Spanos. Eine byzantinische Satire als Parodie 3110066068, 9783110066067

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Spanos. Eine byzantinische Satire als Parodie
 3110066068, 9783110066067

Table of contents :
Eideneier Hans. Bd.5. Spanos. Eine byzantinische Satire als Parodie; Einleitung, kritischer Text, Kommentar und Glossar - 1977
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben
Sonstige Abkürzungen
1. Holzschnitt Spanos. Druck Venedig "1553"
EINLEITUNG
A. Der Bartlose
B. SPANOS
a) In der wissenschaftlichen Literatur
b) Die angegriffene Person
c) Autor
d) Publikum
e) Zur Analyse des Inhalts
f) Die Parodie
g) Datierung
h) Lokalisierung
C. Zum literarischen Genus
a) Das vermeintliche literarische Genus „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds"
b) Lehrgedichte in der Form des Kirchenlieds
c) Streit- und Schmähschriften in der Form des Kirchenlieds
d) Parodien kirchlicher Texte und Einrichtungen
e) Satiren in der Form von parodierten liturgischen und anderen Formularen
1. Psellos' Satire gegen Jakob
2. Papadiamandis' ατιχηρά προσόμοια
D. Textüberlieferung
a) Handschriften
I Vind. theol. gr. 244
II Vat. gr. 1139
b) Drucke als Venezianer Volksbuch
I Vorbemerkung
II Die einzelnen Drucke
1) um 1553
2) 1562
3) 1579
4) 1627
5) 1643
6) 1700
7) 1795
8) 1796
9) 1803 I
10) 1803 II
11) 1817
12) 1827
13) 1832
E. Textgeschichte
F. Zur vorliegenden Ausgabe
TEXT
KOMMENTAR
A. Vorbemerkung
B. Titel
C. Festtag
D. Esperinos
a) Stichera
b) Lesungen
c) Aposticha, Apolytikion
E. Orthros
a) Aufbau
b) Prooimion
c) Kanon
1) Aufbau
2) Einführung
3) 1. Ode
4) 3. Ode
5) Kathisma
6) 4. Ode
7) 5. Ode
8) 6. Ode
9) Kontakion, Oikos
10) Synaxarion
α) Einführung
ß) Einleitung
y) Ή γέννηση του yévouç
δ) Tò yévoç των σττανών
ε) Tò yévoç του σττανοϋ
ζ) Bewährung, Reise
η) Erhörung
θ) Briefwechsel
ι) Heimkehr
κ) Das Kämmen der Barthaare und die Folgen
λ) Happy end
μ) Schluß
11) 7. Ode
12) 8. Ode
13) Megalynaria
14) 9. Ode
d) Exaposteilaria
e) Polyeleos
f) Ainoi
g) Weitere Troparia
h) Epitaphios
1) Einführung
2) 1. Stasis
3) 2. Stasis
4) 3. Stasis
i) Evlogitaria
j) Tòv ήλιον κρύψαντα
F. Liturgia
G. Tischmusik
H. 2. Prosateli
a) Vorbemerkung
b) Mitgiftvertrag
1) Einleitung
2) Vertrag
c) Überleitung zum Iatrosophin
d) Iatrosophin
1) Arzt und Priester
2) Verwandte
e) Heilung
I. Schlußverse
Anhang: Martini Crusii Scholia
GRAMMATISCHE BEMERKUNGEN
1. Phonologie
1.1. Vokalismus
1.2. Konsonantismus
2. Morphologie
2.1. Artikel
2.2. Substantive
2.3. Adjektive
2.4. Zahlwörter
2.5. Pronomina
2.6. Verba
2.7. Präpositionen
2.8. Adverbien
2.9. Konjunktionen
2.10. Interjektionen
2.11. Partikel
3. Wortbildung
3.1. Nominalendung
3.2. Scherz- und Kunstwörter
3.3. Komposition
3.4. Eigennamen, Ortsnamen
4. Fremdwörter und dialektische Eigentümlichkeiten
5. Syntax
5.1. Artikel
5.2. Kasus
5.3. Komparativ — Superlativ
5.4. Pronomina
5.5. Verb
5.6. Satzunterordnung
5.7. Parataxe
GLOSSAR

Citation preview

H. EIDENEIER · SPANOS

w DE

G

SUPPLEMENTA ΒΥΖΑΝΤΙΝΑ TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN HERAUSGEGEBEN VON H.-G. BECK · A. KAMBYLIS · R. KEYDELL

BAND 5

WALTER D E GRUYTER & CO. BERLIN · NEW YORK 1977

SPANOS EINE BYZANTINISCHE I N D E R FORM E I N E R

SATIRE PARODIE

Einleitung, kritischer Text, Kommentar und Glossar besorgt von HANS EIDENEIER

WALTER DE GRUYTER & CO. BERLIN · NEW YORK 1977

Gedruckt mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

ClP-KunJitdaufnahmt

der Deutseben

Bibliothek

Spanos : e. byzantin. Satire in d. Form e. Parodie / Einl., krit. Text, Kommentar u. Glossar besorgt von Hans Eideneier. — Berlin, New York : de Gruyter, 1977. (Supplementa Byzantina ; Bd. 5) ISBN 3-11-006606-8 N E : Eideneier, Hans [Hrsg.]

©

1977 by Walter de Gruyter & Co., vormals G. J . Göschen'sche Verlagshandlung · J . Guttentag, Verlagabuchhandlang · Georg Beimer · Karl J . Trübner · Veit & Comp., Berlin 30 Printed in Germany Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages ist es auch nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf photomechanischem Wege (Photokopie, Mikrokopie, Xerokopie) zu vervielfältigen. Satz und Druck: Walter de Gruyter & Co., Berlin 30 Buchbinder: Lüderitz & Bauer, Berlin

στη Νίκη

Vorwort φευ τη s φλυαρίας Tfjs μιαρία;, τη s άσεβε (α; Handschriftliche Anmerkung von Martinus Crusius am 1.11.1575 in seinem Handexemplar des Venezianer Drucks des S PAN O S von 1562

Dies war die spontane Reaktion des ersten großen deutschen Humanisten auf die Lektüre unseres Textes. Bei humanistischer Betrachtungsweise änderte sich an diesem Urteil in den folgenden Jahrhunderten wenig. Nach Helladius' „liber plane impius" fand der erste Herausgeber einer verstümmelten Handschrift unseres Texts, E. Legrand, in ihm eine „crudité rabelaisienne", Κ. Krumbacher nannte das Opus ein „widerliches Machwerk", K. Dieterich ein „rohestes Erzeugnis byzantinischer Unästhetik" und G. Soyter ein „obszönes Machwerk". Dabei galt der SPANOS oder besser „Die Messe des Bartlosen", wie der Text nach dem durch Legrand veröffentlichten Fragment genannt wurde, für die Sprachwissenschaftler und Volkskundler längst als Geheimtip, und derselbe K. Krumbacher sprach sogar davon, „die Messe des Bartlosen" gehöre „zu den interessantesten Werken der mittelgriechischen Litteratur" (GBL 810). Skrupel verursachte vor allem die literarische Würdigung des Werks. Hier ist man heute von einer Verdammung abgerückt und spricht von einer „αισχρή παρωδία" (Κ. Dimaras), einem „seltsamen Literaturprodukt" (J. Irmscher) oder schlicht von einer „Satire" (H.-G. Beck), zusammengefaßt etwa bei L. Politis (1973): „The humour is strong and successful, but the freedom of speech (and the obscenity) passes all bounds". Ein Text, der naheliegende sexuelle Anspielungen auf den Bartlosen so gut wie nicht kennt, sondern diesen nur grob und derb beschimpft und übertreibend karikiert, kann uns heute in puncto Obszönität nicht mehr beunruhigen. „Seltsam" ist der SPANOS wohl geblieben, auch wenn wir hoffen, daß durch eine so ausführliche wissen-

Vili

Vorwort

schaftliche Präsentierung des Werks, wie sie im folgenden zu geben versucht wird, auch in diesem Bereich byzantinischen Geisteslebens der Prozeß der Entmystifizierung in Gang kommt und bloße emotio nüchterner Betrachtung und ratio weicht. Die vorliegende Arbeit präsentiert im „Paralleldruck" den SPANOS („SPANOS" steht für das Werk, „Spanos" für den Bartlosen) nach dem ältesten für uns erreichbaren Druck ( = Venezianer Volksbuch von 1553, D) und nach den zwei handschriftlich überlieferten Versionen: einmal dem als „Messe des Bartlosen" von E. Legrand in seiner Bibliothèque grecque vulgaire II, Paris 1881, 28—47, aus dem Vind. theol. gr. 244 fol. 121 r—126 r herausgegebenen Text als kritische Neuausgabe (A), zum anderen einem kurzen, nurmehr die Prosateile des Werks umfassenden neuen Text aus dem Vat. gr. 1139 fol. 134r — 160v (B). Ein einheitlicher Text läßt sich aus diesen drei Versionen nicht erstellen. Von einer üblicher werdenden durchgehenden deutschen Übersetzung des Werks sahen wir ab, nicht so sehr aus Furcht vor der „zynischen Verdeutschung all dieser plumpen Schweinereien" (K. Krumbacher, Weiberspiegel 348) als vielmehr, um dem Text gerecht zu bleiben. Eine Parodie lebt von dem Spaß an Verdrehung und Umkehrung von Wort und Form einer bestimmten Vorlage. Dies im Deutschen nachzuvollziehen, war unmöglich. Auch ist die Fülle der Wortspiele und Wortneuschöpfungen nur für das Griechische interessant, sie im Deutschen nachzuahmen, hätte banausisch und langweilig geklungen. Dennoch wurde auf die Übersetzung schwieriger Einzelwörter und längerer meist Prosapassagen nicht verzichtet, um den Leser über unsere jeweilige Textinterpretation nicht im unklaren zu lassen. Dies geschieht im Glossar und im fortlaufenden Kommentar, der auch sonst über die gewöhnlichen „Anmerkungen zum Text" hinausgeht. Neben der Auseinandersetzung mit den abweichenden Lesarten der verschiedenen Versionen war eine fortlaufende Kommentierung der wechselnden Technik der Parodierung und der Struktur jeder einzelnen Hymne zum Verständnis des Werks unumgänglich. Die Zusammenfassung der mehr allgemeinen Prinzipien der Parodierung am Ende unserer literarischen Würdigung des Werks konnte dem ebensowenig ausreichend Rechnung tragen wie die einzelnen Einführungen zu jedem größeren Abschnitt innerhalb des Kommentars. Darüber hinaus mußte im Kommentar das volkskundliche Material, das zur Interpretation unseres Texts zu berücksichtigen ist, aufgearbeitet vorgelegt werden. Eine vollständige Erfassung gerade dieses Materials war allerdings unmöglich. So hätte allein das Studium von Hunderten

Vorwort

IX

von Flüchen und deren Parodie sowie des „dämonischen Hintergrunds" der Spanos-Beschimpfung eigene wissenschaftliche Arbeiten erfordert. Vieles ist zwar berücksichtigt, das Gesamtziel der mehr philologischen Präsentierung und Ausschöpfung mußte jedoch den Vorrang haben. Auch sollte eine Überkommentierung vermieden werden. Die sprachliche Aufarbeitung des Texts geschieht in den Grammatischen Bemerkungen und im Glossar. Die Grammatischen Bemerkungen bringen neben Lautlehre, Formenlehre und der Syntax auch ein Kapitel „Wortbildung", das vor allem die für unseren Text charakteristischen Wortkompositionen und scherzhaften Wortneuschöpfungen zusammenstellt. Das umfangreiche Glossar ersetzt kein Wortregister, enthält aber alle — allerdings nach subjektiven Kriterien ausgewählten •— „wichtigen" Wörter. Das leidige Problem der Transkription griechischer Eigennamen scheint uns eine Teilung erforderlich zu machen. Um einerseits nicht Vlemmydis oder Fotios und andererseits nicht Demaras oder Skoubaras transkribieren zu müssen, geben wir die Einheitlichkeit der Schreibweise zugunsten einer Zweiteilung in „alt- und mittelgriechisch" einerseits und „neugriechisch" andererseits auf. Byzantinische Namen schreiben wir nach der bekannten Bibliothekstranskription um. Für neugriechische Namen halten wir uns trotz einiger Bedenken zugunsten einer erhofften europäischen Vereinheitlichung der Transkription an L. Politis, A History of Modern Greek Literature, Oxford 1973, nach S. XI „Note on Transcription". In der Frage der bei einer Transkriptionstrennung in Agr.-Mgr. und Ngr. notwendigen Festlegung des zeitlichen Einschnitts soll einerseits der eingebürgerte Gebrauch (ζ. B. „Digenis Akritas", nicht „Digenes Akrites"), andererseits das Jahr 1453 ausschlaggebend sein. Bei der Abfassung dieser Arbeit, die der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln im Sommersemester 1974 als Habilitationsschrift vorgelegen hatte, ist mir von vielen Seiten Hilfe zuteil geworden : einmal von Seiten der Bibliotheken, die Handschriften und Drucke des SPANOS aufbewahren, zum anderen von Wissenschaftlern, die bereitwillig auf Anfragen zu Einzelproblemen Auskunft gaben. Namentlich darf ich hier den Professoren E. Kriaras mit seinem Archiv zum Wörterbuch der Mittelgriechischen Volksliteratur, L. Politis, Chr. Patrinelis, Thessaloniki, E. Chrysos, E. Panou-Kakoulidi, Ioannina, dem Direktor des Archivs des Historischen Wörterbuchs der Athener Akademie, Dr. D. Vajakakos, Dr. D. Krekoukias, Athen, Dr. G. Veloudis und Prof. P. Speck, München, und Dr. A. van Gemert, Amsterdam, herzlich danken.

χ

Vorwort

Besonders zu Dank verpflichtet bin ich Prof. D. Georgacas, University of North Dakota, der das Glossar ganz durchsah und wertvolle Anregungen gab, und Prof. A. Kambylis, Hamburg. Zunächst als Gutachter der Habilitationsschrift, dann als einer der Herausgeber der Berliner Reihe Supplementa Byzantina war A. Kambylis nicht nur der „Förderer der ersten Stunde", sondern scheute weder Mühe noch Zeit, zu vielen Einzelfragen der Arbeit seinen wertvollen Rat zu geben und vor allem den gesamten Text des SPANOS noch einmal durchzuarbeiten. Durch diese Überprüfung konnte eine große Zahl von Fehlern korrigiert und der Text an einigen Stellen auf eine neue Grundlage gestellt werden. Den Herausgebern H.-G. Beck, A. Kambylis und R. Keydell danke ich für die Aufnahme meiner Arbeit in ihre Reihe Supplementa Byzantina beim Verlag Walter de Gruyter & Co., einem Verlag, an dem demonstriert werden kann, was Fachkunde in der Buchherstellung heißt, und mit dem die Zusammenarbeit hätte nicht besser sein können. Ohne den großzügigen Druckkostenzuschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft hätte der SPANOS schließlich gewiß nicht die vorliegende noble Form gefunden, die seine ursprüngliche Verbreitung als billiges Venezianer Volksbuch fast vergessen machen läßt. Wenn Prof. H.-G. Beck die kritische Neuausgabe des SPANOS in der Geschichte der Byzantinischen Volksliteratur mit meiner Frau als Mitherausgeberin ankündigt, so erinnerte sich unser verehrter Lehrer gewiß daran, daß er den anregenden Hinweis, sich mit dem SPANOS zu beschäftigen, zunächst ihr gegeben hatte. Ihr kritischer Rat war auch tatsächlich in allen Fragen eine unschätzbare Hilfe. Sie war Fachkollege, native-speaker und verständnisvoller Seelsorger zugleich. Ihr ist das Buch gewidmet. Für alle vorgetragenen Meinungen trage ich allein die Verantwortung. Köln, Juni 1977.

Inhaltsverzeichnis Vorwort

VII

Inhaltsverzeichnis

XI

Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben

XVII

Sonstige Abkürzungen

XXII

EINLEITUNG A. Der Bartlose

3

B. SPANOS a) b) c) d) e) f) g) h)

In der wissenschaftlichen Literatur Die angegriffene Person Autor Publikum Zur Analyse des Inhalts Die Parodie Datierung Lokalisierung

7 10 12 14 16 19 24 26

C. Zum literarischen Genus a) Das vermeintliche literarische Genus „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds" b) Lehrgedichte in der Form des Kirchenlieds c) Streit- und Schmähschriften in der Form des Kirchenlieds . . d) Parodien kirchlicher Texte und Einrichtungen e) Satiren in der Form von parodierten liturgischen und anderen Formularen 1. Psellos' Satire gegen Jakob 2. Papadiamandis' ατιχηρά προσόμοια

29 38 40 44 51 52 55

XII

Inhaltsverzeichnis

D. Textüberlieferung a) Handschriften I Vind. theol. gr. 244 II Vat. gr. 1139 b) Drucke als Venezianer Volksbuch I Vorbemerkung II Die einzelnen Drucke 1) um 1553 2) 1562 3) 1579 4) 1627 5) 1643 6) 1700 7) 1795 8) 1796 9) 1803 I 10) 1803 II 11) 1817 12) 1827 13) 1832

57 57 58 60 64 66 67 67 67 67 68 68 68 69 69 70

E. Textgeschichte

71

F. Zur vorliegenden Ausgabe

75

TEXT

83

KOMMENTAR A. Vorbemerkung

173

B. Titel

173

C. Festtag

174

D. Esperinos a) Sticher a b) Lesungen c) Aposticha, Apolytikion

175 176 178

Inhaltsverzeichnis

XIII

E. Orthros a) Aufbau b) Prooimion c) Kanon 1) Aufbau 2) Einführung 3) 1. Ode 4) 3. Ode 5) Kathisma 6) 4. Ode 7) 5. Ode 8) 6. Ode 9) Kontakion, Oikos 10) Synaxarion α) Einführung ß) Einleitung y) Ή γέννηση του yévouç δ) Tò yévoç των σττανών ε) Tò yévoç του σττανοϋ ζ) Bewährung, Reise η) Erhörung θ) Briefwechsel ι) Heimkehr κ) Das Kämmen der Barthaare und die Folgen λ) Happy end μ) Schluß 11) 7. Ode 12) 8. Ode 13) Megalynaria 14) 9. Ode d) Exaposteilaria e) Polyeleos f ) Ainoi g) Weitere Troparia h) Epitaphios 1) Einführung 2) 1. Stasis 3) 2. Stasis 4) 3. Stasis i) Evlogitaria j) Tòv ήλιον κρύψαντα

178 179 180 181 183 184 184 185 185 186 186 187 189 191 192 195 196 198 200 202 202 203 205 205 205 206 207 208 208 209 210 210 211 214 216 217 218

XIV

Inhaltsverzeichnis

F. Liturgia

218

G. Tischmusik

220

H. 2. Prosateli a) Vorbemerkung b) Mitgiftvertrag 1) Einleitung 2) Vertrag c) Überleitung zum Iatrosophin d) Iatrosophin 1) Arzt und Priester 2) Verwandte e) Heilung

221 223 225 230 232 234 240

I. Schlußverse

241

Anhang : Martini Crusii Scholia

242

GRAMMATISCHE BEMERKUNGEN 1. Phonologie 1.1. Vokalismus 1.2. Konsonantismus

249 249 251

2. Morphologie 2.1. Artikel 2.2. Substantive 2.3. Adjektive 2.4. Zahlwörter 2.5. Pronomina 2.6. Verba 2.7. Präpositionen 2.8. Adverbien 2.9. Konjunktionen 2.10. Interjektionen 2.11. Partikel

252 252 253 255 256 256 258 263 263 264 264 264

3. Wortbildung 3.1. Nominalendung 3.2. Scherz- und Kunstwörter

264 264 266

Inhaltsverzeichnis

XV

3.3. Komposition

267

3.4. Eigennamen, Ortsnamen

270

4. Fremdwörter und dialektische Eigentümlichkeiten

271

5. Syntax 5.1. Artikel 5.2. Kasus 5.3. Komparativ — Superlativ 5.4. Pronomina 5.5. Verb 5.6. Satzunterordnung 5.7. Parataxe

272 272 272 274 274 274 275 276

GLOSSAR

279

Abkürzungsvefzeichnis der bibliographischen Angaben

W. Christ und M. Paranikas, Anthologia Graeca Carminum Christianorum, Leipzig 1871. Διήγησι; τοΰ 'Αλεξάνδρου. The Tale of AlexanAlexander, ed. Holton der. The rhymed version, ed. D. Holton. Βυζαντινή καΐ Νεοελληνική Βιβλιοθήκη 1, Thessaloniki 1974. Ν. Andriotis, Lexikon der Archaismen in neuAndriotis, Archaismen griechischen Dialekten. Schriften der Balkanmission, Linguist. Abt. X X I I , Wien 1974. N. Andriotis, Παράλληλοι σημασιολογικοί έξεAndriotis, ΤΤαράλλ. σημασ. έξελ. λίξει; ε Is τήν έλληνικήν καΐ εΐ; δλλας γλώσσας, Thessaloniki 1960. Ν. Andriotis, Die wechselnde Stellung von Andriotis, Kompositionsglieder Kompositionsgliedern im Spät-, Mittel- und Neugriechischen, Glotta 27 (1939) 92—134. Άθηνδ, Σύγγραμμα περιοδικών της êv 'Αθήναι; Άβηνδ 'Επιστημονική; 'Εταιρεία;, Athen 1889ff. W. Bauer, Griechisch-Deutsches Wörterbuch Bauer, NT zum Neuen Testament 5 , Göttingen 1963. H.-G. Beck, Kirche und Theologische Literatur Beck, Kirche im Byzantinischen Reich, München 1959. H.-G. Beck, Geschichte der Byzantinischen Beck, Lit. gesch. Volksliteratur, München 1971. Byzantinisch-Neugriechische Jahrbücher, BNJb Athen 1920ff. E. Bongas, Τά γλωσσικά Ιδιώματα τή; 'ΗπείBongas, Epirus ρου, Ioannina 1964/66. Byzantinoslavica Byzantinoslavica. Revue Internationale des Études Byzantines, Prag 1929 ff. Byzantion Byzantion. Revue Internationale des Etudes Byzantines, Paris-Liège, Brüssel 1924ff. BZ Byzantinische Zeitschrift, Leipzig, später München 1892 ff. Catal.Cod.Astrol.Graec. Catalogue codicum astrologorum Graecorum Iff. 1898 ff. CGL Corpus Glossariorum Latinorum, ed. G. Goetz, I I Leipzig 1888; I I I Leipzig 1892. Chronik von Morea, ed. Kalonaros TÒ Χρονικόν τοΰ Μορέω;, ed. P. Kalonaros, Athen 1940. Cortelazzo, L'influsso M. Cortelazzo, L'influsso linguistico Greco a Venezia, Bologna 1970. A Chr.

