächst. Das Licinius-Bild hält diesen Typus fest, und nur auf westlichen Prägungen — wo es sich um Substitutionen anderer Kaiserbildnisse oder um Einfluß von solchen handelt — zeigt sein Gesichtstypus größere Variationen. Die Halsbüste mit gewaltigem Hals ist die traditionell tetrarchische. | Dieses Bild des Licinius ist auf Goldmünzen der östlichen Münzstätten, wo Licinius selbst Münzherr

war, klar ausgeprägt. Wir bilden als Beispiele Münzen von Thessaloniki (Taf. 68c), von Nicomedia (Taf. 68 d.f) und Serdica (Taf. 68e) ab. Goldprägungen in en face kommen wie für Maxentius auch. für Licinius vor. Wir bilden als Beispiel eine Münze von Nicomedia ab (Taf. 68 g). In den beiden sehr verschiedenen Kaisertypen des Konstantinsbogens verkórpern sich zwei historische Epochen: die alte der Tetrarchie im Typus des Licinius, dem wir jetzt auch: in seinem Münzbild begegnet

sind;

daneben

die

neue

Zeit,

die vom

Porträt

des

Konstantin

dominiert

ist.

Dieser

ausdrucksvolle Gegensatz liegt sozusagen an den Wurzeln des Herrscherbildes der Dyarchie und gibt ihm ein eigentümliches Doppelgesicht!??. Eine Reihe östlicher Münzbildnisse des Licinius trägt die. Umschrift: Constantinus. Umgekehrt werden von der Münzstätte Roms Bildnisse des Constantinus geprägt mit der Beischrift: Licinius. Es

handelt sich um Substitutionen des Bildnisses des im betreffenden Reichsteil regierenden und die Münzstätten dirigierenden Kaisers?99,

Das Bildnis des Licinius in skulpturalen Porträts Das skulpturale Porträt des Licinius ist uns in den beiden oben beschriebenen und Taf. 28.29 abgebildeten Köpfen in zwei Medaillons des Konstantinsbogens erhalten.

Diesen Köpfen — besonders dem Kopf Taf. 28 — verwandt ist ein im Museo Chiaramonti im Vatikan befindlicher Kopf, in dem ich einen wahrscheinlichen Licinius sehe?°'. Stilistisch gehört der Kopf in die Zeit der Dyarchie oder der zweiten Tetrarchie???. Der visionäre Blick mit aufgesperrten Augen deutet auf einen Kaiser. Eine besonders nahe physiognomische Verwandtschaft besteht zwischen diesem und einem Kopf in Ostia??, der aus derselben Zeit stammt und dieselbe Person darstellen kónnte. Als mógliche Licinius-Bildnisse kommen also in Betracht: Ostia, Museum, Inv. 1844. Porträtkopf. In Ostia gefunden. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 31). Rom,

Vatikan,

Museo

Chiaramonti,

Inv. 511 B.

Porträtkopf.

In Ostia

gefunden.

Marmor.

Etwa

lebensgroß (Taf. 30).

C. FLAVIUS

VALERIUS

CONSTANTINUS

Das Bildnis des Konstantin auf den Münzen Schon auf frühen Prägungen der kaiserlichen Residenzstadt Trier, wo Konstantin selbst Münzherr ist,

finden wir die charakteristischen Züge des Kaisers in voller Entwicklung: die schön gerundete (nicht tetrarchisch-kubische) Kopfform, die große Adlernase, die bogenförmige (nicht tetrarchisch recht199 [Orange, Studien 48 ff.

200 Maurice I 1-18. 201 [ "Orange, Studien 32f. 48f. Abb. 74. 75. — Calza 156f.

202 ]’Orange, Studien 48 f.

7? Calza 94ff Nr. 4 Taf. 7. 8.

50

winklig-gebrochene) "Archivoltenfrisur". So z. B. auf einem Argenteus von 306/7 (Taf. 67a) und auf

Solidi von 310/311 (Taf. 67b).



In Rom dagegen, wo zu dieser Zeit Maxentius Münzherr ist, wird auf den Konstantin-Münzen ein "Porträt

vom

traditionellen tetrarchischen Typus,

und

zwar

das des Maxentius

für das Bildnis

des

Konstantin substituiert, und wir finden an seiner Stelle wechselnde Bildnisse des Galerius, Licinius und Maximinus Daia in Antiochia, Thessalonica, Siscia, Heraclea, Nicomedia. In Einzelzügen wird jedoch mitunter ein Niederschlag vom Konstantinsbild dazugekommen sein, wie vor allem in dem für

Konstantin so ungemein

charakteristischen Haarbogen über: Stirn und Schläfen, z.B. in dem für

Konstantin substituierten Maximinus Daia-Bildnis auf Prägungen aus Antiochia. Nach dern Sieg des Konstantin über Maxentius am 28. Oktober 312 wird das echte Bild des Kaisers, wie schon

früher in Trier, jetzt auch

im Reichsteil

des

gefallenen Maxentius

geprägt.

Als Beispiel

können Solidi aus Ostia gewählt werden; wo Konstantin jetzt Münzherr ist. Im Reichsteil des Licinius dagegen wird das Bildnis des Constantinus immer noch im alten tetrarchischen Typus festgehalten, obwohl auch der Niederschlag des echten Bildes, zumal in der Frisurenform, ständig deutlicher wird

(Taf. 67 d). Während der folgenden Jahre der Dyarchie (313-324) wird das echte Bild des Constantinus in den westlichen

Münzstätten

immer

klarer

und

kräftiger herausgearbeitet.

Das

Profil mit

der starken

Adlernase und dem kräftig herausragenden Kinn, die Archivoltenfrisur, die jetzt auch in En-face-Bildern klar gezeichnet wird, sind energisch hervorgehoben. Gute Beispiele geben Solidi aus Arles (Taf. 67c), aus Trier, aus Ticinum und aus Aquileia. Die östlichen Münzbildnisse des Constantinus unterscheiden sich auch während der Dyarchie immer

noch bestimmt von den westlichen. Die Unterlage des traditionellen tetrarchischen Kopfes — des Galerius, des Maximinus Daia und des Licinius — ist mehr oder weniger deutlich vorhanden; obwohl

eigentümlich

konstantinische

Züge — wie

die 'Archivoltenfrisur — immer

mehr

aus dem

alten

Schema herausbrechen. Als Beispiel bilden wir einen Solidus aus Thessalonica ab (Taf. 67e).

Mit der Auflósung der Dyarchie, dem Fall des Licinius und der Errichtung der konstantinischen Universalmonarchie im Jahre 324, einem Schicksalsjahr der ganzen alten Welt, geschehen revolutionäre Änderungen, wie in der Struktur des Staates und im allgemeinen öffentlichen und bürgerlichen

Leben so auch in der Gestaltung des Herrscherideals und des Kaiserbildes?"^ , die auch in der Münzprägung den Ausschlag geben. Die erste und selbstverständliche Auswirkung im Kaiserbilde ist, daf das echte Konstantinbild sich auch in östlichen Münzstätten durchsetzt, und zwar in der Form, die

während der Dyarchie gangbar war. Den repräsentativen charaktervollen Konstantintypus, der z. B. in Arles .geprágt wurde, finden wir unmittelbar nach dem Fall des Licinius in Nicomedia vor (Taf. 67f). Mit der Universalmonarchie setzt sich der Konstantintypus allmählich überall durch, ohne Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Münzstätten. Nach 324 macht aber das Konstantinbild,

das wir als das echte, im Gegensatz zu den substituierten

Bildnissen, bezeichneten und von 306 bis 324 in seiner Entwicklung studiert haben, eine für das spätantike Herrscherbild grundlegende Wandlung durch. Wir haben mit einer Wandlung im doppelten Sinne zu tun: Im Stil und physiognomischen Typus steht uns ein neues Herrscherideal vor Augen. Stellt man den oben behandelten leitenden Konstantintypus der Dyarchie neben das Konstantinbild seiner letzten Lebensjahre (Taf. 67h), so fällt erstens die Änderung im physiognomischen Typus ins

Auge. Die knochige Schärfe und die tiefen Einschnitte des Profils sind jetzt in fließenden Wellen ausgeglichen und beruhigt, man vergleiche vor allem die Kontur der Adlernase. Eine Art verfeinernden und veredelnden Ausgleichs der Züge hat stattgefunden. Der Ausdruck ist irgendwie sublimiert und vergeistigt. Die Augen scheinen immer größer zu werden, unter einer klaren, vollkommen ruhigen, 204 ['Orange, Art Forms passim.

51

von keiner Furche bewegten Stirn. Der Kopf will dadurch die erhabene tranquillitas spiegeln, die nach unseren Quellen für Konstantin besonders charakteristisch war. Man muß die gefurchte, gleichsam aufgewühlte bezeichnend

Stirn des tetrarchischen Herrscherbildes als Gegensatz danebenhalten. Für ist die Verhärtung der Linie, z. B. der des Profils und der Lockenformen,

den Stil und die

entsprechende Reduktion des Plastischen. | Zur Änderung des kaiserlichen Gesichtes in der Spätzeit Konstantins gehört auch eine Änderung der Haarform. Der Haarbogen, der für Konstantin so charakteristisch ist und von ihm als offizielle staatsmännische Modeform eingeführt wurde, wird vom Kaiser immer festgehalten. Dabei wächst mit den Jahren die Fülle der ganzen Haarmasse, und die Einzellocken werden allmählich in größeren Wellen einer mehr raffinierten Frisur angelegt, mit aufgebogenen Lockenspitzen in einem künstlich gekräuselten Haarrand längs Stirn und Schläfen. Besonders gilt das von den Nackenhaaren, die sich während der letzten Jahre Konstantins, 335-337, zu einer förmlichen Mähne, die den Hals umflattert,

auswachsen (Taf. 68b). Die relativ kurzgeschnittene Archivoltenfrisur des jugendlichen Konstantin besteht noch bis zum Anfang der 330er Jahre; aber daneben drängt sich die neue Form schon kurz nach

324 vor. Die Söhne Konstantins folgen dem Vorbild des Vaters. Als Beispiele dieses späten Konstantintypus, gekennzeichnet durch die große Nackenmähne, bilden wir Solidi aus Constantinopolis ab (Taf. 68a.b; 67h). Es mag hier bemerkt werden, daf$ der künstlich gekräuselte Haarrand an Konstantinbildnissen schon. während der Dyarchie vorkommt und wahrscheinlich vom Kaiser bei besonderen Gelegenheiten zur Schau getragen wurde. Wir wissen, daß Konstantin von schöner eindrucksvoller Gestalt war. Er wird sich der starken Wirkung seiner äußeren Erscheinung bewußt gewesen sein und durch sein Benehmen wie durch die Pracht von Kleid und Schmuck diesen Eindruck gesteigert haben. Besonders hat er die große Fülle des Haares — wie so viele Kaiser vor ihm — durch die kunstvolle Frisur zum höheren Ausdruck gebracht. Wenn Julianus Apostata seinen großen Ahnen verhöhnt, so ist, wie wir gesehen

haben, gerade diese künstliche Behandlung des Haares ein Zielpunkt des Spottes?9?: Konstantin führt, sagt Silenus, der Richter der Caesaren, »das Leben eines Kochs (Konditors) und Friseurs — ὀψοποιοῦ xai xouuwrgiag βίον. Seine Locken und seine ganze Gestalt ἡ re κόμῃ τὸ τε εἶδος — sind davon die Zeugen«. Julian würde Konstantin kaum mit solchen witzigen Äußerungen verlachen, wenn er nicht auf eine gewisse Resonanz in breiten Schichten der Opposition und Kritik hätte rechnen können.

Man kann sagen, daß eine neue Mentalität das späte Bild Konstantins durchatmet. Die radikale Änderung des Jugendbildes auf den Münzen muß auf dem Hintergrund einer Wandlung der ganzen Persönlichkeit gesehen sein. Die Welt, in der Konstantin aufgewachsen war und die in seinem Jugendbild

zu uns spricht, ist die des praktischen Lebens,

des Staates und des Palastes. Sein Vater,

ursprünglich einfacher illyrischer Soldat, hat sich um eine höhere Bildung des Sohnes nicht gekümmert, sondern um seine militärische und staatsmännische Erziehung. Konstantin wurde ein Herrscher litteris minus instructus?”®. Diese Tatsache muß ihm bewußt gewesen sein, da er darauf reagiert, indem

er sich um die geistige Bildung seiner Sóhne ernstlich bemüht. So sind bedeutende Persónlichkeiten der klassischen Kulturtradition wie der Rhetoriker und Apologet Lactantius, der Philosoph und Poet Optatianus Porphyrius und die Philosophen Libanius und Arborius als praeceptores seiner Sóhne ausgewahlt??7. Eine neue Stimmung des Hofes, wie sie sich in der nächsten Generation, im Kreise des Philosophenkaisers Julianus, auswirken sollte, bereitet sich schon vor.

205 De Caesaribus 335. 206 Origo

Constantini

Aug.

2, Mon.

Germ.

Hist., auct. ant. IX p. 7. - A. Alföldi, JRS 22, 1932, 20.

207 Zur Bildungsfreundlichkeit Konstantins, zu seinem Verständnis und Interesse für die Werte der großen römischen Tradition und zu seiner Förderung der Literatur und bildenden Kunst: J. Straub, Vom Herrscherideal in der Spätantike (1939) 143. - von Sydow 50ff. (mit Angabe älterer Literatur).

52

Besonders ausdrucksvoll für diese geistige Änderung des späteren Konstantinbildes ist der Typus des

himmelwärts

schauenden

Kaisers: Seine Augen sind nicht mehr auf die Dinge der irdischen Welt

gerichtet, sondern starren hinauf zu den Göttern - »his whole being — flooded with religious 'enthusiasm« (Alfóldi)^^e. Es handelt sich um einen im ganzen Reich geprägten Konstantinty pus, der auf den Münzen im Jahre 324 zum ersten Mal erscheint und später während der Regierung Konstantins und seiner Sóhne stándig wiederholt wird. Die Augen des Kaisers sind aufgesperrt und zum Himmel erhoben in der großen Schau, die den göttlich inspirierteri Herrscher verklárt?9?, Die Richtung auf den Himmel ist in der Haltung des zurückgeworfenen Kopfes besonders ausdrucksvoll veranschaulicht.

Als Beispiele bilden wir einen Solidus aus Constantinopolis ab (Taf. 678g). Konstantin wurde nach Eusebius mit himmelwärts schauenden Augen sowohl auf Münzen wie in der monumentalen Kunst dargestellt?!°. Daraus konnte jedermann sehen, wie stark sein göttlicher Glaube

war: 007] δ᾽ αὐτοῦ τῇ ψυχῇ πίστεως ἐνϑέου ὑπεστήρικτο δύναμισ, uadoı . Für Eusebius ist dieser Himmel-schauende Kaiser der Constantinus orans: ἀνατειταμένως πρὸς ϑεὸν τρόπον εὐχομένου. Es gibt aber keine Münze, wo der Kaiser in diesem Typus, im Gebetsgestus mit erhobenen Händen, dargestellt ist. Analog wird man schließen, daß der Himmel-schauende Konstantin in der monumentalen Kunst nicht im Gebetsgestus erschienen ist, sondern wie auf den Münzen in

dem traditionell tief verwurzelten inspirierten Herrschertypus, der auf den lysippischen Alexander zurückgeht?!?. Das ändert aber nichts daran, daß der Typus für die Christen - vielleicht gerade durch die Autorität des Eusebius — ein Ausdruck für das inspirierte Verhältnis zwischen Konstantin und seinem Gott und somit eine Darstellung des Christkaisers wurde?'?. Besonders darf hier auf ein Reliefbild des Konstantinsbogens verwiesen werden: den Fries mit der Darstellung des Ingressus Konstantins in Rom nach seinem Sieg über Maxenuus (Taf. 37b). Unmittelbar

über

Pferde-Quadriga Bogens

immer

diesem

Fries

gezogenen wieder

im

ıst im

Medaillonbild

Sonnenwagen Gestus

des

die

Auffahrt des Sol in. seinem von einer Da Konstantin in dem Bildschmuck des 214 hervortritt?!^, darf man daraus schließen, daß die

dargestellt 713 Sol

Zusammenstellung der aufgehenden Sonne wind des in Rom einfahrenden Kaisers nicht zufällig ist. Die beiden Bilder sollen zusammen gesehen werden. Konstantins Einfahrt in Rom wird 1m Bild der aufgehenden Sonne gesehen. Ein neuer Tag, ein neues aureum saeculum geht über der Menschheit auf.

Die Darstellung auf dem Konstantinsbogen hat auch literarisch Ausdruck gefunden. »Wie die über der Erde

aufgehende

Konstantin,

Sonne

wenn

alle in reicher Fülle mit den Strahlen ihres Lichtes

er zugleich mit der aufgehenden Sonne vor seinem

beglückt,

so lief auch

Palast erschien,

als ob er

gemeinsam mit dem leuchtenden Gestirn aufginge, über alle, die vor sein Antlitz traten, den Lichtglanz

seiner Herrlichkeit erstrahlen«?!*.

208 A. Alfóldi a. O. 17. L'Orange, Apotheosis passim. 210 Eusebius, Vita Constantini 4, 15f. - L'Orange, Apotheosis 90ff. Ebenda passim. 212 In derselben Zeit, als Münzen mit dem himmelwärts schauenden Kaiser geprägt wurden, ist der Konstantin-Helios-Koloß in Konstantinopel errichtet worden, Th. Preger, Hermes 36, 1901, 457 ff. - Zum nahen Verhältnis Konstantin-Sol in der Frühzeit seiner Regierung:

L'Orange - von Gerkan,

Konstantinsbogen

174 ff. und passim. — Ders.,

OpRom

4, 1962,

103 ff.

213 [Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen 162 ff. Taf. 3 b; 38a. 21% [Orange -- von Gerkan, Konstantinsbogen 176. 215 Eusebius, Vita Constantini I 1 (nach Straub a. ©. 129ff.). - Vom Konstantin im Bildnis des Sol-Helios: H. Usener, RhM

60, 1905, 467. — Nach Usener, gefolgt von Straub, hat der Begriff des allmächtigen Sonnengottes sich so durchgesetzt, daß er auch für die Christen unwillkürlich zu einer Anschauungsform des Heilands werden konnte.

23

Das Bildnis Konstantins in skulpturalen Porträts." Jugendbilder Konstantins In den behandelten Reliefmedaillons des Konstantinsbogens haben wir die Bildnisse der beiden Kaiser — Konstantin und Licinius — als Repräsentanten des Zwei-Kaisertums studiert. Sie verkörpern hier die traditionelle Staatsordriung, das Ideal des koordinierten Kaisertums. Daneben befinden sich

aber auf dem Bogen Reliefs, die Konstantin als alleinigen Sieger feiern. Ganz ähnlich fanden wir am Galerius-Bogen nicht nur den einzelnen historischen Sieger, Galerius, für sich, sondern auch sämtliche

Kaiser der Tetrarchie in einer übergeordneten Gruppe. Der Gedanke ist, wie schon gesagt, daß sámtliche Kaiser auf deren concordia und similitudo: die staatliche Ordnung beruht, am Sieg jedes einzelnen Kaisers teil haben. Wir wenden uns jetzt dem Bildnis Konstantins auf seinem Bogen zu, wo er als alleiniger Sieger uns entgegentritt. | Den Medaillonbildnissen Konstantins auf seinem Bogen schließen sich zwei sehr zerstörte Bildnisse

Konstantins in den beiden großen Schlachtreliefs des mittleren Durchganges des Bogens an. Es handelt sich um Köpfe Trajans, die zu Bildnissen Konstantins umgearbeitet sind. Über beiden Reliefs steht in monumentalen Buchstaben eine Dedikationsinschrift, die sich als Überschrift auf das Relief bezieht:

Über dem der Westwand liberatori urbis, über dem der Ostwand fundatori quietis. Die zwei Reliefs sind Teile eines trajanischen Frieses, von dem an den beiden Schmalseiten der Attika zwei andere

Stücke verwendet sind. Wie bei den Medaillons ist der ursprüngliche Kaiserkopf jeweils überarbeitet, nicht durch einen neuen Kopf ersetzt. Die Ausführung schließt sich in Haarangabe, Augenbildung und Oberflächenbehandlung der Art der Medaillonkópfe an. Die bei den Medaillons festgestellte Arbeitsweise?!? ist deshalb auch hier vorauszusetzen. Die beiden Köpfe werden von demselben Künstler gearbeitet sein. Konstantinskopf im Relief der Westwand des mittleren Durchgangs des Konstantinsbogens (Taf. 36 b)?'?: Der Kaiser zu Pferde mitten in der Schlacht, barhaupt und im Panzer, den Speer gegen einen bittflehenden Gegner erhoben, sprengt über die zusammenbrechenden Barbaren hinweg. Der zu einem Konstantinporträt umgearbeitete Kaiserkopf ist sehr beschädigt, nur die linke Kopfhälfte und das Kinn sind einigermaßen erhalten. Höhe des ganzen Kopfes 0,32 m; Höhe Mundlinie-Haar

0,15 m.

|

Konstantinskopf im Relief der Ostwand des mittleren Durchgangs des Konstantinsbogens (Taf. 34 a.b)*'®: Der Kaiser, nach gewonnener Schlacht, barhaupt und im Panzer, spricht mit im Redegestus erhobener Rechten zu dem versammelten Heer. Zu seiner Linken steht die ihn bekränzende Victoria;

Roma (oder Virtus) zu seiner Rechten. Der zu einem Konstantinporträt umgearbeitete Kaiserkopf ist ebenfalls ziemlich beschädigt;

Kinn,

Nase,

Teile des Mundes,

der Brauen,

des linken Ohres fehlen.

Höhe des ganzen Kopfes 0,30 m; Höhe Mundlinie-Stirnhaar 0,17 m. Im

Zyklus

der

historischen

Friese

des

Konstantinsbogens?!?

gegenwärtig, mit Ausnahme des einleitenden Reliefs, Hauptfigur in der kontinuierenden Darstellung des Wiederherstellung Roms (obsidio Veronae, proelium augusti). Er tritt in wechselnder Tracht auf, die sich

216

m hs]

L'Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen 166 f. Ebenda 187ff. Taf. 49a. 50a.b. 218 Fbenda 187ff. Taf. 49b; 50c.d.

2

215 Ebenda 34-102 Taf. 3-23.

54

ist

der

Kaiser

immer

in

corpore

der profectio. Sonst bildet der Kaiser die große Feldzuges gegen Maxentius, der Befreiung und apud Tiberim, ingressus, oratio und liberalitas jedesmal aus der aktuellen Situation ergibt: im

Panzer in der Schlacht; in der militärischen Friedenstracht’ (Tunica und Chlamys) bei seinem Einzug in Rom und der Begegnung mit dem römischen Volk auf dem Forum Rornanum; in Toga bei der feierlichen Beschenkung der römischen Bürger, die den Zyklus beschließt. Die Konstantinköpfe waren alle besonders gearbeitet und in eine Höhlung des Reliefs eingesetzt. Davon gab es nur eine Ausnahme: In der obsidio Veronae ist der Kopf (Taf. 37a) wie die ganze Figur Konstantins aus dem Relief gehauen. Deshalb ist hier der Kopf gerettet, während die eingesetzten Köpfe sämtlich verloren sind. — Nach dem, was erhalten ist, scheint der Kopf in dem einfach schlichten Stil gearbeitet, der für

den ganzen historischen Zyklus kennzeichnend ist und von G. Rodenwaldt als »rómischer Volks-

stil«??° charakterisiert wurde??!. Qualitativ reicht der Kopf nicht an die umgearbeiteten Konstantinporträts des Bogens heran, aber weifi doch in seiner derben Formensprache die Grundzüge des Konstantinbildes klar zu artikulieren. Der

ist abgeschlagen,

vordere Teil des Kopfes

der hintere,

dem Reliefgrund zugewendete Teil ist roh

gelassen. Nur ein schmaler Streifen vom mittleren Teil des Gesichtes ist erhalten, dieser gibt aber silhouettenhaft den Schnitt des Profils wieder, das nur an dem untersten Teil der

Nase gebrochen und

am Untergesicht durch Korrosion der vorspringenden Partien etwas verwischt ist”??. Der Kopf zeigt

eine große, runde Schädelform, die Stirn ist durch eine mittlere Horizontalfurche gegliedert, eine kräftig gebogene Nase mit hochgezogenen Flügeln, vorspringendes, bartloses Kinn und ziemlich lange, glatt in die Stirn gekämmte Haare. Ausgehend von den oben beschriebenen Köpfen des Konstantin auf dem Konstäntinsbogen (312-315) und von den Münzbildnissen des Kaisers aus der Zeit der Dyarchie (312-324), stellen wir hier eine

Gruppe von Konstantinporträts zusammen, die den jugendlichen Kaiser zeigen. Charakteristisch für dieses Jugendbild ist die Schlankheit des Gesichtes, die Magerkeit der Wangen, der scharf hervorgehobene Knochenbau, was es von den späteren Konstantinporträts, etwa der lateranensischen Statue (Taf. 43.44) klar unterscheidet. Das noch maßvolle Hervorheben der.expressiven Linien, die natürlich blickenden, normalgroßen Augen und die noch verhältnismäßig einfache Haarform mit am Nacken kurz geschnittenen Locken, welche die hier zusammengestellten Konstantinbildnisse mit den Köpfen des Bogens gemein haben, unterscheiden sie von dem spätkonstantinischen Ty pus??. Konstantin war zur Zeit des Bogenbaus 27-30 Jahre alt. Es ist somit das Bildnis seiner reifen Jugend, das uns in diesem energischen Kopf vor Augen tritt. Sein schon von Kindheit an gespanntes, kampferfülltes, unermüdlich wirksames Leben hat aber schon Spuren hinterlassen, die allgemein nur im hóheren Alter zu Tage treten. Das gilt vor allem von den schweren Falten unter den Augen mit den tief umrandeten

Tránenbeuteln. Grotta ferrata, Museum der Abtei von S. Nilo. Porträtkopf. Etwa lebensgroß. Marmor (Taf. 35). Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptothek 774 A. Porträtkopf. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 38a.b). Madrid,

Museum

Prado,

38c.d). Rom, Palazzo (Taf. 39a.b).

Mattei,

125 E.

Cortile.

Porträtkopf,

Kolossalkopf

einer

modernen

Büste

aufgesetzt.

Marmor

einer nicht zugehörigen Statue aufgesetzt.

(Taf.

Marmor

Tunis, Bardo-Museum. Porträtkopf, gefunden in Karthago. Zum Einsetzen. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 39c.d).

?? G, Rodenwaldt, RM 36/37, 1921/22, 87. 221 L’Orange — von Gerkan, Konstantinsbogen 219. 222 Ebenda Taf. 19a. 223 T’Orange, Studien 54. 62ff.

22

Die Abbildungen des tunisischen Kopfes?^* zeigen, daß die mittleren Gesichtsteile — nämlich die Mittelpartie der Stirn mit dem anschließenden Stirnhaar, ferner die Augen und Augenhöhlen, die Nase mit den anschließenden Teilen der Wangen, der Mund und das Kinn — schwer zerstört sind; vor allem

ist die Nase abgeschlagen. Die weniger zentralen, mehr nach hinten liegenden Gesichtsteile sind dagegen sehr gut erhalten; das gilt von den Schläfen mit den anschließenden Teilen des fein gepflegten Lockenbogens; ferner von den hinteren Teilen der mageren Wangen mit den vorstehenden Wangenknochen; endlich von den großen, scharfen Kiefern. Diese wohl erhaltenen, höchst individuellen und

charaktervollen Züge geben die Grundform des wohlbekannten Antlitzes des Konstantin. Hat man ihn erst erkannt, dann beleben sich auch die zerstörten Züge. Auch im Fragment wird der Ansatz zum starken Kinnbau des Kaisers erkennbar. Durch einen Schleier von Rissen und Brüchen starren. die Augen

Konstantins

vor

sich hin,

in ihrer

Fassung

von

schweren,

tiefbeschatteten

Stirnlocken fügen sich in die große 'Archivolte' ein, die für Konstantins war. Hals,

Lidern.

Die

Haarform charakteristisch

Scheitel und Hinterkopf sind gut erhalten; die hinteren Teile sind aber überall wenig

ausgearbeitet; die Ohren sind beschädigt. Der Kolossalkopf Mattei ist sehr ergänzt. Die Nase ist neu, die ganze mittlere Stirnpartie mit den darüber liegenden Locken sitzt dem Kopf mit Bruch auf, sie ist also zugehörig, bei der Ergänzung aber schief aufgesetzt, so daß die Symmetrie der Lockenarchivolte gebrochen ist. Das ganze scheint etwas überarbeitet. Die frischen Stellen zeugen von sehr hoher Qualität der Arbeit. Zum Ausdruck von Energie und Kraft kommt in diesem Kopfe noch die besondere Nuance einer Art forschender Intelligenz. Auch der Kopf in Grotta ferrata hat durch Zerstörung und Restaurierung sehr gelitten, so daß das.

ursprüngliche Bild nur mit Mühe zurückgewonnen wird. Nicht nur sind, wie am Konstantin im Bardo, die mittleren Gesichtsteile, abgesehen von den Augen, fast vollkommen zerstört, sondern dazu

noch fehlerhaft ergänzt. In einem schmalen mittleren Streifen, der von den Augenbrauen bis zum Kinn läuft, sind die Züge abgeschlagen und in Gips ergänzt, so daß der Übergang zwischen Stirn und Nase,

die Nase selbst, der mittlere Teil des Mundes, der vorspringende Teil des Kinns neu sind. Dabei ist noch oben an der Stirn der mittlere Teil mit den darüberliegenden Stirnlocken abgebrochen und fehlerhaft ergänzt, so daß — wie am Kopf Mattei — die Lockenarchivolte gebrochen ist. Die

Oberfläche ist an mehreren Stellen durch moderne Glättung beeinträchtigt, besonders die Stirn und die Frontseiten des Halses. Doch sind wie am Konstantin im Bardo die weniger zentralen, mehr nach hinten liegenden Gesichtsteile sehr gut erhalten und lassen die charakteristisch konstantinischen Wangen mit kräftig vorstehenden Knochen, wie auch die den Schläfen anschließenden Formen der konstantinischen Lockenarchivolte klar hervortreten. Auch die Augen sind gut erhalten und zeigen die charakteristischen Formen. Trotz der besonders in der Augenregion hervortretenden Zeichen des angespannten und angestrengten Lebens ist das Gesicht voll von heroischer Entschlossenheit und Energie. In der Seitenansicht muten die hageren, vergeistigten Formen fast wie die eines gotischen

Jünglings an. Am Kopenhagener Kopf??? ist die Oberfläche fast überall stark korrodiert; die Nase fehlt vollständig. Der markante, magere und knochige Kopfbau behauptet sich jedoch auch in der Zerstörung; man erkennt sofort den jugendlichen Konstantin. Die Archivoltenfrisur scheint noch nicht klar artikuliert.

222 H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 123 Taf. 42, 3. 4. — H. P. L'Orange, OpRom Direktor des Bardo-Museums,

D.

A. Driss, hatte die Güte, Neuaufnahmen

(ebenda Taf.

4, 1962, 101f. - Der damalige

1, 1; 2, 1) zur Disposition des Verf. zu

stellen und ihm folgende Einzelheiten mitzuteilen: » Cette téte trés abimée est en marbre blanc et mésure 0,40 m de hauteur; ellea été trouvée à Carthage en 1895 par le Service des Anuquités et exposé depuis au Musée National du Bardo«. 225 V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 10, 1953, 6ff. — Jucker a. O. 125ff. Taf. 43, 2. 3. — Calza 226 Nr. 139 Taf. 77.

56

Am Madrider Kopf ist die Nase, die linke Hälfte der Stirn mit dem anschließenden Teil des Schädels, Kinn, Teile der Ohren und die Büste ergänzt””°. Die Lockenformen um Schläfen und Stirn sind in

tiefen Wellen künstlich frisiert und deuten ein etwas späteres Datum unseres Konstantinkopfes an. Die normale Lockenarchivolte ist durch fehlerhafte Ergänzungen auch hier gebrochen??”. Wahrscheinlich ist der Madrider Kopf der späteste unserer Serie von jugendlichen Konstantinpörträts und etwa in die Zeit gegen 324 zu datieren. Die charakteristischen Züge des Typus sind besonders scharf herausgear-

beitet.

226 Nach ABr 910. 227 Vgl.

des

Náheren

Jucker a. O.

57

DAS HERRSCHERBILD DER KONSTANTINISCHEN UNIVERSALMONARCHIE GRUPPENBILDER VON KONSTANTIN UND SEINEN SOHNEN DAS MONUMENT DER VIER »CONSTANTINE« VOM QUIRINAL Wir haben gesehen, wie sich am Ende des 3. Jahrhunderts das Ideal des koordinierten Kaisertums

gegen das Katastrophenregime der Usurpatorherrschaft durchsetzt. Im rómischen Herrscherbild fest integriert,

schafft

sich

dieses

neue

Ideal

rómischen

Herrschertums

im

Gruppenbild

der Kaiser

Ausdruck. Unter der aufs neue einbrechenden Anarchie während der späteren Tetrarchie und der folgenden dyarchischen Staatsordnung steht dieses diokletianische Herrscherideal immer noch leuchtend im Chaos und bleibt noch unter der konstantinischen Universalmonarchie als Vorbild des Kaisertums empfunden. So kónnen wir in Rom ein solches Gruppenbild in seiner konstantinischen Form nachweisen, wenn es

auch in seinem jetzigen Zustand in seine einzelnen Teile zerfallen und die Idee der Koordination verloren ıst. Das ehrwürdige, altberühmte Monument umfaßte ursprünglich vier überlebensgroße Statuen — die sogenannten »Constantine«

Abhängen

des

Quirinals

befunden

konstantinischen Thermen,

— von denen noch drei erhalten sind. Es muß sich an den

haben

und

ist wahrscheinlich

die hier angelegt wurden,

im Zusammenhang

mit

den

errichtet worden. Die Statuen sind mehrmals

eingehend beschrieben, besonders von R. Delbrueck?? und vom Verfasser???. Während der Abfassung dieses Manuskriptes ist das Monument zuletzt eingehend behandelt (mit vollständiger Angabe älterer Literatur) von H. von Heintze???, Für alles Einzelne ist auf diese Beschreibungen zu verweisen. Unsere Beschreibung hier wird deshalb auf eine allgemeine Präsentation der Statuen beschränkt, und nur wo Korrekturen und Ergänzungen notwendig sind und neue Studien des Verfassers vorliegen, werden wir ausführlicher sein. Die drei erhaltenen Statuen befinden sich auf dem Kapitol (Nr. 1 und 2) und in 5. Giovanni in Laterano (Nr. 3).

1. Rom, überlebensgroße Panzerstatue auf der Balustrade über der kapitolinischen Treppe, links für den die Treppe Hinaufsteigenden. Die Plinthe trägt die Inschrift: Constantinus Aug. (Taf.40. 42a.d). Höhe der Statue von der Plinthe ca. 2,75 m. In schwungvoller Positur, leicht vorwärts schreitend, ist

der Kaiser dargestellt. Die Stellung hat bei allem Schwung etwas Steifes, Ungelenkes. Die Proportionen des Körpers sind im Verhältnis zum Kopf nicht richtig ausgeglichen: Der Kopf ist viel zu klein. Deshalb wirken die Schultern (zumal die rechte) viel zu breit, die Wölbung und Größe der Brust übertrieben. Das Gewicht des Kórpers ruht auf dem vorgesetzten linken Bein, das rechte ist entlastet und zurückgesetzt, die Ferse etwas erhoben. Ein Baumstumpf an der linken Kórperseite dient der Statue als Stütze. Die linke Hand

umfaßt einen runden stabähnlichen Gegenstand,

228

113 ff. 135 ff. Taf. 30-34.

Delbrueck,

Kaiserporträts

46. 47.

229 1 ’Orange, Studien 55ff. Katalog Nr. 80-82 Abb. 155-158. 230 RM 86, 1979, 399 ff.

58

etwa eine Lanze oder die

Fahnenstange eines vexillum, die in ihrem unteren Teil im Block des Baumstumpfes gearbeitet ist. Die Reste von drei ursprünglich den Stab stützenden Puntelli sind an der linken Körperseite erhalten: die Reste eines auffallend großen Puntellos für das obere Ende des Stabes im Kranz um den Kopf der

Statue; die Reste eines kleineren in den Pteryges am Oberarm; die Reste eines gleichfalls kleineren Puntellos an der Feldherrnbindé um den Panzer. Diese Stützen, besonders die große in Kopfhóhe, läßt auf ein vexillum

schließen: Das Fahnentuch verlangte eine solche massive Stütze. Vielleicht war das

Tuch in direkter Berührung mit dem Kopf. Die Panzertracht des Kaisers ist die traditionelle klassisch-rómische. Der Kaiser trägt Lederpanzer mit einer doppelten Reihe über Schenkeln und Schultern herabhängender Pteryges; darüber einen

Muskelpanzer aus Metall, mit nach unten abschlieftender Klappenreihe mit Reliefschmuck. Um den Leib ist die Felherrnbinde mit großer Schleife geknüpft. Über der rechten Schulter ist das Paludamentum

mit einer

Schwert.

Scheibenfibel

zusammengehalten.

— Es ist bemerkenswert,

Am

Balteus

hängt

an der linken

Körperseite

das

daß der Kaiser nicht die zeitgemáfie Tracht mit. langärmeliger

Tunica und langen Beinkleidern trägt (wie z. B. Konstantin in der realistischen Schilderung der historischen Friese am Konstantinsbogen), sondern. klassisch mit nackten Armen und Beinen auftritt.

Die einzelnen

Scheiben

in.der Klappenreihe,

die am Unterleib über den Pteryges

herabhängen,

sind — wie allgemein an römischen Panzerstatuen. — mit symbolischen Relieffiguren geschmückt: An der besonders bedeutungsvollen Mittelklappe ist ein Kreuz dargestellt; symmetrisch um diese herum

finden sich Seitenklappen mit Löwen-, Widder- und Pantherkopf und zuletzt einer fünfblättrigen Blumenkrone. Diese Blumenkrone hat zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Kreuz der Mittelklappe,

das

allgemein,

auch

vom

Verfasser”*',

als

Rosette

gedeutet

wurde.

Andererseits

ist unsere

Kreuzform so fest im frühchristlichen Kreuzsymbol verankert, daß man kaum umhin kann, die Figur

der Mittelklappe christlich zu deuten. Es handelt sich um ein vierarmiges griechisches Kreuz. Zur Artikulierung der Form dienen Bohrlöcher in den vier Ecken zwischen den Kreuzarmen.

Die vier Arme sind gleich groß, erweitern sich von innen

nach außen und sind von einer etwas erhöhten Umrißkontur eingezeichnet, während die Mitte des

Kreuzes mit einem kleinen Kreis markiert ist — alles wie es für frühchristliche Kreuze charakteristisch ist. Als Beleg sei verwiesen auf Kreuze in der Deckenmalerei über dem Presbyterium der konstantini-

schen Südkirche in Trier??? Die Bedeutung der Darstellung des Kreuzes an der Mittelklappe des Panzers der kapitolinischen Statue 1 steigert sich dadurch, daß es in derselben Form und an derselben Stelle an der kapitolinischen Statue 2 wiederholt ist. Der Kopf der Statue ist mit einem sehr charakteristischen Eichenkranz (corona civica) geschmückt. Der Rand der Blätter ist durch runde Bohrlöcher durchbrochen; zwischen den Blättern sitzen Eicheln.

Reste eines Vom Kopf sie zeigen akzentloser

quadratischen, auf Eck gestellten Surnjuwels scheinen im Kranz vorhanden. sind Mundpartie mit Kinn und der Haarrand über der Stirn die am besten erhaltenen Teile; die uns bekannten Züge Konstantins, wenn auch in etwas glatter Verschónerung und Abrundung der Formen. Trotz der Beschädigungen erkennt man den Haarbogen über

Stirn und Schläfen wie auch einen Schatten der sich winklig gegen die Wangen abgrenzenden, schweren Hautfalten unter den Augen. Eine markierte mittlere Horizontalversenkung an der Surn ist ein Zug, der auch an der Statue 3 begegnet. Es fehlt dem Bildnis eine persónliche Vertiefung, die ganze Statue ist schablonenhaft und stereotyp. Eine gewisse Idealisierung ist angestrebt. |

Die Hinterseite der Plinthe ist roh zugehauen, die vordere glatt und mit Inschrift versehen. Die Plinthe muß demnach in eine größere Basis, die nur die vordere Seite freiließ, eingesetzt gewesen sein. Diese 231 ['Orange, Studien 133. 232 "Th. K. Kempf in: Neue Ausgrabungen in Deutschland (1958) 381 ff. Abb. 4.

59

Form der Plinthe und die viel zu enge Fläche, die der Inschrift zugemessen ist, lassen auf eine spätere

Abarbeitung schließen, vgl. des näheren Statue 2, wo eine entsprechende Bearbeitung der Basis besonders klar an den Tag tritt. Zu einem gewissen Zeitpunkt muß die Statue versetzt und die Plinthe für die Neuaufstellung umgearbeitet worden sein. Unzweifelhaft bei derselben Gelegenheit fand eine

radikale Umarbeitung des Porträtkopfes statt, der dadurch sein ursprüngliches Volumen verlor und viel zu klein im Verhältnis zum Körper geriet. 2. Rom, überlebensgroße Panzerstatue auf der Balustrade über der kapitolinischen Treppe rechts für den die Treppe Hinaufsteigenden. Die Plinthe trägt die Inschrift: Constantinus Caes. (Taf.41; 42b.c).

Statuarisches Motiv, Stellung, Haltung, Format und Proportionierung der Figur sind wie bei der Statue Nr. 1. Doch ist die Statue etwas höher: Sie mißt von der Plinthe ca. 2,82 m. Nur die Haltung des linken Arms ist verschieden, nämlich hoch aufgestützt. Der linke Unterarm war angestückt und

verdübelt. Wie die Statue Nr. 1 hielt auch die linke Hand von Nr. 2 einen stabähnlichen Gegenstand, wohl eine Lanze oder die Fahnenstange eines vexillum. Der Schaft stand wahrscheinlich auf dem abgesägten rechten Eckstück der Plinthe. Tracht, Kranz, Bewaffnung und Panzer des Kaisers, die Baumstütze an der linken Körperseite, soweit die Statue erhalten ist, wie bei Nr,

1. Besonders ist der

Panzer bis in die feinsten Details derselbe. Nochmals fällt das Kreuz an der Mittelklappe des Metallpanzers auf; symmetrisch um diese Mittelklappe herum finden sich wieder Seitenklappen mit Löwen-, Widder- und Pantherkopf und zuletzt einer Blumenkrone, diesmal vierblättrig. Im Kranz ist das Stirnjuw@l unklar, aber, nach den spärlichen Resten zu schließen, doch wohl mit demjenigen der Statue Nr. 1 gleichförmig.

Der Kopf ist noch schlimmer beschädigt als der Kopf der Statue Nr. 1. Was erhalten ist zeigt jedoch, . daß die beiden Statuen im allgemeinen physiognomischen Typus zusammengehören.

Auch hier ist die Plinthe für eine Neuaufstellung umgearbeitet, in allem Wesentlichen wie bei der Statue Nr. 1. Die Hinterseite der Plinthe ist roh zugehauen, die vordere glatt und mit Inschrift versehen. Die Plinthe war also in eine größere Basis, die nur die vordere Seite freiließ, eingesetzt. Bei

der Neuaufstellung, um die Plinthe einem engeren Raum anzupassen, erfolgte eine Abarbeitung der Plinthe: Vor der Baumstütze ist ein größeres Stück abgeschnitten, gerade so, daß an der Frontseite für die neue Inschrift Raum berechnet war (dabei hat die Marmorsäge eine tiefe vertikale Spur in der

Baumstütze hinterlassen). Wahrscheinlich erfolgte bei derselben Gelegenheit eine weitere Abarbeitung der Plinthe, da diese dem rechten Fuß wie auch der Baumstütze den Grund auffallend knapp zumißt. So muß auch Nr. 2 zu einem gewissen Zeitpunkt versetzt und die Plinthe für die Neuaufstellung

umgearbeitet worden sein, und so wird auch hier bei derselben Gelegenheit eine radikale Umarbeitung des Porträtkopfes stattgefunden haben, bei der der Kopf sein ursprüngliches Volumen verlor und viel zu klein im Verháltnis zum Kórper geriet. 3. Rom, kolossale Panzerstatue in der Vorhalle von S. Giovanni in Laterano. Die Plinthe trägt die Inschrift: Constantinus Aug. Die Zugehörigkeit der Plinthe ist wahrscheinlich, aber nicht sicher

(Taf. 42 d — 44).

Die Statue ist beträchtlich größer als die beiden Statuen auf dem Kapitol. So beträgt die Höhe der Statue von der Plinthe ca. 3,25 m, also rund einen halben Meter mehr als die Statuen Nr. 1 und 2.

Auch ist die Proportionierung eine andere, mit normalem Größenverhältnis zwischen Kopf und Körper. In der Panzertracht machen sich gewisse Unterschiede geltend. Allgemein ist sie an der lateranischen Statue von einfacheren, weniger ins Detail gehenden Formen. So ist die Klappenreihe wenig eingehend gearbeitet und entbehrt jeden Reliefschmuckes. Gegen Schultern und Achselhöhlen fehlt der fein gezeichnete Bogenfries, der als Einfassung des Panzerrandes die kapitolinischen Statuen ziert. An der lateranischen Statue ist der obere Rand der Tunica im Brustausschnitt sichtbar, was an

den kapitolinischen nicht der Fall ist. Der Kaiser im Lateran trágt keinen Schwertriemen, was um so auffallender ist, als Reste des von der Linken gehaltenen Schwertes festzustellen sind. 60

Sonst besteht im statuarischen Typus, in der Stellung und Haltung der Figur engste Verwandtschaft zwischen dieser Statue und den kapitolinischen, auch Stil und Technik sind ähnlich. Verglichen mit der Statue Nr. 2 ist die Gleichheit im statuarischen Motiv vollkommen, nur daß die Seiten umgekehrt sind. Unsere Statue Nr. 3 hält in der erhobenen Rechten einen stabähnlichen Gegenstand, wohl eine Lanze

oder die Fahnenstange eines vexillum. .Gewisse Abarbeitungen und Metallstifte an der rechten Körperseite lassen darauf schließen. Der Kaiser trägt Panzer und Eichenkranz von derselben Form wie Nr. 1 und 2. Das Paludamentum, das auf der linken Schulter mit einer Scheibenfibel zusammengehalten ist, zeigt ein etwas anderes Arrangement als Nr. 1 und 2. Während die Köpfe der kapitolinischen Statuen nicht ergänzt sind, finden sich an unserer lateranischen Statue bedeutende Ergänzungen des Kopfes die hier angeführt werden müssen. Die ganze Nase, ein

kleineres Stück in der Mitte der Unterlippe, Teile der Ohren sind neu, die Oberfläche des Gesichts ist an mehreren Stellen mit Gips erneuert, vor allem am Kinn, wo ein eiserner Zapfen von der Ergänzung die besser erhaltenen oberen Gesichtsteile, die Umgebung um die Augen und vor herrührt. Besonders allem der Lockenbogen über Stirn und Schläfen wiederholen die uns bekannten Züge Konstantins. Der

Kopf ist im ganzen Typus untrennbar mit den Köpfen der Statuen Nr. 1 und 2 verbunden. Die Statue Nr. 3 ist auch sonst sehr stark restauriert??, Hier sei nur erwähnt, daß der ganze untere Teil der Statue mit der Baumstütze und dem größten Teil der Plinthe neu ist. Nur ein schmaler Streifen

mit der Inschrift ist antik und in die neue Plinthe eingebaut. Im Gegensatz zu den kapitolinischen Statuen ist an der lateranischen keine Spur von einer antiken Umarbeitung der Plinthe vorhanden, und

so 1st auch der Inschrift genügend Platz gegeben.

Die technische Ausführung ist dieselbe wie bei den kapitolinischen Statuen; besonders zu beachten ist die vollstándige Gleichheit in der Wiedergabe der Lockenformen. Gewisse spezielle Details der handwerklichen Arbeit verraten denselben Meißel. Man vergleiche die Eichenkränze an der lateranischen (Taf. 44) und der kapitolinischen Statue Nr. 1 (Taf. 40). Wir sehen wie an jedem Eichenblatt vier harte und tiefe Bohrlöcher gleichsam schwarze Eckpunkte in quadratischen Figuren markieren, während die feine Nervatur des Blattes, die sich in niedrigem plastischen Relief entfaltet, von diesen Löchern durchbrochen wird. 4. Eine vierte, jetzt verschollene Statue — auch diese zweifellos eine überlebensgroße Panzerstatue von

Konstantin oder einem seiner Söhne und im Typus und Sul zweifellos mit den Statuen Nr. 1-3 verwandt — gehört in unserer Überlieferung zur Statuengruppe der vier »Constantine« des Quirinal. Ein spezielles Interesse knüpft sich an die oben erwähnten symbolischen Figuren der Klappenreihe des Panzers der beiden kapitolinischen ‚Statuen. Vor allem gilt das der Figur des Kreuzes, das auf der zentralen Klappe in genau derselben Form an beiden Statuen wiederholt ist (Taf. 42a.b). Wir finden es deshalb angemessen, dieses Detail in einem besonderen Excurs zu behandeln. Dieser Excurs ist schon vor der Drucklegung dieses Bandes zum »Römischen Herrscherbild« erschienen und zwar in der Festschrift für Max Wegner”?* unter dem Titel »In hoc signo vinces«. Der Aufsatz darf also als ein

Excurs zu unserem Porträtwerk betrachtet werden. Er ist dem Mitarbeiter an dem vorliegenden Band, Professor Max Wegner, in Dankbarkeit gewidmet. Für alles Einzelne in unserer Behandlung des | Kreuzes ım konstantinischen Panzer ist auf diesen Aufsatz zu verweisen. Die Klappenreihen, die fast immer den unteren Rand des römischen Metallpanzers schmücken, sind meines Wissens niemals besonders studiert worden, obwohl der Figurenschmuck dieser Klappen einen

sehr distinkten und bedeutungsvollen Ausdruck hat, nicht anders als die Figuren auf der Brust und auf dem Bauch des Panzers. Während aber die letzteren allgemein in voller Gestalt hervortreten, wie z. B. 233 ['Orange, Studien 134. 234 Festschrift Max Wegner, Boreas 5, 1982, 160ff.

61

auf dem Panzer des Augustus von Prima Porta, sind die Figuren der Klappenreihen meistens Abbreviaturen, z. B. Protome von symbolisch ausdrucksvollen Wesen und Dingen: solchen Wesen und Dingen nämlich, die durch ihre abschreckende Kraft apotropäisch wirksam sind, wie es sich für den Dekor einer kriegerischen Ausrüstung ziemt?”°. So finden wir im Reliefschmuck der Klappenreihen des rómischen Panzers wirkliche und phantastische Tierkópfe,

besonders

von

Löwen,

Panthern,

Greifen,

Widdern

und

Rammböcken,

von

gehörnten

dämonischen Ungeheuern menschlicher oder tierischer Natur und von dem stärksten aller Tiere, dern Elefanten. Weiter sınd auch an den Klappen kräftig abwehrende Gegenstände dargestellt wıe Waffen, Helme und Schilde. An der zentralen Klappe, in der Mittelachse des Panzers, steht ein besonders kräftiges Apotropaion,

vor allem die Schreckmaske der Medusa,

oder die persönlich schützende

Gottheit, wie z. B. Jupiter Ammon an Panzerstatuen des Hadrian (Beil..D1-4)26. | Den Platz in der Mitte der Klappenreihe, an der Stelle des kräftigsten Apotropaions, nimmt im Panzer der beiden kapitolinischen Statuen das Kreuz ein. Das kann kaum zufällig sein. Eine ‘Rosette’ an dieser Stelle wäre völlig funktionslos und kommt daher, so viel ich weiß, niemals vor. Wie unsere obigen

Beispiele zeigen, ist das Bild des kaiserlichen Schutzgottes an dieser Stelle — wie Jupiter Ammon an Panzerstatuen des Hadrian — besonders sinnvoll angebracht. Ein Kreuz an dieser Stelle ist vollkommen neu, aber funktioniert im traditionellen Sinn: Als Apotropaion des christlichen Kaisers. In hoc signo vinces.

Wie wir gesehen haben, sind die Plinthen der kapitolinischen Statuen zu einem gewissen Zeitpunkt für eine Neuaufstellung umgearbeitet worden. An der Frontseite der Plinthe wurde gerade Platz für eine neue Inschrift berechnet, nachdem die alte im Zusammenhang mit der Umarbeitung der Basis weggehauen war. Die nachträglichen Inschriften sind sicher antik und zeigen, daß die Umarbeitung und Neuaufstellung von Plinthen und Statuen nicht lange nach der ursprünglichen Aufstellung stattgefunden hat. W. von Sydow

weist auf epigraphische Parallelen hin, die in die Jahre 345 und

337—350 datiert sind”?”. Die Zuverlässigkeit der Namengebung dieser Inschriften ist aber von der Forschung sehr in Zweifel gezogen worden, zuletzt in der Kritik H. von Heintzes und W. von Sydows???. So muß vor allem die Benennung der kapitolinischen Statue Nr. 1 als Constantinus Aug. verfehlt sein. In einer Familiengruppe von »Constantinen« müßte er alle übrigen Kaiser überragen, während in der kapitolinischen Statue seine Gestalt kleiner ist als die sein®s Sohnes Constantinus Caes. Es muß sich in der Constantinus Aug. benannten Statue um ein Bildnis eines der Konstantinsóhne handeln, wahrscheinlich um Constantius II. Wenn auch die nachträglichen Inschriften etwa vertauscht, jedenfalls verfehlt sind, kann jedoch daran

nicht gezweifelt werden,

daß die drei

erhaltenen

Statuen

Kaiser

des konstantinischen Hauses

2325 Vgl. Delbrueck, Kaiserporträts 115. 236. Beispiele (die Beispiele sind aus der Photoschachtel »Panzerstatuen« im Deutschen Archäolog.

Institut, Rom, Photo-Abtei-

lung genommen): Panzerstatue, Rom, Museo Torlonia 136, Inst. Neg. Rom 1934, 2069 (mit Medusamaske auf der mittleren Klappe). — Panzerstatue, Rom, Thermenmuseum, Chiostro, Inst. Neg. Rom 57, 1183 (mit Medusamaske auf der mittleren Klappe). — Panzerstatue, Timgad, Inst. Neg. Rom 64, 1637 (mit Medusamaske auf der mittleren Klappe und symmetrisch dazu Elefantenkópfe an den Seitenklappen). — Panzerstatue, Parma, Museo Nazionale d' Antichità, Inst. Neg. Rom 67, 1608 (mit Lówenkopf auf der mittleren Klappe und symmetrisch dazu an den Seitenklappen Doppelkópfe von Elefanten, Lówenkópfe, Doppelkópfe von Rammbock). - Panzerstatue, Athen, Agora Museum, Inst. Neg. Rom 62, 1779 (mit Jupiter Ammon auf der mittleren Klappe und symmetrisch dazu auf den Seitenklappen Adler). — Sehr ähnlich Panzerstatue von Hadrian, Olympia, Alinari 24871. — Panzerstatue von Hadrian, Istanbul, Archäologisches Museum 585, Alinari 47609 (mit Jupiter Ammon auf der Mittelklappe und auf den Seitenklappen Adler). — Panzerstatue von Lucius Verus Neapel, Museo Nazionale, Anderson 23130; Alinarı 34227; Inst. Neg. Rom 74, 1307 (mit figurgeschmückter Klappenreihe).

?37 von Sydow 28. — A. Gordon, Album of Dated Latin Inscriptions III (1965) Nr. 317, 319. 738 H. von Heintze in: Helbig II^ 14ff. - von Sydow 27 ff.

62

darstellen.

Sie wiederholen,

wie schon oben für jede der drei Statuen naChgewiesen,

die bekannten

Züge des Konstantinbildnisses. Dasselbe muß auch für die verlorene vierte Statue gegolten haben. Die vier Statuen, die unter sich unlösbar verbunden sind, gehörten im Mittelalter zum Schmuck einer Loggia di Giustizia, Lobium

Caballi auf dem Quirinal, die im 15. Jahrhundert zu Grunde ging???. In

unserer Überlieferung werden die vier Statuen »Constantine« genannt, die neben den. Dioskuren das Holzdach der Gerichtslaube trugen. Beim Bau dieser Loggia war das Material von den konstantinischen Bauten am Quirinal benutzt worden?*°. Im 16. Jahrhundert wurden nur noch drei »Constantine« genannt, die alle drei unter Paul III. zwischen 1536 und 1444 auf das Kapitol gebraCht wurden. Von dem vierten »Constantin« hört man nichts mehr. Wahrscheinlich wurde er zerstört, und ist danach aus unserer Überlieferung verschwunden. Die beiden Statuen Nr. 1 und 2 wurden 1653 auf der kapitolinischen Balustrade, wo sie noch jetzt stehen, aufgestellt. Die Statue Nr. 3 wurde 1737 in der

Laterankirche aufgestellt, nach einem Zwischenaufenthalt auf dem Kapitol. Die konstantinische Vier-Kaisergruppe ist aus der radikalen Neugestaltung und Neuaufstellung einer

älteren Kaisergruppe hervorgegangen. Daß eine tiefgreifende Umarbeitung der beiden kapitolinischen Statuen stattgefunden hat, ist wie oben gezeigt, durch den neuen Zuschnitt der alten Plinthen bezeugt, der sie ihrer neuen Bestimmung und neuen Aufstellung anpassen sollte. Nachdem

die Plinthen beschnitten und die alten Inschriften weggearbeitet waren, wurden die neuen

konstantinischen eingemeiflelt. Das für die neuen Namen vorhandene Schreibfeld war aber wegen der Beschneidung zu kurz geraten, so daß die Buchstaben ihre normale Breite aufgeben mußten, dabei aber

die Hóhe behielten: Im dichten Gedránge wurden ihre horizontalen Elemente móglichst reduziert so daß z. B. im Namen CONSTANTINUS der horizontale Balken des Buchstaben T über die Nachbarbuchstaben überhöht wird, also in dieser Weise: SA und NII. Die Inschriften müssen also

nach der Umarbeitung der Plinthen geschrieben sein, sonst wäre eine solche Zusammendrängung und Deformierung unverständlich. Wie die Kaisernamen zeigen, hat die Umarbeitung in konstantinischer Zeit stattgefunden. Wir gehen hier nicht weiter auf die oben erwähnte problemreiche Namengebung ein. Als sicher gilt uns nur, daß der kolossale Constantinus Aug. im Lateran Konstantin den Großen darstellt, und daß er mit den drei anderen Statuen zusammen die Gruppe der »Constantine« ausmacht: ein Wort, daß auf Konstantin selbst und seine Söhne gehen muß. Die Umarbeitung der Plinthen hängt mit einer radikalen Umarbeitung der Statuen zusammen, die zu den oben beschriebenen Mißyerhältnissen im Formenaufbau geführt hat. Die verfehlten Proportionen der Statuen fallen vor allem ins Auge — wie mehrmals von uns unterstrichen — 241 in den viel zu kleinen Köpfen. Diese haben durch die vollkommene Umarbeitung ihr ursprüngliches Volumen verloren. Im Gegensatz zu den Köpfen haben Körper und Glieder unserer Statuen höchstens in Details der Oberfläche Änderungen durchgemacht und so ıhr ganzes Volumen behalten im störenden Gegensatz zu den Köpfen. Nach der Auffassung des Verfassers ist jedoch ein Detail des Corpus unserer Statuen — und ein sehr wichtiges! — durch die konstantinische Urnarbeitung des Monumentes berührt worden. Ich denke an das Kreuz an der Mittelklappe des Panzers (Taf. 42a). Dieses Kreuz ist an beiden Statuen viel gróber gearbeitet als die im fein nuancierten Relief angelegten Tierkópfe an den Seitenklappen. In dem scharf gezeichneten, aber etwas klotzigen Außenkontur des Kreuzes, mit markierten Bohrlöchern in den

239 Zur Versetzung und Aufstellung der Statuen durch die Jahrhunderte: A. Michaelis, RM 6, 1891, 3ff. — Delbrueck, Kaiserporträts 113ff. - H. von Heintze in: Helbig II^ 13ff. — Calza 218ff. Taf. 72. 73. — von Sydow 271.

79 Abb. Nash, Rom.II Abb. 1245: van Heemskercks Bild von der Quirinalgruppe mit Dioskuren und zwei konstantinischen Statuen.

?*! Und zuletzt von Calza 290ff.

63

Ecken zwischen den vier Kreuzarmen, ist eine andere Hand am Werke. Diese Umarbeitung muß im Zusammenhang der ganzen konstantinischen Neugestaltung unseres Monumentes gesehen werden.

In den beiden kapitolinischen Statuen haben sich also ältere Kaiserbilder in konstantinische verwandelt. Die lateranische Kolossalstatue dagegen ist eine konstantinische Neuschöpfung, und zwar von derselben Werkstatt ausgegangen, welche die konstantinische Umarbeitung der kapitolinischen Statuen besorgt hatte. Da es sich in der lateranischen Statue um ein homogenes Werk handelt, gibt es, so viel wir urteilen kónnen, keine Umbildung der Plinthe und keine Deformierung der Buchstaben der

Inschrift; ferner gibt es kein Mißverhältnis der Proportionen im Formenaufbau der Statue. Das ganze konstantinische Monument wird also aus dem Kolossalbild Konstantins, einem Originalwerk konstantinischer Zeit, und aus den überlebensgroßen Bildern seiner drei Söhne, konstantinischen Umarbeitungen álterer Kaiserbilder, bestanden haben. Der Verfasser hat früher die Möglichkeit einer konstantinischen Umarbeitung von wesentlich älteren Statuen erwogen”*?. Er neigt jetzt, einer Anregung H. Kählers folgend, dazu, in den kapitolinischen Statuen spátantike Werke aus der Zeit unmittelbar vor Konstantin zu sehen, denen durch Neuaufstellung und Umarbeitung der Kópfe, aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang losgerissen, ein vóllig neuer Sinn gegeben wurde. Nach dieser Ansicht würde ein tetrarchisches Gruppenbild von der typischen,

allgemein verbreiteten

Form

dem

neu

erschaffenen

konstantinischen

Familienbild

zu

Grunde liegen, und man hátte die eine Statue des tetrarchischen Gruppenbildes aus Gründen der neuen monarchischen und dynastischen Familienrepräsentation gegen eine kolossale K onstantinstatue ausge-

tauscht. So ist in unserer rómischen Gruppe das Vier-Kaiser-Schema von Konstantin übernommen: Es wird jetzt der repräsentative Ausdruck des koordinierten Kaisertums Konstantins und seiner drei Sóhne. Eine solche Lósung entspráche nicht nur der Vierzahl unserer »Constantine«, sondern empfiehlt sich auch wegen der typisch tetrarchischen, vollkommenen szmilitudo der Kaiser, die im statuarischen Typus, in Stellung und Haltung, in Bewaffnung, in Panzertracht, auch in Details wie der Baumstütze zum Ausdruck kommt. Man kann als Parallele das tetrarchische Ehrendenkmal hinter den Rostra auf dem Forum Romanum

anführen, wo die vier Kaiser der ersten Tetrarchie, hier in Toga gekleidet, sich

vollkommen gleich sind?*?. Auch die Gruppe der vier tetrarchischen Kaiser über dem Haupttor des Diokletianpalastes in Spalato, der sog. Porta Aurea, ließ sich hier als Parallele anführen?^^. Der Sockel für die Bronzestatuen der vier Kaiser vor der Front des Hadrianstempels in Ephesus?*? muß auch zum Vergleich herangezogen werden. Eine Reihe verwandter Vier-Kaisergruppen der Tetrarchie sind oben behandelt. Auf einer Prägung des jugendlichen Konstantin als Caesar (306—307) zeigt der Revers einen

Torbau, der mit vier Kaiserbüsten gekrönt ist; Beischrift virtus militum?^*. Münzdarstellungen von vier Kaisern über Stadtmauern geben weiteres Vergleichsmaterial. Besonders mit unserer konstantinischen Vier-Kaisergruppe in Rom zu vergleichen ist das früher erwähnte Monument im Heiligtum von

Hispellum, wo in der Dedikationsinschrift Konstantin und seine Söhne genannt sind”*’. Literarisch reichlich belegt ist das Vorhandensein von Vier-Kaisergruppen des konstantinischen Hauses in Konstantinopel?*®, Die konstantinische Übernahme von Statuen eines solchen tetrarchischen Kaisermonumentes ist historisch leicht erklärbar. Nach der Auflösung der tetrarchischen Staatsordnung und der fast 242 ] "Orange, Studien 134. 243 [Orange - von Gerkan, Konstantinsbogen 84. — RM

53, 1938, 25f. — Kähler 1ff.

7^ Abb. bei Kähler Zeichnung S. 7. 245 Kähler 6. 246 RIC VI 205 Nr. 636, Trier. 247 CIL XI 5265. — RE Suppl. IV (1924) 851 s. v. Kaiserkult (Herzog-Hauser). - H. von Heintze in: Helbig II^ 15.

2458 "Torelli a. O. 40f. 49. 57.

64

allgemeinen damnatio memoriae der tetrarchischen Kaiser, hatte ein solches Tetrarchenmonument keine Funktion und Bedeutung. So hat die neue konstantinische Universalmonarchie die Statuen übernommen, durch die Umarbeitung der ursprünglich tetrarchischen Kaiserkópfe zum konstantinischen Herrscherbild verwandelt und somit die Statuen in der neuen, radikal geänderten historischen Situation neu aktualisiert. Der ganze Vorgang muß mit der Umarbeitung der älteren Kaiserköpfe zu Konstantin- und Licinius-Bildnissen auf dem Konstantinsbogen verglichen werden. In der Datierung der konstantinischen Umbildung des Monumentes stimme ich im großen und ganzen

H. von Heintze und W. von Sydow bei. Die Inschriften weisen, ganz abgesehen davon, wer nun tatsächlich dargestellt ist, darauf hin, daß zur Zeit, als sie angebracht wurden, die Söhne Konstantins noch »Caesares« waren und Konstantin selbst noch am Leben?*?. Wenn die kapitolinischen »Constantini« gleichgroß erscheinen, ergibt sich das natürlich aus dem tetrarchischen Ursprung der Gruppe, die das Ideal der similitudo widerspiegeln wollte. Wenn die Tricennalien .Konstantins den Anlaß zur

Errichtung des Monumentes gegeben haben, so würde es eine gute Parallele zum Fünfsäulenmonument auf dem Forum Romanum zu den Vicennalien Diokletians geben. Der noch nicht voll entwickelte konstantinische Typus von Kopf und Haaren würde vielleicht eine

frühere Datierung indizieren, für die auch eine historische Überlegung spricht. Wenn es sich in der Figur der Mittelklappe des Panzers unserer kapitolinischen »Constantini«e um ein Kreuzzeichen Formates und die ganze Verborgenheit der Figur eine gewisse handelt, so wird durch die Kleinheit des

Vorsicht und Zurückhaltung des christlichen Bekenntnisses angedeutet, das alles Provozierende vermeidet. Dem entspricht der Vorbehalt, mit dem am Anfang das Christentum in Rom akzeptiert wurde?9?, Vor dem Sieg über Licinius im Jahre 324 gab es keine öffentlichen christlichen Kultbauten innerhalb des Pomeriums, der sakralen Umgrenzung Roms. Der erste öffentliche christliche Kultbau stand fertig erst nach dem endgültigen Sieg Konstantins, innerhalb der Mauern, die Lateranskirche,

wahrscheinlich erst bei seinem Besuch in Rom bei seinen Vicennalien 326. Wahrscheinlich werden unsere »Constantini« nicht später anzusetzen sein. In der kolossalen lateranischen Basilica intra muros spricht sich der christliche Gedanke souverän, ohne jede Zurückhaltung aus. Eine ausdrucksvolle Parallele in der Welt der bildenden Kunst steht uns in der endgültigen Fassung des Konstantin-Kolosses auf dem Kapitol vor Augen, wo der Kaiser mit dem speerhohen Kreuz in der rechten Hand thront. In gewaltiger, eindringlicher Form wird hier das Im Gegensatz Christentum des Kaisers manifestiert und von Eusebius emphatisch hervorgehoben. zum verborgenen, fast kryptischen Ausdruck des Kreuzzeichens im Panzer der »Constantini« wird im kolossalen Tropaion des Kaisers »mit lauter Stimme und in monumentalen Inschriften allen Menschen das heilbringende Zeichen verkündet«. Die souveräne christliche Religionspolitik des Weltherrschers fängt erst 324 an, nach der Eliminierung des Licinius, und wird durch die radikale christliche Haltung charakterisiert, die, wie wir sehen sollen, vor gewaltsamen Eingriffen an traditionellen Skulpturen wer-

ken nicht zurückscheute, wo die neue Religion es forderte. Diese souveräne christliche Religionspolitik des Universalherrschers wäre in der Zeit unmittelbar nach dem Sieg an der milvischen Brücke

undenkbar: in der Zeit also, in die Eusebius den Eingriff am Konstantin-Koloß zurückprojizierte. Das beweisen vor allem die historischen Friese des Konstantinsbogens (312—315), wo überall Sol Invictus, nicht Christus gegenwärtig ist. So gehört der Koloß, wie er von Eusebius beschrieben wird, in die Zeit

der Universalherrschaft Konstantins. Wie schon oben gesagt, spiegeln sämtliche drei Köpfe den allgemeinen konstantinischen Herrschertypus wider. Man vermif&t jedoch eine tiefgehende Charakterisierung und Herausarbeitung der Züge

249

von Sydow 29. ?39 P. Bruun, Skrifter utgivna av Historiska samfundet i Äbo X Historiska Uppsatser 27.X1.1980.

65

wie sonst in den konstantinischen Porträts, sowohl vom jüngeren wie vom älteren Typus. Das Gesicht ‚ist ohne tiefere Zäsuren, ist jugendlich glatt, ohne Runzeln. Die starken Wogen des.konstantinischen

Charakterkopfes haben sich beruhigt. Die physiognomischen Einzelformen werden innerhalb eines klaren Systems von dominierenden Grundlinien und großen detaillosen Flächen zusammengehalten. Ruhe und Klarheit bestimmen den Ausdruck. Ein neuer nach augusteischen und trajanischen Vorbildern orientierter Klassizismus kommt dabei zum Vorschein??!. Eine Reaktion gegen die starken Ausdruckseffekte macht sich geltend. An ihre Stelle tritt eine etwas leblose Stille. Die Haarform ist einfach,

die Locken

sind kürzer und

schlichter als gewöhnlich,

vielleicht in Reaktion

gegen

die

prächtige, langlockige Kunstfrisur, die xouugroia, des späten Konstantin. Das Haar folgt, wie wir gesehen haben, über Stirn und Schläfen dem konistantinischen Bogen, doch sind die einzelnen Locken nicht scharf herausgearbeitet und somit ist die Archivoltenfrisur mit ihrer strengen Symmetrie der

Einzelmotive weniger fühlbar. Nicht nur in den Porträtköpfen unserer Statuen kommt eine retrospektive Haltung an den Tag, sondern auch in der Wahl des statuarischen Typus, in der Stellung und Haltung, Bewaffnung und Bekleidung, im Insigne der altehrwürdigen corona civica. Ein großes Gewicht legt der Verfasser darauf, daß im Gegensatz zum Schreckbild der Soldatenkaiser der Tetrarchie??? die Kaiser unseres konstantinischen Monumentes — wie man an dem best erhaltenen, dem Kaiserkopf der lateranischen Statue, besonders deutlich ersieht -- milde, menschenfreundlich,

liebenswürdig erscheinen wollen, was um so mehr auffällt, als die Kaiser in kriegerischer Rüstung dargestellt sind. Um den Mund des lateranischen Konstantin spielt ein freundliches Lächeln?°?. Wir : glauben, daß in dieser Änderung des Ausdrucks das immer klarer bewußte Christentum des Kaisers mitspielt. Er will milde und menschenfreundlich, dabei auch freudig und heiter erscheinen. Gerade diese Charakterzüge, die so frappant im Kaiserbild unserer Statuengruppe hervortreten, werden von Panegyrikern und Historikern der Zeit als bedeutungsvolle persönliche Eigenschaften Konstantins hervorgehoben. Seine Milde, πραότης,

wird von Eusebius gelobt??*, seine einzigartige

Menschenfreundlichkeit, comitas singularis, von Lactantius?9?, seine Liebenswürdigkeit und freudig ruhige Gesinnung, amabilitas, bilavitas, laetitia, tranquillitas, von den Panegyrikern gepriesen”°®. Von seiner Menschenfreundlichkeit, die fast wie Nächstenliebe anmutet, seinem gütigen Entgegenkommen und wie die Majestät seiner Erscheinung durch eine gewisse Munterkeit vermenschlicht wird, spricht

der Panegyriker: quid faciles auditus, quid aures patientissimus, quid benigna responsa, quid vultum ipsum augusti decoris gravitate, bilaritate admixta venerandum quiddam et amabile renidentem, quis digne exsequi possit???" Bei dem Nicäanischen Konzil, so lesen wir, trat Konstantin herein wie ein Engel vom Himmel. Seine Seele strahlte Frömmigkeit und Gottesfurcht aus??®. Unseren »Constantini« vom Quirinal schließen sich noch drei Kaiserköpfe verschiedener Herkunft an, vor allem wegen derselben höchst speziellen Form der corona civica. Sie sind aber in einem so schlechten Zustand, daß sie ikonographisch nur geringen Wert haben. Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Skulpturengalerie Inv. 6730. Porträtkopf. Das

251 Zum konstantinischen Klassizismus zuletzt: von Sydow 44 ff. 252 Ein Überbleibsel des φοβερὸν der tetrarchischen Kaiser ist vielleicht in der Beschreibung des Konstantin bei Eusebius, Vita Constantini I 19, 2 zu spüren; zitiert Torelli a. O. 32f. ?53 Schon von B. Berenson L'arco di Costantino o della decadenza della forma (1952) 61 ff. Abb. 79 bemerkt: »L'espressione mite e pacifica e il lieve sorriso che denota una benevolenza superiore che sfiora il volto«. 25^ Eusebius, Vita Const. III 10, 3. 4; zitiert Torelli a. O. 32f. 255 Lactantius, De mortibus persecutorum 18, 10; zitiert Torelli a. O. 34. 256 Paneg. VI (X) a. 321, c. 34, p. 183, 19 (Ed. Baehrens); zitiert Torelli a. ©. 34. 36. — Paneg. VI (VII) a. 310 c. 21 p. 218, 4 (Ed. Baehrens); zitiert Torelli a. ©. 36. — Paneg. VI (VII) a. 310, c. 4, S. 203, 18; zitiert Torelli a. O. 37. 257 Paneg. IV (X) a. 321, c. 34, p. 183, 19 (Ed. Baehrens); zitiert Torelli a. O. 34. 258

Griechisch zitiert, Eusebius,

Vita Constantini

III 10, 3. 4.

66

ganze Gesicht, auch die Haare, scheint völlig überarbeitet. Marmor. Mit der corona civica bekränzt (Taf. 45a). Berlin, Bodemuseum Inv. 4694. Unvollendeter Porträtkopf. Marmor. Mit der corona civica bekränzt

(Taf. 45b).

Rom, Palazzo Eredi Casali del Drago (in dem androne), Via della Stelletta 23. Zerstümmelter und zur

Unkenntlichkeit restaurierter Kopf einer Statue, auf eine neuzeitliche Panzerbüste gestellt. Überlebensgroß. Marmor. Mit der corona civica bekränzt (Taf. 45c).

Die Köpfe müssen mit augusteischen und frühclaudischen Porträts verglichen werden. Zu beachten ist

die Freiheit in der Haarbehandlung,

die mehr mit der Art jener Zeit als mit der konstantinischen

übereinstimmt. Auch an der Wiedergabe der Augen, die beim Berliner Kopf ohne Innenzeichnung gegeben wird, erkennt man — wenn es sich nicht um neuzeitliche Überarbeitung handelt — den bewußten Klassizismus dieser Porträts: Die Köpfe sind mit einem Kranz aus gepaarten Eichenblättern mit rundem Stirnjuwel geschmückt, der in allem Wesentlichen dem Kranz der »Constantine«

entspricht. Aus der Verwendung der corona civica ersieht man wiederum das retrospektive Bestreben der Künstler.

Nur ein kleiner Teil des Kopfes del Drago ist antik, und dieser Teil ist zudem hart überarbeitet, so daß nähere Identifizierungen kaum in Frage kommen können. Was zu dem Gedanken an die Zugehörigkeit zum konstantinischen Ehrenmonument auf dem Quirinal führen konnte, ist vor allem der hart gebohrte Eichenkranz, der so eigentümlich mit der glatten Oberfläche des Gesichtes konstrastiert.

Doch passen die Maße nicht, die bedeutend kleiner sind als die Köpfe der kapitolinischen Statuen (ca. 0,40 m). Die Haare längs der Stirn und den Schläfen und unter dem Kranz bilden Einzellocken, die sich dem konstantinischen Haarbogen anzupassen scheinen. Der Kranz ist über der Stirn mit einer Bohrspur tief unterschnitten. Hinter dem Kreuz scheint die Kalotte des Scheitels, jedenfalls teilweise, in Zement restauriert. Die Innenzeichnung der Augen: zirkuläre Iris--Umzeichnung mit zentralem Punkt als Angabe der Pupille. Besonders der Kranz, die Bohrung, das ovale Stirnjuwel muß mit unseren »Constantinen« und mit den Kaiserkópfen in Berlin verglichen werden. Der Kopf ist einer neuzeitlichen Büste aufgesetzt, die dem Panzertypus der Statuen des konstantinischen Ehrenmonumentes folgt.

EIN MOGLICHES GRUPPENBILD KONSTANTINS UND SEINER SOHNE IN ALEXANDRIA In seinem monumentalen Opus »Antike Porphyrwerke« hat R. Delbrueck überzeugend eine Gruppe von östlichen Porphyrstatuen zusammengestellt, in denen er die drei Söhne Konstantins, aus der Zeit von 333-337, als sie alle Caesaren waren, sehen will. Eine solche 'Prinzengruppe' bleibt aber nach all dem,

was wir jetzt von dem spätantiken Idealbild des koordinierten Herrschertums

wissen, unvoll-

ständig und ausdruckslos, so lange die Caesaren sich nicht mit dem väterlichen Augustus in dem Bilde zusammenschließen. Die Fundumstände erlauben eine solche Vervollständigung, da einer der drei

Caesaren

in der Nachbarschaft

einer thronenden

Kolossalstatue — in verwandtem

Stil und

in

demselben Porphyr gearbeitet — gefunden wurde. Die Delbruecksche Gruppe erweitert sich dann um diese vierte Statue. Es handelt sich um die folgenden Statuen: | Alexandria, Museum Inv. 5934. Kolossalstatue eines thronenden Togatus. Porphyr. Ungefähr 2'/zmal lebensgroß. Stilistisch gehört die Statue in konstantinische Zeit (Taf. 46 a.b). Berlin, Bodemuseum Inv. 1624. Chlamysstatue. Porphyr. Kindliche Größe. Gefunden in Alexandria,

ca. 300 m von dem Ort, wo früher die thronende Kolossalstatue zutage kam. Schwert mit Adlerkopf (Taf. 46c).

67

Turin, Museo Archeologico. Panzerstatue. Porphyr. Kindliche Größe. In Ägypten gefunden. Die Bruchspuren am Panzer zeigen, daß der Schwertgriff in einen Adlerkopf auslief (Taf. 472). Wien, Kunsthistorisches Museum. Chlamysstatue. Porphyr. Kindliche Größe. Als Geschenk von Alexandria nach Wien gekommen (Taf. 47b). Delbrueck schließt nun die Statuen Berlin, Wien und Turin zu einer Gruppe zusammen, die er in die Zeit um die Tetrarchie datiert. Wegen Einzelheiten der Tracht und Bewaffnung — besonders der Form und Dekoration der Schwertgürtel und Schwerter, ferner wegen Einzelheiten wie der Medaillonreihe,

die anstatt der normalen K lappenreihe den Metallpanzer nach unten abschließt — sind die Statuen so eng mit den diokletianischen Porphyr-Kaisern im Vatikan und in Venedig verbunden, daß der zeitliche Abstand nicht sehr groß sein kann. Die Frist verengt sich auf der einen Seite dadurch, daß um die Mitte des 4. Jahrhunderts Porphyrskulpturen anscheinend immer seltener werden. Auf der anderen Seite streitet der kleine und variierende Maßstab der Prinzen mit dem Prinzip der similitudo der Tetrarchie. Dieser Maßstab erklärt sich am besten, wenn man mit Delbrueck annimmt, daß die Prinzenstatuen zu seiten einer lebensgroßen oder kolossalen Hauptfigur standen. »Nun erscheinen bei diokletianischen

Gruppen die Caesares, entsprechend ihrem Lebensalter und ihrer Funktion im Staate, gar nicht oder nur wenig kleiner als die Augusti; erst in den Erbmonarchien des Constantinus und Licinius sind die heranwachsenden Prinzen von geringerer Statur«. Die dynastische Solidarität tritt an Stelle der tetrarchischen similitudo.

»So

kommt

man

auf die Zeit,

als die Sóhne

des

Constantinus

Caesares

waren... Von der kleinen Statue in Wien . . . läßt sich vermuten, daß sie den jüngsten Caesar Constans darstellt, der 333 mit 11 Jahren diese Würde erhielt . . . Die Statuen in Berlin und Turin wären dann Constantinus II oder der etwas jüngere Constantius II«.

Die kolossale Hauptstatue der Gruppe, die der Verfasser im thronenden Kaiser in Alexandria sieht, wird allgemein in diokletianische Zeit gesetzt und mit Diokletian identifiziert. Wie oben gezeigt ist, scheint aber die Statue einer etwas späteren Stilphase anzugehóren: gerade der Zeit Konstantins. Münzbilder von Familiengruppen des konstantinischen Hauses sind zu vergleichen. Hier umgeben die beiden ältesten Söhne, stehend und im Panzer, die übergroße Gestalt des thronenden Konstantin in

Chlamys-Tracht?*??. Auf einem Goldmedaillon von Konstantinopel sind alle drei Söhne zugegen und umgeben stehend die überragende Gestalt des stehenden Vaters: Constans 1st ganz klein, Constan-

tinus II und Constantius II beträchtlich grófter?9?,

EINZELBILDER KONSTANTINS AUS SEINEN MITTLEREN UND SPATEREN JAHREN Nachdem das Reich wieder vereinheitlicht ist, haben sich die gegenseitigen Finflüsse zwischen Osten

und Westen gesteigert, und nachdem das neue Zentrum eben im Osten liegt, mögen sich die östlichen Kräfte und Bestrebungen in der neuen Kunst besonders ausgewirkt haben. So sehen wir nach 324 den auf rómischem Boden geschaffenen Typus des Konstantin eine eigentümliche Wandlung durchmachen:

die Formenbestimmung,

die in tetrarchischer Zeit an den

östlichen: Porträts

festgestellt:

wurde, schlägt mehr und mehr auch im Westen durch. Wie sich das geteilte Imperium nach Konstantins Sieg über Licinius zu neuer Einheit zusammenschließt, so begegnen sich im Porträt nach dem Sieg von 324 die beiden künstlerischen Potenzen, die in tetrarchisch-frühkonstantinischer Zeit einander gegenüberstanden. So wird eine allgemeine Tendenz im östlichen Porträt auch im Westen

259 Delbrueck, Porphyrwerke 128f. Taf. 66f. 299 Delbrueck, Porphyrwerke Taf. 67 D.

68

fühlbar: nämlich die Reduktion des Plastischen, die lineare Verhärtung und ornamentale Akzentuie-

rung der Form”*!, Das kommt in den Münzbildnissen klar zum Ausdruck. Die individuelle Form wird auch im Westen mehr und mehr auf ein ornamentales, linear vereinfachtes Schema zurückgeführt, mehr und mehr setzt sich auch hier die großäugige

Ausprägung des Ausdrucks

durch; und gleichzeitig ist im Osten eine

schärfere Differenzierung der Porträtzüge zu bemerken, eine Milderung jener Ausdrucksprägung, die in.der vorangehenden Epoche das Menschengesicht bis zur expressiven Maske verwandeln konnte. Ein für diese Zeit charakteristischer Bildtypus, der im Osten. wie im Westen ähnlich vorkommt, ist der himmelwärts schauende Kaiser (Taf. 67), der als Beispiel für diesen Ausgleich, dieses gegenseitige Durchdringen gelten mag. | Wichtige Datierungskriterien geben neben dem Stil auch die Haartracht und das Diadem, das als Herrscherinsigne dem Osten traditionell angehört und von Konstantin erst nach 324 angelegt wird. | Die folgenden Konstantinbildnisse stammen nach der Ansicht des Verfassers aus den mittleren und späteren Jahren des Kaisers: d. h. aus der Zeit Universal-Monarchie (324-337). Alexandria, Museum Inv. 5934. Kolossale kopflose Porphyrstatue eines thronenden kaiserlichen Togatus.

Kopf

und

Teile der Unterarme

fehlen;

sie waren

in anderem

Material

(wohl

Marmor)

gearbeitet. Gefunden ın Alexandrıa (Taf. 46a.b). Belgrad, Nationalmuseum Inv. 79-IV. Kaiserkopf mit Diadem. Bronze: Überlebensgroß. Aus Naissus, Illyrıcum, dem Geburtsort Konstantins (Taf. 48a.b). Berlin, Bodemuseum Inv. 527. Kopflose Porphyrstatue eines stehenden kaiserlichen Togatus. Etwa

lebensgroß. Kopf,

Füße und Teile der Unterarme fehlen; sie waren in anderem Material (wohl

Marmor) gearbeitet. Provenienz: Venedig, wahrscheinlich vom Orient importiert. Bis zum Jahre 1854 in Potsdam, Sanssouci (Taf. 47c).

Istanbul, Archäologisches Museum Inv. 273. Spätantik .umgearbeiteter Porträtkopf, einer nicht zugehörigen Togastatue aufgesetzt, ist aber Jetzt von dieser befreit. Marmor. Aus Chania, Kreta. Überlebensgroß.

Wie aus den Locken der hinteren Teile des Kopfes hervorgeht, handelt es sich um

eine vorkonstantinische Skulptur, die später zu einem Konstantinporträt umgearbeitet wurde. Eine unbearbeitete Zone über und hinter der Lockenarchivolte läßt auf ein Diadem oder auf einen Kranz schließen (Taf. 48 c).

