Tapetum Concordiae: Peter Heymans Bildteppich für Philipp I. von Pommern und die Tradition der von Mose getragenen Kanzeln 9783110279320, 9783110278873

Table of contents : VORWORT TAPETUM CONCORDIAE Einleitung Ein Bildteppich entsteht Die Reihe der Kurfürsten und Herzöge

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Tapetum Concordiae: Peter Heymans Bildteppich für Philipp I. von Pommern und die Tradition der von Mose getragenen Kanzeln
 9783110279320, 9783110278873

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Heimo Reinitzer – TA P ETUM CONCORDIA E

Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Hamburg Band 1

De Gruyter

Heimo Reinitzer

TAPETUM CONCORDIAE

Peter Heymans Bildteppich für Philipp I. von Pommern und die Tradition der von Mose getragenen Kanzeln

De Gruyter

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

ISBN: 978-3-11-027887-3 e-ISBN: 978-3-11-027932-0 ISSN: 2193-1933 Library of Congress Cataloging-in-Publication Data A CIP catalogue record for this book is available from the Library of Congress Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar © 2012 Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston Druck: Druckhaus Köthen GmbH, Köthen ∞ Gedruckt auf säurefreiem Papier Printed in Germany www.degruyter.com

INHA LT

VORW ORT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 TAPETUM CONCORDIAE Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein Bildteppich entsteht . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Reihe der Kurfürsten und Herzöge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das Portrait von Kurfürst Johann Friedrich I. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das sächsische Wappen . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das Wappen Pommerns . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Martin Luther als Johannes der Täufer und der Gekreuzigte . . . . . . . . . . . . Mose mit den Gesetzestafeln . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mose als Träger einer evangelischen Kanzel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Taufe Christi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Bugenhagen und Philipp Melanchthon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein Teppich für die Zukunft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zeitdruck .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Abbildungsnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

11 13 16 20 31 38 40 46 50 54 60 62 66 71

ANHÄNGE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 ANHANG I: Kanzelträger, A: Mose (A 1 – A 186) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Kanzelträger, B: Andere (A 187 – A 363) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140 ANHANG II: Mose am Kanzelkorb neben Figuren des Neuen Testaments (A 364 – A 383) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189 ANHANG III: Mose und/oder die Gesetzestafeln über der (neutestamentlichen) Kanzel (auf dem Schalldeckel) (A 384 – A 414) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194 ANHANG IV: Kanzel-/Predigtuhren, Stundengläser an Kanzeln (A 415 – A 512) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201

LITERATUR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .... 221 REGISTER I: Orte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... II: Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..... III: Bildmotive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... IV: Bibelzitate a. Hebräisch(e Schriftzeichen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..... b. Latein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... c. Deutsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..... V: Sonstige Zitate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .....

239 246 251 259 259 260 261

ABBILDUNGEN 1 – 40 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... 263 ABBILDUNGEN A NHA NG A 1 – A 27, A 42 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... 315

VORW ORT

Auf Beschluss der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg wurde die Akademie der Wissenschaften in Hamburg im Dezember 2004 als klassenlose Arbeitsakademie gegründet. Sie konnte ihre erste Sitzung im Januar 2006 abhalten und beschloss bald darauf, ihrer Aufgabe, die sie mit allen anderen Wissenschaftsakademien verbindet, durch die Herausgabe von Abhandlungen gerecht zu werden. Diese sollten Ergebnisse aus den Beratungen der Arbeitsgruppen, oder aber Beiträge zum Inhalt haben, die die Gründung neuer Arbeitsgruppen anregen können. Die Versammlung der Mitglieder war so freundlich, mir nach einem Vortrag über den Bildteppich Philipps von Pommern im Februar 2009 die Aufgabe zu übertragen, den ersten Band der Akademie-Abhandlungen zu gestalten und mit ihm die Gründung einer Arbeitsgruppe anzuregen, die dem Thema‚ Region, Nation, Europa – Fragen zur Identität‘ gewidmet sein sollte. Der jetzt vorgelegte Band versucht, diesem Auftrag gerecht zu werden. Den Mitgliedern der Akademie danke ich für ihr Vertrauen und für die Geduld, mit der sie den sich immer wieder verzögernden Arbeitsabschluss ertrugen. Dass dieser möglich wurde, verdanke ich vielen: Zu allererst Frau Dr. Elke Senne und Herrn Dr. Jürgen Simon, die mit wunderbarer Genauigkeit Korrekturen lasen, Herrn Hubert Eckl, Hamburg, der die Gestaltung des Bandes betreute, Herrn Dr. Ferdinand Ahuis, Hauptpastor em., Hamburg, der meine Probleme mit hebräischen Inschriften löste, Herrn Prof. Dr. Walther Ludwig, Hamburg, der sich der umfangreicheren lateinischen Texte annahm und übersetzte, Herrn Christian Streif, der mir bei der Beschaffung von Bildvorlagen behilflich war, Herrn Waldemar Czernik, My´slibórz/Soldin, Herrn Sebastian und Frau Marta Braun M. A., Hamburg, die in ehemals Schlesien Mose-Kanzeln für mich photographierten, Frau Marta Braun M. A., meiner hervorragenden Studentin, besonders, da sie meine Arbeiten in Stolp und Stettin mustergültig vorbereitete. In theologischen Fragen beriet mich kritisch und mir keineswegs immer zustimmend Herr Prof. Dr. Traugott Koch, Hamburg. Frau Dr. Christine Mundhenk, Heidelberg, half mir bei der Identifikation und Kommentierung eines Melanchthonzitats, Herr Werner Milstein verschaffte mir erste Einblicke in eine Dekalogtafel. Herrn Dr. Martin Treu, Wittenberg, danke ich für seine Mitteilungen zur Holzkanzel in der Lutherhalle, Frank Metasch, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden, für die Bereitstellung von Literatur, die für mich schwer erreichbar war, Frau Dorothee Hoppenheit für die Recherche in Bibliotheken und Museen. Meine aufwendigen und zunehmend anstrengenden Fahrten zu den von einer Mosefigur getragenen Kanzeln des 16. Jahrhunderts begleiteten hilfreich Jürgen Klockmann, Peter Pfeiffer und

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Hubert Eckl. Allen Kirchengemeinden und ihren Pastorinnen, Pastoren und Pfarrern danke ich für die Erlaubnis, ihre Kanzeln zu photographieren. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern in Archiven, Bibliotheken, Museen und Sammlungen im In- und Ausland, die bei der Beschaffung der Photovorlagen behilflich und bereit waren, Auskünfte zu erteilen. Dem Verlag De Gruyter, vor allem der Verlagsleiterin Humanities, Social Sciences and Library, Frau Dr. Anke Beck, danke ich für die entschlossene Initiative zu einer guten Zusammenarbeit, Herrn Dr. Albrecht Döhnert für die hervorragende verlegerische Betreuung. Ich hoffe zuversichtlich, dass wir gute Jahre der Zusammenarbeit vor uns haben. H. R.

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TA P ETUM C ONCORDIA E

Einleitung Das Zauberwort der Gegenwart heißt Globalisierung, es ermutigt, spornt und regt ebenso an wie es ängstigt und verunsichert. Globalisierung ist Realität, sie betrifft die Finanzmärkte wie den Nachrichtenaustausch, die Handelswege ebenso wie die Übertragung von Krankheiten. Globalisierung erzeugt und ermöglicht gesteigerte Produktivität, verursacht aber auch Verluste und stellt Fragen nach persönlicher, korporativer, regionaler, staatlicher, nationaler und kontinentaler Identität. Zu diesem Problemfeld hat die Akademie der Wissenschaften der Bildung einer Arbeitsgruppe zugestimmt, zu deren Spektrum und möglichen Aspekten ich der Versammlung eine Interpretation von Peter Heymans Bildteppich vorlegte, den Philipp I. von Pommern 1553 in Auftrag gab, und der heute im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald ausgestellt ist. Der Teppich entstand sechs Jahre nach der Schlacht bei Mühlberg, in der die Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes und die evangelische Sache im Reich vernichtend geschlagen wurden. Der Teppich sucht nach Identität und versucht sie, auf zwei Ebenen zu finden: In der Dynastie, der festen, gegen alle Schicksalsschläge immunen und demonstrativ zur Schau gestellten Verbindung der Pommern mit dem Haus der Ernestiner Sachsen; und in der gemeinsamen, evangelisch-lutherischen Religion, die verkörpert wird durch Luther, Bugenhagen und Melanchthon. Die gewollte Identität, historisch begründet und von den Regenten bewahrt, sollte der Wirklichkeit zum Trotz wiederhergestellt und erhalten, vor allem aber auch in Zukunft und von den Kindern beider Häuser garantiert werden. Dies gelang nicht. Die Trennung der Gnesiolutheraner von den Philippisten und Cryptocalvinisten, der Gegensatz von Jena und Wittenberg wurden nicht aufgehoben, im Gegenteil. Auf dynastischer Ebene waren die weiteren sächsischen Landesteilungen nicht zu verhindern, und dem Hause Pommern fehlten schon im 17. Jahrhundert die Nachkommen. Der pommersche Teppich scheint ein frühe Bestätigung der heute zumindest in Deutschland gängigen Ansicht zu sein, dass der Adel schon gar nicht, aber auch nicht die Obrigkeit oder der Staat, und ebenso wenig die Religion ein geeignetes Mittel ist, Identität zu stiften. Mit dieser Feststellung sind aber Fragen und die Suche nach Identität nicht erledigt. Sie gestalten sich nur einfach viel schwieriger.

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Ist Identität aber einmal gefunden, dürfen durch sie nicht Macht ausgeübt und zu ihrer Stabilisierung nicht Machtmittel eingesetzt werden. Vielleicht ist Identität nur gelebt erträglich, nicht aber, wenn man nach ihr ruft, sie beschwört oder legitimatorisch gebraucht. Insoweit ist der gescheiterte Versuch, mit dem pommerschen Teppich Identität zu suchen, zu finden und demonstrativ zur Schau zu stellen, nicht wirklich ein Unglück. Die folgende Arbeit richtet sich an drei Adressaten: An Theologen, denen ich zeigen will, wie politisch das Bild ist, das mit Portraits und Wappen nicht ornamentierend, sondern argumentativ umgeht; an Historiker, denen ich zeigen will, dass die wichtigste Aussage des Teppichs nicht in der Fürstengalerie, sondern in der brisant gewordenen Zusammenstellung dreier großer Wittenberger liegt: Luthers, Bugenhagens und Melanchthons. Und schließlich an Kunsthistoriker, die für die Ausstattung protestantischer Kirchen Interesse haben. Für sie stelle ich möglichst umfangreich Material zusammen zu Kanzeln, die von Mose oder, seine Bedeutung relativierend, von anderen Figuren getragen werden; Lesefrüchte zu Zeugnissen, die von der Stellung von Mose an der Kanzel bis zur Positionierung des Gesetzes auf dem Schalldeckel reichen, wo es über allem, also auch über dem Evangelium steht. Abschließend verzeichne ich Kanzeluhren, immer schon Zeichen der Vanitas und Mahnung, der Zeit zu gedenken (wie auf dem pommerschen Teppich), im 18. Jahrhundert vor allem aber Zeitmesser, um der Dauer der Predigt Grenzen zu setzen. Die Abbildungen wenigstens der von Mose getragenen Kanzelkörbe des 16. Jahrhunderts mögen vor Augen führen, welch imposante und theologisch wohl kalkulierte Möbel eine Theologie hervorgebracht hat, für die Verkündigung und Predigt in ihrem Zentrum stehen. Peter Heymans Bildteppich für Philipp I. von Pommern (Wolgast), dem mein Hauptaugenmerk gilt und von dem meine Betrachtung lutherischevangelischer Kanzeln ausgeht, ist ein Beispiel politischer Ikonographie, deren Erforschung eine reiche internationale Tradition und in Hamburg einen besonderen Schwerpunkt hat, der mit den Namen von Rainer Wohlfeil, Wolfgang Harms und besonders Martin Warnke begründet ist. Ihnen fühle ich mich dankbar, kritisch und selbstkritisch verpflichtet, da ich nicht verkenne, welche Schwierigkeiten beim Lesen von Bildern entstehen und bestehen bleiben.

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EIN BILDTEPPICH

ENTSTEHT

Ein Bildteppich entsteht Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald zeigt seit seiner Errichtung im Jahr 2005 einen ca. 30 m2 großen, 4,32 m x 6,80 m messenden Wandteppich (Abb. 1)1, der sich seit 1684 im Eigentum und seit 1707 auch im Besitz der heute so genannten Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald befindet. Der auf das Jahr 1554 datierte und mit den ligierten Buchstaben PH signierte Teppich, der Mitglieder des sächsischen Fürsten- und Herzog-, sowie pommerschen Herzoghauses, zudem den auf den Gekreuzigten weisenden Luther, sowie Melanchthon und Bugenhagen darstellt, hat seit jeher die ihm gebührende Wertschätzung und im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche wissenschaftliche Interpretationen erfahren, die das Interesse an ihm wachhielten und zu seinem Verständnis beitrugen. Allen Bemühungen zum Trotz ist es bisher und besonders in jüngerer Zeit nicht gelungen, zu einer überzeugenden Gesamtinterpretation zu kommen und eine schlüssige Antwort auf die Fragen nach dem Adressaten und der Intention des aufwendigen Kunstwerkes zu finden. Es mag daher erlaubt sein, den Teppich erneut zu betrachten, gesicherte Forschungsergebnisse zusammenzufassen, diese von Behauptungen zu scheiden und auf Aspekte aufmerksam zu machen, die in der Vergangenheit nur wenig oder gar keine Beachtung gefunden haben. Sie mögen dazu beitragen, die Bildtapete in einem etwas anderen und vielleicht helleren Licht als bisher zu sehen und wahrzunehmen. Am 7. Juni 1553 richtete Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast ein Schreiben von Jasenitz aus an seinen Schwager, den gewesenen Kurfürsten Johann Friedrich I., Herzog von Sachsen, in dem er ihn um Überlassung von zwei Portraits aus seinem Hause bittet: Vnser freuntlich Dienst vnnd was wir mehr | liebs vnnd guts vermügenn zuuor. Hoch | geborner fürst freundtlicher lieber Oheim | und schwager wir mügenn E[uer]. L[iebten].| freuntlich nicht verhalten, das wir bedacht seinn, | jnn einn tapet E. L. vnnd vnser geschlecht | wirckenn zulassenn, Nachdem es vns aber | ann E. L. gemahels vnd jüngsten sohnen | Contrafeid mangelt, Bittenn wir freuntlich | vns dieselbenn auff vnseren vnkosten bey | gewisser botschaft zuuberschicken, Das seint | wir hiewidder, vmb E. L., die wir dem | schutz des Almechtigenn befelenn thunn, | freuntlich zuuerdienenn geneigt vnd willig, | Datum Jasenitz, den 7. Junij

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In der Literatur ist für den Wandbehang die Bezeichnung ‚Croy-Teppich‘ üblich geworden, die an Ernst Bogislaw, Herzog von Croy und Aerschot (26.8.1620 – 7.2.1684) erinnert, der – ohne Nachkommen – die Bildtapete, die durch seine Mutter, Anna von Pommern (3.10.1590 Barth – 7.7.1660 Stolp) auf ihn gekommen war, testamentarisch der Universität Greifswald vermachte. Ich vermeide (sicherlich vergeblich) diesen Namen, der die Aufmerksamkeit vom Auftraggeber und seiner Intention ablenkt.

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TA P E T U M C O N C O R D I A E

Anno D[omini] Liij | Vonn Gots gnadenn Philip zu stettin | Pomernn der Cassubenn vnnd wenden | Hertzog, fürst zu Rügenn vnnd Graue | zu Gutzkaw (Abb. 2).2 Philipps breve ist so kurz und bündig wie inhaltsreich und ermöglicht eine Reihe sicherer Aussagen und sehr gewisser Vermutungen. Der Herzog äußert die Absicht, einen Wandteppich für sich wirken zu lassen, der Mitglieder aus der ernestinischen Linie der Wettiner und Angehörige des Hauses Pommern im Bild vereinigt. Die Planungen und Vorarbeiten waren offenbar schon so weit gediehen, dass sie hatten ‚zu Papier gebracht‘ werden können. Vor ihrer Realisierung stellte sich heraus, dass zwei Portraitvorlagen fehlten, um sie auf den Karton zu übertragen und die Vorzeichnung damit zu vervollständigen: Das Bild der Gemahlin Johann Friedrichs und das seines jüngsten Sohnes.3 Die Lücke war nicht groß und wird die Arbeiten nicht aufgehalten haben, sie war aber so substantiell, dass sie nur mit dem zitierten Schreiben geschlossen werden konnte. Es macht deutlich, dass die Herstellung auf dem Schloss in Stettin und zum Teil vielleicht auch auf dem Jagdschloss, dem ehem. Augustiner Chorherrenstift in Jasenitz ausgeführt wurde, wohin die Portraits geliefert werden sollten. Die Kartonzeichnungen wurden nach vorhandenen oder eben noch zu beschaffenden Vorlagen verschiedener Provenienz angefertigt, Planung und Ausführung setzen nicht die Anwesenheit eines bedeutenden Künstlers oder seiner Werkstatt voraus. Der Absender des Briefes wusste wohl, dass seine Bitte um Portraits nicht alltäglich war und bot an, nicht nur für die entstehenden Kosten des sicheren Transports aufkommen, sondern sich auch in angemessener Weise für die Hilfe erkenntlich zeigen zu wollen. Worin diese ‚Gegenleistung‘ bestehen sollte, ist nicht angedeutet, fast mit Gewissheit lässt sich nur ausschließen, dass mit ihr der in Entstehung begriffene Teppich selbst gemeint war.

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Weimar, Thüringisches Hauptstaatsarchiv, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. C 744, Bl. 10r. Faksimile und (sehr unzuverlässige) Abschrift bei Horst-Diether SCHROEDER, Der Croy Teppich der Universität Greifswald und seine Geschichte, Greifswald 2000, S. 23f., vgl. dazu die eine Reihe von Irrtümern berichtigende Rezension von Heinz SCHEIBLE, in: Baltische Studien. Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte, N. F. 87 (2001), 205–207. – Der Brief Philipps schließt aus, dass die von ihm geplante Tapete als Erinnerungsbild für den gestorbenen Johann Friedrich I. von Sachsen gedacht war, so aber noch Wolfgang BRASSAT, Tapisserien und Politik. Funktionen, Kontexte und Rezeption eines repräsentativen Mediums, Berlin 1992 (zugleich phil. Diss. Univ. Marburg 1989), S. 207f., der den Teppich völlig unangemessen in ein Kapitel ‚Portraits‘ einordnet. BRASSATs Einschätzung basiert wohl unmittelbar auf Hermann SCHMITZ, Bildteppiche. Geschichte der Gobelinwirkerei. Hrsg. im Auftrage des staatlichen Kunstgewerbe-Museums Berlin, mit Unterstützung der Orlopstiftung, 2. Aufl. mit 158 Abbildungen, Berlin 1921, hier S. 142, der den Teppich wie zur Unterstützung seiner These nur auf dessen linker Seite und ohne Luther als Zentralfigur abbildet. jüngsten sohnen ist die im Mitteldeutschen geläufige schwach flektierte Form des Gen. Sing.

EIN BILDTEPPICH

ENTSTEHT

Philipps Bitte hatte Erfolg, die Portraits wurden offenbar sehr rasch geliefert und in die wohl fast fertigen Kartons eingezeichnet. Unmittelbar danach konnte mit der Wirkarbeit auf zwei Webebäumen4 begonnen werden, die 1554 zum Abschluss kam.5 Nicht anders ist das Datum auf dem Teppich zu verstehen, den der Künstler, ein von Herzog Barnim XI. am 20. Mai 1551 als Tapetenmacher bestellter Peter Heymans, mit den Anfangsbuchstabens seines Namens rechts unten signierte.6 Die von ihm angewandte Technik ist eine Basselissewirkerei (Kettfäden waagerecht zwischen die Webebäume gespannt) in drei Teilen: Oberkante, Unterkante und Bildteil mit seitlichen Bordüren. Die Kettfäden bestehen aus Leinen, die Schussfäden aus Wolle, Seide, Leinengarn, Silber- und Goldfäden sowie Garn-Basselisse. Die Weberichtung verlief nicht von unten nach oben, sondern von links nach rechts. Es gibt keinen Grund, die Gesamtkomposition und Ausführung des Teppichs Peter Heymans7 abzusprechen, der die Portraits nach verschiedenen Vorlagen gestaltete.8

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Zur Webetechnik ausführlich Julius LESSING, Der Croy-Teppich im Besitz der Königlichen Universität Greifswald, in: Jahrbuch der Königlich Preussischen Kunstsammlungen 13 (Berlin 1892), 146–160, hier S. 147. Ganz unbegründet ist die Annahme, mit der auf dem Teppich verzeichneten Jahreszahl M · D · LIIII · werde der Abschluss der Arbeiten am Karton, nicht aber die Fertigstellung des Teppichs bezeichnet, die für das Jahr 1556 angenommen wird, vgl. in diesem Sinn Heinrich GÖBEL, Wandteppiche, Teil 3: Die germanischen und slawischen Länder, Band 2: West-, Mittel-, Ost- und Norddeutschland, England, Irland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Russland, Polen, Litauen, Berlin 1934, S. 137. Kritiklos übernommen z. B. von Hellmuth BETHE, Die Kunst am Hofe der pommerschen Herzöge, Berlin 1937, S. 40, und Roderich SCHMIDT, Der Croy-Teppich der Universität Greifswald, ein Denkmal der Reformation in Pommern, in: Johann Bugenhagen. Beiträge zu seinem 400. Todestag, hrsg. von Werner Rautenberg, Berlin 1958, 89–107, hier S. 90. Unverständlich auch Hellmut HANNES, Der Croyteppich – Entstehung, Geschichte und Sinngehalt. Zum 300. Todestage des Herzogs Ernst Bogislaw von Croy, in: Baltische Studien N. F. 70 (1984), 45–80, hier S. 52: „Um die Mitte der fünfziger Jahre muß Herzog Philipp den Auftrag dazu erteilt haben“. Das Anstellungsdekret ist überliefert im Staatsarchiv Stettin, P. I., Tit. 100, Nr. 8, fol. 154. – Das Verdienst der Identifikation kommt dem Gymnasialdirektor Martin Wehrmann (16.6.1861 Stettin – 29.9. 1937 Stargard) zu, vgl. M. WEHRMANN, Der Meister des Croy-Teppichs, in: Monatsblätter. Hrsg. von der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde Jg. 24 (1910), 84–86. Lange zuvor ist schon bemerkt worden, dass die Tapisserie nicht von Frauenhand hergestellt worden sein kann, Jul[ius] MUELLER, Neue Beiträge zur Geschichte der Kunst und ihrer Denkmäler in Pommern. I. Der CroyTeppich, in: Baltische Studien 28 (1878), 1–28, hier S. 8–10. Es ist nichts und für niemanden etwas gewonnen, wenn man behauptet, der Komposition des Teppichs wohne eine so monumentale Kraft inne, dass diese nur einem Künstler wie Lucas Cranach d. Ä. oder d. J. zugetraut werden könne. Gerade der Vergleich des Teppichs mit Tafelbildern der Cranachs zwischen 1546 und 1554 macht nur Unterschiede und kaum Gemeinsamkeiten deutlich, vgl. aber Heinrich ZIMMERMANN, Der Kartonnier des Croy-Teppichs, in: Jahrbuch der Berliner Museen. Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, N. F. 1 (1959), 155–160. Auf diese unterschiedlichen Vorlagen gehe ich hier nicht ein, vgl. dazu LESSING (wie Anm. 4), 155–160, besonders aber HANNES (wie Anm. 5), S. 55–67.

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Die Reihe der Kurfürsten und Herzöge Das Gestaltungsprinzip des Teppichs ist relativ einfach, es folgt zu allererst einem heraldischen Schema. Das Bild besteht aus zwei ungefähr gleichgroßen und weitgehend gleich strukturierten Teilen, die vom Betrachter aus gesehen linke Seite9 ist heraldisch rechts, höherwertig, im allgemeinen den Männern, und hier Mitgliedern der Ernestinischen Linie der Wettiner vorbehalten, deren Wappen heraldisch rechts oben angeschlagen und deren Wahlspruch ebendort im Rahmen aufgeführt ist: VERBWM · DOMINI · MANET · IN · ETERNWM (Des Herren Wort bleibt in Ewigkeit, nach I Pt 1, 25). Die heraldisch linke, minderwertige Seite, ist im allgemeinen den Frauen, und hier Mitgliedern des auftraggebenden pommerschen Fürstenhauses zugedacht, dessen Wappen heraldisch links oben steht, im Rahmen daneben der Wahlspruch: PRO LEGE · ET · GREGE · W · G · W · (Für Recht und Volk – Wie Gott will). Die Angehörigen der Herzoghäuser, fast alle evangelisch-lutherisch, stehen recht beziehungslos und wie aufgereiht nebeneinander, weshalb man vermeiden sollte, von einem Gruppenportrait zu sprechen. Ordnungsprinzip bei den Ernestinern ist das Geburtsjahr, links steht der Älteste, rechts der Jüngste, Tote und Lebende sind nicht unterschieden. Die Reihe beginnt links mit Kurfürst Friedrich III. (1463–1525)11, der, katholisch, die Reformation in seinem Land ermöglichte und der wohl erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts den Beinamen ‚der Weise‘ erhalten hat.12 Rechts neben ihm steht einer seiner Brüder, Kurfürst Johann (1468–1532), mit dem späteren Beinamen ‚der Beständige‘. Zwischen beiden, fast ganz verdeckt, Margarete (12.11.1494 Köthen–7.10.1521 Weimar), die Tochter des Fürsten Waldemar VI. von Anhalt. Sie war 1513 die zweite Frau Johanns geworden, der 1500 in Torgau Herzogin Sophia von Mecklenburg geheiratet hatte. Sie starb 1503, kurz nach der Geburt ihres Sohnes, des späteren Kurfürsten Jo-

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Alle künftigen Richtungsangaben sind, wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt, vom Betrachter aus gesehen. 10 Zur Gattung des Gruppenportraits vgl. Goldenes Zeitalter. Holländische Gruppenporträts aus dem Amsterdams Historisch Museum, hrsg. von Kunsthistorisches Museum Wien und Bayerische Staatsgemäldesammlungen München [sic!], München 2010. 11 Zu den ernestinischen Wettinern einführend Uwe SCHIRMER, Die ernestinischen Kurfürsten bis zum Verlust der Kurwürde 1485–1547, in: Die Herrscher Sachsens. Markgrafen, Kurfürsten, Könige. 1089– 1918. Hrsg. von Frank-Lothar Kroll, München 2004, 55–75, [nicht] kommentierte Bibliographie S. 326f. 12 Es wäre so hilfreich wie interessant, stets Auskunft erhalten zu können, wann und wo sich die ersten schriftlichen Nachweise für die Cognomina von Adeligen finden lassen. Im 16. Jahrhundert hat niemand daran gedacht, Friedrich I. ‚weise‘, oder Johann Friedrich I. ‚großmütig‘ zu nennen, diese Zuschreibungen haben oft einen ganz anderen, eigenen Sitz im Leben späterer Generationen.

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DIE REIHE

DER

KURFÜRSTEN

UND

HERZÖGE

hann Friedrich I. (1503–1554)13, des Großmütigen, wie er (lange) nach seinem Tod genannt wurde.14 Dieser schwergewichtige Mann steht mit der ganzen Fülle seiner Person rechts neben und vor seinem Vater, zu seiner Linken seine Gemahlin, Herzogin Sibylla von Jülich, Kleve und Berg (17.7.1512 Düsseldorf–21.2.1554 Weimar), die älteste Tochter des Herzogs Johann III. von Jülich, Kleve und Berg aus dem Haus der Grafen von Mark. Sie gebar ihrem Mann vier Kinder, von denen eines, Johann Ernst wenige Tage nach der Geburt 1535 starb. Die drei anderen stehen rechts von ihr: Johann Friedrich II., der Mittlere (1529–1595), Johann Wilhelm I. (1530–1573) und Johann Friedrich III., der Jüngere (1538–1565). Zwischen und hinter Johann Friedrich I. und seiner Frau Sibylle steht noch Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg (1521–1553). Er war das vierte Kind und der zweite Sohn Johanns des Beständigen aus dessen Ehe mit Margarete von Anhalt; sein Bruder, Johann II. war bald nach seiner Geburt 1519 gestorben. Johann Friedrich I., der Großmütige, war sein Halbbruder, der ihn aus Anlass seiner bevorstehenden Eheschließung mit Katharina von Braunschweig-Grubenhagen (1524–1581) im Jahre 1541 mit der Pflege Coburg betraute und ihm eine jährliche Rente von 14.000 Gulden zukommen ließ. Die Namen der ernestinischen Herzöge stehen in einer Schriftleiste unter der Reihe, in der sie Aufstellung genommen haben: NOMINA · ILLVSTRISSI(M)ORV(M) · DVCVM · AC · PRINCIPVM · SAXONIÆ · FRIDERIC(VS) | 3 · ELECT(OR) | SAXONIÆ IOA(N)NES · | I · ELECT(OR) | SAXONI(Æ) IOA(N)NES · FRID(ERICVS) · | ELECTOR · SAXONIAE IOANNES · | ER(NE)ST(VS) · DVX | SAXONIÆ IOAN(NES) FRI(DERICVS) FIL(IVS) IOAN(NI) FRI(DERICI) ELEC(TORIS) IOA(NNES) WIL(LELMVS) | FI(LIVS) IO(ANNI) FRI(DERICI) | ELECT(ORIS) IOA(NNES) FRID(ERICVS) | FIL(IVS) IO(ANNI) FRI(DERICI) | ELECTO(RIS).

13 Zum letzten ernestinischen Kurfürsten immer noch unentbehrlich: Johann Friedrich der Grossmütige. 1503–1554, Teil 1–3. Namens des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde hrsg. von der thüringischen historischen Kommission. Bearb. von Georg MENTZ (Beiträge zur neueren Geschichte Thüringens I, 1–3), Jena 1903–1908; Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst. Hrsg. von Volker Leppin, Georg Schmidt und Sabine Wefers (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 204), Gütersloh 2006. 14 Andreas KLINGER, Großmütig und standhaft. Zum ernestinischen Bild Johann Friedrichs im 17. Jahrhundert, in: Verlust und Gewinn. Johann Friedrich I., Kurfürst von Sachsen, hrsg. von Joachim Bauer und Birgitt Hellmann, Weimar 2003, 41–59.

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Die Namen der Frauen und ihre Wappen stehen über deren Häuptern: MARGARETA FVRSTIN ZV | ANHALT · HERZOGIN ZV | SACHSEN & c(etera)15 SIBILLA GEBORNE ZV IVLICH · HERZOGIN ZV SACHS(EN).16 Auf der rechten Seite des Bildteppichs stehen Mitglieder des pommerschen Herzoghauses,17 ganz links Herzog Georg I. (11.4.1493–9./10.5.1531 Stettin), dann dessen Bruder und Mitregent, Barnim IX. (2.12.150 –2.11.1573 Stettin), der nach dem Tod seines stets der Römischen Kirche treu gebliebenen Bruders die Reformation in Pommern durchführte, gemeinsam mit dem einzigen Sohn Georgs, Herzog Philipp I. (14.7.1515 Stettin – 14.2.1560 Wolgast), dem Auftraggeber des Teppichs. Rechts neben ihm stehen die Ehefrauen der Herzöge in der von ihnen vorgegebenen Reihenfolge. Zunächst Philipps Mutter Amalie, geborene Pfalzgräfin bei Rhein (gest. 6. Januar 1525), dann seine Tante, Anna von Braunschweig-Lüneburg (1502–1568), und schließlich seine Frau, Maria von Sachsen (1515–1583), die ihm zehn Kinder gebar, von denen fünf auf dem Teppich vor ihren Eltern und Verwandten stehen:18 Johann Friedrich I. (1542–1600), Herzog von Pommern-Wolgast, seit 1577 verheiratet mit Erdmut von Brandenburg (1561–1623); Bogislaw XIII. (1544 –1606), Herzog von Pommern-Barth, in erster Ehe seit 1572 verheiratet mit Klara von Braunschweig-Lüneburg (1550– 1598), in zweiter Ehe seit 1601 verheiratet mit Anna von Schleswig-HolsteinSonderburg (1577–1616); Ernst Ludwig (1545–1592), seit 1577 verheiratet mit Sophia Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel (1561–1631), Amalie (1547– 1580), sowie Barnim X. (1549–1603), seit 1581 verheiratet mit Anna Maria von Brandenburg (1567–1618). Die Namen der pommerschen Herzöge und ihrer fünf Kinder stehen in einer Schriftleiste unter der Reihe, in der sie Aufstellung genommen haben:

15 Das anhaltinische Wappen ist gespalten, heraldisch rechts der (geteilte) rote Adler Brandenburgs, heraldisch links der von Schwarz und Gelb neunmal quergeteilte Schild mit dem überdeckenden grünen Rautenkranz für Sachsen (Ballenstedt mit Brisure). 16 Das Wappen ist gespalten und zweifach geteilt. Heraldisch oben rechts in Rot mit silbernem Herzschild das goldene Glevenrad für das Herzogtum Kleve; heraldisch oben links in Gold ein schwarzer Löwe für das Herzogtum Jülich; heraldisch unten rechts ein roter Löwe in Silber für das Herzogtum Berg; heraldisch unten links in Gold ein silbern-rot geschachter Balken für die Grafschaft Mark (beiderseits der Ruhr) in Westfalen/Sauerland. 17 Hans BRANIG, Geschichte Pommerns, Teil I: Vom Werden des neuzeitlichen Staates bis zum Verlust der staatlichen Selbständigkeit 1300–1648. Bearbeitung und Einführung von Werner Buchholz, Köln/Weimar/Wien 1997, bes. S. 85–110; Christoph SCHLEY und Helga WETZEL, Die Greifen. Pommersche Herzöge 12. bis 17. Jahrhundert. Katalog zur Ausstellung, 3. März bis 5. Mai 1996, Kiel, Schloss Rantzaubau, Kiel 1996. 18 Nicht berücksichtigt wurden der früh gestorbene älteste Sohn Georg (1540–1544) und Erich, der bald nach seiner Geburt 1551 starb. Keine Aufnahme konnten mehr finden Margarete (1553–1581), die 1574 Franz II., Herzog von Sachsen-Lauenburg (1547–1619) heiratete, und Anna (1554 –1626), die 1588 mit Ulrich III., Herzog von Sachsen-Lauenburg (1528–1603) verehelicht wurde, sowie Kasimir IX. (1557–1605), der spätere Bischof von Kammin.

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DIE REIHE

DER

KURFÜRSTEN

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ILLVSTRISSIMORVM · DVCVM · AC · PRINCIPVM · POMERANIAE · NOMINA ♣ GEORGIVS · | I · D(EI) · G(RATIA) · DVX · | POMERAN(IÆ) · BARNIMVS · | X · D(EI) · G(RATIA) · DVX · | POMERANIÆ PHILIPPVS | I · D(EI) · G(RATIA) · DVX | POMERA(NIÆ) IOAN(NES) · FRI(DERICVS) · | PHILIPPI · FI(LIVS) | NAT(VS) · 1 · 5 · 42 BVGISLAV(VS) | FIL(IVS) II · PHIL(IPPI) | NAT(VS) · A(NN)O · 44 ER(NE)ST(VS) LVD(OWICVS) | PHIL(IPPI) III(VS) · FIL(IVS) | NAT(VS) · A(NN)O · 45 AMALIA · | FILIA · PHI(LIPPI) | NAT(VS) · 47 BARNIM · | PHI(LIPPI) FIL(IVS) IIII(VS) | NA(TVS) A(NN)O · 49. Die Namen der drei Ehefrauen stehen in deren Wappen über der Reihe des pommerschen Herzoghauses (v. l. n. r.): AMELIA · GEBORNE PFALTZGR(ÄFIN) · BEIM · REIN · H(ERZOG) · G(E)ORG(S) · GEMAL ♣19 ANNA · GEBORN ZV BR(AVNSCHWEIG) VND · LVNEBVRG · H(ERZOG) · BAR(NIMS) GEMAL ♣20 MARIA · GEBORN · ZV · SACHS(EN)21 · H(ERZOGIN) · Z(V) · S(ACH SEN) · POMERN · H(ERZOG) · PHILIPS · GEMAL ♣22 Das Nebeneinander von ernestinischem Fürsten- und pommerschem Herzoghaus hat naheliegende dynastische Gründe. Maria von Sachsen, die Gemahlin Philipps I., ist die Halbschwester Johann Friedrichs I., des Großmütigen. Die von Johannes Bugenhagen vermittelte und am 27. Februar 1536 von Martin Luther in Torgau geschlossene Ehe ist aber nicht das Thema des Teppichs, der nicht angefertigt wurde, um dieses Ereignis in den Mittelpunkt zu stellen

19 Das Wappen ist ein Mal gespalten und zwei Mal geteilt. Heraldisch rechts oben und heraldisch links unten der goldene Löwe im schwarzen Feld für die Pfalzgrafen bei Rhein; heraldisch links oben und heraldisch rechts unten die weiß-blauen Rauten der Grafen von Bogen, 1242 an die Wittelsbacher vererbt. Sie stehen für die Herrschaft der pfälzischen Linie der Wittelsbacher über die Kurpfalz. 20 Das Wappen ist gespalten und zweifach geteilt. Heraldisch rechts oben in Rot zwei goldene schreitende Löwen/Leoparden übereinander für das Herzogtum Braunschweig; heraldisch links oben Gold besät mit roten Herzen, darüber ein blauer Löwe, rotbewehrt und rotgezungt für das Herzogtum Lüneburg; heraldisch rechts unten in blau ein silberner Löwe, golden gekrönt, rot bewehrt und rot gezungt für die Grafen von Everstein (im Weserbergland); heraldisch links unten innerhalb eines blau-silbern gestückten Bordes in Rot ein goldener Löwe, blau bewehrt und blau bezungt für die Edelherren von Homburg (zwischen Weser und Leine). 21 Das S ist falsch eingesetzt. Maria war nicht nur von Sachsen, sondern durch ihre Heirat auch von Pommern Herzogin. 22 Das Wappen ist gespalten und zweifach geteilt, in der Mitte der schwarz und gelb neun Mal quergeteilte Schild, überdeckt von einem grünen Rautenkranz für das Herzogtum Sachsen; heraldisch rechts oben der gekrönte, rot-silbern quergestreifte Löwe auf blauem Feld für die Landgrafschaft Thüringen; heraldisch links oben der schwarze, rotbezungte und -bewehrte Löwe in goldenem Feld für die Markgrafschaft Meißen; heraldisch rechts unten der goldene, gekrönte Adler in blauem Feld für Pfalzsachsen; heraldisch links unten zwei blaue Pfähle in goldenem Schild für die Mark Landsberg.

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und zu verewigen.23 Philipp I. und seine Frau, Maria von Sachsen, stehen nicht zusammen im Mittelpunkt, sondern sind, heraldisch korrekt getrennt, eingeordnet in eine Reihe von Regenten, die (wie in der ernestinischen Fürstenreihe) beim unmittelbaren Vorgänger(paar) und ohne Rücksicht auf dessen unterschiedliche konfessionelle Bindung beginnt. Die Präsentation der Kinder eröffnet den Ausblick auf die Zukunft und vielleicht auf jene, an die sich die Botschaft des Bildteppichs zu allererst richtet. Ob die Ernestiner die Tapete je zu Gesicht bekommen haben, ist ungewiss.

Das Portrait von Kurfürst Johann Friedrich I. (dem Großmütigen) Es ist leicht zu sehen, dass die Figur von Kurfürst Johann Friedrich I. besonders hervorgehoben ist und die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Der Grund dafür liegt nicht nur in seiner außergewöhnlichen Leibesfülle, vielmehr hat man beobachtet, dass er, anders als Vater und Onkel, seine Kopfbedeckung in der Hand trägt und vor einer Säule sowie unter dem Kreuz steht. Im Gegensatz zu allen anderen Herren trägt er reiche Lederstiefel, die seiner imposanten Erscheinung weniger höfische als kriegerische Züge verleihen. Kurfürst Johann Friedrich I. hat als Anführer des Schmalkaldischen Bundesheeres die Schlacht in der Lochauer Heide bei Mühlberg verloren, wurde vom Kaiser, Karl V., gefangen genommen und am 10. Mai 1547 zum Tode verurteilt. Zur Vollstreckung kam es nicht, Johann Friedrich wurde aber am 19. Mai 1547 zur Annahme der Wittenberger Kapitularien und zur Übergabe der Stadt an Karl V. gezwungen,24 verlor Kurwürde und fast alle seine Länder und blieb bis auf weiteres persönlicher Gefangener des Kaisers.25 Von der zeitgenössischen Literatur zum Märtyrer stilisiert,26 hat man das Bild des Märtyrers

23 Zutreffend Hans Georg THÜMMEL, Greifswald – Geschichte und Geschichten, Paderborn 2011, S. 85. Anders jedoch GÖBEL (wie Anm. 5), S. 137: „Das Ereignis [der Hochzeit] wird in dem Greifswalder Teppich verewigt“; ähnlich Hans Arnold GRÄBKE, Der Croy-Teppich, in: Der Reformationsteppich der Universität Greifswald (Der Kunstbrief 30), Berlin 1947, 3–16 [mit 16 Seiten Abb.], hier S. 4; Walter BORCHERS, Pommersche Geschichte im Spiegel gewirkter Wandbehänge, in: Zeitschrift für Ostforschung 2 (1953), 178–189, hier S. 180; Dora HEINZ, Europäische Wandteppiche I von den Anfängen der Bildwirkerei bis zum Ende des 16. Jahrhunderts (Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde XXXVII), Braunschweig 1963, S. 306. Dort der in jedem Detail in die Irre führende Titel für den Teppich: „Hochzeit Herzog Wilhelms von Pommern-Wolgast mit der Schwester Herzog Friedrichs des Großmütigen“. 24 Simon ISSLEIB, Die Wittenberger Kapitulation von 1547, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 12 (1891), 272–297, wiederabgedruckt in: Simon ISSLEIB, Aufsätze und Beiträge zu Kurfürst Moritz von Sachsen (1877–1907). Mit einem Vorwort sowie Personen- und Ortsregister von Reiner Groß, 2 Bände Köln/Wien 1989, hier Bd. I, 348–373. 25 MENTZ (wie Anm. 13), Teil III, S. 103–112. 26 Georg SCHMIDT, Der Kampf um Kursachsen, Luthertum und Reichsverfassung (1546 –1553) – Ein deutscher Freiheitskrieg? in: Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst (wie Anm. 13), 55– 84, hier S. 67 u.ö.

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auch in das Portrait des pommerschen Teppichs hineingelesen, von dem man angenommen hat, er sei ihm gewidmet gewesen.27 Dies ist im Folgenden zu prüfen. Das Bild Johann Friedrichs I. ist in eindrucksvoller Weise geprägt durch Lucas Cranach d. Ä., der den Kurfürsten in ihm zeigt als würdigen Nachfolger Friedrichs III. und Johanns, treu dem Reich und treu seiner Religion. Als Beispiel sei genannt der noch vor Belehnung, Erteilung der Regalien und Bestätigung des Jülicher Heiratsvertrages durch Karl V. entstandene kolorierte Holzschnitt Von Gotts genaden Johans Friderich hertzog zu Sachssen des heiligen Römischen | Reychs Ertzmarschalch / Landtgraff von Düringen vnnd Marggraff zu Meyssen. etc.28 Der Druck (Abb. 3) zeigt den Kurfürst im Brustbild mit hochgeschlossenem Hemd unter einer pelzbesetzten Schaube, mit einer schweren Schmuckkette um den Hals, die die Würde ihres Trägers zum Ausdruck bringt. Das unbedeckte, hier nach rechts gewandte Haupt29 ist zu Gott erhoben in einem Gestus, der ihn in die Tradition von Aposteln, Heiligen und Luther stellt.30 Rechts neben dem Haupt das fünfgeteilte Wappen mit den Kurschwertern in schwarz-silbern quergeteiltem Schild in der Mitte für Erzmarschallamt und Kurwürde; dem schwarz und gelb neunmal quergeteiltem Schild, überdeckt von einem grünen Rautenkranz für das Herzogtum Sachsen; dem gekrönten, rot-silbern quergestreiften Löwen auf blauem Feld für die Landgrafschaft Thüringen; dem schwarzen, rotbezungten und bewehrten Löwen in goldenem, hier weißem Feld für die Markgrafschaft Meißen, und schließlich dem goldenen (hier weißen) gekrönten Adler in blauem Feld für Pfalzsachsen, das Gebiet nördlich der Unstrut um Lauchstedt. Nicht anders, nur nach links, dem verstorbenen Vater und Onkel zugewandt, deren Verdienste in aufgeklebten Schrifttafeln angeführt werden,31 um der rechten Memoria zu dienen, zeigt Johann Friedrich I. ein wohl zwei Jahre jüngeres Triptychon, auf dem die drei Kurfürsten in gleicher Weise den Ring

27 Georg SCHMIDT, Der Kampf um Kursachsen, Luthertum und Reichsverfassung (1546–1553) – Ein deutscher Freiheitskrieg? in: Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst (wie Anm. 13), 55– 84, hier S. 67 u.ö. 28 So schon MUELLER (wie Anm. 6), S. 4f., zuletzt SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 23–26. 29 Das 40,6 cm x 29,4 cm messende Blatt befindet sich u. a. in Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 15, 77. Vgl. Gotteswort und Menschenbild. Werke von Cranach und seinen Zeitgenossen, Teil I: Malerei, Plastik, Graphik, Buchgraphik, Dokumente, Teil II: Renaissancemedaillen, Renaissanceplaketten, Statthaltermedaillen. Katalog zur Ausstellung auf Schloß Friedenstein zu Gotha vom 1. Juni bis 4. September 1994, Redaktion: Allmuth Schuttwolf, Schloßmuseum Gotha, Forschungs- und Landesbibliothek Gotha, Münzkabinett, Schloß Friedenstein, Gotha 1993, hier I, S. 131 und S. 145, Nr. 2. 31. 30 Diesem Holzschnitt gegenübergestellt ist das nach links gewandte Portrait der Sibylle von Kleve, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29). I, S. 132 zu Nr. 2. 32. 31 Vgl. Edgar BIERENDE, Demut und Bekenntnis–Cranachs Bildnisse von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, in: Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst (wie Anm. 13), 327–357.

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am Zeigefinger als Herrschaftszeichen tragen und darstellen (Abb. 4).32 Der Zweck des Bildes ist Herrscher-Repräsentatio, selbstbewusste Dokumentation eines durch Tradition und gemeinsame Herrschaft legitimierten Rechtsanspruchs, nicht Propaganda, deren Möglichkeiten in der Zeit nur dort schon entdeckt sind, wo sie tatsächlich etwas bewirken konnten.33 Unter dem Portrait Johann Friedrichs steht das (kleine) gevierte Wappen der ihm zukommenden und von ihm beanspruchten Würde des Kurfürsten- und Reichserbmarschallamtes, umgeben von den Besitzungen des Herzogtums Sachsen, der Landgrafschaft Thüringen, von Pfalzsachsen und der Markgrafschaft Meißen, die Wappentiere sind zwei Mal gekrönt, zwei Mal ungekrönt. Unter den Vorgängern, unter Vater und Onkel stehen Texte, die Glaubens-, Reichs- und Gesetzestreue dokumentieren als Eigenschaften, die Johann Friedrich zum legitimen Nachfolger promovieren: Friderich der Dritt: Chur- | furst vnd Hertzog zu | Sachssen || Fridrich bin ich billich genand | Schönen frid ich erhielt ym land: | Durch gros vernunfft: gedult vnd glück | Widder manchen ertzbösen tück. | Das land ich zieret mit gebew | Vnd stifft ein hohe Schul auffs new. | Zu Wittemberg ym Sachssenland | Inn der welt die ward bekand. | Denn aus der selb kam Gottes wort | Vnd thet gros ding an manchem ort. | Das Bepstlich Reich störtzt es nidder | Vnd bracht rechten glauben widder. | Zum Keisar ward erkoren ich | Des mein alter beschweret sich. | Dafur ich Keisar Carl erwelt | Von dem mich nicht wand gonst noch gelt. Johans der Erst: Chur-| furst vnd Hertzog zu | Sachssen || Nach meines lieben bruders end | Bleib auff mir das gantz Regimend. | Mit grosser sorg vnd mancher fahr | Da der Bawr toll vnd töricht war. | Die auffrhur fast ynn allem land | Wie gros fewer ym wald entbrand. | Welches ich halff dempfen mit Gott | Der Deudsches land erret aus not. | Der Rottengeister feind ich war | Hielt ym land das wort rein vnd klar. | Gros dreiwen: bittern hass vnd neid | Vmb Gottes worts willen ich leid. | Frey bekand ichs aus hertzem grund | Vnd personlich selbst ich da stund. | Vor dem Keisar vnd gantzen Reich | Von Fursten gschach vor nie des gleich. | Solchs gab mir mein Gott besunder | Vnd vor der welt was ein wunder. || Vmb land vnd leut zu bringen mich | Hofft beid freund vnd feind gewislich. | Ferdnand zu Römschen König gmacht | Vnd sein wahl ich allein anfacht. | Auff das: das alte Recht bestünd | Inn der gülden Bullen gegründ. | Wiewol das grossen zorn erregt | Mich doch mehr recht denn gunst bewegt. | Das hertz gab Gott dem Keisar zart | Mein guter freund zu letzt er 32 Hamburger Kunsthalle, Inv.-Nr. 606. Die Mitteltafel misst 67,5 cm x 67 cm, die beiden Flügel 68,7 cm x 32,3 cm, vgl. Martina SITT unter Mitarbeit von Gerrit WALCZAK, Die deutschen, englischen, französischen und spanischen Gemälde 1350–1800 (Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle I), Hamburg 2007, S. 96–98; Max J. FRIEDLÄNDER [und] Jakob ROSENBERG, Die Gemälde von Lucas Cranach [Hrsg. von Gary Schwartz], Stuttgart 1979 [Die Erstausgabe erschien 1932 in Berlin], Nr. 338. 33 Propaganda erkennt Horst RABE, in: Martin Luther und die Reformation in Deutschland. Katalog zur Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, Nürnberg 1983, S. 448 zu Nr. 619. Danach Peter-Klaus SCHUSTER, in: Luther und die Folgen für die Kunst, hrsg. von Werner Hofmann. Katalog zur Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle vom 11. November 1983–8. Januar 1984, München 1983, S. 204f. zu Nr. 79.

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ward. | Das ich mein end ym frid beschlos | Vast sehr den Teuffel das verdros. | Erfarn hab ichs vnd zeugen thar | Wie vns die schrifft sagt vnd ist war. | Wer Gott mit ernst vertrawen kan | der bleibt ein vnverdorben man. | Es zürne Teuffel odder welt | Den sieg er doch zuletzt behelt. Das Portrait, das Contrafact Johann Friedrichs, das hier ausgelegt ist ganz auf den so evangelisch frommen wie kaisertreuen Staatsmann in der Tradition von Vater und Onkel, gewinnt einen ganz anderen Zug mit der Darstellung des Kurfürsten nach der am 24. April 1547 verlorenen Schlacht bei Mühlberg, in der der Kurfürst nicht nur vernichtend geschlagen, sondern selbst auch (leicht) verwundet wurde. Die Gesichtsverletzung, ein Schnitt vom Auge bis an die Oberlippe, wurde zu einem identitätsstiftenden Merkmal für einen Regenten, der für seinen und seiner Untertanen Glauben, den rechten Glauben, alles Leiden auf sich nahm. Schon wenige Tage nach der Niederlage und vielleicht noch kurz vor der Wittenberger Kapitulation am 19. Mai erschien ein kolorierter Holzschnitt von Michael Ribestein mit dem Bild des ‚Märtyrers‘ als Blutzeugen unter den Wappen der verbliebenen Besitzungen Sachsen und Thüringen (Abb. 5).34 Die wie zur Seitenwunde Christi stilisierte Gesichtsverletzung wurde in mehreren Drucken zur Schau gestellt, Holzschnitten oder Kupferstichen, deren Zweck wohl eher im Gotteslob und im Trost für die Evangelischen als in politischer Propaganda lag. Lucas Cranach d. J. zeigte den Wundenträger mit Bibel oder Katechismus unter dem Kreuz (Abb. 6),35 Peter Rodelstett aus Gottlandt, genannt Peter Gottland, stellte 1551 das Brustbild des vom Kampf Gezeichneten (Abb. 7)36 neben eine gerahmte Tafel mit lateinischer Inschrift und vor einen Vorhang, der über schon mehr als die Hälfte des Bildes zurückgezogen ist und den Blick frei gibt auf den Kampf Daniels in der Löwengrube und auf einen kleinen Teil Wittenbergs: 34 Holzschnitt, koloriert, 40,8 cm x 29,1 cm, Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 15, 54/Xyl. I. 79, vgl. Kunst der Reformationszeit. Katalog zur Ausstellung in den Staatlichen Museen zu Berlin, Hauptstadt der DDR, Ausstellung im Alten Museum vom 26. August bis 13. November 1983, Berlin 1983, Kat.-Nr. F 28, Abb. S. 385, Beschreibung S. 396; Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern. Kirche, Hof und Stadtkultur. Katalog zur Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien, 31. Oktober 2009 bis 24. Januar 2010, Berlin/München 2009, hier Nr. IV.30, S. 222f. Wie eilig das Blatt unter die Presse genommen wurde, zeigt der fehlerhafte Typendruck der Subscriptio: Abcontrafactung Johans. | Fridrichs Hertzogen zu Sachssen etc. In der belegerung | Vor Wittenberg Anno · xlvij · jm Manat mayo. | Gedrnckt zu Berlin. 35 Lucas Cranach d. J., Brustbild Johann Friedrichs I. von Sachsen mit aufgeschlagenem Buch vor Kruzifix, Holzschnitt mit typ. Text, 15,4 cm x 18 cm, Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.Nr. G 42, 20, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29), Nr. 2.50, S. 163. 36 Peter Gottland, Johann Friedrich I. und Daniel in der Löwengrube, Kupferstich, 18,3 cm x 24,3 cm, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv.-Nr. I,332,3.

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DANIEL IN LACV LEONVM. DAN. VI EXVL APVD MEDOS DANIEL · VIRTVTE FIDEQVE CREVERAT IMPERIO CONSILIOQVE VALENS, CVM · REGNI PROCERES ODIO INVIDIAQVE FVRE(N)TES INNOCVO TECTA FRAVDE PERICLA STRVVNT. NON ALIA INVENTA EST NECIS OBVIA · CAVSA FVTVRAE QVAM PIETAS SANCTI RELLIGIOQVE DVCIS. HANC · QVIA NON VOLVIT VIOLARE, LEONIBVS ESCA OBIICITVR SAEVIS · DILANIANDA FERIS. ANGELVS AT DOMINI FAVCES OBSTRVXIT EDACES NEC PATITVR DIRO VISCERA DENTE TERI. IN MEDIO SALVVS FIDEI · STAT PRAECO, LEONVM ATQVE DEI LAVDES PECTORE ET ORE CANIT. ERIPITVR TANDEM VETERESQVE RECEPTAT HONORES CLARIOR, AT PROCERVM CONTERIT OSSA LEO. IN CRVCE, FIDE, DEO VINCES MALA CVNCTA, SED HOSTES PRAECIPITES LAQVEO, QVEM POSVERE, RVENT. M D L I. (Daniel in der Löwengrube. Daniel 6. Als Verbannter bei den Medern war Daniel durch seine Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit gewachsen und stark in der Regierung und im Rat, als die Fürsten des Königreichs, die in Hass und Missgunst rasten, dem Unschuldigen durch eine geheime Intrige Gefahren bereiteten. Kein anderer naheliegender Grund für seine künftige Ermordung wurde gefunden als die Frömmigkeit und die Religion des heiligen Führers. Weil er sie nicht verletzen wollte, wurde er wilden Löwen als Speise vorgeworfen, die die Bestien zerfleischen sollten. Doch ein Engel des Herrn verschloss ihre gefräßigen Rachen und ließ nicht zu, dass seine Eingeweide von grausigen Zähnen zerbissen wurden. Der Herold des Glaubens stand unversehrt in der Mitte und sang mit Herz und Mund das Lob der Löwen und Gottes. Schließlich wurde er herausgeholt und empfing wieder seine früheren Ehren, jetzt noch berühmter. Doch die Knochen der Fürsten zernagten die Löwen. Im Kreuz, im Glauben und in Gott wirst du alle Übel besiegen, aber die Feinde werden kopfüber in den Fallstricken, die sie selbst auslegten, zum Sturz kommen. 1551)37

37 Übersetzung von Walther Ludwig, Hamburg, dem ich für seine freundliche Hilfe danke. Er merkt dazu noch an: Das Epigramm mit acht elegischen Distichen wurde in die übliche, ihr Metrum repräsentierende Form gebracht, mit einer sinngemäßen modernen Interpunktion versehen und unter Berücksichtigung seiner Form in moderne deutsche Prosa übersetzt.

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Wie Daniel den Kampf gegen die Löwen im Vertrauen auf Gott und als Getreuer seines Königs mit Gottes Hilfe gewann (nach Dn 6), so sollte der gefangene Herzog, über dem nur noch das Wappen Sachsens steht, ‚sein‘ Wittenberg ganz sehen und als wieder eingesetzter Kurfürst erneut in Besitz nehmen können – eine Hoffnung, die unerfüllt blieb.38 Die Gesichtswunde zum Ehrenmal stilisierte 1551 ein Holzschnitt von Lucas Cranach d. J. mit dem lateinischen Text von Paul Eber (Abb. 8).39 Das Brustbild zeigt den Fürsten nach links gewandt mit bedecktem Haupt und reich gekleidet, die Handschuhe in der Linken, den Ring am rechten Zeigefinger. Das Wappen links oben gibt als Besitzstand an: In der Mitte das Herzogtum Sachsen, heraldisch rechts oben Landgrafschaft Thüringen, heraldisch links oben Markgrafschaft Meißen, heraldisch rechts unten Mark Landsberg, heraldisch links unten Pfalzsachsen. Der lateinische Text dient dem Lobpreis für den Kriegshelden ebenso wie der Fürbitte, durch die sein Schicksal ihm erträglicher werden soll: PAVL(VS) EBER(VS)40 CERNIS IN ADVERSA FACIE NVNC VVLNVS HONESTVM, QVOD DVX SAXONIAE CAPTVS ET EXVL HABET. HOC PIVS ACCEPIT RECTI SIBI CONSCIVS HEROS, PRO LEGE ET PATRIA FORTIA BELLA GERENS. HVIVS VBI ADSPICIES PICTOS IN IMAGINE VVLTVS, QVALES HEIC LVCAE DAT TIBI DOCTA MANVS, QVICVNQVE ES PIETATIS AMANS, VT LENIAT ILLI AERVMNAS, CREBRA VOCE PRECARE DEVM.

38 Johann Friedrich I. ist reich gekleidet und hält sein kreisrundes Barett (wie so oft) in seiner Rechten. Die demütig abgenommene Kopfbedeckung ist alles andere als ein Rundschild, so aber, gefangen in der Vorstellung vom Miles christianus, Wolfgang FLÜGEL, Bildpropaganda zum Übergang der sächsischen Kurwürde von den Ernestinern auf die Albertiner, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 67 (1996), 71–96, hier S. 83f. Hingegen richtig gesehen von Carl C. CHRISTENSEN, Princes and Propaganda: Electoral Saxon Art of the Reformation (Sixteenth Century Essays & Studies XX), Kirksville, Missouri 1992, S. 93–95. 39 Lucas Cranach d. J., EFFIGIES ILLVSTRISSIMI PRINCIPIS IO | HANNIS FRIDERICI DVCIS SAXONIAE PRI- | mi etc. Ad uiuum exemplar expressa, Anno ætatis ipsius XLIX | Climacterico, Anno captiuitatis quinto, Anno Christi | 1551., Holzschnitt mit Typendruck, mit Schrift 24,2 cm x 14,6 cm, Darstellung mit Einfassungslinie 16 cm x 12,5 cm Berlin, Staatliche Museen, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. 130–1890. Vgl. CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 97f. 40 Zu Paul Eber (8.11.1511 Kitzingen – 10.12.1569 Wittenberg) vgl. Heinz SCHEIBLE, Eber, Paul, in: Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hrsg. von Walther Killy, unter Mitarbeit von Hans Fromm [… u. a.], Band 3 (1989), S. 139; Albrecht STEINWACHS, Der Weinberg des Herrn: Epitaph für Paul Eber von Lucas Cranach d. J. 1569; Stadt- und Pfarrkirche St. Marien Lutherstadt Wittenberg. Fotogr. von Jürgen M. Pietsch, Spröda 2001.

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(Paul Eber Du erblickst in dem Gesicht gegenüber die ehrenvolle Wunde, die der Sachsenherzog als Gefangener und Verbannter trägt. Sie empfing der fromme Held mit gutem Gewissen, als er für Gesetz und Vaterland einen tapferen Krieg führte. Wenn du auf dem Bild seine gemalten Gesichtszüge ansehen wirst, wie sie hier die gelehrte Hand des Lukas dir gibt, wer du die Frömmigkeit liebend auch immer bist, bitte Gott immer wieder, dass er ihm seine Leiden mildere.)41 Zwei Jahre später erschien eine deutschsprachige Fassung des Flugblattes mit dem Titel: Von Gottes gnaden / Johans | Friderich der Elter / Hertzog zu Sachssen / | Landgraue in Düringen / vnd Marg- | graue zu Meissen / Anno 1553. (Abb. 9).42 Das Brustbild zeigt den Herzog nach rechts gewendet, mit bedecktem Haupt und reich gekleidet, ein umfangreiches Buch, wohl die aufgeschlagene Bibel in den Händen haltend. Rechts oben das Wappen des Herzogtums Sachsen. Unter dem Holzschnitt der in zwei Spalten gesetzte deutschsprachige Text, der den ‚rühmlichen Riss‘ preist, Johann Friedrich zum Beschützer von Religion und Freiheit stilisiert und den Gefangenen des Kaisers der Gnade Gottes empfiehlt:43 BEschaw diß löblich Angesicht / | Wie Fürstlich / vnd wie auffgericht / | Wie Erbar / vnd on arge list / | Der Edle Fürst zu Sachssen ist. | Besih die Schram(m) des Hochgeborn/ | Welcher sein Land vnd Leut verlorn / | Gerissen auß seim Vatterlandt / | Gefangen lag ins Keisers band. | Die rhümlich schram(m) empfieng der Held | Vnschuldig in dem weiten Feld / | Da er dem Feind das Angsicht boht / | Vnd kempffet dapffer in der not / || Zu schützen die Religion / | Vnd freiheit Deudscher Nation / | So offt du dieses Angesicht / | Ehrlich verwundet / vnd so liecht / | Beschawest / so bedencke wol / | Was man von dem Held halten sol / | Vnd so du liebest Gottes wort / | So bitt für ihn an allem ort/ | Zu jeder zeit mit allem fleiß / | In rechter Buß / Christlicher weiß / | Auff das jm vnser lieber Gott / | Geb sein Genad in aller not / Amen.44 Nach dem Tod des Kurfürsten am 3. März 1554 erschien schließlich ein Holzschnitt mit Typendruck unter dem Titel EPITHAPIVM | oder Grabschrifft | Des Durchleuchtigsten hochgebornen Fürsten vnd Herrn / Herrn Johans | Friderichen des Eltern / Hertzogen zu Sachssen / vnd Gebornen Churfürsten / Landgraffen | in Düringen / vnd Marggraffen zu Meissen etc. (Abb. 10).45 41 Auch die Übersetzung dieser vier elegischen Distichen verdanke ich Walther Ludwig, Hamburg. Zu seinen Übersetzungsgrundsätzen vgl. Anm. 37. 42 Unbekannter Formschneider (Cranach-Schule?), Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, 1553, Holzschnitt mit Typendruck, 25,5 cm x 16,5 cm, München, Staatliche Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 85533 D. 43 Vgl. CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 99f. 44 Die Größe des Blattes und der Text legen nahe, dass das Portrait in Kirchen ausgelegt und Fürbitte für den gefangenen Landesherren gehalten wurde. 45 Lucas Cranach d. J., Epitaphium, dat. 1554 und mon., Holzschnitt, mit typ.Text, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29), S. 162, Nr. 2.49. Das Holzschnittportrait für sich ist identisch mit einem Druck von 1551, Holzschnitt mit typ. Text, Blattgröße 40,4 cm x 27,6 cm, Holzschnitt 27,3 cm x 21,7 cm, Gotha, Schloss

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Das Portrait ist mit einem Holzschnitt aus dem Jahr 1551 identisch, der die Gesichtsnarbe in aller Deutlichkeit hervorhob. Der Zweck dieser Darstellung, die nicht mehr die Realität, sondern eine Wirklichkeit wiedergibt, mit der man sich identifizieren wollte, wird aus dem in drei Spalten daruntergesetzten Text deutlich, in dem Johann Friedrich seine in die Reformationsgeschichte seines Landes eingebettete Biographie, das Schicksal eines glaubensfesten Märtyrers erzählt: ALs nach meins lieben Vaters endt / Auff mich erbet das Regiment / Bald ich den höchsten schatz im landt / Das Euangelion nam zu handt / Welchs Gott durch Martin Luther rein / An tag hat bracht / wie Sonnen schein / Bey Hertzog Friedrichen mit freudt / Darzu bey Churfürst Hansen zeit / Dem lieben Vettern und Vater mein / Welchs sie auch han bekant gemein/ Mit grosser fahr / sorg / angst vnd not / Doch nicht von in der trewe Gott / Sein hülff vnd trost gesetzet hat / Sondern sie geschützet früe vnd spat / Wider des Bapsts macht trug vnd list / Wie seine weis vnd gewonheit ist / In welcher fusstapff ich mich gab / Durch Gottes gnad gefördert hab / Sölch Göttlich wort mit vleis vnd trew / In Kirchen, Schulen one rew / Mit grossem vnkost vnd gefahr / Do fast alle Welt wider mich war / Noch schrecket mich kein not daruon / Kein zorn / kein vndanck / weltlich lhon / Wie ich zuuor furm gantzen Reich / Mit meinem lieben Vater gleich / Zu Augspurg auch bekennet hab / Also lies ich hernach nicht ab / Dardurch der lieben Christenheit / Gros frommen nutz vnd freudigkeit / Erwachssen ist / wie jederman / Mit warheit von mir rhümen kan . Der Feind den Schatz nicht leiden kundt / Trachtet mir nach zu aller stundt / Mit list / mit drewen manichfalt / Gott mich fur list vnd all gewalt / Gleichwol mit gnad geschützet hat / Bis endlich aus seim sondern rhat / Ins Keisers hend ich gestellet ward / Do mich doch auch das gefengnis hart / Nicht hat bewzungen, noch die zeit / Das ich fünff Jar beschwerung leid / Ich sach nicht an mein schweren Leib / Auch nicht das ich mein Kind vnd Weib / Mein Landt / vnd Leut / mein ehr im reich / On schuldt / must lassen allzugleich / Ehe ich Christum verleugnet hett / Wie ich auch offt bezeugen thet / Ehe wolt ich auch das leben lhan / Als Christi martrer han gethan / Welchs zwar der gantzen Christenheit / Tröstlich gewest ist allezeit / Fur mich gros furbit thet zu Gott / Der auch jr Bit nicht hielt fur spot / Endlich mich mit des Keisers will / Zu Weib vnd Kind in rhu vnd still / Gesendet hat mit fröligkeit / Zu letzt mein end beschliessen thet / Im Glauben / fest46 in hoffnung starck / Meim liebsten Gemahl / die mich on arg / Allzeit lieb het, gefolget baldt / Ach Gott mein liebe Sön erhalt / Bey deinem Wort vnd gehorsam rein . Das ist mein letzter wundsch allein . 1554. Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 7, Gotteswort (wie Anm. 29), S. 162, Nr. 2.48. – Eine lateinische Fassung des Epitaphs (24,5 cm x 13 cm) ist nachgewiesen bei Max GEISBERG, The German Singl-Leaf Woodcut: 1500 –1550, Vol. II, New York 1974, S. 624, Überschrift: EPTAPHIVM ILLVSTRISSIMI PRINCEPS AC | DOMINI, DOMINI FRIDERICI DVCIS SAXONIAE | Electoris etc. mortui die Martij Anno Christi 1554 ætatis | vero quinquogesimo primo. 46 recte: im Glauben fest, in hoffnung starck

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Die ruhmeswürdige Gesichtswunde war Thema nicht nur von Drucken, sondern auch von Tafelbildern, die mit Sicherheit nicht der Propaganda dienten, sondern ein Vorbild für Glaubensstärke vor Augen stellen wollten. Lucas Cranach d. Ä. malte Johann Friedrich 1551 in einem kleinen Format mit einem Granatapfel in der Rechten, dessen Spaltung zur Gesichtswunde korrespondiert (Abb. 11).47 In der linken, der Gerichtshand Kaiser Maximilians I. ist der den Reichsapfel variierende Granatapfel wohl mehr als ein Herrschaftszeichen und sicherlich kein Symbol für den amor patriae (Abb. 12).48 Die sorgfältigen Vorarbeiten zu dem Tafelbild lassen vermuten, dass das Portrait des verstorbenen Kaisers als Geschenk der Fugger an Karl V. gedacht war, durch das er an seine künftigen dringlichsten Pflichten als Kaiser erinnert werden sollte.49 Dem Herrscher obliegt der Schutz der Kirche in seinem Reich gegen innere und äußere Feinde, der Granatapfel ist zu verstehen als ein Zeichen der Kirche Christi, der zudem mit Maria in einer Medaille an dem Barett des Kaisers abgebildet ist.

47 Lucas Cranach d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, 1551, Öl auf Holz, 20,5 cm x 14,7 cm, Privatbesitz, vgl. (Werner SCHADE), Lucas Cranach. Glaube, Mythologie und Moderne. Ausstellung von Werner Schade. Katalog von Werner Schade in Zusammenarbeit mit Ortrud Westheider und Silke Schuck. Mit Beiträgen von Susan Foister [... u. a.]. Eine Ausstellung des Bucerius Kunst Forums [in Hamburg], Ostfildern-Ruit 2003, Kat.-Nr. 59. 48 Albrecht Dürer, Kaiser Maximilian I., sign. und dat., 1519, Öl auf Lindenholz, 74 cm x 61,5 cm, KHM Wien, Inv.-Nr. GG 825. – Über dem Portrait steht rechts neben dem kaiserlichen Wappen die Inschrift: POTENTISSIMVS MAXIMVS ET INVICTISSIMVS CÆSAR MAXIMILIANVS | QVI CVNCTOS SVI TEMPORIS REGES ET PRINCIPES IVSTICIA PRVDENCIA | MAGNANIMITATE LIBERALITATE PRECIPVE VERO BELLICA LAVDE ET | ANIMI FORTITUDINE SVPERAVIT NATVS EST ANNO SALVTIS HVMANÆ | M CCCC LIX DIE MARCII IX VIXIT ANNOS LIX MENSES IX DIES XXV | DECESSIT VERO ANNO M D XIX MENSIS IANVARII DIE XII QVEM DEVS | OPT MAX IN NVMERVM VIVENCIVM REFERRE VELIT – Zur genannten Deutung des Granatapfels vgl. den für seine Kenntnis wenig hilfreichen, doch oft zitierten Artikel von C. DUTILH, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Band 2, Rom [… etc.] 1970, 198f. 49 Vgl. Dürers Bildnis Kaiser Maximilians I., 1519, Öl auf Lwd., 86, 2 cm x 67,2 cm, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Sign. Gm 169, dazu: Germanisches Nationalmuseum. Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Bearb. von Kurt Löcher, unter Mitarbeit von Carola Gries. Technologische Befunde: Anna Bartl und Magdalene Gärtner, Stuttgart 1997, S. 213–216. – Die Inschrift auf einem aufgeklebten Pergamentstreifen ist hier in deutscher Sprache abgefasst: Der Allergrosmechtigist vnuberwindlichist Kayser Maximilian der in vernunfft schicklicheit Weisheit vnd manheit | bey seinen Zeiten menigklich vbertroffen Auch merckliche grosse sachen vnd getatten geubt hat Ist geborn den xix tag | Des monats marcy Im MCCCCLviiij Jar hat gelebt Lviiij Jar ix monat vnnd xxv tag Vnnd ist mit tod ver | schiden Zu Welß seiner Mayestat erblannd Den xix tag | des monats January in dem MCCCCC xix Jar | Der Allmechtig geruche der Seele sein gotliche Barmhertzigkeit gnedigklichen mitzuteylen. Die Übersetzung ins Lateinische auf dem Tafelbild erfolgte wohl deshalb, weil Karl des Deutschen nicht mächtig war. – Das Herrscherlob erlaubt es, den Granatapfel auch auf die Tugenden seines Trägers und als Zeichen der perfectiores auszulegen, qui germinant, quando suo exemplo alios ad bonorum operum fructum incitant, vgl. Hieronymus LAURETUS, Silva allegoriarum totius sacrae scripturae, Barcelona 1570. Fotomechan. Nachdruck der zehnten Ausgabe Köln 1681. Einleitung von Friedrich Ohly, München 1971, S. 650. Einen methodologisch gesicherten Weg, sich für eine der beiden von mir für möglich gehaltenen und empfohlenen Deutungen zu entscheiden, kenne ich nicht. Muss eine solche Entscheidung aber wirklich getroffen werden?