XVIII

Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben

CSHB Crusius' Scholien Deffner, Zakon.Lex. Delatte

Depharanas, ed. Karaiskakis Dieterich, Gesch.

Dig.Akritas, Trapp Dimaras, 'Ιστορία Dim. Lex. Dölger, Schatzkammern Du Cange

ΕΕΒΣπ ΕΕΦΣΤΤΑ ΕΛ 'Ελληνικά Erophili

Erotokritos Frisk, E t y m . W b . Gedeon, Μουσικαΐ διαχύσει; Ginis—Mexas

Corpus Scriptorum Historiae Byzantinae, Bonn 1828 ff. Neuausgabe Martini Crusii Scholia im Anhang zum Kommentar unseres Texts. M. Deffner, Λεξικόν τ η ; Τσακωνική; Διαλέκτου, Athen 1923. Α. Delatte, Anecdota Atheniensia, Bd. I : Textes Grecs inédits relatifs à l'histoire des religions. Bibliothèque de la Faculté de Philosophie et Lettres de l'Université de Liège, Fase. X X X V I , Liège—Paris 1927. Bd. I I : Textes Grecs relatifs à l'histoire des sciences, ib. Fase. L X X X V I I I Liège—Paris 1939. Das Lehrgedicht Λόγοι διδακτικοί τοΟ Trcrrpò; προ; τόν υίόν von Markos Depharanas 1543, ed. S. Karaiskakis, Λαογραφία 11 (1934/37) 1—66. Κ. Dieterich, Geschichte der byzantinischen und neugriechischen Literatur 2 . Die Litteraturen des Ostens in Einzeldarstellungen IV, Leipzig 1909. Digenes Akrites, ed. E . Trapp, Wiener Byzantinistische Studien 8, Wien 1971. K . Th. Dimaras, 'Ιστορία τ ή ; νεοελληνική; λογοτεχνία; 4 , Athen 1968. D. Dimitrakos, Μέγα Λεξικόν όλη; τ ή ; 'Ελληνική; Γλώσση;, Athen 1933—1950. F. Dölger, Aus den Schatzkammern des Heiligen Berges, München 1948. Carolus du Fresne du Cange, Glossarium ad scriptores mediae et infimae graecitatis I — I I , Lyon 1688 (Nachdruck Graz 1958). ΈπετηρΙ; 'Εταιρεία; Βυζαντινών Σπουδών, Athen 1924ff. 'Επιστημονική ΈπετηρΙ; Φιλοσοφική; Σχολή; Πανεπιστημίου 'Αθηνών, Athen 1935 ff. Ν. Andriotis, 'Ετυμολογικό Λεξικό τ ή ; Κοινή; Νεοελληνική;2, Thessaloniki 1967. 'Ελληνικά. Φιλολογικόν, 'Ιστορικόν καΐ Λαογραφικόν ΤΤεριοδικόν Σύγγραμμα τ ή ; 'Εταιρεία; Μακεδονικών Σπουδών, Thessaloniki 1928 ff. Γεωργίου Χορτάτζη Έρωφίλη, ed. S. Xanthoudidis, Texte und Forschungen zur ByzantinischNeugriechischen Philologie 9, Athen 1928. Βιτζέντζου Κορνάρου 'Ερωτόκριτο;, ed. S. Xanthoudidis, Heraklion 1915. H. Frisk, Griechisches Etymologisches Wörterbuch, Heidelberg 1960—1972. M. Gedeon, Μουσικαΐ διαχύσει; οίκιακαί, Νέα Φόρμιγξ 1, Heft 5—7, Athen 1921. D. Ginis, Β . Mexas, 'Ελληνική Βιβλιογραφία 1800—1863 = Πραγματεΐαι τ ή ; 'Ακαδημία; 'Αθηνών 11, Athen 1939—1957.

Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben Hatzidakis,

Einleitung

Henrich, Κλητικές

IF ΙΛ

Irmscher, Bemerkungen

JÖB

Kahane, Italien.ON

Kahane R B Kahane—Tietze, Lingua Franca Kallimachos, ed. Pichard Knös, L'histoire

Kontosopoulos Korais, "At. Koukoules ΒΒΠ Koukoules, Νεοελλ.λέξ.

Κρητ.Χρον. Krumbacher GBL Krumbacher, Fischbuch

Krumbacher, Weiberspiegel

XIX

G. N. Hatzidakis, Einleitung in die neugriechische Grammatik, Leipzig 1892. s. auch MNE. G. S. Henrich, Κλητικές καΐ Γενικές σέ -ο ά π ό 'Αρσενικά σέ -os ο τ ά Μεσαιωνικά καΐ Νέα "Ελληνικά. Diss. Thessaloniki 1976. Indogermanische Forschungen, Straßburg, Berlin 1892 ff. 'Ιστορικόν Λεξικών τής Νέας "Ελληνικής. 'Ακαδημία 'Αθηνών. Athen 1933ff. J . Irmscher, Bemerkungen zu den Venezianer Volksbüchern. Probleme der Neugriechischen Literatur I I I . Berliner Byzantinistische Arbeiten 16, Berlin 1960, 144 ff. J a h r b u c h der österreichischen Byzantinistik, Wien 1969ff. Früher J Ö B G : J a h r b u c h der österreichischen Byzantinischen Gesellschaft, Wien 1951—1968. H. und R. Kahane, Italienische Ortsnamen in Griechenland. Texte und Forschungen zur Byzantinisch-Neugriechischen Philologie 36, Athen 1940. H . und R. Kahane, Artikel „Abendland und Byzanz". Literatur und Sprache. B.Sprache, in R B Reihe A, Band 1, H e f t 3 und 4, Amsterdam 1969/70. H. und R. Kahane, A. Tietze, The Lingua Franca in the Levant. Urbana 1958. Le Roman de Callimaque et de Chrysorrhoé, ed. M. Pichard, Paris 1956. B. Knös, L'histoire de la littérature néogrecque. La période jusqu'en 1821, Stockholm—Göteborg—Uppsala 1962. Ν. Kontosopoulos, T à έν Βενετίς< τυπογραφεία έλληνικών βιβλίων, 'Αθηνά 58 (1954) 286ff. Α. Korais, "Ατακτα, 5 Bde., Paris 1828—1835. Ph. Koukoules, Βυζαντινών Β(ος καΐ Πολιτισμός, 6 Bde., Athen 1947—1955. Ph. Koukoules, Νεοελληνικών λέξεων καΐ φράσεων παλαιοτέρα μνεία. Έ π ι σ τ . Έ π ε τ . Φιλ. Σχολής ΤΤανεπ. 'Αθηνών, Περ. 2,6 (1955/56) 225ff. Κρητικά Χρονικά, Heraklion 1947 ff. Karl Krumbacher, Geschichte der Byzantinischen Litteratur 2 , München 1897. K. Krumbacher, Das mittelgriechische Fischbuch, SB der phil.-hist. Klasse der Bayer. Akad.d.Wiss. München 1903, 3, 345ff. K. Krumbacher, Ein vulgärgriechischer Weiberspiegel, SB der phil.-hist. Klasse der Bayer. Akad.d.Wiss., München 1905, 335ff.

XX

Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben

KZ

Lampe Lex. Langkavel Λαογραφία Lazaris, Λευκαδίτικα Legrand, Bibl.gr.vulg. Legrand, Introd. Legrand X V / X V I I I I bzw. IV

Legrand X V I I

Lehmann, Parodie Λεξ. Ά ρ χ . Λεξ. Δελτίον

Libistros, Lambert

Lineou, 'Απόρρητα LS J Μεγ. 'Ελλ. Έ γ κ . Meyer, Ngr.Stud.

Meyer, Analecta Graeciensia

Mitsakis ML

MNE Moravcsik, Byzantinoturcica

Zeitschrift für Vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der indogermanischen Sprachen begründet von A. Kuhn, Berlin, Gütersloh, Göttingen, 1852 ff. G. W. H. Lampe, A Patristic Greek Lexicon, Oxford 1961. Β. Langkavel, Botanik der späteren Griechen, Berlin 1866. Λαογραφία, Δελτίον της 'Ελληνικής Λαογραφική; 'Εταιρεία;, Athen 1909ff. Chr. Lazaris, Τά Λευκαδίτικα, Ioannina 1970. Ε. Legrand, Bibliothèque grecque vulgaire, 9 Bde., Paris 1880—1896. E. Legrand, Introduction zu Bibl.gr.vulg. II, Paris 1881, X X I V f f . E. Legrand, Bibliographie hellénique ou description raisonnée des ouvrages publiés en grec par des grecs aux XV e et XVI e siècles. Bd. I I I , Paris 1903. IV, Paris 1906. E. Legrand, Bibliographie hellénique ou description raisonnée des ouvrages publiés par des grecs au dixseptième siècle, 2 Bde., Paris 1894. P. Lehmann, Die Parodie im Mittelalter 2 , Stuttgart 1963. Λεξικογραφικών Άρχεϊον της Μέση; καΐ Νέα; 'Ελληνική;, Athen 1915ff. Λεξικογραφικών Δελτίον, έκδιδόμενον έτπμελείςι του διευθυντού του "Ιστορικού Λεξικού τ ή ; Νέα; "Ελληνική;, Athen 1939ff. Le roman de Libistros et Rhodamné, ed. J. A. Lambert, Verhand. d. Koninkl. Akad. v. Wetensch.te Amsterdam, Afd. Lett. N R X X X V , 1935. E. Lineou, 'Απόρρητα, Thessaloniki 1935. H. G. Liddell, R. Scott, H. S. Jones, A Greek English Lexicon 9 , Oxford 1940. Μεγάλη 'Ελληνική Έγκυκλοπαιδεία, Athen. G. Meyer, Neugriechische Studien I—IV, SB der phil.-hist. Klasse der Akad.d.Wiss. Wien 130 und 132, 1893/94—1895. G. Meyer, Zur neugriechischen Grammatik, Analecta Graeciensia, Festschrift zur 42. Philologenversammlung in Wien, Graz 1893, 3ff. K. Mitsakis, Βυζαντινή καΐ Νεοελληνική Παραϋμνογραφία, Κληρονομία 4 (1972) 303 ff. E. Kriaras, Λεξικό τ ή ; Μεσαιωνική; 'Ελληνική; Δημώδου; Γραμματεία;, Thessaloniki 1969ff. (bis Bd. 4 benützt). G. Chatzidakis, Μεσαιωνικά καί Νέα 'Ελληνικά, Athen 1905/1907. s. auch Hatzidakis. G. Moravcsik, Byzantinoturcica II 2 , Berlin 1958.

Abkürzungsverzeichnis der bibliographischen Angaben NE Pangalos, Kret.Lex. Papadopoulos, Pont. Lex. Pernot, Chios PG Philindas, Glossogn. Politis, Παροιμίαι Pont.Lex. Poulologos

Pradel, Gr. Gebete

Prodr.

Psaltes Psaltis, Thrakika RB RE

REDL REW Rohlfs, Lex. Sakellarios, Κυπρ. Sathas, Μεσ. Βιβλ. Schiibach, Metrologie Siapkaras-Pitsillidès, Poèmes d'amour

Somavera

XXI

Νέος Έλληνομνήμων, Athen 1904—1927. G. E. Pangalos, Περί του γλωσσικού Ιδιώματος της Κρήτης, Athen 1955ff. Α. Α. Papadopoulos, Ιστορικόν Λεξικών της Ποντικής Διαλέκτου, Athen 1958/61. Η. Pernot, Études de Linguistique Néo-Hellénique I I I : Textes et Lexicologie des parlers de Chio, Paris 1946. Patrologiae cursus completus. Series graeca, ed. J. P. Migne, Paris 1857—1866. M. Philindas, Γλωσσογνωσία καΐ Γλωσσογραφ(α έλληνική, I — I I I , Athen ο. J. Ν. Politis, Παροιμίαι, 1—2, Athen 1899—1902. s. Papadopoulos. Ό Πουλολόγος, ed. S. Krawczynski, Berliner Byzantinistische Arbeiten 22, Berlin 1960. F. Pradel, Griechische und süditalienische Gebete, Beschwörungen und Rezepte des Mittelalters. Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten I I I 3, Gießen 1907. D. C. Hesseling und H. Pernot, Poèmes Prodromiques en Grec vulgaire, Verh.d.Koninkl.Akad. v.Wetensch.te Amsterdam, Afd.Lett. NR XI, 1, 1910. S. Psaltes, Grammatik der Byzantinischen Chroniken, Göttingen 1913. S. Psaltis, θρςτκικά ή Μελέτη περί τοΟ γλωσσικού ίδιώματοςτής πόλεως Σαράντα Εκκλησιών, Athen 1905. Reallexikon der Byzantinistik, hrsg. von P. Wirth, Amsterdam 1968ff. Realencyklopädie der classischen Altertumswissenschaft, ed. A. F. Pauly und G. Wissowa, Stuttgart. Reallexikon der Deutschen Literaturgeschichte, Berlin. W. Meyer-Lübke. Romanisches Etymologisches Wörterbuch 4 , Heidelberg 1968. G. Rohlfs, Lexicon Graecanicum Italiae inferioris, Tübingen 1964. A. Sakellarios, Τά Κυπριακά II, Athen 1891. K. Sathas, Μεσαιωνική Βιβλιοθήκη, Venedig— Paris 1872—1894. E. Schiibach, Byzantinische Metrologie, München 1970. Th. Siapkaras-Pitsillidès, Le pétrarquisme en Chypre. Poèmes d'amour en dialecte chypriote d'après un manuscrit du X V I I e siècle, Athen 1952. Alessio da Somavera, Tesoro della lingua grecavolgare ed italiana, 2 Bde. Paris 1709.

Sonstige Abkürzungen

XXII Sophocles, Lex. Soyter I

Soyter II Staphidas, Legrand Thumb, Die german. Elemente

Trapp, Vulgärorakel

Triandaphyllidis, Lehnwörter Tzartzanos Vassiliev, Anecdota Veloudis

Vierfüßlergeschichte Wagner, Carmina

E. A. Sophocles, Greek Lexicon of the Roman and Byzantine Periods, Cambridge 1914. G. Soyter, Humor und Satire in der byzantinischen Literatur. Bayerische Blätter für das Gymnasialschulwesen 64 (1928) 147—162 und 224—239. G. Soyter, Griechischer Humor von Homers Zeiten bis heute2, Berlin 1961. Joh. Staphidas, Ίατροσόφιον, ed. E. Legrand, Bibl.gr.vulg. II, Paris 1881, Iff. A. Thumb, Die germanischen Elemente im Neugriechischen. Germanistische Abhandlungen, Hermann Paul zum 17. März 1902 dargebracht, Straßburg 1902, 225 ff. E. Trapp, Vulgärorakel aus Wiener Handschriften, ΑΚΡΟΘΙΝΙΑ. Sodalium Seminarli Byzantini Vindobonensis Heriberte Hunger oblata, Wien 1964, 83—120. M. A. Triandaphyllidis, Die Lehnwörter der mittelgriechischen Vulgärliteratur, Straßburg 1909. A. A. Tzartzanos, Νεοελληνική Σύνταξα2, Athen 1946/63. Α. Vassiliev, Anecdota Graeco-Byzantina, Moskau 1893. G. Veloudis, Das griechische Druck- und Verlagshaus „Glikis" in Venedig (1670—1864). Schriften zur Geistesgeschichte des Östlichen Europa 9, Wiesbaden 1974. Vierfüßlergeschichte, ed. V. Tsiouni, München 1972, erschienen 1975. G. Wagner, Carmina Graeca Medii Aevi, Leipzig 1874.

Sonstige Abkürzungen agr. ait. AT EN Esp. Hirm. Hör. Komm. mgr. ND

altgriechisch altitalienisch Altes Testament Eigenname Esperinos Hirmologion Horologion Kommentar mittelgriechisch Nachdruck

ngr. NT ON Orthr. Pap. Parakl. Prophet. Triod. venez.

neugriechisch Neues Testament Ortsname Orthros Papyri Parakletike Prophetologion Triodion venezianisch

1. Holzschnitt Spanos. Druck Venedig ,,1553'

Α. DER BARTLOSE Τρεις σττανοί άττό τήν Πόλη πέντε τρίχες είχαν όλοι · •ήρθε κι ivas Τηνιακό;, ττέντε τρίχες μοναχός. Bpè καλώς τον πολυγένη κι άττό ττο06ε κατεβαίνει ; Ά π ' τήν Πόλη κατεβαίνω καΐ στή Βενετία πηγαίνω. Πάω ν' άγοράσω χτένια, γιατί μ' έφαγαν τά γένια . . .