New York, Metropolitan Museum

Inv. 26229. Porträtkopf (früher in der Sammlung Giustiniani).

Zum Einsetzen in eine Statue. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 48 d). 261 Nach der Ansicht des Verfassers wird die Bedeutung der östlichen Komponente in der neuen Reichskunst der konstantinischen Universalmonarchie oft unterschätzt; das gilt zuletzt von den Studien von Sydows (15. 41. 146f.). Vor allem scheint die östliche Porphyrskulptur nicht richtig gewürdigt, wenn von Sydow sie als »Produkt eines künstlerischen Mischungsprozesses« ansieht, die von provinzieller Natur und mit frühkoptischen Werken vergleichbar sei. In Rom selbst wurden diese Skulpturen hoch gewertet und von der exklusiven Staats- und Kaiserkunst akzeptiert; es genügt, auf die kaiserlichen Porphyrstatuen auf dem Forum Romanum hinzuweisen oder auf die kaiserlichen Porphyrsarkophage in Rom und Konstantinopel. ‚Den Porphyrstil im östlichen Kaiserporträt zeigen uns die Porphyrgruppen in Venedig und im Vatikan, ferner der Galeriuskopf aus Athribis und seine Replik aus Antiochia, endlich Maximinus Daia (?) in London. Es handelt sich nach der Ansicht des Verfassers hier nicht um provinzielle Vereinfachung, sondern um einen bewufiten Stilwillen, — so wie auch die Wahl des Purpursteins für das Kaiserbild ein bewußter Akt ist. Verfasser sieht wie früher diese Porphyrstruktur als die Spätschöpfung eines orientalisierten Hellenismus an, die eine östliche Parallele zum stadtrómischen Porträt bildet. Die Wirkung dieser Skulptur auf die gleichzeitige Marmorkunst im Osten zeigt z. B. der Kopf im Rijksmuseum in Leiden - vielleicht ein Bildnis des Maximinus Daia — der aus Konstantinopler Umgebung stammen soll. Nach der Auffassung des Verfassers äußern sich in den östlichen Münzbildnissen dieselben Formtendenzen wie in den genannten Porphyrporträts. Dieselben Kräfte sind hier in

Kleinkunst und monumentaler Skulptur wirksam und der Unterschied in dem Münzsul zwischen Ost und West läßt sich nicht nur aus der geringeren Fähigkeit des lokalen östlichen Stempelschneiders erklären. Vgl. M. R. Alföldi, Konstantinische Goldprägung (1963) 21 ff. und 10: »Im großen und ganzen hat eine jede Münzstätte einen ausgeprägten und charakteristischen

Stil«. s. auch H. A. Cahn in: Festschrift Karl Schefold (1967) 91 ff. Zu Verfassers Beschreibung des »kubistischen Porträtstils auf den östlichen Münzen«

s. J. W. Salomonsons

Charakteristik eines tetrarchischen Porträtkopfes, OudhMeded 41, 1960, 59 ff.

.69

Rom, Museo Torlonia 619. eingesetzt (Taf. 49c.d). Rom,

Porträtkopf. Marmor.

Palazzo dei Conservatori,

Überlebensgroß.

In eine moderne

Panzerbüste

Cortile. Kolossalbild des Konstantin (Taf. 50-54).

Adolphseck, Schloß Fasanerie. Porträtkopf. Marmor. Lebensgroß (Taf. 49a.b). Nur einige Worte zur Datierung der Porphyrstatuen in Alexandria und Berlin in konstantinische Zeit. Ein entscheidender Unterschied besteht im Gewandstil der beiden thronenden Statuen in Alexandria und Caesarea und ähnlich zwischen den beiden stehenden Statuen in Rom und Berlin: das eine Mal (Rom - Caesarea) der große freie Schwung eigenwillig wogender Kurven voll plastischen Lebens; das andere Mal (Berlin - Alexandria) die Erstarrung der Bewegung in einem steifen und regelmäßigen System von parallellaufenden, linearen und flächigen Falten. Deutlich verrät dieses Erstarren den späteren Stil. Doch wird eine engere Datierung wegen des Fehlens der Porträtköpfe erschwert. Eine gewisse Hilfe gibt das Paludamentum der Porphyrbüste des Galerius von Athribis (Taf. 19). Der Faltenstil hat sich hier noch nicht der starren Regelmäßigkeit gefügt. Wir werden über die zweite Tetrarchie hinaus in konstantinische Zeit gewiesen, die eine mehr beruhigte, regelmäßig disziplinierte

Stilhaltung zeigt. Gehören

nun,

| wie

der

Verfasser

glaubt,

die

drei

‘Porphyr-Prinzen’,

in

denen

Delbrueck

die

Konstantinssóhne erkennt, mit dem Thronenden in Alexandria zu einer Familiengruppe zusammen, kann diese natürlich nur konstantinisch gedeutet werden. Der Thronende muß Konstantin selbst sein.

Eine in Porphyr gearbeitete und aus Ägypten stammende konstantinische Familiengruppe ist vor der Besiegung des Licinius und der Eingliederung Agyptens mit dem Porphyrberg ins konstantinische

Reich (324) kaum zu erwarten. Das Alter der dargestellten Prinzen würde eine Datierung in. Konstantins letzte Regierungsjahre, wahrscheinlich nachdem sämtliche Prinzen Caesaren waren (334—337), wahrscheinlich machen.

MARMOR-KOLOSS

IM CORTILE

DIE ERHALTENEN

DES PALAZZO FRAGMENTE

(TAF.

DEI CONSERVATORI 50-54)

Der Konstantin-Koloß auf dem Kapitol ist sowohl nach der äußeren wie der inneren Dimension, sowohl nach Maß wie nach Ausdruck das mächtigste Herrscherbild, das die römische Kaiserzeit uns überliefert hat, und hat stärker als jedes andere richtungsweisend auf die Tradition des Kaiserbildes eingewirkt. H. Kähler und C. Cecchelli haben das Verdienst, dieses großartige Bildnis mit dem von Eusebius gelobten μέγα τρόπαιον identifiziert zu haben, in dem sich der Kaiser mit dem »heilsamen

Zeichen« Christi an der Seite dargestellt hat??. Der Koloß ist mehrmals eingehend beschrieben, besonders von Delbrueck?98?, auf den für alle Einzelheiten zu verweisen ist.

Sämtliche auf dem Kapitol befindlichen Teile des Kolosses — abgesehen von der unten genannten Hand 1 — wurden im Bereich der Basilika Konstantins am Forum Romanum in der Zeit von Innozenz VIII (1484-92) gefunden und im Cortile des Palazzo dei Conservatori aufgestellt. Es handelt sich um die folgenden Teile:

Der vordere Teil von Kopf und Hals; die rechte Hand, im Folgenden Hand 2 genannt; der rechte Arm (Teil des Ober- und Unterarmes); das rechte Knie; ein großer Teil der rechten Wade; ein kleiner Teil

der linken Wade(?); der rechte und der linke Fuß.

62 H, Kähler, JdI 67, 1952, 1ff. — C. Cecchelli, Il trionfo della Croce (1954) 13 ff. 263 Delbrueck, Kaiserporträts 121 ff.

70

Besonders zu bemerken: Die ganze vordere Hälfte des Kopfes, vor allem das Gesicht, ist ausgezeichnet

erhalten. Wegen der besonderen Wichtigkeit des Kopfes gehen wir hier auf Einzelheiten ein (nach

Delbrueck): zum Einsetzen in eine thronende Statue; Marmor; Höhe 2,60 m; Höhe des Auges 0,30 m; Kopf und Hals durch Gips verbunden; große Teile des Haares aus gesonderten Marmorblócken gearbeitet und eingesetzt; an der linken Kopfseite ist ein solcher Block ausgefallen. Wichtigste sonstige Beschädigungen: Teile des linken Ohrs und die vor diesem liegende Locke fehlen. Für das Diadem eine Abarbeitung im Haar. Innenzeichnung der Augen: Irisumrandung und große, bohnenförmige Pupille. Niedrige Wulstform der Brauen. Die Locken, die Schläfen und Stirn umrahmen, sind scharf

herausgearbeitet, durch tiefe Bohrkonturen hervorgehoben und gegeneinander abgegrenzt. Klar ausgeprägte ‘Archivoltenfrisur’. Hervorragende Arbeit. Zu den genannten Fragmenten des Kolosses kommt jetzt noch ein neues, das von Kähler gefunden und

auch publiziert wurde?°*. Er fand in einem Haufen von Baugliedern und anderen Fragmenten unmittelbar hinter der Westapsis der Basilika Konstantins, etwa 10 m von dem einstigen Standort der Figur entfernt, einen der Statue angehörigen Marmorblock. »Es ist die linke Brust der Statue von der Schulter abwärts bis unterhalb der Brustwarze«.

Der Block hat eine Höhe von 1,26 m. Seine größte

teilte den Fund im September 1951 der. Soprintendenza mit. Noch jetzt situ an der Via Sacra. Für den statuarischen Typus läßt sich von diesem Konstantin in idealer Nacktheit dargestellt war, nicht etwa in Panzer oder und höchstens ein leichtes, nur Teile des Körpers verhüllendes Gewand

Breite mißt 52 cm. Kähler befindet sich der Block in Fragment erschließen, daß Toga, sondern gottähnlich, getragen hat.

DIE ZWEI RECHTSHÄNDE

DES KOLOSSES

Im Cortile des Palazzo dei Conservatori befindet sich außer der erwähnten rechten Hand des Kolosses, die im Folgenden Hand Nr. 2 benannt wird, noch eine weitere rechte Hand, im folgenden Hand Nr. 1 genannt”°,

die der Hand

Nr. 2 so ähnlich ist, daß ein näheres Verhältnis auch von der Hand

Nr.

1

zum Koloß gegeben scheint. Es muß jedoch unterstrichen werden, daß die Hand 1 nicht mit den anderen Fragmenten des Kolosses zusammen im Bereich der Konstantinsbasilika gefunden wurde, sondern in Baurnauern unter dem Kapitol. Beim ersten Blick scheint die Hand

1 von genau derselben Form wie die Hand 2. Nicht nur sind die

beiden Hände in ihrem kolossalen Maßstab sich gleich, und nicht nur sind Stil und Technik einander so eng verwandt, als wären die Hände von demselben Meißel gearbeitet; sondern auch die Stellung der Finger, die einzelnen Teile von Gelenken und Handflächen sind dieselben, und beide greifen sie um einen stabähnlichen Gegenstand. Dazu kommt noch, daß unsere Rechtshände beide mit einer unteren Anschlufiflàche abschließen, die einer entsprechenden Schnittfläche des anschließenden verlorenen Handglied-Blockes entspricht. Die Hand 2 gehört auch der Provenienz nach mit den erwähnten von der Konstantinsbasilika stammenden Fragmenten zusammen, damit zu unserem Konstantin-Koloß. Die Hand 1 scheint deshalb als Rechtshand des Kolosses ausfallen zu müssen. Eine Möglichkeit würde es sein — wie es der

Katalog von H. Stuart Jones annimmt — daß die Hand 1 zu einem anderen Koloß gehört habe, der

264 Ἢ

Kähler, JdI 67, 1952,

12ff. Abb.

265 Stuart Jones, Pal. Cons. 12 Nr.

7-9.

16 Taf. 5 »H 1,61 m. Luna Marble. Restored: thumb from nuckle and piece at base, nail of

second finger, three patches on palm. The four fingers have been broken and reset. There is an iron dowel in the patch below the little finger. The hand, which appears to have belonged to a colossal statue similar of that of Constantine, has the same arrangement of the fingers but lacks the attachment for a sceptre«.

71

dem des wirklich wären — denken.

Konstantin ähnlich gewesen ist — »a colossal statue similar of that of Constantine«. Wenn zwei solche einander in Dimension und Gegenstand gleiche Kolosse ursprünglich da gewesen was an und für sich schwer denkbar ist — so würde man etwa an zwei kaiserliche σύνϑρονοι Wenn es sich aber um σύνϑρονοι handelt, ist die Tatsache merkwürdig, daß die Hand 1 nicht

mit den anderen Teilen des Kolosses zusammen im Bereich der Basilika Konstantins gefunden wurde,

sondern unter dem Kapitol. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit zur Erklärung des merkwürdigen Vorhandenseins von zwei

Rechtshänden: Zu einem gewissen Zeitpunkt wurde aus irgend einem Grunde die eine Rechtshand abgenommen und durch die andere ersetzt. Die Hand 1 müßte die frühere sein, da die Hand 2 dem

Kolosse bis an seine endliche Aufstellung auf dem Kapitol gefolgt ist. Der Weg zur Lösung unseres Problems, öffnet sich durch die Untersuchung der kolossalen Hände selbst und ihrer möglichen Attribute. Gewisse Unterschiede der beiden Hände sind vorhanden. So liegt die nach unten am Handgelenk die beiden Hände abschließende Anschlußfläche (Taf. 50) an der Hand 1 etwas höher als an der Hand 2 (Taf. 51). Der Block des Handgelenkes, an den die Hände anschlossen, ist verloren. Wichtiger ist aber, daß die beiden Hände sich im Griff unterscheiden, vor allem in den Anschlufiflàchen im Inneren der Hände.

Die Fingerstellung der beiden Hände zeigt, daß sie einen stabähnlichen Gegenstand umschlossen haben. An der Innenseite der Handflächen und der gebeugten Finger finden sich Anschlußflächen für diesen

Gegenstand,

die an beiden

Händen

höchst

verschieden

sind

und

einen Unterschied

des

gehaltenen Gegenstandes erschließen lassen. Bezüglich aller Einzelheiten, besonders vom Verlauf der Anschlußflächen, muß auf die Beschreibung und photographische Dokumentation von R. Brandt verwiesen werden, die wir hier anschließend veröffentlichen. Wir heben schon hier die Ergebnisse zusammenfassend hervor, die in unserem Zusammenhang als Hauptresultat von Brandts Untersuchung gelten müssen: Hand 2 hat einen runden stabähnlichen Gegenstand gehalten, der sich in seinem oberen und unteren Teil auf Ansatzflächen im inneren des Handgriffs stützte und somit den Eindruck eines einheitlichen, den ganzen Handgriff durchlaufenden Stabes gab, während an der Hand 1 der Stab aufrecht an der oberen Ansatzfläche des Griffes befestigt war.

Beschreibung der beiden Rechtshände des Kolosses

von Rasmus Brandt »Hand Nr. 1 (Taf. 50). H: 1,61 m. Marmor. Ergänzt: das äußerste Gelenk des Daumens, der Nagel des Mittelfingers, der Zeigefinger, drei Flicken am Handteller. Vier Finger waren abgebrochen und an

der Hand mit einer Eisenkrampe im Winkel zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger wieder befestigt. Zwei andere Eisenkrampen an der oberen Seite des Ring- und kleinen Fingers sind vor kurzem entfernt. Die Hand war mit dem Arm nicht am Handgelenk, sondern näher an der Handmitte verbunden. Die Ansatzfläche (etwa 55 x 75 cm) ist glatt und hat ein rechteckiges Zapfenloch (30 x 39 cm, Tiefe: 35 cm). Im Winkel zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger ıst eine ovale, roh gehauene Vertiefung (etwa 20 x 26 cm), in welche in der Nähe des Daumens ein konisch geformtes Zapfenloch geschnitten ist (Diameter: 9 cm, Tiefe: 18 cm). Hand Nr. 2 (Taf. 51). H: 1,66 m. Marmor. Ergänzt: Zeigefinger, das äußerste Gelenk des Daumens,

die obere Seite des zweiten Gelenks des Mittelfingers. Die Hand war mit dem Arm am Handgelenk verbunden, aber die jetzige Aufstellung verbirgt, wie sie 72

angesetzt war. Das Maß der Handgelenkfläche ist etwa 45 x 54 cm. Am Handrücken Einschnitt, der möglicherweise als Befestigung der Hand an den Arm gedient hat.

ist ein tiefer

Im Hohlraum der Krümmung des kleinen Fingers ist’die Ansatzfläche eines anderen Gegenstandes sichtbar. Die Fläche besteht aus zwei Vertiefungen; die eine ist kreisförmig (D: 16 cm) mit einem. Zapfloch in der Mitte (D: 4,5 cm, Tiefe: 4,0 cm), die andere, darunter, schmiegt sich unter das äußerste Gelenk des kleinen Fingers. Unter diesem Finger treten an der Hand zwei Falten hervor: an der unteren befindet sich eine glatte, rundlich ausgeschnittene Spur. Diese Spur zeigt die Form des Gegenstandes

und

auch

ihre

Richtung

an,

die

etwas

schräg im

Verhältnis

zu

der kreisförmigen

Vertiefung liegt. Im Winkel zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger ist eine fünfeckige Ansatzfläche zu sehen (die Seiten der Fläche messen 11,0 cm und 18,5 cm). In der Mitte dieser Fläche ist eine quadratische

Vertiefung (8 x 8 cm, Tiefe: 3,5 x 6,0 cm), in welcher sich in der Nähe des Daumens Reste von einem eisernen Nagel befinden. Am anderen Ende der Vertiefung sieht man einen halbkreisfómigen Falz. Die Form der Ansatzfläche entspricht nicht notwendigerweise der Form des Gegenstandes, der von der Hand gehalten wurde. Es ist gut möglich, daß der Gegenstand dieselbe Form hatte wie am kleinen

Finger, ohne daß der Übergang für den Beschauer sichtbar war. Zusammenfassung Beide Hände haben sich um einen Gegenstand gekrümmt, Hand Nr. 2. ein wenig mehr als Hand Nr. 1. Alle Fingerspitzen der Hand 1 sind einzeln ausgearbeitet. An der Hand 2 ist das nur teilweise geschehen: Zwischen Handteller und Fingerspitzen ist ein roher, unbehauener Rest von Marmor deutlich zu sehen. Wie

oben

angemerkt,

war

Hand

1 mit

dem

Arm

durch

eine

Ansatzfläche

an

der

Hand

selbst

verbunden. Als die Hand 2 an ihre Stelle trat, wurde die Ansatzfläche an das Handgelenk gerückt und vermittelt dadurch besser den Übergang zwischen Hand und Arm. Hand 2 hat einen rundlichen Gegenstand gehalten, wie aus der Ansatzfläche am kleinen Finger zu vermuten 1st. Für Hand 1 ist die Form des Gegenstandes wenig gesichert, aber sie kann wohl der der anderen Hand ähnlich gewesen sein. Der Unterschied zwischen den zwei Händen liegt darin, daß der gehaltene Gegenstand durch den Griff der Hand 2 geht, während er an der Hand 1 aufrecht an der

oberen Ansatzfläche befestigt war«?°®.

᾿

Also schließen wir nach Brandt: Das stabähnliche Attribut der Hand 1 wurde von dieser Hand getragen etwa wie ein traditionelles Szepter; während das gleichfalls stabähnliche Attribut der neuen Hand 2 auf dem Boden gestützt war, etwa wie eine Fahnenstange (vgl. die kapitolinischen Konstanune). Danach hat zu einem gewissen Zeitpunkt das ursprüngliche Attribut der Hand 1 einem neuen Attribut der Hand 2 weichen müssen. Damit mußte die ursprüngliche Rechtshand abgenommen werden und — aus technischen Gründen — eine neue Hand für das neue Attribut gearbeitet werden. Die neue und bleibende Rechtshand ist die Hand 2, die mit den übrigen Teilen des Kolosses zusammen im Bereich der Konstantins-Basilika gefunden wurde, die abgenommene Hand ist die Hand 1, die allein und fern von dieser Stelle, unter dem Kapitol sich befand. 266 Vgl. die Beschreibung der Hand Nr. 2 bei Delbrueck, Kaiserportráts 124: »Richtig ergänzt sind die Spitze des Daumens und ein Stück vom Mittelfinger, falsch der Zeigefinger, der wohl in leichter Krümmung den Stab berührte. Von diesem steckt ein

Stück zwischen den Fingern

16 cm stark, — bei Lebensgröße

ca. 2,6 cm, oben und unten mit Anschlußfläche, achsial

durchbohrt; in der Bohrung steckt ein starker Eisenstift mit Bleiverguß; an der Handfläche erscheint oben und unten eine Auskehlung für die angestückten Fortsetzungen des Stabes. Die Art der Verdübelung macht wahrscheinlich, daß diese aus Stein bestanden«. Merk würdigerweise erwähnt Delbrueck mit keinem Wort die Hand Nr. 1.

73

Die Ursache dieses Tausches der Rechtshände scheint klar. Nach dem Willen des Kaisers sollte seiner triumphalen Siegesstatue ein neues bedeutungsvolles Attribut in die rechte Hand gegeben werden. Die

Änderung war von einem solchen Gewicht, daß eine schwere Operation an der Statue vorgenommen werden mußte: Statt einer der traditionellen kaiserlichen Attribute sollte dem Kaiser das heilsame Zeichen Christi, τὸ σωτήριον σημεῖον, an die rechte Seite gestellt werden. Da die abgenommene Hand voll durchgearbeitet ist, muß diese Operation erst nach der Vollendung des Kolosses stattgefunden haben, aber wohl unmittelbar danach, da beide Rechtshände, wie wir sagten, einander so ähnlich sind

als ob sie von demselben Meißel gearbeitet wären. Der Kaiser muß selbst diese Änderung angeordnet

haben, die sicher nicht in den Absichten des heidnischen Senates gelegen hat, als er den KonstantinKolof als eine Trophäe des kaiserlichen Siegers weihte. Durch den Eingriff wurde der Statue ein ganz anderer Charakter gegeben, als ursprünglich beabsichtigt war. Das Vorhandensein. von zwei zum

Koloß gehörigen, vollkommen ausgearbeiteten Rechtshänden beweist aber, daß die Statue schon fertig stand als die energische Aktion des Kaisers sie sinnvoll umbildete. Der aus eigener Machtvollkommenheit vergöttlichte Kaiser wurde zum Christ-Kaiser verwandelt. Das heilsame Zeichen wird in der Vita Constantini I 40 als ὑψηλὸν δόρυ σταυροῦ σχήματι beschrie-

ben, das ὑπὸ χεῖρα ἰδίας εἰκόνος gestellt wurde. Nach der Historia Ecclesiastica IX 9, 10-11 stand das Zeichen an der rechten Hand der Statue, ἐπὶ τῇ δεξιᾷ. Wenn πάϑους beschrieben wird, kommt wiederum der Gedanke an nicht in der Ausdrucksform der Vita Constantini, loc. cit.: ὑπὸ κατειργασμένηςς besagt, daß das heilsame Zeichen einer schon

das Zeichen das Kreuz χεῖρα ἰδίας vollendeten

als σωτήριον τρόπαιον zum Ausdruck. Wird εἰκόνος Ev ἀνδριάντι Statue?" an die Seite

gestellt wurde? Den historischen Hintergrund dieses christlich verwandelten Kaiserbildnisses macht Eusebius in der Vita Constantini I 40 und Historia Ecclesiastica IX 9, 10-11 klar. Wir erfahren, daß der Kaiser, der als

Sieger über Maxentius am 29. Oktober 312 seinen gloriosen ingressus in Rom gefeiert hatte, mit lauter Stimme und in monumentalen Inschriften allen Menschen das heilbringende Zeichen verkündete. In

der Mitte der Stadt ließ er eine große Siegestrophäe über seine Feinde aufrichten und darauf mit unauslöschlichen

Buchstaben

schreiben:

Dieses heilbringende

Zeichen

sei Rettung der römischen

Herrschaft und des ganzen Reiches. »Er ließ denn sobald einen mächtigen Speer in der Form eines Kreuzes (also Speer mit Querstange) unter die Hand seines eigenen Bildnisses bringen in einer schon vollendeten Statue, die sich in dem belebtesten Teil von Rom befand, und ließ darauf die folgende Inschrift in der lateinischen Sprache eingraben: Durch dieses heilsame Zeichen, dem wahren Zeugen von Tapferkeit (Manneskraft) habe ich Eure Stadt gerettet und vom tyrannischen Joch befreit; ich habe

auch den Senat und das rómische Volk befreit und sie zum alten Ruhm und Glanz erhoben«. Das Problem der zwei Rechtshände unseres Kolosses wäre damit gelöst. Ursprünglich folgte die Statue. dem traditionellen heidnischen Typus des thronenden Kaisers, mit einem Szepter in der rechten Hand. Danach hat der Kaiser entschieden gehandelt. Die rechte Hand sollte nach seinem ausdrücklichen Willen ein christliches Attribut, das Kreuz, an Stelle des Szepters fassen. Eine solche Änderung setzte voraus, daß neue Anschlußflächen im Innern des Handgriffs für das neue Attribut ausgearbeitet

wurden. So genügte für den ‘Speer’ des Kreuzes nicht mehr eine obere Ansatzfläche im Inneren der Hand, es bedurfte auch einer Ansatzfläche für den unteren Teil des ‘Speeres’, der auf dem Boden ruhte.

Auf entsprechende Anderungen der Hand 1 hat man verzichten müssen und an der Stelle der alten Hand - der Hand 1 - eine neue Hand - die Hand 2 — geschaffen.

57 κατειργασμένης von κατεργάξομαι = fertigstellen, vollbringen, ausführen, vollenden.

74

DAS ERGÄNZTE

BILDNIS DES KONSTANTIN-KOLOSSES

Fassen wir zusammen, was wir. auf der Grundlage der vorliegenden Fragmente vom statuarischen Typus des Kolosses haben ermitteln können. Der Kaiser thront in typischer Haltung der antiken Sitzstatue, mit einem zurückgezogenen linken und einem vorgesetzten rechten Fuß?®®. Das rechte Bein hat einen annähernd senkrechten Unterschenkel, das Kniegelenk ist entsprechend gebogen. Der rechte Arm war etwas zur Seite gehoben und hielt in der ersten Fassung: mit Hand 1, ein Szepter, vgl. z. B. das von einem Adler gekrönte Szepter auf einem Medaillon Konstantins von 325°, wo Griff und

Fingerstellung in derselben Form wie am Kolofi wiederkehren. In der christlichen Umarbeitung des Kolosses mit Hand 2 wurde, wie wir gesehen haben, das heilsáme Zeichen Christi — τὸ σωτήριον σημεῖον — in die rechte Hand des Kaisers gegeben, und so wurde das traditionelle Kaiserbild in eine Trophäe des christlichen Siegers verwandelt. Das Zeichen selbst war nach der Schilderung des Eusebius in Form eines Kreuzes - σταυροῦ σχῆμα — und σωτήριον τρόπαιον πάϑους. Der speerförmige Stamm des Kreuzes ragte hoch empor - als ὑψηλὸν δόρυ. Nach der Annahme von Delbrueck war es mindestens so hoch wie die Statue selbst, ca. 10 m. Die Benennung δόρυ deutet auf eine schmale metallene Stange, die als Tragstange etwa für ein griechisches Kreuz gedient hat. Der nicht erhaltene linke Oberarm war vermutlich gesenkt und die vorgestreckte Hand hielt, wieder. nach der Annahme Delbruecks, ein Attribut, z. B. einen Globus. Man hat eine leichte Drehung des Kopfes gegen seine Rechte und eine entgegengesetzte leichte Richtung des Blickes gegen seine Linke in der Statue sehen wollen. Der Haupteindruck

bleibt jedoch der einer herrschenden Frontalitát, einer erstarrten,

übermenschlichen Richtung geradeaus, über alle irdischen Dinge hinweg, so wie der Kaiser uns im hófi-

schen Zeremoniell der Zeit begegnet””°. Der Kaiser ist nackt und barfüssig dargestellt, nur mit dem leichten Gewand der Gótter bekleidet. Fin Dübelloch auf dem rechten Oberschenkel hinter dein Knie ist wohl die Befestigungsspur für das die unteren Körperteile z. T. verhüllende Idealkleid?’!. Wahrscheinlich lief es von der rechten Schulter über den Rücken herab und war von der rechten Hüfte über den Unterkórper gelegt. Delbrueck nimmt an, das Gewand wäre in buntem Stein, etwa Porphyt, gearbeitet gewesen. Davon hätten sich wohl Reste erhalten. Ich glaube eher mit Kähler?”?, dafi das Gewand aus Metall bestanden hat, etwa vergoldeter Bronze. Auch ein stuckiertes Gewand wäre denkbar. Aus dieser göttlichen Bekleidung schließt Delbrueck, daß der Kaiser »in der Apotheose« dargestellt ist. Damit geht die Barfüßigkeit gut

zusammen. Delbrueck vergleicht den in góttlicher Majestát thronenden Kaiser auf Reversbildern einer Gruppe stadtrómischer Bronzemedaillons aus spätkonstantinischer Zeit?^?. Die Beinstellung, die heroische Nacktheit, das den Unterkórper verhüllende Gewand

sind dieselben, und der Griff der linken Hand

um das Szepter muß mit dem Griff der beiden Rechtshände vom Konstantin-Kolofß verglichen werden. Der Mafistab des. Kolosses ist nach Delbrueck siebenmal natürlicher Lebensgröße. Die Höhe betrug

ungefähr 10 m ohne Postament, die Breite und Tiefe 6 m. Gesamthöhe von Kopf und Hals ist 2,60 m. Gesichtshöhe 1,35 m?”*.

268. Delbrueck, Porphyrwerke 96 ff. Taf. 40. 41. 269 "Trier, RIC VII 208 Nr. 469. ?? Ammianus Marcellinus 16,10. 271 Delbrueck, Kaiserportráts 124f.

772 H, Kähler, JdI 67, 1952, 14.

273 Delbrueck, Kaiserporträts Taf. 44, 1. 2.

274 Delbrueck, Kaiserporträts 121f.

75

Kopf und Hals, die nackten Teile von Armen und Beinen sind in Marmor gearbeitet, die nackten Teile

des Körpers waren von einer plastischen Marmorschale bedeckt, während der innere Kern aus einfacherem Material bestanden haben wird, etwa Travertin oder Gußmasse.

Im ganzen Aufbau der

einzelnen Teile des Kolosses ist eine große Ökonomie im Gebrauch des Marmors wahrzunehmen; deshalb wurde sehr viel mit Anstückungen minderer Marmorblócke gearbeitet. Für das Verständnis der Statue und ihrer Wirkung auf den Beschauer ist auch ihre ursprüngliche Aufstellung wichtig. Wie es Kähler gezeigt hat, stand der Konstantin-Koloß in der Basilika Konstantins im kulminierenden und abschließenden Punkt der Längsachse des gewaltigen Raumes: in dem

schon von

Maxentius

angelegten Apsis-Tribunal,

das in konstantinischer Zeit zu einer Art

Baldachin um die Kolossalstatue umgestaltet wurde. Schon die Fundstelle der verschiedenen Teile des Kolosses ließ auf eine solche Aufstellung schließen. Den definitiven Beweis aber geben die Reste eines großen sich an die Rückwand der Apsis lehnenden Sockels, der von den Renaissancearchitekten an

dieser Stelle beobachtet und gezeichnet wurde?7?. Der Sockel muß Delbrueck entgangen sein, wenn er die Statue vor die Fassade der Basilika gegen die Via Sacra stellt””®.

DATIERUNG

DES KONSTANTIN-KOLOSSES

Die Datierung des Kolosses wird durch die radikale Umarbeitung kompliziert, die das Monument in spätkonstantinischer Zeit umformte. Das traditionelle Kaiserschema wurde durch das Christzeichen durchbrochen und der Koloß dadurch mit neuem Geist erfüllt. Die ursprüngliche Trophäe wurde, wie Eusebius überliefert, in unmittelbarem Anschluß an den Sieg an der milvischen Brücke geschaffen, etwa gleichzeitig mit dem Konstantinsbogen, während die Umbildung zur Trophäe des Christ-Kaisers erst nach dem Sieg über Licinius stattgefunden hat, von Eusebius aber unrichtig in der Zeit unmittelbar nach dem Sieg Konstantins zurückprojiziert wird. Nach Eusebius, der von einer christlichen Neugestaltung des Kolosses anscheinend nichts wußte, gehören die christlichen Elemente dem Koloß schon von Anfang an. Sie wurden deshalb von Eusebius mit dem ganzen Monument zeitlich zu früh angesetzt, nämlich in die Zeit unmittelbar nach dem Sieg bei der milvischen Brücke. Zeugnis einer radikalen Umbildung des Kolosses ist vor allem der Austausch der abgenommenen

rechten Hand (Rechtshand Nr. 1), die durch eine neue Hand (Rechtshand Nr. 2) ersetzt wurde. Weiter sind Spuren der spätkonstantinischen Umbildung der Statue in der großen Kalotte des Haupthaares vorhanden. Sehen wir uns diese Spuren des Näheren an. Die große Masse des Haupthaares fließt in einer großen, ruhigen Welle von dem.Scheitel nach vorn gegen Stirn und Schläfen, wo sie mit einer strengen Lockenarchivolte abschließt. Wo die Einzellocken. erhalten sind, zeigen sie plastisch durchgebildete Formen und eine gewisse Freiheit und Variation, wenn sich auch das abstrakte Archivoltenschema besonders im Lockensystem des Stirnbogens fühlbar macht. In dieser großen Lockenwelle schneiden die Spuren einer zonenförmigen Abarbeitung für einen Kopfschmuck ein, gerade in der Höhe, wo ein Kranz, ein Diadem oder ähnlicher Kopfschmuck seine Lage hat". Ein Metallkranz an dieser Stelle, wie Delbrueck und Kähler vermuten, würde für die

Befestigung Löcher, keinen zonenförmigen Streifen voraussetzen?”®. Wir unterstreichen, daß dieser Kopfschmuck nicht ursprünglich geplant war. Denn die ganze Lockenkalotte ist von Anfang an plastisch durchgearbeitet, also nicht darauf angelegt, ein Diadem zu 275 Kähler a. O. 9. Ὡ

276 Delbrueck, Kaiserporträts 128 ff. 277 Vgl. z. B. den sog. Valens in der Galleria degli Uffizi, Delbrueck, Kaiserporträts Taf. 82ff. 278 Für eine nähere Argumentation, daß es sich um Spuren eines Diadems handle, s. L'Orange, Studien 63 Anm. 4.

76

tragen. Erst nach dem Sieg über Licinius, im Schicksalsjahr 324, hat Konstantin das Diadem angelegt, um es bis zu seinem Töd 337 zu tragen. Es ist kaum zu bezweifeln, daß die Anlage dieser

bedeutungsvollen Insigne mit der zweiten Fassung des Kolosses zusammengehört: Wiederum ein

Ausdruck des christlichen Universalherrschers. So wird die Umwandlung des Kollosses in die Jahre 324-337 datiert.

Die nächsten Parallelen zum Porträtstil des Kolosses finden sich in unserer Gruppe der spätkonstantinischen Bildnisse?"?. Vergleicht man den Stil des Kolosses mit den Konstantinbildnissen des römischen Triumphbogens und den damit zusammengehörigen Köpfen aus der Zeit der Dyarchie, so findet man denselben Unterschied wie zwischen den spät- und frühkonstantinischen Münzbildnissen im Westen:

eine ganz andere Härte in der linearen Stilisierung der Naturformen,

z. B. in den Umrissen von

Augen, Lidern, Brauen und Locken; ferner die neue Steigerung des Ausdrucks, die wesentlich durch die Behandlung der weit aufgesperrten, ornamental herausgehobenen Augen bewirkt wird. Der

jugendliche Typus ist von schmalerem Gesicht, mit hageren, mehr knochigen Formen. Der Kopf des älteren Konstantin ist, wie auch Delbrueck gesehen hat?®° , wesentlich breiter gebaut, mit noch kräftiger markiertem Profil, besonders von Nase und Kinn. Der Unterschied, der zwischen dem Konstantinbild des Kolosses und dem jugendlichen Typus Konstantins besteht, erklàrt sich aus dem neuen Geist der zweiten Fassung des Monumentes: Der. Kopf ist umgearbeitet worden, wenn auch in vorsichtiger Weise, wesentlich durch Verstárkung schon vorhandener Linien. Wir haben gesehen, wie ein ähnlicher Prozeß ungefähr zur selben Zeit in Gang war an den Kaiserköpfen des Konstantinsbogens und den »Constantini« an der Balustrade der

Kapitolinischen Treppe. Auch religionsgeschichtlich ist die Frühdatierung des von Eusebius erwähnten christlichen τρόπαιον kaum möglich. Kähler nimmt an, daß es — das christliche Monument - in die Zeit des Konstantinsbogens (312-315 n. Chr.) gehört. Der konstantinische Teil des Bildschmuckes dieses Bogens spricht jedoch eine ganz andere religióse Sprache. Wie wir wissen, stellte dieser Bildschmuck den Sieg über Maxentius und das ganze Befreiungswerk Konstantins unter dem Zeichen des Sol Invictus dar; von Christlichem gibt es am gesamten Bogen überhaupt keine Spur. Wie wäre es dann möglich, gleichzeitig und nur einige Schritte von dem Bogen entfernt dem Kaiser in seinem kolossalen Bildnis das Zeichen des Christus in die Hand zu geben? Das konnte nur nachher geschehen, als einer entscheidenden, neuen geistigen Haltung des Kaisers — gerade seinem Christentum — Ausdruck gegeben werden sollte. Das christliche τρόπαιον Konstantins mit dem σωτήριον σημεῖον in seiner Basilica an der Via Sacra kann

deshalb

nicht,

wie Eusebius

berichtet; unmittelbar nach

dem

Sieg an der milvischen

Brücke

errichtet worden sein, wie es an und für sich ın der ganzen tradıtionsgebundenen Sphäre Roms kaum vorstellbar wäre.

Man

würde

gegen

die Spätdatierung

vielleicht

einwenden,

daß

die Haarform

nicht von dem

langhaarigen Typus 2 ist. Dazu wäre aber zu sagen, dafi neben Typus 2 immer noch die ArchivoltenFrisur mit kürzeren Haaren im Konstantinbild der ganzen 320er Jahren weiterlebt. Es ist diese Form in besonderer Weise mit dem zeitlosen, dem ewigen Konstantin verbunden.

279 1’Orange, Studien 63 f. 280 Delbrueck, Kaiserporträts 126 ff.

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DAS KONSTANTIN-BILD ALS τύπος ἱερός DES

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SPATANTIKEN UND FRÜHMITTELALTERLICHEN HERRSCHERBILDES Das Kolossalbild Konstantins in seiner Basılika am Forum Romanum ist also von der konstantinischen Universalmonarchie

geschaffen.

In die Mitte

der alten

Welt

gestellt,

hat das gewaltige

Bild in

Gegenwart und Nachzeit eine Wirkung ausgeübt, die gar nicht überschätzt werden kann. So stammt von diesem Bild der kaiserliche Heiligentypus, die &ixwv des römischen Weltherrschers, seiner Göttlichkeit und Majestät”®', Prägen wir uns die wesentlichen Züge des Bildnisses und seine vorbildliche Wirkung im Kaiserideal der Spätantike in unser Gedächtnis ein: Die Statue ist, wie schon gesagt, frontal auf die Achse der Basilika ausgerichtet, urid im Wesentlichen folgt auch der Kopf dieser Orientierung. Die großen Augen sind weit aufgesperrt; geradeaus gewendet

starren sie über alle sinnlichen Dinge hinweg in die Ewigkeit hinein. In mächtigen Schwingungen führen die konzentrischen Bögen der Lider und Brauen um die Augen herum. Bei der weitgehenden Abstraktion der Formgebung ist der Kopf dem Gesetz der Zeit und der Verwandlung entzogen. Alle Einzelformen sind der strengen Symmetrie um die Mittelachse des Gesichtes unterworfen. Der Scheitel wölbt sich kuppelfómig; das Haar wird gegen Stirn und Schlafen in einer vollkommenen Lockenarchi-

volte??? abgeschlossen, beruhigt.

in der die Mittellocke den Schlußstein

bildet: Jede Bewegung

hat sich

Der antike Mensch fühlte sich hier vor einem Gottesbild; voller Andacht trat er vor es hin, durchbebt von Gottesangst, von dem mysterium tremendum des Heiligen. Tremendum et fascinans: so definierte

W. F. Otto das Heilige. Gerade dieses tremendum et fascinans wird vom Kaiserbild des Dominats ausgestrahlt. Schon Silius Italicus benutzt ähnliche Worte, um die Wirkung vom Blick des Scipio zu

schildern. Flagrabant lumina miti adspectu, gratusque inerat visentibus borror?^??, Und ähnlich beschreibt während der Spátantike Ammianus Marcellinus die Augen Julians (XV 8, 16): oculos cum venustate terribilis. Nicht nur die Herrscher, sondern auch die inspirierten Weisen haben eine Art fürchterlicher Gottesmacht im Blick — τὸ γοργὸν xai ἔνϑεον 254.

Es ist in unserem Kaiserbild ein adäquater Ausdruck für die divina majestas??? gefunden. Wenn wir vor die Statue treten, erfahren wir selbst die Realität von Ausdrücken wie sacer vultus, sacrum os,

divinus vultus”®®. Ein symbolisches Kaiserbild wird hier fixiert, das von der Nachwelt übernommen, immer weiter vereinfacht und zuletzt in eine Art ikonischer Formel für das heilige rómische Kaisertum

sublimiert wird?97. Wie die konstantinische Ordnung die Grundlage für den byzantinischen Staat bildet, so legt dieser Konstantintypus, der die konstantinische Ordnung widerspiegelt, die Grundlage

für das Kaiserbild der Spätantike und des frühen Mittelalters. Das Übermenschliche und Numinöse strahlt nicht nur von statuarischen Kaiserbildern wie dem römischen Konstantinkoloß aus. Es ist auch in den großen, symmetrischen Bildkompositionen gegenwärtig — etwa in den Reliefs der oratio und der liberalitas auf dem Konstantinsbogen?®® —, wo

der Kaiser im Zentrum das Ganze magnetisch beherrscht. Eine strenge überirdische Ordnung lebt sich in diesen erstarrten Kompositionen aus, die fest im eisernen Griff der Zentralfigur ruhen?9?.

281: Orange, Apotheosis 104ff. 117ff. - G. von Kaschnitz-Weinberg, Antike 2, 1926, 36ff.

282 [^Orange, Studien 48.

?*? Sil. Ital. 8, 560.

284 L'ucian, Alexander Abonouteichos 3. — L'Orange, Apotheosis 97. 110f.

285 Ebenda 110ff. 286 Ebenda 116ff. - Nachweise bei E. Beurlier, Le culte imperial (1891) 285f. 287 ['Orange, Apotheosis 116ff. — Ders., Fra antikk til middelalder (1943) 115ff. — Ders., Art Forms 121ff. 88 [^Orange -- von Gerkan, Konstantinsbogen 80ff. 89 ff.

2895 Ebenda 80. 90ff. 200ff. - L'Orange, Art Forms.

78

Ahnen wir nicht hinter solchen Bildern den hohen rituellen Stil in der persönlichen und lebendigen

Erscheinung des Kaisers? Sehen wir nicht die zeremonielle Symmetrie um die göttlich erhöhte, unbewegliche Gestalt des Kaisers, um das funkelnde caeleste miraculum??? , von dem die gleichzeitigen literarischen Quellen zu berichten wissen? Ammianus Marcellinus (16, 10) hat ein oft zitiertes Bild von Constantius II bei seinem Einzug in Rom gezeichnet: ein Bild von dem lebendigen Kaiser, das mit dem kaiserlichen Porträttypus, den wir hier studieren, zusammengesehen werden muß. „Er sah so steif vor

sich hin, als ob er ein eisernes Band um den Hals hätte und wandte das Gesicht weder gegen rechts noch links, er war nicht wie ein Lebendiger, sondern wie das Bild eines Menschen«. Velut collo munito rectam aciem luminum tendens, nec dextra vultum, nec laeva flectebat; tamquam figmentum bominis.

Diesen hieratischen Kaiserstil, der als Ausdruck der divina majestas in gleicher Weise Palast, Bild und bis in das heilige russische Kaisertum.

lebendige Wirklichkeit prágt, verfolgen wir über Byzanz

Worten, die schlagend an die des Ammianus

erinnern,

Mit

berichtet Bertil Gripenberg von einem

Kindeseindruck vom Zar Alexander III: »Er starrte gerade vor sich hin, und seine Züge waren so unbeweglich wie die einer Statue. Ein Mann von Stein, eine Personifikation von Macht und

Schicksal«??!. Das Konstantinbild ist also mehr als ein individuelles Porträt, es ist ein symbolisches Bild der göttlichen Majestät. Noch im römischen Konstantin-Koloß ist die Persönlichkeit des Kaisers gegenwärtig, und seine Stimme spricht mit in der allgemeinen Panegyrik des Herrscherbildes. Das gilt auch für das großartige Bildnis seines Sohnes, den Bronzekoloß des Constantius II im Palazzo dei Conservatori (Taf. 55). Aber im Verlauf der Zeit wird dieser Typus, der für Konstantin geschaffen und ursprünglich von der Fülle seiner Persönlichkeit geprägt war, zu einer maskenhaften εἰκών des heiligen römischen Kaisertums, wird mehr und mehr Kaiseridee ohne Kaiserpersönlichkeit — ein τύπος ἱερός des

Kaisers wie gleichzeitige τύποι iegot der Heiligen???. Äußere Züge wie Lockenbogen und Bartlosigkeit gehören unserem spätantiken Kaiserschema an (τὸ σχῆμα βασιλικόν), dem bei seinem der neue Herrscher sich anzupassen hatte???. So wird von Heraclius berichtet; daß Herrschaft sich Haar und Bart auf kaiserliche Art habe schneiden lassen. ὀπήνικα βασιλείας ἤἦλϑεν ἀξίωμα, εὐϑέως ἐκείρατο τὴν κόμην xai τὸ γένειον τῷ βασιλικῷ

Regierungsantritt er bei Antritt der δὲ πρὸς τὸ τῆς σχήματι".

Eine Typologie des Herrscherbildes in seiner Wandlung von Porträt zu εἰκών, von Individuum zu τῦπος

ἱερός,

von

Person

zu

Maske,

kann

auf

Grundlage

der

Münzbildnisse

und

skulpturaler

Bilder

veranschaulicht werden??$. Acht Kaiserköpfe können uns hier die Wandlung vor Augen stellen, die von konstantinischer Zeit bis ins Mittelalter hinüberleitet: Konstantinkoloß auf dem Kapitol (Beil. B 1), Bronzekoloß des Constantius II im Palazzo dei Conservatori (Beil. B 2), Kaiserkopf in Konstantinopel (Beil. B 3), *"Valentinian I’ in Kopenhagen (Beil. B 4), ‘Arcadius’ in Berlin (Beil. C 1), kolossaler Kaiserkopf im Museo Capitolino (Beil. C 2), kolossaler Kaiserkopf im Vatikan (Beil. C 3), Bronzekopf in Athen (Beil. C 4). Noch ein Wort zum 'transzendenten' Blick, der seit tetrarchischer Zeit in so eigentümlicher Weise das Porträt bestimmt und allgemein als das auffallendste physiognomische Kennzeichen spätantiker Menschendarstellung und besonders des spätantiken Herrscherbildes betrachtet wird. Durch Ver-

799 Eusebius, Vita Constantini. 291. B. Gripenberg, Det var de tiderna, zitiert und verglichen mit der Ammianus-Stelle von A. Boethius, Svenska Dagbladet 4. 5. 1944,



292 D'Orange, Apotheosis 118f. 253 Nachweise bei Delbrueck, Kaiserportráts 35. ?* Cedrenus 714, 4 Bonn. - Delbrueck, Kaiserporträts 35.

255 ]’Orange, Apotheosis 118f. Abb. 88-92.

79

größerung und Aufsperrung der Augen und durch die akzentreiche Artikulation der umgebenden Teile wird der Blick für den ganzen Gesichtsausdruck dominant. Das

Auge

war schon für die Antike

‘der Spiegel

der Seele’.

Welche

Seele spiegelt .sich' in. dem

großäugigen, weit aufgesperrten Kaiserblick? Um es zu verstehen, müssen wir eine Grundeigentümlichkeit des antiken Menschen in Betracht ziehen: Die dominierende Bedeutung des Auges in seinem

ganzen Auffassungs- und Erkenntnis-Apparat?”®. Wie Goethe intuitiv den Griechen charakterisiert: »zum Sehen geboren zum Schauen bestellt«, so spricht die moderne Wissenschaft von »schauendem Wissen«, von »Religion der Schau«, von dewota als der besonderen griechischen Form von intellektuel-

lem und religiósem Leben??7. Wie alle Lebensinhalte, alle Begriffe in seiner Sprache sichtbar und in seiner Kunst anschauliche Objekte werden, so konzentriert sich auch das Gotteserlebnis in einer Schau und wird auch das Heilige als etwas Gesehenes und Sichtbares gegenwärtig. Das "Zusammiensein' des Menschen mit der Gottheit wird, lernen wir, in seiner schauenden σύμφυσις, »einer Fusion. des

Schauenden und dessen, was geschaut wird«, σύμφυσις τοῦ ϑεωροῦντος xai ϑεωρουμένου, erreicht”. In dieser Einheit mit der Gottheit wird der Schauende aus seiner menschlichen Begrenzung erhoben und göttlichen

Wesens

teilhaftig.

In einem »schauenden

Zusammensein«

— einer σύστασις αὐτοπεική

überschreitet der Mensch die Schwelle des Göttlichen und wird mit den Kräften des Gottes erfüllt. »La systase autoptique« confére le »caractére divin«, la »nature divine« . . . qui fait agir avec la compétence

et l'autorité des dieux«^??. Diese 'transzendente' Schau prägt die spätantike Kunst im Gesicht ihrer vergóttlichten Kaiser. In den Augen selbst und im System von Formen, die sie umgeben, wird die ausdrucksvolle Figur herausgehoben, welche die schauende σύστασις mit der Gottheit und mit der ewigen Weltordnung anschaulich macht. Auch in den Privatportráts findet man einen Niederschlag dieser sakralen Stereotypie: der visionáre Blick mit aufgesperrten Augen wird eine Formel für eine rein geistige, 'pneumatische'

Idealisierung???. Der Dargestellte ist ein ogarıxög, ein πνευματικός.

?9$ ]’Orange, Apotheosis 98ff. - K. Kerenyi, Die antike Religion 9 (1952) 97. 100ff. passim.

297 ['Orange, Apotheosis 98ff.

258 S. Eitrem, SOsl 22, 1942, 56f. 259 Ebenda 56f.

30 ['Orange, Apotheosis 98 ff.

80

DAS HERRSCHERBILD ZUR ZEIT KONSTANTINS UND SEINER SOHNE DAS DYNASTISCH

'KONSTANTINISIERTE' HERRSCHERBILD

Hier kommen zuerst die Söhne Konstantins in Betracht, denen wir uns jetzt zuwenden.

|

Was oben von der similitudo der Kaiser und ihrer Bildnisse gesagt ist, gilt wie für die Tetrarchie auch für das Kaiserbild Konstantins und seiner Söhne -, und in noch höherem Grade, da die ideale

similitudo der Göttergleichheit sich hier nut der realen similitudo der Familienähnlichkeit begegnet. Der Sohn, so heifst es z. B. von Crispus, ist in allem seinem Vater gleich: Κωνσταντῖνος σὺν παιδὶ Κρίσπω, βασιλεῖ ϑεοφιλεστάτῳ xai và πάντα τοῦ πατρὸς ὁμοίῳ 351. So wird es immer schwieriger, die Kaiserbilder von einander zu sondern. Es besteht sogar die Möglichkeit, daß auch in den skulpturalen Bildnissen Substitutionen vorgenommen wurden, wie wir sie in den Münzbildnissen gesehen haben, wo verschiedene Herrscher unter demselben Namen figurieren, oder umgekehrt verschiedene Namen demselben Herrscherbild zugeteilt werden. In dem Grade ist die Individualität vom Typus absorbiert. Und im Typus sind die. idealen Züge Konstantins als grundlegende Elemente gegenwärtig. Es wird unter solchen Umständen immer mehr unsere Aufgabe sein, den zeitlichen Herrschertypus an Stelle des individuellen Herrscherporträts in. seinen grundlegenden Zügen festzustellen. | Das Ideal des koordinierten Kaisertums lebt in ständig varüerten statuarischen Gruppenbildern weiter, meistens in Vier-Figuren-Gruppen, wie sie sich ursprünglich aus der tetrarchischen Staatsordnung ergab und später aus dynastischem Anspruch weiter entwickelt wurde. Literarisch sind uns mehrere solche dynastische Kaisergruppen in Konstantinopel aus’ der Zeit Konstantins und seiner Söhne überliefert???, Besonders berühmt war das sog. Philadelphion, das ın einer Version die Statuen der sich

umarmenden (ἀσπαζομένοι) Konstantinsöhne zeigte, als sie sich nach dem Tode ihres Vaters in Konstantinopel begegneten. In einer anderen Version wurde das Philadelphion von Konstantin selbst für seine Söhne errichtet. Der besonders ausdrucksvolle Name des Monumentes besagt, wie wir lernen, nicht, daß die Kaisersöhne sich an dieser Stelle begegneten, sondern daß ihre Begegnung hier

zuerst dargestellt wurde. Ähnliche Statuengruppen der sich umarmenden Kaiser wurden, hören wir weiter, sofort in der Stadt errichtet. ἀσπάσασϑαι ἀλλήλους, xai παρευϑὺ στήλας αὐτῶν ἀναγεῖραι τῇ πόλει 10 σχῆμα ὑποσώζουσας"5.

Das Motiv des ἀσπάζονται verfolgen wir hier in lebendiger Tradition von tetrarchischer bis in die Zeit der Konstantinsöhne hinein??^, Mit der Philadelphionanlage verbunden sind auch thronende Statuen (σύνϑρονοι Ὁ) seiner Söhne von Konstantin errichtet. Durch

eine

solche

Koordination

der Kaiserbildnisse

wird

die

oben

besprochene

similitudo,

Reduktion auf einen Typus -- auf Kosten der Persönlichkeit — noch weiter gefördert.

9

Eusebius, Hist. Eccl.

X 9, 6. - Torelli a. O. 60f. — Bernoulli II 3, 233f.

02 Quellen zitiert von Torelli a. O. 48ff. 60-73. 303 Codinus 188. — Torelli a. O. 70f. 3% Zum Motiv der kaiserlichen Umarmung in tetrarchisch-konstantinischer Zeit H. P. L’Orange, ActaIRN 2, 1965, 86f.

81

die

FLAVIUS JULIUS CRISPUS Geboren um 303. 317 Caesar. Von diesem Jahr an war seine Residenz wahrscheinlich Trier. Im Jahr 326 von Konstantin hingerichtet. Schon als Knabe nach Gallien geschickt, um die Verwaltung der westlichsten Reichsteile zu übernehmen. Er hat hier den Unterricht des Lactantius genossen. Crispus hat Siege über die Franken (320) und Alamannen (323) gewonnen und im Kriege gegen Licinius (324) erfolgreich als Befehlshaber der Flotte seines Vaters gekámpft?95. |

Das Bild des Crispus auf den Münzen Hier muß auf einen Münztypus des Crispus aufmerksam gemacht werden, weil er besonders an Crispus gebunden ist und sonst ın der konstantinisch-nachkonstantinischen Münzprägung nicht vorkommt. Das Bild, das sowohl von den westlichen wie den östlichen Münzstätten ausgesandt wird (320-326), zeigt den heroisch verklärten Caesar, mit Schild und Speer und mit Balteus um den nackten

Körper. Dem Kopf fehlt jedoch jede persönliche Note. Wir sehen den Caesar bald mit apollinisch verklärten (Taf. 69a), bald mit Konstantins Zügen. Ein solcher Zug ist in den apollinischen Crispus eingeschmolzen, wenn — wie auf dem zitierten Münzbild aus Antiochia — ein Rand gekräuselter

Locken

längs Sürn und Schläfen

läuft.

Von

diesen Münzen

Darstellung von Crispus als bartloser Mars auf einer Kamée dessen antıker Ursprung jedoch angezweifelt worden ıst.

inspiriert ist die ähnlich idealisierte im Cabinet des Médailles in Paris?'®,

Auch die Bildnisse des himmelwärts schauenden Crispus auf den Münzen sind mehr oder weniger ‘konstantinisierte’ Idealtypen ohne Persönlichkeit. Insofern kommen wir mit ihnen nicht weiter als mit den substituierten Bildnissen. Selbst die Münzstätte Trier, Residenz des Crispus (317-326), prägt Münzen,

wo dasselbe Konstantinbild sowohl unter dem Namen

des Konstantin wie unter dem Namen

des Crispus figuriert (Taf. 69b). In Trier finden sich auf Crispusmünzen neben den erwähnten 'konstantinisierten' oder substituierten Bildern ein knaben- oder jünglingshafter Typus, der den wirklichen Crispus darstellen muf$ (Taf. 69c). Es handelt sich um einen etwas kleinzügigen Kopf mit feinem, klarem, fast zartem Gesichtsbau, mit gerader Nase und etwas zurückweichendem Untergesicht — alles im Gegensatz zum kräftig bewegten Profil mit Adlernase und vorspringendem Kinn an den 'konstantinisierten! Crispus-Kópfen. Mit mehr entwickelten Zügen erscheint dasselbe Gesicht auf Crispusbildern von Ticinum (Taf. 69d) und Nicomedia. Es ist bemerkenswert, daß in beiden Fällen der Kopf zum heroisch nackten Büstentypus gehört, der dem Crispus besonders vorbehalten war. Auch in diesen Bildnissen sehen wir wirkliche Porträts des jungen Kaisers.

FLAVIUS

CLAUDIUS

CONSTANTINUS

(CONSTANTINUS

I)

Geboren im August 316, in Arelate. Caesar am 1. März 317. Augustus beim Tode des Konstantin im Jahre 337. Verwaltungsgebiet Gallia, Spania, Britannia und Mauritania, Sowohl als Caesar wie als 305 Literarische Quellen zum Aussehen des Crispus und zu seinen Bildnissen: Torelli a. O. 60f. — Allgemeines zu Crispus: RE

IV 2 (1923) 1722 . (Seeck). 306 Delbrueck,

Kaiserporträts Taf. 73, 2. — Calza Taf. 96 Nr.

186.

82

Augustus

war seine Residenz Trier. Streitigkeiten mit seinem jüngeren

Bruder

Stirbt 340. Sein Reichsgebiet fällt dem Constans zu??? ;

Constans um Italia.

Das Bild des Constantinus II auf den Münzen

Der gerade erwähnte für Crispus geschaffene Jünglingstypus wurde für den kindlichen Constantinus II verwendet. Leicht variiert und immer mit Paludamentumbüste — nicht heroisch nackt wie Crispus

— finden

wir den

Typus

in der folgenden

Zeit in der Münzstätte

von

Sirmium.

Aus

dem

Idealbild wächst allmählich ein menschlicheres, mehr knabenhaftes Bild heraus, das durch die leichte Stumpfnasigkeit gekennzeichnet ist (Taf. 69e). Im himmelwärts schauenden Typus des Kaiserknaben ist dieses Gesicht von einer gewissen kindlichen Anmut (Taf. 69f). Das persönliche Bild hat sich hier vollkommen vom Idealbild gelöst. Die Haarform ist die zeitgenössische. Neben dieses Porträt des zehnjährigen Knaben aus der Münzstätte Sirmium stellen wir den Kaiser in seinen frühen Mannesjahren auf einer Münze aus seiner Residenzstadt Trier (Taf. 69g). Die Grund-

züge des kaiserlichen Knabenporträts, vor allem die Nase, sind im Mannesbild des Constantinus II noch klar erkennbar. Auf den späteren Münzen des Constantinus II ist sein Bild so stark verallgemeinert und ‘konstantini-

siert’, daß kaum etwas für das persönliche Aussehen des Kaisers — abgesehen gerade von den Zügen, die er eventuell von seinem Vater übernommen hatte — zu gewinnen ist.

FLAVIUS JULIUS CONSTANTIUS

(CONSTANTIUS

II)

Geboren am 7. August 317, wahrscheinlich in Sirmium. Caesar am 13. November 324. Trat an die Stelle des Constantinus II in Gallien, als dieser an der Donaugrenze kämpfte. Im Jahre 335 übernahm er die Regierung von Asien, Syrien und Ägypten. Wahrscheinlich stand Constantius hinter dem Familienmord,

der nach

dem

Tode

des Konstantin

folgte und bei dem die Onkel

und Vettern des

Kaisers umgebracht wurden. Im Jahre 337 wurde er Augustus des ganzen Ostreichs und 350, nach dem Tod des jüngsten Bruders Constans, Universalherrscher des ganzen Imperiums. Constantius hatte gegen äußere und innere Feinde zu kämpfen, vor allem gegen die Perser (Shapur) und den Usurpatoren Magnentius, der im Jahre 350 Gallia und Italia eroberte, aber in demselben Jahr von Constantius überwunden wurde. 360 wurde Julianus vom Heer in Gallien zum Kaiser ausgerufen. Am 3. November 361 ist Constantius in Antiochia gestorben.

Das Bildnis, das von Constantius II9? gezeichnet wird, enthält Züge, die allgemein und in ständig wachsendem Grade die Marcellinus XXI 16, 19 beschreibt (molli capillo, konstantinischen τύπος bominis),

Haltung und den Ausdruck des Kaiserbildes bestimmen. Wenn Amminianus Constantius mit weich welligem Haar und glattrasierten, leuchtenden Wangen rasis obsidue genis lucentibus ad decorem), so leuchten hier die Grundzüge des ἱερός durch. Die statuarisch unbewegliche Haltung (tamquam figmentum

die ihm derselbe Autor XVI

10, 10 nachrühmt,

gehórt, wie wir schon gesehen haben,

dem

zeremoniellen Herrscherstil der Spätantike an???, Die Erhabenheit des Kaisers erhebt ihn über jede

307 Literarische Quellen zum Aussehen des Constantinus II und zu seinen Bildnissen Torelli a. ©. 62f. — Allgemeines zu Constantinus II: RE IV 1 (1900) 1026 ff. (Seeck). ?9? Literarische Quellen zum Aussehen des Constantus II und seinen Bildnissen: Torelli a. ©. 62 ff. — Allgemeines zu Constantius II: RE IV 1 (1900) 1044 ff. (Seeck).

309 T’Orange, Apotheosis 126.

83

Einwirkung der Umgebung und drückt sich in der Unbewegtheit des Körpers und der sublimen Ruhe des Gesichtes aus?!?,

Constantius hat als Augustus eine viel längere Regierungszeit als seine Brüder gehabt. Und noch wichtiger für die Ikonographie des Kaisers: Er 1st 10 Jahre (350—360) Universalherrscher gewesen. Das numismatische Material zum Bildnis des Constantius ist deshalb viel reicher als das seiner Brüder und

während der Zeit seiner Alleinherrschaft in allen Provinzen des Reiches produziert worden. Wir müssen annehmen, daß eine entsprechend größere Anzahl von statuarischen Bildern von Constantinus gearbeitet worden ist, und zwar sowohl im Ost- wie im Westreich.

Das Bild des Constantius II auf den Münzen

Der

ideale Jünglingstypus,

erscheint,

kommen

fehlt

auch

in

der in den frühen Münzbildnissen. des

den

frühen

Bildnissen

des

Constantius II

Crispus nicht;

und

auch

Constantinus II individuelle

Züge

vor, z. B. die fein gebogene Nase, im Gegensatz zur Stumpfnase des Constantinus II. Für

den kindlichen Caesar Constantius II wird das Bildnis des jugendlichen Konstantin gern benutzt. Das Bildnis des Constantius Augustus (337-360) gründet sich auf dem Konstantin-Typus in seiner letzten Phase (335-337). Nicht nur wird das ganze Gesicht nach dem Typus II des Konstantin-Bildes

gezeichnet, sondern

auch

die Haarform

folgt

demselben

höchst

speziellen

Vorbild

mit langen,

flatternden Locken über dem Nacken und großem Lockenbogen über Stirn und Schläfen, häufig mit

künstlich gekräuselten aufgebogenen Lockenspitzen am unteren Rand. In den Grundzügen wird an dieser Spätform der väterlichen Lockenpracht bis an den Tod des Constantius vom Kaiser festgehalten. Auch das himmelwärts schauende Bildnis des Constantius folgt jetzt dem spätkonstantinischen Typus. Überhaupt zeigt das Bild des Constantius während seiner Zeit als Augustus ein durchgehend einheitliches Gepräge. Es kann kaum bezweifelt werden, daf Vater und Sohn einander auch in Wirklichkeit ähnlich gewesen sind. Diese Ähnlichkeit ist aber im Sinne der idealen kaiserlichen similitudo durch die ‘Konstantinisierung’ des Constantius-Bildes gesteigert worden. Ein ins Detail gehender Vergleich zwischen den Konstantinbildern des Typus II (335-337) mit den Bildnissen des Constantius Augustus (337-360) zeigt jedoch gewisse ausdrucksvolle Unterschiede, die sich mit den Jahren steigern und den Constantiustypus von der konstantinischen Gesichtsform jedenfalls teilweise löst. Wir geben hier eine Reihe von Münzen, zeigen (Taf. 70a-d).

die

diesen

Entwicklungsgang

des

Constantius-Bildes

in seinen

Hauptphasen

Das persönliche Bild des Constantius II unterscheidet sich von dem seines Vaters in folgenden Zügen: Das Gesicht des Constantius ist von schlankerem Bau; es ist magerer, weniger fleischig, mit weniger

schweren Kiefern; die Züge sind feiner und glatter, weniger starkknochig hervorspringend; besonders hat das ganze Untergesicht nicht die gewaltsame, aggressive Kraft Konstantins; die Nase ist niedriger und noch länger, mit stark nach unten reichender Spitze; das Profil, besonders die feine Kurve des leicht gebogenen Nasenrückens, ist in einer mehr fließenden Linie gezeichnet, ohne tiefere Zäsuren. .

Man hat den Eindruck einer durchgebildeten Persönlichkeit von besonders fein gepflegtem Äußeren, was auch unsere literarischen Quellen bestátigen?!!. Ein strenger, fast asketischer Zug ruht auf einigen Bildern seiner letzten Jahre.

?? Vgl. Libanius, Or. LIX 122: οὔτε λύπη κατηφὴς οὗτε τῷ περιχαρεῖ μικμροπρεπής, ἀλλ᾽ ἑκατέρου τὸ κατάδηλον ἀφελῶν ἐπὶ τοῦ μετρίου σχήματος τὸ πρόσωπον καταστήσας ἔχει . .. s. auch Ammianus XIV, V 2.

311 Torelli a. O.

84

. Den Münzbildnissen des Constantius aus seiner Zeitals Augustus schließen sich vier ausgezeichnete Gemmenporträts im ganzen wie im einzelnen so eng an, daß, wie längst gesehen ist, die Identität mit Constantius sich notwendig ergibt. Es handelt sich um einen Amethyst in Berlins Antiquarium und in der Stadtbibliothek in Leipzig, ferner um einen Saphir im Museum von Boston und endlich um einen Amethyst

ım

Britischen

Museum

in.

individualisierten Gemmenporträts

London.

über

Constantius II???

Ein

etwas

düsterer

Schatten

die uns jetzt von den Münzen

wohl

fällt

in

diesen

bekannten

Züge

fein

des

Der Bronzekolofi (Taf. 55), in dem der Verfasser ein sicheres Bild des Constantius II sieht, unterscheidet sich durch dieselben physiognomischen Charakteristika, die wir an den Münzbildnissen beobachtet haben, von den Bildnissen Konstantins. |

FLAVIUS JULIUS CONSTANS Geboren 320. Caesar am 24. Dezember 333. 335 fiel ihm als Reichsteil Italia, Pannonia und Africa zu. Nach

dem

Tode

des Bruders

Constantinus II im

Jahre

340

wurde

Constans

der Herr

des

ganzen

Westreichs. Ein Feind der heidnischen senatorialen Partei in Rom, wurde er. Opfer einer Verschwórung im Jahre 350 und muftte dem Usurpatoren Magnentius weichen. Er flüchtete nach Spanien, wo er ermordet wurde???, H. Schlunk sieht in dem großen, mosaikgeschmückten Kuppelgebäude von Centcelles bei Tarragona das Mausoleum des Kaisers?'^.

Das Bildnis des Constans auf den Münzen

Es 1st besonders schwierig, das Bildnis des Constans auf Basis der Münzen zu rekonstruieren. Es ist ganz 'konstantinisiert' oder in einem Idealtypus gesehen, der alles Persönliche überdeckt. Das gilt nicht nur von den Bildnissen, die vor seiner Berufung zum Augustus - als 12 bis 15jährıgem Knaben geprágt wurden (Taf. 70e), sondern auch von den Bildnissen des Constans als Augustus (Taf. 70f). Es wird ein ‘schöner’, regelmäßiger, etwas farbloser Typus für das Constansbild festgehalten. So ist die Nase

gerade,

von normaler Lànge,

ohne

die konstantinisch

tief reichende Spitze; die. Profillinie von.

Stirn und Nase ist ohne Zäsur. Nicht selten sindes die scharfen Züge der dominierenden Kaisergestalt der Zeit, Constantius II — und nicht die des Konstantin - die das Profil des Constansbildes bestimmen (Taf. 70g).

DAS KONSTANTINISCHE Wegen

der

Individualität,

Assimilierung an sie werden

den

anonym.

HERRSCHERBILD

Konstantintypus

verlieren

Der fortschreitende

Prozeß

IN DER SKULPTUR auch

die skulpturalen

von ‘Konstantinisierung’

Portráts

ihre

drückt sich

vor allem in einem Detail aus: in der immer mehr ausgeprágten Archivoltenfrisur mit immer klarer umzeichneten Einzellocken im Haarrand über Stirn und Schläfen. 312 Delbrueck, Kaiserporträts Taf. 74, 3. — Calza Taf. 104 Nr. 213. - Furtwängler, AG Taf. 48, 35. — Calza Taf. 106 Nr. 214. — Delbrueck, Kaiserporträts Taf. 74, 4. — Calza Taf. 106 Nr. 215. — Delbrueck, Kaiserportráts Taf. 74, 2. — Calza Taf. 106 Nr. 216. ?3 Literarische Quellen zum Aussehen des Constans und zu seinen Bildnissen: Torelli a. ©. 68ff. — Allgemeines zu Constans:

RE IV 1 (1900) 948, 3—952 (Seeck).

314 H, Schlunk in: Neue deutsche Ausgrabungen im Mittelmeergebiet und im Vorderen Orient (1959) 334 ff.

85

Das Herrscherbild, wie es uns von der Errichtung der konstantinischen Universalmonarchie (324) bis

ans Ende der Regierung des Constantius II (361) auf den Münzen erscheint, ist ein dynastisches Bild: Es trägt die Grundzüge des mächtigen Kopfes des Dynastiegründers. Gesicht, Form und Ausdruck ist, wie wir sagten, mehr oder weniger ‘konstantinisiert”. Mehr im Hintergrund steht auf den Münzen ein

anderes Herrscherbild: An Stelle der persönlichen Züge sind die eines göttlichen Jünglings getreten; in Einzelheiten, wie vor allem in Haar- und Bartformen, setzt sich aber auch hier das konstantinische Herrscherschema durch.

Auch die ferneren Familienangehórigen, die der Caesarenwürde teilhaftig wurden, waren in ihren Münzbildern

in dieser Form

konstantinisch

umgebildet

oder göttlich idealisiert.

Individuelle Züge

ermöglichen kaum, ein persönliches Bild der Dargestellten zu gewinnen. Ihre Bildnisse schließen sich eng denen ihrer kaiserlichen Vettern, der Koristantinssöhne an; man muß überall mit Substitutionen

und Assimilationen der Bildnisse rechnen.

Auch wirkliche Familienähnlichkeit ist in Betracht zu

ziehen, wie sie z. B., nach unseren Quellen?P, zwischen Konstantin und seinem Neffen Dalmatius

Jun. bestanden haben soll. So viel ich sehe, ist der himmelschauende Typus dem engsten Familienkreis vorbehalten: Konstantin selbst und seinen Sóhnen.

Es handelt sich um

ein besonderes

dynastisches

Privilegium. Was hier gesagt ist, gilt in erster Linie von den Halbbrüdern Konstantins und ihren Sóhnen. Die beiden Halbbrüder. waren Söhne des Constantius Chlorus und der Theodora: Flavius Dalmatius Senior und Flavius Hannibalianus Senior. Diese wurden beide mit ihren zwei Söhnen von ihrem spanischen Exil nach dem Kaiserhof in Konstantinopel gerufen (325), wo zwei Sóhne dieser hohen Familien: Flavius Dalmatius Junior und Flavius Hannibalianus Junior von Konstantin zu Caesaren (335) erhoben

wurden. Hannibalianus wurde »Kónig« über die verbündeten Völker an der östlichen Grenze des Reiches und heiratete die Schwester des Kaisers, Constantina; dem Dalmatius wurde Dakien, Makedonien und Thrakien unterstellt. Ein anderer Halbbruder Konstantins, Julius Constantius,

wurde gleichfalls mit seinen Sóhnen vom Exil, und zwar in Italia (Massa Apuana), nach Konstantinopel gerufen. Bekanntlich wurden alle diese Mitglieder der Seitenlinien der konstantinischen Dynastie nach dem Tode des Kaisers umgebracht (337); nur die beiden Sóhne des Julius Constantius: Flavius Claudius Julius Constantius Gallus und Flavius Claudius Julianus wurden wegen ihrer Minderjährigkeit verschont. Im Jahre 351 wurde der ältere Bruder Gallus zum Caesar und kaiserlichen Erben ernannt und heiratete die Halbschwester des Kaisers, Constantina, Witwe des Hannibalianus; er hatte seine Residenz in Antiochia. Hingerichtet wurde er im Jahr 354. Julianus wird 355 Caesar und in

Gallia stationiert, wo er vom Heer 361 zum Augustus ausgerufen wurde. Mit ihm betritt ein. neuer Herrschertypus die historische Szene, wenn auch nur für wenige Jahre. Der Durchbruch des neuen σχῆμα βασιλικόν findet aber erst gegen Ende von Julians Regierung statt. Nach dem Zeugnis der Münzen

ist vor diesem Ende sein Bildnis noch fest ‘konstantinisiert’. Das gilt, abgesehen von Ausnahmen wie dem Usurpator Eugenius, in den großen Linien auch für die nach-julianischen Kaiser.

Wir geben im Folgenden eine Reihe von Skulpturen — darunter Kaiser- und Prinzenbildnisse — aus der Zeit Konstantins und seiner Sóhne. Die Bildnisse von Konstantin selbst gehóren natürlich auch zu diesem Material, werden aber hier ausgelassen, da sie oben behandelt sind.

Philadelphia, Universitátsmuseum. Portrátkopf eines jugendlichen Kaisers mit Diadem. In Aleppo bei Antiochia erworben. Marmor. Lebensgroß (Taf. 57 b). Sara, S. Donnato. Porträtkopf zum Einsetzen in eine Statue. Grauer Kalkstein. Etwa lebensgrof$. Der

konstantinische Lockenbogen nicht vollkommen durchgeführt; Lockenspitzen längs Stirn und Schläfen z. T. hochgebogen (Taf. 61 c.d).

?5 Eutropius, Brev. Hist. X 5.

86

Karthago,

Antiquarium

Inv. C 0032.

Porträtkopf.

Marmor. Lebensgroß (Taf. 562.b). Karthago, Antiquarium. Porträtkopf. Marmor. Lebensgroß (Taf. 57a). Karthago, Antiquarium Inv. 61.2.211. ausgegraben. Marmor. Lebensgroß.

Von

den

Wahrscheinlich im Porträtkopf

eines

Thermen

des

Antoninus

(Karthago).

Gelände

des

Museums

Jünglings.

Im

Gelände des

ausgegraben. Museums

Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptothek 654. Inv. 766. Porträtkopf. Aus Rom. Marmor. Etwa lebensgroß. Spätkonstantinische Frisur mit künstlich onduliertem Lockenrand (Taf. 60c.d). Kopenhagen, Privatsammlung. Porträtkopf. Marmor. Etwas überlebensgroß. Spätkonstantinische Frisur.

Linz, Oberösterreichisches Landesmuseum Inv. B 629. Knabenkopf mit Diadem. alten Lauriacum gefunden. Kalkspatmarmor. Unterlebensgroß.

Im Stadtgebiet des

New York, Metropolitan Museum Inv. 67.107. Porträtkopf eines jugendlichen Kaisers mit Diadem. Früher in einer Privatsammlung in Konstantinopel. Marmor. Lebensgroß (Taf. 58 a.b).

Ontario, Kanada, Museum. Porträtkopf eines Jünglings mit Lorbeerkranz: Aus römischem Kunsthandel. Marmor (Taf. 59a.b). Ostia, Museum

Inv. 45. Porträtkopf,

nicht vollendet.

In Ostia gefunden.

Marmor.

Lebensgroß.

Der

Bart, der von Calza nicht erwähnt wird, scheint von einer späteren Bearbeitung herzurühren. Rom, Museo Torlonia 612. Knabenkopf mit Eichenkranz auf einer nicht zugehörigen Herkulesbüste. Im Maxentius-Circus an der Via Appia gefunden. Marmor. Lebensgroß (Taf. 60a.b). | Rom, Palazzo dei Conservatori Inv. 843. Portràtkopf. Auf dem Esquilin gefunden. Marmor. Überlebensgroß (Taf. 61 a.b). Rom, Palazzo dei Conservatori Inv. 1072. Bronze-Koloß des Constantius II. Anscheinend beim Colosseum gefunden (Taf. 53 c; 55). Wien, Kunsthistorisches Museum Inv. 1, 856. Aus Ephesos. Marmor. Lebensgroß. Zur Datierung der Porträts sei zuerst angemerkt, dafh die Haarform sowohl im früh- wie im spätkonstantinischen Typus vorkommt. Der Constantius-Koloß im Palazzo dei Conservatori, Rom (Taf. 53c; 55) hat die langhaarige Frisur, die Konstantin in seinen letzten Jahren immer allgemeiner neben dem älteren, mehr kurzhaarigen Archivoltentypus trug. Seine Söhne haben diese prächtige, aber sehr gekünstelte Form übernommen, daneben aber auch die einfachere Archivoltenfrisur beibehalten. In unserer Reihe tragen,

außer Constantius,

die Köpfe

in New

York

(Taf. 58a.b), in Ostia und in

Kopenhagen (Taf. 60c.d) eine Frisur mit künstlich gekräuselten Locken längs dem Rande, die deutlich vom konstantinischen Typus 2 beeinflußt ist. ἡ Eine ziemlich große Anzahl dieser Porträtskulpturen hält am konstantinischen Herrschertypus in seinen Grundzügen fest, dem von Konstantin geerbten σχῆμα βασιλικόν. Einige, vielleicht die meisten dieser

Skulpturen

stellen

wohl

Konstantinssöhne

dar,

die - wie

wir

es

an

ihren

Münzbildnissen

beobachtet haben — in unpersönlichen Idealbildnissen gegeben sind, von einer gewissen konstantini-

schen Aura umschwebt. Es ist unter diesen Umständen vergebliche Mühe, sich auf Identifizierungen einzulassen. Wir konzentrieren uns auf Zeittypen und nehmen die angeführten Porträtwerke als anonyme Herrscherbilder hin. Wir haben hier unserer Skulpturengruppe einige Jünglingskópfe angeschlossen, die sich zeitlich. sehr verschieden auf die Periode Konstantins und seiner Söhne verteilen. Sie schließen sich in eine ‘Prinzengruppe’ zusammen. Ein Kopf aus Ephesus in Wien, Kunsthistorisches Museum?!? hat eine frappante Ähnlichkeit mit dem jugendlichen Konstantin auf frühen Prägungen aus Trier?", ohne #16 Delbrueck, Kaiserporträts 110ff. Taf. 26. — Calza Taf, 70.

317 Calza Taf. 70, 244.

87

jedoch die Kraft des konstantinischen Gesichtsbaus zu erreichen. Ein lorbeerbekränzter Jüngling in Kanada, Ontario Museum, wohl aus Rom?"®, frisiert seine reichen Locken nach einer frühen Form der konstantinischen Mode; die Archivoltenfrisur ist noch nicht vollendet. Ihm schließt sich ein mit der

corona civica bekränzter Knabenkopf in Rom, Museo Torlonia an, vom Maxentius-Circus an der Via Appia stammend; der Kopf ist einer nicht zugehörigen Herkulesbüste aufgesetzt?!?. Der Kopf ist bekannt unter dem Namen Romulus, Sohn des Maxentius, steht aber den Münzbildnissen des Constantinus II näher. Die Gewandbüste eines Knaben in Arles, Museum,im Theater von Arles

gefunden, scheidet als ein Werk des 3. Jahrhunderts aus unserer Prinzenreihe aus??. So auch die vatikanische Porphyrbüste eines Knaben, bei der die Zugehörigkeit des Kopfes zur Büste nicht gesichert ist??!; der Kopf ist nach Ansicht des Verfassers in neuerer Zeit gearbeitet.

DAS HERRSCHERBILD DER USURPATOREN ZUR ZEIT DER KONSTANTINSSÖHNE Die große Linie konstantinischer Herrscherbilder, die wir durch ein halbes Jahrhundert haben ziehen können,

wird auf Münzen

der frühen 350er Jahre durch ein ganz anderes Herrscherideal unterbro-

chen. Es sind die Bildnisse der kaiserlichen Usurpatoren, die in den genannten Jahren bewußt in Gegensatz zum ‘konstantinisierten’ Kaiserbild gestellt werden. Es ist das alte Ideal des Soldatenkaisers, meistens in der Form, die ihm die Tetrarchenzeit gegeben hatte, das hier wieder ins Leben zurückgerufen wird: der kubisch kompakte

Kopf mit rechtwinkligem Haarschnitt und — meistens -—᾿

kurzem Bart wird auf diesen Usurpatorenmünzen dem konstantinisch schlank-ovalen, glattrasierten Kopf mit künstlicher Archivoltenfrisur gegenübergestellt. In ungebrochener Tradition seit der Zeit der Soldatenkaiser war Licinius, Konstantins Gegner auf seinem Weg zur Alleinherrschaft, der letzte Repräsentant dieses Typus. Die Usurpatoren stellen nun, etwa ein Menschenalter später, diesen Typus als ihr eigenes soldatisches σχῆμα βασιλικόν gegen das dynastische Bildnis des konstantinischen Hauses auf.

Diese Usurpatoren — Flavius Magnus Magnentius, Vetranio, Decentius und Flavius Julius Popilius Nepotianus Constantinus, der Vetter des Constantius II — treten sämtlich unter der Regierung des Constantius II und Constans auf. Sie waren, abgesehen barbarischer Herkunft — wie auch die älteren Soldatenkaiser und gründen ihre Macht und ihren Ruhm auf das Heer und erst — abgesehen von Nepotianus — in höherem Alter, als sich hatten.

von Nepotianus, von provinzieller und der Tetrarchie. Sie sind vor allem Militärs das Provinzkommando. Kaiser wurden sie sie eine lange militärische Laufbahn hinter

MAGNENTIUS?? Sohn eines germanischen Kriegsgefangenen. Er war nahe an die 50 Jahre (geboren 303), als er zur Macht kam (350—353). Das Gebiet seiner Wirksamkeit war im wesentlichen Gallien, wo er sich in Augustodunum zum Kaiser des Westreichs aufwarf und in Lugdunum starb. Seine Residenzen hatte

Magnentius in Amiens, Mailand und Rom. Er war die starke Hand der Usurpatoren im Krieg gegen

318. Calza Taf. 96. 319 Delbrueck, Kaiserporträts 159ff. — Calza Taf. 99 Nr. 115.

320 Calza Taf. 99 Nr. 195. 321. Delbrueck, Porphyrwerke 103 Taf. 45ff. — H. von Heintze in: Helbig I^ 141f. Nr. 196. — Calza Taf. 100 Nr. 197.

322 RE XIV 1 (1900) 445f£. (Enßlin).

88

die legalen Kaiser. Constans hatte er aus Italien nach Spanien vertrieben, wo er in den Pyrenäen umkam. Magnentius selbst kam während eines Feldzuges gegen Constantius II um. Magnentius war heidnisch gestimmt und galt als Verehrer der alten Götter, deren Anhänger sich um seine Fahnen scharten. Vielleicht sind hier Kräfte frei, die direkt wider das christliche Kaisertum des konstantinischen Hauses gerichtet sind.

DECENTIUS?? Ein Vetter des Magnentius, wurde er von diesem im Jahr 350 in Mailand zum Caesar ausgerufen und zugleich an die Rheingrenze gesandt. Da aber die Hauptstärke Galliens im Krieg gegen Constantius II. mobilisiert war,

befand sich Decentius gegenüber dem germanischen Feind in einer schwierigen Lage.

Nach dem Tode des Magnentius hat er sich selbst das Leben genommen (353).

VETRANIO?^ Stammte aus Obermoesien und war aus niedrigem Stand. Seine lange militärische Laufbahn gehört in die Zeit Konstantins und seiner Sóhne. Er war in Illyricum stationiert, als Magnentius, mit dem er

sich

verband, sich gegen Constans erhob. Am 1. März 350 liefἐγ sich zum Kaiser ausrufen. Die beiden Usurpatoren haben zuerst versucht, sich friedlich mit Constantius II. zu verständigen. Der offene Krieg mit dem Kaiser wurde in erster Linie von Magnentius geführt. Im zehnten. Monat seiner Herrschaft hat Vetranio auf seine Caesarenwürde verzichtet und Diadém und Purpur dem Constantius übergeben. Als Ruhesitz wurde ihm Prusa in Bithyniien angewiesen.