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Maria und ihr Kind schützen Maximimilian. Der Granatapfel, die Kirche und die Einheit des Glaubens sind in seine Hand gelegt und werden von ihr bewahrend gehalten.50 In der rechten, nicht richtenden Hand Johann Friedrichs wird das variierte Reichskleinod des Kaisers zwar zitiert, es ist aber anders und ganz evangelisch zu deuten. Die rote Farbe, die aus dem aufgerissenen Granatapfel hervorleuchtet, zeigt an den rechten Glauben des Christen und das Leiden, das der Rechtgläubige oft ertragen muss.51 Die rot klaffende Gesichtswunde prägt auch das erste in Augsburg angefertigte Gemälde Tizians von dem bei Mühlberg vernichtend geschlagenen Kurfürsten (Abb. 13).52 Das Blut quillt aus der Wunde und tropft über die Lippen hinab auf den Harnisch des in voller Rüstung dargestellten Mannes. Sein sonst in Glaubensgewissheit erhobenes Haupt ist gesenkt, die Augen müde, der Arm ermattet. Die linke Hand umklammert die Scheide, damit er das nutzlos gewordene Schwert in sie zurückführen kann. Die Finger der Hände sind schmucklos, schon hier aller Herrschaftszeichen beraubt. Vae victis. Bis in die Gegenwart erfreut den Sieger das schmähliche Bild des gedemütigt Besiegten,53 den in Gestalt Johann Friedrichs Tizian vielleicht 1551/52 noch einmal portraitiert hat (Abb. 14).54 Aus dem massigen, dunkel gekleideten Leib leuchtet der schmucklose Schädel, leuchten die kahlen Hände hervor, die sinnfällig vor Augen führen, wie machtlos der nur körperlich mächtige Mann ist. Die Gesichtswunde ist geschlossen und als Narbe nur noch gemalt. Sie erregt kein Mitleid und kann nicht mehr sakral konnotiert werden.

50 Zur auf Hieronymus fußenden Deutung des Granatapfels auf die Kirche vgl. Maria MARTEN, Buchstabe, Geist und Natur. Die evangelisch-lutherischen Pflanzenpredigten in der nachreformatorischen Zeit (Vestigia bibliae 29/30), Bern [... etc.] 2010, S. 39. 51 Wilhelm Sarcerius, Geistlicher Herbarius, oder Kreuterbuch, in welchem erzehlet und allerhand umbstenden nach beschrieben werden, allerley Erdgewechs, Samen, Kreuter, Bäume, und Früchte, deren in heiliger göttlicher Schrifft zuförderst [...] gedacht wird, 3 Teile, Frankfurt am Main 1573, hier Teil III, Bl. XVIIIv, vgl. MARTEN (wie Anm. 50), S. 108. Aus welcher Quelle Sarcerius seine Ding-Auslegung schöpft, weiß ich nicht, doch wird er sie nicht erfunden haben. 52 Tizian, Johann Friedrich der Großmütige in Rüstung, 1548, Öl auf Leinwand, 129 cm x 93 cm, Madrid, Museo Nacional del Prado, Inv.-Nr. 533, vgl. Glaube & Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. [Band II:] Katalog. Hrsg. von Harald Marx und Eckhard Kluth für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2. Sächsische Landesausstellung. Torgau, Schloss Hartenfels 2004), Dresden 2004, S. 208, Nr. 324. 53 Ohne den Gang in die Gegenwart zu wagen und ohne einen kunsthistorischen Beitrag: „Vae victis!“. Über den Umgang mit Besiegten. Referate, gehalten auf der Tagung der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften Hamburg am 31. Oktober und 1. November 1997, hrsg. von Otto Kraus (Veröffentlichungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften Hamburg 86), Göttingen 1998. 54 Tizian, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, 1548, vielleicht erst 1550/51 entstanden. Öl auf Leinwand, 103,5 cm x 83 cm, Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 100, vgl. Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 325.

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Die Erinnerung an Johann Friedrich, der nicht miles christianus, nicht miles gloriosus, sondern miles devictus war im militärisch realen Macht- und zugleich idealisierten Glaubenskampf, der mit dem Augsburger Religionsfrieden längst nicht ausgefochten war, diese memoria ruft wach ein Ölgemälde von Lucas Cranach d. J. (Abb. 15).55 Auftraggeber war Kurfürst August von Sachsen, der den Vetter zugleich mit seinem Gegner, dem Kurfürsten Moritz von Sachsen, ins Bild setzen ließ. Schon im Glanz der Rüstung unterlegen, trägt Johann Friedrich die gelbe Feldherrenbinde des kaiserlichen Widersachers und die Gesichtswunde des Besiegten. Neben dem Thema des christlichen Märtyrers, dessen linke Gesichtsseite verwundet und geöffnet oder eben vernarbt ist, gibt es noch eine andere Bildtradition zu dem im Kampf für die evangelische Sache geschlagenen, im Glauben aber standhaften Kurfürsten. Auf einem kurz nach der Schlacht bei Mühlberg entstandenen Holzschnitt Lucas Cranachs d. J. steht Kurfürst Johann Friedrich I. in ganzer Größe gerüstet im Dornengestrüpp, die Beine sind von geiferndem Getier umlagert (Abb. 16).56 Der Titel über ihm führt aus: Abconterfectung / des durchleuchtigsten / Hochgebornen | Fürsten vnd Herrn / Herrn Johan friedrichen hertzogen zu Sachsen des heyligen | Römischen Reichs Ertzmarschalh vnd Churfürsten / Landgrauen in Döringen / Marggrauen zu Meyssen vnd | Burggrauen zu Magdeburg / wie er in seinem feldleger ist gangen.57 Die Formulierung wie er in seinem feldleger ist gangen, wurde als Aufbruch in das Heerlager noch vor der Schlacht bei Mühlberg verstanden. Dazu schien zu passen, dass das erhobene Haupt des Kurfürsten (noch) unverletzt dargestellt ist. Irritierend für die Auffassung, der Kurfürst werde in einem Zustand noch vor

55 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, 1578, Öl auf Lwd., 118,5 cm x 91 cm, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Rüstkammer, Inv.-Nr. H 73, vgl. Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 384. 56 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich I. als Kämpfer für den evangelischen Glauben und die Reformation, kolorierter Holzschnitt mit typ. Text, dat. 1547, Blattgröße 40,5 cm x 29,8 cm, Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 3, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29), Nr. 2.47, 136 und 161; V.D.M.I.Æ. Gottes Wort bleibt in Ewigkeit. 450 Jahre Reformation in Osnabrück, hrsg. von Karl Georg Kaster und Gerd Steinwascher. [Katalog zu einer] Ausstellung des Kirchenkreises Osnabrück, der Stadt Osnabrück und des Landkreises Osnabrück vom 18. April bis 29. August 1993 in der St. Marienkirche Osnabrück (Osnabrücker Kulturdenkmäler – Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Osnabrück 6), Bramsche 1993, S. 260f., Nr. 13.7. – Zu einer späten und veränderten Fassung des Blattes, das 1609 in Straßburg von Friedrich Brentel in Kupfer gestochen wurde, vgl. Illustrierte Flugblätter aus den Jahrhunderten der Reformation und der Glaubenskämpfe. Hrsg. von Wolfgang Harms. Bearb. von Beate Rattay. [Katalog zur Ausstellung vom] 24. Juli bis 31. Oktober 1983. Kunstsammlungen der Veste Coburg, Coburger Landesstiftung, Coburg 1983, Nr. 62. 57 Als Auftraggeber für das Blatt wird die Familie des Kurfürsten vermutet, dessen aufgeführte Titel mit den ihn umgebenden Wappen korrespondieren, V.D.M.I.Æ. (wie Anm. 56), S. 260.

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der Schlacht dargestellt, war nur der in das Blatt inserierte Text von Ps 34, 20: Psal. 34. | Der gerecht mus | viel leiden / Aber | der HERR | hilfft jhm aus | dem allen.58

Das sächsische Wappen Kaum eine Beachtung bei allen Interpretationsversuchen haben die mit Helmzier ausgestatteten Wappen gefunden, die den Kurfürsten umgeben. Sie nehmen so viel Raum ein, dass sie es verdienen, gewürdigt zu werden. Von links nach rechts und von oben nach unten gelesen repräsentieren die Wappen die folgenden Herrschaften: Landgrafschaft Thüringen (gekrönter, rot-silbern quergestreifter Löwe auf blauem Feld); Erzmarschallamt und Kurwürde (Kurschwerter in schwarz-silbern quergeteiltem Schild); Herzogtum Sachsen (von schwarz und gelb neunmal quergeteilter Schild, überdeckt von einem grünen Rautenkranz); Burggrafschaft Magdeburg (halber Adler, goldgekrönt und -bewehrt, silbern in rotem, vier rote Balken in silbernem Feld); Markgrafschaft Meißen (schwarzer, rotbezungter und -bewehrter Löwe in goldenem Feld); Pfalzsachsen, das Gebiet nördlich der Unstrut um Lauchstedt (goldener gekrönter Adler in blauem Feld); Pfalzthüringen, das Gebiet südlich der Unstrut um Allstedt (goldener ungekrönter Adler in schwarzem Feld); Mark Landsberg, Stammland des Hauses Wettin (zwei blaue Pfähle im goldenen Schild); Grafschaft Orlamünde (schwarzer, rotbewehrter gekrönter Löwe in goldenem, mit roten Herzen bestreutem Feld); Herrschaft Pleißen (golden-silberner doppelschweifiger Löwe in blauem Schild); Burggrafschaft Altenburg (rote Rose mit goldenen Samen und grünen Kelchblättern in silbernem Feld); Grafschaft Brehna, südlicher Teil des späteren Kurkreises (drei ornamentierte, stiellose gestürzte Lindenblätter.

58 Die verschiedenen Standpunkte werden dargelegt von CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 72–79. Christensen selbst sieht in dem Blatt beide Aspekte, eine Sichtweise vor und eine nach der Schlacht am 24. April 1547, wird damit aber kaum zeitgenössischen Sehgewohnheiten gerecht.

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Diese 12 Wappen erscheinen vereinigt regelmäßig auf den Wappendarstellungen des Kurfürsten Johann Friedrich I.,59 Variationen in Reihenfolge und Details der Ausführung sollen hier unberücksichtigt bleiben, lassen aber vermuten, dass sie nicht willkürlich und unbedacht gestaltet sind. In der Wappenfolge fehlt (wie häufig) der silbern-gold gespaltene Schild für die Regalien als Zeichen für die Ausübung der fürstlichen Macht, insbesondere des Blutbannes, des Gerichts über Leben und Tod. Der Schild mag für entbehrlich gehalten worden sein, da das schwarz gefärbte Gerichtsschwert 60 an der linken Seite des Kurfürsten hängt. Die Reihe der Wappen wird aber durch zwei weitere Schilde ergänzt, die sonst nicht begegnen. Das rechts unten liegende Wappen, drei blaue Balken in silbernem Feld, auf dem Helm ein weiblicher (Mohren)kopf in silbernem Kleid mit (blausilberner) gewundener Kopfbinde, mit abfliegenden langen Enden, wurde erst für das Sächsische Wappen erfunden und bezeichnet die Herrschaft Eisenberg. Sie war 1440 an Kurfürst Friedrich II. von Sachsen gefallen und in der Colditzschen Landesteilung von 1485 an die Ernestinische Linie gefallen, bestätigt durch den Naumburger Vertrag vom 24. Februar 1554.61 Das links unten liegende Wappen scheint es in dieser Form überhaupt nicht gegeben zu haben, der Holzschneider verfügte offenbar über keine geeignete Vorlage. Er war aber angewiesen worden, ein Lilienwappen zu schneiden für Jülich-Kleve und Berg. Dieses Wappen zeigt für Kleve im roten Feld ein silbernes kleines Schild, welches acht Lilien überdeckt, die an angeordneten Stäben angebracht sind, die sich in üblicher (lateinischer) und in Form des Andreaskreuzes überschneiden. Der ungekrönte Helm mit rotgoldenen Decken trägt einen in den Helmkopf beißenden, silberbewehrten roten Stierkopf ohne Hals, mit goldenem Nasenring und goldener Krone, deren Reif von Silber und Rot doppelreihig geschacht ist.62 Aus alledem ist ein ganz anders geformtes Lilienwappen und ein gekrönter Helm gestaltet worden, ein Wappen aber, das den Anspruch von Kurfürst Johann Friedrich I. auf Berg-Jülich und Kleve dokumentiert. Dieser Anspruch leitete sich aus einer Eventualbelehnung für Kursachsen aus dem Jahr 1521 her, die 1544 durch kaiserliche Konfirmation

59 Maximilian GRITZNER, Geschichte des Sächsischen Wappens, in: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde XXIX (Berlin 1901), 71–166, hier S. 118 –133. 60 Man wird wohl nicht annehmen dürfen, dass die schwarze Färbung des Gerichtsschwertes hier motiviert ist durch die Kenntnis von Luthers Farballegorese des Wappens für die Kurwürde, der gekreuzten Schwerter im weißen und schwarzen Feld. Das Heft der Schwerter im weißen Feld versteht er als Zeichen der Freundlichkeit und Barmherzigkeit als Richtschnur der Rechtsprechung; die Schwertspitzen im schwarzen Feld erinnern ihn an den Ernst und die Strenge, mit denen das Recht ausgeübt werden soll, vgl. Martin Luther, Predigten des Jahres 1522. Nr. 41, (6. Sonntag nach Trinitatis, 27. Juli), in: Werke. Kritische Gesamtausgabe, Band 10.III, Weimar 1905, 242–256, hier S. 254 (De insignibus ducis Saxonie). 61 GRITZNER (wie Anm. 59), S. 147f. 62 GRITZNER (wie Anm. 59), S. 161.

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der Ehepakte der 1526 geschlossenen Ehe des Kurfürsten mit Sibylle von Jülich bestätigt, nach der Schlacht bei Mühlberg aber wieder unwirksam gemacht wurde. Die Wappenleiste erscheint in gleicher Folge und gleichem Umfang auf einem Kupferstich von Georg Pencz (Abb. 17),63 der das auf ein steinernes Podest mit Inschrift gestellte Brustbild des sächsischen Kurfürsten als Denkund Mahnmal darstellt. Das Bild des kostbar gekleideten, mit einem Hermelinumhang und Hut bedeckten Kurfürsten diente wie die Inschrift der repraesentatio des Herrschers, der sein Leben im wahren, schriftgegründeten Glauben vertrauensvoll unter Gottes Schutz stellt und zugleich seinen Herrschaftsanspruch manifestiert: SPES MEA IN DEO EST [vgl. Ps 61, 8] IOHANNES FRIDERICVS DEI BENEFICIO SAXONIÆ DVX, SACRI ROMANI IMPERII ARCHIMARSCHALCHVS ET ELECTOR LANDGRAVIVS THVRINGIÆ, MARCHIO MISNIÆ, ET BURGGRAVIVS MAGDEBVRGI ETO:64 ~ VERBVM DOMINI MANET IN ÆTERNVM ~ [I Pt 1, 25] Das datierte und signierte Blatt entstand 1543 und bildet die Besitz- und Lehnsverhältnisse Johann Friedrichs in einer Weise ab, wie sie erst im folgenden Jahr durch den Kaiser bestätigt wurden. Tizian malte den Bezwinger des Schmalkaldischen Bundesheeres bei Mühlberg, Karl V., hoch zu Ross als neuen Kaiser Konstantin (Abb. 18).65 Der Verlierer, sein Gefangener, Johann Friedrich I., steht auf dem Holzschnitt von 1547

63 Georg Pencz, Johann Friedrich I. von Sachsen, Kupferstich, 1543, 40,4 cm x 31,1 cm, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Inv.-Nr. A 2605, vgl. David LANDAU, Catalogo completo dell’opera grafica di Georg Pencz, Milano 1978, Nr. 124; CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 66f.; Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 247. 64 Recte: ETC: 65 Tizian(o Veccellio), Kaiser Karl V. zu Pferd, 1548, Öl auf Lwd., 335 cm x 283 cm, Madrid, Museo Nacional del Prado, Reference number: P 00410. Peter HUMFREY, Tizian. Aus dem Englischen übersetzt von Uli Nickel und Ingrid Nölle-Hornkamp (Anhang), Berlin 2007, S. 136 –167, bes. S. 156 –162; Andrew John MARTIN, La bottega in viaggio. Con Tiziano ad Augusta, Füssen e Innsbruck (1548): domande e ipotesi, in: Studi tizianeschi IV (2006), 99–108; Der späte Tizian und die Sinnlichkeit der Malerei, hrsg. von Sylvia Ferino-Pagden. Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums [Wien] in Zusammenarbeit mit den Gallerie dell‘ Accademia in Venedig. Wien, Kunsthistorisches Museum: 18. Oktober 2007 bis 6. Jänner 2008. Venedig, Gallerie dell‘ Accademia: 1. Februar bis 21. April 2008, Wien 2007, S. 154. – Zur Konstantin-Identifikation vgl. Friedrich B. POLLEROSS, Das sakrale Identifikationsportrait. Ein höfischer Bildtypus vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, Teil I, II (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 18), Worms 1988, Teil I, S. 247.

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(Abb. 16) dagegen ohne Pferd, nur gewappnet, gestiefelt und gespornt im Feld, in das er nicht zieht,66 sondern in dem er sich aufhält, im Dornengestrüpp gefangen und festgehalten, das den Weg versperrt.67 Das wilde Getier, das ihn umgibt, ist, wie der Dornenstrauch auch, geistlich zu verstehen: Der feuerspeiende Drache mit der Tiara bezeichnet das Papsttum, den Antichrist, die gekrönte Schlange die feindlich gesinnte, also katholische, falsche, weltliche Obrigkeit. Löwe, Hund, Eidechse (oder Frosch) und ein seltsames Schnabeltier tragen geistliche Gewänder: den roten Pontifikalshut mit den 15 Quasten für Kardinäle aus der Weltgeistlichkeit, das rote Kardinalsbirett, die Bischofsmütze (Mitra) und die braune Mozetta mit Zierkapuze eines Franziskaners.68 Ohne Bezug auf die kirchliche Hierarchie sind nur der Fuchs (?) links, der Bär rechts hinten und die Heuschrecke (?) rechts vorne. Nach biblischem und also auch evangelischem Verständnis kann der Bär Bild des gottlosen Regenten sein, den es nach dem Hab und Gut seiner Untertanen dürstet (vgl. Prv 28, 15).69 Der Fuchs kann den listigen Herrscher bezeichnen, der seine Untertanen vom wahren Glauben an Christus abzubringen sucht.70 Die Heuschrecke schließlich kann lehren, dass ihr großes vernichtendes Heer, das sich gegen die kleine, aber wahre Kirche Christi wendet, nicht immer die Oberhand behält.71 Wie immer man Dornengestrüpp und die Versammlung wilder Tiere im Einzelnen und möglichst konkret deuten will – auch dem ungelehrten Betrachter des 16. Jahrhunderts, der aber sicherlich nicht intendiert war, musste klar sein: Kurfürst Johann Friedrich I. ist militärisch geschlagen, gefangengesetzt und wird von Kirche und Kaiser existentiell, politisch und moralisch be-

66 In der Überschrift steht denn auch nicht wie er in sein feldleger ist gangen, sondern unmissverständlich wie er in seinem feldleger ist gangen. Es wird also (im Dativ) ein Aufenthaltsort und nicht (im Akkusativ) eine Zielrichtung angegeben. 67 Sarcerius (wie Anm. 51) deutet die Dornen in vierfacher Weise auf den Tyrannen. Wie die Stacheln Wunden erzeugen, so unterdrückt der Tyrann die Untertanen durch seine Willkürherrschaft; wie das Dornengestrüpp den Weg versperrt, so verschließt sich der Tyrann der wahren Religion, etc., vgl. MARTEN (wie Anm. 50), S. 112. 68 Zur Mozzetta vgl. Joseph BRAUN, Die liturgischen Paramente in Vergangenheit und Gegenwart. Ein Handbuch der Paramentik, 2., verb. Aufl. Freiburg/Br. 1924, S. 180. 69 Hermann Heinrich Frey, Therobiblia. Biblisch Thierbuch (Leipzig 1595). Mit Vorwort und Registern hrsg. von Heimo Reinitzer (Naturalis historia bibliae 1), Graz 1978, Tierbuch, Bl. (274)b – (279)a, hier bes. Bl. (278)b. Frey sammelt zahlreiche andere geistliche Bedeutungen des Bären und ordnet sie Luthers Hierarchienlehre zu. Die hier von mir ausgewählte passt gut in den Kontext des Holzschnittes, wobei nicht streng bewiesen werden kann, dass gerade nur diese Deutung gemeint ist. 70 Frey (wie Anm. 69), Tierbuch, Bl. 292b–302b, hier bes. Bl. 300a, mit Bezug auf die Exegese schon bei Beda Venerabilis, In Lucae evangelium expositio, lib. IV, cap. 13, Migne, PL 92, Sp. 509. 71 Frey (wie Anm. 69), Vogelbuch, Bl. 171a. Die Heuschrecke kann auch hinweisen auf Gottlose und Ketzer, kann aber auch als reines Tier, das Johannes dem Täufer zur Speise dient (Mt 11, 18), ganz positiv gedeutet werden, vgl. Freys Vogelbuch, Bl. 161a – 174a.

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droht. Der Ernestiner aber steht da wie unangreifbar und auch im Gesicht unverwundet, das Haupt mit Glaubensmut erhoben, gerüstet, die Beine gestiefelt und geschützt gegen feindliche Attacken. Die ihn umgebenden 14 Wappen mahnen, die politische ‚Herrlichkeit‘ des Kurfürsten unangetastet zu lassen bzw. sie in ganzem Umfang wieder herzustellen. Es ist wenig hilfreich, die Figur des Kurfürsten als miles christianus zu sehen und zu versuchen, sie aus der Tradition der militia christiana heraus zu verstehen, da dadurch die historisch-politische Aussage des Holzschnittes, der sie abbildet, abgeschwächt und seine Intention verkannt wird.72 Kurfürst Johann Friedrich I. ist nicht ein geistig zu deutender miles christianus, sondern ein Kämpfer mit Fleisch und Blut (Eph 6, 12), ein im Kampf Unterlegener, ein Gefangener, der ums Überleben, um Rang, Amt, Auftrag und um Länder kämpft, auch und gerade auch um jene, in denen seine Herrschaft noch nicht lange bestätigt war, in Eisenberg und Kleve. Das Flugblatt formuliert den Anspruch eines Fürsten, der sich als körperlich nicht verwundet und politisch nicht besiegt darstellt. Er führt an seiner linken Seite das Richtschwert mit sich, an seiner rechten Seite hängt ein Dolch in der Scheide, nicht irgend eine Waffe, sondern eine real existierende, deren Details freilich nicht dargestellt sind. Es handelt sich sicherlich um jenen Dolch, der am Mundblech ein Medaillon zeigt mit der Abbildung der Huldigung Abigeils vor David (nach I Sm 25, 23). Am Ort der Scheide befinden sich beiderseits Bildnismedaillons mit der Darstellung des Kurfürsten bzw. seiner Gemahlin Sibylle von Jülich.73 Kurfürst Johann Friedrich hält zudem mit beiden Händen das über die Schulter gelegte Kurschwert, mit dem er sich als einzig rechtmäßiger Verteidiger der wahren Religion, d. h. des evangelisch-lutherischen Glaubens ausgibt. Die Rüstung des ernestinischen Kurfürsten ist keine Waffenrüstung Gottes, das Kurschwert mit dem darauf eingeschriebenen Motto der Ernestiner, V(erbum) D(omini) M(anet) I(n) E(ternum), ist nicht das „Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes“ (Eph 6, 17), sondern eine reale Waffe und ein politisches Zeichen, das die Legitimität eines Herrschaftsanspruches und die auf Gott gegründete Gewissheit eines Herrschaftsauftrages sichtbar macht, der im auch bewaffnet zu führenden Kampf um die wahre evangelische Religion liegt.

72 Harry OEHLKE, Die Konfessionsbildung des 16. Jahrhunderts im Spiegel illustrierter Flugblätter (Arbeiten zur Kirchengeschichte 57), Berlin/New York 1992, S. 408–410. 73 Dolch mit Scheide, um 1535, L. 55 cm, Klinge 40 cm, Scheide 43 cm. Die Bildnismedaillons stammen von dem Nürnberger Medailleur Matthes Gebel, vgl. Abb. und genaue Beschreibung in: Kunst der Reformationszeit (wie Anm. 34), S. 207f., Nr. C 44.3; Yvonne FRITZ, Dolch Johann Friedrichs des Großmütigen, Kurfürst von Sachsen, in: Erhalt uns Herr pei deinem Wort. Glaubensbekenntnisse auf kurfürstlichen Prunkwaffen und Kunstgegenständen der Reformation. Hrsg. von Dirk Syndram, Jutta Charlotte von Bloh und Christoph Münchow für die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, Kunstkammer und Grünes Gewölbe, Dresden 2011, Nr. 4, S. 36f.

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Die Eindringlichkeit, mit der die politische Botschaft im Bild formuliert wird, wird aus der Wirkungsgeschichte des illustrierten Flugblattes ersichtlich (Abb. 19).74 In gleicher Haltung und Rüstung erscheint Christoph, Herzog zu Württemberg und Teck, Graf zu Mömpelgart etc. als eifriger Verfechter des evangelisch-lutherischen Glaubens, dem er selbst in Frankreich und Polen zum Sieg verhelfen wollte. Erfolg war ihm ebenso wenig wie Johann Friedrich beschieden, dessen Wahlspruch er auf dem Schwert führt, das seine Funktion als Kurschwert ebenso verloren hat wie die anderen Rüstungsteile – anders als der sächsische Kurfürst war Christoph nicht als Religionskrieger in Erscheinung getreten. Auf der Zeichnung wird er von seinen katholischen Feinden in Tiergestalt umgeben, vor denen er bei Gott Schutz sucht: Gott du bist mein höchster hortt, | Erhalt mich herr by dynem wortt, | Vnd stand mir by, an allem endt, | Das ich beharr bis an myn endt, | Beschirm mich von disen wilde(n) thieren | Die mich von dir herr wöllen führen. Während Bischof, Abt, Domherr, Kaplan und selbst der Papst mit allgemeinen Drohungen nach dem Leben trachten, stellt der Kardinal in Gestalt des silbernen statt goldenen Wappenlöwen aus dem Wappen Ottheinrichs den geschichtlichen Bezug eindeutig her: Hertzog Hans der ist dahin | Der hat ouch glych wie du ein sinn | So ist der Pfaltzgrau ouch gestorben | Wel gott du werest ouch verdorben. Doch zurück zu Johann Friedrich I.: Lucas Cranach d. J. hatte schon 1546 den Sächsischen Kurfürsten aus dem Haus der Ernestiner in ganz ähnlicher Haltung wie den ‚Mühlberger Ritter‘ in Holz geschnitten (Abb. 20),75 mit kurzer Hose und hohen Kuhmaulstiefeln. Das Gewicht des Körpers ruht auf dem rechten Bein, das linke ist nach vorne gestellt und leicht auswärts gedreht. Die Kleidung ist reich, über der ärmellosen, offen getragenen Schaube liegt ein Pelzüberwurf. Der Herzog ist gegürtet mit Gerichtsschwert und Prunkdolch, auf dem erhobenen Haupt trägt er ein federnbesetztes Barett. Rechts neben dem Kopf das kurfürstlich sächsische Wappen mit den 12 Herrschaften und dem Regal, also ohne Eisenberg und Kleve. In herrscherlich-machtbewusster Haltung, reich gekleidet, an den Beinen die auffallend prächtigen Kuhmaulstiefel, das Haupt jedoch unbedeckt und der

74 Christoph Herzog zu Württemberg, nach 1559, Aquarellierte Federzeichnung, 30,7 cm x 19,2 cm, Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Graphische Sammlungen, Sign.: Por. Christoph, vgl. Als Frieden möglich war. 450 Jahre Augsburger Religionsfrieden. Hrsg. von Carl A. Hoffmann [… u. a.], Begleitband zur Ausstellung im Maximilianmuseum Augsburg, 16.6.–16.10.2005, Regensburg 2005, Nr. VI.30. 75 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen, kolorierter Holzschnitt mit typ. Text, sign. und dat. 1546, gedruckt bei Hans Daubmann in Berlin, 38,3 cm x 23,3 cm, Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 5, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29), Nr. 2.46, S. 135 und S. 161.

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massige Leib sichtbar nur mit dem Gerichtsschwert umgürtet, mit dem Herrscherring am Finger und ohne Gesichtswunde steht Johann Friedrich I. auch in der Reihe der Ernestiner auf dem Teppich in Greifswald. Er steht hier nicht als der Verlierer in der Schlacht bei Mühlberg, nicht als der Märtyrer der Schmalkaldener und der Evangelischen insgesamt, sondern ganz ungekränkt als Kurfürst und des Reiches Erzmarschall. Die Namensinschriften für ihn und seine Söhne weisen ihn aus als elector, mit einer Würde, die das große Wappen der ernestinischen Wettiner bestätigt. Das Wappen auf dem Teppich entspricht genau jenem, das an einem Turm gegenüber dem Residenzschloss zu Weimar angebracht ist. Besonders eindrucksvoll erscheint das gleiche Wappen in einem Druck nach der Zeichnung von Lucas Cranach d. J. (Abb. 21).76 Es ist auch auf dem von Cranach signierten und auf 1544 datierten Gemälde dargestellt, das die Hirschjagd zeigt, die Johann Friedrich I. für Kaiser Karl V. veranstaltet hatte.77 Wie auf dem pommerschen Teppich, mit Schwert und Ring, den auffallenden Stiefeln, dem Barett in der Hand und unverwundet, aber ohne das große kurfürstlich-sächsische Wappen steht Johann Friedrich I. als elector auf einem Gemälde, das für die von ihm gegründete Schule und spätere Universität Jena angefertigt und nach dem Tod des Herzogs nach Cranach-Vorlagen gemalt wurde (Abb. 22).78 Das Gedächtnisbild bedient ein Bildgedächtnis, das nicht an der Realität eines militärisch wie politisch glücklosen Staatsmannes orientiert ist, sondern sich an die Fiktion eines unbesiegten Herrschers hält, der als Garant des rechten Glaubens wirklich und wirksam sein soll. Philipp I. von Pommern, der dieses optimistisch-heile Herrscherbild aus den beiden Alternativen auswählte, die ihm die Tradition für die Darstellung Johann Friedrichs I. anbot, hat dies aber auch nicht ganz ohne Rückbindung an die historischen Gegebenheiten und Entwicklungen getan. Zwar hatte der Kurfürst die Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547 verloren und war gefangen genommen worden; zwar hat er infolge der Wittenberger Kapitulation vom 19. Mai 1547 auf Kurwürde, Reichserzmarschallamt und den größten Teil seiner

76 Lucas Cranach d. J., Wappen Johann Friedrichs, 1546, Holzschnitt, 41,4 cm x 26,7 cm, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Sign. A 6662, vgl. Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 451. 77 GRITZNER (wie Anm. 59), S. 129f. – Zum Bild der Hirschjagd vgl. FRIEDLÄNDER/ROSENBERG (wie Anm. 32), Nr. 411; Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 218. 78 Öl auf Lwd., 203 cm x 101 cm, Jena, Kollegienhof, Inv.-Nr. GP 182. Das Original hängt derzeit im Versammlungsraum der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. – Die nachträglich eingefügte Inschrift rechts oben ist fehlerhaft, da sie den 13., nicht den 3. März 1554 als Todestag angibt. Die Inschrift lautet jetzt: IOHANNES FRIEDERIC(VS) | D(EI) G(RATIA) Elector Dux Saxo(niæ) | Den(atus) d(ie) XIII. Mar(tii) | An(no) MDLIIII. Unten links [1] und rechts [2] die Restaurierungsvermerke: [1] Re(novatur) in Octo(bre) | 1817. [2] Renov(ationem) Cur(avit) R. MÜLLER. | 1676. – Zu einem ähnlichen, zum Jubiläumsjahr 1643 gestifteten Gemälde der Kirchengemeinde St. Katharinen in Osnabrück vgl. V.D.M.I.Æ. (wie Anm. 56), S. 260 f., Nr. 13.7a.

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Erblande, auch auf Wittenberg und Torgau verzichten und all dies dem geschickt agierenden Moritz von Sachsen aus der albertinischen Linie der Wettiner überlassen müssen;79 aber er hat in Weimar seine Residenz ausgebaut und in Jena eine Schule gegründet, die sich bald, freilich erst nach seinem Tod, zur Universität, zuvor aber schon zum Hort des strenggläubigen lutherischen Protestantismus entwickelte;80 und er hat die Hoffnung auf Rückgewinnung der Kurwürde nie aufgegeben und stets versucht, auf diplomatischem Weg die Restitution von Amt, Macht und Ansehen zu erreichen. Durchsetzen konnte er dies nicht, und es gelang ihm auch nicht nach der politischen Umorientierung und nach dem plötzlichen Tod von Moritz.81 Noch vor seiner Freilassung am 27. August 1552 gab sich Johann Friedrich in einem Schreiben vom 7. Juli den Titel eines ‚geborenen Kurfürsten‘.82 Im mit Kurfürst August am 24. Februar 1554 geschlossenen Naumburger Vergleich wurde die Wittenberger Kapitulation ebenso bestätigt wie das Recht Johann Friedrichs, sich ‚geborener Kurfürst von Sachsen‘ nennen zu dürfen.83

Das Wappen Pommerns Zu dieser Zeit war der von Philipp in Auftrag gegebene Fürstenteppich vielleicht schon fertiggestellt, jedenfalls längst bis ins Detail geplant und vorgezeichnet. Der Entschluss, Johann Friedrich I. ins Bild zu setzen, das die Wirklichkeit wenn nicht vergessen ließ, so doch überblendete, erleichterte die Darstellung des pommerschen Hauses, das nie bereit gewesen war, die Lasten des Schmalkaldischen Bundes mitzutragen, und daher die Niederlage der Bundestruppen ohne gravierende Folgen überstand. Die Herzöge wurden mit kaiserlichem Schreiben vom 9. Mai 1549 gegen Zahlung von 90.000 Gulden und Erfüllung einiger Bedingungen begnadigt, deren Verwirklichung aber nicht ernsthaft verfolgt wurde.84 Philipp konnte daher sein Haus unter ein Wappen stellen, das sich in diesem Umfang erst in den letzten Regierungsjahren Bogislaws X. herausgebildet hatte. Sein ältester Sohn, Georg I., und dessen jüngster

79 Einen knappen wie instruktiven Einblick in die schwierigen und sich hinziehenden Verhandlungen zwischen Herzog Johann Friedrich I. und Kurfürst Moritz von Sachsen gibt Simon ISSLEIB, Moritz von Sachsen und die Ernestiner. 1547–1553, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 24 (1903), 248–306, wieder abgedruckt in ISSLEIB (wie Anm. 24), II, 934–992. 80 Die Universität Jena in der Frühen Neuzeit, hrsg. von Joachim Bauer [... u. a.], Heidelberg 2008; Helmut G. WALTHER, Die Gründung der Universität Jena im Rahmen der deutschen Universitätslandschaft des 15. und 16. Jahrhunderts, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 135 (1999), 101–121. 81 Enno BÜNZ, Eine Niederlage wird bewältigt. Die Ernestiner und Kursachsen 1547 bis 1554, in: Moritz von Sachsen – Ein Fürst der Reformationszeit zwischen Territorium und Reich. Internationales wissenschaftliches Kolloquium vom 26. bis 28. Juni 2003 in Freiberg (Sachsen). Hrsg. von Karlheinz Blaschke (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte 29), Stuttgart 2007, 94–117. 82 ISSLEIB (wie Anm. 24), II, S. 991. 83 GRITZNER (wie Anm. 59), S. 119f. 84 BRANIG (wie Anm. 17), S. 108f.

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Bruder, Barnim IX., siegelten mit ihm. Die Darstellung auf dem pommerschen Teppich zeigt die älteste authentische Färbung. Das Wappen wurde in dieser Form bis zum Erlöschen des Herzoghauses unverändert weitergeführt,85 es besteht aus neun Feldern. Obere Reihe, Mitte: In Silber ein rechts gewandter aufrecht schreitender roter Greif für das Herzogtum Pommern. Obere Reihe, heraldisch rechts: In Blau ein links gewandter aufrecht schreitender gekrönter und gold bewehrter roter Greif für das Herzogtum Pommern-Stettin. Obere Reihe, heraldisch links: In Gold ein links gewandter aufrecht schreitender schwarzer Greif für das Herzogtum Kassuben, ab dem 16. Jahrhundert auf die wieder erworbenen Lande Lauenburg und Bütow bezogen, die keine eigenen Landeswappen besaßen. Mittlere Reihe, Mitte: Geteilt von Gold über Blau. Oben ein rot gekrönter und bewehrter nach rechts gewandter schwarzer Löwe mit doppeltem Schweif, der aus dem im unteren Feld befindlichen, aus fünf roten Steinen gebildeten Stufengiebel hervorwächst, für das Fürstentum Rügen. Mittlere Reihe, heraldisch rechts: In Silber ein links gewandter aufrecht schreitender rot-grün gestreifter Greif für das Herzogtum Wenden (bisweilen als Herrschaft Groswin bezeichnet). Mittlere Reihe, heraldisch links: In Rot ein rechts gewandter aufrechter silberner Fischgreif für die Herrschaft Usedom. Untere Reihe, Mitte: In Gold zwei schräggekreuzte Stäbe, bewinkelt von vier roten Rosen mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern für die Grafschaft Gützkow. Untere Reihe, heraldisch rechts: In Gold ein links gewandter aufrecht schreitender schwarzer Greif mit zwei silbernen Federn für die Herrschaft Barth. Untere Reihe, heraldisch links: Zweigeteilt, in Rot ein wachsender silberner Greif über Gold und Blau geschachtem Feld. Das Wappen bezog sich ursprünglich auf das Land Bernstein, das 1479 an Brandenburg fiel, damit keinem Besitz mehr entsprach und dennoch im pommerschen Wappen verblieb. Nach der Landesteilung von 1532 wurde es das Wappen des Herzogtums Pommern Wolgast.

85 Theodor PYL, Die Entwicklung des Pommerschen Wappens im Zusammenhang mit den Pommerschen Landestheilungen, nach den urkundlichen Quellen des Greifswalder Raths- und Universitätsarchivs dargestellt (Pommersche Geschichtsdenkmäler 7), Greifswald 1894, S. 31ff.; Norbert BUSKE, Wappen, Farben und Hymnen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Eine Erläuterung der neuen Hoheitszeichen des Landes verbunden mit einem Gang durch die Geschichte der beiden Landesteile dargestellt an der Entwicklung ihrer Wappenbilder. Mit Aufnahmen von Thomas Helms, Bremen 1993, S. 50–97, bes. S. 59 und S. 61; Ralf-Gunnar WERLICH, Der Greif bekennt Farbe. Frühe Farbdarstellungen der pommerschen Herzogswappen, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 46, 2 (2008), 21–28; Ralf-Gunnar WERLICH, Ein neunfeldiges pommersches Herzogswappen aus dem 16. Jahrhundert. Bemerkungen zu einem Neuzugang in der ständigen Ausstellung zur Landesgeschichte im Pommerschen Landesmuseum Greifswald, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 48 (2010), 2– 8.

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Das Zeichen für das Regal (Blutfahne) fehlt. Der mittlere Helm für das Herzogtum Stettin trägt einen Herzogshut mit großem Pfauenfedernbusch. Der heraldisch rechte Helm für das Herzogtum Wolgast trägt einen spitzen Herzogshut und einen kleinen Pfauenfedernbusch. Der heraldisch linke Helm für das Fürstentum Rügen trägt einen Hut mit Lilienstengeln und seitlichen kleinen Pfauenfedernbuschen. Die Reihe der ernestinisch-sächsischen Kurfürsten und Herzöge, der Pommerschen Herzöge, sowie ihrer Frauen und Kinder, zeigt die Vergangenheit als Gegenwart, reicht von der Vergangenheit in die Gegenwart und präsentiert eine bestimmte Sicht auf die Gegenwart, sie ist aber vor allem in die Zukunft hinaus gerichtet, wie im folgenden zu zeigen sein wird.

Martin Luther als Johannes der Täufer und der Gekreuzigte Sosehr der Greifswalder Bildteppich von der Fürstenreihe dominiert wird – in seinem Zentrum steht kein Adeliger, sondern d e r Prediger, steht Martin Luther auf der Kanzel. Er steht nicht allein, sondern hat theologische Assistenz: In der Reihe der Ernestiner hält Philipp Melanchthon sich hinter den Söhnen des letzten Kurfürsten auf, in der Reihe der Pommern ist zur Rechten Philipps Platz für Johannes Bugenhagen. Nur über den Gelehrten und die Theologen, nur über die Theologie in der Politik erschließt sich der eigentliche Sinn und die Funktion der Tapisserie. Luthers Bedeutung ist nicht nur als Bildmittelpunkt, sondern auch durch die inscriptio hervorgehoben, die über ihm mit goldenen Lettern in eine rot grundierte und goldgerahmte Tafel eingetragen ist, an deren rechter Seite des Reformators Wappen, die Rose, angefügt ist: A(NN)O M · D · X VII · HAT · DER · EHRWIRDIG(E) DOCTOR · MARTINI [!] · LVTHER · ZV · | WITTEMBERG · ANGEFANGEN · GOTTES · WORT · LAVTER · VND · | REI(N) · ZV · PREDIGE(N) · BIS · ER · A(NN)O · M · D · XLVI · DEN · XVIII · FEBRV(AR) CHRISTLI- | CHER · BEKE(N)TNIS · VORSCHIDE(N) · IST · IM · 63 · IAR · SEINS · ALTERS · Luther steht, mit Ohrenklappenbarett, auf der Kanzel, sein Portrait ist nicht eben gelungen.86 Er weist mit dem Zeigefinger seiner Rechten auf den Gekreuzigten. Ganz anders zeigt ihn ein Holzschnitt von Lucas Cranach d. J., der erst

86 Die Vorlage zu diesem Portrait stammt wohl weder von dem Älteren noch dem Jüngeren Cranach und ist aus einem anderem Kontext als dem der Kanzelpredigt genommen.

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M A RT I N L U T H E R

ALS

JOHANNES

DER

TÄUFER

UND DER

GEKREUZIGTE

nach der Schlacht bei Mühlberg entstanden ist (Abb. 23).87 Dort steht Luther, barhäuptig, in der Bildmitte auf der Kanzel und ist der rechten Seite zugewandt, auf der die Vertreter der Römischen Kirche im weit aufgesperrten Höllenrachen die ihnen zugedachten Qualen erleiden. Auf die Verbannten ist der gesenkte linke Arm des Reformators gerichtet, dessen erhobene Rechte segnend auf den Gekreuzigten weist, vor dem das Gotteslamm steht und das Abendmahl in beiderlei Gestalt ausgeteilt wird. Die Haltung des Predigers wiederholt den Gestus des Weltenrichters, der segnet und verdammt wie z. B. auf Stefan Lochners Weltgericht von 1435 (Abb. 24).88 Auf dem pommerschen Bildteppich steht Luther wie in der Predella des Altaraufsatzes in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg auf der Kanzel (Abb. 25):89 Der ausgestreckte Zeigefinger seiner erhobenen Rechten lenkt den Blick auf den Gekreuzigten als das Lamm Gottes. Mit dem auf der Schrifttafel ausformulierten Wort des Täufers nach Io 1, 29: SIHE DAS IST GOTTES LAM DAS | DER WELT SVNDE TREGT DISER IST S | VON DEM ICH EVCH GESAGT HABE · IOH · I · übernimmt der evangelische Prediger den Gestus des Anzeigers Christi,90 wie er auf Matthias Grünewalds Isenheimer Altar eindrucksvoll ausformuliert ist (Abb. 26),91 aber schon in der mittelalterlichen und vorreformatorischen Bildtradition nördlich und vor allem südlich der Alpen nicht selten begegnet.92

87 Lucas Cranach d. J., Die falsche und die rechte Kirche, Holzschnitt, 27,8 cm x 38,8 cm, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Kupferstich-Kabinett, Inv.-Nr. A 66–28, vgl. Kunst der Reformationszeit (wie Anm. 34), S. 420f., Nr. F 41. Der wie ein Gemälde gerahmte Holzschnitt trägt im Aufsatz das kursächsische Wappen, Zeichen dafür, dass das (ernestinische?) Sachsen Garant für den wahren, evangelisch-lutherischen Glauben ist. 88 Stefan Lochner, Weltgericht, Öl auf Holz, 124,2–5 cm x 172–173 cm, Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Inv.-Nr. WRM 66, vgl. Stefan Lochner. Meister zu Köln. Herkunft – Werke – Wirkung. Katalog zur Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum Köln, 3. Dezember 1993 bis 27. Februar 1994, Köln 1993, S. 318f. Nr. 44. 89 Lucas Cranach d. Ä., Luther als Anzeiger Christi, Predella des Altars in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg, 1547, Tafelgemälde, 93 cm x 233 cm, vgl. Oskar THULIN, Cranach-Altäre der Reformation. Mit Aufnahmen von Charlotte Heinke-Brüggemann, Berlin: EVA, 1955, S. 24–27. 90 Vgl. dazu allgemein POLLEROSS (wie Anm. 65), zu Johannes d. T. Teil I, S. 167–170, Teil II, Abb. Nr. 46. Leider gelingen Bildauswahl und Bilddeutung nur selten. Wenn Franz I. von Frankreich als Johannes Baptista mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf das Lamm deutend als „Vorläufer Christi“ apostrophiert wird, ist der politische wie religiöse Sinn der Darstellung verkannt. Die auf 1518 datierte Tafel zeigt aber jedenfalls, wie sehr der Zeigegestus auf den Erlöser in der frühen Neuzeit bekannt war und zur Herrscherdarstellung genutzt werden konnte. 91 Matthias Grünewald, Kreuzigung, um 1515, Mittelteil des Isenheimer Altars, 269 cm x 307 cm, Colmar, Musée d’Unterlinden. 92 Nur einige wenige Beispiele: Hans Schäufelein, Christus am Kreuz mit Johannes dem Täufer und König David, dat. 1508, Öl auf Holz, 101,2 cm x 49,8 cm, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv.-Nr. Gm 292, vgl. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Die Gemälde des 16. Jahrhunderts (wie Anm. 49), S. 424 – 426. – Lorenzo Veneziano, Flügelaltar, Mariä Verkündigung mit hl. Gregor, Johannes Baptista, hl. Jacobus und hl. Stephanus, sign. und dat. 1371, Öl auf Holz, Mitteltafel 111 cm x 55 cm, Seitenflügel 94 cm x 24 cm, Venedig, Gallerie dell’Accademia, Inv.-Nr. 9; Jacobello del Fiore, Schutzmantelmadonna mit Johannes Baptista und Johannes Evangelista, Holz, sign. und dat. 1436,

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Als Johannes Baptista steht Luther, ohne Kopfbedeckung, auch auf der Kanzel eines von zwei Stöcken gedruckten Holzschnittes, der den Vnterscheid zwischen der waren Religion Christi/vnd falschen Abgöttischen lehr des Antichrists in den fürnemsten stücken in platter Polemik darstellt (Abb. 27).93 Das Bild wird von einer mächtigen, bis in den Himmel ragenden Säule halbiert, an der rechts und links eine Kanzel steht. Von ihr herab predigt rechts ein wohlgenährter Dominikaner, dem ein hinter ihm stehender Dämon mit Bischofsmütze mit einem Blasebalg ins Ohr bläst. Der Inhalt seiner Predigt ist über ihm aufgeschrieben: Sehet / da habt ihr viel | Römische Catholische vnd | nicht Ketzerische wege zur se- | ligkeit. Ich MEINE ia ihr | könt leichtlich selig werden. Um die Kanzel herum stehen Geistliche, einer von ihnen trägt eine große brennende Prozessionskerze, die nicht das Licht der Welt, Christus, ist, einem anderen fallen Spielkarten und Würfel aus der Kapuze. In der Bildmitte steht eine große, mit weißem Leinen bedeckte Truhe, auf das ein Kreuz gemalt ist. An diesem Sargkasten stehen Bürger, zwischen ihnen ein Pestarzt mit der Vogelkapuze des Dr. Schnabel und Wasserwedel. Rechts daneben eine Gregorsmesse94 ohne den blutspendenden Gekreuzigten, dahinter ein Kranker, der mit Wasser beträufelt wird, dazu die Inschrift: hilff kap plat wasser.95 Im Vordergrund rechts sitzt hinter einem Tisch mit Geldsäcken und Ablassbriefen der von den Evangelischen als Antichrist verstandene Papst. Er zählt mit Assistenz einer Ordensfrau das Geld vor sich und hält einen Zettel: Weil der grosch | noch klingt / fe- | ret die seel in | Himel.96 Vor dem Tisch, neben einer Geldtruhe, liegt ein großer Geldsack, auf dem geschrieben steht: Sie sind schande vnd | laster / prangen von | ewern Almosen etc.

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Goldgrundierung mit vergoldeten Gipsdekorationen, 87 cm x 114 cm, Venedig, Gallerie dell’Accademia, Inv.-Nr. 13; Jacopo Moranzone, Flügelaltar, Mariä Himmelfahrt mit St. Helena, Johannes Baptista, hl. Benedikt, hl. Elisabeth, dat. 1441, Holz mit Goldgrundierung, Mitteltafel 135 cm x 59 cm, Flügel 124 cm x 32 cm, Venedig, Gallerie dell’Accademia, Inv.-Nr. 11, vgl. The Accademia Galleries in Venice, [General catalogue ed. by] Giovanna Nepi Scirè with collaboration of Giulio Manieri Elia and Sandra Rossi. Selected bibliography compiled by Debora Tosato, Milan 2008, S. 36, 38, 47. Weitere Beispiele in: Himmlischer Glanz. Raffael, Dürer und Grünewald malen die Madonna. Hrsg. von Andreas Henning und Arnold Nesselrath. Mit Beiträgen von Andreas Henning [... u. a.], München/London/New York 2011. Lucas Cranach d. J., Unterscheid zwischen der waren Religion Christi / vnd falschen Abgöttischen lehr des Antichrists in den fürnemsten stücken, 1547 oder 1548, Holzschnitt von zwei Stöcken, 35,1 cm x 58,5 cm, Berlin, Staatliche Museen, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. 707–115, vgl. Luther und die Folgen für die Kunst (wie Anm. 33), Nr. 67. Zur Gregorsmesse, in der Christus mit blutenden Wundmalen vor Papst Gregor dem Großen erscheint, vgl. Karsten KELBERG, Die Darstellung der Gregorsmesse in Deutschland, Phil.-Diss. Münster 1983; Esther MEIER, Die Gregorsmesse. Funktionen eines spätmittelalterlichen Bildtypus, Köln/Weimar/Wien 2006; Das Bild der Erscheinung. Die Gregorsmesse im Mittelalter. Hrsg. von Andreas Gormans und Thomas Lentes (KultBild 3), Berlin 2007. Das Wasser, von dem Hilfe erhofft wird, heißt hier nicht ‚Weihwasser‘, sondern ‚Wasser von einem kahlgeschorenen Mönch‘. Vielleicht sind die vier Worte aber vielmehr reihend zu verstehen: ‚Hilf, Mann in der Mönchskapuze, kahlgeschorener Mönch und Weihwasser‘. „Noch während die in das Becken geworfene Münze klingt, ist die Seele schon auf dem Weg in den Himmel.“

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[II Pt 2, 13]. Dahinter steht ein mit gefüllten Taschen beladener Ablassprediger, der zwei Hühner in der Hand hält und Geld bringt. Im Bildhintergrund, auf einer Anhöhe, eine Basilika mit einer Fronleichnams- oder Umgangsprozession, rechts davon Pilger und ein Bischof, der eine herabgestürzte Glocke weiht. Über allem sitzt rechts oben Gottvater mit Sphaera und Tiara in der Linken, links neben ihm weist der hl. Franziskus auf seine stigmatisierten Hände. Diese Fürbitte ist wirkungslos: Gott sendet mit der verdammenden Rechten Feuer, Blitze und Wetter über die sündhafte Welt der Römischen Kirche. Ganz anders die linke, die evangelische Seite. Hier stehen die Menschen nicht auf der kahlen Erde, sondern auf dem von Steinquadern wohlgeordneten Boden der von der Gemeinschaft der Gläubigen gebildeten Kirche, in der Bildmitte die Taufe, links davor, am Altar unter dem Gekreuzigten, das Abendmahl in beiderlei Gestalt an Mann und Frau: Trincket alle daraus. | Matthe. 26 [15]. Rechts daneben die bürgerliche Gemeinde, auch zwei sitzende Frauen, eine von ihnen mit Kind, sowie Johann Friedrich I., der das Kreuz trägt und, sich umwendend, erhobenen Hauptes seine Gesichtswunde zeigt.97 Sie alle befinden sich unter der Kanzel, auf der Luther predigt, vor ihm die aufgeschlagene Bibel, über ihm die Taube des Heiligen Geistes als die beiden Quellen der Inspiration und des Glaubens. An der Kanzelbrüstung steht geschrieben: Alle Prophe- | ten zeugen von | diesem / d(a)z kein | ander name vn | ter dem himel | sey. Act .4.10.98 Luther weist als Johannes der Täufer mit dessen Zeigegestus auf das vor ihm stehende Lamm mit der Kreuzesfahne. Die Worte Sihe dz ist dz lamb Gottes etc. (nach Io 1, 29) besetzen eine Schriftleiste, die wie der Regenbogen des Bundes hinaufführt zu Gottvater links oben mit Sphaera und Segensgestus umgeben von Putten auf Engelsgewölk. Links vor dem Weltenherrscher bittet sein Sohn, von dem auf der Schriftleiste gesagt ist: Es ist nur ein Mitler,99 und der von sich sagt: Ich bin der weg / Niema(n)t etc.100 Christi Fürbitte ist im Text vor ihm formuliert: Vater heilige | sie / Ich heilige | vnd

97 Zutreffend gesehen von CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 79–87, der dem Blatt eine insgesamt sachgerechte und zeitbezogene Datierung und Interpretation zuteil werden lässt, die auch erkennt, dass das von Johann Friedrich getragene Kreuz nicht nur auf Mt 16, 24 („Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“), sondern genauer auf jene Lasten verweist, die dem Kurfürsten aus der Niederlage bei Mühlberg auferlegt worden sind. Das Blatt, das an die Papst-/Antichristpolemik der frühen Reformationszeit anschließt, greift mit Sicherheit in die Debatte um das Interim ein: Messe und Fronleichnam sind dort ein wichtiges Thema, zu dem die Gnesiolutheraner und Melanchthon ganz unterschiedlich Stellung beziehen. 98 Gemeint ist wohl Act 10, 43. Luther übersetzte: Von diesem zeugen alle Propheten, Das durch seinen Namen, alle die an in gleuben, vergebung der sünde empfahen sollen. 99 Bezug wohl auf I Tim 2, 5. Luther übersetzte: Denn es ist ein Gott und ein Mitler zwischen Gott und den Menschen, nemlich, der Mensch Christus Jhesus. 100 „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“, Io 14, 6.

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Opffere | mich für sie | Mit meinen | Wunden etc. Darunter findet der Glaube der Gemeinde Ausdruck: So wir sundigen, haben | wir einen uorsprecher | beim Vater. Darumb | last vns getrost zu dem | gnadenstuel treten.101 Der ins Bild gesetzte Gestus des Anzeigers Christi, der sichtbare Fingerzeig Johannes des Täufers auf das Gotteslamm ist zwar vorreformatorisch, erhält aber in der Reformationsikonographie einen festen Platz und wird vor allem auf Luther selbst übertragen, der dadurch wie der Täufer den evangelischen Prediger schlechthin verkörpert, mit, soweit ich sehe, nur wenigen Ausnahmen. Auf einem schwer interpretierbaren Tafelbild, dem man sein Recht auf Unversehrtheit genommen und es zum Fragment verstümmelt hat, steht der vornehm in Schwarz mit Brokatbesatz gekleidete Johann Friedrich I. in voller Größe, die Linke am Richtschwert, die Rechte am Dolch, eine schwere Goldkette um den Hals, zwischen Luther und Melanchthon (Abb. 28).102 Hinter dem Kurfürsten ist vielleicht und angeblich (ein sehr jugendlicher) Georg Burkhardt Spalatin (17.1.1484 – 16.1.1545), links neben ihm wohl Dr. Gregor Brück (1484 – 1557), sein wohl wichtigster Rat, erkennbar.103 So sehr Johann Friedrich durch Haltung, Kleidung und Statur alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, verdient dennoch Melanchthon ein besonderes Interesse. Mit dem Fingerzeig des Täufers auf eine Szene, die der Bildkritik zum Opfer fiel. Die Hand- und Fingerhaltung ist kein Rede- oder Disputationsgestus, sondern tatsächlich ein Hinweis und Fingerzeig, dem Spalatin (mit Kopfbedeckung) und drei weitere, barhäuptige Männer mit ihren Augen folgen. Zwei andere, vor allem aber Luther, Dr. Brück und Johann Friedrich nehmen den Fingerzeig nicht an, auch wenn er dem Gotteslamm oder dem Gekreuzigten gilt. Wenn das Bildfragment tatsächlich einen Dissens zwischen Melanchthon einerseits und dem Kurfürsten andererseits offenbart, kann dieser sich nur auf die

101 Luther übersetzt Rm 3, 24f.: Vnd werden on verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christo Jhesu geschehen ist, | Welchen Gott hat furgestellet zu einem Gnadenstuel [Hilastérion], durch den glauben in seinem Blut, Da mit er die Gerechtigkeit, die fur jm gilt, darbiete, in dem, das er SVNDE VERGIBT…; Demnach versteht Luther unter dem Gnadenstuhl Christus, der die Sünden der Menschen auf sich genommen hat und durch sein Blut jene gerecht macht, die an ihn glauben. 102 Lucas Cranach d. J., Johann Friedrich von Sachsen und die Wittenberger Reformatoren, wohl erst 1548/49, Öl auf Holz, 70,2 cm x 39,7 cm, Toledo, Ohio, The Toledo Museum of Art, Gift of Edward Drummond Libbey, Acc.-No. 1926.55, CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 69–71; Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 201. 103 Fritz BLANKE, Ikonographie der Reformationszeit: Fragen um ein Cranach-Bild, in: Theologische Zeitschrift 7 (1951), 467–471; Heinrich BORNKAMM, Zu Cranachs Reformationsbild, in: Theologische Zeitschrift 8 (1952), 72–74; Ekkehart FABIAN, Cranach-Bildnisse des Reformationskanzlers Dr. Gregor Brück, in: Theologische Zeitschrift 20 (1964), 266–280; Martin Luther und die Reformation (wie Anm. 33), Nr. 429.

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unterschiedliche Haltung zum Interim beziehen. Dr. Brück steht in dieser Frage fest an der Seite seines Herzogs, der für sich in Anspruch nimmt, der wahre (und also unverwundbare) defensor Lutheri zu sein. Für die Datierung des Tafelbildes bedeutet dies, dass es nicht vor 1548, aber noch zu einer Zeit entstand, in der sich Johann Friedrich in Gefangenschaft befand und Dr. Brück seine politischen wie religiösen Ansichten vertrat. Doch zurück zum pommerschen Bildteppich in Greifswald. Luther verweist dort als Johannes Baptista mit dem Wort aus Io 1, 29 auf den Gekreuzigten, zu dem auf der Tafel auch noch der folgende Text geschrieben steht: VND WIE MOSES IN DER WVESTEN | EINE SCHLANGE ERHOEHET HAT ALSO MVS | DES MENSCHEN SON AVCH ERHOEHET | WERDEN AVF DAS ALLE DIE AN IN GLEV- | BEN NICHT VERLOREN WERDEN SONDERN | DAS EWIGE LEBEN HABEN · IOHAN: III · [14].104 Wer an den Menschensohn glaubt, der die Sünden der Welt auf sich genommen, dafür gelitten hat und am Kreuz gestorben ist, der wird gerettet, gleichgültig wann und wo, ob in der Wüste unter dem Kreuz der Ehernen Schlange oder jetzt und hier im Angesicht des Kreuzes Christi. Luther als Täufer verkündet die Gnade Gottes, die dem zuteil wird, der das Gnadengeschenk des Glaubens angenommen hat. Als Verkünder des Evangeliums steht der Prediger auf einer steinernen Kanzel, deren runder Korb geschmückt ist mit den Zeichen der vier Evangelisten. Von einer ähnlich ausgestatteten, aber polygonal gestalteten Kanzel predigte Luther auch in der Stadtkirche von Wittenberg.105 Sie aber ist aus Holz gefertigt und zeigt an der Brüstung des Korbes die Evangelisten als Personen, die am Schreibpult sitzen, das entste-

104 Der Wortlaut folgt der Wittenberger Ausgabe von 1545, fügt allerdings ein auch vor erhöhet ein, das in keiner Ausgabe bis 1545 nachzuweisen ist. 105 Fragment der Predigtkanzel aus der Stadtkirche St. Marien, Holz, Ende 15. Jahrhundert, Höhe insgesamt 285 cm, die beiden noch erhaltenen Korbwände 85 cm x 43 cm, Wittenberg, Lutherhaus, Raum 6 (Dauerleihgabe der Wittenberger Stadtkirchengemeinde). Die runde Form der Teppich-Kanzel könnte ihr Vorbild in der Kanzel der Torgauer Schlosskapelle haben, doch sind die drei Reliefs an der Korbwand dort ganz anders gefüllt, der Korb selbst bedarf keiner Stütze. Das linke Relief formuliert sehr eigenständig das Thema von Gesetz und Evangelium: Im Vordergrund verzeiht Jesus der Ehebrecherin, im Hintergrund steht Mose und weist in die geöffneten Gesetzestafeln, die links und rechts mit je fünf römischen Zahlzeichen beschrieben sind, vgl. Hans-Joachim KRAUSE, Die Schlosskapelle, in: Torgau. Stadt der Renaissance, hrsg. von Tilmann von Stockhausen für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, redaktionell bearb. von Cecilie Hollberg, unter Mitarbeit von Annemarie von Velsen-Zerweck, 2. Aufl. Dresden 2004, 38–47, hier S. 44f.; Hans-Joachim KRAUSE, Die Schlosskapelle in Torgau, in: Glaube & Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. Aufsätze. Hrsg. von Harald Marx und Cecilie Hollberg für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2. Sächsische Landesausstellung Torgau, Schloss Hartenfels 2004), Dresden 2004, 175–188, hier S. 183f.; Gabriele WIMBÖCK, Macht des Raumes, Raum des Bildes: Die Ausstattung der Schloßkirche von Torgau, in: Glaube und Macht. Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation. Hrsg. von Enno Bünz, Stefan Rhein und Günther Wartenberg (Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt 5), Leipzig 2005, 233–264, hier S. 241–246.

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hende Buch vor sich aufgeschlagen (Abb. 29). Der polygonale Korb ruht auf einer Säule, in der Stadtkirche ist sie schlank und architektonisch gegliedert, auf dem Greifswalder Teppich aus massivem Marmor.106

Mose mit den Gesetzestafeln Rechts neben dem Kanzelkorb steht eine Mosefigur mit aufgeschlagenen Gesetzestafeln, auf denen ein hebräisch geschriebener Text zu lesen ist. Diese Mosefigur ist vertraut aus der reformatorischen, evangelisch-lutherischen Bildtradition von ‚Gesetz und Evangelium‘ und steht dort links unter einem Baum, der an dieser Seite dürr, an der rechten Seite aber grün belaubt ist.107 Ursprünglich deutete Jesaja unter dem dürren Baum auf die den Logosknaben empfangende Maria (vgl. Is 7, 14), Lucas Cranach ersetzte ihn erst 1529 in einer neuen, die Rechtfertigungslehre Luthers nahebringenden Bildkonzeption durch den in die Gesetzestafeln weisenden Mose, der das Amtskleid der weltlichen Obrigkeit trägt. Der Prophet neben ihm ist mit dem hermelinbesetzten Mantel und dem Hermelinhut der Kurfürsten gekennzeichnet als jene Macht, die die wahre Religion und die Möglichkeit garantiert, den rechten, evangelischen Glauben auszuüben.108 Die aufgeschlagenen Gesetzestafeln in dieser Bildtradition können Zahlen (I–III und IV–X oder I–V und VI–X),109 deutschsprachige110 oder lateinische

106 Vielleicht verweist die eigentlich völlig undimensionierte Stütze auf die Säule der Wahrheit, die Kirche, die als Zeichen Predigt und Sakrament hat, vgl. Apologia Confessionis Augustanae, in: Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. Hrsg. im Gedenkjahr der Augsburgischen Konfession 1930, 8. Aufl. Göttingen 1979, 139– 404, hier 238.20: Et addimus notas: puram doctrinam evangelii et sacramenta. Et haec ecclesia proprie est columna veritatis. 107 Heimo REINITZER, Gesetz und Evangelium. Über ein reformatorisches Bildthema, seine Tradition, Funktion und Wirkungsgeschichte. Band I: Text. Band II: Abbildungen, Hamburg 2006; Schon im Titel irreführend: Miriam Verena FLECK, Ein tröstlich gemelde. Die Glaubensallegorie »Gesetz und Gnade« in Europa zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Studien zur Kunstgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit 5), Korb 2010. 108 Zum sogen. Gothaer Bildtypus vgl. REINITZER (wie Anm. 107), S. 46–51, bes. S. 48. Ein Fresko dieses Bildtypus wurde 2010 in einem ca. 500 Jahre alten Schwibbogenhaus in Görlitz, am Obermarkt 34, entdeckt, vgl. Julia RICKER, „Plötzlich blickte ich in ein Gesicht“. In Görlitz entdeckten Denkmalpfleger ein Gesetz- und Gnade-Bild, in: Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland 21/3, Juni 2011), 44–47. Für den freundlichen Hinweis danke ich Traugott Koch, Hamburg. 109 Vgl. z. B. REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 672 und Abb. 75g (Ludwig Münstermann). 110 Vgl. z. B. REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 378 und Abb. 101 (Praunfalk-Epitaph mit Text aus Dt 27, 26). 111 Vgl. z. B. REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 384 und Abb. 178 (Antonius Heusler, lat. Text aus Ex 20, 3.7.8). 112 Vgl. z. B. REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 186 und Abb. 122 (Welzer-Epitaph in Eberstein); Nr. 198 und Abb. 80 (Altar Eilenburg); Nr. 227 und Abb. 104 (Wins-Epitaph, Frankfurt/O.); Nr. 493 und Abb. 175 (Lucas Cranach d. Ä., leider seitenverkehrt); Nr. 771 und Abb. 60 (Wenzel Aichler); Nr. 798 und Abb. 159 (Lucas Cranach d. Ä.).

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Texte,111 häufig auch Hebräisch imitierende Zeichen enthalten.112 Nur zwei Mal ist der hebräische Text korrekt und lesbar geschrieben. Erstmals auf einem signierten und auf 1540 datierten Tafelbild zu ‚Gesetz und Evangelium‘ des Hamburger Malers Franz Timmermann, eines Schülers Cranachs (Abb. 30),113 und enthält, ebenfalls erstmals, das im Anschluss an Mc 12, 29–31 so genannte ‚Doppelgebot der Liebe‘. Das andere Beispiel findet sich auf Cranachs Epitaphaltar für Johann Friedrich I. in der evangelischen Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar – doch davon später. Doch zunächst zum Bild Timmermanns insgesamt: Unter dem das Bild halbierenden, links dürren, toten, und rechts grünen, lebenden Baum steht der nackte Mensch, der sich aus seiner Sündhaftigkeit nicht aus eigener Kraft befreien kann. Dem Fingerzeig des Johannes Baptista folgend hat er sich betend umgewandt und blickt auf den Gekreuzigten, zu dessen Füßen das Gotteslamm mit der Kreuzesfahne steht. Dahinter Christi Geburt im Stall von Bethlehem und die Verkündigung an die Hirten auf dem Feld mit der Schar der jubilierenden Engel. Vor dem Kreuz der offene Steinsarkophag mit dem Auferstandenen, der Gesetz,114 Tod und Teufel in Hundegestalt zertritt und mit dem Schaft der Kreuzesfahne durchsticht, um die Prophezeiung aus dem Protevangelium (Gn 3, 15) zu erfüllen. Über der linken Seite thront Christus als Weltenrichter. Ihm gehen das Richtschwert und die Lilie als Zeichen der Gnade aus dem Mund. Er sitzt auf dem Regenbogen des Bundes mit Noah (Gn 9, 13), die Erde ist der Schemel seiner Füße (Is 66, 1; Mt 5, 34 und 23, 22; Act 7, 49). Unter ihm ein kahler Felsen (Sinai), daneben die Zeltstatt der Israeliten, davor die aufgerichtete Eherne Schlange, auf die der lichtgehörnte Mose weist. Die auf die Schlange sehen, sind gerettet, die anderen vom Biss der Schlangen getötet. Am linken Bildrand der Sündenfall, Eva reicht den Apfel Adam, der auf dem Stein sitzt und die Beine übereinandergeschlagen hat als Zeichen seiner Melancholie.115 Darunter der Höllenrachen in Tiergestalt, in seinem Feuer schmort ein Mensch.116 Rechts neben dem Höllenschlund stehen der auf Maria weisende Prophet Jesaja (Is 7, 14) sowie der mit Lichtstrahlen gehörnte Mose mit den aufgeschlagenen Tafeln des Gesetzes, das der Mensch aber nicht liest.

113 Franz Timmermann, Sündenfall und Erlösung, sign. und dat. 1540, Öl auf Holz, 39,2 cm x 31,8 cm, Hamburger Kunsthalle, Inv.-Nr. 586, SITT/WALCZAK (wie Anm. 32), S. 332–334; REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 298 und Abb. 55. 114 Das Zertreten der Gesetzestafeln ist theologisch nicht gerechtfertigt, da durch Christus das Gesetz nicht aufgelöst, sondern erfüllt wird, Mt 5, 17. 115 Vgl. Johann Anselm STEIGER, Melancholie, Diätetik und Trost. Konzepte der Melancholie-Therapie im 16. und 17. Jahrhundert, Heidelberg 1996. 116 Nach zeitgenössischer reformatorischer Theologie ist dies nicht korrekt. Zwar können die Vertreter der Römischen Kirche, nicht aber der sündige Mensch schon in der Hölle sein. In allen Darstellungen Cranachs ist diese Auffassung streng berücksichtigt.

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Auf der rechten Gesetzestafel steht das Gebot der Gottesliebe aus Dt 6, 5, auf der linken Tafel das Gebot der Nächstenliebe aus Lv 19, 18.117 Timmermann war nachweislich Schüler Cranachs, von dem selbst nicht angenommen werden kann, dass er Hebräisch schreiben, lesen oder verstehen konnte. Das Doppelgebot der Liebe, in hebräischer Sprache geschrieben, gibt es in der Bildtradition von ‚Gesetz und Evangelium‘ nur bei Franz Timmermann, auch sind nur wenige deutschsprachige Zeugnisse nachweisbar: Die auf 1590 datierte Mitteltafel eines ehem. Epitaphaltars von Hans Vredeman de Vries in der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel,118 ein Epitaphbild in der Kristkirche in Tondern von 1609119 und ein Epitaphbild in der St. Nikolaikirche in Mölln von 1634.120 Auf einem vor 1639 aus Messing gearbeiteten Epitaph für den Pastor Joachim Jordan in der Stadtkirche St. Katharinen in Braunschweig steht der Gekreuzigte zwischen Johannes dem Täufer und Mose, auf dessen aufgeschlagenen Tafeln geschrieben steht: Du solt Lieben, den Herren deinen Gott, von gantzem hertzen, von gantzer seele, vnd von gantzem Gemuthe. Vnd Liebe deinen Nächsten als dich Selbst. Matt: C: 22. V: 37. vnd 39.121 Die Gesetzestafeln des Mose auf dem pommerschen Bildteppich in Greifswald enthalten einen korrekten hebräischen Text, der, wie bei Franz Timmermann, die beiden Liebesgebote überliefert, hier allerdings und erstmals in der Fassung, wie sie bei Mt 22, 37.39 überliefert ist.122

117 Unklar ist, was der Text in der halben vorletzten und in der letzten Zeile nach dem Gebot der Nächstenliebe bedeuten soll. Er ergibt keinen Sinn. Freundlicher Hinweis von Ferdinand Ahuis, Hamburg, der mir in allen Fragen des Hebräischen hilfreich Auskunft erteilte. 118 REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 785 und 841 mit Abb. 82. 119 REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 721 und Abb. 111. 120 REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 485 und Abb. 114. 121 Vgl. Die Inschriften der Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671, gesammelt und bearbeitet von Sabine Wehking auf Grund einer von 1945–1986 vorgenommenen Materialsammlung des Herrn Oberstudiendirektors Dr. Dietrich Mack (†) Braunschweig (Die Deutschen Inschriften 56, Göttinger Reihe 9), Wiesbaden 2001, Nr. 880 und Abb. 86 auf Tafel XLVII; REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 107 und Abb. 204. 122 Grundlegend dazu Peter von der OSTEN-SACKEN, Die Gesetzestafeln auf dem Croy-Teppich in Greifswald. Ein Beitrag zur Geschichte der Ikonographie der Zehn Gebote, in: Wie gut ist unser Anteil. Gedenkschrift für Yehuda T. Radday. Herausgeber: Daniel Krochmalnik [und] Magdalena Schultz (Schriften der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg 6), Heidelberg 2004, 105–134, bes. S. 110–115. Dort auch eingehend zu dem Tafelbild von Franz Timmermann.