Drei Bartlose aus Konstantinopel hatten zusammen fünf Barthaare. Dann kam noch einer aus Tinos, der hatte allein schon fünf. „Grüß dich, Vielbart, woher des Wegs?" „Von Konstantinopel komme ich und nach Venedig zieh' ich, einen Kamm zu kaufen, weil ich mich vor Barthaar nicht mehr retten kann." Diese volkstümlichen Verse spiegeln nicht nur die Überlieferungsgeschichte unseres SPANOS wieder, dessen Weg von Konstantinopel nach Venedig zu begründen sein wird, sondern die Popularität des Bartlosen bis auf den heutigen Tag: das Volkslied1 ist Textgrundlage eines griechischen Schlagers im Jahre 19732. Der Bartlose ist populär, weil er lächerlich ist. Lächerlich ist sein Aussehen allgemein und besonders sein spärliches Barthaar: Drei Bartlose mit zusammen fünf Haaren im Lied, in unserem Text erwirbt der Bartlose mit größter Mühe schließlich 33/4 Barthaare. Als absolut bartlos wird auch heute der Spanos nicht vorgestellt. Die Etymologie von criravós schließt diesen absoluten Gebrauch aus3. Äußere Abnormität und Häßlichkeit lassen auf Charaktereigenschaften wie listige Gemeinheit und böse Schlauheit schließen. Das jeden Bartlosen begleitende Attribut ist zumindest πονηρός, oft auch 1

2 3

Aufgezeichnet etwa bei P. Seferlis, Λαογραφία 4 (1912/13) 137, wiederabgedruckt bei D. Petropoulos, 'Ελληνικά Δημοτικά Τραγούδια II, Βασική Βιβλιοθήκη 47, Athen 1959, 211. S. etwa G. Georgiadis, Πανηγύρι, His Masters Voice CSDG 47. S. Glossar s. v.

l*

4

Einleitung

κακός oder übersteigert διάβολος und σατανάς, faßbar etwa im griechischen Märchen, wo sich der Bartlose „entweder als Typus des Schlaukopfs, der mit List das Gut des Mitmenschen zu entwenden, oder als Typus des gottlosen Bösewichts, der ohne Zurückhaltung einen Unschuldigen zu vernichten sucht. Weiter ist der Bartlose zufolge seiner Habgier ebenso schlau wie leichtgläubig und spielt in den Volkserzählungen oft die Rolle des dummen Teufels. Er ist aber wegen seiner Verwegenheit imstande, einen körperlich überlegenen, geistig aber tieferstehenden Gegner, wie es ein Riese ist, mit List zu besiegen. So bildet der Bartlose auch eine Figur, die zu munteren Rollen geeignet ist und in vielen Volksschwänken als Held auftritt."4 Diese Charakterisierung des Bartlosen umgreift zumindest den Balkanraum sowie den Nahen und Mittleren Osten6. Neugriechische Sprichwörter zum Spanos sind reich belegt. Bezeichnet wird in ihnen das Adynaton des Bartwuchses beim Bartlosen6 und die Warnung vor ihm7. 4

G. Megas, Der Bartlose im neugriechischen Märchen, Beiträge zur vergleichenden Erzählforschung, hrsg. von K. Ranke, Festschrift für Walter Anderson, Helsinki 1955, wiederabgedruckt in Λαογραφία 25 (1967) 254ff., 267. 6 Aus den Märchen erschlossen etwa bei W. E b e r h a r d — P . N. Boratav, T y p e n türkischer Volksmärchen, Wiesbaden 1953, 15, mit weiterer Literatur, die ζ. T. auch bei Megas, a. a. O. 257 Anm. 3, verzeichnet ist. F ü r den griechischen R a u m ist das Märchenmaterial zum Spanos bei Megas a. a. O. aufgearbeitet. • ούλα γίνονται, μοναχά τού σπανού τ α γένεια δέ γίνονται: Ν. Politis, ΤΤαροιμίαι I I I , Athen 1901, 665 Nr. 21; ähnlich 664 Nr. 18. So auch Λαογραφία 3 (1911) 221 aus Serres; ib. 5 (1915) 7 aus dem Epirus; ib. 6 (1917) 38: όλα ίντανε, τΐ 'κ'όσέ τ ά γένα μαναχόν κΐ φυτρώννε: pontisch κιοσές türk. „köse" f ü r den Bartlosen. S. auch D. Zevgoli-Glezou, Παροιμίες ά π ό τήν Άπείρανθο της Νάξου, Λαογραφία Παράρτημα 6 (1963) 83. Das gleiche Sprichwort auch türkisch: her sey olur biter, kösenin sakah bitmez. Auf einer anderen Ebene: είδα ' γ ώ πολλούς σπανού;, μά ' χ α ν καΐ κάπου τρίχα: Ν. Politis, 'Ερμηνευτικά εις τάς βυζαντινός παροιμίας, Parnassos 2 (1898) 90f.; ähnlich bei Zevgoli-Glezou a. a. O. 280. Mit anderem Sinn: πιδς τ ό σπανό π ά ρ ' τ ά 'ένυα dou: Zevgoli-Glezou a. a. O. 254. 7 R. Aravantinos, Παροιμιαστήριον ή Συλλογή παροιμιών âv χρήσει ούσών π α ρ ά τοϊς Ήπειρώταις, Joannina 1863, 24 Nr. 127: ά π ό σπανόν άνθρωπον μακρυά τ ά ροϋχά σου. Κ. Ν. Kanellakis, Χιακά 'Ανάλεκτα, Athen 1890, 283, 537: ό θεός νά σέ φυλάγη ά π ό σπανόν άνδρα κι ά π ό μαλλιαρή γυναίκα, ähnlich 286, 560. So auch bei I. Venizelos, ΤΤαροιμίαι δημώδεις 2 , Ermupolis 1867, 22, 283; Zevgoli-Glezou a. a. O. 280. Ά π ό α σ τ ρ α π ή καΐ ά π ό βροντή, ά π ό βροχή καΐ χιόνι, ά π ό καμπούρη καΐ σπανό ó θεός νά σέ γ λ υ τ ώ ν η : Venizelos a. a. O. 22, 283, und Λαογραφία 8 (1921) 541 aus Ägina. I n anderen Sprichwörtern ist der Bartlose n u r Beispiel: είναι πολλοί μπαρμπέριδες γ ι α του σπανού τ ά γένεια: Ρ. Ν. Papageorgiou, Zu den mittelgriechischen Sprichwörtern, BZ 3 (1894) 575. . . . ό σπανός θά κάμη π ί τ τ α : Zevgoli-Glezou a. a. O. 280.

Der Bartlose

5

Die Einschätzung des Bartlosen als hinterhältigen, listigen und dadurch gefährlichen Menschen ist alt: τότε υπέδειξε ν (seil, ό άγγελος) αύτοϊς του δαίμονα τόυ εν τω ίερώ κατοικούντα ώς Αιθίοπα μαύρον ώς ή άσβολή* πρόσωπον οξύ καθάπερ κυνός, σπανογένειος τρίχας εχων άχρι ποδών, οφθαλμοί πυροειδεϊς, σπινθήρας εξερχομένας εκ του στόματος αύτοϋ, και εκ των ρινών αυτού έξήρχετο καπνός ώσεί θεάφιν wird in der Passio Bartholomaei8 ein Dämon beschrieben. Dabei bezeichnet σπανογένειος nicht den „Bartlosen", sondern zunächst einmal einen Mann mit spärlichem Bartwuchs 9 . Der Bartlose selbst heißt damals noch αγένειος, was die mittelalterlichen Glossare mit i m b e r b i s übersetzen im Gegensatz zum m a l e b a r b i s für σπανοπώγων bzw. σπανός10. Die frühen Belege für σπανός unterstreichen diese Interpretation 11 . Auch im kanonischen Recht fällt der Bartlose unter die αγένειοι — ζ. T. „Kinder" — und ist von den Eunuchen zu trennen. Beiden ist die Aufnahme in ein Kloster verwehrt, beide scheinen aber zu allen Zeiten dort gelebt zu haben12.

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12

Zu der neugriechischen Beschimpfung des Bartlosen als άκάθαρτος s. A. A. Papadopoulos, ΦρασΕολογικά, Λεξ. Δελτ. 7 (1955) 141. Allgemein zum Bartlosen in griechischen Sprichwörtern s. auch Megas a. a. O. 256. ed. R. A. Lipsius—-M. Bonnet, Acta Apostolorum Apocrypha II, 1, ND Darmstadt 1959, 146, 24. Ähnlich μικρόγενυς bei Adamantios Sophistes, ed. R. Förster, Script, physiogn. Graeci et Latini I, Leipzig 1893, 371 f.: ol δέ μικρογένυες κακοί τά πάντα, μάλιστα δέ ώμοί καΐ Ιπίβουλοι. S. CGL I I 126, 31 und 435, 17. Cf. auch II 79, 17; 24; 25. 216, 17. I I I 181, 8. 252, 44. 329, 60. 487, 40. 507, 8: imberbis αγένειος. I I I 329, 63: άραιοπώγων malibarbis. Historia Lausiaca, ed. C. Butler, Cambridge 1898, 58, 5: ήν δέ τό είδος αύτοϋ ύττοκόλοβον, σπανόυ, έπΐ τοΟ χείλους μόνον εχων τρίχας, καΐ ε!ς τό άκρον του ττώγωνος. Pseudo-Epiphanios, Vita proph. Danielis, PG 43, 424 C: ήν άνήρ ξηρός μέν καΐ σπανός τήν εΐδέαν, άλλ' ωραίος εν χάριτι Υψίστου. Malalas, Chron., ed. L. Dindorf, Bonn 1831, 88, 19: ό δε Ιππόλυτος . . . οδόντας εχων μεγάλους, σπανός τό γένειον, κυνηγέτης. So auch ib. 262, 8. 304, 9. 313, 9. Kyrill von Skythopolis, Vita des Sabas, ed. E. Schwartz, Texte und Unters. 49, 2 (1939) 107, 3: . . . άπό τότε της γενειάδος, ώς είρηται, καταφλεχθείσης καΐ μηκέτι αϋξησιν δεξαμενής διεμεινεν σπανός. Achmet, Oneirokritikon, ed. F. Drexl, Leipzig 1925, 17, 24: έάν ίδη τις, ότι σπανός Ιγένετο, είς θλϊψιν μακράν καΐ μεγάλην πτωχείαν καΐ αΐσχύνην ήξει. Die Belege bei Pseudo-Polemon, ed. R. Förster, Script, physiogn. Gr. et Lat. a. a. O. I 371 f. und in einigen Handschriften bei Claudius Ptolemaios, Tetrabiblos, ed. F. E. Robbins, London 1940, 310 sind verderbte spätere Lesarten. A. Dmitrijevskij, Die Klosterregeln des hl. Sabbas (russ.), Arbeiten der Kiewschen Geistl. Akademie 1890, Januarheft S. 178; wiederabgedruckt bei E. Kurtz, BZ 3 (1894) 168. Oi συλλεχθέντες όροι καΐ βεβαιωθέντες κατά τό ,αψξε', ed. Α. Papadopoulos-Keramevs, 'Ανάλεκτα Ίεροσολυμιτικής σταχυολογίας II, Lenin-

6

Einleitung

Hat sich die neugriechische Volkskunde mit der Gestalt des bösschlauen Bartlosen im Sprichwort und Märchen, und haben sich die Klostertypika mit dem Schutz vor dem Spanos schon intensiv auseinandergesetzt, so steht die Beschäftigung mit dem literarischen SPANOS noch aus, obwohl unser Text bereits ca. 1553 zum ersten Mal und dann in reicher Folge bis 1832 als Venezianer Volksbuch gedruckt und, allerdings in einer verstümmelten Version, 1881 aus dem Vind. theol. gr. 244 kritisch ediert worden war13. Gerade die Herausgabe dieses fragmentarischen Texts trug wohl eher zur Verwirrung bei. Anders ist es kaum zu erklären, daß die Verhöhnung, mit der der Bartlose zu allen Zeiten und allenthalben im griechischen Kulturraum traktiert wurde, sich auch auf sein literarisches Debut als Spanos im SPANOS übertrug und er sich damit als Prügelknabe der byzantinischen Literaturgeschichte etablierte, ohne je nach wissenschaftlichen Kriterien und vor allem in seiner vollständigen Fassung untersucht worden zu sein. Der volkstümlichen Schelte des Spanos folgte die literaturwissenschaftliche Schelte des SPANOS auf dem Fuß.

13

grad 1894, 358 Absatz 15. Ph. Meyer, Die Haupturkunden für die Geschichte der Athosklöster, Lpzg. 1894, 147, 5. 154, 16. 170, 28; 32. 173, 17. 174, 4. 175, 10. 181, 11. 182, 16. 183, 30. 199, 6. 209, 5; 9; 18. 211, 34. 212, 10. 216, 18. 249, 30. S. auch ib. S. 44 Anm. 5. K. Rhallis, Die Klosterklausur nach dem griechischen Kirchenrecht, Festschrift Emil Friedberg, Leipzig 1908, 129 ff. P. Placidus de Meester, De monachico statu iuxta disciplinam byzantinam, Fonti Serie II Fase. X, Vatikanstadt 1942, Artikel 26 § 3 Abs. 2 mit ausführlichem Kommentar S. 167 f., besonders Anm. 6 auf S. 168; s. auch Anm. 4 auf S. 350. H.-G. Beck, Kirche und theologische Literatur im Byzantinischen Reich, München 1959, 139. E. Legrand, Bibl. gr. vulg. II, Paris 1881, 28—47.

Β. SPANOS 1 ) a) In der wissenschaftlichen Literatur Der Bartlose unseres Texts wird literarisch attackiert in der äußeren Form einer Parodie einer liturgischen Messe und anderer Formulare. Ihre literarische Einordnung hatte die „Messe des Bartlosen" damit im Genus der „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds" gefunden. War man in der wissenschaftlichen Literatur diesem Genus ohnehin schon alles andere als wohlgesonnen, witterte man schon bei dem bloßen Gebrauch der Form des Kanons für wissenschaftliche Traktate Katachrese, Profanierung heiliger Rhythmen und Kulturverfall, so war unser SPANOS stets von den schrecklichen Produkten das schlimmste. Alexander Helladius2 äußert sich zum Text unseres Drucks im Jahre 1714 in aller Kürze so: „Spanus, liber plane impius, quem nonnulli in contumeliam S. Chrysostomi, iussu Eudoxia Augustae ab ethnico quodam concinnatum esse existimarent". Erstens ist der Text plane impius und zweitens wird hinter dem verspotteten Bartlosen der Hlg. Chrysostomos gesehen3. Mit Recht verweisen Legrand 4 und nach ihm Krumbacher 5 auf den wahrscheinlichen Ursprung dieser Legende: in der byzantinischen Ikonographie wird Chrysostomos als fast bartloser junger Mann dargestellt®. Legrand weigert sich, auf die „schwierige Analyse" des Werks einzugehen und überläßt 1

Wie auch schon oben wird SPANOS für das Werk, Spanos für den Bartlosen gebraucht. 2 Status Praesens Ecclesiae Graecae, Nürnberg ( ?) 1714, 6. 3 Wie verbreitet diese Ansicht war, zeigt die Bemerkung von M. Gedeon, Μουσικά! διαχύσεις, 5: „ . . . coró της IH' έκατονταετηρίδος καΐ ττρότερον οί κατά τήν όρθοδοξοϋσαν 'Ανατολήν "Ελληνες έπίστευον τήν „φυλλάδα τοΟ Σ-ττανοϋ" Ιργον 'Αρμενίων κατά του Ιερού Χρυσοστόμου γραφέν". 1 Introd. X X V f. 5 GBL 810. • , , Ό άγιος 'Ιωάννης ó Χρυσόστομος, νέος όλιγογένης", s. Legrand, Introd.XXVI. Knös, L'Histoire . . 149, scheint die Berufung auf Joh. Chrysostomos aus Gründen der chronologischen Einordnung der Sprache unseres Texts „in das 12. oder 13. J h . " ablehnen zu wollen.

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Einleitung

dies einer „gewandteren Feder" 7 , die vielleicht im Stande sein werde „pour gazer la crudité rabelaisienne des expressions dont est émaillée cette grossière et indécente parodie de la liturgie grecque" 8 . So kommt es auch, daß Legrand seinen aus dem Vind. theol. gr. 244 herausgegebenen Text nur so oberflächlich mit dem ihm bekannten Text des Venezianer Volksbuchs SPANOS verglich9, daß er sein Urteil auf den Satz beschränkte: „Le texte du manuscrit de Vienne est infiniment plus obscène que celui imprimé a Venise, . ." 10 . Er übersah dabei nicht nur die metrische Form des Werks11, sondern auch, daß der Venezianer Druck im Gegensatz zum Text der Handschriften den vollständigen Text bewahrt 12 . Dafür druckt er aus dem Venezianer Volksbuch von 1817 ein Epigramm in byzantinischen Zwölfsilbern mit der Akrostichis γελώ σε ab, in dem der Autor unseres Werks selbst von dem Scherzcharakter des SPANOS spricht. Obwohl Legrands Interpretation dieses Epigramms in die richtige Richtung ging13, glaubte Krumbacher aus den Versen ληφθείς γάρ αίσχρως εν ττράξεσι δαιμόνων ώς είχες, ήλθες ταύτας έπιζητήσαι „unzweideutig" herauslesen zu können, daß „das widerliche Machwerk" bei Leuten beliebt war, die dem Diabolismus ergeben waren" 14 . Unsere zwar derbe, aber doch immer harmlose Verspottung des Bartlosen wird so in Verbindung gebracht „mit jenen im Mittelalter wie in der neueren Zeit verbreiteten sakrilegischen Verirrungen, die in das 7

Auch später wird immer wieder betont, wie wichtig die wissenschaftliche Aufarbeitung des Textes sei: Krumbacher GBL 810; G. M. Valettas, Msy. Έ λ λ . Έ γ κ . 22, 197; J. Irmscher, Bemerkungen a. a. O. 149. 8 Introd. X X V . 9 Legrand, Introd. X X V Anm. 1 bevorzugte den Druck von 1817 vor den ihm bekannten älteren Drucken zum Vergleich mit dem handschriftlichen Text. 10 Introd. X X V . 11 S. dann Krumbacher GBL 810: „Übrigens h ä t t e der Herausgeber das Stück nicht in Prosa drucken sollen; der metrische Charakter ist trotz mancher Verunstaltung des Textes noch völlig deutlich erkennbar". Dieterich a. a. O. 53 und Knös a. a. O. 148 nennen es wieder ein „Prosawerk". 12 Unmittelbar zuvor h a t t e er sich noch über die Korruptheit des Textes beklagt (XXV): ,,Ce texte est, ainsi qu'on en pouvra juger, excessivement corrompu, et j'avoue que, en plus d'un endroit, il m' a été impossible d' y introduire la plus légère correction". 13 Introd. X X V I I : „ u n simple jeu d' esprit". Verweisen könnte man hier auf die Schlußverse von Psellos' Schmähgedicht gegen den Sabbaiten, ed. L. Sternbach, Wiener Studien 25 (1903) V. 314 TOÎS έμμέτροΐζ τέθεικα πσίγνιον Aóyois oder 317 ooç TOÎS ΐάμβοις τοις έμοϊζ τεθείς γέλωζ, wo ebenfalls von dem beabsichtigten γέλως ausdrücklich die Rede ist. 14 GBL 810.