Der Jüngling-Usurpator, NEPOTIANUS Geboren zwischen 325-328, gestorben 350, gehörte durch die Mutter - die zweite Eutropia, die Halbschwester Konstantins — selbst dem Hause an, dem er sich widersetzte. Er ließ sich 350 zum

Kaiser des Westreichs in Rom ausrufen, wurde aber nur 28 Tage danach zusammen mit seiner Mutter Eutropia ermordet. Trotz der kurzen Regierungszeit sind Münzbilder des Nepotianus erhalten??*. Am deutlichsten wiederholt sich der tetrarchische Typus in Münzbildnissen des Vetranio aus der Münzstätte von Siscia (Taf. 71d). So fest ist der Typus mit Tetrarchenbildnissen verbunden, daß er fast wie ein substituiertes Bild, etwa von Licinius, wirkt. Das Bildnis des Magnentius zeigt nicht nur denselben Ursprung im tetrarchischen Kopfblock mit stierhaftem Nacken, sondern auch in der abschreckenden trux frons, obwohl der konstantinische Einfluß in der Haarform und Bartlosigkeit bemerkbar ist (Taf. 71c). Die fleischigen Formen von Gesicht und Hals, besonders des Doppelkinns, deuten auf schwere Korpulenz, wie sie die Krafttypen der Tetrarchie, etwa einen Galerius, kennzeichnet. Unlósbar mit den Münzen des Magnentius verbunden sind die des Decentius (Taf. 71a.b); zum Teil handelt es sich wohl hier um substituierte Magnentiusbildnisse. Einen etwas anderen Eindruck

323 RE IV 2 (1923) 2268, (Seeck). 324 RE VIII A 2 (1958) 1838ff. (Enßlin). 325 Calza Taf. 119 Nr. 434. 435.

89

— teils wegen seiner Jugend — macht Nepotianus. Der hohe schlanke Kopf mit den feinen scharfen Zügen gehört typologisch der konstantinischen Tradition an. Dabei trägt er aber den tetrarchischen Bart und hat sich die Locken nach Soldatenart kurz geschnitten?”®. Man kann gegenüber di@sen Usurpatorenbildnissen von einer antikonstantinischen oder antidynastischen

Strómung

reden,

die nicht

nur

in usurpatorischem

Sinne

wirksam

war,

sondern

im ganzen

geistigen Leben, ich denke vor allem an die heidnische Reaktion des senatorialen Rom gegen das Christentum der konstantinischen Kaiser. Dem herrschenden konstantinischen Typus mit Archivol-

tenfrisur und Bartlosigkeit tritt der traditionell tetrarchische mit kurzem Bart und winkligem Haarschnitt gegenüber. Ein repräsentativer Ausdruck für diese traditionelle Haltung ist das durch eine Inschrift in die Zeit 323—337 datierte Porträt des römischen Senators Dogmatius. Nach Ansicht des Verfassers sind zwei skulpturale Bildnisse mit Sicherheit mit Magnentius identifiziert. Sie stammen beide aus Gallia, dem Kernland dieses Usurpators: Chälon-sur-Saöne, Museum,

kleine silberne Panzerbüste, vielleicht von einer Herme.

gefunden (Taf. 63 a.b). Vienne Museum Lapidarium.

Im Flusse Saöne

. Panzerbüste

eines

Kaisers.

Gefunden

in Vienne.

Marmor.

Etwa

lebensgroß. Der Kopf ist von einem Diadem gekrönt (Taf. 62a.b). Der Kopf der Kaiserbüste von Vienne ist von ganz ungewöhnlicher, dem zeittypischen σχῆμα βασιλικόν

widerstreitender Form. Er ist von massigem Bau und wird von einem niedrigen, dicken Hals getragen, der ihn nicht richtig aus der Körpermasse herauszulösen vermag. Man hat den Eindruck von schwerer, untersetzter Korpulenz. Das muskulöse Untergesicht in seiner schwellenden Fülle, besonders von Kiefern und Kinn, ist auffallend. So stehen auch die lange, flache Nase und der eingeritzte Bart im Gegensatz zur konstantinischen Ikonographie. Wenn die vorhandenen Abbildungen nicht täuschen, sind die Brauen zusammengezogen: wieder, wie gesagt, die frons trux der vorkonstantinischen Kaiser. Eine Art von soldatischem Atavismus setzt sich gegen das Ideal des neuen christlichen Kaisers

durch. Wie wir es in den Münzbildnissen gesehen haben, sind es die Usurpatoren-Kaiser der Mitte des 4. Jahrhunderts, die sich in solchen Bildern haben sehen wollen und die sie in ihrer Staatspropaganda benutzten. Die Identifizierung mit Magnentius liegt deshalb nahe und umsomehr wegen der Provenienz der Büste aus Gallien, dem Magnentius im Leben und Tod gehörte. Daß unsere Panzerbüste diesen Usurpatoren-Kaiser darstellt, ist schon làngst auf anderer Grundlage und mit anderen Argumenten behauptet worden??. Die Münzbildnisse des Magnentius (Taf. 71c) zeigen denselben untersetzten und korpulenten Bau und - als Detail — dieselbe flache Nase. Der kurze, eingeritzte Bart der Büste ist auch ein antikonstantinischer Zug. Das Paludamentum der Büste wird von einer etwas speziellen Fibel zusammengehalten, die in genau derselben Form im Münzbild wiederholt wird: um

einen ringförmigen inneren Kreis liegt eine Blätterkrone in feinem plastischen

Relief. Das sehr fragmentierte und verbeulte Silberbüstchen in Chälon-sur-Saöne wurde im Flusse Saöne gefunden und stammt also wie die Büste von Vienne als Gallien. Es handelt sich wie in Vienne

wiederum um eine Panzerbüste. Wegen des Materials schließt man auf ein Kaiserbild. Dieses hat, wie Fr. Braemer gesehen hat??5, ein so enges Verhältnis zur Kaiserbüste in Vienne, daß kein Zweifel an der Identität des Dargestellten bestehen kann. Auch in diesem Bildnis trägt der Kaiser einen Bart. Wir schließen ab mit der Betrachtung von drei monumentalen, nicht in den Katalog aufgenommenen

326 Delbrueck, Kaiserporträts 25. 42. Taf. 9, 2.

327 E. Will, La sculpture romaine au Musée Lapidaire de Vienne (1952) 35 Nr. 62. — Delbrueck, Kaiserporträts 175 ff. Taf. 76ff. — Calza 123 Nr. 253.

328 Fr. Braemer, RA 1968, 2, 342ff. Abb. 18—20.

90

Porträts,

die auf dem

hier skizzierten historisch- ideologischen

Hintergrund

besonders

ausdrucksvoll

sind. Ein etwas düsterer Kopf im Museo Torlonia?? zeigt uns die Reaktion auf die neue konstantinische Bildnisformel -- wie überhaupt auf die neue konstantinische Mentalität. Es steht hinter solchen Porträts das soldatische Ideal der vorkonstantinischen Zeit, das im Untergrund lebt und immer wieder, z. B. in den Usurpatorenporträts der 350er Jahre, zur Oberfläche durchbrach.

Im Kopf Torlonia, der

mit Soldatenkaisern wie Decius vergleichbar ist, steht der kriegerische Herrscher vor uns, mit drohendem Blick und zusammengebissenen Lippen, mit dem kurzen Bart und Haarschnitt, was einen ausdrucksvollen Gegensatz zu der konstantinischen κομμωτρίας βίος bildet. Auch ein Kopf im Museo Capitolino, der wegen seiner Kolossalität einen Kaiser darstellen muß, darf hier als Beispiel des alten σχῆμα βασιλικόν der Soldatenkaiser dienen?9?. Im ganzen physiognomischen Typus, im Haarschnitt und Bart gehört er der traditionellen vorkönstantinischen Welt an. Stilistisch dagegen ist der Kopf weit mehr fortgeschritten im spätantiken Sinn. So im extrem stereomemischen Aufbau der Formen wie im zeitlos erstarrten Ausdruck: Nach neuer Untersuchung des Verfassers

scheint ihm eine spät- oder nachkonstantinische Datierung die einzige Lósung??!. Wenn Delbruecks Identifizierung??? mit Probus (276-78) richtig ist, muß es sich um ein posthumes Bildnis des großen Soldatenkaisers handeln. Wir erinnern uns gegenüber solchen Bildnissen der Worte des Bischofs Synesios.aus Ptolemais an den

jungen Kaiser Arkadius??: »Ging es nicht in Wahrheit damals besser, als die Truppen von Männern angeführt wurden, die mitten unter ihnen lebten, die sich von der Sonne bräunen ließen, die genügsam

| und anspruchslos waren, die in ihrer Kleidung keinen Luxus trieben«. Dieser Soldatentypus hat auch im Kreise der römischen Aristokratie weiter gewirkt. Die bekannte, inschriftlich in die Jahre 323—337 datierte Statue des Dogmatius,

früher im Lateran, jetzt im Vatikan,

zeigt den Senator Dogrnatius mit traditionellem eingeritzten Bart und kurzem Haarschnitt””*. Durch die Dedikationsinschrift der Statuenbasis wird die Klasse sowohl des Dargestellten wie der Auftraggeber des Porträts angegeben: Das Bildnis ist aus dem konservativen Kreis des Senats und der hohen römischen Würdenträger hervorgegangen. Die Reaktion des Senatorenkreises gegen das konstantinische Kaisertum hat im Festhalten des traditionellen Typus ihren Ausdruck gefunden im bewußten Gegensatz zum konstantinischen σχῆμα βασιλικόν35

329 1 ’Orange, Studien Abb. 168. 169 Kat. Nr. 93. 330. Stuart Jones, Mus. Cap. 306 Nr. 66. — Bernoulli II 3, 196. - R. Delbrueck, Bildnisse römischer Kaiser (1914) 37. Ders., Die Münzbildnisse von Maximinus bis Carinus (1940) 53f. Taf. 26-28. — L'Orange, Studien 36 ff. 99 f. Katalog Nr. 46. Abb. 90. 92.

9 Vgl. dagegen noch L'Orange, Studien 36 ff. > R. Delbrueck, Bildnisse römischer Kaiser (1914) 37. w

933 Synesios, De regno 11, Migne Gr. 66, 1077; zitiert von J. A. Straub, Vom Herrscherideal in der Spátantike (1939) 205 ff. 9 ['Orange, Studien Abb. 167. 170 Kat. 192. 335 Vgl. H. Jucker in: Festschrift Schefold (1967) 128 f£. — von Sydow 38f.

91

KATALOG

DIOCLETIANUS ATHEN,

Nationalmuseum,

Magazin.

— Kopf,

leben auf die Kaiser der ersten Tetrarchie bezogen. Bearbeiter sieht die Köpfe als vortetrarchisch an.

unterlebens-

groß. L. von Sybel, Katalog der Skulpturen zu Athen (1881) 113 Nr. 656. — P. Kabbadias,

Γλυπτὰ

τοῦ

᾿Εϑνικοῦ

Movotiov

BURSA, Museum Inv. 200 (früher 45). kranz, fast lebensgroß. Aus Afyon.

(1890—92) 286 Nr. 521. — L'Orange, Studien 38 Nr. 1; 103. 123

Nr. 53. Abb.

98. 99.

— E.

B.

Harrison,

The

Athenian

Agora I (1953) 64 f. unter Nr. 50. - R. Heidenreich in: Festschrift Schweitzer (1954) 369. — von Sydow 107. - C. C. Vermeule 329. - Bergmann 158 f. Der größte Teil der Nase und des Kinns, Teile der Augen und der Brauen, ein großer Teil der Stirn und der Hinterkopf fehlen. Der Kopf zeigt große Ähnlichkeiten mit dem der Statue in der Villa Doria Pamphilj, hat einen ähnlichen herrischen Ausdruck und kann deshalb als mögliches Diokletianbildnis gelten, wohl aus der Frühzeit seiner Regierung.

- Kopf

mit

102 f. - R. 368.

Heidenreich

7058.

in: Festschrift

— Calza 181 Nr. 99 Taf.

61, 197/98.

Studien

Schweitzer

Der Kopf, in dem G. Mendel Hadrian vermutete, wurde auch noch von A. Giuliano in hadrianische Zeit datiert, wenn auch

nicht als Porträt des Kaisers selbst, sondern mit Hinweis auf

Museo

Civico.

- 4

Kranz

eher

als Bildnis

eines

Priesters

des

kaiserlichen

Kultes. J. Inan und E. Rosenbaum erkannten aufgrund eines Vergleichs mit dem als Diokletian bezeichneten Porträt aus Nikomedia, daß der Kopf in Bursa der Zeit der Tetrarchie angehören muß. R. Calza vertritt die gleiche Meinung. Der .

(1954)

Bearbeiter sieht den Kopf in Bursa und den aus Nikomedia als

mögliche Diokletianbildnisse an.

— Mus.Neg.

CAESAREA, Hippodrom. - Sitzstatue, überlebensgroß. Porphyr. 1951 in der westlichen Umgebung des Hippodroms gefunden. S. Yeivin, AJA 56, 1952, 143 Taf. 26 B. - G. Egger, JbKS

Nase fehlt (abgesagt). Dieser Kopf, von E. Espérandieu undatiert gelassen, wurde ursprünglich vom Bearbeiter den Kaisern der ersten Tetrarchie zugeschrieben. R. Calza ordnet ihn unter die Bildnisse Severus II. ein, äußert aber gleichzeitig Zweifel an der Echtheit des Portráts. Auch der Bearbeiter zweifelt jetzt am antiken Ursprung des Kopfes.

BRESCIA,

9. - Inan-Rosenbaum 85 f. Nr. 62

mann 157. — Neg.E.R. XVII/39. 40. Nase abgebrochen, kleinere Beschádigungen besonders an den Augen und den Augenbrauen. Sehr überarbeitet.

Lorbeerkranz,

-- L'Orange,

1959, 177 Nr.

Taf. 39, 1. 2. — Calza 106 Nr. 12 Taf. 13, 33. 34. - Berg-

Aus Lyon. Espérandieu, Recueil IX 270 Nr.

— Kopf mit Eichen-

G. Mendel, BCH 33, 1909, 271 Nr. 20 Abb. 12. — A. Giuliano, RIA

den

AUTUN, Musée municipal. unterlebensgroß. Alabaster.

Der

Köpfe,

etwa

Wien 62, 1966, 81 Abb. Fasc. 45, 205. - Calza 112

134. — Archeologia 7, 1968, Nr. 17 Taf. 16, 43; 17, 44.

- EAAV (1963) 879 Abb. 1071. — Bergmann 170. — Jerusalem Mus.Neg. - Hier S. 11. 22 Taf. 13 d. Es fehlen der Kopf, die Unterarme und die Füße. Die Sitzstatue muß, da sie aus Porphyr gearbeitet wurde und

lebensgroß.

Bronze, vergolder. 1826 westlich vom Vespasianstempel gefunden. Museo Bresciano I (1838) Taf. 48,1. 2; 50,1. 2. -- Dütschke

Herrscher,

IV 138 Nr. 346; 139 Nr. 348; 142 Nr. 362; 142 Nr. 363.

- K.

nicht. Der Bearbeiter sieht in dem Dargestellten einen óstli-

Lehmann-Hartleben, Die antiken Großbronzen II (1927). 49 f. Abb. 5-8.'- Fr. Poulsen, Portrátstudien in norditalienischen Provinzmuseen (1928) 28 ff. Nr. 3-6 Abb. 5461. - L’Orange, Studien 36 Nr. 23; 99. 121 Nr. 45. -- Fel-

chen Kaiser der ersten Tetrarchie, wahrscheinlich Diokletian.

kolossale

Die vier Bronzekópfe

119

Nr.

5. - V.

-- Mus.Neg.

wurden nur von K.

einen

vielleicht Maximinus

Sammlung Gaddi. Bernoulli II 3, 118 Nr. 9 Taf. 34. 1907, 11. — P. Graindor, Bustes romaine (o. J.) 64 zu Nr. 20. . Nr. 278. - Dies., Iconografia

I (1963) 30 ff. — Calza 117 Nr. 25. — M. Wegner, Rómische Bildnisse aus Bronze im Museo Romano zu Brescia, Estratto dagli Atti del Convegno internaz. per il XIX centenario della dedicazione del »Capitolium« e per il 150? anniversario della sua scoperta (1975). — Bergmann 107 ff. 132 f. - M. Weg152.

aufweist,

Kaiser

darstellen.

Lehmann-Hart-

153.

Parlasca, AA

95

-- J.

Poulsen,

Meischner,

Daia,

Calza

entscheidet

sich aber

— Kopf

— A. Furtwängler, MüJb 2, et statues-portraits d'Égypte Felletti Maj, Ritratti 140 zu 119 Nr. 82. - Mansuelli II AA

MeddelelsGlyptKob

1969, 203 ff. Abb.

R.

oder einen anderen östlichen

FLORENZ, Galleria degli Uffizilnv. 1914 Nr. 242. auf moderner Büste, erwa lebensgroß.

letti Maj, Iconografia 262 Nr. 351/2; 278 Nr. 371/2 Taf. 51, 171-174; 56, 193-196. - Treccani D. Alfieri, Storia di Brescia

ner, Herrscherbild III 3, 136.

Maße

zieht Diokletian in Erwägung

1967,

25,

35 ff.

1968,

Abb.

4.

81. - K.

4. — M. Wegner, Herrscher-

Diocletianus

bild III-1, 226. - Calza 124 Nr. 32 Taf. 25, 67. 68. — Bergmann 31. 153 Taf. 45,6. — J. Meischner, NotMilano 27/28,

VjesDal

1981, 37 ff. Abb. 2.8. — Brogi 9285. - Sopr. Gall. Neg. 112103/4. — Hier S. 17 ff. Taf. 10 a-c. Großer Teil der linken Braue mit Oberlid und Teil des Augapfels ergänzt; ebenso der größte Teil der Nase, die Kinnkuppe, beide Ohrmuscheln sowie Hinterkopf und Büste, anscheinend auch ein Stück des Stirnhaars links von der Mitte. Vielfach bestoßen. Nachdem

J.

J. Bernoulli

die alte Benennung

56-59,

1954-57,

189.

- W.

F.

Volbach-M.

Hir-

mer, Frühchristliche Kunst (1958) Taf. 1. — C. C. Vermeule, DOP 15, 1961, 14. — Inan - Rosenbaum 85 Nr. 61 Taf. 39,

3. 4. — V. Abb.

13.

Poulsen,

MeddelelsGlyptKob

— C. C. Vermeule Abb.

169.

24, 1967,

15f.

— E. Harrison, DOP

21, 1967, 85 ff. Abb. 24. 25. — von Sydow 45. 114 f. - D.

M. Brinkerhoff, A Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) Abb. 33. — Calza 91 Nr. 1 Taf. 4, 11. 12. — B. Andreae, Rómische Kunst (1973) 338 Taf. Abb. 133. - K. Fittschen, GGA 225, 1973, 53 f. - G. M. A. Hanfmann, From Croesus to Constantine (1975) Abb. 160. — M. A. R. Colledge, JRS 65, 1975, 215. - J. und

Maximinus

Thrax für diesen Kopf in Frage gestellt hatte, wurde diese Bezeichnung nur mit mehr oder weniger Zweifeln beibehal-

J-

ten, von J. Meischner allerdings noch einmal bekräftigt und

Ch.

Balty,

Schindler,

schließlich von M. Wegner ganz abgelehnt. Für K. Parlasca ist es fraglich, ob überhaupt ein Kaiser dargestellt ist. R. Calza weist den Kopf den Porträts des Maximianus Herculius zu. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um eine Replik des Diokletian im frühen Typus des Soldatenkaisers.

RM

83,

BMusHongr

1976,

182 ff. Taf. 49,2;

42,

1974,

21 ff.

54,2.

- W.

Abb. 16. - B.

Brenk, Spátantike und frühes Christentum, PropKg Suppl. I (1977) Abb. 142. — Bergmann 139 f. 157. — Mus.Neg. - E. R. XXL 47. 48. - Inst. Neg. Rom 1963, 1794. — Hier S. 22 f.

Unter dem Kinn abgebrochen. Nase teilweise abgeschlagen. Kranz und rechtes Auge beschädigt. Dieser überlebensgroße Kopf wurde gleich bei seiner Erstveröffentlichung durch F. K. Dörner mit Diokletian in Verbindung gebracht. Dieser Benennung ist allgemein zugestimmt worden, auch noch nachdem bereits L. Curtius Bedenken geäußert hatte. V. Poulsen sowie J. und J. Ch. Balty ver-muten in dem Kopf ein Bildnis des Claudius Gothicus und K.

HAMBURG, Museum für Kunst und Gewerbe Inv. 1961, 139. — Kopf mit Lorbeerkranz, lebensgroß. H. Hoffmann - F. Hewicker, Kunst des Altertums in Hamburg (1961) Taf. 30. — Ders., JbHambKusamml 7, 1962, 227 ff. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Bildführer II. Ausgewählte Werke aus den Erwerbungen während der Jahre 1948-1961 (1964) Nr. 21 mit Abb. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 127 Anm. 45. - J. Inan- E. Alföldi-Rosenbaum, Römische und frühbyzantinische Por-

Fittschen erwägt eine Zuweisung an Aurelian,

der sich B.

Andreae anschließt. Der Bearbeiter ordnet das Porträt nur mit großem Vorbehalt den möglichen Diokletianbildnissen zu.

trätplastik aus der Türkei. Neue Funde (1979) 310 Nr. 307

ISTANBUL, Archäologisches Museum. statue, überlebensgroß. Porphyr. Aus Adrianopel.

Taf. 217. Nase abgebrochen. Sonst nur kleine Beschädigungen.

— Torso einer Toga-

Dieser erst ın jüngerer Zeit erworbene Kopf wurde auf Diokletian bezogen, was der Museumskatalog (G. Daltrop) mit einem Fragezeichen vermerkt. Die Datierung ans Ende des 3. Jhs. scheint dem Bearbeiter das Richtige zu treffen. Er bezweifelt jedoch, daß ein Kaiser dargestellt sei, u. a. wegen

- Bergmann 166 f. 169. — Mus.Neg. 1824.

der Form des Kranzes.

R. Delbrueck hielt mit Recht diesen Torso für eine verkleiner-

ISTANBUL,

Archäologisches

Museum

Inv.

1094.

Mendel

Nr. 652. - Delbrueck,

Erhalten sind nur die Brust obere Teil des Bauches.

Porphyrwerke

mit

den

98 Abb. 36.

Armansätzen

und

der

te Replik der von ihm Diokletian zugeschriebenen Thronstatue in Alexandria, die allerdings im Einzelnen Abweichungen

— Mar-

mortorso mit Schuppenpanzer.

aufweist. Nach der Ansicht des Bearbeiters handelt es sich um

J. Strzygowski, Klio 2, 1902, 120 Abb. 8. - P. Verzone, Palladio 8, 1958, 8 ff. — von Sydow 143. — Inst. Neg. Rom

ein konstantinisches Werk. Möglicherweise gehört das Fragment einer dynastischen Familiengruppe an so wie wahr-

63.

scheinlich auch die Thronstatue in Alexandria.

475.

Erhalten ist der rechte Partner einer Gruppe bis auf Kopf und Beine. Nach W. von Sydow gehörte der Törso zu einer Gruppe, die der Tetrarchengruppe in Venedig nahe gestanden haben muß. Der Bearbeiter schließt sich dieser Auffassung an. ISTANBUL, Archäologisches Kopf, überlebensgroß.

Museum

| Inv. Nr. 4864,

KAIRO, zuletzt Kunsthandel lebensgroß. Bronze. Aus Fayum.

F. L. Dörner, Antike

AA 54, 1939,

17,

1941,



grafia 120 Nr.

166 ff. Abb. 36-39.

139 ff. Abb.

Ist-

Forsch XIV (1941) 46 f. Nr. 3 Taf. 10. -- L. Curtius, JHS 71, 1951, 49. — R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 369. — G. M. A. Richter, Catalogue of Greek and

Roman Antiquities in the Dumbarton Oaks Collection (1956) 17 Taf.

6 D.

etwa

83.

-- Mansuelli II 119 f. — J. Meischner, AA

1967, 35 ff. Abb. 1-3. - C. C. Vermeule 403. - V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 25, 1968, 81 ff. Abb. 19. 20. - K. Parlasca, AA 1969, 203 ff. Abb. 2. 3. — M. Wegner, Herrscherbild III 1, 226. — Calza, Iconografia 123 Nr. 31 Taf. 24, 62. 63. — Bergmann 31. — Inst. Neg. Rom 1936. 1106 zeigt nach K. Parlasca einen anderen Nachguß. — Hier S. 17 ff. Taf. 10 d. Einige unbedeutende Ausbesserungen am Hinterkopf.

— Ders.,

2. 4. 6. 7. — Ders.,

— Kopf,

P. Graindor, Bustes et statues-portraits d’Egypte romaine (o. J.) 64 f. Nr. 20 Taf. 19 a. b. - G. Lippold, GGA 200, 1938, 155. — J. W. Salomonson, Oudhed Meded 41, 1960, 59 f. — Felletti Maj, Ritratti 140 zu Nr. 278. - Dies., Icono-

Gefunden 1938 in Nikomedeia (Izmit). Die

(Sig. Bircher).

E. - V. Poulsen in: Antidoron M. Abramié,

96

Abb. 59. — V. Poulsen, Skulpturbogen 1151. - B. Schweitzer, Nederl kunsthist. Jaarb. 1, 1954, 185— Ausgewihlte Schriften II (1963) 275. - V. Poulsen, VjesDal 56-59, 1954-57, 188ff. - EAA III (1960) 102. - H. von Heintze in: Festschrift E. v. Mercklin (1964) 50. - L’ Orange, Art Forms 111 Abb. 55. - von Sydow 7. 10. 17. 18. 117. 157.

P. Graindor veröffentlichte den Kopf als erster und benannte : ihn Maximinus Thrax. Danach äußerte G. Lippold die Vermutung, daß es sich bei diesem Kopf um einen Nachguß des Florentiner‘ Porträts (Inv. 1914, 242) handele. Diese Äußerung scheint längere Zeit nicht beachtet worden zu sein. B. M. Felletti Maj nimmt den Kopf mit Zweifeln unter die Bildnisse des Maximinus Thrax auf, und J. Meischner hält diese Benennung noch einmal für sicher. V. Poulsen móchte Constantius Chlorus erkennen. R. Calza nimmt den Kopf für Maximianus Herculius in Anspruch. K. Parlasca greift 'G. Lippolds Vermutung, daß es sich um einen modernen Nachguß handele, wieder auf und begründet sie ausführlich. M. Wegner schließt sich dem-an. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um eine Replik des Diokletian im frühen Typus als Soldatenkaiser.

- Calza

L. Curtius, JHS

— Kopf. Hals

wohl zum

335.336.

Nederl

Kunsthist.

Jaarb.

1. 2. - V.

5, 1954,

1954-1957,

189

Taf. 20. - H.

Jucker,

Fuchs,

AA

1966,

83.

- M.

Grant,

The

Climax

Erworben

Glyptotek

tavler

771 b. Inv.

1924 in Rom.

Poulsen, Cat.Sculpt. 537 f. Nr. 771b. (1941)

12.

- H.

P.

L'Orange

-- 2. Tillaeg til BilledRM

44,

— A.

W.

Lawrence,

141f.

145.

148.

150

Taf. 41,1.



Neg. Rom 8024/5.

ein Teil des Scheitels, der größte Teil

der Ohren

1929,

Matz — Duhn I Nr. 1945. — Fortegnelse over afdole Professor Jerichaus Fra Rom. nu hidforte betydelige Samling, Auction 1 Heibergsgade 9, Kobenhavn 1884 Nr. 112. — Roscher,

of

Rome Abb. 25. - J. D. Breckenridge, Likeness (1968) 238 Abb. 126. - Cl. Lepage, Objets 4/5 (1971) 32 Anm. 17. -Age of Spirituality 4 Abb. 2. — G. Franceschi-F. Johansen, Ny Carlsberg Glyptotek. Et hundrede Fire og tyve Fotografier (1969) 78. — Calza 107 Nr. 13 Taf. 14, 37. 38. - V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) Nr. 195 Taf. 316. 317. - Bergmann, 140 ff. Taf. 40,3. 4. Bestoflen, vor allem Nase und Ränder der Ohrmuscheln, Gesicht empfindlich gereinigt. Hinterhaupt bis über das linke Ohr nach vorn stark versintert. L. Curtius hat den Kopf als erster bekannt gemacht und nannte ihn im Anschluß an die Togastatue Doria Pamphilj Diokletian. V. Poulsen übernimmt die Benennung, versieht sie aber mit einem Fragezeichen. H. Jucker und W. Fuchs lehnen die Zuweisung ab, und auch R. Calza erkennt nur die ‚Datierung, nicht aber die Benennung an. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatportrát aus dem späten 3. Jh. KOPENHAGEN, Ny Carlsberg 2691. - Kopf, lebensgrofi.

26.

KOPENHAGEN, Ny Carlsberg Glyptotek 771 c Inv. 3381 (ebemals ROM; Sammlung Jerichan, später verschollen und nur durch Zeichnungen von De Sanctis bekannt, seit 1966 in der Ny Caxlsberg Glyptotek). — Doppelherme, unterlebensgroß.

Zürcher

Kunstges.]ber. 1957, 41. — H. von Heintze, Róm. PorträtPlastik (1961) 38. -- H. Kähler, Rom und sein Imperium (1962) 189 Abb. 9. - V. Poulsen, Römische : Bildwerke (1964) Abb. S. 77. — V. Poulsen, Ny Carlsberg Glyptotek. Ein Führer durch die Sammlungen (1966) 63 Abb. S. 60. — W.

10,

185, 50 =

Ausgewählte Schriften II (1963) 275 Anm. 50. - EAA ΠῚ 102. - V. Poulsen in: Antidoron M. Abramié, VjesDal 56-59,

25;

und der Nase sowie die Unterlippe abgestoßen. Die Oberfläche bestoßen und geritzt, aber nicht überarbeitet. Dieser Kopf, der allgemein als Privatporträt angesehen wird, ist nur von F. Poulsen als wahrscheinliches Porträt des Diokletian bezeichnet worden. V. Poulsen folgt zunächst dieser Benennung, kommt aber später wieder davon ab. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein. ‚Privatporträt des ausgehenden 3. Jhs.

Poulsen, MeddelelsGlyptKob 10, 1953, 1 ff. Abb. S. 2. 3. B. Schweitzer,

9,

— Bergmann

Hinterkopf,

Einsetzen ver-

71, 1951, 48 ff. Taf. 23. 24 Abb.

Nr. 6 Taf.

Mus.Neg. - Inst.

KOPENHAGEN, Ny Carlsberg Glyptotek 769 a Inv. 3149 (früher Privatbesitz). längert, lebensgroß.

97

Greek and Roman Sculpture II (1972) Taf. 95a. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 198 Nr. 205 Taf.

187

Taf. 43. — Ders., Studien 30. 114 Nr. 25 Abb. 66.69. - Fr.

Gerke, Die christl. Sarkophage der vorkonstantinischen Zeit (1940) 92. — H. P. L'Orange in: Acta Congressus Madvigiani Proceedings of the Second International Congress of Classical Studies III (1954) 53ff. — Likeness and Icon (1973) 95 Abb. 4. - Ders., Fra Antikk til Middelalder (1943) 42 Abb. 24. - Ders., Fra Principat til Dominat (1958) 117

ML

F.

II 1 (1890/94) 1461 Abb.

Crome,

Das

Bildnis

1. - RE ΧῚ 2 (1922) 2016.

Vergils

(1935)

- J.

8 Anm. 11. - H.

Fuhrmann, RM 53, 1938, 35 ff. Abb. 1. 2. — F. K. Dórner,

"AA 54, Abb.

1939, 171. — Ders., Die 3. 5. — L. Curtius, JHS 71,

Antike 17, 1941, 142 1951, 49. - R. Heiden-

reich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 369. — G. M. A. Richter,

Catalogue

of Greek

and Roman

Antiquities in the

Dumbarton Oaks Collection (1956) 18 Taf. 7 G. — V. Poulsen in: Antidoron

M.

Abramié

I, VjesDal. 56-59,

1954—57,

188. — Felletti Maj, Iconografia 281 Nr. 376. - F. Panvini Rosati in: EAA II (1959) 355. — D. Faccenna in: EAA III (1960) 102. — V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 24, 1969, 20 f. Abb.

17.

19.

- C.

Vermeule,

ClJ

63,

1967,

64.

- H.

G.

Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 88. - Calza 93 Nr.3 Taf. 6, 16. 17. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 175 ff. Nr. 180 Taf, 216. 217. — Bergmann 118 f. - Hier S. 21 f. Taf. 12 c. d. Nase zum Teil abgeschlagen. Beschädigungen der Oberfläche, besonders am linken Ohr, an der linken Augenbraue und der linken Wange. F. von Duhn nannte den Kopf Carus, was von J. J. Bernoulli nur mit Zweifeln wiedergegeben wurde. H. Fuhrmann lehnte Carus ebenso, wie die von ]. F. Crome vorgeschlagene Benennung Iulius Saturninus ab und brachte das Bildnis mit dem Togatus der Villa Doria Pamfilj in Verbindung. Damit war es als Diokletian bestimmt. Dem wurde nicht widerspro: chen, bis V. Poulsen die alte Benennung Carus wegen der Kahlköpfigkeit des Dargestellten wieder aufgriff. Der Bearbeiter hält an der Identifikation mit Diokletian fest, wegen der massigen,

97

annähernd kubischen Form,

die für Typus 2, d. h.

Diocletianus

Diocletianus

den tetrarchischen Typus des Diokletianbildes so charakteri-

MeddelelsGlyptKob 25, 1968, 87 Abb. 22. - Calza 122 Nr. 30 Taf. 23, 60. 61. - von Sydow 156 f. — Bergmann 153 f. Taf. 45,5. — E. Camporini, Sculture a tutto tondo del Civico Museo Acheologico di Milano provenienti dal territorio municipale e da altri municipia (1979) Nr. 85 Taf. 60 (mit weiterer Lit.). - J. Meischner, NotMilano 27/28, 1981, 37 ff. Abb. 1. 5. 6. 16. 17. = Inst.Neg. Rom 1932, 223/4. — Hier S. 17 ff. Taf. 11 a. b. Nase und ein Teil des Kinns abgeschlagen. Rechtes Ohr und Oberlippe beschädigt. L. Canesi, der den Kopf zuerst veröffentlicht hat, datiert ihn in die Jahre 280-285 n. Chr., während M. Bonicatti das Porträt an den Anfang des 5. Jhs. setzen möchte. V. Poulsen schlägt die Benennung Maximianus Herculius vor, und R.

. Stisch ist.

LEIDEN, Rijksmuseum van Oudbeden Nr. 24 (Inv. H II BB 2 a). — Kopf auf antoninischer Panzerstatue, überlebensgroß. Gefunden zwischen Zitadelle und Theater von Utica (Tunesien). J. W. Salomonson, OudhMeded 41, 1960, 59 ff. Taf. 27 ff. — H.

G.

Niemeyer,

Studien zur statuarischen Darstellung

der

rómischen Kaiser (1968) 100 Nr. 64 Taf. 22. — V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 25, 1968, 88. — H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 33 A 7 Taf. 7. - Calza 121 Nr. 29 Taf. 23, 58. 59.

— Bergmann

139. 154 Taf. 46,3.

Calza schließt sich dieser Meinung an. Nach Ansicht des

— Zur Panzerstatue

Bearbeiters kommt aus historischen Gründen nur Diokletian in Frage: Replik.des Diokletian im frühen Typus des Soldatenkaisers (Fayum-Ty pus).

vgl. auch: J. Brants, Description of the Classical Collection I (1927) Nr. 24 Taf. 13. - C. C. Vermeule, Berytus 13, 1959, 66 f. Nr. 277. - Mus. Neg. - Hier S. 17 ff. Taf. 12 a. b. Kopf stark bestof3en. J. W. Salomonson hat für den Kopf, dessen Zugehörigkeit zu der wiederverwendeten antoninischen Panzerstatue er erkannt hat, die Benennung Maximianus Herculius vorgeschlagen. In der weiteren Literatur wird daran festgehalten. H. G. Niemeyer hält allerdings auch Maxentius für möglich. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um eine Replik des Diokletian im frühen Typus des Soldatenkaisers; die corona civica zeichnet diese Replik besonders aus.

MÜNCHEN, Residenz. - Kopf auf moderner‘ Büste, lebensgroß. Aus Ägypten. P. Arndt in: EA 1028. — A. Furtwängler, MüJb 2, 1907, 11. - F. Poulsen, Greek and Roman Portraits in English Country Houses (1923) 107 Anm. 2. - Felletti Maj, Ritrarti 140 zu Nr. 278. - Dies., Iconografia 120 .Nr. 84. - B. Schweitzer in: Festschrift Byvanck (1954) 182 Anm. 38 = Zur Kunst der Antike II (1963) 273 Anm. 38. - J. Meischner, AA 1967, 35 ff. Abb. 6. 7. - V. Poulsen MeddelelsGlyptKob 25, 1968, 81. — K. Parlasca, AA 1969, 207. - M. Wegner, Herrscherbild III 1 (1971) 227. — Calza Nr. 33 Taf. 25, 66; 26, 69. 70. — Bergmann 31. - J. Meischner, NotMilano 27/28, 1981, 37 ff. Abb. 3. 7. — Inst.Neg. Rom 1955,

LONDON, British Museum. — Ägyptische Stele. (Diokletian opfert dem Buchis-Stier). Catal. del Museo della Civiltä Romana (1958) 114 Nr. 37. Calza 115 Nr. 21 Taf. 20, 51. — Neg. Mus. della Civiltä Romana.

175/6.

Auf dieser Stele ist der Herrscher in der Kleidung der ägyptischen Könige dargestellt. Daß es sich um Diokletian handelt, geht nur aus der dazu gehörigen hieroglyphischen Inschrift

hervor. LUXOR, zerstört). U.

Tempel

Monneret

des

de Villard,

Kaiserkults. Antiquity

— Wandmalerei 27,

1953,

(heute

85-101.

20.

-

H.

P. L'Orange,

ActaIRN

Nur ein Aquarell erhalten (von J. G. Oxford).

in der nachfolgenden Literatur diese Bezeichnung jedoch stets abgelehnt. Eine Ausnahme bildet nur J. Meischner, die den Kopf an die Portráts in Kairo und Florenz anschliefit und an der Benennung Maximinus Thrax festhält. R. Calza ordnet ihn unter die Bildnisse des Maximianus Herculius ein. Der Gesichtsausdruck erinnert sie entfernt an Balbinus. Für K. Parlasca ist es fraglich, ob in diesem Porträt überhaupt ein Kaiser dargestellt ist. Ein Replikenverhältnis zu den Köpfen in Kairo und Florenz wird von ihm wie auch von M. Wegner abgelehnt. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um eine Replik des Diokletian im frühen Typus des Soldatenkaisers (Fayum-Typus).

2, 1965, Taf. 23 a.

Wilkonson,

heute in

Der Kaiserkult, dem der Tempel, in dem sich die Wandmalerei befand, gewidmet war, stand mit einem unter Diokletian

eingerichteten Militärlager in Zusammenhang. Daher identifizierte U. Monneret de Villard die dargestellten vier männlichen Personen, von denen nur die unteren Teile der Körper erhalten sind, mit den vier Herrschern der ersten Tetrarchie. MAILAND,

Museo Arcbeologico Inv.

1158.

— Kopf, überle-

NIS, Museum Inv. 081. — Kopffragment, unterlebensgroß? Porphyr. In Ni$ gefunden. M. Grbié, in: E. Swoboda, Carnuntina, Römische Forschungen in Niederósterreich III (1956) 84 Taf. 12,4. — D. Srejo-

bensgroß. 1930 aus der Sammlung Archinti in Monza erworben. L. Canesi, Historia 5, 1931, 236 ff. Abb. 1-3. — M. Bonicatti,

ArchCl Mostra

11 c. d.

Maximinus Thrax als recht wahrscheinlich erklärt hatte, wird

— A.

Grabar, L'Arte paleocristiana 221. - R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike (1971) Abb. 266. — Calza 115 Nr.

— Hier S. 17 ff. Taf.

1956 ergänzt: Mehr als die Hälfte des Oberkopfes mit linker Schläfe und rückwärtigem Teil der linken Wange, größter Teil der Nase und kleines Stück am Kinn. Die gesamte Oberfläche mit Ausnahme einiger Haar- und Bartpartien auf mechanische und chemische Weise überarbeitet. Nachdem P. Arndt für diesen Kopf die alte Benennung

16, 1964, 279 Taf. 62,2. — Art e Civiltà Romana. Bologna 1964. Cat. II Nr. 358 b. - V. Poulsen,

96

thronenden Herrscher dargestellt sind, wird allgemein Benennung Diokletian und Maximian vertreten.

vie, Ziva Antika 9, 1959, 253 ff. — H. P. L’Orange, ActaIRN ' 2, 1965, 81 Taf. 18 e-g. - von Sydow 143 Anm. 51. - F.

Zeviin: EAA VII (1966) 781 Abb. 897. — Bergmann 165. 176 Taf. 51,1. 2. — Hier S. 10. . Erhalten nur die Augenpartie, Stirn und Kopfbedeckung. Nase abgeschlagen. Dieses Kopffragment, das den Porphyrgruppen in Venedig

PRIVATBESITZ, deutscher. Aus römischem F. W.

BELGRAD,

Privatbesuz).

Srejovié,

Ziva

Antika

9,

1959,

253-264

Abb.

-

1. — von

ROM, Museo Vaticano, bensgroß. Porphyr.

Sydow 143 Anm. 51. — Bergmann 150. 166. 176 Taf. 48,6. Erhalten ist nur die Stirn- und Augenpartie. Der erhaltene Teil dieses Kopfes zeigt gerade nur die für Tetrarchenbildnisse so typische Stirn- und Augenbildung mit den

charakteristischen

Steilfalten

über

der

Nationalgalerie

Inv.

58.

J. Strzygowski,

Nasenwurzel.

— Kopf mit Kranz.

— Poulsen,

Rom

1940,

Biblioteca.

Klio 2, 1902, 105 f.

- 2 Gruppen,

unterle-

— E. Michon in: Mélan-

ges Boissier (1903) 371 f. — O. M. Dalton, Byzantine Árt and Archeology (1911) 126. — E. Strong, Scultura Romana (1923) 408 f. - G. von Kaschnitz-Weinberg, Antike 2, 1926, 53 ‚Abb. 8. = Ausgewählte Schriften II (1965) 63 Taf. 39. - E. Strong, Artin Ancient Rome (1929) 191. — H. P. L'Orange, RM 44, 1929, 191 Taf. 45 a. b. - Ders., ActaArch 2, 1931, 44Íf. Abb. 14 Taf. 4. — Delbrueck, Porphyrwerke 91 f. Taf. 35-37. - L’Orange, Studien 17 f. Abb. 33. 35. — H.

Auch vom Material her gesehen, muß es sich um ein kaiserliches Portrát handeln. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um das Fragment einer Tetrarchengruppe.

OSLO,

55, 1940, 239 £. Taf. 28.

unter Nr. 771 b. — Inst.Neg.

Oberfläche angegriffen, versintert. Nase abgestoßen, Stirn über der Nasenwurzel abgesplittert. Kalotte des Kopfes, Hals und rechte Gesichtshälfte sind ganz verrieben. F. W. Deichmann hat diesen Kopf vorgestellt und datiert ihn ohne Benennung in die Zeit unmittelbar vor der ersten Tetrarchie. F. Poulsen zieht das Bildnis als Vergleichsstück zu Kopenhagen NCG 771 b heran und bezeichnet es als wahrscheinliches Porträt Kaiser Diokletians. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatporträt aus dem späten 3. Jh.

Aus Tekija. D.

RM

538

940.

Constantius Chlorus darstellen. D. Srejovié dagegen bevorzugt die Deutung als Galerius. W. von Sydow beschränkt sich darauf, allgemein von einem Tetrarchen zu sprechen. Der Bearbeiter stimmt mit von Sydow überein und benutzt hier den Namen Diokletian als Sammelnamen der Kaiser der ersten Tetrarchie. NIS, (nach M. Bergmann: Kopffragment, Porphyr.

Sculpt.

— Kopf.

Kunsthandel.

Deichmann,

Cat.

ganz nahe steht, kónnte nach Ansicht von M. Grbié vielleicht

die

Alaba-

. von Schönebeck, JbBerlMus 58, 1937, 56 f. - H. Fuhrmann, RM 53, 1938, 35. - P. Verzone, Palladio 8, 1958, 8 ff. - P.

ster, unterlebefsgroß. Herkunft unbekannt.

Mingazzini in: EAA II (1959) 780 Abb. 1025. — G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 133. — M. Cagiano de Azevedo, Commentari 2/4, 1962, 167. — H. von Heintze in: Helbig *I Nr. 470. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967)

S. Eitrem, Antikksamlingen (1927) 58. - Ders., Kunst og Kultur, 13, 1926, 209 f. - H. P. L'Orange, SOsl8, 1929, 100 ff. - Ders., Studien 102 f. Abb. 247. - Ders. in: EA 3334. - R. Heidenreich in: Festschrift Schweitzer (1954) 367 f. Taf. 84,2. — Calza 182 Nr. 100.

117-119.

- E.

B.

Harrison,

DOP

21,

1967,

84

Abb.

22.

23. — H. von Heintze in: PropKg 11.(1967) Abb. 328. — von

Es fehlen Teile der Nase, des Mundes und des Kinns sowie der

Sydow

Stirn. Der hintere Teil des Kopfes ist wie abgeschnitten. Es handelt sich bei diesem Köpfchen um ein in der Spätantike umgearbeitetes älteres Porträt, nach Meinung S. Eitrems um das des Kaisers Galba. Da der Kranz bei der Überarbeitung nicht entfernt wurde, ist anzunehmen, daß wieder ein Kaiser

467 ff. Abb. 1. 3. — Bergmann 150. 165 f. 174 ff. Taf. 49,3. 4. — Vat. III 6. 5/6. AccAm, Mo 11670. - Inst.Neg. Rom

dargestellt sein

sollte.

Vergleiche

mit

den

140.

143 ff. — Calza

Andreae,

Römische

605.

Rocchetti,

ASAtene

— L.

5694/5; 6838/41;

vatikanischen

Porphyrgruppen und dem Bildnis in Autun lassen an einen Tetrarchen denken. R. Calza ordnet das Kópfchen ebenfalls dem Porträt in Autun zu, in dem sie Severus II. zu erkennen .

glaubt. Der Bearbeiter zweifelt jetzt den antiken Ursprung des Köpfchens an.

1933, 220.

1862 in der Saóne gefunden. — ΝΥ. Froehner,

Les Médaillons

Kunst 50/51

(1973)

33,

Abb. 604.

N.S. 34/35,

- Hier S. 6 ff. 27 Taf.

1972/73,

5. 7.

Eine abweichende Deutung trug P. Ver-

zone vor, der in den Porphyrgruppen jeweils nur einen Augustus mit seinem Vorgänger sah. Bei den Gruppen im Vatikan handele es sich um Maximian und Constantius Chlo-

PARIS, Nationalbibliotbek. — Bleimedaillon. 199.

Nr. 9 Tàf. 12, 30-32;

Bei einem Kaiser fehlt die Nase, beim anderen die Nasenspitze. I. Gruppe: Ecke der Konsole und Nasenspitze der linken Figur fehlen. Seit R. Delbruecks Zuweisung der zwei Porphyrgruppen an die Kaiser der 1. Tetrarchie: Diokletian - Maximian und Constantius I. — Galerius, sind diese Benennungen allgemein beibehalten worden.

Bernoulli II 3, 197.

104

91. — B.

rus. Der Bearbeiter sieht in den vatikanischen vier Kaiser der 2. Tetrarchie.

de

l'Empire Romain (1875) 259 mit Abb. - E. Babelon, Guide illustré au Cabinet des Médailles (1900) 196 Abb. 78. — Calza 127 Nr. 36 Taf. 27, 72. 73.

Gruppen

die

ROM, Konstantinsbogen. — Die Togastatuen des Fünfsäulendenkmals hinter den Rostra auf dem Forum Romanum. Dargestellt auf dem Relief mit Orauo des Konstantin.

Am Rand etwas beschädigt. Wegen des historischen Zusammenhanges, in dem die beiden

99

Diocletianus

Diocletianus

A.

von

Gerkan - H.

P.

L'Orange

Konstantinsbogen

Taf. 5 a. 14. 15. 21 c. - H. P. L’Orange, RM 53, 1938, 1 ff. = Likeness and Icon (1973) 131 ff. - A. Giuliano, L'arco di

Costantino (1955) Abb. 40 f. — Kähler. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 88 Nr. 23-26. — Calza 113 Nr. 18, vgl. auch Nr. 35. 52. 70 Taf. 18, 45. 46. — B. Andreae, Rómische Kunst (1973)

Abb. 628. Zu den Porphyrtorsen im Lateran, die nach Kähler vielleicht vom Tetrarchendenkmal stammen vgl.: A. Giuliano, Catalogo dei ritratti romani del Museo Profano Lateranense (1957) 88. - Delbrueck, Porphyrwerke 56 Taf. 12 - H. von

Heintze in: Helbig I* Nr. 1137. — Calza 130 Nr. 42. — Hier S. 10 Taf. 2 a. Des Bearbeiters Deutung der vier Togastatuen des Fünfsaulendenkmals auf dem Forum Romanum, das uns von einer Darstellung auf einem Relief am Konstantinsbogen bekannt ist, als die vier Kaiser der Tetrarchie ist allgemein anerkannt worden. Nur H. G. Niemeyer vertritt insofern eine abweichende Meinung, als er in den vier Statuen nicht die Kaiser selbst, sondern deren Genien erkennen will, was darauf beruht, daß er die Attribute der Figuren nicht als Zepter, sondern als Füllhórner deutet. Die Hauptsache bleibt jedoch, daß ein tetrarchisches Ehrendenkmal in dem Fünfsäulenmo-

nument

hinter den Rostra

erkannt worden

ist. Die vier

kaiserlichen Togaten, von denen der eine Diokletian ist, sind so klein, daß sie keine individuellen Züge zeigen können.

ROM, Museo Capitolino, Salone Inv. 493. — Kopf, überlebensgroß. Aus der Sammlung

66,

jetzt:

Galleria,

Albanı.

Stuart Jones, Mus.Cap. 306 f. Nr. 66 Taf. 75. — Bernoulli II 3, 196. — R. Delbrueck, Bildnisse römischer Kaiser (1914)

Taf. 37. - K. Kluge - K. Lehmann-Hartleben, Die antiken Großbronzen II (1927) 49. — Fr. Poulsen, Porträtstudien in norditalienischen Provinzmuseen (1928) 30. — R. Paribeni, Il ritratto (1932) Taf. 343. - L'Orange, Studien 36. 199 Kat.Nr. 46 Abb. 90. 92. — P. Ducati, L'arte in Roma (1938). 297 Taf. 188. - G. Bovin, MonAnt 39, 1943, 356

Abb. 135. - L.

Goldscheider,

Taf. 107. — Felletti 192. - H. Kähler,

Maj, Rom

Roman

Portraits

Iconografia und seine

(1945)

Nr. 370 Taf. 55, Welt (1958) 347

Taf. 239. — G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 129. —F. Panvini-Rosati in: EAA VI 480 Abb. 547. — H. von Heintze

in: Helbig II^ 98 Nr. 1245. — Bergmann 104. 107. 112. 117. 132 f. Taf. 33,5. 6. — M. Wegner, Herrscherbild III 3, 153 (mit weiterer Lit.) — Cap B 2134/5. - Inst.Neg. Rom 4253/5.

Nasenspitze, linkes Ohr bis auf Ohrläppchen und oberer Rand des rechten Ohrs ergänzt. Bruststück modern zugerich-

tet. Den

Kopf,

der von

J. J. Bernoulli

in diokletianische Zeit:

gesetzt und von H. Stuart Jones als móglicher Diokletian bezeichnet

wurde,

nannte

bereits

R.

Delbrueck

Probus.

Danach greifen nur K. Lehmann-Hartleben und R. Paribeni den Namen

Diokletian

für dieses Portrát wieder auf. Der

Bearbeiter hált immer noch an dem Probusnamen fest, glaubt ROM, Forum Romanum, Antiquarium, Loggia links. gastatue, überlebensgrofi, Porphyr. 1937 auf dem Forum hinter der Curia gefunden.

— To-

aber, daß es sich um

ein postumes

Bildnis handelt, da die

Form einer bedeutend spáteren Stilphase als der des Probus angehórt, etwa dem vorgerückten 4. Jh.

G. Calza, RendPontAcc 22, 1946/47, 185 ff. Abb. 1-4. — A. Bartoli, NSc 1947, 85 ff. Abb. 9 ff. — P. Romanelli, Il Foro Romano, Itinerario Nr.44 (1950) 24. 67 Abb. 11. - A.

ROM, Museo Capitolino, Imperatori 80. — Kopf auf moderner Büste, lebensgroß.

Giuliano, Catalogo dei ritratti romani del Museo profano

Aus Rom.

Lateranense

Stuart Jones, Mus.Cap. 213 Nr. 80 Taf. 52. — F. Armellini, Le sculture del Campidoglio III (1843/45) 230,3. — Bernoulli

(1957)

88.

— G.

Carettoni,

JRS

50,

1960,

194

Taf. 18,2. — Nash, Rom 1230 f. Abb. 264/65. — A. Bartoli, Curia Senatus (1963) 67 Taf. 63. — Kähler 11 Taf. 13. — H.

von Heintze in: Helbig II* Nr. 2070. - Calza 108 Nr. 14 Taf. 15, 40. — Bergmann 168 Anm. 692. — Gab.Fot.Naz. E 26686/8; E 26695/6; E 42725.

II 2, 90 Taf. 28; II 3, 196.

1029/30. Nr.

1

Abb. 9.

— Hier S. 11. 22 Taf. 3 c.

— R.

Taf.

West,

19,

68.

10. -L.

— Helbig

Römische —

G.

Becatti,

Goldscheider,

I? 455

Nr.

80.

- ABr

Porträtplastik II (1941) Le

arti

Roman

4,

1941/42,

Portraits

74 175

(1945)

Kopf, rechter Arm vom Ellenbogen an, linke Hand, rechter Fuß mit Stück des Unterschenkels waren gesondert gearbeitet (aus Marmor?) und eingesetzt. Diese Teile fehlen jetzt. In der Mulde zur Einsetzung des rechten Fußes fehlt das Dübelloch.

Taf. 103. — G. Daltrop, Die stadtrómischen männlichen Pri-

Die Statue war also niemals vollendet. Die Plinthe ist nicht

Nasenspitze und Rand des linken Ohrs ergänzt. Die alte Benennung Diokletian, die Armellini dem

geglättet. An der rechten Kórperseite ist ein großer Faltenzug ausgebrochen, die übrigen Falten sind an mehreren Stellen beschádigt. Im linken Oberarm ist ein rundes Loch und auf der Schulter darüber eine Abarbeitung. Die kopflose Statue wurde zunächst in traianisch-hadrianische

Zeit datiert. H. Kahler nimmt sie als erster für die Tetrarchen, und zwar für das Fünfsäulendenkmal auf dem Forum Romanum in Anspruch. R. Calza folgt dieser Zuweisung, während sie von H. von Heintze zurückgewiesen wird, sowohl aus stilistischen Gründen, als auch wegen des Umstands, daß die Statue niemals vollendet worden ist. Sie zieht eine Datierung in claudische Zeit in Erwágung. Zu des Bearbeiters Datierung in tetrarchische Zeit siehe oben S. 11.

vatbildnisse trajanischer und hadrianischer Zeit (1958) 96 Anm. 2. 121. — Alinarı 11768. — Anderson 1558. - Inst.Neg. Rom 1258; 6703 A.

Kopf

gegeben hatte, wurde schon von J. J. Bernoulli zurückgewiesen, der erkannte, daß das Bildnis der traianischen Zeit angehórt. Spáter kommt nur L. Goldscheider noch einmal auf den Nàmen Diokletian zurück. Der Bearbeiter lehnt den Diokletiannamen ebenfalls ab und folgt der Datierung in

traianische Zeit. ROM,

Museo

Vaticano,

Museo

Gregoriano

Museo Profano Lateranense) Inv. 10217. groß. Aus den Magazinen des Vatikan.

100

Profano

— Kopf,

(ehem.

lebens-

sehen. Auch B. Andreae übernimmt die Benennung. nicht uneingeschränkt. Da keines der Gegenargumente stichhaltig ist (das Problem der Bartlosigkeit z. B. wurde ausführlich

Benndorf — Schöne 86 Nr. 139. - L'Orange, Studien 30. ' 114 Nr. 24 Abb. 65. 70. - A. Giuliano, Catalogo dei ritratti romani del Museo Profano Lateranense (1957) 80. Nr. 98 Taf. 58. — H. von Heintze, Gnomon 32, 1960, 159. — Dies. in: -Helbig I* Nr.:1093. — Inan — Rosenbaum 199 unter Nr. 274. - von Sydow 9 Anm. 23; 10 f. 18 f. — Calza 96 Nr. 5 Taf. 9, 22. 23. - Bergmann 140.ff. 145. 148. 150. 179 Taf. 41,2; 42,1. - Vat. XXXII Rorn 1929, 565/6; 1930, 917.

7.

46.

80.

29.

erörtert:

ROM,

— Inst.Neg.

Vom

1282.

-

H. P. L'Orange, RM

— Fragment eines Reliefs.

- H.

P. Laubscher,

Arcus

Novus

und Arcus

Clau-

11 ff. —

Insr. Neg.

Aus seiner Stellung im Relief ist zu schließen, daß es sich bei dieser männlichen

Figur um

einen Kaiser handeln muß,

wie

H. P. Laubscher ausführt. Der claudische Kopf wurde in tetrarchischer Zeit umgearbeitet. Vermutlich ist: Diokletian selbst oder einer seiner Mitregenten dargestellt. SABRATHA,

Museum

(ehem. Tripolis,

Museum).

— Kopf,

lebensgroß. Bronze. In Sabratha gefunden. G. Guidi. Il restauro del Castello di Tripoli (1935) 61 f. Catalogo della mostrá d'arte antica. Galleria Nazionale a Villa Giulia (1932) 58 Nr. 13. - L’Orange, Studien 30. 103. 115 Nr.28. - H. von Schónebeck, JbBerlMus 58, 1937, 56 ff. - H. Fulirmann, AA 1941, 729 ff. Abb. 172. — V. Poulsen in: Antidoron M. Abramié, VjesDal 56-59, 1954-57, 190. — R. Bartoccini, LibyaAnt 1, 1964, 33 ff. Taf. 18. 19 a. — Calza 206 Nr. 125 Taf. 68, 233. — Bergmann 156. - Hier

reich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 368. - G. M. A. Richter, Catalogue of Greek and Roman Antiquities in the

III (1960)

7401. 7428/9.

Villa Media.

Nur der hintere und obere Teil des Kopfes einschließlich der Stirn ist erhalten.

71, 1951, 50 Abb.4. - V. Poulsen in: Antidoron M. Abramié, Vjesnik 56-59, 1954-1957, 188 ff. - R. Heiden-

mann 140 Taf. 40,1. - Inst. Neg. Rom S. 11. 22 f. Taf. 14. 15.

191), wird hier an der Bestim-

Gött 1976, Nr. 3, 78 ff. 86. 88 f. 104 Taf. Rom 1972, 3868; 1974, 763.

44, 1929,

101 ff. Abb. 132. 133. - G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 131. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der römischen Kaiser (1968) 87 Nr. 22 Taf. 7, 2. - von Sydow 7. 9. 117. 118. 132. 157. - R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike (1971) 27 Abb. 22. — Calza 92 Nr. 2 Taf. 5, 13; 6, 14. 15. - B. Andreae, Rómische Kunst (1973) Abb. 601. - R. Brilliant, Roman Art (1974) 265 Abb. VI. 49. — R. Calza u. a., Antiquità di Villa Doria Pamphilj (1977) 304 Nr. 377 Taf. 215. 216. — Berg-

187.

di. Zwei Triumphbögen an der Via Lata in Rom, NachrAk-

180 ff. Taf. 37-42. - Delbrueck, Porphyrwerke 124. L'Orange, Studien 30. 103. 115 Nr. 27 Abb. 68. 71. - H. Fuhrmann, RM 53, 1938, 40 ff. Abb. 3. — L. Curtius, JHS

Dumbarton Oaks Collection (1956) 18. - EAA

1929,

Arcus Novus Diocletiani.

Nr. 21.

ROM, Villa Doria Pamphilj. — Togastatue, etwas überlebensgroß. (der Kopf befindet sich jetzt im Magazin der Kapitolinischen Museen). - Duhn INr.

44,

M. Cagiano de Azevedo, Le antichitä di Villa Medici (1951)

Büste, Nase, Teil des Halses und ein Stück auf der Stirn ergänzt. Kleinere Beschädigungen, vor allem an den Ohrrändern. Hinterkopf nicht ausgearbeitet, großes Flickstück. Oberfläche korrodiert. R. Calza sieht in dem Kopf, der allgemein für ein Privatporträt gehalten wird, ohne Zweifel die gleiche Person wie diejenige, die das überlebensgroße Porträt (Inv. 1844) in Ostia zeigt. Daraus ergibt sich für sie die gleiche Benennung, nämlich Diokletian. Der Bearbeiter hält den Kopf für ein Privatporträt aus dem späten 3. Jh.

Matz

RM

mung Diokletian als móglich festgehalten.

:S. 18. 22 Taf.

17.

Zwei viereckige Lócher an der linken Kopfseite fast senkrecht übereinander; ein ähnliches an der rechten Kopfseite. Löcher auch über dem Scheitel.

Da der Kopf, wie die Löcher zeigen, einen Kranz getragen haben muß, ist er als Bildnis eines Kaisers ausgewiesen. G. Guidi, der ihn zuerst veröffentlichte, datierte ihn in die Mitte

des 3. Jhs. und benannte ihn Philippus Arabs. Der eckige, breite Kopfbau und der strenge Ausdruck sind jedoch, wie der Bearbeiter schon früher erkannt hat, charakteristisch für die Zeit der Tetrarchie. Dies wurde von H. Fuhrmann bestätigt, der allerdings nicht Diokletian sondern Licinius in dem Bildnis Zu erkennen glaubte; darin folgte ihm H. von Schónebeck. Für R. Calza ist diese Zuweisung wenig überzeugend, und R. Bartoccini greift die alte Benennung Philippus Arabs wieder auf, was er durch Inschriften zu stützen versucht. Hier bleibt der Kopf als mógliches Diokletianbildnis bestehen.

— Hier

Kopf gesondert angesetzt. Es fehlen der vordere Teil des linken Fußes und Unterarms, die rechte Hand, ein großes Stück der Toga hinter dem rechten Arm (modern ergänzt), Faltenrücken an der linken Brustseite. Der über den Kopf gezogene Teil der Toga wurde in jüngster Zeit abgearbeiter, die entsprechende Oberfläche neu ausgeführt. Das Gesicht geglättet. Nase, Kinn, Mund und Augen mit Umgebung beschädigt. Die Statue wurde vom Bearbeiter schon früher mit ausführlicher Begründung als Diokletian gedeutet. Die meisten Gelehrten folgten dieser Identifikation. H. Fuhrmann erhärtete sie dadurch, daß er der Statue die Herme Jerichau zur Seite stellte. Für R. Delbrueck dagegen war das Fehlen eines Rangabzeichens Grund für die Ablehnung dieser Benennung. Ohne eigene Argumente schlossen sich R. Heidenreich und W. von Sydow ihm an. G. M. A. Richter hält es wegen der Bartlosigkeit des Kopfes für unmöglich, Diokletian in ihm zu

SIDE, Museum Inv. Aus Side Gebäude

104.

— Statue.

M.

J. Inan, Antalya bölgesi Roma devri portreleri (1965) Nr. 31 Taf. 30,2; 33,2. 3. - Inan — Rosenbaum 88f. Nr. 65 Taf. 41,1. 2. 4. - von Sydow 112 Anm. 2 Nr. 2. - Negs. E. R. XXI, 30; XXII, 80. 81. Aus sechs Bruchstücken zusammengesetzt. Oberfläche durch Brand stark beschädigt. Stellenweise kalziniert. Nase, Kinn und oberer Teil der Stirn abgestoßen. Augen und Mund

101

' Diocletianus

Diocletianus

beschädigt. Linkes Ohr vollständig, rechtes teilweise abgebrochen. J. Inan sieht in der Statue einen Angehörigen des julisch-clau-

dischen Kaiserhauses, vielleicht einen Augustusenkel. Daher

sollte wahrscheinlich auch nach der späten Überarbeitung des Kopfes wieder ein Herrscher dargestellt sein, und zwar einer der Tetrarchen. W. von Sydow datiert die Statue in das 2. Viertel des 3. Jhs. Der Bearbeiter folgt W. von Sydow. SOLIN (Salona), eingemauert im Hanse der Beppina Aljino-

vie. — Kopf, etwa lebensgroß. Aus dem südl. Amphitheater in Salona. L'Orange, Studien 102 Abb. 246. — Hier S. 36 Taf. 23 d.

Stark überarbeitet, größeres Stück der rechten oberen Kopfhälfte mit Teilen der Stirn darunter abgestoßen. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf einen schwachen Reflex von der bestimmenden

Herrscherpersönlichkeit

der

1.

Tetrarchie,

Diokletian. SOLIN (SALONA).

— Doppelherme, Kalkstein, etwas über-

Haarkranzfrisur zu sehen, wurde vom Bearbeiter zurückgewiesen (Studien 19 Anm. 5). Es handelt sich um ein allerdings nur skizzenhaft angelegtes Altersbildnis des Diokletian vom Typus 2. SPALATO,

Museo

Archeologico

Inv.

C 49.

— Kopf,

etwa

lebensgroß. Lokaler Kalkstein. 1821 in Salona gefunden. C. Lanza, Monumenti Salonitani (1856)-37 Taf. 12. — Sonst

unveröffentlicht, wie mir Dr. Nenad Cambi gütigst mitteilt. — Hier S. 22 £. Taf. 16 a-c. Der Kopf ist ein lokales Werk in lokalem Stein und kann nach der Ansicht des Bearbeiters ein Greisenbild des Diokletian sein.

SPERLONGA,

Museo Nazionale Inv. 6. — Kopf, etwa le-

bensgroß.

lebensgroß. Gefunden in der Nähe

des Diokletianspalastes ın Spalato.

H. P. L’Orange, ActaArch 2, 1931, 29 ff. Taf. 2 Abb. 3. 4. 6. — Delbrueck, Porphyrwerke 121 Anm. 1. - L’Orange, Studien

Oberfläche stark korrodiert. Besonders das Untergesicht beschädigt. Durch seinen Platz im Mausoleum des Diokletian ist das Bildnis als das des Kaisers selbst ausgewiesen. Daß einmal erwogen wurde, in der dargestellten Person eine Frau mit

17 ff. 100 Abb.

36.

38.

— J. F. Crome,

Das

Bildnis

Vergils (1935) 8 Anm. 11. — R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 369. — M. Cagiano de Azevedo, Commen-

G. Jacopi, L'antro di Tiberio a Sperlonga 145 (1963) Abb. 142. 143. - Ders., L'antro di Tiberio e il Museo Archeologico Nazionale di Sperlonga, Itinerario 107 (1965) 12 Abb. 24. - H. P. L’Orange, Romerske Keisere (1967) 105. - von Sydow 9 ff. — G. Säflund, The Polyphemus and Scylla

Groups at Sperlonga (1972) Abb. 70. — B. Andreae, Rómi-

tari Nr. 3/4, 1962, 169. — H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965, Taf. 19 a. b. - Calza 105 Nr. 10 Taf. 22, 57. — Inst. Neg. Rom 1933, 1805/6. 1814. 1816. — Hier S. 12 f. Taf. 9 a.

sche Kunst (1973) Abb. 602. — Bergmann 151 f. Taf. 43,5. 6. — Hier S. 36 Taf. 8 a. b. Nase abgebrochen, Oberlippe beschädigt, Augenbrauen be-

Verhältnismäßig gut erhalten. Teile der Nase und die untere linke Ecke abgestoßen. Daß es sich bei dem mit einem Mischwesen verbundenen Menschenkopf um ein Tetrarchenporträt handelt, wurde vom Bearbeiter schon früher erkannt und von J. F. Come bestritten, der es ablehnt, den Kopf als Porträt zu werten. R. Delbrueck und R. Heidenreich äußerten sich ebenfalls ableh-

stoßen.

nend. Hier wird jedoch an der ersten Deutung festgehalten.

G. Jacopi sieht in dem Kopf einen der Tetrarchen und meint, es könne sich um Diokletian handeln. Während W. von Sydow unbestimmt von einem tetrarchischen Porträt spricht, hält B. Andreae den Kopf für ein Privatbildnis vom Anfang des 4. Jhs. Da der Fundort kaiserliche Domäne gewesen zu sein scheint, liegt eine Deutung des Porträts als Kaiserbildnis nahe. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein mögliches

Das Hermenbildnis schließt sich eng an das Medaillonporträt Diokletians im Mausoleum in Spalato an. Es handelt sich um

Tetrarchenbild.

ein spätes Diokletiansbild aus der Zeit als Senior Augustus.

THESSALONIKI, Galeriusbogen. — 2 Reliefs (Vier-KaiserGruppe und Opferszene). K. F. Kinch, L'arc de triomphe de Salonique (1890) 24. 36 Taf. 5. 6. - O. Wulff, Altchristliche und byzantinische

SPALATO, Mausoleum. lebensgroß.

— Imago clipeata. Kalkstein, unter-

G. Niemann, Der Palast Diokletians in Spalato (1910) Taf. 23,6 Abb. S. 115, dazu Text von A. Conze 113 ff. - F. Bulic, Kaiser Diokletians Palast (1929) 55 f. Abb. 47 a. b. — E. Strong, Art in Ancient Rome (1929) 189. — L’Orange, ActaArch 2, 1931, 37 ff. Taf. 3. — Delbrueck, Porphyr-

werke 124 Taf. 61 Abb. 49. — L'Orange, Studien 19 ff. 100 Abb. 39. - H. Fuhrmann, RM 53, 1938, 35 ff. - R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 369. - G. M. A. Richter, Catalogue of Greek and Roman Antiquities in the Dumbarton Oaks Collection (1956) 16 Taf. 7. — H. P. L’Orange,

sqvié, Der 64. — Calza Taf. 13.

ActaIRN

2,

Palast des 106 Nr. 11

1965,

Taf.

19 c. - J. und

T.

Mara-

Diokletian (1965) 15 Abb. 61. Taf. 13, 35. 36. - Hier S. 7. 21

Kunst (1918) 161 f. Abb.

159.

— E. Hébrard, BCH

44, 1920,

6 ff. — L'Orange, Studien 28 f. 100 Abb. 61. — G. Castelfranco, CrdA 2, 1937, 15 ff. - K. Kübler, JdI 67, 1952, 122. — M. Lucci, ArchCl 16, 1964, 254. — A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums (1967) 13 Abb. 9; 148 Abb. 152. - C. C. Vermeule 336 ff. — von Sydow 10. 11. 146. — Calza 114 Nr. 19 Taf. 19,47. 48. — H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) Taf. 40. 41. 51. 58. 60. — Inst. Neg. Rom 1937, 1288 (Opferszene). — Hier S. 5. 40 Taf. 1. Stark beschädigt. Auf beiden Reliefs sind die Gesichter Diokletians völlig zerstört. Für die Ikonographie des Kaisers sind sie daher wertlos.

102

VENEDIG, Piazzetta. — 2 GTuppen, unterlebensgroß, Porphyr. Aus dem Philadelphion in Konstantinopel. E. Cicala, I due gruppi di porfido sull'angolo del Tesoro della Basilica di S. Marco di Venezia (1844). — J. Strzygowski, Klio

2,

1902,

105 f. - O.

M.

Dalton,

Byzantine

Art

and

Archaeology (1911) 126 f. Abb. 74. — F. Poulsen, RM 29, 1914, 65. — E. Michon in: Mélanges G. Boissier (1903) 371 f. - R.. Delbrueck, Bildnisse römischer Kaiser (1914) ' Taf. 39. - ©. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst (1918) 155 f. Abb. 148. - H. Koch, AD III Taf. 30. - J. Wilpert,

BullCom

50,

1922,

31 f. — E. Strong,

Seit R. Delbruecks Deutung der zwei Gruppen als die August

der ersten Tetrarchie, Diocleuanus und Maximianus, und ihre Caesares, Constantius Chlorus und Galerius, ist allgemein an dieser Benennung festgehalten worden. Abweichende Mei-

nungen werden von M. Cagiono de Azevedo, der eine späte Datierung ins 5. Jh. vorschlägt, und von A. Ragona. der in den Dargestellten die Kaiser der zweiten Tetrarchie: GaleriusLicinius und Maximinus

Daia-Constantin

sehen wall, vertre-

ten. P. Verzone glaubt, daß in den Gruppen jeweils nur ein Augustus mit seinem Vorgänger dargestellt sei, nämlich Constantius Chlorus und Konstantin der Große. Vgl. Text S. 6 ff.

Scultura ro-

mana (1923) 408 f. Taf. 79. - Dies., Art in Ancient Rome (1929) 191.

- L'Orange, RM

44, 1929, 131 Taf. 46.

— Ders.,

ActaArch 2, 1931, 44 ff. Abb. 12. 13. - Delbrueck, phyrwerke 84 f. Taf. 31-34. - L’Orange, Studien

Por16 f.

Abb. 32. 34. -- H. von Schönebeck, BerlMus 58, 1937, 56 f. - H. P. L'Orange, SOsl 29, 1958, 117. -- P. Verzone, Palla-

dio 8, 1958, 8 ff. — J. Heurgon, Le trésor de Ténés (1958) 37 Taf. 17,1. -- J. W. Salomonson, OudhMeded 41, 1960, 66. - M. Cagiano de Azevedo, Commentari 3/4, 1962, 160 ff.

(1965) 382 Abb. 415. — F. Zevi in: EAA VII (1966) 780-ff. 898.

- H.

P.

L'Orange,

ActaIRN

2,

1965,

Taf. 18 c.

Istanbul

13/14,

1967,

138 f.

Taf. 54,1 (Konsole mit Fußbruchstück). - J. D. Breckenridge, Likeness. A. Conceptual History of Ancient Portraiture (1968) 240 Abb. 127. — von Sydow 142 ff. - D. M. Brinkerhoff, A Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) Abb. 26. 27. - L. Roccherti,

89.

90;

stantine 1975,

45,

148.

133. - B.

- G.

(1975)

216.

M.

A.

Andreae, Rómische Hanfmann,

Abb. 191. - M.

- Bergmann

165 f.

A:

From

R.

174 ff.

Kunst

Croesus

Colledge, Taf. 49,

1.

=

Nr.

24.

38 Taf.

14, 39; 29,

79.

- V.

- H. G. der rómi— G. M. Nr. 594.

Poulsen,

Les

portraits romains II (1974) 31 f£, — J. D. Breckenridge in: Age of Spirituality (1979), 11 Nr. 4 mit Abb. - Bergmann 139. 178 f. männlichen

Büsten,

die auf dem

Kameo

Gegen die antike Gewohnheit ist hier die Chlamys über der linken Schulter geschlossen, hier sitzt die schließende Fibel. Aus diesem Grunde zweifelte schon H. G. Niemeyer an der Echtheit des Stückes.

ASAtene 50/51 N. S. 34/35, 1972/73, 467 ff. Abb. 2. -- Calza 98 Nr. 7. 8. 28. 47 Taf. 11, 27-29; 22, 55. 56; 28, 75; 32, Abb.

14.

dargestellt sind, Diokletian und Maximianus Herculius. R. Calza und V. Poulsen móchten das Stück lieber in vortetrarchische Zeit datieren. J. D. Breckenridge denkt an Maximian und Maxentius. Eine Datierung in tetrarchische Zeit ist nach dem Bearbeiter aus stilistischen Gründen kaum möglich, besonders wegen der Haarformen. Merkwürdig scheint ihm die Chlamys-Tracht, besonders der linken Büste.

153 ff. — A. Grabar, Die Kunst des frühen

Museum

47.

G. M. A. Richter, Catalogue of Greek and Roman Anuquities

Richter die beiden

Christentums (1967) 52 Abb. 47. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 115. - R. Naumann, Annual of the Archaeological

Collection

Aufgrund einer Inschrift auf dem Rahmen benannte G. M. A.

d. - R. Naumann, IstMitt 16, 1966, 209 f. Taf. 43,2 (Konsole mit Fußbruchstück). - M. Cagiano de Azevedo, RendPontAcc 1966/67,

Oaks

in the Dumbarton Oaks Collection (1956). Nr. 11. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung schen Kaiser (1968) 88. — von Sydow 145 Anm. 64. A. Richter, Engraved Gems of the Romans (1971) - Calza

— A. Ragona, I tetrarchi dei gruppi porfirei di S. Marco in Venezia (1963) Abb. 1. 2. 3. 5. - M. Lucci in: EAA VI Abb.

WASHINGTON, Dumbarton Kameo, Chalcedon.:

(1973) to Con-

JRS

WORCESTER

65,

/Mass.,

Bullock Fund 1974, Schwarzer Basalt.

2. - G.

Becatti, L'arte dell'età classica (1978) Abb. S. 403. - Fr. Gerke, Spätantike und frühes Christentum (1967/1980) 17 Abb. S. 19. — Inst.Neg. Rom 5817/19. 5821/27. - Alinari 123 65. - Anderson 14503. - Hier S. 4. 6 ff. 21. 25. 27. Taf. 4. 6. Es fehlen die Nasen; bei Diokletian das linke Drittel. des Körpers mit dem r. Bein; bei Maximian der linke Fuß mit dem zugehörigen Teil der Konsole (ergänzt). Ferner Teile d. r. Fußes und der Kappe; bei Constantius der angestückte Rand der Chlamys.

Worcester Art

297).

— Kopf,

Museum

etwas

(Alex.

H.

unterlebensgroß.

Aus Ágypten? R. Teitz, Worcester

M.

McCann

— Dies.

in:

Abb. 23-26.

Art

Museum

Bulletin 4, 1975, 15 f. — A.

in: Age

of Spifituality

ANRW

II

12,2.

(1981)

10 f. Nr. 3. mit Abb. 637 f.

Taf.

12.

13

A. M. McCann vergleicht dieses Portrát mit solchen Diokletians und hält es für ein Bildnis dieses Herrschers, wie schon

vorher R. Teitz. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf Privatportrát mit zeittypischen Zügen der Tetrarchie.

103

ein

Diocletianus

MAXIMIANUS BOSTON,

Museum

of Fine

Arts

Inv. 61.1136.

HERCULIUS lich.

— Kopf

In der neueren

Aus einer Privatsammlung in Rom. NSc 1938, 221 Nr. 77 Abb. 43. -- C. C. Vermeule, Cl] 58,

EPINAL, Museum.

1962,

Aus Uriménil.

16 f.

Abb. 1.

Abb.20.

2. - Ders.,

— Ders.,

JARCE

Besprechung

des

Kopfes

móchte

E.

Alföldi-Rosenbaum die Benennung Licinius II. vorschlagen.

(Fragment), etwa lebensgroß.

BMusFA

1,

1962,

.60,

64

1962,

8

ff.

Taf. 6,1. — H.

— Kopf, etwa lebensgroß, Sandstein.

J. Laurent, Catal. (1869) 59 Nr. 28. — F. Voulot, Catal. (1880) 9 Nr. 11. — Espérandieu, Recueil VI Nr. 4787 mit

Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 87. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 199 unter Nr. 206. — M. B. Comstock - C. C.

Abb. Nase in Gips ergänzt. E. Esperandieu möchte in dem von F. Voulot im Katalog als

Vermeule, Sculpture in Stone (1976) Nr. 378 mit Abb. und weiterer Lit. - Romans and Barbarians. Ausstellungskatalog Boston 1976/77 Nr.116 mit Abb. - Bergmann 151 Anm. 605. - Mus.-Neg. 20411. 2416. Die Nase und die ganze Mund- und Kinnpartie fehlen. Eine Bruchlinie geht schräg durch die linke obere Kopfhälfte. Für die von C. C. Vermeule vorgeschlagene Benennung Maximianus Herculius findet der Bearbeiter keine Basis in den Münzbildern. .

Maximianus

bezeichneten Kopf lieber eine Darstellung

des

Jupiter sehen. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf einen späten Hercules. HERAKLION,

Museum

Inv.

191.

— Kopf mit Löwenfell.

Aus Gortyn. Vermeule

330

Abb. 170. - Bergmann

158.

161. — Photo

Vermeule. CHIETI, Museo Nazionale Inv. 4297. 1958

in einem

Grab

nahe

Große Teile des Hinterkopfes fehlen. Nase abgeschlagen.

— Kopf, lebensgroß.

der Stadtmauer von

C. C. Vermeule hält den Kopf mit Sicherheit für das Porträt eines Tetrarchen und bevorzugt die Benennung Maximianus

Alba Fucense

gefunden. FA 13, 1958 Nr. 4073 Taf. 23. — F. de Visscher, Archaeology 12 Nr. 2, 1959, 132 Abb. S. 131. - F. de Ruyt, RAArtLouvain 11, 1978, 43 Abb. 6. — Bergmann 149 ff. Taf. 43, 1. 2. — J. Mertens, Alba Fucens (1981) 60 Abb. 48. - F. de Ruyt, Alba Fucens III (1982) 39 Nr. 17 Taf. 10. — Hier S. 36 Taf. 8 c. d.. Beschädigt, vor allem am Kinn, Hals und Nase.

Herculius. Nicht nur der ganze Kopftypus, sondern auch das Lówenfell spricht für C. C. Vermeules Identifizierung. Leider sind aber die Abbildungen Vermeules so unklar, daß man eine definitive Antwort nicht geben darf. KLAGENFURT,

Von de Visscher wurde der Kopf ohne náhere Benennung in die Zeit Constantins gesetzt. Der blockartige Kopfbau mit rechtwinkeligem Haaransatz und der grob skizzierte Bart weisen jedoch in die Zeit der Tetrarchie. Es handelt sich um ein kaiserliches Schreckbild, das sowohl Maximianus Herculius als auch Galerius darstellen kann. EDINCIK (ERDEK), Collection Mebmet (mit Kranz), lebensgroß.

Aytekin.

— Kopf

Angeblich in den Ruinen von Cyzicus gefunden. E. Alföldı - K. Erim - J. Inan, Belleten 32, 1968, 18 ff. Taf. 15. 16. — J. Inan - E. Alfóldi-Rosenbaum, Römische

und frühbyzantinische Porträtplastik aus der Türkei Neue Funde (1979) 133 Nr. 79 Taf. 71. Unter dem Kinn abgebrochen. Nase

fehlt. Oberfläche sehr

stark bestoßen. Durch den Lorbeerkranz ist das Bildnis mit großer Wahrscheinlichkeit als das eines Herrschers ausgewiesen. E. Alföldi, K. Erim und J. Inan sehen in ihm wegen der jugendlichen Züge das Porträt eines tetrarchischen Caesaren. Sie bevorzugten aufgrund eines Vergleichs mit einer Kamee der Dumbar-

ton Oaks Collection Inv. 4714 die Deutung als Maximianus Herculius. Wegen der Jugendlichkeit und der óstlichen Provenienz scheint dem Bearbeiter diese Deutung unwahrschein-

Landesmuseum

für

Kärnten.

— Panzer-

torso. Aus Virunum.

F. de Clarac, Musée de sculpture (1851) Taf. 980. — Bernoulli I1 3, 199. — R. Egger, Führer durch die Antikensammlungen in Klagenfurt (1921) 62 Abb. 32. — Calza 130 Nr. 41. J. J. Bernoulli bezeichnete die von F. de Clarac vorgenommene Benennung Maximianus Herculius als nicht begründbar. R. Egger erkannte, daß es sich bei dieser Statue um eine Arbeit aus der Zeit der Renaissance handelt. MANTUA, Museo del Palazzo Ducale Inv. 241. — Kopf, unterlebensgroß. Bernoulli II 3, 198. — A. Levi, Sculture greche e romane del Palazzo Ducale di Mantova (1931) Nr. 156 Taf. 80 a. — Calza 129 Nr. 40 Taf. 30, 80. - Mus. Neg. Nasenspitze ergänzt, Rand des linken Ohres abgebrochen. Anscheinend stark überarbeitet. J. J. Bernoulli wies die alte Benennung Maximianus mit der Begründung, daß die Arbeit zu gut für das Ende des 3. Jhs. sei, zurück. A. Levi greift sie trotzdem mit dem Hinweis auf eine Ähnlichkeit mit den Münzbildnissen Maximians wieder auf. R. Calza kann diese Ähnlichkeit nicht bestätigen und zieht es vor, den Kopf in die Zeit vor der Tetrarchie zu datieren. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein Privatporträt aus der 2. Hälfte des 3. Jhs.

104

PIAZZA

ARMERINA,

Villa

romana

(Jagdszene).

— Mo-

saikbild. H. P. L'Orange, SOsl 29, 1952, 114, 128 = Likeness and Icon

. (1973) 158 ff. — G: V. Gentili, La villa imperiale di Piazza Armerina, Itinerario 87 (1954) 32 f. Abb. 19. — B. Pace, I mosaici di Piazza Armerina (1955). - G. V. Gentili, BdA

1957,

23

Abb. 25. — G.

Manganaro,

ArchCl

1i,

241 ff. - Ders., La villa Erculia di Piazza Armerina.

1959, I mosa-

ici figurati (1959) Taf. 31. - M. Cagiano di Azevedo in: Scritti di storia dell'arte in onore di Mario Salmi (1961) 15 ff. — A. Carandini, Ricerche sullo stile e la cronologia dei mosaici della villa di Piazza Armerina,

Studi Miscellanei VII

(1964) Taf. 3, 15. — A. Ragona, Il proprietario della villa romana di Piazza Armerina (1962) 11. - G. Hanfmann, Roman

Art (1964) Taf. 50.

— H.

P.

L'Orange,

ActaIRN

2,

(1965) 1077 Abb. 1187. — Calza 137 Nr. 48 Taf. 33, 92. 93. - Ins. Neg. Rom 1933, 1801/4. - Hier S 12 £. 25 Taf. 9 b. Teile der Nase abgestoßen. Mehrere kleine Löcher in der Oberfläche.

Daß es sich bei diesem mit einem Mischwesen verbundenen Hermenporträt um ein Tetrarchenbildnis handelt, wie der Bearbeiter schon früher erkannte,

wurde von J. F.-Crome, R.

Delbrueck und R. Heidenreich zurückgewiesen. Handelt es

sich aber bei den beiden Doppelhermen um ein Zwei-KaiserMonument, so kann hier nur Maximianus Herculius dar-

gestellt sein.

SYRAKUS,

Museum

Inv. 698.

- Togastatue,

überlebens-

- H. Kähler, Die Villades Maxentius

groß. Gefunden 1864 im sog. römischen Gymnasium von Syrakus. N. Bonacasa, Ritratti greci e romani della Sicilia (1964)

bei Piazza Armerina (1973) 33 Taf. 25 c; 26 b. - R. Brilliant, Roman Art (1974) 146 Abb. III. 16. - J. M. C. Toynbee,

‚statuarischen Darstellung der römischen Kaiser (1968) Nr. 21

1965, 65 ff. — G. Daltrop, Die Jagdmosaiken der römischen Villa bei Piazza Armerina (1969) 29 Taf. 21. — Calza 127 Nr. 37 Taf. 28, 74-76.

JRS 65, 1975, 217.

- Alinari 55465.

- Hier S. 25 Taf.

Nr.

108 Taf. 49, 3. 4; 87,1.

- H.

G. Niemeyer,

Studien zur

Taf. 8,1. — Calza 129 Nr. 39 Taf. 29, 77. 78. — Alinari 19787; Fond. 1347/49, Museo D 11667; Inst.Neg. Rom 1937,

17 c.

Gut erhalten.

851.