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Ferdinand Ahuis, dem ich die Lesung des Textes, seine Transkription und Übersetzung verdanke, merkt zu ihm an: „Der Schreiber dieser Gebotstafeln konnte Hebräisch. Er veränderte bei ‘Du sollst lieben’ das perfectum consecutivum aus Dt 6, 5 und Lv 19, 18 ins imperfectum absolutum und verwendete bei beiden Geboten die nota accusativi mit grammatisch korrekter unterschiedlicher Punktation. Außerdem veränderte er die Präposition le aus Lv 19, 18 (‘Du sollst lieben in Bezug auf deinen Nächsten’) und schafft so eine Gleichförmigkeit beider Gebote.“ Theologisch macht es durchaus einen Unterschied, ob der Text aus dem Alten Testament oder nach dem Zitat Jesu überliefert wird, da der ‚Nächste‘, dem die Liebe gilt, ganz unterschiedlich verstanden wird als ‚Nächster des eigenen Stammes‘ oder als ‚Nächster aller Menschen‘. Abgesehen davon aber handelt es sich im Alten wie im Neuen Testament um ein von Gott gegebenes Gesetz,123 das der Mensch nie ganz erfüllen kann und dessen bestmögliche Einhaltung nicht die Rechtfertigung vor Gott bewirkt. Diese kommt nicht aus den guten Werken, sondern aus Gnade und Glauben: Doch lassen wir zu, daß Gott und den Nähesten lieben die höhest Tugend sei. Denn dies ist das höhist Gebot: „Du sollt Gott lieben von ganzem Herzen.“ Daraus folget nu nicht, daß die Liebe uns gerecht mache. Ja, sprechen sie, die höhist Tugend soll billig gerecht machen. Antwort: Es wäre wahr, wenn wir um unser Tugend willen ein gnädigen Gott hätten. Nu ist droben bewiesen, daß wir um Christus willen, nicht um unser Tugend willen angenehm und gerecht sind; denn unser Tugend sind unrein. Ja, wie dieses Gesetz das höhist ist: „Du sollt Gott lieben“, also kann diese Tugend, Gott lieben,

123 OSTEN-SACKEN (wie Anm. 122), S. 129, verweist zurecht auf Luther, der die Identität des Sinaigottes mit Jesus Nazarenus hervorhebt, vgl. Martin Luther, Von den letzten Worten Davids, 1543, in: Werke. Kritische Gesamtausgabe, Band 54, Weimar 1928, 16 –100, hier z. B. S. 84: Merke aber, […] das der HERR, so mit Mose redet, ist Jhesus Christus, der künfftige Prediger des newen Testaments […].

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am allerwenigsten gerecht machen. Denn so das Gesetz und Tugend höher ist, so wirs weniger tun können, darum sind wir nicht um der Liebe willen gerecht. Der Glaub aber macht gerecht, nicht um unsers Tuns willen, sondern allein derhalben, Daß er Barmherzigkeit sucht und empfähet, und will sich auf kein eigen Ton verlassen, das ist, daß wir lehren, Gesetz macht nicht gerecht, sondern das Evangelium, das glauben heißt, daß wir um Christus willen, nicht um unsers Tons willen ein gnädigen Gott haben.124

Mose als Träger einer evangelischen Kanzel Auf dem Greifswalder Teppich ruht die Kanzel auf einer mächtigen Säule, die Figur des Mose ist klein, wenn auch unübersehbar, neben den Kanzelkorb mit den Zeichen der vier Evangelisten gestellt. Die Konfiguration ist einzigartig und mag aus der Notwendigkeit resultieren, Mose nicht zwischen die Beine der sächsischen und pommerschen Herzöge zu placieren oder sie in deren Mitte zu nehmen. Die Rücksichtnahme auf die Figurenkonstellation und Gesamtkomposition des Teppichs hat wohl verhindert, hier eine evangelische Kanzel zu präsentieren, die den theologischen Gedanken von ‚Gesetz und Evangelium‘ sinnfällig vor Augen stellt: Der Gesetzesprediger Mose trägt den Kanzelkorb, von dem aus das Evangelium verkündet wird, die Zusage an den Glaubenden, dass er gerecht gemacht wird nicht durch seine eigenen Werke, sondern allein durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit.125 Bei der Konzeption des Teppichs 1553 war die Idee für ein so gestaltetes Bauwerk noch jung.126 Die älteste Kanzel dieses Typs stand wohl in der ehemaligen Stadt- und Schlosskirche St. Marien in Dessau und war 1540 errichtet worden.127 Der von Mose getragene Kanzelkorb zeigte an seiner Brüstung den Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes, außen Paulus mit dem Briefboten. Am 7. März 1945 wurden Kanzel und Kirche völlig zerstört.

124 Apologia (wie Anm. 106), S. 202.106f. 125 REINITZER (wie Anm. 107), S. 114f. 126 Zur Tradition vgl. den Anhang I A, dort die Nummern A 1– A 184. Die Kanzeln des 16. Jahrhunderts sind möglichst genau aufgenommen, wobei ich zu berücksichtigen bitte, dass mir oft nur wenige Stunden zur Verfügung standen oder gestellt wurden, die photographischen Aufnahmen und Textabschriften vorzunehmen. Eben die gleiche Sorgfalt konnte ich den Bauwerken des 17. und 18. Jahrhunderts aus Zeit- und Kostengründen nicht angedeihen lassen. Die Anhänge I B, II und III stellen Material bereit zu Fragen, die ich im Rahmen dieser Arbeit weder beantworten und noch nicht einmal stellen kann. Den Sammlungen liegt aber die begründete Vermutung zugrunde, dass Kanzeln Bauwerke sind, in denen die Entscheidung, dass Mose, Paulus oder eine andere Person den Kanzelkorb trägt, dass das Evangelium auf dem Gesetz ruht oder das Gesetz über dem Evangelium auf dem Schalldeckel steht, theologisch stets bedacht ist. Natürlich gibt es auch einfache Erklärungen für die Wahl bestimmter Kanzelträger: In einem Bergbaugebiet verwundert ein Steiger als Trägerfigur ebenso wenig wie Johannes in einer Johanniskirche. 127 Peter POSCHARSKY, Die Kanzel. Erscheinungsformen im Protestantismus bis zum Ende des Barocks (Schriftenreihe des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart 1), Gütersloh 1963, S. 126 und S. 166f.; REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 168.

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Wohl noch der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehört eine kleine, schlicht gehaltene Marmorkanzel an, die heute in der Filialkirche St. Justinus und Laurentius in Ettersburg aufgebaut ist. Ihr von einer Mosefigur getragener Korb stellt Christus zwischen den vier Evangelisten dar.128 Alle anderen Kanzeln mit Mose als Trägerfigur sind erst nach dem pommerschen Teppich Philipps I. entstanden und zeigen oft ein wohlüberlegtes theologisches Gesamtkonzept, das sich vom Boden bis über den Schalldeckel erstreckt, mit biblischen und gelehrten Zitaten erläutert wird und sich als sehr wandlungsfähig erweist.129 In diesem Rahmen ist die Ikonographie der Gesetzestafeln reich an Varianten, sie zeigt aber keine Unterschiede zur Tradition in den Bildern von ‚Gesetz und Evangelium‘. Die Tafeln tragen römische Zahlzeichen in der Verteilung I–III und IV–X (vgl. A 24, Burgscheidungen), die in deutscher Sprache ausformulierten Gebote in dieser Aufteilung (vgl. A 21, Helmstedt), oder in ‚reformierter‘ Anordnung, I–V und VI–X (vgl. A 12, Prettin). Sie enthalten hebräische Schriftzeichen ohne Bezug zum Text der Gebote (vgl. A 8, Zabeltitz) oder aber einen sinnvollen und korrekt geschriebenen hebräischen Text, ein Mal mit dem doppelten Liebesgebot nach Dt 6, 5 und Lv 19, 18 (vgl. A 11, Złotoryja/Goldberg). In Rothenburg ob der Tauber (vgl. A 26) steht merkwürdiger Weise auf der linken, hebräisch beschriebenen Tafel das erste Gebot aus dem Dekalog, aber ohne Einleitung: ‚Du sollst keine anderen Götter haben neben mir‘ (Dt 5, 7). Rechts steht das hebräisch geschriebene Elterngebot: ‚Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass es dir wohlergehe‘ (Dt 5, 16). In deutscher Sprache findet sich das Doppelgebot der Liebe in einer Kurzform in der evangelischen Kirche St. Johannis in Neubrandenburg (vgl. A 23): LIEBET GOD VBER AL VND DEIN NEGSTEN WIE DICH SELBST. Den Zusammenhang der Kanzel auf dem pommerschen Teppich in Greifswald mit der ausschließlich evangelischen Tradition der von Mose getragenen Kanzelkörbe als Ausdruck der Verbindung von Gesetz und Evangelium verdeutlicht ein Predigtstuhl, der in diesem Zusammenhang bisher noch keine Beachtung gefunden hat. Der älteste (überlebende) Sohn Philipps von Pommern, nach dem damals regierenden Kurfürsten der Ernestiner Johann Friedrich genannt (27. August 1542 Wolgast – 9. Februar 1600 Wolgast), ein theologisch gebildeter Mann, Herzog von Pommern und erster weltlicher Bischof von Cammin, bezog das kleine, 1507 von Bogislaw X./XII. errichtete Schloss in Stolp (heute Słupsk). Gemeinsam mit seiner Gemahlin Erdmut, der Tochter des Kur-

128 Vgl. Anhang I, A 1 und Abb. A 1a–e. 129 Dies kann hier nicht thematisiert werden, in den Anhängen sei aber ein geordnetes Material dazu bereitgestellt.

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fürsten Johann Georg von Brandenburg, stattete er die benachbarte Kirche St. Johannis, deren Inventar einem Bildersturm zum Opfer gefallen war, mit evangelisch-lutherischem Mobiliar aus. Das Herzogspaar ließ eine Kanzel errichten, deren Korb Darstellungen der vier Evangelisten und der Taufe Jesu zeigt und von einer Mosefigur getragen wird.130 Zwar hält Mose heute keine Gesetzestafeln mehr, sie sind verloren, auch trägt der Kanzelkorb die Bilder der Evangelisten und deren Zeichen und nicht nur deren Symbole allein: Dennoch ist der hier gewählte Kanzeltyp wohl nicht ohne Erinnerung an die Kanzel auf dem Greifswalder Bildteppich und in der Absicht gewählt, ‚Gesetz und Evangelium‘ und im Kern die evangelisch-lutherische Rechtfertigungslehre begreiflich sichtbar zu machen. In der Schlosskirche in Stolp verbildlicht der 1602 vollendete Altar in der Predella ein Abendmahl (Abb. 31), das ganz und gar nicht an jenes in der Wittenberger Stadtkirche erinnert (Abb. 32).131 Das säulengerahmte Bild darüber zeigt den Herzog und seine Frau kniend im Gebet unter dem Gekreuzigten, dessen Blut von zwei Engeln in je einem Kelch aufgenommen wird (Abb. 33). Darüber die Darstellung der Auferstehung, in der Christus über dem Grab schwebt.132 Über dem Gesims ein Pelikan als Zeichen der Selbstaufopferung Christi für die sündigen Gotteskinder.133 Der Abschluss über der Kreuzigung trägt die Inschrift: ER IST VMB VNSER MISSETHAT WILLEN VERWVNDET VND VMB VNSER SVNDE WILLEN ZVSCHLAGEN DIE STRAF(F)E LIGT AVF | IM AVF DAS WIR FRIDE HETTEN VND DVRCH SEINE WVNDEN SINT WIR GEHEILET, WIR GINGEN ALLE IN DER IRRE WIE SCHAF(F)E | EIN IGLICHER SAHE AVF SEINEN WEG, ABER DER HERR WARF VNSER ALLER SVNDE AVF IM † ESAIAE, LIII, ANNO 1602. Das Zitat aus Is 53, 5f. hier findet auf dem Greifswalder Teppich seine gewiss nicht zufällige Entsprechung in den Worten aus Is 53, 12: ER · IST · DEN · VBELTHETERN · GLEICH · | GERECHE(N)T · V(N)D · HAT · VIELER · SVNDE | GETRAGEN · VND · HAT · FVR · DIE · VB- | -ELTHETER · GEBETE(N) · ESAIE · AM · LIII. Der Sündenträger ist das 130 Vgl. Anhang I, A 42 und Abb. A 42a – d. 131 Werner SCHADE, Die Malerfamilie Cranach, Dresden 1974, Wien und München 1977, Nr. 199. 132 Darüber die (fehlerhafte) Inschrift: ICH BIN DIA AVETERSTEHVNG VND DAS LEBEN WER AN MICH | GLEVBET DER WIRT LEBEN OB ER GLEICH STVRBE IOH(ANNES) 11 [25]. 133 Christoph GERHARDT, Die Metamorphosen des Pelikans. Exempel und Auslegung in mittelalterlicher Literatur. Mit Beispielen aus der bildenden Kunst und einem Bildanhang (Trierer Studien zur Literatur 1), Frankfurt am Main/Bern/Las Vegas 1979, erweiternd dazu: Heimo REINITZER, Kinder des Pelikans, in: All Geschöpf ist Zung‘ und Mund. Beiträge aus dem Grenzbereich von Naturkunde und Theologie. Hrsg. von Heimo Reinitzer (Vestigia bibliae 6), Hamburg 1984, 191–229.

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MOSE

ALS

TRÄGER

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Lamm Gottes (Io 1, 29), das der Welt Sünden auf sich nimmt und durch seinen Opfertod tilgt. Sein Opfer, nicht Opferleistungen der Menschen sühnen die Schuld, nur sein Tod rechtfertigt den Menschen vor Gott: Satisfactio nulla est praeter Christi mortem.134 Diese zutiefst evangelische Einsicht, die Melanchthon schon 1521 in seinen ‚Loci communes‘ ausspricht, bezieht sich auf die menschlichen Werke, die vor Gott nicht gerecht machen, und bezieht sich besonders auf die Römische Messe, in der ein Opfer wiederholt wird, das Christus allein wirkmächtig und unreplizierbar erbracht hat.135 Das Gotteslamm, der Gekreuzigte, trägt auf dem Greifswalder Teppich die Seitenwunde nicht wie üblich rechts, sondern an der linken, der dem Herzen eigenen Seite, das sich aus ihr ergießende Blut fließt am linken Bein hinab. Die ‚Wundwanderung‘ erklärt sich nicht nur aus der gewandelten Auffassung vom Sitz des Lebens nicht in der Leber, sondern im Herzen, vielmehr aus der gewandelten Bedeutung der ‚geöffneten Seite‘, die in der Römischen Kirche oft überdimensioniert als Bedeutungsträger besondere Aufmerksamkeit auf sich zog.136 Seit Augustin war die Wunde typologisch in Bezug gesetzt worden zur geöffneten Seite Adams, aus der Eva genommen wurde. Aus der Seitenwunde Christi fließen die Sakramente, die nach katholischem Verständnis die Kirche bilden.137 Kirche, evangelisch verstanden, ist die Gemeinschaft der Glaubenden, ist die Gemeinschaft mit Christus und allen Heiligen, in die man durch die Taufe hineingestellt wird.138 So heißt es im ‚Großen Katechismus‘ von der Taufe, dass

134 Philipp Melanchthon, Loci communes. 1521. Lateinisch – Deutsch. Übersetzt und mit kommentierenden Anmerkungen versehen von Horst Georg Pöhlmann. Hrsg. vom Lutherischen Kirchenamt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands velkd, 2. durchges. und korr. Aufl. Gütersloh 1997, 8. De signis, 108, S. 354. 135 Stephan SCHAEDE, Stellvertretung. Begriffsgeschichtliche Studien zur Soterologie (Beiträge zur historischen Theologie 126), Tübingen 2004, hier bes. 396f. 136 Vgl. die große Seitenwunde am Kruzifix aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts in der heute evangelischen Pfarrkirche (Unserer Lieben Frauen) in Neustadt, Stadt Waiblingen, Rems-Murr-Kreis, Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg. – Zur Seitenwunde Christi vgl. Silke TAMMEN, Blick und Wunde – Blick und Form: zur Deutungsproblematik der Seitenwunde Christi in der spätmittelalterlichen Buchmalerei, in: Bild und Körper im Mittelalter, hrsg. von Kristin Marek [… u. a.], 2. Auflage München 2008, 85–114. Der hier verwendete Terminus der ‚Wundwanderung‘ bezieht sich auf die Verlagerung der Wunde auf andere Gegenstände, auf die gedachte Oberfläche eines mit Blut gefüllten Kelches oder auf ein Tuch, das als Reliquie gezeigt werden konnte. Eine Verlagerung der Seitenwunde von rechts nach links wird nicht thematisiert, wohl aber die Entstehung einer eigenen Herz-Jesu-Verehrung. 137 Wilhelm GEERLINGS, Die Kirche aus der Seitenwunde Christi bei Augustinus, in: Väter der Kirche. Ekklesiales Denken von den Anfängen bis in die Neuzeit. Festgabe für Hermann Josef Sieben SJ zum 70. Geburtstag. Hrsg. von Johannes Arnold [… u. a.], Paderborn [… etc.] 2004, 465–481. 138 Im ‚Taufbüchlein‘ von 1526 sagt Luther: ist doch die Taufe unser einiger Trost und Eingang zu allen göttlichen Gütern und aller Heiligen Gemeinschaft, aus: Martin Luther, Enchiridion. Der kleine Katechismus fur die gemeine Pfarrherr und Prediger, in: Die Bekenntnisschriften (wie Anm. 106), 501–542, hier S. 537f.

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man durch sie erstlich in die Christenheit genommen werde.139 Der Transfer der Seitenwunde Christi von der rechten auf die linke Seite entzieht ihrem herkömmlichen Verständnis die gewohnte Anbindung, schafft aber zugleich Raum für die Verständigung auf den neuen Begriff von Kirche als einer Gemeinschaft aller Gläubigen.140 Dieser Raum wurde auf dem Teppich in Greifswald auch tatsächlich gefüllt durch die Darstellung der Taufe Christi, die, aus welchen Gründen auch immer,141 zu einem späteren Zeitpunkt herausgeschnitten wurde.

Die Taufe Christi Die Existenz der Jordantaufe, in der sich der Vater in Anwesenheit des Heiligen Geistes zu seinem Sohn bekennt, ist durch zwei Inventare gesichert, die beide seit 1945 als verschollen galten142 und deren zweites stets nur aus zweiter Hand zitiert wurde und werden konnte. Das erste Inventar,143 angefertigt am 26. Februar 1560, nach dem Tod Herzog Philipps I., führt den Teppich an dritter Stelle an unter dem Titel: Die Tauffe Christi mit den Sechsischen | vnd Pommerischen herrn, auch der ge- | larten Contrafej, zu Stettin gemacht (Abb. 34). Das andere Inventar, das von keinem, der es zitierte und interpretierte, je gesehen worden

139 Martin Luther, Der große Katechismus. Catechismus major, in: Die Bekenntnisschriften (wie Anm. 106), 543–733, hier S. 691. – Natürlich ist ‚Taufe‘ noch viel mehr: Das Wasserbad im Wort, sie reinigt täglich von Sünden, macht zu Gottes Kindern und schenkt neues Leben etc. 140 In einer dogmatisch fundierten Interpretation werden Taufe und Is 53 in Zusammenhang gebracht von Anders NYGREN, Jes. 53 als Schlüssel zum Verständnis der Taufe, in: Solange es »Heute« heisst. Festgabe für Rudolf Hermann zum 70. Geburtstag. Überreicht von Paul Althaus [… u. a.], Berlin: EVA, 1957, 210–213. 141 Es ist wohl am einfachsten und durchaus so plausibel wie simpel, an schnöden Kunstraub zu denken. Auf diese Weise wurde die Ebstorfer Weltkarte fragmentiert, ebenso wurde ein Bild aus der für Johann Friedrich hergestellten Abschrift von Luthers ‚Septembertestament‘, die in der Nürnberger Werkstatt Glockendons aufwendig illustriert wurde, herausgeschnitten, vgl. Heimo REINITZER, Leserspuren in Bibeln, in: Wolfenbütteler Beiträge 13 (2005), 149–253, hier S. 162f. 142 „Die Originale der Inventare sind offenbar im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen; im Staatsarchiv Greifswald befinden sie sich jedenfalls nicht“, SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 62 Anm. 37. 143 Stett. Arch. Rep. 1, Tit. 49, Nr. 17, fol. 15r–16r, vgl. GÖBEL (wie Anm. 5), S. 302, Anm. 49; SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 30. Das Inventar lag als Teil des Wolgaster Archivs seit 1642 in Stettin, wurde während des Zweiten Weltkriegs ausgelagert und kehrte danach nach Stettin zurück, wo es heute wieder zugänglich ist: Ich transkribiere nur den Text auf fol. 15r, soweit er die Teppiche betrifft: die mir zur Verfügung gestellte Aufnahme ist leider am rechten Rand etwas beschnitten und an einer Stelle für mich nicht lesbar: Den grossen hohen, vierkantigen Fichten | Kasten mit ij furhangenden Schlossern | eroffennt, Darin gelegen folgende | Tapeczerej | 1 Peregrinatio Dni Bugslaj zum heiligen Lande | 2. Der grosse fisch bej der Eldena gefangen | 3 Die Tauffe [etc. s.o.] | 4 Zwej Calcunsche Huner, darauff zwei | Kinderle mit Dungen oder Pauchen, | siczen mit blumen | 5. Zwej stuck von der Bähren Jagd st[…?] | vnterscheiden | 6. Wie der Aur Ochse gefangen. | 7. Ein stuck mit allerlej blumen, rosenn | vnd eczlichen Vögeln. – Eldena ist das ehem. Zisterzienserkloster bei Greifswald. – Die calcunischen hühner sind Kalekutschhühner, gallinae gullatae, die aus Amerika über Kalkutta eingeführten Truthüher, vgl. GRIMMs DWb. 5 (Leipzig 1873), Sp. 62. Auf ihnen sitzen offenbar Kinder, die vielleicht Musikinstrumente bespielen und Blumen in der Hand tragen, was aber mit den Verben oder Substantiven Dungen und Pauchen [Pauken?] genau bezeichnet wird, weiß ich nicht.

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war, gilt als im März 1593, also bald nach dem Tod des Herzogs Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast, angelegt. Zitiert wurde es erstmals von Heinrich Goebel, der sich auf Auszüge berief, die ihm Martin Wehrmann „in liebenswürdigster Weise“ zur Verfügung gestellt hatte: Ein Tepich (druf die Taufe Christi) mit den Sächsisch und Pomerischen Herren, auch Lutheri und anderer Gelarten Conterfei. Zum eingeklammerten Satzteil vermerkte Göbel am Rande: „durchgestrichen.“144 Die beiden genannten Verzeichnisse von 1560 und 1593 sind dem Wortlaut nach unabhängig voneinander und nach eigener Wahrnehmung geschrieben, wie die Nennung Luthers 1593 nahelegt. Göbels bzw. Wehrmanns Hinweis auf die Streichung der Worte druf die Taufe Christi im zweiten Inventar führte dazu zu glauben, es hätte die Darstellung der Jordantaufe nie gegeben.145 Diese Annahme ist schon für sich genommen nicht plausibel. Niemand nämlich hat das Nachlass-Inventar von 1593 daraufhin untersucht und untersuchen können, ob die Streichung mit der gleichen Tinte und von der gleichen Hand sowie gleichzeitig mit dem Text erfolgt war. Die Tilgung konnte später, von anderer Hand und zu einem Zeitpunkt eingefügt worden sein, als man die Lücke im Teppich bemerkt hatte. Die Sache aber verhält sich insgesamt völlig anders. Das angeblich verschollene Inventar ist im Staatsarchiv in Stettin (Archiwum Pa´nstwowe w Szczecinie) vorhanden als Herzoglich Wolgaster Archiv (Zespót Archiwum Ksia˛za˛t Wołgoskich), Nr. Wol. 502 (alt: Rep. 5), Tit. 32, Nr. 114, mit dem Titel: Acta […] betreffend die Herzoglich Wolgastsche Silber Kammer insbesondern das Inventarium derselben de 1593, mit insgesamt 338 Blatt.146 Auf fol. 118v wird

144 Wolgaster Inv. De anno 1593. Marz; GÖBEL (wie Anm. 5), S. 302, Anm. 49. Auf ihn bezog sich auch BORCHERS (wie Anm. 23), S. 180, der dann wieder von HANNES (wie Anm. 5), S. 66, Anm. 66, zitiert wurde, der aus der Streichung des eingeklammerten Satzteiles allerdings so wenig Konsequenzen zog wie GÖBEL. SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 31, bemerkt dazu mit Recht: „Es ist eigenartig, daß Goebel […] von der auffallenden Tatsache der Streichung […] überhaupt keine Notiz nimmt“. 145 Vgl. Hans Georg THÜMMEL, Der Greifswalder Croy-Teppich und das Bekenntnisbild des 16. Jahrhunderts. Mit 17 Abbildungen, in: Theologische Versuche XI (Berlin: EVA 1980), 187–226, hier S. 188: „Durch die Streichung steht fest, daß der Inventarisator von 1593 auf dem Croy-Teppich keine ‚Taufe Christi’ gesehen hat. Also scheint im Inventar von 1560 ein Irrtum des Schreibers vorzuliegen, hervorgerufen vielleicht dadurch, daß man den Teppich zur Inventur nicht ganz entfaltet hat.“ Da THÜMMEL seinem Argument selbst nicht ganz vertraut, versucht er, den Teppich (ohne Taufe) in einer überaus anregenden Studie aus ikonographischen Entwicklungslinien heraus als Bekenntnisbild zu erklären, das auf der linken Bildhälfte in idealer Weise konzipiert sei, durch den Anhang der rechten Seite aber gestört werde. 146 Für alle Hilfen und Auskünfte danke ich Herrn Uwe Rodig (Landesarchiv Greifswald), meiner ehemaligen Schülerin aus Polen, Frau Marta Braun M.A., nicht zuletzt aber Herrn Witold Mijal, der mir die Arbeit in Stettin sehr erleichtert hat. Vgl. zudem Heiko WARTENBERG, Archivführer zur Geschichte Pommerns bis 1945 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 33), München 2008, S. 99f.

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dort unter der Überschrift Den 6 Aprilis post horam 6 [von anderer Hand: Matutinam] ein Verzeichnis von Teppichen und Tüchern aufgeführt, in dem unter 4 festgehalten wird Ein Tepich druf die tauffe Christi mit den Sech- | sischen vnd Pomerischen hern, auch Lutheri vnd anderer gelherten Conterfei. In diesem Titel ist kein einziges Wort gestrichen oder getilgt (Abb. 35). Göbels Mitteilung beruht demnach auf einem Irrtum, den er selbst oder sein Informant zu verantworten hat.147 Der Teppich war auch 1604 noch in Wolgast, da er verzeichnet ist im INVENTARIVM, aller vnd ieglichen | gewirckten Tapeten, güldinen | Tüchinen vnd Samitten Him- | meln […], so auff dem Fürstlich(en) | hausse Wolgast in den | Gemechern befunden | vnd vorhandenn | gewesenn | Den 12. Juny Anno Christi | 1604. Auf fol. 6r wird Das gemach beim Dantzbodem | In der Stuben aufgenommen und als Nr. 2 verzeichnet Ein Tepich drauff der alten Hertzogen zue Pommern, vnd der gewesten Churfürsten | zu Sachsen Conterfei. Dass hier die Jordantaufe nicht genannt wird, berechtigt nicht zur Annahme, es gäbe sie nicht mehr oder hätte sie nie gegeben. Der Schreiber fand sie für die Identifikation des Objekts ebenso unwesentlich wie Luther oder die anderen gelehrten Herren.148 Früh wurde auch vermutet, mit dem damals allein bekannten Inventareintrag von 1560 sei nicht Peter Heymans Teppich gemeint,149 da dieser die Kreuzigung viel prominenter darstelle als die Taufe.150 Dabei muss man freilich bedenken, dass mittelalterliche wie frühneuzeitliche ‚Titel‘ von Texten nicht deren Zentrum, sondern oft nur deren erste Begebenheit benennen.151 Die ‚Taufe Christi‘ war die erste Szene, die der Schreiber des Inventars nach dem Entrollen des Teppichs sehen konnte oder sehen wollte.

147 WEHRMANNs Zuverlässigkeit rühmte SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 62, Anm. 37, und behauptete, „dessen Exaktheit und Sorgfalt [sei] über allen Zweifel erhaben“. – Auch hier transkribiere ich den die Teppiche betreffenden Abschnitt auf der Abbildung: 1 Dreij alte Niederlendische tischtepich bei herzogh | Bugschlaffen des zehenden zeiten gezeugt | 2 Ein tepich druf herzogh Bugschlaff reise | nachm heiligen grabe, | 3 Ein tepich druf der grosse fisch so beij der Eldena | gefangen | 4 ein tepich druf die tauffe [etc. s.o.] zween tuche von der Behreniagt, | 7 Ein tuche drin gewircket wie der Vhrochse gefangen | 8 Ein tuche von allerleij blumen, Rosen vnd Vogell | 9 Ein tuche druf die heiligen drei kunige mit golde gewircket. 148 Archiwum Pa´nstwowe w Szczecinie Nr. zespołu 3, Archiwum Ksia˛za˛t Wołgoskich, Herzoglich Wolgaster Archiv, sygn. 503 (Rep. 5), Tit. 32, Nr. 115. 149 MUELLER (wie Anm. 6), S. 12, hat die ‚Taufe Christi‘ für ein „Seitenstück“ des sogenannten Croy-Teppichs gehalten, „in welchem, wie in diesem, die ganzen Gestalten der Fürsten, diesmal aber um der Natur des Gegenstands halber ohne die Damen, in nahezu voller Lebensgröße dargestellt waren.“ Was für eine merkwürdige Phantasie. 150 SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 32, mit Bezug auf eine Arbeit von STEPHANI, die ich aber bibliographisch nicht ermitteln konnte. 151 Als Beispiel verweise ich nur auf das Ambraser Heldenbuch, das in der Werküberschrift die Erzählung vom Ritter Mauritius benennt mit der ersten Begebenheit des Textes: Von künig Nero ainem Wüettrich, der auch wie ein fraw Swanger wolt sein, Vnd sein Mueter aufschneiden liesse, von seins fürbitz, vgl. Mauritius von Craûn. Hrsg. von Heimo Reinitzer (Altdeutsche Textbibliothek 113), Tübingen 2000, S. 1.

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Johann Friedrich von Pommern, der ältere Bruder Ernst Ludwigs, hatte mit Erdmut, seiner Gemahlin, den Teppich noch mit der Taufe gesehen, vielleicht in Wolgast, vielleicht in Stettin. Es wird kein Zufall sein, dass die von einer Mosefigur getragene Kanzel in der von ihnen ausgestatteten Schlosskirche von Stolp am Korb zwischen den Evangelisten eine Jordantaufe zeigt. Die Idee zur Mose-Kanzel, das Jesaja-Zitat über der Kreuzigung am Altar und die Darstellung der Taufe an der Kanzel in der Schlosskirche von Stolp hätten dann eine gemeinsame Quelle. Die Taufe ist, neben dem Abendmahl, das einzige Sakrament für evangelischlutherische Christen, sie ist von Gott gegeben, ein tägliches Wasserbad im Wort, sie ist heilsnotwenig und macht zu Gottes Kindern. Sie steht mit Recht und aus gutem Grund im Zentrum evangelischer Verkündigung und an der Seite und im Zusammenhang mit dem Kreuzestod Christi. Im Zusammenhang mit dem Thema der Taufe wird häufig auf einen aus zwei Stöcken gearbeiteten und mit Typendruck erweiterten Holzschnitt von Jacob Lucius verwiesen, auf die ‚Taufe Jesu in der Elbe vor Wittenberg‘. Das undatierte Blatt, das in einer lateinischen Fassung (Abb. 36)152 und einer deutschsprachigen existiert,153 ist nach dem Tod Johann Friedrichs und vor der Wiederherstellung 152 Jacob Lucius d. Ä., Historia baptizati Christi, nicht datiert und signiert, 1555 (?), Holzschnitt von zwei Stöcken, mit Typendruck, 34,6 cm x 54,6 cm, München, Staatliche Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 116935 D, vgl. Kunst der Reformationszeit (wie Anm. 34), Nr. F 43. Die dort gezeigte Abbildung gibt allerdings die deutschsprachige Fassung wieder. 153 Jakob Lucius d. Ä., Taufe Christi in der Elbe vor Wittenberg, nicht bezeichnet (1556/58), Holzschnitt mit Typendruck, von zwei Stöcken gedruckt, 35,5 cm x 55 cm, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv.-Nr. 1,44,81, vgl. Illustrierte Flugblätter (wie Anm. 56), Nr. 9; OELKE (wie Anm. 72), A/Nr. 64; Ruth SLENCZKA, Die Stadt als Bild der Verheißung. Minden auf dem Bildnis des Superintendenten Hermann Huddäus von Ludger tom Ring dem Jüngeren von 1568, in: Archiv für Reformationsgeschichte 101 (2010), 29–54, bes. S. 48. Text über dem Holzschnitt: Die Figur der Tauff vnsers Heilands Jhesu Christi/ Aldo die herrliche Offenbarung der ewigen einigen | Gottheit in dreien Personen geschehen ist / Welche alle Christen in der Anruffung betrachten sollen. Text unter dem Holzschnitt in sechs Kolumnen: Wie sich Gott hat zurkennen geben | Durch seinen Son / das ware leben / | Das zeigt vns diese Bildnus an. | Darumb sie billich jederman | Beschawen sol / vnd mercken wol / | Wie man Gott recht erkennen sol. | Christus der ware Gottes son | Der ewig sitzt auffs Vaters Thron | Herab in Jordan ist gekomen || Von Sanct Johans die Tauff genomen | Darbey erscheinet also bald | Der heilig Geist gar gleich gestalt | Einer Tauben vom Himel herunder | Vnd mert also dis grosse wunder | Der Vater selbst ist auch dabey | Bezeugt mit seiner stimme frey | Das Christus sey sein warer Son | An dem er hab gros freud vnd won || Den soln wir alle hörn mit vleis | Vnd geben jm allein den preis.| Derhalben sehe ein jeder Christ | Wenn er in angst vnd nöten ist | Das er jm trost vnd rettung such | Nicht bey Creaturn / es ist betruf | Die Götzen gar nicht heissen mögen | Jr krafft vnd wird ist all erlogen | Man sol allein Gott ruffen an || Wie er sich selbst hat kund gethan | Da er in drey Personen erscheint | Bleibt doch im wesen gantz vereint | Der ware Heiland Jhesu Christ | Fur vnser Sünd gestorben ist | Hat gstilt darmit seins Vaters zorn | Vns allen die wir warn verlorn | Des Vaters gnad vnd huld erbeten | Das wir mit freuden zu jm treten || Der ist das ware Gottes Lam | Fur vns geschlacht am Creutzes stam | Wie Sanct Johannes zeiget an | Dem hat gefolgt der theure Man | Martinus Luther in Sachsen land | Da er Christum hat gmacht bekandt | Zu Wittembergk im Stedtlein klein | Die hie gecontrafeigt ist rein | Dieselbe Lehr hat auch bekent || Johans Fridrich bis an sein endt | Mit seinem Gmal vnd Sönen drey | Welche dir weist dis gmel dabey | Von welchen du solt lernen eben | Wie man allhie im Creutz mus leben | Vnd in gedult bestendig sein | Bey Gottes wort lauter vnd rein | Darin steht alle seligkeit / | Die geb vns Gott in ewigkeit.

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der Stadtkirche 1558 entstanden, deren doppelter Turmabschluss vor der Belagerung Wittenbergs im Schmalkaldischen Krieg abgenommen worden war. Die lateinische Fassung des Blattes druckt eine Überschrift und 18 elegische Distichen von Johann Willebroch aus Danzig, der fortlaufende Text ist in vier Blöcke abgesetzt: HISTORIA BAPTIZATI CHRISTI, CONTINE(N)S ILLVSTREM PATE- | FACTIONEM TRIVM PERSONARVM DIVINITATIS, QVAM PII DEBENT ASSIDVE COGITARE IN INVOCATIONE. QVisquis es hanc tabula(m) qui forsan lector & artem Videris, aut paruo feceris ære tuam, Hac agnosce Deum sub imagine, qualiter ipse Iordanis ad liquidas se patefecit aquas. Ipse Deo genitore satus, summusq(ue) sacerdos Pr˛ebet Zacharidæ membra lauanda manu: Imminet huic specie castam simulante columbam Ætherei missus spiritus arce poli: At genitor nati dulcem testatus amorem Talia dicta sacro cœlitus ore sonat: Hic mihi dilectus natus, mea certa uoluptas, Huius uos iubeo iussa uerenda sequi. Ergo tuo ueniam quando pro crimine poscis, Numinis aut duro tempore quæris opem, Errabunda uagam caue ne sententia mentem Distrahat, ut nauem per mare fluctus agit: Non cœlum, non astra putes præstare quod optas, Sculptaue uanorum marmore signa Deum: Vnum quod triplici sese discrimine numen Edidit, attenta suscipit aure preces: (Die Geschichte des getauften Christus enthaltend die erlauchte Offenbarung der drei Personen der Gottheit, die die Frommen ständig in der Anrufung bedenken sollen. Wer immer du bist, Leser, der du vielleicht diese kunstvolle Tafel gesehen oder mit wenig Geld zu der deinen gemacht haben wirst, erkenne Gott in diesem Bild, wie er selbst sich am hellen Wasser des Jordan offenbarte! Er, geboren von Gott Vater und oberster Priester, bietet dem Sohn des Zacharias seine Glieder, damit dieser sie mit seiner Hand wasche. Über ihm steht, von der Himmelsburg gesendet, der Geist in der eine keusche Taube darstellenden Gestalt. Doch der Vater, seine süße Liebe zu seinem Sohn bezeugend, spricht vom Himmel her diese Worte mit seinem heiligen Mund:

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Dieser ist mein geliebter Sohn, meine sichere Wonne. Ich befehle euch, seinen verehrungswürdigen Geboten zu folgen. Wenn du also für deine Vergehen Verzeihung erbittest oder in harter Zeit göttliche Hilfe suchst, dann hüte dich, dass keine irrige Meinung deinen Geist auseinander reißt, wie die Flut das Schiff durchs Meer treibt, dann sollst du nicht glauben, dass der Himmel oder die Sterne oder die marmornen Statuen nichtiger Götter dir das, was du wünschst, gewähren. Die einzige Gottheit, die sich in dreifacher Unterscheidung offenbarte, nimmt deine Gebete mit aufmerksamem Ohre auf. Der eine, der uns durch sein Sterben wiederherstellte, löst alle Vergehen durch sein Verdienst auf, und die gerechten Zorneswallungen, die wir durch unser Sündigen bei Gott Vater erregten, mildert er. Wie Johannes ihn in wüster Einöde zeigte und den echten Geist des gegenwärtigen Gottes bezeugte, so zeigt Luther in unserer Zeit Christus und sagt: „das einzige Heil und das einzige Leben ist dieser Christus“. Auf Luthers Ermahnung betrat Herzog Johann Friedrich [von Sachsen] im Vertrauen auf die Stimme Gottes den süßen Weg des Heils, und erzog mit seiner heiligen Gemahlin seine frommen Söhne, die die gemalte Tafel in einer Reihe aufgestellt wiedergibt. Der Erde entrissen, hat er also nach seiner Beerdigung den ewigen Ruf, dem richtigen Glauben angehangen zu haben. Wenn einen nach seinem Beispiel ein hartes Los quält, so soll er lernen seinen Nacken unter das schicksalhafte Kreuz zu beugen.)154 Die Darstellung nimmt auf die Jordantaufe nach Lc 3, 21f. Bezug, nur dort wird die Offenbarung als Folge des Gebets beschrieben. Im Gebet erkennt Christus, dass er wahrer Mensch und wahrer Gott ist und nimmt seine Rolle als Opferlamm an. Ihm gegenüber knien betend Johann Friedrich I., von seiner Verwundung im Kriege gezeichnet, und seine Gemahlin, Sibylle von Kleve. Dem Kurfürsten hat Luther seine Hand segnend und bekräftigend auf die Schulter gelegt. Hinter dem Kurfürsten seine drei Söhne, die wie der Vater entblößten Hauptes im Gebet knien und gemeinsam mit den Eltern vor der für sie verlorenen Stadt Wittenberg mit Geduld das ihnen auferlegte Kreuz tragen. Im demütigen Gebet, in der Anrufung finden sie Trost und Vertrauen auf die Heilstat Christi. Anders die auf dem Teppich in Greifswald dargestellte Theologie: Sie nimmt nicht Bezug auf einen verwundeten, geschlagenen, des Trostes bedürftigen Kurfürsten, der Würde, Amt und Land verloren hat. Vielmehr wird sie durch Themen formuliert, die durch Luther vor allem, dann aber auch durch Bugenhagen und Melanchthon vertreten und bildlich repräsentiert werden.

154 Die Übersetzung auch dieses Textes verdanke ich Walther LUDWIG, Hamburg.

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Johannes Bugenhagen und Philipp Melanchthon Die überragende Rolle Luthers ist bildlich bestimmt durch Johannes den Täufer, dessen Gestus er übernimmt. Er ist der Prediger des auf dem Gesetz ruhenden Evangeliums schlechthin, er ist der Anzeiger Christi, des Opferlamms und Sündenträgers, der wie die Schlange in der Wüste am Kreuz hängt und dem Sünder Leben schenkt, wenn er ihn ansieht und an ihn glaubt. In der Reihe der Fürsten stehen aber noch zwei andere gelarte, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen. Der Pomeranus wird charakterisiert durch den Text in einer blau unterlegten Tafel im Teppich rechts oben, neben der sich das Wappen Bugenhagens befindet, die Leier: IM · IAR · NACH · CHRISTI · GEBVRT · M · D · XXXV · | IST · IN · POMERLANDT · DAS · LEICHT155 · DER · GNA- | DE(N) · DAS · GOTTLICH · WORT · A(N)GEZV(N)DT · VND · | DVRCH · D · IOHAN · BVGNHAGN · GEPREDIGT ♣ So wenig wie bei Luther werden diese Angaben der Bedeutung dieses Kirchenmannes gerecht, der Wittenbergs bedeutendster Prediger in einer Zeit war, da die Stadt belagert wurde und dem Kaiser ausgeliefert werden musste; der Pommern reformierte und die Kirchenordnungen dort wie schon in Braunschweig, Hamburg, Lübeck, Wittenberg verfasste; der Lehrer war an der Universität Wittenberg, ihr immer die Treue hielt und damit den Ausschlag gab dafür, dass Moritz von Sachsen ihren Weiterbestand sicherte; der Übersetzer und Ausleger der Schrift war und ein kluger politischer Vermittler – er schloss die Ehe zwischen Philipp von Pommern und Maria von Sachsen.156 Als Ratgeber des Herzogs hält er sich auf dem Teppich an Philipps rechter Seite auf, dies sagt mehr aus als alle rühmenden Worte. Anders steht es um Melanchthon, dem die Nähe zu Johann Friedrich abhanden gekommen war.157 Nicht eben gut portraitiert sieht er, klein und zierlich, wie er war, zwischen dem damals gerade 25-jährigen Johann Friedrich (dem

155 Recte: LIECHT 156 Es ist bedauerlich, dass es bis heute keine kritische Gesamtausgabe der Werke Bugenhagens gibt. Die gemachten Ansätze lassen nicht hoffen, dass hier bald und umfassend Abhilfe geschaffen wird. Zu Bugenhagen allgemein: Johannes Bugenhagen (1485–1558). Der Bischof der Reformation. Beiträge der Bugenhagen-Tagungen 2008 in Barth und Greifswald. Hrsg. von Irmfried Garbe und Heinrich Kröger im Auftrag der Theologischen Fakultät Greifswald [… u. a.], Leipzig 2010. – Zum Bugenhagenbild vgl. Oskar THULIN, Das Bugenhagenbildnis im Zeitalter der Reformation, in: Johann Bugenhagen. Beiträge zu seinem 400. Todestag, hrsg. von Werner Rautenberg, Berlin 1958, 71– 88. Zu Bugenhagen auf dem Fürstenteppich ausführlich auch SCHMIDT (wie Anm. 5). 157 Diese von Johann Friedrich abgerückte Position ist durchaus bemerkenswert und gilt nicht für die Zeit vor 1547 und nur für den engen ernestinischen Bereich. Luther, Melanchthon und Bugenhagen sind in je

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Mittleren) und dem ein Jahr jüngeren Johann Wilhelm, den beiden älteren Söhnen des letzten ernestinischen Kurfürsten, hervor, bekleidet mit Barett, dem langen, schwarzen Mantel des Gelehrten und mit rötlich braunen Schuhen. Melanchthon hatte mit seinem Entschluss, im albertinisch gewordenen Wittenberg seiner Universität und deren Collegium treu zu bleiben,158 die Gründung und Entwicklung der Hohen Schule in Jena159 ebenso wenig verhindern können wie die Ausbildung zweier Lehrauffassungen. Während Melanchthon empfahl, das von Karl V. erzwungene Augsburger Interim160 nur dort abzulehnen, wo es Heilsnotwendiges und also den Kern evangelischen Glaubens missachtete, in allem anderen, Fakultativen, aber nachzugeben um des lieben Friedens willen, haben die Gnesiolutheraner unter Führung des Matthias Flacius Illyricus Krieg erklärt und postuliert: Nihil est adiaphoron in statu confessionis et scandali, dem, der bekennt, ist nichts beliebig.161 Melanchthons Ansehen bei dem Ernestiner war gering geworden, ihn wie Luther oder Bugenhagen mit allen Daten und Verdiensten auf dem Teppich zu nennen, war offenbar unmöglich. Er trägt sein Wappen, die Eherne Schlange am Kreuz. Das Textfeld links neben diesem Wappen enthält aber seinen Namen nicht.

anderer Funktion aber gemeinsam ins Bild gesetzt auf Cranachs Altar in der Stadtkirche von Wittenberg. Vgl. auch das von Veit Thiem angefertigte Epitaph für die Familie Heidelberg, 1561, in der evangelischen Kirche St. Peter und Paul in Eisleben, auf dem die Auferweckung des Lazarus dargestellt wird mit Luther, Melanchthon, Johann Friedrich u. a. 158 Vgl. Thomas TÖPFER, Die Leucorea am Scheideweg. Der Übergang von Universität und Stadt Wittenberg an das albertinische Kursachsen 1547/48. Eine Studie zur Entstehung der mitteldeutschen Bildungslandschaft (Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte B, 3), Leipzig 2004. Zu Melanchthons und Bugenhagens Wirken für den Erhalt Wittenbergs bes. S. 77–111; Die Theologische Fakultät Wittenberg 1502 bis 1602. Beiträge zur 500. Wiederkehr des Gründungsjahres der Leucorea, hrsg. von Irene Dingel (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie 5), Leipzig 2002. – Ganz unwesentlich die Arbeit von Friedrich SCHNEIDER, Melanchthons Entscheidung nach der Katastrophe von Mühlberg (24. April 1547) zwischen der neu zu gründenden Universität Jena und seiner langjährigen akademischen Wirkungsstätte in Wittenberg, in: 450 Jahre Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 3 Bände, Halle-Wittenberg 1952, hier Bd. 1, 313–322. 159 Die Universität Jena (wie Anm. 80). 160 Die unterschiedlichen Positionen sind nun leicht zugänglich in einer hervorragenden Edition: Reaktionen auf das Augsburger Interim. Der Interimistische Streit (1548–1549), bearb. von Johannes und Jan Martin Lies und Hans-Otto Schneider. Hrsg. von Irene Dingel (Controversia et Confessio 1), Göttingen 2010. – Zu einzelnen Aspekten vgl.: Das Interim 1548/50. Herrschaftskrise und Glaubenskonflikt. Hrsg. von Luise Schorn-Schütte (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 203), Gütersloh 2005. 161 Nur wenigen Gelehrten in Deutschland war es je gegönnt, eine ihnen in jeder Hinsicht gerecht werdende Darstellung zu erhalten. Gelungen ist dies Melanchthon durch Heinz SCHEIBLE, Melanchthon. Eine Biographie, München 1997. Das Flacius-Zitat auf S. 192. – Im Jubiläumsjahr erschienen zahlreiche weitere Studien, ich erwähne nur: Der Theologe Melanchthon. Hrsg. von Günter Frank (Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten 5), Stuttgart 2000.

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Ein Teppich für die Zukunft Im Jahr 1549 gab Johann Friedrich I. bei Hans Reinhart d. Ä. die Prägung einer Silbermedaille in Auftrag.162 Auf der Vorderseite (Abb. 37a)163 kniet der reich gekleidete Ernestiner mit zum Gebet erhobenen Händen vor einem grünen Baum, über dem der segnende Weltenrichter auf dem Bundeszeichen thront. Der Gefangene Kaiser Karls V. hat die Zeichen seiner Herrschaft vor sich abgelegt: Richtschwert und Kurschwert, das Wappen mit den gekreuzten Schwertern für Kurwürde und Amt des Erzmarschalls und das Rautenkranzwappen für das Herzogtum Sachsen. Der Inhalt des an Gott gerichteten, auf ihn vertrauenden und hoffnungsvollen Gebetes, die Bitte um Befreiung und um Errettung aus der Hand der Verfolger, steht in den lateinischen Umschriften: DOMINE · DEVS · MEVS · IN · TE · SPERAVIT164 · SALVVM · ME · FAC · EX · OMNIBVS · PER · SEQVENTIB(VS)165 ME ♣ | S · LIBERA ME | PS · XI166 | SPES MEA IN DEO.167 Auf der Rückseite (Abb. 37b) weist Johannes der Täufer Johann Friedrich auf das Gotteslamm. Vor ihnen steigt der Teufel aus dem flammenden Abgrund und präsentiert ein Buch, das INTERIM. Johann Friedrich aber hat den Blick demütig, furchtlos und glaubensstark auf den gerichtet, der der Welt Sünde trägt, wie es die Umschrift erklärt: DOMINVS · ILLVMINATIO · MEA · ET · SALVS · ME · QVEM · TIMEBO · PSALM · 26168 · 1549 · ♣ | ECCE ♣ AGNVS DEI. Als Philipp von Pommern 1553 den Plan fasste, einen Teppich entwerfen zu lassen, auf dem sein Haus zusammen mit dem ihm verwandtschaftlich verbundenen Haus der Ernestiner zusammengestellt ist, war das ‚Interim‘ erledigt. Der Fürstenaufstand unter Führung von Moritz von Sachsen hatte die Macht des Kaisers beschränkt und im Passauer Vertrag den evangelischen Fürsten das Recht zugesichert, ihren Glauben ohne Verfolgung auszuüben. Die Gefangenschaft Johann Friedrichs wurde am 27. August 1552 beendet, am 26. September hielt er, in den fürstlichen Stand wieder eingesetzt, Einzug in der Weimarer

162 Hans Reinhart d. Ä., Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, 1549. Medaille, Silber (76,34 g), Durchmesser 68 mm, Stempelstellung 11 Uhr, Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Objektnr. 18227901, vgl. Hugo SCHNELL, Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen, München 1983, S. 129, Nr. 38, mit wenig hilfreichen Bildbeschreibungen; CHRISTENSEN (wie Anm. 38), S. 88–91; V.D.M.I.Æ. (wie Anm. 56), S. 259f., Nr. 13.6. 163 Abb. 35a und b photographiert von Reinhard Saczewski, Berlin, dem ich, wie den Mitarbeitern des Münzkabinetts, für freundliche Hilfe danke. 164 Recte SPERAVI. 165 Recte PERSEQVENTIBVS. 166 Der korrekte Text steht Ps 7, 2: Domine Deus meus in te speravi salvum me fac ex omnibus persequentibus me et libera me. 167 Vgl. Ps 61, 8: et spes mea in Deo est. 168 Ps 26, 1.

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Residenz. Er hatte zuvor die ihm in der Wittenberger Kapitulation zugesprochenen Länder und darüber hinaus die kaiserliche Erlaubnis erhalten, die Festung Gotha, die er 1547 hatte öffnen müssen, wieder aufzubauen.169 Nicht beendet war die Rivalität zwischen Ernestinern und Albertinern, nicht beendet war die Kontroverse zwischen Jena und Wittenberg, zwischen den Flacianern und Philippisten.170 In diesen Streit hinein, der weit mehr war als ein Gelehrtendisput, wurde der Teppich konzipiert. Von der Rivalität zwischen Ernestinern und Albertinern ist der Bildteppich unberührt. Philipp demonstriert Einigkeit mit jener Linie der Wettiner, mit der er durch seine Gemahlin verwandtschaftlich verbunden ist. Unberührt zeigt sich die Tapisserie Philipps I. von Pommern aber zugleich von der Haltung Johann Friedrichs seinem in Wittenberg verbliebenen Gelehrten und einstigen theologischen Berater gegenüber. Die Tapete nimmt Rücksicht auf den alten Kurfürsten, nimmt das Haus der Ernestiner insgesamt aber in die Pflicht und demonstriert Gemeinsamkeit nicht nur mit Luther, sondern auch mit Bugenhagen und vor allem mit Melanchthon, den drei Wittenbergern – für Nikolaus von Amsdorf,171 den neuen Berater, Beichtvater und Bischof Johann Friedrichs, oder für Matthias Flacius, den erbitterten Gegner Melanchthons und späteren Jenaer Professor, war hier kein Platz.172 Demonstrativ stellte Philipp eine Gemeinsamkeit von Luther mit Bugenhagen und Melanchthon her und widersprach der Spaltung von Gnesio- und Pseudo-Lutheranern, die als Philippisten und später als Cryptocalvinisten verachtet wurden. Für Philipp gab es nur einen wahren Luther und nur einen einzigen, gemeinsamen und wahren evangelischlutherischen Glauben.

169 MENTZ (wie Anm. 13), III, S. 326f. 170 Daniel GEHRT, Ernestinische Konfessionspolitik: Bekenntnisbildung, Herrschaftskonsolidierung und dynastische Identitätsstiftung vom Augsburger Interim 1548 bis zur Konkordienformel 1577 (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte 34), Leipzig 2011 (zugl. Theol. Diss. Univ. Jena 2007). – Jena wurde von den Söhnen Johann Friedrichs gezielt zum Anti-Wittenberg ausgebaut, sie holten 1571 Luthers Grabplatte und inszenierten mit ihr protestantischen Reliquienkult, vgl. Ruth SLENCZKA, Bemalte Bronze hinter Glas? – Luthers Grabplatte in Jena 1571 als ‚protestantische Reliquie‘, in: Grabmal und Körper – zwischen Repräsentation und Realpräsenz in der Frühen Neuzeit. Tagungsband, hrsg. von Philipp Zitzelsberger (kunsttexte.de 4, 2010), 1–20. 171 Volker LEPPIN, Nikolaus von Amsdorf und Johann Friedrich d. Ä., in: Nikolaus von Amsdorf (1483–1565) zwischen Reformation und Politik. Hrsg. von Irene Dingel. Redaktion Johannes Hund, Henning P. Jürgens (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie 9), Leipzig 2008, 103–133; Daniel GEHRT, Der ‚Erzbischof‘ von Thüringen? Nikolaus von Amsdorf und die Genese der ernestinischen Landeskirche nach dem Schmalkaldischen Krieg, in: Nikolaus von Amsdorf (ebda.), 217–236. 172 Wenn die ab 1555 geltende Formel Cuius regio eius et religio die Frage aufwirft, was religio denn konkret bedeute, so sucht Philipp mit dem Teppich nach einer Antwort. Die Frage formulierte Ernst SCHUBERT, Fürstenreformation. Die Realität hinter einem Vereinbarungsbegriff, in: Glaube und Macht. Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation. Hrsg. von Enno Bünz, Stefan Rhein und Günther Wartenberg (Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt 5), Leipzig 2005, 23–47, hier S. 27.

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1554 hätte die Darstellung einer (anempfohlenen) Gemeinschaft der Ernestiner mit Melanchthon wohl fast einen Skandal bedeutet, wäre sie Johann Friedrich I. gewidmet gewesen. Das war sie gewiss nicht, vielmehr zeigte sie Philipp I. von Pommern und seinen geladenen Gästen, die den Teppich sehen konnten, den Standpunkt des Herzogs. Wie sehr Melanchthon den Ernestinern entfremdet war, macht der Weimarer Epitaphaltar für Johann Friedrich I. und seine Gemahlin deutlich, den deren Söhne stifteten. Er thematisiert ‚Gesetz und Evangelium‘,173 zeigt aber, rechts unter dem Kreuz, neben dem Täufer nur den älteren Cranach, der Johann Friedrich I. ins Exil und nach Weimar, treu bis in den Tod, gefolgt war, und Luther. Luther allein, der in die Bibel weist, nicht aber Bugenhagen und Melanchthon, die beiden abtrünnigen Wittenberger (Abb. 38). Sie beide hatten keinen Zugang mehr zum Gedächtnisort für den letzten Kurfürsten der Ernestiner. Die politische, die Haltung Johann Friedrichs I. spiegelnde Aussage des Weimarer Epitaphbildes zeigt sich vielleicht auch noch in der links hinter dem Kreuz stehenden Gruppe um Mose. Dieser weist in die geöffneten Gesetzestafeln, die einen korrekt geschrieben hebräischen Text der zehn Gebote überliefern (Abb. 39), rechts die Gottesgebote, links die Gebote für das friedliche Zusammenleben von Menschen.174 Der Finger des Gesetzeslehrers weist, anders als seit 1529 vorgegeben, auf jenes Gebot, nicht falsch Zeugnis zu reden wider den Nächsten (Ex 20, 16). Links daneben steht ein Prophet. Durch den Hermelinmantel und die hermelinbesetze Kopfbedeckung ist er, wie auch sonst auf Cranachs Bildern zu ‚Gesetz und Evangelium‘ nach 1529, als Kurfürst ausgezeichnet. Er hat, wie in dieser Tradition festgeschrieben, die Hand zum Schwur erhoben, aber er trägt mit seinem langen, geteilten Bart vielleicht Züge des neuen, des albertinischen Kurfürsten Moritz von Sachsen, der, auf dem Schlachtfeld längst gestorben, an seine obrigkeitlichen Pflichten erinnert wird. Des Jüngeren Cranachs Weimarer Epitaphaltar für Johann Friedrich I. würdigt ihn und seine Frau auf der linken Seitentafel, zeigt in der Mitteltafel

173 REINITZER (wie Anm. 107), Nr. 758 und Abb. 187, 187a. 174 Zum hebräischen Text der Gesetzestafeln teilt mir Ferdinand Ahuis, Hamburg, freundlicher und dankenswerter Weise mit: Auf beiden Tafeln sind nur acht Gebote verzeichnet. Nur die Einleitung zum ersten Gebot ist berücksichtigt, nicht aber das erste Gebot (Du sollst keine anderen Götter haben neben mir) und das 2. Gebot (Du sollst dir kein Bildnis noch Gleichnis machen…). Die Einleitung spricht nur von der Herausführung, „aus Ägypten“ ist weggelassen. Auf der ersten (rechten) Tafel sind die Gebote 3 und 4 nach biblischer, 2 und 3 nach mittelalterlicher und lutherischer Zählung genannt, auf der zweiten (linken) Tafel die übrigen Gebote. Das zehnte Gebot ist nicht, wie bei Luther, in zwei Gebote (Luther: 9 und 10) zerlegt. Die Schlusskonsonanten sind nicht immer sauber ausgeführt, ebensowenig die Punktation. Der Schluss des 9. und 10. Gebots wirkt apokopiert. Vielleicht hat der Schreiber den Text nicht verstanden, oder er bricht mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Platz ab.

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vielleicht und jedenfalls sehr versteckt seine Kontroverse mit Moritz von Sachsen und stellt dort seine Gemeinschaft allein mit Luther und Cranach, nicht aber mit Bugenhagen und Melanchthon dar. Philipp I. von Pommern verfolgte hingegen die Idee, die theologisch-politische Kontroverse mit Luther, aber auch an der Seite Bugenhagens und Melanchthons zu überwinden und jene Tatsachen zu benennen, die für jeden (evangelischen) Christen, nicht nur für jedes Mitglied des pommerschen und ernestinischen Fürsten- und Herzoghauses heilsnotwendig sind und Geltung haben: Den Tod Christi am Kreuz als einzig wirksames Opfer für die Sünde der Welt, die Aufnahme in die Kirche, in die Gemeinschaft mit Christus durch die Taufe, die Rechtfertigung des Sünders allein aus dem Glauben, die Bedeutung der auf die Schrift gegründeten Predigt von Gesetz und Evangelium. Für die Taufe, die Kirche (und ihre Ordnung) steht Bugenhagen,175 für die schriftgemäße Predigt, die auf Christus als das Lamm Gottes verweist, und für die Rechtfertigung des Sünders allein aus dem Glauben als zentrale Botschaft des Predigers, steht Luther, für das Sakrament und den Ritus, für das Abendmahl nicht als eine Opfer-, sondern als Gedächtnisfeier steht Melanchthon. Er wird in eine sich ihm nicht nur in der Person Johann Friedrichs distanziert zeigende Gemeinschaft mit den Ernestinern hineingestellt mit jenem Bibelzitat aus Is 53, 12, auf das er früh, schon in den ‚Loci‘ von 1521 Bezug genommen hatte: Er ist den Vbelthetern gleich gerechent vnd hat vieler Sunde getragen vnd hat fur die Vbeltheter gebeten. Das allein auf den Opfertod Christi und dessen Gnadentat bezogene Zitat sagt über Melanchthon und seine Glaubenstreue mehr aus als die Nennung seines Namens, den wie den Luthers oder Bugenhagens zu rühmen in Gegenwart des alten Kurfürsten wohl nicht mehr opportun war. Der Teppich Philipps von Pommern formulierte 1554 eine Art Konkordienformel für alle evangelischen Christen, besonders aber für die Ernestiner und die Pommern. Sie, verwandtschaftlich verbunden, sind aufgefordert, sich auf den Kern evangelischen Glaubens zu besinnen und dadurch Identität zu stiften und die Zukunft ihrer Häuser zu sichern. Sie sind hingestellt als Garanten für die Einheit des evangelischen Bekenntnisses, sie sind schützend vor dieses Bekenntnis gestellt, das die Einheit und den Zusammenhalt des Glaubens und ihrer Herrschaft garantiert.176

175 Ferdinand Ahuis verweist mich in diesem Zusammenhang auf das Epitaphgemälde von Lucas Cranach d. J. für Johannes Bugenhagen von 1560 an der Südwand der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Marien in Wittenberg: Heraldisch geordnet knien die Mitglieder der Familie Bugenhagens an den Seiten der Taufe Christi vgl. THULIN (wie Anm. 156), S. 84f. 176 BRASSAT (wie Anm. 2), S. 208, bemerkte, dass Georg I. als Erster des pommerschen Hauses der Kanzel abgewendet dargestellt werde, weil er zeitlebens katholisch geblieben sei. Es ist schade, dass jemand, der sich um die politische Ikonographie von Tapeten Gedanken macht, so ungenau auf seine Gegenstände sieht. Ernestiner und die pommersche Herzöge sehen alle nicht auf den Prediger. Aber deswegen sind sie

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Zeitdruck Der Ruf nach concordia und Gemeinsamkeit im evangelischen Glauben richtet sich nicht an die Verstorbenen und nur sehr bedingt an Johann Friedrich. Indem er in seinem kurfürstlichen Stand und unverwundet gezeigt wird, ist die Zeit wie spurlos an ihm vorübergegangen, ist er der Zeit gleichzeitig enthoben. Der Ruf nach concordia ergeht an die Kinder des alten Kurfürsten und an die Kinder Philipps von Pommern. An der Rückwand der Kanzel, auf der Luther predigt, hängt eine Sanduhr. Sie macht die Zeit zum Thema. Sanduhren an Kanzeln begegnen häufig, sie stammen fast alle aus dem 18. Jahrhundert und folgen didaktischen Zwecken.177 Sie sollen den Prediger daran erinnern, nicht länger als 60 Minuten zu predigen. Luther bedurfte eines solchen Hinweises nicht, das Problem aber war ihm nicht unbekannt, da er sich über die langen Predigten Bugenhagens belustigt-spöttisch äußert.178 Kanzeluhren sind traditionell Zeichen der vanitas, sie mahnen, sich um die heilsnotwendigen Dinge beizeiten zu kümmern. Diese Mahnung gilt dem Predigthörer179 und gilt für ihn auch und gerade dann, wenn die Predigt das Falsche verspricht (Abb. 40).180 Sie ist Mahnung auch an den Prediger, wie über dem Portal zum Kanzelaufgang in St. Marien in Salzwedel. Putto, Totenkopf und Stundenglas mahnen ans Ende: ‚O Mensch, sieh an und bedenke, wozu du bald werden wirst‘ (Abb. A 9g).181

doch nicht Luther ‚abgewandt‘ und kehren ihm den Rücken zu – im Gegenteil, sie stehen da als Garanten und schützend vor der evangelisch-lutherischen Lehre, deren Einheit freilich eben ihrer gemeinsamen Anwesenheit bedarf. Sehr unklar in diesem Punkt das verdienstvolle und schöne Leporello von Birgit DAHLENBURG, Der Croy-Teppich der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Schwerin 2006. Hier wirkt wohl nach die grundlegend falsche Sehweise von Nikolaus ZASKE, Der Greifswalder CroyTeppich. Cranachs Beitrag zur Entwicklung des monumentalen Historien- und Gruppenbildes, in: Lucas Cranach. Künstler und Gesellschaft. Referate des Colloquiums mit internationaler Beteiligung zum 500. Geburtstag Lucas Cranachs d. Ä. Staatliche Lutherhalle Wittenberg, 1.–3. Oktober 1972, Wittenberg 1973, 107–111, hier S. 110. 177 Vgl. mein gewiss lückenhaftes Verzeichnis in Anhang IV. 178 Omnis pontifex debet habere sua sacrificia privata. Ergo Pomeranus suis longis praedicationibus auditores suos sacrificat; nos enim sumus suum sacrificium. Et hodie egregie nos sacrificavit (Jeder Priester pflegt, seine Privatopfer zu feiern. Der Pommer macht daher seine Zuhörer durch seine langen Predigten zum Opfer. Wir nämlich sind sein Messopfer), Martin Luther, WA Tr 3, 60, Nr. 2898. Für den freundlichen Hinweis danke ich Ferdinand Ahuis. 179 Putto, Totenkopf und Stundenglas zieren den Kanzelkorb mit den vier Evangelisten in der Kirche in Flechtingen, vgl. Anhang I, Nr. A 17 und Abb. A 17a. 180 On Aplas von Rom kann man wol selig werden…, Augsburg: Melchior Ramminger, 1520, Titelholzschnitt von Heinrich Vogtherr d. Ä., ex: Bayerische Staatsbibliothek München, Sign.: Res/4 Polem. 7. Tbl. 181 Vgl. Anhang I, Nr. A 9.

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Des Todes gewiss, der der Sünden Sold ist (Rm 6, 23), predigt Luther die gewisse Hoffnung auf das Leben, das dem Glaubenden durch den Tod Christi am Kreuz zugesagt ist. Diese evangelische Wahrheit bedarf keiner den Gnadenschatz verwaltenden Kirche und bedarf keines Priesters, der das Opfer Christi in der Messe wiederholt. Das ist das Bekenntnis auch Bugenhagens und Melanchthons, es macht bis heute die Identität evangelisch-lutherischer Christen aus. Der pommersche Teppich, heute in Greifswald, ist so etwas wie ein tapetum concordiae, ein Bild, das zeigen wollte, dass es nur den einen und unteilbaren Luther gibt und nur eine gemeinsame Nachfolge in der Lehre, die in den Händen Bugenhagens und Melanchthons, nicht in Jena, sondern in Wittenberg lag. Er stellte die verwandtschaftlich verbundenen Ernestiner und Pommern auch im Bekenntnis, allerdings im rechten, gemeinsamen, durch Luther, Bugenhagen und Melanchthon gleichermaßen bezeugten Bekenntnis,182 neben einander und forderte die Kinder auf, es gemeinsam und jedes für sich zu halten und zu gewährleisten. Das ist, aus unterschiedlichen Gründen, so ganz nicht gelungen. Die Söhne Johann Friedrichs I. hielten an Jena fest und bauten die Hohe Schule zur Universität aus, an die sie Flacius Illyricus beriefen, der freilich schon 1561wieder entlassen wurde. Die Pommern hielten an ihrem Glauben und an der Universität in Wittenberg fest, fanden aber bald keine Nachkommen. Für die letzte direkte Angehörige des pommerschen Herzoghauses, Anna (3. Oktober 1590 Barth – 7. Juli 1660 Stolp), die jüngste Tochter von Herzog Bogislaw XIII. und Herzogin Klara von BraunschweigLüneburg,183 galt, dass die Kinder aus ihrer Ehe mit dem katholischen Herzog Ernst von Croy, den sie am 4. August 1619 geheiratet hatte, evangelisch erzogen werden sollten. Ernst von Croy starb 1620 im Feldlager vor Oppenheim. Die Herzogin nahm ihren Wohnsitz auf Schloss Finstingen in Lothringen. Inmitten der katholischen Verwandtschaft wurde ihr Aufenthalt dort untragbar. 1622 floh sie, ihr Bruder Bogislaw stattete sie mit Stolp als ihrem Leibgedinge aus. Ihr einziger Sohn, Ernst Bogislaw von Croy, starb 1684

182 THÜMMEL (wie Anm. 145), S. 205, hat für den Teppich in Greifswald den Begriff des Bekenntnisbildes gebraucht. Das Bekenntnis ist aber nicht nur eines zum Glauben, sondern eines zur dynastischen Verbundenheit und zur landesherrlichen Verpflichtung, den wahren, einzig für wahr gehaltenen evangelisch-lutherischen Glauben zu wahren und zu gewährleisten. 183 Anna hatte fünf Brüder, von denen der letzte, Bogislaw XIV., am 10. März 1637 starb. Anna erbte nur das Eigen, nicht aber das Herzogtum, das von Schweden in Besitz genommen wurde. Der Konflikt mit Polen zwang Anna, ihren Witwensitz in Stolp zu verlassen, wo sie aber in der Schlosskirche beigesetzt wurde. Ob der pommersche Konkordienteppich damals in Stolp oder noch in Stettin oder an einem anderen Ort (Berlin?) gelagert war, ist mir unbekannt, vgl. HANNES (wie Anm. 5), S. 66, Anm. 66.