Spanos

9

unheimliche Gebiet des Satanismus und Sadismus gehören"15. Ja, Krumbacher versteigt sich sogar zu folgender Behauptung: „Wenn auch offenbare Gotteslästerungen und schmutzige Parodien des kirchlichen Ritus, wie sie in der schwarzen Messe üblich sein sollen, im SPANOS nicht vorkommen bzw. nicht angedeutet werden, so erklärt sich das aus der Furcht vor der geistlichen und weltlichen Obrigkeit, und man kann vermuten, daß es neben dem veröffentlichten Texte noch einen weit schlimmeren esoterischen gab"16. Wie wenig eine geistliche und weltliche Obrigkeit, wenn sie überhaupt dagegen vorgehen wollte, gegen derlei Schabernack ausrichten konnte, könnten beispielsweise die endlose Reihe der Konzilsentscheidungen zu diesem Thema bis herab zum jährlich wiederkehrenden und in aller Regelmäßigkeit völlig wirkungslosen Aufruf des heutigen Metropoliten von Patras gegen die Sünde der karnevalistischen Bubereien in seiner Stadt genauso gut zeigen wie die Auflagenstatistik des SPANOS als Venezianer Volksbuch. Und das nur für den griechischen Raum17. Was hierzulande zur Karnevalszeit, am Tag der unschuldigen Kindlein oder der Beschneidung Christi der episcopus puerorum alles treiben durfte und trieb, was an lustigen — nicht schmutzigen — Liedern in Umlauf war, ist nicht schwer zu finden18. Einen „weit schlimmeren esoterischen" Text als den vorhandenen zu vermuten, ist unhaltbar und schwebt völlig in der Luft19. 15 16

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ib. ib. . An den Schutz der ,,segensreichen Einrichtungen des Reiches Gottes auf E r d e n " durch „wachsame Polizei" h a t t e auch F. Dölger, Byz. Satire a. a. O. geglaubt. I m übrigen schließen „Schwarze Messen" eine Verspottung oder Parodierung eines kirchlichen Textes aus. S. auch Liede R E D L I I I 1 (1966) 62. Knös a. a. O. 149 h a t also völlig recht, wenn er schreibt: „Les cérémonies religieuses étaient souvent parodiées, mais l'Eglise montrait une grande tolérance et laissait passer ces facéties. Nous connaissons plusieurs écrits de cette époque de Byzance qui t r a i t e n t d ' u n e façon qui étonne un lecteur moderne de sujets plus ou moins délicats et susceptibles". Cf. etwa auch die Anmerkung eines Mönchs bei N. Veis (Bees), Les Manuscrits des Météores Bd. 1, Athen 1967, Cod. 645 ε' (S. 699), B l a t t X V I I / X V I I I . S. etwa Ε. Κ. Chambers, The mediaeval stage I, Oxford 1893, 274—371; F. Lehr, Studien . . . , passim; Lehmann, Die Parodie . . , passim; Η. Schaller, Parodie und Satire der Renaissance und Reformation, Forschungen und Fortschritte 33 (1959) 183—188 und 216—219; E. Rotermund, Gegengesänge, München 1964, 16f. und 52ff.; A. Liede R E D L I I I 1 (1966) s . v . „Parodie", bes. 16; 26; 50. C. Krug, Satire und Humor bei den Byzantinern, Beilage zur Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 31. 12. 1899, Berlin, 3, spinnt seine Vermutungen in eine andere Richtung: „Vielleicht bietet sich aber insofern ein Weg dar, als man die verwandten Anklagen gegen den Templerorden, welcher ja gerade zu dem von Krumbacher angesetzten Zeitpunkte seiner Katastrophe entgegenging, mit dem Gedanken im Spanos vergleichen d a r f " .

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Schon A. Heisenberg20 widersprach diesen Theorien: „Von einer „Messe" im eigentlichen Sinn ist gar keine Rede, und von irgendwelcher Verspottung liturgischer oder kirchlicher Einrichtungen findet sich keine Spur. Es liegen aber auch keine tiefen Geheimnisse hier verborgen, sondern dunkel ist oft nur die präzise Bedeutung der Unmasse von schmutzigen Schimpfwörtern"21. Zwei Jahre vorher22 hatte Heisenberg noch als ein Anhänger der „Schwarze-MesseTheorie" betont, daß er die Messe des Bartlosen „nicht für eine Verspottung der Bartlosen oder für ein antikirchliches Pamphlet halte, sondern für eine der schlimmsten und zugleich charakteristischsten Äußerungen des mittelgriechischen Teufelskults". Jetzt: „ich würde das Werk für nichts als eine literarische Verspottung des Bartlosen halten, verfaßt von einem mit dem Kirchenliede wohlvertrauten Mann. Allein manche Züge weisen direkt auf dramatische Behandlung hin"23.

b) Die angegriffene Person Ist nun unser Werk gegen einen bestimmten Bartlosen gerichtet oder beschimpft unser Autor pauschal die Spanoi? Nach der Ab20

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22 23

BZ 14 (1905) 660 f. in der Besprechung von H. Reich, Der König mit der Dornenkrone. Auch Soyter I 231 und Beck, Gesch. der Byz. Volksliteratur 195 lehnen diese Hypothese Krumbachers ab: Beck a. a. O. : „Die schwarze Messe dient dem Zauber und der schwarzen Liebesmagie, während es sich hier um eine einfache, wenn auch ziemlich unsanfte Verspottung eines Bartlosen handelt." BZ 12 (1903) 361 in der Besprechung von H. Hubert, Magia. Mario Vitti versucht in seiner „ E i n f ü h r u n g in die Geschichte der neugriechischen Literatur", München 1972, 11, auf einen neuen Aspekt der Betrachtung aufmerksam zu machen: „Noch offensichtlicher aber wird die Parodie der Werte in der sogenannten Messe des Bartlosen. Sie stellt eine offene Revolte gegen die strengen Normen des mittelalterlichen Lebens, gegen die Tabus des religiösen Kultus und der Moral (Schamgefühl und Anstand) dar. I n Form des zelebrierten Teils der Messe erzählt der Autor von einem bartlosen Mann — eine Eigenschaft, die in einer Gesellschaft, in der der B a r t als Zeichen männlicher Würde angesehen wird, durch und durch negativ ist —, schafft irrationale und widersprüchliche Situationen und macht sich schließlich über die Normen der Logik lustig. Bereits der Titel des kleinen Werkes macht seine Absichten deutlich, nämlich gegen die Normen des gesunden Menschenverstandes durch einen Antikonformismus, wie er damals begriffen werden konnte, zu verstoßen: Messe des . . . Bartlosen . . . in demselben Monat des laufenden J a h r e s " . Durch die vorliegende Präsentierung des „ n e u e n " SPANOS erledigen sich einige dieser Hypothesen wohl von selbst, andere m ü ß t e n im neuen Zusammenhang präzisiert werden.

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Weisung der Eudoxia-Joh. Chrysostomos-Theorie (s. o. S. 6) entschließt man sich heute zumeist für die generelle Beschimpfung der Bartlosen 1 . Dies widerspricht sowohl dem Inhalt des Texts als auch der in diesem Genus üblichen Art des satirischen Angriffs. Zunächst sind ein paar Sätze, in denen der Autor eine persönliche Meinung auszudrücken scheint, auffällig: D 1292ff. έφριξα κάγώ, όταν ήλπιζα εχειν σε φίλου, όμως έλαθώθην ώς άνθρωπος, πλην καλά επέγνων σου την διαγωγήν. D 1378ff. δέξου δώρημα τον Ομνον τούτον, δνπερ εκοπίασα διά σέ, όπως σε γινώσκουσιν άπαντες. D 1404: πεπυρωμένον τό πρόσωπον σου, καί εγώ ήγάπησα αύτό. Obwohl ein Teil dieser Sätze Parodie ist, ist die persönliche Hinwendung des Autors an einen Gegner und seine persönliche Enttäuschung über die Schlechtigkeit eines bestimmten Bartlosen nicht zu übersehen. Die Rache soll die Aufdeckung von dessen wahrer Gestalt sein. Ob die im Gesamtwerk zu beobachtende Tendenz des Anprangerns der Schandtaten des Spanos, verbunden mit deren und dessen Beschimpfung, Verfluchung und magischen Bannung, insgesamt eine Fiktion ist oder aber auf ein echtes Haßgefühl gegenüber diesem bestimmten Spanos zurückgeht, kann nicht eindeutig entschieden werden. In Anbetracht unserer umfangreichen, ausgefeilten und durchstilisierten Parodie müssen wohl beide Momente eine Rolle gespielt haben. Ohne persönlich erlittene Schmach von Seiten eines Bartlosen ist die Schärfe der Satire, ohne die übertreibende Behandlung eines wohl eher nichtigen Anlasses und die Lust an der Ausgestaltung dieser Fiktion ist die Güte und die Länge der Parodie kaum zu erklären. Nicht zu übersehen ist weiterhin in D nicht nur das Grabepigramm auf einen bestimmten Spanos, sondern der schlimmste und schlauste aller Bartlosen, „von dem diese Schrift handelt" (D 586f.), wird ausdrücklich vom Genus der Bartlosen herausgehoben, nach alter, hier verdrehter Tradition ausführlich porträtiert und mit Namen und Stammbaum vorgestellt. Auf der anderen Seite steht der eine durchaus für die vielen. Es wird so gewesen sein, daß die ursprünglich angegriffene Person sehr 1

S. Legrand, Introd. X X V I ; Krumbacher GBL 809; Knös, L'Histoire 149; Beck, Geschichte der Byz. Volksliteratur 195 („Verspottung des Bartlosen, also des eunuchoiden Menschen"). Nur Dimaras, 'Ιστορία 36, schließt eine persönliche Satire nicht ganz aus. Für Mitsakis 354 wendet sich „Die Messe des Bartlosen" dann „gegen eine bestimmte, uns heute unbekannte Person, die sehr wahrscheinlich ein hohes Kirchenamt innehatte".

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schnell vergessen war, das Werk aber erst dann an Popularität gewann. Der Allgegenwart, der Zeitlosigkeit und der generellen Schlechtigkeit aller Bartlosen, der dann nur wieder durch die Verhöhnung durch alle Menschen begegnet werden kann, ist jedenfalls schon von Anfang an im Werk zu begegnen. Auf keinen Fall kann die traditionelle und in griechischen Sprichwörtern und Märchen oft bezeugte Unbeliebtheit des Bartlosen als Hauptzweck seiner großangelegten Verspottung in der Form einer Parodie angesehen werden2. Die Ursachen für eine generelle Verspottung der Bartlosen mögen im östlichen Kulturraum immer vorhanden gewesen sein, der Anlaß zu einer so umfangreichen Satire kann nur ein bestimmter Spanos gewesen sein. c) Autor Eng verbunden mit der Frage nach dem möglicherweise persönlichen Gegner des Autors stellt sich die Frage nach dessen Milieu und dem Autor selbst. Eine endgültige Klärung wird es bei dem augenblicklichen Stand der Textüberlieferung hierbei genauso wenig geben können wie etwa in den f r a g e n nach der Datierung und Lokalisierung des Werks. Die Anonymität ist vollständig. Weder die einmal auftauchende Akrostichis noch die Fülle der Eigennamen lassen einen zwingenden Schluß zu und sind von Anfang an auf γέλως und nicht auf Information ausgerichtet. Auffällig ist immerhin der Klosterbereich, der in A stärker durchscheint als in D. Während der intendierten Ansiedlung des Vortrags der διήγησις, d. h. des συναξάριον des Bartlosen in D im Kloster die letzte Beweiskraft fehlt, sind die parodierten Essensriten mit erbaulichem Vortrag während der Mahlzeit (D 1663ff.) eindeutig auf das Kloster festgelegt. Auch die parodierten Angaben des Sprechers ÙTTÒ ίδιώτου und ημών δέ πάντων άκροωμένων μετά σιγής και εΰλαβείας πολλής in D 1676f. zeigen in diese Richtung. Dennoch können auch diese Angaben selbst wiederum Parodie sein. Ziemlich eindeutig ist die Version A im Kloster anzusiedeln. A 343 ff. ist eine persönliche Begebenheit eingeschoben, die sich nur auf das Kloster des Bearbeiters bzw. Abschreibers beziehen kann: εδωκας κυρ 'γούμενε τους καλόγερους δικόυημαν, του κελλάρηυ τον δόλιον κλειδίν εις την κόξαν του, όλους όνειδίζει και κατονειδίζει: δίδω ψωμίν καμ2

So Legrand, Introd. X X V I ; Knös, L ' Histoire 149. J . Irmscher, Bemerkungen . . 149 Anm. 3, hatte vermutet, „daß der Bartlose dem bärtigen Kleriker gegenüber- und entgegengestellt werden sollte", was er dann selbst mit dem Hinweis auf Megas, Der Bartlose im neugriechischen Märchen, ablehnt.

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πανιστόν, τό κρασοβόλιν άν' όλιγώτερον. Διό τταρακαλοϋμεν σε νά τον Ιβγάλης εγλήγορα, μή τόν δώσουν καί θέσουν τον και γυρεύει που τό 'τταθεν1. Ist der Autor des SPANOS aber, wenn nicht sogar im Kloster selbst, so doch in Klerikerkreisen anzusiedeln? Er ist gelehrt, sein Eingeständnis, er sei άμαθης καί αγράμματος (D 1144), deutet gerade daraufhin: er kennt die Topoi. Eine Wortbildung wie μυοβάτραχος D 95 zeugt nicht nur von Gespür für literarische Parodie, sondern auch von Parodielektüre (Batrachomyomachie). Er etymologisiert und bildet άσττρογίτης neben άνούρα nach κατούρα (Β hat einmal — U l f . — : άρύν, ίνα ρη), er kennt die Zweiendigkeit der Adjektive mit α — privativum, allerdings nicht gut genug: την άτσαλο ν θέαν D 388; 456; 1075; 1659. την γλώσσαν την ατσαλον D 1208. την άγριον πιγούναν D 856; 1139. Rhetorische Figuren ή θέα ώς θέατρον D 1023, εχάρη χαράν μεγάλην D 631 sind ihm ein Genuß, in der Bildung von Adynata ist er ein Meister, in der Wortneuschöpfung, der absonderlichsten Wortverdrehung und scherzhaften Wortkomposition ein unerschöpflicher Quell. Neben der sprachlichen und rhetorischen Bildung steht die völlige Vertrautheit mit liturgischem Formular und liturgischer Praxis. Diese übertrifft den gewöhnlichen Kenntnisstand eines Byzantiners, etwa in der Parodierung byzantinischer Neumenschritt. Dazu kommt die Weite seines „weltlichen" Horizonts. War er im liturgischen Formular zu Hause, so ist ihm byzantinisches Urkundenformular genauso vertraut wie er mit Heilbüchern und Verwünschungspraktiken geradezu groß geworden zu sein scheint. Obwohl ein λόγιος, was ihn eine Parodie solcher Formulare wagen läßt, fußt er auf einer breiten volkstümlichen Basis, die ihn in die Lage versetzt, die Parodie mit Inhalt zu füllen. Er benützt die ihm vom Volksmund her bekannten Lieder und Verse und setzt sie in sein Werk ein. Er ist getragen vom reichen Schatz der volkstümlichen Beschwörungs- und Zauberformeln, der volkstümlichen Heilmethoden mit Hilfe der Besprechung, Teufelsaustreibung und allen Spuks. Er verwendet dieses Substrat nun aber nicht zu einem ernstgemeinten Angriff auf den Spanos, sondern verhöhnt, verspottet und satirisiert ihn mit Hilfe der Parodie dieser Formulare. Genauso wie die liturgischen Formulare innerhalb des Gedächtnisofficiums des Bartlosen nicht selbst in der Schußlinie lagen, so stehen die parodierten Zauberformeln und Beschwörungsriten nun im Dienste der Verspottung des Spanos. 1

Zur Interpretation der Stelle s. u. „Kommentar".

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Die freie Handhabung all dieser Formulare, das Spiel mit der ehrwürdigen Form, die Lust, sie zu relativieren und sie in den Dienst einer im Grunde nichtigen Verspottung eines nichtigen Menschen zu stellen, verlangt eine aufgeklärte Grundhaltung des Autors. Wo ist ein solcher Autor zu finden wenn nicht in der kleinen Schicht der hochgebildeten byzantinischen Literaten? Nicht dort, wo es im Grunde gleichgültig ist, ob einer Bischof, Abt oder Minister am Hof ist? Nicht dort, wo der Professor für Rhetorik zugleich Protopsaltis an der Hagia Sophia ist? Der Begriff „Kleriker" für Autor und Gegner2 im SPAN OS scheint uns jedenfalls zu eng zu sein. d) Publikum Etwas anders ist das Publikum, der Leserkreis unseres Werks einzuschätzen. Abgefaßt als Lesestück und in vorwiegend gelehrter Sprache war zunächst mit einem Leser von „seinesgleichen" mit dem Autor zu rechnen. Die Parodie macht in D vor den „Regieanweisungen" der Liturgie nicht halt, die Musterstrophen sind selbst parodiert, die Angaben zur Tonart unterliegen einige Male eher dem Gesetz der scherzhaften Verdrehung als dem der Sängerinstruktion. Unser Werk ist singbar oder auch zur Aufführung geeignet, es ist aber sicher nicht als solches und zu diesem Zweck von vornherein konzipiert. Andererseits erstreckte sich die Parodie der Vorlage auf die Musik und mußte damit grundsätzlich einen singbaren Text mit einschließen. Auch scheint die frühe Popularität des Originals ein breiteres Publikum angesprochen zu haben. Man wollte partizipieren an dem scherzhaften Inhalt, der Verspottung eines unbeliebten Menschen in der Form verdrehter und lustiger Hymnenparodie. Je größer die Bildung oder die Kenntnis im parodierten Formular war, desto eher konnte der Scherz, der mit der geheiligten Vorlage getrieben wurde, goutiert werden. Da aber der Hauptteil unserer Satire gegen den Bartlosen liturgisches Formular parodiert, verlegte sich bei einem weniger gebildeten Publikum die Beliebtheit des Texts zusehends auf Kleriker- oder Klosterkreise. Das Ergebnis der Untersuchung der Abhängigkeiten der verschiedenen bekannten Versionen des SPANOS sichert diese Überlegung ab. Die Versionen A und Β sind volkstümlichere Versionen im Vergleich zu D bzw. gegenüber dem Originaltext und damit einem breiteren Publikum zugänglich. Der Ersatz der Hochsprache durch volkssprachliche Teile ist oft gut 2

So zuletzt Mitsakis 354.

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nachweisbar. Bei zunehmendem Verlust des schwierigeren metrischen Teils verbunden mit Zusätzen im nichtmetrischen Teil (Version Β hat nur noch die Prosateile bewahrt) geht die Entwicklung des Texts von einer derben Satire in der Form einer feingesponnenen Parodie immer mehr in die Richtung einer wüsten Beschimpfung des Bartlosen vor dem nicht mehr oder nur halb verstandenen Hintergrund der Parodierung liturgischen und anderen Formulars. Die „Regieanweisungen" für einen öffentlichen Vortrag unseres Werks werden dagegen ihrer parodistischen Relativierung zusehends beraubt und präzisiert: Aufführungen bzw. Lesungen innerhalb eines geschlossenen Zirkels in einem Kloster, in Klerikerkreisen oder auch in einer lustigen privaten Gesellschaft sind jetzt eher wahrscheinlich als früher. Einen direkten Hinweis auf eine „Aufführung" unseres SPANOS bringt etwa M. Gedeon1: „¿τραγουδούσαν" κατά τάς οικογενειακός συναναστροφάς καί διαχύσεις αυτούς τούς κανόνας, ίσως δέ και άλλους ευαγώγους· διότι ούδαμως ευρίσκω δεδικαιολογημένον τό ,,τραγούδημα" του κακοήθους ψωροβιβλίου „του Σιτανοϋ". καίτοι παιδίον ών γέροντας έγνώρισα γινώσκοντας πολλά μέρη του άναγώγου καί βωμολοχωτάτου τούτου βιβλίου2. Genauso wie wir uns etwa die Satire des Psellos gegen den Mönch Jakob ganz gut gesungen denken können, so fing auch heute jeder Psaltis der griechischen Kirche, dem wir unseren Text vorlegten, sofort zu singen an. Die Beliebtheit dieser Satiren — hier sind „Pselliana", dort die vielen Auflagen des SPANOS als Venezianer Volksbuch auffällig — bestätigen diese Ansicht. An öffentliche Aufführungen unseres Werks etwa als Ersatz für das in der Byzantinistik so intensiv gesuchte byzantinische Theater, oder gar die Grundkonzeption des SPANOS als Mimus, wie es A. Heisenberg3 und im Anschluß an ihn G. Theocharidis4 haben wollten, ist dabei in keinem Fall zu denken5. 1 2

3

ΜουσικαΙ διαχύσει; 5. Auch Dimaras, Ιστορία 36, scheint einen Bezug zur festen Aufführung der „Messe" nicht ausschließen zu wollen: „ . . στρέφει την μνήμη μα; σέ μεσαιωνικέ; καί παλαιοχριστιανικέ; τελετέ; πού παρωδούσαν τήν Θρησκευτική λειτουργία". ΒΖ 14 (1905) 661 f. Heisenberg baut ein ganzes Gebäude von Einzelszenen mit „szenischen Anweisungen" auf, die mit der „Grabrede" des Charos ihr trauriges Ende finden. Bei genauerer Untersuchung bleibt weder vom einen noch vom anderen etwas übrig. Die „szenischen Anweisungen" sind parodierte Bibelstellen, wie Heisenberg übrigens auch schon selbst in Erwägung zieht, die „2. Szene", das Synaxar des Spanos, steht korrekt nach der 6. Ode innerhalb des Kanons auf den Bartlosen, und die „letzte Szene", dem „Vortrag über die Mitgift" ist eine Parodie auf einen Mitgiftvertrag, der in einem logischen Zusammenhang

(Fortsetzung der Note 3 sowie Note 4 und 5 auf Seite 16.)