Der Bearbeiter hatte als erster erkannt, daß die Villa in die Zeit

Kopf und Statue aus einem Stück gearbeitet. Nase abgebrochen. Oberflächenbeschädigungen. N. Bonacasa datiert die Statue in hadrianische Zeit. Dem widerspricht H. G. Niemeyer, der aufgrund der stilistischen Eigentümlichkeiten des Portráts, wie z. B. feste Haarkappe und kubischer Kopfbau, ein Bildnis aus. der Zeit der Tetrar-

der Tetrarchie zu datieren ist und eine kaiserliche Anlage, wahrscheinlich des Maximianus Herculius, sein muß.. Er erkannte auch in der Gestalt eines Jagdaufsehers, das Porträt des Maximianus oder eines anderen hohen Reprásentanten der Tetrarchie. G. V. Gentili schloß sich dieser Deutung an. Dagegen traten B. Pace, M. Cagiano di Azevedo, G. Manganaro und A. Ragona für eine spätere Datierung der Villa ein. Letztgenannter möchte Claudius Mamertinus, Präfekt und Konsul unter Julian Apostata in der hier besprochenen Figur erkennen. A. Carandini, der ursprünglich anderer Meinung war, kam schließlich auf die frühe Datierung, nämlich die Zeit nach 305 zurück, ohne aber Maximianus Herculius damit in Zusammenhang zu bringen: G. Daltrop sieht in unserer Figur einen unbenannten Jagdaufseher vornehmer Abkunft, und

chie

erkennt,

vermutlich

das

eines

Tetrarchen

selbst.

Er

entscheidet sich durch Vergleich mit Münzbildnissen für Maximianus Herculius. R. Calza stimmt zwar der Datierung, nicht aber dieser Benennung zu: Der Bearbeiter findet Typus und Stil, vor allem in Haar und Bart, sehr verschieden von der Form der Tetrarchie und móchte die Statue früher ansetzen.

THESSALONIKI, |. Galeriusbogen. Vier-Kaiser-Gruppe (zweiter Reliefstreifen von unten). K. F. Kinch, L'arc de triomphe de Salonique (1890) 24 f.

auch R. Calza entscheidet sich für keine bestimmte Persönlichkeit. H. Kähler greift die erste Deutung als Maximianus Herculius wieder auf, der hier allerdings nicht als Besitzer der Villa, namlich Maxentius, sondern als Vater des Besitzers dargestellt sei.

Taf. 6. -- ©. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst (1918)

160f.

Abb.

6 ff. - L'Orange, ActaIRN

157.

Studien

- E.

Hébrard,

BCH

44,

1920,

104 Anm. 1 Abb. 248. - Ders.,

2, 1965, Taf. 28 b. - Vermeule 336 ff. - A.

Gra-

unter-

bar, Die Kunst des frühen Christentums (1967) 13 Abb. 9. — von Sydow 10. 11. 146. — Calza 126 Nr. 34 Taf. 19, 47. — H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) Taf. 51. 58. 60. — Hier S. 5 Taf. 1.

SOLIN (SALONA). - Doppelherme, etwas überlebensgroß. Kalkstein. Gefunden in der Nähe des Diokletianspalastes in Spalato.

Der an der Rechten Diokletians thronende Herrscher ist allgemein. als Maximianus Herculius erkannt worden. Das Gesicht ist allerdings soweit zerstört, daß das Bildnis für die Ikonographie des Kaisers wertlos ist.

ROM,

Museo

Vaticano,

Biblioteca.

-

2

Gruppen,

lebensgroß. Porphyr. s. o. unter Diocletianus.

H. P. L'Orange, ActaArch 2, 1931, 29 ff. Taf. 5. — Delbrueck, Porphyrwerke 121 Anm. 1. Studien 17 ff. Abb. 37. 40. - J. F. Crome, Vergils (1975) 8 Anm. 11. — R. Heidenreich in: Schweitzer (1954) 369. — M. Mirabella Roberti

1. Abb. 1. 2. -- L’Orange, Das Bildnis Festschrift B. in: EAA VI

105

VENEDIG,

Piazzetta.

phyr. s. o. unter Diocletianus.

-- 2 Gruppen,

unterlebensgroß.

Por-

Maximianus Herculius

GALERIUS ALEXANDRIA, Museum Inv. 3701 — Büste, unterlebensgroß. Gelber Kalkstein. Aus Alexandria. G. Botti, Catalogue des monuments du Musée gréco-romain d'Alexandrie (1900) 250 Nr. 174. — L'Orange, Studien 22 ff. 112 Nr. 16 Abb. 46. 48. — P. Graindor, Bustes et statuesportraits d'Egypte romaine (o. J.) 67 f. Nr. 22 Taf. 20 b. Hier S. 27.

Vollständig erhalten, aus einem Stück gearbeitet. Grobe, stark provinzielle Arbeit. Da die Büste offensichtlich mit einem an der rechten Schulter durch eine Fibel geschlossenen Paludamantum bekleidet ist, handelt es sich nach P. Graindor doch wohl um das Bildnis eines Kaisers. Für den Bearbeiter sind in diesem Portrát trotz des abweichenden Stilcharakters die physiognomischen Grundzüge des Galerius erkennbar.

ANTIOCHIA, Museum (heute verschollen nach von Sydow). — Kopf, unterlebensgroß. Porphyr. Gefunden in Antiochia während der amerikanischen Expedition 1934/35 im Hof einer Villa vor der Stadt. G. Lippold,

DLZ

1935, 99.

— W.

Campbell,

AJA

1933-1936

II

(1938)

172

Nr.

136

fehlen. Von Schónebeck identifizierte die beiden kleinen Portráts mit Galerius.

V.

Poulsen

stimmt ihm

zu, während

K.

Kübler

einen zeitlichen Abstand zwischen den Kópfen erkennen will. Den einen (Nr. 536) setzt er in das 3. Viertel des 3. Jhs., den zweiten (Nr. 658) in das 4. Viertel des 3. Jhs. R. Calza äußert sich zurückhaltend, leugnet aber eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit anerkannten Bildnissen des Galerius nicht. Beide Köpfe sind nach dem Bearbeiter von einem und demselben Modell geprägt, hinter dem das Herrscherbild der Zeit (ca. 300 n. Chr.), Galerius, steht. ATHEN,

G.

40, 1936,

Taf.

Inv.Nr. 536: Nase, Teile von Mund und Kinn, von Augenbrauen und Ohren fehlen. Ein größeres Stück des Scheitels war besonders angestückt. Inv.Nr. 658: Der größte Teil der Nase, Teile der Oberlippe, des rechten Ohres, hinterer Teil des Kopfes und ein größeres Stück der linken Kopfseite

Museum

Kanellopoulos,

— Kaiserkopf,

Eichen-

kranz mit Stirnjuwel, etwa lebensgroß. Von vollendeter Perfektion der Arbeit.

8-10 Abb. 15. — R. Stillwell, Antioch on the Orontes, Excavations

56-59, 1951-1957, 188 ff. — von Sydow 107 f. — Calza 147 Nr. 58 Taf. 39, 111-114. .

6. — M.

Lawrence, Quaderni dell'Impero 16, 1938, 24 Taf. 5, 10. H. Fuhrmann, RM 54, 1939, 167 Anm. 3. — R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 370. — M. Lucci, ArchCl 16, 1964, 270 Anm. 154 b. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 121. — von Sydow 118. 146. 147 Taf. 8. - D.

Dontas,

BCH

99,

1975,

521 ff.

Abb.

1-4.

- Age

of

Spirituality 13 Nr. 6. — Hier 5. 28. Beschädigungen an Augenbrauen, Nase und linker Wange. G. Dontas identifiziert das Porträt, das nach Angabe von P.

Kanellopoulos aus Thessaloniki stammen soll, mit Galerius. Zur Stützung seiner Deutung vergleicht er den Kopf mit den Münzbildnissen, vor allem aber mit dem Medaillonporträt des

Galerius

in Thessaloniki

und

dem

Kopf

in Kopenhagen

M. Brinkerhoff, A Collection of Sculpture in Classical and

(NCG

Early Christian Antioch (1970) 19 ff. Abb. 22. 23. — Calza 145 Nr. 56 Taf. 38, 107/08. — Bergmann 114. 166. 176. — D. Levi in: EAA I (1958) 428 Abb. 578. - D. P. Dimitrov, Jb. der Universitát des Klemens von Ochrid 37, 1942/43, 14 Abb. 24. -- Inst. Neg. Rom 952175/6. - Hier 5. 27 Taf. 18 c. d. Nase zum großen Teil abgeschlagen. Sonst gut erhalten.

nach dem Bearbeiter fehlerhaft. Der Kopf stellt Thedosius den

Die Ähnlichkeit dieses Kopfes aus Antiochia mit dem aus Athribis ist von fast jedem, der sich darüber geäußert hat,

A. Kinch, L’arc de triomphe de Salonique (1890) Taf. 4, zweiter Streifen von unten. - H. von Schönebeck, JbBerlMus 58, 1937, 54 ff. Abb. 2. 3. - M. Bonicatti, Studi di storia dell'arte sulla tarda antichità e sull'alto medioevo (1963) Abb. 218. — H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965, Taf. 28 a. — Calza 140 Nr. 51 Taf. 34, 94. 95. — H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) 9. 49. 118 ff. Taf. 36. 37,1. — Inst.Neg. Rom 1962, 2062. —

vermerkt worden.

H. Fuhrmann

und R. Calza halten ihn für

eine Wiederholung desselben, D. M. Brinkerhoff dagegen benennt ihn Constantius Chlorus. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um eine Replik des Athribiskopfes, mithin um ein sicheres Bild des Galerius.

770). Sowohl die Datierung wie die Identifizierung ist

Großen dar. EHEMALS BERLIN, Magazine der Staatl. Museen Inv. 641 (beute verscbollen). — Fragment eines Reliefkopfes, unterlebensgroß. Vom Galeriusbogen in Thessaloniki.

Inst.Neg.

ATHEN, Nationalmuseum (Magazin) Inv.Nr. Inv.Nr. 658. — 2 kleine Köpfe, unterlebensgroß.

536

und

Inv.Nr. 536: aus dem Dionysostheater in Athen. Inv.Nr. 658: Aus Athen. P. Kabbadias, Γλυπτὰ τοῦ ᾿Εϑνιχοῦ Movosiov (1890-92) Nr.

536.

658.

- L'Orange,

Studien

27.

113

Nr.

19.

20

Abb. 53-57. - H. von Schönebeck, JbBerlMus 58, 1937, 57. — K. Kübler, Jd167, 1952, 122 f. — V. Poulsen, Vjesnik

106

. Athen

Sal.

240.

237.

-

Hier

5. 27

Taf. 20b

(Abguß). Der obere Teil des Kopfes fehlt. Nase abgeschlagen. Oberfläche stark zerstört. H. von Schönebeck hatte erkannt, daß das ehemals in Berlin

befindliche, aus Thessaloniki stammende Kopffragment vom Galeriusbogen stammt und nur Kaiser Galerius selbst darstellen kann. Da es sich hier um den einzigen nicht zerstörten

Tetrarchenkopf vom Galeriusbogen handelt, ist er trotz des

schlechten Erhaltungszustandes von großer Bedeutung für die Ikonographie des Galerius.

tuaity 12 Taf. 19.

Nr. 5

mit

Abb.

- Mus.Neg.

Fuß der Büste fehlt. Die Gewandfibel

FLORENZ, Museo Archeologico. — Kopf von einem Hochrelief, unterlebensgroß. Porphyr. Der Kopf ist einer von 5 Köpfen von einem Sarkophag, die sich in verschiedenen Museen befinden. Delbrueck, Porphyrwerke 216 ff. Abb. 113 Taf. 102 d. L'Orange, Studien 22 ff. 111 Nr. 15 Abb. 43. 45. — Calza

203 Nr. 120 Taf. 67, 227. - Mus.Neg. - Hier S. 28 Taf.

- Hier

S. 27 f.

bestoßen.

In der älteren Literatur wurde im Allgemeinen die Ansicht vertreten, daß es sich bei dem Dargestellten um Maximinus Daia handele. Auch R. Delbrueck schloß sich zunächst (Andke Porträts) dieser Meinung an. Später jedoch (Porphyrwerke) entschied er sich für Licinius.

Dem

stimmten

H.

Fuhrmann

und M. Lucci zu, während es andere Gelehrte offen lassen. welcher der Tetrarchen dargestellt sei. Als einziger nennt V.

22 a.

Poulsen Diokletian, R. Calza ordner die Büste unter die Bildnisse des Galerius ein. Nach der 1957 erfolgten Ent-

Nase zum Teil abgeschlagen. Nach Ansicht des Bearbeiters spiegelt sich hier das tetrarchi-

Thessaloniki

sche Herrscherbild

die Büste von Athribis ein Bildnis desselben Kaisers ist.

im Soldatenkopf,

besonders

das Bild des

deckung des Medaillonbildes von Galerius in seinem Palast in steht es nach

Ansicht

des Bearbeiters

fest, daß

Galerius (trux frons). INCE BLUNDELL HALL nv. 385. - Kopf von einem Hochrelief, unterlebensgroß. Porphyr. Der Kopf ist einer von 5 Köpfen von einem Sarkophag, die sich in verschiedenen Museen befinden. A. Michaelis, Ancient Marbles in Great Britain (1882) 411 Nr. 385. — H. Ashmole, A Catalogue of the Ancient Marbles at Ince Blundell Hall (1929) Nr. 385 Taf. 27. - Delbrueck, Porphyrwerke 216 ff. Taf. 103. — Ders., Kaiserporträts 56. - L’Orange, Studien 22 ff. 111 Nr. 15. - Calza 203 Nr. 119. — Neg.Brit.Mus. - Hier S. 28. Nasenspitze abgeschlagen. Vgl. den vorhergehenden Porphyrkopf in Florenz.

KOPENHAGEN, Ny Carlsberg - Kopf, überlebensgroß. 1895 vom

ge

Studien

44. — G. Castelfranco, CrdA 2, 1937, 14 Taf. 10, 22. 23. 54,

1939,

1954-57,

167

Anm. 3. — V.

188 f. - C. Vermeule,

Poulsen, JARCE

1,

1962, 63 ff. Taf. 7,3. — K. Wessel, Koptische Kunst (1963) 87 Abb. 63. Salomonson,

- M. Lucci, ArchCl 16, 1964, 256. - J. W. BABesch 39, 1964, 182 Abb. 5. - L'Orange,

Art

Abb. 61. - Ders.,

Forms

Romerske

Keisere

71

Abb.

14.



Calza

144 Nr.

55 Taf. 37,

104/05.

- B. Brenk in: PropKg Suppl. I (1977) Abb. 282. - G. Grimm, Kunst der Ptolemäer und Römerzeit im Ägyptischen

Museum Kairo (1975) 21 f. Nr. 29 Taf. 58-61 (mit Lit.). V. Poulsen, Römische Bildwerke (1964) Abb. S. 81. - Bergmann

150.

160. 163 ff. 169 ff. Taf. 48,5.

Abb.

142.

144.



Del-

V.

Poulsen,

MeddelelsGlyptKob

25,

1968,

80 Abb.

17.

18.

- J D. Breckenridge, Likeness (1968) 243 Abb. 128. - H. von Heintze, Róm. Kunst (1969) 189 Abb. 186. — Calza 142 Nr. 54 Taf. 36, 102: — V. Poulsen, Les portraits romains II 188

Nr.

196 Taf. 318.

319.



G.

Dontas,

BCH

99,

Der Kopf, der allgemein unbenannt gelassen wurde, ist von V. Poulsen, der allerdings früher eher an Constantius Chlorus ‚dachte (Römische Bildwerke 80), durch Vergleich mit dem Medaillonporträt am Kleinen Bogen in Thessaloniki als Galerius bestimmt worden. R. Calza hàlt diesen Vergleich für gerechtfertigt, führt jedoch auch einige Unterschiede an. Nach dem Bearbeiter ist der Kopf in konstantinischer Zeit gearbeitet worden, schließt sich aber typologisch, vor allem durch die trwx frons dem älteren Herrscherbild an und ist ‚vielleicht als Reaktion gegen die ‚Konstantinisierung‘ des Porträts aufzufassen; eine Identifizierung des Dargestellten scheint ihm nicht möglich. KOPENHAGEN, Ny Carlsberg Glyptotek 771 a Inv. 2572. — Kopf, lebensgroß. Von W. Helbig in Italien erworben. Poulsen, Cat. Sculpt. 537 Nr. 771 a. — Tillaeg til Billedtavler

A Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) Abb. 25. -- ®. Hjort, MeddelelsGlyptKob 1972,

Kat. Nr. 74

(1967)

120. - von Sydow 117 ff. 140 f. 147. - D. M. Brinkerhoff, 29,

130

eine Statue gearbeitet.

Strong, Art in Ancient Rome II (1929) 191 Abb. 548. - P. Graindor, Bustes et statues-portraits d'Égypte Romaine (o. J.) 68 Nr. 23 Taf. 21. — Delbrueck, Porphyrwerke 92. 95 Taf. 38. 39. — L'Orange, Studien 22 ff. 111 Nr. 14 Abb. 42. RM

53,5;

brueck, Kaiserportráts 142. — V. Poulsen, Rómische. Bildwerke (1964) 80. - Ders., Frän Grottoma till Rom 342. — H. von Heintze in: Helbig II* 84 unter Nr. 1229. —

1975, 521ff. Abb. 6. - Bergmann 152 Taf. 46,1. — Mus. Neg. Nasenspitze und Ohren ergänzt. Die Oberfläche gut erhalten, aber mit Sinter und Pflanzenfasern bedeckt. Zum Einsetzen in

Abb. 26 Taf. 54. — G. von Kaschnitz-Weinberg, Antike 2, 1926, 40 Abb. 3. - H. P. L'Orange, RM 44, 1929, 187. - E.

H. Fuhrmann,

Kunsthändler Martinetti in Roin erworben.

Poulsen, Cat.Sculpt. 536 Nr. 770. - C. Jacobsen, Fortegnelse over de antike Kunstvaerker (1907) 259. — Fr. Poulsen, Kunstmuseets Aarsskrift 13/15, 1929, 27 Abb. 42. - L’Oran-

(1974)

KAIRO, Museum Inv. 7257. - Büste, lebensgroft. Porphyr. Aus Athribis. J. Suzygowsky, Koptische Kunst (1902) 67 Taf. 2. - Ders., Klio 2, 1902, 212 f. - F. Volbach, Art Byzantin (o. J.) 36 Taf. 5. -- R. Delbrueck, Antike Porträts (1912) 56 Nr. 54

VjesDal 56-59,

Glyptotek 770 Inv. 1466.

- R. Brilliant, Ro-

man Art (1974) 265 Abb. VI. 48. - H. Jucker in: ANRW II 12 (Vorabdruck 1979) 57 f. Taf. 58 Abb. 53. — Age of Spiri-

107

(1940) 12. — Ders., RM 29, 1914, 62 ff. Abb. 14. 15. L’Orange, Studien 27 Nr. 5 113 Kat. Nr. 18 Abb. 51. 52. - S. Stucchi, ArchCl 6, 1954, 164 ff. Taf. 40,1. 2. - V.

Poulsen in: Antidoron Abramié I, VjesDal 56-59, 1954-57, 191 Taf. 21. - EAA III (1960) 102. — G. Carettoni, RM 70, 1963,

161.

- H.

von

Heintze,

RM

71,

1964,

79.

- H.

P.

Galerius

Galerius

L’Orange, Fra Principat til Dominat (1958) 128 Abb. 64. 65. — Inan- Rosenbaum 144 Nr. 182 Anm. 4. — von Sydow 108 f. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 199 Nr. 206 Taf. 337. 338. — Mus. Neg. Nase, Mund, Kinn und Ohren beschädigt, am Scheitel ein eiserner Ring in einem Bügel, am Nacken noch ein Bügel (der Kopf wurde wohl später als Gegengewicht an einem Ziehbrunnen verwendet). W. Helbig, durch dessen Vermittlung der Kopf erworben wurde, nannte ihn Galerius. F. Poulsen neigte zunächst dazu, ihn als Diokletian zu bestimmen, kam aber später davon ab und beschränkte sich darauf, ein Privatporträt diokletianischer Zeit in ihm zu sehen. S. Stucchi bezeichnete das Bildnis als Maxentius,

während

H. von Heintze ohne genaue Zuwei-

sung von einem Tetrarchenkopf spricht. Ebenso können sich W. von Sydow und V, Poulsen nicht für eine Benennung entscheiden. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatportrát, das den herrschenden zeitlichen Typus, Galerius, widerspiegelt.

WissBerlZ 31, 1982, 2/3, 233 ff. Abb.

76/7.

Dieses stark beschädigte Silberbüstchen wird von E. Künzl in die Zeit der ersten Tetrarchie datiert. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Galeriusporträt vom Bogen in Thessaloniki kommt für ihn vor allem Galerius in Frage.

L’Orange, Studien 30. 114 Nr. 1 Kat. Nr. 23 Abb. 64. - H. von Schönebeck, JbBerlMus 58, 1937, 58. - K. Kübler, JdI 67, 1952, 122. — von Sydow 9 f. — Bergmann Neg. Rom 1965, 2356/7.

Inv. 78.AA.8

PARIS,

vor allem

— Kopf von

Museum

Inv. 4163.

— Kopf,

überlebens-

Der Kopf, der im Museum als Constantius Chlorus bezeichnet wird, gehórt mit einer Gruppe kaiserlicher Porphyrportráts zusammen, von denen der Kopf von Athribis mit diesem im Louvre die größte Ähnlichkeit aufweist. Da diese Büste Ansicht

des

Bearbeiters

Galerius

darstellt,

wird

der

ein Bildnis dieses Kaisers

Biblioteca.

-

2 Gruppen,

unter-

A.

Nibby,

Roma

nell'anno

1838,

486.

— Benndorf-Schóne

321 Nr.458. 462. — Delbrueck, Porphyrwerke 56 ff. Taf. 12. — A. Giuliano, Catalogo dei ritratti romani del Museo profano Lateranense (1957) 88 Nr. 110. 111 Taf. 63. —

H. von Heintze in: Helbig I* 817 Nr. 1137 (Mus. Nr. 731. 732). -- Kähler 11 Taf. 12. — H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 88

1956 in Titani gefunden.

unter

J. Marcadé, BCH 86, 1962, 623-626 Abb. 6. - C. C. Vermeule 329. 414. — Ὁ. Dontas, BCH 99, 1975, 527. - H. P.

Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) 120 Anm. 567. — W. Real, Herrscherbild III 3

(1979) 37.

Hinterkopf und Kinn weggebrochen. Die Ohren fehlen. Nasenspitze abgebrochen, Nasenrücken beschädigt. C. C. Vermeule nennt diesen Kopf ohne nähere Begründung Galerius. J. Marcadé hatte ihn als mögliches Porträt des Philippus Arabs veróffentlicht. Die Zuweisung an Galerius Bearbeiter abgelehnt.

Louvre

ROM, Museo Vaticano, Museo Gregoriano Profano (ehem. Museo Profano Lateranense 731 und 732). — Zwei Fragmente von Togastatuen, überlebensgroß. Porphyr. 1836 in der Nähe des Septimius-Severus-Bogens gefunden.

— Kopf.

wird auch von G. Dontas, H. P. Laubscher,

- Inst.

s. o. unter Diocletianus.

Galerius ın Frage, vgl. das Medail-

Inv. 13287.

du

ROM, Museo Vaticano, lebensgroß. Porphyr.

lonbild des Galerius von seinem Palast in Thessaloniki. NAUPLIA,

Musée

Bearbeiter auch im Pariser Kopf annehmen.

J. Frel, Roman Portraits in the Getty Museum (1981) 112. 132 Nr. 93 mit Abb. — Hier S. 27 Taf. 21 c. d. Der vordere Teil der Nase ist abgebrochen. Sonst nur kleinere Beschädigungen. J. Frel stellt diesen Kopf als nicht näher benannten Tetrarchen vor. Dem Bearbeiter ist er nur von Abbildungen bekannt. Nach seiner Beurteilung handelt es sich um ein Porträt von charakteristisch tetrarchischem Typus aus der Zeit um 300. Wenn das Porträt einen Kaiser darstellt, was durchaus möglich ıst, kommt

151.

Teile der Nase, des Mundes, der Augenbrauen fehlen. Ein größerer Teil des Hinterkopfes und des Nackens abgeschnitten, in die Schnittfläche nachträglich ein eiserner Zapfen eingesetzt. Die Benennung Galerius ist von H. von Schönebeck erwogen worden. K. Kübler sieht zwar eine stilistische und zeitliche Verbindung mit den Köpfen des Galeriusbogens, übernimmt die Zuweisung an den Kaiser selbst jedoch nicht. Nach Ansicht des Bearbeiters handelt es sich um ein Privatporträt aus der Zeit um 300.

nach

MALIBU, Paul Getty Museum einer Togastatue, lebensgroß.

— Kopf, etwa lebensgroß.

groß. Porphyr. F. Villard, RLouvre 4, 1977, 235. mit Abb. - GazBA 120, 1978, Mars-Suppl. 7 mit.Abb. - K. de Kersauson, Les portraits romains, Petits guides des grands musées Nr. 64 (o. 7.) mit Abb. - Hier S. 27 Taf. 18 a. b. Im Hals gebrochen. Nasenspitze fehlt.

MAINZ, Römisch-Germanisches Zentralmuseum | Inv. 0. 39760. — Büste, unterlebensgroß. Silber. Angeblich aus Kleinasien. E. Künzl,

OSLO, Nationalgalerie.

Aus römischem Kunsthandel.

W. Real und dem

Nr. 23-26.

— Calza

Neg. Rom 1929, 559/560. S. 11. 22 Taf. 3 a. b.

130

Nr. 42

— Vat.

Taf. 30,

XXXII

20.

81.

— Inst.

46. — Hier

Beide Fragmente aus der Kórpermitte. R. Delbrueck wies die beiden Porphyrtorsen Antoninus Pius und Marcus Aurelius zu. A. Giuliano und H. von Heintze übernahmen diese Benennungen. H. Kähler hat als erster erkannt,

men. Forum dieser späten

108

daß

die Bruchstücke

aus

tetrarchischer

Zeit

stam-

Er bringt sie mit dem Fünfsäulendenkmal auf dem Romanum in Zusammenhang. H. G. Niemeyer folgt Deutung, die R. Calza als zu gewagt erscheint. Der Datierung jedoch schließt sie sich an und ziehtfür den

größeren Torso Diokletian oder Maximian und für den kleineren Constantius Chlorus oder Galerius in Erwägung. Der Bearbeiter sieht in den beiden Porphyrfragmenten wie in den damit zusammengehörigen Porphyrtogastatuen vom Forum Romanum

Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975)

Taf. 51.

stehen,

SOFIA, Narodowe Museum Archeologiczne. — Kopf. Sandstein. Aus Oescus (Brest). D. P. Dimitrov, Studia Serdicensia III (1942) 1 f. Abb. 1. Jahrb.

der Univ.

des hl.

Kliment

von

Bulgarischen Museen und Klóstern, Villa Hügel, Essen, Aus-

Todorov,

Monuments

des

terres

bulgares.

muß ‘der

Neg.

Caesar

VENEDIG, Piazzetta. phyr.

Rom

1948,

29;

1969,

567.



des

Ostens,

Galerius

sein.

H.

P.

- 2 Gruppen, unterlebensgroß. Por-

.5$. o. unter Diocletianus.

stellungskatalog (1964) Nr. 154 mit. Abb. - K. Majewski, Kultura Rzymska W Bulgari (1969) 156 Abb. 97. — I. Venedikov-N.

- Inst.

Laubscher gibt ihm den Platz zur Rechten Diokletians. Das Gesicht ist völlig zerstört, daher für die Ikonographie wertlos.

Ochrid,

Hist.-Phil. Fak. 39, 1942/43, 14 Abb. 24. — Kunstschätze in

60.

Hier 5. 5. 27 Taf. 1. Stark beschädigt. Einer der beiden Caesares, die neben den thronenden August

östliche Werke der Tetrarchie.

2. — Ders.,

58.

WASHINGTON, Dumbarton unterlebensgroß. Porphyr. Aus Ágypten.

Pré-

histoire- Antiquité (o. J.) Abb. 140: - R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike (1971) 321 Abb. 301. - R. F. Hoddinott, Bulgaria in Antiquity (1975) 117. 120 Taf. 77.

Oaks

Collection,

— Kopf,

1. Coolidge, Ancient Art in American Private Collections (Fogg Art Museum 1954) Nr. 181 Taf. 55. — M. L. Lucci,

- Hier S. 27 f. Taf. 22 b.

ArchCl

Nase abgeschlagen. Oberfläche beschädigt. Dieser Kopf wurde von D. P. Dimitrov mit Diokletian identifiziert. R. F. Hoddinott schließt sich dieser Benennung an. R. Bianchi Bandinelli rneint, ikonographisch könnte das Porträt eher Galerius darstellen; allerdings sei es der bescheidenen Maße wegen überhaupt fraglich, ob es sich um ein Kaiserbildnis handelt. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein

141 f. - The Dumbarton Oaks Collection Harvard University

provinzielles Galeriusbild. THESSALONIKI, Museum Inv. 2466. — Kleiner Bogen mit Bildnismedaillon. Gefunden 1957 in Thessaloniki an der Stelle des antiken Hippodroms. G. Daux, BCH

EAA

82, 1958, 759 Abb.

4. 5. - L. Vlad Borelliin:

1964,

271

Anm. C. - von

Sydow

139.

Washington (1955) 11 Nr. 11. -- Calza 146 Nr. 57 (mit falscher Inventarnummer)

Taf. 38, 109. 110.

— Mus.

Neg.

Der größte Teil der Nase und ein Teil der Lippen abgeschla-

gen.

In diesem Kopf sehen J. Coolidge und M. L. Lucci das Bildnis eines Kaisers aus der Zeit der Tetrarchie. W. von Sydow gibt ohne Benennung die Datierung frühes 4. Jh. an. R. Calza vergleicht das kleine Kópfchen mit der Athribisbüste in Kairo und dem Kopf in Antiochia. Sie kommt zu dem Schluß, daß “auch hier sehr wohl Galerius dargestellt sein könnte. Der Kopf spiegelt. nach Ansicht des Bearbeiters den leitenden Herrschertypus der Zeit, Galerius, wider. Frisur und Bartlosigkeit muten jedoch schon frühkonstantinisch an.

VI (1965) 1082 Abb. 1196. — C. C. Vermeule, Proc-

AmPhilosSoc

109,

1965,

631 f. Nr. 6. — G.

Bakalakis

WIEN, Kunstbistorisches Museum A 22. - Missorium. Ton.

in:

Provincilia. Festschrift Laur-Belart (1968) 3 ff. - A. Rüsch, JdI 84, 1969, 194 M 20 Abb. 109. — R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike (1971) 305 f. Abb. 283. — Calza 141 Nr. 53 Taf. 36, 100/01. - Vermeule 417 f. — R. Winkes, Clipeata Imago (1969) 243. — H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) 119. - Mus.Neg. -- Hier S. 8. 27 Beil. A4 Taf. 21 a. Nase des männlichen Bildniskopfes offenbar etwas beschädigt. Das Medaillonportrát, das vom Palast des Galerius stammt, stellt den. Kaiser selbst dar. Es muß als Ausgangspunkt der Galeriusikonographie dienen.

160 ff. - E.

Studien

Hébrard,

BCH

28 ff. - Vermeule

— Calza

138

44,

1920,

11.

Nr. 50 Taf. 19,

47.

- H.

Sydow P.

10.

- J.

W.

Salomonson,

OudhMeded

43,

1962,

53 ff. 65.

- Calza 148 Nr. 60 Taf. 37, 106. — J. W. Hayes, Late Roman Pottery (1972) 137. — H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972) 132 Nr. 5 Taf. 75,2. - J. W.

Salomonson,

BABesch

48,

1973,

11 f. 16 f. 28 Abb.

3.

— R. Noll, Vom Altertum zum Mittelalter?, Kunsthistorisches Museum Wien. Katalog der AntikensammlungI (1974) 20 Nr. 22. - Mus. Neg. Nur in Fragmenten erhalten. Von allen, die sich über das Wiener Tonmissorium geäußert haben, ist H. Fuhrmann der einzige, der das Stück in die Zeit der Tetrarchie datieren móchte und in der thronenden Person einen Kaiser, und zwar vielleicht Maximian oder, was ihm wahrscheinlicher ist, Galerius sieht. Allgemein wird sonst angenommen, daß der Prunkteller an den Anfang des 5. Jhs.

6 ff. - L’Orange,

336 ff. - von

Inv. Nr. IV, 2038, z. Zt.

Aus Ephesos. F. Eichler, Führer durch die Antikensammlungen Wien : (1926) 20. - H. Fuhrmann, RM 55, 1940, 93 ff. Taf. 10.

THESSALONIKI, Galeriusbogen. Vier-Kaiser-Gruppe (zweiter Reliefstreifen von unten). .K. F. Kinch, L’arc de triomphe de Salonique (1890) Taf. 6. - O. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst (1918)

146.

16,

11.

.zu setzen Ist.

Laubscher,

109

Galerius

CONSTANTIUS BERLIN, Pergamonmuseum Inv. 1663 (R 121). — Kopf, überlebensgroß. Erworben 1909 aus römischem Kunsthandel. C. Blümel, Kat. Berlin, Röm. Bildn. 50 f. Taf. 78. 79. — Aus dem Berliner Museum. R. Kekule von Stradonitz dargebracht (1909) Taf. 3. — Εἰ von Luschan, AA 24, 1909, 558. - B. Schröder, AA 34, 1919, 103. — Ders., Jahrbuch für Kunstsammler 3, 1923, 10 Abb. 4. 5. - A. Ippel, Römische Portráts (1930) Taf. 23 Abb. 61. — L'Orange, Studien 32. 104 f. 117 Nr. 32 Abb. 76. 78. — J. Sieveking, Gnomon 11, 1935, 25 Anm.

1. -- H.

P. L'Orange,

SOsl 18, 1938,

121.



R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 370. — A. Garcia y Bellido, Arte romano (1955) 506 Abb. 1011. — Felleti Maj, Iconografia 121 Nr. 87. - H. P. L'Orange in:

EAA IV (1961) 924. — R. Calza in: EAA Π (1959) 920. — H.

P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 132. — von Sydow 17 f. 23. 26. 44. - M. Wegner, Herrscherbild III 1 (1971) 226. — Calza 162 Nr. 75 Taf. 49, 149. — Bergmann 145 ff. 178 f. Taf. 41,6; 42,5. — Berlin Mus. Neg. 5453. 5592/3. -Bard. 317/8. — Hier S. 30 Taf. 24 a. b. Der grófite Teil der Nase und der rechten Ohrmuschel waren ergänzt. Diese Ergänzungen aus dem Altertum sind wieder verloren gegangen. Der Rand des linken Ohres ist bestoßen. Der Kopf ist auf einen fremden Hals aufgesetzt. Die alte Benennung Maximinus Thrax wurde aufgegeben, nachdem der Bearbeiter den Kopf als Constantius Chlorus bestimmt hatte. Nur bei A. Garcia y Bellido taucht die alte Bezeichnung noch einmal auf. Für J. Sieveking ist die Identifikation mit Constantius Chlorus wenig einleuchtend und R. Heidenreich meint, es müsse trotz der Größe des Porträts nicht unbedingt ein Herrscher sein. Der Bearbeiter, der den Berliner Kopf als eines der größten Werke der spätantiken Porträtkunst ansieht, hält an der Identifizierung mit Constan-

tius Chlorus fest. HIERAPOLIS (Bithynien), Antiquarium. — Medaillon mit Büste, Inschrift: TA . X Gefunden 1965 im Theater von Hierapolis. P. Verzone in: Tardo antico e alto medio evo, Acc. dei Lincei (1966) 301—324 154/55.

Taf.

1.

2.

- Calza

165

Nr.

78

Taf. 50,

Bildnis befindlichen

Inschrift

Gesicht stark bestoßen.

Die Überreste der bei dem

TA ..X wurden von P. Verzone zu (KOF) TA(NTIO)X ergànzt Da Constantius IL keinen Bart trug, glaubte er, Constantius Chlorus in dem Dargestellten erkennen zu müs-

sen. Stilistisch läßt sich das Porträt aber nicht damit vereinbaren, so vermutete P. Verzone, daß es sich um ein später angefertigtes Gedächtnisbildnis handele. R. Calza hält dies für unwahrscheinlich. Sie vergleicht den Kopf mit dem des Theodosius II in Paris (Cat. somm. 1036) und zieht die Möglichkeit in Erwägung, daß der Name Constantius der des Stifters sein könnte. Der Bearbeiter leugnet aus ikonographischen Gründen die Möglichkeit, daß Constantius Chlorus im Medaillonporträt dargestellt sei.

CHLORUS KOPENHAGEN,

Ny

Carlsberg

Glyptotek

774 Inv. 836.

- Kopf, überlebensgroß. . 1893 in Rom erworben. C. Jacobsen, Kat. 774. — ABr 560. — Poulsen, Cat. Sculpt. 539 Nr. 774 Billedtavler Taf. 66. — Fr. Poulsen, Greek and Roman Portraits in English Country Houses (1923) 111. -H. P. L'Orange, RM 44, 1929, 191. - Fr. Poulsen, RA 36, 1932, 73 ff. Abb. 21. — Blümel, Kat. Berlin, Róm. Bildn.

51. — L'Orange, Studien 32 ff. 104 £. 117 Nr. 33. - Felletti Maj, Iconografia 121 Nr. 88. — H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 133. — V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 1968, 87 ff. Abb. 23. 24: — von Sydow 17.24. — Calza 163 Nr. 76 Taf. 49, 150/51. - A. W. Lawrence, Greek and, Roman Sculpture? (1972) Taf. 95 b. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 189 ff. INr. 197 Taf. 320. 321. — Bergmann 144 ff. 150. 178 f. Taf. 41,5; 42,4. - Mus. Neg. - Hier S. 30 Taf. 25 a. b. Nasenspitze und Ohren in Gips ergänzt. Kopf zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet. Von C. Jacobsen wurde der Kopf Konstantin d. Gr. genannt. Der Bearbeiter erkannte jedoch, daf es sich bei dem Kopenhagener Bildnis um eine Replik des wesentlich besser gearbeite- : ten Portráts in Berlin (R 121) handelt und identifizierte beide mit Constantius Chlorus. Dem wurde allgemein zugestimmt. Nur V. Poulsen griff wieder auf die alte Benennung Konstantin d. Gr. zurück. LEIPZIG, Privatbesitz. - Kopf mit Lorbeerkranz, bensgroß. 1872 ın Venedig erworben.

unterle-

R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 367 ff. Taf. 83. 84. — D: M. Brinkerhoff, A Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) Anm. 83. Nasenflügel vorn und unten stark bestoßen. An der linken Wange und Schläfe kleine Splitter herausgebrochen. Augenpartie verwittert. Der Kopf steht nach R. Heidenreich dem nicht náher benannten Tetrarchenbildnis in Oslo (Inv. 58) am nächsten. Für die Deutung als mógliches Portrát des Constantius Chlorus verweist R. Heidenreich auf die Ahnlichkeit mit den Münzbildnissen, wobei vor allem die in der Residenz ConstantiusI. Trier geprágten Münzen von besonderer Bedeutung sind. Sicher verfehlt ist die Identifikation des Porphyrkopfes von Antiochia (D. M. Brinkerhoff) mit Constantius. Der Bearbeiter bezweifelt die Echtheit des Leipziger Kopfes. LONDON, British Museum Inv. 57, 10-13. mit Kaiserapotheose. Elfenbein. Aus der Sammlung Gherardesca.

— Diptychon

H. Graeven, RM 28, 1913, 271 ff. Taf. 7. — O. M. Dalton, Ivory Carvings (1909) Taf. 1. — E. Strong, Apotheosis and Afterlife (1915) 227. - F. Drexel, RM 35, 1920, 137 ff. Abb. 16. — R. Delbrueck, Die Consulardiptychen (1929) 227 ff. - E.

110

Weigand,

741

52,

1937,

121 ff.

Abb.

1. -R.

Herzog,

TrZ

1948/49,

13, 1938, 79 ff. - K.' Wessel, 141 63/64,

142 ff.

Abb. 12. - A.

Rumpf,

127-135, Taf. 24,1. - P. Lévéque, — Ders., Latomus 22, 1963, 74-84.

BJb

Likeness

1955/56,

Archeologia

MonPiot 51, 1960, 120. — Fr. Cumönt, Le sym-

bolisme funeraire (1966) 176 Taf. 14. — Ders., Érudes syrien-

gefolgt von F. Drexel,

vertrat die Ansicht,

der

dargestellte Kaiser müsse Constantius Chlorus sein. R. Delbrueck

versuchte

nachzuweisen,

daß

nur

Antoninus

(1973)

131 ff. - P. Romanelli,

(1958)

e cultura

28.

- R.

Bandinelli,

(1961) 230 ff. — Kähler

8 Taf. 3,1;

Pius

gemeint sein könne, und zwar zur Feier seiner 300-jährigen Consecratio 463 oder zu seinem 400. Geburtstag 486. Danach setzt sich die Deutung als Iulianus A postata durch, vertreten von R. Herzog, E. Weigand, K. Wessel und P. Lévéque. A. Rumpf greift die Benennung Antoninus Pius, für die schon R.

ROM, Museo Capitolino, Imperatori Inv. 492. -: Kopf, überlebensgroß. Aus der Sammlung Cavaceppi.

Delbrueck

Stuart Jones, Mus.

eintrat, wieder auf, und R. Calza entscheidet sich

für die erstgenannte Deutung Constantius Chlorus. Haar-und Bartform spricht nach Ansicht des Bearbeiters gegen die Identifikation mit Constantius Chlorus. MAINZ, Römisch-Germanisches | Zentralmuseum 39761. — Büste, unterlebensgroß. Silber. Angeblich aus Kleinasien. E. Künzl,

WissZBerl 31,

1982, 2/3, 233 ff. Abb.

Inv. Ὁ.

MÜNCHEN,

Die

78/9.

139 f. - Delbrueck,

(1927)

Porphyrwerke

I 241

125

Abb.

39;

6,

1953,

92.

- Felletti

Maj,

121

Nr. 89.

— Calza 166 Nr. 79 Taf. 50, 152.

Der ursprünglich Maximinus Thrax genannte Bronzekopf wurde später als Constantius Chlorus gedeutet. Trotz der von K. Kluge und K. Lehmann ausgesprochenen Zweifel an der Echtheit hielt R. Delbrueck zunächst an dieser Zuweisung fest. Später jedoch (AA 48, 1933) erkannte er an, daß es sich um eine Renaissanceplastik für das Maximiliansgrabmal in Innsbruck

handelt.

Bis auf L.

Goldscheider,

Decennalienbasis.

Riegl, Spátrómische

- H.

P.

L'Orange,

RM

Kunstindustrie 53,

1938,

der die Benen-

— Relief, Opfer-

Taf.

3 Abb. 6

1932, 271/3; 1965,

— Anderson 1550. - Inst.

1968—1700.

Büste und Fuß ergänzt. Starke Spuren des

ROM, Museo Vaticano, lebensgroß. Porphyr.

(1901) 82 Abb. 19.

1 ff.

Rom

beträchtliche Ähnlichkeiten mit den Bildnissen des Constan-

szene. Gefunden 1547 in der Nähe des Septimius-Severus-Bogens. A.

352

tius Chlorus in Berlin und Kopenhagen. Andererseits lassen individuelle Unterschiede die Identität mit dem Kaiser fraglich erscheinen. Es kann sich auch um ein gleichzeitiges Privatportrát, das den Zügen des Kaisers angeglichen wurde, handeln. Diese Meinung wird auch von W. von Sydow vertreten. Der Bearbeiter sieht in dem Bildnis ein mögliches Porträt des Constantius Chlorus.

nung Constantius Chlorus'noch einmal aufgreift, hat niemand mehr den Kopf für antik gehalten. ROM, Forum Romanum,

1961/62;

ROM, Museo Torlonia 613. — Kopf, etwa lebensgroß. Visconti Nr. 613 Taf. 159. — L’Orange, Studien 32 Nr. 12. 105. 117 Kat. Nr. 34 Abb. 77. 79. — von Sydow 18 f. Bergmann 149. 150. 177. — Hier S. 31 Taf. 23 a. b. Der Kopf besteht aus zwei ursprünglich zusammengehórigen Stücken. Nasenspitze und der größte Teil des linken Ohres ergänzt. Gesicht stark überarbeitet. Dieser von C. L. Visconti Licinius genannte Kopf zeigt

EAA II (1959) 921. - M. Wegner, Herrscher-

bild III 1, (1971) 227.

41/42,

zeit.

Taf. 62. — Ders.,

Iconografia

JbBernHistMus

II

Goldscheider, Roman Portraits (1945) Taf. 106. — G. Bruns, — R. Calza in:

Jucker,

- H.

Nase, Ohrränder,

A A 48, 1933, 758. — L'Orange, Studien 105 Anm. 1. -L. MdI

18.

Raspels, viele kleine Bestoßungen. Die von F. Armellini ausgesprochene Benennung Constantius Chlorus wurde bereits von 1. 1. Bernoulli zurückgewiesen, der erkannte, daß der Kopf viel früher anzusetzen sei. H. von Heintze vermutete, eine in konstantinischer Zeit vorgenommene Überarbeitung des Haares könne zur fälschlichen Deutung als Constantius Chlorus beigetragen haben. Es handelt sich um Ein ausgezeichnetes Porträt aus der flavischen Kaiser-

— Kopf, überlebensgroß. Bronze.

Großbronzen

- E. Armellini,

del Capidoglio III (1843/45) 230,2. — Bernoulli II ABr 879. 880. — J. Sieveking in: Festschrift G. f. Abb. 5 Taf. 8 -- Helbig I? 455 Nr. 81. - M. MeddelelsGlyptKob 16, 1959, 30 Abb. 17.

A 2587, A 2857. - Alina 11770.

Bayrisches Nationalmuseum Inv. 35/386. Frü-

antiken

81 Taf. 52.

Galleria

Le sculture 3, 200 f. — Habich 46 Gjedesen,

Neg.

A. Furtwängler, MüJb 2, 1907, 7-17. - K. Kluge-K. Lehmann,

Cap. 213 Nr.

81, jetzt:

Anm. 77. — H. von Heintze in: Helbig II* Nr. 1229. - Cap

Fast das ganze Gesicht außer der Augenpartie ist herausgeschlagen, sodaß eine Identifizierung des Dargestellten nach den Gesichtszügen kaum möglich ist. Wegen der Zusammengehörigkeit mit einem besser erhaltenen zweiten Köpfchen (s. unter Galerius) denkt E. Künzl an Constantius Chlorus.

her Glyptothek Nr. 524.

Il Foro

Bianchi

Gesicht vóllig abgeschlagen. A. Riegl vermutete in der Gestalt des opfernden Caesaren Galerius. Der Bearbeiter hat dagegen aufgrund der historischen Zusammenhänge nachgewiesen, daß es sich nur um Constantius Chlorus handeln kann. H. Kähler folgt dieser Deutung nicht uneingeschränkt (Anm. 57), R. Calza nimmt sie an, betont jedoch, daß das Bildnis für die Ikonographie des Kaisers wegen des Grades seiner Zerstörung wertlos ist.

vgl. auch 388 Nr. 275 Taf. 130, 482. - W. F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des fühen Mittelalters? (1976) Nr. 56 Taf. 28 (mit Lit.). - Mus. Neg. Wohl ohne Beschädigung. Graeven,

Icon

Itinerario

4. - B. Andreae, Römische Kunst (1973) Abb. 607. — Calza 159 Nr. 71 Taf. 47, 143. — Inst. Neg. Rom 1935, 357; 1935, 360. — Hier S. 30 Taf. 2 b.

nes 101. - A. Grabar, Die Kunst im Zeitalter Iustinians (1967) Abb. 327. 328. — Calza 160 Nr. 73 Taf. 48, 145. 146,

H.

and

Romano,

s. o. unter Diocletianus.

=

111

Biblioteca.

— 2 Gruppen,

unter-

Constantinus Chlorus

ROM, Museo Vaticano, Magazzino 541.

— Kopf vom Sarko-

phag der Helena, unterlebensgroß. Porphyr. Delbrueck, Porphyrwerke 215 Taf. 101. — E. Sjöquist-A. Westholm, OpArch 1, 1935, 38 ff. Taf. 7,1. — Lippold, Vat.

Kat. III 1, Taf. 74. — G. von Kaschnitz-Weinberg, Sculture del Magazzino del Museo Vaticano (1937) 233 Nr. 541 Taf. 87. — O. Brendel, Gnomon 13, 1937, 168 f. — M. Bieber, AJA 41, 1937, 508. — R. Heidenreich in: Festschrift Schweitzer (1954) 370. — Calza 159 Nr. 72 Taf. 48, 1477 48. — Mus. Vat. XXXI 2.26/7.

Der hintere Teil des Kopfes fehlt. In halber Höhe der Stirn

Neben

den thronenden Augusti auf diesem Relief sind die

Darstellungen der beiden Caesares zu erwarten, H. P. Laubscher glaubt, den Caesar des Westens, Constantius .Chlorus, neben Maximian zu erkennen, was nach Meinung des Bearbeiters das einzig Mögliche wäre. Das Gesicht ist völlig zerstört, daher für die Ikonographie wertlos. VENEDIG, Porphyr.

Piazzetta.



2

Gruppen,

unterlebensgroß.

s. o. unter Diocletianus.

Anschlußfläche mit zwei Bohrlöchern für einen Helm(?). . Der zum Sarkophag der Helena gehórige Kopf wurde von R.

VERSCHOLLEN. - Statue (eine der ursprünglich vier Statuen vom Monte Cavallo), überlebensgroß.

Delbrueck mit dem Namen Constantius Chlorus in Verbin-

Aus den Konstantinsthermen?

dung gebracht, für den, wie er vermutete, der Sarkophag ursprünglich bestimmt gewesen sei. Er konnte jedoch nicht nachweisen, daß hier der Kaiser selbst dargestellt gewesen sein muß, vielmehr könnte auch nur sein Bildnistyp vorbildlich gewirkt haben. E. Sjöquist und A. Westholm datieren den Kopf ins 2. Jh., was jedoch allgemein nicht anerkannt wurde. Nach Ansicht des Bearbeiters hat der Kopf nichts mit Con-

stantius Chlorus zu tun. Vier-Kaiser-Gruppe THESSALONIKI]. Galeriusbogen. (zweiter Reliefstreifen von unten). K. F. Kinch, L’arc de triomphe de Salonique (1890) Taf. 6. - E. Hébrard, BCH 44, 1920, 6 ff. — L'Orange, Studien 28 ff. - A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums (1967) 13 Abb. 9. — Vermeule 336 ff. — von Sydow 10. 11. 146. — Calza 155 Nr. 66 Taf. 19, 47. — H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) Taf. 51. 58. 60. — Hier S. 30 Taf. 1. Stark beschädigt.

A. Michaelis, RM 13, 1898, 252 f. Taf. 8. — Bernoulli II 3, 219 Anm. 2. - Delbrueck, Kaiserporträts 116 ff. — Nash, Rom II Abb.1245. - M. Alfóldi, Goldprägung 127 Anm. 1. - H. von Heintze in: Helbig II^ 14 ff. unter Nr.

144.

1166.

1167.



Calza

318

Nr.

227;

161

Nr.

74

Taf.

48,

— Hier S. 61.

Durch literarische Überlieferurig ist bezeugt, daß am Monte Cavallo in Rom ursprünglich vier konstantinische Statuen gestanden haben müssen, von denen nur noch drei vorhanden sind. Die vierte, die nach Meinung H. von Heintzes Constans. dargestellt haben kónnte, wird von R. Calza auf einem Gemälde Marten van Heemskercks neben den Rossebändigern vermutet. Die gleiche Statue 1st auch auf einer Dresdner Zeichnung van Heemskercks zu erkennen. Von den drei bekannten Panzerstatuen unterscheidet sich diese vor allem durch einen kräftigen Vollbart. Das führt R. Calza zu der Annahme, hier das Oberhaupt des konstantinischen Hauses, Constantius Chlorus, dargestellt zu sehen. Des Bearbeiters Beschreibung der Statuen s. S. 58 ff.

MAXIMINUS

DAIA

BERLIN, Skulpturengalerie Inv. 4132. — Kopf mit Lorbeerkranz, etwas unterlebensgroß. Kalkstein.

Dieser Kalksteinkopf,

Aus Kene.

Wessel). R. Delbrueck hielt eine Zuweisung an Maximinus Daia für wahrscheinlich. R. Calza und A. Grabar folgen dieser Deutung. Auch der Bearbeiter sieht in dem Kopf einen wahrscheinlichen Maximinus Daia.

O. Wulff, Altchristliche Bildwerke im Kaiser-Friedrich Museum Berlin (1903) Nr. 42. - Delbrueck, Porphyrwerke 122. 126 Taf. 63. -- E. Buschor, Das Porträt (1960) 142 Abb. 96. - K. Wessel, Koptische Kunst (1963) 87 Abb. S. 85. — A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums (1967) 198 Abb. 215. 216. — von Sydow 137 f. — Calza 147 Nr. 59, S. 32.

186

Nr.

104 Taf. 62, 201/02.

- Mus.

Neg.

— Hier

Nackenansatz zum Kehlkopf schräg abgeschnitten, rechtes Ohr abgestoßen, rechts am Hals beschädigt. Reste von Vergoldung am Lorbeerkranz. Das Juwel, das in den Lorbeerkranz vorn eingelassen war, fehlt. Die Augen waren eingesetzt. Der Kopf war ursprünglich bemalt, Farbe abgeblättert.

früher einmal Galerius benannt, war

ursprünglich bemalt, wohl »um Porphyr vorzutäuschen« (K.

CHIETI, Museo Nazionale Inv. 4296. - Kopf, fast lebens-

groß. 1950 in Alba Fucense gefunden. FA 7, 1952, Nr. 3662 Abb. 81. — F. de Visscher, Bull. de la classe des lettres et des sciences morales et politiques 1952, 451 Taf. 1. - H. Jucker, Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich. Altrómische Porträt-Plastik (1953) Nr. 74. - F. de Ruyt, AntCl 1955, 187. — F. de Visscher, Archaeology 12, 2, 1959,

112

126

mit

Abb.

— Calza

186

Nr.

104

Taf. 63,

203/04.

— B. Andreae, .Ruyt,

RAArt

Römische Louvain

Kunst 11,

(1973) Abb. 603.

1978,42

Abb.

chen. Es fehlt die sowie ein großer Augenbrauen und J. W. Salomonson,

- F. de

5. — Bergmann

149 ff. Taf. 43, 3. 4. — F. de Ruyt, Alba Fucens III (1982) 35 Nr.

15 Taf. 9.

Es fehlen: Ein Teil der Nase, ein kleines Stück des rechten Ohres, das linke Ohr und ein Teil der linken Schläfe. Unbedeutende Absplitterungen und Verwitterungen auf der: Gesichtsoberfläche.

F. de Visscher hielt es für möglich, daß der Dargestellte Constantius Chlorus sein könnte. Eine Begründung für diese Annahme gibt er nicht. R. Calza dagegen sieht in den. Münzbildern des Maximinus Daia eine Bestätigung für eine Zuweisung an diesen Herrscher. H. Jucker und B. Andreae lassen ihn unbenannt. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatporträt.tetrarchischer Zeit. LEIDEN, Rijksmuseum van Oudbeden Inv. I 1961-63. Kopf, lebensgroß. Aus dem Kunsthandel. Angeblich bei Istanbul gefunden. J. W. Salomonson, OudhMeded 30. - Ders., BABesch 39, 1964,



44, 1963, 99 ff. Taf. 1.. 180 ff. Abb. 1-4. — von

Sydow 114.117 ff. 140 f. Taf. 7. — K. Fittschen, GGA 225, 1973, 53. — Bergmann 161 ff. - Hier S. 32. Eine unregelmäßige Bruchlinie verläuft durch den Hals. Ein Stück am vorderen Teil des Halses bis zum Kinn ausgebro-

Nase und der größte Teil der Oberlippe Teil des Kinns. Beschädigungen an den den Ohren. der den Kopf zuerst vorgestellt hat, sieht

in ihm ein oströmisches

Porträt aus der Zeit der Tetrarchie,

verzichtet aber auf eine Benennung. So auch W. von Sydow und M. Bergmann. K. Fittschen will den Kopf dem 5. Jh. zuweisen. Der Bearbeiter sieht eine physiognomische Ahnlichkeit mit dem Londoner Porphyrkopf und hält beide für mögliche Porträts des Maximinus Daia. LONDON,

British

Museum

Inv.

1974,

12-13,1.

— Kopf,

überlebensgroß. Porphyr. GazBA

117,

1975, Mars,

52 Abb.

196.

- D.

EL.

Haynes,

ordnet

ihn den

The Burlington Magazine 118, 1976, 350 ff. Abb. 1.2.5. — B. F. Cook, Greek and Roman Art in the British Museum (1976) 188 f. Abb. 150. — D. E. L. Haynes, BrMusYearbook 1, 1976, 227 Abb. 252. — Age of Spirituality 14 Nr. 7 mit "Abb. — Hier S. 32 Taf. 23 c. Nase beschädigt. Rechtes Ohr abgeschlagen. In Gazette des Beaux Arts 117 wurde der Kopf als möglicher Konstantin

I. vorgestellt.

D.

E.

L. Haynes

Porphyrbildnissen der tetrarchischen Zeit zu und denkt an Constantius Chlorus.

B. F. Cook schliefit sich dieser Benen-

nung an. Nach dem Bearbeiter handelt wahrscheinlichen Maximinus Daia.

SEVERUS

es sich um

einen

II.

etwas NEAPEL, Museo Nazionale, Magazin. — Kopf, unterlebensgroß. Aus Casal Rotondo (Via Appia Antica). Delbrueck, Porphyrwerke 122. — L’Orange, Studien 30 f. 116 Nr. 29 Abb. 73. — Ders., Acta Congressus Madvigiani,

kann. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um portrát tetrarchischer Zeit.

Proceedings of the Second International Congress of Classical

Visconti Nr. 591 Taf. 153. — Delbrueck, Kaiserportráts 41 f. Abb. 16. - L'Orange, Studien 64 f. 139 Nr. 93 Abb. 168. 169. - von Sydow 36 ff. 132. - Calza 183 Nr. 101 Taf. 61,

Studies Abb.

III

(1954)

53 ff.

5. - Ders.," Art



Forms

Likeness 111

and

Abb.

Icon 54.

(1973)

- Ders.,

95 Ro-

ROM,

Museo

Aus Rom,

Torlonia 591.

ein Privat-

— Büste, etwas üiberlebensgroß.

Castro Pretorio.

merske Keisere (1967) 104. - von Sydow 7. 132. - Calza

192/93.

181 Nr. 98 Taf. 61, 196. — Inst. Neg. Rom 1937, 1287. Kopf zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet. Große Teile der

Die Nase und ein Teil der rechten Augenbraue ergänzt. Kopf in eine nicht zugehórige Büste eingesetzt. C. L. Visconti hat das Bildnis als Philippus Arabs verzeichnet. Später wurde es allgemein für ein Privatporträt gehalten (1. Hälfte bis Mitte des 4. Jhs.). Für R. Calza ist dieser Ansatz zu spät, auch hält sie es für möglich, daß ein Kaiser dargestellt ist. Durch den Vergleich mit einem Aureus Severus’ II. scheint ihr eine Zuweisung an diesen Herrscher nicht ausgeschlossen zu sein. Der Bearbeiter datiert den Kopf in die Zeit Konstantins, und seiner Söhne.

Nase, Teile des Mundes,

der Augenbrauen, des Kinns und der

Ohren fehlen. Eine Äußerung R. Delbruecks, daß in dem Neapler Kopf müglicherweise Severus II. .dargestellt sein kónnte, hat R. Calza veranlaßt, daß Porträt den Bildnissen dieses Kaisers zuzuordnen. Einschränkend bemerkt sie allerdings, daß

Severus das hohe Alter des Dargestellten nicht erreicht haben

113

MAXENTIUS DRESDEN, Antikenmuseum Inv. 406. — Kopf zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet, überlebensgroß. P. Herrmann, Verzeichnis der antiken Originalbildwerke der staatl. Skulpturensammlung zu Dresden (1925) Nr. 406. - V. Müller in: Festschrift W. Amelung (1928) 151 ff. Abb. 1. - H. P. L’Orange, Sertà Rudbergiama (1931) 39 ff. — Ders., Studien 52. 105. 129 Nr. 71 Abb. 139. 140. — Delbrueck, Kaiserportráts 25 Abb. 12. - R. Calza, RendPontAcc 32, 1959/60, 155 ff. — C. C. Vermeule, DOP 15, 1961, 14. — H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 134. — von Sydow 19 ff. - H. Protzmann, Dresdner Kunstblätter 14, 1970, 125 Abb. S. 124. — Calza 196 Nr. 114. 245 Taf. 118, 431 a. b. - M. Alfóldi, Goldprágung 54 Abb. 289. — Bergmann 142 f. Taf. 45,1. — Mus. Neg. — Hier S. 35 Taf. 27 a. b. Der größte Teil der Nase und der rechten Braue ergänzt. Teile der Ohren fehlen. Der Hinterkopf fehlt; er war ursprünglich besonders angesetzt. Nachdem V. Müller den Kopf Ende 3. bis Anfang 4. Jh. datiert hatte, setzte ihn R. Delbrueck später an, nämlich in die Zeit des Magnentius. Nach dem Bearbeiter ist aber der Dargestellte zweifellos die gleiche Persónlichkeit, die auch in

den Kópfen im Museo Torlonia 600 und in Stockholm wiedergegeben ist, obwohl es sich nicht um Repliken handelt. R. Calza dagegen hàlt die Person des Dresdner Bildnisses für jünger als die des Kopfes im Museo Torlonia, den sie als Delmatius senior bezeichnet hatte. $0 nimmt sie das Dresdner Portrát für dessen Sohn Dalmatius junior in Anspruch. W. von Sydow und H. Protzmann stimmen der vom Bearbeiter vorgeschlagenen Benennung Maxentius zu. OSTIA, Museum Inv. 51. — Statue (als Opfernder), überlebensgrof. Aus Collegio degli Augustali in Ostia. 1939 im Hof gefunden. 83 ff. Taf.

1. 2 Abb.

7. -- Dies. in: EAA

2, 1965,

100 Anm.

3. - H.

G.

Niemeyer,

PALERMO,

Museum

(früher Piazza

Armerina,

Antiqua-

rium). — Kopf, überlebensgroß. Aus der Basilika in Piazza Armerina. G. V. Gentili, La Villa Imperiale di Piazza Armerina, Itinerario 87 (1954) 17 Abb. 37. — N. Bonacasa, Ritratu greci e romani della Sicilia (1964) 118 Nr. 154 Taf. 71,1. 2. - H. Jucker, SchwMbll 16, 62, 1966, 96. — Ders., Erasmus 20, 1968,

107.

— von Sydow

156.

— Calza 192 Nr. 108 Taf. 66,

217/18. — H. P. L'Orange in: Studi in onore di Arisude Calderini e Roberto Paribeni III (1956) 593 ff. = Likeness and Icon (1973) 170 f. (mit Abb.). - H. Kähler, Die Villa des Maxentius

bei

Piazza

Armerina

MAR

XII

(1973)

18

Taf. 55 a-c. — Gab. Fot. Naz. F/10284. F/10286. — Museo Siracusa D 855/6.

Nase und Lippen abgestoßen, an Haaren, Hals und Gesicht abgerieben, Bruch durch den Hals unterhalb des Kinns. G. V. Gentili sieht in diesem Kopf ein Porträt des jungen Maxentius als Herakles. N. Bonacasa und R. Calza greifen diese Benennung, wenn,.auch mit Vorbehalten, auf. Für H. Jucker handelt es sich um einen ,,Herakleskopf, der sich ikonographisch kaum mit einem Tetrarchen identifizieren läßt“. Dieser Ansicht schließen sich W. von Sydow und H. Káhler an. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf einen tetrarchischen Hercules, kein Menschenbild. PARIS,

IV (1961)

919 f. Abb. 1094. 1096. — Dies. — M. Floriani Squarciapino, Museo Ostiense (1962) 48. — H. P. L'Orange, ActaIRN

frühen 3. Jhs.

Musée

du Louvre,

Salle des Saison

2277.

— Kopf,

lebensgroß.

R. Calza, NSc 1941, 222 ff. Abb. 3. 4. — Dies., BullCom 72, 1946-48,

nisch-antoninische Zeit. Nach dem Bearbeiter handelt es sich keinesfalls um Maxentius sondern um ein Werk des 2. oder

Studien zur

statuarischen Darstellung der römischen Kaiser (1968) 89 Nr. 27 Taf. 8,2. — W. von Sydow 153. — Calza 191 Nr. 107 Taf. 65, 214-216. -- H. von Heintze in: Helbig? IV 58 Nr.3058. B. Andreae Rómische Kunst (1973) Abb. 149. — G. Becatt L'arte dell'età classica (1978) Abb. S. 411. - Mus. Neg. Ein Teil der Nase abgeschlagen. Es fehlt die linke Hand und ein Teil des Daumens der rechten Hand. Sonst ausgezeichnet

erhalten. R. Calza glaubte, die Statue mit Maxentius identifizieren zu kónnen aufgrund eines Vergleichs mit den Münzbildnissen des Kaisers. H. G. Niemeyer stimmte ihr zu. Auch H. von Heintze und B. Andreae datieren die Statue in tetrarchische Zeit, wobei H. von Heintze offen läßt, welcher Kaiser gemeint sein könnte, während B. Andreae Maximian in Erwägung zieht. W. von Sydow dagegen erkannte, daß der Togatus viel früher anzusetzen ist. Er datiert ihn in hadria-

Aus Coll. Campana. Cat. somm. 59 Nr. 2277. - Delbrueck, Porphyrwerke 122 Taf. 65. — L'Orange, Studien 53. - L. Goldscheider, Roman Portraits (1945) Taf. 85. — J. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1963) 182. — von Sydow 36. 38. — Calza 195 Nr. 113. Porzellanartig poliert. Ergánzt sind: die Nase fast ganz, die linke Hälfte der Oberlippe, große Teile der Ohren. R. Calza führt diesen Kopf mit Bezug auf R. Delbrueck unter den Bildnissen des Maxentius an. R. Delbrueck jedoch deutete das Porträt nicht als Maxentius, sondern datierte es lediglich in dessen Zeit. R. Calza selbst sowie W. von Sydow vermuten eine spätere, nachkonstantinische Entstehungszeit. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Werk der theodosianischen Renaissance. PIAZZA

ARMERINA,

Vestibul.

— Mosaik

mit Eros

und

Pan.

G. Gentili, La villa imperiale di Piazza Armerina, Itinerario 87 (1954) 44 f. Abb. 26. — Ders., La villa erculia di Piazza "Armerina. I mosaici figurati (1959) Taf. 41. — Calza 194 Nr. 110. - H. Kähler, Die Villa des Maxentius bei Piazza

114

Armerina (1973) 16 Taf. 39 a. - J. M. C. Toynbee, JRS 65,

Bernoulli

In dem

Knaben,

der Eros am nächsten

steht, möchte

G. V.

Gentili eine Darstellung des jugendlichen Maxentius erkennen. R. Calza greift diese Identifikation nur mit Zurückhaltung auf, während H. Kähler auf eine Benennung des Knaben Identifizierung der Mosaikfiguren in der Villa von Piazza Armerina. Nur in einem einzigen Fall findet sich in diesem mächtigen Mosaikkomplex ein wirklich persönlich individualisiertes Bild, nämlich in einem Jagdaufseher im rechtenF lügel. des großen Jagdmosaiks (s. unter Maximianus). Der Kopf dieses Jagdaufsehers spiegelt den Typus der Augusti der ersten Tetrarchie wider (vgl. dié Zusammenstellung bei R. Calza Taf. 28). PIAZZA ARMERINA, mit Einkleidungsszene.

Therme

(Frigidarium).

Nr.

600 Taf.

(1931)

155.

— H.

39. — Ders.,

P.

Studien

105. 129 Nr. 70 Abb. 137. 1943, 200. - Felleti Maj,

138. - G. Bovini, MonAnt 39, Iconografia 212 Nr. 280. — Ε,

sondern

- H.

Rom

auf Torlonia

611).

P.

L'Orange,

Romerske

1933,

1782/3.

— Hier S. 35 Taf. 26.

b.

Größerer Teil der Nase ergänzt. Oberfläche etwas angegriffen und übergangen. Die von C. L. Visconti verzeichnete Benennung: Aemilian wurde bereits von J. J. Bernoulli abgelehnt. Der vom Bearbeiter vorgeschlagenen Identifikation mit Maxentius wurde bislang nicht widersprochen. Nur R. Calza zieht es vor, den Halbbruder Konstantins Delmatius senior in dem Bildnis zu erkennen.

Itinera-

rio 87 (1954) 25 Abb. 8. — Ders., La villa erculia di Piazza Armerina. I mosaici figurati (1959) Taf. 6. — A. Carandini, Piazza Armerina, Studi Miscellanei VII (1964) 34. — Calza 111 Taf. 66, 219.

- Visconti

Rudbergiana

Keisere (1967) 135. - von Sydow 19 f. 30. - Calza 257 Nr. 174 Taf. 90, 318. — Bergmann 143 f. 149. — Inst. Neg.

- Mosaik

G. V. Gentili, La villa imperiale di Piazza Armerina,

162.

Serta

Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 370 Anm. 26 (die von v. Sydow 20 Anm. 9 zitierten Bemerkungen Heidenreichs beziehen sich aber offensichtlich nicht auf Torlonia 600

verzichtet. Der Bearbeiter bezweifelt die Möglichkeit solcher

194 Nr.

II 3,

L'Orange,

' 1975, 216.

ROM, groß.

— H. Kähler, Die Villa des Maxen-

Museo

Torlonia

611.

— Schleierbüste,

überlebens-

tius bei Piazza Armerina (1973) 30 Taf. 48 a. — Photo Unio-

1825 im Zirkus des Maxentius gefunden.

ne 960. 6188.

Visconti Nr. 611 Taf.

G. V. Gentili sieht in der Gestalt des jungen Mannes Maxentius, während H. Kähler und R. Calza ihn unbenannt lassen. A. Carandini lehnt die Deutung als Maxentius ab, weil er

Graeven, RM 28, 1913, 302. - Delbrueck, Porphyrwerke 125 Taf. 62. - L'Orange, Studien 53. 130 Nr. 73 Abb. 141. - 7. Sieveking,

Besitztum gewesen. Vgl. die Bemerkung des Bearbeiters hier ‘zu Piazza Armerina, Vestibül.

PIAZZA ARMERINA - Mittelgruppe des großen Jagdmosaiks. A. Carandini, Ricerche sullo stile e la cronologia dei mosaici della villa di Piazza Armerina, Studi Miscellanei VII (1964) Taff. 11,1. - G. Daltrop, Die Jagdmosaiken der römischen Villa bei Piazza Armerina (1969) 29 Taf. 20. - H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965. — H. Kähler, Die Villa des Maxentius bei Piazza Armerina (1973) 33, Taf. 25 a. b; 26 a. - J. M. C.

7894; 7918; 1933,

JRS 65, 1975, 217.

Constantius

Delbrueck

Calza,

1784.

E/36774-6.

— Gab. Fot. Naz.

Chlorus

gelten

lassen

wollte.

und J. Sieveking entschieden

H.

Graeven,

R.

sich ebenfalls für

Constantius Chlorus, während R. Heidenreich den Kopf für ein urngearbeitetes Werk aus antoninischer Zeit hält, „von

dessen originaler Fassung Haarlocken über der Stirn erhalten sind, während der Bart ganz abgearbeitet ist“. R. Calza datiert die Büste in die Zeit vor der Tetrarchie und glaubt, viel eher.

der Villa selbst, und zwar, wie er ausführlich nachzuweisen versucht hat, Maxentius, dargestellt sein kann. Nach der

ein Porträt des

Ansicht des Bearbeiters steht die erwähnte Figur nicht in der Mitte einer Dreiergruppe als Zentralfigur des ganzen gewaltigen Mosaikteppichs, sondern gehört einer echt tetrarchischen Vierergruppe an, die symbolisch das viergeteilte Imperium repräsentiert.

— Kopf auf nicht zugehöriger

1. -R.

11, 1935, 25 Anm.

Der ganze untere Teil bis zum Hals, das Gewand an beiden Kopfseiten bis über die Ohren, die Nase und ein großer Teil des Kinns ergänzt. Der Mund mit umgebenden Teilen beschädigt. Das Gesicht ist stark überarbeitet. Der Fundort.mag ausschlaggebend gewesen sein, daß C. L.Visconti den Kopf als Maxentius gedeutet hat, was schon von J. J. Bernoulli bezweifelt wurde, der weit eher die Benennung

Die rechte Kórperseite dieser Figur weist Zerstórungen auf. Der Kopf ist vollständig erhalten; er ist jedoch sehr allgemein und unpersónlich. A. Carandini und G. Daltrop bezeichnen die Zentralfigur dieser Dreiergruppe, die sich genau in der Mitte des großen Jagd mosaiks befindet, als Jagdaufseher. H. Kähler vertritt die Meinung, daß an ‚so hervorgehobenem Platz nur der Besitzer

ROM, Museo Torlonia 600. Büste, lebensgroß. Sammlung Vitali.

Gnomon

— Bernoulli IL3, 200. 208 f. -H.

BullCom 72, 1946-48, 89 Abb. 4. 5. - R. Heidenreich in: Festschrift B. Schweitzer (1954) 370. -- Felletti Maj, Iconografia 263. Nr. 354. —-R. Calza in: EAA IV (1961) 920. - D. M. Brinkerhoff, A. Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) 22. - Calza 164 Nr. 77; 195 Nr. 112 Taf. 50, 153. — G. Pisani Sartorio-R. Calza, La villa di Massenzio sulla Via Appia (1976) 184 ff. Taf. 17,1. 2. - M. Wegner, Herrscherbild III 3 (1979) 137. — Inst. Neg. Rom

glaubt, die Villa sei nicht ein kaiserliches, sondern ein privates

Toynbee,

159.

Claudius

Gothicus

erkennen

zu können.

Der

Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Werk aus der Zeit Konstantins und seiner Söhne.

STOCKHOLM,

Nationalmuseum

Inv. 106.

— Kopf,

über-

.lebensgroß. Sammlung Barberini. H. Brising Antik Konst ı Nationalmuseum (1911) Taf. 57. — Delbrueck, Kaiserporträts 25 Abb. 11. - H. P.

115

Maxentius

L’Orange, - 52.

105.

Serta Rudbergiana (1931) 39 f. — Ders., 129 f. Nr. 72.

-

©.

Antonsson,

Antik

Studien

Konst.

En

Konstbok frán Nationalmuseum (1958) 131-134. — R. Calza, RendPontAcc 32, 1959/60, 154 ff. Abb. 14. 15. Dies. in: EAA II (1959) 921. — A. Andrén, Antik skulptur i svenska samlingar (1964) Taf. 56. — H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 134. — von Sydow 19 ff. 25 f. — D.

M. Brinkerhoff, A Collection of Sculpture in Classical and Early Christian Antioch (1970) 22 Abb. 29. — M. Wegner, Herrscherbild III 1 (1971) 239. — Calza, Iconografia 157 Nr. 69 Taf. 47, 140. 141. — M. von Heland, ‚Gustaf IIIs Antikmuseum (1974) 11 Nr. 106. — ABr 316/17. — Berg-

mann 142 f. Taf. 44,3. — Inst. Neg. Rom 1949, 18. -- Stock-

Nase, Stück an der Stirn, Unterlippe, Teile der Ohren, der ganze Hinterkopf mit Nacken, Teile des Brustausschnittes ergänzt. Die von H. Brising vertretene Benennung Gordian 1, wurde nie wieder aufgegriffen und von M. Wegner endgültig zurückgewiesen. R. Delbrueck datierte den Kopf in die Zeit des Magnentius. Seit der Zuschreibung des Porträts an Constantius Chlorus durch R. Calza schwanken die Meinungen zwischen dieser und der vom Bearbeiter vorgeschlagenen Benennung Maxentius, die auch hier vertreten wird, da die Identität der dargestellten Persönlichkeit mit der der Köpfe im Museo Torlonia 600 und in Dresden offensichtlich ist.

holm Mus. Neg. D 6324. 9272. — Hier S. 35 Taf. 27 c. d.

KLAGENFURT, Landesmuseum Kopffragment, etwa lebensgroß.

für Kärnten

LICINIUS

I.

Inv. 304.

41,3;



145

Taf.

42,2.

-

Mus.

A

330.

A 331.

A

1275.

Wohl aus Zollfeld-Virunum.

Die Nasenspitze,

R. Egger, Führer durch die Antikensammlung in Klagenfurt (1921) 72 Nr. 108. — H. Kenner, Forschungen in Lauriacum II (1954) 102 Abb. 82. — G. Piccottini, Die Rundskulpturen des Stadtgebietes von Virunum (1968) 32 Nr. 51 Taf. 38. — Neg. Bundesdenkmalamt Wien.

Ohres sind abgeschlagen. Die Oberfläche ist geputzt.

Die untere Gesichtspartie

ab der Nase

abgebrochen.

Nase

beschädigt. H. Kenner und G. Piccottini zitieren beide ohne nähere Literaturangabe C. Praschniker, der in diesem Porträt ein Bildnis des Kaisers Licinius vermutete. Nach Ansicht des Bearbeiters handelt es sich um ein frühkonstantinisches Privatporträt.

MÜNCHEN,

Bayerische Hypotheken-

und

erhalten.

Durch die umlaufende des Kaisers Licinius I.

Inschrift gesichertes En-face-Porträt

OSTIA, Museum Inv. 1844. — Kopf, überlebensgroß. Gefunden am Piazzale delle Corporazioni. Floriani Squarciapino, Museo

das rechte Ohr und der Rand des linken .

H. von Heintze hält es für wahrscheinlich, daß das überlebensgroße Bildnis einen Tetrarchen darstellt, allerdings ohne: einen bestimmten Namen zu nennen. R. Calza möchte aufgrund eines Vergleichs mit Münzporträts des Kaisers und mit einem Kopf, der in Kopenhagen (NCG 769 a) als Diokletian geführt wird, das Bildnis in Ostia ebenfalls Diokletian benen-

nen. Der Bearbeiter sieht in dern Kopf ein mögliches Bildnis des Licinius.



ROM, Konstantinsbogen, Nordseite, östl. Seitendurchgang, rechtes Medaillon (Apollonopfer) und Nordseite, westl. Seitendurchgang, rechtes Medaillon (Herculesopfer). — 2 ReliefE. Petersen, RM 4, 1889, 314 ff. Taf. 12. — Bernoulli II.3, 222 f. - E. Petersen, Neue Jb. klass. Altertumswiss. 1906 I 522 f. - H. Stuart Jones, BSR 3, 1906, 234 ff. — J. Sieveking, RM 22, 1907, 345 ff. — E. Espérandieu, RA 4. Serie 16,

Ostiense (1962)

1910,

2, 170 f. — F. Studniczka,

— M. Bieber, RM sen, RM

29,

1914,

15,

1910,

1, 129 f.

64 f. — H.

Bulle, JdI 34,

1919,

144 ff. —

1935,

25

Anm.

1. - R.

Herbig,

DLZ

57,

1936,

757.

-

H. Kähler, 96. BWPr (1936) 11 Abb. 10. 11. - L’Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen 168 f. Nr. 6. 8 Taf. 41 b; 42 b; 45a-d. - A. Giuliano, L'arco di Costantino (1955). — R. Calza in: EAA II (1959) 921. — Dies., RendPontAcc

80 Nr. 8. - H. von Heintze in: Helbig? IV Nr. 3139. — von

32,

Sydow

Montanari in: EAA

17. - Calza 94 Nr. 4 Taf. 7, 18; 8,19. — Bergmann

RA

26, 1911, 231 f. Taf. 14 a. b. - F. Poul-

J. Sieveking, Mü]b 11, 1919/20, 47 ff. - G. Rodenwaldt, RM 36, 1921, 63. — L'Orange, Studien48 ff. 127 f. (mit Lit.) Nr. 69, 2. Typus Nr. 1; 2. Typus Nr. 2 Abb. 129-132. -G. Lippold, Gnomon 11, 1935, 20. — J. Sieveking, Gnomon 11,

R. Calza-M.

1276.

köpfe, unterlebensgroß.

Wechselbank.

— Silberschale mit Bildnismedaillon und Inschrift. Größe des Medaillons: 3,02 cm ὦ. Wahrscheinlich aus den östlichen Provinzen des römischen Reiches. Hergestellt wurde die Schale in Nicomedia. B. Overbeck, Argentum Romanum. Ein Schatzfund von spátrómischem Prunkgeschirr (1973) Schale 1. - Photo Ch. Zocher, München. Vollkommen

A

— Hier S. 50 Taf. 31.

116

1959/60,

133 ff. Abb.

2.

3. 8. 9. 10. 12.

— G. Bermond

IV (1961) 620. - M. Alföldi, Goldprä-

gung 57 Taf. 26. — J. Ruysschaert, RendPontAcc 35, 1963,

' 79 ff. - A. N. Zadoks Jitta, BABesch 41, 1966, 95. -H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 128. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 126 f. — von Sydow bes: .23 ff. - Calza 155 Nr. 67; 205 Nr. 123 Taf. 45, 134/35; 46, 136/137. - B. Andreae, Römische Kunst (1973) Abb. 457.

460. — M. A. R. Colledge, JRS 65, 1975, 215. - Bergmann 138. 146. 150. — Inst. Neg. Rom 1932, 39/40; 1932, 42/43. - Hier S. 43 ff. Taf. 28. 29. Bei beiden Köpfen fehlen Teile der Nase; geringe Bestoßungen, sonst gut erhalten.

Abgesehen von H. Stuart Jones, der Claudius Gothicus in den Köpfen

erkennen

wollte, und

M.

Bieber,

die als Benennung

Philippus Arabs vorschlug, teilen sich die Meinungen zwischen Zuweisungen an Constantius Chlorus und.an Licinius. Nach dem Bearbeiter kommt aus historischen Gründen ausschließlich Licinius in Betracht.

48 f. 116 Nr.

31 Abb.

74. 75.

1959/60,

f.

17.

156

Abb.

— R. Calza, RendPontAcc

18.



Dies.

in:

EAA

Museo

Nazionale

delle

Terme

Inv. 4289.

145 ff. 150 Taf. 41,4; 42,3. — Inst. Neg. Rom 1929, 572/53. — Mus. Var. XXXII 4023/4: — Hier S. 50 Taf. 30.

Unterteil der Nase, Rand des linken Ohres, oberer Rand des rechten Ohres sowie der Büstenfuß mit Indextäfelchen ergänzt. R. Calza sieht in diesem Porträtkopf eine Verwandtschaft zu dem Bildnis in Stockholm und nennt ihn wie jenen Constantus Chlorus. W. von Sydow lehnt diese Deutung ab, ohne eine andere Zuschreibung vorzuschlagen. Der Bearbeiter hält den Kopf für ein mögliches Liciniusbildnis. SIDE,

Museum

Inv. 35.

— Oberer

Teil

einer

65. - C. C. Vermeule, A. 317.

— M. Bonicatti, Studi di Storia

dell'arte sulla tarda antiquità el sull’alto medioevo (1963) 176 ff. — Calza 203 Nr. 118. - Mus. Neg. B 322. - Inst. Neg. Rom 1965, 2865/7. — Hier S. 28 Taf. 22 c. d. Es fehlt die Nase

und

die linke Ohrmuschel;

der Mund

ist

abgeschürft. Am Kinn Absplitterungen. Abschürfungen an der rechten Augenbraue und dem rechten Auge. Der Hals ist unregelmäßig abgebrochen. Dieses Bildnis, das B. M. Felletti Maj in die vorkonstantinische Zeit datiert, aber unbenannt läßt, schließt R. Calza an

den Kopf des Panzertorsos in Side an Liciniusporträts ein, ohne allerdings auszusprechen. Der Bearbeiter sieht typisches Porträt der Tetrarchie. Von

Museo

Torlonia 391.

— Kopf auf nicht zugehöriger

Büste, überlebensgroß.

Aus Casal Rotondo. Visconti Nr. 391 Taf. 98. - Delbrueck, Porphyrwerke 123. 128 Taf. 64. - L'Orange, Studien 33f. 119 Nr. 38 Abb. 85. - von Sydow 7 ff. - Calza 204 Nr. 121 Taf. 68, 229/30. Nase,

— Inst. Neg. Ohren,

Rom

7895/96; 1933,

ein Teil des Kinns

und

1781.

der Hals

ergänzt.

M.

Mansel,

Die

rechte Wange beschädigt. Die Büste modern. R. Delbrueck erkannte in diesem Kopf, den C. L. Visconti unbenannt gelassen hatte, ein Porträt des Licinius L in jüngeren Jahren. R. Calza und W. von Sydow lehnen diese Zuweisung ab. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein tetrarchisches Privatporträt.

Müseo Vaticano, Chiaramonti 511 B.

— Kopf, lebens-

groß. In Ostia gefunden (1801-1804).

Amelung,

Vat. Kat. I Nr. 511 B Taf. 69. — L. Paschetto,

Ostia (1912) 96 Nr. 96; 449. 509. — L’Orange, Studien 32 ff.

117

Berytus 13, 1959/60, 76 Nr. 341. 22,

221 ff. Abb. 22.

- J.

Inan,

V.

- Negs.

E..R. XV,

52. 53; XXI,

22.

