Studien zum germanischen Artikel: Entstehung und Verwendung des Artikels im Gotischen 3900269263

Die historische Syntax bereitet der Untersuchung häufig besondere Schwierigkeiten, da die Ursachen für verschiedene synt

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Studien zum germanischen Artikel: Entstehung und Verwendung des Artikels im Gotischen
 3900269263

Table of contents :
Abkürzungen 1
I. Die Theorien zur Entstehung des got. Artikel 4
II. Verwertung der Tabellen 32
III. Die Tabellen 61
IV. Adverbiale Wendungen 177
V. Formal oder bedeutungsmäßig stark abweichende Übersetzungen 178
VI. Anhang 185
Anmerkungen 196
Bibliographie 214

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Geoffrey Kovari Studien zum germanischen Artikel Entstehung und Verwendung des Artikels im Gotischen

Verlag Karl M. Halosar Wien

ISBN 3-900-269-26-3 © Verlag Karl M. Halosar, A-1040 Wien 1984 Alle Rechte, einschliesslich der fotomechanischen Verviel­ fältigung oder des auszugsweisen Abdrucks Vorbehalten.

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen...........................................1 I. Die Theorien zur Entstehung des got. Artikels.... 4 1. Ziel der Arbeit.............................. 5 2. Einleitung................................... 6 3. Im Got. kein Artikel. Einflußdes Grch........7 4. Entstehung des Artikels wegen Verfalls der nominalen Endungen.......................9 5. Ramat: Das Syntagma /s. + Determinativum ♦ + adj./ idg. ererbt......................... 12 6. Die Beziehung zwischen Artikel und schwacher Flexion........................... 13 7. Entstehung des Artikels aus einem substan­ tivisch gebrauchten Pronomen................ 26 8. Der Artikel als Ligativpartikel............. 30 II. Verwertung der Tabellen......................... 32 Einleitung..................................... 33 1. Der Artikel beim Substantiv................. 35 2. Der Einfluß der Präpositionen............... 36 3. Der Artikel bei Nomina Propria.............. 39 4. Der Artikel beim Adjektiv................... 41 5. Der Artikel beim Partizip................... 45 6. Der Artikel vor αύτός = sama................ 48 7. Der Artikel beim Adverb..................... 49 8. Der Artikel beim Präpositionalausdruck..... 52 9. Schlußfolgerungen........................... 54 10.

Auswertung der Skeireins................... 59

III. Die Tabellen................................... 61 Einleitung zu den Tabellen.....................62 Die Tabellen: I. Normalfälle.............................. 68 II.

Im Got. ist einePräposition dazugefügt.165

III.

Spezialfälle............................ 168

IV. V.

Adverbiale Wendungen.................... 177 Formal oder bedeutungsmäßig stark abweichende Übersetzungen................ 178

VI.

Anhang................................... 185 VI.a . Fragmentum Spirense recto und verso.............................. 185 VI.b. Skeireins.......................... 187

Anmerkungen...........................................196 Bibliographie.........................................214

1

Abkürzungen

1. Abkürzungen für Sprachen Die Sprachbezeichnungen, bei denen nur ein -isch zu ergänzen istr sind nicht angeführt (z.B. bait. *= baltisch). abg....altbulgarisch ags....angelsächsisch ahd....althochdeutsch ai....altindisch air....altirisch an....altnordisch ap....altpersisch dt....deutsch frz....französisch germ....germanisch grch....griechisch idg.... indogermanisch lat....lateinisch lit....litauisch mhd....mittelhochdeutsch nhd....neuhochdeutsch urg....urgermanisch

2. Grammatische Abkürzungen in den Tabellen acc....Akkusativ adj....Adjektiv adv....Adverb art....bestimmter Artikel 6a, so, þata) attr....Attribut comp....Komparativ

(steht im Got. stets für

2

dat....Dativ dem.pr....Demonstrativpronomen f ....feminin gen.r GEN...Genet iv inf.... Infinitiv m . .·.maskulin N....Namen, außer PN (z.B. Landschfts-, Flußnamen, etc.)

n. ...neutrum num.card....Kardinalzahl obj....Objekt ord.·..Ordinalzahl part....Partizip pers.pr.·..Personalpronomen pers.pr.GEN·..Personalpronomen im Genetiv PN...Personennamen pl....Plural poss.pr....Possessivpronomen poss.pr.GEN...Possessivpronomen im Genetiv prHp....Präposition prftp.-Ausdruck...Präpositionalausdruck pron....Pronomen Relativpron....Relativpronomen s...«Substantiv sg....Singular st....stark st.adj....starkes (i.e. stark flektiertes) Adjektiv st.part....starkes Partizip substant....substantiviert (z.B. substant.sw.adj. * substantiviertes schwaches Adjektiv) sup..·.Superlativ sw...·schwach sw.adj....schwaches Adjektiv sw.part.... schwaches Part iz ip v . ...Verb v.d....Verbum dicendi v.fin....Verbum finitum