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Im übrigen ist ja kaum anzunehmen, daß dieser spätbyzantinische Bestseller im Katholikon der Klöster oder beim Protopsaltis auf dem Bücherständer offen auslag. Der Reiz dieses zweifellos an manchen Stellen grobschlächtigen Texts lag gewiß unter anderem darin, daß er unter der Hand und als Geheimtip in Kleriker- und Kirchensängerkreisen, natürlich aber auch unter Privatleuten, Verbreitung fand. Die Aufnahme unseres Texts in Sammelhandschriften der gängigsten byzantinischen Volksliteratur und die lange Abfolge zahlreicher Auflagen als Venezianer Volksbuch läßt auf der anderen Seite eine Einordnung unter den Begriff „Undergroundliteratur" als vorschnell erscheinen. e) Zur Analyse des Inhalts Den Schlüssel zum Verständnis seines Werks gibt der Autor in D selbst als Akrostichis der iambischen Verse am Ende des SPANOS: γελώ σε. Auch sonst sind die Hinweise auf den γέλως über das ganze Werk verstreut: ενεκεν των κακών σου πράξεων σε ύβρίζουσιν, ότι παρά σοί γέλως εστίν D 59. διήγησις δε μεγάλων έργων καί θαυμασίων κακών, καί πολύν τόν γέλωτα τοις άκροωμένοις έμποιεΐν δύναται

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steht mit dem ganzen Werk. Charos reiht sich nur in die allgemeine Reihe der Verwünscher des Spanos ein, ohne daß früher oder später vom Tod unseres „Helden" die Rede ist. Dies geht im übrigen klarer aus der 2. Handschrift und aus dem Venezianer Druck hervor, wo Charos in diesem Zusammenhang gar nicht auftritt und der Bartlose von der schweren Krankheit auf derbe Weise ganz geheilt wird, um „auch fürderhin unter uns zu leben, wenn er nicht gestorben i s t " . G. Theocharidis, Beiträge zur Geschichte des byzantinischen Profantheaters im IV. und V. Jahrhundert, hauptsächlich auf Grund der Predigten des Johannes Chrysostomos, Diss. München 1940, Λαογραφία Παράρτημα 3, Thessaloniki 1940, 99 Anm. 1, übernimmt Heisenbergs These unbesehen und mit denselben Worten, die in dem Satz gipfeln: „ . . . und gibt auf den ersten Blick den Eindruck eines christologischen, die heilige Messe verspottenden, Mimus". Daß Theocharidis sich selbst und seiner eigenen Theorie widerspricht [99: „auf die Bühne allerdings kamen sie (die Spottvorstellungen) kaum mehr oder wenigstens sehr selten"] scheint er selbst eingestehen zu wollen, als er zu unserem T e x t hinzufügt (99 Anm. 1): „Die Verspottung zielt jedoch in erster Linie auf den B a r t losen; die frivole Verwendung der Liturgieform ist Einkleidung". Auch Soyter I 231 Anm. 4 wendet sich gegen diese Auffassung mit dem Argument der „Form der Darstellung": „ I n unserem Texte liegt — von den Gesängen abgesehen — zweifellos eine fortlaufende Erzählung vor; das beweisen die praeterita". Cf. auch Beck, Lit.gesch. 195: „der Vorschlag von A. Heisenberg. . .scheint mir unrichtig", und Mitsakis 354: ,,Νομίζομε ότι πρόκειται γιά καθαρή σάτιρα καί τίποτε παραπάνω". F . Tinnefeid, Zum profanen Mimos in Byzanz nach dem Verdikt des Trullanums (691), Β Υ Ζ Α Ν Τ Ι Ν Α 6 (Thessaloniki 1974) 323 ff., behandelt diese Frage nicht.

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D 542f. in der Einleitung zum Synaxar des Spanos, das Lachen, der Hohn statt Erbaulichkeit und Besinnungsanregung. πάντες oí σπανοί γέλως εΐσίν τών ανθρώπων D 924. ò γέλως σου μελέτη μου êcrriv D 1480. συναξάριον παντός γέλωτος άξιον D 1825. Einmal das Lachen über ihn als seine Verhöhnung, zum anderen das Lachen über ihn zu unserer Belustigung1. Wesentliche Passagen des SPANOS haben mit Kirche oder Religion oder religiöser Einrichtung nicht das geringste zu tun. Unser Autor hat seine parodistische Begabung entdeckt und kann sie kaum zügeln. Mit Hilfe der Verspottung des Bartlosen nimmt er sich dazu so gut wie alle Institutionen und deren Formulare vor, die dem Byzantiner gut und heilig waren: er parodiert als Gedächtnisofficium für den Bartlosen eine ganze Akoluthie d. h. den Esperinos, drei Prophetien, Aposticha des Esperinos, den Orthros, bevor er zur Parodie des großen Kanons auf den Spanos ansetzt. Nach der sechsten Ode parodiert er das Synaxarion durch eine phantastische derbe Lebensgeschichte des „unheiligen, unfrommen und verschlagenen" Bartlosen einschließlich der langen für einen Heiligen üblichen Wanderschaft. Ein negatives Wunder geschieht: sein Onkel Bock „erbarmt sich" seiner und überläßt ihm 3 3/4 Barthaare; es folgt mitten in der Vita noch schnell eine kleine Parodie der im byzantinischen Roman so beliebten πιττάκια — der Briefwechsel des Bartlosen mit seiner Frau —, in dem das freudige Ereignis des negativen Wunders von zwei verschiedenen Seiten gesehen wird . . . Statt des üblichen Wunderwirkens und der Verrichtung von guten Taten läuft unser Synaxar auf einen handfesten Ehekrach hinaus, der nur in letzter Minute durch beißende Gerüche nicht zum bitteren Ende führt. Diesen Riechstoff brachten übrigens Αιθίοπες, die in byzantinischen Romanen nicht nur nichts zu bringen, sondern die Frau gleich mitzunehmen pflegen. Zu einer Zeit, wo sich der gewöhnliche Heilige längst von Weib und Frau losgesagt hat, darf unser Bartloser, wie im Märchen, bis ans Ende seiner Tage — kein Märtyrertod, kein unglückselig-seliges Ende — an der Seite seiner lieben Gemahlin verbringen. Nach dem Kanon folgt eine Parodie des 'Επιτάφιος Θρήνος und weiterer Formulare aus der Osterliturgie, bevor man mit den parodierten, in den Klostertypika üblichen Essensangaben zum Mahl schreitet. Dabei wird, entgegen der Regel und als eine Parodie auf sie, gesungen, was dem Autor so wichtig war, daß er dazu selbst die Neumen und die — gesungene — Intonationsformel gleich schriftlich 1

Die übrigen Belege für γέλωξ in D: 110. 287. 447. 750. 783. 903. 922. 925. 928. 935. 936. 937. 1156. 1182. 1273. 1414. 1418. 1456. 1640. 2

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mitlieferte. Übrigens spricht im Anschluß an dieses Lied dann doch ein „Vorleser", allerdings entgegen der Regel ein Laie. Mit diesem Kunstgriff der „Vorlesung" während des Mahls eröffnet sich dem Autor ein weiteres Feld weiterer Parodien, alle weltlichen Inhalts. Statt von erbaulichen religiösen Geschichten erfährt man, was im parodierten Mitgiftvertrag dem Bartlosen alles an außergewöhnlichen Gaben zugesichert wird: ein reiches Füllhorn an phantasievollen Adynata und viel Grobzeug. Selbst die obligate Familienikone fehlt nicht, eine mit dem unseligen Mavrangelos, die andere mit der heiligen Malanara, derer an jedem 69. August (ein magisches Datum) gedacht wird. Die auf den groß angelegten parodierten Mitgiftvertrag folgende kurze Schilderung der Hochzeitsnacht ist im Grunde nur die Überleitung zu einer neuen Parodie: als der Bräutigam um Mitternacht nach dem Namen seiner geliebten Braut fragt, gibt sich diese mit der Antwort, sie habe nicht einen, sondern 12 1 / 2 Namen, als Hexe Gillo zu erkennen. Eine weitere Parodie abergläubischer Vorstellungen wird aber zurückgestellt zugunsten eines dankbareren Stoffes: der Bartlose erleidet auf diese Eröffnung seiner Braut einen Schock, der ihn ans Bett fesselt: eine Gelegenheit, die Quacksalbermethoden und Medizinmännerrezepte parodistisch zu verhöhnen. Was hier mit unserem unglückseligen Spanos angestellt wird, was er alles über sich ergehen lassen muß, ist sowohl an Derbheit als auch an sprühender Phantasie nur noch durch das große schröckliche Finale des Textes zu überbieten, die lange Reihe der den dahinsiechenden Kranken besuchenden Verwandten und deren „fromme" Wünsche. Ein Hagel von parodierten Genesungswünschen, die allemal in Verfluchungen und Verwünschungen ausgehen. Die furchtbare Entladung des angesammelten Drecks kann nicht ausbleiben, der Bartlose ist noch einmal davongekommen. Vor dem Schlußwort in gereimten Fünfzehnsilbern wird noch ein in iambischen Trimetern parodiertes Grabepigramm auf den Bartlosen und ein weiteres Epigramm im gleichen Versmaß mitgeliefert. Die parodierten Todesdaten des Spanos runden das Werk ab: der Bartlose starb am 35. Kinderschreck des Jahres ,αψρθ'. Diese kurze Übersicht über die parodierten Vorlagen unseres Texts war nötig, um zu zeigen, mit welcher Vielfalt von Parodien wir es zu tun haben und in welchem Ausmaß die parodistische Begabung des Spanosbeschimpfers beflügelt wurde 2 . 2

Daraus, daß das Ausmaß der einzelnen Parodierung und die Gesamtkonzeption oft nicht völlig erkannt wurde, ist bei der vorhandenen Textlage keinem ein Vor-

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f) Die Parodie 1 Die Technik der Parodierung richtet sich nach der jeweiligen Vorlage. Es können drei Arten der Parodierung unterschieden werden: 1. Parodierung eng an der Vorlage. Darunter fallen alle στίχοι, der Πολυέλεος, die Αίνοι, Εύλογητάρια und Μακαρισμοί. Alle diese Verse sind in den liturgischen Büchern Originalstellen aus dem Alten und Neuen Testament, zum großen Teil der Psalmen. Sie sind das Gerüst jeder Akoluthie und können somit vom Autor nicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt werden, wenn die Parodie durchsichtig bleiben will. 2. Freie Parodierung unter Berücksichtigung der Tonart und Musterstrophe. Darunter fallen alle τροπάρια, δοξαστικά und αναγνώσματα. Außer den αναγνώσματα, die wegen ihres halb gesungenen halb gesprochenen Vortrags ohnehin eine Sonderstellung einnehmen, sind dies Lieder, die auch in den liturgischen Büchern von bestimmten Dichtern stammen. Mit dem Gerüst der Tonart und der Musterstrophe lassen die Troparia auch unseren Dichter frei zur Entfaltung kommen. Hier bringt er sein Anliegen vor: die Verspottung des Bartlosen durch die scherzhafte Umkehrung der Liturgie. Was seine eigene Hymnendichtung zusammenhält, ist dabei weniger der Originaltext als die Musterstrophe, an die unser Autor sich hält und halten muß, um den Scherz der Parodierung nicht aufzuheben. Die Anklänge an die vorgegebenen Hymnentexte der liturgischen Bücher sind hier also mehr metrischer, rhythmischer und musikalischer und weniger wörtlicher Art. Meist klingt nur der Anfang des Originaltroparion an, um im folgenden unserem Autor freie Bahn zu geben zu freier Dichtung innerhalb der mehr oder weniger strengen Wahrung des Metrums.

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wurf zu machen. So urteilte noch Soyter X 231: „Die lateinischen Messen ahmen den Text der Messe strenger nach als die Messe des Bartlosen, die nur einzelne Teile liturgischer Texte (Lieder, Heiligenlegende) frei nachbildet und dann zusammenhanglos einen Aussteuervertrag zwischen dem Bartlosen und seinem künftigen Schwiegervater, dem Priester, sowie eine Schilderung des Krankenlagers des Bartlosen bringt". Beck, Lit.gesch. 195 sieht zwischen der Parodie des Mitgiftvertrags und der des Heilbuchs eine „Lücke". Soyter X 231 Anm. 4 erkennt die von Heisenberg BZ 14 (1905) 662 als „szenische Anweisungen (oder parodierte Bibelstellen?)" gesehenen Sätze als Parodie, wagt aber im folgenden „nicht zu entscheiden, wer der Sänger oder Sprecher dieser Zwischenbemerkungen ist". Der Ort der Auseinandersetzung mit der parodierten Einzelstelle ist unser Kommentar und der fortlaufende Stellenapparat zum Text, hier sind nur allgemeine Tendenzen zusammengetragen. 2»

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3. Freie Parodierung unter Berücksichtigung des Gesamtrahmens. Darunter fallen die Prosateile unseres Texts, d. h. das Synaxarion, der Mitgiftvertrag und das Heilbuch. Es sind die Teile, die am wenigsten direkte Vorbilder erkennen lassen und die am ehesten dem Erzähltalent — im Synaxarion — und dem Hang des Autors zu derber Phantasterei, Wortspielakrobatik und grobem Verwünschungsformular — im Mitgiftvertrag und dem Heilbuch — Rechnung tragen. Vorgegeben ist dabei nur der Gesamtrahmen: der typische Aufbau eines Synaxars, das Formular eines Mitgiftvertrags und die feststehenden Praktiken einer Krankenbehandlung. Auch diese differenzierte Technik der Parodie gibt wiederum nur die Struktur ab für ein feingesponnenes Netz unzähliger parodierter Einzelzitate geistlicher und weltlicher Vorlagen. Einige Beispiele sollen genannt werden: D 81. 185. 801f. εκ (801: dorò) κοιλίας μητρός άστοχη μένος: Gal. 1, 15. lud. 16, 17. Hiob 1, 21; 38, 8 εκ κοιλίας μητρός μου. D 104 άγαλλιάσθωσαν αί χελώναι: Ps. 47, 12 d. αί θυγατέρες. D 105 oí κάνθαροι κροτήσατε χείρας: Ps. 46, 1 πάντα τά έθνη κροτήσατε χείρας. D 112 ούτος ô δρεπανόραχος σπανός ου λογισθήσεται άνθρωπος: 1. Kor. 4, 1 οΰτως ήμδς λογιζέσθω άνθρωπος. D 114 όρη και βουνοί: Jes. 10, 18; 55, 12. D 117f. τέρας και αημεΐον έφάνη: AT und NT passim τέρατα και σημεία. D 261f. σκορπισθοϋν τά κώλα σου έν ερήμω: Hebr. 3, 17 τά κώλα επεσεν εν τη έρήμω. D 429 του εξολοθρεΰσαι εκ τον κόσμον σπανών τό γένος: Ps. 33, 17 του εξολοθρεΰσαι εκ γης τό μνημόσυνον αυτών. cf. auch Ps. 100, 8. D 459 δεύτε τάς χείρας άπλώσωμεν και. . . άνασπάσωμεν, ähnlich 467. 475. 483: Liturgie passim: δεύτε προσκυνήσωμεν και προσπέσωμεν. D 511 τό σκότος τό εξώτερον: Matth. 8, 12. D 512 βρυγμός τών οδόντων: Matth. 8, 12 u. a. D 517ff. άνελεήμων, ασύνετε, άσύντακτε, άσπονδε, άστοργε: Römerbrief 1, 31 άσυνέτους, άσυνθέτους, άστοργους, άσπονδους, άνελεή μονάς. D 533 εν μνημείω κατατίθεται: Mark. 15, 46 κατέθηκεν αυτόν εν μνημείω. D 545 έν άωρία: Ps. 118, 147. D 552 εις μέτρο ν ηλικίας: Eph. 4, 13.

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D 558 ποιήσαντες αυτόν βασιλέα εθεσαν επάνω σούβλας ώς επί θρόνου υψηλού καί επηρμένου. Jes. 6, 1 . . . ό βασιλεύς, εϊδον τόν κύριον καθήμενον επί θρόνου υψηλού καί επηρμένου. D 578 στήτε καί μή διασκορπισθήτε: Ps. 67, 2 άναστήτω ò θεός καί διασκορπισθήτωσαν οί εχθροί αύτοϋ. D 582 απορώ καί εξίσταμαι: Theotokion Την ώραιότητα της παρθενίας σου (cf. 'Ακολουθία του Άκαθ. ύμνου, letztes Troparion). D 602 ó δε αποκριθείς είπεν: NT saepe. D 619 τοϋ τυράννου δια τόν φόβον: Joh. 7, 13 u. a. δια τόν φόβον των Ιουδαίων. D 620 ήκολούθει αΰτω μακρόθεν: Matth. 26, 58 ό δε Πέτρος ήκολούθει αύτώ άπό μακρόθεν. D 627f. ούκ εχει ψύλλος ή ψείρα ποϋ καταντήσαι: Matth. 8, 20. Luk. 9, 58 ουκ εχει ποϋ την κεφαλήν κλίνη. D 631 τούτο άκούσας ò δυστυχής έχάρη χαράν μεγάλη ν: Matth. 2, 10 ίδόντες δέ τόν αστέρα έχάρησαν χαράν μεγάλη ν σφόδρα. D 674 εκλασε καί είπεν: Matth. 15, 36 εύχαριστήσας εκλασεν καί εδίδου. φαγών πίε καί εΰφρανθήση: Luk. 12, 19 άναπαύου, φάγε, πίε, εύφραίνου. D 685 ούρησε ν αυτόν εις το ώτίον το δεξιόν: Joh. 18, 10 άπέκοψεν αΰτοΰ τό ώτίον τό δεξιόν. D 1634 δεύτε πάντες τόν παμμίαρον . . . όμοϋ πάντες καθυβρίσωμεν, ähnlich 1652: Romanos, Carm. dubia 84 (p. 171 Maas-Trypanis) δεϋτε πάντες πιστοί προσκυνήσωμεν. Α 421 ή κοιλία σου εν τυμπάνω καί χορώ, so auch 427f.: Ps. 150, 4 αινείτε αύτόν εν τυμπάνω καί χορω. Α 425 ή γλώσσα του περιέλειχέ μας καί δολιότητος: Ps. 49, 19 ή γλωσσά σου περιέπλεκεν δολιότητα. Α 426 ό λάρυξ σου ώσεί κόπρο: Cant. 7,10 λάρυγξ σου ώς οίνος. Α 429 τά εντερά σου εν χορδαΐς και όργάνω: Ps. 150, 4 αινείτε αύτόν εν χορδαϊς και όργάνω. Neu ist dabei lediglich die Parodie der Zitate, nicht etwa deren Verwendung bei der Neudichtung von Hymnen oder Synaxarien. So kann im einzelnen gar nicht mehr ermittelt werden, und im Grunde wäre eine solche Ermittlung müßig, ob unser Autor allgemein die Hymnensprache des Romanos parodiert oder direkt auf die Heiligen Schriften, mit deren Zitate jene durchsetzt sind, zurückgeht. Auch wird ein nur oberflächlicher Vergleich unseres Synaxars etwa mit den bei H. Delehaye in den Propylaea der Acta Sanctorum Novembris gesammelten Synaxarien eine Fülle von einzelnen Parodievorlagen für unseren Text bringen, ohne daß man eine direkte Vorlage eines