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kinderlos, er verfügte testamentarisch, den dann wohl schon verstümmelten Teppich184 in das Eigentum der Greifswalder Universität zu überführen.185 Die von ihm formulierte und durch ihn geforderte Einheit des Bekenntnisses scheiterte letztlich an der Differenziertheit und an den auch räumlich ausgreifenden Lehrstreitigkeiten der Lutheraner, die selbst durch die von Kurfürst August von Sachsen veranlasste Formula concordiae von 1577 nicht beigelegt werden konnten.186 Dass die Kontroverse zwar Einheitlichkeit, aber nicht Einheit und Einigkeit verhindert, lernen wir erst heute zu begreifen. Der von Philipp I. von Pommern in Auftrag gegebene und von Peter Heymans verfertigte Bildteppich ist Zeitzeuge, Zeugnis für das Ringen um Identität im gemeinsamen Glauben, Glaubensbekenntnis und Visualisierung eines gottgegebenen, biblisch tradierten und legitimierten Auftrags an die Inhaber

184 SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 50, sagt, ohne Quellen zu nennen, der Teppich sei während „der letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts“ aus Raummangel am oberen Ende nicht ausgerollt gezeigt worden. An einem anderen Ort (S. 63, Anm. 78) beruft er sich auf die Arbeit von [Karl] SCHILDENER und [Christian Wilhelm?] AHLWARDT, Beschreibung des Festes zur Erinnerung an die Herzogin Anna, insonderheit aber des großen gewirkten Teppichs, womit bey dieser Gelegenheit die Hauptwand des academischen Hörsaals verziert ist, in: Greifswaldische Academische Zeitschrift I (1822), 79–138. Hier, S. 134f., wird dargelegt, dass der Teppich aus Platzgründen immer nur im unteren Teil ausgerollt gezeigt und die Lücke erst 1810 entdeckt wurde. – Karl SCHILDENER (26.8.1777 – 28.12.1843) war Professor der Rechte an der Universität und der erste Bibliothekar der Greifwalder Bibliothek; Christian Wilhelm AHLWARDT (1760 – ca. 1830) war Klass. Philologe an der Universität. – Wichtiger ist die Mitteilung bei SCHROEDER auf S. 64, Anm. 79, dass Georg Buchholtz (1688–1737), der in Greifswald Theologie studiert und 1710 an der ersten Croy-Feier teilgenommen hatte, in seinem Reise-Tagebuch vermerkte, dass der zur Schau gestellte Teppich beschädigt und nur mit einer durch ein Lobgedicht auf Anna notdürftig verdeckten Lücke zu sehen war. Es darf vermutet werden, dass das Geschenk an die Universität schon bei seiner Übergabe Fragment und die zurückhaltende Präsentation des Teppichs durch diesen Mangel motiviert war. Die Handschrift des Tagebuchs war mir nicht zugänglich, die hier interessierende Nachricht lautet: Ex tapete hoc ingens frustrum excisum, ut ajunt in aula Berolinensi, vel ob invidiam alicuius dicti vel personae, in cuius defectus locum suspensum Elogium Musarum Gryphicarum datum Annae lineo atro albo colore superpictum, vel ut apparet argento ornatissimum. – Ob der Diebstahl tatsächlich in Berlin oder nicht schon früher stattgefunden hat, ist ungewiss. – Über die so gut gemeinten wie mangelhaften Heilungsversuche muss hier nicht berichtet werden, dazu DAHLENBURG (wie Anm. 176), besonders aber LESSING (wie Anm. 4), der als verantwortungsbewusster Restaurator nicht ‚irgendeine‘ Taufe, sondern einen Text einfügte, der nicht in Verdacht kommen konnte, dem verlorenen Original nacheifern zu wollen. Vielleicht aber wäre es besser gewesen, hier einen ungerahmten Text einzusetzen, wie: „Die Taufe Christi. | Vielleicht schon vor 1707 herausgeschnitten“. 185 Geschichts- und Kunstdenkmäler der Universität Greifswald. Zur 450 jährigen Jubelfeier im Auftrage von Rektor und Senat hrsg. von Victor Schultze, Greifswald 1906, 39 –54 und Tafeln XIII–XVII. Es ist bezeichnend, dass der Autor die notdürftig geschlossene Lücke des Teppichs mit keinem Wort erwähnt; SCHROEDER (wie Anm. 2), S. 49 – 60. 186 Umfassend dazu Irene DINGEL, Concordia controversa. Die öffentlichen Diskussionen um das lutherische Konkordienwerk am Ende des 16. Jahrhunderts (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 63), Gütersloh 1996; GEHRT (wie Anm. 170).

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ZEITDRUCK

des Regiments, für die Wahrung des rechten Glaubens einzustehen. Er appelliert insoweit an die verwandtschaftlich verbundenen Ernestiner, legt aber vor allem ein mit Stolz und Selbstbewusstsein erfülltes Zeugnis für die Existenz und Identität des Hauses und der Herrschaft Pommern im wahren evangelischlutherischen Glauben ab.187 Dieser ist unteilbar und ist von Luther selbst, aber eben auch von Bugenhagen und Melanchthon gültig verkündet. Historisch haben sich die Aussage und die repräsentative Aufgabe des Teppichs nicht durchgesetzt. Gleichwohl und im Abstand zur Gegenwart bleibt der pommersche Teppich bis heute bedeutsam, da man mit ihm die Zeit und die Umstände besser versteht, in die hinein er geplant und verwirklicht wurde.188

187 Er verfolgt, auf seine Weise, damit ein Ziel, wie es sich, fast ein halbes Jahrhundert später, Daniel Cramer mit seiner ‚Pommerischen Kirchen Chronica‘ gesetzt hat, vgl. dazu Volker GUMMELT, Daniel Cramers »Pommerische Kirchen Chronica«. Ein Zeugnis für ein durch die Reformation gewachsenes Regionalbewusstsein in Pommern, in: Kirche und Regionalbewusstsein in der Frühen Neuzeit. Konfessionell bestimmte Identifikationsprozesse in den Territorien. Hrsg. von Irene Dingel und Günther Wartenberg †. Redaktion Michael Beyer und Alexander Wieckowski (Leucoreastudien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie 10), Leipzig 2009, 69–76. – Der selbst- und traditionsbewusste pommersche Teppich ist somit alles andere als ein Sühnebild, so aber Matthias MÜLLER, Sieger unter dem Kreuz. Der Croy-Teppich als Sühnebild des pommerschen Herzogs Philipp I., in: Unter fürstlichem Regiment. Barth als Residenz der pommerschen Herzöge, hrsg. von Melanie Ehler und Matthias Müller im Auftrag der Stadt Barth. Begleitbuch zur gleichnamigen Sonderausstellung im Vineta-Museum Barth, 24. Juni – 25. September 2005, Berlin 2005, 216–221. 188 Es ist das Verdienst von Irene DINGEL, gezeigt zu haben, wie die Lehrstreitigkeiten der Lutheraner dazu beitrugen, neue theologische Positionen zu entwickeln und das Vokabular, mit dem der Disput geführt wurde, zu differenzieren und argumentativ zu verfeinern. Gleichwohl erschreckt und verstört bis heute die lieb- und würdelos polemische und existenzvernichtende Polemik diverser Auseinandersetzungen.

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A BBILDUNGSNA CHWEISE

Abb. 1 Pommerscher Bildteppich, sign. PH (Peter Heymans), dat. 1554. Basselissewirkerei in drei Teilen, 432 cm x 680 cm. Greifswald, Pommersches Landesmuseum. Leihgabe der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald. Foto: Grzegorz Solecki, Greifswald. Abb. 2 Schreiben Philipps von Pommern an Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, dat. 7. Juni 1553. Thüringisches Hauptstaatsarchiv, ThHStA Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. C 744, Bl. 10r. Abb. 3 Lucas Cranach d. Ä., Von Gotts genaden Johans Friederich hertzog zu Sachssen…, 1534 (?), kolorierter Holzschnitt, 40, 6 cm x 29, 4 cm. Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 15, 77. Abb. 4 Lucas Cranach d. Ä., Friedrich III., Johann und Johann Friedrich von Sachsen, 1532, Öl auf Holz, Triptychon, Mitteltafel 67,5 cm x 67 cm, die beiden Flügel 68,7 cm x 32,3 cm. Auf der Mitteltafel und dem linken Flügel aufgeklebtes Papier, bedruckt. Hamburger Kunsthalle, Inv.-Nr. HK 606. Foto: Elke Walford. Abb. 5 Michael Ribestein, Herzog Johann Friedrich zu Sachsen, 1547, kolorierter Holzschnitt, 40, 8 cm x 29, 1 cm. Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 15, 54/Xyl. I. 79. Abb. 6 Lucas Cranach d. J., Brustbild Johann Friedrichs I. von Sachsen mit aufgeschlagenem Buch vor Kruzifix, 1552, Holzschnitt mit typ. Text, 15,4 cm x 18 cm. Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 20. Abb. 7 Peter Rodelstedt aus Gottland, gen. Peter Gottland, Johann Friedrich der Großmütige mit Daniel in der Löwengrube, 1551, Kupferstich, 18,3 cm x 24,3 cm. Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv.-Nr. I,332,3. Abb. 8 Lucas Cranach d. J., EFFIGIES ILLVSTRISSIMI PRINCIPIS IO | HANNIS FRIDERICI DVCIS SAXONIAE PRI- | mi etc. Ad uiuum exemplar expressa, Anno ætatis ipsius XLIX | Cli-

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macterico, Anno captiuitatis quinto, Anno Christi | 1551., Holzschnitt mit Typendruck, mit Schrift 24,2 cm x 14,6 cm, Darstellung mit Einfassungslinie 16 cm x 12,5 cm. Berlin, Staatliche Museen, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. 130– 1890. Abb. 9 Unbekannter Formschneider (Cranach-Schule?), Johann Friedrich I. von Sachsen, 1553, Holzschnitt mit Typendruck, 25,5 cm x 16,5 cm. München, Staatliche Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 85533 D. Abb. 10 Lucas Cranach d. J., Epitaphium oder Grabschrift Des […] Herrn Johans Friederich des Eltern [… etc.], dat. 1554 und mon., Holzschnitt, mit typ.Text, vgl. Gotteswort (wie Anm. 29), 162, Nr. 2.49. Das Holzschnittportrait für sich ist identisch mit einem Druck von 1551, Holzschnitt mit typ. Text, Blattgröße 40,4 cm x 27,6 cm, Holzschnitt 27,3 cm x 21,7 cm, Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 7, Gotteswort (wie Anm. 29), 162, Nr. 2.48. Abb. 11 Lucas Cranach d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, 1551, Öl auf Holz, 20,5 cm x 14,7 cm. Privatbesitz. Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf. Abb. 12 Albrecht Dürer, Kaiser Maximilian I., sign. und dat., 1519, Öl auf Lindenholz, 74 cm x 61,5 cm. Kunsthistorisches Museum Wien, Inv.-Nr. GG 825. Abb. 13 Tizian, Johann Friedrich der Großmütige in Rüstung, 1548. Öl auf Leinwand, 129 cm x 93 cm. Madrid, Museo Nacional del Prado, Inv.-Nr. 533. Abb. 14 Tizian, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, 1548, vielleicht erst 1550/51 entstanden. Öl auf Leinwand, 103,5 cm x 83 cm. Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 100. Abb. 15 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, 1578, Öl auf Lwd., 118,5 cm x 91 cm. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Rüstkammer, Inv.-Nr. H 73, vgl. Glaube & Macht (wie Anm. 52), Nr. 384. Abb. 16 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich I. als Kämpfer für den evangelischen Glauben und die Reformation, dat. 1547, kolorierter Holzschnitt mit typ. Text, Blattgröße 40,5 cm x 29,8 cm. Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 3.

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ABBILDUNGSNACHWEISE

Abb. 17 Georg Pencz, Johann Friedrich I. von Sachsen, Kupferstich, 1543, 40,4 cm x 31,1 cm. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Inv.-Nr.: A 2605. Abb. 18 Titian, Kaiser Karl V. zu Pferd, 1548, Öl auf Lwd., 335 cm x 283 cm. Madrid, Museo Nacional del Prado, Inv.-Nr. P 410. Abb. 19 Christoph Herzog zu Württemberg, Aquarellierte Federzeichnung, nach 1559, 30,7 cm x 19,2 cm. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Graphische Sammlungen, Sign.: Por. Christoph. Abb. 20 Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen, sign. und dat. 1546, kolorierter Holzschnitt mit typ. Text, gedruckt bei Hans Daubmann in Berlin, 38,3 cm x 23,3 cm. Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Schlossmuseum, Inv.-Nr. G 42, 5. Abb. 21 Lucas Cranach d. J., Wappen Johann Friedrichs, 1546, Holzschnitt, 41,4 cm x 26,7 cm. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Sign. A 6662. Abb. 22 Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Lwd., 203 cm x 101 cm. Jena, Kollegienhof, Inv.-Nr. GP 182. Abb. 23 Lucas Cranach d. J., Gegenüberstellung der rechten und der falschen Kirche, nach 1547, Holzschnitt, 27,8 cm x 38,8 cm. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Kupferstich-Kabinett, Inv.-Nr. A 6628. Abb. 24 Stefan Lochner, Weltgericht, um 1435, Öl auf Holz, 124,2–5 cm x 172–173 cm. Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Inv.-Nr. WRM 66. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln. Abb. 25 Lucas Cranach d. Ä., Luther als Anzeiger Christi, Predella des Altars in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg, 1547, Tafelgemälde, 93 cm x 233 cm. Foto: Jürgen M. Pietsch. Abb. 26 Matthias Grünewald, Kreuzigung, um 1515, Mittelteil des Isenheimer Altars, 269 cm x 307 cm. Colmar, Musée d’Unterlinden. Abb. 27 Lucas Cranach d. J., Unterscheid zwischen der waren Religion Christi/vnd falschen Abgöttischen

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lehr des Antichrists in den fürnemsten stücken, Holzschnitt von zwei Stöcken, 35,1 cm x 58,5 cm, 1547 oder 1548. Berlin, Staatliche Museen, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. 707–115. Foto: Jörg P. Anders. Abb. 28 Lucas Cranach d. J., Johann Friedrich von Sachsen und die Wittenberger Reformatoren, wohl erst 1548/49, Öl auf Holz, 70,2 cm x 39,7 cm Toledo, Ohio, Toledo Museum of Art, Gift of Edward Drummond Libbey, Acc.-No. 1926.55. Abb. 29 Fragment der Predigtkanzel aus der Stadtkirche St. Marien, Holz, Ende 15. Jahrhundert, Höhe insgesamt 285 cm, die beiden noch erhaltenen Korbwände 85 cm x 43 cm. Wittenberg, Lutherhaus, Raum 6 (Dauerleihgabe der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg). Abb. 30 Franz Timmermann, Sündenfall und Erlösung, sign. und dat. 1540, Öl auf Holz, 39,2 cm x 31,8 cm, Hamburger Kunsthalle, Inv.-Nr. 586 Abb. 31 Abendmahl, 1602, Predella des Altars in der Schlosskirche in Stolp/Słupsk. Abb. 32 Lucas Cranach d. Ä., Abendmahl, um 1547, Öl auf Holz, Mitteltafel des Altars in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg, 256 cm x 242 cm. Foto: Jürgen M. Pietsch. Abb. 33 Johann Friedrich von Pommern und seine Frau knien betend unter dem Kreuz, 1602, Altartafel in der Schlosskirche in Stolp/Słupsk. Abb. 34 Inventar von Schloss Wolgast, 1560, Stett. Arch. Rep. 1, Tit. 49, Nr. 17, fol. 15r. Abb. 35 Staatsarchiv in Stettin (Archiwum Pa´nstwowe w Szczecinie), Herzoglich Wolgaster Archiv (Zespót Archiwum Ksia˛za˛t Wołgoskich), Nr. Wol. 502 (alt: Rep. 5), Tit. 32, Nr. 114, mit dem Titel: Acta […] betreffend die Herzoglich Wolgastsche Silber Kammer insbesondern das Inventarium derselben de 1593, fol. 118v. Abb. 36 Jacob Lucius, Historia baptizati Christi, nicht datiert und signiert, 1555 (?), Holzschnitt von zwei Stöcken, mit Typendruck, 34,6 cm x 54,6 cm. Staatliche Graphische Sammlung, München, Inv.-Nr. 116935 D.

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ABBILDUNGSNACHWEISE

Abb. 37a Hans Reinhart d. Ä., Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, 1549. Medaille, Silber (76,34 g), Durchmesser 68 mm, Stempelstellung 11 Uhr, Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Objektnr. 18227901. Vorderseite, Foto: Reinhard Saczewski, Berlin. Abb. 37b Hans Reinhart d. Ä., Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, 1549. Medaille, Silber (76,34 g), Durchmesser 68 mm, Stempelstellung 11 Uhr, Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Objektnr. 18227901. Rückseite, Foto: Reinhard Saczewski, Berlin. Abb. 38a Lucas Cranach d. Ä., Gesetz und Evangelium, 1555, Mitteltafel des Epitaphaltars in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar, Mitteltafel 360 cm x 311 cm, Seitenflügel Abb. 38b Mitteltafel des Epitaphaltars in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar, Detail: Mose mit den Gesetzestafeln. Abb. 39 Gesetzestafeln des Mose auf der Mitteltafel des Epitaphaltars in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar. Umschrift von Ferdinand Ahuis, Hamburg. Abb. 40 On Aplas von Rom kann man wol selig werden…, Augsburg: Melchior Ramminger, 1520, Titelholzschnitt von Heinrich Vogtherr d. Ä. Bayerische Staatsbibliothek München, Sign.: Res/4 Polem. 7. Tbl. Berlin 8, 27, 37a, 37b Coburg 7 Colmar 26 Dresden 15, 17, 21, 23 Gotha 3, 5, 6, 10, 16, 20 Greifswald 1 Hamburg 4, 30 Jena 22 Köln 24 Madrid 13, 18 München 9, 36, 40 Słupsk/Stolp 31, 33 Szczecinie/Stettin 34, 35 Stuttgart 19 Toledo/Ohio 28 Weimar 2, 38a, 38b, 39 Wien 12, 14 Wittenberg 25, 29, 32

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A NHÄ NGE (Anhänge I – III chronologisch, Anhang IV alphabetisch geordnet)

Die folgenden Angaben basieren, mit wenigen Ausnahmen, auf dem DEHIO. Die Denkmäler des 16. Jahrhunderts in Anhang I. (A 1 – A 27, A 42) habe ich, mit wenigen Ausnahmen, alle selbst aufgenommen und photographiert. Die Photos der Kanzel im Dom zu Lübeck verdanke ich P. Dr. Matthias Riemer. Die Photos der Kanzeln in Złotoryja, Kromolin und Zie˛bice (Polen) verdanke ich Marta und Sebastian Braun sowie Waldemar Czernik, deren Exkursion durch Wolfgang Goerigk, Hamburg, ermöglicht wurde. Für die Bereitschaft, die Aufnahmen zu genehmigen, danke ich den Kirchengemeinden, besonders aber deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich mit großem Verständnis und Vertrauen bei meinen Arbeiten unterstützten und haben gewähren lassen. Meine Absicht war es, die evangelischen, von einer Mosefigur getragenen Kanzelkörbe wenigstens des 16. Jahrhunderts vollständig zu erfassen. Mir ist das sicherlich nicht für diese Zeit und schon gar nicht für die folgenden Jahrhunderte gelungen, weshalb ich jede Kirchengemeinde, die eine Mose-Kanzel besitzt und sich in meinem Verzeichnis nicht wiederfindet, um Verständnis und um die Freundlichkeit bitte, mich von meinem Versäumnis zu benachrichtigen. Harald von Niebelschütz-Gleinitz, Flechtingen, berichtete mir von seinen Vorfahren, Kirchenpatrone der Kirche St. Jakobus in Jakobskirch (Niederschlesien, heute Polen). Von ihnen und aus einer heute nicht mehr erhaltenen Familienchronik wusste er, dass in der Wallfahrtskirche, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1654 und dann noch öfters evangelisch war, eine Kanzel existierte, die von einer Mosefigur getragen wurde. Sie ist, wohl zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auf Veranlassung von Hans Ernst von Niebelschütz im Zuge einer Umgestaltung der Kirche umgesetzt worden. Dabei wurde die den Korb tragende Mosestatue aus Stein (Marmor?) zerstört oder jedenfalls derart beschädigt, dass sie ersetzt werden musste. Die Fragmente der alten Kanzel wurden nicht aufbewahrt. Der Bericht zeigt, dass das folgende Verzeichnis (Anhang I. A) in jedem Fall nur Vestigien beschreibt. Der Anhang I. B versammelt ohne Anspruch auf Vollständigkeit andere figürliche Kanzelträger und soll einen Eindruck über deren thematische, räumliche und zeitliche Distribution geben. Die Anhänge II und III mögen Beispiele zeigen, wie Mose und das Gesetz am oder über dem Kanzelkorb stehen, von dem aus nicht nur das Evangelium verkündet, sondern auch das Gesetz gepredigt wird. Anhang IV gibt Nachricht von Kanzeluhren fast nur des 18. Jahrhunderts, die in erster Linie als Maß für die Dauer der Predigt und nicht als Vanitaszeichen zu verstehen sind.

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ANHÄNGE

A NHA NG I: KA NZELTRÄ GER, A : MOSE 16. Jh.

A1 ETTERSBURG, Lkr. Weimarer Land, Thüringen Filialkirche St. Justinus und Laurentius Abb. A 1a – A 1c

Kanzel, Marmor, von einer 75 cm hohen, auf einem Sockel stehenden Mosefigur getragen, 16. Jahrhundert,* aus Weida (?), 1864 von dem Großherzog Carl Alexander (1818–1901) geschenkt. Am polygonalen Korb zwischen Ecksäulchen die Reliefs Christi und der Evangelisten, v. l. n. r.: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

A2

* Die Datierung auf 1520 im DEHIO-Thüringen beruht auf einem fehlerhaften Exzerpt aus den Bau und Kunst-Denkmälern Thüringens, Heft XVIII. Dort heißt es auf 222 ausdrücklich, die Kanzel stamme aus dem 16. Jahrhundert. Zum Altarwerk, das ursprünglich wohl in der Kirche zu Hopfgarten gestanden hatte und 1865 als großherzogliches Geschenk nach Ettersburg kam, wird kurz darauf bemerkt: „um 1520“. – Weida wurde 1527 evangelisch. Wenn die Kanzel tatsächlich von dort stammt, wird sie nicht früher als 1535/40 datiert werden und in die Nähe der Dessauer Kanzel gerückt werden können. Ein endgültiges Urteil steht mir nicht zu. 16. Jh. ZSCHEPPLIN, Lkr. Delitzsch, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche, ehem. Wallfahrtskirche St. Lucia Abb. A 2 Mosefigur, 16. Jh., Sandstein, 135 cm hoch, 16. Jahrhundert, Träger von einer verlorenen Kanzel. Steht heute frei im Chorraum. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 851.

[A 3]

1540 DESSAU, Stadt Dessau-Rosslau, Reg.-Bez. Dessau, Sachsen-Anhalt Ehem. ev. Stadtkirche/Schlosskirche St. Marien Kanzel, 1540, am 7. März 1945 völlig zerstört. Figur des Mose als Kanzelträger, in den Brüstungsfeldern Kruzifix zwischen Maria und Johannes, außen Paulus mit Briefboten. Literatur: Poscharsky, 126 und 166f.; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 168.

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A4

Mitte 16. Jh. TEUTSCHENTHAL, Saalekr., Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Laurentius (Oberteutschenthal) Abb. A 4a – A 4d An der Ostwand, hinter dem Kanzelaltar, Reste einer Kanzel vermauert: Kreuzigungsgruppe, vier Evangelistenfiguren und Trägerfigur des Mose, Sandstein, Mitte 16. Jh.

A5

kurz nach Mitte 16. Jh. LORENZKIRCH, Gem. Zeithain, Lkr. Riesa-Großenhain, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Abb. A 5 Kanzel, Sandstein, aus Thallwitz (Muldenkr.), kurz nach Mitte des 16. Jahrhunderts, stark ergänzt, Mose als Kanzelträger, 150 cm hoch. Runder Korb mit Reliefs der Aufrichtung der Ehernen Schlange, Johannes Evangelista mit Kelch und Schlange, flankiert von zwei nicht zu identifizierenden Personen, sowie der Kreuzigung mit Maria, Johannes und dem Täufer, der mit dem Finger auf den Gekreuzigten zeigt. Das Kreuz steht über dem Adamsschädel. An der Treppenbrüstung Darstellung von Petrus und Paulus. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 437.

A6

1565 STREHLA, Lkr. Riesa-Großenhain, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Stadtkirche Abb. A 6a – A 6c Melcher Tatz, Kanzel, glasierter Ton, 1565, an der Südwand des Chores, datiert 1565. Der Kanzelkorb wird von einer lebensgroßen Mosefigur getragen. Am Treppenaufgang vier Reliefs mit lateinischem Text darüber, deutschsprachigem Text darunter, v. l. n. r.: Erschaffung Evas, Sündenfall, Vertreibung. IN · PRINCIPIO · CREAVIT · | DEVS · COELVM · ET · TERRAM | GENES · 1 · [Gn 1, 1] IM · ANFANG · SCHVF · | GOT · HIMEL · VND · ERDEN Opferung Isaaks. ABRAHAM · CREDIDIT · DEO · ET · RE- | PVTATVM · EST ·

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ANHÄNGE

ILLI · AD · IVS- | TICIAM · ROMA · 4 · [Rm 4, 2, vgl. Gn 15, 6] ABRAHAM · HAT · GOT · GEGLEVBET · | VND · DAS · IST · IHM · ZVR · GERECH- | TIGKEIT · GERECHNET · Hiob im Elend. DOMINVS DEDIT DOMINVS | ABSTVLIT SIT NOMEN DOMI | NI BENEDICTVM IOB 1 [Iob 1, 21] DER · HERRE · HATS · GEGEBEN · DER | HERRE · HATS · GENOMEN · DER | NAME · DES · HERREN · SEI · GEPREISET Christi Geburt, Anbetung durch die Könige und die Hirten. PVER · NATVS · EST · NOBIS · | ET · FILIVS · DATVS · EST · NO | BIS · ESAIAE ·9 · [Is 9, 5] VNS · IST · EIN · KIND · GEBOREN | EIN · SON · IST · VNS · GEGEBEN Am Kanzelkorb vier Reliefs, ebenfalls mit lateinischem Text darüber und deutschsprachigem Text darunter, v. l. n. r.: Kreuzigung und Auferstehung. CHRISTVS · MORTVS · EST · PROP | TER · PECCATA · NOSTRA · ET · RE | SVRREXIT · PROPTER · IVSTIFI- | CACIONEM · NOSTRI* · ROMA · 4 [Rm 4, 25, vgl. Is 53, 5] CHRISTVS · IST · VMB · VNSER · | SVNDE · WILLEN · GESTORBEN · VND | VNB** · VNSER · GERECHTIGKEIT · | WILLEN · AUFFERWECKET · *recte: NOSTRAM *recte: VMB Himmelfahrt. ASCENDIT · IN · ALTVM · CAP | TIVAM · DVXIT · CAPTIVITA | TEM · ET · DONA · DEDIT · HO | MINIBVS · PSAL · 68 · [Ps 68, 19 nach Eph 4, 8] ER · IST · IN · DIE · HOHE · GE | FAREN · VND · HAT · DAS · GEFE | NGNIS · GEFANGEN · GEFVRET · VND · DEN · MENSCHEN · GABEN GEGEB(EN) Bekehrung des Saulus zum Paulus. ORGANVM · ELECTVM · EST | MIHI · ISTE · VT · PORTET · | NOMEN · MEVM · CORAM · GENTIBVS ·AC · REGIBVS DIESER · IST · MIR · EIN · AVSSER | WELTER · RVSTZEVGK · DAS · ER · MEINEN · NAMEN · TRAGE · FVR · DEN | HEIDEN · VND · FVR · DEN · KONIGEN · [Act 9, 15; der latein. Text folgt nicht der Vulgata, die nur vas electionis für das ‚auserwählte Werkzeug‘ kennt.]

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Jüngstes Gericht mit Geretteten links und den Verdammten, die der Teufel in die Hölle führt. INDE · VENTVRVS · EST | IVDICARE · VIVOS · ET · MORTVOS · VON DANNEN · ER · WIRD | WIDDER · KOMEN · ZV · RICH | TEN · DIE · LEDENDEN* | VND · DIE · TOTEN [apostol.Glaubensbekenntnis] *recte: LEBENDEN Widmungsinschrift. IM · IARE · NACH · CHRISTI · GEBVRT · 1 · 5 · 6 · 5 · IAR · IST · DIESE · CANTZEL · GOT | ZV EHREN · GEMACHT · DVRCH · MICH · MELCHER · TATZEN · TOPFER · VND | PILDENSCHNITZER ·ZV STRELEN · MEINES · ALTERS · IM · XXIIII · IARE Mose als Kanzelträger hält die Gesetzestafeln, auf der linken Tafel sind drei, auf der rechten Tafel sind sieben Gebote verzeichnet mit der Überschrift: DIE ZEHEN | GEBOT GOTTES | EXODI XX. [Ex 20, 2-17] An der Unterseite des Korbes sind die vier Evangelisten aufgemalt, mit Inschrift im Nimbus, v. l. n. r.: MATTHAEVS EVANGELISTA | MARCVS EVANGELISTA | LVCAS EVANGELISTA IOHANNES EVANGELISTA Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 690.

A7

1568 Hansestadt LÜBECK, Schleswig-Holstein Dom, ehem. der Jungfrau Maria, St. Johannes Baptista, St. Nikolaus, seit 1322 auch St. Blasius geweiht, ev. Pfarrkirche der Domgemeinde Abb. A 7a – A 7b (Aufn.: P. Dr. Matthias Riemer) Hans Fleminck, Kanzel, Sandstein, 1568. Korb auf einer von einer Mosefigur getragenen Konsole. Über Mose Hes 3, 12 [„Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als die Herrlichkeit des HERRN sich erhob von ihrem Ort“, Ez 3, 12] als theologische Interpretation. An der Brüstung des Korbes quadratische Alabasterreliefs mit christologischem Zyklus, signiert von Wilhelm van der Broek, gen. Paludanus aus Amsterdam. Taufe Jesu, darunter: Dyt ys min Leve sóne an wel- | keren ick eyn Wólgeual hebbe | Den schole gy horen ~ [Mt 3,17].

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ANHÄNGE

Der zwölfjährige Jesus lehrt im Tempel, darunter: Idt sy Den dat Iuwe gerechticheit beter sy | den der Schryfftgelerde(n) vnd phariseer | So werde gi In dat he(m)melrike nicht kame(n) [Mt 5, 20]. Abendmahl, darunter: My hefft van Harten seer vor- | langet dith Paschelam myt ~ | Iw tho ethende ei Ick Lyde ~ [Lc 22, 15]. Kreuzigung, darunter: Also heff Gode de werlt geleuet dat he sine(n) éini- | ge(n) Sone gaff vp dat alle de an en geloue(n) nicht | vorlare(n) werde sunder dat ewyge leuendt hebbe(n) [Io 3, 16]. Auferstehung, darunter: In my hebbe gy frede In der werlt angst ~ | Auerst hebbet Eynen goden moth Ick ~ | hebbe de werlt Auergewunnen ~ [Io 16, 33]. Himmelfahrt darunter: My ys gegeuen alle gewalt Im hemmel | vnd erden Darume gath he(n) in dr gantze | werlt vnde Prediget dat Euangelian [Mt 28, 18]. Jüngstes Gericht, darunter rechts: Kamet gy gesege(n)de mines | Vaders eruet dat ryke | dat Iw beredet is ~ [Mt 25, 34] darunter links: Ghœt gy vorslokede in da | ewige vuer dat beredet | Is de(m) duuel vnd sine(n) e(n)gele(n) [Mt 25, 41]. Inschriften auf dem Schalldeckel von 1570, beginnend beim Aufgang: LEVEN BROEDER SEETH THO WO GI VORSICH- | TIGEN WANDERN NICHT ALS DE VNWISEN | SVNDER ALS DE WISSEN VNDE SCHICKET IW | IN DEN TIDT WENTE IDT IS BOESE TIDT DAR- | VMME WERDET NICHT VNVERSTENDICH. | EPHE .V. [Eph 5, 15–17] SO DV IESVM BEKENST MIT DINEM MVNDE | DAT HE DE HERE SI VND GELOVEST IN DINEM HERTEN DAT EN GODT VAN DEN | DODEN VPGEWECKET HEFFT SO WER- | STV SALICH. ROMA .X. [Rm 10, 9] NEMANDT GRIPE THO WYTH NOCH BEDREGE SI- | NEN BRODER IM HANDEL WENTE DE HERE IS | DE WREKER AVER DAT ALLE WENTE GODT | HEFT VNS NICHT GEESCHET THOR VNREINIC- | HEIT SVNDER THOR HILGINGE. 1. TESSA .IIII. [I Th 4, 6–7]

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GODT IS DE LEVE VND WOL IN DE LEVE | BLIFT DE BLIFFT IN GADE VND GODT IN EM | DARANNE IS DE LEVE VVLLENKAME(N) BI VNS | LATHET VNS EN LEEV HEBBEN WENTE HE | HEFT VNS ERST GELEVET .1. IOHANN .IIII. [I Io 4, 16.17.19] WI BEROMEN VNS OCK DER DROFFENISSE | DE WILE DAT WI WEIEN DAT DROFFENISSE | GEDVLT BRINGET GEDVLT AVERST BRINGET | ERVARINGE ERVARINGE AVERST BRINGET HO | PENE DE HOPENE AVERST LETH NICHT TO | SCHANDEN WERDEN. ROMA .V. [Rm 5, 3–5] Darunter umlaufend: PREDIGE DAT WORDT | HOLT AN IT TO RECHTER TIDT | EDDER THO VNTIDT | STRAFFE DROWE VORMANE | MIT ALLER GEDULT VND LERE || -- 2. TIMO .4 ~~. [II Tim 4, 2] Über der Kanzeltür: Dein Wort, | o Herr, daß helle Licht | laß ja bei unß, auß | leschen nicht! 1572 wurde DORCH DER STEKENSFARER MILDIGHEIT ein schmiedeeisernes Gitter (SCHRANCKWARCK) errichtet, das 1777, 1885, 1953 und 1972 renoviert wurde. Inschriften: EINEN PROPHETEN ALSE MI WERT DI DE | HERE DIN GODT ERWECKEN VTH DI VN(D) VTH | DINE(N) BRODERN DEN SCHOLE GI HORE(N) DEUT. 18 [Dt 18, 15] VAN SINER VVLLE HEBBE WI ALLE GE- | NAMEN GNADE VOR GNADE | JOHANNES . 1 . [Io 1, 16] DAT GESETTE IS DORCH MOSEN GEGEVEN DE GNADE | VND WARHEIT IS DORCH IESVM CHRIST GEWORDEN | JOHANNES . 1[Io 1, 17]. DORCH DAT GESETTE KVMPT MEN | ERKENTENISSE DER SVNDE. | ROMA .3. [Rm 3, 20] DAT EVANGELI IS EINE KRAF GADES DE DAR | SALICH MAKET ALLE DE DAR AN GELOVEN | ROMA .3. [recte Rm 1, 16] Inschrift am Fuß des Gitters: Jeder mach my wol | ansen vnd vorävergan, he | late my vnschamferet vnd vnbeflecket stan: | wol myne tafelen tobrickt, | den mach der Herrgott slan. ~ Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 443.

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ANHÄNGE

A8

1580 ZABELTITZ, Lkr. Riesa-Großenhain, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Abb. A 8a – A 8b Kanzel, Holz, 1580. An der Unterseite des Kanzelkorbes hängt eine Mosefigur (ohne Stützfunktion), die aufgeschlagenen Gesetzestafeln zeigen hebräische Buchstaben. Die Brüstungsfelder des Korbes sind gefüllt mit Darstellungen der 4 Evangelisten, bezeichnet, v. r. n. l.: S. MATTHAEVS, S. MARCVS, S. LVCAS, S. IOHANNES. Umlaufende Inschrift: Daß gesetz ist durch | mosen gegeben die gna | de aber vnd warheit ist du | rch Jesum Christum word | [en [Io 1, 17] Das Euan | gelium ist eine krafft go | ttes selig zu machen alle | die dran gleuben wahr . dar | umb so kumpt der glaub(en). [nach Rm 1, 16f.] Die 11 korrekt geschriebenen hebräischen Schriftzeichen (rechts sechs, links fünf) auf den Gesetzestafeln haben keinen Bezug zu den Geboten des Dekalogs, geben keinen Aufschluss über die ihn überbietende Zahl der Zeichen und dienen wohl nur dazu, auf die hebräische Überlieferung der zehn Gebote zu verweisen (freundliche Mitteilung von Ferdinand Ahuis, Hamburg, dem ich Lesung, Transkription der Schriftzeichen und den Kommentar verdanke).

Literatur: Enge, 24.

A9 1581 Hansestadt SALZWEDEL, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Hauptpfarrkirche St. Marien Abb. A 9a – A 9g

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Kanzel, Sandstein, über der Tür zum Aufgang dat. 1581, rest. und bemalt 1604, am Aufsatz der Tür sign. mit Steinmetzzeichen H4, darunter auf einem Totenkopf ruhender Putto mit Stundenglas. Der Korb von der Figur des Mose getragen, Sockel 50 cm, Figur allein 135 cm hoch, an der Brüstung des Korbes Reliefs der vier Evangelisten, über den Figuren bezeichnet: S. MATTHEVS. | S. MARCVS. | S. LVCAS. | S. IOHAN(N)ES. Es folgt das Relief eines Engels und das Stiftermonogramm PG mit Hausmarke. An der qualitätvollen Treppenbrüstung Szenen des Neuen Testaments: Verkündigung an Maria, Anbetung des Kindes, Taufe Jesu, Auferstehung Christi. Der im 17. Jahrhundert vergrößerte, laternenbekrönte Schalldeckel aus Holz, mit reichem Figurenschmuck (Tugenden), an der Unterseite der Gottesname IEHOVA. Als Bekrönung Laterne, in ihr die Taube des Heiligen Geistes, darüber Christus als Sieger über den Tod umgeben von Putten mit den Arma Christi. Inschriften am Aufsatz der Tür zum Aufgang: O MENSCH SIE VND BEDENCKE WOZV | DV BALDE WERDEN WIRST ANNO 1[...] Im main Vnd Junio ist Dieser predigtsstuel Auf Anordnung Des Vorstehers Joachim E[...]nnkowen Des | Ältern renouiret Vnd Illuminiret worden. ~ 1581

A 10 LÜBBENOW, Gem. Uckerland, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Abb. A 10a – A 10b

Kanzel, Holz, datiert 1581, von einer Mosefigur getragen. Am polygonalen Korb mit Ecksäulchen Reliefs der Evangelisten, an der Treppe vom Guten Hirten und von Petrus. Auf dem Schalldeckel Figur des Auferstandenen. Am Kanzelaufgang und am Kanzelkorb umlaufende Inschrift über den Bildern: herre thu meine Lippe(n) auff, Das mein mundt deinen Rhum verkundige, psalm am XXXXXVIIII ~ [Ps 51, 17] | Das Euangelium von | Christo Ist eine kraft Gottes | selig zu machen alle die daran | gleuben, zum Röm: In [Rm 1, 16] Inschriften unter den Bildern am Aufgang und Kanzelkorb, v. l. n. r.: ECCE ANGNVS* DEI, QVI TOLLIT etc. [Io 1, 29] S: PETRVS S: MATTEVS ~ | 1581 S: MARCVS ~ | H: IOHANNES . IESTER | PASTOR** S: LVCAS | M.H. S. IOHANNES.

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ANHÄNGE

Auf der Maltafel des Lukas: S: LVCAS | EVANGELIS- | TA CHRI- | STI PES · | ANNO 1603 Auf den z. T. stark beschädigten bzw. restaurierten Gesetzestafeln des Mose: 1. | Du solt nicht and | er Götter haben | neben mir. 2. | Du solt den namen dei | nes Gottes nicht vnn- | ützlich füeren. 3 | Du solt den feirtag h[eil]ge[n] 4 | Du solt deinen vater [vnd] | mutter eren · 5 | Du solt nicht toet[en] [6] Du solt [alles weitere fehlt]. *recte: AGNVS **Johannes [der Täufer], erster Prediger Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 441.

A 11

1583/1584 ZŁOTORYJA / GOLDBERG, Powiat Złotoryjski, Województwo dolno´sla˛skie (Niederschlesien), Polen Ko´sciół parafialny Narodzenia Naj´swietszej Maryji Panny/kath. Hilfskirche St. Mariae Geburt, von ca. 1522–1945 evangelisch Abb. A 11a – A 11b (Marta und Sebastian Braun, Hamburg, und Waldemar Czernik, My´slibórz/Soldin) B. Schnitzer, Spätrenaissance-Kanzel, Stein, gefasst, 1583–1584. Am Aufgang und Korb Reliefs von elf Aposteln mit ihren Attributen, bezeichnet: S. MATTHIAS. | S IVDAS THAD. | S. SIMEON. | - S. IACOB MINOR. | S. MATTHEVS. | S. THOMAS | S. BARTHOLOMAEVS. | S. PHILIPPUS. | S. IOHANNES. | S. IACOBVS MAIOR. | S. ANDREAS. Korb ruht auf Mosefigur, Höhe 140 cm, auf 30 cm hohem Sockel, mit zwei hebräisch geschriebenen Gesetzestafeln mit dem Doppelgebot der Liebe in biblischer Reihenfolge. Baldachin von 1678, Bekrönung 1917. Die rechte Gesetzestafel des Mose enthält das ganze Gebot der Nächstenliebe nach Lv 19, 18: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Die linke Gesetzestafel enthält das vollständige Gebot der Liebe zu Gott nach Dt 6, 5: ‚und [!] du sollst JHWH, deinen Gott, lieben | von deinem ganzen Herzen | und von deiner ganzen Seele | und von deiner ganzen Kraft.‘

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Ferdinand Ahuis, dem ich die Lesung und Übersetzung auch dieser Tafeln verdanke, merkt dazu an: „Entweder hat der Schreiber die hebräische Sprache beherrscht und die Gebote korrekt auf die rechte und linke Tafel gesetzt und mit dem ‚und‘ (‚we‘) verbunden; dann wäre die Reihenfolge: zunächst das Gebot der Nächstenliebe und dann erst das Gebot der Gottesliebe theologisch auffällig. Oder aber der Schreiber hat den Text von Dt 6, 4 mit dem einleitenden ‚und‘ (we‘) einfach aus einer hebräischen Bibel abgeschrieben und entgegen den hebräischen Schreibregeln auf die linke Tafel gesetzt; dann hätte er aber auch auf der rechten Tafel beim Gebot der Nächstenliebe das ‚und‘ (we‘) aus Lv 19, 18 übernehmen müssen. – Mir scheint die erste Erklärung wahrscheinlicher.“ Baldachin von zwei Hermen getragen, an der Unterseite Taube des Heiligen Geistes, auf ihm drei Schrifttafeln: LVCAE X: | QVI VOS AVDIT. ME | AVDIT. ET QVI VOS | SPERNIT. ME SPERNIT. | QVI AVTEM ME SPER- | NIT. SPERNIT EVM | QVI MISIT ME. [Lc 10, 16] ESAIAE LVIII | CLAMA NECESSES | QVASI TVBA EXALTA | VOCEM TVAM ET AN- | NVNTIA POPVLO MEO | SCELERA EORVM ET | DOMVI IACOB PEC- | CATA EORVM · [Is 58, 1]. PIAE POSTERITATI | HVIVS ECCLESIAE | SENATVS REI PVB. | GOLDBERGENSIS | F. F. ANNO RECV- | PERATAE SALVTIS | M D LXXXIII: Die umlaufende Inschrift auf dem Schalldeckel ist nicht mehr lesbar. Auf den Säulen des Aufgangs Freifiguren des Petrus (links), als zwölften Apostel, und Paulus (rechts).

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ANHÄNGE

1585

A 12 PRETTIN, Lkr. Wittenberg, Reg.-Bez. Dessau, Sachsen-Anhalt Schloßkirche des ehem. Schlosses Lichtenburg Abb. A 12a – A 12b

Kanzel, Sandstein, datiert 1585, Mose als Trägerfigur, 165cm, auf Sockel 65 cm. Mose trägt rechts und links je eine Gesetzestafel, auf jeder von ihr sind fünf Gebote nach dem Text von Luthers Kleinem Katechismus aufgeschrieben, teilweise erhalten. In der Rechten von Mose: [Die z]ehn | G[e]bott Gottes | das 1. | [D]u solst nicht andere | [G]ötter haben neben mir | das 2. | Du solst den Namen | [d]eines Gottes nicht misb[rauchen] | das 3. | Du solst den Feirtag | heiligen. | das 4. | Du [so]lst deinen Vat[ter] | un[d] deine Mutter ehrn. | das 5. | [Du] sol[st ni]cht tödt[en.] In der Linken von Mose: das [6.] | Du s[olst] nicht [ehebrechen.] | d[as 7.] | Du s[ollst nicht stehlen.] | d[as 8.] | Du solst ni[cht falsch] | Zeugniß reden wid[er] | deinen [Nechsten.] | das 9. | Du solst nic[ht] beg[eh-] | ren deines Nä[c]hste[n] | Haus | das 10. | [D]u solst nicht bege- | ren deines Nächs[ten] | Weib Knecht M[agd] | Vieh oder al[les] | das sein is[t.] Runder Kanzelkorb mit großer Inschrift: Friede | sei mit Euch. [Lc 24, 36 oder Io 20, 19; 21, 26 oder III Io 15] Am Aufgang Inschriften, teilweise unleserlich, v. u. n. o.: PSAL CXIX | HERR wann dein wort | wird offenbar, | Erfreuts der Menschen her- | tzen gar, | Die Einfeltgenn es machet | klug, | Wers fleissig hört, der hat | genug, | Im Himel dort und hier | uf Erden,| GOTTS Wort schafft, | das wir selig werden. [frei nach Ps 119, 130] [?] | Hab lieber Christ die Zuver- | sicht | [...?] [?] EPHES 3. | Hier habenn wir O from- | mer Christ | Ein Trost, der wol Zumerck- | en ist | Das Christum liebn vnnd | wol anschließn, | Weit beßer ist dann alles | wissn, | Im glaubn wer Jesum Chri- | stum liebt, | Got dort das Ewig Leben | giebt. [wohl frei nach Eph 3, 16f.] Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 579.

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A 13

1587 HETTSTEDT, Lkr. Mansfelder Land, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Lkr. Mansfeld-Südharz), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Jakobi Abb. A 13a – A 13f Kanzel, Sandstein, 1587, urspr. am südöstl. Hallenpfeiler, jetzt an die Südecke des Chores versetzt. Bei der Umsetzung Aufgang verkleinert und die Reihenfolge der Darstellungen vertauscht. Korb von einer Mosefigur getragen, die Brüstungsfelder mit Reliefs des Evangelisten S. MARCVS, des Gekreuzigten, und der Evangelisten S. LVCAS und S. IOHANNES. Auf der geschweiften Treppenbrüstung jetzt die Apostel S. ANDREAS und S. IAKOBVS sowie der Evangelist S. MATTHEVS. Entfernt wurde das Relief des S. PAVLVS, das im Chorraum eingemauert wurde. Dadurch ist die vom Aufgang an umlaufende Inschrift über den Reliefs lückenhaft und durch die Reliefvertauschung sinnentstellt. Heute ist zu lesen: ICH SCHAEME M[...] IVDEI DA SELIG MACHT. ALLE DIE DARAN GLEVB | VON CHRISTO NICHT DEN ES IST EINE KRAFT GOTTES DE[...] DARINNEN OFFE | NBART WIRD DIE GEREHTI | GKEIT DIE FVR GOTT GILT WE | LCHE KOMMT AVS GLAVBEN ROM | Zitiert wird aus dem Römerbrief 1, 16f.: wo es richtig heißt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus dem Glauben.“ Andreas und Jacobus stehen als Vertreter von Griechen und Juden, Paulus als Briefautor ist nicht mehr an der Kanzel vertreten. Unter den Reliefbildern am Korb steht die unvollständig erhaltene Inschrift nach I Cor 1, 30: AV[...] GET IST WEL | CHER IST IESVS CHRISTVS | DER VNS GEMACHT IST VON G | OT ZVR WEISHEIT ZVR GERICHTICKEIT. Über dem Eingang zur Kanzel Gottvater mit Segensgestus, darunter: CHRISTVS INTROIT. Über der Innenseite des Eingangs Gottvater als Weltenherrscher mit Sphaera und Segensgestus, darunter: REX GLORIE. [vgl. Ps 23, 7.8.9.10]

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A 14

um 1590 DAHLEN, Lkr. Torgau-Oschatz, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche Unserer Lieben Frauen Abb. A 14 Ausdrucksstarke Renaissancefigur des Mose in Sandstein, ohne Sockel 137 cm hoch, ehem. Kanzelfuß, um 1590. Jetzt in der Südostecke des Kirchenschiffes aufgestellt. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 153.

A 15

1590 WARBENDE, Gem. Möllenbeck, Lkr. Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Abb. A 15a – A 15c Kanzel, Holz, 1590, von Mosefigur getragen. Am Unterhang des Korbes Hermen, an der Brüstung Brustbilder der Evangelisten, über dem Portal Pastorenportrait. An Tür und Aufgang urspr. Tugendbilder, heute Inschriften, datiert 1535. Schalldeckel mit Wappen, datiert 1538. Inschriften: Im Wappen des Schalldeckels: AD MAIOREM DEI GLORIAM. Am Schalldeckel umlaufend: - | Franz Kollhof, Ernst Krüger | Him(m)el und Erden vergehen | aber meine Worte nicht | Franz Joach. Apinis. Past. | Anno 1738 | - [nach Mt 24, 35 oder Mc 13, 31; Lc 21, 33] Am Kanzelkorb, v. l. n. r.: St. Matthäus. | St. Marcus. | St. Lucas. | St. Johannes. Am Kanzelaufgang, v. l. n. r.: Jes. 40.1. | Tröstet, tröstet | mein Volk, spricht | euer Gott. Redet | mit Jerusalem | freundlich und | prediget ihr, dass | ihre Ritterschaft | ein Ende hat [Is 40, 1] Jes. 58.1. | Rufe getrost | schone nicht, er- | hebe deine Stim(m)e | wie eine Po- | saune und ver- | kündige meinem | Volk ihr Ueber- | treten und dem | Hause Jacobs | ihre Sünde. [Is 58. 1] 2. Mos. 4.12. | So gehe nun hin: | Ich will mit dei- | nem Munde sein | und dich lehren | was du sagen sollst. [Ex 4, 12]

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An der Kanzeltüre: 1 Petr. 4.11. | So Jemand re- | det, dass er es re- | de als Gottes | Wort. so Jemand | ein Amt hat, dass | er es thue als aus | dem Vermögen, | dass Gott dar- | reichet. [I Pt 4, 11] Am Gang: Ev. Matth. 10.32. | Wer mich be- | kennet vor | den Mesehen,* | den will ich | bekennen vor | meinem him(m)- | lischen Vater. [Mt 10, 32] *recte: Menschen In der Zierleiste oben: SOLI DEO GLORIA || 1735 [nach I Tim 1, 17] An der Wand: kommet her zu | mir alle die Ihr | museelig und be- | laden seÿd, Ich will | Euch erquicken. | Matth. 11.28.30. [Mt 11, 28.30] Die Opfer die | Gott gefallen | sind ein geäng- | steter Geist, ein | geängstetes und | zerschlagenes | Hertz wirst du Gott nicht ver- | achten. Psalm 31. [recte Ps 51,19] Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 749.

A 16

1592 Hansestadt SALZWEDEL, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Pfarrkirche St. Katharinen Abb. A 16a – A 16i Mose, ehem. Kanzelträger, Holz, 129 cm, die urspr. Fassung verloren, 1592, im 19. Jahrhundert entfernt, heute am Eingang zur Bibliothek aufgestellt. Die ursprünglich von dieser Figur getragene, zur Zeit des Theologen und Predigers Stephan Praetorius (1536–1603) von Hans Zaruth geschaffene Kanzel befindet sich noch heute (ungefasst) an ihrem ursprünglichen Ort in der Kirche. Der Korb wurde im 19. Jahrhundert vergrößert und zeigt fünf Reliefdarstellungen aus dem Leben Jesu: Verkündigung, Geburt, Taufe, Kreuzigung (Maria und Johannes unter einem leeren Kreuz) und Auferstehung (mit Silhouette der Stadt Salzwedel im Hintergrund). Im sechsten Bildfeld ist Johannes Ev. mit seinem Symboltier dargestellt. An der oberen Hälfte der Türe zum Aufgang ein (teilweise?) freigelegtes Lutherportrait. Inschriften: Am Aufgang: ISAIAE 59 CAP: [21] HOC EST FOEDVS MEVM CVM EIS DICIT DOMINVS SPIRITVS MEVS QVI EST IN TE ET VERBA MEA QVAE POSVI IN ORE TVO NON RECEDENT DE ORE TVO ET DE ORE SEMINIS TVI ETC [Is 59, 21]

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ANHÄNGE

Die 7 Karyatiden am Aufgang zwischen den bildlosen Nischen tragen Schrifttafeln: SANCTVS || SANCTVS || SANCTVS || DOMINVS || DEVS || SABA | OTH || HALLELVIA [Is 6, 3] Am Korb umlaufend über den Bildtafeln: IO | HAN: 8.\ SI MANSERITIS IN SERMONE | MEO, VERE DISCIPVLI | MEI ESTIS, ET COGNO | SCETIS VERITATEM, ET | VERITAS LIBERAVIT | VOS [Io 8, 31f.] Unter dem Bild der Verkündigung: ECCE CONCIPIES IN | VTERO ET PARIES | FILIVM ET VOCA | BIS NOMEN EIVS | IESVM [Lc 1, 31] Unter dem Bild der Geburt Jesu: NATVS EST VOBIS | SALVATOR, EST | CHRISTVS DOMIN(VS) | IN CIVITATE | DAVID [Lc 2, 11] Unter dem Bild der Taufe: BAPTISATVS EST IESVS, | ET ECCE VOX DE COELIS | DICENS: HIC EST FILIVS | MEVS DILECTVS · | ETC ~ [Mt 4, 16f.] Unter dem Bild der Kreuzigung: CRUCIFIXERVNT EVM, | ET CVM EO ALIOS DVOS | HINC ET INDE, MEDIVM | AVTEM IESVM ~ [Io 19, 18] Unter dem Bild der Auferstehung: CHRISTVS TRADITVS | EST PROPTER DELICTA | NOSTRA, ET EXCITAT(VS) | EST PROPTER IVSTIFI | CATIONEM NOSTRA [Rm 4, 25] Unter dem Bild des Evangelisten Johannes: CREDITE QVOD IESVS | SIT CHRISTVS FILIVS | DEI, ET CREDENTES | VITAM HABEATIS IN | NOMINE EIVS ~ [Io 20, 31]| Über der Tür zum Aufgang: ANNO SALVTIS NOSTRAE .1592. | VESPERA IAM VENIT, NOBISCVM CHRISTE MANETO. | EXTINGVI LVCEM NEC PATIARE TVAM . PH(ILLIPV)S : MEL(ANCHTHON)* Links und rechts von der Türe Karyatiden, links der andere Engel der Apokalypse: CECIDIT CECIDIT BA- | BILON CIVITAS ILLA MAG | NA QVIA A VINO IRAE FORNI | CATIONIS SVAE POTAVIT OM(NES) GE(NTES) [Apo 14, 8]

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Am Sockel der Säulen links und rechts: ORA ET | LABORA Darunter: Hanß | Zaruth. * Auf Anfrage teilt mir Frau Dr. Christine Mundhenk, die Leiterin der Melanchthon-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, dankenswerter Weise so freundlich wie erschöpfend mit: „Es handelt sich um ein elegisches Distichon, das Melanchthon im Jahr 1551 in Anlehnung an Lukas 24, 29 (mane nobiscum, quoniam advesperascit et inclinata est iam dies) gedichtet hat. Der Zweizeiler ist unter Melanchthons Gedichten im ‚Corpus Reformatorum‘ abgedruckt (CR 10, 602 Nr. 242), außerdem zitiert Melanchthon selbst die Verse in seiner Postille zum 2. Ostertag, in der er die Emmaus-Geschichte auslegt (CR 24, 705–726, bes. S. 723). [...] Auch für Bucheintragungen verwendeten Melanchthon und mehrere Zeitgenossen dieses Distichon gelegentlich. Eine eigenhändige Eintragung Melanchthons befindet sich in einem Exemplar der ‚Loci communes‘ in der Landesbibliothek Hannover (Signatur Bu 30). In einer anonymen Übertragung ins Deutsche sind die Zeilen sogar ins Evangelische Gesangbuch gelangt (EG 246): Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, lass ja bei uns auslöschen nicht. Die im Gesangbuch folgenden Strophen 2–7 hat Nikolaus Selnecker später dazugedichtet. Auch Johann Sebastian Bach hat dieses Lied in seiner Kantate zum 2. Ostertag (BWV 6) verwendet. Es handelt sich bei diesem Zitat also um einen (zumindest damals) relativ populären Text Melanchthons. Die Verbindung zur Kanzel lässt sich vielleicht aus der deutschen Übertragung leichter herstellen als aus dem lateinischen Original: ‚lucem ... tuam‘ wird dort ja gedeutet: ‚ein göttlich Wort, das helle Licht‘, so formuliert das Distichon die Bitte, dass Christus mit seinem Wort, das von der Kanzel gepredigt wird, der Kirche in ihren gegenwärtigen Schwierigkeiten und dem als bevorstehend empfundenen Weltende beistehen möge." Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 633.

A 17

1592 FLECHTINGEN, Ohrekr., Reg.-Bez. Mageburg, (jetzt: Lkr. Börde), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche, Patronatskirche der Familie von Schenck Abb. A 17a – A 17b

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Polygonale Kanzel, Stuck, von Mosefigur getragen, mit Memento mori (Putto, Totenkopf und Stundenglas), Putten-, Hermen- und Rankenschmuck sowie szenisch komponierten Evangelistendarstellungen mit Symboltieren, v. l. n. r.: Mt, Mc, Lc und Io, sowie Engel mit Segensgestus. Unter dem Schalldeckel die Iustitia in Rollwerkrahmung, darauf Engel. Am Aufgang großflächig stuckierte Drolerien. Schlecht erhalten, die Mosefigur zudem von Sitzbänken zugestellt. Umlaufende Inschrift: II TIM IV PRED | IGE DAS WORT HA | LT AN ES SEI ZV RE | CHTER ZEIT ODER || ZVR VNZEIT | STRAFFE DRAWE | ERMANE MIT ALL | ER GEDVLT VND L| ERE A 18

1593 KROMOLIN / SCHÖNAU, Powiat Glogówski/Kr. Glogau, Województwo dolno´sla˛skie/Niederschlesien, Polen ´ Ko´sciół Swietego Michała Archanioła/kath. Pfarrkirche St. Michael, von der Reformation bis 1654 evangelisch, heute Filiale der Pfarrkirche Leib Christi in Brzeg Głogowski Abb. A 18a – A 18c (Marta und Sebastian Braun, Hamburg, und Waldemar Czernik, My´slibórz/Soldin) Kanzel, 1593, auf Steinstütze mit Figuren des Mose und zweier flankierender Engel, Höhe 85 cm, auf 15 cm hohem Sockel. Die anderen Elemente aus Holz. Mose hat die aufgeschlagenen Gesetzestafeln rechts neben sich gestellt und weist mit dem Zeigefinger der Linken auf die Tafeln. Auf sechsseitigem Korb zwischen kleinen Säulen in Arkaden gemalte Evangelistendarstellungen mit ihren Symboltieren: S: MATTHEVS | .S: MARCVS | .S: LVCAS. | .S: IOHANNES. An der Rückwand Jakobsleiter, an der Brüstung Stifterwappen: Wenzel von Zedlitz und seine Frau Magdalena, geb. von Löb, Stiftungsinschrift. Neogotischer Baldachin, an der Unterseite gemalte Taube des Heiligen Geistes. Inschriften am Korb unter den Evangelistendarstellungen: TRACHTET AM ERSTEN, | NACH DEM REICH GOTTES, | VND NACH SEINER | GERECHTIGREIT,* SO | WIRD EVCH, DAS ANDER | ALLES ZV FALLEN · | MATTH: AM .6. CAP: [Mt 6, 33] WER GOTTES WILLEN THVT | DER IST MEIN BRVDER VND | MEINE SCHWESTER, VND | MEINE MVTTER. | SPRICHT CHRISTVS. | MARCH: AM .3. CAP. [Mc 3, 35]

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WIE IHR WOLT DAS EVCH | DIE LEVTTE THVN | SOLLEN, ALSO THVT IHR | IHNEN GLEICH AVCH · | LVCAE : AM .6. CAP. [Lc 6, 31] DAS IST DER WILLE | DES, DER MICH GESAND | HAT, DAS WER DEN SON | SIHET, VND GLEVBET AN | IN, HABE DAS EWIGE | LEBEN · IOH: AM .6. CAP: [ Io 6, 39 und 40] Umlaufend über den Evangelistendarstellungen: LASSET DAS WORT | CHRISTI · VNTER EVCH | REICHLICH WONEN · | COLOSS: 3. [Col 3, 16] Am Aufgang: DER EDLE GESTRENGE .H : WENZEL .V: ZEDLITZ AVF SCHÖNAW VND | ZIHRES . HAT DIESEN PREDIGSTVL CHRISTO ZV LOB VND EHREN MACHN | LASSEN: * recte: GERECHTIGKEIT A 19

1595 WOLFENBÜTTEL, Lkr. Wolfenbüttel, Reg.-Bez. Braunschweig, Niedersachsen Ev. Pfarrkirche St. Johannis (Auguststadt) Abb. A 19a – A 19b Kanzel, Holz, 1595, aus Schloss Hessen. Mose als Trägerfigur, Höhe 88 cm (mit Podest 114 cm), am säulengegliederten Kanzelkorb Gemälde der vier Evangelisten mit ihren Symboltieren, v. r. n. l.: S · Mattheus · | S · Marcus · | S · Lucas · | S · Johannes · Auf dem fünfeckigen Schalldeckel Putti und der Auferstandene, umlaufende Umschrift: Also muste christus leiden, vnd auffersthen von | den todten am dritten tage, vndt predigen | lasßen in seinem nahmen busse vndt | vergebung der sünden vnter allen völckern, vndt || Jerusalem .Luce 24. Anno .1595. || [nach Lc 24, 46f.] Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 840.

A 20

1595 ZIE˛BICE / MÜNSTERBERG, Powiat Za˛bkowice/Kr. Münsterberg, Województwo dolno´sla˛skie/Niederschlesien, Polen ´ Ko´sciół parafialny Naj´swietszej Maryji Panny i Swietego Jerzego Kapadockiego/kath. Pfarrkirche St. Mariae und St. Georg, 1537–1629 protestantisch. Am 28. Mai 2008 erhielt die Kirche den Titel Basilica Minor.

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ANHÄNGE

Abb. A 20a – A 20b (Marta und Sebastian Braun, Hamburg, und Waldemar Czernik, My´slibórz/Soldin) Kanzel, Stein, Stiftung des Herzogs Joachim von Münsterberg-Oels, 1595. Am Fuß Figuren von Engeln und Mose, Höhe 135 cm, auf 40 cm hohem Sockel. An der Brüstung des Kanzelkorbes Reliefs der vier Evangelisten mit ihren Symboltieren, am Treppenaufgang Reliefs der zwölf Apostel, v. u. n. o.: Matthias mit Beil, Simeon mit Säge, Judas Thaddäus mit Knüppel, Matthäus mit Winkeleisen, Thomas mit Lanze, Barnabas mit Hellebarde, Bartholomäus mit Messer, Philippus mit Kreuzstab, Johannes mit Kelch, Jakobus Major mit Wanderstab und Pilgerhut, Andreas mit Kreuz und Petrus mit Schlüssel. Schalldeckel aus Holz, 20. Jh., an der Unterseite Taube des Heiligen Geistes. Literatur: Harasimowicz, 94; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 500.

A 21

nach 1596 HELMSTEDT, Lkr. Helmstedt, Reg.-Bez. Braunschweig, Niedersachsen Ev. Kirche St. Stephani Abb. A 21a – A 21c Georg Steyger (zugeschrieben), Kanzel, Holz, nach 1596. Mose als Kanzelträger, 165 cm auf Sockel von 50 cm Höhe. An der Kanzeltreppe Statuetten dreier Tugenden (v. u. n. o.: Hoffnung, Liebe, Glaube) zwischen vier Brüstungsfeldern, die gefüllt sind mit der Darstellung des Armen Lazarus (darunter: LVCÆ am Sechzehenden [19–31]); Christus und dem kanaanäischen Weib (darunter: MATH. am Fvnzehenden [21–28]); dem Barmherzigen Samariter (darunter: LUCÆ am Zehenden [25–37]) und der Opferung Isaaks (darunter: GENESIS. am ii v(nd) xx [22,1–13]). Am Korb die vier Evangelisten, in den Brüstungsfeldern Reliefs zu den Eingangskapiteln der Evangelien: Geburt Jesu; Predigt Johannes d. T.; Verkündigung an Zacharias; Trinität mit Erzengel sowie darüber ursprünglich 16, jetzt noch 14 Vollwappen des Joachim Mynsinger von Frundeck und seiner Frau Agnes von Oldershausen und der jeweils Verwandten Breuning, Kuhn und Enker (und vier Unbekannten) bzw. Bülzingsleben, Spade, Saldern, Goldacker, Bortfeld, [Mandelsloh] und [Unbekannt]. Auf dem Schalldeckel das Himmlische Jerusalem und der thronende Weltenrichter. Text der 10 Gebote auf den Gesetzestafeln des Mose nach dem Wortlaut und in der Zählung nach Luthers Kleinem Katechismus, leicht variiert:

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Links: Die Zehen | Gebot · | i. | Dü Solt | nicht andere | Gotter habe | ii. | Dü solt den | Nahmen dei | nes Gottes | nicht Vn(n)utz | lich füren | iii. | Dü solt den | Feijertagk | heiligenn. Rechts: iiii | Dü solt deinen va | ter vnd deine Müt | ter ehrenn. | v. | Dü solt nicht töden | vi. | Dü solt nicht Ehebre | chen. | vii. Dü solt nich stelen | viii. | Dü solt nicht falsche | Zeugnis Reden wie- | der deinen Nehesten | ix. | Dü solt nicht be- | geren deines Ne- | hesten Haus. | x. | Dü solt nicht be- | geren deines ne- | hesten Weib, | Knecht Magdt, | Viehe oder | was sein ist. Literatur: Die Inschriften der Stadt Helmstedt, Nr. 103 und Abb. 44 auf Tafel 17; Pohl, 13–15; Poscharsky, 127; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 328.

A 22

1598 TAUBENHEIM, Lkr. Meißen-Radebeul, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Gem. Triebischtal, Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Abb. A 22a – A 22b Kanzel, Sandstein, von Hans Köhler d. Ä., farbig gefasst, gestiftet von Hans von Miltitz, datiert 1598. Der achteckige Korb wird von einer toskanischen Säule getragen, die auf einem Postament mit Löwenkopf ruht. Vor der Säule ist die Eherne Schlange aufgerichtet, am Kreuzesfuß werden vier Männer und eine Frau von Schlangen umklammert. Am Korb Reliefs, v. l. n. r. sind dargestellt: Jüngstes Gericht, Christi Himmelfahrt, Gottvater mit Sphaera segnet die Stifterfamilie, Himmelfahrt des Elias, Johannes Ev. mit Kelch und Schlange. Der von der Sakristei zum Kanzelkorb führende überwölbte Gang, Sandstein, wird von einem Balken getragen, der von einem Pfeiler und der Figur des gehörnten Mose mit Segens- oder Herrschergestus getragen wird. Auf den aufgeschlagenen Gesetzestafeln in seiner Linken die Inschriften links: DAS · I · G · | DV SOLT | NICHT AN | DRE GÖTER HABEN | DAS · II · G · | DV SOLT DEN | NAMEN DEI- | NES GOTES | NICHT MIS- | BRAVCHEN | DAS III · G · | DV SOLT DE(N) | FEIERTAG | HEILIGEN | rechts: | DAS IIII G | DV SOLT DE | VATER VND | MVTER EHRN | DAS V · G · | DV SOLT NI- | CHT TÖDTEN | DAS VI · G · | DV SOLT NI | CHT EHE | BRECHEN | DAS VII · G | DV SOLT | NICHT STEL(EN) | [es folgen 4 Zeilen mit hebräischen Schriftzeichen, die keinen Sinn ergeben. Für die freundliche Mitteilung danke ich Ferdinand Ahuis, Hamburg].

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ANHÄNGE

An der Brüstung des Ganges die Darstellung der Arbeiter im Weinberg des Herrn, Christi als Sämann und der Kreuzigung. Auf dem umlaufenden Fries die Inschrift: [A]NNO · 1598 · HAT DER | GESTRENGE EDELE V | ND EHRENVHESTE HANSERN | ST · V · MILTITZ ALS DER | KIRCHENCOLLATOR* DIESE | N PREDIGTSTUL SETZEN LASSEN | VND IST ZV DER ZEIT · M · TOBIAS · | PETERMANN · V · DRESDEN PFARR** GEWESE[N] Unter der Darstellung des Weltgerichts: ANNO 1589. * Person, die berechtigt ist, die Predigerstelle zu besetzen. ** PFARRHERR A 23

1598 NEUBRANDENBURG, Kreisfreie Stadt, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Johannis, ehem. Kirche des Franziskanerklosters Abb. A 23a – A 23b Kanzel, Kalkstein, 1598. Kanzelkorb auf massivem Unterbau mit Mose als Trägerfigur, 107 cm hoch, Konsole 9 cm. Brüstungsreliefs aus Alabaster, Christus und die Evangelisten. An der Treppenbrüstung Paulus, Petrus und König David. Reich ornamentierte Portalrahmung, kuppelförmiger Schalldeckel aus Holz. Inschriften: Über der Tür zum Aufgang: DER · HER · BEHVTE · DEINEN · EINGANG | VND · AVSGANG · VON · NVN · AN | BIS · IN · EWIGKEIT [nach Ps 121, 8]. Am Aufgang v. l. n. r.: DAS · IST · IE · GEWISLICH | WAR VND EIN · THEWRES | TIMO · I · [nach I Tim 1, 15] GOTT WIL · NICHT · DAS · IEMAND | VERLOHREN · WERDE · 2 PE 3 [II Pt 3, 9] SIHE · ICH · BIN · AVS SVNDLICHEN | SAMEN GEZEVGET · PSALM 51 [Ps 51, 7] Am Kanzelkorb, v. l. n. r., über dem Reliefbild des Matthäus: THVT · RECHT | SCHAFFEN · FRVCHTE | DER · BVSSE [Mt 3, 8 oder Lc 3, 8, Act 26, 20]

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Unter dem Reliefbild: MATTH: 3 · CAP [nach Mt 3, 8] Über dem Reliefbild Christi: ES · KAN · NIEMAND · ZV | MIR · KOMME(N) · ES · SEI · IM | DEN VON MI(N)EM VATER · GEB(EN) [nach Io 14, 6]. Unter dem Reliefbild: VERRA · CHRYST · Über dem Reliefbild des Markus: DES · MENSCHEN · SON · HAT · | MACHT · ZV VER · GEBE(N) DIE | SVNDE · AVF · ERDEN · Unter dem Reliefbild: MARCI 2 CAP · [frei nach Mc 2, 10] Über dem Reliefbild des Lukas: DES · MENSCHEN · SON · IST | KOMMEN · ZV · SVCHE(N) · VND | SELIG · THO · MACHEN DAS [verloren ist] Unter dem Reliefbild: LVCα · 12 [recte: Lc 19, 10]. Über dem Reliefbild des Johannes: WARLICH · ICH · SAGE | EVCH · WER · AN · MICH | GLAVBET · DER HAT α [lies: etc.] Unter dem Reliefbild: IOHAN · 6 [Io 6, 47] Widmungstafel: RVF · GETROST · SCHO[N]E · NICHT ERHEB DEI(N)E STIMME WIE | EINE · POSAVNE · VND VERKV(N)NDIGE · MEI(N)EM · VOLCK IRE | VBERTRETTV(N)G · VND · DEM · HAVSE IACOP IRE SV(N)DE ESA 58 [Is 58, 1] AN(N)O · 15 · 98 · SEIN · DOMAHLN | GEWESEN · BVRGERMEISTER | JOCHIM · RVMPESHAGEN | ANDREAS · SCHEVKERKE | JACOB · KRVTHOF | HENRICH · TETZEN | H · IOHANNES · STERNEBEERCH | · CONCIONATOR* * Prediger Auf den Tafeln des Mose: LIEBET GOD | VBER AL | VND DEIN | NEGSTEN | WIE DICH | SELBST [nach Lc 10, 27, Dt 6, 5 und Lv 19,18]

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ANHÄNGE

Auf der Kanzel, hinter dem Prediger: LVCE · 10 · | WOL* IVW HORET | DE HORET MI: WOL | IVW · VORACHTET DE | VORACTET MI WOL | MI OVERST VORAC | HTET DE VORACH | TET DEN DE MI | GESENT HEFT | ~ [Lc 10, 16] * für WOL müsste immer stehen: WER. Am Schalldeckel: PREDIGE DA | T WORT HOLT | AN ID SI THO | RECHTER TIDT | EDDER THO VN | TIDT STRAFFE DE | N OV AWE VORMANE [II Tim 4, 2]. A 24

um 1600 BURGSCHEIDUNGEN, Stadt Laucha an der Unstrut, Burgenlandkr., Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche Abb. A 24a – A 24b Kanzel, Stein, um 1600. Der runde Korb wird von einer Mosefigur getragen, an der Wandung zwischen kannelierten Pilastern die Reliefs der vier Evangelisten mit ihren Symboltieren. Die Evangelisten sind sitzend dargestellt, Matthäus liest, Markus schreibt im aufgeschlagenen Buch, Lukas denkt nach und Iohannes sieht die Vision der Apokalypse. Über den Figuren eine umlaufende Inschrift in 2 Zeilen: EIN IGLICHER SCHRIFFTGELERTER ZVM HIMMELREICH GELERT IST GLEICH EINEM HAVSVATTER || DER AVS SEINEM SCHATZE NEWES VND ALTES HERFUR TREGT • MATTH: AM • 13 ~ [Mt 13, 52] Die Mosefigur mit den aufgeschlagenen Gesetzestafeln, links die untereinander geschriebenen Zahlzeichen I, II, III, rechts: IV, V, VI, VII, VIII, VIIII, X. Die Mosefigur ist 155 cm hoch und steht auf einem 83 cm hohen Steinsockel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 141.

A 25

um 1600 LAUENSTEIN, Gem. Bärenstein, Weißeritzkr. (jetzt: Stadt Geising, Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Ev. Stadtkirche Abb. A 25a – A 25b Michael Schwenke, Kanzel aus Sandstein mit Mose als Kanzelträger, um 1600.