Nase abgebrochen, Mund und linkes Auge abgestoßen. Die Statue stammt aus antoninischer Zeit. Der Kopf wurde zur Darstellung eines spáteren Kaisers umgearbeitet. A. M. Mansel brachte den umgearbeiteten Kopf dieser antoninischen Panzerstatue mit Maximinus Thrax oder Carus in Verbindung. J. Inan dauert die Umarbeitung in die Zeit der Tetrarchie und hält es für das Wahrscheinlichste, daß Licinius dargestellt werden sollte. Dieser Deutung folgt später außer H. von Heintze niemand. Vielmehr wird allgemein für die Wiederverwendung ein früherer Zeitpunkt erwogen. So denkt C. C. Vermeule an Maximus Caesar. D. M. Brinkerhoff nimmt die alte Zuweisung an Maximinus Thrax wieder auf. H. Blanck wird an Philippus Arabs erinnert und W. von Sydow datiert die Neufassung des Kopfes ebenfalls in die 1. Hälfte des 3. Jhs. Der Bearbeiter schließt sich J. Inan und H. von Heintze an und sieht in dem Porträt einen möglichen Licinius. So ist der Kopf mit den gesicherten Liciniusportráts des Konstantinbogens nahe verwandt, man vergleiche die Profilbilder von Heintze a. ©, Taf. 30 und hier Taf. 28. 29. SIDE, Museum Inv. 53. — Kopf, lebensgroß. AusSide,

ROM,

Belleten

Türk Tarih Kongresi (1960) 37 Nr. 11 Taf. 17 Abb. 18. 19. - A. M. Mansel Die Ruinen von Side. (1963). 118 Abb. 92. — J. Inan, Antalya bölgesi Roma devri portreleri (1965) Nr. 29 Taf. 30. 31. — Inan - Rosenbaum 86 Nr. 63 Taf. 40,1. 2; 41,3. - H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 48 Taf. 16. — von Sydow 112 Anm. 2,1; 118. — Calza 202 Nr. 117 Taf. 67, 228. — H. von Heintze in: Mélanges Mansel (1974) 61 f. Taf. 29. 30. — D. M. Brinkerhoff, A Collection of Sculptures in Classical and Early Christian Antioch (1970) 18 Abb. 20.

und ordnet ihn unter die die Benennung direkt in dem Kopf ein zeitden individuellen Zügen

des Licinius ist nichts zu spüren. ROM,

Panzerstatue,

Gefunden in der mittleren Nische des Gebäudes M in Side. M. Mellink, AJA 59, 1955, 238. - A. M. Mansel, AA 1956,

— Kopf,

etwas überlebensgroß. Aus Afrika. Felletti Maj, Ritratti Nr.

32,

(1959)

221. - L’Orange, Art Forms Abb. 62. - von Sydow 19. 132..— Calza 156 ‘Nr.68 Taf. 46, 138/39. — Bergmann

überlebensgroß. ROM,

II

Gebäude M.

J. Inan, V. Türk Tarih Kongresi 37 (1960) Nr. 10 Taf. 16 Abb. 15. 17. — Dies., Antalya bölgesi Roma devri portreleri (1965) Nr. 30 Taf. 32. 33 Abb. 1. — Inan - Rosenbaum 87 f. Nr. 64 Taf. 5,4; 40,3. 4. - von Sydow 112 Anm.2 Nr. 3. — Negs. E. R. XV, 45. 46. 47.

Lianius I.

Unter dem Kinn abgebrochen. Nasenspitze und Teile der Ohren abgebrochen. Große Teile der Oberfläche durch Feuereinwirkung abgeplatzt. Wahrscheinlich wiederverarbeiteter Augustuskopf. 7. Inan hat erkannt, daß diesem Porträt ein Bildnis des Augustus zugrunde liegen muß, das in tetrarchischer Zeit umgearbeitet wurde. Sie zieht aus der Tatsache, daf das Urbild einen Kaiser darstellte, den Schluß, der Kopf könne

später kaum für einen Privatmann verwendet worden sein. So

bestimmt J. Inan das Porträt als das eines Tetrarchen und sieht am.ehesten eine Ähnlichkeit mit Licinius. Für W. von Sydow ist die erste Fassung des Bildnisses zu wenig verändert worden, um eine nähere Bestimmung zu ermöglichen. Nach dem Bearbeiter handelt es sich in der endlichen Fassung um ein Privatporträt tetrarchischer Zeit.

LICINIUS KÖLN, Römisch-Germanisches Museum (früher WallrafRichartz-Museum) Inv. 991. — Goldglasschale mit 4 Bildnis-

medaillons. 1907 in einem Steinsarg in Köln-Braunsfeld gefunden. Delbrueck, Kaiserporträts 132 ff. R. Delbrueck erwog neben dem zeitlichen Ansatz 325/26 und der damit verbundenen Deutung der vier Knabenbildnisse als die vier Söhne Konstantins eine Datierung um 320. Dann wäre nach R. Delbrueck der zweitälteste Knabe Licinius II. Diese Bestimmung wurde nicht wieder aufgegriffen.

II.

torsos in Side, von dem sie die Zuweisung an Licinius I. als gesichert annımmt, und schließt aus der Ähnlichkeit, daß hier dessen Sohn Licinius II. dargestellt sein muß. Der Bearbeiter hebt die trux frons des Dargestellten hervor: ein Motiv, das immer wieder im Bild der Soldatenkaiser urid der Kaiser der Tetrarchie wiederholt wird. Wahrscheinlich gehórt das Porträt in die östliche Herrschertradition, die auf Galerius zurückgeht. MÜNCHEN,

Bayerische

Hypotheken-

— 2 Silberschalen mit Bildnismedailons

s. unter Sóhne Konstantins.

und

Wechselbank.

und Inschriften.

Größe der Medaillons: 3-3,5 cm ©. KUNSTHANDEL.

- Kopf, etwa lebensgroß.

Herkunft unbekannt. H. von Heintze in: Melanges Mansel (1974) 62 ff. Taf. 3134.

Wahrscheinlich aus den östlichen Provinzen des römischen Reiches. Hergestellt wurde eine der Schalen in Nicomedia, eine ın Antiochia. B. Overbeck, Argentum Romanum. Ein Schatzfund von

spátrómischem Prunkgeschirr (1973) Schale 2 und 3. — Photo

Oberfläche mit Säure gereinigt. Nase abgeschlagen. Beschä-

Ch. Zocher, München. Vollkommen erhalten.

digungen über der rechten und an der linken Augenbraue sowie an den Ohrrändern und der Oberlippe. Der Kopf wurde aus einem früheren Porträtkopf umgearbeitet. H. von Heintze vergleicht diesen Kopf mit dem des Panzer-

Durch die umlaufenden Inschriften gesicherte En-face-Portráts des jugendlichen Licinius II.

CONSTANTINUS ADOLPHSECK, Schloß Fasanerie FAS. ARP. 54. — Kopf, lebensgrof. H. von Heintze, Die antiken Porträts der landgräflich-hessischen Sammlungen im Schloß Fasanerie bei Fulda (1968) 81 f. Nr. 54; 109 Taf. 90. 91. 137 a. b. - H. Jucker, Gnomon 43, 1971,

808.

- H.

G. Horn, BJb

Nr. 136 Taf. 76, 265-267. Neg.

Rom

1967,

1349/52/54.

171, 1971,

717.

— Calza 224

— Bergmann Anm. 571. - Inst. — Hier S. 70 Taf. 49 a. b.

I.

Die Bruchfläche des Halses ist modern geglättet und mit Zement verschmiert. Oberfläche verwittert. Nase und Kinn fehlen. Haare, Brauen, Wangen und Ohren sind abgerieben. Der Hinterkopf war niemals ausgearbeitet, die Haare auf ihm nicht ausgeführt. Die Oberfläche zeigt noch die Werkzeugspuren antiker Bearbeitung. Auf dem Scheitel des Kopfes ist ein großes Stück Marmor ausgebrochen, die Bruchstelle zeigt

eine schmale und nicht tiefe, längliche Einarbeitung.

118

H. von Heintze hat diesen Kopf als sicheres Bildnis des jugendlichen Konstantin I. bestimmt. Sie vermutet, daß er von einer Panzerstatue, vergleichbar der in der Vorhalle der Lateransbasilika, stammt. R. Calza schließt sich dieser Zuweisung ohne Einschränkung än. Auch die Rezensenten von H. von Heintzes Publikation, H. Jucker und H. G. Hom, erheben gegen die Benennung keine Einwände. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Bildnis des Konstantin aus seinen reifen oder späteren Jahren (nach 324 n. Chr.).

AGRIGENT,

Museum

Inv. A.

G.

499.

— Oberteil

AMHERST (Massachusetts), Amberst College. Lorbeerkranz, unterlebensgroß: Alabaster. 1910 in Rom

Bonacasa,

Ritratti greci

e romani

della Sicilia (1964)

Abb.

1. - H. 137 Taf.

Jucker, 76,

Erasmus

268.



Fond.

20,

1968,

107.

— Calza

eines 120

sıcher. Der Kopf ist schwer datierbar, wahrscheinlich aber spätantik. Wenn es sich um einen Kaiser handelt, ist dieser

224

ganz unbeeinflußt vom konstantinischen Typus.

1469/70.

Nur der obere Teil des Kopfes mit dem linken Auge, einem Teil des rechten Auges und dem linken Ohr erhalten. J. Balty hat das Bruchstück aufgrund eines Vergleiches mit den überarbeiteten Köpfen vom Konstantinsbogen als Jugendbildnis Konstantins I. bestimmt. R. Calza übernimmt die Benennung nur mit Vorbehalten, da das wenige Verbliebene des Porträts für eine sichere Deutung nicht ausreiche. H. Jucker meint, das Fragment stamme wohl von einem Bildnis Konstantins II. Der Bearbeiter sieht in dem Kopffragment ein

mögliches Jugendbild Konstantins.

AQUILEIA, Mosaik. L’Orange,

41.

leia

— P. Graindor,

die verdeckten

mit

der

Kleidung

unvereinbar

ist,

z. T. erst

zurück.

Wegen der Stilverwandtschaft mit. der Porphyrgruppe in Venedig datierte er den alexandrinischen Togatus in die Zeit der Tetrarchie und schlug Diocletianus als wahrscheinlichste Benennung vor. G. Castelfranco und R. Calza folgen ihm, während P. Graindor eine etwas spätere Zeit im 4. Jh. ın Erwägung zieht. Der Bearbeiter datiert die Statue wegen des Faltenstils in konstantinische Zeit und aus historischen Gründen nach 324 n. Chr.

Rudbergiana

-

(1931)

12

Taf. 1. - A.

Carandini,

Nr.

157 Taf. 85, 300.

ArchCl

14,

8, 1965/66,

- Inst. Neg.

Rom

1962,

12 ff. 1941,

BALTIMORE, Walters Art Gallery Inv. 57.1819. — Statuette mit Füllhorn, unterlebensgrofi. Silber. Erworben 1949 aus der Collection Joseph Brummer. E. Rink, Die Bildnisdarstellungen des rómischen Genius (1933) 33 Taf. 11. - M. Ch. Ross in: Studies Presented to David M. Robinson I (1951) 794 f. Taf. 100. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 91 Nr. 35 Taf. 11,1. — Calza 236 Nr. 147

J. Strzygowski sah in der kolossalen Sitzstatue eine Darstellung des Christus. Pantokrator. R. Delbrueck wies diese die

Serta

der. Basilika.

Nachdem die Mosaikbildnisse zunächst als Darstellungen von Märtyrern oder Stiftern gedeutet wurden, versuchte H. Kähler nachzuweisen, daß es sich um Porträts von Mitgliedern des konstantinischen Kaiserhauses handelt. So identifiziert er das im Zentrum der Komposition stehende männliche Halbprofilbildnis mit Konstantin selbst, vor allem aufgrund der von ihm getragenen Tunika mit zwei Purpurstreifen und der contabulierten Toga, die auf einen hohen Würdenträger schließen lassen. A. Carandini und R. Calza lehnen diese Zuweisung ab: So auch der Bearbeiter, dem besonders die Einzelheiten der Tracht nicht vereinbar sind mit Darstellungen von Personen des Herrscherhauses.

gepickt.

Deutung,

(1962)

- Calza 244 426.

te Unterarm war angesetzt), die linke Hand, Stücke über der rechten Hüfte, am rechten und linken Knie, die vorderen Teile der Füfle, die oberen Enden der vorderen Thronpfosten, der vordere Teil des Schemels. — Die voll sichtbaren Teile,

sind poliert,

53. -- Ders.,

310 ff. — J. Bracker, KölnJbVFrühGesch

Bustes et statues-portraits d'Egypte romaine (o. J.) 70 f. Taf. 22a. - G. Castelfranco, CrdA 2, 1937, 15. - A. Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 9 f. Taf. 6, 27. - Calza 110 Nr. 16 Taf. 16, 42. - Bergmann 167. 169 ff. - Inst. Neg. Kairo, Forschungszentrum GriechischRömisches Ägypten der Universität Trier. — Hier S. 67 f. 69 f. Taf. 46 a. b. Es fehlen: Der Kopf mit der oberen Hälfte des Halses, der rechte Arm von der Mitte des Oberarmes ab (der vorgestreck-

auch die Rückseite,

Studien

der Aula im Süden

Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) Taf. 4, 10. - G. Brusin-P. L. Zovatto, Monumenti paleocristiani di Aquileia e di Grado (1957) 83 f. Taf. 3. - H. Káhler; Die Stiftermosaiken in der konstantinischen Südkirche von Aqui-

:

96 ff. (mit Lit.) Taf. 40.

Fußboden

36f. - H. Kähler, Die frühe. Kirche (1972) Taf. A. - A.

Inv. Nr. 5934, — Sitzstatue, ALEXANDRIA, Museum überlebensgroß. Porphyr. 1870 in Alexandria gefunden. 1. Strzygowski, Koptische Kunst (1902) 3 ff. — Delbrueck, Porphyrwerke

Portraits. Ausstellungskatalog Worce-

ster Art Museum 1961 Nr. 35 mit 3 Abb. - Ch. M. Morgan, Archaeology 20, 1967, 6 mit Abb. Nase teilweise abgeschlagen, Oberfläche durch Wassereinwirkung beschädigt. Der Lorbeerkranz weist den Kopf mit großer X ahrscheinlichkeit als den eines Kaisers aus. So vermüter M. Milkovich in ihm Konstantin I. oder einen späteren Herrscher seines Hauses. Ch. M. Morgan bestimmt ihn ebenfalls als Konstantin den Großen, aber auch für ihn ist diese Deutung nicht völlig

Nr. 156 Taf.:72, 1. 2. -- J. Balty, AntCI 35, 1966, 546 Taf. 6 Nr.

mit

erworben.

M.. Milkovich, Roman

Kopfes, etwa lebensgroß.. N.

- Kopf

Taf. 82, 290.

Oberfläche korrodiert und bestoßen.’ Basis nicht erhalten. M. Ch. Ross sieht in der kleinen Statuette einen Lar oder einen Genius und datiert sie aufgrund eines Vergleichs mit den Silberstatuetten vom Esquilin in das spáte 4. Jh. H. G. "Niemeyer möchte sie lieber an den Anfang des Jahrhunderts setzen und bezeichnet sie als Genius eines Kaisers der zweiten Tetrarchie, wobei er eine Darstellung Konstantins d. Gr. für am ehesten wahrscheinlich hält. R. Calza hält diese Deutung

119

Constantinus I.

Constantinus I.

für möglich. Die individuellen Züge dieses Genius Augusti (wenn es sich um einen solchen handelt) scheinen dem Bearbeiter nichts mit Konstantin gemein zu haben, und der Faltenstil weist in nachkonstantinische Zeit.

R. Delbrueck datierte die Togastatue in diokletianische Zeit, entschied sich jedoch für keinen der in. Frage komrnenden Tetrarchen. Die gleiche Ansicht vertritt R. Calza. Der Bearbeiter identifiziert die Statue mit Konstantin.

BELGRAD,

BOSTON, Museum of Fine Arts Inv. 62.1204. — Statuette. Bronze. C. C. Vermeule, MFA Annual Report 1962, 32. — Ders., Berytus 15, 1964, 109 Nr. 320 A Taf. 22 Abb. 12. 12 A. - D. G. Mitten-S. F. Doeringer, Master Bronzes from the Classical World. Ausstellungskatalog (1968) 288 Nr. 282 mit Abb. - Romans and Barbarians Museum of Fine Arts Boston. Ausstellungskatalog (1976/77) Nr. 103 mit Abb.

Museum.

— Bruchstück eines Reiterkameos.

Furtwängler, AG III 454 ff. Abb. 234-236. - G. Rodenwaldt, JdI 37, 1922, 17 ff. Abb. 1-3. — G. Bruns, Staatskameen des 4. Jhs. n. Chr., 104. BWPr (1948) 19 ff. Abb. 14. — M. Grbié, Choix de plastiques grecques et romaines au Musée National de Beograd (1958) 132 f. Taf. 63. — R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike (1971) Abb. 329. — Age of Spirituality 83 Nr. 71 mit Abb. und Taf. II.

Rechter Arm

Während A. Furtwängler an den Thrakerkónig Rhoemetalkes

— Kopf

mit

Konstantin geht auf C. C. Vermeule zurück. Der Bearbeiter möchte sich mit größerem Vorbehalt ausdrücken und keine persónliche Identifizierung vorschlagen.

Diadem,

M. Vassits, RM 16, 1901, 49 ff. Abb. 2. 3. - E. Michon, BAntFr 1901, 125 ff. - K. Kluge-K. Lehmann-Hartleben, Die antiken Grofibronzen (1927) II 52 f. 132. 136; III Taf. 16. — L'Orange, Studien 64. 138 Nr. 88. - Delbrueck, Kaiserportráts 119 ff. Taf. 35. 36. — G. Castelfranco, CrdA 2, 1937, 19 Abb. 33. — H. Kähler, JdI 67, 1952, 22 ff. D.

Mano-Zisi, The Antique in the National Museum 1n Belgrade (1954) Abb. S. 18. — R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 127 Abb. 19 a. - M. Grbié, Choix de plastiques grecques et romaines au Musée National de Beograd (1958) Taf. 41. 42. - D. Faccenna in: EAA II (1959) 876. — M. Alfoldi, Goldprägung Taf. 35 Abb. 298. - E. Harrison, DOP 21, 1967, 92. — A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums

(1967) 195 Abb. 210. - von Sydow 23. 35. — Antike Bronzen in Jugoslawien (1969) 145 Nr. 297 mit Abb. — Calza 227 Nr. 141 Taf. 78, 275/76. — Bergmann 144. — Age of Spirituality 16 f. Nr. 10 mit Abb. - Mus. Neg. - Inst. Neg. Rom 18963/4. — Hier S. 69 Taf. 48 a. b. Scheitel und Wange etwas eingedrückt, zwei unregelmäßige Löcher am Scheitel, Spuren von Vergoldung. Dicke Bronze. Der zuerst von M. Vassits ausgesprochenen Zuweisung des Bronzekopfes an Konstantin d. Gr. wurde in der Folge nicht

widersprochen. Es handelt sich um ein Konstantinporträt aus den späteren Jahren des Kaisers (nach 324 n. Chr.). BERLIN, Ehemals Staatliche Museen Inv. 527. tue, etwas überlebensgroß. Porphyr. Angeblich aus Venedig, bis 1854 in Sanssouci.

— Togasta-

Kónigl. Museen zu Berlin. Beschreibung der antiken Skulpturen (1891) 206 Nr. 527. — Berlin, Skulpturen. Kurze Beschreibung (1920) Taf. 80 Nr. 527. - Delbrueck, Por-

phyrwerke 99 f. Taf. 42. 43. — A. Rumpf, Stilphasen der spátantiken Kunst (1957) 9 Taf. 6, 28. — Calza 110 Nr. 15 Taf. 15, 41. — Bergmann 167. 169 ff. — Hier S. 69 Taf. 47 c. Der Kopf,

der rechte Arm,

die linke Hand,

die Füße,

Unterteil von der Mitte der Unterschenkel an fehlen.

der

fehlen.

Der Kaiser trágt einen einfachen Panzer und ein Diadem, dazu ein über den Kopf gezogenes Tierfell (Wolf?). Die Benennung

dachte, wiesen G. Rodenwaldt und R. Bianchi Bandinelli den Reiter einem Kaiser des 4. Jhs. zu ohne nähere Benennung. G. Bruns sah in ihm Konstantin oder einen seiner Söhne. Der Bearbeiter schließt sich der Auffassung Rodenwaldts und Bianchi Bandinellis an. BELGRAD, Museum Inv. 79-IV. lebensgroß. Bronze. Gefunden in Ni$ (Naissus).

und linke Hand

BRNO (Brünn), Seminar für klassische Archäologie der Umversität Inv. 898. — Kopf, lebensgrofi. J. Frel, Les portraits antiques en Tchéoslovaquie (1965) 13. - ©. Pelikän, Antika a dnesek (1966) 8. — J. Bouzek-M. Dufková-K. Kurz, Anticky portrét (1972) 36

Nr. 29; 63. — 7. Frel, Sbornik Kvét 50, 1965, 13. — Antické: Umeni v Ceskoslovenskych Sbirkách. Praze (1979) Nr. 279 mit Abb.

Národni

Galerie

v

Dieser Kopf, derim Katalog als Portrát Konstantins I. geführt wird, scheint aus einem Trajansbildnis im frühen 4. Jh. umgearbeitet worden zu sein. Er wird als ausgezeichnete Arbeit von hoher Qualität bewertet. Nach einer etwas schwachen Photographie zu urteilen, ist die Identifizierung mit Konstantin unmöglich. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Kopf der frühen Kaiserzeit, der spátantik umgearbeitet ist. CIVIDALE

(Friuli),

Museum.

— Kopf,

etwa

lebensgroß.

Bronze.

Aus Zuglio (Julium Carcicum). R. Horn, AA 1938, 631 Abb. 7. — S. Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale. Studi Goriziani (1950)

7 íf. Abb.

1. 2

5. 7 —

9. 11. 12.

- FA

5, 1950,

312

Nr. 3647 Abb. 83. — Poulsen, Cat. Sculpt. 436 unter Nr. 629 a. — M. Bieber, AJA 57, 1953, 47. — P. M. Moro, Julium Carnicum (Zuglio) (1956) 65 f. Abb. 18. — G. Ch. Picard, MonPiot 49, 1957, 86. — G. Daltrop, Die stadtrómischen männlichen Bildnisse traianischer und hadrianischer Zeit (1958) 51. 67. 76. 86. 120 Abb. 27. — B. Forlati-Tamaro in:

EAA

II (1959)

700

Abb.

932.

— Calza

246

Nr.

160.

-

Inst. Neg. Rom 1939, 162. — Foto Sopr. Monum. Trieste. — Foto A. Bront, Cividale. Gut erhalten. Beschädigungen am linken Ohr und an der linken Wange. R. Horn datierte den Kopf in trajanische Zeit, wobei er eine Ahnlichkeit mit dem Kaiser selbst feststellte. S. Stucchi bestimmte ihn in einer ausführlichen Abhandlung als Bildnis Konstantins d. Gr. M. Bieber widerspricht ihm in ihrer Rezension dieser Arbeit nicht, auch G. Ch. Picard folgt S. Stucchis Deutung. Sonst wird dagegen allgemein an der

120

ursprünglichen Datierung in trajanische Zeit festgehalten, der

ISTANBUL,

sich auch der Bearbeiter anschließt. EDINBURGH, Royal Scottish Museum Inv. 1956-1494. Kopf, überlebensgroß. Travertin. Aus ägyptischem Kunsthandel. D. Talbot Rice in: Catalogue to the 1958 Edinburgh Festival Exhibition. Master Pieces of Byzantine Art 11 Nr. 1. — Mus.

scheinlich

nicht

antık.

Vielleicht

handelt

es

um

Taf. 42,2.

eine

222

II Nr. 168

Abb. 169 a.

— Kopf

b.

(mit

Taf. 74,

258/59.

143 f.

Taf. 45,2.

262-264.

Johansen,

Meddelels-

beeinflufites Herrscherbild. KARTHAGO,

ΝΕ

Museum

Inv. C 0032.

-- Kopf,

überlebens-

groß. 1954 in Karthago beim Eingang der Thermen des Antoninus gefunden.

HERAKLION, Museum. -- Kopf. Aus Gortyna/Kreta. Vermeule 354 Abb. 178. — Photo Vermeule.

FA 9, 1954, 7254, 7260 Abb. 145. - G. Ch. Picard, MonPiot 49, 1957, 83 ff. Taf. 8 Abb. 1-3. — E. Coche de la Ferté, Le

Oberfläche stark beschädigt, besonders Nase, Kinn und rech-

erkennt in diesem Kopf ein Bildnis Konstan-

Taf. 75,

Für H. Jucker ist eine Zuweisung des Kopfes an Konstantin I. naheliegend, aber nicht zwingend genug, um sie als sicher auszusprechen. W. von Sydow teilt diese Bedenken gegen eine Identifizierung mit dem Kaiser nicht. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf nicht Konstantin selbst, sondern ein konstantinisch

Inst. Neg. Rom 1938, 578/80. — Hier S. 55 f. Taf. 35. Ergánzt sind: Übergang zwischen Stirn und Nase, die Nase selbst, der mittlere Teil des Mundes und der vorspringende Teil des Kinns. Der vom Bearbeiter selbst vorgeschlagenen Identifikation des Kopfes als Jugendbildnis Konstantins I. hat bisher niemand widersprochen. .

C. C. Vermeule

135

Hinterkopf nicht ausgearbeiter.

-

tes Auge. Hals und unterer Teil des Hinterkopfes weggebrochen.

Nr.

H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 121 ff. Taf. 40,1; 41,1.2. — von Sydow 66 Anm. 18. -- L. Rocchetti, ASAtene 50/51, NS 34/35, 1972/73, 475 Abb. 9 a. b (dort als Aufbewahrungsort Tunis, Musée du Bardo angegeben). — Photo G. van Raepenbusch 8337/9. — Hier S. 87 Taf. 57 a. Nase und Kinn abgeschlagen. Ohrränder leicht beschädigt.

— H. P. L'Orange, SOsl 18, 1938,

— Bergmann

— F.

Wieder-

KARTHAGO, Musée Lavigerie. — Kopf, lebensgroß. Wahrscheinlich von der Byrsa-Anhöhe.

Icon (1973) 26 Abb. 6-8. — von Sydow 22. 26. — Calza 220 133

- H. Blanck,

genauere Zuschreibung als ,,Portràt eines Konstantinssohnes“

115 ff. Abb. 1-3. — S. Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale. Studi Goriziani (1950) 39 Abb. 43. 44. - D. Faccenna in: EAA II 876. - H. P. L'Orange, OpRom 4, 1962, 103 Taf. 2. 3. — Likeness and Nr.

177.

spricht er aber nicht aus. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein Konstantinportrát aus des Kaisers reifen oder spáteren Jahren (nach 324 n. Chr.).

Abteimuseum. — Kopf, lebensgrofß?. Eisenbahnlinie Grottaferrata-Frascati

NSc 1904, 273; 1905, 224.

— Vermeule 354 Abb.

Dieser in der Spätantike umgearbeitere Kopf wird allgemein als Konstantin der Große gedeutet. Auch H. Jucker, der ursprünglich Konstantin II. in ihm sehen wollte, schließt sich jetzt dieser Benennung an. H. Blanck äußert sich unentschieden, urid W. von Sydow lehnt die Identifikation ganz ab. Eine

Ergänzt sind die Nase und Teile der Lippen, der Ohren und des Kinns. Diese durch eine Inschrift am Sockel und noch von H. Dütschke Konstantin der Grofle genannte Büste wurde bereits von P. Arndt und J. J. Bernoulli einer späteren Zeit (Valentinian I.) zugewiesen. Bei G. A. Mansuelli ist das Bildnis als Valens (?) bezeichnet. GROTTAFERRATA, 1904 beim Bau der gefunden.

— Ko pf

GlyptKob 31, 1974, 166 Abb. 9. - G. M. A. Hanfmann, From Croesus to Constantin (1975) Abb. 195 a. b. — Mus. Neg. 1825. — Hier S. 69 Taf. 48 c. Oberfläche stark bestoßen. Nase, Lippen und Kinn abgeschlagen.

Dütschke III Nr. 216. — ABr 84. 85. — Bernoulli II 3, 219. 252 Taf. 51. - Mansuelli weiterer Lit.).

273.

verwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 55 A 33. - von Sydow 63 ff. - Calza

italienische Arbeit aus dem 16.-17. Jh. FLORENZ, Galleria degli Uffizi Inv. 1914 Nr. 273. auf moderner Büste, etwa lebensgroß.

Inv.

Byzanz (1959) Taf. 4. - H. P. L'Orange, OpRom 4, 1962, 102 Anm. 2. - M. Alföldi, Goldprägung 122 ff. 130 Taf. 33. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 124 f.

der linken Auge. Ausstellung als Konstanhöchstwahr-

sich

Museum

Frel, ArchCl 9, 1957, 244 Nr. 5. -H. Jucker, MüsHelv 16, 1959, 283 Taf. 3. - D. Talbot Rice-M. Hirmer, Kunst aus

Neg. 0620/1.

Nasenspitze abgebrochen. Beschädigungen an Wange und an Stirn und Helm über dem linken Dieser Kopf, der 1958 auf einer Edinburgher gezeigt wurde, ist im Katalog von D. Talbot Rice tin I. bezeichnet worden. Das Bildwerk ist aber

Archäologisches

(spätantik umgearbeitet), überlebensgroß. Aus. Chanıä (Kreta). Mendel III 344 Nr. 1107. - L’Orange, Studien64. - N. Firath, A Short Guide to the Byzantine Works of Art in the . Arch. Museum of Istanbul (1955) 43 Taf. 1,1. — Ders., Ann. of the Arch. Mus. in Istanbul 7, 1956, 75 Abb. 24-27. — J.

Camée Rothschild (1957) 23 Abb. 15. — H. Jucker, MusHelv 16, 1959, 283. — S. Stucchi, ArchCI 12, 1960, 87 Taf. 33,3; "34,3. -- H. P. L’Orange, OpRom 4, 1962, 102 Anm. 2 =

Likeness and Icon (1973) 24. — M. Alföldi, Goldprägung 132 Anm. 3. - N. Bonacasa, Ritratti greci e romani della Sicilia (1964) 119 unter Nr. 155. — H. Jucker in: Festschrift K.

tins I., das aus einem julisch-claudischen Porträt umgearbeitet

wurde. Der Bearbeiter lehnt die Ahnlichkeit dieses Kopfes mit dem des Konstantin ab.

121

Constantinus I.

Constantinus I.

Bild inspiriert ist, dabei aber nicht gleichzeitig entstanden,

Schefold: (1967) 123 Taf. 42,1. - A. Lézine, Les thermes d’Antonin à Carthage, Société Tunisienne de Diffusion (1969) 56 Abb. 27. - von Sydow 63 ff. — Calza 247 Nr. 162; 304 Nr.212 Taf. 106, 382/83. — Inst. Neg. Rom 1964, 9/10.

sondern, wie der Faltenstil zeigt, nachkonstantinisch ist.

LONDON, British Museum-Inv. 1968. — Kopf, überlebensgroß.

— Hier S. 87 Taf. 56 a. b. Nase zum Teil abgeschlagen. Kleine Beschädigungen auf der Oberfläche. Rückseite nicht ausgearbeitet. Dieser überlebensgroße Kopf wurde von G. Ch. Picard als

Aus Kos.

A. E. Conway, The Burlington. Magazine 25, 1914, 346 f. — Delbrueck, Kaiserportráts 110 Anm. 1. - BMC, ' Smith, Sculpture III 181 Nr. 1968 Taf. 20. — R. P. Hinks, Greek

Portrát des Constantius IL veróffentlicht. Seither sind die Meinungen geteilt. Der Bearbeiter, gefolgt von H. Jucker, zieht die Deutung als Konstantin der Große, zu demselben

and Roman Portrait Sculpture? (1976) 93 Abb. 73. — A. E. Conway hatte diesen Kopf auf Konstantin den Großen

Typus wie der Istanbuler Kopf gehörend, vor, während M.

bezogen, was von R. Delbrueck mit Hinweis auf die Glatze des Dargestellten und die.physiognomische Verschiedenheit abgelehnt wurde. Auch móchte er das Bildnis früher datieren. Der Bearbeiter schliefit sich Delbrueck an.

Alfóldi, E. Coche de la Ferté, N. Bonacasa, R. Calza und W. von Sydow der Zuweisung Picards an Constantius II. zustim-

men.

S. Stucchi setzt als Einziger eine wesentlich spátere

Entstehungszeit voraus und móchte Honorius gestellten erkennen.

in dem Dar-

KOPENHAGEN, Ny Carlsberg 3147. — Kopf, überlebensgroß.

774 A.

1952 in Rom

Glyptotek

Inv.

erworben.

V. Poulsen, MeddelelsGlyptKob 10, 1953, 8 Abb. 5-7. - H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 125 Taf. 44,2. 3. - von Sydow 22. 26. -- Calza 226 Nr. 139 Taf. 77, 271/72. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 191

Nr. 198 Taf. 322. 323. — Bergmann 143 f. - Mus. Neg. Hier S. 55 f. Taf. 38 a. b. Zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet. Unergänzt. Stark bestoßen. Nase fehlt. V. Poulsen, der den Kopf zuerst veröffentlichte, hat in ihm ein typisches Porträt Konstantins I. erkannt. Dieser Deutung hat man sich allgemein angeschlossen. Nach dem Bearbeiter handelt es sich um ein Bildnis des jugendlichen Kaisers. KOPENHAGEN,

Nationalmuseum

Inv. 8040.

— Statuette

mit Strahlenkranz, unterlebensgroß. Bronze. 1730 in Tommerby (Jütland) gefunden. M. B. Mackeprang, ActaArch 9, 1938, 135 ff. Abb. 1-4. — S, Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale, Studi Goriziani (1950) 42 Anm. 3. - R. Noll, OJh 43, 1956/58, 118 Abb. 46. - H. P. L'Orange, OpRom 4, 1962, 104 ff. Taf. 6 — Likeness and Icon (1973) 28 ff. Abb. 10. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 126 Taf. 45. - H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972) Taf. 29,2. — Calza 234 Nr. 145 Taf. 82, 288. — Mus. Neg. Hohlguf, Gewicht 7520 g. Oberfläche verwittert und vernarbt. Zwei Zacken der Strahlenkrone beschädigt. Auflerer Teil beider Unterarme sowie die Füße fehlen. Unterer Teil des Gewandes rundum beschädigt. M. B. Mackeprang, der die Statuette veröffentlichte, hat sie als eine Nachbildung aus dem späten 4. Jh. der Sol-KonstantinStatue, die auf der verbrannten Säule in Konstantinopel stand, gedeutet. R. Noll folgt der Zuweisung, aber er hält die Statuette nicht für nachkonstantinisch. R. Calza spricht sich ebenfalls für die Benennung Konstantin aus. S. Stucchi und H. Jucker lehnen sie dagegen ab. Letzterer möchte sie zeitlich nicht vor Theodosius ansetzen. Der Bearbeiter hält immer noch daran fest, daß die Statuette von dem Konstantin-Sol-

LONDON,

British

Museum

Inv. 70-7-15-1.

Doppelkranz zum Einsetzen in eine 1870 in Ephesos gefunden. BMC, Smith, Sculpture IIT 181 Nr. Rosenbaum 145 f. Nr. 185 Taf. 110, 116 f. — W. Oberleitner, Gnomon JbKSWhen

69,

1973,

127 ff.

Abb.

- Kopf

mit

Statue, lebensgroß, 1969 Taf. 20. — Inan 1. 2. — von Sydow 114. 42, 1970, 216. - Ders.,

129-132.

-

K.

Fittschen,

GGA 225, 1973, 62. - Negs. Otto Fein, Warburg Institut. Nase, Mund, Kinn und ein Teil des rechten Ohres abgeschlagen. Teile des Haares, des Kranzes, der rechten Augenbraue

und

der

Wangen

abgeblättert.

Sprünge

zwischen

linker

Augenbraue und äufßerem Augenwinkel. Fleischteile stark poliert. Oberfläche an einigen Stellen verkrustet. A. H. Smith lief den Kopf unbenannt, ebenso J. Inan und E. Rosenbaum, die ihn in konstantinische Zeit datierten. Für W. von Sydow ist der leidvolle Ausdruck Anlaß, einen tetrarchischen Ursprung anzunehmen. Er schließt allerdings eine spätere Datierung nicht aus. W. Oberleitner erkannte, daß am Lorbeerkranz über der Stirnmitte ein Juwel angebracht gewesen sein muß, womit der Kopf als Kaiserporträt ausgewiesen wäre. Die Herrscher der Tetrarchie scheidet er wegen der Bartlosigkeit des Bildnisses aus und weist es mit ausführlicher Begründung Konstantin dem Großen zu. Dem Bearbeiter scheint diese Zuweisung ganz unmöglich. MADRID,

Prado

Nr. 125-E.

- Kopf

antiken

Bildwerke

auf ergänzter Büste,

überlebensgroß. E.

Hübner,

Nr. 257. - E.

Die

Barrön,

Catálogo

de

Madrid

(1862)

la escultura

in

(1908)

Nr. 125. - ABr 910. — Delbrueck, Kaiserporträts 126. — L’Orange, Studien 64. 138 Nr. 89. — A. Garcia y Bellido, Arte romano (1955) 573 Abb. 1133. — A. Blanco, Museo del Prado. Catálogo de la escultura (1958) 125-E Taf. 57. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 123 f. Taf. 43,1.

2. — von Sydow 22. 27. — Calza 245 Nr. 158. — Hier S. 55. 57 Taf. 38 c. d. Linke Hälfte der Stirn und das Kinn ergänzt, ebenso die Nase und Teile der Ohren. H. Jucker weist als erster diesen Kopf Konstantin dem Großen zu. Er glaubt ihn nach dem gleichen Vorbild gearbeitet wie das Bildnis in Grottaferrata. W. von Sydow folgt dieser Benennung, jedoch R. Calza äußert Bedenken wegen

122

der zahlreichen Ergänzungen und starken Überarbeitungen. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Jugendbildnis des Kaisers.

H.

NANTES, Musée Debrée. — Bronzemedaillon. 1922 in der Loire gefunden. - Calza

Oberfläche stark korrodiert.

J. Lafaurie wollte

in den fünf Bildnissen, sind,

Konstantin

I.

seiner

(1790) 58. des camées (1858) 551 antiques et

stellt sind, gehen bei Lafaurie und Calza auseiriander: In der

161 ff. Nr.

kleinen Figur unten links sah Lafaurie ein weibliches Wesen benannte

dieses

Constantia,

die

Halbschwester.

Der.

Bearbeiter schließt sich R. Calza an und sieht in dem Bilde die konstantinische Familie nach dem Tode des Crispus und der Fausta: nämlich Konstantin und Helena in größerem Format

YORK,

Metropolitan

Bernoulli II 3, 221.

Museum

Inv. 26229.

BullCom

(Früher

33, 1905,

16 f.

Abb. 6. — ΚΑ. Paribeni, Il ritratto nell’arte antica (1934) . Taf. 347. -- Delbrueck, Kaiserporträts 112 f. Taf. 28. 29. — L'Orange, Studien 64 f. 139 Nr. 91 Abb. 166. - P. H. von Blanckenhagen, 741 59/60, 1944/45, 54 Abb. 7. — S. Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale, Studi

Goriziani (1950) 42. — H. Kähler, JdI 67, 1952, 22 ff. - G. M. A. Richter, Metropolitan Museum of Art. Handbook of the Classical Collection (1930) 305 f. — Dies., Metropolitan Museum of Art. Roman Portraits (1948) Nr. 110. - C. C. Vermeule, DOP

15, 1961, 15 Anm.

60 Abb.

33.

— H. Jucker

in: Festschrift K. Schefold (1967) 125 Taf. 43,3. 4. - von Sydow 22. 26 f. - Calza 221 Nr. 134 Taf. 74, 260/61. — Age of Spirituality 15 Nr. 9 mit Abb. — Inst. Neg. Rom 1928, 3350;

1939,

1255;

1952,

24;

418. — Hier S. 69 Taf. 48 d. Zum Einsetzen in eine Statue

1954,

279.

gearbeitet.

- Photo

Luce

Ergänzt:

Ohr-

du

Louvre

Inv.

B. J. 2181.

— Statuette

Cabinet des Medailles

— Büst-

Histoire de la Ste. Chapelle

— M. Chabouillet, Catalogue général et raisonné et pierres gravées de la Bibliotheque Impériale Nr. 287. — E. Babelon, Catalogue des camées moderries de la Bibliotheque Nationale (1897) 309

Taf. 36.

— Ders.,

Guide

illustré au Cabinet

Abb.

3238/39.

— W.

F.

Volbach

in:

H.

Geschichte

des

Delbrueck,

Kaiserporträts 229. — D. Minor-E.

Kunstgewerbes

V (1931)

Th.

Bossert,

98 Abb. S. 99, — J. Edelstein,

Arm und Drapierung im 15. Jh. ergänzt. (Volbach). Um das Kreuz auf der Panzerbrust einzugravieren, wurde ein Gorgoneion fortgeschliffen, dessen Umriß sich noch abhebt (Delbrueck). Auch weitere Überarbeitung ist anzunehmen: »Sapore di opera non antica« (Calza). M. Chabouillet identifizierte als erster die kleine Büste mit Konstantin dem Großen. Dieser Zuweisung ist man im allgemeinen gefolgt. Nur A.. Venturi bevorzugte die Benennung Valentinian III. und R. Delbrueck wollte wegen des fehlenden Lorbeerkranzes keinen Kaiser, sondern einen antoninischen Militär in dem Dargestellten erkennen. Auch dem Bearbeiter scheint

das

Büstchen

überarbeitet,

wahrscheinlich während

PARIS, Nationalbibliothek, Cabinet des Medailles. — Büstchen. Achat. E. Babelon, Guide illustré au: Cabinet des Médailles (1900) 186 Nr. 310. E. Babelon, Catalogue des camées antiques et modernes de la Bibliothéque Nationale (1897) 170 Nr. 310 Taf. 35. — Delbrueck, Kaiserportráts (1933) 229. E. Babelon verzeichnet das Stück als Büste des Konstantin. R. Delbrueck hält es zwar auch für spátantik aber für eine Darstellung des Titus. Dem Bearbeiter scheint das Büstchen nicht antik zu sein. Jedenfalls stellt es nicht Konstantin dar. Die Form der Chlamys ist nicht antik.

und das Kinn. Bereits J. J. Bernoulli und G. E. Rizzo brachten das Bildnis mit dem kolossalen Marmorkopf im Konservatorenpalast in Verbindung. Seitdem wird es allgemein mit Konstantin I. identifiziert. Die Datierungen schwanken zwischen 320 und 330 n. Chr. Der Bearbeiter siehtin dem Kopf ein Konstantinbild aus den mittleren oder späteren Jahren des Kaisers (nach 324 n. Chr.). Musee

dieser

der Renaissance, da es als Stütze für das Bischofszepter in Ste. Chapelle umgestaltet wurde. Es hat demnach kaum einen Wert für die Ikonographie Konstantins.

muschel, ein Teil des Gesichts, die Nase, fast der ganze Mund

PARIS,

in

JWaltersArtGal 7/8, 1944/45, 93 Abb. 14. - W. F. Vol. bach-M. Hirmer; Frühchristliche Kunst (1958) 10 Taf. 20. — A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums (1967) 161 Abb. 166.-- Calza 238 Nr. 150 Taf. 82, 289. — Photo Hirmer.

— Kopf, überlebensgroß.

- G. E. Rizzo,

Calza,

Art in Ancient Rome? (1929) 192 Abb. 549. - DACL III 2,

Vgl. unten unter Helena. NEW

R.

des Médailles (1900) 186 Nr. 309 Abb. 72. - A. Venturi, Storia dell'arte italiana I (1901) 556 Abb. 489. — E. Strong,

2643

oben und in kleinerem Format unten Constantinus II., Constantius II. und Constans.

Rom, Palazzo Giustiniani).

von

Onyx.

Bernoulli II 3, 224 a. - Morand,

Familie

erkennen. Diese Zuweisung wird von R. Calza wegen der Übereinstimmung des Profils mit den Münzbildnissen übernommen. Die Ansichten, welche Farnilienmitglieder darge-

und

gefolgt

Aus Sainte Chapelle (diente dort als Szeprer).

die auf diesem

mit

sieht,

PARIS, Nationalbibliothek, chen.

Medaillon

Niemeyer

Geltung.

7. Lafaurie, RevNum 17, 1955, 227 ff. Taf. 9-11. 238 Nr. 151 Taf. 83, 293. - Hier Taf. 75 a.

vereint

G.

Statuette eines ‚Genius Augusti‘ eine Darstellung Konstantins des ‚Großen in Anlehnung an die eng verwandte Statuerte in Baltimore. Die Bemerkung des Bearbeiters zur fast identischen Statuette in Baltimore hat auch für die Pariser Staruerre

mit

Füllhorn, unterlebensgroß. Silber. E. Rink, die Bildnisdarstellungen. des rómischen Genius (1933) 35 Taf. 11,2. — H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung. der rómischen Kaiser (1968) 91

PHILIPPEVILLE, unterlebensgroß.

Taf.

Musée de Philippeville (1898) 62 ff. Taf. 9,5. — A. Schulten,

11,2.

— Calza 236 Nr.

148 Taf.

A.

82, 291.

AA

Oberfläche korrodiert, Basis nicht erhalten.

123

Delamare, 1899,

76.

Lycée.

Archéologie - F.

von

- Büste (1855) Lorentz,

mit

Paludamentum,

Taf. 48,7. RM

50,

- S. 1935,

Gsell, 347

Constantinus I.

Constantinus I.

Sehr beschädigt, nur von der rechten Gesichtshälfte sind gróftere Teile erhalten. Zu einem Konstantinporträt umgearbeiteter Kaiserkopf.

Anm. 2. - H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 26 Nr. ΑἹ

Taf. 4a. — H. B. Wiggers, Herrscherbild III 1 (1971) 76. Oberfläche verrieben. Roh gearbeitet. Diese Büste stellt Caracalla dar. Sie wurde als Bildnis Konstantins 1. wiederverwendet, aber man veränderte in der

ROM, Konstantinsbogen, Nordseite links. — Medaillon mit Eberjagd, Reliefkopf, unterlebensgroß. Bernoulli II 3, 222 f. - A. Monaci, BullCom 28, 1900, 115 f. — J. Sieveking, RM 22, 1907, 345 ff. — R. Canciani, The Ruins and Excavations of Ancient Rome 194. — Chr. Hülsen, I relievi tondi dell'arco di Costantino (1931). - M. Bieber, RM 26, 1911, 214 ff. — S. Platner-T. Ashby, A Topographical Dictionary of Ancient Rome (1929) 37. — A. Nibby, Beschreibung der Stadt Rom III 1, 316. — Delbrueck,

Inschrift nur den Namen. Die Gesichtszüge wurden unverändert gelassen. PRINCETON, Bronze.

Museum

Inv. 55-3257.—

Sitzstatuette,

Aus der Sammlung J. Gréau, später Sammlung E. Kieslinger, Wien. Collection J. Gréau. Catalogue des bronzes antiques et des objets d'art du moyen áge et de la renaissance. Paris, Hótel Drouot, June 1-9, 1885, 64 Nr. 319. - F. Schottmüller, Bronzestatuetten und Geräte, Bibliothek der Kunst- und Antiquitátensammler XII 39 Abb. 23. — F. O. Waagé, AJA 39, 1935, 81 Abb.2. - E. Schaffran, RACrist 32, 1956, 243 ff. Abb. 1. 2. - A. Alföld, Abb. 1. 2. - M. €. Ross, DOP

Kaiserporträts 112 Taf. 27 A.

Boston.

Ausstellungskatalog

DOP 13, 1959, 171 ff. 13, 1959, 180. - F. W.

1976/77

Nr. 135

Gerkan a. O. 168

Taf. 41 a. 43. — S. Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale (1950) 38 Abb. 40. 42. — H. Kähler, JdI 67, 1952, 15 ff. Abb. 1. 12. — A. W. Byvanck, BaBesch 33, 1958, 27 Abb. 34. - D. Faccenna in: EAA II (1959) 1140. — H. P. L'Orange, OpRom 4, 1962, 101 ff. = Likeness and Icon (1973) 24 f. Abb. 3. — J. Balty, AntC135, 1966, 546 Taf. 6 Abb. 2. - H. P. L’Orange, Romerske Keisere (1967) 124 f. - von Sydow 23 f. - Calza 215 Nr. 128 Taf. 71, 247. — B. Andreae, Römische Kunst (1973) Abb. 458. - G.

Deichmann, ByzZ 53, 1960, 273 ff. — Calza 243 Nr. 155 Taf. 85, 299. — Romans and Barbarians. Museum of Fine

Arts,

— L’Orange; Studien 47 ff. 127

Nr. 69 Abb. 120-122. - L'Orange-von

mit

Becatti, L'arte dell'età classica (1978) Abb. S. 411. — Berg-

Abb. — Age of Spirituality 20 Nr. 13 mit Abb. mann 143 f. 150. — Hier S. 43 ff. Taf. 32 a. b. Diese Sitzstatuette wurde von F. Schottmüller Konstantin Nase, Teile der Stirn, der Brauen und des Haares fehlen, dem Großen zugewiesen, was von A. Alfóldi, M. C. Ross Oberfläche stark verwittert. und F. W. Deichmann bestätigt wird. F. ©. Waage und R. Zu einem Konstantinporträt umgearbeiteter Kaiserkopf. Calza möchten sich jedoch auf keinen bestimmten Herrschernamen festlegen. E. Schaffran will die Statuette viel später, in die Zeit der Langobardenkönige zwischen 583 und ROM, Konstantinsbogen, Südseite links. — Obsidio Veronae, 626, datieren und schlägt Benennungen wie Authari, Agilulf . Reliefkopf, unterlebensgroß. oder Adalwald vor. Die Statuette scheint dem Bearbeiter so L'Orange, Studien 48 ff. 127 ff. Nr. 69. Erster Typus Nr. 6. roh und flüchtig gearbeitet, daß sie eine Identifizierung des (mit Lit.) Abb. 127. — Ders., AA 1936, 595 ff. Abb. 5. dargestellten Kaisers, etwa mit Konstantin, nicht erlaubt. — L'Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen 60 ff. Taf. 4 a; Wenn man einen móglichen Reflex von dem Kolossalbild des 19 a. - H.

thronenden Konstantin auf dem Kapitol in der Statuette spüren würde, wäre dazu einzuwenden, daß das Kolossalbild

Kähler,

S. 54 f. Taf. 37 a.

JdI

67,

1952,

15 ff.

Abb.

15.

— Hier

Der vordere Teil des Kopfes ist abgeschlagen. Die mittlere Partie des Gesichtes ist soweit erhalten, daß die Kontur des Profils erkennbar ist.

einem wesentlich anderen statuarischen Typus angehórt. ROM, Konstantinsbogen, Nordseite linkes Medaillon über dem rechten Seitenportal. - Medaillon mit Löwenjagd, Reliefkopf, unterlebensgroß. L’Orange, Studien 47 ff. 127 Nr. 69, Erster Typus Nr. 2 Abb. 123/24. -— L'Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen Taf. 42 a; 44 a. b. — B. Andreae, Römische Kunst (1973) Abb. 459. — Bergmann 143f. 150. - Hier 5.43. 45 Taf. 33 a. b. Stark beschädigt. Es fehlen das Kinn, Teile des Mundes, die Nase mit ihrer Umgebung und das ganze Obergesicht mit angrenzenden Partien der Augen und des Scheitels. Zu einem Konstantinporträt umgearbeiteter Kaiserkopf.

Sicheres Bildnis Konstantins

des Großen.

ROM, Konstantinsbogen, Hauptdurchgang, Ostwand. — Reliefkopf vom östlichen Schlachtenrelief, überlebensgroß. Bernoulli II 3, 222 f. - S. Platner-T. Ashby, A Topographical Dictionary of Ancient Rome (1929) 36. — L’Orange, Studien 48 ff. 127 f. Nr. 69 Erster Typus Nr. 4 Abb. 126. - L'Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen 187 ff. Taf. 49 b;

50c.

d.

- H.

Kähler,

JdI

67,

1952,

15 ff.

Abb.

13.

14. — Calza 216 Nr. 129 Taf. 71, 248/49. — Inst. Neg. Rom 1932, 50/51.

— Hier S. 54 Taf. 34 a. b.

Stark verwittert; Kinn, Nase, Teile des Mundes,

der Brauen

und des linken Ohres fehlen.

ROM, Konstantinsbogen, Südseite rechts. — Medaillon mit Dianaopfer, Reliefkopf, unterlebensgroß. L’Orange, Studien 47 ff. 127 Nr. 69, Erster Typus Nr. 3 Abb. 125. — L'Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen Taf. 40 b; 44 c. d. - B. Andreae, Rómische Kunst (1973) Abb. 456. — Bergmann 143 f. 150. — Hier S. 43 ff. Taf. 36 a.

Sicheres Bildnis Konstantins des Großen (spátantike Umarbeitung). ROM,

Konstantinsbogen,

Hauptdurchgang,

Westwand.



Reliefkopf vom westlichen Schlachtenrelief, üiberlebensgroß. Bernoulli II 3, 222 f. — A. J. B. Wace,

124

BSR 4, 1907, 271.

Abb. 293. - V.

- S. Platner-T. Ashby, A Topographical Dictionary of Ancient Rome (1929) 36. — L’Orange, Studien 48 ff.. 127 ff. Nr. 69. Erster Typus Nr. 5 Abb. 128. - L'Orange-von Gerkan, Konstantinsbogen 187 ff. Taf.-49 a; 50a. b. — H. Kähler, JdI 67, 1952, 15. — Hier S. 54 Taf. 36 b. Der Kopf ist stark verwittert, nur die linke Kopfhälfte ist einigermaßen erhalten. Sicheres Bildnis Konstantins des Großen (spätantike Umarbeitung).

Abb.

- E. Harrison, ΟΡ

180 Taf. 20.

— A.

Römische

A. Hanfmann,

Bildwerke

(1964)

19

Rómische Kunst (1964)

21, 1967, 81. 92 ff. Abb.

3. 4.

- H. P.

L'Orange, Romerske Keisere (1967) 138 f. — J. D. Breckenridge, Likeness. A Conceptual History of Ancient Portraiture

(1968)

ROM, Museo del Palazzo dei Conservatori (ehemals Antiqua-

10, 1882,

Poulsen,

— G. M.

101 Nr. 96 Abb. S. 186. - L'Orange, Art Forms Abb. 64. - R. Bianchi Bandinelli in: EAA VI (1965) 990 Abb. 1087. - G. Kaschnitz von Weinberg, Mittelmeerische Kunst (1965) 465 Taf. 135,2. — H. von Heintze in: Helbig? II Nr. 1441.

rium Comunale). — Fragment einer Schale. Blaues Glas. Gefunden 1882 in der Kirche 5. Maria Liberatrice (Forum Romanum) beim Abbruch. L. Bruzza, BullCom

S. 84.

250

Abb.

133.

— von

Sydow

3.

22. 25 ff.

33.

B. Andreae, Hanfmann, - R. Brilli- Bergmann

143 f. - Fr.

Christentum

Gerke,

Spätantike

und

frühes

(1967/1980) Bildanhang Abb. 8. — Age of Spirituality Nr.

Kisa, Das

41.

67. — Calza 228 Nr. 142 Taf. 79, 277-279. — Rómische Kunst (1973) Abb. 631. — G. M. A. From Croesus to Constantine (1975) Abb. 207. ant, Roman Art (1974) 184 Abb. IV, 28.

11 mit

Abb.

- Cap

A 1421.

B 1578.

B 1582.

18 f.

C 555/6.

Glas im Altertum II (1908) 647. — A. Eisen, Glas II (1927)

— Alinari

407.

856/8. 860. 6727. 7377 a. 1931, 2931. 2956/7; 1957, 998; 1959, 1716/20. — Hier S. 70 ff. Taf. 50-54.

— H. Graeven, RM

Antiquarium

(1929)

70

28, 1913, 302. - A. M. Colini, Taf. 73,2.

— R.

Paribeni,

BdA

12,

1918,

52. — C. Nordenfalk, Die spáten Kanontafeln 204 f.

Abb.

24.

— H.

Fuhrmann,

RM

54,

1939,

161 ff. Abb.

2,

60;

II 3,

220 f. Taf. 52 à.

b. - E.

40542.

-. Inst.

Neg.

Rom

Nach der alten Deutung dieses Kopfes als Domitian hatte zunächst W. Helbig versucht, ihn als Augustus zu erklären.

Nachdem aber J. J. Bernoulli die Vermutung ausgesprochen hatte, es könne sich um

ein Porträt Konstantins des Großen

handeln, neigte er ebenfalls zu dieser Zuweisung, die seither gültig ist. Nur A. Rumpf weicht als einziger davon ab. Er will das Bildnis in die Zeit von 360-370 datieren und hält es für eine Darstellung eines früheren Kaisers, am ehesten Augustus in spátantiker Auffassung. Der Bearbeiter sieht in der Kolossalstatué das von Eusebius erwähnte Trophé Konstantins in Rom. Dem Koloss gehören zwei Rechtshände an: ein problematischer Sachverhalt, der nach dem Bearbeiter nur durch den Austausch einer älteren Rechtshand mit einer neuen erklärt werden kann: Die ursprüngliche Rechtshand hielt wahrscheinlich ein Zepter, die neue Rechtshand dagegen das von Eusebius beschriebene christliche Attribut.

ROM, Palazzo dei Conservatori, Cortile Inv. 1692. - Kolossalkopf. 1486 in der Westapsis der Konstantinsbasilika gefunden. II

- Anderson

Locken über der Stirn fehlen. Kopf mit Hals durch Gips verbunden. Über dem linken Ohr große Beschädigung. Linker Ohrrand abgebrochen. Halsstück an der linken hinteren Seite Jetzt gesondert eingesetzt.

1. 2.

4. 6 Taf. 36. — Ders., RM 55, 1940, 92. - H. Stern, Lecalendrier du 354 (1953) 155 Anm. 3. - M. Alföldi, Goldprägung 128. — J. Bracker, KólnJ]bVFrühgesch 8, 1965/66, 17 Taf. 8,5. — R. Calza in: EAA II (1959) 920. — Calza 243 Nr. 156 Taf. 85, 298. — Inst. Neg. Rom 7458. Von der Zentralfigur fehlt fast die ganze untere Gesichtshälfte. Daneben zwei weitere Kópfe erhalten. Nachdem L. Bruzza, gefolgt von A. Kisa, die Mittelfigur als Diokletian gedeutet hatte, weist H. Fuhrmann ausführlich nach, daß es sich nur um Konstantin I. handeln kann. Auch M. Alföldi und R. Calza sowie 1. Bracker treten für die jüngere Datierung ein.

Bernoulli

28847.

Braun,

Ruinen und Museen Roms (1854) 120. — Helbig? (1899) 372 Nr.

551.

- E.

Petersen,

MemPontAcc

Serie

2,

7,

1900,

157 ff. - A. Hekler, Bildniskunst der Griechen und Römer (1912) 307 a. - E. Strong, Scultura romana II (1923) 410 Abb. 252. — Stuart Jones, Pal. Cons. 5 f. Nr. 2 Taf. 1. - G.

Rodenwaldt,

Kunst der Antike^

(1928)

Taf. 689. — Del-

brueck, Kaiserporträts 121 ff. Taf. 37-39. — G. Castelfranco, CrdA 2, 1937, Taf. 12 Abb. 32. — L’Orange, Studien 63. 137 Nr. 86 Abb. 83. 163. — W. Technau, Kunst der Rómer (1948) 294 f. Abb. 243. 244. - L'Orange, Apotheosis 117 Abb. 86. - H. Koch, Römische Kunst? (1949) Abb. 56 a.

ROM, Museo Torlonia 619. - Kopf auf moderner Büste, überlebensgroß. Visconti Nr. 619 Taf. 161. — L’Orange, Studien 55. 132 Nr. 77 Abb. 150. - M. Alföldi, Goldprägung 128 f. Calza 245 . Abb. 297. - von Sydow 3. 23. 32-34. — Nr. 159. — W. Oberleitner, JbKSWien 69, 1973, Abb. 140. - Bergmann

144.

— Inst. Neg. Rom

1933,

1785; 1931, 982;

7231. - Hier S. 70 Taf. 49 c. d. Nase, Teil des Kinns und Teile beider Ohren, der rechten Stirnhälfte mit angrenzenden Locken sowie Teile des Mundes - H. Kähler, JdI 67, 1952, 1 ff. Abb. 16. 17. - K. Kraft, ergánzt. Stark gereinigt. ING 5/6, 1954/55, 177 Taf. 11,3. — C. Cecchelli, Il trionfo Der von Visconti als Valentinian bezeichnete Kopf wurde della croce (1954) 17-44. — A. Rumpf, Stilphasen der spätbereits vom Bearbeiter als Bildnis des Konstantin erkannt. Es antiken Kunst (1957) 18 Taf. 12, 55. - H. Kähler, Rom und wurde früher vom Bearbeiter mit den Jugendbildnissen des seine Welt (1958) 391 Taf. 264. — W. F. Volbach-M. HirKaisers zusammengestellt, später aber von ihm zu den spätemer, Frühchristliche Kunst (1958) Taf. 16. 17. - H. P. L'Orange, OpRom 4, 1961, 103 Anm. 2 = Likeness and Icon: : ren Konstantinbildnissen gruppiert (nach 324) M. Alföldi datiert das Porträt um 326 n. Chr. Der Benennung folgen W. (1973) 27 Anm. 8. -. B. Schweitzer, Zur Kunst der Antike II von Sydow, W. Oberleitner und M. Bergmann, während R. (1963) 294 Taf. 73,2. - H. P. L’Orange, Mot Middelalder Calza lieber eine Privatperson dargestellt sehen möchte. (1963) Abb. S. 28. 123. - M. Alföldi, Goldprägung 63 f.

125

Constantinus I.

Constantinus I.

ROM, Museo Vaticano, Galleria che porta alla Direzione, Inv. 739. — Kopf auf moderner Basis mit Inschrift: Constantinus M. I., lebensgroß. G. Kaschnitz-Weinberg, Die Antike 2, 1926, 53 Abb. 9. — Ders., Sculture del Magazzino del Museo Vaticano (1937) 300 Nr. 739 Taf. 114. — K. Günther, Deutsches Jb Numismatik 1, 1938, 38 Taf. 1 Abb. 18. -- L’Orange, Apotheosis 118 Abb.

91.

- S. Stucchi,

Il ritratto bronzeo

di Costantino

del Museo di Cividale, Studi Goriziani (1950) 40 Abb. 46. 48. - H. P. L’Orange, Romerske Keisere (1967) 145. Calza 246 Nr. 161. — Neg. Mus. Vat. Die Nase, die obere Hälfte des rechten Ohres, der Hinterkopf und der Hals ergänzt. Der Zuweisung dieses Kopfes an Konstantin den Großen

durch K. Günther folgte nur S. Stucchi. Sonst wird allgemein eine wesentlich spátere Entstehungszeit angenommen. Nach dem Bearbeiter handelt es sich wahrscheinlich um ein frühmittelalterliches Kaiserporträt.

dien zur statuarischen Darstellung. der römischen Kaiser (1968) 100 Nr. 67. — von Sydow 22. 27 ff. 45. — Calza 218 Nr. 131 Taf. 72, 252. 253; RM 86, 1979, 399 ff. Taf. 136,2; 137,1. — Bergmann 1959, 132/4; 1967, 1751/6.

73, 254. 255. - H. von Heintze, 130. 132,1; 133,1; 134,1; 135,1; 144. — Inst. Neg. Rom 7192/95; — Hier S. 58 ff. Taf. 40. 42.

Nase, rechte Hand, Stab. zwischen Baumstamm und linker Hand weggebrochen. Stark verwittert. Diese Statue gilt allgemein als Darstellung Konstanüns des .

Großen. Nur H. von Heintze kommt zu einer abweichenden Überlegung, in dem sie erwägt, ob vielleicht die Statue zu einer Gruppe gehört haben könnte, die den Konstantin in der Lateransbasilika als Mittelpunkt hatte, umrahmt von zweien seiner Sóhne. Dann stellte die hier besprochene Statue nach

H. von Heintze möglicherweise Konstantin II. dar. Zu des Bearbeiters Gruppierung der Statue s. oben S. 58 ff.

ROM, S. Giovanni in Laterano, Vorhalle. — Panzerstatue, überlebensgroß. Inschrift auf der Basis: CONSTANTINUS

ROM, Museo Vaticano, Museo Gregoriano Profano (ehem. Museo Profano Lateranense) Inv. 10484." — Torso einer Panzerstatue, lebensgroß. Porphyr.

Aus den Konstantinsthermen?

Nach Aldroandi vom Marsfeld.

Bernoulli II 3, 216 f. Taf. 50. — ©. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst I (1918) 151 f. 143. — G. Mancini, Bull-

in Frascati

erworben.

Nach

Winckelmann

A. Giuliano, Catalogo dei ritratti romani del Museo Profano Lateranense (1957) 87 Nr. 109 Taf. 63. — Delbrueck, Porphyrwerke 101 f. Taf. 44. — C. C. Vermeule, Berytus 13,

1959,

73 Nr. 325. - H.

von

Heintze

in: Helbig

I* 817

Nr. 1136. — Calza 208 Nr. 126 Taf. 68, 234. — Foto Musei Vaticani XXXIL 20. 47. — Inst. Neg. Rom 1929, 557. Der Kopf fehlt. Die rechte Hand und die Unterbeine sind weggebrochen. Die Rückseite ist wie eine gerade Fläche behandelt, auf ihr ist ein großes Rechteck vertieft ausgearbeitet. Die Arbeit ist nicht vollendet. Der Kopf war gesondert gearbeitet und eingelassen (Bohrloch für eine Stange). R. Delbrueck hielt eine Zuweisung dieses Torsos an Licinius

IL für móglich.

Spáter wird diese Benennung

vertreten. Wahrscheinlich handelt es sich Konstantins oder eines seiner Söhne.

um

nicht mehr eine

Statue

AUG.

Com

50,

Balustrade des Kapitolsplatzes.

lebensgroß. Aus

den

Konstantinsthermen?

Inschrift

auf

der

Basis:

CONSTANTINUS AUG. Bernoulli II 3, 217 f. Nr. 2. - G. Mancini, BullCom 50, 1922, 174 Nr.30. - Delbrueck, Kaiserporträts 113 ff. Taf. 30-32. - L'Orange, Studien 55 ff. 133f. Nr. 80 Abb. 155. — E. Platner, Beschreibung der Stadt Rom III 1, 100. - S. Stucchi, Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale (1950) 37. — C. Pietrangeli, Piazza del Campidoglio (1955) Nr. 7. — H. Kähler, JdI 67, 1952, 22 ff. — A. Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 13 Taf. 8, 38. — C. C. Vermeule, Berytus 13, 1959, 73 Nr. 323 Taf. 24 Abb. 74. — Nash, Rom II Abb. 1246. — M. Alföldi, Goldprägung 63 ff. Taf. 31 Abb. 295. — H. von Heintze in: Helbig II Nr. 1167. - Dies., Römische Kunst (1969) Abb. 135. - E. Harrison, DOP 1967, 81-97. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 129. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 124. -- H. G. Niemeyer, Stu-

— E. Strong, Scultura romana II

Studien

55 ff. 134 f. Nr.

81

Abb.

157.

158. — Delbrueck, Kaiserportráts 118 f. Taf. 33. 34. — B. Berenson, L'Arco di Costantino o della decadenza della forma (1952)

61 ff.

Abb.

79.

- H.

Kähler,

Jdl

67,

1952,

22 ff.

— G. Egger, JbKsWien 51, 1955, 13 Abb. 4. — D. Faccenna in: EAA II (1959) 878 Abb. 1141. — C. C. Vermeule, Berytus 13, 1959/60, 73 Nr. 322. - M. Alföldi, Goldprägung 63 ff. Taf. 30. 32 Abb. 294 a. b. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 100 Nr. 66. -- J. D.. Breckenridge, Likenes. A Conceptual History of Ancient Portraiture (1968) 245 Abb. 130. — von Sydow 23. 27 ff. — Calza 219 Nr. 132 Taf. 73, 256/57. - H. von

— Panzerstatue, über-

174 Nr. 29.

Taf. 1. — L’Orange,

Heintze,

Inst. Neg. ROM,

1922,

(1923) Taf. 80. — P. Toesca, Storia dell'arte italiana 243. . — A. Haseloff, Vorromanische Plastik in Italien (1930)

RM

Rom

86,

1979,

7277/8.

399 ff. Taf.

118-128.

136,1.



— Anderson 4010. — Alinari 5847.

— Hier S. 55. 58 ff. Taf. 43. 44.

In Marmor ergänzt ist die ganze Nase, der rechte Arm vom Ärmel ab, der linke Ellenbogen, die linke Hand mit dem Schwertgriff, das untere Ende des Sch wertes, der frei hängende Teil der Chlamys, ferner der Unterkörper von einer unregelmäßigen Schnittfläche in der Bauchgegend ab. In Gips angeflickt die rechte Braue, das rechte Ohr und die Kinnspit-

ze. Sicheres Bildnis Konstantins des Großen. Gruppierung der Statue s. oben S. 58 ff.

Zu des Bearbeiters

ROM, Cortile del Palazzo Mattei. — Kopf (auf nicht zugehóriger Statue), kolossal. L'Orange, Studien 55, 131 Nr. 75 Abb. 146. 147. — R. Delbrueck, AA 1933, 758 f. - H. P. L'Orange, OpRom 4, 1962, 102 Taf. 4,1. 2. = Likeness and Icon (1973) 25 Abb. 4. 5. — M. Alfóldi, Goldprägung Taf. 27. - von Sydow 22. 27. -- F. Carinci, Sculture di Palazzo Mattei, Studi Miscel-

126

lanei 20 (1971/72) 26 Nr. 5; 32 Taf. 35-37. 40. — Calza 227

- Nr. 140 Taf. 78, 273/74. — Inst. Neg. 186. — Gab. Fot. Naz. E 57093.

Rom

1960,

1096/7. — Gab.

Rom

1931,

184-

— Ganze Statue: Inst. Neg.

Fot.

Naz. E 57179. - Hier

S. 55 f. Taf. 39 a. b. j Ein größerer Teil des Kopfes, die ganze mittlere Stirnpartie und den angrenzenden Teil des Haares umfassend, sitzt mit Bruch auf und ist ursprünglich zugehörig (Fugen mit Gips gefüllt). Nase, Teil des rechten Brauenbogens sowie der ganze linke.Brauenbogen ergänzt. Allgemein anerkanntes Bildnis Konstantins des Großen. Nach. dem Bearbeiter schließt es sich dem Jugendbild des Kaisers an.

TRIPOLIS, tue.

F.

Stadtbibliothek.

Wieseler,

Gótt.

— Kameo

Nachr.

1884,

(sog. Ada-Kameo). 473 ff. - F.

Sar-

Hettner,

- Kopf auf antoninischer Panzersta-

1930/31 in Leptis Magna gefunden. W. Technau, AA 46, 1931, 698. — Delbrueck, Kaiserportráts 110 Anm.1. — H. Blanck, Wiederverwendung. alter Statuen

als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 48 A 21 Taf. 17. — Bergmann 156 Taf. 46,5 — Inst. Neg. Rom 1961. 1789.

Nase abgeschlagen, Oberfläche stark beschädigt. »Eine als: Konstantin umgearbeitere . Panzerstatue«, so bezeichnete W. Technau den Fund im ersten Grabungsbericht. Für R. Delbrueck handelt es sich keineswegs um Konstantin,

TRIER, donyz.

Museum.

sondern

um

ein Privatporträr

aus der 1. Hälfte

des 5. Jhs. H. Blanck zieht eine Deutung als Volusianus in Erwägung, M. Bergmann die Darstellung eines konstantinischen Prinzen. Der Bearbeiter bestimmt das Bildnis als spätantikes Privatporträt.

Die

Trierer Ada-Handschrift (1889) Taf. 1. 2. — Bernoulli II 3,

227 £.238 g. — Furtwängler,

AG III323 Abb. 167. - W. F.

Volbach in: Th. Bossert, Geschichte des Kunstgewerbes V (1932) 99 f. — G. Bruns, Staatskameen des 4. Jhs. n. Chr., 104. BWPr (1948) 29 ff. Abb. 26. — A. M. Cetto, Der Kleine Bund

30,

1949,

Nr.

39.

— A.

Alföldi,

TrZ

19,

1950,

41 ff.

Taf. 3 = Aus der Schatzkammer des: antiken Trier. Neue Forschungen und Ausgrabungen (1951) 41 ff. Taf. 3. — J. M. C.

Toynbee,

TrZ

20,

1951,

175 ff. Taf. 8,1.

— J. Lafaurie,

RevNum 17, 1955, 227 ff. - M. Alföldi, Goldprägung 127 ff. Abb. 303. — W. B. Kaiser, Der Trierer Ada-Kameo. Festgabe W. Jungandreas (1964) 24 ff. — A. N. Zadoks Jitta, BABesch

41, 1966, 98 f. Abb.

9. — von Sydow

58.

— Calza

240 Nr. 152 Taf. 83, 292. — Gallien in der Spätantike. Ausstéllungskatalog Mainz 1980 Nr. 7 und Titelbild. — Neg. Bibliothek Trier. — Hier Taf. 74 a. Stark überarbeitet. An den Rändern

teilweise beschnitten.

F. Wieseler und F. Hettner hatten den Kameo Konstantin I. und seiner Familie zugeschrieben. A. Furtwängler. jedoch datierte die Arbeit in das 1. Jh. und deutete sie als eine Darstellung der Familie des Claudius. G. Bruns und W. von Sydow bevorzugen eine Datierung in theodosianische Zeit. Sonst wird allgemein wieder auf die Zuweisung an die Familie Konstantins zurückgegriffen, wobei man mit Ausnahme J. M. C. Toynbees eine späte Umarbeitung einer claudischen Arbeit aünimmt. Dem Bearbeiter scheint die Zuweisung an die Familie Konstantins die richtige: Es handelt sich um eines der dynastischen Gruppenbilder, die so typisch konstantinisch sind. Auf eine nähere Identifizierung jeder einzelnen der fünf Figuren möchte er nicht eingehen. A. Alföldi benannte die Dargestellten Constans, Constantinus I., Constantinus II., Helena und Constantius IL, unter Zustimmung von J. Lafaurie, und datierte den Kameo nach dem Tode der Fausta. Sieht man in der Person ganz links eine Verschleierte und damit eine weibliche Angehórige der Familie Konstantins, so ließe sich auch an folgende Bildnisbestimmung denken: Helena, die wohl 318 durch den Titel Nobilis-

TUNIS,

Musee National du Bardo Inv.

C 77.

- Kopf, über-

lebensgroß. 1895 in Karthago gefunden. H.

P.

L’Orange,

OpRom

4,

1962,

101

Taf.

1,1;

2,1

=

Likeness and Icon (1973) 23 ff. Abb. 1. 2. - H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 123 Taf. 42,3. 4. — von Sydow 22. 26 f. — Calza 225 Nr. 138 Taf. 77, 269/70. - Bergmann 143 f.

156.

— Inst.

Neg.

Rom

1961,

624;

1963,

374—376.

- Hier S. 55 f. Taf. 39 c. d. Haaransatz über der Stirn, Stirn, Augen, Lippen und Kinn sowie die Ohrränder stark bestoßen. Nase fehlt ganz. Haar am Hinterkopf kaum ausgearbeitet. Nachdem der Bearbeiter den Kopf als Portrát Konstantins des Großen vorgestellt hatte, wurde diese Zuweisung allgemein anerkannt. Der Kopf schließt sich dem jugendlichen Typus des Kaisers an.

WIEN, Kunsthistorisches Museum Inv. VI 119. — Reiterstatuette. Bronze. Aus Altino (Altinum), nordöstlich von Padua. Bernoulli II 2, 166 Anm. 1. — M. Wegner, Herrscherbild II 4, (1939) 208. - R. Noll, OJh 43, 1956-1958, 113 ff. Abb. 45 a-c. — H. von Roques de Maumont, Antike Reiter-

standbilder (1958) 76 ff. Abb. 40. — M. 1959, 183.

C. Ross, DOP

— R. Noll, Kunsthistorisches Museum

Wien.

13, Ka-

talog der Antikensammlung I. Vom Altertum zum Mittelalter (1974) 16 Nr. 9 Abb. 1. — Age of Spirituality 19 Nr. 12 mit

Abb. Vollständig erhalten. J. J. Bernoulli

sah in dieser Statuette eine Nachbildung

der

Reiterstatue Marc Aurels, was von M. Wegner zurückgewiesen wurde. R. Noll erkannte in ihr eine Darstellung Konstantins des Großen,

der als letzter römischer Kaiser die

II.,

Strahlenkrone getragen hat. Der Bearbeiter neigt einer noch späteren, vielleicht schon frühmittelalterlichen Datierung zu.

der 317 geboren wurde, Fausta und Constantinus II. Da ein dritter Knabe fehlt, müßte zur Zeit der Herstellung dieses Kameo der dritte Knabe, Constans, noch nicht geboren sein. Da dieser 323 geboren wurde, ergäben sich die Jahre zwischen 318 und 323 als Zeitbestimmung. (M. Wegner)

WIEN, Kunsthistorisches Museum Inv. I, 856 z. Zt. A 11. — Kopf zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet, fast lebensgroß.

sima

Femina

geehrt

wurde,

Constantinus,

Constantius

127

Constantinus I.

Aus Ephesos (1896-1900 im Schutt nahe dem Nordflügel des

könne. D. Faccenna und R. Calza folgen der Identifizierung :

Theaters gefunden).

als jugendlicher Konstantin, während sie sonst allgemein abgelehnt wird. Die Museumsaufschrift lautet heute ebenfalls nur »Porträtkopf aus Ephesos«. Ähnlichkeiten bestehen mit frühen Bildnissen Konstantins, daneben aber auch entschiedene Unterschiede. Es kónnte sich am wahrscheinlichsten um einen der Sóhne Konstantins handeln.

R. von Schneider, Ausstellung von Fundstücken aus Ephesos im unteren Belvedere Wien (1916) Nr. 3. - Delbrueck, Kaiserportráts 110 f. Taf. 26 Abb. 29. — L'Orange, Studien 53. — Ders., SOsl 18, 1938, 118 Anm. 4. - D. Faccenna in: EAA II (1959) 875 Abb. 1139. -- Inan-Rosenbaum 145 Nr. 184 Taf. 108, 1. 2. — von Sydow 122 f. — Calza 187 Nr. 105; 213 Nr. 127 Taf. 70, 245/46. — Bergmann 152 Anm. 606. — Mus. Neg. 1. 9788; IL 6857. — Hier S. 87.

Unergänzt. Stark gereinigt. Leicht bestoßen, besonders am Rande der Ohrmuscheln. . R. Delbrueck hat diesen Kopf Konstantin dem Großen als Caesar zugewiesen, macht allerdings die Einschränkung, daß

es sich aüch um seinér

die Darstellung eines Altersgenossen aus

Umgebung

SOHNE

AQUILEIA, - Mosaik.

oder

der

des

Maximinus

Daia

handeln

YORK, Yorkshire Museum. — Kolossalkopf mit Lorbeerkranz. Einheimischer Stein. Aus York (Eboracum). Ant] 24, 1944, 1 ff. Taf. 1. - J. M. C. Toynbee, Art in Roman Britain (1962) 125 Nr. 6 Abb. 12.

J. M. C. Toynbee bezeichnet den Kopf als frühes Bildnis Konstantins (vielleicht 306). Der Bearbeiter findet den Kopf schwer datierbar und jedenfalls nicht konstantinisch.

KONSTANTINS UND DEM KAISERHAUSE ANGEGLICHENE PRIVATPORTRATS

Fußboden

der Aula

im Süden

der Basilika.

hat jedoch niemand ausgesprochen. Der Bearbeiter folgt in der Datierung des Kopfes F. Poulsen und G. Brusin.

Zur. allgemeinen Literatur und zur Ablehnung von Bildnisbestimmungen s. o. unter Constantinus. Ferner insbesondere zu den Sóhnen Konstantins: H. Kähler, Die spätantiken Bauten unter dem Dom von Aquileia und ihre Stellung innerhalb der Geschichte des frühchristlichen Kirchenbaus (1957) Taf. 38. 39. — Ders., Die Stiftermosaiken ın der konstantinischen Südkirche von Aquileia (1962) Abb. 3-6. — Calza278 Nr. 190 Taf. 98, 350; 316 Nr. 224; 332 Nr. 237 Taf. 115, 421. - L. Eckhart, 2. Beih. OJh 49, 1971,

89.

AQUILEIA, Museo Archeologico Inv. 65. — Kopf mit Efeukranz und Veilchen. F. Poulsen, Porträtstudien in Norditalienischen Provinzmuseen (1928) 10 Nr. 5 Abb. 10-12. — G. Brusin, Aquileia, Guida storica e artistica (1929) 104 Nr. 32. — S. Stucchi in: Festschrift G. Brusin (1953) 197 ff. Abb. 1/2. - V. S. M. Scrinari, Museo Archeologico di Aquileia. Catalogo delle sculture romane (1972) 71 Nr. 212 Abb. 212 a. b. - Mus. Neg. 3813. — Gab. Fot. Naz. E 62934. Nase, ein Teil des rechten Ohres und ein Stück des Kranzes abgebrochen. Lippen bestoßen. Die linke Seite des Gesichts und die Stirn von Rauch geschwärzt. Dieser Kopf wurde von F. Poulsen, gefolgt von G. Brusin, in hadrianisch-trajanische Zeit datiert. S. Stucchi hält ihn dagegen für konstantinisch, und zwar aufgrund eines Vergleiches mit einem von ihm Crispus benannten Kopf, der sich heute in

AQUILEIA, Museo Archeologico Inv. 161336. Einsetzen gearbeitet, überlebensgroß.

— Kopf zum

1980 in Aquileia gefunden. P. Lopreato, Antichità Abb. 1. 3. 5. 6.

Altoadriatiche

22,

1982,

359 ff.

Der vordere Teil der Nase und ein Teil des linken Ohres abgeschlagen. Kleinere Beschádigungen an der linken Wange .und der Unterlippe. P. Lopreato benennt den Kopf Constantius Gallus aufgrund eines Vergleichs mit dem Kopf in Rom, Museo Nazionale delle Terme Inv. 247, den allerdings nur S. Stucchi und. R. Calza als Constantius Gallus bezeichnen, den der Bearbeiter jedoch erst in theodosianisch-honorianische Zeit setzen móchte. ARLES, Museum.

— Büste, lebensgroß.

1847 im Theater von Arles gefunden.

Bernoulli II 1, 124 Abb. 18. — Espérandieu, Recueil III 372 Nr. 2538 (mit Abb.). — J. Maurice, RA 1919, 51 ff. Taf. 6. — Ch. Picard, La sculpture antique II (1926) 473. — Fr. Poulsen, Sculptures antiques de musées de province Espagnols (1933) 72 Abb.

121.

-- G.

Abb. 85. — S. Stucchi, Calza, BdA

Bovini,

MonAnt

39, 1943, 285 ff.

ArchCl 2, 1950, 208 Anm. 2. - R.

35, 1950, 203 Abb.

8.

— H. Jucker in: Festschrift

K. Schefold (1967) 130. — von Sydow 149. — L. Eckhart, 2.

Ontario befindet. Auch V. S. M. Scrinari datiert das Bildnis in

Beih.

die ersten Jahrzehnte des 4. Jhs. Eine eindeutige Benennung

353/54. — Inst. Neg. Rom 1939, 70. — Foto Marburg.

128

ÖJh

49,

1971,

88.

-- Calza

283

Nr.

195

Taf. 99,

Ein Teil der Nase fehlt. Leichte Absplitterungen am Kinn, an ' den Lippen und den unteren Augenlidern. Der Kopf, der ursprünglich Marcellus benannt: war, hat eine sehr unterschiedliche Beurteilung erfahren. J. Maurice und Ch. Picard vertraten die Zuweisung des Bildnisses an Konstantin II., der in Arles geboren wurde. F. Poulsen stimmte dem nicht zu. Er hielt das Porträt für das eines Mädchens aus hadrianisch-trajanischer Zeit. G. Bovini datiert den Kopf in die Jahre um 260 und hält ihn ebenfalls für weiblich. Auch S. Stucchi sowie W. von Sydow glauben nicht an eine Entstehung im 4. Jh. Die Zuschreibung an Konstantin IL war. inzwischen von R. Calza erneut vertreten worden, und auch H. Jucker vergleicht das Stück mit Bildnissen des Konstantinsohnes. Nach dern Bearbeiter ist der Kopf vorkonstantinisch, aus dem 2. oder frühen3. Jh.

Rom

1954, 778/9.

159.

— H. von Schönebeck,

RM

51,

1936,

Anm.

2.

S.

von Schönebeck,

Stucchi,

ArchCl

127 Anm.

2,

RM 1950,

51, 207.

1. — von Sydow 23.

Nase abgebrochen, Kinn, Mund und Augen bestoflen. Hinterkopf und Oberseite nur grob angelegt, Spuren de; Zahneisens. Nur die Gegend um die Nase und der vordere Teil des Kranzes und des Haares ausgearbeitet. Die Benennung Crispus wurde von H. von Schónebeck vorgeschlagen und von M. Alfóldi ebenfalls vertreten. Daß das Bildnis unvollendet blieb, wird durch den frühen, gewaltsamen Tod des Crispus erklärt. S. Stucchi erkennt in dem Kopf eine Darstellung Konstantins II. R. Delbrueck und W. von Sydow nehmen an, daß hier ein frühes Kaiserporträt spáter überarbeitet wurde und vor der Vollendung liegenblieb. G. H. Zuchold greift die Benennung Crispus wieder auf, glaubt aber, daß.der Kopf nach dem Tod des Crispus in einen Konstantin II. umgewandelt werden sollte, was aus unbekannten Gründen nicht voll zur Ausführung kam. Der Bearbeiter nimmt an, daß es sich hier wie beim vorhergehenden Kaiserkopf (Berlin, Inv. 6730) uin eine konstantinische Umarbeitung handelt.

BERLIN, Bodemuseum Inv. 30931. — Gemme. Amethyst. 1924 aus dem Kunsthandel erworben (so Delbrueck, obwohl die Gemme schon viel früher z. B. bei Bernoulli als Berliner Besitz erwáhnt ist). Bernoulli II 3, 237 d. -- E. H. Tólken, Erklärendes Verzeichnis der antiken vertieft geschnittenen Steine der kóniglich Preußischen Gemmensammlung V 2 (1835) 212. — F. Wieseler, AbhGöttingen 30, 1883, 48. — G. Bruns, JdI 47, 1932, 136 f. Abb. 4. — Delbrueck, Kaiserporträts 153 Taf. 74,3. — A. Sarnbon, Apercu général de l'évolution de la sculpture depuis l'aritiquité (1931) Taf. 29. — P. Ducati, L'arte in Roma

BERLIN, Skulpturengalerie Inv. 6730. — Kopf mit Eichenkranz, überlebensgroß. O. Wulff, BerlMus 35, 1913/14, 235 f. Abb. 127. — Ders., Altchristliche Kunst (1918) 156 Abb. 149. — Delbrueck, Kaiserporträts 161 f. Abb. 57. — L'Orange, Studien, 57. 137 83 Abb.

-

324f.

35 f. 45. — Calza 277 Nr. 189 Taf. 97, 347. - G. H. Zuchold, FuB 18, 1977, 81 ff. Taf. 19. 20. - Inst. Neg. Rom 1968, 4199. — Hier S. 67 Taf. 45 b.