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dieser Synaxare als Parodievorlage unseres SPANOS-Synaxars annehmen muß. Unser Autor gestaltet das Synaxar nach den gleichen Gesetzen und den gleichen inhaltlichen und sprachlichen Vorbildern, die auch sonst einem mittelalterlichen Autor vorlagen, nur eben in einer Parodie2. Auf zwei Aspekte der Parodierung, die beide in den Bereich der griechischen Volkskunde führen, ist gesondert hinzuweisen, einmal die Annäherung an die bekannten Lügenmärchen, zum anderen die Verfluchungstechnik unseres Autors gegenüber dem Bartlosen. 1. Die Parodie metrisch und musikalisch gebundener Teile der Liturgie läßt die Vorlage allein schon durch die gleiche Struktur erkennen. Dies ist bei den nicht gebundenen Teilen nicht der Fall, erstens weil die Struktur nicht so fest steht, zweitens weil sie dem Hörer bzw. Leser in der Regel nicht bewußt ist. Die Parodie eines Synaxars, eines Mitgiftvertrags oder eines Iatrosophin wird notgedrungen weniger auf die Struktur der Vorlage Rücksicht zu nehmen haben als auf den Inhalt. Parodierung des Inhalts bei Wahrung der Gesamtform wird uns in den Prosateilen des SPANOS zwingend in den Bereich der Verkehrung, Umdrehung, der Phantasterei bringen. Eine parodistische Umkehrung eines Synaxars bzw. einer Heiligenvita wird in die Nähe der Märchenliteratur führen, eine parodistische Umkehrung eines Mitgiftvertrags in den Bereich der „Verkehrten Welt" und die parodistische Umkehrung eines Iatrosophin in den Bereich der Teufelsaustreibung, Verfluchung durch Wunderdoktoren, der Quacksalber und Lügenrezepte. Die Mittel, mit einem Bartlosen literarisch seinen Spott zu treiben und bei dem Leser Lachen hervorzurufen, mögen uns heute oft geschmacklos und albern erscheinen, der Erfolg in der Zeit der Abfassung unseres Werks war diesem so sicher wie der übrigen Scherzdichtung der Zeit. „Für uns, die wir von Kindheit an zu geregeltem Denken und Vorstellen angeleitet wurden, ist eine Einbildungskraft fürchterlich, die ohne Halt, ohne Zusammenhang, von einem Unsinn zum anderen springt, die Seele jeden Augenblick mit einer anderen Anschauung füllt. Nicht so für die Zeit, welche die Lügenmärchen 2

Diesem für einen liturgischen Text, einem Mitgiftvertrag oder einem Heilbuch typischen Wort- und Zitatenschatz im einzelnen nachzugehen und damit den Stellenapparat zu füllen, konnte nicht unsere Aufgabe sein, wäre einer Überkommentierung gleichgekommen, hätte die Entdeckerfreude des kundigen Lesers geschwächt und nicht zuletzt uns den Vorwurf gebracht, nicht vollständig zu sein.

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hervorbrachte. Für die Phantasie ihrer Menschen waren die Sprünge nicht vorhanden, ihre bewegliche und durch keine Regeln gehemmte Einbildungskraft vereinigte das Unvereinbarste, erklärte das Unerklärlichste und fand vor allem lächerlich, was wir heute leicht geneigt sind, für albern oder abgeschmackt zu erklären . . . So einfach auch das Mittel ist, dessen sie sich hauptsächlich zum Erfinden bedienen, nämlich das Gegenteil von dem auszusprechen, was in der vernünftigen Welt allgemein gültig ist, so Groteskes und Barockes auch immer in ihnen uns entgegentritt, so mußte es doch sicher den Beifall der Zeit finden, der sie ihre Entstehung danken" 3 . Die verkehrte Welt lebt heute nur noch in Kinderliedern. Anlautvariationen in Zauberformeln und Heilsprüchen, Wortungeheuer, Buchstabenmagie sind uns sonst als Stilmittel der „Unsinnsdichtung" bekannt 4 . 2. Im ganzen können wir davon ausgehen, daß die ursprüngliche Absicht des Autors unseres SPANOS nicht die ernsthafte und bindende Verfluchung des Bartlosen war. Es widerspräche allen anderen Teilen unseres Werks, wenn plötzlich hier mit der Verfluchung hätte Ernst gemacht werden sollen. Unser aufgeklärter Autor basiert vielmehr auch hier auf dem breiten Reservoir byzantinischer Verwünschungsformeln und magischen Zaubersprüchen und gebraucht sie, um, genauso wie mit allen anderen Formularien im Werk, seinen parodistischen Scherz zu treiben. Wer Heilformulare, Vertragsfoimeln, ein ganzes Gedächtnisofficium und Heiligenvitenformulare durch deren Parodierung in den Dienst der Satire eines Bartlosen stellt, beginnt nicht bei der Verwünschungspraxis mit dem Ernst, zumal der Übergang von offenkundiger Parodie zu massivem Verfluchungsvokabular immer fließend ist. Wenn aber dies große Reservoir an Verwünschungsformularen der realen Basis der Verfluchungsabsicht entbehrt und nur zum Zweck der Parodierung innerhalb der Satire aufgebaut ist, muß es auch müßig sein, die einzelnen Formulare auf den Grad ihrer möglichen Auswirkung beim Bartlosen hin zu untersuchen. Die häufige Anrede oder der Vergleich des Spanos mit δαίμων, διάβολος, αντίχριστος, σατανάς könnte dazu verleiten, dem Autor eine ernst gemeinte Ansiedlung des Bartlosen im Bereich der Dämonen zu unterstellen. Eine Fülle von Belegen läßt aber an einer 8

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Carl Müller-Fraureuth, Die deutschen Lügendichtungen bis auf Münchhausen, Halle 1881, 21. S. etwa grundlegend A. Liede, Dichtung als Spiel, Berlin 1963, I 288; II 13ff. und 268 f.

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Interpretation des Scherzcharakters auch dieser Zunamen keinen Zweifel. Die letzte Steigerung von des Autors harter satirischer Auseinandersetzung mit dem Spanos läßt ihn zunächst zum Vergleich, dann sogar zur Identifizierung des Bartlosen mit einem Dämon greifen: δαιμόνων ομοιάζεις είς την πρόσοψιν, εις τάς πράξεις, εις εργα, είς λόγους D 413. τον τραγογένην τον κάκιστον όρώμεν εν τω μέσω ώς δαίμονα και ώς άντίχριστον D 473. ώ σπανέ πονηρέ, δαίμων και απάνθρωπε D 508. καταγελοΰντες σε ώσπερ δαίμονα D 866. τον σπανόν ώσπερ δαίμονα διώξετε τον D 1310. τό άτσαλον μουστάκιν δαίμονος παρομοιάζει D 1479. καρδία σατανά D 203. Α 52. τον πρόδρομον αντίχριστου πάντες γελάσωμεν D 803. του διαβόλου τό επιτήδευμα D 48. ομοιάζεις yàp διάβολον Α 895. Eine weitere Steigerung besteht darin, daß nicht nur die Menschen den Spanos mit dem Teufel identifizieren, sondern auch die Dämonen selbst ihn beschimpfen: παν γένος δαιμόνων καθυβρίζει με D 86. Auch hier: die Parodie steht auf der breiten Basis sowohl gelehrter als auch volkstümlicher Überlieferung zum Antichrist, der ja auch als bartloser Dämon vorgestellt wird6, und der in seiner übermenschlich gespenstisch-dämonischen Erscheinung auf seinen komischen Wert hin abgeklopft und in den Dienst der Satire gestellt wird. Auch hier: Beleidigung, Beschimpfung, Verfluchung des Spanos, das Engagement des Autors in der Satire, aber der Parodiecharakter in der Form, der γέλως hinter dem ernsten Vordergrund, das ανάθεμα vor dem scherzhaften Hintergrund. g) Datierung Die Datierung der beiden Handschriften Vind. theol. gr. 244 (A) und Vat. gr. 1139 (B) und des Venezianer Drucks führt uns in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Für eine frühere Datierung des Originals spricht: 1. Der Text der beiden Handschriften und der Text des Drucks weichen jeweils stark voneinander ab. Jede Version geht auf einen eigenen Überlieferungsstrang zurück. Die beiden Handschriften übers

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Die übrigen Belege sind: δαίμων: D 73. 88. 230. 252. 353. 551. 700. 799. 848. 858. 890. 902. 939. 1064. 1080. 1143. 1346. 1444. 1805. A 17. 101. 322. 323. 328. σατανά;: D 615. αντίχριστος: D 474. 614. A 215. Β 39. διάβολο; D 129. A 18. 217. 402. 424. S. o. S. 5 und Passio Bartholomaei, ed. R. A. Lipsius—M. Bonnet, Acta Apostolorum Apocrypha II 1, ND Darmstadt 1959, 146, 24.

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liefern nur noch einen verstümmelten und unvollständigen Text. Da die älteste Handschrift auf ca. 15181 zu datieren ist, müssen sich die Überlieferungsstränge eine geraume Zeit vorher getrennt haben. Weder A noch Β können die Vorlagen für den Venezianer Druck gewesen sein und der Text von A war nicht die Vorlage für B 2 . 2. Kein Drucker in Venedig druckte einen Text, der nicht hinlänglich verbreitet und bekannt war3. Ebenso wurde für die im Codex Vind. theol. gr. 244 versammelten Texte vermutet, sie stellten eine Sammelausgabe der volkstümlichsten zeitgenössischen Werke in Dichtung und Prosa dar 4 . 3. Historische Bezüge verlangen die größte Vorsicht. Gerade die älteste Handschrift kennt das türkische χαράτσι und den Ausdruck oi Τούρκοι νά σέ πάρουν. Erwähnungen solcher Art erschweren lediglich die Datierung des Texts über das 15. Jahrhundert hinaus. Die Lokalisierung des Originals ergibt die Nähe von Konstantinopel bzw. Konstantinopel selbst (s. u.). Dies schließt eine Entstehung des Originals im 16. Jahrhundert aus, läßt aber die Frage nach einer früheren Datierung als das 15. Jahrhundert unberührt. 4. Auch die sprachliche Gestalt erlaubt keine endgültigen Schlüsse. D hat keine türkischen Fremdwörter, A hat βάι, καυτάριν ( ?), σεντούκι, τιμάρι und χαράτσι, Β καντάριν ( ?), τσόλιν und τσουβάλιν. D weicht nur vereinzelt von der hochsprachlichen Koine ab, in A und Β überwiegt die bekannte mittelgriechische Mischsprache. 5. Die parodierte Neumenschrift von D 1669 ff. läßt C. Floros (brieflich) vermuten: „Ein Anhaltspunkt für die Datierung der Satire läßt sich aus dieser „Neumation" nicht gewinnen, wohl aber aus der Textunterlegung des Gesanges, die eine Orientierung an dem sogenannten kalophonischen Stil des 15. Jahrhunderts verrät. Dafür sind die häufige Silbenwiederholung und die Interpolation textfremder Silben (te, re) sehr bezeichnend. Mit großer Wahrscheinlichkeit ließe sich die hier parodierte Musik ins 15. Jahrhundert datieren". Alle Argumente zur Datierung zusammengenommen 6 kommen wir zu folgendem Schluß: die uns vorliegenden Versionen sind die Texte ihrer Zeit. Die letzte Bearbeitung hatte der Schreiber der Hand1 2 3 4 5

S. u. „Textüberlieferung'*. S. u. „Textgeschichte". S. S. Alexiou, Κρητικά Φιλολογικά, Κρητικά Χρονικά 13 (1959) 289. G. Morgan, Three Cretan Manuscripts, Κρητικά Χρονικά 8 (1954) 66. Mögliche Rückschlüsse zur Datierung auf Grund der liturgischen Formulare sind, obwohl diese ab dem 11. Jh. im ganzen als feststehend betrachtet werden können.

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Schriften genauso wie der Herausgeber bzw. Lektor des Venezianer Drucks. Auf deren Kosten gehen sowohl die Reihe von Mißverständnissen in A und Β und die gereimten Fünfzehnsilber oder das Inhaltsverzeichnis in D, die wir als Zusätze betrachten®. Die Eingriffe dieser letzten Bearbeitungen lassen allerdings den Schluß auf einen Originaltext zu, der dem Text von D sehr ähnlich gewesen sein muß. Dieses Original konnte im 15. Jahrhundert so gut wie im 14. Jahrhundert in Konstantinopel entstanden sein7. h) Lokalisierung Die Lokalisierung des Originals des SPANOS hat auszugehen von der Lokalisierung der beiden Handschriften und des Drucks. D, A und Β haben Ortsnamen, die sich in Nordgriechenland und um Konstantinopel lokalisieren lassen. Alle drei Versionen nennen die ON Άδριανούττολις (so in D. In Α: Άυδρινόπολις, in Β : Άυδρια-

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durchaus wahrscheinlich. Einen Ansatz in dieser Richtung sieht K . Mitsakis 353, mit Bezug auf Α: Νομίζομε ότι -rò κλειδί για τή σωστή χρονολόγηση τ η ; σάτιρας αυτής μας παρέχει ή παρωδία του έτπτάφιου θρήνου ή των λεγομένων „εγκωμίων" της Μ. Παρασκευής, πού σύμφωνα μέ όλες τίς έυδείξεις είναι εργο πολύ όψιμο, πιθανότατα τού ιε' αϊώνα", mit der Anm. 148: ,,πβλ. τή μνεία τού ,,κύρ Φασούλη", πού έττίσης μας οδηγεί σέ σχετικά νεώτερη έποχή". Dieser zweite Hinweis ist, wenn wir mit einer Beziehung zum κύρ Φασουλής des neugriechischen Puppentheaters richtig raten, kaum zu präzisieren. Die Reime aus D 1810ff. variieren D 699ff. und haben den Charakter der abschließenden Zusammenfassung. Ein Datierungsmoment der Art, daß der Reim eine Datierung unseres Textes vor 1500 ausschließt (s. Krumbacher, G B L 785; ders.. Ein dialogischer Threnos auf den Fall von Konstantinopel, S B der Bayer. Akad. der Wiss., Phil.-Hist. Klasse 1901, 539ff. ; G. Morgan, Κρητικά Χρονικά 14 (1960) 212ff., und zuletzt W. F. Bakker—A. F. van Gemert, The ΡΙΜΑ ΠΑΡΗΓΟΡΗΤΙΚΗ of Marinos Phalieros, Studia Byzantina et Neohellenica Neerlandica, Leiden 1972, 100), kann nur den Text des Drucks, nicht aber dessen Original betreffen. Wir stellen uns damit an das Ende der seitherigen Hypothesen zur Datierung unseres SPANOS, die vom 11. bis zum 15. Jh. reichen: Legrand, Introd. X X V I : 11./12. Jh. So zunächst auch G. Meyer, Analecta Graeciensia, Graz 1893, 6; später richtet er sich nach Psicharis (s. u.) und datiert in das 14. Jh. (Ngr. Studien 1, Wien 1893/94, 45). Knös, L ' Histoire 149: 12 /13. Jh. Krumbacher, G B L 810, Koukoules, ΒΒΠ III 300 und A. Hohlweg, Tusculum — Lexikon griechischer und lateinischer Autoren des Altertums und des Mittelalters s. v. ,,Messe des Bartlosen": 13./14. Jh. . J . Irmscher, Bemerkungen 149 beruft sich auf G. Meyer (s. o.), G. Meyer auf J . Psichari, Essais de Grammaire Historique Néo-Grecque I, Paris 1886, 14; Κ. Dieterich, Gesch. 52: alle: 14. Jh. Soyter I 230, Dimaras, "Ιστορία 36: „παλαιότερη λίγο στή μορφή όπου σώζεται" (seil, älter als das ins 15. Jh. gesetzte Συναξάριον τοΰ τιμημένου γαδάρου): 14./15. Jh. Beck, Lit. gesch. 195, Mitsakis 353: 15. Jh. .

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νοπευτάπολις), Πεντάττολις und Φίλιπποι. Α und Β nennen zusätzlich neben Πόλις selbst die thrakischen ON Άθύρας, Άφάμεια, „Biζόπολίξ" (für Βίζα) und Ρήγιν, Α darüberhinaus ,/Αχελόπολις" (für Άχελώ-Anchialos in Thrakien), Θεσσαλό νικαΐος, Γαλατάς, Β noch Ά γ ι α Σοφία, άρτακηνός (< "Αρτάκη bei Kyzikos), Δυμότειχος (für Διδυμότειχο«;), ,,Μισυνόπολις" (für Μοσυνόπολις in Thrakien) und Νικόπολη1. Auf der anderen Seite hat der Druck, und nur er, einmal καλαβρινός und einmal πουλιέζικος, Ortsadjektive, die eindeutig auf Italien deuten, λουκανίτικος ist in diesem Zusammenhang auszuklammern: es kann morphologisch nicht von Λουκανία abgeleitet werden, ist in Β 114 fehlerhaft auf λουκάνικο zurückgeführt und geht in D 1688 wohl auf das seltene λουκάυη — Dreschbalken zurück (s. Glossar). Daneben sind die in D auftauchenden Eigennamen italienischer Herkunft bzw. mit italienischer Endung auffällig: Μττασσαλιώτης bzw. Μπεσσαλιώτης, Κατσαρέλης, Μπορδηλέτης, Κουμμερτικίνα. Die Überlieferungsgeschichte der Versionen weist in eine OstWest-Richtung. Während A und Β von den auf italienische Eigennamenendungen und Ortsnamen hinweisenden Elementen frei sind, hat D noch Ortsnamen aus dem nordgriechischen Raum bewahrt. Zum gleichen Ergebnis kommt man bei der Untersuchung unserer Versionen auf sprachliche Idiome (s. u. „Grammatische Bemerkungen"): D hat Spuren einer Bearbeitung im Idiom vonKorfu, A und Β deuten auch hier auf den nordgriechischen Raum. Nun ist es müßig, den Text unseres Drucks etwa auf einer der Ionischen Inseln ansiedeln zu wollen. Spricht doch alles dafür, daß solche Spuren eines Idioms zu Lasten des griechischen Lektors bzw. Korrektors der ersten in Venedig gedruckten Ausgabe unseres SPANOS gehen. Einerseits war eine relativ freie Einflußnahme auf die endgültige Gestaltung des Texts von Seiten des Lektors gang und gäbe2 und andererseits greifen diese Spuren des Idioms der Ionischen Inseln keineswegs in die Textgestalt als solche ein. Eine „Umfrisierung" des Texts durch einen Lektor etwa von den Ionischen Inseln 3 ist nicht nur wahrscheinlich, sondern ganz natürlich. 1

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Zu den thrak. ON s. A. Samothrakis, Λεξικόν ιστορικόν καΐ γεωγραφικών της θρφκης2, Athen 1963. Cf. etwa das Schicksal der kretischen Texte in den Venezianer Volksbüchern ; s. S. Alexiou, Κρητικά Φιλολογικά, Κρητικά Χρονικά 13 (1959) 289f.; S. Xanthoudidis, Ausgabe des Erotokritos, Heraklion 1915, S. IV; G. Veloudis, Der neugriechische Alexander, München 1968, 92. Von woher nach Venedig viele kamen; s. N. G. Kontosopoulos, Tà êv Βενετία τυπογραφεία Ελληνικών βιβλίων κατά τήν Τουρκοκρατίαν, Ά θ η ν δ 58 (1954) 311 ff.