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Am Treppenaufgang Inschrift: ESAIAE 58. CAP: | RVFFE GETROST, SCHONE NICHT, | ERHEBE DEINE STIME WIE EINE | POSAVNE VND VORKVNDIGE MEI- | NEM VOLCK IHR VBERTRETVNG, | VND DEM HAVSE IACOB IHRE | SVNDE. [Is 58, 1] Am Kanzelkorb in rundbogigen Nischen z. T. vollplastisch herausgearbeitete Figuren mit folgenden Darstellungen: Sündenfall: Adam und Eva, dazwischen der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen; Verklärung: Jesus steht verklärt auf der Weltkugel, links und rechts von ihm Mose mit den Gesetzestafeln und Elia. Darunter Petrus, Johannes und Jakobus; Opferung Isaaks; Kreuzigung zwischen Maria und Johannes, das Kreuz steht über dem Adamsschädel. Treppenaufgang und Kanzelkorb mit Beschlagwerk und neun grotesken Masken verziert (wohl Darstellung der Laster des Menschen). Der Schalldeckel aus Holz, 18. Jh. Literatur: Bechter, 13–15; von Haebler, 40 und Abb. 35; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 408.

A 26

um 1600 ROTHENBURG OB DER TAUBER, Lkr. Ansbach, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Kirche, ehem. Franziskanerkirche Unserer lieben Frau Abb. A 26a – A 26b Georg Brenck d. Ä. (?), Kanzelstütze: Mose mit hebräisch, von einem Hebräisch-Kenner geschriebenen Gesetzestafeln, Holz, um 1600, im Altarraum aufgestellt, 130 cm hoch, mit Sockel 137 cm. Das Tafelpaar enthält das erste Gebot und das Elterngebot, also jene beiden Gebote, die normalerweise jeweils am Anfang der Gebotstafeln stehen. Die Reihenfolge der Tafeln ist vertauscht.

Auf der linken (!) Tafel steht das erste, das Fremdgötterverbot nach Ex 20, 3 oder Dt 5, 7, ohne die Einleitung, sondern nur: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Auf der rechten Tafel steht das Elterngebot in einer eigenartig abgekürzten Mischung der Texte von Ex 20, 12 und Dt 5, 16: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, | auf dass es dir wohl gehe.“ (Lesung, Übersetzung und Kommentar verdanke ich Ferdinand Ahuis, Hamburg)

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ANHÄNGE

A 27

um 1600/17. Jh. OSTERODE AM HARZ, Lkr. Osterode am Harz, Reg.-Bez. Braunschweig, Niedersachsen Ev. St. Jacobi-Kirche, urspr. auch St. Marienkirche (Schlosskirche) Abb. A 27a – A 27b Die ursprünglich eingebaute Holzkanzel des 17. Jahrhunderts auf einer Mosestatue, Holz, um 1600, am Korb S. MATTHAEVS | S. MARCVS | SALVATOR | S. LVCAS 17. Jh.

A 28 LANGEN, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Vor der seitlichen Steinkanzel Schnitzfigur des Mose, 17. Jh., urspr. Kanzelträger. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 401.

A 29

17. Jh. GRIMMA-DÖBEN, Muldentalkr., Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Döben, Stadt Grimma, Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, von einer Mosefigur getragen, auf der Brüstung Reliefs der Evangelisten, auf der Treppenbrüstung gemalt die Apostel, 17. Jh. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 271.

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17. Jh.

A 30 MOLSCHLEBEN, Lkr. Gotha, Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Peter und Paul

Kanzel, 17. Jh., 1902 übermalt. Als Stütze Mose mit den Gesetzestafeln. Der sechsseitige Kanzelkorb mit Apostelfiguren. A 31

17. Jh. SCHAALA, Stadt Rudolstadt, Lkr. Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen Ev. Filialkirche Kanzel, 17. Jh., von Mosefigur getragen.

A 32

17. Jh. KLÄDEN, Stadt Bismark, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Mose, Schnitzfigur, ursprünglich Träger einer heute verlorenen Kanzel, 17. Jh. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 367.

17. Jh.

A 33 ILDEHAUSEN, Stadt Seesen, Lkr. Goslar, Niedersachsen Ev. Kirche

Schlichte Kanzel des 18. Jhs., am Fuß lebensgroße Schnitzfigur des Mose, ehem. Träger einer Kanzel des 17. Jhs., zu der wohl auch die Apostelfiguren gehörten, die heute an der Emporenbrüstung angebracht sind. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 656.

A 34

Anfang 17. Jh. KLEINWERTHER, Gem. Werther, Lkr. Nordhausen, Thüringen Ev. Filialkirche St. Philippus (Kirchgasse) Kanzel, Sandstein, Anfang 17. Jh. Reliefierte Brüstungsfelder und Treppenbrüstung, Korb steht auf gebückter Gestalt des Mose. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 373.

A 35

Anfang 17. Jh. GIEBELSTADT, Lkr. Würzburg, Reg.-Bez. Unterfranken, Bayern Ev. Kirche

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ANHÄNGE

Georg Brenck, Kanzel mit Moseträger, Anfang 17. Jh., in strenger Renaissancemanier. A 36

Anfang 17. Jh. CALAU (CALAWA), Lkr. Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg Ev. Wendische Kirche Mose als Kanzelträger, Schnitzfigur, Anfang 17. Jh., ungefasst, aus Vorberg. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 146.

A 37

1. Hälfte 17. Jh. OBERWÜNSCH, Gem. Wünsch, Lkr. Merseburg-Querfurt, Reg.Bez. Halle, (jetzt: Stadt Mücheln/Geisetal, Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche An der Chornordwand Figur des Mose, vermutlich der Kanzelträger zu einer Kanzel aus der 1. Hälfte des 17. Jh. Von ihr sind nur vier Steinplatten mit den Reliefs der vier Evangelisten erhalten, die in der Sakristei aufbewahrt sind.

A 38

1. Hälfte 17. Jh. STEINMOCKER, Gem. Neetzow, Lkr. Ostvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Holz, 1. Hälfte 17. Jh. Der Korb wird von einer Mosefigur getragen und ist mit den Reliefs der vier Evangelisten ausgestattet. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 678.

A 39

1. Hälfte 17. Jh. PETERSDORF (bei Woldegk), Lkr. Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, 1. Hälfte 17. Jh., über Mose als Träger und Engelskaryatiden Brüstung mit Säulengliederung und Relieffiguren der Evangelisten, ähnlich die Treppenbrüstung, Rückwand mit Relief vom Guten Hirten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 569.

1. Hälfte 17. Jh.

A 40 SEEBACH, Wartburgkr., Thüringen Ev. Pfarrkirche

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Sechseckige Kanzel mit Figuren der vier Evangelisten in Nischen. Schalldeckel mit vier Schnitzfiguren in geistlichen Gewändern und einer Christusfigur. Reich verzierte Kanzeltreppe mit vier Apostelfiguren am Geländer. Unter der Kanzel lebensgroße Holzfiguren des Noah, Mose sowie Abraham mit Isaak, wohl 1. Hälfte 17. Jh. A 41

1. Hälfte 17. Jh. PÖDELIST, Burgenlandkr., Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Stadt Freyburg/ Unstrut), Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche Kanzel, Anfang 17. Jh., stark umgebaut. Die ursprüngliche Trägerfigur des Mose heute arg verstümmelt im Pfarrhaus. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 574.

A 42

1602 SŁUPSK / STOLP, Powiat/Kreisstadt Słupsk, Wojewodschaft Pommern, Polen ev. St. Johannis Schlosskirche (von 1602–1685 lutherisch, dann simultan mit Reformierten), seit 1946 St. Hyazinth-Kirche, Ko´sciół s´w. Jacka (kath.). Abb. A 42a – A 42d Kanzel, Holz, 1602, Korb, wie der Schalldeckel reich verziert und bemalt, von einer Mosefigur (jetzt ohne Gesetzestafeln) getragen. Am Kanzelkorb Darstellung der Evangelisten mit ihren Zeichen, v. l. n. r.: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, in ihrer Mitte Christi Taufe. Am Aufgang v. r. n. l.: S. IACOBVS MAIOR, S. PETRVS, S. PAVLVS. Auf dem architektonisch reich gegliederten Schalldeckel Tafeln mit Christusmonogramm IHS und Inschrift, die sich auf zwei wahrheitsversichernde Zeugnisse, das Glaubensbekenntnis und den unmittelbaren Augenschein beruft (vgl. auch I Io 5, 7): TRES SVNT QVI | TESTIMONIVM PER- | HIBENT IN COELO | PATER VERBVM ET | SPIRITVS S. ET HTRES* | VNVM SVNT. | ATHAN ITO AD | IORDANEM ET VIDE. *recte: HI TRES Nach Inbesitznahme der Kirche 1534 durch Rentmeister Ambrosius Vormann Zerstörung der katholischen Ausstattung, Erneuerung durch Erdmute, die Tochter des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg und Gattin von Herzog Johann Friedrich von Pommern-Stettin (27.8.1542–9.2.1600 Wolgast), dem ältesten, theologisch gebildeten Sohn Herzog Philipps I. und der Maria von Sachsen. Am Johannistag 1602 wurde die Kirche und ihre Ausstattung von Generalsuperintendent Jakob Faber geweiht.

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ANHÄNGE

Die Kirche ist Grablege für Ernst Bogislaw von Croy (gest. 1684), den Neffen des letzten pommerschen Herzogs, und für seine Mutter, Anna von Croy (gest. 1660). Literatur: Stolp – Słupsk, 148–153.

A 43

1605 MINDEN, Kr. Minden-Lübbecke, Reg.-Bez. Detmold, Westfalen, NRW Ev. St. Marienkirche Johann Schwarte (Minden), achteckige Kanzel, Holz, 1605, Mosefigur als Kanzelfuß; prächtiger Schalldeckel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 481.

A 44

1607 BURG, Lkr. Jerichower Land, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Unterkirche St. Nicolai Sog. Epitaph-Kanzel von 1607, Sandstein, ehem. gefasst, die Konsole des von expressiver Mosefigur getragenen Kanzelkorbes mit Alabastermedaillons der vier Evangelisten sowie Meisterzeichen des Künstlers, inschriftlich von Michael Sies aus Magdeburg. Die Hochreliefs aus Alabaster zeigen am Kanzelkorb in drei rundbogigen Nischen eine Kreuzigungsgruppe (der Kruzifixus gestohlen) zwischen dem knienden Stifterehepaar, an der Treppenbrüstung ihre Söhne und Töchter. Übertragung des Programms eines Epitaphs auf die Kanzel. Die Kanzeltür von Rundsäulen auf hohen Sockeln mit Maskenköpfen gerahmt.

A 45

1608 Lutherstadt EISLEBEN, Lkr. Mansfelder Land, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Lkr. Jerichower Land), Sachsen-Anhalt Ev. Pfarrkirche (Neustadt) St. Annen Kanzel, Stuck, 1608 (Stiftung des Amtsschössers Joachim Tempel), restauriert 1721 (Hinzufügung zweier Palmbäume, die den Schalldeckel tragen) und 1909. Lebensgroße Figur des Mose als Kanzelträger, am Kanzelkorb Reliefs mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, an der Treppe Johannes der Täufer.

A 46

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1608 WITTSTOCK/DOSSE, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Martin

A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , A : M O S E

Schöne hölzerne Kanzel, dat. 1608, umgebaut und restauriert 1674, 1776 und 1846 von F. W. Holbein, dabei vor allem der gewundene Aufgang erneuert. Der polygonale Korb von Mosehalbfigur auf Konsole getragen, in den Brüstungsfeldern Hochreliefs der Apostel mit reicher architektonischer Rahmung zwischen Ecksäulchen. Auf dem Schalldeckel giebelähnliche Aufsätze mit Reliefs der Evangelisten, dazwischen Figürchen der Kardinaltugenden, in der Mitte oben offener Säulentempel mit Engeln, bekrönt von der Figur des Salvators mundi. Unter dem Schalldeckel am Pfeiler kleines barockes Gemälde der Himmelfahrt des Propheten Elias. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 780.

1608

A 47 FALKEN, Stadt Treffurt, Wartburgkr., Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Martin

Sehr reiche hölzerne Kanzel, 1608. Der von einer Mosestatue getragene Kanzelkorb mit Schnitzfiguren an der Brüstung: Christus, die vier Evangelisten und Paulus in Nischen zwischen Säulen. Der Schalldeckel mit Statuetten des Auferstandenen und der zwölf Apostel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 218.

1609

A 48 GROSSVARGULA, Unstrut-Hainich-Kr., Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Nikolaus

Kanzel, Stein, 1609, Korb von Mosestatue getragen. Aufgang und Tor mit Beschlagwerk, bez. 1691. Brüstung mit Traum Jakobs und dem Gleichnis vom verlorenen Sohn bemalt. Am Kanzelkorb Relieffiguren Christi und der Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 285.

A 49

1609 BERGE, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Jerichower Land), Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche Kanzel, 1609, Korb von Mosefigur getragen, Apostel und Weltenrichter als Eckfiguren. In den Feldern des Korbes Reliefs aus dem Leben Christi. Engel mit Arma Christi auf dem Schalldeckel.

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ANHÄNGE

A 50

1611 WETTIN, Saalkr., Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Lkr. Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Nikolaus Kanzel, Sandstein, 1611. Der Korb von Mosefigur getragen. Am Korb Reliefs mit Leben Jesu, an Korb und Aufgang die vier Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 766.

1611

A 51 Hansestadt STRALSUND, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Pfarrkirche St. Nikolai

Kanzel aus Sandstein, Marmor und Alabaster, über dem Portal 1611 datiert. Der von reichem Beschlagwerk übersponnene Kanzelkorb von einer Mosestatue getragen. An der Brüstung über einem Fries mit Fabelwesen und Ranken in segmentbogigen, von Säulen flankierten Feldern sechs qualitätvolle Alabasterreliefs mit Szenen aus dem Leben Jesu. An der Treppenbrüstung die Evangelisten in Rundbogenarkatur. Das Kanzelportal von Apostelfiguren Petrus und Paulus eingefasst, über der rundbogigen Öffnung säulenflankierter Aufsatz mit reizvollem Alabasterrelief des Sündenfalls. Der Schalldeckel aus Holz von 1678, der ehem. bekrönende Aufsatz nicht erhalten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 685; Römer, 115f. und Abb. 5.

1611

A 52 BENDELEBEN, Kyffhäuserkr., Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Pankratius

Kanzel mit reicher Plastik, dat. 1611. Der Korb auf Mosefigur ruhend, auf dem Schalldeckel Trinität und Apostel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 64.

A 53

1612/1613 OLDENBURG, kreisfreie Stadt, Reg.-Bez. Weser-Ems, Niedersachsen Landesmuseum Ludwig Münstermann, Sitzfigur des Mose als Kanzelträger des Kanzelkorbes der St. Lamberti-Kirche in Oldenburg, Sandstein, 115 cm, um 1612/13, Sign.: LMO 5.025. Die Kanzel selbst ist heute verloren. Literatur: Ludwig Münstermann, 158f., W 8 und Abb.; Oldenburg, 149f.; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 545.

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1613

A 54 MÜHLBERG/ELBE, Landkr. Elbe-Elster, Brandenburg ehem. Zisterzienserinnenklosterkirche St. Maria

Wolf Mönch aus Torgau, steinerne Mosefigur, 1613, ehem. Kanzelträger. Die Kanzel selbst ist nicht mehr erhalten, Reste befinden sich im Mausoleum der Patronatsherren Winterfeld südöstlich der Kirche. Die Schnitzfiguren der Evangelisten vom Kanzelkorb wurden bald nach 1980 gestohlen. Literatur: Hentschel, 185 und Tafel XXI, Abb. 11; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 489.

1612–1615

A 55 GERA, kreisfreie Stadt, Thüringen Ev. Trinitatiskirche (Heinrichstraße)

Reich gegliederte Kanzel aus rötlichem Marmor, mit Skulpturen aus Alabaster, 1612–1615 für die Schlosskapelle von Reinhardsbrunn geschaffen, 1969 in die Trinitatiskirche versetzt. Vor der Kanzeltreppe ein Portal, bekrönt von einem gesprengten Giebel mit der Standfigur des Christus als Salvator mundi und lagernden Putten. An Treppenbrüstung und Kanzelkorb Säulchen und halbrunde Nischen mit den Statuen der Evangelisten und biblischer Gestalten. Kanzelpfeiler mit Standbild des Mose. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 246.

A 56

1613–1615 FINSTERWALDE, Lkr. Elbe-Elster, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Trinitatis, bis zur Reformation St. Marien M. Kuntze aus Meißen, Kanzel, 1613–1615. Hervorragende Arbeit aus Sandstein und Marmor. Fünfseitiger, von Mosefigur getragener Korb, an seinen Ecken freihstehend manieristische Evangelistenfiguren, in den Brüstungsfeldern Sandsteinreliefs mit Darstellungen des Heilsgeschehens: Geburt, Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung und Pfingsten. Obere Kanzeltür mit Wappenrahmung, daneben Inschrifttafeln, die Otto, Rudolph und Dietrich von Dieskau als Stifter nennen. Der prächtige Schalldeckel aus Holz, mit Darstellung der Verklärung Christi und der Trinität, an den Rändern sitzend Engel mit den Arma Christi. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 220.

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ANHÄNGE

A 57

1615 NIEDERLICHTENAU, Lkr. Mittweida, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Gem. Lichtenau/Sachsen, Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Die Kanzel in manieristischer Formgebung, dat. 1615, sign. M. B. (wohl M. H. – Michael Hegewald). Ursprünglich freistehend, 1961 versetzt und verändert wieder aufgebaut. Der runde Korb ruht auf einer Mosefigur, die Treppe auf einer Konsole und ornamentierten Pfeilern. Die qualitätvollen Brüstungsreliefs mit Darstellungen der Kreuztragung, Ausgießung des Heiligen Geistes und Evangelistenfiguren. Das Rahmenwerk und die tragende Konstruktion der Kanzel vermutlich etwas jünger als die Reliefszenen, um 1700. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 521.

1616

A 58 HORNBURG, Lkr. Wolfenbüttel, Niedersachsen Ev. Kirche Beatae Mariae Virginis

Kanzel aus Holz, gestiftet 1616. Mose als Trägerfigur. Am Aufgang die vier Evangelisten. Reliefs am Corpus: Eherne Schlange, Ölberg, Verkündigung, Opferung Isaaks, musizierende Engel, Stifter vor dem Gekreuzigten kniend. Auf dem Schalldeckel: Engel mit Arma Christi, der Auferstandene. A 59

1616 NEUSTADT AN DER AISCH, Lkr. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Stadtpfarrkirche, ehem. Johannes der Täufer Georg Brenck d. Ä. (?), Mosefigur als Kanzelfuß, 1616. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 517.

A 60

1616/1617 ´ ˛SKI / SCHEDLAU, Niemodlin, Powiat OpolSZYDŁOWIEC SLA ski, Województwo opolskie/ehem. Kr. Falkenberg, Schlesien, Polen Ko´sciół fil. NMP/kath. Filialkirche St. Maria, 1616/1617 als evangelische Salvatorkirche errichtet. Hermann Fischer, Schnitzer, Caspar Winckler, Maler, sechsseitige Kanzel, Holz, 1616/1617. Über Mosefigur Kanzelkorb mit Reliefs der Evangelisten und Gebet auf dem Ölberg am Treppenaufgang. Über dem Torbogen Kartuschen mit Stifterwappen. Glorietten-Baldachin mit

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geschnitzter Darstellung von Pfingsten. In der Bekrönung Posaune blasender Engel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 639.

A 61

1617 BÜTZOW, Lkr. Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Maria, Johannes und Elisabeth, ehem. Kollegiatstiftskirche Kanzel mit Schalldeckel von ungewöhnlicher Größe mit prächtiger figürlicher und ornamentaler Grotesk- und Rollwerkschnitzerei, dat. 1617, vermutlich von Hans Peper, Rendsburg. Über Mose als Trägerfigur am Korb zwischen ornamentierten Säulen sieben Reliefs biblischer Szenen, eingefasst von Hermenpilastern (darunter das Bildnis des mutmaßlichen Stifters Herzog Ulrich von Mecklenburg, gest. 1603). An Kanzeltür und Aufgang Reliefs der vier Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 137.

A 62

1617 LINDOW, Gem. Groß Miltzow, Lkr. Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, bez. 1617, von Mose und Engelskaryatiden getragen, die reich ornamentierte Brüstung an Korb und Treppe mit Säulengliederung und Relieffiguren (Evangelisten, Johannes d. T., Petrus, Paulus). An der Tür Gemälde von Fides und Spes, im Tympanon Wappen von Mecklenburg-Schwerin. Reichgeschnitzter Schalldeckel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 429.

A 63

1613–1618 WYSZE˛CICE / WISCHÜTZ, Powiat Wolowski, Województwo dolno´sla˛skie, ehem. Kr. Wohlau, Schlesien, Polen Ko´s ciół ´s w. Michała Archanioła/kath. Filialkirche St. Michael, 1605–1638 als ev. Kirche errichtet, Stiftung von Stephan von Thader, 1654 an die Katholiken übergeben. Kreis des Meisters der Reichenbacher Kanzel, manieristische Kanzel, Holz, 1613–1618. Der oktogonale Korb ruht auf einer Mosefigur. An der Brüstung Passionsszenen, am Aufgang Apostel, auf dem Schalldeckel Evangelistensymbole und Gloriette, daneben das Wappen der Stifterin, Barbara v. Thader. In der Bekrönung Pelikan mit Jungen.

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ANHÄNGE

1618

A 64 SCHWEI, Gem. Stadland, Lkr. Wesermarsch, Niedersachsen Ev. St. Secundus-Kirche

Kanzel mit Schalldeckel, Holz. Treppe und Türe mit Signatur und Datierung verloren. Sitzfigur des Mose als Träger des Kanzelkorbes, der die Figuren der vier großen Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel) und der vier Evangelisten mit ihren Symboltieren trägt. Am Gesims des Schalldeckels Pelikan, frontal, mit drei Jungen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 674.

A 65

1619 TANGERMÜNDE, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Stephanskirche Christoph Dehne, Magdeburg (?), Kanzel, Sandstein, gestiftet 1619. Korb von Mosefigur getragen, an den Brüstungen von Aufgang und Korb sieben figürliche Reliefs, fünf Szenen aus dem Leben Christi, Opferung Isaaks, Eherne Schlange, jeweils durch Apostelfiguren getrennt. Schalldeckel mit dem Auferstandenen und vier Aposteln. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 710.

A 66

1620 REICHENBERG, Lkr. Meißen-Radebeul, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Gem. Moritzburg, Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Hölzerne Renaissance-Kanzel, bez. 1620. Das reiche Knorpelwerk an Korb und Schalldeckel legt eher eine Datierung auf das 3. Viertel des 17. Jhs. nahe. Der achteckige Korb von einer lebensgroßen Mosefigur getragen und mit Nischen versehen. In diesen Figuren des Salvators mundi und der vier Evangelisten. Schalldeckel mit Engeln und Auferstandenem. um 1620

A 67 SCHÖNINGEN, Lkr. Helmstedt, Niedersachsen Clus, Altersheim und ev. Pfarrkirche

Kanzel, aus der ehem. Schlosskapelle, um 1620. Neben dem Kanzelständer Mosefigur, am Korpus die vier Evangelisten.

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A 68

1621 MARKT ERLBACH, Lkr. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Kilian Georg Brenck d. Ä., Kanzel, bez. 1621 (1718 aus der Johanneskirche in Ansbach erworben). Mose als Kanzelfuß, Evangelisten am Korb, szenische Reliefs. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 469

1621

A 69 CRIVITZ, Lkr. Parchim, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Stadtkirche

Kanzel, 1621, 1748 aus Wittenburg überführt. Figur des Mose als Kanzelträger. Am Aufgang die Apostel in Gestalt von Hermenpilastern. Auf dem Schalldeckel der Auferstandene. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 150.

A 70

1622 RIDDAGSHAUSEN, Stadt Braunschweig, Reg.-Bez. Braunschweig, Niedersachsen Ev. Kirche, ehem. Zisterzienser-Klosterkirche St. Maria Zacharias König (Bildschnitzer aus Osterode), Kanzel, Holz, 1622. Mose als Kanzelträger, an der Brüstung acht Reliefs mit biblischen Szenen, Propheten, Evangelisten und Paulus, z. T. im 19. Jahrhundert ergänzt. Schalldeckel mit Apostelfiguren, Wappen, musizierenden Engeln und der Auferstehung Christi. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 109.

1622

A 71 LÜTZLOW, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel mit Schalldeckel, 1622. Beschlagwerkdekor durch moderne Fassung z. T. überdeckt, Kanzelkorb mit Ecksäulchen und den Evangelistenreliefs unter Kleeblattbögen von kniender Mosefigur getragen. An der Kanzelrückwand Christusbild. Die Bilder an Aufgang und Tür: Petrus, Paulus, Jakobus, Luther und Martin Chemnitz, Anfang 18. Jh. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 458.

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ANHÄNGE

1623

A 72 WOLFENBÜTTEL, Lkr. Wolfenbüttel, Niedersachsen Ev. Hauptkirche Beatae Mariae Virginis

Kanzel aus Holz, 1619 dem Quedlinburger Georg Steyger in Auftrag gegeben, 1623 an einem Langhauspfeiler aufgestellt, 1626 an den jetzigen Standort versetzt und dabei mit neuer Kanzeltür von Fr. Greiß ausgestattet. Mose als Trägerfigur. Am Aufgang und dem Kanzelkorb Statuetten der 12 Apostel. Reliefs nach dem zweiten Artikel des Credo und solche eschatologischen Inhalts. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 786.

A 73

1623 LUBIN / LÜBEN, Powiat Lubin/Kr. Lüben, Województwo dolno´sla˛skie/Niederschlesien, (ehem. Schlesien), Polen Ko´sciół par. MB Cze˛stochowskiej/kath. Pfarrkirche Muttergottes von Tschenstochau, 1524–1945 evangelisch Kanzel, 1623, renoviert 1857 u. ö., ehem. auf den Figuren von Mose und Johannes Bapt., diese jetzt im Chor. Am Kanzelkorb Figuren der Apostel und Evangelisten, an der Rückwand Relief des hl. Andreas, auf dem Baldachin in Gloriettenform Engel mit Arma Christi. Als Bekrönung der auferstandene Christus. 1624

A 74 KÖLLEDA, Lkr. Sömmerda, Thüringen Ev. St. Wippertikirche

Kanzel, geschnitzt, am Schalldeckel bez. 1624. Als Fuß eine Mosefigur, die einen kelchförmigen Unterbau mit Engelsköpfchen und den polygonalen Kanzelkorb mit Ecksäulen trägt. Am Korb Skulpturen der Evangelisten und anderer Heiliger. Auf dem hohen, mit Sägewerk verzierten Schalldeckel Putten mit den Arma Christi, Apostel, der auferstandene Christus und eine Inschrift mit Datum. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 381.

1626

A 75 LANGENZENN, Lkr. Fürth, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. Augustinerchorherrenstiftskirche Unbekannt, Mosekanzel 1626. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 407.

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A 76

1626 KÜRBITZ, Gem. Weischlitz, Vogtlandkr., Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Salvatorkirche Steinerne Kanzel mit qualitätvollen Figuren im Stil der Hochrenaissance, 1626 von Adam Wolf von Feilitzsch auf Rosenberg und seiner Gemahlin gestiftet. Eine Mosefigur trägt den polygonalen Kanzelkorb, in den Brüstungsfeldern kleine Evangelisten mit Muschelnimben, auf dem Schalldeckel der Salvator mundi. Aufgrund ihrer ausdrucksvollen Gebärden und Physiognomie der Figuren vielleicht Waltherschule. Literatur: Poscharsky, 127; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 396.

1630

A 77 FELCHOW, Gem. Schöneberg, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel, datiert 1630, urspr. von Mose und vier schwebenden Engeln getragen. Am polygonalen Korb zwischen Ecksäulchen Figurennischen mit vier Aposteln, zwei weitere Apostel in ähnlichen Nischen, von Hermen flankiert, an der Treppenwange. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 219.

1630

A 78 KLOBBICKE, Gem. Breydin, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel, 1630, von Mosefigur getragen, am Korb Ecksäulchen und diamantierte Rundbogenblenden mit Bildern des Agnus Dei und der Evangelistensymbole. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 375.

A 79

1631 MAXEN, Gemeinde Müglitztal, Lkr. Sächsische Schweiz, Reg.-Bez. Dresden, (heute: Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Sachsen Ev. Pfarrkirche Caspar Klöpl aus Pirna, Kanzel, Sandstein, bez. 1631. Am von einer Mosefigur getragenen Kanzelkorb Skulpturen der Evangelisten. [1633]

[A 80] Freie und Hansestadt HAMBURG Hauptkirche St. Katharinen

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ANHÄNGE

Maximilian Steffens, Kanzel, unterschiedlicher Marmor, 1633, 1943 zerstört. Über dem Portal befand sich eine Darstellung der hl. Katharina. Als Korbträger fungierte eine Mosefigur mit Gesetzestafeln. An Treppenwange und Kanzelkorb mit Galerie standen in Nischen Apostelfiguren. Unter dem Schalldeckel war das Pfingstwunder dargestellt. Auf dem Deckel triumphierte Christus über Tod und Teufel. Literatur: Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg, 137f.; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 303; Rüttgerodt-Riechmann, 112, 114.

1633

A 81 WASDOW, Lkr. Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Schlichte Holzkanzel mit Mose als Trägerfigur, 1633. Schalldeckel wohl um 1750. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 751.

ca. 1635

A 82 REINBEK, Kr. Stormarn, Schleswig-Holstein Ev. Maria-Magdalenen-Kirche

Henning Heidtrider (zugeschr.), Sitzfigur des Mose aus dem Anfang des 17. Jhs., Holz. Die Figur diente ehemals als Träger der Kanzel in der Kapelle des Reinbeker Schlosses, kam mit anderen Figuren in die neugotische Kirche (erbaut 1900/1901) und steht heute beim Lesepult. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 594.

A 83

1635 HECHTHAUSEN, Lkr. Land Hadeln, (heute: Lkr. Cuxhaven), Niedersachsen Ev. Kirche Kanzel, 1635. Polygonaler Korb auf Stütze mit Mosefigur. Auf dem Schalldeckel Statuetten.

A 84

1636 KÖNIGSFELD, Lkr. Mittweida, Reg.-Bez. Chemnitz, (heute: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Christophorus Hiller aus Penig, aufwendig geschnitzte und gefasste Kanzel mit bäuerlichen Reliefs, 1636. Am Treppenaufgang Jakobs

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Traum von der Himmelsleiter, am polygonalen Kanzelkorb zwischen Säulchen vier Szenen aus dem Neuen Testament, von denen sich nur drei benennen lassen: Weinwunder, Zwölfjähriger Jesus im Tempel und Taufe Christi. Auf dem Schalldeckel als kleine freiplastische Gruppe die Ausgießung des Hl. Geistes. Die zugehörige Mosefigur, die ehem. als Kanzelträger diente, heute gesondert auf der Südseite der Kirche aufgestellt. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 390.

1636

A 85 RUDOLSTADT, Lkr. Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen Ev. Stadtkirche St. Andreas

Heinrich und Johann Friedemann (Erfurt), Kanzel, 1636, mit figürlicher und Ornamentschnitzerei. Lebensgroße Mosefigur unter dem Kanzelkorb. Auf ihm Reliefs mit Szenen aus dem Alten Testament, dazwischen Prophetenfiguren. Auf dem hohen, sich nach oben verjüngenden Schalldeckel Apostelfiguren. Der auf einer Kugel stehende Salvator mundi bekrönt den Aufbau. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 626.

A 86

1644 OTTERNDORF, Lkr. Land Hadeln, (jetzt: Lkr. Cuxhaven), Niedersachsen Ev. Kirche, urspr. St. Severus, um 1800 auch St. Nicolaus Jürgen Krübeln, Glückstadt, angeblich identisch mit dem Magdeburger Bildhauer Georg Kreibel, polygonale Kanzel, Holz, 1644. Korb von Mosefigur getragen. Der Text der 10 Gebote auf den Gesetzestafeln ist so geordnet, dass nach lutherischem und altkirchlichem Verständnis drei Gebote auf der einen, sieben auf der anderen Tafel stehen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 551.

1646

A 87 WEIDA, Lkr. Greiz, Thüringen Ev. Stadtkirche St. Maria (Kirchplatz)

Kanzel am nördlichen Triumphbogen-Pfeiler, Holz, um 1646. Auf den dreiviertel-lebensgroßen Figuren des Mose und Johannes d. T. ruht ein umgekehrt glockenförmiges Vermittlungsglied mit geschnörkelt geschnitzten Kanten und mit herabhängenden Wappen bzw. zwei Namensbuchstaben: N. P. (Pöllnitz), D. H. (Heinitz), N. W. (Wolfersdorf),

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ANHÄNGE

S. (Schleinitz). Darauf der polygonale Kanzelkorb, an den Ecken Hermensäulen, an den Flächen mit Rundbogennischen, darin Jakob, der mit dem Engel ringt (Gn 32, 25), Jesaja, zu dem der Engel mit der Kohle herabschwebt (Is 6, 6), Jeremia, der das Joch des Treibers auf den Schultern trägt (Ier 27, 2), Hesekiel, der den Brief aus Wolken erhält (Ez 2, 9) und Daniel mit dem Löwen, dazu noch Christus mit dem Lamm, die Weltkugel in der Hand. Im Schalldeckel geschnitzte Trinität, auf ihm Christus mit der Siegesfahne, von neuen Engeln mit den Leidenswerkzeugen umgeben. Literatur: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens XXV, 130.

A 88

1647 GROSSOLBERSDORF, Mittlerer Erzgebirgekr., Reg.-Bez. Chemnitz, (heute: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Pfarrkirche Barocke Kanzel von 1647. An der Brüstung schöne Schnitzfiguren von Christus und den Evangelisten. Der Korb von einer Mosestatue getragen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 284.

A 89

1647 FAHRETOFT, Gem. Dagebüll, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Laurentius Holzkanzel 1647, 1703 bereichert. Polygonaler Korb in strenger frühbarocker Gliederung mit Tugendhermenpilastern und christologischen Reliefs unter Rundbogen. Hochbarocke Stützfigur des Mose auf romanischem Granitsockel. Im Rückwandpaneel von 1734 Evangelisten und Paulus gemalt. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 217.

1648

A 90 MARNITZ, Lkr. Parchim, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Reich geschnitzter Kanzelkorb von Mosefigur getragen, 1648 gestiftet, mit Bossen und Engelsköpfen sowie Hermenpilastern zwischen den Bogenfeldern, diese später mit Wappen bemalt. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 470.

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A 91

1649/1652 KEMMEN, Stadt Calau, Lkr. Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche Andreas Schultze aus Torgau, polygonale Kanzel, 1649, gefasst von Martin Heber 1652, signiert und datiert an der Lukasfigur, getragen von Mosefigur. Am fünfseitigen Korb Reliefs der vier Evangelisten mit ihren Symbolen und des Salvators mundi. Die Kanzel verbunden mit Pfarrstuhl mit Holzgitter und Aufgang. Schalldeckel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 361.

A 92

um 1650 SCHERNECK, Gem. Untersiemau, Lkr. Coburg, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche Kanzel, um 1650, mit Schnitzfiguren, hervorzuheben die Figur des Mose als Kanzelträger.

A 93

Mitte 17. Jh. BAUTZEN (BUDYŠIN), Lkr. Bautzen, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Ev. Michaeliskirche, Pfarrkirche Farbig gefasste Holzkanzel, 1976, aus der Petrikirche in Rochlitz, Lkr. Mittweida, übertragen. Als Kanzelträger eine etwa lebensgroße Mosefigur. Am Kanzelkorb Christus als Salvator mundi und die Evangelisten in Muschelnischen, verschiedene Cherubimfiguren. Der Schalldeckel mit Cherubinen und abschließender Engelsfigur, Mitte 17. Jh. Mitte 17. Jh.

A 94 OBERNKIRCHEN, Lkr. Schaumburg, Niedersachsen Stiftskirche

Kanzel, Mitte 17. Jh., mit Mose als lebensgroßer Trägerfigur des Korbes, an dessen Brüstung die Figuren der vier Evangelisten angebracht sind. Als Bekrönung Statuette des Johannes d. T. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 538.

Mitte 17. Jh.

[A 95] PLAU, Lkr. Parchim, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche, ehem. St. Marien

Reste einer barocken Kanzel, die geschnitzten Figuren Christi und der

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ANHÄNGE

vier Evangelisten an der Chorwand, dazu die Figur des Mose als Kanzelträger in der Vorhalle, sowie das alte Lesebrett mit Darstellung der Trinität als dreigesichtigen Wesens (Triciput). – [Nicht mehr vorhanden?] Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 572.

A 96

wohl Mitte 17. Jh. LIMBACH, Vogtlandkr., Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Michaeliskirche Reiche, stark plastische Sandsteinkanzel, farbig gefasst, wohl Mitte 17. Jh. Als Kanzelträger Mosefigur (übermalt), am Korb Evangelisten, in den Brüstungsfeldern zahlreiche Adelswappen. Am hölzernen Schalldeckel Ohrmuschelwerk. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 421.

1650

A 97 LINDENBERG, Lkr. Demmin, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel, 1650, von Mosefigur getragen, am Korb die Figuren Christi und dreier Evangelisten zwischen Akanthusschnitzerei. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 428.

nach 1650

A 98 GRIESHEIM, Gem. Ilmtal, Ilm-Kr., Thüringen Ev. Kirche

Kanzel, nach 1650, oktogonaler Kanzelkorb von einer Mosefigur getragen. zweite Hälfte 17. Jh.

A 99 ZETEL, Lkr. Friesland, Niedersachsen Ev. Kirche, ehem. St. Martin

Kanzel, zweite Hälfte des 17. Jh., eine Mosestatue trägt den polygonalen Korb mit Evangelistenfiguren. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 847.

A 100

120

wohl 2. Hälfte 17. Jh. GROSSBARDAU-KLEINBARDAU, Muldentalkr., Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Kleinbardau, Stadt Grimma, Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Pfarrkirche

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Kanzel, Holz, weiß und gold gefasst, von einer Mosestatue getragen. Am Korb, in kleinen Nischen, bewegte Schnitzfiguren von Christus und den Evangelisten, wohl 2. Hälfte 17. Jh. 1651

A 101 HENNSTEDT, Kr. Dithmarschen, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Secundus

Holzkanzel, 1651. Ein Hauptwerk von Henning Claussen, Neuenkirchen. Eleganter, zierlicher Aufbau des späten Manierismus. Fünfseitiger Korb mit kräftigen Ecksäulen und schmalen Reliefs von Aposteln in dreipaßförmigen Muschelnischen. Reich beschnitzter Kanzelboden. Als Träger ein schlanker, die Gesetzestafeln vorweisender Mose. Verkürzte Treppenbrüstung, ähnlich wie der Korb gegliedert, jedoch mit phantastischen Hermenpilastern und Evangelistenreliefs. Auf dem kleinen, achtseitigen Kanzeldeckel hohe Knorpelwerkaufsätze, Evangelistenstatuetten und Christus unter Hermenlaterne mit bekrönendem Pelikan. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 331.

1651

A 102 HOOKSIEL, Gem. Wangerland, Lkr. Friesland, Niedersachsen Ev. Kirche

Kanzel mit Galerie, 1651. Der polygonale Korb, mit Ecksäulen und Evangelistenfiguren, von Mosefigur getragen.

1652

A 103 STADTRODA, Saale-Holzland-Kr., Thüringen Ev. Salvatorkirche

Kanzel, 1652 gestiftet, mit figürlichem Schnitzwerk: am Kanzelpfosten die fast lebensgroße Statue des Mose, vor den reliefierten Brüstungsfeldern des Kanzelkorbs und der kurzen, zum Korb führenden Galerie alttestamentliche Personen. Auf dem Schalldeckel Christus als Salvator mundi, umgeben von Engeln mit Arma Christi. A 104

1658 CELLE, Lkr. Celle, Reg.-Bez. Lüneburg, Niedersachsen Ev. Kirche St. Georg auf der Blumlage (Braunschweiger Heerstraße) Kanzel, 1658, von Mosefigur getragen, im Ohrmuschelstil von A. Gröger, Osterode. Am Aufgang und am Korb Christus und die 12 Apostel.

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ANHÄNGE

Doppelstöckiger Schalldeckel, auf dem Engel die Arma Christi präsentieren, bzw. oben den Auferstandenen umjubeln. 1659

A 105 BAD TENNSTEDT, Unstrut-Hainich-Kr., Thüringen Ev. Trinitatiskirche (Wigbertikirche)

Heinrich Seyfried, Mosekanzel, 1659. Brüstung und Zugang mit Christus und den 12 Aposteln bemalt. Am Schalldeckel Obelisken und reiches Knorpelwerk, bekrönt vom Auferstandenen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 45.

A 106

1663 ECKARTSBERGA, Burgenlandkr., Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Mauritius Kanzel, 1663, aus Oschersleben. Mose als Kanzelträger, Christus als Salvator mundi, Apostel und Propheten am Aufgang und am fünfseitigen Korb. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 187.

A 107

1664–1666 LUCKAU, Lkr. Dahme-Spreewald, Brandenburg Ev. Stadtkirche St. Nikolai (Kirchplatz), urspr. Doppelpatrozinium St. Marien und Nikolai A. Schultze aus Torgau, Kanzel 1664 –1666, die Fassung von Chr. Mätschke aus Leipzig, 1681. Bez. und dat. durch Inschrift auf Kanzeltür. Aufgang, Kanzelkorb und Kanzelträger aus Sandstein, Kanzeltür und Schalldeckel aus Holz. Als Kanzelträger Doppelfigur, Mose und Aaron, Mose mit den Gesetzestafeln, Aaron auf das 3. Gebot weisend. An der Treppenstütze Relief, ‚ Jakob ringt mit dem Engel‘. In den Brüstungsfüllungen des Aufgangs sechs Reliefmedaillons in Ohrmuschelrahmung mit Szenen aus dem Alten Testament, in denen des Korbs mit fünf Szenen aus dem Neuen Testament, von der Erschaffung Evas bis zur Himmelfahrt Christi. An den Ecken vollplastische Figuren Christi und der Apostel. Auf dem sternförmigen Schalldeckel ein hoher durchbrochener Aufbau in Pyramidenform, Darstellung des Jüngsten Gerichts: Über einem Wolkenhimmel mit den 24 Ältesten sitzt Christus mit Buch und Ziegenböckchen [?!] vor Flammennimbus. Zugehörig und ebenfalls von Mätschke die Malerei am Kanzelpfeiler: Musizierende Engel in Wolkenhimmel.

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A 108

nach 1664 HADMERSLEBEN, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche Unserer Lieben Frauen Kanzel, Holz, nach 1664. Korb mit gemalten Evangelisten, von Mosefigur getragen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 287.

A 109

1666 HALDENSLEBEN, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Marien und Johannes des Täufers In Weiß und Gold gefasste Kanzel, Holz, mit Stifterinschrift, von Vierzing und Fone 1666. Korb von Mosefigur getragen, an der Brüstung von Korb und Treppe in Nischen Christus und die Apostel. Auf dem Schalldeckel ein vom Pantokrator auf der Weltkugel bekrönter kleiner Säulentempel, umgeben von Engeln mit den Arma Christi. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 291.

wohl 1666

A 110 APOLDA, Lkr. Weimar-Land, Thüringen Ev. Martinskirche (Ritterstraße)

Polygonaler Kanzelkorb mit Evangelistendarstellungen auf den Seitenflächen und Schnitzfiguren der Apostel an den Ecken. Der Korb ursprünglich von einer geschnitzten Mosefigur getragen, die heute mit dem Schalldeckel in der Sakristei ausgelagert ist. Der Schalldeckel signiert von Andreas Stiberitz aus Jena, 1666, der vermutlich als Tischler und Intarsienschneider an den genannten Teilen mitgearbeitet hat. Sämtliche Schnitzfiguren von demselben unbekannten, aber bedeutenden Bildhauer. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 19.

A 111

1667 MITTWEIDA, Lkr. Mittweida, Reg.-Bez. Chemnitz, (heute: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Marien (Kirchplatz 1) Abraham Conrad Buchau, urspr. farbig gefasste Kanzel aus Sandstein, bez. 1667. Der Kanzelaufgang schneckenartig um den Pfeiler gewunden, der Korb von einer Mosestatue getragen, eine Nachahmung der Figur Michelangelos. An der durch korinthische Säulchen gegliederten Brüstung des Korbes Nischen mit Darstellungen der großen Propheten.

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ANHÄNGE

An der Treppenbrüstung zwischen Halbsäulen Darstellungen der kleinen Propheten. Der Schalldeckel, 18. Jh., mit Trinitätsdarstellung. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 484.

A 112

1670/1680 WESTERENDE KIRCHLOOG, Gem. Ihlow, Lkr. Aurich, Niedersachsen Ev. Kirche St. Martin Reich dekorierter Kanzelkorb mit mächtigem Schalldeckel, um 1670/1680, Kröpelin-Werkstatt, Esens. Am Korb zwischen gedrehten Säulen die vier Evangelisten und Paulus. Die Halbfigur des Mose als Kanzelträger.

A 113

1672 WEISSENBRUNN, Lkr. Kronach, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit Mose als Träger der (modernen) Kanzel, 1672.

A 114

1674 WEISSENFELS, Lkr. Weißenfels, Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Marien Kanzel am dritten nördl. Langhauspfeiler, Stein, geweiht 1674, Gemeinschaftswerk von Andreas Griebenstein und den Malern Christian Hoffmann und Johann Christoph Goldner. Der Korb wird von einer Mosefigur getragen. An der Brüstung des Korbes Reliefs, Christus als Salvator mundi und die vier Evangelisten. An der Stiegenbrüstung Darstellung des Guten Hirten und spiegelverkehrter Stadtansicht von Weißenfels vor dem Stadtbrand 1718. Schalldeckel aus Holz als Wolkenhimmel gestaltet mit Gottvater und dem auferstandenen Christus, an der Unterseite die Heilig-Geist-Taube. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 760.

A 115

letztes Viertes 17. Jh. HELMSTEDT, Lkr. Helmstedt, Reg.-Bez. Braunschweig, Niedersachsen Ev. Kirche St. Walpurgis Kanzel, Holz, letztes Viertel 17. Jh. Mose als Trägerfigur, am Korpus die vier Evangelisten und Paulus, auf dem Schalldeckel Engel mit den Arma Christi und der Salvator mundi. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 330.

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A 116

spätes 17. Jh. BERGKIRCHEN, Gem. Wölpinghausen, Lkr. Schaumburg-Lippe, (jetzt: Lkr. Schaumburg), Niedersachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Holz, spätes 17. Jh. Fast lebensgroße Mosefigur als Kanzelträger, Evangelistenfiguren vor den Blendnischen der Brüstungszone. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 783.

A 117

um 1680 MEUSELWITZ, Gem. Reichenbach/O.L., Niederschlesischer Oberlausitzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Polygonale Sandsteinkanzel, 19. Jh. Die Reliefs am Kanzelkorb mit der Darstellung von Christus, Maria und Joseph, stammen von einer älteren Kanzel, um 1680, ebenso die unter ihr befindliche, freistehende, weiß und gold gefasste Mosefigur.

A 118

um 1680 GROPPENDORF, Gem. Hakenstedt, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Gem. Erxleben, Lkr. Börde), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Marien Polygonale Kanzel, um 1680, ruhte ehemals auf einer Mosefigur, die nun funktionslos im Chor abgestellt ist. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 290.

A 119

1680 ERLANGEN, Ortsteil BRUCK, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. Wallfahrtskirche St. Peter und Paul Unbekannt, Mosekanzel, 1680. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 210.

A 120

1680 ´ KRIESCHOW (KSIŠOW), Gem. Kolkwitz, Lkr. Spree-Neiße, Brandenburg Ev. Dorfkirche G. Wolschke aus Calau, reiche Kanzel von stark plastischem Aufbau, 1680. Der polygonale Korb auf kleiner Mosefigur. In den Feldern des

125

ANHÄNGE

Korbs und der Treppenwangen gut gemalte Evangelisten und Propheten, dazwischen kleine geschnitzte Apostelfiguren auf schweren Konsolen. Der achteckige Schalldeckel mit Spangenkrone, darauf Gottvater. An der Kanzelrückwand Pastorenportrait Johannes Korn (gest. 1682), zwischen den geschnitzten Apostelfiguren des Jacobus und Matthias. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 394.

A 121

1680 TARTHUN, Lkr. Aschersleben, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche Kanzel, Holz, 1680, Korb ehem. von Mosefigur getragen, sie steht jetzt links neben dem Altar. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 711.

1682

A 122 EICHA, Gem. Gleichamberg, Lkr. Hildburghausen, Thüringen Ev. Kirche St. Antonius

Johann Adam Lux, Kanzel, 1682. Von Mosefigur getragener Korb mit Apostelfiguren in Muschelnischen. Aus der Schlosskirche der Römhilder Glücksburg übernommen. A 123

1684 KROPPENSTEDT, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Stadtkirche St. Martin Kanzel, 1684, Korb, mit gemalten Evangelistendarstellungen, von Mosefigur getragen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 395.

1686

A 124 TØNDER, Tondern, Dänemark Kristkirken

Polygonale Kanzel, Holz. 1686. Am Kanzelkorb säulengerahmte Halbreliefs, Holz, mit der Darstellung der Heilsgeschichte bis Pfingsten, am Kanzelkorb die vier Evangelisten. Auf dem Schalldeckel Putti mit den Arma Christi, als Bekrönung Christus als Sieger über Tod und Teufel. Als Kanzelträger Mose mit den Gesetzestafeln. Literatur: Haase; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 722.

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A 125

um 1690 BEBERTAL I (ehem. Alvensleben), Gem. Bebertal, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Pfarrkirche St. Jakob (Alvensleben-Markt) M. Jordans (Calvörde), Kanzel, um 1690. Mose als Kanzelträger, am Korb in Nischen plastische Evangelistenfiguren mit ihren Symboltieren. An der Kanzelrückwand Gemälde mit Christus als Salvator mundi. Auf dem Schalldeckel Figur des segnenden Christus. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 61.

1690

A 126 BASDORF, Gem. Wandlitz, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel, 1690. Gewundene Ecksäulchen, Mose als Trägerfigur. 1690

A 127 KLOSTERFELDE, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne, farbig gefasste polygonale Kanzel, am Aufgang datiert 1690, von Moseskulptur getragen. In den Brüstungsfeldern grobe Skulpturen Christi und der Evangelisten zwischen gedrehten Ecksäulchen, auf dem Schalldeckel Skulptur des Auferstandenen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 377.

A 128

1691 ROHRBERG, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ev. Dorfkirche Kanzel, 1691, von Mosefigur getragen, achteckiger Schalldeckel mit Heilig-Geist-Taube. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 617.

127

ANHÄNGE

A 129

1694 PILGRAMSREUTH, Stadt Rehau, Lkr. Hof, Reg.-Bez. Ostfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche Elias Räntz, Mosekanzel, 1694. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 570.

A 130

1694 SCHWEINFURT, Lkr. Schweinfurt, Reg.-Bez. Unterfranken, Bayern Ev. Stadtpfarrkirche St. Johannis Elias Räntz (?), Kanzel, 1694. Stiftung von Andreas Tauber und seiner Gemahlin Dorothea, geb. Büttner. Kanzelkorb ruht auf Mosefigur. Am Kanzelkorb in Muschelnischen Statuetten der Evangelisten (Matthäus, Markus, in der Mitte der Kirchenpatron Johannes d. T., rechts daneben Lukas und Johannes). Auf der Unterseite des Schalldeckels die Taube des hl. Geistes. Auf der Oberseite Statuetten der Apostel Matthias, Paulus, Andreas (vorne, in leuchtend grünem Gewand, Stifter trägt seinen Namen!), Petrus, Jakobus d. Ä., Philippus. In der zweiten, darüberliegenden Ebene des Schalldeckels Putten mit den Arma Christi. Auf dem Blütenkelch in der Mitte der auferstandene Christus mit Fahne als Sieger über den Tod. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 652.

A 131

um 1695 BAD BERNECK IM FICHTELGEBIRGE, Lkr. Bayreuth, Reg.Bez. Ostfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit (ehem. St. Nikolaus) Elias Räntz, Kanzel (abgebrochen), erhalten nur die Trägerfigur des Mose (heute unter der Orgelempore), Stein, um 1695. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 35.

A 132

1696 KLEINALSLEBEN, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ev. Kirche Kanzel, urspr. von Mosefigur getragen, 1696, im 19. Jh. erneuert, am fünfseitigen Korb Evangelistenreliefs, an den Ecken vorgestellte gedrehte Säulchen.

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A 133

1696 RENDSBURG-NEUWERK, Kr. Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein Ev. Christkirche Holzkanzel, 1696, an der Nordecke des Chorarmes. Zierlicher Aufbau, durch gemalte Draperie auf der Wand betont. Korb von Freifigur des Mose getragen, mit gedrehten Säulen, geschnitzten Apostelfiguren, Akanthuswerk und grotesken Masken. Weitere Apostel an der Treppe und Türe der Kanzel. Sechsseitiger Schalldeckel, von Laterne und Figur des Salvators mundi bekrönt. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 601.

A 134

1696 OBERNBREIT, Lkr. Kitzingen, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem St. Burkhard Unbekannt, Mosekanzel, 1696. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 537.

A 135

Ende 17. Jh. BERSSEL, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Stadt Osterwieck, Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Reich geschnitzte Kanzel mit Mose als Trägerfigur. Am Korb Christus, Maria und die vier Evangelisten.

A 136

Ende 17. Jh. WORMSDORF, Gem. Eilsleben, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Paulus Kanzel, Sandstein, Ende 17. Jh. Der polygonale Korb von einer knienden Mosefigur getragen. In den Brüstungsfeldern Christus und die Evangelisten in Muschelnischen. gegen 1700

A 137 VACH, Stadt Fürth, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Matthäus Kanzel auf lebensgroßer Mosefigur, gegen 1700. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 734.

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ANHÄNGE

A 138

gegen 1700 BODENBURG, Stadt Bad Salzdetfurth, Lkr. Hildesheim, Niedersachsen Ev. Kirche St. Johannis der Täufer Hölzerne Kanzel auf einer Mosestatue, mit Schalldeckel, gegen 1700. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 40.

um 1700

A 139 KENZ, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern ehem. Wallfahrtskirche St. Maria Von Mose getragene Kanzel, Holz, um 1700. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 362.

A 140

um 1700 ROTHENBURG OB DER TAUBER, Lkr. Ansbach, Reg.-Bez. Mittelfranken Ev. Kirche, ehem. Franziskanerkirche Unserer lieben Frau Giovanni Baptist Martinola aus Graubünden, Kanzelstütze Mose, gehörnt, mit Palmzweig, Holz, gefasst, 17. Jh., an der Südwand vor dem Altarraum, zusammen mit Christus als Auferstandenem als Bekrönung und den 4 Evangelisten vom Kanzelkorb aus einer Rothenburger Kirche.

A 141

um 1700 FRETZDORF, Stadt Wittstock/Dosse, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel, um 1700. 1888 durch Pfeilerkonstruktion frei stehend umgebaut. Als Kanzelträger ausdrucksvolle lebensgroße Mosefigur aus Sandstein. Am polygonalen Korb bewegte Holzfiguren von Christus und den Evangelisten in Muschelnischen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 237.

A 142

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um 1700 PAREY, Gem. Elbe-Parey, Lkr. Jerichower Land, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche

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Kanzel, um 1700. Der Kanzelkorb wird von einer Mosefigur getragen. Am polygonalen Korb Figuren Christi und der vier Evangelisten. Auf dem Schalldeckel Rankenkrone mit dem über den Tod triumphierenden Christus im Zentrum und Engel mit Arma Christi an den Ecken. Die Kanzelrückwand mit Akanthuswangen und mit plastischem Kruzifixus. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 558.

A 143

um 1700 [?] BAD SCHANDAU, Lkr. Sächsische Schweiz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Sachsen Ev. Stadtkirche Johannes der Täufer, urspr. St. Marien Hochbarocke Sandsteinkanzel, der Korb mit den Figuren des Salvators mundi und der Evangelisten wird von einer Mosefigur getragen, um 1700 [?]. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 43.

Ende 17. Jh.

A 144 MEESIGER, Lkr. Demmin, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Einfache Kanzel, Ende 17. Jh., Mosebüste als Kanzelfuß, an der Brüstung Gemälde der Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 472.

A 145

ca. 1700 GROSS-SCHÖNAU, Lkr. Löbau Zittau, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Mosefigur, ursprünglich als Stütze einer Kanzel, ca. 1700. ca. 1700

A 146 ZÖRBIG, Lkr. Bitterfeld, Reg.-Bez. Dessau, Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Mauritius

Mosefigur, Holz, ca. 1700, ehem. Kanzelträger, heute im oberen Turmraum abgestellt. Die Kanzel ist heute verloren. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 849.

131

ANHÄNGE

A 147

1700 REUDEN, Ortsteil Predel, Gem. Elsteraue, Burgenlandkr., Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche Kanzel, Holz, 1700, von Mosestatue getragen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 604.

A 148

wohl 18. Jh. HOHLSTEDT, Gem. Wallhausen, Lkr. Sangershausen, Reg.-Bez. Halle, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Andreas Kanzel, Holz, wohl 18. Jh., der Korb von Mosefigur getragen.

A 149

Anfang 18. Jh. BANDELOW, Gem. Trebenow, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Johann Chr. Beuteler (Werkstatt), hölzerne Kanzel mit Schalldeckel und Aufgang, Anfang 18. Jh. Von Mosefigur getragen, an Korb, Treppe und Tür Apostelskulpturen und Akanthusdekor. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 52.

A 150

Anfang 18. Jh. GREENE, Gem. Kreiensen, Lkr. Gandersheim, (jetzt: Lkr. Nordheim), Niedersachsen Ev. Kirche, ehem. St. Martin Lebensgroße Schnitzfigur des Mose, auf dem Kopf ein Blattkapitell erweist ihn als ehem. Trägerfigur einer Kanzel, Anfang 18. Jh. Anfang 18. Jh.

A 151 DALLMIN, Lkr. Prignitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Reich geschnitzter Kanzelaltar, Anfang 18. Jh. Der von Säulen flankierte Kanzelkorb von Mosefigur getragen. Zwei Propheten stützen den Schalldeckel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 156.

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A 152

1. Hälfte 18. Jh. GEHREN, Stadt Strasburg, Lkr. Uecker-Randow, MecklenburgVorpommern Ev. Kirche Kanzel, 1. Hälfte 18. Jh., von Mosefigur getragener Korb mit Relieffiguren der Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 244.

A 153

1702 GROSS MOHRDORF, Lkr. Nordvorpommern, MecklenburgVorpommern Ev. Kirche Reich ausgestattete Kanzel von Johann Wendt aus Stralsund, 1702 bez., Korb und Portal mit gewundenen Säulen, der Korb von einer Mosefigur getragen. Zahlreiche Reliefbilder in reichgeschnitzter Akanthusrahmung: Am Korb Szenen aus dem Leben Jesu, auf dem Schalldeckel turmartiger Aufsatz mit alttestamentlichen Szenen und Gestalten, Bekrönung durch Muttergottes mit Kind, am Portal Guter Hirte und Apostel, am Aufgang Evangelisten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 282; Spuren der Ewigkeit, 124.

1705

A 154 KIEL, Schleswig-Holstein Nikolaikirche

Theodor Allers, Gottorfer Hofbildhauer von 1684–1704, Kanzel, 1705, Holz. Über der Gestalt des Mose als Stützfigur reich gezierter Kanzelkorb, der durch Doppelsäulen gegliedert wird. In den Nischenfeldern vollplastische Apostelfiguren. Von den drei Aufsatzfiguren (Glaube, Liebe, Hoffnung) eine in eine Nische der Turmhalle versetzt. Schalldeckel mit Wappen, Engeln und Putten mit Arma Christi. Literatur: Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, 30f. und Abb. 77; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 363.

A 155

1706 KIETZ, Gem. Wootz, Lkr. Prignitz, (jetzt: Gem. Lenzerwische), Brandenburg Ev. Dorfkirche

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ANHÄNGE

Kanzel mit reicher barocker Ornamentausstattung und der Figur des Mose als Kanzelträger, wohl 1706. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 364.

A 156

1707 KIRCH GRUBENHAGEN, Gem. Vollrathsruhe, Lkr. Nordwestmecklenburg, (jetzt: Lkr. Müritz), Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Reich geschnitzte Kanzel, 1707 von Johann Vieregge aus Rostock, mit bewegten Evangelistenreliefs und Mose als Trägerfigur. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 365.

1707/1708

A 157 GARZ, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Petri (Wendorfer Straße)

Hans Broder (Werkstatt, Stralsund), Kanzel, Holz, 1707/1708. Von der Figur des Mose getragen, am Korb zwischen Säulen in Nischen Reliefs der vier Evangelisten. Der Auferstandene als Bekrönung auf dem Schalldeckel, zudem Strebekrone mit Allianzwappen der Familie v. Normann. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 243.

A 158

1708 OSTERWEDDINGEN, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ev. Dorfkirche St. Lambertus Kanzel, 1708. Der Kanzelkorb ruht auf einer Mosefigur, an der Brüstung die vier Evangelisten in Muschelnischen zwischen gedrehten Säulen. Über dem Portal des Kanzelaufgangs der Erzengel Michael. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 550.

A 159

1708 GROSS SCHWARZLOSEN, Gem. Lüderitz, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche, ehem. St. Stephanus, Odilia und Appolonia Kanzel, 1708, getragen von Mosefigur, mit üppiger Akanthusschnitzerei. Auf dem kronenartigen Schalldeckel Engel mit Wappenschilden, an der Rückwand Kruzifixus.

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A 160

1708/1709 VILMNITZ, Stadt Putbus, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Pfarrkirche Maria Magdalena Kanzel, Holz, 1708/09 von H. Broder, Stralsund. Mosefigur als Träger des polygonalen Korbes, die Brüstung mit Evangelistenfiguren in Akanthusrahmen. Auf dem Schalldeckel Strebekrone, Akanthuskartuschen, Tugendallegorien und ein bekrönender Engel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 743.

A 161

1715 WOLLENRADE, Gem. Flessau, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Stadt Osterburg/Altmark), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzel, Holz, 1715, der aufwendig geschnitzte Korb von Mosefigur getragen. 1717/1718

A 162 BARMSTEDT, Kr. Pinneberg, Schleswig-Holstein Ev. Heilig-Geist-Kirche

Kanzel, 1717/18, polygonaler, von Mosefigur getragener Korb, auf dessen wulstigem Sockelgesims Christus und die Evangelisten sitzen. Dazu Schalldeckel und Treppe. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 54.

A 163

1719 SZCZYTNO / ORTELSBURG, Powiat Szczycien´ ski, Lkr. Ortelsburg, Województwo warmin´sko-mazurskie/Wojewodschaft ErmlandMasuren, Polen Ev. Pfarrkirche (ul. Warszawska/Kirchenstraße) Danziger Bildhauer, Kanzel, Holz, 1719. Mose als Trägerfigur. 1720

A 164 MUPPERG, Gem. Föritz, Lkr. Sonneberg, Thüringen Ev. Pfarrkirche Hl. Geist

Prunkvolle Kanzel, Holz, 1720, mit qualitätvollen Schnitzfiguren am Korb, von monumentaler Mosefigur getragen, farbig gefasst. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 501.

135

ANHÄNGE

A 165

1720 WARCHAU, Gem. Rosenau, Lkr. Potsdam-Mittelmark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel, Holz, ungefasst, 1720. Der polygonale Korb von Mosefigur getragen, mit vorzüglichen vegetabilen Schnitzereien (z. T. entwendet, ebenso die Christusfigur über dem Schalldeckel), am Aufgang Monogramm der Stifter Heinrich von Schild und seiner Ehefrau Juliane Rosimunde, geb. v. Britzke.

A 166

1721 SCHÖNBERG, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Barocker Kanzelaltar mit Durchgängen, 1721. Mose als Kanzelträger, seitlich die Figuren der Evangelisten. Reiches Akanthuswerk.

A 167

ca. 1722 HERGES-HALLENBERG, Stadt Steinbach-Hallenberg, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Ev. Filialkirche Kanzel, aus der Erbauungszeit der Kirche (1706–1722), von einer Mosefigur getragen.

A 168

1723 WERNSHAUSEN, Stadt Schmalkalden, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Ev. Pfarrkirche Kanzel, 1723, getragen von einer geschnitzten Mosefigur, am Korb die vier Evangelisten. In einem Brüstungsfeld das Wappen des Stifters, Ernst Ludwig, Herzog von Sachsen.

A 169

1724 QUEDLINBURG, Lkr. Quedlinburg, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Ägidii (Ägidiikirchhof 1) An der Nordwestecke des Chors prächtig geschnitzte Kanzel von 1724, Stifterinschrift an einem Aufsatz über einer älteren Tür mit manieristischen Pilastern. Der aus vier Seiten gebildete Kanzelkorb von Mosefigur getragen. Die Bogenfelder geschieden und, ebenso wie am Treppenaufgang, reich mit Akanthusranken geschmückt. Auf dem Schalldeckel tragen Akanthusblätter in Kronenform das Trinitätssymbol im Strahlenkranz.

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A 170

1725 BABEN, Gem. Eichstedt, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Dorfkirche Geschnitzter Kanzelaltar, 1725. Korb über Mosebüste, seitlich von Schnitzfiguren des Petrus und Paulus flankiert. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 33.

A 171

1727 GESTUNGSHAUSEN, Gem. Sonnefeld, Lkr. Coburg, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche Anton Langenhan, Kanzel, 1727, mit Mose als tragender Stütze. 1728

A 172 SCHLICHTING, Kr. Dithmarschen, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Rochus

Kanzel, Holz, 1728. Dreiseitiger Korb von sitzendem Mose getragen. Treppe, Tür und Schalldeckel, Brüstungen durch Akanthusleisten gegliedert. In den Feldern Schnitzfiguren, Salvator mundi, Evangelisten. A 173

wohl um 1730 KLEIN HASSLOW, Gem. Groß Haßlow, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen, Holz, wohl um 1730, aus der Heilig-Geist-Kirche in Wittstock/Dosse. Korinthische Säulenarchitektur mit reichen Schnitzwangen. Über dem verkröpften Gesims zwei Engel und Volutengiebel mit Strahlensonne. Der polygonale Kanzelkorb über Mosehalbfigur, flankiert von Petrus und Paulus. Auf dem kronenartigen Schalldeckel triumphierender Christus. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 369.

1730

A 174 RADEBERG, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Ev. Stadtkirche

Johann Christian Feige d. Ä., prächtige barocke Sandsteinkanzel. Am Kanzelfuß Mose, am Korb die Evangelisten und in den Kartuschen In-

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ANHÄNGE

schriften zum Augsburger Bekenntnis, zum Ort der Predigt und zur Stifterfamilie. Der Schalldeckel vermutlich noch original, 1730. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 587.

A 175

1730/1740 NEUENDORF AM DAMM, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Barocke hölzerne Mosefigur aus dem Vorgängerbau unter einem Kanzelkorb von 1842. 1734/1735

A 176 RHINOW, Lkr. Havelland, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Jakobi

Kanzelaltar um 1734/35. Klarer Säulenaufbau, flankiert von fast lebensgroßen Figuren (Paulus und Petrus). Der gebauchte Kanzelkorb über einer Mosebüste, über dem Korb kronenartiger Schalldeckel mit Strahlensonne. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 608.

1738

A 177 WESSELBUREN, Lkr. Dithmarschen, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Bartholomäus

Albert Hinrich Burmeister aus Wesselburen, Kanzel, Holz, 1738. Lebensgroße Stützfiguren, Mose und Johannes d. Täufer als Vertreter von Gesetzes- und Evangeliumspredigt. Literatur: Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, 482 und Abb. 1295; Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 765.

1741

A 178 GLEICHAMBERG, Lkr. Hildburghausen, Thüringen Ev. Pfarrkirche Kanzel, 1741, von einer Mosefigur getragen.

1742

A 179 CLAUSTHAL-ZELLERFELD, Lkr. Goslar, Niedersachsen Ev. Pfarrkirche zum hl. Geist (Marktkirche)

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Andreas Duder, Kanzel, Holz, 1742. Kanzelkorpus ruht auf einer Mosestatue. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 147.

A 180

1747/1748 OBERLUNGWITZ, Lkr. Chemnitzer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Zwickau), Sachsen Abteikirche Kanzel, von Mosefigur gestützt, 1747/48. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 533.

Mitte 18. Jh.

A 181 NEUENSTEIN, Hohenlohekr., Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg Ev. Stadtkirche (St. Maria) Kanzel, von Mosefigur getragen, Mitte 18. Jh. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 512.

Mitte 18. Jh.

A 182 VIERITZ, Lkr. Havelland, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Reicher Kanzelaltar, Mitte 18. Jh. Säulenaufbau mit gesprengtem Giebel, der polygonale Kanzelkorb mit Akanthusschmuck auf Mosebüste ruhend, flankiert von je zwei Evangelisten, die äußeren wesentlich größer. Auf den filigranen Bögen der seitlichen Durchgänge großfigurig Jakob und Noah, neben dem Schalldeckel Petrus und Paulus, seitlich Putten. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 739.

nach 1750

A 183 HARDEGSEN, Lkr. Northeim, Niedersachsen Ev. Kirche St. Mauritii Kanzel, nach 1750, mit Mosefigur als Träger des Korpus.

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ANHÄNGE

A 184

3. Viertel 18. Jh. LEIHA, Gem. Roßbach, Lkr. Merseburg-Querfurt, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Stadt Braunsbedra, Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzel, Holz, 3. Viertel 18. Jh. Der Korb von einer vorzüglichen Schnitzfigur des Mose getragen, an der Stirnseite des Korbs Kartusche mit zwei davor hockenden Putten, auf dem Schalldeckel Gerichtsengel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 620.

A 185

1762 WÖLFERSHAUSEN, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Ev. Pfarrkirche Kanzel, 1762, von einer Mosefigur getragen. 1781

A 186 AUSLEBEN, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Petri

Geschnitzte Kanzel, polygonaler Korb mit gedrehten Säulchen auf Mosefigur, 1781. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 31.

KA NZELTRÄ GER, B: A NDERE A KA NTHUSBLATT A 187

ca. 1804 WOLKENBURG/KAUFUNGEN, Lkr. Chemnitzer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Stadt Limbach-Oberfrohna, Lkr. Zwickau), Sachsen Ev. Mauritiuskirche An der linken Chorwand klassizistische, durch ein großes Akanthusblatt getragene Kanzel.

A 188

140

um 1699 BARLEBEN, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Börde), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Peter und Paul

A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , B : A N D E R E , A N D R E A S

Kanzelaltar, Holz, um 1699. Zwischen Pilastern und lorbeerumwundenen Säulen der polygonale, konkav geschweifte Kanzelkorb, getragen von Akanthuskonsole und einem Kranz von Cherubsköpfen. Auf den Säulen die Stifterwappen von Arnstedt und von Haus. Als Bekrönung Sprenggiebel mit Engeln mit Arma Christi, dazwischen ein schwebender Engel, der ein über den Schalldeckel gebreitetes Tuch rafft.

A LLEGORIE (PERSONIFKATION) DER KIRCHE

A 189

1686 VIOLAU, Gem. Altenmünster, Lkr. Augsburg, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Michael Kanzel, bez. 1686. Über der Personifikation der Kirche als Tragfigur geschweifter Korb mit Statuetten der Evangelisten, am Rand hl. Paulus und hl. Petrus, beide von ca. 1730. Auf dem Schalldeckel sieben Engel mit Attributen des Jüngsten Gerichts und des Salvators mundi.

A NDREA S, A POSTEL A 190

1720 FÖRDERSTEDT, Lkr. Schönebeck, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Stadt Straßfurt, Salzlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Petri Prächtige hölzerne Kanzel auf Andreasfigur, am Korb die vollplastischen Figuren der Evangelisten. Üppige vegetabile Schnitzereien. Sehr reich auch der Schalldeckel mit dem triumphierenden Christus und Engeln mit den Arma Christi, bez. Georg Froböse, 1720.

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ANHÄNGE

A POSTEL 1666

A 191 RETHWISCH, Gem. Bögerende-Rethwisch, Lkr. Doberan, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel und Deckel, datiert 1666, reich geschnitzt mit Engelsköpfen, Knorpel- und Ohrmuschelwerk, der Korb von Apostelfigur getragen, in Brüstungsfeldern Evangelisten, dazwischen als Atlantenfiguren Christus und Apostel. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 603 (hier irrtümlich Mose als Kanzelträger genannt).