Ein großer Teil der Nase abgeschlagen. Augenbrauen, Lippen, Kinn, Ohren und Wangen beschädigt, Haare teilweise zerstórt. Reste eines Lorbeerkranzes zu erkennen. R. Calza datiert den Kopf in die erste Hälfte des 4. Jhs. und nimmt an, daß er östlicher Herkunft sei. Der Lorbeerkranz läßt ein Prinzenbildnis vermuten. Als Benennung schlägt R. Calza Constans vor. Der Bearbeiter sieht den Kopf als vorkonstantinisch an.

Nr.

56. - H.

1936,

- M. Alfóldi, Goldprágung

BASEL, Privatsammlung (Slg. Cabn). — Kopf. Calza, Iconografia 326 Nr. 232 Taf. 113, 413. 414. — Inst. Neg.

träts 161 ff. Abb. 55.

325

Anm. 2. — S. Stucchi, ArchCl 2, 1950, 208. — M. Alföldi, Goldprágung 127 Anm. 1. — von Sydow 23. 35 f. 45. .— Calza 293 Nr. 203 Taf. 102, 368. - Photo Marburg 24510. — Hier S. 66 f. Taf. 45 a. Nase ergänzt. Keine Innenzeichnung der Augen. Als Idealbild Konstantins des Großen bezeichnete O. Wulff den Kopf. Der klassizistische Charakter des Porträts, der schon vom Bearbeiter hervorgehoben wurde, ließ R. Delbrueck an eine nachkonstantinische Umarbeitung eines Augustusbildnisses denken. Auch W. von Sydow glaubt an die Wiederverwendung eines frühen Kaiserkopfes, meint aber, die Überarbeitung lasse sich keineswegs genau datieren. H. von Schönebeck, M. Alfóldi und R. Calza entscheiden sich für eine Zuweisung an Konstantin II. Die Ähnlichkeit mit der lateranischen und den beiden kapitolinischen Statuen spricht für die Identifizierung des Berliner Kopfes mit Konstantin. Es handelt sich nach dem Bearbeiter um eine konstantinische

(1938)

353

Taf. 245.

-- BerlMus

- M. Alfóldi, Goldprägung

NF

8,

1958,

19

Abb.

11.

129 Taf. 36 Abb. 300. — Calza

306 Nr. 213 Taf. 104, 378. Diese

Gemme,

die

sich

offenbar

schon

lànger

im

Berliner

Museumsbesitz befindet, als R. Delbrueck angibt (es muß sich. um das aus der Sammlung von Stosch stammende, schon bei J. J Bemoulli erwähnte Stück handeln) wurde von E. H. Tölken und schon früher von J. Winckelmann als Konstantin L bezeichnet. F. Wieseler hat als erster Constantius IL. in ihm erkannt, eine Zuweisung, der seither nicht widersprochen wurde und der sich auch der Bearbeiter anschließt.

BERLIN, Bodemuseum Inv. 1624. — 'Torso einer Chlamysstatue, unterlebensgroß. Porphyr. 1909 im Garten des deutschen Konsulats in Alexandrien gefunden.

Umarbeitung eines älteren Kopfes.

©.

BERLIN, Bodemuseum | Inv. 4694. — Bekränzter Kopf (unvollender), lebensgroß. Aus Konstantinopel (erworben 1907). A. Wulff, Altchristliche Bildwerke im Kaiser Friedrich Museum Berlin (1909) 23 Nr. 39 (mit Abb.). - L’Orange, Studien 57. 137 Nr. 84 Abb. 160. — Delbrueck, Kaiserpor-

Wulff,

Altchristliche

Bildwerke

im

Kaiser

Friedrich

Museum Berlin (1909) 307 ff. Nr. 1624 (mit Abb.). -- Ders., Altchristliche Kunst (1918) 104 ff. 110. Abb. 37 Taf. 1964, 258. — A. Grabar, (1967) Abb. 250. — Calza Mus. Neg. 6128e. — Hier

129

155. — Delbrueck, Porphyrwerke 47. - M. L. Lucci, ArchCl 16, Die Kunst im Zeitalter Justinians 296 Nr. 208 Taf. 103, 370a. S. 67 f. Taf. 46 c.

Söhne Konstantins und Privatporträts

Söhne Konstantins

und Privatporträts

Kopf fehlt. Am Halsansatz abgebrochen. Die Beine unterhalb der Knie ebenfalls abgebrochen. Die rechte Hand bestoßen. Die Rückseite ist nicht ausgearbeitet. Für diesen Statuentorso, den R. Delbrueck in Beziehung zu denen in Wien und Turin setzt, ist von den Sóhnen Konstantins fast jeder in Anspruch genommen worden. So nennt R. Delbrueck Konstantin II. oder. Constantius II., während R. Calza Crispus bevorzugt. A. Grabar schlägt eine Datierung in das 5. Jh. vor. Nach dem Bearbeiter gehört diese Statue zu einer Familiengruppe mit Bildnissen Konstantins .und seiner 3

Söhne (nach dem Tode des Crispus). CENTCELLES

bei Tarragona, Mausoleum.

— Mosaik.

43, 1950, 216 f. — H. Schlunk, AA 1954, 456 f. — Ders. in: Neue deutsche Ausgrabungen im Mittelmeergebiet und im vorderen Orient (1959) 344 ff. Taf. 7. —- EAA II (1959)

475 f. — Calza 331 Nr. 236 Taf. 115, 420.

Zerstörungen an der rechten Schläfe und der linken unteren Gesichtshälfte.

F. Camprubi

die Mosaiken

in das frühe 5. Jh.

datiert, sieht H. Schlunk, gefolgt von E. Weigand, in dem Bau, der die Mosaiken enthält, das um die Mitte des 4. Jhs. errichtete Mausoleum des Constans. Im mittleren Kopf der Gruppe der Jäger des Jagdfrieses erkennt er eine Darstellung des Constans selbst. R. Calza hält diese Zuweisung nicht für ausgeschlossen. Nach dem Bearbeiter ist jedoch der erwähnte mittlere Kopf, der Constans darstellen soll, nicht, wie zu erwarten wäre, von konstantinischem Typus; besonders fehlt der konstantinische Haarbogen (Archivoltenfrisur) über Stirn und Schläfen. CHALKIS (EUBOIA), Archáologisches Museum. — Relicfbüste im Blätterkelch. S. Stucchi in: Festschrift G. Brusin (1953) 197 ff. Abb. 3. 6.

9. — H. Weber, OlympiaberichtV (1956) 144 f. 176 Abb. 58. 59. - H. Jucker, Das Bildnis im Blätterkelch (1961) 92 f. St 39 Taf. 36. — C. C. Vermeule-D. von Bothrner, AJA 60, 1956, 343.

Die rückwärtige abgebrochen. Das fehlen. Oberfläche die linke teilweise

Reliefplatte oben und auf beiden Seiten linke Ohr und der grófite Teil der Nase vielfach beschädigt. Rechte Schulter ganz, weggebrochen.

Das aus einem Blätterkelch herauswachsende Bildnis gehört zu den zahlreichen Repliken des Herodes-Atticus-Schülers Polydeukes. S. Stucchi versucht als einziger eine andere Deutung, indem er eine Darstellung Konstantins II. in der Büste zu erkennen glaubt. Eine solche Deutung scheint dem Bearbeiter unmöglich. GEYRE

(Aphrodisias),

Museum

Inv. 72-203.

— Kopf

mit

Diadem, lebensgroß. 1972 ın Aphrodisias gefunden. K. T. Erimin: J. Inan-E. Alfóldi-Rosenbaum, Römische und frühbyzantinische Porträtplastik aus der Türkei. Neue Funde (1979)

134 f. Nr.

Das Porträt wurde aus einem jülisch-claudischen Kopf umgearbeitet und von Kerian T: Erim als jugendlicher Augustus des konstantinischen Hauses bestimmt. Nach dem Bearbeiter stammt der Kopf aus der früheren Kaiserzeit und mag während der Spätantike umgearbeitet sein. IZMIR, Basmane Museum

Inv.

173.

— Kolossalkopf. Velato

capite. Wahrscheinlich aus Aphrodisias.

F. Camprubi, RACrist 19, 1942, 87 ff. — E. Weigand, ByzZ

Während

chen. Hautpartien fein geglättet. Einzelne Ráspelspuren und ' Spuren des Zahneisens, die auf Umarbeitung des Kopfes zurückgehen. Dübelloch.

80 Taf. 72.

Kopf aus zwei Fragmenten zusammengefügt. Diagonal verlaufender Bruch über die rechte Gesichtsseite. Mehrere Bestoßungen. Kleines Stück vom unteren Teil der Nase abgebro-

K. T. Erim, AJA 71, 1967, 240. - G. M. A. Hanfmann, From Croesus to Constantine (1975) 93 Abb. 196. Rückseite unvollendet. Nase und Lippen abgebrochen. Eine Bruchlinie verlàuft durch die Mitte des Gesichts. Der überlebensgroße Kopf, von K. T. Erim ins 4. Jh. datiert, wird von G. M. A. Hanfmann genauer als Constantius II. bezeichnet, aufgrund eines Vergleichs mit dem bronzenen Kolossalkopf im Konservatorenpalast. Das den Kopf bedeckende Gewand bezeichnet den Dargestellten nicht als Opfernden, sondern als Divus als den vom Leben abgeschiedenen Kaiser. Der göttlich verklärte Kopf ist so stark idealisiert, besonders in dem reichen Fluß der Locken, daß eine nähere Identifikation wohl unmöglich ist. KARTHAGO, Musee Lavigerie, Magazin — Kopf, überlebensgroß. 1955/56 auf der Byrsa-Anhöhe gefunden.

Inv. 61.2.211.

H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 121 ff. Taf. 40,2; 41,3. 4. — von Sydow 66 Anm. 18. — Calza 292 Nr. 202

Taf. 102, 366/67. — Mus. Neg. Foto G. van Raepenbusch

8334/6. — Hier S. 87.

Die Nase fehlt. Beschädigungen am Kinn, an den Ohren und an der linken Augenbraue. H. Jucker veröffentlichte diesen Kopf als erster und hielt eine Deutung als Konstantin II., vor allem aufgrund eines Vergleiches mit dem sog. Romulus im Museum Torlonia für die wahrscheinlichste. R. Calza schließt sich dieser Meinung an, während W. von Sydow den Kopf etwas später datieren möchte. Nach dem Bearbeiter kann der Kopf einen der Söhne Konstantins darstellen; ein ‘konstantinisiertes’ Privatporträt wäre aber auch móglich. KÖLN, Römisch-Germanischess Museum N 157. — Büstchen. Lapislazulifarbenes Glas. Gefunden in Köln, angeblich Zeughausstraße. Sammlung Niessen. Katalog Sammlung Niessen (1911) 18 f. Nr. 157 Taf. 21. - F. Fremersdorf, Römisches Buntglas ın Köln (1958) 43 N 157 Taf. 73. - P. La Baume, Köln. Rörnische Kleinkunst. Rheinische Kunststätten (1962) Abb. 19. - Ders., Römisches Kunstgewerbe (1964) 233 Abb. 218. — J. Bracker, Köln JbVFrühGesch 8, 1965/66, 12 ff. Taf. 7. 9. — ©. Doppelfeld, Römisches und fränkisches Glas in Köln (1966) Abb. 41. - Römer am Rhein. Ausstellung des röm.-germanischen Museums Köln 1967, 271 Nr. D

89 Farbtafel 12.

Nr. 194 Taf. 98, 351/52. — P. La Baume, Welt (o. J.) H 8 Taf. 46,1.

130

— Calza 282

Glas der antiken

einmal auf (hadrianisch) Der Bearbeiter weist das Bildnis wegen der Frisur mit künstlich ondulierrem Lockenrand in spátkonstantinische Zeit.

F. Fremersdorf ließ das Büstchen unbenannt, doch danach setzt sich die Meinung durch, daß hier Constantius II. dargestellt sei. Nur R. Calza bevorzugt eine Deutung als Konstantin II. Der Bearbeiter findet das Büstchen schwer datierbar. Wegen des Materials ist wohl ein Prinzenbild.anzunehmen; besonders konstantinische Züge zeichnen es aber nicht aus.

Privatporträts KOPENHAGEN,

F. Johansen,

=

Constanuus

IL,

D

Boreas Rom

3,

1980,

58,2391.

Nasenspitze

Carlsberg

mit

Lorbeer-

83. — Cyrene

— E. R. Neg. und

Neg.D 238. - Inst.

Neg.

1, 61-63.

ein Teil des Nasenrückens

sowie Rand

und

Ohrläppchen des linken Ohres abgebrochen. Absplitterungen an der Stirn, dem rechten Auge und Augenbraue sowie der rechten Wange. Hals und Gesicht geglättet. Dieser Kopf ist durch einen Lorbeerkranz mit Stirnjuwel als Bildnis eines Kaisers ausgezeichnet. E. Rosenbaum sucht diesen unter den Nachfolgern Konstantins des Großen. Unter den Münzporträts der in Frage kommenden Herrscher findet sie jedoch keinen, der eine zur Benennung ausreicheride Ähnlichkeit aufweist. Die Frage, die V. Poulsen stellt, ob vielleicht Commodus dargestellt sein kónne, findet M. Weg-

=

aber nicht

beweisbar.

Der

Bearbeiter fragt

sich, ob nicht in diesem Bildnis alte Elemente des östlich-hellenistischen Herrscherporträts zur Sprache kommen und weist auf das vermutete Caesarion-Bildnis in Oslo hin.

1892.

Cat. Sculpt. 654. — Billedtavler 53. — A. Hekler,

O]Jh 21/22, 1922/24, 194.

Nr. 78 Abb. 151.

— Ders.,

97 ff. Abb. 1-4. — Anıik

(1960) 75 Nr. 98 Taf. 61. -- H. von Heintze, AJA 66, 1962, 113. — V. Poulsen, Gnomon 34, 1962, 403. - M. Wegner,

Ny Carlsberg Glyptotek 654 Inv. 766.

Erworben

258 £f. Taf. 88-92.

1916 auf der Agora gefunden.

— Kopf, etwa lebensgroß. Poulsen,

1974,

E. Rosenbaum, A Catalogue of Cyrenaican Portrait Sculpture

ner verstándlich

Aus Rom.

31,

KYRENE, Museum Inv. C 17011. — Kopf kranz und Stirnjuwel, überlebensgroß.

Constans. J. Bracker möchte entgegen dieser Anordnung Cirspus mit Konstantin II. vertauschen. Die Prinzenbildnisse - wenn es sich um solche handelt — sind so flüchtig individualisiert, daf sie kaum ikonographisch verwertet werden kónnen.

KOPENHAGEN,

21, 1969,

Nase abgeschlagen. Oberfläche an mehreren Stellen bestoßen, besonders am Kinn und an den Augenbrauen. Ohrränder beschädigt, besonders am rechten Ohr. Hinterkopf nicht ausgearbeitet. F. Johansen hat diesen Kopf vorgestellt und in nachkonstantinische Zeit datiert. Unter den Söhnen Konstantins bevorzugt er Constantius II. für eine Benennung. Im oben angeführten Ausstellungskatalog wird die Frage, welcher Konstanunssohn dargestellt sei, offengelassen. Die Datierung ins 4. Jh. scheint dem Bearbeiter fraglich. Die Lockenformen, besonders am Nacken, zeigen vielleicht Elemente der spätkonstantinischen Frisur. Sonst ist der Kopf vom konstantinischen Herrschertypus ganz verschieden.

Glasschale die vier Söhne Konstantins dargestellt sind, 1st man sich allgemein einig. Nur in der Zuweisung an den einen oder anderen gibt es unterschiedliche Auffassungen. R. Delbrueck benennt die Bildnisse wie folgt (vgl. seine Taf. 45): A = C

überlebens-

Kunst ı dansk privateje. Ausstellungskaulog. Ny

Darin, daß auf den vier Medaillonbildern in den Zwickeln der

IL,

erwas

Glyptotek (1974) 52 Nr. 322 mit Abb. — Hier S. 87..

Taf. 115, 422/23. - Age of Spirituality 420 Nr. 377 mit Abb. - P. La Baume, Glas der antiken Welt (o. J.) I 3 Taf. 46,4. — Rheinisches Bildarchiv Köln.

Konstanun

ArchCl

MeddelelsGlyptKob

- F. Fremersdorf, Die Denkmäler des Römischen Köln VIII (1967) 203 ff. Taf. 293. — Calza 276 Nr. 187; 333 Nr. 239

=

- Kopf,

Aus der Sammlung Gunnar Sadolin.

F. Fremersdorf, Die Denkmäler des Römischen Köln III (1903) Taf. 118-120. — J: Poppelreuter, Fund eines altchristlichen Glases in Köln. Zs. für christ Kunst 21, 1908, 67. — F. Fremersdorf, Römische Gläserin Köln. Museum und Öffentlichkeit (1928) 7. -- W. Neuß, Anfänge des Christentums im Rheinland (1933) Abb. 4. 8. — Ders., Zs. für christl. Kunst 29, 1916, 17 ff. - M. Rosenberg, Geschichte der Goldschmiedekunst. Zellenschmelz III. 14 Abb. 27. 28. — F. Fremersdorf, Wallraf-Richartz-Jahrbuch N. F. 1, 1930, 282 ff. - Germania Romana V (1930) Taf. 47,1. 3. - Delbrueck, Kaiserporträts 132 ff. Abb. 35. 36 Taf. 45. — F. Fremersdorf, Ältestes Christentum (1956) 7 Abb. 7 Taf. 2,3; 5, 1. 2. - O. Doppelfeld, Köln]bVFrühGesch 5, 1961, 13 Taf. 12. - C. R. Morey, The Gold-Glass-Collection of the Vatican Liberary (1959) Taf. 34 Nr. 421 a-ı. - F. Neuburg, Antikes Glas (1962) Abb. 90. — W. Neuß, Geschichte des Erzbistums Köln 1, 1964, Abb. 18. 20. - P. La Baume, Römisches Kunstgewerbe (1964) 233 ff. Abb. 219. - J. Bracker, Köln]JbVFrühGesch 8, 1965/66, 12 ff. Taf. 8.

B

Privatbesitz.

groß.

KÖLN, Römisch-Germanisches Museum (früher WallrafRichartz-Museum?), Inv. 991. — Goldglasschale mit 4 Bildnistnedaillons. 1907 in einem Steinsarg in Köln-Braunsfeld gefunden.

Crispus,

-- L’Orange, Studien 55 Nr.

di

Costantino del Museo di Cividale (1950) 19. -- von Sydow 156. — V..Poulsen, Les portraits romains II (1974) Nr. 207 Taf. 339. 340. — Hier S. 87 Taf. 60 c. d.

LENINGRAD, Ermitage Inv. 14644. — Silberschale mit Inschrift: D. N. CONSTANTI AUGUSTI VOTIS XX.

9. 132

152. - S. Stucchi, Il ritratto bronzeo

200

Die Nase fehlt. Zahlreiche Bestoßungen. Ursprünglich war dieser Kopf Otho genannt worden. A. Hekler erkannte jedoch, daß er in konstantinische Zeit gehören muß. Eine frühe Datierung greift nur W. von Sydow noch

Söhne Konstantins und

Aus Kertsch. L. Matzulewitsch, Byzantinische Antike (1929) 95 ff. Taf. 24. — Delbrueck, Kaiserportráts 144 ff. Taf. 55. — D. 'Faccenna in: EAA II (1959) 922. - Calza 3i1 Nr. 219 Taf. 107, 390. Durch

die

dargestellte

131

umlaufende

Profilbild

Inschrift

als

ist das

Constantius

im

II.

Schaleninnern

bestimmt.

Die

Söhne Konstantins und

Privatportrats

Vicennalia Constantius II. wurden 343 gefeiert; damit ist eine

eindeutige Datierung gegeben. Der Bearbeiter hebt die zwischen unserem Profilbild und dem der Silberschale der Ermitage Inv. 14744 bestehende. Ähnlichkeit hervor. LENINGRAD, Ermitage Inv. 14744. — Silberschale mit Inschrift: D. N. CONSTANTI AUGUSTI VOTIS XX.

Aus Kertsch. L. Matzulewitsch, Byzantinische Antike (1929) 95 ff. Taf. 25. — Delbrueck, Kaiserporträts 144 ff. Taf. 56. — D. Faccenna in: EAA II (1959) 922. — Calza 310 Nr. 218 Taf. 104, 377. — Age of Spirituality 22 f. Nr. 16 mit Abb. Wie bei der vorhergehenden Schale ist die Bestimmung durch

Der Kopf ist vom Reliefgrund in der oberen Hälfte gerade, in der unteren schräg abgebrochen. Das größtenteils abgesplitterte Hinterhaupt konnte wieder angefügt werden. Nase, Lippen und Kinn sind stark beschädigt. Bestoßungen in der rechten Schläfengegend. Die ganze recht? Kopf- und Gesichts-

hälfte ist versintert. L. Eckhart bestimmt den Kopf als einziges gesichertes Porträt Konstantins IL als Caesar. Er geht davon aus, daß das Bildnis von einem Staatsdenkmal stamimt, einem Relief, das Konstantin I. mit seinen Söhnen darstellte, wobei es sich um eine »Kopie

eines nach

den maßgeblichen

Richtlinien

der Staats-

raison angefertigten Tafelbildes« gehandelt haben muß. Das Diadem, das der Knabe trägt, spielt dabei eine wichtige Rolle. Als Datierung schlägt L. Eckhart die Mitte des Jahres 326 vor.

die Inschrift gesichert: Bildnis Constantius II. aus dem Jahre

Anlaß der Aufstellung des Denkmals wären dann die Vizenna-

343, als die Vicenrialien des Kaisers gefeiert wurden. Das Bildnis des Kaisers stimmt mit den Münzen gut überein. Der vom Bearbeiter hervorgehobene vergeistigte, geradezu asketische Zug fällt auf.

lien Kaiser Konstantins gewesen. Der Bearbeiter hält es durchaus für möglich, daß der Kopf von einem Staatsdenkmal mit der Darstellung Konstantins und seiner drei Söhne (nach dem Tod des Crispus) stamme: Das würde ein dynastisches Gruppenbild ergeben, im Stil so vieler anderer Gruppenbilder

LENINGRAD, mit Reiterbild.

Ermitage Inv. Byz. 99.1275. - Silberschale

der Zeit. Auch die Identifikation mit Constantius II. hält er für möglich, obwohl bei der schlechten Erhaltung des Kopfes eine allgemeine Bestimmung als Konstantinssohn vorzuziehen

Aus Kertsch.

wäre.

7. Strzygowsky, Der Silberschild aus Kertsch, Materialien zur Archäologie Rußlands VIII (1892) 7 ff. — N. V. Pokrowsky, Byzantinischer Schild aus Kertsch, Materialien zur Archäologie Rufllands VIII (1892) 25 ff. (russisch). — L. Matzulewitsch, Silberne Schale aus Kertsch, Denkmäler der Staatl. Ermitage II (russisch). — Ders., Byzantinische Antike (1929) 95 ff. Taf. 23. — F. Drexel, JdI 30, 1915, 206 f. Abb. 7. R. Zahn, BerlMus 38, 1917, 276 ff. - L. Bréhier, GazBA 1920, 1, 173 ff. 192. - N. M. Bélaev, Recueil Kondakov (1926) 201 ff. 221. — R. Delbrueck, Die Consulardiptychen

(1929) 70 f. Abb. 26. — Ders., Kaiserportráts 144 ff. Taf. 57 Abb. 45-47. - H. Fuhrmann, RM 54, 1939, 171. - D. Faccenna in: EAA II (1959) 922. — O. Perler, RACrist 43, 1967, 239 Abb.4. - A. Grabar, Die Kunst im Zeitalter Justinians (1967) Abb. 347. — Calza 312 Nr. 220 Taf. 107, 391. — A. Grabar, L'empereur dans l'art byzantin (1971) Taf. 17,2. — Age of Spirituality 60 Abb. 8. Der als Reiter dargestellte Kaiser auf dieser Schale wurde von J. Strzygowsky und N. V. Pokrowsky als Justinian gedeutet. L. Matzulewitsch sah als erster Constantius II. in ihm. R. Delbrueck bestätigte die Benennung in erster Linie wegen der Verwandtschaft mit den beiden vorangehend angeführten Schalen, die durch Inschriften gesichert sind. Die Zuweisung wurde seither anerkannt. Ein sehr feiner Charakterkopf des Kaisers ist hier gezeichnet, in dem die vom Bearbeiter hervorgehobenen Züge der Hoheit und Schlankheit des ganzen Kopfbaus, die lange schmale Nase und die spätkonstanti‚nische Frisur sehr stark markiert sind.

LONDON,

British

Museum

Inv. 1919.11—19.4.

— Kopf,

überlebensgroß. Während des 1. Weltkriegs etwa 6 km von Saloniki entfernt. gefunden. S. Casson, BSA 23, 1918/19, 39 Taf. 10,2. — W. H. Gross, Herrscherbild II 2, (1940) 102. 130 Nr. 55 Taf. 25 b. - H. Jucker, AJA 61, 1957, 251 Nr. 22. — Ders., MusHelv 16, 4, . 1959, 280 ff. Taf. 2. — Mus. Neg. Sehr schlecht erhalten. Keine Ergänzungen. Fast das ganze Gesicht und die Vorderseite des Halses bis zur Unkenntlichkeit verscheuert, auch der Hinterkopf nur schlecht erhalten. Ursprüngliche Oberfläche nur noch an wenigen Stellen. Dieser stark beschädigte Kopf wurde von S. Casson als fraglicher Trajan bezeichnet. W. Gross greift diese Benennung

wegen des schlechten Erhaltungszustandes nur mit Vorbehalten auf. H. Jucker erkannte, daß es sich um ein spätantikes Bildnis handelt und möchte am ehesten Constantius II. in ihm erkennen. Der Bearbeiter schließt sich der Auffassung Juckers

an.

NANTES,

Musée Debree.

— Bronzemedaillon.

Gefunden 1922 in der Loire. J. Lafaurie, RevNum 17, 1955, 227 ff. Taf. 9—11.

— Calza

295 Nr. 205 Taf. 83, 293.

Oberfläche stark korrodiert. LINZ, Oberósterreichisches Kopf, unterlebensgroß.

Landesmuseum

Inv. B 629.



1956 in Lauriacum — Lorch an der Enns gefunden. H. Jandaurek, Pro Austria Romana 6, 1956, 16. — L. Eckhart in: 2. Beih. ÖJh 49, 1971, 65 ff. Abb. 1-11. - Ders., Die

Skulpturen des Stadtgebietes von Lauriacum (1976) 71 Nr. 106 (mit weiterer Lit.) Taf. 43. — Mus. Neg. - Hier S. 87.

Konstantin I. und seine Familie wurden von J. Lafaurie in den Bildnissen des Medaillons erkannt. R. Calza folgt dieser Auffassung und identifiziert den mittleren Knaben im unteren Bildfeld, der in Frontalansicht wiedergegeben ist, mit Konstantin II. Von den beiden anderen Sóhnen Konstantins, die hier dargestellt sind, ist so wenig zu erkennen, daß sie ikonographisch wertlos sind. Der Bearbeiter sieht in den Bildnissen des Medaillons ein dynastisches Gruppenbild:

132

oben Konstantin und Helena, unten die drei Konstantinsöhne (nach dem Tode des Crispus).

sches Prinzenbild ist, lehnt aber eine nihere Identifizierung des Prinzen ab.

s. auch o. unter Konstantin I.

OSTIA, Museum det), lebensgroß.

NEW YORK, Metropolitan Museum Inv. 67.107 (ehem. Istanbul, Privatbesitz). - Kopf, fast lebensgroß. Aus Konstantinopel? (nach E. Alfóldi-Rosenbaum móglicherweise aus der Urngebung von Kastamonu).

VI-VIII,

22 Inv. 45. - Kopf (unvollen-

Gefunden. 1910 in Ostia nahe dem Theater.

L'Orange, Studien 75 ff. 141 Nr. 99 Abb. 189. — R. Calza in: EAA II (1959) 941 f. — Dies.—M. Floriani Squarciapino,

G. Bruns, JdI 47, 1932, 135 ff. Taf. 5. 6 Abb. 1-3. - Dies., JdI 49, 1934, 61 mit Abb. — Delbrueck, Kaiserporträts 154 f. Taf. 58. 59. — H. Jucker, MusHelv 16, 1959, 278. - M.

Müseo Ostiense, Itinerario 79 (1962) 59.

Alföldi, Goldprägung 132 Anm. 4. — W. Forsyth, MetrMus-

Der ganze hintere Teil des Kopfes war besonders angesetzt. Die glatte Schnittfläche hat in der Mitte ein tiefes, scharf und regelmäßig geschnittenes. Loch, das der Anstückung gedient hat. Teile des linken Ohrs und der Nase fehlen. Die Oberlippe ist besonders eingesetzt. Nur die Stirn und Schläfen umgebenden Locken sowie die über den Nacken fallenden sind ausgearbeitet. Sonst ist das Haar nicht ausgeführt. Spátere (frühmittelalterliche?) Bearbeitung?

Bull 25,

1967,

82.

- V.

K.

Ostoia,

MetrMusBull

26,

1968,

200 Abb. 10. - F. Johansen, ArchCl, 21, 1969, 260 f. Taf. 92. - von Sydow 40. 63. 81. 124 f. 127. — Calza 327 Nr. 233

Taf.

113,

415/16.

-- Romans

and

Barbarians.

Museum of Fine Arts Boston. Ausstellungskatalog 1976/77 Nr. 119 mit Abb. - J. Inan-E. Alföldi-Rosenbaum, Römische und frühbyzantinische Porträtplastik aus der Türkei.

Neue Funde (1979) 135 ff. Nr. 81 Taf. 73..- Age of Spiri-

— Dies., Iconografia

274 Nr. 185 Taf. 95, 335; 96, 341. — Rom Inst. Neg. 1930, 871; 1959, 481/8.

— Gab. For. Naz. F/5877/8.

— Hier S. 87.

Für R. Calza ist die Ähnlichkeit des Porträts in Ostia mit den

tuality 22 Nr. 15 mit Abb. - Mus. Neg. Nr. 187063.204207/ 9. — Hier S. 87 Taf. 58 a. b.

Münzbildern

Nasenspitze fehlt, ebenso der obere Teil des Diadems und der

Bearbeiter

äußere Rand des linken Ohres. Der Mund, besonders die Oberlippe, bestoßen. Rote Farbspuren im linken Mundwin-

Lockenrand längs der Schläfen aufmerksam, der zur spätkonstantinischen Haarform überleitet.

diese keinen Bart zeigen,

obwohl

des Crispus,

so zwingend, daß sie die Benennung für »fastsicher« hält. Der macht besonders

auf

den

ondulierten

künstlich

kel.

G. Bruns stellte diesen Kopf als erste vor und wies ıhn den Konstantinsóhnen zu. Unter diesen bevorzugte sie Constanuus IL, weil sie meinte, der Dargestellte sei ein Mann mittleren Alters. Die jugendlichen Züge des Porträts sind jedoch so evident, wie R. Delbrueck erkannte, daß er wie alle nach ihm lieber Constans in dem Bildnis erkennen -möchte. Nur W. von Sydow setzt den Kopf später an. Er deutet ihn als Arcadius oder Honorius. Der jugendliche Kaiser hat die spátkonstantinische Haarform mit künstlich ondulierten Locken längs der Stirn und den Schläfen und mit. langem Nackenhaar. Der Bearbeiter sieht deshalb in dem Kopf ein Bildnis eines der Konstantinsöhne. ONTARIO, Museum. — Kopf mit Lorbeerkranz. Aus der Sammlung L. Curtius. S. Stucchi,

ArchCl

2,

1950,

204 ff. Taf.

60,1.

PAESTUM, Museo nazionale. Aus Paestum.

M. Napoli, Paestum (1977, deutsche Augabe) 13. 52 Abb. 80. Beschädigung an der rechten Ohrmuschel. Sonst ganz erhal-

ten. Nach der Ansicht des Bearbeiters handelt es sich bei dem als Mitglied der Familie Konstantins des Großen (vielleicht Konstantin IL) bezeichneten Kopf vielmehr um ein Porträt der

frühen

.

2; 61,1.2.

-

Ders., Il ritratto bronzeo di Costantino del Museo di Cividale, Studi Goriziani XIII (1950) 28 Abb. 26. — M. Alfóldi, Goldprägung 126 Anm. 1. - C. C. Vermeule, ProcAmerPhilSoc 108, 1964, 115 Abb. 45. — von Sydow 148 f. - Calza 277 Nr. 188 ‚Taf. 96, 343/44. -— Rom 784-788. - Hier S. 87 Taf. 59 a. b.

Inst.

Neg.

- Kopf.

Kaiserzeit,

vielleicht eine Wiederholung wie die Behandlung

PARIS, Musee du 2229). - Kopf auf Aus der Sammlung Bernoulli II 3, 220.

Louvre, Salle des Saisons 1021 (früher fremder Büste, etwas überlebensgroß. Campana. -- Cat. Somm. 58 Nr. 1021. - A. Hek-

ler, Bildniskunst

Taf. 308

b.

Delbrueck,

der Augen

aus einer

späteren Epoche, könnte.

anzeigen

Kaiserporträts

23.

40. 155 ff. 176 Taf. 60 Abb. 50. 51. (fälschlich Nr. 1027).

- L’Orange, Studien 75. 141 Nr. 98 Abb. 188. — P. Ducati, L'arte in Roma (1938) 330 Taf. 218,2. - P. H. von Blanckenhagen, JdI 59/60, 1944/45, 60. 64 Abb. 18. - E. Coche de la Ferté, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre? (1951) 71 Abb. S. 70. - J.. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1963) 181. - M. Alföldi, Goldprágung 132 Anm. 4. — von Sydow 42. 63. 81.

1934,

Nase fehlt. Beschádigungen am Lorbeerkranz,an der Oberlippe, am rechten Ohr und am Kinn. Die Pupillen sind nicht angegeben.

S. Stucchi war es, der den Kopf mit Crispus identifizierte.

87 f.

Diese Benennung hat jedoch keine Zustimmung gefunden. M. Alföldi trat bereits für eine frühere Datierung ein, und W. von Sydow bestimmt das Porträt als frühtrajanisch. C. C. Vermeule sieht in ihm einen Vertreter des flavischen oder trajanischen Klassizismus der Zeit des Theodosius, und R. Calza ordnet es unter die Bildnisse Konstantins II. ein. Der Bearbeiter sieht die Möglichkeit ein, daß der Kopf ein konstantini-

127

(fälschlich

Nr. 1027).

- Calza

329

Nr. 234

Taf. 114, 417/18. — K. de Kersauson, Musée du Louvre. Les portraits romains, Petits guides de grands musées Nr. 64 (o. J.) 17 mit Abb. - Giraudon 19893. -- Arch. Nat. 5-1490-002-AF

1/BF 1.

Hals unterhalb des Kinns, Hinterkopf mit größtem Teil der Ohren, Nackenhaar und ein Stück der linken Wange ergänzt.

133

Söhne Konstantins und

Privatportráts

Söhne Konstantins und

Privatporträts

die frühere Datierung und die alte Zuschreibung tus II zurück. Der allgemeine Stilcharakter Bearbeiter über das 4. Jh. hinauszuweisen. Ein sches Bild des Constantius II. würde wohl die sche Frisur des Kaisers mit langem flatternden zeigen (vgl. die Kertscher Silberschalen).

Oberfläche überarbeitet. Nasenspitze ergänzt. Ursprünglich war ein Diadem.aus Metall aufgesetzt. Die Echtheit dieses im Catalogue sommaire als Konstantin der Große bezeichneten Kopfes wurde von J. J. Bernoulli angezweifelt. A. Hekler bildet ihn als Privatperson ab, was jedoch ausgeschlossen ist, da eindeutig ein Diadem ergänzt werden muß. Überwiegend wird er, R. Delbrueck folgend, in das 4. Jh. datiert und als Constans gedeutet. P. H. von Blancken-

hagen und W. von Sydow datieren ihn an den Anfang des 5. Jhs. Letzterer schlägt eine Zuschreibung an Honorius vor. Der Bearbeiter setzt diesen Kopf in das spätere 4. Jh., die theodosianische Renaissance.

PARIS, Musée du Louvre.

— Diptychon, Elfenbein.

1899 aus der Sammlung Barberini erworben. A. F. Gori Thesaurus Veterum Diptychorum II (1759) 163-168 Taf. 1. - G. Bloch in: Daremberg- Saglio II (1892) 275. - W. Meyer, AbhMünchen 1879 Nr. 58. - R. Garrucci, Storia dell'arte cristiana (1881) 6. 76. - J. Strzygowsky, Der Silberschild aus Kertsch, Materialien zur Archäologie Rußlands VIII (1892) Taf. 1. 4. — E. Aus'm Weerth, Fundgruben der Kunst und Ikonographie (1912) Taf. 29. — Bernoulli II 3, 238. — G. Stuhlfauth, Altchristliche Elfenbeinplastik (1896) 109 ff. - H. Graeven, GGA 1897, 55 ff. 352.

— Ders., JdI 15, 1900, 211 f. -

G. Schlum-

berger, MonPiot 7, 1900, 79 ff. - H. Graeven, ByzZ 1901, 235. — J. Strzygowsky, Hellenistische und koptische Kunst (1902) 23 ff. 68. — E. Molinier, Catalogue des ivoires du Musée National du Louvre (1896) Nr. 10. - L. von Sybel, Christliche Antike II 242 Abb. 75. - A. Venturi, Storia dell'arte italiana I (1901) Abb. 360. — ©. M. Dalton, Byzantne Art and Archaeology (1911) 199. — O. Wulff, Rep. f. Kunstwiss. (1912) 235. — Reinach, RR II 282. - M. Laurent, L'art chrétien primitif II (1912) Taf. 46,4. - C. Gradara, Roma et l'Oriente (1914) 238. — A. Héron de Villefosse, Mém.

des antiques de France 1915-1918, 267.

— E. B.

Smith, AJA 1917, 32ff. Abb. 4. -- J. Ebersolt, Les arts somptuaires de Byzance (1923) 34 Abb. 6. -- E. Strong, Scultura romana II (1923) 346 Abb. 209. — E. Capps, ArtB 1927, 63. -- R. Delbrueck, Die Consulardiptychen (1929) 188 ff. Abb. 2. 4. — E. Weigand, Krit. Ber. zur kunstwiss. Literatur 1930/31, 41.

-- DACL

IV 1, 1156 Abb.

3773.

- H.

Peirce-R. Tyler, L'art byzantin II (1932/34) 55 Abb.1. 2. — A. Grabar, L'empereur dans l'art byzantin (1936) 48 ff. Taf. 4 - C. Osieczkowska, Studi bizantini II (1940) 306. — A. Grabar, CArch 1948, 61 Abb. 2. - W. F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spátantike und des frühen Mittelalters (1952) 36 Nr. 48 Taf. 12. - H. Stern, Le calendrier de 354

(1953) 153. — O. Perler, RACrist 43, 1967, 236 ff. Abb. 3.

- A. Grabar, Abb.

319.

322.

Die —

Kunst Calza

im 314

Zeitalter Nr. 222

Justinians Taf.

108,

(1967)

394/95.



Neg. Giraudon 25656. 27559. 10332. Die Figur des reitenden Kaisers ist von A. F. Gori Constantius II. genannt worden. J. J. Bernoulh und H. Graeven folgten dieser Zuweisung. J. Strzygowsky vertrat die Ansicht, die Darstellung verkörpere Konstantin den Großen als Glaubensheld. Schon vorher jedoch schlug R. Garucci eine Zuweisung an Justinian vor, und die jüngere Datierung setzt sich

schließlich durch.

R.

Delbrueck

entscheidet sich für die

Benennung Anastasius. Nur R. Calza kommt als einzige auf

an Constanscheint dem zeitgenóssicharakteristiNackenhaar

PHILADELPHIA, University Museum (früher Berlin, Staatliche Museen, Sammlung Oppenheim). — Kopf, lebensgroß. 1924 in Aleppo erworben. V. Müller, 86. BWPr (1927) Taf. 1. — B. Schweitzer, Nederlands kunsthist. Jaarb. 5, 1954,

178 = Ausgewählte Schriften

II (1963) 269. -- H. Jucker, MusHelv 16, 4, 1959, 275 Taf. 1. - C. C. Vermeule, ProcAmPhilSoc 108, 1964, 111 Anm. 72. - H. Jucker in: Festschrift K . Schefold (1967) 126 Anm. 38. — von Sydow 119. - H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972) Taf. 61,1; 62,1. — Calza 301 Nr.

210 Taf. 105, 379.

— Hier S. 86 Taf. 57 b.

Nase und Kinn teilweise abgeschlagen. Es fehlt der hintere Teil des Kopfes. Reste des Diadems unter dem rechten Ohr. Oberfläche bestoßen. Dieser Kopf wurde zuerst von V. Müller veröffentlicht, der ihn in das frühe 2. Jh. datierte. Für B. Schweitzer gehört erspätestens in die ersten Jahrzehnte des 3. Jhs., während H. Jucker die spätantike Entstehung des Bildnisses erkannte. Zunächst deutete er es als Constantius II., worin ihm R. Calza folgte, spáter (Festschrift Schefold) neigt er zu einem Ansatz um 400. Auch W. von Sydow und H. Wrede stimmen der Datierung in die Spätantike zu. Nach dem Bearbeiter handelt‘ es sich vielleicht um ein konstantinisches Prinzenbild. PIAZZA ARMERINA, Antiguarıum. — Kopf. Aus der Basilika der Villa Casale. G. V. Gentili, La Villa Imperiale di Piazza Armerina, Itinerario 87 (1954) 17 f. Abb. 38." — N. Bonacasa, Ritratti greci e romani della Sicilia (1964) 51 f. Nr. 60 Taf. 28,1. 2. — Gab. Fot. Naz.

F. 10252-10255.

— Museo

Siracusa D 198—203.

Etwa die Hälfte der Nase ist abgeschlagen. Durch die linke Wange bis zum Hals zieht sich ein ἈΠῸ. G. V. Gentili hat diesen Kopf konstantinischer Zeit zugewiesen und ihn Constans genannt. N. Bonacasa dagegen datiert ihn in die Mitte des 1. Jhs. wie vor ihr schon B. Pace (ohne Zitat). Der Bearbeiter schließt sich den Letzteren an. ROM, Museo Capitolino, Galleria 35 Inv..494. Einsetzen gearbeitet, überlebensgroß. Aus der Sammlung Giustinianı.

— Kopf zum

Helbig I? 316 Nr. 83. - A. Riegl, Spätrömische Kunstindustrie (1901) 109 f. Abb. 34. -— ABr 319 f. - Bernoulli II 3, 239. — E. Strong, Roman Sculpture (1907) 385. — Stuart Jones

Mus.

Cap.

214

Nr.

83

Taf. 52.

- A.

Hekler,

Die

Bildniskunst der Griechen und Rómer (1912) Taf. 308 a. - ©. Wulff, Altchristliche Kunst (1918) 156 Abb. 150. — E. Strong, Art in Ancient Rome II (1929) Abb. 556. - G. von Kaschnitz-Weinberg, Sculture del Magazzino del Museo Vaticano (1937) 300. — L. Goldscheider, Roman Portraits (1945) Taf. 113. - A. Rumpf. Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 38 Taf. 34, 156. — H. von Heintze, Römische Porträtplasuk (1961) 17 Taf. 45. — H. P. L'Orange, Mot Middelal-

134

der (1963) Abb. S. 128. — DeErs., Romerske

Keisere (1967)

145. — H. von Heintze in: Helbig II* 96 Nr. 1242. - H. P. L'Orange, Att del secondo Convegno di Studi Umbri (1965) 137 ff. = Likeness and Icon (1973) 87 Abb. 10. — S. Sande, Acta Arch. Norv. 6, 1975, 105 Anm. 5; 106 Anm. 1. — Cap A 2327/9. B 2031. —- Anderson 1554. — Inst. Neg. Rom

1952, 12/15; 1959, 1832/3.

Ergänzt: untere Hälfte der Nase, Ränder beider Ohrmuscheln, vordere Stücke des Brustansatzes. Fleischteile stark überarbeitet, Haar gereinigt. Spuren von Bestoßungen im Gesicht. J. J. Bernoulli lehnte die alte Zuweisung an Magnus Decentius ab und datierte den Kopf später als Valentinian I., wie ihn W. Helbig genannt hatte. H. Stuart Jones nimmt trotz des kolossalen Formates kein Herrscherportrát an. A. Rumpf datiert um 520 und denkt an den Schwiegersohn T heoderichs Flavius Eütharicus Cillica. H. von Heintze kann sich zwischen Magnentius und Valens nicht entscheiden, und nur L. Goldscheider sieht in dem Kopf einen Sohn Konstantins. Dieses maskenhafte Kaiserbild zeigt nach dem Bearbeiter das σχῆμα βασιλικόν der konstantinischen Herrschertradition

beim Übergang zum Mittelalter. ROM, Museo del Palazzo dei Conservatori, Fasti Moderni I

5, z. Zt. Sala dei Magistrati Inv. 843.

- Κορέ, etwas über-

lebensgroß. Jones,

- H. von Heintze in: Helbig* II Nr. 1578. — Dies. in: PropKg II (1967) Abb. 329. H. P.-L’Orange, Romerske Keisere (1967) 141. — J. D. Breckenridge, Likeness. A Conceptual History of Ancient Portraiture (1968) 251 Abb. 134. - von

Sydow 23. 32 ff. 41. 63. 67. — Calza 231 Nr. 143 Taf. 80, 280/81. 283; 81, 287. -- ΝΥ. Oberleitner, JbKsWien 69, 1973,

1877 auf dem Esquilin gefunden. Stuart

Taf. 17. - A. Rumpf, RM 42, 1927, 248 Anm. l. - A. Haseloff, Vorromanische Plastik in Italien (1930) Taf. 3. — R. Paribeni, I ritratto (1932) Taf. 346. — L’Orange, Studien 64..138 Nr. 87 Abb. 84. 164. — Delbrueck, Kaiserporträts 139—142 Taf. 52-54. - H. P. L'Orange, SOsl 18, 1938, 121. -- Τὶ. Goldscheider, Roman Portraits (1945) Taf. 115. — L'Orange, Apotheosis 93 Abb. 68. 120 Abb.88. - H. Kähler, JdI 67, 1952, 23. - C. Cecchelli, Il trionfo della 1954/55, 5/6, JNG Kraft, 178. - K. croce (1954) Taf. 12,2. — A. Rumpf, Stilphasen der spärantiken Plastik (1957) 17 Taf. 12, 54. - W. F. Volbach- M. Hirmer, Frühchristliche Kunst (1958) Taf. 18. 19. — H. P. L’Orange, Mot Middelalder (1963) Abb. S. 122. - H. Kähler, Rom und seine Welt (1958) 391 f. Taf. 265. — D. Faccenna in EAA: II (1959) 921 f. Abb. 1181. — G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 138. - M. R. Alföldi, Goldprägung Taf. 37 Nr. 304. - C. Pietrangeli, Musei Capitolini, Guida breve? (1964) 106 Nr. 2. — V. Poulsen, Römische Bildwerke (1964) 85.. — G. M. A. Hanfmann, Römische Kunst (1965) 100 Nr. 95 Art Forms Abb. 65. — R. Bianchi Abb. S. 185. - L'Orange, Bandinelli in: EAA VI (1965) Farbtaf. gegenüber S. 736.

Pal

Cons.

70

Nr: 5 Taf.

Kaiserporträts 20 Taf. 61. — L'Orange, Abb. 148. 149. - C. C. Vermeul,

22.

- Delbrueck,

Studien 131 Nr. 76 DOP 15, 1961,

Abb. 32. - H. von Heintze in: Helbig II^ Nr. 1490. - Dies. in: PropKg II (1967) Abb. 325. - von Sydow 23. 32 ff. 67 f. -L. Eckhart in: 2. Beih. OJh 49, 1971, 88. -- Calza 217 Nr. 130; 278 Nr. 151. — Inst. Neg.

191 Taf. 72, 250. 251. - Cap C 150, C Rom 7919/20; 1930, 837/8; 1967, 508/10.

Abb. 137. - B. Andreae, Römische Kunst (1973) Abb. 153. — Bergmann 144 Taf. 46,2. — Cap. A682. A 1422. C 127. C223/6. - Alınarı 41301/2. - Inst. Neg. Rom 854/5.

6386;

1941,

2313/6;

1959,

— Hier

1721/3.

S. 85.

8

Taf. 53 c. 55. Beschädigungen an der rechten Seite, Löcher in der rechten Wange. Der obere Teil des Kopfes fehlt. Dieser Kopf wurde von H. Stuart Jones, gefolgt von K.

Lehmann

und K.

Hartleben

als Constans

bezeichnet. Da

- Hier S. 87 Taf. 61 a. b.

Constans’ aber bereits als junger Mann

Der größte Teil der Nase und des Halses ergänzt. Rechtes

gestellte dagegen ein reiferes Alter aufweist, schlug R. Del-

Auge, beide Ohren und Lippen beschädigt. Oberfläche des Gesichts geglättet. Dieser überlebensgroße Kopf wird allgemein einem der Söhne

brueck die Benennung Constantius II. vor. Diese Zuweisung erfuhr erst von H. Kähler Widerspruch, der in dem Kopf ein Bildnis Konstantins des Großen erkannte. Der Bearbeiter hält an Delbruecks Identifizierung mit Constantius II. fest.

Konstantins, nämlich Crispus oder auch Konstantin II., zuge-

schrieben. R. Calza möchte das Bildnis jedoch für Konstantin den Großen selbst in Anspruch nehmen mit der Begründung, dafs es durchaus nicht jünger erscheint, als andere Porträts Konstantins, die sich an die seines Triumphbogens anschließen lassen. Der Bearbeiter hebt neben der ‘Konstantinisierung’ des Bildnisses den etwas verschiedenen, mehr feinzügigen Charakter des Kopfes im Museo Conservatori hervor, der: bei den Sóhnen Konstantins bemerkbar ist, etwa bei Crispus oder Constantinus II.

ROM, Museo del Palazzo dei Conservatori, Sala dei Bronzi Inv. 1072. - Kolossalkopf. Bronze. Aus dem Lateran, Geschenk Sixtus? IV.

A.

Michaelis,

RM

6,

1891,

7 ff.

30.

50. — E.

Petersen,

MemPontAcc Ser. 2, 7, 1900, 175. — C. Gradota, Roma e l'Oriente, 4 VIII Nr. 44, 1914, 2. 40 ff. — E. Strong, Scultura

romana II (1932) 410 Taf. 81. — ABr 893/4. — Stuart Jones, Pal Cons. 173 Nr. 7 Taf. 60. - K. Kluge-K. LehmannHartleben, Die antiken Groflbronzen II (1927) 54 ff. III

ROM, Palazzo dei Conservatori, Cortile überlebensgroß. Früher ım Park der Villa Borghese. P. Mingazzini in: EA 2808.

verstarb,

Inv. 2882.

— H. Graeven, RM

der Dar-

- Kopf,

8, 1893, 242

Nr. 86. -- Delbrueck, Kaiserporträts 137 ff. Abb. 38 Taf. 50. 51. — L'Orange, Studien 75. 140 Nr. 95 Abb. 184. - G. von Kaschnitz-Weinberg. Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft 14, 1938, 99. — E. Coche de la Ferté, Le Camée Rothschild (1957) 23 Abb. 14. - A. Rumpf, Sulphasen der spátantiken Kunst (1957) 17 Taf. 12, 53. - G. Bruns, Gnomon 31, 1959, 365. — M. Alfóldi, Goldpragung 132 Abb. 308. — A. ΝΥ. Byvanck, BABesch 39, 1964, 26. -H. von Heintze in: Helbig II^ 249 Nr. 1439. - Dies. Römische Kunst. (1969) Abb. 190. — H. Jucker in: Fest. schrift K. Schefold (1967) 129. - H. P. L'Orange, Mot Middelalder (1963) Abb. S. 124. — Ders., Romerske Keisere

(1967) 142 f. — von Sydow 42. 74. 79. 82. 89. 91. 94. 96. 97

135

Sobne Konstantins und Privatportráts

Söhne Konstantins und

Taf. 3,1. - L. Eckhart,

OJh 49,

1968/71

Beih.

II (1971)

Privat porträts

Guidotti. Nach der Reinigung: Geringfügige Verletzungen im Gesicht, an den Ohren und am Büstenrand.

J. J. Bernoulli äußerte als erster die Vermutung, diese Porphyrbüste, die vorher als Philippus junior gedeutet wor-

88. — Calza 288 Nr. 199 Taf. 100, 361/62. — Cap. B 2133. C 604. — Inst. Neg. Rom 1938, 1386/7; 1952, 5/6. — Foto

den

gab, während der Bearbeiter sowie G. von Kaschnitz-Weindas Porträt dem Heintze und R. II. zurück. W. der Bearbeiter,

nämlich den Kopf an das Bildnis Valentinians II. anzuschlie-

ßen. Chiaramonti 136 Inv.

dem

4. Jh.

stammen.

‚R. Delbrueck

Sydow sprechen sich ganz entschieden für eine barocke Entstehungszeit aus, während sonst an der Benennung Konstan-

tin II. festgehalten wird. Auch der Bearbeiter bezweifelt den antiken Ursprung der Büste.

berg eine Datierung gegen Ende des 4. Jhs. vorschlugen. A.

Museo Vaticano,

aus

zieht schließlich die Echtheit des Stückes in Zweifel und

P. Mingazzini bevorzugte für diesen Kopf die Benennung

ROM,

könne

erklärt es als barocke Fälschung. Seitdem gehen. die Meinungen über das Bildnis auseinander. H. von Heintze und W. von

Konstantin II., was von R. Delbrueck abgelehnt wurde, der unter den Söhnen Konstantins Constantius II. den Vorzug

Rumpf, gefolgt von A. W. Byvanck, wiesen jungen Gratian zu. Schließlich greifen H. von Calza wieder auf die Deutung als Konstantin von Sydow vertritt die gleiche Ansicht wie

war,

identifizierte sie dann als Könstantin II. H. von Schönebeck

ROM, Museo Vaticano, Biblioteca, Mscr. Barberini Lat. 2154. — Kalenderbild (nur in einer Nachzeichnung um 1620

erhalten). 1. Strzygowsky , Die Calenderbilder des Chronographen vom Jahre 354,1. Ergh. JdI (1888) 90 ff. Taf. 34. — R. Delbrueck, Die Consulardiptychen (1929) 50 Abb. 19. — Ders., Kaiserportráts 152 Abb. 48. — H. Stern, Le Calendrier de 354 (1953) 145. 152—156. 165 Taf. 14. — A. Grabar, Die Kunst

1749. — Kopf,

überlebensgrofi, auf modernem Büstenabschnitt. Bernoulli II 3, 147 Nr. 2. -- Amelung, Vat. Kat. I 397 Nr. 136 Taf. 42. — C. Albizzati, DissPontAcc 2. Serie 15, 1921, 350 f. Taf. 9,4; 10,4. — L'Orange, Studien 64 Nr. 5; 139 Kat. Nr. 90 Abb. 165. — H. von Heintze in: Helbig I* 272 Nr. 358. - von Sydow 23. 31 f. - Vat. Mikrofilm XXVIII 3, 553. — Inst. Neg. Rom 1931, 1540. Hals und Bruststück, Nase und ein Teil der Ohren ergänzt.

des frühen Christentums

(1967) 18 Abb. 14. — Calza 313

Nr. 221 Taf. 107, 392. — Age of Spirituality 78 f. Nr. 67 mit

Abb. — K. Weitzmann, Spätantike und frühchristliche Buchmalerei (1977) 9 f. Abb. 4. Durch die Datierung des Kalenders auf das Jahr 354 ist das. Bild des thronenden Kaisers als eine Darstellung Constantius' II. gesichert.

Bestoftungen am Kinn. Gereinigt und stark überarbeitet. Dieser Kopf wurde von J. J. Bernoulli unter den Bildnissen

des Philippus junior erwähnt, von W. Amelung aber bereits : aufgrund der Haartracht als konstantinisch erkannt. H. von Heintze hat als erste die Möglichkeit erwogen, daß hier ein Kaiser des konstantinischen Hauses dargestellt sein könnte. W. von Sydow betrachtet ihn im Zusammenhang mit den Bildnissen Konstantins. Aufgrund mancher jugendlicher Züge des Kopfes hält er eine Deutung als einen der Konstantinssöhne für nicht ausgeschlossen. Auch der Bearbeiter sieht in dem Kopf einen der Söhne Konstantins oder ein 'konstantinisiertes’ Privatporträt der Zeit. ROM, Museo Vaticano, Sala dei Busti 383 Inv. 598. lebensgroß. Porphyr. Aus der Sammlung Barberini.

I*

Nr. 196.

- M.

Alföld,

Goldprágung

125

Abb. 307. — F. Eckstein, GGA 217, 1965, 244. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 129 Anm. 59. — von Sydow 63. 149. — Calza 285 XVIIL 40.6; Moscioni 426/429.

Nr. 197 Taf. 100, 358/59. 4095. — Inst. Neg. Rom

Der Kopf war abgebrochen und ist genau eingesetzt. Hinten ragt der Hals etwas über und an der rechten Seite vorne ist die schmiert. Die Zugehórigkeit 1st daher nicht

Museo

Vaticano,

Biblioteca,

Mscr.

Barberini

Lat.

erhalten). J. Strzygowsky, Die Calenderbilder des Chronographen vom Jahre 354, 1. Ergh. 141 (1888) 90 ff. Taf. 35. — R. Delbrueck, Die Consulardiptychen (1929) 50 Abb. 20. — Ders., Kaiserporträts 158 Abb. 52. - H. Stern, Le Calendrier de 354 (1953)

152.

388 Taf.

15.

— Calza 357 Nr. 251 Taf.

121, 442.

Dieses gesicherte Bildnis des Constantius Gallus als Caesar aus dem Jahre 354 ist von geringem ikonographischen Wert, da es, wie das vorangehende, nur in einer spáten Nachzeichnung erhalten ist. —

— Büste,

Bernoulli II 3, 147 f. 150 f. Abb. 6. — Amelung, Vat. Kat. II 566 f. Nr. 383 Taf. 67. — Delbrueck, Porphyrwerke 103 f. Taf. 45. 46. — Ders., Kaiserportráts 136 f. Abb. 37 Taf. 48. 49. -- H. von Schönebeck, RM 51, 1936, 324 f. Anm. 2. - S. Stucchi, ArchCl 2, 1950, 207. — Ders. in: Studi Aquileiesi in onore di G. Brusin (1953) 203. 206 Abb. 8. — D. Faccenna in: EAA II (1959) 879 Abb. 1142. - H. von Heintze in:

Helbig

ROM,

2154. — Kalenderbild (nur in einer Nachzeichnung um 1620

— Vat 1929,

in den Ausschnitt die Büste hinaus, Einsatzstelle versicher.

ROM, Museo Nazionale delle Terme Inv. 247. — Kopf auf nicht zugehóriger Togastatue (neuerdings Zugehörigkeit für möglich gehalten), lebensgroß. Gefunden beim Bau des Finanzministeriums (Via Venti Settembre). E. Strong, La scultura romana (1923) 409 Abb. 251. - G. Rodenwaldt, RM 38/39, 1923/24, 33. — L. M. Wilson, The Roman Toga (1924) Abb. 28. — G. Kaschnitz-Weinberg, Die Antike 2, 1926, 57 Abb. 12. — C. Albizzati, Historia 3, 1929, 422 ff. — R. Paribeni, Le Terme di Diocleziano e il Museo Nazionale Romano (1932) Nr. 117. - Ders., ll ritratto (1932) Taf. 312. — Delbrueck, Kaiserportráts 21 Abb. 7. — L'Orange, Studien 75. 142 f. Nr. 102 Abb. 194. 195. - J. Roosval, Arkeologiska Studier tillägnade H. K. H. Kronprins Gustaf Adolf (1932) 286. — F. W. Goethert, RM 54, 1939, 216.

— S. Stucchi, BdA 36, 1951, 201 ff. Abb.

1. 2. - Felletti

Maj, Ritratti 162 Nr. 323. - R. Calza, MemPontAcc 36, 1954, 122. - M. Bonicatti, Tarda antichità (1963) 181 ff. — A. Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 39

136

a£.

36, 163.

— S. Aurigemma,

Le Terme di Diocleziano e il

Museo Nazionale Romano? (1963) Nr. 391. - M. Napoli, BdA

44,

1959,

111.

-

H.

P.

L'Orange;

ANtK

4, 1961,

69

Taf. 28,1. 2. = Likeness and Icon (1973)58 Abb. 5. 6. - G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 144. — EAA VI (1965)

991

Abb. 1094. - E.

1968, 38 ff. Abb.

30.

Alföldi-Rosenbaum, - E. Raftopoulou,

MetrMus]

BCH

92,

1968,

1, 18

Abb. 4. 5. — H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 41. Nr. A 15 Taf. 13. - von Sydow 93. 97. — H. von Heintze

in: Helbig III* Nr. 2372. - H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972) 95 Taf. 64,3. — Calza 354 Nr. 249 Taf. 120, 440/41. - P. Lopreato, Antichità altoadriatiche 22, 1982, 365 Abb. 2. 4. — Inst. Neg. Rom 4186/7;

6610 a; 6611; 1950,84; 1966,11.

Nasenspitze und linkes Ohr beschädigt. Dieser Kopf wird allgemein für ein Privatporträt gehalten. Die Datierungen schwanken zwischen konstantinisch und der Zeit um 500, wobei ein Ansatz in theodosianische Zeit überwiegt. Abgesehen davon, daß H. Koch einmal eine Deutung als jugendlicher Julian erwogen hat (RM 38/39, 1923/24, 33. Anm. 1), sehen nur S. Stucchi und R. Calza das Bildnis eines Herrschers in diesem Kopf, nämlich das des Constantius Gallus aufgrund der Ähnlichkeit mit dessen Münzporträts. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatporträt aus theodosianisch-honorianischer Zeit; es ist in einem vom Kon-

stantinischen völlig verschiedenen 'subtilen' Stil gearbeitet, der eine dominierende Richtung in der Portrátkunst um 400 war.

ROM,

Museo Nazionale

delle Terme Inv. 56199.

— Büste,

Aus der Villa Carpegna? 1911 beim Antiquar Sangiorgi erworben. R. Paribeni, BdA 6, 1912, 175 f. Abb. 7. - R. Delbrueck, AA 1913, 147 Abb. 9. 10. - R. Paribeni, Le Terme di Diocleziano e il Museo Nazionale Romano (1932) Nr. 737. - V. Müller in: Antike Plastik. Walther Amelung zum 60. Geburtstag (1928) 155 Abb. 5. - R. Paribeni, Il ritratto. (1932) - S.

Ferri,

— S. A.

Dayan

149.

— Calza 198 Nr.

115; 284 Nr.

196 Taf.

99, 356/57. — G.

Pisani Sartorio-R. Calza, La villa di Massenzio sulla via Appia.(1976) 162 f. Taf. 2,1.2. - Inst. Neg. Rom 1934, 723/4;

1934,

1807/8. 2057.

— Hier S. 87 Taf. 60 a. b.

Nase, mittlerer Teil der Lippen, Ohrránder und unrerer Teil des Halses ergänzt. Büste nicht zugehörig. Hinten wenig ausgeführt, verwittert. Nachdem bereits J. J. Bernoulli die alte Deutung C. L. Viscontis als Romulus abgelehnt hatte, erkannte R. Delbrueck in dem. Kopf einen konstantinischen Caesar. S. Stucchi bezeichnet ihn genauer als Konstantin II., worin ihm H. Jucker und R. Calza folgen. M. Alföldı hält eine frühere Datierung für móglich, und W. von Sydow nimmt als Entstehungszeit die Jahre 140—150 an. Nach dem Bearbeiter handelt es sich wahrscheinlich um ein Prinzenbild aus der Zeit Konstantins

CrdA

1,

1935/36,

171

ROM, Museo Torlonia 616. — Kopf. Visconti Nr. 616 Taf. 160.

Taf. 113

Abb. 7. - C. Carducci, Mostra del ritratto romano, Turin 1952/3 Nr. 66 Abb. 34. -- H. Jucker in: Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich 1953. Altrómische Porträt-Plastik Nr. 75 Taf. 11. - Felleti Maj, Ritratti 159 Nr. 318 Abb. 318. — Mansuelli II 131 erwähnt unter Nr. 170. - S. Aurigemma, Le Terme di Diocleziano e 11 Museo Nazionale Romano? (1963) Nr. 330. - H. von Heintze in: Helbig III* 236 Nr. 2318. — Dies., Römische Porträt-Plastik (1961) 16 £. Taf. 44. - von Sydow 63 ff. -- Calza 303 Nr. 211 Taf. 105, 380/81.

ROM, Museo Torlonia 612. — Kopf mit Eichenkranz auf nicht zugehöriger Büste, etwa lebensgroß. 1825 im Circus des Maxentius nahe der Via Appia Antica gefunden. Visconu Nr. 612 Taf. 159. — Bernoulli II 3, 208 £. — Delbrueck, .Porphyrwerke 126. — Ders., Kaiserportráts 159 f. Abb. 53. — S. Stucchi, ArchCl 2, 1950, 206 Taf. 62,1.2. M. Alfóldi, Goldprägung 126 Anm. 1. - H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 129 f. Taf. 44,1. - von Sydow

und seiner Sóhne.

etwas überlebensgroß.

Taf. 348.

Felletti Maj meint, es müsse sich um ein nicht offizielles Bildnis handeln. Der Zuweisung folgte nur H. von Heintze nicht, die eher Constantius Gallus dargestellt sehen möchte und schließlich W. von Sydow,-der das Porträt als Fälschung erklärt. Der Bearbeiter neigt dazu, diesen alleinstehenden Kopf in die 1..Hälfte des 5. Ths. zu datieren.

in: A.

Giuliano,

Museo

Nazionale

Romano. Le Sculture (1979) 304 Nr. 183 mit Abb. - Mus. Neg. E 324. E 1-26164/8. — Gab. For. Naz. E 12757. Inst. Neg. Rom 4278/9. In Marmor ergänzt: die Nase, der rückwärtige Teil des Schädels mit dem linken Ohr und einem kleinen Teil des Halses an derselben Seite sowie die Büste. In Gips ergänzt: der halbe Rand des rechten Ohres. R. Paribeni hat diesen Kopf zuerst veróffentlicht und ihn mit Constantius II. identifiziert. Diese Benennung wurde allgemein übernommen, zum Teil mit einigen Vorbehalten. B. M.

137

C. L. Visconti vergleicht den Kopf mit dem des sog. 'Romulus' (Museo Torlonia 612) und benennt ihn Crispus. Der Kopf hat nach der Ansicht des Bearbeiters nichts mit dem sog. Romulus zu tun. Die Namengebung Crispus scheint vollkommen willkürlich.

ROM, Balustrade des Kapitolsplatzes. — Panzerstatue, überlebensgroß. Aus

den

Konstantinsthermen?

CONSTANTINUS

Inschrift

auf

der

Basıs:

CAES.

Bernoulli II 3, 218. 235.

— L’Orange, Studien 55. 136 Nr.

82

Abb. 156. -- Delbrueck, Kaiserporträts 135 f. Taf. 46. 47. - E. Platner, Beschreibung der Stadt Rom III 1, (1837) 100. - S. Museo di

Stucchi, Cividale

Il ritratto bronzeo di Costantino, del (1950) 37. - H. Kähler, JdI 67, 1952,

22 ff. - C.

Pietrangeli,

Nr.

C.

8. - C.

Piazza

Vermeule,

del

Berytus

Campidoglio 13,

1959,

(1955)

73 Nr. 324.

- Nash, Rom II Abb. 1247. - M. Alfóldi, Goldprägung 126. - H. von Heintze in: Helbig II* Nr. 1166. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 124. — H. G. Niemeyer, Studien

zur statuarischen

Darstellung

der rómischen

Kaiser

(1968) 100 f. Nr. 68. — von Sydow 22. 27 ff. 45. 64. — Calza 290 1979,

Nr. 201

Taf.

101,

364/65.

— H.

399

Taf.

131.

132,2;

133,2;

ff.

von

Heintze,

135,2;

137,2.

RM -

86, Berg-

Söhne Konstantins und

Privatporträts

Söhne Konstantins und

Privatportráts

mann 144. — Cap. A 2804. — Inst. Neg. Rom 7196/7; 1967, : 1757/66; 1959, 134. — Hier S. 58 ff. Taf. 41. 42 c.

Nase, rechte Hand und linker Arm von der Mitte an weggebrochen. Die Statue ist durch Witterungseinflüsse stark beschädigt. Rückseite nur angelegt. Diese Statue wurde zunächst allgemein für Konstantin II. gehalten. S. Stucchi, W. von Sydow und H. Jucker vertreten jedoch die Meinung, daß in beiden Panzerstatuen auf dem Capitol Konstantin der Grofle dargestellt sei. Nach H. von

Heintzes Überlegung gehörten möglicherweise beide Statuen zu einer Gruppe mit der des Konstantin in der Lateransbasilika als Mittelpunkt. So wäre ihrer Meinung nach in der hier besprochenen Statue Constantius II. dargestellt. Der Bearbeiter stellt die 4 sog. Constantini - d. h. die beiden kapitolinischen Statuen, die lateranische und eine verschollene Statue --

in einer Gruppe zusammen, die Konstantin und seine 3 Sóhne (nach dem Tode des Crispus) umfaßt.

ROM, Santa Costanza. - Mosaik. A. Nibby, Roma nel 1838 II (1839) 542. — G. B. de Rossi, Mosaici cristiani e saggi dei pavimenti delle chiese di Roma I (1899)

2-11.

366-375



F.

Savio,

Taf. 2. - G.

AttiAcTorino

de

Francovich,

1959, 152. - W. Jobst, RM 83, Calza 348 Nr. 246 Taf. 118, 433.

1976,

42,

1906/7,

Felix 431

313 ff.

Ravenna ff.

Taf.

28,

152.

-

Ursprünglich wurde das Mosaikbildnis auf der rechten Seite des Gewölbes für ein weibliches gehalten und mit Helena III., die zusammen mit ihrer Schwester Constantina in diesem Mausoleum begraben war, identifiziert. G. de Rossi erkannte,

daß es sich um die Darstellung eines Mannes handelt, vermied aber eine Benennung. F. Savio deutete das Bildnis als Flavius Hannibalianus,

der mit Constantina vermählt

war.

R. Calza

gesteht zwar eine gewisse Ahnlichkeit mit den Münzbildern des Hannibalianus zu, hält diese aber nicht für ausreichend, um der Identifizierung F. Savios ohne Vorbehalt zuzustimmen. Nach der Ansicht des Bearbeiters folgt man hier am

SARA, $. Donnato. — Kopf, etwa lebensgroß. Grauer Kalkstein. L’Orange, Studien 55 Nr. 10; 132 Kat. Nr..79 Abb. 153.

154. -: Hier S. 86 Taf. 61 c. d. Hinterer Teil vom Kopf und Hals abgeschnitten. Nase scheint ergänzt. Zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet. In der Schnittfläche eine metallene Krampe. Das Gesicht ist vom konstantinischen Typus beeinflußt, der hier gemildert und abgeschwácht hervortritt. Der große Lockenbogen über Stirn und Schläfen ist konstantinisch, doch ohne die strenge Archivoltenform des Kaisers. Wahrscheinlich ist einer der Söhne Konstantins. dargestellt. SYRAKUS,

Museo Nazionale Inv. 744 (früher Inv. 30041).

— Kopf, lebensgroß. Gefunden in der Gegend G. v. Gentili, SicGymn Bonacasa, Ritratti greci Nr. 155 Taf. 71,3.4. Nr. 225

Taf.

109,

Neg. C 5799—5802..

von Cassavo, Modica? 7,1, 1954, 94 Taf. 1 Abb. 1. - N. e romani della Sicilia (1964) 119 f. von Sydow 64 ff. — Calza 317

397/98.

— Foto

Fond.

1374/5.

- Mus.

Nase, Kinn und Wange abgestoßen. Oberfläche stark beschädigt. ^ N. Bonacasa hat erkannt, daß der Kopf nicht, wie G. V. Gentili meinte, julisch-claudischer Zeit angehórt, sondern der konstantinischen Epoche. Aufgrund eines Vergleiches mit dem Kopf in Karthago C 0032 hält er es für möglich, daß Constantius Il. dargestellt ist. W. von Sydow sieht ebenfalls

die starke Ähnlichkeit mit dem Bildnis in Karthago, hält es Jedoch für möglich, daß das Syrakuser Porträt eine Privatperson wiedergibt. Der Bearbeiter sieht in dem Kopf ein Privatporträt frühkonstantinischer Zeit. TRIER, Stadtbibliothek. donyx. s. o. unter Konstantin

— Kameo

(sog. Ada-Kameo).

Sar-

I.

besten dem Rat de Rossis, sich nicht im »labirinto di incertis-

sime congetture« zu verlieren.

TURIN, Museo Archeologico. unterlebensgroß. Porphyr.

— Torso

einer Panzerstatue,

Aus Ágypten. ROM, Palazzo Eridi Casali del Drago (Via della Stelletta 23), Hausflur. — Kopf mit Eichenkranz auf moderner Panzer-

C. Ricci, RA 1906, 2, 382 ff. Nr. 41. — P. Barocelli, Il Regio Museo di Antiquitä di Torino (1921) Abb. S. 42. — G. Man-

büste, überlebensgroß.

Calza 289 Nr. 200 Taf. 101, 363. -- Inst. Neg. 390.

cini, BullCom

Roın

1967,

- Hier S. 67 Taf. 45 c.

Die Nase war einst ergänzt, jetzt fehlt die Ergänzung. Großes Stück der rechten Wange einschließlich des Kinns geradflächig ausgeschnitten (wohl für beabsichtigte Ergänzung). Ränder der Ohrmuscheln ausgebrochen. Bestoßen, verwittert und verrieben. Ein oben und unten gerade geschnittenes Halsstück verbindet den antiken Kopf mit der modernen Büste. Tiefe Bohrlócher im Eichenkranz mit Medaillon. Hinterkopf nur in grofien Formen angelegt. Kein Zweifel am Alter des Kopfes. R. Calza, die den Kopf vorstellt, deutet ihn als Konstantin II.

50, 1923, 198 Nr.

150.

— Reinach, RSt IV 363

Nr. 5. - Delbrueck, Porphyrwerke 106 ff. Abb. 38 Taf. 48. — S. Fuchs, Kunst der Ostgotenzeit (1944) 48 f. J. Heurgon, Le trésor de Ténés (1958) 37 Taf. 17,2. - C. C. Vermeule, Berytus 13, 1959, 74 Nr. 326 Taf. 25 Abb. 77. — C. Carducci, Il Museo di Antiquitä di Torino (1959) Abb. S. 62. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der römischen Kaiser (1968) 101 Nr. 69. — Calza 332 Nr. 238 Taf. 116, 424/25. — Bergmann 169 ff. - Mus. Neg. -- Hier S. 68 Taf. 47 a. Es fehlen der Kopf, die Arme bis auf die auf den Panzer gelegten Hände, beide Beine einschließlich der Knie.

Jedoch ist wegen der Beschädigungen ein Vergleich mit den Münzprofilen kaum noch erfolgversprechend. Eine bedeutende Ähnlichkeit verbindet den K opf mit den 4 »Konstantinen« vom Quirinal.

138

Der

ursprünglich

einmal

Constans

genannte

Panzertorso

wurde von R. Delbrueck mit den ähnlichen Statuen in Berlin und Wien in Verbindung gebracht, die er zu einer Familiengruppe vereinen wollte. Für diesen Torso móchte er Konstan-

tin II. oder Constantius II. in Anspruch nehmen. Daß es sich

R.

um einen Caesar des konstantiniSchen Hauses handelt, glaubt

Porphyrwerke 108 ff. Abb. 39. 40 Taf. 49. - J. Heurgon, Le

auch H. G. Niemeyer. S. Fuchs dagegen datierte die Statue in das 5. Jh. Der Bearbeiter hält an R. Delbruecks Idee einer Farniliengruppe fest und bezieht i? diese noch die kolossale thronende Porphyrstatue in Alexandria ein, in der er ein Konstantinbild sieht. WASHINGTON, Dumbarton Oaks Collection — Köpfchen, unterlebensgroß. Quarz. Aus Bliss Coll. ehem. Simkhovitch Coll.

von

Schneider,

AA

1891,

174

Nr.

32.

- Delbrueck,

trésor de Ténés (1958) 37 Taf. 17,3. - M. L. Lucci, ArchCl 16, 1964, 255. — R. Noll, Vom Altertum zum Mittelalter.

Kunsthistorisches Museum Wien. Katalog der Antikensammlung

I

(1974)

10.

Nr.

17

- Calza

298

Nr. 209

Taf. 103,

370 b. - Hier S. 68 Taf. 47 b. Kopf fehlt. Bruch in der Mitte des Halses und unterhalb der Chlamys. ES fehlen der rechte Arm von der Schulter ab und der linke Unterarm. Die Rückseite ist voll ausgeführt. Auf der rechten Kórperseite in der Mitte des Chlamysrandes der Ansatz einer schräg aufwärts gewandten Stütze unbekannten Zweckes.

Inv. 4039.

M. C. Ross, Bulletin of the Fogg Museum of Art 9, 4, March 1941, 70 Abb. 1. - G. M. A. Richter, Catalogue of-Greek

and Roman Antiquities in the Dumbarton Oaks Collection (1956) 13 Nr. 9 Taf. 3 A. B. - Calza 295 Nr. 206 (hier fälschlich als Gemme bezeichnet). Im Nacken gebrochen. Splitter fehlen an der Nase, dem linken Auge und den Ohren. M. C. Ross hatte an eine Darstellung Trajans gedacht, aber G. M. A. Richter hält die Meinung D. Nersessians für wahrscheinlicher, die das Kópfchen in konstantinische Zeit datieren möchte. G. M. A. Richter zitiert außerdem eine briefliche Äußerung R. Delbruecks, der eine Datierung um 325 bestätigt: »Es könnte einer der Söhne Konstantins sein, z. B. Konstantin IL, der das Stirnhaar ähnlich frisiert. Natürlich kommt auch ein dem Kaiserhause angeglichenes Privatporträt in Frage.« Der Bearbeiter ist im wesentlichen derselben Ansicht wie Delbrueck.

R. Delbrueck besprach diesen Torso zusammen mit denen in Berlin und Turin. Wegen des kaiserlichen Materials Porphyr hat man gewiß Angehörige des Kaiserhauses in ihnen zu sehen. R. Delbrueck glaubte in dem Wiener Torso eine »kindlich lebhafte Bewegung« zu erkennen und wies ihn deshalb dem jüngsten Sohn Konstantins Constans zu. R. Noll bezeichnet ihn ebenfalls als möglichen Constans, während R. Calza die Unsicherheit dieser Benennung hervorhebt. Nach dem Bearbeiter gehört diese Statue zu einer Familiengruppe mit Bildnissen Konstantins urid seiner drei Söhne (nach dem Tode des Crispus).

WIEN, Kunsthistorisches Museum Inv. I 685. Chlamysstatue, unterlebensgroß. Porphyr.

E. Brizio hat einen Kopf Constantius II. benannt, der 1872 zusammen mit anderen Stücken in Rom aufgefunden wurde. Seither fehlt jede Spur dieses Bildnisses.

VERSCHOLLEN. 1872 auf dem gefunden.

- Kopf, lebensgroß.

Forum

E. Brizio, MonInst

— Torso einer

Aus Alexandria.

Romanum

10, 1872, 228.

nahe

dem

Vesta-Tempel

— Calza 317 Nr. 226.

USURPATOREN CHÄLON-SUR-SAÖNE,

Museum.

— Büstchen,

unter-

lebensgroß. Bronzeblech, versilbert. 1854 in der Saóne gefunden. H. P. Eydoux, La France antique (1962) 236 Abb. 264. -- Fr. Braemer,

RA

1968,

2,

342 ff.

Abb.

18-20.

- Calza

362

Nr. 255 Taf. 123, 453/54. - Photo Fr. Braemer. - Hier S. 90 Taf. 63 a.'b.

Der obere Teil des Kopfes mit einem Teil der Stirn fehlt. Während H. P. Eydoux den Kopf unbenannt ließ und nur in Erwägung zog, ob hier vielleicht Gallienus dargestellt sein

Taf. 82/4, - Mansuelli tur).

- J.

Sieveking,

II

Nr. 168

Gnomon

11,

Abb. 169 1935,

(mit

26. - R.

LiteraH.

W.

Stichel, Die römische Kaiserstatue am Ausgang der Antike

(1982) 41. 43.

Ergänzt sitid die Nase, die rechte Hälfte der Oberlippe und die Ohren. Sonst kleine Beschädigungen. Dieser allgemein dem valentinianischen Hause zugeschriebene Kopf wurde nur von J. Sieveking durch Vergleich mit dem Kopf in Vienne für Magnentius gehalten.

könnte, hat Fr. Braemer die Ähnlichkeit mit der Panzerbüste

MÜNCHEN,

des Magnentius in Vienne erkannt und das Porträt in Chälonsur-Saöne ebenfalls Magnentius benannt. R. Calza schließt sich dieser Zuweisung an. So auch der Bearbeiter.

Glyptotbek Inv. 379. - Kopf, etwa lebens-

Bernoulli II 3, 137.

groß. 1821 ın Rom erworben. — A. Furtwängler-P.

Wolters, Beschrei-

bung der Glyptothek Kónig Ludwigs I. (1910) 371 Nr. 379. FLORENZ, Galleria, degli Uffizi Inv. 1914, 273. moderner Büste, etwas überleberisgroß. Bernoulli

II

3,

219.

252.

- Delbrueck,

- Kopf auf

Kaiserporträts

184

139

— G. Kaschnitz-Weinberg,

Die Antike 2, 1926, 56 Abb.

- C.

3,

1929,

Abb.

192.

Studien

Albizzati, 75.

142

Historia Nr.

101

422-428. 193.

11.

- L’Orange,

-- Delbrueck,

Kai-

Usurpatoren

serporträts 21 Abb. 8. — L. Göldscheider,

‘(1945) Taf. 108. — S. Stucchi,

BdA

Roman

Portraits

1951, 201 ff. Abb. 3.

4. — H. P. L’Orange, AntK 4, 1961, 68 ff. Taf. 28, 3. 4. = Likeness and Icon (1973) 58 Abb. 7. 8. — von Sydow 80. 93. 95 f. 99. — D. Ohly, Glyptothek München. Griech. und róm. Skulpturen (1972) Abb. 42 Saal XE 64. -- H. Wrede,

Die spätantike Hermengalerie

von Welschbillig (1972) 95

Taf. 64,1. — Calza 352 Nr. 248 Taf. 120, 438. — Mus. Neg. Hals abgeschnitten und der modernen Büste aufgesetzt. Unbedeutende Beschädigungen an der Nase (mit Gips ergänzt), den Locken und den Ohrrändern. Sonst gut erhalten. Oberfläche scheint geglättet. Dieser Kopf, der ursprünglich einmal Gordian II. benannt worden war, was schon J. J. Bernoulli entschieden abgelehnt

hat, wird allgemein für ein Privatbildnis des spáten 4. Jhs. gehalten. Nur 5. Stucchi und R. Calza sehen in ihm ein Herrscherporträt. So bestimmt ihn S. Stucchi als Constantius Gallus wie den Kopf im Thermenmuseum (Inv. 247), während. R. Calza das Bildnis mit dem im Capitolinischen Museum (Inv. 381) zusammen sieht und in beiden Flavius Nepotianus erkennt. Das Bildnis des Nepotianus gehórt aber einem ganz anderen Typus an; es ist bärtig, mit annähernd

tetrarchisch-rechtwinkligem Schnitt des Haares.

Der Münch-

ner Kopf ist ein Privatportrát und aus dem Kreis des ‚subtilen‘

Stils um 400 n. Chr. hervorgegangen. PRIVATSAMMLUNG? lebensgroß(?). Aus römischem

Ort

unbekannt.

— Kopf,

etwa

Kunsthandel.

1936,

590/3; 1937, 462.

fast

W. H. Groß hat den Kopf den frühen Bildnissen Trajans zugeordnet. R. Calza datiert das Portrát ins 4. Jh. Für sie ist die Ahnlichkeit mit den Münzen des Magnentius und dem

Bildnis in Vienne so groß, daß sie eine Zuweisung an ihn in Erwägung zieht. Nach dem Bearbeiter hat der Kopf nichts mit Magnentius zu tun, sondern ist, wie schon W. H. Groß gesehen hat, ein Bildnis des Trajan. ROM,

Museo

Capitolino,

Stanza

Terrena

a Destra

I 26,

422 ff. — Delbrueck,

Kaiserporträts

23

Abb. 9. - L'Orange, Studien 75. 143 Nr. 103 Abb. 197. 198. — S. Stucchi, BdA 36, 1951, 204. — A. Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 39 Taf. 36, 166. — H. P. L'Orange, AntK 4, 1961, 69 Taf. 28,5. 6. — Likeness and Icon (1973) 58 f. Abb. 9. 10. — Ὁ. Kaschnitz-Weinberg, Ausgewählte Schriften IL Römische Bildnisse (1965) 65

Taf. 40,1. - H. von Heintze in: Helbig II* 49 Nr. 1200. - von Sydow 11 Anm. 40. 93. 96. 100. - H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972) 95 Taf.

hält, man

dieses Bildnis für das

Porträt eines

Privatmannes. Die meisten Datierungen weisen in die Zeit um oder kurz vor 400. S. Stucchi sieht eine nahe Verwandtschaft zu den Bildnissen, die er Constantius Gallus zuschreibt. Für

R. Calza ist das überlebensgroße Format ein Grund,

den

Dargestellten in der Herrscherfamilie zu suchen.

Die größte

Ähnlichkeit erkennt sie in den Münzporträts

des Flavius

Nepotianus. Der Bearbeiter findet keine solche Ahnlichkeit mit Nepotianus (vgl. den vorhergehenden Münchener Kopf). ROM, Museo Torlonia 617. Aus der Sammlung Vitali.

— Kopf auf moderner Büste.

Visconti Nr. 617 Taf. 161. — Bernoulli

II 3, 240. — Calza

363 Nr. 257.

Nach Abbildung nicht ersichtlich, ob Ergänzungen vorgenommen wurden. ἡ Schon J. J. Bernoulli hat die Benennung Magnentius durch C. L. Visconti, »weil Alters halber nicht verträglich«, abgelehnt. Auch besteht nicht die geringste Ahnlichkeit mit den Münzbildnissen. R. Calza datiert den Kopf in das 3. Jh. (Typ des Alexander Severus).