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Nun führen A und Β zwar in die Nähe von Konstantinopel, nicht aber in die Stadt selbst. Allgemeine Ortsangaben sind ihnen bekannt (ΓΓόλις, Γαλατάς), mit spezielleren können sie nichts mehr anfangen. So hat A 515 άπό τά κιόνια τού προδρόμου κρεμίσης und Β 206 άπό τά κιοδρόνια τοϋ ΰποδρόμου κρεμνίσης. Beide gehen wohl auf die berühmten κιόνια τοΰ 'Ιπποδρόμου von Konstantinopel zurück, die auch für das Original hier anzunehmen sind. In D fehlt der ganze entsprechende Satz. Wenn auch der uns vorliegende Text in seinen verschiedenen Versionen eine endgültige Klärung seiner ursprünglichen geographischen Herkunft und seiner ursprünglichen sprachlichen Gestalt nicht mehr erlaubt, so spricht doch bis jetzt alles dafür, das Original nach Konstantinopel selbst zu setzen. Das heißt aber gleichzeitig, daß der Text des Drucks nicht der Originaltext ist, sondern diesem in Konstantinopel geschriebenen Original lediglich sehr nahe bzw. näher kommt als alle uns sonst bekannten Versionen des SPANOS.

C. Z U M L I T E R A R I S C H E N

GENUS

a) Das vermeintliche literarische Genus „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds" Die kurze Präsentierung des im Text behandelten Stoffs, sein wissenschaftliches Echo, die Fragen zum Autor und Publikum, der Einblick in die Technik der Parodierung und schließlich die Versuche einer Datierung und Lokalisierung des SPANOS waren eine erste Einführung in Einzelfragen zum Text. Wenn damit auch schon die literarische Einordnung des SPANOS in das Genus der Satire in der Form einer Parodie liturgischer und anderer Formulare feststeht, bedarf diese Festlegung doch einer ausführlichen Begründung. Damit wird zugleich der literarhistorische Rahmen, in dem unser Text zu sehen ist, erweitert und die wissenschaftliche Diskussion über die vermeintlichen Genera „Spielereien in der Form des Kirchenlieds" 1 oder zuletzt „Parahymnographie" 2 fortgeführt. In diesem Topf befanden sich neben einem Traktat zum Auswendiglernen der Orthographie altgriechischer Wörter, zu singen nach der Musterstrophe Έν βυθω κατέστρωσέ ποτέ, Psellos' Scherzgedicht gegen den trunksüchtigen Mönch Jakob auf die Melodie Έξέστη επί τούτω und neben oryktologischem Material nach "Εδωκας σημείωσιν die literarischen Angriffe des Bischofs Ananias gegen den Patriarchen Kyrill V von Konstantinopel. Streng wissenschaftliche Abhandlungen zur Krankheitsfrühdiagnose durch Urinanalysen auf die Melodie "Οτε εκ τοϋ ξύλου σε νεκρόν wurden neben Papadiamandis' Ausfälle gegen befreundete Kirchenmänner auf der Insel Skiathos, zu singen nach Τί ή μας καλέσωμεν, άγιοι, gestellt. Und schließlich hatte auch unser SPANOS hier seinen literarischen Stammplatz. Und weil nun der Hymnus Φως ίλαρόν, das Lied "Εδωκας σημείωσιν oder Άρματηλάτην Φαραώ allseits bekannte und geachtete Kirchenlieder und damit selbst in die hohe Zone des Geheiligten aufgerückt waren, konnte eine solch garstige „Profanierung" durch 1 2

Krumbacher G B L 681 f. K. Mitsakis, Βυζαντινή καΐ Νεοελληνική Παραϋμνογραφία, Κληρονομία 4 (1972) 303 ff.

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unheiligen Inhalt nicht hingenommen werden. Das Verdikt über das Genus, gebrandmarkt als Entgleisung byzantinischer Kultur, wurde in der byzantinischen und neugriechischen Literaturgeschichte geradezu zum Topos3. 3

J. B. Pitra, Hymnographie de 1' Église Grecque, Rom 1867, 61 Anm. 3: „II est a peine tolérable de voir la forme des hymnes passer à des sujets futiles, comme le canon grammatical de Nicétas de Serres, le canon prosodique de Maxime le moine ó μυζαρίς [sic, so auch bei Legrand, Introd. X X V I I ] sur les esprits, les poèmes ridicules eIç τάς κρίσεις". Ders., Spicilegium Solesmense I, Paris 1876, 441 f.: „ E o usque insanere, u t p u t i d u m de urinis canonem q u e m d a m ubivis exscripserint, qua de re adeo mirabundi, u t nunc Matthaeo illi Blastari nunc Planudae, nunc Nicephoro Blemmydae, nunc demum Photio; lurida illa ascribere ausi fuerint". Ähnlich E. Bowry, É t u d e sur les origines du r y t h m e tonique dans l'hymnographie de l'église Grecque, Nimes 1886, 269. Auch Κ. Krumbacher konnte den Byzantinern die parodistische Behandlung auch der liturgischen Texte nicht verzeihen und war daher in seinem Urteil oft befangen. Bezeichnend sind seine Sätze (GBL 681): „eine begleitende Erscheinung des Verfalls der Kirchendichtung ist die Parodie derselben", und (ib. 682) „Wie wenig die Byzantiner das Unpassende solcher Profanation heiliger R h y t h m e n fühlten, beweist die Tatsache, daß diese Schulmesse selbst vor ekelhaften Gegenständen nicht zurückscheute". Noch weiter geht K. Dieterich, Gesch. 51 f.: „ W e n n etwas in dem Byzanz der letzten J a h r h u n d e r t e der Besserung und Aufrichtung bedurfte, so war es das sittlich-religiöse Leben und der geistliche Stand in ihrem Verhältnis zueinander; denn man kann sagen: je mehr dieser äußerlich zunahm, umso mehr n a h m jenes ab. Wie weit man jedoch entfernt war, das Verhängnisvolle dieser Lage zu erkennen, wie tief das religiöse Gefühl gesunken war, das lehrt eine merkwürdige, kulturgeschichtlich ganz alleinstehende Ausgeburt von Poesie, nämlich die bewußte oder unbewußte Parodierung religiöser Dichtungen in Form oder I n h a l t " , und „So sehr scheint das verhängnisvolle Herplappern und Absingen von Kirchenhymnen Allgemeingut geworden zu sein, daß man es f ü r praktisch hielt, diese als willkommene Memorierformen f ü r allerlei profane, wissenschaftliche und didaktische T r a k t a t e zu benutzen, so f ü r meteorologische, medizinische, grammatische, orthographische, mythologische Stoffe, die man skrupellos in das abgetragene Gewand der Kirchenpoesie hüllte". Ein Zeitgenosse Dieterichs war Friedrich Lehr, der in seiner Marburger Dissertation Studien über den komischen Einzelvortrag in der älteren deutschen Literatur I, Die parodistische Predigt, Marburg 1907, sich S. 14f. entschuldigen zu müssen glaubt: „Hiermit soll jedoch keineswegs gesagt sein, daß wir z. B. die im höchsten Grade widerwärtigen Parodien auf den heiligen Geist und auf Gott den Schöpfer, grenzenlose Roheiten, wie man sie sonst in der deutschen Literatur glücklicherweise wohl vergeblich suchen würde, auch nur im geringsten in Schutz nehmen. Wenn man den Humor dieser Predigten auf sich wirken lassen will, so muß man leider doch auch vieles mit in Kauf nehmen, was nicht nur uns heute unerquicklich scheint, sondern auch damals jeden sittlich ernsten Menschen aufs tiefste empören m u ß t e " . S. zuletzt auch K. Mitsakis, Byzantine Hymnography: Profanation of sacred forms, X I V e Congrès International des Études Byzantines, Résumés —• Communications, Bukarest 1971, 49ff.: „ b a d taste", ,, . . . indicates . . . a decline not only of good taste in Byzantium b u t also of piety and respect to Church makers".

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Dies hatte zur Folge, daß insgesamt das Genus „Parodie" in allen Fällen, wo es sich nicht um gelehrte Nachahmung klassischer Formulare handelte, selbst in Verruf kam und sich der Behandlung durch die seriöse Literaturwissenschaft entzog4. Verbunden mit der Verurteilung des „Mißbrauchs" der Kirchendichtung für einen weltlichen Inhalt war die Bemühung, dem in seinen sonstigen Werken geschätzten Autor diese „Entgleisung" entweder abzusprechen oder einem weniger geschätzten Autor zuzuschreiben6. Auf der anderen Seite zeigte man Verständnis für das Genus und die „sicher gutgemeinten Bestrebungen rechtgläubiger Männer, die allgemein geläufigen Weisen der Kirchenhymnen zu Lehrgedichten über wissenschaftliche Dinge zu benutzen" und wollte einsehen, daß „ . . . die Byzantiner also keinen Sinn für das Unpassende solcher Profanation zu Schulzwecken besaßen"®. Heute wird sogar hin und 4

Wenn sich einmal die Grundvoraussetzung f ü r jede weitere Untersuchung der mittelalterlichen griechischen Parodie, die wissenschaftliche Herausgabe der byzantinischen Parodien, verbessert hat, so werden wir vielleicht auch für das griechische Mittelalter die Vielfalt der parodistischen Texte bewundern können, die wir im Augenblick dank Lehmann und anderen Forschern der mittellateinischen Literatur nur im lateinischen Westen sehen. Mögen die Satiren in Byzanz auch vorherrschend bleiben, so ist es doch schlecht vorstellbar, daß eine byzantinische Literatur, deren Tendenz, die F o r m vor den Inhalt zu stellen, ihr oft zum Vorwurf gemacht wurde, nicht gerade auf diesem Feld geblüht haben sollte. Soyters Feststellung (Soyter I 227): „Die Parodie ist in der byzantinischen Literatur nicht so verbreitet wie in der mittellateinischen", ist gewiß vorschnell, genauso wie die Begründung dieser These u. E. falsch ist: „ D e m Byzantiner erschienen die in seiner Muttersprache abgefaßten gelehrten und kirchlichen Texte, auch wenn sie ihm nicht mehr ganz lebendig waren, doch stets als etwas E h r würdiges; f ü r die germanischen (und romanischen) Völker im Abendlande dagegen war das Latein der Gelehrten und Theologen immer etwas Fremdartiges, das sie zur Nachäffung reizte". Erstens war der Unterschied zwischen dem Griechischen einer H y m n e des Johannes von Damaskus und der gesprochenen Sprache etwa des 14. J a h r h u n d e r t s kaum geringer als der zwischen dem „Kirchenlatein" und der in Italien im 14. J h . gesprochenen Volkssprache. 2. Die gelehrten und kirchlichen Texte waren f ü r den Byzantiner nicht so ehrwürdig, daß er d a m i t nicht seinen Scherz treiben konnte. 3. Etwas Fremdartiges reizt von sich aus gerade nicht zur Nachäffung und Verulkung. Erst die wenn auch noch so oberflächliche Vertrautheit mit einem Text ermöglicht dessen Parodierung. Zu dieser Frage s. auch E. Rotermund, Gegengesänge, München 1964, 16f.

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S. o. Anm. 3 und J . B. Pitra, Analecta Sacra a. a. O. 441 f.: „ N u n c vero Photii eadem esse vix dubito, et liquet audaculum nebulonem sacra in ludiera vertisse; immo nobilem Damasceni canonem in augustissima die Paschatis a primo versículo ad ultimum, haud sine scurrili piaculo, aemulatum esse". So C. Krug, Satire und H u m o r bei den Byzantinern, Beilage zur Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 31. 12. 1889, Berlin, 3. s. auch E. Legrand, Introd. X X V I f . : „ Q u a n t à la forme adoptée par le pamphlétaire, il ne f a u t peut-être pas y voir signe d'impiété".

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wieder die These laut, eine „Parahymnographie" habe eine starke Bindung an die „Hymnographie" z u r Voraussetzung7. Für die Einordnung in das Genus „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds" bzw. „Parahymnographie" war also die Form, nicht der Inhalt maßgebend. Diese Form sollte die Nachahmung der Kirchendichtung sein und Nachahmung wurde sodann mit „Parodie" gleichgesetzt. Die Dichtungen in der Form des Kirchenlieds sind aber in den wenigsten Fällen Parodien des Kirchenlieds, sondern verbleiben in der Regel in den literarischen Genera, denen sie vom Inhalt her zuzuordnen sind, das Kirchenlied steuert dazu lediglich die Form bei. Wir erinnern an P. Lehmanns8 Parodiedefinition: „Ich verstehe unter Parodien nur solche literarischen Erzeugnisse, die irgendeinen als bekannt vorausgesetzten Text oder — in zweiter Linie — Anschauungen, Sitten und Gebräuche, Vorgänge und Personen scheinbar wahrheitsgetreu, tatsächlich verzerrend, umkehrend mit bewußter, beabsichtigter Komik, sei es im ganzen, sei es im einzelnen, formal nachahmen oder anführen". Dabei beruht „die komische Pointe der Parodie nicht . . . auf einem einfachen Kontrast zwischen Form und Inhalt, sondern auf einem überraschenden Widerspruch zwischen der durch Nachahmung erwarteten, in Inhalt und Form harmonischen Gestaltung der Vorlage und ihrer Anpassung, d. h. Verzerrung, an geringfügige und lächerliche Umstände" 9 . Im folgenden befriedigen beide Einteilungsprinzipien für Parodien, einmal die Unterteilung nach Tendenz und Inhalt 10 , zum anderen ' S. etwa K . Th. Dimaras, 'Ιστορία τ η ; νεοελληνική; λογοτεχνία; 4 , Athen 1968, 36: ,,ή Ικκλησιαστική μορφολογία, ττού σκεπάζει θέματα εντελώς αλλότρια dorò την Θρησκεία, δείχνει πόσο ή τελευταία αύτη είναι βαθιά ριζωμένη μέσα στήν έλληνική συνείδηση", und Η.-G. Beck, Geschichte der Byz. Volksliteratur, München 1971, 195: „ I n einer vom Kirchenwesen getränkten Zeit bieten sich liturgische Formularien auch für andere literarische Genera a n " . Mitsakis 314: ,,ή παραυμνογραφία είναι αποτέλεσμα της β αθεΐας Θρησκευτικότητα; καΐ της μεγάλη; έξοικείωση; του μεσαιωνικού άνθρωπου με τή λειτουργική πράξη. 8 Die Parodie im Mittelalter 2 , Stuttgart 1963, 3. 8 P. Rau, Paratragodia, München 1967 = Zetemata 45, S. 11. S. auch W. Horn, Gebet und Gebetsparodie in den Komödien des Aristophanes, Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft 38, Nürnberg 1970, 38, und A. Liede, Artikel „Parodie" im Reallexikon der Deutschen Literaturgeschichte I I I , 1 (1966) 12ff. 1 0 So Lehmann a. a. O. passim: 1. kritisierende, streitende und triumphierende, 2. heitere, erheiternde, unterhaltende Parodie; s. auch H. Grellmann R E 2 (1926) 630ff.: kritische, polemische, komische Parodie, oder A. Liede, a. a. O.: artistische Parodie. Zum ganzen s. auch E. Rotermund, Die Parodie in der modernen deutschen Literatur, München 1963, 9 ff.

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nach den jeweiligen Vorlagen11 in ihrer Ausschließlichkeit nicht. Wir benötigen für unsere Untersuchung ein Ordnungsprinzip, das die Parodien, die sich in der Parodierung einer Vorlage genügen, von den „satirischen" Parodien, d. h. solchen Werken, die nur die parodierte Form zur Abhandlung von satirischen oder agitatorischen Stoffen abgeben, trennt. Bei P. Lehmann war dieses für uns wichtige Einteilungsprinzip zumindest verschoben worden. Er kennt zwar unter dem Oberbegriff „Die kritisierende, streitende und triumphierende Parodie" die Unterteilungen nach den angegriffenen Personen, Institutionen und Ereignissen12 und gibt auch zu (S. 24), daß bei dieser ganzen Gruppe von Parodien „die Satire der Hauptzweck, das Komische Mittel zum Zweck ist" 13 , es kommt Lehmann aber im folgenden ausschließlich auf die Parodie und nicht auf die Satire an. Wenn aber die Satire Hauptzweck dieser Werke ist, geht ein Großteil des Komischen schon aus der Satire hervor. Bedarf doch die Satire genausogut wie die Parodie laut Definition des komischen Elements, um sie vom bloßen Pamphlet zu unterscheiden. Wir zögen es also vor, diese Werke als Satiren zu bezeichnen, zu denen die Parodie nur die Form beigesteuert hat. Und dies gilt nicht nur für die Satiren, sondern auch für Lehrgedichte und Streit- und Schmähschriften. Solange das für die Parodiedefinition unentbehrliche Element der bewußten, beabsichtigten und bemerkbaren komischen Verzerrung eines literarischen Texts fehlt, verbleibt die Dichtung in dem literarischen Genus, unter dessen Fahne sie angetreten ist. Die Mehrzahl der im Genus „Dichtungen in der Form des Kirchenlieds" vereinten Dichtungen gehören primär und von ihrem Hauptzweck her nicht in die Kategorie der Parodie. Die große Masse dieser Dichtungen sind Lehrgedichte. Genauso wie es Lehrgedichte in der Form altgriechischer Metrik gibt, übernimmt das Kirchenlied die Funktion der metrischen und musikalischen Bindung, meist zum Zweck einer besseren Einprägsamkeit des jeweiligen Stoffes. Neben den Lehrgedichten stehen die Streit- und Schmähschriften in der Form des Kirchenlieds, ohne daß damit die Parodie der Vorlage primär ist. 11 12

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So Rau a. a. O. und Horn a. a. O. 38 ff. 1. Gegen die römische Kurie und die hohe Geistlichkeit, 2. gegen Klöster, Mönche, Mönchsorden, 3. gegen die übrige Christenheit, 4. einzelne Persönlichkeiten, Ereignisse und Zustände der mittelalterlichen Welt in der s a t i r i s c h e n Parodie. Lehmann a. a. O. 4: „Verspottung, Beschmutzung des zugrunde liegenden Textes ist meist gar kein Ziel unserer Parodien. Die Parodisten spielen mehr leichtfertig als schändlich mit Hohem und Heiligem. Wo sie Hohn anwenden, gilt es in der Regel nicht dem Literaturwerk, sondern dem Menschen, der Sache, auf die sie die fremde Form angewandt, umgeprägt haben". 3

Eideneier

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Die eigentlichen Parodien kirchlicher Texte, deren literarischer Zweck die Parodierung bestimmter liturgischer Vorlagen ist und die sich darin erschöpfen, sind für die byzantinische Zeit nur durch neugriechische Lieder zu erschließen, nicht aber für Byzanz selbst nachzuweisen. Davon zu trennen ist ein Genus, das die Verbindung von Satire und parodiertem Kirchenlied herstellt. Eine Satire wird in die Form von parodiertem liturgischem Formular gekleidet, um den bösen Angriff der Satire durch den komischen Effekt eines parodierten kirchlichen Texts zu steigern. Satire und Parodie gehen eine ideale Verbindung ein, die je nach Autor ihre besseren Seiten bei der Durchführung der Parodie und damit der Form oder bei dem Angriff durch die Satire und damit dem Inhalt hat. Im Mittelpunkt dieses Genus steht unser SPANOS: die Satire gegen einen Bartlosen in der Form der Parodie liturgischer und anderer Formulare. Ausgehend von dieser Neugliederung des Stoffes kann etwa ein Terminus „Parahymnographie" — gebildet wohl in Anlehnung an den Begriff ,,Paratragodia" — nur noch einen Teil der Dichtungen in der Form des Kirchenlieds umfassen, wonach zu überlegen wäre, ob die herkömmlichen Termini Parodie, Satire oder Lehrgedicht nicht ausreichen. Mit Ausnahme der Streit- und Schmähschriften in der Form der Kirchendichtung, die auf Grund ihres Ziels der Verhöhnung des Gegners zu allen Mitteln der rhetorischen Auseinandersetzung greifen und damit auch die Form, in der sie abgefaßt sind, als Kampfmittel benützen, mit Ausnahme dieser Streit- und Schmähschriften, denen also zumindest parodistische Elemente nicht abzusprechen sind, fallen alle anderen etwa bei Mitsakis herausgearbeiteten Unterteilungen der Dichtungen in der Form des Kirchenlieds außerhalb des Begriffs „Parodie". Neben den Preis- und Trauergedichten in der Form des Kirchenlieds (Mitsakis Gruppe 8 und 9) und den „dogmatischen" Dichtungen, die zum Teil den Streit- und Schmähschriften, zum Teil den Lehrgedichten zuzurechnen sind (Mitsakis Gruppe 1) gehören die Heiligenkalender (Mitsakis Gruppe 2), die orthographischen und grammatischen Regeln (Mitsakis Gruppe 3), die Traktate zur antiken Mythologie (Mitsakis Gruppe 4), zur Geographie und Mineralogie (Mitsakis Gruppe 5), zur Medizin (Mitsakis Gruppe 6) und zur „Anthropologie" und Meteorologie (Mitsakis Gruppe 7) zum literarischen Genus der Lehrgedichte. Und wo hätte in einer „Parahymnographie" die nicht metrische, nicht „hymnische" Dichtung in der Form der Parodie liturgischer Formulare ihren Platz ? Die in unserem SPANOS an zentraler Stelle stehende ausgefeilte Parodie einer Heiligenvita oder die in der west-