ATLA NT 1592

A 192 NORDHAUSEN, Kreisstadt, Thüringen Ev. Stadtpfarrkirche St. Blasii (Blasiikirchplatz)

Kanzel, Holz 1592 von Cyriacus Ernst gestiftet, am südlichen Pfeiler des Triumphbogens. Sechsteilige Brüstung mit sechs Alabasterreliefs mit biblischen Szenen und zahlreichen Inschriften: Auferstehung Christi, Christus am Kreuz, Taufe Christi, Adam und Eva, Himmelfahrt und Anbetung der Hirten. Zwischen den Reliefs sieben kleine Postamente, mit Konsolen und Engelsköpfen. mit Statuetten von Evangelisten und Propheten. Kanzelkorb von einer männlichen bärtigen Figur in römischer Tracht getragen. 1599

A 193 HAMBURG-CURSLACK, Stadtbez. Hamburg-Bergedorf Ev. Kirche St. Johannis

Kanzel, Holz, 1599. Reich beschnitzter, polygonaler Korb mit Pilasterhermen an den Ecken und Relieffiguren (Salvator mundi, Paulus, Evangelisten) in schmalen Rundbogenfeldern. Konsolenartiger Kanzelfuß des 18. Jhs., getragen von ursprünglicher Atlasfigur. Am Schalldeckel u. a. Portraitbüsten des Pastors und des Amtmanns.

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A 194

Anfang 17. Jh. MARKGRÖNINGEN, Lkr. Ludwigsburg, Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg Ev. Bartholomäuskirche, ehem. St. Peter und Paul Nachgotische Kanzel, Stein, Anfang 17. Jh., der Kanzelträger Georg Müller zugeschrieben, die Aufgangsbrüstung in virtuos durchbrochenem Maßwerk. 1604

A 195 DAHLENBURG, Lkr. Lüneburg, Niedersachsen Ev. Johanneskirche

Prachtvolle Kanzel, an der Tür zur Treppe datiert, 1604. Reich geschmückt mit Reliefs, Statuetten und Ornamenten, getragen von einer großen weiblichen Gestalt.

vielleicht 1610

A 196 ASPERG, Lkr. Ludwigsburg, Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg

Ev. Pfarrkirche St. Michael Kanzel mit Schalldeckel, nach 1634, Trägerfigur, Georg Müller zugeschrieben, vielleicht schon 1610, zeitgleich mit dem Altar. A 197

1619 LICHTENHAGEN, Gem. Elmenhorst-Lichtenhagen, Lkr. Doberan, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel mit reichen figürlichen Schnitzereien und Intarsien, 1619, auf derber Trägerfigur, in Brüstungsfeldern Evangelisten und Kreuzigungsgruppe, an den Ecken Tugenden als Karyatiden. Am Aufgang zwei Apostelfiguren, 2. Hälfte 15. Jh.

A 198

ca. 1664 THULENDORF, Lkr. Doberan, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, ca. 1664, der Korb von Atlanten getragen, an der Brüstung Hermenpilaster. Gemaltes Allianzwappen, von Huhnmörder und von Levezow, 1707.

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ANHÄNGE

1674

A 199 BUXTEHUDE, Lkr. Stade, Niedersachsen Ev. Kirche St. Petri

Am östlichen Freipfeiler der Nordseite prachtvolle frühbarocke Kanzel. Der schalenförmige, mit kräftig-plastischem Schnitzwerk verzierte Konsolboden von Halbfigur eines Atlanten getragen. An der Brüstung des Korbes und am Treppenaufgang Apostelstatuetten zwischen gewundenen Säulen. Tür zum Kanzelaufgang durch ornamentierte Pilaster gerahmt, giebelartiger Aufsatz mit Knorpelwerk. An der Tür Datum 1674. Mehrstöckiger, reich mit Schnitzereien ausgestatteter Schalldeckel, auf dem Rand Engelsfiguren mit Arma Christi. Im Gehäuse spätgotische Statuette, wohl Christus aus einer Ecce-Homo-Szene, Anfang des 16. Jhs. Bekrönung des Schalldeckels durch Christusfigur mit Siegesfahne, 1673–1674.

BA UM, DÜRR/GRÜNER (s. a. Eichbaum, Palme, Paradiesbaum)

1631

A 200 STADLAND-RODENKIRCHEN, Lkr. Wesermarsch, Niedersachsen evangelische St. Matthäus-Kirche

Ludwig Münstermann, Onnen Dircksen, Johan und Claus Münstermann, Kanzel mit Schalldeckel und Treppe, Holz, gefasst, 1631, Neufassung 1772, Rückführung auf den Originalzustand 1964, Höhe (über alles) 660 cm. Der Kanzelfuß ist ein links dürrer, rechts grüner Baum, darunter der nackte, das Haupt nach rechts wendende, seine geöffnete rechte Hand im Gebet ans Herz legende Mensch zwischen Mose mit aufgeschlagenen Gesetzestafeln (röm. Zahlzeichen von I–V und VI–X) und Johannes d. T. (mit Buch), der nach oben weist auf die Kanzelkorbkalotte, an der in fünf nach unten hin sich verjüngenden Feldern in Schnitzrahmen (I) der Sündenfall (der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen mit natürlicher Schlange zwischen Adam und Eva, daneben und davor Tiere: Hase und vielleicht ein Hund), (II) die Übergabe des Gesetzes an Mose auf dem Sinai und die Anbetung der Ehernen Schlange, (III) Maria, im Gebet auf dem Zion kniend, in Erwartung des kreuztragenden Logosknaben und vor ihr die Hirtenverkündigung, (IV) die Kreuzigung mit dem Gotteslamm und Jerusalem im Hintergrund und zuletzt

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(V) die Auferstehung mit Tötung des Todes und dem Kalvarienberg mit drei leeren Kreuzen im Hintergrund, dargestellt sind. An der Kanzelbrüstung säulengerahmte Nischen mit den Figuren von Jesaja und Jeremia, Ezechiel und Daniel, von Christus als Salvator mundi, von Matthäus und Markus, von Lukas und Johannes. Am Beginn der Brüstung Erweiterung durch eine an der Wand liegende Tafel mit zwölf Wappen, darunter und darüber Meisterschilde. Auf der untersten Leiste des Schalldeckels Wappen, darüber Medaillons mit den Brustbildern von Kirchenvätern: Ambrosius, Augustinus, Athanasius, Basilius, Hieronymus und Cyrillus. Auf der abschließenden Laterne stehen an den Ecken Putti mit den Arma Christi, innen sitzen Christus, nimbiert, auf seine Seitenwunde weisend, und Gottvater als Weltenherrscher, segnend mit der übergroßen Sphaera auf dem linken Knie. Die Taube des Heiligen Geistes im Pfingstgeschehen schwebt über dem Haupt des Predigers an der Unterseite des Schalldeckels, deren Bekrönung von einem Engel gebildet wird, der das Modell der St. Matthäuskirche in Händen hält. Am Kanzelaufgang Darstellung der fünf Sinne, Gehör-, Tast-, Geruchs, Gesichts- und Geschmackssinn, auf die der Prediger nicht achten, sondern allein auf den Glauben bauen soll (wer da wil gleuben, der mus nicht achten, was die fünff sinne begreiffen und zeigen, Denn Gott sihet und richtet auch nichts darnach, Sondern wie sein wort war werde, das er sagt (Hos 13,14): ‚Tod, ich wil dein tod sein‘, ich wil dich fressen und, den du gefressen hast, widder lebendig machen odder wil nicht mehr ein Gott sein...), Martin Luther, Predigten des Jahres 1532. Das 15. Capitel der Ersten Epistel S. Pauli an die Corinther, Nr. 3: Predigt am 17. Sonntag nach Trinitatis, nachmittags (22. September 1532), in: Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe [Weimarer Ausgabe], Band 36, Weimar 1909, 523–533, hier 530. Inschriften (umlaufend auf einer Schriftleiste über den Propheten- bzw. Evangelistenfiguren): . MATTHEI . 10 | . IHR . SEID ES NICH | DIE DA REDEN . SON | DERN EWERS VATERS | GEIST IST ES . DER | DVRCH EVCH REDET [Mt 10, 20] Unter den Propheten- bzw. Evangelistenfiguren: ESAIAS IEREMIAS | EZECHIEL DANIEL | . SALVATOR | . S . MATTHEVS . S . MARCVS | . S . LVCAS . S . IOHANNES Auf der Rückseite der Kuppa des Kanzelkorbes, oben: Renoviret Anno 1772 (darunter:) ANNO . 1631 . habe ich | Ludowigh Münsterma(nn) | mit Gottlicher hülfe Vnd mei | nes dienerß Onnen Dircksen . | wie auch meiner beiden Söhne . | Johan vnd Clauß diese . CANT | ZEL ver | fertige|t

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ANHÄNGE

An der Kanzeltüre: M . | GERHARD PETRI || M. GERHARDVS PETRI | hat diesen Predigstul | befordert || worzu | guethertzi | ge Christen | freywillig | verehret | ohne | beschwerung | deß | Kirchspielß || . ANNO .1.6.3.1 Am Kanzelaufgang: AU | DI | T(US) || TACTUS || ODORAT(US) || VI | SUS || GUS | TUS Unter den Portraitmedaillons am Schalldeckel: AMBROSIVS | AVGVSTINVS | ATHANASIVS | BASILIVS | HIERONYMVS | CYRILLVS Inschriften auch unter den diversen Wappendarstellungen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 672.

BERGMA NN (OBERSTEIGER) A 201

um 1585 BRAND-ERBISDORF, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt. Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche (Erbisdorf) Lebensgroße Bergmannsfigur aus Sandstein, von dem Freiberger Bildhauer Samuel Lorentz, um 1585, vermutlich ehem. Kanzelträger, auf Wappen bez. D. M.

A 202

1638 FREIBERG, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Dom St. Marien (Am Dom) Bergmannskanzel, 1638 wohl von Hans Fritzsche zugleich als Epitaph für den Freiberger Bürgermeister Jonas Schönlebe (1582–1658) geschaffen. Korb und Treppe jeweils von einem Bergmann getragen, die Reliefs der Brüstung mit Szenen aus der Passion, vor dem Kruzifix das Ehepaar Schönlebe, auf dem Kanzeldeckel die Auferstehung Christi.

A 203

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1650 GLASHÜTTE, Weißeritzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Sachsen Ev. Wolfgangskirche

A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , B : A N D E R E , C H R I S T U S

Holzgeschnitzte Bergmannskanzel, dat. 1650. Auf einer echten Gesteinsstufe steht ein in Festtracht gekleideter Obersteiger als Kanzelträger. Maler der Kanzelbilder waren laut Inschrift Balthasar und Hans Gottfried Böhme aus Dresden. Am Kanzelkorb Christus, vier wappenhaltende Engel, Johannes und Petrus, am Treppenaufgang Evangelisten. A 204

1883 LUGAU/ERZGEBIRGE, Lkr. Stollberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel mit Schnitzfiguren von Christus und den Evangelisten, 1883. Die geschnitzte Bergmannsfigur als Kanzelträger von Ernst Kaltofen aus Schneeberg.

A 205

1938 VIELAU, Lkr. Zwickauer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Gem. Reinsdorf, Lkr. Zwickau), Sachsen Ev. Peter- und-Paul-Kirche Kanzel, 1938, bez. P. Schneider, Annaberg. Der Korb von einem Bergmann getragen.

C HRISTUS A 206

17. Jh. LAUTER/SAALE, Lkr. Aue-Schwarzenberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgkr.), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Holz, 17. Jh. Der polygonale Korb wird getragen von einer Christusfigur mit Lamm. In den Brüstungsfeldern Schnitzfiguren der Evangelisten und des Gotteslammes.

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ANHÄNGE

EICHBA UM (s. a. Baum, dürr/grüner; Palme, Paradiesbaum)

A 207

1899/1900 HALSBRÜCKE-KRUMMENHENNERSDORF, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Am Jugendstil-Kanzelkorb, der als Eichbaum aus Felsgestein hervorwächst, drei Gemälde in den Brüstungsfeldern von Wilhelm Walther aus Dresden: Christus und der Evangelist Lukas als Arzt, die Gesetzesübergabe an Petrus sowie Christi Ankunft in Bethanien und das Gespräch mit Martha.

EINHORN A 208

um 1500 KIPPENHEIM, Ortenaukr., Reg.-Bez. Freiburg, Baden-Württemberg Ev. Pfarrkirche St. Mauritius Spätgotische Kanzel auf einer als Einhornbüste gebildeten Konsole.

ENGEL (s. a. Kinderengel, Posaunenengel, Taufengel)

A 209

1557 OBERSCHÖNA-KLEINSCHIRMA, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Sandstein, von Andreas Lorentz, 1557. Der zylindrische Korb wird von einem Engel getragen, der das kursächsische und dänische Wappen hält. Die Reliefs zeigen die Erschaffung der Welt und des Menschen. 1560

A 210 SCHWERIN, Mecklenburg-Vorpommern Schlosskirche

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Rundkanzel am mittleren Emporenpfeiler der nördlichen Langseite, 1560 bei Simon Schröter als Wiederholung seiner Kanzel in Torgau bestellt, aber wohl vollständig von seinem Sohn Georg ausgeführt. Über einer Engelskonsole der Korb aus Sandstein mit drei figurenreichen, deutlich perspektivisch angelegten Marmorreliefs: Christus und die Ehebrecherin, in der Mitte der zwölfjährige Jesus im Tempel sowie Austreibung aus dem Tempel. Der Kanzelaufgang führt durch den Pfeiler. Rechts und links davon an der Nordwand Schrifttafeln, 1563 mit Widmung Johann Albrechts in griechischer und lateinischer Sprache. A 211

um 1565/1570 GÜSTROW, Lkr. Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Domkirche St. Maria, Johannes Ev. und St. Cäcilie, ehem. Stiftskirche (Domplatz) Kanzel, Sandstein, um 1565/1570 wohl von Christoph Parr in Anlehnung an die Kanzel in Schwerin, Schlosskapelle. Den runden Korb tragen Engel zwischen Rollwerkkartuschen, darüber über kannelierten Halbsäulen drei Reliefs von illusionistischer Tiefenwirkung: zwölfjähriger Jesus im Tempel, Taufe Jesu und Pfingstpredigt Petri.

A 212

1566 BEESDAU, Stadt Luckau, Lkr. Dahme-Spreewald, Brandenburg Ev. Dorfkirche Sandsteinkanzel, dat. 1566. Der runde, gelängte Kanzelkorb von Engel getragen, an der von Lisenen geteilten Brüstung des Korbs vorn Relief des Paradiesgartens mit vielen Tieren und Gottvater (links oben), die Inschriftafel rahmend, über ihr ein Wappen. Seitlich in die Brüstung eingelassen zwei Kindergrabsteine.

A 213

1592 HALBERSTADT, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Dom St. Stephanus und St. Sixtus Kanzel, Holz, 1592, getragen von Säulenengel des frühen 16. Jahrhunderts. An der Brüstung des Aufgangs Flachreliefs von Tugenden, an den fünf Seiten des Korbs ebenso die vier Evangelisten und in der Mitte eine nachträglich eingefügte Alabastertafel mit dem auferstehenden Christus. Unter der Treppe der säulenstürzende Simson und zwei Totengerippe gemalt. Am Schalldeckel die Wappen zahlreicher Kapitularen, der Stifter. Die architektonischen Details, besonders die Bekrönung des Schalldeckels, in maniristischer Spätrenaissance.

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ANHÄNGE

A 214

1597 GEITHAIN, Lkr. Leipziger Land, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Nikolai (Leipziger Straße) Kanzel, bez. 1797, von Peter Beseler aus Freiberg. Der Korb von einer Engelsfigur getragen, an der Brüstung die Evangelisten und Agnus Dei. An der Kanzeltreppe die von Engeln gehaltenen Wappen der Stadt Geithain, Kursachsens und Brandenburgs, von Bünaus und eines Geithainer Bürgers, der Handlauf als Rankenwerk gearbeitet. Der Schalldeckel mit Gottvater und Putten, die die Leidenswerkzeuge präsentieren.

A 215

Ende 16. Jh. REINSBERG-DITTMANNSDORF, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Freistehende Kanzel, Sandstein, Ende 16. Jh., aus der Werkstatt der Lorentz. Der runde Korb von Engel mit Wappen der von Schönberg getragen, an der Brüstung zwischen Pilastern Bibelsprüche.

A 216

nach 1600 PULSNITZ, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Bautzen), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Nicolai Reich figurierte Kanzel aus Holz auf Konsole mit Engelskopf, von Franz Ditterich d. Ä., nach 1600. Auf vier Relieffeldern Darstellung von Christus mit den Schriftgelehrten, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt. An der Kuppa Vertreibung aus dem Paradies, Weltenrichter und Höllenrachen.

A 217

Anfang 17. Jh. DEHLITZ, Lkr. Weißenfels, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Burgenlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzel, Sandstein, Anfang 17. Jh. Gliederung durch Volutenkonsolen, unterhalb der Hermenpilaster ajour gearbeitet, Kartuschen in den Brüstungen, Rankenfriese, der polygonale Korb von Engel getragen, Brüstungsreliefs mit Darstellungen von Christus und den vier Evangelisten, am Kanzelaufgang Schmerzensmann sowie Engel mit Arma Christi. Zahlreiche Vollplastiken, an den Portalpfeilern Fides und Caritas, am Kanzelaufgang und -korb zwischen den Reliefs die zwölf Apostel (nicht mehr vollständig).

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A 218

1. Viertel 17. Jh. ROGA, Gem. Salow, Lkr. Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, 1. Viertel 17. Jh. Der Korb über Engelsfigur mit halbfigurigen Evangelistenreliefs, an der Treppenbrüstung Petrus und Paulus. An der Rückwand Christus als Pastor bonus. Aufwendig geschnitzter Schalldeckel mit Figur des Auferstandenen. 1601

A 219 BRISTOW, Lkr. Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel, an dem von Engelshermen getragenen Korb in reicher Nischenarchitektur Büsten der Evangelisten, am Aufgang Figuren von Petrus, Paulus und Johannes d. T. Auf dem Schalldeckel musizierende Engel. A 220

1606 PETERSHAGEN, Ortsteil von Luckow-Petershagen, Gem. Casekow, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Hölzerne Kanzel mit anschließendem giebelbekrönten Pfarrgestühl von Andreas Kummer, 1607, nach 1720 aus der Berliner Petrikirche abgegeben, 1989 unter Wiederherstellung der originalen Fassung in Grauund Goldtönen restauriert. Der polygonale Kanzelkorb von einem Pfeiler mit betenden Engelhermen getragen. In den Brüstungsfeldern zwischen Säulen Muschelnischen mit Figuren Christi und der Evangelisten. Am Korb wie am pyramidenförmigen Schalldeckel mit zahlreichen Freifigürchen, Beschlagwerk- und Rankendekor. 1609

A 221 BERNAU, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Marien

Hölzerne Kanzel, 1609. Der polygonale Korb ruht auf einer dünnen Stütze mit Engelshermen. Am Korb Ohrmuschelwerk und toskanische Ecksäulchen. In den Muschelnischen Skulpturen der vier Evangelisten und Christi sowie einer spätgotischen Madonna. Auf dem kronenartig durchbrochenen Schalldeckel der Phönix als Zeichen der Auferstehung.

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ANHÄNGE

A 222

1610 LÜBBEN/SPREEWALD (Lubbin), Lkr. Dahme-Spreewald, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Nikolai, seit 1931 Paul-Gerhardt-Kirche Kanzel, 1610. Der reich geschmückte, polygonale Korb von weiblicher Engelsfigur getragen. In der Brüstung zwischen Apostelfiguren fünf Reliefs in Rundbogennischen, Szenen des Erscheinens Jesu nach der Auferstehung und der Himmelfahrt Eliae. Am Aufgang zwei ovale Rollwerkkartuschen mit Szenen aus dem Leben Jakobs. Der hölzerne Schalldeckel, frühes 18. Jh., aus Akanthus und Palmzweigen.

A 223

um 1620 GROSSMEHLEN, Lkr. Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche Sandsteinkanzel, um 1620, mit Engel als Kanzelträger. Am fünfseitigen Korb Evangelistenreliefs und Kruzifix in Muschelnischen. Auf dem hölzernen Schalldeckel der Auferstandene zwischen Engeln mit Arma Christi und den Grabeswächtern.

A 224

1620 (?)/um 1762 MARIA-RAIN, Gem. Oy-Mittelberg, Lkr. Oberallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Rain Hervorragende Kanzel, Peter Heel, Anton Mang und Joseph Stapf zugewiesen, um 1762. Als Stütze mächtiger, künstlerisch bedeutender Engel, angeblich von einem Weilheimer Bildhauer um 1620 geschnitzt. Der Zugang zum runden Korb an der Chornordwand in einer illusionistisch gemalten Balusterbrüstung fortgesetzt. Dekoration durch Evangelistensymbole, Putten mit Attributen der göttlichen Tugenden und Reliefs. Am Korb reicher Fischzug und Sämann, an der Brüstung des Zugangs die Frau mit der wiedergefundenen Drachme, an der Rückwand Guter Hirte.

A 225

1632/1633 HAMBURG-OCHSENWERDER, Bezirk Hamburg-Bergedorf Ev. Kirche St. Pankratius Kanzel, Holz, vermutlich 1632/1633 aus der Werkstatt von Hein Baxmann. Polygonaler Korb von einem Engel gestützt, der Gesetz und Evangelium hält, zusammen mit der Treppenbrüstung durch Säulen und Passionsreliefs in Rundbogenfeldern und Sockel über reich ornamentiertem, kenotaphartigem Wulst gegliedert. Im Sockelfries Intar-

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sien. Auf dem Schalldeckel Christusfigur und Akanthusaufsätze im späten 17. Jh. ergänzt. Mitte 17. Jh.

A 226 GROSSTHIEMIG, Lkr. Elbe-Elster, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel, Mitte 17. Jh., getragen von geschnitztem Engel. Am polygonalen Korb Schnitzfiguren Christi und der Evangelisten. Ecksäulchen und Beschlagwerk. Auf dem kronenartigen Schalldeckel der von vier Putten umgebene Schmerzensmann. A 227

2. Hälfte 17. Jh. NEUZELLE, Lkr. Oder-Spree, Brandenburg Ehem. Klosterpfarrkirche Zum Heiligen Kreuz, sog. Leutekirche, seit 1818 evangelisch Reich beschnitzte Kanzel, 2. Hälfte 17. Jh., fahrbar für Prozessionen. Der achtseitige Korb von kniender Engelsfigur mit den sieben Siegeln der Apokalypse getragen. An der Brüstung Reliefs von Ägidius zwischen den Kirchenvätern.

A 228

spätes 17. Jh. WÜLPERODE, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Stadt Osterwieck, Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ehem. Gutskirche Kanzelaltar, Altarbild verloren, der Kanzelkorb von Engel getragen. Gutes Akanthusschnitzwerk.

A 229

1667 WALKENRIED, Lkr. Osterode am Harz, Niedersachsen Ruine der ehem. Klosterkirche St. Maria und St. Martin, Kapitelsaal Konrad Bonifacius, Kanzel, Holz, ungefasst, dat. 1667. Als Trägerfigur Engel mit Delphin, am Kanzelkorb der Salvator mundi, die vier Evangelisten (Matthäus verloren) und Luther. Aufgang 1901 erneuert.

A 230

1677 OETTINGEN IN BAYERN, Lkr. Donau-Ries, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Ev. Pfarrkirche St. Jakob (Schloßstraße 3)

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ANHÄNGE

Kanzel, vielleicht von Johann Jakob Sommer, 1677. Über Karyatidenengel polygonaler Korb mit Statuetten Christi und der Evangelisten, auf dem Schalldeckel Volutenkrone und Christus mit Arma Christi. A 231

1680 BODSTEDT, Gem. Fuhlendorf, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, 1680, der Korb von einer Engelsfigur getragen, an der Brüstung Evangelistengemälde, am Aufgang Christus mit den Emmausjüngern und Jakobs Traum.

A 232

1680/1681 KIRCHHASLACH, Lkr. Unterallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Kanzel, 1680/1681, von Balthasar Eberle, Figuren von Johann Ludwig Erlinger. Über Tragengel oktogonaler, durch Säulen gegliederter Korb mit Statuetten des Salvator mundi und der Evangelisten in Muschelnischen, in der schmäleren Nische der Ostseite Gregor d. Große, thematisch zu den Kirchenväterreliefs der Kanzel gehörig. Auf dem ausladenden, mit Voluten besetzten Schalldeckel Immaculata und Engel mit marianischen Symbolen.

A 233

1695 GÖTTINGEN, Stadt Langenau, Alb-Donau-Kr., Reg.-Bez. Tübingen, Baden-Württemberg Ev. Kirche St. Martin Kanzel, 1695, von einer Engelsfigur getragen. 1686

A 234 MILKEL (Minakał), Lkr. Bautzen, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Ev. Pfarrkirche

Kanzelaltar aus Holz, weiß-gold gefasst, bez. 1686. Neben der Altarmensa große rankengeschmückte Konsolen mit Putten, auf denen Postamente mit Säulen stehen. Dazwischen die Kanzel, gestützt von einem mit reichem Rankenwerk umgebenen Engel. Der Kanzelkorb mit Hochrelief, Darstellung der Dreifaltigkeit, seitlich der Kanzel kräftige Festons. Über der rundbogigen Kanzeltür mit Muschel ein Rankenfries sowie ein abschließendes, sich über den Säulen verkröpfendes Gesims und seitliche Anschwünge. Neben den Säulen Petrus und Paulus mit reich drapierten Gewändern. Der Giebel des Altars mit einer ovalen Bildtafel mit der Geburt Christi, umrahmt von rei-

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A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , B : A N D E R E , E N G E L

chem Rankenwerk. Seitlich, über den Säulen, zwei Engel mit Palmzweigen. Auf dem abschließenden Rundgiebel ein Kruzifix und zwei Putten. A 235

1693 FERCHLIPP, Gem. Lichterfelde, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Die durch einen Engel getragene Kanzel von Michael Helwig, mit üppigem Akanthusrelief und kronenartigem Schalldeckel, 1693.

A 236

um 1696 ALTHEIM (ALB), Alb-Donau-Kr., Reg.-Bez. Tübingen, BadenWürttemberg Ev. Pfarrkirche St. Maria Geschnitzte Kanzel über Engelsfigur, diese wohl von Johann Christian Braun, um 1696. Ende 17. Jh.

A 237 GORSLEBEN, Kyffhäuserkr., Thüringen Ev. Bonifatiuskirche

Kanzel, Holz, Ende 17. Jh., Korb von Engelsfigur getragen. An der Brüstung zwischen gedrehten Weinlaubsäulen biblisch-allegorische Reliefdarstellungen. Auf dem Schalldeckel der auferstandene Christus. A 238

um 1700 HÖRMANNSHOFEN, Gem. Biessenhofen, Lkr. Ostallgäu, Reg.Bez. Schwaben, Bayern Kath. Filial- und Wallfahrtskirche St. Ottilia Kanzel, um 1700. Über Stuckengel polygonaler Korb, in Nischen der verlängerten Brüstung bewegte Statuetten der Evangelisten, der Kirchenväter und des Salvator mundi. Auf dem Schalldeckel Erzengel Michael als Seelenwäger.

A 239

um 1700 SANKT ALBAN, Gem. Aitrang, Lkr. Ostallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Wallfahrtskirche St. Alban Kanzel, um 1700. Über Engelsatlant polygonaler Korb, gegliedert durch gedrehte Säulchen, dazwischen Statuetten der Evangelisten. Am

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ANHÄNGE

Kanzelaufgang Relieffiguren der Kirchenväter. Auf dem Schalldeckel Voluten, bekrönt von Posaunenengel. A 240

um 1700 LEISNIG, Lkr. Döbeln, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Matthäi (Kirchplatz) Neubarocke Kanzel, 1960 aus der Stadtkirche von Hainichen, Lkr. Mittweida, überführt. Von expressiv bewegter Engelsfigur getragen, mit wuchtigem Sockelprofil. Am Korb Kartuschen zwischen gedrehten Ecksäulen, um 1700.

A 241

wohl um 1700 VIESECKE, Gem. Plattenburg, Lkr. Prignitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel, wohl um 1700, von kniender Engelsfigur getragen.

A 242

Anfang 18. Jh. SCHARLIBBE, Gem. Klietz, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzelaltar, Holz, Anfang 18. Jh. Zwischen gedrehten Weinlaubsäulen der Kanzelkorb, von einem mit dem rechten Bein knienden Engel getragen. Über den Säulen Wappen: links von Möllendorf, rechts von Katte. Auf den Giebelansätzen des Sprenggiebels Engel, die den polygonalen, mit einer Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz verzierten Schalldeckel halten.

A 243

1. Viertel 18. Jh. REINSDORF, Gem. Niederer Fläming, Lkr. Teltow-Fläming, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzelaltar mit architektonischem Säulenaufbau, 1. Viertel 18. Jh. Der polygonale Korb von einem knienden Leuchterengel gestützt. Seitlich lebensgroße Figuren von Mose und Paulus.

A 244

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1. Hälfte 18. Jh. BERKHOLZ (bei Boitzenburg), Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche

A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , B : A N D E R E , E N G E L

An der Ostwand hölzerne Kanzel mit seitlichen Treppenzugängen, 1. Hälfte 18. Jh. Der Kanzelkorb von Engel getragen und von Schalldeckel mit Skulptur des Christuskindes bekrönt. Kanzel und Treppenwangen mit reichem, blau und golden gefassten Akanthusornament auf hellem Grund. A 245

1701 STEGELITZ, Stadt Möckern, Lkr. Jerichower Land, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Petri Kanzel von 1701, mit barocken Ornamenten und Engeln, der Kanzelträger als Engel gestaltet. 1702/1703

A 246 BERLIN, Mitte Ev. Pfarrkirche St. Marien (Karl-Liebknecht-Straße)

Andreas Schlüter, Alabasterkanzel, 1702/1703. Der dekorativ bewegte Aufbau von vier ionischen Säulen als Substruktion des gotischen Schiffspfeilers getragen. Die Kanzel durch zwei flankierende Engelsfiguren aus Marmor an ausschwingenden Volutenbändern gehalten. An der kräftig gegliederten Brüstung in figürlichen Reliefs Personifikationen der theologischen Tugenden: seitlich Fides und Caritas, in der Mitte Johannes d. T. auf das Lamm Gottes verweisend. Der mächtige hölzerne Schalldeckel, eine strahlenumkränzte Himmelsglorie, von einem bewegt aufgipfelnden Chor jubilierender Engel besetzt. A 247

1704 BÖSENBRUNN-BOBENNEUKIRCHEN, Vogtlandkr., Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzelaltar, dat. 1704, von Johann Nikolaus Knoll aus Hof. Die von einem Engel gestützte Kanzel von hölzernen Säulen flankiert, seitlich Mose und Aaron. Als Bekrönung in einer Nische der Salvator mundi.

A 248

1707 GRIMMEN, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Marien Kanzel mit reichem Schnitzwerk, 1707. Von einer Engelsfigur getragener Korb mit den Evangelisten, üppigen Blattranken und Engelsköpfen. Hoher Schalldeckel mit Tugendfiguren und sechsseitigem Turmaufsatz, bekrönt von der Figur des auferstandenen Christus.

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ANHÄNGE

A 249

1708 MÜNSTERHAUSEN, Lkr. Günzburg, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau Prächtige Kanzel, bez. 1708. Über Engelshermen Korb mit Putten als göttliche Tugenden, mächtiger Schalldeckel mit Statuetten der Evangelisten, Putten, Adler und Posaunenengel.

A 250

1709/1710 UENGLINGEN, Stadt Stendal, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Georg Prächtiger, mit Akanthusschnitzereien verzierter Kanzelaltar von Chorbreite, 1709/1710. Der Kanzelkorb von einer knienden Engelsfigur gestützt und von umrankten Säulen flankiert. Über diesen der gesprengte Giebel mit Engeln, den kronenartigen Schalldeckel haltend. Über den seitlichen Durchgängen Wappen. 1710

A 251 NIEDEN, Lkr. Uecker-Randow, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel, 1710, mit Akanthusschnitzereien, am Korb Christusfigur und Evangelisten, der Aufgang mit alttestamentlichen Reliefs, Engelsfigur als Kanzelträger. A 252

1710/1753 DRESDEN, Altstadt, Sachsen Kath. Hofkirche, Kathedrale und Pfarrkirche Sanctissimae Trinitatis (Schlossplatz) Die Kanzel, überreich von Figuren bevölkert, mit komplizierter Entstehungsgeschichte. Im Kern 1710 von Balthasar Permoser als ungefasstes Schnitzwerk für die alte Hofkapelle geschaffen, wies die Kanzel eine Kelchform auf und war mit Engeln geschmückt, die die Arma Christi verehren. Weißfassung und Erweiterung durch die Figuren der Evangelisten 1723, wohl auch von Permoser. Bei der Umsetzung 1751– 1753 Trage-Engel und Kanzeldeckel mit Arma Christi und Gloriole sowie Treppe von Johann Joseph Hackl hinzugefügt, Restaurierung und Polier-Weißfassung und Vergoldung 1977/79 bis 1987. Zusammenfassung der erhaltenen Figuren auf dem neuen Kanzeldeckel.

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A 253

1711 MÜHLEN EICHSEN, Lkr. Nordwestmecklenburg, MecklenburgVorpommern Ev. Kirche Figurenreicher Kanzelaltar aus Holz, 1711. An dem von Engeln gehaltenen Korb Christus, Petrus und Paulus, seitlich Freisäulen sowie außen Mose und Aaron. Über dem Schalldeckel Aufsatz mit Kreuzigungsgemälde, auf dem Gebälk die Evangelisten, als Abschluss der triumphierende Christus.

A 254

um 1715 WALLENHAUSEN, Stadt Weißenhorn, Lkr. Neu-Ulm, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Kapelle St. Leonhard Für den Raum ungewöhnlich große Kanzel, um 1715. Figürliche Teile Ferdinand Luidl zugeschrieben. Kräftiger Engel als Trägerfigur des viereckigen Korbes. Am Schalldeckel Evangelistensymbole, Putten und Posaunenengel.

A 255

1716 SCHNAITHEIM, Stadt Heidenheim, Lkr. Heidenheim, Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg Ev. Michaelskirche Kanzel mit Engel als Trägerfigur (ulmisch), am Kanzelkorb das 1716 dat. Wappen des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg und des Oberforstmeisters W. U. Schilling von Cannstatt. 1717–1727

A 256 PLAUEN, Vogtlandkr., Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Johanniskirche, Stadtkirche (Kirchplatz)

Kanzel, Holz, 1717–1727, aus der Nikolaikirche in Görlitz. Der Korb ruht auf einem stehenden Engel, der reich verzierte Schalldeckel mit musizierenden Engeln. A 257

1718 GROSSGÖHREN, Gem. Rippach, Lkr. Weißenfels, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Bugenlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzel, 1718, mit Engel als Trägerfigur.

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ANHÄNGE

A 258

nach 1718 RADEBURG, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Meisterhaft geschnitzte Kanzel, der Korb von schwebenden Engeln getragen, nach 1718.

A 259

1719/1720 OBEROSTENDORF, Lkr. Ostallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Kanzel von Matthäus Schäffler, 1719/1720. Anstelle einer Konsole Evangelistensymbole, als Atlant Engel des Matthäus. Am dreiseitigen Korb Evangelisten, hl. Paulus und Ecclesia. Auf dem elliptischen Schalldeckel bewegte Gruppe der Verklärung Christi.

A 260

1720 HOLZKIRCH, Alb-Donau-Kr., Reg.-Bez. Tübingen, Baden-Württemberg Ev. Pfarrkirche St. Barbara Kanzel von Christian Friedrich Braun, 1720, von einer Engelsfigur getragen.

A 261

ca. 1721 RIBNITZ-DAMGARTEN, Ortsteil Damgarten, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Holz, aus der Werkstatt von B. W. Sell, ca 1721. Reiche, ornamentale Schnitzerei, der Korb von Engelsfigur getragen. An der Brüstung Paulus und die Evangelisten, am Portal Mose. Auf dem Schalldeckel Strebekrone und auferstandener Christus.

A 262

um 1720/1730 KLOSTER-MÖDINGEN, Gem. Mödingen, Lkr. Dillingen a. d. Donau, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Klosterkirche Mariä Himmelfahrt Prachtvolle Kanzel von Stephan Luidl (Dillingen), um 1620/1630. Über einem lebhaft bewegten, großen Engel halbrunder Korb mit Putten als Personifikationen der göttlichen Tugenden und der Sanftmut, auf dem Schalldeckel zahlreiche Putten und hl. Vinzenz Ferrer.

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A 263

um 1727 LASSAN, Lkr. Ostvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Johannis Elias Keßler, Kanzel, Holz, um 1727. Am gebauchten Korb Putti auf stark vorkragenden Konsolen, Engel als Kanzelträger, am Schalldeckel Engel mit Gesetzestafeln, darüber der auferstandene Christus.

A 264

1730/1740 ST. ANTON, Gem. Ratzenhofen, Lkr. Kelheim, Reg.-Bez. Niederbayern, Bayern Ehem. Wallfahrtskapelle St. Anton, jetzt Kriegergedächtnisstätte Kanzel, um 1730/1740, reich stuckiert. Korpus auf Engelskonsolen. Auf dem drapierten Schalldeckel Wolkensäule mit Engeln.

A 265

1731 QUEDLINBURG, Lkr. Quedlinburg, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Pfarrkirche St. Nikolai (Neustädter Kirchhof) Kanzel, Holz, 1731 von Johann Jakob Müller aus Braunschweig. Der Korb von kniendem Engel getragen, an der Brüstung zwischen Voluten und Bandelwerkstreifen Reliefs mit alttestamentlichen Darstellungen sowie Schweißtuch der hl. Veronika. Unter dem Schalldeckel HeiligGeist-Taube, am verkröpften Gesims das Wappen der Äbtissin Maria Elisabeth Herzogin von Holstein-Gottorp, darüber Putti um die Weltkugel gruppiert, darauf der Pelikan.

A 266

1734 ELSTRA, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Bautzen), Sachsen Ev. Michaelskirche Prächtige Kanzel aus Sandstein, als Fuß stark bewegter Engel und allegorische Figuren am Korb, wohl von Andreas Böhmer, 1734.

A 267

um 1735 KLIMMACH, Stadt Schwabmünchen, Lkr. Augsburg, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche Mater Dolorosa Von Engel getragener Kanzelkorb von Johann I. Bergmüller, um 1735. Schalldeckel um 1760.

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ANHÄNGE

A 268

um 1740 TODTENWEIS, Lkr. Aichach-Friedberg, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Ulrich und Afra Kanzel, um 1740. Von Engeln gestützter, polygonaler Kanzelkorb mit Statuetten der Kirchenväter. Auf dem Schalldeckel der hl. Paulus.

A 269

Mitte 18. Jh. IVEN, Lkr. Ostvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Mitte 18. Jh., Engelsfigur als Kanzelträger, am Schalldeckel kleine Putti mit Arma Christi.

A 270

1751 NEUKIRCHEN, Gem. Altmärkische Wische, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Barocker Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen, stark verkröpfter Säulenarchitektur mit Sprenggiebel, schwungvollen Akanthuswangen. Der Kanzelkorb wird von zwei Engelbüsten scheinbar getragen. Auf dem wappenverzierten, kuppeligen Schalldeckel zwei Engelputti mit den Gebote-Tafeln, dat. und sign. 1751 von Faßmaler I. F. Bellmann, Perleberg. 1760

A 271 MARKAU, Gem. Markee, Lkr. Havelland, Brandenburg Ev. Dorfkirche St. Nikolai

Kanzel, 1760, mit prächtig geschweiftem Korb, von bewegter Engelsfigur getragen. Auch Treppenaufgang und Schalldeckel reich geschnitzt, dekoriert mit Akanthus, von Bandelwerk durchzogen. A 272

um 1763/1764 OTTOBEUREN, Lkr. Unterallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Klosterkirche St. Theodor und Alexander Kanzel, Entwurf von Johann Jakob Zeiller, Ausführung in rotem und grauem Stuckmarmor durch Johann Michael Feichtmayr, Plastik von Joseph Christian, um 1763/1764. Über geschweifter Konsole mit Engel, Putto und Gewölk dreiseitig geschwungener Korb. Zwischen sitzenden Putten als Personifikationen der vier Erdteile vergoldete Reliefs: Bekehrung des Saulus, Aussendung der Apostel und Tod des Judas. Auf

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dem reich geschwungenen, von Hermenkaryatiden gestützten Schalldeckel kuppelförmiger Aufsatz mit Figurengruppe der Verklärung Christi, darüber Gottvater in Wolken. A 273

1767 AHRENSBERG, Stadt Wesenberg, Lkr. Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, 1767, von Engelsfigur getragen.

EVA NGELISTEN (SY MBOLE) 1. Hälfte 17. Jh.

A 274 GÖRITZ, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Hölzerne Kanzel, 1. Hälfte 17. Jh. Der Korb ruht auf einer Säule mit Evangelistenskulptur. An der Brüstung Ecksäulchen auf Schnitzvoluten, in den Brüstungsfeldern Evangelisten- und Apostelbilder. An der Kanzeltür Christus und Luther. A 275

um 1720 BABENHAUSEN, Lkr. Unterallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Andreas Kanzel, um 1720. Der querovale, von den Evangelistensymbolen gestützte Korb mit Evangelistenstatuetten und Putten. Über Engelskaryatiden kuppelförmiger Schalldeckel mit Figurengruppe der Verklärung Christi.

A 276

1722 MINDELHEIM, Lkr. Unterallgäu, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Ehem. Augustiner-, dann Jesuitenkirche Mariä Verkündigung, jetzt Filialkirche (Maximilianstraße 62) Kanzel, 1722. Über Evangelistensymbolen zylindrischer Korb mit Statuetten des hl. Franziskus, des Propheten Elias (?) und Johannes d. T. Auf dem Schalldeckel Putten als Personifikationen der vier Erdteile und der hl. Ignatius als Prediger.

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ANHÄNGE

A 277

um 1727 OBERGERMARINGEN, Gem. Germaringen, Lkr. Ostallgäu, Reg.Bez. Schwaben, Bayern Kath. Wallfahrtskirche St. Wendelin Kanzel, um 1727. Der geschwungene Korb von den Evangelistensymbolen gestützt, an den gliedernden Vorlagen Figuren der Kirchenväter. Über Engelsatlanten Schalldeckel mit Posaunenengel.

A 278

um 1730 DEUTENKOFEN, Gem. Adlkofen, Lkr. Landshut, Reg.-Bez. Niederbayern, Bayern Kath. Kirche Bekehrung des hl. Paulus Kanzel, Holz, um 1730. Als Konsole der Kanzel die vier Evangelistensymbole, am Korpus Reliefs der vier Kirchenväter. Westempore an der Nordseite durch eine Seitenempore mit der Kanzel verbunden. Brüstungsreliefs mit Maria und Christus inmitten der 12 Apostel.

A 279

ca. 1760 DILLINGEN A. D. DONAU, Lkr. Dillingen a. d. Donau, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Ehem. Jesuitenkirche Mariä Himmelfahrt, Studienkirche (Kardinalvon-Waldburg-Straße 5) Kanzel von Johann Michael Fischer, ca. 1760. Thema: Verehrung des Namens Jesu durch die vier Erdteile. Über Evangelistensymbolen pilastergegliederter Korb mit den göttlichen Tugenden. Auf dem von einem bewegten Engel bekrönten Schalldeckel Allegorien der vier Erdteile.

GA BRIEL, ERZENGEL A 280

1595 QUEDLINBURG, Lkr. Quedlinburg, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Pfarrkirche St. Benedikt, Marktkirche (Marktkirchhof) Kanzel, Holz, 1595, von Georg Steyger, 1885 restauriert. Der achteckige Korb mit Volutenbügeln und Stifterwappen von der Figur des Erzengels Gabriel getragen. An Treppe und polygonalem Korb zehn Szenen aus dem Leben Jesu von der Geburt bis zum Jüngsten Gericht. Die Bogenfelder durch Pilaster getrennt, davor ausdrucksvolle Apos-

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telfiguren. Der mehrstufige Schalldeckel mit Engeln und Kartuschen, die das Himmlische Jerusalem rahmen, das von Gottvater gesegnet wird.

GEORG, HEILIGER A 281

1617 MANSFELD, Lkr. Mansfelder Land, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Lkr. Mansfeld-Südharz), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Georg, auch Talkirche Kanzel, Holz, dat. 1617. Als Kanzelträger Schnitzfigur des hl. Georg mit dem Drachen. An Korb und Treppe zwischen den korinthischen Freisäulchen gemalte biblische Szenen mit ihren Texten. Reicher achteckiger Schalldeckel mit auferstehendem Christus.

HRA BA NUS MA URUS um 1720

A 282 RASDORF, Lkr. Fulda, Reg.-Bez. Kassel, Hessen Ehem. Kollegiatsstiftskirche, heute kath. Pfarrkirche

Reiche Kanzel, der Korb auf der Statue des hl. Hrabanus ruhend, um 1720.

INDIO A 283

um 1660 OBERURSEL (TAUNUS), Hochtaunus-Kr., Reg.-Bez. Darmstadt, Hessen Kath. Pfarrkirche St. Ursula (St. Ursulagasse) Kanzel, um 1660. Der Korb auf vier Atlanten in Gestalt Fruchtkörbe tragender Indios. Der Deckel mit pyramidenförmig übereinander gestapelten Portalmodellen.

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ANHÄNGE

JA KOBUS D. Ä . A 284

1612 STENDAL, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Jakobi Kanzel, Sandstein 1612, von Hans Hacke aus Werben. Am Kämpfer der Stütze hinter der lebensgroßen Trägerfigur des Jakobus d. Ä. signiert und datiert, die Fassung von 1902. In acht Nischen perspektivisch gestaltete Reliefs, an der Treppenbrüstung Szenen des AT: Sündenfall, Vertreibung, Abrahams Opfer, Aufrichtung der Ehernen Schlange. Am Korb Szenen des NT: Mariae Verkündigung, Anbetung des Kindes, Jüngstes Gericht. Dazwischen, auf ausladenden Konsolen vor Muschelnischenpilastern, die bewegten vollplastischen Figuren von Christus als Salvator mundi, den vier Evangelisten und von vier Aposteln. Die Tür mit einem Christus- und einem Lutherbildnis bemalt. Der Schalldeckel von 1902 unter Verwendung alter Figuren.

JOHA NNES EV. A 285

1602 WERBEN, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Johannis, urspr. St. Marien und Johannes Baptista (Kirchplatz) Kanzel, Sandstein, inschriftlich 1602 von Michael Spies in Magdeburg, 1968 restauriert. Der runde Kanzelkorb von Johannesskulptur getragen, die Brüstung durch rundbogige Pfeilernischen architektonisch gegliedert, darin vier Reliefs: Verkündigung, Geburt, Taufe, Kreuzigung. An der ähnlich gegliederten Treppenbrüstung vier weitere Reliefs: Auferstehung, Himmelfahrt, Ausgießung des Hl. Geistes, Jüngstes Gericht. Zwischen den Reliefs vor Pfeilern neun Apostel auf Konsolen mit Maskenköpfen. Die Rahmung der Kanzeltür bekrönt von Reliefmedaillon mit Salvator mundi und drei Apostelfiguren. Die Kanzel stellt das früheste Werk des aus Meißen in Sachsen um 1600 nach Magdeburg eingewanderten Bildhauers dar und steht in enger künstlerischer Beziehung zu den Bildhauerschulen in Pirna und Meißen. Der Figurenstil unterscheidet sich von allen späteren Arbeiten dieser Werkstatt. Der hölzerne Schalldeckel von dem Werbener Bildhauer Hans Hacke, 1607, 1869 entfernt.

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A 286

1658 STEINBACH-HALLENBERG, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Stein, 1658, vielleicht von einem Nürnberger Meister. Der farbig gefasste Korb von einer lebensgroßen, sitzenden Figur des Evangelisten Johannes getragen. Die figurenreichen Reliefs der Brüstung illustrieren die fünf Hauptstücke des sog. Kleinen Katechismus. Der reich geschnitzte, steile Schalldeckel mit den Personifikationen der christlichen Tugenden und dem bekrönenden Christus mit der Weltkugel. 1730

A 287 KALTENLENGSFELD, Wartburgkr., Thüringen Ev. Filialkirche ‚Zur Ruhe Gottes‘

Zur Wand verlängerte Kanzel mit vergoldeten Ranken und Wappen von Sachsen-Meiningen. Als Kanzelträger lebensgroße Holzfigur des Evangelisten Johannes, bez. 1730 Andreas Kümpel. Schalldeckel mit Christusfigur als Salvator mundi.

JOHA NNES DER TÄ UFER A 288

um 1490/1500 BRAUNSCHWEIG, Niedersachsen Kath. Pfarrkirche St. Ägidius (ehem. Benediktiner-Klosterkirche) Kanzel, bei der Umwandlung der ehem. Dominikanerkirche St. Paul zum Zeughaus (1712) in die Kirche des ehem. Kreuzklosters übertragen und von Anton Detlev Jenner in die barocke Kanzelwand eingefügt. 1948 in St. Ägidien aufgestellt. Balusterartige Stütze mit Relief des Johannesknaben. An dem barock überarbeiteten, sechseckigen Kanzelkorb, der auf einem Blattkranz ruht, Madonna im Strahlenkranz und Anna Selbdritt. Als Frühwerk dem Hans Witten zugeschrieben, in der Zeit seines Braunschweiger Aufenthalts um 1490/1500 entstanden.

A 289

wohl 17. Jh. ZEILFELD, Gem. Gleichamberg, Lkr. Hildburghausen, Thüringen Ev. Kirche St. Oswald Kanzel, wohl 17. Jh., als Fuß Johannes d. T.

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ANHÄNGE

[A 290]

1610/1615 WERNIGERODE, Lkr. Wernigerode, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Liebfrauenkirche

Kanzel, Holz, 1610–1615, teilweise erneuert. Am polygonalen Kanzelkorb die Figuren der vier Evangelisten und des Salvator mundi, am Aufgang Darstellung von Geburt und Taufe Jesu sowie Himmelfahrt des Elias. Der urspr. Kanzelträger, Johannes der Täufer, 1884/1885 durch eine Säule ersetzt. An der Tür zum Aufgang die ganzfigurigen Darstellungen Luthers und Melanchthons. Die Kanzel monochrom, mit Rollund Beschlagwerkformen geschmückt. A 291

1653 HALBERSTADT, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ev. Kirche St. Johannis Kanzel, inschriftlich gestiftet 1653 und 1658 polychrom gefasst, der polygonale Korb von Johannes d. T. getragen. An der reich geschnitzten Wandung die Reliefs der Evangelisten sowie Luthers und Melanchthons, dazwischen auf kleinen Postamenten die Apostel, letztere 1995/1996 ersetzt von Michael Weihe. Der kronenförmige Schalldeckel bekrönt von Christus mit der Weltkugel.

A 292

1685 STAPELBURG, Lkr. Wernigerode, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Gem. Nordharz, Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Kanzel, Holz, 1685, von Julius Schade und Kalep Schneider aus Zellerfeld. Reich geschnitzt, Johannes d. T. als Figur des Kanzelträgers, am Korb die Figuren der vier Evangelisten und des Salvators mundi. Schalldeckel.

A 293

vor 1710 ILSENBURG, Lkr. Wernigerode, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ehem. Schlosskirche Kanzel, wohl vor 1710, von Bastian Heidekamp. Der polygonale Korb von Johannes d. T. getragen. An der Brüstung die Figuren der Evangelisten mit dem Salvator mundi in der Mitte. Der kronenartige Schalldeckel von Engel mit Siegespalme bekrönt.

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A 294

1710/1711 SEEHAUSEN (ALTMARK), Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Petri (Kirchplatz) Prachtvolle, reich mit Akanthus dekorierte barocke Kanzel, von umrankter Spiralsäule und Freifigur Johannes des Täufers getragen, an Korb und Brüstung in Nischen die Statuen Christi und der Apostel. Über dem kronenförmigen Schalldeckel der Weltenrichter, das Motiv der ihn mit Spruchbändern umfliegenden Engel ein regional außergewöhnliches Zeugnis des hochbarocken Illusionismus, 1710/1711.

A 295

1730/1731 MITWITZ, Lkr. Kronach, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche St. Jakob Georg Kaufmann, figural reich ausgestattete Kanzel, der Korb von Figur des Johannes Bapt. mit Muschelschale getragen, 1730/1731.

A 296

1749 WATZENDORF, Gem. Großheirath, Lkr. Coburg, Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche St. Maria Kanzel, 1749, getragen von der Figur Johannes des Täufers.

JONA A 297 1. Hälfte 17. Jh. KRUMPA (GEISELTAL), Lkr. Merseburg-Querfurt, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Stadt Braunsbedra, Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche (Oberkrumpa) Klassizistischer Kanzelaltar mit wiederverwendetem Korb einer steinernen Spätrenaissancekanzel der 1. Hälfte des 17. Jh. An der Brüstung Kruzifixus und vier Evangelistenreliefs. Getrennt aufgestellt der zugehörige (?) Kanzelfuß mit Darstellung des Jona A 298

1657 MEISSEN, Lkr. Meißen-Radebuel, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen

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ANHÄNGE

Afrakirche, ehem. Stiftskirche, seit 1539 ev. Pfarrkirche, von 1543–1945 auch Schulkirche der Fürstenschule Kanzel von Valentin Otte (Bildhauer) und Johann Richter (Maler), 1657. Stiftung der Anna Felicitas von Schleinitz zum Andenken an ihre Familie. Jona, vom Walfisch ausgespien, trägt den achteckigen Kanzelkorb, diesem angefügt der Treppenaufgang. In den Brüstungsfeldern des Korbes die Schnitzfiguren von Familienangehörigen, in den Schriftfeldern darunter Namen, Lebens- und Sterbedaten. An der Treppenbrüstung im Relief Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Reich verzierter, sternförmiger Schalldeckel.

KINDERENGEL (s. a. Engel, Posaunenengel, Taufengel)

A 299

1544 TORGAU, Lkr. Torgau-Oschatz, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Torgau), Sachsen Schloss Hartenfels, Schlosskapelle Die Kanzel am mittleren Pfeiler der Nordostseite, im Zwickel zwischen zwei Emporenbögen eingehängt, Kanzeldeckel mit Oberkante Emporenbrüstung abschließend, das Figürliche von Simon Schröter gearbeitet. Von drei vollplastisch ausgearbeiteten Kinderengeln getragener Korb mit drei perspektivisch gestalteten Innenraumszenen: Christus und die Ehebrecherin (zum Altar gerichtet: Vergebung), der Zwölfjährige Jesus im Tempel (zum Volk gerichtet: Lehre, Predigt) und die Reinigung des Tempels (zur Fürstenempore gerichtet: Wahrung des rechten evangelischen Glaubens). Die Farbigkeit entspricht im Wesentlichen der ursprünglichen.

LA MM GOTTES A 300

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Anfang 18. Jh. NAUNDORF-HOHENWUSSEN, Gem. Bobritzsch, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche

A N H A N G I : K A N Z E LT R Ä G E R , B : A N D E R E , L O N G I N U S

Der Kanzelaltar mit hölzerner Rückwand, von Wolken und Engelsköpfen gerahmt, die Kanzelkorbkonsole auf geschnitztem Lamm Gottes ruhend, Anfang 18. Jh.

LA URENTIUS, HEILIGER A 301

Ende 17. Jh. NECKARWEIHINGEN, Stadt Ludwigsburg, Lkr. Ludwigsburg, Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg Ev. Pfarrkirche St. Laurentius Kanzel auf Trägerfigur des hl. Laurentius, Ende 17. Jh.

LÖWE A 302

1656 ASCHERSLEBEN, Lkr. Aschersleben-Straßfurt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Salzlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Stephani, Langhaus Kanzel, Holz, inschriftlich 1656 von Alexander Trewherz (Tischler) und Wulff Ernst Lindmeier (Maler). Kanzelträger ein wappenhaltender Löwe (Hinweis auf den Stifter, Bürgermeister Law). Am polygonalen Korb Evangelisten, Apostelreliefs und Engelsköpfe, an der Treppenbrüstung drei Erzengel, die Tür bekrönt vom Lamm Gottes zwischen Mose und Johannes d. T., an der Unterseite der Kanzeltreppe der hl. Christophorus. An der Spitze des Schalldeckels Christus als Weltenrichter, unter ihm Engel mit den Arma Christi, zuunterst Prophetenfiguren. Die skulpierten Teile etwas grob weiß und gold gefasst.

LONGINUS A 303

wohl 1676 WAIBLINGEN, Rems-Murr-Kr., Reg.-Bez. Stuttgart, Baden-Württemberg Ev. Nikolauskirche

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ANHÄNGE

Kanzel, wohl 1676 von Heinrich Waibel. Longinus als Träger des Kanzelkorbes, dieser reich stuckiert, mit Evangelistenfiguren und Paulus besetzt. Auf dem üppigen Schalldeckel Christusfigur.

LUTHER (REFORMATOREN) 1860

A 304 HOHENSAATEN, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Neugotische polygonale Kanzel, 1860. Korb ruht auf durch Spitzbögen verbundenen Rundstützen mit Reliefs der Erzväter der Reformation.

MA RIA A 305

Ende 15. Jh. HETZDORF, Gem. Lemmersdorf, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel mit Säulengliederung und Evangelistenreliefs. Am Kanzelfuß spätgotische Madonnenskulptur, Ende 15. Jh. Der schmiedeeiserne Kanzelleuchter 18. Jh.

MÄ RTY RER A 306

Mitte 17. Jh. VOGELSDORF, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Gem. Huy, Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Nikolai Kanzel, Holz, Mitte 17. Jh., mit Märtyrer als Trägerfigur. Am Korb die vollplastischen Figuren Christi und der Apostel.

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MA RTIN, HEILIGER 1619/1621

A 307 BRAUNSCHWEIG, Niedersachsen Ev. Martinikirche, Pfarrkirche der Altstadt

Kanzel in Alabaster aus der Werkstatt Jürgen Röttgers, 1619–1621. Die sieben Reliefs am Kanzelkorb und der Brüstung des Aufgangs, Darstellungen aus der Kindheit Jesu, gehen auf Stiche niederländischer Romanisten nach Vorlagen von Marten de Vos zurück. Als Träger St. Martin. Am hölzernen Vorbau Christus und die klugen und törichten Jungfrauen. Schalldeckel aus Holz, 1617. Aus Alabaster die fünf Passionsreliefs, Propheten, Engel mit Arma Christi, Himmelfahrt und als Bekrönung Christus als Weltenrichter.

MIC HA EL, ERZENGEL A 308

ca. 1613 HOLLEBEN, Saalkr., Reg.-Bez. Halle-Saale, (jetzt: Stadt Teutschenthal, Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche (Beuchlitz) Kanzel, Holz, ca. 1613, von Hans Schroeter aus Kirchscheidungen geschnitzt und von Christoff Erhardt aus Reinsdorf gefasst. Der Korb von Figur des hl. Michael getragen. An den sechs Feldern der Brüstung Reliefs: Geburt, Kreuztragung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi, Pfingstwunder und Jüngstes Gericht. Auf dem Schalldeckel Figuren der vier Evangelisten und des Pastor bonus.

MÖNCH 1574

A 309 HÜLSEDE, Lkr. Grafschaft Schaumburg, Niedersachsen Ev. Pfarrkirche St. Aegidius

Gute Holzkanzel von 1574, getragen von einem Atlanten in Mönchskutte. Auf sieben Wandungen des achteckigen Korbes reich ornamentierte Blendarkaden mit den Schnitzreliefs einer Kreuzigung sowie der

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ANHÄNGE

vier Evangelisten. Im doppelten Deckengebälk ein Volutenfries. Schalldeckel mit Puttenköpfen in Lünettenaufsätzen, gleichzeitig.

NIKOLA US, HEILIGER A 310

1664 OSTERWIECK, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Nikolai Hölzerne Kanzel, dat. 1664, der hl. Nikolaus (oder Sixtus ?) als Trägerfigur. Am Kanzelkorb die vier Evangelisten und Paulus, an der Treppe die Himmelsleiter aus Jakobs Traum.

PA LME (s. a. Baum dürr/grüner, Eichbaum, Paradiesbaum)

A 311

1678 BAD SALZELMEN, Stadt Schönebeck (Elbe), Lkr. Schönebeck, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Salzlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Johannes Baptista Kanzel, 1678 von Maximilian Dreißigmark aus Halle, der Korb von Palmbaum getragen. An der Brüstung Reliefs aus dem Leben Jesu und die vollplastischen Figuren der Apostel. Sehr reich auch die Tür mit Fruchtgehängen und Putti. Der Schalldeckel als Engelwolke gebildet.

A 312

1687 GROSSKORBETHA, Lkr. Weißenfels, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Burgenlandkr.), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Polygonaler Kanzelkorb, Sandstein, inschriftlich 1687, auf einem Palmstamm ruhend. In den Brüstungsreliefs Christus und die vier Evangelisten zwischen Eckpfosten mit kräftigen Frucht- und Blütengehängen.

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A 313

1690 BELGERSHAIN, Muldentalkr., Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Johanneskirche Kanzel, Holz, 1690, stilistisch nach Johann Caspar Sandtmann, Leipzig. Der Korb wird von einer Palme getragen, sternförmiger Schalldeckel.

A 314

1699 HADMERSLEBEN, Bördekr., Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ehem. Klosterkirche St. Peter und Paul, heute kath. Pfarrkirche Kanzel, 1699, von Thiele Zimmermann. Der Korb auf einem stilisierten Palmbaum ruhend, der Aufgang durch gewundene Säulchen gegliedert, in den Füllungen üppiges Akanthusschnitzwerk. Der kronenartige Schalldeckel aus kunstvoll verflochtenen Ranken. um 1700

A 315 HACHELBICH, Kyffhäuserkr., Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Petrus

Kanzel, um 1700. Auf Palmbaum ruhender Korb mit reichem Akanthusdekor. A 316

1. Hälfte 18. Jh. BARDENITZ, Stadt, Treuenbrietzen, Lkr. Potsdam-Mittelmark, Brandenburg Ev. Dorfkirche St. Nikolaus Hölzerne Kanzel, 1. Hälfte 18. Jh. Achtseitiger gebauchter Korb auf Palmstamm, an der Wandung die Gemälde Christi und der Evangelisten zwischen plastischem Ranken- und Blütenwerk. 1706

A 317 KAHREN, Stadt Cottbus, Brandenburg Ev. Dorfkirche, urspr. Johannes d. T. geweiht

Reich geschnitzte Kanzel, vermutlich von dem Muskauer Meister Dreißigmark, 1706. Der polygonale Korb ruht auf einem Palmbaum und ist mit großen Akanthusvoluten und weiterem geschnitzten Blattwerk geschmückt. In den Korbfeldern die Schnitzfiguren des Salvators mundi und der vier Evangelisten sowie Stifterwappen.

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ANHÄNGE

A 318

um 1732 HOHENKUHNSDORF, Gem. Heideeck, Lkr. Elbe-Elster, (jetzt: Stadt Schönewalde), Brandenburg Ev. Dorfkirche Hölzerne Kanzel, um 1732, auf Palmbaumfuß, am polygonalen Korb festongeschmückte Bogenfelder. Kronenförmiger Schalldeckel.

PA RA DIESBA UM (s. a. Baum, dürr/grüner; Eichbaum, Palme)

1679

A 319 GLESIEN, Lkr. Delitzsch, Reg.-Bez. Leipzig, Sachsen Ev. Pfarrkirche, ehem. Johanneskirche

Kanzel, Sandstein, farbig gefasst, bez. 1679. Der Korb von einem Paradiesbaum getragen, mit Darstellung des Sündenfalls. An der Kanzelbrüstung Reliefs mit Christus und den Evangelisten. An der Treppe schlichte Stiftertafel, dat. 1679. A 320

1752 ZWIEFALTEN, Lkr. Reutlingen, Reg.-Bez. Tübingen, Baden-Württemberg Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau, ehem. Kirche der Benediktinerabtei Am Wandpfeilerpaar zwischen Langhaus und Vierung Kanzel rechts und Baldachinaufbau links. Dieser umfängt eine moosüberwachsene Nische mit Tropfsteingebilden, aus der der Prophet Ezechiel hervortritt, die Linke gegen Gottvater erhoben, mit dem ausgestreckten Finger der Rechten auf die Vision am Kanzelkorb deutend. Über dem Baldachin Gottvater in einer Strahlen- und Wolkengloriole, umgeben von den vier apokalyptischen Wesen. Der Engel mit der Brandfackel und dem Tempelplan sowie die beiden ‚Soldatenputten‘ am Fuß des Baldachinaufbaues verweisen auf den Untergang des Reiches Juda durch Nebukadnezar. An der gegenüberliegenden Kanzel links ist Ezechiels Vision vom Totenfeld im Hinblick auf die Auferstehung gedeutet. Auf die beherrschende Gestalt des Gekreuzigten weisen Mose mit den Gesetzestafeln und Johannes der Täufer. Christi Tod überwindet den Tod, der durch die Sünde der ersten Menschen in die Welt gekommen ist. Der Baum der Erkenntnis, die Schlange und der Paradieseswächter mit Flam-

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menschwert bilden den Fuß der Kanzel. An ihrer Brüstung Darstellung der Totenerweckung. Vor dem Schalldeckel schwebt die Taube des Heiligen Geistes, neben ihr Glaube, Liebe und Hoffnung.

PA ULUS 1595–1597

A 321 MAGDEBURG, Sachsen-Anhalt Dom

Kanzel, 1595–1597, von Christoph Capup aus Nordhausen. In den wesentlichen Teilen aus Alabaster, die Sandsteinteile von Sebastian Ertle aus Überlingen. Als Tragefigur hl. Paulus. An der Treppenbrüstung szenische Reliefs: Erschaffung der Eva, Sündenfall, Sintflut. Am Korb in Nischen: Johannes d. T., Salvator mundi, hl. Mauritius und hl. Katharina. An den Ecken die Evangelisten mit ihren Symbolen und Petrus. Am Türblatt aus Holz Relief von Verklärung und Himmelfahrt, angeblich von Lulef Bartels. Am zweigeschossigen Schalldeckel sechs Tugenden als Karyatiden. A 322

1602 LÜNEBURG, Lkr. Lüneburg, Niedersachsen Ev. Michaeliskirche, ehem. Benediktinerabteikirche St. Maria und Michael David Schwenke aus Pirna, Kanzel, 1602. Brüstungsreliefs mit Illustrationen zum zweiten Glaubensartikel und mit den vier Evangelisten. Zwischen den Nischen Statuetten der Propheten, als Kanzelträger Paulus.

A 323

wohl nach 1605 BURG, Lkr. Jerichower Land, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Oberkirche Unser Lieben Frauen Kanzel, in der Zuschreibung an Michael Spies aus Magdeburg umstritten, zweifelsohne aber aus dem gleichen Umkreis und von gleicher Qualität. Sandstein und Alabaster, der sechseckige Kanzelkorb von sitzender Paulusfigur getragen. Die Alabasterreliefs in rundbogigen, durch reiche Säulen aus farbigem Marmor getrennten Feldern, in gedrängter Fülle die kleinen Figuren am Korb Mariae Verkündigung, Geburt Jesu, Auferstehung Christi und Jüngstes Gericht. An der Treppe alttestamentliche Szenen: Erschaffung Evas, Sündenfall, Isaaks Opferung und Aufrichtung der Ehernen Schlange. Über der Tür Medaillon mit Christus als Salvator mundi, gerahmt von stehenden Tugenden. Auf dem

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ANHÄNGE

Türblatt zwei Tugenden, Gerechtigkeit und Wahrheit, in Rollwerkrahmung. Auf dem Rand des 1980 restaurierten hölzernen Schalldeckels Relieftondi mit Brustbildern der vier Evangelisten und Martin Luthers sowie acht erhaltener Apostelfiguren. Mittig sechseckiges offenes Tabernakel mit vollplastischen Figuren von Gottvater, Sohn und HeiligGeist-Taube. Als Bekrönung Marienfigur. Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 140.

A 324

1616 DELITZSCH, Lkr. Delitzsch, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Marien (Marienpark) Kanzel, Holz, bez. 1616, restauriert 1920, wohl aus der Werkstatt der Ditterich. Der von einer Paulusstatue getragene, vierseitige Korb mit vollplastischen Schnitzfiguren der Evangelisten und Christus zwischen korinthischen Säulen. Die stark kontrapostisch gestalteten Figuren mit hageren Gesichtern und bewegten Gewändern. An der Treppenwange figurenreiche Reliefs mit der Verkündigung Mariä, Geburt und Beschneidung Christi. Auf dem Gebälk des Treppenportals Kartusche mit Adler, bekrönt von stehendem Engel, seitlich zwei sitzende Engel.

A 325

1623/1624 BRANDENBURG AN DER HAVEL, Kreisfreie Stadt, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Gotthardt, ehem. Maternus und Matthias als Nebenpatrone, Pfarrkirche der Altststadt Am dritten Freipfeiler der Nordseite des Langhauses die hölzerne Kanzel von Georg Zimmermann aus Nürnberg, 1623/1624, renoviert 1795 und 1906, eine Stiftung der Tuchmachergilde. Reliefs und Trägerfigur des Paulus aus Steinguss (?). An den Kanten der polygonal gebrochenen Brüstung unter Masken oben für die Zeit charakteristische Fratzen, dazwischen bewegte Evangelistenfiguren. In den Feldern manieristische kleinteilige Reliefszenen aus dem Leben Christi. An der Treppenbrüstung detaillierte Reliefszenen: Erschaffung Evas, Sündenfall, Isaakopfer, Paschamahl – die ursprünglich aufsteigende Anordnung bei Restaurierung verändert – zudem Figuren von Aaron, Mose und David sowie einem Stifter. Die Kanzeltür, bekrönt vom Guten Hirten mit Wappen und Handwerkssymbol der Tuchmacher. Reicher Baldachinschalldeckel mit alttestamentlichen Figuren und Gemälde der Trinität. Über dem hohen Laternenaufsatz auferstandener Christus. An der Rückseite des Kanzelpfeilers Gedenktafel aus Sandstein mit Stiftungsinschrift, Hausmarken der Stifter und auf Kupfertäfelchen gemalte Bildnisse der Meister der Tuchmachergilde.

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1658

A 326 HERZBERG/ELSTER, Lkr. Elbe-Elster, Brandenburg Ev. Stadtkirche St. Marien, bis zum 15. Jh. St. Nikolai

Wahrscheinlich Andreas Schultze (Torgau), Kanzel, Sandstein, dat. 1658 (Stiftungsinschrift über der Aufgangstür). Lebensgroße Paulusfigur als Kanzelträger, an der Brüstung des Korbes Christus und die vier Evangelisten zwischen Apostelhermen. Die Kanzeltür in Knorpelwerkrahmung, seitlichen Ovalmedaillons, auf dem Türblatt zwei Grisaillen des 18. Jhs., Christus und Petrus. Der hölzerne Schalldeckel bekrönt von Christus als Weltenrichter mit Schwert und Blitzen über dem liegenden Teufel. A 327

1668 BRANDENBURG AN DER HAVEL, Kreisfreie Stadt, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Katharina Im Zentrum des Langhauses die Kanzel am dritten nördlichen Pfeiler, nach Inschrift gestiftet 1668 von Matthäus Hesse und Ehefrau Magdalena Kramer, restauriert 1725, 1912 und nach 1945. Polygonaler Korb, von Paulusfigur gestützt. Hier und am einheitlich gestalteten Aufgang bewegte Schnitzfiguren Christi und der Apostel in Muschelnischen zwischen gewundenen Säulchen sowie Knorpelwerk. Der Schalldeckel mit durchbrochener Laterne, von Engeln mit den Arma Christi, umgeben und bekrönt durch den Auferstandenen.

A 328

Anfang 18. Jh. ERXLEBEN, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Stadt Osterburg/Altmark, Lkr. Stendal), Sachsen-Anhalt Schlosskapelle St. Godehardi Kanzel mit Pfarrprieche an der Westwand, Anfang 18. Jh., von dem Magdeburger Bildhauer Tobias Wilhelmi. Am Korb Wappen und Monogramme der Stifter, derer von Alvensleben, in üppiger Ornamentschnitzerei. Als Kanzelträger Sandsteinfigur des Apostels Paulus. Auf dem Schalldeckel der auferstandene Christus und Engel. Mitte 18. Jh.

A 329 GULOW, Gem. Baek, Lkr. Prignitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Kanzelaltar, Mitte 18. Jh. Als Kanzelträger Paulusfigur. Über den rahmenden Säulen Schalldeckel mit Baldachin.

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ANHÄNGE

PETRUS A 330

1593 SANGERHAUSEN, Lkr. Sangerhausen, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Lkr. Mansfeld-Südharz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Jakobi Kanzel, Holz, unter dem Schalldeckel dat. 1593. Am polygonalen, von einer Petrusfigur getragenen Kanzelkorb in Muschelnischen fast freiplastisch gearbeitete Figuren der Evangelisten Matthäus und Markus, der Apostel Simon, Paulus und Jakobus sowie der Trinität. Gemalt an der Treppenbrüstung die Evangelisten Lukas und Johannes. Im Gebälk und im Sockel kleine Reliefs, Brustbilder der Apostel bzw. Prophetenfiguren. Auf dem kronenartigen Schalldeckel Engel mit Arma Christi.