3

3. Sonstige Abkürzungen

cf....vergleiche i.e..·.das heißt insg.... insgesamt resp....respektive s....siehe S....Seite v.a....vor allem v s ....versus

I. Die Theorien zur Entstehung des gotischen Artikels

5

1. Ziel der Arbeit

Die historische Syntax bereitet der Untersuchung häu­ fig besondere Schwierigkeiten, da die Ursachen für ver­ schiedene syntaktische Phänomene oft schwerer zu for­ malisieren sind als die der Phonologie oder Morphologie, z.B. sind die verschiedenen Formen der Anaphora, die die Setzung des Artikels bedingen, ungleich schwerer festzu­ stellen und zu beschreiben als die Bedingungen für einen Umlaut1, überdies hängt die Terminologie nicht selten von den Ansichten des einzelnen Forschers ab. Soweit die­ se Schwierigkeiten den Artikel oder angrenzende Gebiete betreffen, wird aut sie eingegangen werden. Im ersten Abschnitt sollen alle bisher vorgelegten Theorien zur Entstehung des got. Artikels referiert und besprochen werden. Seit dem Beginn der Artikelforschung ist das verschieden häufige Auftreten

des Artikels in

unterschiedlichen Syntagmen ein wichtiges Moment inner­ halb der Argumentationsreihen. Um in diesem Punkt zu umfassenden, formalisierten und genauen Ergebnissen zu gelangen, wurden die Tabellen am Ende der Arbeit er­ stellt. In ihnen ist jedes mit einem Artikel versehene Syntagma der grch. Vorlage mit allen got. Ubersetzungs­ varianten aufgelistet; für jedes Syntagma sind sämtliche Belegstellen genannt. Die Ergebnisse der Tabellen werden im zweiten Abschnitt vorgeführt. Sie sollen einerseits die Unabhängigkeit des got. Artikels von der grch. Vorlage beweisen und anderer­ seits zum Verständnis der Eigenart des got. Artikels bei­ tragen. Schließlich wird untersucht, welche der vor­ getragenen Entstehungstheorien die von uns gewonnenen Ergebnisse an besten zu erklären vermag.

6

2. Einleitung

Das got. Determinativuxn sa (maskulin) , so (feminin) , þata (neutral) ist aus dem idg. Demonstrativpronomen . 2 ♦so, sa, tod entstanden ; diese idg. Formen bilden auch den Ausgangspunkt für den grch. bestimmten Artikel 6, Λ, τό, während idg. #so, sä, tod in anderen idg. Sprachen Demonstrativpronomen geblieben ist (z.B. ai. sä, sa, t&t; lat. is-tud). In anderen Sprachen entwickelt sich der Artikel gleichfalls meist aus einem Demonstrativpronomen3, z.B. stammt der frz. bestimmte Artikel le, la aus lat. ille, illa4 . Im Got. kann das Determinativum sa, so, þata sowohl noch als Demonstrativpronomen mit dér- Deixis^ zur Übersetzung von grch. οδτος (oder für οδτος in der Verbindung mit 6, für αύτός, selten für Εκείνος, also mit jener-Deixis) als auch schon als Artikel zur Übertragung von grch. 6, h, τό gebraucht werden, es steht daher in der Stärke seiner Deixis nicht zwischen Demonstrativpronomen und Artikel, wie öfter behauptet wurde^, sondern umspannt in seinem Bedeutungsfeld einerseits die starke Deixis von οδτος "dieser" und andererseits auch die schwache oder völlig verblichene von 6, h, τό "der, die, das"7 . Wir sind in der glücklichen Lage, mit Hilfe der grch. Vorlage genau zu wissen, wann got. sa, so, þata den Artikel (Ó, h, τό) und wann es das Demonstrativpronomen (οδτος) bezeichnen soll; der got. native speaker muÐ den Bedeutungsunterschied aus der Betonung, aus dem Kontext und aus der Stellung von sa, so, þata erkannt haben: die Stellung vor einem schwa­ chen Adjektiv oder schwachen Partizip, wo sa, so, þata sehr häufig erscheint, wird im Normalfall (ohne nachdrück­ liche Betonung) nicht die starke Deixis ausgedrückt haben, die die Stellung vor dem Substantiv, wo sa, so, þata un0 gleich seltener steht, meist angezeigt hat . Daß das gleiche Wort sowohl die Bedeutung des Artikels als auch die eines Demonstrativpronomens in sich tragen kann,

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