Abb.) - Delbrueck, Kaiserporträts 175 Taf. 76. 77 Abb. 61. - A. Rumpf, Stilphasen der spätantiken Kunst (1957) 17 Taf. 12, 52. — H. Peirce-R. Tyler, L'art byzantinI (1932) Taf. 24. — J. Sieveking, Gnomon 11, 1935, 26. — E. Will La sculpture romaine au Musée Lapidaire de Vienne (1952) 35 f. Nr. 62. — A. Frova, L'arte di Roma e del mondo romano (1961) 359 Abb. 340. — H. von Heintze in: PropKg II (1967) Abb. 332 b. - Fr. Braemer, RA 1968, 2, 342. - von Sydow 34. 68. — Calza 360 Nr. 253 Taf. 123, — R.

H.

W.

Stichel,

Die

römische

der Antike (1982) 43. — Photo

Kaiserstatue

Giraudon.

am

— Hier

S. 90 Taf. 62 a. b.

Stuart Jones, Mus.Cap. 160 Nr. 53 Taf. 39. — G. KaschnitzWeinberg, Antike 2, 1926, 55 f. Abb. 10. — C. Albizzati, 1929,

Allgemein

Ausgang

lebensgroß.

3,

Ergänzt sind Nasenspitze, Büstenabschnitt und.Fuß, Flicken in den Ohrrändern. Gesicht überarbeitet. Schnurrbart, Backen- und Kinnbart in feinen Linien in die Oberfläche eingezeichnet.

451/52.

Inv. 381 (früber Sala delle Colombe). — Kopf, etwas über-

Historia

— Cap

VIENNE, Musée Lapidaire. — Büste, unterlebensgroß. 1908 in Vienne im Hof des modernen Theaters gefunden. E. Bizot, Journal de Vienne, 14 Octobre 1908. — Ch. E. Ruelle, BAntFr 1908, 286. — A. Héron de Villefosse, BAntFr 1908, 308. — Espérandieu, Recueil III Nr. 2619 (mit

W. H. Groß, Herrscherbild II 2 (1940) 66. 69 f. 124 Taf. 6 b. 7. — Calza 361 Nr. 254 Taf. 122, 450. — Inst. Neg. Rom Nase und Teile der Büste abgeschlagen. Bestoßungen überall, besonders an Ohren, Augen und Kinn.

64,2. - Calza 350 Nr. 247 Taf. 119, 436/37. C 170/1; Inst.Neg. Rom 1930, 831/3; 1932, 460:

Fuß der Büste ergänzt. Sonst nur unbedeutende Beschädigungen. Reichliche Reste von Bemalung. Haut und Panzer leicht poliert. Seit seiner Entdeckung hat das Bildnis keine andere Zuweisung erfahren, als die an den gallischen Usurpator Magnentius. Die Einigkeit in der Benennung ist bestimmt durch den Fundort und die Ähnlichkeit mit den Münzporträts. Der Bearbeiter schließt sich der allgemeinen Auffassung an, daß die Büste ein Bildnis des Usurpators Magnentius ist. Neuerdings weist R. H. W. Stichel das Porträt dem valentinianischen Hause zu.

140

NACHTRAG FRAUEN DER TETRARCHEN, DES CONSTANTINUS UND DESSEN FAMILIE

PRISCA

Gemahlin des Diocletianus. Mutter der Galeria Valeria, spätere Frau des Galerius. Ende 314/ Anfang 315 hingerichtet. W. Enßlin in: RE XXII 2 (1954) 2560. — Calza 118 f. Keine Münzprägung in RIC VI und VII. SPALATO,

Mausoleum.

— Medaillon,

unterlebensgroß.

also nur Prisca gemeint sein. Sowohl als Bildnis als auch als Bildwerk ist das Medaillon unergiebig.

Kalkstein.

A. Conze in: G. Niemann, Der Palast Diokletians in Spalato (1910) 114 ff. Abb. 146; — F. Bulié, Kaiser Diokletians Palast in Split (1929) 55 Abb. 49. — Delbrueck, Porphyrwerke 124 Taf. 61 A Abb. 49. — G. Bovini, I sarcophagi paleocristiani. Determinatione della loro cronologia mediante l'analisi dei ritrattl (1949) 160. — J. und T. Marasovic, Der Palast des Diokletian (1969) 15 Abb. 87. 89. - Calza 118 Nr. 26 Taf. 21, 52.

SPALATO, Museum. Unveröffentlicht.

— Kopfbruchstück.

-- Mus.Neg.

Nur obere Hälfte des Kopfes erhalten. Bestoßen. Dem Haar scheint Feinausführung zu fehlen. Vielleicht blieb der Kopf unfertig. H. P. L’Orange erwog, ob dieser Kopf ein Bildnis der Prisca sein könnte,

— Hier Taf. 13 c.

Oberfläche stark korrodiert.

Diese Bildnisbüste im Lorbeerkranz ist im Mausoleum des Diokletian symmetrisch zu einer gleich gestalteten Bildnisbüste, die den Herrscher selbst darstellt, angebracht. Es kann

Galeria Valeria EUTROPIA Erste

Ehe

Maximianus

mit

Hannibalianus;

Herculius;

Tochter

dieser

wofür

der Fundort spräche. Daß der

Kopf mitten durchgebrochen ist, ließe sich zur Not als Folge einer Damnatio memoriae verstehen. Da Münzbildnisse fehlen und ein Vergleich mit dem Medaillon aus dem Mausoleum nichts erbringt, allerdings auch nichts erbringen könnte, bleibt die erwogene Bestimmung des Kopfbruchstückes als Bildnis der Prisca unbeweisbar.

Ehe

Flavia

Maximiana

Kinder dieser Ehe Fausta und Maxentius.

Herrschaftstitel.

141

(I.) Theodora.

Zweite

Ehe

mit

Gegen 330 gestorben. Keine

O.

Seeck in: RE

83-86.

VI 1 (1907)

1519. — Delbrueck

18 f. 48. — Calza 131 ff. Nr. 43 — 45 Taf. 31.

|

Keine Münzprägungenin RIC VI und VII. R. Calza erwog eine Benennung als Eutropia I. für folgende drei Bildniskópfe: ANCONA, Museum (ehemals Fossombrone). — Kopf, lebensgroß. ROM, Museo Knochen. ROM,

Nazionale

Museo

delle Terme

Torlonia Nr. 614.

(ehemals

Museo

— Kopf, lebensgroß,

Kircheriano).

— Köpfchen

aus schwarzem

auf moderner Büste.

Diese Benennungen fanden mit Recht nirgends Zustimmung. Münzbildnisse als Grundlage für eine Bildnisbestimmung fehlen. Überdies haben die beiden lebensgroßen Köpfe ın Ancona und im Museo Torlonia keine entscheidende Ähnlichkeit untereinander. Ahnlicher sehen einander der lebensgroße

Kopf im Museo Torlonia und das Köpfchenim Museo Nazionale.

Schwerlich ist letzteres dem

lebensgroßen Kopf im Museo Torlonia nachgebildet. ANCONA, Museo (ehemals Fossombrone, Museo Vernarecci). — Kopf, etwa lebensgroß. Aus Fossombrone. P. Marconi, BdA 29, 1935, 306 ff. - B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 80 Nr. 13 Taf. 47,5. — R. Calza, BdA 35, 1950, 205 Abb. 6. — A. Carandini, Studi miscellanei VII (1961/62) Taf. 23,5. — G. Hanfmann, Roman Art (1964) 101 Nr. 97. — von Sydow 88. 90. — Calza 133 Nr. 44 Taf. 30, 82;

31,

83.

- B.

M.

Felletti

Maj,

AquilNost

1974/75,

ROM, Museo Nazionale delle Terme (ebemals Museo Kircheriano). — Köpfchen, unterlebensgroß. Schwarzer Knochen. E. Ruggero, Catalogo del Museo Kircheriano (1878) 239 Nr. 55. — H. Graeven, Antike Schnitzereien aus Elfenbein ‚und Knochen (1903) 79. - H. von Heintze, BerlMus, Berichte, N. F. 20, 1970, 54. — Calza 134 Nr. 45 Taf. 31, 84. — Inst. Neg. Rom K 50. Ein Teil des Halses fehlt. Kleine Absplitterungen längs der rechten Seite des Kopfes. R. Calza glaubt, hier die gleiche Person dargestellt zu sehen wie in den Bildnissen des Museo Torlonia und dem aus Fossombrone. So könnte das Köpfchen ihrer Meinung nach ebenfalls Eutropia zugeschrieben werden. Das Köpfchen war weder 1980 noch 1981 im Museum und dessen Bildnismagazin aufzufinden, auch 1981 durch die Hilfsbereitschaft des Direk-

403

Abb. 5. - Inst.Neg. Rom 1966, 2232/34. Nase abgeschlagen. Leichte Absplitterungen an der rechten Augenbraue und an den Wangen. Allgemein wurde dieser Kopf, vor allem aufgrund der Frisur, für die Darstellung einer Dame konstantinischer Zeit gehalten. Die Benennung Eutropia wird nur von R. Calza vorgeschlagen. B. M. Felletti Maj läßt sie mit Recht unbenannt. W. von Sydow datiert den Kopf später, nämlich an das Ende des 4. Jhs., eine Datierung, der auch B. M. Felletti Maj

tors Dr. Guzzo nicht zu ermitteln. ROM, Museo Torlonia Nr. 614. lebensgroß. Vgl. unten unter Helena.

zustimmen móchte.

- Kopf auf moderner Büste,

Flavia Maximiana THEODORA

Tochter der Eutropia aus deren erster Ehe mit Hannibalıanus, bevor diese in zweiter Ehe Maximianus Herculius heiratete. 289 vermáhlt mit dem spáteren Augustus Constantius I. Chlorus. Aus dieser Ehe drei Söhne

Dalmatius,

Hannibalianus

und

Iulius

Constantius

sowie

drei Töchter

Constantia

(I.),

Anastasia und Eutropia (II.) Keine Münzprägung zu Lebzeiten in RIC V2, VI und VII. Dagegen Konsekrationsmünzen von 335. Damals wurde Theodora (gleichzeitig mit Helena) durch ihren Sohn Hannibalianus geehrt. Beide

Augustae waren damals bereits verstorben. Diese spärlichen Münzprägungen entstammen Trier und Konstantinopel, ferner auch Rom. Theodora führt auf diesen Prägungen den Titel FL MAX THEODORA(E) AUF. 142

W.Enßlın in: RE 2. Reihe V A 2 (1934) 1773 f. — Calza 167 f. — Maurice I 492 ff. Taf. 23, 22; II 536 Taf. 16,6. — RIC VIII 3 ff.

Flavia Iulia HELENA

Um 257 geboren, Schankwirtin, erste Gattin von Constantius Chlorus, Mutter von Constantinus; 289 von Constantius Chlorus entlassen; seit 306 am Hofe ihres Sohnes. Sie führte die Titel NOBILISSIMA

FEMINA und seit 326, 8. Nov. AUGUSTA. Um 337 gestorben, wohl in Rom; beigesetzt an der Via Labicana. Ihr Porphyrsarkophag im Vatikanischen Museum. Zahlreiche Münzprägungen aus fast allen bekannten Münzstätten. Delbrueck 84 ff. Taf. 10/11. — Calza 22 ff. 168 ff. — R. Hanslik in: KIPauly II (1967) 988 f. mit Lit. - Münzen: RIC VII 26. 383 Nr.

177; VIII 3 ff. 139 ff. 248 ff. 446 ff. Taf. 1, 63.

— Gnecchi Taf. 6,1.

Unter den Münzprägungen unterscheiden sich die Darstellungen der Helena als Nobilissima Feinina von denen als Augusta vor allem in der Haartracht. Die Prägungen als Nobilissima Femina zeigen eine Haartracht ähnlich derjenigen der jüngeren Faustina, bevor sie Augusta wurde. Diese Haartracht wurde bisher nicht als Grundlage von Bildnisbestimmungen genommen. Die Haartracht der Helena als Augusta ist stattlicher. Insgesamt ist das Haar in Scheitelrichtung gestrählt. Im Nacken hängt es als Wulst hinab. Die Ohrmuschel bleibt weitgehend frei. Ein gemustertes Diadem umzieht in Schräge das Haupthaar. Der Kopf einer Sitzstatue im Museo Capitolino und deren Wiederholungen stimmen mit diesem Münzbild der Augusta nicht. genau überein. Die Strählung des Haares verläuft anders. Ein Diadem ist nicht vorhanden. Statt dessen umziehen zwei. kráfüge Haarwülste das Haupt. Auch die Gesichtszüge stimmen nicht überzeugend überein. Dagegen wäre ein Bronzemedaillon (Taf. 75 a) wohl geeignet, den Kopf der Sitzstatue im Museo Capitolino als Bildnis der Helena Augusta zu

erweisen, wie dies R. Calza ausführlich begründet.

|

ADOLPHSECK, Schloß Fasanerie Arp. 55. — Kopf, etwas

AQUILEIA,

unterlebensgroß.

- Mosaik.

Aus Villa Savoia, Rom.

Zur Literatur und zur Ablehnung von Bildnisbestimmungen s. Ὁ. unter Constantinus.

H. von Heintze, Die antiken Porträts der landgräflich-hessischen Sammlungen in Schloß Fasanerie bei Fulda (1968) 82 Nr. 55, 109 Taf. 92. 93. 140 a. b. - Calza 267 f. Nr. 180 Taf. 93, 327-330. -- H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 74

Nr. 7 Taf. 10 c (hier ist als Standort Rom, angegeben)

- Inst.Neg. Rom

Villa Polissena

1953, 758/9; 1967, 1356-59.

BERLIN,

Fußboden

der Aula

Pergamonmuseum

im Süden

der Basılika.

Inv. Nr. 449 (R 120).

— Büste,

etwa lebensgroß. Aus älterem königlichen Besitz. Blümel, Kat. Berlin, Róm. Bildn. 50 R 120 Taf. 76. - A. Conze, Beschreibung der antiken Skulpturen Berlin (1891)

Der Hals ist schräg nach hinten durchgebrochen. Die Nase mit einem Teil der rechten Wange und die Oberlippe sind ergänzt. Stirn, Brauen, Augen und Kinn sind beschädigt, die Haare abgerieben. Die Oberfläche des Kopfes ist durch Wassereinwirkung zerstört. Früher war der Kopf auf eine

—- A. Carandini, Studi miscellanei VII (1961/62) Taf. 23 c. - Calza 172 Nr. 83 Taf. 55, 169. 171. — Berlin Mus.Neg.

fremde Statue aufgesetzt.

4626.

H. von Heintze hält es für wahrscheinlich, wenngleich nicht sicher nachzuweisen, daß in diesem Bildnis Helena dargestellt sei, obwohl die Frisur nicht in genau gleicher Weise auf den Münzen zu finden ist. R. Calza möchte den Kopf lieber Constantia I. zuweisen. Beides ist abzuweisen.

Nase, der mittlere Teil der Oberlippe, fast lippe mit dem Kinn und der linken Wange, mit der angrenzenden Haarpartie und der linken Augenbraue, der Haarstrang hinter das Bruststück und der Hals ergänzt. Die

175 Nr. 449. - B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 78 Nr. 8. — R. Calza, MemAccPont 8, 1955, 125 ff. Abb. 16. 16 a.

143

die ganze Unterdie linke Schläfe größte Teil der dem linken Ohr, erhaltenen Teile

Helena

sind nicht überarbeitet. Oben und hinten ist der Kopf nur

FLORENZ, Galleria degli Uffizi Inv. Nr. 1914, 171. statue, unterlebensgroß. Aus Rom.

eben angelegt. Nach C. Blümel gehört der Kopf in die Zeit der Kaiserin Helena. B. M. Felletti Maj datiert ihn etwas später um 360.

Beide lassen ihn unbenannt.

R.

BOSTON, Museum lebensgroß.

of Fine Arts Inv. Nr. 62.662.

— Kopf,

1962 erworben. C.

C.

Vermeule,

Apollo

77,

1963,

348.

— Ders.,

AJA

68,

1964, 339 f. Taf. 106 Abb. 34. — von Sydow 7 f. Anm. 19. — Ancient Portraits Ackland Art Center. Ausstellungskatalog 1970 Nr. 24 mit Abb. (Text: J. T. Folda) — Romans and Barbarians. Museum of Fine Arts, Boston, Ausstellungskatalog 1976, 97 Nr. 117 mit Abb.

Portraits 470

W. Amelung, Führer durch die Antiken in Florenz (1897) 56

Calza hält es vor allem

aufgrund der Haartracht für möglich, daß Helena selbst dargestellt ist. Dasjenige, was an diesem Kopf ursprünglich erhalten blieb, hat gewisse Ähnlichkeit mit dem Kopf der Sitzstatue im Museo Capitolino aufzuweisen, so daß eine Bildnisbestimmung als Helena im Bereich des Möglichen liegt.

— Boston.

Nr. 80. — Bernoulli II 1, 384. — A. Hekler, Römische weib-

liche Gewandstatuen (1906) 54. — R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 115 Abb. 11. 14. 14 a. — Mansuelli II 131 Nr. 171 Abb. 168 a-c. -- Calza 171.Nr. 81 Taf. 53, 164; 54, 167/8.

— Bergmann 199. — H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen (1969) 57 Anm. 86. — Sopr.Gall.Neg. 112056/58. - Ergänzt am Kopf: Die Nase und die beiden Flechten hinter den Ohren. Der Kopf ist zwar mit Hals angesetzt, aber nach G. Mansuelli zugehörig. R. Calza erkennt zutreffend in diesem Bildnis ein Porträt der gleichen Person, die auch in der capitolinischen Sitzstatue dargestellt ist. Damit bestimmt sie es als Helena. G. Mansuelli widerspricht dieser Deutung nicht. Die Ähnlichkeit mit dem Kopf der Sitzstatue im Museo Capitolino ist in der Tat groß; als Replik kann dieser Florentiner Kopf jedoch kaum gelten.

Greek and Roman

BC- AD 500 (1972) Nr. 83 mit Abb. — Age of

Spirituality 21 Nr. 14 mit Abb. Nase, Kinn und ein Teil des Scheitelzopfes abgestoßen. Der Kopf wurde teilweise gereinigt. Dieser Kopf wird von C. C. Vermeule vor allem aufgrund der Haartracht der Kaiserin Helena zugewiesen. Für ebenfalls möglich, aber weniger wahrscheinlich hält er eine Darstellung ihrer Schwiegertochter Fausta. J. T. Folda entscheidet sich

ebenfalls eher für Helena. Das Fehlen eines Diadems móchte er mit der Möglichkeit, daß ein aufgesetzter Metallreif verloren gegangen sein könnte, erklären; nach den Aufnahmen ist jedoch nichts zu erkennen, was für ein fehlendes Diadem spráche. Die Haartracht dieses Frauenkopfes hat zwar gewisse Ahnlichkeit mit einer Haartracht auf Münzen der Helena, ist jedoch nicht verläßlich für eine Bildnisbestimmung. DEUTSCH

ALTENBURG,

Museum

Carnuntinum.

— Sitz-

— Sta-

tue ohne Kopf. Kalkstein. Prätorıum von Carnuntum.

A. Hauser, AEM 1884, 58. — F. Studniczka, AEM 1884, 69 Taf. 1. — A. Hauser, AEM 1886, 33; 1887, 4. - W. Kubitschek -S. Frankfurter, Führer durch Carnuntum? (1891) 54 f. Abb. 12. — V. Dernpa£, Zs. Bildende Kunst N. F. 3, 1892, 244. — Bernoulli II 3, (1894) 86. — S. Reinach, RSt II 1, 272, 8. - G. Wilpert, L'arte 1, 1898, 103. — A. von Domaszewski, Die Religion des róm. Heeres (1895) 65. — A. Alföldi, Jahrb. der ungar. arch. Gesellschaft 1, 1920-22, 39 ff. — Ders., RM 50, 1935, 27 Abb. 1. - S. Stucchi, BullCom 73, 1949/50, Appendice 15 ff. Abb. 1. — E. Swoboda, Carnuntum? (1953) 108 Taf. 14,2. — Felletti Maj, Iconografia 113 Nr. 70. - M. Wegner, Herrscherbild III 1, 149, 206. Kopf fehlt sowie der rechte Arm und der Oberkörper des Kindes, das auf dem linken Arm getragen wird. Ursprünglich bemalt. Diese Statue hat die unterschiedlichsten Deutungen erfahren. Nur S. Stucchi zieht Helena oder Fausta in Erwägung, wobei er sich schließlich für Helena entscheidet. Dies bleibt unbeweisbare Vermutung, welche für die Bildniskunde der Helena überdies 'ohne Belang wäre.

144

In der Haartracht ist das Stirnhaar vielteiliger und kräftiger gewellt; der erste Haarwulst ist schmaler, kantiger und ohne weiche Strähnen; der zweite Haarwulst ist zu selbständig abgesetzt und gleichfalls kantig; auch das Hinterhaupthaar ist zu deutlich abgesetzt. Dagegen ist die Ähnlichkeit im Gesichtsausdruck in der Vorderansicht beachtlich, so daß dieses

Bildwerk als Bildnis der Helena gelten darf. . KOPENHAGEN,

Ny

Carlsberg

Glyptotek

762 Inv. 1938.

— Kopf, etwa lebensgroß. 1902 in München

erworben.

F. Poulsen, Kunstmuseets Aarskrift 13-15, 1929, 23 Abb. 30. -- Ders., Cat. Sculpt. 529 Nr. 762. — Billedtavler Taf. 65. — B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 77 Nr. 5 - H. v. Heintze in: PropKg II (1967). Das rómische Weltreich 327 a. — Dies., JbAChr 14, 1971, 64 f. Taf. 3 a. — V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 192 Nr. 199 Taf. 324/5. Nase und Kinn sowie rechte Ohrmuschel bestoßen, Haar etwas verrieben. Haut gereinigt. Weder F. Poulsen noch B. M. Felletti Maj benannten den Kopf. Beide datieren ihn in das 3. Jahrzehnt des 4. Jhs. V. Poulsen schließt hn an den von R. Calza bestimmten Bildnistyp der Helena an. Da die Haartracht dieses Kopfes von den Münzbildnissen der Helena gänzlich abweicht, ist er keineswegs als deren Bildnis zu bestimmen. V. Poulsen verkannte jüngst nicht die Abweichungen von den gesicherten rundplastischen Bildnissen der Helena ünd versuchte, sie durch etwa kleinasiatische Kunstart zu erklären; in der Überschrift versah er jedoch den Namen Helena zu Recht mit einem Fragezeichen.

KOPENHAGEN,

Ny

Carlsberg

Glyptotek

773

Inv. 835.

— Kopf, zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet, überlebensgroß. 1888 in Rom erworben. ABr 58. — Bernoulli II 3, 203. - A. Hekler, Die Bildniskunst des Griechen und Rómer (1912) 309 a. — O. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst (1918) 157 Abb. 153. — C. Albizatti; MemPontAcc 1921, 347. — F. Poulsen,

Kunstmuseets Aarsskrift 13-15, 1926-28, 31 Abb. 44. '"Ders., Cat. Sculpt. 538 f. Nr. 773. - Billedtavler Taf. 66. - B.

M.

Felleti

Maj

CrdA

6,

1941,

82 Nr.

21.

- P.

Erim-].

Inan,

Belleten 32,

1968, 18.

- ].

D. Breckenridge, Likeness (1968) 254. — von Sydow 43. 88. 90. - H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 76 f. Taf. - Calza 149 Nr. 62; 178 Nr. 94 Taf. 42, 121; 43, 122.

11 d. - V.

Poulsen, Les portraits romains (1974). II 195 Nr. 203 Taf. 331/32. - Mus.Neg. Nase zum größten Teil abgeschlagen. Hinterkopf war besonders angesetzt und fehlt. Sinter und Wurzelfasern auf der einst porzellanartigen Haut; auch auf der Bruchstelle der Nase. Wohl mit Säure gereinigt. J. J. Bernoulli ordnete den Kopf den Bildnissen der Helena zu. Eine Benennung, die später nur noch von M. Alföldi wieder aufgenommen wurde. Als einzige hält R. Calza den Kopf für älter. Sie sieht in ihm die Gattin des Galerius, Galeria Valeria (s. auch unter dieser). Allgemein datiert man jetzt das Porträt in wesentlich spätere Zeit. V. Poulsen weist es Aelia Flaccilla zu, der Frau des Theodosios I. Jedenfalls handelt es sich nicht um ein Bildnis der Helena. NANTES,

Musée Debrée.

Bildnisbestim-

(1923) 412 Abb. 253. — Dies., Art in Ancient Rome II (1929)

PARIS, Cabinet des Medailles. — Statuette, unterlebensgroß. Aus Cyperri. A. Chabouillet, Catalogue (1858) Nr. 3303. — Delbrueck, Kaiserporträts 163 ff. Taf. 62-64. - H. P. L'Orange, AntK 4, 1961, 72 Taf. 30,5-7 — Ders., Likeness and Icon (1973) Die ursprünglich Aelia Flaccilla benannte Statuette wurde von R. Delbrueck der Helena zugewiesen. Dieser Bestimmung ist niemand gefolgt. Allgemein wird die Statuette in theodosianische Zeit datiert und überwiegend wieder als Aelia Flaccilla bezeichnet. Auch H. P. L’Orange hält eine Bildnisbestimmung als Aelia Flaccilla für wahrscheinlich. PISA, Campo Santo Inv. 36. — Kopf, fastlebensgroß. Bernoulli II 3, 203. - R. Papini, Il Campo Santo di Pisa (1914) 103 Cat. Nr. 169. — C. Albizzati, MemPontAcc 15, 1921, 352 f. Taf. 11,2. — J. Bankó, JbKSWien, Sonderheft 1,

als Bildnisse der Helena gelten. s. u. unter Fausta.

1926, —

12.

Calza

176

B.

M.

Nr.

Felletti

90 Taf.

59,

Maj,

CrdA

6,

1941,

83

Nr.

26.

184.

Nase und Kinn ergänzt. Braunrote Farbspuren auf dem Zopf. J. J. Bernoulli brachte diesen Kopf mit Helena in Verbindung,

NÍMES, Maison Carrée. — Kopf auf nicht zugehóriger ‘Statue, unterlebensgroß. ABr 1409. — Reinach, RSt II 637,4. — Espérandieu, Recueil II Nr. 2708. - Ders., La Maison Carrée (1929) Taf. 42. 1, 1926,

sie für eine

66 f. Abb, 21-23.

— Bronzemedaillon.

Sonderheft

reichen

192 Abb. 550. - R. Paribeni, Il ritratto (1932) Taf. 342. - E. Coche de la Ferté, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1951) 71 Abb. S. 70. — J. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1963) 181. - K. Buchholz, Die Bildnisse der Kaiserinnen der severischen Zeit nach ihren Frisuren (1963) 160. — M. Wegner, Herrscherbild III 1, 157. Nase und zahlreiche Stücke vom Rand des Schleiers ergänzt. Die im Catalogu® sommaire unter dem Namen Plotina aufgeführte Büste wurde nur von E. Strong ohne Begründung als ein mögliches Porträt der Helena bezeichnet. E. Cochede la Fert@ und 1. Charbonneaux erkennen Julia Maesa in der Dargestellten, was jedoch von M. Wegner, der auf die Proble. matik dieses Kopfes näher eingeht, abgelehnt wird. K. Buchholz zieht auch Paulina oder Mariniana in Erwägung. Als Bildnis der Helena kommt das Bildwerk keinesfalls in Frage.

schen Bildnissen, die hier in Übereinstimmung mit R. Calza

JbKSWien,

doch

PARIS, Louvre, Salle des Saisons. 995. — Büste, etwa lebensgroß. Cat. somm. 57 Nr. 995. — E. Strong, La scultura romana

1922 in der Loire gefunden. Literatur und Beurteilung s. o. unter Konstantin I. H. P. L’Orange schließt sich den Bildnisbestimmungen von J. Lafaurie und R. Calza in der Hauptsache an und sieht in der weiblichen Person oben rechts Helena. Soweit das Bronzemedaillon in Nantes Einzelheiten der Haartracht erkennen läßt, entspricht diese keineswegs verläßlich denjenigen der Münzbildnisse der Helena und ebensowenig ihren rundplasti-

- J. Bankö,

werden,

mung als Helena nicht aus.

von

Blanckenhagen, JdI 59/60, 1944/45, 59 ff. Abb. 17. - G.. : Bovini, I sarcophagi paleocristiani. Determinazione della loro cronologia mediante l'analisi dei ritratti (1949) 168. 202. - R. Calza, MemPontAcc 1954/55, 132. — A. Rumpf, Stilphasen ° der spätantiken Kunst (1957) 32 Taf. 28, 122. - A. W. Lawrence, Classical Sculpture (1929) 398 Taf. 160 à. - M. Alfóldj Goldprägung 133 Anm. 1. -- H. von Heintze, Rómische Porträtplastik aus 7 Jahrhunderten (1961) 17 Taf. 42. - E. Alföldi-K.

bestritten

und R. Papini behielt die Benennung bei. C. Albizzati und B. M. Felletti Maj schließen sich ihr jedoch nicht an. R. Calza datiert das Bildnis in die Mitte des 4. Jhs. und weist auf die

12. — E. Heu-

zey, BAntFr Vol. du Centenaire 201. - M. B. .Felletti Maj,

Ahnlichkeit mit dem Kopf der Sammlung Gentili in Rom hin,

CrdA 6, 1941, 78 Nr. 6. - R. Calza, MemPontAcc 6, 1955, 126. - Dies., Iconografia. 176 Nr.89 Taf. 58, 179/80. -

den sie unter die Porträts der Constantia/Constantina einordnet (vgl. unter dieser).

Mus.Neg. Nase restauriert. Der Kopf, den E. Espérandieu für antoninisch hielt, wurde von M. B. Felletti Maj als spátantik erkannt und in die letzten Regierungsjahre Konstantins datiert. R. Calza hält es für möglich, daß in diesem Bildnis aufgrund von Ähnlichkeiten mit der capitolinischen Sitzstatue und ihren Repliken Helena dargestellt sein könnte. Entfernte Ähnlichkeiten sollen nicht

ROM, groß.

Museo

Capitolino, Salone Inv. 57. — Büste, lebens-

Stuart Jones, Mus.Cap. 304 Nr. 57 Taf. 75. - R. Delbrueck, RM 28, 1913, 328 f. Abb. 7 a-c. - J. Maurice, NumChron 1914, 317 Abb. 1. 2. - Delbrueck, Kaiserporträts 49 f.

Abb. 19. - B. M. Taf. 46,3.

145

- E.

Felleti Maj,

CrdA

Alföldi-Rosenbaum,

6, 1941, MetrMus]

79 Nr. 10 1,

1968,

Helena

Helena

38 Abb. 29. — Calza 177 Nr. 92 Taf. 59, 187/88. — H. Wre-

Der Kopf, der sonst unbenannt gelassen wurde, wird von C.

de, Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig (1972)

C. die der Tat

Taf. 61,2; 62,2.

-- Inst.Neg.

Rom4 497—4499;

1957, 737/8.

Hals gebrochen, aber Kopf und Büste gehóren zusammen. Nase und Teile des Gewandes ergänzt. H. Stuart Jones datierte den Kopf'in die Zeit der älteren Faustina. R. Delbrueck erkannte, daß die Frisur in das 4. Jh. gehört und setzt ihn um die Jahrhundertmitte an. B. M. Felletti Maj schließt sich dem an. Als einziger möchte ]. Maurice darin Helena dargestellt sehen. Nach Ansicht von R. Calza ist der Kopf wenigstens eine Generation jünger, und A. Alfóldi, E. Rosenbaum sowie H. Wrede verweisen ihn in theodosianische Zeit. Als Bildnis der Helena läßt sich die Büste keinesfalls bestimmen.

ROM, Museo Capitolino, Sala Imperatori Inv. 496. auf Sitzstatue, etwa lebensgroß.

— Kopf

Vor 1566 iin Vatikan.

Stuart Jones, Mus.Cap. 214 f. Nr. 84 Taf. 53. — Bernoulli II 1, 245 ff. - R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 108-136 Abb. 1. 12 - 14. 21. - C. Pietrangeli, Musei Capitolini (Guida) (1964) 51 Nr. 59. — R. Calza in: EAA III (1960) 297 f. Abb. 360. — C. C. Vermeule, AJA 68, 1964, 340 Anm. 146. — H. von Heintze in: Helbig II^ Nr. 1326. - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 130 f. — C. C. Vermeule

Gnomon

40,

1968,

818.

- H.

von

Heintze,

Die

antiken Porträts in Schloß Fasanerie bei Fulda (1968) 83 unter Nr. 55. - H. Blanck, Wiederverwendung alter Statuen als Ehrendenkmäler bei Griechen und Römern (1969) 56 Taf. 25. - Calza 170 Nr. 80 Taf. 52, 161—163. - H. P. L'Orange, AntK 4, 1961, 72 Taf. 30,3. 4 — Ders., Likeness and Icon (1973) 65 Abb. 19. 20. — R. Brilliant, Roman Art (1974) 268 Abb. VI 54. — G. Becatti in: Studi miscellanei XV. Omaggio a Rannuccio Bianchi Bandinelli (1970) 36 Taf. 11,1. — E. E. Schmidt, Rómische Frauenstatuen (1967) 171f. - H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 64 Nr.2 Taf. 3 c. - J. Lavin, DOP 21, 1967, 107 Anm. 31. — Bergmann

Alinari

199.

- Cap.

A 2528;

5971. — Anderson

B. 687;

1642.

B. 1797;

B. 2541.

-

Vermeule als Helena gleiche Frau erkennt Helena zuwies. Die groß; Repliken sind

bestimmt, weil er in diesem Bildnis wie in dem Kopf in Boston, den er Ähnlichkeit beider Köpfe ist in der sie jedoch nicht. Beide Male trägt die

Frau den Scheitelzopf, der bei Münzbildnissen der Helena nicht vorkommt. Als Bildnisse der Helena sind beide keinesfalls nachzuweisen. ROM,

Vatikan, Sala a Croce greca 589 Inv.

238.

— Büste am

Sarkophag der Helena. Porphyr. Grabmal der Hl. Helena am Tor Pignattara. Bernoulli II 3, 202 Taf. 49. — A. Riegl, Spätrömische Kunstindustrie (1901) 90 Abb. 22; bes. 92 Anm. - P. Franchi de Cavalieri, Nuovo Bull. Arch. Crist. 27, 1921, 15 ff. - G. Rodenwaldt, JdI 37, 1922, 32. — Delbrueck, Porphyrwerke 215 Taf. 100. -- E. Sjóquist-A. Westholm, OpArch 1, 1935, 1 ff. bes. S. 25, 10 Taf. 1, 2. 5. — Lippold, Vat. Kat. III 1, 195 f. Nr. 589 Taf. 69-73. — G. Rodenwaldt in: Festschrift B. Nogara (1937) 389 ff. — A. Vasiliev, DOP 4, 1948, 1 ff. Abb. 18. - J. Charbonneaux, RArts 1952, 155-158 Abb. 1-6. - R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 133 ff.

Abb. 22. 22 a. - B. Andreae in: Helbig I* 20 Nr. 25. - A.. Grabar, Abb.

Die

173.



Kunst Calza

des 173

frühen Nr.

Christentums

84

Taf. 56,

173/74;

(1967) 57,

166 176-

178. - Mus.Vat. XXXII 55-1; XX XII 54-40. Kopf der Büste ergänzt, künstlich verwittert; alte Ansatzstelle

geglättet, aber kenntlich (Lippold). Daß die Büste, deren Gesicht heute die Züge der Helena trägt‘ aber,

wie

der

Stich

von

Piranesi

zeigt,

zerstórt

war,

eine

moderne Ergänzung ist, die unter Pius VI. angefertigt wurde, hatte schon J. J. Bernoulli erkannt. Die Zeichnungen von Pietro da Cortona und von Cassiano dal Pozzo nach einem Stich von A. Bosio um 1600, die R. Calza heranzieht, sind Rekonstruktionsversuche. Am ausführlichsten behandeln E. Sjóquist und A. Westholm die verschiedenen Zustánde des Sarkophags.

5195. — Gab.Fot.Naz.

D 2598. — Inst. Neg. Rom 1952, 189; 1952, 1376/78; 1958, 3004/6. — Hier Taf. 74 b. c.

199;

1957,

Kopf eingesetzt und nicht zugehórig; keine Überarbeitung eines álteren Kopfes, wie H. Blanck annimmt. Hinterkopf mit den Haaren nicht ausgearbeitet, die Haare sollten wohl angesetzt werden. Haupthaar verrieben. Haargehänge hinter den Ohren entfernt, da vermutlich einst beschädigt. Gesicht geglättet. Die alte Zuweisung an die ältere Agrippina wurde schon von J. J. Bernoulli und H. Stuart Jones abgelehnt. R. Calza hat anhand der Münzporträts nachgewiesen, daß hier Helena, die Mutter Constantins, dargestellt sein muß. Dieser Benennung wurde seitdem nicht widersprochen.

ROM, Museo Vaticano, Biblioteca (Vaticano latino Fol. 172). — Zeichnung im Codex Barberini nach einem Marmorkopf, gefunden auf dem Esquilin. Calza 174 Nr. 85 Taf. 56, 175. Sonst nicht veróffentlicht. Das Vorbild zu Helena, das von Esquilin gefunden ten Sammlungen

dieser Zeichnung mit der Unterschrift S. dem Maler Girolamo Muziano auf dem worden sein soll, ist in keiner der bekannzu finden. R. Calza erkennt zutreffend in

dem jugendlichen Bildnis keine Übereinstimmung mit den Zügen der Helena. ROM,

Vatikan,

Palazzo

del

Governatorato

Inv. 19152.

— Büste, fast lebensgroß. ROM, Museo Capitolino, Magazin, ehem. Palazzo Conservatori Inv. 1005. — Kopf, lebensgroß. Stuart Jones, Pal. Cons. 228 Nr. 34 Taf. 86. - H. P. L'Orange, AntK 4, 1961, 71 Taf. 29,5. 6. — C. C. Vermeule, AJA 68, 1964, 340. — von Sydow 7 ff. In Gips ergánzt: die Nasenspitze, kleine Stücke an der linken Wange und Teile der Haarflechten.

Herkunft unbekannt. R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 126 Abb. 18. 18 a. — Dies., Iconografia 172 Nr. 82 Taf. 54, 165/66. — Mus.Vat. XXXII 29. 26/7.

Ergänzt: großer unterer Teil der Nase.

Die Büste, obwohl

größtenteils antik, ist nicht zugehörig. Alte Oberfläche findet sich

146

wohl

nur

noch

hinter

der

rechten

Ohrmuschel;

die

herabhängende Strähne ist alt. Im Vorhandenen keine Augenbohrung. R. Calza weist auf die Ahnlichkeit dieses Kopfes mit dem der capitolinischen Sitzstatue hin und ordnet ihn unter die Bild-

TRIER, Bischöfliches mit Schleier.

nisse

Spätantike und Byzanz (1952) 103. — A. Alföldı, Historia 4,

der

Helena

ein,

was

recht

wahrscheinlich

ist,

Aus dem Dom

zumal

Azevedo,

ROM, Museo Torlonia Nr. 614. — Kopf auf moderner Büste, lebensgroß. Gefunden 1856(?) Via Labicana (Tor Pignattara). Visconti Nr. 614 Taf. 160. — Bernoulli II 3, 203. --Delbrueck, Kaiserporträts 49 Abb. 20. - B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 83 Nr. 27 Taf. 48, 10. — G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 140. — A. Carandini, Ricerche sullo stile e la cronologia dei mosaici della villa Piazza Armerina (1964) 21 Nr. 23. - von Sydow 67 f. 78 Taf. 1. — R. Bianchi Bandinelli; Rom. Das Ende der Antike (1971) 38 Abb. 34. — Calza 132 Nr. 43 Taf. 31, 85. 86. - H. von Heintze, JbAChr 73

Nr.

5 Taf. 9 d; 11 b. - Bergmann

199.

Fot.Naz. 1791.

E

36779/80.

- Inst. Neg

Rom

7909;

7916;

1933,

58 Anm.

Th.

15.

172. — Bergmann

- R.

Calza,

Iconografia

MemPontAcc

8, 1955,

174 Nr. 86 Taf.55,

200. - Inst. Neg. Rom

1957,

Kempf,

‘nischen

1963,

1958,

196-222.

60 ff. -- M.

— M.

Cagiano

Bonicatti,

de

Studi

di

— J. Lavin, DOP

21, 1967, 99 ff. — M. Alföldi.

der als erster die Deckenmalereien

die

Bildnisse

Kaiserhauses.

So

mit sieht

Mitgliedern er

in

der

des Dame

publizierte,

konstantimit

dem

Schleier Helena, die Mutter Constantins. A. Alföldi folgt dieser Deutung, während M. Alföldi und W. B. Kaiser. sich für Fausta entscheiden. W. Schumacher dagegen sieht in ihr die jüngere Helena, die Braut des Crispus. A. Rumpf, R. Calza und M. Cagiano de Azevedo lehnenes überhaupt ab, bestimmte Persönlichkeiten mit diesen Bildern in Verbindung zu bringen und erklären sie als Symbolgestalten. Für A. Rumpf ist allein. schon die Kassettendecke, an der sie angebracht waren, ein unmöglicher Ort für Porträts. Dem ist entschieden zuzustimmen. A. Rumpf datiert die Deckenmalereien in spätere Zeit, nämlich in die des Gratian.

ROM, Villa Borghese, Platz vor der Galerie Borgbese. — Statue, etwas überlebensgroß. P. Mingazzini in: EA Nr. 2842. - B. M. Felletti Maj, CrdA 80 Nr.

56.

identifizierte

die eine solche Zuweisung für »sehr wahrscheinlich« hält.

6, 1941,

58,

10,

Goldprägung 127, - W. B. Kaiser, Festgabe für W. ‚Jungandreas (1964) 26. 33-35. — Th. Kempf-W. Reusch, Frühchristliche Zeugnisse im Einzugsgebiet von Rhein und Mosel (1965) 241 Nr. 40 a Abb..8. - G. M. A. Hanfmann, From Croesus to Constantine (1975) Abb. 194. — A. Rumpf, Stilphasen der spátantiken Kunst (1957) 24. — Calza 179 Nr. 95 Taf. 60, 189/90. — Bergmann 181 Anm. 739. — Mus.Neg. Stark restauriert.

Nase und Spitze des Kinns ergänzt. Der Fundort mag eine Rolle gespielt haben, als C. L. Visconti diesen Kopf Helena (fälschlich »Helena Fausta«) nannte, was von J. J. Bernoulli nur mit Zweifeln wiedergegeben wurde. R. Delbrueck hielt das Bildnis für ein Privatporträt aus der Mitte des 4. Jhs. So datiert auch W. von Sydow, aber er sieht in der Dargestellten eine kaiserliche Prinzessin. Ein spáterer Ansatz wird von R. Bianchi Bandinelli vertreten, der an Eudoxia denkt. Der Name Eutropia wird nur von R. Calza genannt,

Abb.24. - Dies.,

Calza, MemPontAcc 8, 1955, 129 ff. 10, 1959/60, 70-90 Taf. 5. — W. Schu-

RómQSchr ArchCl

8= Beil. 5. — Ders.,

storia dell'arte sulla tarda antiquità e sull'alto medioevo (1965)

- G.

Becatti, L'arte dell'età classica (1978) Abb. S. 412. - Gab.-

Dame

zu Trier.

1955, 131 ff. - R. - M. Alföldi, JNG

macher,

1971,

- Deckenmalereien,

Th. Kempf, TrZ 19, 1950, 45-51, Abb.

wenn man die starke Überarbeitung und damit verbundene. Glättungen in Rechnung zieht.

14,

Museum.

TUNIS, Musée Bardo Inv. C 76. - Kopf, lebensgroß. Aus Bulla Regia. R. La Blanchere-P. Gauckler, Catal. du Musée Alaoui (1897). 57 Nr. 76 Taf. 15, 76. -- J. Charbonneaux, RArts 2, 1952, 153 ff. Abb. 1. 4a. 5 a. - R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 133. - M. Alföldi, Goldprägung 133 Anm. 1. - H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 121 f. - M. Yacoub, Le Musée du Bardo (1970) 23. - von Sydow 153. — Calza 178

136

170.

825-827.

- Alinari Nr. 6796. — Foto Moscioni Nr. 6190. Nase und Teile des Mundes ergänzt. Ob Kopf und Statue zusammengehóren, wie R. Calza meint, war an Ort und Stelle nicht zu erkennen, ist aber sehr unwahrscheinlich. P. Mingazzini verglich die Frisur des Bildnisses mit der der Otacilia, wàs von B: M. Felletti Maj zurückgewiesen wurde, die seine Zugehórigkeit zur konstantinischen Epoche erkannte. R. Calza sieht in diesem Kopf, trotz seiner schlechten

Nr. 93 Taf. 59, 186.

— Inst.Neg. Rom

1961, 595.

Nase abgeschlagen, Oberfläche zeigt Verwitterungsspuren.

J. Charbonneaux identifizierte diesen Kopf mit Helena, was jedoch schon der Frisur wegen wenig überzeugte. So datierte

ihn R. Calza in spätantoninische Zeit. M. Alföldi und W. von Sydow treten ebenfalls für ein früheres Entstehungsdatum ein.

Ausführung, Ähnlichkeit mit den Porträts der Helena, besonders dem in den Uffizien in Florenz. Mehr als allgemeine Ahnlichkeiten sind dies jedoch nicht. Als Bildnis der Helena ist der Kopf keinesfalls zu bestimmen.

WIEN, Kunsthistorisches Museum Inv. I 1497. - Kopf, unterlebensgroß. Herkunft unbekannt. 1924 im Kunsthandel erworben. J. Bankó, JbKSWien, Sonderheft 1, 1926, 11 ff. Taf. 2

TRIER, Stadtbibliothek. - Kameo (sog. Ada-Kameo). Sardonyx. Zur Literatur und zu: den bisherigen Bildnisbestimmungen,

Abb. 6. 7. - R. Calza, MemPontAcc 8, 1955, 132. — H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 73 Nr. 1. - Calza 177 Nr. 91

insbesondere ob die erste Person von links eine verschleierte Frau sei und Helena darstelle, s. o. unter Konstantin.

Taf. 59, 185. — Bergmann 200. - Mus.Neg.

147

Helena

-Die Oberfläche ist stark verwittert. Nase (besonders rechte Hälfte), die beiden Ohrmuscheln, der Hals, Nacken und das Haarnest am Hinterkopf zerstört.

ihre der

— 1. Bankó wollte vor allem aufgrund der Frisur diesen Kopf als ein Porträt der Helena bestimmen. R. Calza lehnt mit Recht diese Deutung ab. Die Direktion des Wiener Museums hegt

zudem neuerdings Zweifel an der Echtheit des Bildnisses.

Flavia Iulia CONSTANTIA

295

(Ὁ) geboren

Konstantins.

März

als Tochter

des

Constantius

313 vermählt mit Licinius.

Chlorus

(1.

und der Theodora,

324 verwitwet.

somit Halbschwester

326—327 NOBILISSIMA

FEMINA,

jedoch nicht Augusta. Gegen 330 gestorben. Nach dem Tode ihres Mannes lebte sie am Hofe ihres Halbbruders Konstantin in Konstantinopel. Ihr wurden Statuen aufgestellt (CIL VI 1153). . Münzen

der Münzstätte Constantinopel; J. Lafaurie datiert diese erst 338, d. h. nach ihrem Tode, im

Zusammenhang mit Münzprágungen zum Gedenken an Theodora und Helena, die 337 starb. O. Seeck in: RE IV (1901) 958. — Delbrueck 48. 64. 86. 171. — Calza 58. 264 ff. — RIC VII 26 f. 570.

571 Nr. 15 Taf. 18 (Aes, Folles). - E. Pridik, ZfNum

40,

1930,

76 Nr. 12 Taf. 3,12. - J.

Lafaurie, RevNum 17, 1955, 233 f. Taf. 9, 10. — Maurice II 519 Taf. 16,2. Münzbildnisse der Constantia sind außerordentlich selten; nach RIC sind nur zwei, eventuell drei bekannt, Vorderseite: CONSTANTIA N F; Rückseite: SOROR CONSTANTINI AUGUSTI; im Lorbeerkranz: PIETAS PUBLICA ; im Abschnitt H: CONS’B. Die Haartracht dieses Münzbildnisses.

verdeckt die Ohrmuschel völlig. Unterhalb der Stelle, wo das Ohr sich befindet, drängt ein voller Haarwulst am Wangenrand nach vorn. Um die Stirn erkennt man eine Folge zungenfórmiger Gebilde, die ausgewólbt sind. Dann folgt schräg geführt ein breites flächiges Geflecht.

A m restlichen Stück des

Hinterkopfes ist das Haar gestrählt. Unter den rundplastischen Bildnissen, deren Bestimmung als Constantia erwogen wurde, kommen die beiden Köpfe in Adolphseck und in den Vatikanischen Gärten nach ihrer Haartracht dem Münzbild am nächsten. Letzterer entspricht jedoch dem Münzbildnis nicht hinreichend, weil an ihm die Ohrmuschel sichtbar bleibt und weil die zungenfórmigen Gebilde des Stirnhaares eingesenkt, nicht ausgewölbt sind. Ausgewölbt sind diese am Kopf in Adolphseck, und an ihm ist auch die Ohrmuschel verdeckt; ihm fehlt jedoch der mächtige Haarwulst am Wangenrand. Nach der Haartracht ermöglicht der Vergleich mit dem Münzbildnis keine Bildnisbestimmung der beiden Köpfe als Constantia. Überdies sieht auf dem Münzbildnis das Gesicht schlanker aus als die vollwangigen Gesichter der beiden Köpfe. Und endlich läßt die späte und seltene Münzprägung schwerlich eine Bildnisehrung erwarten.

Ein Kopf in Como hat zwar den Nackenwulst des Münzbildnisses, jedoch nicht das zungenförmige Stirnhaar; und anstelle der breiten Flechte trägt dieser Kopf ein Diadem, das der Münze fehlt. Der Kopf einer Büste in Vicovaro ist zwar sehr schlecht erhalten; was aber an dessen Haartracht zu erkennen ist, spricht gleichfalls gegen eine Bildnisbestimmung: Die sichtbare Ohrmuschel, das gestrählte Stirnhaar und das aus mehreren Flechten gewundene Nest auf dem Oberkopf. Nach der Haartracht ähnelt diesem Kopf ein wenig der Kopf in Chicago, der also auch wegen der unterschiedlichen Haartracht abzuweisen ist, ganz abgesehen davon, daß dieser, nach den Abbildungen zu urteilen, wohl in das 2. Jh. n. Chr. gehört, wie ihn bereits E. B. Harrison und W. von Sydow datierten. Ein Kopf in Leningrad sieht in der Haartracht dem Kopf in Chicago sehr ähnlich und kommt ebenfalls als Bildnis der Constantia nicht ın Frage; auch dieser ist in Übereinstimmung mit W. 148

von

Sydow

in das

2. Jh.

n. Chr.

zu

datieren,

wofür

die feinteilige Haarbehandlung

entschieden

spricht; die befremdende Augenbohrung erklärt sich wohl aus einer Überarbeitung. So läßt sich denn unter allen rundplastischen Bildnissen, die als Constantia vorgeschlagen wurden keines als solches erweisen. Lafaurie schlug vor,.auf dem Bronzemedaillon in Nantes die Person unten Fan

links,

-

.

die er für weiblich

hält,

᾿

Flavia Iulia Constantia

zu benennen;

^

Constantia I.

)

eine sinnvolle Familiengruppe

ergábe dies nicht.

Vgl. Medaillon Nantes unter Constantinus. ADOLPHSECK, Schloß.

Abb.

Calza 267 f£. Nr. 180 Taf. 93, 327-330.

Taf.c.

17.

18;

74

Abb.

d. - von

6

Sydow

— Ders.,

73.

ActalRN

402

Abb. 4. - Photo

Paolerti,

Mailand.

1935, 2144/5.

CHICAGO, The Art Institute (1960/64). — Kopf, lebensgroß. Aus Griechenland? C. C. Vermeule, The Art Institute of Chicago Quarterly 54 Nr. 4,

1960,

10

Abb.

auf

sche Kunst (1964) 101 Abb.

S. 8. - M.

1967,

87

98.

Milkovich,

A. Hanfmann,

— E. B. Harrison,

Abb. 31. - Vermeule. 356

Roman

RömiDOP

21,

Abb. 179. - J.

D.

Breckenridge, Likeness. A Conceptual Historyof Ancient Portraiture (1968) 247 Abb. 131. — von Sydow 152. — Calza 268 Nr. 181 Taf. 94, 331/32. — A. Vostchinina, Musée de lErmitage. Le portrait romain (1974) 194 unter Nr. 79. — Romans

and

Barbarians.

Museum

1962,

270

50

Nr. 183

Taf. 95, 338/39. — B. M. Felletti Maj, AquilNost 1974/75,

Lit. s. unter Helena.

Portraits (1961) 76 Nr. 34. -- G. M.

|,

77 ff. - Calza

of Fine

Arts,

Boston.

Ausstellungskatalog 1976/77 Nr. 118 mit Abb. - Age of Spirituality 289 Nr. 268 mit Abb. - Mus.Neg. In der Mitte des Halses abgebrochen. Nasenspitze fehlt. Linkes Ohr abgestoßen. Sinterspuren. C. C. Vermeule wies diesen Kopf durch Vergleich mit den Münzbildnissen der Frau des Licinius, Constantia L zu. Dieser Benennung folgten M. Milkovich, G. M. A. Hanfmann, A. Vostchinina und R. Calza. E. B. Harrison und W. von Sydow lehnen die spätantike Zuweisung ab und datieren den Kopf beide ins 2. Jh.; nach den Abbildungen zu urteilen,

Rom

Ergänzt: die Nase unterhalb des Ansatzes, das untere Ende der rechten Nackenflechte; beschädigt: der Stirnreif oben links und der Halsausschnitt links. Oberfläche ziemlich verwittert. Die Haut war früher poliert. In seiner Erstpublikation hat C. Albizzati den Kopf als Licinia Eudoxia, die Frau Valentinians III. gedeutet. Dagegen spricht die Stephane, die auf Münzen der Licinia Eudoxia nicht vorkommt, was R. Delbrueck bestimmt hat, eine frühere Datierung um 330 anzunehmen und das Bildnis einer Frau des konstantinischen

Hauses,

am wahrscheinlichsten

Constantia

I., zuzuweisen. Dem schließen sich B. M. Felletti Maj, P. Ducati und H. P. L'Orange an. Eine Datierung um die Mitte des 4. Jhs. wird von A. Alföldi, A. Frova und H. Jucker vertreten. Noch später datieren A. Rumpf (um 400: Galla oder Eudoxia), W. von Sydow (um 370) und R. Calza, die an Justina,

die Frau Valentinians

I., denkt.

Auch

B. M.

Felletti

Maj datierte den Kopf in die letzten dreißiger Jahre des 4. Jhs. Eine Bildnisbestimmung als Constantia ist also nicht erwiesen.

LENINGRAD, Ermitage Inv. A 247. zugehóriger Büste, lebensgroß.

— Kopf

auf

nicht

Aus der Coll. Laval:

ist diesem Zeitansatz zuzustimmen.

COMO, Museo Giovio. — Kopf zum Statue, lebensgroß. Aus der Sammlung Quirici in Monza erworben).

— Inst. Neg.

Einsetzen (1919

in

G. Kieseritzky, Beschreibung der Skulpturensammlung der Ermitage (1901) Nr. 86. — O. Waldhauer, Kurze Beschreibung der Skulpturensammlung (1912) Nr. 223. — T. Uschakoff, AA 43, 1928, 60 ff. Abb. Beil. 5. — F. Poulsen, Mellem Glyptotekets romerske Portretter (1929) 24 f. Abb. 35. 36. — B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 80 £. Taf. 47,7. - A. F.

eine

in Mailand

de Aviles, AEsp 20, 1947, 93 Abb. 11. 12. - A. Garcia y

Bellido, AEsp .22, 1949, 339 Abb. 9. 10. - von Sydow 150. — A. Vostchinina, Musée de l'Ermitage. Le portrait romain (1974) 193 Nr.79 Taf. 102-104. - X. Gorbunova-]. Saverkina, Greek and Roman Antiquities in the L'arte in Roma (1938) 331 Taf. 221. — B. M. Felletti Maj, Hermitage (1975) Abb. 123. CrdA 6, 1941, 79 Nr. 11 Taf. 46,4. - A. Alfoldi, A dantis 21, Ohren und untere Hälfte der Nase ergänzt. 1949, 67, 31. — C. Carducci, Mostra del ritratto romano. Turin 1952/53 Nr. 68 Abb. 36. - H. Jucker, Altrómische Nach den ursprünglich frühen Datierungen von G. KiesePortrát-Plastik. Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich ritzky (trajanische Zeit) und O. Waldhauer (Mitte 3. Jh.), (1953) Nr.76. - A. Rumpf, Stilphasen der spátantiken ἡ *besprach T. Uschakoff den Kopf ausführlich und kam zu dem Kunst (1957) 22 Taf. 15, 68. 69. — A. Frova, L'arte di Roma Schluß, daíf das Bildnis dem Stil nach dem 1. Viertel des e del mondo romano (1961) 363 ff. — H. P. L'Orange, AntK 4. Τῆς. zuzuweisen sei. F. Poulsen und B. M. Felletti Maj 4, 1961, 72 Taf. 30,1. 2. — Ders., Likeness and Icon (1973) 64 folgen der Spätdatierung, wobei letztere einen Ansatz kurz

C. Albizzati, MemPontAcc 15, 1922, 339 ff. - Ders., Annali Facoltà di Lettere Università Cagliari 1/2, 1926/27, 21 ff. — Delbrueck, Kaiserporträts 169 ff. Taf. 70. — P. Ducati,

149

nach der Mitte des 4. Jhs. vorzieht. A. Vostchinina schlägt darüber hinaus die Benennung Constantia I. vor, die von X. Gorbunova und J. Saverkina aufgegriffen wird. W. von Sydow glaubt, daß die späte Datierung auf die »mindere Qualität«

des

Bildnisses

zurückzuführen

sei und

datiert

weggebrochen. Kinn und Ohren beschädigt. Oberfläche stark

verwittert und gereinigt. R: Calza sieht in diesem Bildnis die gleiche Person wie in dem

des Museo Torlonia Nr. 615, das sie als Constantia I. bestimmt hatte. W. von Sydow dagegen hält es für ein Privatportrát und datiert es nicht überzeugend. ganz an das Ende des 4. Jhs., in die Jahre 390-400.

es

zutreffend um die Mitte des 2. Jhs. NANTES, Musée Debree. — Bronzemedaillon. 1922 in der Loire gefunden.

VICOVARO, Palazzo Ducale. — Büste. Calza 269 Nr. 182 Taf. 94, 333/34. - Inst.Neg. Rom

J. Lafaurie vertrat für das Kópfchen unten links, das er für weiblich

hielt,

eine Bildnisbestimmung

als Constantia,

die

Halbschwester Konstantins. Vgl. o. unter Constantinus und unter Helena. ROM,

Vatikanische

Gärten

325/26.

— Fot.Mus.Vat.

Bruchlinie

in Höhe

des

Schlecht erhalten. Mehrere Bruchstellen im Gesicht und an der Frisur. Nase fehlt, Oberfläche verwittert.

Inv. 7292. — Kopf

zugehöriger Büste, etwa lebensgroß. von Sydow 88 ff. Taf. 5. — Calza XXXII

267

Diese Büste, die möglicherweise das obere Bruchstück einer

auf nicht

Nr. 179

ganzen Statue war, wird von R. Calza, trotz seiner viel geringeren Qualität, in enger Verbindung mit dem Kopf in

Taf. 92,

Chicago

1960, 29/30.

Mundes.

Ehemals

1967,

2212.

ergänzte

‘gesehen,

der

überwiegend

Constantia

genannt

wurde. R. Calza hält es für möglich, daß das schlecht erhaltene Bildnis von Vicovaro dieselbe Person darstellt. .

Nase

ANASTASIA Tochter des Constantius Chlorus und der Theodora,

Halbschwester Konstantins.

Keine Herrschaftstitel. Keine Münzprägungen in RIC VI und VI. O. Seeck in: RE

1 2 (1894) 2065. — Delbrueck 171. — Calza 262.

KOPENHAGEN, Ny überlebensgroß. Aus Konstantinopel.

Türkei. Neue Funde (1979) 309 Nr. 306 4. Jh.). - Mus.Neg. Nasenspitze fehlt. Kinn etwas beschädigt.

Carlsberg Glyptotek 680 a. — Kopf,

K. Jacobsen, Fortegnelse over de antik Kunstvaerker (1907) Nr. 680 a. - O. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst (1918) 156 Abb. 152. — C. Albizzati, MemPont Acc 1922, 339 ff. — T. Uschakoff, AA 1928, 63 Anm. 1. - Fr. Poulsen, Kunstmuseets Aarsskrift 13-15, 1929, 22 Abb. 26. — Ders., Cat. Sculpt. 474 Nr. 680 a. — Billedtavler 56. - B. M. Felleti Maj, CrdA 6, 1941, 82 Nr. 23 Taf. 47,8. — F. K. Dörner, Inschriften und Denkmäler aus Bithynien, IstForsch XIV (1941) 48 unter Nr. 7. - ABr 56.

- H.

von

Heintze,

Gnomon

32,

1960,

158.

— Inan-

Rosenbaum 99 f. unter Nr. 91. — H. von Heintze in: Th. Kraus, Das römische Weltreich (1967) 330. — Dies., Die antiken Porträts der landgräflich-hessischen Sammlungen in Schloß Fasanerie bei Fulda (1968) 84. — H. Jucker, Schweiz. Monatshefte 48, 1968, 754. — von Sydow 120 Anm. 31,1; 151. - H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 78 ff. Taf. 13 b. — Calza 262 Nr. 176 Taf. 91, 319. 320. - V. Poulsen, Les portraits romains II (1974) 193 Nr. 201 Taf. 328/29. — M. A. R. Colledge, JRS 65, 1975, 215. — J. Inan-E. Alföldi-Rosenbaum, Römische und frühbyzantinische Porträtplastik aus der

Taf. 216

(Ende

Der zunächst in das 2. Jh. datierte Kopf wurde von O. Wulff dem 4. Jh. zugewiesen. Diese spätere Entstehungszeit wird seitdem allgemein angenommen. F. Poulsen sieht in diesem Bildnis eine Dame der konstantinischen Zeit, hält aber aus

stilistischen Gründen

eine Datierung in die 2. Hälfte des

4. Jhs. für möglich, so wie auch B. M. Felletti Maj die Zeit um 360 vorschlägt. Für R. Calza ist dieser Ansatz zu spät, über 340 móchte sie nicht hinausgehen, in erster Linie wegen der

Frisur.

R. Calza schlágt als einzige eine Benennung vor.

Gestützt auf den Fundort, der in Konstantinopel in der Nähe der Thermen, die nach Anastasia benannt sind, angenommen wird, hält sie es für wahrscheinlich, daß der überlebensgrofie Kopf eine Darstellung der Halbschwester Konstantins, Ana-

stasia, sein könnte. W. von Sydow widersprach solcher Datierung ins 4. Jh.; er versucht mit Hinweis auf die Plastizität des Kopfes und der feinen Modellierung nachzuweisen, daß das Bildnis im 2. Jh. entstanden sein müßte. Da es keine Münz-

bildnisse der Anastasia gibt, entbehrt deren Bildnisbestimmung jedenfalls einer verläßlichen Grundlage.

150

Flavia Valeria EUTROPIA

(II.)

Tochter des Constantius Chlorus und der Theodora. 350 fand sie den Tod anläßlich der Usurpation ihres Sohnes Flavius Popilius Nepotianus in Rom. Keine Herrschaftstitel. Keine Münzprägungen in RIC VI und VII. Keine rundplastischen Bildnisse erwogen oder nachzuweisen.

O. Seeck in: RE VI 1 (1907) 1519. — W. Enßlin in: RE XVI 2 (1935) 2512. — Calza 271 £.

GALERIA

VALERIA

Vor 284 geboren als Tochter des Diocletianus und der Prisca. 293 vermählt mit Galerius. 305 Augusta. Nach dem Tode des Galerius 311 begab sie sich zu Maximinus Daia. Sie wurde 314 hingerichtet auf Befehl des Licinius. Zahlreiche Münzen aus den Prágestátten Siscia, Serdica, Thessaloniki, Herakleia, Nicomedia, Cyzicus, Antiochia und Alexandria. W. Enßlin in: RE 2. Reihe VII (1948) 2282 f. Nr. 7. — Delbrueck 46. 55. 166. — Calza 148 ff. - RIC VI 15. 33. 64. 109. 478. 489. 524 f. 547 ff. 572 ff. 626 ff. 632 f. 637. 639. 654 f. 671 ff. Taf. 9,196; 10, 43; 11, 29. 34; 13, 57; 14, 58. — Gnecchi I 13. 14 Taf. 6, 3.

Gute Gründe sprechen dafür, daß am kleinen Bogen von Thessaloniki das Bildnismedaillon gegenüber demjenigen des Galerius im ursprünglichen Zustand Galeria Valeria darstellte. Den überlebensgroßen Kopf in Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek 773 Inv. 835 hält R. Calza als

einzige für ein Bildnis der Galeria Valeria. Den Münzprofilen und Medaillen der Galeria Valeria entspricht er keinesfalls. Literaturnachweise s. o. unter Helena.

THESSALONIKI, Museum Inv. 2466. — Kleiner Bogen mit Bildnismedaillon. Gefunden

1957

ın

Thessaloniki

an

der

Stelle

des

antiken

Hippodroms. G. Daux, BCH 82, 1958, 759 Abb. 4. 5. — L. Vlad Borrelli in: EAA VI (1965) 1082 Abb. 1196. — C. C. Vermeule, Proc. Am. Philos. Soc: 109, 1965, 631 f. Nr. 6. — G. Bakalakis in: Festschrift Laur-Belart (1968) 3 ff. — Vermeule 417 f. -- R. Winkes, Clipeata Imago (1969) 243. - A. Rüsch, JdI 84, 1969, 194 M 20. - R. Bianchi Bandinelli, Rom. Das Ende der Antike

(1971) 305 f. Abb.

283.

— Calza

151 Nr. 64 Taf. 43,

124. -- H. P. Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975) 119. — B. Breuk, Spätantike

und frühes Christentum, PropKg Suppl 164 a. — Photo F. Zevi. -- Hier Taf. 21b. Anscheinend Abarbeitungen rings um breitere Frisur (breit um den Nacken).

I (1977)

den Kopf.

Abb.

Ehemals

Das weibliche Medaillonbildnis am kleinen Bogen in Thessaloniki stellt heute eine Göttin mit Mauerkrone dar und wurde allgemein als die Stadtpersonifikation Tyche gedeutet. R. Calza erkannte, daß der Kopf überarbeitet worden ist und

nahm

an, daß hier ursprünglich als Gegenstück zu einem

Bildnismedaillon des Galerius seine Gemahlin, Galeria Valeria, dargestellt gewesen sei. Deren Porträt wäre nach ihrer , Ermordung durch Licinius umgewandelt worden. Dies ist in

Übereinstimmung mit H. Laubscher eine »ansprechende Vermutung«.

151

Galeria Valeria MAXIMILLA Tochter des Galerius aus erster Ehe. Vermählt mit Maxentius, vermutlich 293. Dieser Ehe entstammten wahrscheinlich zwei Söhne, deren einer Valerius Romulus war. T.odesdatum unbekannt, wahr-

scheinlich vor 309. NOBILISSIMA FEMINA benannt auf einer Inschrift, die an der Via Labicana gefunden wurde (ILS 667). Keine Münzprägungen in RIC VI und VII. Keine rundplastischen Bildnisse erwogen oder nachzuweisen.

W. Enßlin in: RE Suppl. V 1 (1903) 662. — Calza 196.

MINERVINA Konkubine von Constantinus, die ihm 303 den Crispus gebar. Keine Münzprägungen 1n RIC VII. Keine rundplastischen Bildnisse erwogen oder nachzuweisen. W. Enflin in: RE XV 2 (1932) 1807. — Calza 248. - DP. M. Bruun, RIC VII 25.

Flavia Maxima FAUSTA

Tochter des Maximianus

Herculius, geboren etwa 297. 307, am 31. März,

mit Constantinus, dem sie

seit 300 verlobt war, verheiratet. Kinder dieser Ehe waren die Söhne Constantinus IL, (geboren August 316 in Arles), Constantius IL, (geboren 7. August 317) und Constans, (geboren 320) sowie die Töchter Constantia und Helena III. Sie erhielt zunächst den Titel NOBILISSIMA

8. Nov. 324 den Titel AUGUSTA. memoriae verhängt.

FEMINA,

dann am

Im Herbst 326 wurde sie umgebracht und über sie die Damnatio

Münzen wurden für sie geprägt in den Münzstätten Sirmium, Thessaloniki, Heracleia, Arles, Lyon, Trier, Siscia, Ticinum, Constantinopel, Cyzicus und Nicomedia.

Antiochia,

Delbrueck 86 f. — Calza 56 f. 248 ff. — M. Alfóldi, Goldprägung 144 f. — J. Vogt, Constantin der Große und sein Jahrhundert (1949) 149. 254 ff. Münzen: RIC VI 216 Nr. 756 Taf. 2; VII 137 Nr. 235 Taf. 2; 724 Index I: Flav Max Faustae; Flavia Maxima Taf.

Fausta

Augusta.

— Maurice

II 159 ff.

162 Taf. 14,

12.

— Gnecchi

I 22 Taf. 8,

10-12;

II

133,1.

Erwägenswert ist allein, ob das unterlebensgroße Bronzebüstchen in Arles als Bildnis der Fausta gelten kónne.

152

AQUILEIA,

Fußboden

in

der. Südkirche

der

Basılika.

— Mosaik. Zur Literatur und zur Ablehnung von Bildnisbestimmungen s. o. unter Constantinus.: Bekráfügt wird diese Ablehnung überdies durch die recht áhnliche Darstellung von Nereiden in einem Mosaik von Piazza Armerina, H. P. L'Orange, ActaIRN 2, 1965, Taf.

17.

Musée

ARLES,

Lapidaire.

- Büste,

unterlebensgroß.

Bronze. Espérandieu, Recueil 9, 112 Nr. 6730. — Delbrueck, Kaiserportráts 19. 49. 63. 164. 166. 170. 174 Taf. 65. — B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 77 Nr. 4. — W. N. Schumacher,

RómQSchr .58, 1963, 203. - Th. K. Kempf-W. Reusch, Frühchristliche Zeugnisse im Einzugsgebiet von Rhein und Mosel

(1965) 246.

— F. Braemer,

RA

1968,

2, 344 Anm.

1.

— Calza 252 Nr. 166 Taf. 89, 314/15. — RIC VII 45. - Inst. Neg. Rom 1928, 151. 153. - Neg. Akad. Kunstmus. Bonn. — Neuaufnahmen werden der Hilfsbereitschaft von J. M. Rouquette, Conserväteur des Musées d’Arles, verdankt. — Hier Taf. 75 b. c. Stark oxydiert und versintert. Nase besonders beschädigt. R. Delbrueck wollte in diesem Köpfchen ein Bildnis der Fausta erkennen, vor allem aufgrund des Diadems und der Frisur. Dieser Benennung wurde seither nicht widersprochen. Einschränkende

Bedenken,

die

geäußert wurden,

beziehen

sich auf den schlechten Erhaltungszustand des Bronzebüstchens. Unter allen für Fausta erwogenen Bildnissen entspricht in der Tat dieses in seiner Haartracht mit dem gestrählten, gescheitelten Haar und dem tief hängenden Nest der Mehrzahl der Münzprägungen, insbesondere derjenigen aus Lyon, allerdings aus den Jahren 324/25 (RIC VII Taf. 2. hier Taf. 72). Es wäre auch nicht verwunderlich, gerade in Arles ein vereinzeltes Bildnis der Fausta zu finden, weil sie dort 316

das Frauenprofil als Helena ansehen, woraus

ersichtlich wird,

wie wenig aussichtsreich bildniskundlich eine Bildnisbestimmung ist.) Bleibt man bei dem Nächstliegenden, die Darstellung des Bronzemedaillons unbefangen als Familienbild anzusehen, nämlich als Konstantin,

Fausta und drei Kinder,

dann

sollte Fausta bereits Augusta sein. Das geschah am 8. November 324 zwei Jahre bevor sie im Herbst 326 umgebracht wurde. Als sie zur Augusta ernannt wurde, hatte sie nachweislich drei Söhne geboren, im August 316 Constantinus (II), am 7. August 317 Constantius (II.) und 320 Constans. Das Christusmonogramm, das sich auf dem Bronzemedaillon findet, kommt erst von 320 an auf Münzen Konstantins vor, empfiehlt also eine Datierung nicht vor 320. Die drei Kinder des Bronzemedaillons könnten also die drei Söhne sein. Wann die beiden Töchter Constantia und Helena (III.): geboren wurden, weiß man nicht. Sie könnten später geboren sein, als das Bronzemedaillon, etwa anlàflich der Ernennung zur Augusta, angefertigt wurde. Es wäre aber auch denkbar, falls eine oder beide Töchter zwischen 320 und 324 geboren wurden, daß nur die Söhne als voraussichtliche Nachfolger in dies ‚Herrscherbild‘ aufgenommen wurden. Constantinus war

am 1. März 317 zum Caesar ernannt worden. Constantius wenige Tage nach der Erhebung seiner Mutter zur Augusta, am

13.

November

324;

nur

Constans

wurde

erst

àm

25.

Dezember 333 zum Caesar ernannt. Als Fausta der Damnatio memoriae

verfiel,

wäre

dann

das

Medaillon

verworfen

wor-

den. Diese erwogene Bildnisbestimmung sollte hier als Möglichkeit doch angeführt werden. Bildniskundlich bleibt das Bronzemedaillon auf jeden Fall unergiebig. Vgl. auch u. unter Flavia Iulia Constantia, der Halbschwester Konstantins,

als welche

J. Lafaurie

die kleine Person

unten

links, die er für weiblich hielt, deuten móchte. Ganz abgesehen davon, daß diese nicht als weiblich verlaßlich zu erken.nen ist, würde

es befremden,

die Halbschwester

Konstantins

den beiden Sóhneri gleichgestellt zu sehen.

ihren ältesten Sohn Constantinus gebar. OSTIA, NANTES,

M usée Debrée.

— Bronzemedaillon.

Literatur s. o. unter Constantinus I.

Das

Bronzemedailon

Museo

Ostiense,

Sala

VI 6 Inv. 22.

— Statue, etwa

lebensgroß.

von Nantes läßt bei unbefangenem

Anblick vermuten, es sei ein Ehepaar mit seinen drei Kindern dargestellt, oben groß zwei Erwachsene und darunter auffallend klein die jüngere Generation. Der Mann oben links wird allgemein für Konstantin gehalten. Dann ist es naheliegend, die Frau neben ihm für seine Frau Fausta zu halten. Dem entgegen wird sie meist als Helena angesehen. Unter den Münzbildnissen der Fausta, die Delbrueck Taf. 11 abgebildet sind, steht dem Frauenprofil des Bronzemedaillons das Stück . Nr. 7 (RIC VII 519 Nr. 161) am nächsten, näher jedenfalls als das Münzbild der Helena bei Delbrueck, Kaiserporträts Taf. 10 Nr. 5, das unter den Abbildungen dieser Tafel die dem Bronzerelief áhnlichste Haartrachtauf weist, jedoch darin abweicht, daß ein Haarwulst am Hinterkopf bis gegen das Stirnhaar hochgezogen ist. Diesen Haarwulst erkennt man weder an dem Bronzemedaillon noch an den Münzprofilen der Fausta. Auch das Gesichtsprofil der Helena mit dem scharfen Kinn-Halswinkel ist nicht dasselbe wie dasjenige des Medaillons, dem ebenfalls die Fausta jener Münze ähnlicher

R. Calza, BdA 35, 1950, 201 ff. Abb. 1-4, — Dies. in: EAA III (1960) 600. - Dies.-M. Floriani Squarciapino, Museo Ostiense, Itinerario Nr. 79 (1962) 49 Nr. 6 Abb. 29. - M. Alföldi, Goldprägung 133 Anm. 1. -- W. Schumacher, RömQSchr 58, 1963, 201 Taf. 12 a. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 130 Anm. 61. — von Sydow 151 f. - H. von

Heintze in: Helbig IV^ 61 Nr. 3061. — Calza 251 Nr. 165 Taf. 87, 307/8; 88, 309/10. E 27306/7; E 27133 A. Stirmhaar, Brauen,

- Mus.

— Gab.

Fot. Naz.

Nase, Lippen, Kinn und die Mantelsäume

rechts und links vom Kopf abgestoßen. R. Calza brachte diese Statue mit Fausta in Verbindung. In der. Folge hat diese Deutung jedoch mit Recht keine Zustimmung gefunden. M. Alföldi schließt sich zwar der Datierung an, glaubt aber wegen des Priesterinnengewandes nicht an die Darstellung einer Kaiserin. Für H. Jucker ist vor allem die Haartracht, die von keiner Münze der Fausta bekannt ist, ein

Grund zur Ablehnung. H. von Heintze und W. von Sydow vertreten überzeugend eine Datierung in antoninische Zeit.

sieht (zu RIC VII 519 Nr. 161 heißt es in der Anmerkung:

PARIS,

»This is actually Fausta, with Helena’s diadem, pearl necklace and hair style«, worauf sich diejenigen berufen können, die

Aus der Sammlung Campana.

153

Neg.

Louvre,

Salle

des Saisons

fremder Büste, etwa lebensgroß.

Inv. 1053.

— Kopf

auf

Fausta

Fausta

Cat. Somm. 60 Nr. 1053. — Fr. Poulsen, Kunstmuseets : Aarsskrift 13-15, 1929, 24 Abb. 34. - Delbrueck, Kaiserporträts 18. 166 ff. Taf. 66. 67. — B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 77 Nr. 1; 86 Taf. 46,1. — R. Calza, BdA 35, 1950, 205.

— M.

Alfóldi, JNG

10, 1959/60,

Taf.

7, 8.

- R. Calza

in: EAA III (1960) 600. — J. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine (1963) 182 f. Nr. 1053. — H. Jucker in: Festschrift K. Schefold (1967) 130 Anm. 61. — M. Wegner, Herrscherbild II 1, 209. — Calza 250 Nr. 164 Taf. 86, 305/6. — Bergmann 197 f. Taf. 60,5. 6. — Inst.Neg. Rom 1941,

170.

— Giraudon 19932. 31530.

Unterer Teil des Halses ergänzt. Nasenspitze und Ohrränder ausgebessert. Dieser im Catalogue sommaire als Iulia Mammaea bezeichnete Kopf wurde von R. Delbrueck versuchsweise, wie er selbst sagt, mit Fausta identifiziert und um 307, dem Zeitpunkt ihrer Hochzeit mit Konstantin, datiert. Dieser Zuweisung wird im

allgemeinen nicht widersprochen. Sie ist dennoch abzulehnen, da die Haartracht der Münzbildnisse keine Handhabe

bieten,

den Kopf als Bildnis der Fausta zu erweisen. H. Jucker hält überdies mit Recht jede Bezeichnung eines rundplastischen Bildnisses als Fausta für umstritten. PRAG, Nationalmuseum Inv. 739.

— Kopf.

J. Frel,

Abb.

FA

6, 1951,

312

Nr. 4028

-- J. Bou-

kleine Oberflächenbeschä-

digungen. Dieser Kopf wurde von J. Frel als Fausta bezeichnet und im

Katalog des Prager Museums ebenfalls unter diesem Namen angeführt. Als Datierung wird die Zeit kurz vor Faustas Tod im Jahre 326 vorgeschlagen. Nicht einmal die Haartracht ist dieselbe, wie sie die Mehrzahl der Münzbildnisse der Fausta

zeigen. Zwar ist das Nest wie bei diesen tief herabhängend, aber das Haupthaar ist nicht gleichmäßig gewellt und unterschiedlich gestráhlt. Überdies dürfte der Kopf in Prag, nach seinen Abbildungen zu urteilen, überhaupt nicht in konstantinische Zeit gehóren; er sieht vielmehr antoninisch aus. ROM,

Museo Torlonia Inv. 615.

bezeichnet und deshalb von J. J. Bernoulli unter den mög-

lichen

Faustabildnissen

angeführt.

Bereits

R.

Delbrueck

datiert das Bildnis später, um die Mitte des 4. Jhs. Seitdem wird es allgemein für das Porträt einer Dame des konstantinischen Kaiserhauses gehalten, etwa für eine Tochter, Nichte oder Enkelin Konstantins I. W. von Sydow datiert das Bildnis noch später und

zwar in die Jahre 380-390.

Als Bildnis der

Fausta läßt es sich keinesfalls nachweisen.

ROM, Villa Doria Pamphilj (1971 oder 72 verkauft). — Kopf auf nicht zugehöriger Büste. B.

M.

Felletti Maj,

CrdA

6, 1941,

77 Nr. 2 Taf. 46.

- R.

Calza u. a., Antichità di Villa Doria Pamphilj (1979) 305 f. Nr. 378 Taf. 217/18. — A. Carandini, Ricerche sullo stile e la cronologia dei mosaici di Piazza Armerina, Studi Miscellanei VII (1964) 20 Nr.7 Abb. 136. - von Sydow-H. von Heintze, JbAChr 14, 1971, 64 Nr. 6 Taf. 4 a. — Bergmann 190. 194 ff. 198 Taf. 58,2; 59,5.. — Inst.Neg. Rom 8183/84; 1969, 432/34.

Nasenspitze ergänzt. R. Calza erwog als einzige, ob Fausta dargestellt sein könnte, versah aber deren Namen mit Fragezeichen. Nach der

Haartracht kommt eine Bildnisbestimmung als Fausta keines-

109/10.

zek-M. Dufkovä-K. Kurz, Anticky portrét (1972) 37 Nr. 30 mit Abb. 63. - J. Frel, Sbornik Kvét 50, 12. -- Anticke Uméní v Ceskoslovensk$ch Sbírkách. Národní Galerie v Praze (1979) 72 Nr. 280 mit Abb.

Nasenspitze links abgebrochen,

Als fragliche Fausta wurde dieser Kopf von C. L. Visconti

falls in Frage. TRIER, Stadtbibliothek. - Kameo (sog. Ada-Kameo). Sardonyx. Zu der Erwägung, ob die zweite Person von rechts Fausta darstellt, vgl. o. unter Constantinus. TRIER,

Bischöfliches

Museum.

— Deckenmalereien.

Dame

mit Schmuckkassette. Aus dem Dom

zu Trier.

Zur Literatur und den bisherigen unter Helena. Dort wurde dem anderen zugestimmt, daß es nicht tendecke mit Herrscherbildern zu

Bildnisbestimmungen s. o. Urteil von A. Rumpf und angebracht sei, eine Kassetschmücken, daß rnan in den

Dargestellten vielmehr symbolische Figuren sehen sollte. Dies gilt ganz besonders wollte.

von der Figur, die man Fausta nennen

— Kopf, etwa lebensgroß.

Gefunden 1856 in der Via Labicana (Tor Pignattara). Visconti Nr. 615 Taf. 160. — Bernoulli II 3, 232. - Delbrueck, Kaiserporträts 172 Taf. 71 Abb. 59. — P. Ducati, L'arte in Roma (1938) 351 Taf. 223,1. — B. M. Felletti Maj, CrdA 6, 1941, 79 Nr. 12; 87. — A. Carandini, Studi miscellanei VII (1961/62) Taf. 24,4. — M. Alföldı, Goldprägung 133 Anm. 1. -- von Sydow 42. 88 f. 94. — Calza 265 Nr. 178

TRIER, Rheinisches Landesmuseum. — Büste (Beschlag einer Armlehne?), unterlebensgroß. Silber.

Taf.

Taf. 89, 316/17.

92, 323/24.

— Inst.Neg.

Rom

7902. 7915.

1933,

1790.

Ergänzt: Der ganze Hals mit der Schädelbasis und dem hinteren Teil der Frisur, das Kinn mit der rechten Hälfte der Unterlippe und dem untersten Teil der rechten Wange sowie die Nasenspitze. Aus antiken zugehörigen Stücken zusam-

mengesetzt scheinen die Lippen und ihre nächste Umgebung. Die Form der Nase ist durch den erhaltenen linken Nasenflügel annähernd gesichert, ebenso die des Mundes und des Kinns. Im Zopf elf zylindrische Löcher (wohl für Nadeln mit Perlenköpfen). Haut schwach poliert.

Gefunden

1859 auf der Hóhe

des Sirzenicher Waldes.

F. Hettner, Illustrierter Führer durch das Provinzialmuseum in Trier (1903) 88 Abb. Nr. 4. - R. Delbrueck, RM 28, 1913, 332 Abb. 9. — P. La Baume, Römisches Kunstgewerbe (1964) 230 Abb. 214. — Calza 134 Nr. 46; 254 Nr. 170 Gesicht. etwas Halsseite.

— Mus.

Neg.

eingedrückt.

Kleines

Loch

an

der

rechten

F. Hettner und P. La Baume vermuteten, daß in diesem Silberbeschlag in Büstenform eine Kaiserin der Spätzeit dar-

gestellt sei. R. Delbrueck verglich die Frisur mit den Haartrachten der Kaiserinnen des 5. Jhs. Nur R. Calza bringt den Namen Fausta damit in Verbindung evtl. auch Eutropia. Die hochgetürmte Haartracht dieser kleinen Silberbüste läßt sich an Münzbildnissen der Fausta nicht nachweisen, so daß eine

154

Bildnisbestimmung als Fausta nicht in Frage kommt.

Frag-

würdig wäre auch wohl die Verwendung eines Herrscherbildes als Beschlagstück. VERSCHOLLEN, Ebemals Magazine lino. — Büste, lebensgroß., 1877 im Castro Pretorio gefunden.

des

Museo

Capito-

BullCom

5, 1877,

269

Nr.

5. - Bernoulli

II 3, 232.

- Del-

brueck, Kaiserporträts 232. — Calza 256 Nr. 173. — Es existiert keine Abbildung. Diese als »wertvoll durch die Güte des Stils« bezeichnete und Faüsta genannte Büste wurde auch von J. J. Bernoulli unter den Bildnissen. der Fausta angeführt. R. Delbrueck hat den

Kopf nicht mehr finden können.