A 331

1. Viertel 17. Jh. OSTERBRUCH, Lkr. Land Hadeln, (jetzt: Lkr. Cuxhaven), Niedersachsen Ev. Kirche, ehem. St. Peter Kanzel, erstes Viertel 17. Jh. Der polygonale Korb mit Ecksäulen und Evangelistenfiguren ruht auf einer Petrusfigur. Großer Schalldeckel mit Engelsfiguren und Wappen. um 1655

A 332 WEISSENSEE, Lkr. Sömmerda, Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Petri und Pauli

Hohe Kanzel, Holz, um 1655. Der Korb von einer geschnitzten Petrusfigur getragen. Am Kanzelaufgang Gemälde mit biblischen Berufungsszenen. Am Kanzelkorb Säulen und Muschelnischen mit den Statuen von Paulus und den Evangelisten. A 333

1674 NIEDERNDODELEBEN, Ohrekr., Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Gem. Hohe Börde, Lkr. Börde), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche Petrus und Paulus Die barocke Predigerkanzel neben dem Sakristei-Eingang mit Blumen und Fruchtgehängen am fünfseitigen Korb, 1674 von Philipp Geilfuß. Die als Kanzelträger zugehörige Petrusskulptur z. Zt. deponiert.

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A 334

1686 QUERFURT, Lkr. Merseburg-Querfurt, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Stadtkirche St. Lamberti Kanzel, Sandstein, 1686, wohl wie die geschnitzte Kanzeltür von Gabriel Müller. Der runde Korb von Petrusfigur getragen, zwischen den vorgestellten Säulchen Rundbogenblenden mit Engelsflüchten. Der Schalldeckel 1720.

A 335

1691 BRANDENBURG AN DER HAVEL, Kreisfreie Stadt, Brandenburg Dom St. Peter und Paul, ev. Stadtpfarrkirche, ehem. Bischofskirche und Stiftskirche des Prämonstratenser Domkapitels Reich geschnitzte Kanzel nach dem Vorbild des alten Berliner Doms, 1691. Der Korb von Petrusfigur gestützt und wie der Aufgang mit üppigem Akanthuswerk, Blumengehängen und Bibelsprüchen in Lorbeerkränzen dekoriert. Am kronenartigen Schalldeckel Domherrenwappen und bekrönende Paulusfigur, auf der Unterseite Gemälde der Ausgießung des Heiligen Geistes.

A 336

1693 WEISSBACH, Lkr. Zwickauer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Gem. Langenweißbach, Lkr. Zwickau), Sachsen Ev. Salvatorkirche Kanzel, Sandstein bez. 1693. Der Korb von Petrusfigur getragen, in den Blendbögen Reliefs mit Figuren Christi und der Evangelisten. Hölzerner Schalldeckel mit Engel. 1699

A 337 GROSS MACHNOW, Lkr. Teltow-Fläming, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Kanzel 1699. Der polygonale Korb mit gedrehten Ecksäulchen und Bildern Christi und der vier Evangelisten auf Petrusfigur gestützt. Am Kanzelaufgang Gemälde der Tugenden Fides und Caritas. Die dritte Tugend, Spes, wohl bei nachträglichem Einbau der Kanzeltür mit Mose- und Engelsdarstellung entfernt. 1702

A 338 LINDENBERG, Lkr. Barnim, Brandenburg Ev. Pfarrkirche

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ANHÄNGE

Gefasste Holzkanzel, 1702, von Petrusfigur getragen. Am fünfseitigen Korb Figuren Christi und der Evangelisten zwischen gedrehten Ecksäulchen. A 339

1706 SWANTOW, Gem. Poseritz, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Holz, 1706. Petrusfigur als Kanzelträger, Aufgangsbrüstung und polygonaler Korb architektonisch gegliedert, auf dem Schalldeckel Figur des Christus triumphans, Kartuschen und Akanthus. 1713

A 340 NORDHACKSTEDT, Kr. Flensburg, Schleswig-Holstein Ev. Kirche

Kanzel, 1713, mit Treppe, Tür und Schalldeckel. Charakteristisches Werk der Langenhorner Schnitzschule, Akanthusbarock. Kanzelkorb von Petrusfigur getragen, an den Polygonecken und an der Treppe Freifiguren der Apostel, dazwischen Reliefs in ornamentalisierten Rahmen, am Korb christologische Szenen, an der Treppe Mose und Christus. 1723

A 341 SCHAPRODE, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel, Holz, 1723 von Broder und Rose. Petrusfigur als Träger des polygonalen Korbes mit Ecksäulen. An Brüstung und Rückwand reich gerahmte, durch Beitexte erläuterte Tafelbilder mit biblischen Szenen und Brustbildern von Martin Luther, Johannes Bugenhagen und dem auf das Evangelium weisenden Christus. Üppig dekorierter Schalldeckel mit bekrönender Engelsfigur. Aufgangstür mit Inschriften.

POSA UNENENGEL (s. a. Engel, Kinderengel, Taufengel)

A 342

Anfang 18. Jh. SAAL, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Anfang 18. Jh., wohl von Dittrich Hartich aus Rostock. Trägerfigur ein Posaunenengel, am Korb Reliefs der Anbetung, Taufe

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und Kreuzigung, am Schalldeckel Cherubköpfe, Strebekrone und der auferstandene Christus, reiches Akanthusschnitzwerk. 1702

A 343 RAPPIN, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel, Holz, dat. 1702. Sechseckiger Korb auf einem Posaunenengel als Trägerfigur. An der Brüstung zwischen Ecksäulen Rundbogenfelder mit Tafelbildern zum Leben Jesu. An den Türen gemalte emblematische Szene und Petrusbild, auf dem Schalldeckel Strebekrone sowie Figuren des Christus triumphans und der Evangelisten, dazu Wappenkartuschen (Normann, Hochwächter); reicher Schnitzdekor.

P UTTO A 344

1697 HOHENGÖHREN, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, SachsenAnhalt Ev. Kirche Kanzel, Holz, am Türblatt des Aufgangs datiert 1697. Polygonaler Kanzelkorb mit Engelsköpfen, von Putti getragen. Kanzelrückwand mit ovalem Gemälde Christi als des Salvators mundi. Unter dem Schalldeckel Heilig-Geist-Taube, auf dem Schalldeckel das von Möllendorfsche Wappen und drei Tugendpersonifikationen: Glaube, Liebe, Hoffnung.

A 345

um 1720/1730 OBERMEDLINGEN, Gem. Medlingen, Lkr. Dillingen a. d. Donau, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Ehem. Klosterkirche Mariä Himmelfahrt, jetzt kath. Pfarrkirche Kanzel, um 1720/1730. Über zwei Putten und Engelskaryatiden polygonaler Korb mit Säulchen und übereinandergeschobenen Füllungen. Am Sockel des ausladenden Schalldeckels Evangelistensymbole, als Bekrönung Gerichtsengel. 1750

A 346 INNINGEN, Stadt Augsburg, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul (Bobinger Straße 2)

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ANHÄNGE

Reich geschmückte Kanzel von Joseph Einsle, 1750, gefasst von Gottfried Ruepp, 1752. Am Fuß tragender Putto, am Deckel Heilig-GeistTaube, Putten mit Neuem Testament, Gesetzestafeln und Tiara, oben hl. Paulus. A 347

um 1750 NEUKIRCH, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Bautzen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzelaltar, Holz, um 1750. Dreifach verkröpfte Pilaster korinthischer Ordnung tragen die seitlich der Kanzeltür ausschwingenden Voluten, die wiederum den rankengeschmückten Kanzelaufsatz mit Strahlenkranz darüber stützen, während ein Putto den polygonalen Kanzelkorb trägt. Die sarkophagförmige hölzerne Mensa schmücken Blattgehänge und Palmzweige.

A 348

1758 HÖSELHURST, Markt Neuburg a. d. Kammel, Lkr. Günzburg, Reg.Bez. Schwaben, Bayern Kath. Filialkirche St. Nikolaus Kanzel, um 1670. Unter dem polygonalen Korb mit Evangelistenfiguren geschnitzter fliegender Putto, wohl von Johann Pflaum 1758 geschnitzt. Auf dem Schalldeckel prächtige Volutenpyramide.

SA MSON um 1580

A 349 BEBENHAUSEN, Stadt Tübingen, Baden-Württemberg Ev. Pfarrkirche, ehem. Zisterzienser-Klosterkirche St. Maria

Stuckkanzel vom Leonberger Bildhauer Konrad Wagner, zwischen 1575 und 1580, getragen von der überlebensgroßen Figur des Samson. An der Brüstung Darstellung der vier Evangelisten, in ihrer Mitte die Verklärung Jesu. A 350

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1595 HALBERSTADT, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Martini

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Kanzel, 1595, 1690 z. T. verändert (Ecksäulchen, Ornamente, Kanzeltür). Der Korb von Samson getragen. Am Polygon des Korbes Reliefs: Weltenschöpfer, Sündenfall und jugendlicher Salvator mundi, Opferung Isaaks und König David als Psalmist, Verklärung Jesu, Kruzifixus mit Stifterfigur Bartelt Hane, Auferstehung Christi. Am Kanzelaufgang Weltuntergang und Weltgericht. Die Rahmungen mit fein durchgeformtem Spätrenaissance-Ornament. Kronenartiger Schalldeckel mit Skulptur des auferstandenen Christus. A 351

1605 GARDELEGEN, Altmarkkr. Salzwedel, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Marien Reich mit Beschlag und Rollwerk verzierte Kanzel, dat. 1605, der polygonale Kanzelkorb getragen von Samsonfigur, in den Füllungen des Korbs die Reliefs der Verkündigung Mariae, der Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Unter der Kreuzigung Gemälde des bürgerlichen Stifterehepaars aus dem Haus Wardenberg mit Wappen. Am geschwungenen Aufgang fünf Apostelfiguren zwischen Hermenpilastern. In der laternenartigen Bekrönung des Schalldeckels Muttergottes im Strahlenkranz, auf der Laterne der Erzengel Michael, auf den Ecken des Schalldeckels sechs personifizierte Tugenden: Bonitas, Spes, Caritas, Temperantia, Fortitudo und Iustitia.

A 352

1692 MERSEBURG, Lkr. Merseburg-Querfurt, Reg.-Bez. Halle, (jetzt: Saalekr.), Sachsen-Anhalt Ev. Altenburger Pfarrkirche St. Viti Kanzel, Holz, 1692, rest. 1935 und 1972. Fünfseitiger Korb von Samsonfigur getragen. An ihm und am steilen Aufgang Reliefbüsten des Salvators mundi und der vier Evangelisten sowie von Mose und Johannes d. T. Der gleichzeitige Schalldeckel mit Heilig-Geist-Taube und reichem Akanthusdekor.

STEP HA NUS, MÄ RTY RER A 353

um 1570 OSTERWIECK, Lkr. Halberstadt, Reg.-Bez. Magdeburg, (jetzt: Lkr. Harz), Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Stephani

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ANHÄNGE

Reich geschnitzte Kanzel, um 1570. Der polygonale Korb von Stephanusfigur getragen. Zwischen Ecksäulen Apostelfiguren in Nischen, dazu Roll- und Beschlagwerk. Kronenartiger Schalldeckel. An der Kanzeltreppe gemalte Tugenden. Die inschriftliche Datierung 1650 bezieht sich auf die Stiftung einer Neufassung und Vergoldung der Kanzel.

TA UFENGEL (s. a. Engel, Kinderengel, Posaunenengel)

1738

A 354 ROTH, Gem. Gleichamberg, Lkr. Hildburghausen, Thüringen Ev. Kirche, ehem. St. Marien

Kanzel, Holz, 1738. Beachtliches Schnitzwerk, u. a. zwei Reliefs an der Treppenwange (Tod und Jüngstes Gericht), Mose- und Christusfigur am Korb, lebensgroßer Engel als Kanzelträger mit einem beweglichen, eine Taufschale haltenden Arm. A 355

ca. 1750 UNTERWÜRSCHNITZ, Gem. Mühlental, Vogtlandkr., Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Pfarrkirche Die frühbarocke Kanzel von einem geschnitzten, barocken Taufengel getragen, wohl aus dem Umkreis von Johann Simon Zeitler.

TEXTILA RBEITER A 356

1937 CRIMMITSCHAU, Lkr. Zwickauer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Zwickau), Sachsen Ev. Lutherkirche (Johann-Sebastian-Bach-Straße) Holzkanzel von steinerner Figur eines Textilarbeiters getragen.

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TUGENDEN (auch einzeln)

1593

A 357 HOHN, Lkr. Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein Ev. Kirche

Hans von Brunswik, Schnitzkanzel mit zugehörigem Schalldeckel, 1593. Polygonaler Korb mit streng architektonischer Gliederung durch Doppelsäulen und christologische Reliefs unter Rundbogen, getragen von der Personifikation der Hoffnung als Karyatide. A 358

Mitte 17. Jh. ELTERLEIN, Lkr. Annaberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Laurentiuskirche Kanzel, Holz, Mitte 17. Jh. Von einer lebensgroßen Personifikation der Hoffnung (Fassung erneuert) getragener schlichter Korb, zwei freiplastische Engel tragen den Schalldeckel mit vegetabiler Schnitzerei. um 1718

A 359 BOITZENBURG, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Pfarrkirche

Kanzel, Holz, um 1718, mit Flachreliefdekor und reich geschnitzten Blattgehängen. Der Korb wird von den Personifikationen von Hoffnung und Liebe getragen. A 360

um 1700 SCHWARZENBERG, Lkr. Aue-Schwarzenberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Georg Reich geschnitzte Kanzel, farbig gefasst, der über einen brückenartigen Zugang weit in den Raum vorgezogene polygonale Korb von der auf einer Säule stehenden Personifikation der Klugheit (prudentia) getragen. Zwei über der Brüstung aufgerichtete Engelsfiguren stützen den mit Rollwerk üppig gestalteten Schalldeckel mit figürlicher Darstellung der Dreifaltigkeit.

187

ANHÄNGE

WA PPENWEIBCHEN A 361

um 1660 POMSSEN, Gem. Parthenstein, Muldentalkr., Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Pfarrkirche Reich geschnitzte Kanzel, der Korb mit Bildnissen der Evangelisten von Wappenweibchen getragen, um 1660.

WA LFISCH A 362

Anfang 18. Jh. WEITENDORF, Gem. Cammin, Lkr. Doberan, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Anfang 18. Jh., mit geschnitzten Evangelistenfiguren am Korb, als Fuß ein Walfisch.

WEINSTOCK A 363

1848/1849 KOHREN-SALIS-RÜDIGSDORF, Lkr. Leipziger Land, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Rüdigsdorf, Stadt Kohren-Sahlis, Lkr. Leipzig), Sachsen Ev. Christuskirche Kanzel, 1848/1849, mit geschnitztem und z. T. originalem Weinstock als Stütze. Schnitzarbeit imitierender Stuckguss an Korb und Schalldeckel von Paul Syberg, die Relieffiguren aus Lauchhammer Eisenguss am Korb von Hermann Knaur.

188

ANHANG II: MOSE

AM

KANZELKORB

A NHA NG II: MOSE AM KANZELKORB NEBEN FIGUREN DES NEUEN TESTA MENTS

A 364

1565 RÖHRSDORF, Lkr. Chemnitzer Land, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Stadt Chemnitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Schöne Renaissancekanzel, Hilbersdorfer Porphyrtuff, 1565, 1721 durch Verkauf aus der Johanniskirche in Chemnitz übertragen, restauriert 1885,1929 und 1980. An der Kanzeltreppe, die auf Pfeilern ruht, Relieffiguren der vier Evangelisten, am Korb drei Reliefs: In der Mitte die Kreuzigung, rechts empfängt Mose die beiden Gesetzestafeln auf dem Sinai, links Jordantaufe. Unter dem Kreuz im Zentrum steht rechts Johannes der Täufer, der auf den Gekreuzigten verweist, über der Kanzel seine Worte: Sihe das ist Gottes Lamb, das do tregt die Sunde der Welt (Io 1, 29). Auf der anderen Seite des Kreuzes steht ein evangelischer Prediger, vielleicht Luther, neben ihm Kelch und Hostie für das Abendmahl in beiderlei Gestalt.* Etwas derb gebildete, noch gotisch bewegte Figuren, die Gesamtanlage der Szenen hingegen bereits in der klaren Formensprache der Frührenaissance. *Angaben nach Freiherr von Berlepsch, Pfarrer in Röhrsdorf von 1953–1982, der auch mitteilt, dass das Kreuz über einem Totenkopf und einer Feuerflamme stehe, Zeichen für die Überwindung von Tod und Hölle. Ich vermute aber, dass das Kreuz wie üblich über dem Schädel Adams auf Golgatha steht 1568

A 365 RHEINSBERG, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Laurentius

Kanzel, gestiftet von Anna, der Witwe von Jobst von Bredow (gest. 1539), erneuert 1568. Damals der polygonale Korb durch kannelierte Hermenpilaster besetzt, dazwischen in Bogenfeldern gemalt Mose und Christus als Guter Hirte. Schalldeckel und Treppe barock. A 366

1577 JÜTERBOG, Lkr. Teltow-Fläming, Brandenburg Ehem. Franziskanerkloster, sog. Mönchenkirche, seit 1564 Zweitkirche der Pfarrei Unser Lieben Frauen, jetzt Bibliothek, Theater- und Konzertstätte

189

ANHÄNGE

Kanzel, Sandstein, 1577, die Bildhauerarbeiten monogrammiert von Georg Schröter, die Steinmetzarbeiten bezeichnet von Merten Wintzer und Caspar Schalitz. An der schlanken Tragsäule das Stadtwappen; am runden Korb Reliefs: Mose, zwölfjähriger Jesus im Tempel, Taufe Christi; an der Treppenbrüstung der Kampf Jakobs mit dem Engel und Rollwerkkartusche; über der Tür Bildnismedaillons Luthers und Melanchthons. Die Kanzel 1727 von Johann Angermann restauriert, wohl gleichzeitig der Schalldeckel mit Lamm Gottes und Putten. A 367

1594 PODELWITZ, Lkr. Leipziger Land, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Gem. Rackwitz, Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Reich geschnitzte Kanzel mit der Darstellung der Evangelisten sowie Paulus, Christus und Mose von Hans Eb(er)hardt, bez. 1594.

A 368

1597 BADRINA, Gem. Schönwölkau, Lkr. Delitzsch, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Im Chor Kanzelfragment aus Holz. Die Seiten des polygonalen Korbes mit gemalter Maiestas Domini, flankiert von Mose und Paulus in Bogennischen, Sockel und Gebälkzone mit Beschlagwerk, bez. 1597.

A 369

um 1600 STOLLBERG/ERZGEBIRGE, Lkr. Stollberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Jakobikirche Holzkanzel, um 1600, Brüstungsfelder bemalt, Mose, Christus mit der Weltkugel und Evangelisten.

A 370

Anfang 17. Jh. LÖBNITZ, Lkr. Delitzsch, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Polygonale Kanzel mit Schnitzfiguren der Evangelisten und Mose. Glockenförmiger Schalldeckel aus filigran geschnitztem Rollwerk mit bekrönendem Pelikan, Anfang 17. Jh.

190

ANHANG II: MOSE

A 371

AM

KANZELKORB

1615 HÖCKENDORF, Lkr. Kamenz, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt. Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Holz, 1615. Die Brüstungsfelder bemalt mit Aaron, Mose, Salvator mundi und Ecclesia. Schalldeckel mit gemalter Taube.

A 372

um 1630 POSSENDORF, Weißeritzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt. Gem. Bannewitz, Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Sachsen Ev. Pfarrkirche Die farbig gefasste Sandsteinkanzel auf hohem Säulenfuß mit achteckigem Kanzelkorb. Das mittige Brüstungsfeld mit dem Relief des Gekreuzigten als des neuen Adams, in den Feldern daneben gemalt Mose mit den Gesetzestafeln und Johannes der Täufer, um 1630.

A 373

2. Hälfte 17. Jh. LUDWIGSDORF, Niederschlesischer Oberlausitzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt. Stadt Görlitz, Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel aus Holz mit farbig gefassten Figuren des Mose und der Evangelisten zwischen Holzsäulen, 2. Hälfte 17. Jh. Seitlich Kanzeluhr aus dem 17. Jh.

A 374

1652 LEISNIG-TRAGNITZ, Lkr. Döbeln, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Tragnitz, Stadt Leisnig, Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pancratiuskirche Kanzel auf Porphyrsäule mit polygonalem Kanzelkorb, zwischen gedrehten Säulchen in Kartuschen die gemalten Darstellungen der Evangelisten, Moses und Christi, 1652. Der Schalldeckel mit kräftigem Gesims und durchbrochener Attika. Die Kanzeltür mit der Darstellung des barmherzigen Samariters und Jakobs Traum von der Himmelsleiter.

A 375

1658 BOCKAU, Lkr. Aue-Schwarzenberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Erzgebirgskr.), Sachsen Ev. Pfarrkirche Polygonale Holzkanzel, weiß, gold und blau gefasst, reiches Schnitzwerk mit Diamantenquadern und Engelsköpfchen. In den Brüstungs-

191

ANHÄNGE

feldern schlanke Relieffiguren: Christus, Mose und die Evangelisten, gestiftet 1658. ca. 1670

A 376 VEHLOW, Gem. Gumtow, Lkr. Prignitz, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Polygonale Kanzel, um 1670, in den Arkaden Gemälde: Mose, Christus und die vier Evangelisten. 1671

A 377 WENNIGSEN, Lkr. Hannover, Niedersachsen Ev. Pfarrkirche, ehem. Augustinerinnen-Klosterkirche

Kanzel, Holz, 1671. Korb geschmückt mit Engelsköpfen und den Reliefs von Christus zwischen Mose und Paulus sowie drei Evangelisten. 1685

A 378 BERGE, Stadt Nauen, Lkr. Havelland, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Kanzelaltar von 1685, eingefasst von Emporenwand mit seitlichen Treppenläufen und rundbogigen Durchgängen. Das Altarretabel mit reichem Dekor aus Akanthuswerk und Blumengehängen. Am polygonalen Kanzelkorb gedrehte Ecksäulchen, dazwischen Schnitzfiguren von Mose, Johannes und Matthäus in Muschelnischen. Predella mit Gemälde des Auferstandenen zwischen Engeln. Seitlich Petrus und Paulus als Freifiguren. Im Aufsatz über dem Schalldeckel Wappen und Dreiviertelfigur Christi als Auferstandenen. Literatur: Reinitzer, Gesetz und Evangelium, Nr. 67.

A 379

1688 REICHENBACH / OBERLAUSITZ, Niederschlesischer Oberlausitzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Johanneskirche Daniel Richter aus Bautzen, reich geschnitzte Kanzel, dat. 1688, die Bemalung bez. 1707. Langer Aufgang mit Figur des Erzengels Michael über der Tür. An der Treppenbrüstung Reliefdarstellung der Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel. Am Kanzelkorb die Holzfiguren Christi und Moses sowie die Evangelistensymbole. Auf dem Schalldeckel die Figur Johannes d. Täufers mit Engeln.

192

ANHANG II: MOSE

A 380

AM

KANZELKORB

1695 ROHRBECK, Gem. Dallgow-Döberitz, Lkr. Havelland, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel auf runder Holzstütze, dat. 1695. Der polygonale Kanzelkorb mit Ecksäulchen, in den Feldern Figuren von Christus und Mose, an Aufgang und Schalldeckel gesägte Aufsätze. Ende 17. Jh.

A 381 MERZDORF, Lkr. Teltow-Fläming, Brandenburg Ev. Dorfkirche

Kanzelaltar, Ende 17. Jh., mit reichen Akanthuswangen und seitlichen Durchgängen. Am polygonalen Kanzelkorb gemalter Kruzifixus, Mose und Johannes Ev. A 382

Anfang 18. Jh. DOMMITZSCH, Lkr. Torgau-Oschatz, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Stadtkirche St. Marien Reich geschnitzte Kanzel mit den Figuren der Evangelisten, Moses und Hesekiels zwischen eingestellten Säulchen, Anfang 18. Jh.

A 383

Anfang 18. Jh. GROSS KÖLZIG (Wjeliki Kolsk), Gem. Neiße-Malxetal, Lkr. SpreeNeiße, Brandenburg Ev. Dorfkirche St. Marien Kanzel, Holz, mit Schalldeckel, Anfang 18. Jh. In den gemalten Feldern des polygonalen Korbs die Darstellungen von Christus, Mose und die vier Evangelisten.

193

ANHÄNGE

A NHA NG III: MOSE UND/ODER DIE GESETZESTA FELN ÜBER DER ( NEUTESTA MENTLIC HEN) K A NZEL ( A UF DEM SC HA LLDEC K EL)

A 384

1622/1623 BAD FREIENWALDE/ODER, Lkr. Märkisch-Oderland, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Nikolai Kanzel von Antonius Engelhammer, Wriezen (Schreiner) und Daniel Ribbecke, Freienwalde (Maler), 1622/1623. Der polygonale Korb durch Säulchen gegliedert, auf den Feldern Bildnisse Christi und der Evangelisten. Als Bekrönung des Schalldeckels Pelikan sowie Eherne Schlange, Aaron mit Stab, Mose mit Gesetzestafeln, Jeremias mit umgehängtem Joch, David mit Harfe.

A 385

Anfang 17. Jh./18. Jh. BLUMENOW, Stadt Fürstenberg/Havel, Lkr. Oberhavel, Brandenburg Ev. Dorfkirche Reich geschnitzte Kanzel, Anfang 17. Jh. Der polygonale Korb auf drei Säulen, in den Brüstungsfeldern gemalt die Evangelisten, darunter Engelsköpfe. Der von den Gesetzestafeln bekrönte Schalldeckel 18. Jh.

A 386

Anfang 18. Jh. FRENGHOFEN, Gem. Bach an der Donau, Lkr. Regensburg, Reg.Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Filialkirche St. Bartholomäus Kanzel, Anfang 18. Jh., bekrönend ein Putto mit den Gesetzestafeln.

A 387

1. Hälfte 18. Jh. GRAFENKIRCHEN, Gem. Pemfling, Lkr. Cham, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Laurentius Kanzel, Rokoko, 1. Hälfte 18. Jh., bekrönend die Gesetzestafeln. 1703

A 388 TÖNNING, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Laurentius

194

A N H A N G I I I : M O S E / G E S E T Z E S TA F E L N

ÜBER DER

KANZEL

Kanzel, 1703, wohl von H. Röhlke, Hamburg. Ausgezeichnet geschnitztes Werk des späten Akanthusbarock. Der polygonale Hängekorb von Akanthuslaub überzogen, auf dem Schalldeckel zwischen Akanthusvoluten Freifiguren der Evangelisten, als Bekrönung Mose mit dem Gesetz, innen gemalte Ausgießung des Heiligen Geistes. Schnitzwerk der Treppe etwas jünger. A 389

1710 METZELTHIN, Gem. Bückwitz, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche Zweigeschossiger Kanzelaltar von kräftiger Plastizität, 1710, rest. 1963. Gebauchte Kanzel mit Akanthusschmuck zwischen rahmenden Säulen und Akanthuswangen. Auf dem Aufsatz mit gesprengtem Giebel Christus als Salvator mundi, flankiert von Fides und Spes. Über der Kanzel Mose, darunter Abendmahlsbild. An Tür und Aufgang gemalt Christus als guter Hirte sowie die vier Evangelisten. um 1722–1726

A 390 PASSAU, Reg.-Bez. Niederbayern, Bayern Dom

Kanzel, begonnen um 1722, aufgestellt 1726. Ausgeführt in Wien von dem dortigen Hofschreiner Johann Georg Series. Der Entwurf aus stilistischen Gründen Johann Lucas von Hildebrandt zugeschrieben. Die Schnitzfiguren weisen in ihrer klassizistischen Tendenz auf den Kreis um Georg Raphael Donner. Anhaltspunkte für genauere Zuweisungen fehlen. Vorerst muss genügen, die Kanzel als hervorragende Schöpfung aus dem Umfeld der Wiener Hofkunst einzureihen. Sie wurde vielfach nachgeahmt. – Am Korpus die Evangelisten. Rückwandrelief: der 12jährige Jesus predigt im Tempel; seitlich Frauengestalten mit Arma Christi und Kelch. Auf dem Schalldeckel sitzend zwei Engel mit Gesetzestafeln und Kreuz als Symbolen des Alten und Neuen Bundes; die beiden männlichen Figuren bislang nicht gedeutet. Bekrönend die Ecclesia, Weltkugel und Kirchenmodell haltend. Schnitztechnik und Fassung erwecken den Eindruck kunstvoller Metallarbeit. Originale Glanz- und Mattvergoldung 1975ff. freigelegt. A 391

um 1727 PLANITZ, Gem. Käbschütztal, Lkr. Meißen-Radebeul, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche

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ANHÄNGE

Kanzelaltar, Holz, um 1727. Der polygonale Korb und der die Gesetzestafeln tragende Schalldeckel reich mit Schnitzereien verziert, weiß und gold gefasst, beide flankiert von einem ionischen, grün marmorierten Säulenpaar, darüber große Gloriole, Vasenaufsätze mit Puttenköpfen und Adelswappen von Watzdorf/von Miltitz. 1731/1733

A 392 REGENSBURG, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Emmeram

Egid Quirin Asam, Kanzel, 1731/1733. Schmaler, mit Regence-Schnitzerei geschmückter Korb. Auf dem Schalldeckel Putten mit den Gesetzestafeln, das apokalyptische Lamm über dem Buch mit den Sieben Siegeln und die Eherne Schlange; die Teile verbunden durch eine von Putten gehaltene Baldachindraperie. A 393

um 1600/um 1737 COSWIG-BROCKWITZ, Lkr. Meißen-Radebeul, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Brockwitz, Stadt Coswig, Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, um 1600, auf toskanischer grauer Marmorsäule ornamentverzierte Kuppa und farbig gefasster runder Kanzelkorb, seine Brüstung dreigeteilt durch zwei rote Marmorsäulen, zwischen ihnen ovale Reliefs mit Darstellungen der Erschaffung Adams und Evas und der Evangelisten Matthäus und Markus. Der Schalldeckel von 1737, weiß und gold gefasst, reich verziert, mit bekrönenden Putten, Gesetzestafeln haltend, an der Wand hinter dem Korb gemalte Draperie, um 1737.

A 394

um 1740 WALDECK, Stadt Kemnath, Lkr. Tirschenreuth, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk Kanzel, um 1740, bekrönt von Gesetzestafeln und Eherner Schlange

A 395

um 1740 MOOSTHANN, Gem. Postau, Lkr. Landshut, Reg.-Bez. Niederbayern, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Jakob Kanzel, wohl aus Donaustauf, um 1740. Am ausladenden Korpus Putten mit kirchlichen Attributen. Als Schalldeckelbekrönung eine Wolkensäule mit Engeln und Putten. Zuoberst ein Engel mit den Gesetzestafeln und das Auge Gottes. Vasenaufsätze, Lambrequins und vergoldete Bandschnitzereien.

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A N H A N G I I I : M O S E / G E S E T Z E S TA F E L N

A 396

ÜBER DER

KANZEL

um 1740 SCHIRGISWALDE, Lkr. Bautzen, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Kath. Pfarrkirche Ad Assumptionem Beatae Mariae Virginis (Mariä Himmelfahrt, Kirchberg) Reich geschmückte Holzkanzel mit Rokokoelementen, um 1740. Am Kanzelkorb lebhafte Putten und die Evangelistensymbole, in der Mitte in einem kartuschenförmigen Rahmen Relief mit der Predigt Christi am See Genezareth. Auf dem Schalldeckel mit Hl.-Geist-Taube ein Engel mit verschiedenen Symbolen (Kreuz, Eherner Schlange, Gesetzestafeln) und Strahlenkranz mit hebräischem Schriftzug (Jehova). 1744

A 397 EIXEN, Lkr. Nordvorpommern, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche

Kanzel mit reichem Schnitzwerk, 1744 von M. Müller, Stralsund. Am Korb Johannes Ev., Putten und Engelsköpfe, am Aufgangsportal Petrus. Schalldeckel mit Taube, Strebekrone, Gesetzestafeln und auferstandenem Christus. A 398

Mitte 18. Jh. WALDERBACH, Lkr. Cham, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Martin, ehem. Zisterzienserabteikirche Kanzel, Mitte 18. Jh., mit Rocailledecor, bekrönend ein die Gesetzestafeln präsentierender Engel.

A 399

Mitte 18. Jh. URSULAPOPPENRICHT, Markt Hahnbach, Lkr. Amberg-Sulzbach, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Ursula Kanzel, Mitte 18. Jh. Rocailledekor, am Korpus die göttlichen Tugenden, personifiziert durch Putti. Auf dem Schalldeckel Engel mit Gesetzestafeln.

A 400

nach 1750 ROTTENBUCH, Lkr. Weilheim-Schongau, Reg.-Bez. Oberbayern, Bayern Ehem. Augustinerchorherrnstift, Stiftskirche Kanzel von Franz Xaver Schmädl aus Weilheim, nach 1750. Am Aufgang (?) Skulpturen der vier Evangelisten, auf der Brüstung des Kanzelkorbes Reliefs der Bergpredigt Jesu und der Bußpredigt Johannes

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ANHÄNGE

des Täufers. Auf dem Schalldeckel Engel mit den Gesetzestafeln und der Weltkugel. A 401

1753/1816 NEUGERSDORF, Lkr. Löbau-Zittau, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Christoph und Zacharias Herzog, einer der aufwendigsten Kanzelaltäre der Lausitz, seine reiche marmorimitierende Fassung und die reiche Profilierung in beachtlicher Qualität, 1753. Spätere Ergänzungen: Altartisch in schweren Empireformen, dat. 1796; Kanzel, darüber, mit reich profiliertem und geschweiftem Korb, dat. 1816. Seitlich je eine Säule und ein übereck gestellter Pfeiler mit Pilastern, daneben auf Konsolen die lebensgroßen Holzfiguren des Petrus und Paulus, 1798–1800. Auf dem stark verkröpften Gesims drei vergoldete Engel, der mittlere mit den Gesetzestafeln, abschließend Gottvater und ein Kruzifix.

A 402

1756 OBERAMMERGAU, Lkr. Garmisch-Partenkirchen, Reg.-Bez. Oberbayern, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul Kanzel von Paul Zwinck aus Uffing, 1756. Auf dem ausladenden Schalldeckel Posaunenengel mit Gesetzestafeln.

A 403

1757–1762 MÖNCHSDEGGINGEN, Lkr. Donau-Ries, Reg.-Bez. Schwaben, Bayern Ehem. Klosterkirche St. Martin, jetzt kath. Pfarrkirche Rokokokanzel von Dominikus Bergmüller, 1757–1762. Auf dem Kanzeldeckel Engel mit Gesetzestafeln, von Johann Michael Fischer.

A 404

1760 PARKSTEIN, Lkr. Neustadt an der Waldnaab, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Pankratius Rokokokanzel, aus der ehem. Wallfahrtskirche auf dem Barbaraberg stammend, Korpus um 1760 von dem Speinsharter Klosterschreiner Jakob Steinl, kleinteilig mit Schnitzwerk und christologischen, farbig gefassten Reliefs von Christoph Langer aus Eger verziert. Auf dem Schalldeckel Mose mit den Gesetzestafeln und Putten.

198

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A 405

ÜBER DER

KANZEL

1760/1770 VILSECK, Lkr. Amberg-Sulzbach, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Ägidius Kanzel, 1760/1770. Reich geschmückt, von Mose mit den Gesetzestafeln bekrönt.

1761

A 406 PRONSTORF, Kr. Segeberg, Schleswig-Holstein Ev. Kirche

Im Chorbogen Kanzel, Holz und Stuck, 1761 gestiftet. Der bauchige, von einer Säule getragene Korb durch zierliche Voluten gegliedert mit Cherubköpfen, Früchteschnüren, Stifterwappen und frei sitzendem, das Neue Testament haltenden Putto. Auf dem Schalldeckel Gesetzestafeln und Strahlenauge. A 407

um 1763 ROTT AM INN, Lkr. Rosenheim, Reg.-Bez. Oberbayern, Bayern Pfarrkirche St. Marinus und Anianus, ehem. Abteikirche Kanzel, mit Figuren von Joseph Götsch, 1763. Am Kanzelkorb Evangelistensymbole, auf dem Schalldeckel die Gesetzestafeln und Posaunenengel. 1767–1774

A 408 LICH, Lkr. Gießen, Reg.-Bez. Gießen, Hessen Ehem. Stiftskirche St. Maria, heute ev. Pfarrkirche

Elegante Rokokokanzel aus Kloster Arnsburg, 1767–1774. Am schwungvollen Korb ekstatisch bewegte Heiligenstatuen: Thomas von Aquin, Bernhard von Clairvaux, Bonaventura und Leo der Große. Auf dem Schalldeckel Mose. Die figürlichen Arbeiten 1772–1774 von Bildhauer Martin Lutz. 1775

A 409 BERGEN, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Pfarrkirche St. Marien, ehem. Klosterkirche

Kanzel, Holz, 1775 von J. Freese, Stralsund. Vorzügliche Arbeit im Empfinden des Rokoko, mit reichem Rocailledekor. Stützkonsole mit plastischer Engelwolke und Inschriftenkartusche. Am ovalen Korb sitzende Evangelistenfiguren und Wappenkartusche der Normann. Der Schalldeckel mit allegorischen Frauenfiguren und hochgetürmter Engelgruppe als Apotheose der Gesetzestafeln unter dem Auge Gottes.

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ANHÄNGE

A 410

1777 LANGENPREISING, Lkr. Erding, Reg.-Bez. Oberbayern, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Martin Kanzel, 1777. Plastik von Christian Jorhan d. Ä. Auf dem Schalldeckel Putten und Engel mit den Gesetzestafeln. 1778

A 411 LÜBECK, Schleswig-Holstein Heilig-Geist-Hospital

Kanzel, Holz, 1778. Breite und schwere Form des Spätbarock mit wulstigem Sockel und Girlandenschmuck. Auf dem Schalldeckel Putten, die die Gesetzestafeln halten, als Bekrönung Johannes Ev. Zugehörige Tür. A 412

um 1780 HAHNBACH, Lkr. Amberg-Sulzbach, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Jakob Kanzel, um 1780, gefasst 1789 von Wolfgang Pösl aus Amberg. Rokailledekor, auf dem Schalldeckel Mose, von Sitzfiguren der Evangelisten umgeben. Die gewundene Steinstütze der spätgotischen Kanzel unter der Rokokoverkleidung sichtbar.

A 413

1782 GARMISCH, Lkr. Garmisch-Partenkirchen, Reg.-Bez. Oberbayern Kath. Pfarrkirche St. Martin Rokoko-Kanzel, 1782, von Franz Hosp, auf dem Schalldeckel Mosefigur. um 1791

A 414 HÖRGERTSHAUSEN, Lkr. Freising, Oberbayern, Bayern Kath. Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä.

Kanzel, um 1791, in reichen Formen des späten Rokoko, mit Reliefs von Roman Anton Boos: Barmherziger Samariter, Schlüsselübergabe an Petrus, Christus und die Samariterin, die vier Erdteile als Puttenköpfe. Auf dem Schalldeckel Putto mit den Gesetzestafeln.

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A NHA NG IV: KANZEL-/PREDIGTUHREN, STUNDENGLÄSER A N K A NZELN

A 415 ACCUM, Gem. Schortens, Kr. Friesland, Niedersachsen Ev.-reformierte Kirche St. Willehad Kanzel, 1719, mit Sanduhr. A 416 AHRENSDORF, Lkr. Teltow-Fläming, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel, Holz, um 1600. Am polygonalen Korb große lebendige Evangelistendarstellungen und Spruchtafeln. Kanzeluhr, 4 Glaskolben, restauriert 2006. A 417 ALFERSHAUSEN, Markt Thalmässing, Lkr. Roth, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Martin Kanzel, 1742, mit Sanduhr von 1776. Vier Gläser, gerahmt mit Rankenwerk aus ausgeschnittenem Kupferblech, in der Bekrönung markgräfliches Wappen gemalt, Höhe 40 cm. Literatur: Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken, S. 10f.

A 418 AUERSWALDE, Lkr. Mittweida, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Ursulakirche Geschnitzte Kanzel, 1711, überarbeitet. Daneben gefasste Sanduhr von 1715.

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ANHÄNGE

A 419 BABENHAUSEN, Lkr. Darmstadt-Dieburg, Reg.-Bez. Darmstadt, Hessen Ev. Stadtpfarrkirche, ehem. St. Nikolaus Kanzel, 1594. Neben der Kanzel Nachbildung einer barocken Sanduhr. A 420 BAD WINDSHEIM, Lkr. Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, Reg.Bez. Mittelfranken, Bayern Fränkisches Freilandmuseum, Museum Kirche in Franken (Rothenburger Straße 16) Kanzeluhr, 4 Glaskolben. A 421 BASDAHL-OESE, Lkr. Rotenburg (Wümme), Niedersachsen Ev. Kirche St. Christopherus Kanzel, Holz, Ende 16. Jh., mit Gemälden der 12 Apostel und Kanzeluhr. A 422 BECHTOLSHEIM, Lkr. Alzey-Worms, Rheinland-Pfalz Simultanpfarrkirche St. Maria und St. Christopherus Die an der Kanzel angebrachte Sanduhr ist heute nicht mehr erhalten. A 423 BEHLENDORF, Kr. Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein Ev. Kirche Kanzel, 1635 gestiftet, Kanzeluhr, defekt. A 424 BERLIN-STAAKEN, Verw.-Bez. Spandau, Berlin Dorfkirche Alt-Staaken Kanzel, Holz, 1648, von dem Tischler Wilhelm Weinke nach dem Abbruch unter Verwendung des alten Kanzelfußes und der stark beschädigten Kanzelbilder 1996 rekonstruiert und in Stand gesetzt. Predigtuhr von 1585 von dem Metallrestaurator Georg Ignaszewski restauriert. Er fertigte vier neue Gläser mit einer Durchlaufzeit von 15, 20, 45 und 60 Minuten in eine neue Trägerkonstruktion und überarbeitete die Farbfassung der alten schmiedeeisernen Halterung. Deren Blätter erhielten

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eine zweite Vergoldung mit 24 Karat dreifachstarkem Naturgold. 2005 an die Kanzel montiert. A 425 BLANKENBURG, Unstrut-Hainich-Kr., Thüringen Ev. Pfarrkirche St. Bonifatius Kanzelaltar, Holz, 1744, mit Predigtuhr. A 426 BLEKENDORF, Kr. Plön, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Clara. Neben der Holzkanzel, um 1560–1570, geschmiedete Sanduhr des Rokoko. A 427 BOHMTE, Lkr. Osnabrück, Niedersachsen Ev.-luth. St. Johannis-Kirche Arenshorst Hölzerne Kanzel, Rokoko, mit Predigtuhr, 1774. A 428 BOSAU, Kr. Ostholstein, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Petrus Emporenkanzel von 1636 mit Kanzeluhr, 4 Glaskolben, gestiftet 1734. A 429 BORSFLETH, Kr. Steinfurth, Schleswig-Holstein Ev. Kirche Die Kanzel wurde von Jürgen Heitmann aus Wilster geschnitzt und 1638 von der Familie Frens gestiftet. Schmiedeeiserner Halter für eine Sanduhr, 1738 gestiftet. Das Glas fehlt. A 430 BRANDENBURG AN DER HAVEL, Kreisfreie Stadt, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche St. Gotthardt Kanzel, Sandstein, Nürnberger Werkstatt, 1623. Stiftung der Tuchmachergilde der Altstadt. Am Kanzelkorb zwischen den Figuren der Evangelisten Reliefdarstellungen aus dem Leben Jesu. Auf der Brüstung Sanduhr von 1649.

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ANHÄNGE

A 431 BRAUNSCHWEIG-BEVENRODE, Niedersachsen Ev. Kirche St. Peter und Paul Im Inventarverzeichnis von 1750 (Corpus Bonorum) wird eine Kanzel mit Sanduhr erwähnt. A 432 BRODERSBY, Kr. Schleswig, Schleswig-Holstein Ev. Kirche St. Andreas Kanzel, Holz, 1726 mit Sanduhr, 2 Glaskolben. A 433 BROEK IN WATERLAND, Holland Ev. Kirche Kanzel mit Sanduhr, 18. Jh. A 434 CELLE, Lkr. Celle, Reg.-Bez. Lüneburg, Niedersachsen Evangelisch-Reformierte Kirche Kanzel, 1700, mit Sanduhr. A 435 DEMERN, Lkr. Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Die ursprüngliche Kanzel wurde 1938 abgetragen und auf den Kanzelkorb reduziert. Erhalten blieb eine Sanduhr, die aber nicht mehr funktionstüchtig ist. A 436 DRESDEN, Sachsen Staatliche Kunstsammlungen, Mathematisch-Physikalischer Salon Kanzel-Sanduhr mit 4 Glaskolben von Jacobus Hartmann, um 1690. Inv.-Nr. D II 17.

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A 437 EINSIEDELN, Kanton Schwyz, Schweiz Stiftskirche Kanzel mit Kanzeluhr. Literartur: Salzgeber, S. 311–318.

A 438 ERFDE, Kr. Schleswig, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Maria Magdalena Kanzel von dem Wilster Meister Jürgen Heitmann, 1637. Am fünfseitigen Korb die Bilder von Schöpfung und Sündenfall, Verkündigung, Christi Geburt, Kreuzigung, Auferstehung. Sanduhr aus dem 18. Jh. A 439 ERFURT, Thüringen Volkskundemuseum (Juri-Gagarin-Ring 140 a) Kanzeluhr von 1776. A 440 ESCHBACH, Stadt Usingen, Hochtaunuskr., Reg.-Bez. Darmstadt Hessen Ev. Pfarrkirche Kanzel an der Nordwand unter stuckiertem Bogen, Kanzeluhr, 19. Jh. A 441 FLENSBURG, Schleswig-Holstein Ev. Kirche St. Marien Hinrich Mattes, Kanzel, 1579. Stiftung des Ehepaares Nacke. Auf der Brüstung Kanzeluhr mit 4 Gläsern, Anfang 18. Jh. A 442 FRAUENSTEIN-BURKERSDORF, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel und Schalldeckel 1620, zwischen freistehenden Säulen gemalte Darstellung von Christus und den Evangelisten. Stundenglas mit vier Glaskolben.

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ANHÄNGE

A 443 FRIESAU, Gem. Ebersdorf, Saale-Orla-Kr., Thüringen Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Leonhard und Nikolaus Kanzelsanduhr mit 4 Gläsern. A 444 GÖRLITZ, Lkr. Görlitz, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Peterskirche Kanzel mit Uhr. Literatur: Faßbender, S. 54.

A 445 GROSSHARTMANNSDORF, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Joh. Friedr. Lücke, freistehende vasenförmige Kanzel aus Sandstein, mit Baldachin und Sanduhr, 1738 (sign., dat.). A 446 GROSS-SCHÖNAU, Lkr. Löbau-Zittau, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Engel, der eine Sanduhr hält, wohl von einer Kanzel, 1747. A 447 GRÜNSTADT, Lkr. Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz Ev. Friedenskirche, ehem. reformierte Pfarrkirche An der Kanzel Predigtuhr in Messinggehäuse mit 4 Glaskolben, um 1730 (aus der im Krieg zerstörten ev. Pfarrkirche St. Martin), restauriert 2006, gestiftet von Hubert Schneider und Bernd Zahn. A 448 HAMBURG-BERGEDORF Ev. Kirche St. Petri und Pauli Kanzel, 1586 von Magdalena von Stiten gestiftet. Sanduhr mit 4 Glaskolben an der Rückseite der Kanzel, nicht mehr vorhanden. Literatur: Hoffmann/Lindemann, Kirchen in Stadt und Land.

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A 449 HEILGERSDORF, Stadt Seßlach, Lkr. Coburg, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche Zentrale Kanzel über dem Altar, Sanduhr im goldenen Gehäuse, 1753. A 450 HIMMELKRON, Lkr. Kulmbach, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Stiftskirchenmuseum Kanzelsanduhr mit vier Glaskolben, die bis 1976 an der Kanzel der ev. Pfarrkirche (ehem. Klosterkirche) hing. Sie wurde 1645 gefertigt und 1724 von dem Lanzendorfer Schmiedemeister Hirschmann am neuen Kanzelaltar montiert. (Mitteilung von Helmuth Meißner, Himmelkron). A 451 HOLZHAUSEN, Stadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kr., Reg.Bez. Kassel, Hessen Ev. Kirche, ehem. St. Bonifatius Stundenglas von 1741 aus dem Vorgängerbau. A 452 JÜCHSEN, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Ev. Kirche St. Peter und Paul Kanzel, Stein, mit Nischenfiguren der vier Evangelisten, um 1630. Schmiedeeiserne Sanduhr, datiert 1749, mit Ornamenten verziert. A 453 KIRCHBARKAU, Kr. Plön, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Katharina Kanzelleuchterarm mit Sanduhr, Messing, mittleres 17. Jh. A 454 KIRCHENLAMITZ, Lkr. Wunsiedel, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Michael Kanzel aus der alten Kirche, 1687. Sanduhr, 1720 von Bürgermeister Michael Kögler gestiftet. Literatur: Die Kunstdenkmäler in Oberfranken, S. 140.

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ANHÄNGE

A 455 KIRCHHEIMBOLANDEN, Donnersbergkr., Rheinland-Pfalz Ehem. luth. Schloßkirche, jetzt ev. Pfarrkirche St. Paul (Pauluskirche) Altar mit eingebauter Kanzel, Kanzeluhr. Literatur: Wasem, S. 113–115.

A 456 KLEINMACHNOW, Lkr. Potsdam-Mittelmark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel auf kegelförmigem steinernen Fuß, wohl aus der Bauzeit der Kirche, hölzerner polygonaler Korb mit Ecksäulchen, um 1600. Auf der Brüstung Stundenglas, 1711, ausgelagert. A 457 KÖNIGSBERG, Lkr. OstPrignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzel, Holz, 1630, Sanduhr neben der Kanzel. A 458 KOPENHAGEN, Dänemark Deutsch-Französische Reformierte Kirche Kanzel mit Kanzeluhr. A 459 KRONBERG IM TAUNUS, Hochtaunuskr., Reg.-Bez. Darmstadt, Hessen Ev. Pfarrkirche St. Johannes Baptista (Friedrich-Ebert-Straße 18) Kanzel mit Sanduhr, 1. Viertel des 17. Jahrhunderts, Stiftung des Hermann von Cronberg und seiner Frau Anna Sidonie Brömser. A 460 KULMBACH, Lkr. Kulmbach, Reg.-Bez. Oberfranken, Bayern Ev. Friedhofskirche St. Nikolai Hans Georg Brenck, Kanzel, 1670, am polygonalen Korb Salvator mundi, auf dem Deckel Engel mit Stundenglas.

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A 461 LABRUN, Verw.-Gem. Annaburg-Prettin, Lkr. Wittenberg, Reg.-Bez. Dessau, Sachsen-Anhalt Ev. Peter und Pauls Kirche Barockes Stundenglas [ehem. zur Kanzel, derzeit beim Restaurator], frühes 18. Jh. A 462 LANGENHORN, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Laurentius Kanzel, 1684, polygonaler Korb erkerartig an kurzer Brüstung, gegliedert durch gedrungene Freifiguren der Apostel und Reliefs mit christologischen Szenen zwischen Akanthusbogen und -kartuschen. Zugehöriger sechsseitiger Schalldeckel, darauf Putten, die Arma Christi haltend, und über Tod und Teufel triumphierender Christus. An der Kanzelrückwand Relief Gottvaters zwischen zwei Engeln, die den Schalldeckel halten. Kanzeluhr von 1839, Ziffernscheibe. A 463 LANGENNAUNDORF, Stadt Uebigau, Lkr. Elbe-Elster, Brandenburg Ev. Dorfkirche Polygonale Kanzel, 1726. An der Brüstung in flachbogigen Nischen Gemälde der Evangelisten zwischen gedrehten Säulchen. Vierfache Sanduhr mit bekröntem Doppeladler. Schalldeckel mit Volutenspangen. Am Kanzelaufgang und am anschließenden Beichtstuhl durchbrochene Flachschnitzerei und zwei Gemälde: Gleichnis vom verlorenen Sohn sowie Pharisäer und Zöllner. A 464 LEBUSA, Lkr. Elbe-Elster, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzelaltar, marmorierend gefasster Sandstein, Korb und Schalldeckel Holz, inschriftlich 1726. Ungewöhnlich monumentaler steiler Pilasteraufbau mit gesprengtem Volutengiebel. Der geschweifte Kanzelkorb mit reichem Schnitzwerk und Engelsköpfchen, der Schalldeckel mit Troddeln und Flammenvase. Vierfache Sanduhr. A 465 LINDOW (MARK), Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Stadtpfarrkirche

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ANHÄNGE

In der Mitte der Kirche Kanzelaltar. Auf der Kanzelbrüstung Sanduhr, ca. 1760. Vier Glaskolben. A 466 LUDWIGSDORF, Niederschlesischer Oberlausitzkr., Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Stadt Görlitz, Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel, Holz, mit den farbig gefassten Figuren des Mose und der Evangelisten zwischen Holzsäulen, 2. Hälfte des 17. Jhs. Seitlich Kanzeluhr aus dem 17. Jh., nur das Gehäuse vorhanden. A 467 MARKERSBACH, Lkr. Aue-Schwarzenberg, Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Pfarrkirche Farbig gefasste Holzkanzel mit Schalldeckel, bez. 1610. Der von einer Säule getragene polygonale Korb mit kleinen, figurierten Säulen und Beschlagwerkornamentik sowie figürlich bemalten Brüstungsfeldern. Sanduhr. A 468 MARKTBREIT, Lkr. Kitzingen, Reg.-Bez. Unterfranken, Bayern Ev. Kirche St. Nikolaus Kanzel, 1737, mit Predigtuhr. A 469 MATZLOW, Lkr. Parchim, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel mit vierteiliger Kanzeluhr, Mitte 18. Jh. A 470 MEDEWITZ, Lkr. Potsdam-Mittelmark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Kanzelaltar, Holz, um 1713, mit seitlichen Durchgängen und Sanduhr. Der polygonale Korb zwischen Säulen, die den Schalldeckel tragen, darüber gesprengter Giebel, schmale Akanthuswangen, unter dem Korb Abendmahlsbild.

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A 471 MEISSEN, Große Kreisstadt, Reg.-Bez. Dresden, Sachsen Dom, Museum Kanzeluhr, vier Gläser, um 1700, Messing, Schmiedeeisen, vergoldet, Nürnberg. Aus dem Dom St. Johannis Ev. und St. Donatus, Meißen. A 472 MISSELWARDEN, Lkr. Cuxhaven, Niedersachsen Ev. Kirche St. Katharinen Auf der Kanzel von Michael Ringkmacher (1630) steht eine Kanzeluhr aus dem Jahr 1754. A 473 MÜGELN-SCHWETA, Lkr. Torgau-Oschatz, Reg.-Bez. Leipzig, Sachsen Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Andreas Die Kanzel (ca. 1753) in einem reich ornamentierten, nischenartigen Aufbau mit barocken Pilastern und einer geschwungenen Verdachung über dem Schalldeckel. Sanduhr in prächtiger schmiedeeiserner Aufhängung. A 474 MÜNCHEBERG, Lkr. Märkisch-Oderland, Brandenburg Museum Kanzeluhr aus der Ev. Dorfkirche in Garzin. A 475 NEUHAUSEN-CÄMMERSWALDE, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Pfarrkirche Hohe Kanzel aus Holz von 1706, die Sanduhr von 1678. A 476 NEUKIRCHEN, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche St. Johannes Kanzel von 1682, aus der Werkstatt von Peter Petersen II. aus Tondern. An der Kanzel Sanduhr mit einem schmiedeeisernen Volutenarm, 1750.

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ANHÄNGE

A 477 NÜRNBERG, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Germanisches Nationalmuseum 2 hölzerne Predigeruhren, Inv.-Nr. WI 1998 und WI 649. Literatur: Tebbe, Zeitzeugen, S. 2f.

A 478 NÜRNBERG, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Germanisches Nationalmuseum 4 Predigeruhren mit Messingfassung, Inv.-Nr. WI 647, WI 648, WI 652, ohne Inv.-Nr. Literatur: Tebbe, Zeitzeugen, S. 2f.

A 479 NÜRNBERG, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Germanisches Nationalmuseum Johann Lorenz Wernberger (1700–1767), In Silber gefasste Predigeruhr aus St. Leonhard in Nürnberg, ohne Inv.-Nr. Literatur: Tebbe, Zeitzeugen, S. 2f.

A 480 NÜRNBERG, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern St. Sebald Johann Jakob Rösch (1733–1812), Sanduhr mit 4 Glaskolben und einem mit durchbrochenen Rocaillen reich verzierten Gehäuse, Nürnberg, 1781. Schenkung der Familie Holzschuher. Literatur: Tebbe, Zeitzeugen, S. 2f.

A 481 NÜRNBERG, Reg.-Bez. Mittelfranken, Bayern Nicht näher bezeichneter Nürnberger Kirchenbesitz Johann Philipp Höfler (Meister 1685/1626, gest. 1722), Silberne Predigeruhr. Gehäuse mit getriebener Rankenornamentik, vier Glaskolben, Nürnberg, Anfang 18. Jh. Literatur: Tebbe, Zeitzeugen, S. 2f.

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A 482 OBERMICHELBACH, Lkr. Fürth, Reg.-Bez. Mittelfranken Ev. Pfarrkirche Hl. Geist, ehem. St. Jakobus Kanzel, 1702. Das Inventarverzeichnis von 1824 nennt noch eine kunstvolle Sanduhr für die Kanzel, die heute nicht mehr vorhanden ist. OESE s. Basdahl-Oese A 483 OPHERDICKE, Kr. Unna, Reg.-Bez. Arnsberg, Westfalen Ev. Pfarrkirche Fünfseitige Kanzel von 1690, Holz, bis 1848 auf der Brüstung eine Sanduhr. A 484 PATZIG, Lkr. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche Kanzel, Holz, 1. Hälfte 17. Jh. Die Brüstung des polygonalen Korbes architektonisch, die des Aufganges durch Rautenfelder gegliedert. Am Schalldeckel durchbrochene Beschlagwerkkompartimente. Der Aufgang wohl im 18. Jh. durch Teile eines Uhrgehäuses aus der Zeit um 1650 erweitert, auf der Tür Lutherbild. A 485 PELARNE, Schweden Ev. Kirche Kanzel mit Sanduhr, 4 Kolben, 18. Jh. A 486 PLANITZ, Gem. Käbschütztal, Lkr. Meißen-Radebeul, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Meißen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzelaltar, Holz, 1727. Der polygonale Korb und der die Gesetzestafeln tragende Schalldeckel reich mit Schnitzereien verziert. Auf der Kanzel Sanduhr, 18. Jh.

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ANHÄNGE

A 487 QUERFURT, Saalekr., Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Museum (Burg) Kanzeluhr, ca. 1716, Inv.-Nr. V 246. A 488 REGENSBURG, Reg.-Bez. Oberpfalz, Bayern Ev. Neupfarrkirche (Neupfarrplatz 1) Kanzel mit Predigtuhr. A 489 REINSBERG-BIEBERSTEIN, Lkr. Freiberg, Reg.-Bez. Chemnitz, (jetzt: Lkr. Mittelsachsen), Sachsen Ev. Pfarrkirche Kanzel mit Schalldeckel aus Lindenholz, bez. 1743, die Sanduhr ebenfalls aus dieser Zeit. A 490 RERIK, Lkr. Bad Doberan, Mecklenburg-Vorpommern Ev. Kirche St. Johannis Kanzel, 1751/1752, Schalldeckel mit bekrönendem Pelikan, vierteilige Kanzeluhr. A 491 RODENHAUSEN, Gem. Lohra, Lkr. Marburg-Biedenkopf, Reg.Bez. Gießen, Hessen Ev. Kirche Kanzel mit Sanduhr, 1700. A 492 SACHSENBERG, Stadt Lichtenfels, Lkr. Waldeck-Frankenberg, Reg.-Bez. Kassel, Hessen Ev. Kirche, ehem. St. Maria und St. Lukas, Neubau 1770–1772. Reicher Kanzelaltar von J. W. Brützel, 1708. Auf dem Schalldeckel der Auferstandene, im Auszug der Gekreuzigte. Vierteilige Kanzelsanduhr.

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A 493 ST. PETER ORDING, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Petrus Kanzel des Eiderstedter Typs, um 1565/1570, ohne Reliefs, mit Kanzeluhr. A 494 SCHAFFHAUSEN-BUCHTHALEN, Schweiz Pfarrkirche (Windeggstraße)

Kanton

Schaffhausen,

Reich geschnitzte Kanzel, 1705, mit geschmiedetem Stundenglashalter, mit Wappen des ersten Pfarrers (Stifters), Hans Jakob I. Entlibucher. A 495 SCHIFFELBACH, Stadt Gemünden (Wohra), Lkr. Waldeck-Frankenberg, Reg.-Bez. Kassel, Hessen Ev. Kirche Kanzel mit Sanduhr, 1700/1701. A 496 SCHWABSTEDT, Kr. Nordfriesland, Schleswig-Holstein Ev. Kirche, ehem. St. Jakobus Kanzel, Holz, 1606, Stiftung Herzog Ulrichs, aus der Werkstatt von H. Peper, Rendsburg. Erkerartiger Hängekorb am Ende einer kurzen Zugangsempore, durch Ecksäulen und Hermenpilaster gegliedert, mit gut geschnitzten, rundbogigen Reliefs (Sündenfall, Verkündigung, Geburt Christi, Trauer der Frauen unter dem Kreuz, Auferstehung) und großem Stifterwappen im Mittelfeld mit Motto des Hosenbandordens. Schalldeckel mit Rollwerkaufsätzen. Pilasterflankierte Kanzeltüre. An der Kanzelbrüstung Predigtuhr mit vier Gläsern für 15, 20, 24 und 30 Minuten, Sand aus feingemahlenen Eierschalen. A 497 SOMMERHAUSEN, Lkr. Würzburg, Reg.-Bez. Unterfranken, Bayern Ev. Kirche St. Bartholomäus Kanzel, Holz, 1621, von Georg Brenck d. Ä. Predigtuhr.

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ANHÄNGE

A 498 STADTHAGEN, Lkr. Schaumburg Lippe, Niedersachsen Ev. Stadtpfarrkirche St. Martini Bemerkenswerte Kanzel, um 1600 Brüstung mit Evangelistenreliefs vor Landschafts- und Architekturkulisse. Die rahmenden Arkaden kühn mit Rollwerkformen durchsetzt. An der Sockelzone des Kanzelkorbes Medaillons mit vollplastischen Kriegshäuptern. Am Kanzelaufgang Brustbild des Weltenrichters. Predigtuhr. A 499 STERNHAGEN, Gem. Röpersdorf/Sternhagen, Lkr. Uckermark, Brandenburg Ev. Dorfkirche Hölzerner Kanzelaltar mit aufwendigem Akanthusschmuck und geschnitzten Altarschranken von 1729. Seitlich des Kanzelkorbs mit Engelsköpfen und Voluten je zwei korinthische Säulen, die das reich geschnitzte Gebälk und den von Strahlenglorie mit Trinitätsdarstellung bekrönten durchbrochenen Segmentbogengiebel tragen. An der Kanzel schmiedeeiserne Sanduhr von 1741. A 500 STOCKHOLM, Schweden Storkykyrkan Kanzel, 1698, mit Stundenglas, 4 Glaskolben. A 501 TORGAU, Lkr. Torgau-Oschatz, Reg.-Bez. Leipzig, (jetzt: Lkr. Nordsachsen), Sachsen Ev. Marienkirche, Stadtkirche (Wintergrüne 1) Reich geschnitzte Kanzel, bez. 1582, von Georg Wittenberger, 1692/93, zum Teil umgestaltet von Gottfried Fischer und von Nikolaus Beseler mit weiterem figuralen Schmuck versehen. Restaurierung 1972–74. An der Brüstung in Blendnischen Relieffiguren der Evangelisten, das Ornament mit Beschlagwerk und Grotesken. Sanduhr. Der Aufgang mit Säulenportal, im halbrunden Abschluss Gemälde des Guten Hirten und Luthers. Der Salvator mundi wurde 1973 auf den Schalldeckel aufgesetzt. A 502 TORNOW, Stadt Wusterhausen/Dosse, Lkr. Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg Ev. Dorfkirche

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Kanzelaltar mit barocker Sanduhr, 1706, restauriert 1996. Am fünfseitigen Korb Gemälde Christi und der Evangelisten, darunter Abendmahlsbild. Auf der Kanzeltür Mose. A 503 UELSEN, Lkr. Grafschaft Bentheim, Niedersachsen Ref. Kirche St. Wehrenfried Kanzel, um 1640, mit Gelbgusspult und Stundenglas. A 504 ÜTERSEN, Kr. Pinneberg, Schleswig-Holstein Ev. Pfarr- und Stiftskirche Die aus dem 16. Jh. stammende Predigtuhr am Kanzelaltar (1748/1749) wurde 1984 zerstört. A 505 UPPSALA, Schweden Dommuseum im Dom Kanzeluhr, 18. Jh. A 506 VRIGSTAD, Schweden Ev. Kirche Kanzel, 17. Jh., mit Sanduhr von 1756. A 507 WEITERSHAUSEN, Stadt Gladenbach, Lkr. Marburg-Biedenkopf, Reg.-Bez. Gießen, Hessen Ev. Kirche Kanzel mit Sanduhr, 1700. A 508 WERBEN, Lkr. Stendal, Reg.-Bez. Magdeburg, Sachsen-Anhalt Ev. Kirche St. Johannis, urspr. St. Marien und Johannis Baptista (Kirchplatz) Kanzel, Sandstein, inschriftlich 1602 von Michael Spies in Magdeburg, 1968 restauriert. Kanzeluhr von 1717.

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ANHÄNGE

A 509 WOLFENBÜTTEL, Lkr. Wolfenbüttel, Niedersachsen Ev. Pfarrkirche St. Johannis Kanzel, Holz, 1595. Mose als Trägerfigur, am säulengegliederten Kanzelkorb Gemälde der vier Evangelisten, auf dem fünfeckigen Schalldeckel Putti und der Auferstandene. Links hinter dem Prediger Kanzeluhr, 4 Gläser, 18. Jh. A 510 WROCLAW (Breslau), Schlesien, Polen Friedenskirche Viergläserige Kanzeluhr. A 511 ZITTAU, Lkr. Löbau-Zittau, Reg.-Bez. Dresden, (jetzt: Lkr. Görlitz), Sachsen Ev. Frauenkirche (Hammerschmiedstraße) Kanzel, Holz, bez. 1619. Neben der Kanzel auf einer Konsole ein Engel mit Stundenglas und Schild, bez. 1647. A 512 ZWICKAU, Reg.-Bez. Chemnitz, Sachsen Ev. Dom St. Marien (Domhof) Kanzel, Sandstein, 1538, vom Steinmetz Paul Speck. Das architektonisch gegliederte Portal am Kanzelaufgang sowie die Brüstungen von Treppenaufgang und Kanzelkorb mit Grotesken, Pilastern und Balustersäulchen. Der Korb auf einer Säule mit plastischem Rautenornament und reich verziertem Kapitell, mit Anklängen an gotische Schmuckelemente. Die Tonmedaillons am Portal und am Treppenhandlauf mit Portraitbüsten von Johann Elsesser um 1560 eingelassen. Die Apostel- und Evangelistenbilder an den Brüstungen, die Bilder der Stifter, des Gekreuzigten und Johannes d. T. an der nördlichen Seitenwand des Portals 1591 angebracht. Der Schalldeckel mit Laterne und dem Auferstandenen 1651 von Carl Bose gestiftet. Kanzel 1960 neu gefasst. Stundenglas von 1490.

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LITERATUR

Als Frieden möglich war. 450 Jahre Augsburger Religionsfrieden. Begleitband zur Ausstellung im Maximilianmuseum Augsburg [16.6.–16.10.2005]. Hrsg. von Carl A. Hoffmann [... u. a.], Regensburg 2005. BAUER, Joachim: Der Kampf um das »wahre« Luthertum. Jena und Wittenberg 1548, in: Das Interim 1548/50. Herrschaftskrise und Glaubenskonflikt. Hrsg. von Luise Schorn-Schütte (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 203), Gütersloh 2005, 277– 291. BAUERREISS, Romuald: Pie Jesu. Das Schmerzensmann-Bild und sein Einfluss auf die mittelalterliche Frömmigkeit, München 1931. Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Im Auftrage der Regierungen von Sachsen-WeimarEisenach, Sachsen-Meiningen und Hildburghausen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt, Reuss älterer Linie und Reuss jüngerer Linie bearb. von P[aul] Lehfeldt. - Heft XVIII: Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Amtgerichtsbezirk Weimar, Jena 1893. - Heft XXV: Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Amtsgericht Weida, Jena 1897. BECHTER, Barbara: Ev. Stadtkirche St. Marien und Laurentin zu Lauenstein (DKV-Kunstführer Nr. 581/0), München o. J. BEDA Venerabilis: In lucae evangelium expositio, in: Migne, Patrologia latina 93, Paris 1862, 301–634. BETHE, Hellmuth: Die Kunst am Hofe der pommerschen Herzöge, Berlin 1937. BETHE, Hellmuth: Eine unbekannte Bildniszeichnung Herzog Philipps I., in: Monatsblätter der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde 47 (1933), 187–191. BIERENDE, Edgar: Demut und Bekenntnis – Cranachs Bildnisse von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, in: Johann Friedrich I. – der lutherische Kurfürst. Hrsg. von Volker Leppin, Georg Schmidt und Sabine Wefers (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 204), Gütersloh 2006, 327– 357. BLANKE, Fritz: Ikonographie der Reformationszeit. Fragen um ein Cranach-Bild, in: Theologische Zeitschrift 7 (1951), 467– 471. BORCHERS, Walter: Pommersche Geschichte im Spiegel gewirkter Wandbehänge, in: Zeitschrift für Ostforschung. Länder und Völker im östlichen Mitteleuropa 2 (1953), 178–189.

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REGISTER (eine einfache Zahl verweist auf die Seite im Text, ein A + Zahl auf die Nummer in den Anhängen)

I:

ORTE

II:

P ERSONEN

III:

BILDMOTIVE

IV:

BIBELZITATE

a. Hebräisch(e Schriftzeichen) b. Latein c. Deutsch V:

SONSTIGE ZITATE

I: ORTE Accum A 415 Ahrensberg A 273 Ahrensdorf A 416 Alfershausen A 417 Altheim (Alb) A 236 Alt-Staaken s. Berlin-Staaken Ansbach A 67 Arnsburg A 408 Aschersleben A 302 Asperg A 196 Auerswalde A 418 Augsburg 61 Ausleben A 186 Apolda A 110 Baben A 170 Babenhausen A 275, A 419 Bad Berneck im Fichtelgebirge A 131 Bad Freienwalde/Oder A 384 Badrina A 368

Bad Salzelmen A 311 Bad Schandau A 143 Bad Tennstedt A 105 Bad Windsheim A 420 Bandelow A 149 Bardenitz A 316 Barleben A 188 Barmstedt A 162 Basdahl-Oese A 421 Basdorf A 126 Bautzen A 93 Bebenhausen A 349 Bebertal I A 125 Bechtolsheim A 422 Beesdau A 212 Behlendorf A 423 Belgershain A 313 Bendeleben A 52 Berge A 49, A 378 Bergedorf s. Hamburg-Bergedorf

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REGISTER

Bergen A 409 Bergkirchen A 116 Berkholz A 244 Berlin A 246, A 335 Berlin-Staaken A 424 Bernau A 221 Berssel A 135 Bevenrode s. Braunschweig-Bevenrode Bieberstein s. Reinsberg-Bieberstein Blankenburg A 425 Blekendorf A 426 Blumenow A 385 Bobenneukirchen s. Bösenbrunn-Bobenneukirchen Bockau A 375 Bodenburg A 138 Bodstedt A 231 Bösenbrunn-Bobenneukirchen A 247 Bohmte A 427 Boitzenburg A 359 Bosau A 428 Borsfleth A 429 Brandenburg an der Havel A 325, A 327, A 335, A 430 Brand-Erbisdorf A 201 Braunschweig 48, 60, A 288, A 307 Braunschweig-Bevenrode A 431 Breslau s. Wroclaw Bristow A 219 Brockwitz s. Coswig-Brockwitz Brodersby A 432 Broek in Waterland A 433 Bruck s. Erlangen-Bruck Buchthalen s. Schaffhausen-Buchthalen Bützow A 61 Burg A 44, A 323 Burgscheidungen 51, A 24 Burkersdorf s. Frauenstein-Burkersdorf Buxtehude A 199 Cämmerswalde s. Neuhausen-Cämmerswalde Calau A 36 Celle A 104, A 434 Chemnitz A 364

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Clausthal-Zellerfeld A 179 Colditz 32 Coswig-Brockwitz A 393 Crimmitschau A 356 Crivitz A 69 Curslack s. Hamburg-Curslack Dahlen A 14 Dahlenburg A 195 Dallmin A 151 Damgart en s. Ribnitz-Damgarten Dehlitz A 217 Delitzsch A 324 Demern A 435 Dessau 50, A 1, A 3 Deutenkofen A 278 Dillingen an der Donau A 279 Döben s. Grimma-Döben Dommitzsch A 382 Donaustauf A 395 Dresden A 22, A 203, A 207, A 252, A 436 Eckartsberga A 106 Eicha A 122 Einsiedeln A 437 Eisleben A 45 Eixen A 397 Eldena 54, 56 Elstra A 266 Elterlein A 358 Erfde A 438 Erfurt A 439 Erlangen-Bruck A 119 Erxleben A 328 Eschbach A 440 Ettersburg 51, A 1 Fahretoft A 89 Falken A 47 Felchow A 77 Ferchlipp A 235 Finsterwalde A 56 Finstingen 67 Flechtingen 66, A 17

I . O RT E

Flensburg A 441 Förderstedt A 190 Frauenstein-Burkersdorf Freiberg A 202 Frenghofen A 386 Fretzdorf A 141 Friesau A 443

A 442

Gardelegen A 351 Garmisch A 413 Garz A 157 Garzin A 474 Gehren A 152 Geithain A 214 Gera A 55 Gestungshausen A 171 Giebelstadt A 35 Glashütte A 203 Gleichamberg A 178 Glesien A 319 Göritz A 274 Görlitz A 444 Göttingen (Stadt Langenau) A 233 Goldberg s. Złotoryja Gorsleben A 237 Gotha 63 Grafenkirchen A 387 Greene A 150 Greifswald 11, 13, 37, 40, 45f., 48, 50-54, 59, 68f. Griesheim A 98 Grimma-Döben A 29 Grimmen A 248 Groppendorf A 118 Großbardau-Kleinbardau A 100 Großgöhren A 257 Großhartmannsdorf A 445 Groß Kölzig A 383 Großkorbetha A 312 Groß Machnow A 337 Großmehlen A 223 Groß Mohrdorf A 153 Großolbersdorf A 88 Groß-Schönau A 145, A 446 Groß Schwarzlosen A 159

Großthiemig A 226 Großvargula A 48 Grünstadt A 447 Güstrow A 211 Gulow A 329 Hachelbich A 315 Hadmersleben A 108, A 314 Hahnbach A 412 Hainichen A 240 Halberstadt A 213, A 291, A 350 Haldensleben A 109 Halsbrücke-Krummenhennersdorf A 207 Hamburg 60, A 80 Hamburg-Bergedorf A 448 Hamburg-Curslack A 193 Hamburg-Ochsenwerder A 225 Hardegsen A 183 Hechthausen A 83 Heilgersdorf A 449 Helmstedt 51, A 21, A 115 Hennstedt A 101 Herges-Hallenberg A 167 Herzberg/Elster A 326 Hettstedt A 13 Hetzdorf A 305 Himmelkron A 450 Höckendorf A 371 Hörgertshausen A 414 Hörmannshofen A 238 Höselhurst A 348 Hohengöhren A 344 Hohenkuhnsdorf A 318 Hohensaaten A 304 Hohlstedt A 148 Hohn A 357 Holleben A 308 Holzhausen A 451 Holzkirch A 260 Hornburg A 58 Hooksiel A 102 Hülsede A 309 Ildehausen A 33 Ilsenburg A 293

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REGISTER

Inningen A 346 Iven A 269 Jasenitz 13, 14 Jena 37, 38, 61, 63, 67 Jüchsen A 452 Jüterbog A 366 Kahren A 317 Kaltenlengsfeld A 287 Kemmen A 91 Kenz A 139 Kiel A 154 Kietz A 155 Kippenheim A 208 Kirchbarkau A 453 Kirchenlamitz A 454 Kirch Grubenhagen A 156 Kirchhaslach A 232 Kirchheimbolanden A 455 Kläden A 32 Kleinalsleben A 132 Kleinbardau s. Großbardau-Kleinbardau Klein Haßlow A 173 Kleinmachnow A 456 Kleinwerther A 34 Klimmach A 267 Klobbicke A 78 Klosterfelde A 127 Kloster-Mödingen A 262 Kölleda A 74 Königsberg A 457 Königsfeld A 84 Kohren-Salis-Rüdigsdorf A 363 Kopenhagen A 458 Krieschow A 120 Kromolin A 18 Kronberg im Taunus A 459 Kroppenstedt A 123 Krumpa (Geiseltal) A 297 Kürbitz A 76 Kulmbach A 460 Labrun Langen

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A 461 A 28

Langenhorn A 462 Langennaundorf A 463 Langenpreising A 410 Langenzenn A 75 Lassan A 263 Lauenstein A 25 Lauter/Saale A 206 Lebusa A 464 Leiha A 184 Leisnig A 240 Leisnig-Tragnitz A 374 Lich A 408 Lichtenhagen A 197 Limbach A 96 Limbach-Oberfrohna s. Wolkenburg/Kaufungen Lindenberg A 97, A 338 Lindow A 62 Lindow (Mark) A 465 Lochauer Heide 20 Löbnitz A 370 Lorenzkirch A 5 Lubin A 73 Luckau A 107 Luckow-Petershagen s. Petershagen Ludwigsdorf A 373, A 466 Lübben/Spreewald A 222 Lübbenow A 10 Lübeck A 7, A 411 Lüben s. Lubin Lüneburg A 322 Lützlow A 71 Lugau/Erzgebirge A 204 Lutherstadt Eisleben s. Eisleben Magdeburg A 321 Mansfeld A 281 Maria-Rain A 224 Markau A 271 Markersbach A 467 Markgröningen A 194 Marktbreit A 468 Markt Erlbach A 68 Marnitz A 90 Matzlow A 469

I . O RT E

Maxen A 79 Medewitz A 470 Meesiger A 144 Meißen 21f., 25, 31, A 298, A 471 Merseburg A 352 Merzdorf A 381 Metzelthin A 389 Meuselwitz A 117 Milkel A 234 Mindelheim A 276 Minden A 43 Misselwarden A 472 Mittweida A 111 Mitwitz A 295 Mödingen s. Kloster-Mödingen Mölln 48 Mönchsdeggingen A 403 Molschleben A 30 Moosthann A 395 Mügeln-Schweta A 473 Mühlberg/Elbe 11, 20, 23, 29, 30, 33, 37, A 54 Mühlen Eichsen A 253 Müncheberg A 474 Münsterberg s. Zie˛bice Münsterhausen A 249 Mupperg A 164 Naumburg 32, 38 Naundorf-Hohenwussen A 300 Neckarweihingen A 301 Neubrandenburg 51, A 23 Neuendorf am Damm A 175 Neuenstein A 181 Neugersdorf A 401 Neuhausen-Cämmerswalde A 475 Neukirch A 347 Neukirchen A 270 Neukirchen (Nordfriesland) A 476 Neustadt an der Aisch A 59 Neuwerk s. Rendsburg-Neuwerk Neuzelle A 227 Nieden A 251 Niederlichtenau A 57 Niederndodeleben A 333

Nordhackstedt A 340 Nordhausen A 192 Nürnberg A 477, A 478, A 479, A 480, A 481 Oberammergau A 402 Obergermaringen A 277 Oberlungwitz A 180 Obermedlingen A 345 Obermichelbach A 482 Obernbreit A 134 Obernkirchen A 94 Oberostendorf A 259 Oberschöna-Kleinschirma A 209 Oberteutschenthal s. Teutschenthal Oberursel (Taunus) A 283 Ochsenwerder s. Hamburg-Ochsenwerder Oberwünsch A 37 Oese s. Basdahl-Oese Oettingen in Bayern A 230 Oldenburg A 53 Opherdicke A 483 Oppenheim 67 Ortelsburg s. Szczytno Oschersleben A 106 Osterbruch A 331 Osterode am Harz A 27 Osterweddingen A 158 Osterwieck A 310, A 353 Otterndorf A 86 Ottobeuren A 272 Parey A 142 Parkstein A 404 Passau 62, A 390 Patzig A 484 Pelarne A 485 Petersdorf A 39 Petershagen A 220 Pilgramsreuth A 129 Planitz A 391, A 486 Plau A 95 Plauen A 256 Podelwitz A 367 Pödelist A 41

243

REGISTER

Saal A 342 Sachsenberg A 492 Salzwedel 66, A 9, A 16 Sangershausen A 330 St. Alban A 239 St. Anton A 264 St. Peter Ording A 493 Quedlinburg A 72, A 169, A 265, 280 Schaala A 31 Querfurt A 334, A 487 Schaffhausen-Buchthalen A 494 Schaprode A 341 Radeberg A 174 Scharlibbe A 242 Radeburg A 258 Schedlau s. Szydlowiec S´la˛ski Rappin A 343 Scherneck A 92 Rasdorf A 282 Schiffelbach A 495 Regensburg A 392, A 488 Schirgiswalde A 396 Reichenbach/Oberlausitz A 379 Schlichting A 172 Reichenberg A 66 Schnaitheim A 255 Reinbek A 82 Schönau s. Kromolin Reinhardsbrunn A 55 Schönberg A 166 Reinsberg-Bieberstein A 489 Schöningen A 67 Reinsberg-Dittmannsdorf A 215 Schwabstedt A 496 Reinsdorf A 243 Schwarzenberg A 360 Rendsburg-Neuwerk A 133 Schwei A 64 Rerik A 490 Schweinfurt A 130 Rethwisch A 191 Schwerin A 210 Reuden A 147 Schweta s. Mügeln-Schweta Rheinsberg A 365 Seebach A 40 Rhinow A 176 Seehausen (Altmark) A 294 Ribnitz-Damgarten A 261 Słupsk (Polen) 51, 52, 67, A 42 Riddagshausen A 70 Sommerhausen A 495 Rochlitz A 93 Staaken s. Berlin-Staaken Rodenhausen A 491 Rodenkirchen s. Stadland-Rodenkirchen Stadland-Rodenkirchen A 200 Stadthagen A 498 Röhrsdorf A 364 Stadtroda A 103 Römhild A 122 Stapelburg A 292 Roga A 218 Stegelitz A 245 Rohrbeck A 380 Steinbach-Hallenberg A 286 Rohrberg A 128 Steinmocker A 38 Roth A 354 Rothenburg ob der Tauber 51, A 26, A 140 Stendal A 284 Sternhagen A 499 Rott am Inn A 407 Stettin 14, 54, 55, 57 Rottenbuch A 400 Stockholm A 500 Rudolstadt A 85 Stollberg/Erzgebirge A 369 Rüdigsdorf s. Kohren-Salis-Rüdigsdorf Stolp (Pommern) s. Słupsk Stralsund A 51 Pomssen A 361 Possendorf A 372 Prettin 51, A 12 Pronstorf A 406 Pulsnitz A 216

244

I . O RT E

Strehla A 6 Swantow A 339 Szczytno A 163 Szydlowiec S´la˛ski

A 60

Tangermünde A 65 Tarthun A 121 Taubenheim A 22 Teutschenthal A 4 Thallwitz A 5 Thulendorf A 198 Todenweis A 268 Tönning A 388 Tønder 48, A 124, A 476 Tondern s. Tønder Torgau 38, 45, A 210, A 299, A 501 Tornow A 502 Tragnitz s. Leisnig-Tragnitz Uelsen A 503 Uenglingen A 250 Ütersen A 504 Unterwürschnitz A 355 Uppsala A 505 Ursulapoppenricht A 399 Vach A 137 Vehlow A 376 Vielau A 205 Vieritz A 182 Viesecke A 241 Vilmnitz A 160 Vilseck A 405 Violau A 189 Vogelsdorf A 306 Vorberg A 36 Vrigstad A 506 Waiblingen A 303 Waldeck A 394 Walderbach A 398 Walkenried A 229 Wallenhausen A 254 Warbende A 15 Warchau A 165

Wasdow A 81 Watzendorf A 296 Weida A 1, A 87 Weimar 37, 38, 64, 65 Weißbach A 336 Weißenbrunn A 113 Weißenfels A 114 Weißensee A 332 Weitendorf A 362 Weitershausen A 507 Wenningen A 377 Werben A 285, A 508 Wernigerode A 290 Wernshausen A 168 Wesselburen A 177 Westerende Kirchloog A 112 Wettin A 50 Wien A 390 Wischütz s. Wysze˛cice Wittenberg 11, 12, 20, 23, 25, 37, 38, 41, 45, 57- 61, 63, 67 Wittenburg A 69 Wittstock/Dosse A 46, A 173 Wölfershausen A 185 Wolfenbüttel 48, A 19, A 72, A 509 Wolgast 13, 18 Wolkenburg/Kaufungen A 187 Wollenrade A 161 Wormsdorf A 136 Wroclaw A 510 Wülperode A 228 Wysze˛cice A 63 Zabeltitz 51, A 8 Zeilfeld A 289 Zetel A 99 Zie˛bice A 20 Zittau A 521 Złotoryja 51, A 11 Zörbig A 146 Zschepplin A 2 Zwickau A 512 Zwiefalten A 320

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REGISTER

II: PERSONEN Allers, Theodor (aus Gottorf) A 154 Alvensleben, von A 328 Amsdorf, Nikolaus von (1483-1565) 63 Anhalt-Köthen, Fürsten von - Waldemar VI. (1450-1508) 16 Apinis, Franz Joachim, Pastor A 15 Asam, Egid Quirin (1692-1750) A 392 Augustinus (von Hippo, 354-430) 53 Bartelsw, Lulef A 321 Baxmann, Hein A 225 Bellmann, I. F. (aus Perleberg) A 270 Bergmüller, Dominikus A 403 Bergmüller, Johann I A 267 Beseler, Nikolaus A 501 Beseler, Peter (aus Freiberg) A 214 Beuteler, Johann Chr., Werkstatt A 149 Böhme, Balthasar (aus Dresden) A 203 Böhme, Hans Gottfried (aus Dresden) A 203 Böhmer, Andreas A 266 Bonifacius, Konrad A 229 Bortfeld A 21 Boos, Roman Anton A 414 Bose, Carl A 512 Brandenburg, Herzöge von - Johann Georg (1525-1598), Kurfürst 52, A 42 Braun, Christian Friedrich A 260 Braun, Johann Christian A 236 Brenck, Hans Georg A 460 Bredow, Anna von A 365 Bredow, Jobst von A 365 Brenck, Georg A 35 Brenck, Georg, d. Ä. A 26, A 59, A 68, A 497 Breuning A 21 Brentel, Friedrich (1580-1651) 30 Britzke, von s. Schild, Juliane Rosimunde Broder, Hans (aus Stralsund), Werkstatt A 157, 160, A 341 Broeck, Wilhelm van der A 7

246

Brömser. Anna Sidonie A 459 Brück, Gregor (1484-1557) 44, 45 Brützel, J. W. A 492 Brunswik, Hans von A 357 Buchau, Abraham Conrad A 111 Bünau, von A 214 Bülzingsleben A 21 Büttner s. Tauber, Dorothea Bugenhagen, Johannes 11-13, 15, 19, 40, 59-61, 63, 66- 67, 69 A 341 Burmeister, Albert Hinrich A 177 Capup, Christoph (aus Nordhausen) A 321 Christian, Joseph A 272 Claussen, Henning (aus Neuenkirchen) A 101 Cranach, Lucas d. Ä. (1475-1553) 21, 28, 40, 46-48, 64f., Cranach, Lucas d. J. (1515-1586) 23, 25, 26, 30, 36, 37, 40, 42, 44, 64 Cranach-Schule (Werkstatt) 26, 48 Cronberg, Hermann von A 459 Croy, Herzöge von - Ernst (gest. 1620) 67 - - verh. Anna von Pommern (1590-1660) 67, A 42 - Ernst Bogislaw (1620-1684) 67, A 42 Daubmann, Johannes (vor 1545Ende 1573) 36 Dehne, Christoph (aus Magdeburg) A 65 Dieskau - Dietrich von A 56 - Otto von A 56 - Rudolph von A 56 Dircksen, Onnen A 200 Ditterich, Franz d. Ä. A 216 Ditterich, Werkstatt A 324 Donner, Georg Raphael, Umkreis A 390 Dreißigmark (aus Muskau) A 317 Dreißigmark, Maximilian (aus Halle) A 311

II. PERSONEN

Duder, Andreas A 179 Dürer, Abrecht (1471-1528)

28

Eber, Paul (1511-1569) 25, 26 Eb(er)hardt, Hans A 367 Eberle, Balthasar A 232 Einsle, Joseph A 346 Elsesser, Johann A 512 Engelhammer, Antonius (aus Wriezen) A 384 Enker A 21 Entlibucher, Hans Jakob I. A 494 Erhardt, Christoff (aus Reinsdorf) A 308 Erlinger, Johann Ludwig A 232 Ernst, Cyriacus A 192 Ertle, Sebastian A 321 Faber, Jakob, Generalsuperintendent A 42 Feichtmayr, Johann Michael (1709-1772) A 272 Feige, Johann Christian, d. Ä. A 174 Feilitzsch auf Rosenberg - Adam Wolf von A 76 Fiore - Jacobello del (ca. 1370-1439) 41 Fischer, Gottfried A 511 Fischer, Hermann A 60 Fischer, Johann Michael A 279, A 403 Flacius, Matthias, Illyricus (1520-1575) 61, 63, 67 Fleminck, Hans A 7 Fone A 109 Franz I., König von Frankreich (1494-1575) 41 Freese, J. (aus Stralsund) A 409 Frens, Familie A 429 Friedemann, Heinrich (aus Erfurt) A 85 Friedemann, Johann (aus Erfurt) A 85 Fritzsche, Hans A 202 Froböse, Georg A 190 Fugger 28 Geilfuß, Philipp A 333 Götsch, Joseph A 407 Goldacker A 21

Goldner, Johann Christoph A 114 Gottland, Peter, s. Rodelstett, Peter, aus Gottlandt Greiß, Fr. A 72 Griebenstein, Andreas A 114 Gröger, A. A 104 Grünewald, Matthias (Mathis Gothart Nithart, 1475/14801528) 41 Hacke, Hans (aus Werben) A 284, A 285 Hackl, Johann Joseph A 252 Hane, Bartelt A 350 Hartich, Dittrich A 342 Heber, Martin A 91 Heel, Peter A 224 Hegewald, Michael A 57 Heidekamp, Bastian A 293 Heidtrider, Henning A 82 Heinitz, D. A 87 Heitmann, Jürgen (aus Wilster) A 429, A 438 Helwig, Michael A 235 Herzog, Christoph A 401 Herzog, Zacharias A 401 Hesse, Matthäus A 327 Heymans, Peter 11f., 15, 56 Hieronymus (um 394-419/420) 29 Hildebrandt, Johann Lucas von A 390 Hiller, Christopherus (aus Penig) A 84 Hirschmann (aus Lanzendorf) A 450 Hochwächter A 343 Höfler, Johann Philipp (gest. 1722) A 481 Hoffmann, Christian A 114 Holbein, F. W. A 46 Holstein-Gottorp, Herzogin von - Maria Elisabeth (1678-1755) seit 1718 Äbtissin von Quedlinburg A 265 Hosp, Franz A 413 Huhnmörder, von A 198 Ignaszewski, Georg

A 424

247

REGISTER

Jenner, Anton Detlev A 288 Jordan, Joachim, Pastor (1588-1639) Jordans, M. (aus Calvörde) A 125 Jorhan, Christian d. Ä. A 410

48

Kaltofen, Ernst (aus Schneeberg) A 204 Karl V. (1500-1558), röm.-dt. Kaiser 20f., 28, 33, 37, 61, 62 Katte, von A 242 Kaufmann, Georg A 295 Kleve-Mark und Jülich-Berg, Herzöge von - Johann III. (1490-1539) 17 Klöpl, Caspar (aus Pirna) A 79 Knoll, Johann Nikolaus (aus Hof) A 247 Köhler, Hans d. Ä. A 22 König, Zacharias (aus Osterode) A 70 Kögler, Michael, Bürgermeister A 454 Kollhof, Franz A 15 Konstantin der Große (270/288-337), röm. Kaiser 33 Korn, Johannes, Pastor (gest. 1682) A 120 Kramer, Magdalena A 327 Kreibel, Georg (aus Magdeburg) A 86 Kröpelin-Werkstatt (aus Esens) A 112 Krübeln, Jürgen (aus Glückstadt) A 86 Krüger, Ernst A 15 Kruthof, Jacob A 23 Kuhn A 21 Kummer, Andreas A 220 Kuntze, M. (aus Meißen) A 56 Langenhan, Anton A 171 Langenhorner Schnitzschule A 340 Langer, Christoph (aus Eger) A 404 Law, Bürgermeister A 302 Levezow, von A 198 Lindmeier, Wulff Ernst A 302 Lochner, Stephan (1400/1410-1451) 41 Lorentz, Andreas A 209 Lorentz, Samuel (aus Freiberg i. S.) A 201 Lorentz-Werkstatt A 215 Lucius, Jacob d. Ä. (1530-1597) 57 Lücke, Johann Friedrich A 445 Luidl, Ferdinand A 254

248

Luidl, Stephan (aus Dillingen) A 262 Luther, Martin (1483-1546) 11-13, 19, 21, 27, 40-46, 53, 55f., 59-61, 63-67, 69, A 12, A 21, A 200, A 229, A 274, A 284, A 290, A 291, A 304, A 323, A 341, A 364, A 366, A 484, A 501 Lux, Johann Adam A 122 Mätschke, Chr. A 107 Mandelsloh A 21 Mang, Anton A 224 Martinola, Giovanni Baptist (aus Graubünden) A 140 Mattes, Hinrich A 451 Maximilian I. (1459-1519), röm.-dt. Kaiser 28 Mecklenburg, Herzöge von - Ulrich (1527-1603) A 61 Mecklenburg-Schwerin, Herzöge von A 62 - Adolph Friedrich (1588-1658) Meisternamen - der Reichenberger Kanzel A 63 Melanchthon, Philipp 11-13, 40, 44, 53, 59, 60f., 63, 64, 67, A 16, A 290, A 291, A 366 Michelangelo A 111 Miltitz - Hans von A 391 - Hans Ernst von A 22 Möllendorf, von A 242 Mönch, Wolf (aus Torgau) A 54 Monogramme -H A9 - M. B. A 57 - M. H. A 57 - PG A 9 - PH s. Heymans, Peter Moranzone, Jacopo (nachw. um 1440) 42 Müller, Gabriel A 334 Müller, Georg A 194 Müller, Johann Jakob (aus Braunschweig) A 265 Müller, M. (aus Stralsund) A 397

II. PERSONEN

Münsterberg-Oels, Herzöge von - Joachim, auch: Joachim von Podiebrad (1506-1562) A 20 Münstermann, Claus A 200 Münstermann, Johan A 200 Münstermann, Ludwig A 53, A 200 Mynsinger von Frundeck Joachim (1514-1588) A 21 Normann, Familie von

A 157, A 343

Oldershausen, Agnes von A 21 Otte, Valentin A 298 Ottheinrich von der Pfalz (1502-1559)

36

Paludanus s. Wilhelm van der Broeck Parr, Christoph A 211 Pencz, Georg (um 1500-1550) 33 Peper, Hans (aus Rendsburg) A 61, A 496 Permoser, Balthasar (1651-1732) A 252 Petermann, Tobias Pfarrer A 22 Petersen, Peter II. (aus Tondern) A 476 Petri, Gerhardus, Magister A 200 Pöllnitz, N. A 87 Pösl, Wolfgang (aus Amberg) A 412 Pommern, Herzöge von - Bogislaw X. (1454-1523) 38, 51 - Georg I. (1493-1531) 18, 19, 38 544-1606) 18, 67 - - verh. 1. Klara, von BraunschweigLüneburg (1550-1598) 18, 67 - - verh. 2. Anna, von SchleswigHolstein-Sonderburg (1577-1616) 18 Pommern-Stettin, Herzöge von - Barnim IX./XI. (1501-1573) 15, 18f., 39 - - verh. Anna von BraunschweigLüneburg (1502-1568) 18, 19 - Barnim X./XII. (1549-1603) 18f. - - verh. Anna Maria von Brandenburg (1567-1618) 18 - Johann Friedrich I. s. u. PommernWolgast

Pommern-Wolgast, Herzöge von - Amalie (1547-1580) 18, 19 - Ernst Ludwig (1545-1592) 18, 19, 55, 57 - - verh. Sophia Hedwig (1561-1631), von Braunschweig-Wolfenbüttel 18 - Johann Friedrich I. (1542-1600) 18, 19, 51, 57, A 42 - - verh. Erdmut(e) (1561-1623), von Brandenburg 18, 51, 57, 60, 63, A 42 - Philipp I. (14.7.1515-14.2.1560) 1115, 18, 19, 20, 37, 38, 40, 51, 54, 60-68, A 42 - - verh. Maria (gest. 7.1.1583), von Sachsen 18, 19, 20, 60, A 42 Praetorius, Stephan (1536-1603) A 16 Räntz, Elias A 129, A 130, A 131 Reinhart, Hans, d. Ä. 62 Ribbecke, Daniel (aus Freienwalde) A 384 Ribestein, Michael (nachw. 1546-1562) 23 Richter, Daniel (aus Bautzen) A 379 Richter, Johann A 298 Ringkmacher, Michael A 472 Rodelstett, Peter, aus Gottlandt (nachw. 1548-1572) 23 Röhlke, H. (aus Hamburg) A 388 Rösch, Johann jakob (1733-1812) A 480 Röttgers, Jürgen A 307 Rose A 341 Ruepp, Gottfried A 346 Rumpeshagen, Jochim, Bürgermeister A 23 Sachsen, Herzöge von - Albertiner - - August (1526-1586), Kurfürst 30, 68 - - Moritz (1521-1553), Kurfürst 30, 38, 60, 62, 64f. - Ernestiner - - Friedrich II., der Sanftmütige (14121464), Kurfürst 32 - - Friedrich III., der Weise (14631525), Kurfürst 16, 21, 22

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- - Johann, der Beständige (1468-1532), Kurfürst 16f., 21, 22 - - - verh. 1. Sophia von Mecklenburg (1481-1503) 16 - - - verh. 2. Margarete von Anhalt (1494-1521) 14, 16f., 18 - - Johann II. (1519) 17 - - Johann Ernst (1535) 17 - - Johann Friedrich I., der Großmütige (30.6.1503-3.3.1554), Kurfürst 16, 17, 19, 20- 38, 43-45, 47, 59, 62-64, 66 - - - verh. Sibylle (1512-1554), von Jülich, Kleve und Berg 13, 17, 18, 33, 35, 59, 64, - - Johann Friedrich II., der Mittlere (1529-1595) 17, 60, 61, 67 - - Johann Friedrich III., der Jüngere (1538-1565) 17, 67 - - Johann Wilhelm I. (1530-1573) 17, 61, 67 Sachsen-Coburg, Herzöge von - Johann Ernst (1521-1555) 17 - - verh. Katharina von BraunschweigGrubenhagen (1524-1585) 17 Sachsen-Meiningen, Herzöge von - Ernst Ludwig I. (1672-1724) A 168 Sachsen-Weimar, Großherzöge von - Carl Alexander (1818-1901) A 1 Saldern A 21 Sandtmann, Johann Caspar (aus Leipzig) A 313 Schade, Julius (aus Zellerfeld) A 292 Schäffler, Matthäus A 259 Schäufelein, Hans (1480/1485-1538/1540) 41 Schalitz, Caspar A 366 Schenck von Flechtingen A 17 Scheukerke, Andreas A 23 Schild, Heinrich von A 165 Schild, Juliane Rosimunde, geb. v. Britzke A 165 Schilling, W. U., Oberforstmeister A 255 Schleinitz A 87 Schleinitz, Anna Felicitas von A 298

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Schleswig-Holstein-Gottorf, Herzöge von - Ulrich A 496 Schlüter, Andreas A 246 Schmädl, Franz Xaver (aus Weilheim) A 400 Schneider, Hubert A 447 Schneider, Kalep (aus Zellerfeld) A 292 Schneider, P. (aus Annaberg) A 205 Schnitzer, B. A 11 Schönberg, von A 215 Schönlebe, Jonas (1582-1658), Bürgermeister A 202 Schröter, Georg A 210, A 366 Schroeter, Hans (aus Kirchscheidungen) A 308 Schröter, Simon A 210, A 299 Schultze, Andreas (aus Torgau) A 91, A 107, A 326 Schwarte, Johann (aus Minden) A 43 Schwenke, David (aus Pirna) A 322 Schwenke, Michael A 25 Sell, B. W., Werkstatt A 261 Selnecker, Nikolaus A 16 Series, Johann Georg (aus Wien) A 390 Seyfried, Heinrich A 105 Sies, Michael (aus Magdeburg) A 44 Sommer, Johann Jakob A 230 Spade A 21 Spalatin, Georg Burkhardt (1484-1545) 44 Speck, Paul A 512 Spies, Michael (aus Magdeburg) A 285, A 323, A 508 Stapf, Joseph A 224 Steffens, Maximilian A 80 Steinl, Jakob (aus Speinshart) A 404 Sternebeerch, Johannes Prediger A 23 Steyger, Georg (aus Quedlinburg) A 21, A 72, A 280 Stiberitz, Andreas (aus Jena) A 110 Stiten, Magdalena von A 448 Syberg, Paul A 363 Tatz, Melcher A 6 Tauber, Andreas A 130

III. BILDMOTIVE

Tauber, Dorothea, geb. Büttner A 130 Tempel, Joachim A 45 Tetzen, Henrich A 23 Timmermann, Franz 47, 48 Tizian (Tiziano Vecellio, 1488/1490-1576) 29, 33 Trewherz, Alexander A 302 Veneziano, Lorenzo (nachw. 1356-1372) 41 Vieregge, Johann A 156 Vierzing A 109 Vogtherr, Heinrich, d. Ä. 66 Vormann, Ambrosius, Rentmeister A 42 Vos, Marten de A 307 Vredeman de Vries, Hans (1527-1609) 48 Wagner, Konrad (aus Leonberg) Waibel, Heinrich A 303 Walther, Wilhelm (aus Dresden) Wardenberg, von A 351 Weinke, Wilhelm A 424

A 349 A 207

Wendt, Johann (aus Stralsund) A 153 Wernberger, Johann Lorenz A 479 Wilhelmi, Tobias (aus Magdeburg) A 328 Winckler, Caspar A 60 Wintzer, Merten A 366 Witten, Hans A 288 Wittenberger, Georg A 501 Wolfersdorf, N. A 87 Wolschke, G. (aus Calau) A 120 Württemberg, Herzöge von - Christoph (1515-1568) 36 - Eberhard Ludwig (1676-1733) A 255 Zahn, Bernd A 447 Zaruth, Hans A 16 Zedlitz auf Schönau - Wenzel von A 18 - Magdalena von, geb. Löb A 18 Zeiller, Johann Jakob (1708-1783) A 272 Zimmermann, Georg (aus Nürnberg) A 325 Zimmermann, Thiele A 314 Zwinck, Paul A 402

III: BILDMOTIVE Aaron A 107, A 247, A 253, A 325, A 371, - mit Stab A 384 Abigail vor David 35 Ablass - brief 42 - prediger 43 Abraham - und Isaak A 40 - Opferung Isaaks A 6, A 21, A 25, A 58, A 65, A 284, A 323, A 325, A 350 Adam und Eva A 192 - Adamsschädel A 5, A 25, A 364, A 372 - Erschaffung Adams und Evas A 393 - Erschaffung Evas A 6, A 107, A 321, A 323, A 325 - Sündenfall 47, A 6, A 25, A 51, A

200, A 284, A 319, A 321, A 323, A 325, A 350, A 438, A 496 - Vertreibung aus dem Paradies A 6, A 216, A 284 Almosen 42 Alter und Neuer Bund A 390 Anna Selbdritt A 288 Apokalypse - Engel A 189 - der andere Engel A 16 - Lamm A 392 - sieben Siegel A 227, A 392 - vier Wesen A 320 - Vision A 24 Apostel A 11, A 20, A 29, (A 33), A 46, A 47, A 49, A 52, A 63, A 65, A 69,

251

REGISTER

A 70, A 72, A 73, A 74, A 77, A 80, A 85, A 101, A 104, A 105, A 106, A 107, A 109, A 110, A 120, A 122, A 133, A 149, A 153, A 154, A 191, A 197, A 199, A 217, A 222, A 274, A 278, A 280, A 284, A 285, A 291, A 294, A 302, A 306, A 311, A 323, A 326, A 327, A 330, A 340, A 351, A 353, A 421, A 462, A 512 - Aussendung A 272 - einzelne - - Andreas A 13, A 73, A 130 - - - mit Kreuz A 20 - - Barnabas - - - mit Hellebarde A 20 - - Bartholomäus - - - mit Messer A 20 - - Jakobus d. Ä. A 13, A 20, A 25, A 42, A71, A 120, A 130, A 330 - - - Verklärung Jesu A 25 - - - mit Wanderstab und Pilgerhut A 20 - - Judas - - - Tod A 272 - - Judas Thaddäus - - - mit Knüppel A 20 - - Matthias A 120, A 130 - - - mit Beil A 20 - - Paulus A 5, A 11, A 13, A 23, A 42, A 47, A 51, A 62, A 70, A 71, A 89, A 112, A 115, A 130, A 170, A 173, A 176, A 182, A 189, A 193, A 218, A 219, A 234, A 243, A 253, A 259, A 261, A 268, A 303, A 310, A 330, A 332, A 335, A 346, A 367, A 368, A 377, A 378, A 401 - - - Bekehrung A 6, A 272, A 278 - - - mit Briefboten 50, A 3 - - - neben Maiestas Domini A 368 - - Petrus A 5, A 10, A 11, A 23, A, 42, A 62, A 71, A 130, A 170, A 173, A 176, A 182, A 189, A 203, A 218, A 219, A 234, A 253, A 321, A 326, A 343, A 378, A 397, A 401 - - - Verklärung Jesu A 20, A 25, A 51 - - - Gesetzesübergabe an ihn A 207

252

- - - Pfingstpredigt A 211 - - - mit Schlüssel A 20 - - - Schlüsselübergabe an ihn - - Philippus A 130 - - - mit Kreuzstab A 20 - - Simeon - - - mit Säge A 20 - - Simon A 330 - - Thomas - - - mit Lanze A 20 Auge Gottes A 395, A 409

A 414

Baum - der Erkenntnis A 25, A 200, A 320 - grün-/dürrer 47, 62 Bibel 23, 26, 43, 64 Cherubsköpfe A 188 Christus s. Jesus Christus Credo - 2. Artikel A 72, A 322 Daniel in der Löwengrube 23f. David, König A 23, A 325, - Abigails Huldigung 35 - Psalmist (mit Harfe) A 350, A 384 Dornen, Dornengestrüpp 30, 34 Ecclesia A 259, A 371 - hält Weltkugel und Kirchenmodell A 390 Engel A 341 - mit Arma Christi (Leidenswerkzeugen) A 49, A 56, A 58, A 73, A 87, A 103, A 109, A 115, A 142, A 154, A 188, A 190, A 199, A 217, A 223, A 252, A 302, A 307, A 327, A 330 - mit Brandfackel und Tempelplan A 320 - mit Delphin A 229 - Gerichtsengel A 184, A 189, A 345 - mit Gesetzestafeln A 263, A 270, A 395, A 399, A 398, A 400, A 401, A 402, A 403, A 407, A 409, A 410 - hält Gesetz und Evangelium A 225

III. BILDMOTIVE

- mit Gesetzestafeln und Kreuz A 390 - mit Gesetzestafeln, Kreuz und Eherner Schlange A 396 - Kampf mit Jakob am Jabbok A 87, A 107, A 366 - musizierende Engel A 58, A 70, A 107, A 219, A 246, A 256 - - Posaunenengel A 60, A 239, A 254, A 277, A 349, A 402, A 407 - mit Palmzweigen A 234 - mit Segensgestus A 17 - mit Siegepalme A 293 - mit Sanduhr A 446, A 460, A 511 - mit Spruchbändern A 294 - mit marianischen Symbolen A 232 - mit Wappenschilden A 159, A 203, A 214 Epitaph 26 - Altar 47, 48, 64 - Bild 48, 64 - Kanzel A 44, A 202, A 298 Erde als Fußschemel 47 Erdteile, vier (Personifikationen) A 272, A 276, A 279, A 414 Erzengel A 302 - Michael A 158, A 308, A 351, A 379 - - Seelenwäger A 238 - Gabriel A 280 Eschatologie A 72 Evangelisten A 1, A 4, A 6, A 8, A 9, A 10, A 13, A 15, A 21, A 23, A 27, A 29, A 37, A 38, A 39, A 40, A 44, A 45, A 46, A 47, A 48, A 50, A 51, A 52, A 55, A 56, A 57, A 58, A 60, A 61, A 62, A 66, A 67, A 68, A 70, A 71, A 73, A 74, A 76, A 79, A 88, A 89, A 93, A 94, A 95, A 96, A 97, A 99, A 100, A 101, A 102, A 108, A 110, A 112, A 114, A 115, A 116, A 120, A 123, A 124, A 127, A 130, A 132, A 135, A 136, A 140, A 141, A 142, A 143, A 144, A 152, A 153, A 156, A 157, A 158, A 160, A 162, A 166, A 168, A 172, A 174, A 182, A 189, A 190, A 191, A 192, A 193, A 197,

A 200, A 203, A 204, A 206, A 213, A 214, A 217, A 218, A 219, A 220, A 221, A 223, A 226, A 229, A 230, A 231, A 232, A 238, A 239, A 248, A 249, A 251, A 252, A 253, A 259, A 261, A 274, A 275, A 284, A 290, A 291, A 292, A 293, A 297, A 302, A 303, A 305, A 308, A 309, A 310, A 312, A 316, A 317, A 319, A 322, A 323, A 324, A 325, A 326, A 330, A 331, A 332, A 336, A 337, A 338, A 343, A 348, A 349, A 352, A 361, A 362, A 364, A 367, A 369, A 370, A 373, A 374, A 375, A 376, A 377, A 382, A 383, A 384, A 385, A 388, A 389, A 390, A 400, A 409, A 412, A 416, A 430, A 442, A 452, A 463, A 466, A 498, A 501, A 502, A 512 - mit Symboltieren A 17, A 18, A 19, A 20, A 24, A 42, A 64, A 91, A 125, A 321 - Symboltiere allein A 63, A 78, A 224, A 254, A 259, A 345, A 379, A 396, A 407 - Johannes A 203, A 378, A 381, A 397, A 411 - - mit Kelch und Schlange A 5, A 20, A 22 - - mit Symboltier A 16 - - Verklärung Jesu A 25 - Lukas - - als Arzt A 207 - Markus A 393 - Matthäus A 378, A 393 - - als Atlant (Kanzelträger) A 259 - - mit Winkeleisen A 20 Evangelium - Christus weist darauf A 341 Franz I., franz. König, als Johannes bapt. 41 Fronleichnamsprozession 43 Gerichtsschwert - Jesu 47 - des Kurfürsten

32, 36, 37

253

REGISTER

Gesetz(estafeln) 46, 48, 49, 51, A 6, A 8, A 10, A 11, A 12, A 18, A 21, A 22, A 23, A 24, A 25, A 26, A 30, A 80, A 86, A 101, A 107, A 124, A 200, A 263, A 270, A 320, A 346, A 364, A 372, A 384 – A 414 Gesetz und Evangelium 45, 65, A 177, A 225, A 346 Glaubensartikel s. Credo Gleichnisse - Arbeiter im Weinberg A 22 - armer Lazarus A 21 - barmherziger Samariter A 21, A 374, A 414 - Frau mit der wiedergefundenen Drachme A 224 - von klugen und törichten Jungfrauen A 307 - Pharisäer und Zöllner A 463 - vom verlorenen Sohn A 48, A 463 Glockenweihe 43 Glücksspiele - Spielkarten 42 - Würfelspiel 42 Gottvater A 114, A 120, A 212, A 214, A 272, A 320, A 323, A 401, A 462 - Erschaffung der Menschen A 209 - Erschaffung der Welt A 209, A 350, A 438 - segnend A 13, A 22, A 200, A 280 - Weltenherrscher mit Sphaera 43, A 13, A 22, A 200 Granatapfel 28, 29 Gregorsmesse 42 Heilige - Ägidius A 227 - Bernhard von Clairvaux A 408 - Bonaventura A 408 - Christophorus A 302 - Vinzenz Ferrer A 262 - Franziskus 43, A 276 - Ignatius von Loyola A 276 - Katharina A 80, A 321 - Leo d. Große A 408

254

- Mauritius A 321 - Thomas von Aquin A 408 - Veronika - - Schweißtuch A 265 Heilsgeschichte A 107, A 124 Himmlisches Jerusalem A 21, A 280 Hiob im Elend A 6 Hölle(nrachen) 41, 47, A 6, A 216 Interim

62

Jakob A 182, A 222 - Kampf mit dem Engel am Jabbok A 87, A 107, A 366 - Traum von der Himmelsleiter A 18, A 48, A 84, A 231 (?), A 310, A 374 Jesus Christus A 1, A 23, A 40, A 47, A 48, A 71, A 88, A 95, A 97, A 100, A 101, A 104, A 105, A 107, A 109, A 117, A 127, A 130, A 136, A 141, A 142, A 162, A 165, A 191, A 203, A 204, A 217, A 220, A 221, A 225, A 226, A 230, A 251, A 253, A 274, A 284, A 294, A 303, A 306, A 312, A 316, A 319, A 324, A 326, A 327, A 336, A 337, A 338, A 340, A 341, A 354, A 367, A 374, A 375, A 376, A 377, A 379, A 380, A 383, A 384, A 442, A 502 - Abendmahl 41, 43, 52, A 7, A 56, A 64, A 389, A 470, A 502 - Anbetung A 6, A 9, A 192, A 284, A 342 - Ankunft in Bethanien A 207 - Arma Christi A 9, A 49, A 56, A 58, A 73, A 74, A 87, A 103, A 104, A 109, A 115, A 124, A 130, A 142, A 154, A 188, A 190, A 199, A 200, A 214, A 217, A 223, A 230, A 252, A 269, A 302, A 307, A 327, A 330, A 390, A 462 - Auferstehung/der Auferstandene 47, 52, A 6, A 7, A 9, A 10, A 16, A 19, A 47, A 56, A 58, A 65, A 66, A 69, A 70, A 73, A 74, A 104, A 105, A 114,

III. BILDMOTIVE

A 127, A 130, A 140, A 157, A 192, A 200, A 202, A 213, A 216, A 218, A 222, A 223, A 237, A 248, A 261, A 263, A 281, A 285, A 298, A 308, A 323, A 325, A 327, A 328, A 342, A 350, A 351, A 378, A 397, A 438, A 492, A 496, A 509, A 512 - - mit Gottvater A 114 - Bergpredigt A 400 - Beschneidung A 324 - Ecce homo A 199 - und die Ehebrecherin 45, A 210, A 299 - mit Emmausjüngern A 231 - Fischzug A 224 - Geburt 47, A 6, A 16, A 21, A 56, A 234, A 285, A 290, A 298, A 308, A 323, A 324, A 351, A 438, A 496 - Gekreuzigter/Kreuzigung /Kruzifix 13, 40-45, 47f., 52f., 65, A 3, A 4, A 5, A 6, A 7, A 13, A 16, A 22, A 25, A 44, A 56, A 58, A 142, A 159, A 192, A 197, A 200, A 202, A 216, A 223, A 234, A 253, A 285, A 297, A 298, A 309, A 320, A 342, A 350, A 351, A 364, A 372, A 381, A 401, A 438, A 492, A 512 - - über dem Adamsschädel A 364(?), A 372 - - zwischen Johannes d. T. und einem evangelischen Prediger A 364 - - mit trauernden Marien A 496 - - zwischen Maria und Johannes 50, A 3, A 4, A 5, A 16, A 25, A 44, A 197 - - zwischen Mose und Johannes d. T. 302, A 372 - - mit Stifter(n) 52, A 44, A 58, A 350, A 351 - Gesetzesübergabe an Petrus A 207 - Gespräch mit Martha A 207 - mit Grabeswächtern A 223 - Guter Hirte (pastor bonus) A 10, A 39, A 87, A 114, A 153, A 218, A 224, A 308, A 325, A 365, A 389, A 501

- Himmelfahrt A 6, A 7, A 22, A 107, A 192, A 216, A 285, A 307, A 308, A 321 - Hirtenverkündigung 47, A 200 - Jüngstes Gericht A 6, A 7, A 22, A 107, A 284, A 285 - - s. a. Weltenrichter, Weltgericht - Kanaanäisches Weib A 21 - Kelch 52, 53, A 390 - Kind A 244 - Kindheit A 307 - Kreuztragung A 57, A 308 - Leben Jesu A 07, A 16, A 49, A 50, A 51, A 65, A 153, A 222, A 280, A 311, A 325, A 340, A 343, A 430 - Leidenswerkzeuge s. Arma Christi - mit Lukas A 207 - mit Maria A 135 - mit Maria und Joseph A 117 - mit Maria und den zwölf Aposteln A 278 - Mittler 43 - Ölberg A 58, A 60 - Pantokrator (Weltenherrscher) A 109 - Passion A 63, A 202, A 225, A 307 - Pastor bonus s. Guter Hirte - Salvator mundi A 27, A 46, A 55, A 66, A 76, A 85, A 91, A 93, A 103, A 106, A 114, A 115, A 125, A 133, A 143, A 172, A 189, A 193, A 200, A 229, A 232, A 238, A 247, A 284, A 285, A 287, A 290, A 292, A 293, A 317, A 321, A 323, A 344, A 350, A 352, A 371, A 389, A 460, A 501 - Sämann A 22, A 224 - und die Samariterin A 414 - Schmerzensmann A 217, A 226 - mit Schriftgelehrten A 216 - am See Genezareth A 396 - segnend 62, A 125 - mit Seitenwunde links 53, 54 - auf Seitenwunde weisend A 200 - Sieger über den Tod und Teufel (triumphans) 47, A 9, A 80, A 87, A 124, A 130, A 142, A 173, A 190, A199, A 253, A 326, A 339, A 343, A 462

255

REGISTER

- Taufe 43, 52, 54-59, 65, A 7, A 9, A 16, A 42, A 84, A 192, A 211, A 285, A 290, A 342, A 364, A 366 - - mit Luther und Johann Friedrich I. 58, 59 - Tempelreinigung A 210, A 299 - Verklärung A 25, A 56, A 259, A 272, A 275, A 321, A 349, A 350 - Weinwunder A 84 - Weltenrichter , Weltgericht 47, 62, A 21, A 49, A 216, A 294, A 302, A 307, A 308, A 323, A 326, A 350, A 498 - mit Weltkugel A 25, A 87, A 109, A 286, A 291, A 369 - Zwölfjähriger lehrt im Tempel A 7, A 84, A 210, A 211, A 299, A 366, A 390 Johannes der Täufer (Baptista) 40-45, 47, A 10, A 45, A 62, A 94, A 130, A 200, A 219, A 276, A 321, A 295, A 321, A 352, A 379, A 512 - weist auf den Gekreuzigten A 320, A 364 - weist auf das Gotteslamm 62, A 246 - mit Mose A 73, A 87, A 177, A 302, A 320, A 352 - Predigt A 21, A 400 Johann Friedrich I. als Kreuzträger 43 Judas’ Tod A 272 Jüngstes Gericht A 6, A 7, A 22, A 284, A 285, A 308, A 323, A 354 Kanzel 40 - 45 Kanzelträger - Akanthusblatt A 187, A 188 - Allegorie der Kirche A 189 - Andreas Apostolus A 190 - Apostel, allg. A 191 - Atlant A 192-A 199 - Baum, dürr/grüner A 200 - Bergmann (Obersteiger) A 201-A 205 - Christus A 206 - Eichbaum A 207 - Einhorn A 208 - Engel A 209-A 273 - Evangelisten(symbole) A 274-A 279

256

- Gabriel, Erzengel A 280 - Georg, heiliger A 281 - Hrabanus Maurus A 282 - Indio A 283 - Jakobus d. Ä. A 284 - Johannes evangelista A 285-A 287 - Johannes d. Täufer A 288-A 296 - Jona A 297, A 298 - Kinderengel A 299 - Lamm Gottes A 300 - Laurentius, heiliger A 301 - Löwe A 302 - Longinus A 303 - Luther (Reformatoren) A 304 - Maria A 305 - Märtyrer A 306 - Martin, heiliger A 307 - Michael, Erzengel A 308 - Mönch A 309 - Mose 52-54, A 1-A 186 - Nikolaus, heiliger A 310 - Palme A 311-A 318 - Paradiesbaum A 319-A 320 - Paulus apostolus A 321-A 329 - Petrus apostolus A 330-A 341 - Posaunenengel A 342, A 343 - Putto A 344-A 348 - Samson A 349-A 352 - Stephanus martyr A 353 - Taufengel A 354, A 355 - Textilarbeiter A 356 - Tugenden A 357-A 360 - Wappenweibchen A 361 - Walfisch A 362 - Weinstock A 363 Kanzeluhr 66 - Predigtzeit 66, Anhang IV - Vanitas 66, A 9, A 17 Karl V. als Kaiser Konstantin 33 Kerze 42 Kirchenväter A 227, A 232, A 238, A 239, A 268, A 277, A 278 - Ambrosius A 200, A 278 - Athanasius A 200 - Augustinus A 200, A 278

III. BILDMOTIVE

- Basilius A 200 - Cyrillus A 200 - Gregor d. Große A 232, A 278 - Hieronymus A 200, A 278 Kleiner Katechismus 23, A 286 Kreuz 20, 23, 42, 47, 64, A 5, A 16, A 20, A 25, A 364, A 390, A 396, A 401, A 496 Kreuzesfahne 43, 47 Kriegshäupter A 498

Noah A 40, A 182 - Sintflut A 321

Paradiesgarten A 212 Paschamahl A 325 Pestarzt Dr. Schnabel 42 Pfingsten (Ausgießung des H. Geistes) A 56, A 57, A 60, A 80, A 84, A 124, A 200, A 285, A 308, A 335, A 388 Planeten Laster A 25 - Mond A 23 Lilie 47 - Sonne, Strahlenkranzsonne A 23, A 173, A 176 Maiestas Domini A 368 - - mit hebr. JEHOVA A 396 Maria A 323 Portraits - mit Christus und den 12 Aposteln s. auch Kirchenväter; Reformatoren A 278 - Amtmann A 193 - Immaculata A 232 - Meister der Tuchmachergilde A 325 - empfängt den kreuztragenden Logos- Pastoren A 15, A 120, A 193 knaben A 200 Propheten, A 7, A 70, A 85, A 106, A 111, - mit dem Kind 29, A 153, A 221 A 120, A 151, A 192, A 200, A 302, - marianische Symbole A 232 A 307, A 322, A 330 - im Strahlenkranz A 288, A 351 - Daniel A 64, A 87, A 200, A 379 - Verkündigung A 9, A 16, A 58, - Elias A 276 A 284, A 285, A 323, A 324, A 351, - - Himmelfahrt A 22, A 46, A 222, A 438, A 496 A 290 Memento mori A 9, A 17, A 446, A 460, - - Verklärung Jesu A 25 A 511 - Ezechiel A 64, A 87, A 200, A 320, Miles christianus 35 A 379, A 382 Moritz von Sachsen (?) - - Vision A 320 - gelobt Mose Gesetzestreue 64 - Jeremia A 64, A 200, A 379 Mose 45, 46-50, 57, A 40, A 107, A 243, - - mit umgehängten Joch A 87, A 384 A 247, A 253, A 261, A 302, A 320, - Jesaja A 64, A 87, A 200, A 379 A 325, A 340, A 352, A 354, A 466, A 502, Anhänge II und III Reformatoren - Aufrichtung der Ehernen Schlange s. a. Register II A 5, A 22, A 58, A 65, A 200, A 284, A 323 - Bugenhagen, Johannes 13, 60ff., - Gesetzesübergabe A 200, A 364 A 341 - mit Johannes dem Täufer A 320 - Chemnitz, Martin A 71 - neben dem Kruzifix A 372 - Luther, Martin 59, A 16, A 71, - neben Maiestas Domini A 368 A 229, A 274, A 284, A 290, A 291, - unterweist Moritz von Sachsen (?) 64 A 323, A 341, A 364, A 366, A 484, A 501 Nebukadnezar A 320 - - verweist in die Bibel 64 Neues Testament A 346, A 406 - - als Johannes der Täufer 13, 40-45

257

REGISTER

- - als Weltenrichter 41 - Melanchthon, Philipp 13, 40, 59-65, 67, A 290, A 291, A 366 - - als Johannes der Täufer 44 Regenbogen 43, 47

- Löwe 34, 36, A 22 - Pelikan 52, A 63, A 64, A 101, A 265, A 370, A 384, A 490 - Phönix A 221 - Schlange 34 -- Schlange am Baum der Erkenntnis Sarg 42 A 320 Simson stürzt den Tempel A 213 --Schlange, Eherne 47, 61, A 58, Sinai 47, A 200, A 364 A 65, A 384, A 392, A 394, A 396 Sinne, fünf A 200 - - s. a. Mose, Aufrichtung der Ehernen Spielkarten s. Glücksspiele Schlange Stadtsilhouetten - Schnabeltier 34 - Jerusalem A 200 - Taube des Heiligen Geistes 43, 58, - Salzwedel A 16 A 9, A 11, A 18, A 20, A 114, A 128, - Weißenfels A 114 A 130, A 200, A 242, A 265, A 320, - Wittenberg 57 A 323, A 344, A 346, A 352, A 371, Stundenglas 66, Anhang IV A 396, A 397 - Engel mit Stundenglas A 456, A 470, Tod, Totengerippe A 200, A 213, A 354 A 521 Trinität, Dreifaltigkeit A 21, A 52, A 56, - Putto mit Totenkopf und Stundenglas A 87, A 111, A 234, A 323, A 325, A 9, A 17 A 330, A 360 - in Strahlenglorie A 169, A 499 Tempel A 46, A 109 - als Triciput A 95 Tiara 34, 43, A 346 Tugenden (Virtutes) A 9, A 46, A 89, Tiere 34, A 200, A 212 A 160, A 197, A 213, A 224, A 248, - Adler A 249, A 324, A 463 A 249, A 262, A 279, A 286, A 321, - agnus Dei A 78, A 200, A 206, A 323, A 353, A 399 A 214, A 366 - Gerechtigkeit (Iustitia) A 17, A 323, - - zwischen Mose und Johannes d. T. A 351 A 302 - Glaube (Fides) A 21, A 62, A 154, - - s. a. Lamm Gottes A 217, A 246, A 320, A 337, A 344, - Bär 34 A 389 - Delphin A 229 - Güte (Bonitas) A 351 - Drache 34 - Hoffnung (Spes) A 21, A 62, A 154, - Eidechse (?) 34 A 320, A 337, A 344, A 351, A 389 - Frosch (?) 34 - Liebe (Caritas) A 21, A 154, A 217, - Fuchs (?) 34 A 320, A 246, A 337, A 344, A 351 - Hase A 200 - Mäßigung (Temperantia) A 351 - Heuschrecke (?) 34 - Sanftmut (Modestia) A 262 - Huhn 43 - Tapferkeit (Fortitudo) A 351 - Hund (?) 34, 47, A 200 - Wahrheit (Veritas) A 323 - Lamm der Apokalypse A 392 - Lamm Gottes 41, 43, 44, 47, 53, 59, Vanitas (Vergänglichkeit) 66, A 9, A 17 60, 62, 65, A 87, A 200, A 206, A 246, - s. a. Stundenglas A 366

258

I V. B I B E L Z I T AT E

Waffenrüstung Gottes 35 Wappen 21, 22, 25, 26, 28, 31-33, 35, 36, 37, 38-40, 60-62, A 15, A 18, A 21, A 56, A 60, A 62, A 63, A 70, A 87, A 90, A 96, A 154, A 157, A 159, A 168, A 188, A 198, A 200, A 201, A 203, A 212- A 215, A 242, A 250, A 255, A 265, A 270, A 280, A 287, A 302, A 317, A 328, A 331, A 335, A 343, A 344, A 351, A 366, A 378, A 391, A 406, A 417, A 494, A 497 Wappenweibchen A 361 Weinberg des Herrn 25

Weltgericht s. Jüngstes Gericht Weltkugel A 265 - mit Christus A 25, A 87, A 286, A 291, A 369 - mit Ecclesia A 390 - mit Engel und Gesetzestafeln A 400 - mit Pantocrator A 109 - als Fußschemel 47 Weltuntergang A 350 Würfelspiel s. Glücksspiele Wundmal 23, 25, 28-30, 32, 37, 43, 59 Zacharias - Verkündigung

A 21

IV: BIBELZITATE a. Hebräisch(e Schriftzeichen) 46-49, 59, 64, A 8, A 11, A 22, A 26, A 396 Ex

Lv Dt

Mt Mc

20,3 A 26 20,12 A 26 20,16 64 19,18 48, 49, 51, A 11 5,7 51, A 26 5,16 51, A 26 6,4 A 11 6,5 48, 49, 51, A 11 22,37.39 12,29-31

48 47

Is

Dn Mt Lc

b. Latein Gn Ex Iob Ps

1,1 A 6 15,6 A 6 20,3.7.8 46 1,21 A 6 7,2 62 23,7 A 13

Io

Act

26,1 62 61,8 33, 62 68,19 A 6 6,3 A 16 9,5 A 6 53 54 53,5 A 6 53,5f. 52 53,12 52, 65 58,1 A 11 59,21 A 16 6 23-25 4,16f. 1,31 2,11 3,21 10,16 24,29 1,29 8,31f. 19,18 20,31 9,15

A 16 A 16 A 16 58, 59 A 11 A 16 A 10 A 16 A 16 A 16 A6

259

REGISTER

Rm

4,2 A 6 4,25 A 16 Eph 4,8 A 6 I Tim 1,17 A 15 I Pt 1,25 16, 33, 35 I Io 5,7 A 42 Apo 14,8 A 16 c. Deutsch Gn

1,1 A 6 3,15 47 9,13 47 15,6 A 6 22,1-3 A 21 Ex 4,12 A 15 20,2-17 A 6, A 10, A 12, A 21, A 22 Lv 19,18 A 23 Dt 6,5 A 23 18,15 A 7 27,26 46 I Sm 25,23 35 Iob 1,21 A 6 Ps 34,20 31 51,7 A 23 51,17 A 10 51,19 A 15 68,19 A 6 119,130 A 12 121,8 A23 Prv 28,15 34 Is 7,14 46, 47 9,5 A 6 40,1 A 15 53,5 A 6 53,5f. 52 53,12 52, 65 58,1 A 15, A 23, A 25 66,1 47 Ez 3,12 A 7 Mt 3,8 A 23 3,17 A 7 5,20 A 7 5,34 47

260

Mc

Lc

Io

Act

6,33 A 18 10,20 A 200 10,32 A 15 11,18 34 11,28.30 A 15 13,52 A 24 15,21-28 A 21 16,24 43 22,37.39 48 23,22 47 24,35 A 15 25,34 A 7 25,41 A 7 26,15 43 28,18 A 7 2,10 A 23 3,35 A 18 12,29-31 47 13,31 A 15 3,8 A 23 3,21 58, 59 6,31 A 18 10,16 A 23 10.25-37 A 21 10,27 A 23 16,19-31 A 21 19,10 A 23 21,33 A 15 22,15 A 7 24,36 A 12 24,46f. A 19 1,16(f.) A 7, A 8 1,29 41, 43, 45, 53, A 364 3,14 45 3,16 A 7 6,39.40 A 18 6,47 A 23 14,6 43, A 23 16,33 A 7 20,19 A 12 21,26 A 12 4,10 43 7,49 47 9,15 A 6 10,43 43

V. S O N S T I G E Z I T AT E

26,20 A 23 1,16(f.) A 7, A 8, A 10, A 13 3,20 A 7 3,24f. 44 4,2 A 6 4,25 A 6 5,3-5 A 7 6,23 67 10,9 A 7 I Cor 1,30 A 13 Eph 3,16 A 12 4,8 A 6 5,15-17 A 7 6,12 35

6,17 35 Col 3,16 A 18 I Th 4,6f. A 7 I Tim 1,15 A 23 1,17 A 15 2,5 43 II Tim 4,2 A 7, A 17, A 23 I Pt 1,25 16 4,11 A 15 II Pt 2,13 42f. 3,9 A 23 I Io 4,16.17.19 A 7 III Io 15 A 12

Rm

V: SONSTIGE ZITATE Apostol. Glaubensbekenntnis Athanasianum (lat.)

A6

A 42

Augsburger Glaubensbekenntnis Benediktinerregel Devisen

A 174

A 16

16, 35

Luther, Martin - Kleiner Katechismus

A 12, A 21

Melanchthon, Philipp - Distichon (CR 10, 602 Nr. 242) Nicht identifiziert

A 16

A 210

261

A BBILDUNGEN

ABBILDUNGEN

Abb. 1a

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Gesamtansicht

265

TA P E T U M C O N C O R D I A E

266

Abb. 1b

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Die Ernestiner

Abb. 1c

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Die Pommern

ABBILDUNGEN

Abb. 1d

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Johann Friedrich I.

267

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 1e

268

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Das Wappen Johann Friedrichs I.

Abb. 1f

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Das Wappen Pommerns

ABBILDUNGEN

Abb. 1g

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Martin Luther als Johannes der Täufer

Abb. 1h

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Mose mit den Gesetzestafeln

269

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 1i

270

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Die Kanzel

ABBILDUNGEN

Abb. 1j

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Der Gekreuzigte

271

TA P E T U M C O N C O R D I A E

272

Abb. 1k

Abb. 1l

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Johannes Bugenhagen

Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Philipp Melanchthon

ABBILDUNGEN

Abb. 1m Peter Heymans, Bildteppich für Philipp I. von Pommern, 1554, Detail: Die Kanzeluhr

273

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 2

274

Schreiben Philipps I. von Pommern an Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, 1553

ABBILDUNGEN

Abb. 3

Lucas Cranach d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, kolorierter Holzschnitt, 1534

275

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 4

276

Lucas Cranach d. Ä., Friedrich III., Johann und Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Holz, 1532

ABBILDUNGEN

Abb. 5

Michael Ribestein, Johann Friedrich I. von Sachsen, kolorierter Holzschnitt, 1547

277

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 6

278

Lucas Cranach d. J., Brustbild Johann Friedrichs I. von Sachsen, Holzschnitt, 1552

ABBILDUNGEN

Abb. 7

Peter Gottland, Johann Friedrich I. und Daniel in der Löwengrube, Kupferstich, 1551

279

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 8

280

Lucas Cranach d. J., Johann Friedrich I. von Sachsen, Holzschnitt, 1551

ABBILDUNGEN

Abb. 9

Unbekannter Formschneider (Cranach-Schule?), Johann Friedrich I. von Sachsen, Holzschnitt, 1553

281

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 10

282

Lucas Cranach d. J., Epitaphium für Johann Friedrich I. von Sachsen, Holzschnitt, 1554

ABBILDUNGEN

Abb. 11

Lucas Cranach d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Holz, 1551

283

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 12

284

Albrecht Dürer, Kaiser Maximilian I., Öl auf Lindenholz, 1519

ABBILDUNGEN

Abb. 13

Tizian, Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Leinwand, 1548 oder 1550/51

285

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 14

286

Tizian, Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Leinwand, 1548 oder 1550/51

ABBILDUNGEN

Abb. 15

Lucas Cranach d. J., Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Leinwand, 1578

287

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 16

288

Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen als Kämpfer für den evangelischen Glauben, kolorierter Holzschnitt, 1547

ABBILDUNGEN

Abb. 17

Georg Pencz, Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, Kupferstich, 1543

289

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 18

290

Tizian, Kaiser Karl V. zu Pferd, Öl auf Leinwand, 1548

ABBILDUNGEN

Abb. 19

Christoph Herzog zu Württemberg, aquarellierte Federzeichnung, nach 1559

291

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 20

292

Lucas Cranach d. J., Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, kolorierter Holzschnitt, 1546

ABBILDUNGEN

Abb. 21

Lucas Cranach d. J., Wappen von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, Holzschnitt, 1546

293

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 22

294

Cranach-Schule, Johann Friedrich I. von Sachsen, Öl auf Leinwand, nach 1550

ABBILDUNGEN

Abb. 23

Lucas Cranach d. J., Die falsche und die wahre Kirche, Holzschnitt, nach 1547

295

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 24

296

Stefan Lochner, Weltgericht, Öl auf Holz, um 1435

ABBILDUNGEN

Abb. 25

Lucas Cranach d. Ä., Luther als Anzeiger Christi, Predella des Altars in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg, 1547

297

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 26

298

Matthias Grünewald, Johannes d. T., Detail aus der Mitteltafel des Isenheimer Altars, um 1515

ABBILDUNGEN

Abb. 27

Lucas Cranach d. J., Unterschied zwischen der wahren und falschen Religion, Holzschnitt, 1547/1548

299

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 28

300

Lucas Cranach d. J., Johann Friedrich I. von Sachsen und die Wittenberger Reformatoren, Öl auf Holz, wohl erst 1548/49

ABBILDUNGEN

Abb. 29

Fragment der Predigtkanzel aus der Stadtkirche St. Marien, Holz, Ende 15. Jahrhundert

301

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 30

302

Franz Timmermann, Gesetz und Evangelium, Öl auf Holz, 1540

ABBILDUNGEN

Abb. 31

Abendmahl, Predella des Altars in der Schlosskirche in Stolp/Słupsk, 1602

303

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 32

304

Lucas Cranach d. Ä., Abendmahl, Altar in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg, Öl auf Holz, um 1547

ABBILDUNGEN

Abb. 33

Johann Friedrich von Pommern und seine Frau knien betend unter dem Kreuz, Altartafel in der Schlosskirche in Słupsk/Stolp, 1602

305

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 34

306

Inventar von Schloss Wolgast, 1560, Detail

ABBILDUNGEN

Abb. 35

Inventar von Schloss Wolgast, 1593, Detail

307

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 36

308

Jacob Lucius, Historia baptizati Christi, Holzschnitt, ca. 1555

ABBILDUNGEN

Abb. 37a Hans Reinhart d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, Medaille, Silber, 1549, Vorderseite

Abb. 37b Hans Reinhart d. Ä., Johann Friedrich I. von Sachsen, Medaille, Silber, 1549, Rückseite.

309

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 38a Lucas Cranach d. Ä., Gesetz und Evangelium, Epitaphaltar in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar, 1555

310

ABBILDUNGEN

Abb. 38b Lucas Cranach d. Ä., Gesetz und Evangelium, Epitaphaltar in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar, 1555, Detail aus der Mitteltafel: Mose weist den Kurfürsten auf das Gesetz

311

TA P E T U M C O N C O R D I A E

Abb. 39

312

Hebräischer Text auf den Gesetzestafeln des Mose auf der Mitteltafel des Epitaphaltars in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar, Umschrift von Ferdinand Ahuis

ABBILDUNGEN

Abb. 40

Heinrich Vogtherr d. Ä., Titelholzschnitt zu einem Ablasstraktat, Augsburg 1520

313

A BBILDUNGEN A NHA NG

MOSE

Abb. A 1a

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Ettersburg, Kanzel, Marmor, vielleicht vor 1550

317

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 1b Ettersburg, Kanzel, Marmor, Detail: Christus als Weltenherrscher mit Lamm Gottes

318

Abb. A 1c Ettersburg, Kanzel, Marmor, Detail: Mose mit den Gesetzestafeln

MOSE

Abb. A 2

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Zschepplin, Mosefigur als Kanzelträger, 16. Jh.

319

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 4a Teutschenthal, Kanzel, Mitte 16. Jh. Fragment: Mosefigur als Kanzelträger

320

Abb. A 4b Teutschenthal, Kanzel, Fragment des Korbes: Kreuzigungsgruppe

MOSE

ALS

Abb. A 4c Teutschenthal, Kanzel, Fragment des Korbes: Iohannes Evangelista

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 4d Teutschenthal, Kanzel, Fragment des Korbes: Matthäus Evangelista

321

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 5

322

Lorenzkirch, Kanzel, Sandstein, kurz nach 1550

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 6a Strehla, Melcher Tatz, Kanzel, glasierter Ton, 1565

323

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 6b Strehla, Melcher Tatz, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

324

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 6c Strehla, Melcher Tatz, Kanzel, Detail: Kreuzigung und Auferstehung Christi

325

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 7a Hansestadt Lübeck, Hans Fleminck, Kanzel, Sandstein, 1568

326

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 7b Hansestadt Lübeck, Hans Fleminck, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

327

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 8a Zabeltitz, Kanzel, Holz, 1580

328

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 8b Zabeltitz, Kanzel, Detail: Mosefigur mit Gesetzestafeln als Kanzelträger

329

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 9a Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Sandstein, 1581

330

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 9b Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

331

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 9c Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail am Aufgang: Verkündigung

Abb. A 9d Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail am Aufgang: Taufe Jesu

Abb. A 9e Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail am Aufgang: Auferstehung Christi

Abb. A 9f

332

Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail am Korb: Markus Ev.

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 9g Hansestadt Salzwedel, St. Marien, Kanzel, Detail am Eingang: Memento mori

333

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 10a Lübbenow, Kanzel, Holz, 1581

334

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 10b Lübbenow, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger mit Gesetzestafel

335

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 11a Złotoryja/Goldberg, B. Schnitzer, Kanzel, Stein, 1583–1584

336

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 11b Złotoryja/Goldberg, B. Schnitzer, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

337

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 12a Prettin, Schlosskirche, Kanzel, Sandstein, 1585, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

338

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 12b Prettin, Schlosskirche, Kanzel, Sandstein, Detail: Gesetzestafel

339

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 13a Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Sandstein, 1587

340

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 13b Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

341

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 13c Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Detail am Aufgang: St. Jacobus

342

Abb. A 13d Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Detail am Aufgang: Matthäus Evangelista

MOSE

Abb. A 13e Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Detail, ehem. am Aufgang: S. Paulus

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 13f Hettstedt, St. Jakobi, Kanzel, Detail am Korb: Iohannes Evangelista

343

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 14 Dahlen, Liebfrauenkirche, Mose als Kanzelträger, Sandstein, um 1590

344

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 15a Warbende, Kanzel, Holz, 1590

345

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 15b Warbende, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

346

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 15c Warbende, Kanzel, Detail am Korb: Lucas Evangelista

347

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 16a Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Hans Zaruth, Kanzel, Holz, 1592

348

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 16b Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Mosefigur, ehem. Träger der Kanzel 349

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 16c Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Korb: Verkündigung

350

Abb. A 16d Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Korb: Taufe Jesu

MOSE

ALS

Abb. A 16e Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Korb: Kreuzigung, Auferstehung

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 16f Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Korb: Auferstehung, Iohannes Evangelista

351

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 16g Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail: Eingangstüre zum Aufgang

352

MOSE

Abb. A 16h Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Eingang: linke Säule

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 16i Hansestadt Salzwedel, St. Katharinen, Kanzel, Detail am Eingang: rechte Säule

353

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 17a Flechtingen, Kanzel, Stuck, 1592

354

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 17b Flechtingen, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

355

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 18a Kromolin, Kanzel, Stein/Holz,1593

356

MOSE

ALS

Abb. A 18b Kromolin, Kanzel, Detail: Engels- und Mosefigur als Kanzelträger

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 18c Kromolin, Kanzel, Detail am Korb: Lucas Evangelista

357

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 19a Wolfenbüttel, St. Johannis, Kanzel, Holz, 1595

358

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 19b Wolfenbüttel, St. Johannis, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

359

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 20a Zie˛bice, Kanzel, Stein, 1595, Detail am Korb: Matthäus Evangelista

360

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 20b Zie˛bice, Kanzel, Detail: Engels- und Mosefigur als Kanzelträger

361

ABBILDUNGEN ANHANG

WEch

Abb. A 21a Helmstedt, Georg Steyger (?), Kanzel, Holz, nach 1596

362

MOSE

ALS

Abb. A 21b Helmstedt, Georg Steyger (?), Kanzel, Detail: Mosefigur mit Gesetzestafeln

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 21c Helmstedt, Georg Steyger (?), Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

363

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 22a Taubenheim, Hans Köhler d. Ä., Kanzel, Sandstein, 1598

364

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 22b Taubenheim, Hans Köhler d. Ä., Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

365

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 23a Neubrandenburg, St. Johannis, Kanzel, Kalkstein, 1598

366

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 23b Neubrandenburg, St. Johannis, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

367

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 24a Burgscheidungen, Kanzel, Stein, um 1600

368

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 24b Burgscheidungen, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

369

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 25a Lauenstein, Michael Schwenke, Kanzel, Sandstein, um 1600

370

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 25b Lauenstein, Michael Schwenke, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

371

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 26a Rothenburg ob der Tauber, ev. Kirche, Georg Brenck d. Ä. (?), Mosefigur, Holz, um 1600, ehem. Kanzelträger

372

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 26b Rothenburg ob der Tauber, ev. Kirche, Georg Brenck d. Ä. (?), Mosefigur, Detail: Gesetzestafeln

373

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 27a Osterode am Harz, St. Jacobi, Kanzel, Holz, 17. Jh., als Träger Mosefigur, 16. Jh.

374

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 27b Osterode am Harz, St. Jacobi, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

375

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 42a Słupsk, Schlosskirche, Kanzel, Holz, 1602

376

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 42b Słupsk, Schlosskirche, Kanzel, Detail: Mosefigur als Kanzelträger

377

ABBILDUNGEN ANHANG

Abb. A 42c Słupsk, Schlosskirche, Kanzel, Detail am Korb: Taufe Jesu

378

MOSE

ALS

K A N Z E LT R Ä G E R

Abb. A 42d Słupsk, Schlosskirche, Kanzel, Detail am Korb: Lucas Evangelista

379