CONSTANTIA

(oder Constantina)

Unter den Kindern des Constantinus und der Fausta angeblich die älteste Tochter, 335 vermählt mit Hannibalianus, der 337 ermordet wurde. 351 vermählt mit Gallus. 354 gestorben während der Rückkehr von Antiochia. Beigesetzt im Mausoleum an der Via Nomentana, in dem später auch Helena,

die Frau Julians, beigesetzt wurde.

Sie erhielt den Titel AUGUSTA.

Keine Münzprägung in RIC VII und VIII. Keine Bildnisse nachzuweisen. J. Bidez, Julian der Abtrünnige (1940) 19. 73. 75. 108 ff. 203. — Calza 334 ff. — P. M. Bruun, RIC VII 26 Nr.

11.

AQUILEIA, Fußboden ka. — Mosaik.

der

Aula

im

Süden

der

Basili-

Zur Literatur und zur Ablehnung von Bildnisbestimmungen s. 0. unter Constantinus.

ROM, Museo dell Alto Medioevo. — Kopf, lebensgroß. Aus Sammlung Gentili. H. P. L'Orange, ActaIRN 1, 1962, 49 Taf. 1—4. — Ders., Likeness and Icon (1973) 72 ff. - von Sydow 90. — Calza

336 Nr. 240 Taf. 117, 426 a. b. — B. M. Felletti Maj, AquilNost

1974/75,

397 ff. Abb. 1-3. — Inst.Neg.

Rom

1960,

1347-1352.

ROM, 5. Costanza. — Mosaik. W. F. Volbach, Frühchristliche Kunst (1958) Taf. 32. - J. Burckhardt, L'età di Costantino (1959) 491 Abb. 105. - G. B. de Rossi, Mosaici cristiani e saggi dei pavimenti delle chiese di Roma I (1899) 2-11. — H. Stern, DOP 12, 1958, 200. — G. de Francovich, Felix Ravenna 28, 1959, 152. — G. Becatti, L'arte romana (1962) Abb. 141. — A. Grabar, Die Kunst des frühen Christentums (1964) 189 Abb. 204. — Calza 338

Nr. 241

Taf. 117,

427.

-- W.

Jobst,

RM

83,

1976,

431 ff. Taf. 152. — Fr. Gerke, Spätantike und frühes Christentum (1967/1980) Abb. S. 93 (Bildnis der Constantina):

- K. Brilliant in: Age of Spirituality 128 Abb. 17. Die Möglichkeit, daß hier in diesem Mausoleum Constantina

selbst dargestellt sein kónnte, ist oft erwogen worden. Aber

Nase ergänzt. Sonst außer geringen Beschädigungen sehr gut erhalten.

selbst wenn diese Annahme stimmt, ist die Darstellung ikono-

Dieser Kopf wurde von H. P. L’Orange ausführlich unter-

der Tochter Konstantins in diesem Mosaikbild nicht wieder-

sucht und nach eingehender Erörterung der Unstimmigkeiten zwischen der Frisur, die eher der Mitte des 4. Jhs. angehört, und dem Porträt, das seine nächsten Parallelen in der 1. Hälfte des 5. Jhs. hat, von ihm der späteren Epoche zugewiesen und

gegeben sind, wie R. Calza ausführt. W. Jobst hat in Überein-

graphisch kaum verwertbar, da die individuellen Gesichtszüge

versuchsweise Galla Placidia genannt. Dieser Datierung folgt

stimmung mit H. Stern überzeugend bekräftigt, daß die beiden Büsten inmitten des Weinrankenwerks keine Herrscherbildnisse seien, weder Gallus und Constantina, noch Hannibalianus und Constantina, noch Crispus und Constan-

auch W. von Sydow, während R. Calza die Mitte des 4. Jhs.

tina, noch

vorzieht und den Namen

Gedanke an Portráts ein für allemal abzuweisen« sei. Mit den beiden Büsten inmitten der Weinranken in den beiden Deckenmosaiken sind Dionysos und Ariadne gemeint.

Heintze

bezweifelt nach R.

Constantina vorschlägt. H. von Calza Anm. 2 wohl mit Recht

überhaupt den antiken Ursprung des Bildnisses.

155

Constantina

und

Helena,

daß mit H.

Stern

»der

GALLA Erste Gemahlin des Flavius Iulius Constantius. Ihre Tochter Constantia (II.) war mit Constantius II. verheiratet; ihr jüngerer Sohn war der Caesar Gallus. Bald nach 325 verstorben. Keine Münzprägung in RIC VII. Keine Bildnisse nachzuweisen. O. Seeck in: RE IV 1 (1900) 1044. — Calza 259 f. — P. M. Bruun, RIC VII 26 Nr. 8.

CONSTANTIA (II.) Tochter von Iulius Constantius und Galla. Sie heiratete 335 Constantius II. als dessen erste Gattin.

Keine Münzprägung in RIC VII und VIII. O. Seeck in: RE IV 1 (1900) 1045. — Calza 318 f. .

R. Calza hielt es für wahrscheinlich, daß ein Frauenbildniskopf in Turin, Museum (Magazin) Inv. 161 und ein Frauenbildniskopf in Side, Museum Inv. 598 ein und dieselbe Person darstellten und Constantia II. zu benennen wären. R. Calza verkannte selbst nicht die Verschiedenartigkeit beider

Bildnisse. Da es von dieser ersten Frau des Constanuus Voraussetzung für eine verläßliche Bildnisbestimmung.

SIDE, Museum Inv. 598.

— Kopf, lebensgroß.

Gefunden in der Nähe der Tempelzone von Side. 7 Inan, Antalya bólgesi Roma devri portreleri (1965) Nr. 35 Taf. 39-41. — Inan-Rosenbaum 201 Nr.277 Taf. 154. - von Sydow 134. - Calza 320 Nr. 229 Taf. 110, 401/2. — Neg. E.R. XXI 66. 68. Bruchlinie verläuft unterhalb des Halses. Nasenspitze weg-

gebrochen. Beschädigungen an mehreren Stellen des Kinns, der Wangen und Frisur. ]. Inan hat das Porträt in konstantinische Zeit datiert, ohne irgendeine Benennung zu versuchen. R. Calza sieht einige Übereinstimmungen, besonders im Profil, mit dem Kopf in Turin, den sie mit Constantia II. in Verbindung gebracht hat, was keineswegs überzeugt. Sie hält es trotz der Verschieden-

artigkeit der Auffassung und Ausführung beider Werke nicht

II. keine Münzbildnisse gibt, fehlt die

TURIN, Museum (Magazin) Inv. 161. — Kopf, etwa lebensgroß. Calza 319 Nr. 228 Taf. 110, 399. 400. — Mus. Neg. Ein Teil der Nase fehlt sowie die linke Seite des Halses. Die rechte obere Gesichtshälfte mit dem rechten Auge und einem

Teil der Frisur ist ausgeschlagen. R. Calza, die den Kopf zuerst veröffentlichte, meint, bei der Dargestellten handele es sich um eine Kaiserin, da sie ein Diadem trägt. Die Frisur weise auf den Zeitraum zwischen 320 und 350 n. Chr. Unter den für diese Zeit in Frage kommenden Herrscherinnen hält sie Constantia II. für die wahrscheinlichste. Vielleicht handele es sich um den Kopf

einer postumen

Statue.

All dies bleibt Vermutung.

Eine

Bildnisbestimmung ist nicht nachzuweisen, da es keine Münz-

bildnisse der Constantia II. gibt.

für unmóglich, die gleiche Person zu erkennen, was ebensowenig einleuchtet. W. von Sydow datiert das Bildnis in das

frühe 4. Jh. Eine Bildnisbestimmung läßt sich nicht erbringen.

156

EUSEBIA 352 vermählt mit Constantius II. als dessen zweite Gattin. Die Ehe blieb kinderlos. 355 veranlaßte sie die Erhebung Julians zum Caesar. 360 gestorben. Keine Herrschaftstitel. Keine Münzprägung in RIC VII und VIII. O: Seeck in: RE 156 ff.

VI

1 (1907)

1365.

— J. Bidez,

Julian der Abtrünnige

(1940)

119 £f. 134 ff. 141 £.

Für einen Kopf, zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet, in Strafiburg, Museum Inv. 2332, hatte B. M.

Felletti Maj erwogen, ob es sich um ein Bildnis der Eusebia handeln kónnte. R. Calza ist diesem Benennungsvorschlag mit Recht nicht gefolgt. STRASSBURG, Museum Inv. 2332. in eine Statue, lebensgroß.

— Kopf zum Einsetzen

A 29 Taf. 28. - von Sydow Taf. 111, 403/4. - Mus. Neg.

151. - Calza

322

Nr. 230

1867 in der Nekropole von Königshofen gefunden. A. Straub, Les antiquités gallo-romaines de Königshofen

Je ein Stück am linken Unterlid und am Hinterkopf links ergänzt. Nasenpsitze bestoßen. Haut poliert.

(1870) 13 f. - Ders., BMonHistAls

A. Straub, der den Kopf zuerst vorstellte, bezeichnete ihn als

10, 1878, 336.

— A. Mi-

chaelis, BMonHistAls 11, 1879/80, 43. -- R. Henning, Denkmäler der elsässischen Altertumssammlung. (1912) 54 Taf. 51,2. - K. Braun, Geschichte von Königshofen (1911) 7. - E. Espérandieu, Recueil VII Nr. 5510. — R. Forrer, Strasbourg-Argentorate I (1927) 294 Abb. 224 Taf. 101. — - Delbrueck, Kaiserporträts 173 f. Taf. 72 Abb. 60. — P. Ducati, L'arte in Roma (1938) 331 Taf. 222. - B. M. Felletti Maj CrdA 6, 1941, 81 Nr. 20. - J. J. Hatt, Strasbourg Musée Archéologique. Sculptures antiques regionales (1964) Nr. 10. - Rómer am Rhein. Ausstellungskatalog (1967) 145

Julia Domna. R. Delbrueck datierte das Portrát nach 350 und

vermutete in der Dargestellten wegen der Stephane, die sie trágt, eine Angehórige des konstantinischen Kaiserhauses. B. M. Felletti Maj erwog, ob es sich um Eusebia, die zweite Frau

Constantius' II., handeln kónne. R. Calza folgt dieser Benennung nicht, wohl aber der Datierung in spätkonstantinische

Zeit. Soweit man nachden vorliegenden Abbildungen urteilen kann, ist der Kopf eher in das 2. alsin das 4. Jh. zu datieren. J. J. Hatt tritt wieder für einen früheren Zeitansatz ein, er datiert das Bildnis wie nach ihm auch W. von Sydow in das 2. Jh.

FAUSTINA (III.) 361 dritte Gattin von Constantius II., dem sie nach seinem Tode die Tochter Constantia III. gebar, die

spätere Frau des Gratianus. Keine Münzprägung in RIC VII und VIII. Keine Bildnisse erwogen oder nachzuweisen. O. Seeck in: RE VI 2 (1909) 2086. — Calza 322 f.

HELENA (II.) 231 vermählt mit Crispus, dem sie im Oktober 322 einen Sohn gebar. Keine Herrschaftstitel.

Keine Münzprägung in RIC VII und VIII. O. Seeck in: RE VII 2 (1912) 2822. — Calza 279 f. — RIC VII 25. 494.

157

In einem der Bildfelder des Fußbodenmosaiks in der Südkirche der Basilika von Aquileia vermutete H. Káhler fälschlich ein Bildnis der Helena, Frau des Crispus. Vgl. o. unter Constantius. Andererseits sah A. Alfóldi in einem Bildfeld der Deckenmalereien aus dem Dom zu Trier ein Bildnis derselben Helena, was gleichfalls keine Zustimmung fand. Vgl. oben unter Helena.

BASILINA Vermählt mit Iulius Constantius, dem Halbbruder des Konstantin. Sie gebar 331 Iulianus; "wenige Monate nach dessen Geburt starb sie. Keine Herrschaftstitel. Keine Münzprägung in RIC VI, VII und VIII.

O. Seeck in: RE III 1 (1897) 98 f. — Calza 260 f. Taf. 91, 322. Eine Sardonyxgemme in Stuttgart, Museum Inv. 1005 wurde von R. Delbrueck (174 f. Taf. 75,3) auf Grund der Inschrift BASILIA (sic!) als Bildnis der Basilina erwogen. Wenn es bei ihm heißt: »Der derbe, knappe Sul ist wohl rómisch«, so scheint ihm die Bildnisbestimmung nicht ganz sicher zu sein. H. Wentzel (Mü]b 5, 1955, 34 Abb. 10) sieht in dieser Gemme eine sizilische Arbeit des 12./13. Jhs. Auf briefliche Anfrage meinte P. Zazoff, ohne die Gemme im Original gesehen zu haben, ihr Schnitt scheine eher ins Mittelalter als in die Kaiserzeit zu passen, so daß er sich eher der Ansicht von H.

Wentzel anschließen würde.

HELENA (IIl.) Jüngste Tochter

Konstantins

und

der Fausta; wohl kurz vor 326, als Fausta hingerichtet wurde,

geboren. 355 vermählt mit Iulianus, der damals vierunzwanzig Jahre alt war, also wesentlich jünger als sie. Die Ehe blieb kinderlos. Ende 360 gestorben. Keine Münzprägung in RIC VII und VII. O. Seeck in: RE VII 2 (1912) 2822 f. — Delbrueck 171. 173. — Calza 72. 339 ff. — M. Gramatopol, Latomus 24, 1965,

870 ff. bes. 876 ff.

Da es von dieser III. Helena keine Münzbildnisse

gibt, fehlt die Voraussetzung für eine verläßliche

Bildnisbestimmung. KANSAS CITY, Atkins Museum of Fine Arts, Nelson Gallery. — Kopf, sehr gut erhalten. C. C. Vermeule, Apollo 99, 147, 1974, 318 Nr. 10 Abb. 10.

Kopf mit einem Porträt der gleichen Person (ohne Abb.), das ein Londoner Händler 1973 in Boston gezeigt hat. Deshalb glaubt er nicht, daß hier ein Privatbildnis vorliegt. Ohne

10 a.

Kenntnis des Stückes selbst, allein nach der Abbildung zu

C. C. Vermeule sieht die jürigere Helena, die Tochter Konurteilen, wiirde man es eher für antoninisch als frühkonstanstantins und der Fausta, in diesem Bildnis. Er vergleicht den — tinisch halten.

158

Flavius Claudius IULIANUS (Julian der Abtrünnige) 331 zu Konstantinopel

geboren,

als Sohn des Iulius Constantius und der Basilina, als Enkel des

Constantius Chlorus und der Theodora. 355, am 6. November zu Mailand durch Constantius II. zum

Caesar ernannt, wohl auf Fürsprache von dessen.Gattin Eusebia, und mit der jüngsten Schwester des Constantius,

Helena,

vermählt;

diese starb kinderlos 360. 355, Dezember bis 361 in Gallien, davon

drei Winterquartiere in Paris. 360, Februar in Paris durch meuternde Truppen zum Augustus ausgerufen. 361, Juli Aufbruch zum Zug gegen Constantius; dieser starb am 3. November. 361, am 11. Dezember Einzug in Konstantinopel. 362, Mai Aufbruch zum Zug nach Syrien; im Juli Eintreffen in Antiochia. 363, am 3. März Aufbruch zum Perserfeldzug entlang des Euphrat bis Ktesiphon. 363, Nacht vom 26./27. Juni an den Folgen einer Verwundung gestorben; in Tarsos beigesetzt. E. Stein, Geschichte des spätrömischen Reiches I (1959) 222 ff. — H. H. Seiler in: KlPauly II (1967) 1515.

Münzen: J. P. C. Kent, RIC VIIT (1981) 15 ff. Indices 555 f. Münzen mit dem Bildnis des Julian wurden geprägt Sirmium, Thessaloniki, Konstantinopel, Nikomedia Gallien durch Julian als Caesar dürften die Münzen sein. Sie beginnen 355 und zeigen weitgehend ein stets unbärtig. Es heißt, um bei der Erhebung zum

in Arelate/Arles, Lugudunum/Lyon, Trier, Rom, und Antiochia. Für die Jahre der Verwaltung von von Arles für die Bildniskunde die verläßlichsten einigermaßen gleiches Bildnis (Taf. 73). Julian ist Caesar vor Constantius — also vor dem Aufbruch

nach Gallien - standesgemäß zu erscheinen, habe man ihm einen Bart, den er bis dahin trug, ebenso

wie den Philosophenmantel abgenommen. Man würde also ein Bildnis des Julian als Caesar nach eigenen Erfahrungen der Bildhauer und nach den Münzbildnissen entsprechend unbärtig erwarten. Ein solches unbärtiges Bildnis Julians als Plastik ist nicht nachzuweisen, wurde auch niemals erwogen. Unbärtige Münzbildnisse zeigen verständlicherweise auch die Prägungen von Thessaloniki aus den Jahren 355 bis 358. Mit der Ausrufung zum Augustus, dem Marsch durch den Balkan und dem Einzug in Konstantinopel beginnen 361 in den Münzstätten von Sirmium und von Konstantinopel bärtige Münzbildnisse. Diesen gegenüber wird man Prägungen aus Lyon, die noch. 361 bis 363 unbärtige Münzbildnisse zeigen, für Nachzügler halten und für diese Jahre ihnen bildniskundlich kein Vertrauen schenken. Antiochia, das zunächst 356/57 den Caesar Iulianus unbärtig zeigt, prägt dann ebenfalls noch einen unbärtigen Augustus Iulianus. Arles prägt Jedoch nunmehr bärtig. Das frühe Münzbild des Iulianus Augustus von Sirmium und von Konstantinopel zeigt einen gestrählten, nicht gelockten Wangen- und Kinnbart (Taf. 73). Auch das Haupthaar ist gestrählt; es reicht über die Stirn fast bis an die Brauenbögen hinab. Ein zweireihiges Perlendiadem umkränzt schräg das Haupthaar. Ein leicht gekrümmter Nasenrücken widerspricht der Angabe des Ammianus, Julian habe eine vollkommen gerade Nase gehabt. Auf der Grundlage dieser Münzbildnisse lassen sich die Statue in Paris, Louvre Inv. 1121 (Taf. 76 c. d;

77) und der Kopfin Thasos (Taf. 76 a. b) sicher als Bildnisse Julians bestimmen. Das Bronzebildnis in Lyon (Taf. 78 a. b) weicht von diesen Marmorbildnissen etwas ab. Das Stirnhaar ist kürzer und läßt von der Stirn einen breiteren Streifen unbedeckt. Wangen- und Kinnbart sind nicht gestráhlt, sondern leicht gelockt. Bedenkt man, daß auch die Bildnisprägungen von Lyon untereinander sehr verschieden sind, so möchte man der Ansicht von A. Alföldi folgen, daß mit diesem Bronzebüstchen ein Bildnis des Julian gemeint sei, kein Bildnis auf Grund eigener Anschauung, sondern in Verwendung eines ausgesandten offiziellen Bildnisses oder in Anlehnung an ein auswärtiges Münzbild. Nach einem

159

Iulianus

Münzbild, vermutlich einem Solidus oder einer Siliqua aus Antiochia, wurde auf einem Felsrelief von

Taq-I-Bustan der unterlegene Julian veranschaulicht. Unter Bildwerken der Kleinkunst dürften mit dem Chalzedonbüstchen in Leningrad, der Sardonyxgemme in der Bibliotheque Nationale zu Paris und in dem Bronzegewicht in Genf Darstellungen des Julian gemeint sein. ACERENZA Kalkstein. F.

Lenormant,

(Apulien),

Kathedrale

ridi, Guide du Musée National.

(Sakristei). — Büste.

(1927) 100 Nr. 2006. A

travers

l’Apulie

et la Lucanie.

Notes

Abb. 9. Ermitagia Calza 375 den Kopf

de

voyage I (1883) 280 ff. — S. Reinach, RA 1901, 1, 350 ff. — E. Michon, RA 1901, 2, 265 ff. — R. Delbrueck, ZsBildKu 1903,

17-21.

- E.

Philippi,

ZsBildKu

1903,

86.

- J.

R.

AJA

66,

1962,

403.

— Calza

als Julian. P. Lévéque und C. C. Vermeule akzeptieren diese Calza nicht folgen, sondern eher an die Darstellung eines Priesters glauben. Um ein Bildnis des Julian handelt es sich nach Ausweis seiner Münzbildnisse nicht.

377

ATHEN, Turm der Winde. — Kopf. Aus Athen, Turm der Winde. Vermeule 357. 408 Abb. 180. — Calza 383 Nr. 269 Taf. 129, 474/75 (mit falschem Tafelhinweis im Text und falscher Unterschrift unter der Abbildung). - M. A. R. Colledge, JRS

zu erkennen). C. C. Vermeule bildet einen Kopf im Turm der Winde als Julian Apostata ab. Ganz sicher scheint ihm diese Zuweisung allerdings nicht zu sein, denn im Verzeichnis der Kaiserbildnisse (S. 404) fehlt er, und im Ortsregister (S. 408) wird er nur als »Head like those of Julianus« aufgeführt. Als unsicher gilt die Benennung bei R. Calza und bei M. A. R. Colledge. Sie ist nicht nur unsicher, sondern überhaupt auszuschließen.

Feldherrn handeln. A. Prandi glaubt an eine mittelalterliche Überarbeitung eines römischen Bildnisses, vielleicht des Septimius Severus. Auch P. Lévéque und R. Calza lehnen die

Deutung als Julian mit Recht ab.

208.

— Ders.,

RA

1901,

-- E. Michon,

BERLIN, Antikenmuseum 11056.

2, 275 ff. - R. Fór-

113.

Abb.

— Calza 378 Nr. 264.

Der obere Teil des Kopfes fehlt. Die Nase ist abgestof3en. Die

22 ff. Abb.

mit ihr in Verbindung gebracht hatte, bekräftigte R. Förster noch einmal seine Meinung, daß} es sich nicht um ein Bildnis des Julian, sondern um das eines Redners handele. Auch P. Lévéque und R. Calza lehnen zutreffend eine Zuweisung an Julian ab. Inv. 2006.

— Kopf, überlebens-

Gefunden in Athen (Quartier Monastiraki). P. Castriotis, AEphem

1923, 118 Abb. 1. 1a.

— S. Papaspi-

- J. Banko,

OJh

31,

1939,

155

Anm.

15. - G.

Bruns, Staatskameen des 4. Jhs. n. Chr., 104. BWPr (1948)

gefolgt von E. Babelon, die beiden Pariser Statuen des Julian

Nationalmuseum

170.

der 327

Lippold in: RE XVIII 2 (1942) 200 s. v. Palladion. - G.

Rückseite der Statue ist nur roh gearbeitet. Diese Statue wurde zuerst von R. Förster veröffentlicht, der das Bildnis eines Redners in ihr sah. Nachdem E. Michon,

ATHEN, grofi.

— Sardonyxkameo.

Bernoull II 3, 30. — A. Furtwängler, Beschreibung geschn. Steine (1896) Nr. 11056. - Ders., AG III

ster, [41 16, 1901, 53 ff. — S. Reinach, RA 1901, 1, 348 ff. — E. Babelon, RevNum 1903, 159. - P. Lévéque, MonPiot 51, 1960,

65, 1975, 215.

Beschádigungen an der Nase und der linken Augenbraue sowie offensichtlich am Oberkopf (auf dem Photo nicht genau

Kaschnitz-Weinberg nimmt eine Entstehung im 13. Jh. an. Seiner Meinung nach könnte es sich um einen staufischen

1898,

V. Lichatcheva, Isvesta Gosudarstvennogo 22, 1962, 18—20. — Vermeule 357. 404. 408. — Nr. 261 (die dazugehörigen Abbildungen zeigen aus dem Turm der Winde s. u.).

Deutung, während ihr S. Papaspiridi, V. Lichatcheva und R.

hielt eine Darstellung Friedrichs II. für möglich. Auch G.

BAntFr

et vases

P. Castriotis veróffentlichte diesen Kopf und bestimmte ihn

Vollständig erhalten, aber Oberfläche stark verwittert. F. Lenormant identifizierte als erster dieses Bildnis mit Julian. S. Reinach, R. Andreotti und A. Alföldı schlossen sich dieser Benennung an. Zwei Inschriften, die den Namen Julian tragen und sich ebenfalls in der Kathedrale von Acerenza befinden, haben entscheidend zu dieser Benennung beigetragen. R. Delbrueck datierte die Büste indie Zeit der Hohenstaufen und

ANTIOCHIA, - Statue, etwa lebensgrof.. 1895 nahe der Porta S. Gregorio gefunden. R. Förster, JdI 13, 1898, 183 ff. mit Abb.

bronzes

Ein Stück der Nase und des Diadems weggebrochen. Oberfläche verwittert.

Dieterich, ZsBildKu 1903, 246-255. — L. Venturi, Storia della critica d'arte III (1972) 538. — P. Toesca, Storia dell'arte italiana. Il Medioevo 861. 910 Nr. 81. — R. Andreotti, BullCom 59,2, 1931/32, 47 ff. Taf. 1,2. — J. Bidez, La vie de Julien (deutsche Ausgabe) Titelbild. — A. Prandi, RIA 5,2, 1953, 289 ff. Abb. 33. 34. - G. Kaschnitz-Weinberg, RM 62, 1955, 48 f. Taf. 18. 19. — P. Lévéque, MonPiot 51, 1960, 120. -- A. Alfóldi, Nr. 263 Taf. 130, 483.

Marbres,

— P. Leveque, MonPiot 51, 1960, 112 f.

17. 18.

— Calza 385 Nr. 271 Taf. 131, 484/5.

Entgegen mancherlei anderen Datierungen und Bildnisbestimmungen wollte G. Bruns in dem von Adlern emporgetragenen, mit dem Palladion versehenen und von Constan-

tinopolis bekránzten Herrscher Iulianus sehen. Sie dachte an eine Ehrung anläßlich seines Einzugs in Konstantinopel am 11. Dezember 361. R. Calza ist ihr in dieser Deutung gefolgt. Allein nach den Gesichtszügen sowie der Haar- und Bart-

tracht würde man in dem dargestellten Herrscher Iulianus nicht erkennen. BUKAREST, Akademie, donyxkameo. Angeblich aus Syrien.

160

Numismatische Sammlung.

— Sar-

G. 389 pol, Die

Bruns, 104. BWPr (1948) 20 ff. Abb. 19. 20. - Calza f. Nr. 276 Taf. 131, 486; 342 Nr. 244. - M. GramatoLatomus 24, 1965, 870 ff. Taf. 52. 53. beiden von Adlern emporgetragenen Büsten, zwischen

‘denen

sich

ein

Palladion

befindet,

wurden

von

G.

Bruns

versuchsweise als Bildnis des Julian und Darstellung der Stadtgöttin bestimmt. R. Calza ist ihr darin gefolgt und geht noch weiter, indem sie die weibliche Büste für Helena hält. Diese Bildnisbestimmung wird dann ausführlich erörtert und zustimmend vertreten durch M. Gramatopol. Zu Lebzeiten der Helena wurde Julian auf Münzen unbärtig dargestellt. Da . eT hier bärtig erscheint, müßte der Sardonyxkameo nach dem Tod der Helena geschnitten worden sein. Es ist demnach unwahrscheinlich, daß die weibliche Person Helena darstellt; daher empfiehlt es sich mehr, zur Deutung von G. Bruns zurückzukehren und in jener die Stadtgöttin von Konstantinopel zu sehen. Die Gruppierung von Julian und der Stadtgöttin mit dem Palladion zwischen ihnen entspräche dann dem Berliner Sardonyxkameo. Wie bei diesem ließe sich an Gesichtszügen sowie Haar- und Barttracht des männlichen Kopfes allein ein Bildnis des Iulianus. nicht erkennen.

GENF, Musée d' Art et d' Histoire. Kaiserbüste. Bronze.

R. Jonas hat diesen Kopf Julian zugewiesen, wobei ihn das offensichtlich höhere Alter des Dargestellten nicht stört (Julian starb im Alter von 32 Jahren). Auch C. C. Vermeule hält die Benennung für möglich. P. Lévéque jedoch folgt zutreffend dieser Zuweisung ebenso wenig wie R. Calza, die lieber einen Philosophen oder Dichter in dem Bildnis sehen möchte, als den viel jüngeren Julian. Die Bildniszüge des Kopfes weichen völlig ab von denjenigen des Julian. Allein nach der Abbildung zu urteilen, möchte man sich dem Urteil von.H. Jucker anschließen: »schwerlich antik«.' LAUSANNE, - Goldbüste.

Musée

Cantonal d’Archeologie et d'Histoire.

Aus Avenches. M.

Wegner,

Herrscherbild

II 4,

169 Taf.

27.

- Ders.,

Ver-

zeichnis der Kaiserbildnisse von Antoninus Pius bis Commodus I, Boreas 2, 1979,

153 Taf.

16,2 (mit weiterer Lit.). — J.

Ch. Balty in: Festschrift H. Jucker (1980) 57 ff. Taf. 17,1; 18,1; 19,1. -- H. Jucker, BAssProAventico 26, 1981, 5 ff. Abb.

1-10.

Nur J. Ch. Balty vertritt die Meinung, in der Goldbiiste von Avenches sei nicht Marc Aurel söndern Julian dargestellt; was entschieden abzulehnen ist. Die Goldbüste ist eindeutig als spätes Bildnis der Marcus Aurelius zu erkennen.

- Gewicht (Exagium) mit

Aus der Sammlung Naville. A. Alfoóldi, AJA 66, 1962, 404 Taf. 119, 10. — P. Leveque, Latomus 22, 1963, 74 ff. Taf. 15,4. — Calza 382 Nr. 268 Taf.

128,

LENINGRAD,

472.

Dieses Bronzegewicht wurde von A. Alfóldi vorgestellt und als Julian gedeutet. Diese Zuweisung wird weder von P. Lévéque noch Von R. Calza angezweifelt. Mit dieser Benennung kann auf gleiche Weise gerechnet werden wie bei dem Bronzebüstchen von Lyon.

IZMIR,

ebemals

Evangelische

E. Babelon, GazBA

22, 1962, Taf. 14,1.

Herkunft: Aphrodisias.

G. Lippold, RM 33, 1918, 8f. - Ders., EA 2306. - M. 109,

1965,

373 ff. Abb.

24 ff. - Ders.

55

Abb. 21. Obwohl das Bildnismedaillon durchweg als sogenannter Julian bezeichnet wurde, heißt es bei C. C. Vermeule überflüssigerweise »probably not Julian«. Als Bildnis des Julian ist dieses Medaillon nicht nachzuweisen.

ISRAEL, Privatbesitz (nach R. Calza JERUSALEM, Museum). — Kopf, unterlebensgroß. Sammlung Jonas, wahrscheinlich aus Syrien. R. Jonas, AJA Nr. 2574 Abb.

1899, Abb.

6. — S. Reinach, RA 1901, 1,

18-20. — P. Leveque, Latomus 22, 1963, 74 ff. - O. Neverov, Antique Cameos in the Hermitage

Vollkommen

Squarciapino, La scuola di Afrodisias (1943) 77f. Taf. R, d. - C. C. Vermeule, Proceedings of the American PhiloSociety

— Büstchen, unterlebens-

Collection (1971) Nr. 107 mit Abb. - Calza 380 Nr. 266 Taf. 130, 478/79. — J. Ch. Balty in: Festschrift H. Jucker (1980) 60. — S. Boucher, Bronzes romains figurés au Musée des Beaux Arts de Lyon (1973) 133 Anm. 1.

mit Brustbild.

sophical

80.

346. — A. Bauk, Visantijskol Iskustvo (1960) 13. 277 Abb. 6. 7. — V. Lichatcheva, Isvestia Gosudarst vennogo Ermitagia

— Medaillon

Schule Nr. 31.

Ermitage Inv.

groß. Chalzedon. Vielleicht aus der Sammlung Millotti 1792 von Katharina II. erworben.

erhalten.

In diesem kleinen Bildnis vermutete bereits M. Matzulevich eine Darstellung Julians (ohne Zitat). V. Lichatcheva bestätigte diese Zuweisung mit überzeugenden Argumenten, so daß auch P. Lévéque, R. Calza und O. Neverov ihr folgten. Dagegen heifit es bei S. Boucher, dieses Büstchen sei zu Unrecht als Bildnis Julians angesehen worden. Das Büstchen

läßt sich keinesfalls als Bildnis derselben Person erkennen wie die Statue im Louvre, der Kopf aus Thasos und selbst das Bronzebüstchen von Lyon. LONDON,

British

Museum

Inv. 57-10-13.

— Elfenbein-

diptychon. E. Weigand, JdI 52, 1937, 121 ff. Abb. 1. — R. Herzog, TrZ

50, 1946, 277 ff. Taf. 13. 14. — FA 1, 1946, 102. - P. Lévéque, MonPiot 51, 1960, 121 77.

13, 1938, 79 ff. - K. Wessel, 141 63/64, 1948/49, 142 ff. Abb. 12. - P. Lévéque, MonPiot 51, 1960, 120. - Ders., Latomnus 22, 1963, 74 ff.

Gut erhalten. Kleine Beschädigungen an der rechten Wange und der rechten Augenbraue.

Eine Bestimmung als Bildnis des Julian, die mehrfach vertreten wurde, läßt sich nicht nachweisen. Vgl. o. unter Constantius Chlorus.

Abb. 13. - Vermeule 26, 84.

405. — H.

Jucker,

BAssProAventico

1981, 12 Anm. 47. - Ders., Latomus — Calza 376 Nr. 262 Taf. 128, 470/71.

22,

1963,

161

Iulianus

Iulianus

LYON,

Palais

unterlebensgroß.

des

Beaux-Arts

Inv. L 215.

Taf. 17,3; 18,4. -- H. Jucker, BAssProA ventico 26, 1981, 12. Abb. 19. 20. - Mus. Neg. - Giraudon 33389.

— Büstchen,

Bronze.

Aus Legat Lambert, 1850. R. Delbrueck, Kaiserporträts 29. 203 f. Taf. 102. — A. Alfoldi,

ATA

Latomus

66,

22,

MonLyon

1962,

1963, 3,

1966,

404

Nr. 3 Taf.

118,3.

-- P.

Leveque,

74 ff. Taf. 15,2. — S. Boucher, 1. - Calza

379

Nr. 265

schmutzt.

BMus-

Taf.

129,

476/77. — S. Boucher, Bronzes romains figurés du Musée des Beaux-Arts de Lyon (1973) 132 f. Nr. 205 mit 4 Abb. (war P. Lévéque noch unbekannt). - Hier Taf. 78 a. b. Nur geringe Beschádigungen. R. Delbrueck hat dieses kleine Bildnis aufgrund der Ähnlichkeit mit den Münzenprofilen und vielleicht beeinflußt vom Aufbewahrungsort dem gallischen Gegenkaiser Magnus Maximus zugewiesen, der jedoch, wie die Münzen zeigen, offensichtlich bartlos war. A. Alföldi bestimmte das Köpfchen als ein Porträt Julians, eine Deutung, der in der Folge mit Recht nicht widersprochen wurde.

MÜNCHEN, Staatsbilbiothek Cod. lat. 23630. — Elfenbeinrelief, Brustbild in einem Kranz, gehalten von einer Victoria. Wohl aus dem Kloster Michelsberg bei Bamberg. W. Meyer, Zwei antike Elfenbeintafeln der Καὶ. Staats- Bibliothekin München (1879) 54 Taf. 3. -- Bernoulli I1 3, 248. - 1. Strzygowski, Hellenistische und koptische Kunst (1902) 6 Abb. 2. - O. M. Dalton, Byzantine Art and Archaeology (1911) 198. — R. Delbrueck, Die Consulardiptychen (1929) 180 ff. N 45 Abb. 1. 2. - Ders., BJb 152, 1952, 181 ff. Taf. 30,1. - F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike

und des frühen Mittelalters (1976) 46 Nr. 45 Taf. 25. — Neg. der Staatsbibliothek München. W.

Meyer

versuchte, wahrscheinlich zu machen,

Der Kopf gebrochen, aber zugehórig, wiewohl anscheinend aus anderem Marmor gearbeitet. Nase und Teil des Diadems ergänzt. Irisring hart gearbeitet. Gegenwärtig stark ver-

daß in dem

von einer geflügelten weiblichen Gestalt (Viktoria?) gehaltenen Brustbild in einem Kranz Julian dargestellt sein kónnte. Weder 1. J. Bernoulli noch ©. M. Dalton nehmen die Zuweisung an. Ausführlich beschäftigte sich R. Delbrueck wieder mit dem Stück. Er datierte es zunächst um 450, später genauer in das Jahr 433 (?). Die Büste im Kranz erklärte er als Apostel (?). Die gleiche Deutung und Datierung vertritt auch F. Volbach. Um ein Bildnis des Julian handelt es sich nicht.

Gemeinsam mit Kate: De Kersauson wurde die Statue im "Magazin des Musée du Louvre, die als eine Replik der ausgestellten Statue Inv. 1121 anzusehen 1st, gründlich untersucht, weil an deren Echtheit wiederholt Zweifel geäußert wurde. Übereinstimmend führte die genaue Untersuchung zu dem Urteil, daß die Statue im Magazin eine spätere Nachbildung der ausgestellten Statue sei, möglicherweise eigens gearbeitet zwecks Ausstellung im Musée Cluny, welches Reste der

römischen Thermenanlage einbezogen hat. Folgende Abweichungen der Statue im Magazin fallen auf: Das Stirnhaar zeigt in der Mitte nur sechs statt acht gleichgerichteter Stráhnen; die frei gebliebene Stirn ist etwas höher; in den Augendeckeln findet sich eine zweite unverständliche Faltung; der Schnurrbart ist durch Eintiefungen schattiger unterteilt; die Unterlippe ist wulstiger; die Kinnmulde unter dieser ist weniger kantig; auch der Kinnbart ist, dem Schnurrbart ähnlıch, durch

Eintiefungen stärker unterteilt (an der Statue Inv. 1121 sind die Strähnen mehr linear unterschieden); der Kinnbart ist länger; das Nackenhaar hängt länger hinab, ist anders gewellt und endet in Fransen; das Haar am Oberkopf ist naturnäher gestrählt und nicht so graphisch unterteilt wie an der Statue Inv.

1121;

am

oberen

Rand

des

Diadems

wird

ein zweiter

Ring vermißt; die Falten um den eingewinkelten rechten Arm sind weniger zahlreich und vergröbert, ebenso die Falten am rechten Oberschenkel. Im ganzen gewinnt man den Eindruck, es sei hier ein Bildhauer am Werk, der nicht in antikem Herkommen geschult war (die vorstehend aufgeführten Abweichungen wurden jüngst unabhängig und übereinstimmend festgestellt bei einer erbetenen Untersuchung durch Simone Wolf). PARIS, Louvre, Salle des Portraits Romains Inv. 1121. Statue, etwa lebensgroß. 1787 aus Italien (Sammlung Millotti) nach Paris gekommen. E.

Q.

Visconti, Notice

du Musée

Royal IV 1 (1817) 210.

— Bernoulli I1 3,243 ff. Taf. 53 a. b. -- S. Reinach, RA

PARIS, Musee du Louvre, Magazin Nr. 401 Inv. 1887 (früher im Musée Cluny). — Statue, etwa lebensgroft. Aus dem Pariser Kunsthandel.

Catal. Somm.

du Musée des Thermes et de Hotel de Cluny

38 Nr. 140. — Bernoulli II 3, 244 ff. — A. Gardner, Giulien Apostata (1895) Titelbild. -- S. Reinach, RA 1901, 1, 345 ff. - R. Förster, JdI 16, 1901, 53. — Espérandieu,

Recueil IV Nr. 3146. — O. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst I (1918) 152 Abb. 145. — P. Castriotis, AEphem 1923, 1955, 123 Abb.

119 Abb. 3. - R. Calza, MemPontAcc 8, 15 a. - P. Lévéque, MonPiot 51, 1960, 112

Abb. 5. — A. Alfóldi, AJA 66, 1962, 403 ff. - J. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1963) 178. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 90 Nr. 33 Taf. 9,2.- von Sydow 70 ff. — Calza 372 Nr. 259 Taf. 125, 462;

126,

463—465.

215.

-- J.

Ch.

Balty

— M.

in:

A.

R.

Colledge,

Festschrift

H.

JRS

Jucker

65,

1975,

(1980)

60

162

1901,

1, 343-350. - E. Michon, RA 1901, 2, 265 ff. — R. Förster, JdI 16, 1901, 53. - E. Babelon, RevNum 1903, 155 ff. —

Cat

somm.

57 Nr.

1121.

— P. Castriotis,

AEphem

1923,

119 Abb. 2. -- A. Piganiol, Byzantion 13, 1938, 243 — 248 Anm. 1. - E. Coche de la Ferté, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1951) 71f. mit Abb. - R. Calza,

MemPontAcc

8,

1955,

123

Abb.

15.

- W.

F.

Vol-

bach - M. Hirmer, Frühchristliche Kunst (1958) Taf. 48. 49. — P. Lévéque, MonPiot 51, 1960, 109-111, Abb. 4. 6. 7. — A. Alföldi, AJA 66, 1962, 403 ff.— von Sydow 70 ff. — P. Lévéque, Latomus 22, 1963, 74-84. -- J. Charbonneaux, La sculpture grecque et romaine au Musée du Louvre (1963) 177 - H. P. L'Orange, Romerske Keisere (1967) 150. - H. G. Niemeyer, Studien zur statuarischen Darstellung der rómischen Kaiser (1968) 90 Nr. 32. — Vermeule 55,

— Calza

368

Nr.

A. R. Colledge, JRS Festschrift H. Jucker BAssProAventico

26,

258

Taf.

125, 461;

127,

466/67.

-- M.

65, 1975, 215. — J. Ch. Balty in: (1980) 60 Taf. 18,3. - H. Jucker, 1981,

12

Abb.

17.

18.

- Mus.

Neg.

Alinari 22635. — Inst.Neg.

Rom

Arch.

nat

A 426 wc.

-

E.

Babelon veróffendichte

Kopf und Statue zusammengehórig. Untere Hilfte der Nase, Ende der Rolle in der linken Hand und rechte Ecke der: ' Plinthe ergänzt. Keine Augenbohrung. Ausführung des Kopfes besser durchgebildet als das Gewand, das móglicherweise von einem Gehilfen ausgeführt wurde. Die Statue, die im 18. Jh. nach Paris gekommen ist, wurde bereits von E. Q. Visconti als Julian erkannt. Danach allerdings stieß die Zuweisung zunächst auf Zweifel (J. J. Bernoulli) und Ablehnung (S. Reinach und E. Michon). S. Reinach erwog eine Darstellung des Libanios. Nur wenig später kam E. Babelon aufgrund von Vergleichen mit. den Münzbildnissen auf die Benennung Julian zurück, an der in der Folge ausnahmslos festgehalten wurde. Man wüßte gern genau, woher die Statue stammte. Selbst wenn sie in Rom gefunden wurde, beständen keine Bedenken, daß dort Julian durch eine Statuenaufstellung geehrt wurde. Ein ausgesandtes Bildnis beziehungsweise Münzbildnisse überlieferten auch nach dort verläßliche Bildniszüge. Die Auffindung des von P. Lévéque veröffentlichten Kopfes in Thasos hat wesentlich zur Beseitigung der Zweifel an der Deutung der Pariser Statuen beigetragen.

Aus Italien.

Nationale,

Cabinet

des Médailles.

Taf. 58. - C.

Fea,

Nuova

noulli II 3, 247 Taf. 54.

L'Orange

Descrizione

in: Festschrift

Ch.

Picard (1949)

Abb. 4; 670 Nr. 3 Abb.5; Likeness

and

Icon

(1819) 210. — Ber-

— ABr 681/2. 683/4. 685/6.

670 Nr.4

(1973)

3f.

Kunstmuseets Aarsskrift 39-42,

"portraits grecs (1954) 17. - H. Weber, M. Richter,

- V.

Poulsen,

1 ff. — Ders.,

Gnomon

RendPontAcc

Nr.2

Abb.6 = Ders.,

Abb. 4-6. 1952/55,

— H. P.

2, 669

34,

Les

27,

1955,

1961/62,

45 ff.

Abb. 10. - E. Bielefeld, AA 1962, 74. — R. Calza, Scavi di Ostia V. I Ritratti (1964) 14 unter Nr. 2. - G. M. Richter, The Portraits of the Greeks I (1965) Abb. 413-418. - H.

-

von Heintze in: Helbig II* 170 ff. 1354. 1355. 1356. - D.

Nationale,

Cabinet

des Médailles.

Metzler, Untersuchungen zu den griech. Porträts des 5. Jhs. v. Chr. (1966) 45 f. W. Gauer, JdI 83, 1968, 150 ff.

Abb. 17. 18. — Calza 391 Nr. 278. — Helbig II* 1354: Cap. A 1140.

B 2358/59,

C 349/5;

Inst. Neg.

Rom

1963,

1587; Inst.Neg. Rom 1963, 1807/11; 1963, 1921. — Helbig II^ 1356: Cap. A 1138. B 2351/52. C 349/50; Inst. Neg. Rom 1963, 1817/21. ᾿

Die alte Benennung Julian geht auf C. Fea zurück, gestützt auf die Inschrift des Herme. Nr. 455 Inv. 586: IANVS INPEATOR



(sic), die nicht antik, vielleicht mittelalterlich ist.

Sie wurde bereits von J. J. Bernoulli zurückgewiesen. Nachdem H. P. L'Orange die drei Repliken mit dem Spartanerkónig Pausanias identifiziert hatte, folgte man allgemein dieser Deutung. Dagegen hält V. Poulsen eine Darstellung des Leonidas für möglich. H. von Heintze sieht in der Replik Nr. 833 eine Arbeit des 17. Jhs. Als Bildnis des Julian kommen diese Bildwerke nicht in Frage.

Cabinet des Médailles Inv. 312 a. - Medaillon mit Inschrift:

B 1463.

1812/6. — Helbig II^ 1355: Cap. A 1139. B 1937; Anderson

nicht Nr. 270 sondern 387 Nr. 273. In neuerer Zeit für modern gehalten (vgl. Delbrueck, Kaiserportráts 159 ohne ausdrückliche Nennung dieser Gemme).

Chalzedon.

nicht nachweisen.

587. — Drei Bildnisse, davon als Herme Inv. 585. Stuart Jones, Mus. Cap. 213 Nr. 82 Taf. 52: 248 f. Nr. 72. 73

E. Babelon, RevNum 1903, 155 Nr. 1. - P. Leveque, MonPiot 51, 1960, 126 Nr. 1. — Calza Taf. 130, 481 jedoch

Kaiserbüste,

schlug,

585.

E. Babelon, RevNum 1903, 154 f. Abb. 1. 2. - Delbrueck, Kaiserportráts 159 Taf. 75,2. - J. Bidez, Julian der Abtrünnige (1940) Titeltaf. P. Leveque, MonPiot 51, 1960, 126 f. Abb. 15. - Calza Taf. 130, 480, jedoch nicht Nr. 273 sondern 384 f. Nr. 270. Die Bestimmung als Bildnis des Julian, die zuerst von E. Babelon ausgesprochen wurde, ist seither stets anerkannt worden. Kenner von Gemmen müßten prüfen, ob diese Sardonyxgemme zuverlässig antik ist.

PARIS,

als erster und

ROM, Museo Capitolino, Stanza dei Filosofi Nr. 455 (bisher Imperatori Nr. 82); 833. 834 (bisher Filosofi 72. 73) Inv. 586.

1901 erworben.

PARIS, Bibliothéque Sardonyxgemme.

Stück

hinsichtlich seiner Münzbildnisse

446 f. - G.

PARIS, Bibliotbhéque Sardonyxgemme.

das

wenn auch mit Vorbehalten, die Benennung Julian vor. S. Reinach sowie später V. Lichatcheva stimmen der Zuweisung zu. Auch R. Calza schließt sie nicht ganz aus. R. Delbrueck dagegen datiert das Medaillon vage ins 4.-5. Jh. und gibt mehrere Namen.zur Auswahl an. Julian allerdings lehnt er aus physiognomischen Gründen ab. D. Lévéque vermag weder der Zuweisung an Julian noch den Vorschlägen R. Delbruecks zu folgen. Als Bildnis des Julian läßt sich dieses Medaillon

"Hier Taf. 76 ci d; 77.

ROM, Museo del Palazzo dei Conservatori (ehemals Antiquarium Comunale); 1981 nicht aufzufinden. — Fragment einer Schale. Blaues Glas. Gefunden 1882 in der Kirche S. Maria Liberatrice (Forum Romanum) beim Abbruch.

. . . ANTONINAE.

1897 in Antiochia nahe der Porta S. Paolo gefunden. E. Babelon, BAntFr 1898, 275. - R. Mowat, BAntFr 1898, 288 ff. — E. Babelon, GazBA 1899, 1, 109. -- S. Reinach,

RA 38, 1901, 1, 337 ff. 356 f. Abb. 6. — Delbrueck, Kaiserporträts 227 f. Taf. 121. - V. Lichatcheva, Isvestia Gosudarstvennogo Ermitagia 22, 1962, 18-20. — P. Lévéque, La-

Glas im Altertum II (1908) 647. — A. Eisen, Glas II (1927)

tomus 22, 1963, 76. — Calza — Giraudon Nr. 19979.

Antiquarium (1929) 70 Taf. 73,2. — R. Paribeni, BdA 12, 1918, 52. - C. Nordenfalk, Die spáten Kanontafeln 204 f.

381

Nr.

267

Taf. 128,

L. Bruzza, 407.

473.

Ein Teil der Medaillonscheibe 1st weggebrochen, ebenso ein Stück des Gewandes an der rechten Schulter. Diadem und Fibel waren aus vergoldeter Bronze angesetzt. Oberfläche poliert. Die jetzige Fassung 1st modern.

: Abb.

163

— H.

24.

BullCom Graeven,

- H.

10, 1882, RM

Fuhrmann,

28,

RM

180 Taf. 20. 1913,

302.

54, 1939,

— A. — A.

Kisa, M.

Das

Colini

161 ff. Abb.

1. 2.

4. 6. Taf. 36. — Ders., RM 55, 1940, 92. - H. Stern, Le Calendrier du 354 (1953) 155 Anm. 3. - M. Alföldi, Goldprägung 128. — J. Bracker, KólnJbVFrühGesch 8, 1965/66,

Iulianus

Iulianus

17 Taf. 8,5. — R. Calza in: EAA II (1959) 920. - Dies., Iconografia

243

Nr. 156

Taf. 85,

TAQ-I-BUSTAN (Iran). — Felsrelief, überlebensgroß. K. Erdmann, Ars Islamica 4, 1936/37, 79. — J: Bidez, Julian der Abtrünnige (1940) 336 Abb. 18. — K. Erdmann, Die Kunst Irans zur Zeit der Sasaniden (1943) 63 Abb. 28. — R. Ghirshman, Iran. Parther und Sasaniden (1962) 190 f.

298. — Inst.Neg. Rom

7458.

Von der Zentralfigur fehlt fast die ganze untere Gesichtshälfte. Daneben zwei weitere Köpfe erhalten. Als einziger hat H. Stern in der ursprünglich als Diokletian,

Abb.

233.

234.

- EAA

(1966)

— Calza

1975,

s. o. unter Constantinus.

Mittlere Kórperpartie des liegenden Rómers zerstórt. Daran, daß es sich bei dem hier dargestellten, niedergeworfenen Feind um einen römischen Herrscher handeln muß, der

Amelung

weisen

25,

107 ff. Taf. 16—19.

rend K. Erdmann und ]. Bidez in dem Dargestellten Julian Apostata vermuteten, der im Kampf gegen Sapur II. den Tod

fand. L. Trümpelmann folgt dieser Deutung und vergleicht vor allem die Bàrttracht mit Münzbildern, die dem iranischen

Der Kopf wurde früher einmal Julian genannt. Sowohl J. J.

W.

JNG

das Diadem trägt, zweifelt niemand. R. Ghirshman und R. Calza verzichten jedoch auf eine genauere Zuweisung, wäh-

Taf. 86. Nasenpsitze, Hals mit Büste und Fuß ergänzt. Rand des linken Ohrs und Bartspitze beschädigt. als auch

Trümpelmann,

390.

Julians erkennen wollen, was nicht nachzuweisen wäre.

Bernoulli

487/88. - L.

602f.

Nr. 277

ROM, Vatikan, Museo Chiaramonti 717 (LV 6) Inv. 2121. — Kopf auf modernem Büstenabschnitt. Bernoulli II 3, 249. - Amelung, Vat. Kat. I 802 Nr. 717

Taf. 132,

VII

später als Konstantin I. gedeuteten Mittelfigur das Bildnis

Bildhauer als Vorbild gedient haben dürften.

die willkürliche

Benennung zurück. ST. LOUIS, City Art Museum. — Kopf mit Lorbeerkranz, etwa lebensgroß. Bulletin of the City Art Museum of St. Louis 9, 4, 1924, 52 f. — Early Christian and Byzantine Art. The Baltimore

Museum

of Art.

Ausstellung

April-Juni

1947,

THASOS,

1950

23 Nr. 3

des

Inv.

937.

— Kopf,

Magazins

VI

etwa lebensgroß.

der

Agora

von

Thasos.

P. Lévàque, MonPiot 51, 1960, 105 ff. Abb. 1-3. — Guide de Thasos (1967) 146 Nr. 46. — Vermeule 357. 404. 419. - von Sydow 70. - Calza 374 Nr.260 Taf. 127, 468/69. — M. A. R. Colledge, JRS 65, 1975, 215. - J. Ch. Balty in: Festschrift H. Jucker (1980) 60. — Hier Taf.76 a. b. Der Kopf ist in der Mitte gebrochen. Er ist noch nicht

allerdings nicht ohne weiteres akzeptiert wird. Dieser glaubt, nicht um ein Mitglied der konstantinischen Er datiert das Bildnis in die 2. Hälfte des es unbenannt. Als Bildnis Julians läßt sich befremdend lorbeerbekränzt ist, keinesfalls

Museum

Ostteil

gefunden.

Taf. 6. — M. Milkovich, Roman Portraits. Worcester Art Museum. Ausstellung April- Mai 1961, 80 Nr. 36 mit Abb. Nasenpsitze ergänzt (?). Sonst vollständig erhalten. Der Kopf, dessen Herkunft offenbar unbekannt ist, wurde mit Julian in Verbindung gebracht, was von M. Milkovich daß es sich gar Familie handele. 4. Jhs. und läßt dieser Kopf, der bestimmen.

im

vollständig ausgeführt, nur Meißelschläge. Ein Mefipunkt findet sich über dem rechten Auge an der Grenze von Haar und Diadem. Die Ohrmuscheln stecken noch in der Bosse. Die Pupillen sind noch nicht gebohrt; auch sonst nirgends

STUTTGART, Württembergisches Landesmuseum, Lapidarium. — Kopf aus Köngen. Sandstein. J. Bracker, Römer am Rhein. Ausstellungskatalog Köln 1967, 145 A 30. -- U. Hausmann, Rómerbildnise (1975) 46 Abb. 69. - H. Wrede, Die spätantike Hermengalerie von

Welschbillig (1972) 98 Anm. 46. Die Benennung Julian, die J. Bracker erwog, lehnte H. Wrede

mit Recht ab.

Bohrarbeit.

Am

weitesten

ist

der

Stern

in

der

Mitte

des

Diadems unten ausgeführt. P. Leveque hat diesen Kopf veröffentlicht, ihn an die Seite der beiden Pariser Statuen gestellt und ihn somit den Bildnissen Julians zugeordnet. C. C. Vermeule, W. von Sydow, R. Calza und M. A. R. Colledge schließen sich dieser Deutung zutreffend an. Möglicherweise war das Bildwerk in Arbeit, als

Julian überraschend aus dem Leben schied und, soviel man weiß, nicht divinisiert wurde. Dem Bildhauer muß dieselbe Vorlage zur Verfügung gestanden haben wie dem Meister der Statue im Louvre 1121.

Flavius IOVIANUS Etwa 331 geboren. 363, am 27. Juni nach dem Tode Julians vom Heer zum Augustus erhoben; er war damals primicerius domesticorum. Nach Abschluf eines Friedens mit den Persern sollte er das Heer aus Asien zurückführen. 364, am 17. Februar stirbt er auf dem Rückweg nach Konstantinopel in Dadaszana.

164

‚A. Lippold in: KlPauly II (1967) 1444 f. mit Lit. Münzen: J. P. C. Kent u. a. Die Römische Münze (1973) 170 Taf. 152 Nr. 699. 700. — Ders., RIC VIII 17 f. 30 f. 48 f. 554 f.

Münzen wurden in Antiochia, in Konstantinopel, in Thessaloniki und vereinzelt in Lyon geprägt. In diesen Städten konnte man Flavius Iovianus als Augustus nicht zu Gesicht bekommen. Mit der amtlichen Aussendung eines Bildnisses.wäre wohl zu rechnen. Die Münzen zeigen einander außerordentlich ähnliche Bildnisse mit leichten Abweichungen, besonders im Diadem. Ein rundplastisches Bildnis ist nicht verläßlich nachzuweisen. Unter den Tafeln des Museo Torlonia, (Visconti Taf. 161, 618) wird — ohne Text - ein Kopf auf nachantiker Büste als Gioviano bezeichnet.

Das ist im Hinblick auf die Münzbildnisse und Medaillen, die Iovianus unbärtig und mit ganz anders begrenztem Stirnhaar zeigen, abzulehnen.

165

lowianus

Verzeichnis nach Aufbewahrungsorten ACERENZA Kathedrale (Julian) .....:.2.202cc2 2.22. lel

nnn

160

ADOLPHSECK Schloß Fasanerie ; Fas. Arp. 54 Konstantinl. .....70. 118 Taf. 49a.b Fas. Arp. 55 (Helena) ............. esses. 143 (Constantial.).........222222.- 149 AGRIGENT Museum

Inv. A.G. 499 Konstantin l.? ...............

BASEL Sammlung BELGRAD

Privatbesitz siehe unter Nis

Bodemuseum

Inv. Inv.

Constantiusll.

Museum

142

ANTIOCHIA

Inv. 4132

AQUILEIA Basilika, Fußbodenmosaik

Maximinus Daia?

desKaiserhauses) ........ 119. 128. 143. 153. 155 Museo Archeologico Inv. 65 (Sohn Konstantins) ............ 128 Inv. 161336 (Constantius Gallus) .......... 128

ARLES Musee Lapidaire (Sohn Konstantins) ................ suus. 128f. Fausta .....ὐνννννν εν ννν ell 153 Taf. 75b.c

ATHEN Nationalmuseum

............

129

32. 112

BOSTON Museum ofFine Arts Inv. 61.1136 (Maximianus Herculius) ........ Inv. 62.662 (Helena) ..............s ess Inv. 62.1204

(Konstantin 1. und Angehörige

...............

Inv. 4694 KonstantinIl. ....... 67. 129 Taf. 45b Magazin, verschollen Galerius ... 27. 106 Taf. 20b. Pergamonmuseum Inv. 449 (R 120) Helena? ............... 143 f. Inv.1643 (R 121) Constantius Chlorus ... 30. 110 Taf. 24a.b Skulpturengalerie Inv. 6730 Konstantinll. ...... 66f. 129 Taf. 45a

ANCONA

................

120

(Tetrarchen) . . . Ὁ νον νων νιν γεν νν νιν εν ν νιν νννων BRNO (BRUNN) Seminar für Klassische Archäologie der Universität

95

BRESCIA Museo

(KonstantinL)

104 144

Civico

Inv.

898

(Konstantinl.)

...................

120

BUKAREST Numismatische Sammlung

der Akademie

Kameo (Julian) .............eseeeseeuses.

160f.

BURSA

Inv. 2006 (Julian) .....««Ὁὐνν νιν κνννννν Magazin Diokletian? .................... Magazin Galenus ................ssssse Museum Kanellopoulos (Galerius) ......22222222 essen: 28. Turm der Winde (Julian) ........22222220 20er: Musée municipal (Tetrarch) |... cesses

Inv. 200 (früher45)

Diokletian?

............

95

106 160

95

BALTIMORE

Walters Art Gallery (Konstantinl.) ................

Museum

160 95 106

AUTUN

Inv. 57.1819

527 Konstantin]. ........ 69. 120-Taf. 47c 1624 Sohn Konstantins .. 67f. 129f. Taf. 46c

Inv.30931

Inv. 3701 Galerius ........... sees. 27. 106 Inv. 5934 KonstantinL ..... 67 ff. 119 Taf. 46a.b AMHERST (MASS.) Amberst College (Konstantinl.) ...........eessseeeeees eee. 119

Galerius .........seeeeeeees 27. 106 Taf. 18c.d (Julian) .. «ον νννννν εν νννννγνννν νιν ννγννν 160

129

BERLIN Antikenmuseum Inv. 11056 (Julian) .........2222222 2222000. 160

119

Museum

............

Inv. 79-IV Konstantin I. .... 69. 120 Taf. 48a.b Kameo (Konstantin I.) ...... ennen 120

Museum

...........eeeeeeeeeeleeeeA

(Sohn Konstantins)

Museum

ALEXANDRIA

(Eutropia)

Cahn

119

CAESAREA Hippodrom Diokletian? ................ 11. 22. 95 Taf. 13d CENTCELLES Mausoleum Mosaik(Constans) .............s esses. 130 CHALKIS (EUBOIA) Archäologisches Museum (Konstantin II.) ...... 22.2222 2cneeneeer nen 130

166

CHÁLON-SUR-SAÓNE Museum : Magnentius ......... esses . 90.139 Taf. 63a CHICAGO The Art Institute | (ConstantiaL.) ..-« «Ὁ ννννννν εν ννκνννννν 1481. CHIETI Museo Nazionale Inv. 4296 (Maximinus Daia) ............... 112f. Inv.4297 Maximianus Herculius? 36. 104 Taf. 8c.d CIVIDALE (KonstantinL) ...ννννννννν νιν νννγνν een COMO Museo Giovio (Constantial.)

.......

120

eee

148f.

(Helena) ...... sees

144

DEUTSCH-ALTENBURG Museum

Carnuntinum

DRESDEN Antikenmuseum Inv. 406 Maxentius

..........

EDINBURGH Royal Scottish Museum Inv. 1956-1494 (Konstantinl.)

Collection Mebmet Aytekin (Maximianus Herculius) ........ 2222222202...

104

Basmane Inv. Ehemals Inv.

Museum 173 (Sohn Konstantins) ...:........ssn. 130 Evangelische Schule νιν κνγ κι νον 161 νιν νιν νιν ὐνννν (70]14π})....Ὁ 31

Museum ................. ...

104

FLORENZ Museo Arcbeologico (Galerius) ...........ssseseess Galleria degli Uffizi

u 28. 107 Taf. 22a

Inv. 1914, 171

Helena

....................

144

Inv. 1914, 242 Inv. 1914, 273

Diokletian ... (Konstantinl.) ............. (Magnentius) .......2.220..

121 139

FOSSOMBRONE siehe unter ANCONA

GENF

Musee d’Art et d’Histoire Jullan |... ee 161 GEYRE Museum Inv. 72-203 (Sohn Konstantins) ............ 130 GROTTA FERRATA Abteimuseum KonstantinLl. .......22ceecneenn 55 f. 121 Taf. 35

................

siehe unter /SRAEL KAIRO

EPINAL

HAMBURG Museum für Kunst und Gewerbe Inv. 1961, 139 (Diokletian)

IZMIR

JERUSALEM

121

(MaximianusHerculius)

INCE BLUNDELL HALL Inv. 385 (Galerius) ............... ee. 28. 107 ISRAEL Privatbesitz 161 (Julian) |... sies ISTANBUL Archäologisches Museum Inv. 273 Konstantinl. ...... 69.121 Taf. 48c 96 Tetrarch ............ ee nee Inv. 1094 Inv. 4864 Diokletian? ................ 22f. 96 Mendel 652 (Diokletian) .................. 96

35. 114 Taf. 27a.b

..............

EDINCIK (ERDEK)

HERAKLION Inv. 191 Maximianus Herculius? ............ 104 (Konstantin l.) ......... 2... 121 HIERAPOLIS (BITHYNIEN) ÁAntiquarium (Constantius Chlorus) ..........2...2222.: ... 110

"Museum Inv. 7257 Galerius.............. 271. 107 Taf. 19 Kunsthandel | Diokletian .......... 17ff. 96 Taf. 10d KANSAS CITY Atkins Museum of Fine Arts (Helena II.) KARTHAGO Musée National (Musée Lavigerie) Inv. C 0032 KonstantinI. .. 87. 121f. Taf. 56a.b (Konstantinl.) ..... 87. 121 Taf. 57a Magazin Inv.61.2.211 Sohn Könstantins .......... 87. 130 KLAGENFURT Landesmuseum für Kärnten Inv. 304 (LicimusL) .......eeecceereeeennn 116 (Maximianus Herculius) ............ 104 KÖLN Römisch-Germanisches Museum Inv. N157 (Sohn Konstantins) ............. 1308, Inv. 991 SóhneKonstantins? .............. 131 (LiciniusII.) .............2.2.2.... 118 KOPENHAGEN Ny Carlsberg Glyptotek . 654 (Inv. 766) (Sohn Konstantins) 680a 762 769a 770 771a 771b 771c

96

167

(Inv. (Inv. (Inv. (Inv. (Inv. (Inv. (Inv.

837) 1938) 3149) 1466) 2572) 2691) 3381)

.... 87. 131 Taf. 60c.d (Anastasia) .......... sss 150 (Helena) ................ 144 (Diokletian) ............. 97 (Galerius) ...........2... 107 (Galerius) :............. 107f. (Diokletian) ............. ‚97 Diokletian . 21f. 97 Taf. 12c.d

773 774

(Inv. (Inv.

835) (Helena) ............... 144f. 836) Constantius Chlorus .. 30. 110 Taf. 25a.b 774a (Inv. 3147) KonstantinI. ........ 55f. 122 Taf. 38a.b Nationalmuseum Inv. 8040 (Konstantinl.) .................. 122 Privatbesitz (Sohn Konstantins) ...........slsssssees. 87. 131

KUNSTHANDEL (LiciniusIL).

..νὐνν εν νιν

ν γεν ννν εν ν εν ενννννν

118

KYRENE

MAINZ Rómisch-Germanisches Zentralmuseum

Inv. ©. 39760 Inv. O. 39761. MALIBU

Paul Getty Museum Inv. 78.AA.8. Galerius ..... 27. 108 Taf. 21c.d MANTUA Museo del Palazzo Ducale Inv. 241 (Maximianus Herculis). ........:. 104 MÜNCHEN

(Sohn Konstantins)

...........

Inv. 379 (Usurpator) ............seueees 139f. Residenz Diokletian ............Lssse 17ff. 98 Taf. 11.c.d Bayerisches Nationalmuseum Inv. 35/386 (Constantius Chlorus) .......... 111 Staatsbibliothek Cod. lat. 23630 (Julian) ............ esses 162 Bayerische Hypotbeken- und Wechselbank Silberschalen Liciniusl. ........... esses. 116

131

LAUSANNE Musée cantonal d'archéologie et d'histoire ΞΕ

ΕἙἜἝ 161

LEIDEN Rijksmuseum van Oudbeden HII BB2a

Inv.

11961—63

Diokletian

. 17ff. 98 Taf.

— MaximinusDaia

.......2.2.2.2....

118

NANTES

Privatbesitz

(Constantius Chlorus) ..............s uuu. 110 LENINGRAD Ermitage Inv. 80 (Julian) ........2222..... 161 Inv. A 247 (ConstantiaL) ........ 148 f. Inv. 14644 Constantius IL. ....... 131f. Inv. 14744 ConstantiusIL ......... 132 Inv. Byz. 99.1275

— Constantius IL.

.........

KonstantinIL.2

mitFamilie

.............

87.

^ Diokletian .............

Inv. 1919.11-19.4

Inv. 57,10-13 Inv. 70-7-15-1 Inv. 1974,12-13,1

145. 149f. Taf. 75a

Inv. 13287 (Galerius)

............

eese

108

......:..2o22222een

113

NEAPEL

Museo Nazionale Magazin (SeverusIl.)

Metropolitan Museum Inv. 26229 Konstantinl.

132

(Konstantinl.) — ConstantiusIL

98

..........

122

.........

132

(Constantius Chlorus) .. 110f. (Julian) ................ 161 (Konstantin I.) .......... 122 Maximinus Dana .....

Maison

MADRID Prado .........

57. 122 Taf. 38c.d

........

17 ff. 98 Taf. 11a.b

69. 123 Taf. 48d

. 87. 133 Taf.

58 a.b

Carree

(Helena)

...........202eeeeeereneneen nenn

145

NIS Museum

Inv. 081 Tetrarch ... .Ὁνν νυν νιν νιν νννννων 10. 99 Kopffragment (jetzt wohl Belgrad, Privatbesitz)

32. 113

LUXOR Tempel des Kaiserkults Wandmalerei (heute zerstört) Tetrarchen ...... 98 LYON Palais des Beaux Arts Inv. L 215 Julian ........... 159. 162 Taf. 78a.b

......

Sohn Konstantins

NIMES

Taf. 23c

125 E Konstantin]. MAILAND Museo Arcbeologico Inv. 1158 Diokletian

123. 132f.

NAUPLIA Museum

Inv. 67.107

Inv. 1968

.......

NEW YORK

LONDON British Museum

Ägyptische Stele

Musee Debree Bronzemedaillon Konstantin I.

132

LINZ Oberósterreichisches Landesmuseum B 629

Licinius I.

12a.b

...... . 32. 113

LEIPZIG

Inv.

108 111

Glyptothek

Museum Inv. C 17011

Inv.

Galerius? .............. .... Constantius Chlorus? .:.....

Tetrarch

„02.2. esses

99

ONTARIO Museum

Sohn Konstantins?

...........

87. 133 Taf. 59a.b

OSLO Nationalgalerie Inv. 58 (Diokletian) .............seeessse. (Galerius) ........2e2222 2 seen OSTIA

99 108

Museum

Inv. Inv. Inv. Inv.

168

22 (Fausta) ............ eere 45 Sohn Konstantins? ........... 87. 51 (Maxentius) ............s seen 1844 LiciniusL.2........... 50. 116 Taf.

153 133 114 31

PAESTUM

Museo Nazionale (Sohn Konstantins)

........... "MP

133

PALERMO

Museum (Maxentius) PARIS Musee du Louvre Cat. somm. Cat. somm. Cat. somm. Cat. somm.

.. «Ὁ ννν νον γννν κεν κν

995 1021 1053 1121 .

eese

114

(Helena) ............... 145. (Sohn Konstanuns) ...... 133 (Fausta) .............. . 153f. Julian ........... 159. 162f. Taf.

76c.d;

77

Cat. somm. 2277 (Maxentius) ............ 114 Inv.B. J. 2181 (KonstanunI.) .......... 123 Inv. 4163 Galerius . 27. 108. Taf. 18a.b Magazin Inv. 1887 (Julian) .............-.. 162 . Diptychon (Constantiusll.) ........ 134 Bibliotheque Nationale, Cab. Med. Bleimedaillon Diokletian und MaximianusHerculius ... 99 Onyxbüstchen (KonstantinL.) .......... 123 Achatbüstchen (Konstantinl.) .......... 123 Statuette (Helena) ..............- 145 Medaillon (Julian) ........22222... :163 2 Sardonyxgemmen (Julian) ................ 163 PHILADELPHIA University Museum Sohn Konstantins? ............. . 86. 134 Taf. 57b PHILIPPEVILLE

Lycée (Konstantinl.) ........ lues 123f. PIAZZA ARMERINA Villa romana Jagdszene Maximianus Herculius 25. 105 Taf. 17c

Jagdszene (Mittelgruppe) (Maxentius) ....... . 115 Eros und Pan (Maxentius) ............. Ls 114f. Einkleidungsszene (Maxentius) .............. 115 Antiquarium (Constans) ...:.... sss e e ΕὟ 134 (Maxentius) siehe unter Palermo : PISA Campo Santo Inv. 36 (Helena) ...........seseess esses. PRAG Nationalmuseum Inv. 739 (Fausta) .......... eese PRINCETON Museum Inv. 55-3257 (Konstantinl.) ............. ... Privatbesitz (Diokletian) ....ννννννννγνννκνννεννννννων (Magnentius) ...«νννν νιν ννν εν εν γνννν εν κεν

Museo Capitolino Galleria 35 (Sohn Konstantins) ............... 134f. Salone 57 (Helena) ..........usuuuuuuuuuun 145f. 66 (jetzt Galleria) (Diokletian) .......... 100 Stanza degli Imperatori 80 (Diokleuan) ...........Luuuuuuuuuu 100 81 (jetzt Galleria) (Constantius Chlorus) .. 111 84 Helena ................. 146 Taf. 74 b.c Stanza dei Filosofi Inv. 585 (Julian) ....... eese 163 Inv. 586 (Julian) ........ 22... 163 Inv. 587 (Julian) ................ OPEM 163 Stanza Terrena a Destra

Inv. 381 (Nepotianus) ..........2.2..... Magazin Inv. 1005 (Helena) ..........22..2.2.... Castro Pretorio verschollen Büste

..................ss

Monte Cavallo verschollen Statue 2222222222220...

140 146 155

61. 112

Museo del Palazzo dei Conservatori

Fastı Moderni I Inv..843

Sohn Konstantins‘.........

87. 135

Taf. 61a.b Sala dei Bronzi Inv. 1072 Constantiusll.

.......

85. 87. 135 Taf. 53c. 55

: Cortile Inv. 1692 Konstantin I. 70ff. 125 Taf. 50-54 Inv. 2882 (Sohn Konstantins) ......... 135f. . Glasschale (ehem. Antiquarium Comunale) Konstantinl. ................ 125 (Julian) .......:2...2 2222200. 163 Sta. Costanza Mosaik (Constantina) .........2r02.0.. 155 (Flavius Hannibalianus) ......... 138 Villa Doria Pampbhil; Diokletian?

.....

11. 22f. 101 Taf. 14.15

(Fausta) ........ eese gern De. 154 Palazzo Eredi Casali del Drago Sohn Konstantins? ..... 67. 138 Taf. 45c Forum Romanum

145

154

124 99 140

ÁAntiquarium Tetrarch ...........2.... 11. 22. 100 Taf. 3c Decennalienbasis . Constantius Chlorus ........ 30. 111 Taf. 2b verschollen, Kopf ..................sssus .. 139 Sammlung Gentili siehe unter Rom, Museo dell' Alto Medioevo S. Giovanni in Laterano Konstanunl. ........ .. 55. 58ff. 126 Taf. 43. 44

Kapitolsplatz, Balustrade Konstantinische Familiengruppe

.. 58ff. 126. Taf.

137f. 40-42

Konstantinsbogen Relief mit Fünfsäulendenkmal ROM

Tetrarchen

Museo dell’ Alto Medioevo Ehem. Sig. Gentili (Constantina) ............ Villa Borgbese (Helena) ......cccccuseeeeeeeeeeeee een

155 147

Apollonopfer Herculesopfer Löwenjagd

.....

10. 99f. Taf. 2a

Licinius ..... 43ff. 116f. Taf. 28 Licinius ..... 43ff. 116f. Taf. 29 Konstantinl. ....... 43. 45. 124 Taf. 33a.b

Dianaopfer

Konstantinl.

.........

431f. 124 Taf. 36a

Eberjagd

Konstantinl.

....:.... 43ff. 124

Schlachtenreliefs Konstantinl.

Taf. 32a.b ......... 54. 124f. Taf. 34a.b; 36b

Obsidio Veronae Konstantinl.

..........

SARA $. Donnato Sohn Konstantins? .......... ; 86. 138 Taf. 61c.d ST. LOUIS City Art Museum (Julian) ...... eese 164 SIDE Museum Inv. 35 Licanius L2 ........essseseeeeese. 117 Inv. 53 (Licimus L) .................... 117f. Inv. 104 (Tetrarch) ..........sseeeesssee 101 f. Inv. 598 (Constantia IL) ..........22cc22... 156 SOFIA Narodowe Museum Arcbeologiczne .

541. 124

Taf. 37a Palazzo Mattei Konstantin I.

SENIUM

55f. 126f. Taf. 39a.b

Villa Medici Diokletian? ...............seesseeeeeeess. 101 Museo Nazionale delle Terme 317 (Inv. 4289) (LiciniusL) . 28. 117 Taf. 22c.d

318 (Inv. 56199) (Sohn Konstantins)

|

Galerius

323 (Inv. 247) (Constantius Gallus) Köpfchen, schwarzer Knochen (Eutropial.) ... 142 Museo Torlonia 391 (Liciniusl) ...........eeeeeeeeeeeeeee 117 591 (SeverusIL.) ........eseeeeeeseeeeeeee 113 600 Maxentius .............. 35. 115 Taf. 26a.b 611 (Maxentus) ........... ae nh 115 612 613

Sohn Konstantins? Constantius Chlorus?

615 616 617 619

(Fausta) ........ὐὐ νιν νιν νειν κεν εν ern 154 (Crispus) ....0Ὁὐν γεν νννγ κεν εν γννκνκννν 137 (Magnentius) ........ Pa e e nnne 140 Konstanunl. ............ 70. 125 Taf. 49c.d

614 (Helena)

. 31.

ou.

SOLIN

Eingemauerter Kopf (Diokletian)

511

B

Licinius?

111 Taf. 23a.b

Diokletian ........ 7. 21. 102 Taf. 13 Ῥχιδοα...ὐνννννννννννον 141 Taf. 13c Archäologisches Museum Inv. C 49 Diokletian 141 Kopfbruchstück (Prisca) TEE SPERLONGA Museo Nazionale Inv. 6 Tetrarch? .............. 36. 102 Taf. 8a.b STOCKHOLM Nationalmuseum Inv. 106 Maxentius NENNEN 35. 115f. Taf. 27c.d

142. 147

717 (Inv. 2121)

Sohn Konstantins ....... ............

(Julian)

50.

136

117 Taf.

30

...............

164

383 (Inv. 598) (Konstantinll.) ......... Sala a Croce greca 589 (Inv. 238) (Helena) ............... Galleria che porta alla Direzione Inv. 739 (Konstantinl.) ...............

136

Sala dei Busti 146 126

Biblioteca Porphyrgruppen

Tetrarchen

............ 6ff. 27. 99 Taf. 5. 7

Vat. lat. Fol. 172 (Helena) .............. Mscr. Barberini Lat. 2154 Constantius II. und Constantius Gallus ................

Fünfsäulendenkmal

.............

Inv. 10217 (Diokletian)

136

Inv. 10484

11. 22. 108 Taf. 3a.b

..............

Konstantinl.?

100f

.............

126

Palazzo del Governatorato Inv. 19152 Helena? ................ s Vatikanische Gärten

146

Magazin 541 (Constantius Chlorus)

Inv. 7292

(Constantial.)

..........

STRASSBURG Musée Archéologique Inv. 2332 (Eusebia) ..............lsssusues. STUTTGART Lapidarium (Julian) ........esseeeeeeeeslmIR SYRAKUS

148. 150

Inv. 698 (Maximianus Herculius) ........... Inv. 744 (Constantiusll.) ...........2.222200. TAQ-I-BUSTAN Felsrelief Julian. THASOS

164

........22c2ccceeeeeeeann

105 138

164

Museum

Inv. 937 Julian ............. 159. 164 Taf. 76a.b THESSALONIKI Galeriusbogen Tetrarchen .............. 5. 27. 30. 40. 102. 105. Museum Inv. 2466 Galerius und GaleriaValeria TRIER

Bischöfliches

SABRATHA Museum

Diokletian? .................

157

Museo Nazionale

146

Museo Gregoriano Profano Inv. 731/32 Tetrarchen vom

. 36.102 Taf.23d

SPALATO Mausoleum Medaillons

Museo Vaticano Galleria Chiaramonti

136 (Inv. 1749)

........sseeeesssesn 27 f. 109 Taf. 22b

(SALONA) Doppelherme Diokletian und Maximianus Herculius . 12f. 25. 102. 105 Taf. 9a.b

170

112 Taf. 1. 20

. 8.27.109.151 Taf.21a.b

Museum

Deckenmalereien 18. 22. 101 Taf. 17

109.

(Helena) (Fausta) ..........sssess

154

. Rheinisches Landesmuseum Silberbeschlag (Fausta) ................0.. Stadtbibliothek Ada-Kameo _ Familie Konstantins

..

127.

138. 147.

VIENNE Musée Lapidaire

154f.

Magnenuus

154 Taf. 74a

TRIPOLIS Museum (Konstantin I.) ....c.cccecrreeuenn- HEN TUNIS Musée

127

du Bardo

Inv.

C 76 (Helena)

Inv.

C 77

.............ssseessse

147

Konstantin L

TURIN Museo Archeologico Sohn Konstantins

............ . 68. 138f. Taf. 47a

Magazin

(Constantiall.)

Inv. 161

..........

156

VENEDIG Piazzetta

Tetrarchen

..

4.

6ff.

21.

25.

27.

103

Taf.

4.

(ConstantiaL.)

Inv. ἴ 685 Inv. I 856 Inv. I 1497 Inv.IV 2038 Inv. VI 119 WORCESTER/MASS.

Sohn Konstantins .. 68. 139 Taf. 47b (Konstantinl.) ......... .. 87.127. (Helena) ............ ws. 1478. (Galerius) .........222ccc..... 109 (KonstanunI.) ............... 127

Worcester Art Museum

6

148. 150

103 139 109

WIEN Kunsthistorisches Museum

(Diokleian)

..... eee

90. 140 Taf. 62 a.b.

WASHINGTON Dumbarton Oaks Collection ' Inv. 47.14 (Diokletian und Maximianus Herculius) ......... Inv. 4039 Sohn Konstantins? ............. Porphyrkopf (Galerius) ...........222222200%

VICOVARO Palazzo Ducale

.........2....0..

ος ον ννννννννν νιν γεν ννννννν

YORK Yorkshire Museum (Konstantin 1.) .... «νον νννννν νιν

171

εν νειν νκκννννν

103

128

NACHWORT Nach dem schmerzlichen Tode von H. P. L’Orange am 6.12.1983 kann der Herausgeber dieses Bandes, der mit H. P. L’Orange über viele Jahre freundschaftlich verbunden war, statt seiner nur noch mit ein paar ergänzenden Worten eine Gemeinsamkeit der Arbeit an diesem Bande verständlich machen. Seit langer Zeit geplant, konnte H. P. L'Orange mit Rücksichtaufseineangegriffene Gesundheit nur noch den zusammenfassenden Text abschließen. Die Erarbeitung des Kataloges übergab er vertrauensvoll Frau Dr. R. Unger, so daf er nur noch am Ende jedes Stückes eine knappe Beurteilung hinzuzufügen hatte. So lange wie möglich wurde der Katalog durch neueste Literatur ergänzt, ohne daß H. P. L’Orange selbst noch Stellung dazu nehmen konnte. Auf seinen Wunsch übernahm der Herausgeber eine Übersicht über die Frauen der konstantinischen Familie und eine Darlegung der Bildnisse des Iulianus.

Max Wegner

TAFELN

UND BEILAGEN

TAFEL

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Thessaloniki, . Galeriusbogen. Tetrarchengruppe

TAFEL

2

a.

Rom, Konstantinsbogen. Tetrarchen vom Ehrenmonument auf d �m Forum Romanum

b.

Rom, Forum Romanum. B asis vom Fiinfsaulendenkmal. Opfernder Tetrarch

TAFEL

a. b.

Rom, Museo Vaticano, Museo Gregoriano Profano. Porphyrbruchstiicke vom Fiinfsaulendenkmal

c. ·Rom, Museo del Foro Romano. Porphyrstatue vom Fiinfsaulen­ monument. Tetrarchischer Kaiser

3

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a. b .

Venedie:. San Marco . Porohvre:ruppen. Die Kaiser der ersten Tefrarchie

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a. b .

,__,,_ " -···-·- ·-� . .. ,.,. � � �...,.::;

Rom, Museo Vatican,o, Bibliothek. Porphyrgrnppen. Die Kaiser d er zweiten Tet�archie >-l >

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. TAFEL

6

a. b .

Venedig, San Marco . Porphyrgruppen, Kopfe

TAFEL

a. b.

Rom, Museo Vaticano, Bibliothek. Porphyrgruppen, Ki:ipfe

7

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8

a. b .

c. d .

Sperloriga, Museo Nazionale. Tetrarchisches Herrscherbild

Chieti, Museo Nazionale. Tetrarchisches Herrs�herbild

·

TAFEL 9

a- d.

Solin (Salona) . Zwei Doppelhermen aus Spalato . Kaiser der ersten Tetrarchie

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10

a- c.

Florenz, Galleria degli Uffizi. Diokletian

d.

Kairo , Kunsthandel (Slg. Bircher) . Diokletian

TAFEL

a. b.

Mailand, Museo Archeologico . Diokletian

c. d.

Miinchen, Residenz. Diokletian

11

. TAFEL

12

a. b .

c. d .

Leiden, Rijksmuseum van Oudheden . Diokletian

Kopenhagen, N y Carlsberg Glyptothek. Doppelherme Jerichau. Diokletian ·

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a-c.

Spalato, Mausoleum, Fries (a und c nach Gipsabgu�) . · Diokletian und Prisca

d.

Caesarea, Hippodrom. Diokletian

. .

13

,-TAFEL _ 1 4

a. c.

Rom, Villa D oria-Pamfilj . Kopf (im urspriinglichen

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TAFEL

Rom, Villa Doria Pamfilj . Moglicher Diokletian

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16

a- c.

Spalato , Archaologisches Museum. Moglicher D iokletian

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a. b .

c.

Sabratha, Museum. Moglicher Diokletian

Piazza Armerina. Mosaik der groGen Jagd. M�imianus Herculius

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18

a. b .

c. d.

Paris, Louvre. Galerius

Antiochia. Galerius

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.

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TAFEL . 20

a.

b.

Thessaloniki, Galeriusbogen . Gal�rius

.

Thessaloniki, Galeriusbogen. Abgu15 eines verschollenen; einst i n Berlin befindlichen Kopfes eingesetzt. Galerius ·

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a .b .

Thessaloniki, Bogen Yorn Palast. Gaierius und iiberarbeitete Galeria Valeria?

c.

d.

·

Malibu, Paul-Getty-Museum. Galerius

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22

a.

Florenz, Museo Archeologico. Typus des Galerius

c. d .

b.

Sofia, Narodowe Museum Archeologiczne. Galerius

Rom, Thermenmuseum. Typus des Galerius

r: TAFEL .

a. b .

Rom, Museo 'forlonia 6 1 3 . Moglicher Constantius Chlorus

c. London, British Museum . Wahrscheinlicher Maximinus Daia

d.

Solin (Salona) . Eingemauerter Kopf im Hause der Beppina A_ljinovic. Ausklang des Diok.letian-Bildes

23

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24

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a. b.

c. d.

Dresden, Skulpturensammlung 406. Maxentius

Stockholm, Nationalmuseum . Maxentius

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TAFE.L

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