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liehen Literatur so häufigen Predigtparodien gehören dann doch wohl eher zum literarischen Genus der Parodie als der „Parahymnographie". Unterteilt man in ,,Hymnographie und „Parahymnographie" und ordnet unter den letzten Begriff alles ein, was in der Form der Kirchendichtung an „Profanem" gedichtet wurde, muß man einen trockenen Traktat zum Einpauken orthographischer Regeln eine „Parodie" und damit eine „Profanierung" der Kirchendichtung nennen14. Beinahe die Mehrzahl der bekanntesten und hochangesehenen byzantinischen Literaten hat entweder Kanones auf weltliche oder profane Gegenstände verfaßt, oder diese wurden ihnen zumindest zugeschrieben, was bedeutet, daß man ihre Autorschaft durchaus für möglich hielt. Offenbar litt der Ruf eines Byzantiners, auch wenn er Photios hieß, in keiner Weise, wenn er auf ernste Fragen des ernst zu belehrenden Markellos die verschiedenen Stadien des Menschenalters im ersten Ton und nach dem Lied 'Αναστάσεως ήμερα beantwortete. Photios tat das wohl in der didaktischen Einsicht, daß in einem bekannten Metrum abgefaßte Merkverse besser zu behalten sind als trockene Prosa. Hätte er aber profane und damit „erlaubte" Jamben dafür verwendet, wäre er zwar von der heutigen Forschung dafür gelobt worden, Markellos hätte aber den Lernstoff sicher nicht so gut behalten. Das Ziel des leichteren Einprägens von Merkstoff hat zur Folge, daß das Lehrgedicht das in der Zeit der Abfassung verbreitetste Versmaß gebraucht. Wurden in hellenistischer und frühchristlicher Zeit die Hexameter als Metrum des Lehrgedichts seltener und die Jamben häufiger16, so hat im 9. Jahrhundert die Kirchendichtung eine solche Blüte erreicht, daß das Kirchenlied, ja der ganze Kanon, die verbreitetste Form gebundener Dichtung schlechthin wurde. Gregor von Nazianz handelt Lehrgedichte ab wie etwa das Περί της τού Χριστού γενεαλογίας, das über die 12 Jünger Christi, die Wunder und 14

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Mitsakis gliedert seinen Aufsatz im folgenden nach drei Fragen: 1. Wann treten diese Parodien zum ersten Mal schriftlich auf ? 2. Welche sind ihre Dichter ? 3. Welche Gründe bewogen diese Dichter, die heiligen Formen für profane Dichtungen zu verwenden ? Zu 1 : Wäre nach dem ersten Auftreten eines Lehrgedichts oder einer Satire gefragt worden, so wäre mit dem Auftreten des entsprechenden hymnischen oder liturgischen Formulars auch die Möglichkeit seiner außerkirchlichen Verwendung anzusetzen gewesen. Zu 2: Jedem byzantinischen Autor war eine Verwendung des kirchlichen Metrums für profane Dichtungen zuzutrauen. Zu 3: Dem byzantinischen Dichter waren die Formen des Kirchenlieds nicht so heilig, daß er sie nicht für profane Dichtungen verwenden konnte. W. v. Christ—W. Schmid—O. Stählin, Geschichte der griechischen Literatur", München 1920, II 331; 677; 974. 3·

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die Gleichnisse Jesu nach Matthaios, Lukas, Johannes und Markus noch in iambischen Merkversen16, Photios kleidet seinen Traktat über Naturerscheinungen in den Rahmen eines Kanons. So wenig jener Anstoß nimmt, „heiligen" Merkstoff in „profane" Metren, sowenig fand dieser offenbar dabei, Profanes in ein „heiliges Gewand" zu hüllen. Keinem lag daran, Tabus zu brechen und Heiliges zu schänden, sondern Wissensstoff in eine einprägsame Form zu bringen17. Im übrigen scheint man heute gar nicht mehr so sicher sein zu dürfen, daß das Metrum der Kirchendichtung ausschließlich und von vornherein auf diese festgelegt war. Ist doch auch die große Gattung der „höfischen Hymnodie" oder „Staatshymnographie" spätestens durch Konstantin Porphyrogennetos' Zeremonienwerk und dessen musikalischer Ausschöpfung durch J . Handschin18 längst bekannt: άττελατικός, φωνή, δρομικού und χορευτικόν gehören dazu, von „einer dezidierten Scheidung zwischen kirchlicher und weltlicher Melodik kann nicht die Rede sein" 19 . Für M. Gedeon20 war es eine ausgemachte Sache, daß die Musik der Kirchendichtung für jede Art weltlicher Gesänge und zu jedem

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S. Migne P G 37, 480ff. Wenn man den Gipfel der Profanierung der heiligen Formen in medizinischen Traktaten über etwas so Unanständiges wie den Urin sah, so könnte man daran erinnern, daß die Urinuntersuchung ein so wesentlicher Bestandteil der antiken, der mittelalterlichen und übrigens auch der neuzeitlichen medizinischen Diagnose war und ist, daß sie nach dem Wahrscheinlichkeitsgesetz in jedem ernstgemeinten medizinischen T r a k t a t in relativer Ausführlichkeit abgehandelt werden mußte. Wenn Krumbacher G B L 544 zu den Gedichten des Máximos Planudes u. a. schreibt: „Man findet unter ihnen einen Kanon auf den hlg. Demetrios, mehrere Stichera und, im friedlichen Verein mit ihnen, einen Kanon über Urindiagnose", so ist ihm, und mit ihm so gut wie allen Forschern, dieses „friedliche" Beisammensein von Kanones religiösen und weltlichen Inhalts ganz bewußt. Und doch spricht man im folgenden immer von „schlechtem Geschmack" und Katachrese der „ehrwürdigen Form des Kirchenlieds". So auch K . Dieterich a. a. O. 52: „ H a t man doch selbst einen T r a k t a t über den Urin aufgefunden, der in diese Form gegossen wurde!" E s ist im übrigen an der Zeit, daß byzantinische Autoren, die für ihre zu behandelnden Stoffe aus didaktischen oder irgendwelchen anderen Gründen die Form der Kirchendichtung wählten, nicht noch weiterhin von der Wissenschaft mit der Strafe der Mißachtung für das Vergehen bestraft werden, verständlicher und einprägsamer geschrieben zu haben. Das Zeremonienwerk Kaiser Konstantins und die sangbare Dichtung, Basel 1942. ib. 62; cf. auch A. Mai, Spicilegium Romanum 9, Rom 1843, 739ff.: "Υμνος êK προσώπου Βασιλείου δεσπότου, 741 ff.: Ύ μ ν ο ; έκ προσώπου της εκκλησία; εί; Βασίλειον τον φιλόχριστον βασιλέα und 743: 'Εγκωμιαστικό; εΐ; Βασίλειον τόν φιλόχριστον δεσπότην. Μουσικαΐ διαχύσει; 4ff. Den Hinweis verdanke ich Chr. Patrinelis.

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Anlaß zu verwenden war und auch verwendet wurde21. Ihor Sevcenko22 veröffentlichte zuletzt ein Trauergedicht auf Leo VI mit alphabetischer Akrostichis, zu singen im zweiten Querton und nach dem Hirmos "Αρχων του κόσμου: ein weltliches Gedicht nach einer weltlichen Musterstrophe23 ? War das Metrum des Kirchenlieds aber nicht auf dieses festgelegt oder beschränkt, so ist es beinahe müßig, den Ursprüngen des vermeintlichen Verfalls der Kirchendichtung nachzugehen24 oder aber auch nur Vermutungen darüber anzustellen, welche Dichtungen die Verbindung zur „echten" Hymnographie herstellen könnten25. Genausowenig wie die Autoren dieser Dichtungen pauschal als Kleriker charakterisiert werden können26, so können auch die Leser nicht generell im Mönchs-27 und Klerikerstand gesucht werden. Die 21

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Gedeon, ΜουσικαΙ διαχύσει; 5: ,,φδαΐ έλληνιστί, κατά την Ιεράν ημών μελωδίαν, έψάλλοντο είς πδσαν περίστασιν καΐ σκηνή υ της ΙπΙ της γης ζωής ημών, μετά την ίεράν τελετή ν. Γνωστά τ α φσματα κσΐ οΐ στίχοι δια τους τ ό πρώτον είσαγομένους είςτά σχολεία μαθητάς· άλλα γνωσταΐκαΐ ai εϋχαΐ είς παΐδα μανθάνονταγράμματα". Poems on the death of Leo V I and Constantine V I I in the Madrid Manuscript of Scylitzes, Dumbarton Oaks Papers 23/24, Dumbarton Oaks 1969/70, 201 ff. ib. 207: ,,I was unable to identify this model h y m n " . Follieris Incipitia-Sammlung mußte hier versagen, da es offenbar neben geistlichen auch weltliche Musterstrophen gab. Mitsakis 313: ,,αύτοϋ τοΟ είδους ή π ο ί η σ η " (die „Parahymnographie") „μπορούσε νά έμφανισθή μόνο σέ μία περίοδο παρακμής". Für die Mehrzahl der Dichtungen dieser Art, nämlich für alle Lehrgedichte, ist diese Behauptung gewiß unrichtig. Gewöhnlich nennt man hier die Kanones oder Stichera auf alle Heiligen des Jahres von Christophoros Mytilenaios: Merkstoff aus dem kirchlichen Bereich, ohne die Absicht der Lobpreisung. Gerade Christophoros könnte allerdings auch dafür angeführt werden, wie variabel man im Gebrauch des Versmaßes war. Brachte er doch alle jene Heiligen noch ein drittes und viertes Mal in einem metrischen Kalender für das Kirchenjahr unter, diesmal aber in iambischen Distichen bzw. Hexametern: s. E. Follieri, Il calendario giambico di Cristoforo di Mitilene secondo i mss. Plat. gr. 383 e Paris, gr. 3041, Anal. Boll. 77 (1959) 245—304, oder J . Darrouzès, Les calendriers byzantins en vers, Rev. Études Byzant. 16 (1958) 59—84. Und kein geringerer als einer der bedeutendsten byzantinischen Kanonesdichter, Johannes von Damaskus, dichtet Kanones, die sowohl im Versmaß des antiken iambischen Trimeters als auch im Metrum des Kirchenlieds gelesen werden konnten, s. Beck, Kirche 485, mit weiterführender Literatur. Mitsakis 313 f. Im byzantinischen Mönchsstand schon gar nicht. Mitsakis beruft sich mit dieser Meinung S. 304 Anm. 7 auch auf ältere Forscher, die, ausgehend vom westlichen Mönchtum, Meinungen wie „άλλωστε σ τ ο μεσαίωνα oí μοναχοί καΐ oí κληρικοί ήταν κατά κανόνα οί μόνοι φορείς παιδείας" (Mitsakis 313) auf den Osten übertrugen. Inzwischen ist uns allerdings die Bildungsfeindlichkeit zumindest eines Großteils des byzantinischen Mönchtums so bewußt geworden, daß wir an den Mönch als Kulturträger in Byzanz nicht mehr recht glauben können.

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„kirchliche" und die „weltliche" Bildung war in Byzanz kein Gegensatz. Beide sprachen das gleiche Publikum an, ob Kleriker oder angehende Staatsbeamte, hohe Militärs oder den Landadel.

b) Lehrgedichte in der Form des Kirchenlieds Die Lehrgedichte in der Form der Kirchendichtung einzeln zu nennen, ist nun das Verdienst der zitierten Studie von K. Mitsakis1. Es sind die bei ihm unter folgenden Gruppierungen laufenden Dichtungen und Traktate in metrischer Form: 1. Dogmatische Dichtungen (S. 316ff.)2, 2. Heiligenkalender (S. 321 ff.), 3. Traktate (bei Mitsakis „Dichtungen") zur Orthographie und Grammatik (S. 328ff.)3, 4. Traktate zur antiken Mythologie (S. 334f.), 5. Traktate zur Geographie und Mineralogie (S. 335ff.), 6. Medizinische Traktate (S. 339ff.), 7. Traktate zu Naturerscheinungen und Stadien des Menschen alters (S. 344ff.). Gleichsam exemplarisch soll versucht werden, diese Gattung von Lehrgedichten in der Form der Kirchendichtung durch einen Dichter etwas lebendiger werden zu lassen, dessen Kanones mit unserem SPANOS in Zusammenhang gebracht wurden und doch mit diesem nichts gemeinsam haben. Konstantinos Dapontes, mit seinem Mönchsnamen Kaisarios (1714—1784) gehört in die neuere griechische Literaturgeschichte und dennoch kann gerade er gut demonstrieren, wie gut man noch im 18. Jahrhundert sich Wissensstoff nach der Musterstrophe Έτττα1

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Unser eigenes Material deckt sich in großen Zügen mit den bei Mitsakis angegebenen Werken, so daß sich eine Veröffentlichung unserer Studien in diesem Punkt nunmehr erübrigt. Es kam uns dabei ohnehin weniger auf die Materialsammlung an als vielmehr auf die literarische Beurteilung der Texte im Hinblick auf unseren SPANOS. Zum Teil ist eine klare Scheidung von dogmatischem Lehrgedicht und einer Streit- und Schmähschrift auf der einen Seite und einem Lob- und Preisgedicht auf der anderen Seite nicht möglich. Zu den Kanones der hier herausragenden Gestalt, Niketas von Serrai, schrieb K. Dieterich a. a. O. 52: „die Geistlichkeit selbst scheint dabei am wackersten mitgeholfen zu haben, wie der Bischof Niketas von Serrai im 11. Jh., der diese Produktion fabrikmäßig betrieb". Dieterich nennt a. a. O. 51 diese „merkwürdige, kulturgeschichtlich ganz alleinstehende Ausgeburt von Poesie" darüber hinaus eine „unbewußte Parodierung religiöser Dichtungen in Form und Inhalt". Dieterich gehörte immerhin einer Generation an, die auf dem Humanistischen Gymnasium die Genera der lateinischen Substantive ganz bewußt, und nicht etwa unbewußt, mit Merkversen im klassischen iambischenVersmaß einpaukte.

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πλασίως κάμινον einprägen konnte. Auch hat er Kanones sowohl „weltlichen" als auch „religiösen" Inhalts verfaßt. Sehen wir uns aber ein solches Kirchenlied religiösen Inhalts, ζ. B. den κανών ευαγγελικός4 genauer an, so handelt es sich dabei um einen ziemlich plumpen Versuch, den Evangelienstoff in einem einzigen Kanon unterzubringen: einprägsamere Vermittlung von Wissensstoff. Alles ist mit Tonart und Muster strophe versehen, nach der dritten Ode kommen zwei καθίσματα, nach der sechsten Ode ein Kontakion, am Ende ein Exaposteilarion nach Τοις μαθηταΐς und ein Megalynarion. Niemand wird diesem Kanon die ernste Absicht absprechen5. Einmal wird ein kirchlicher Stoff behandelt, zum anderen ist Dapontes ja auch sonst als Dichter von Kirchenliedern — Kanones und Hymnen auf die Gottesmutter hervorgetreten. War die Aufzählung der wichtigsten Ereignisse des NT in der Form eines Kirchenlieds aber keine Parodie, wie sollte dann die Aufzählung der wichtigsten Persönlichkeiten des Altertums6 nach der Musterstrophe Ίλασθητί μοι Σωτήρ und Έξέστη èrrì τούτω oder die Aufzählung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und der wichtigsten Naturprodukte und der Orte, die für diese am berühmtesten sind7, in der Form eines Kirchenlieds eine Parodie sein ? Dapontes steht in der langen Reihe der Byzantiner, die Wissensstoff deshalb in das Kleid des Kirchenlieds steckten, weil sie den Vorteil des im Metrum und Melodie leichter anzueignenden Stoffes nutzen wollten. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß Dapontes damit „Schulautor" wurde, so hatte er für die bloße Aufzählung von trockenen Fakten doch eine gefällige und einprägsame Form gefunden. Obwohl der Leser solcher Kanones parodistische Elemente bemerkt 4

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ed. Gabriel Sophoklis, Κήπος Χαρίτων Athen 1880, 218—226. Dapontes handelt im übrigen genau den Stoff in der Form des Kanons ab, den Gregor von Nazianz in antikisierender Sprache und in lamben ebenfalls behandelt hatte: s. Migne PG 37, 488ff. Κανών περιεκτικοί α': 'Ονομαστών αρχαίων ανθρώπων, zunächst veröffentlicht in Dapontes' Λόγοι πανηγυρικοί, Venedig 1778, erneut abgedruckt in Sophoklis' Κήπος Χαρίτων a. a. O. 248 ff. Κανών περιεκτικοί β ' : Πολλών Ιξαιρέτων πραγμάτων τών eis πολλά; πόλεις καΐ νήσους, καΐ εθνη καΐ ζώα έγνωσμένων, ed. Sophoklis a. a. O. 254ff. S. auch Mitsakis 337 ff. Variiert und erweitert wird dieser Kanon in einem Άισματικός κανών περιγραφικός τών έξαιρέτων έκάστης χώρας des Lavra-Abts Kyrillos, ebenfalls noch aus dem 18. J h . (ed. Evlogios Kourilas Lavriotis, Κύριλλος Προηγούμενος Λαυριώτης ó Χρονογράφος, Athen 1935, 128—137). Den 9 (8) Oden in Anlehnung an Dapontes werden nach der 3. Ode zwei Kathismata und nach der 6. Ode Kontakion und Oikos hinzugedichtet.

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haben mag, kann Dapontes weder als Parodist der Kirchendichtung8 betrachtet noch können seine Kanones mit unserem SPAN OS in Verbindung gebracht werden9. c) Streit- und Schmähschriften in der Form des Kirchenlieds Neben der großen Zahl von Lehrgedichten und einem vereinzelten „Thrinos auf Kreta" 1 war die Form des Kirchenlieds auch für Inhalte in Gebrauch, die nicht ohne weiteres eine solche Form nahelegten: die Streit- und Schmähschriften. Bei Mitsakis laufen diese Werke unter den „satirischen Dichtungen" zusammen mit dem PsellosGedicht gegen den Mönch Jakob und zusammen mit unserem SPANOS. Auch hier ist eine Klärung der Begriffe nötig: Die Satire geißelt die angegriffene Person oder Institution durch Übertreibung oder Verzerrung und erreicht dadurch einen komischen Effekt. Die Streitund Schmähschrift beschimpft und beleidigt direkt und ohne Verkleidung. Die einzelnen Vorwürfe sind nicht satirisch verzerrt, sondern auf den offenen Kampf mit dem Gegenüber ausgerichtet. Was nun die Form für Satire bzw. Streit- und Schmähschriften angeht, so wird das komische Element bei einer Satire gesteigert, wenn sie in der Form einer Parodie abgefaßt ist. Für die Streit- und Schmähschrift wird es von Fall zu Fall verschieden beurteilt werden müssen, ob die Wahl der Form des Kirchenlieds dessen Parodierung beabsichtigte oder lediglich durch die Einprägsamkeit und den Anstrich eines wissenschaftlichen Traktats nach der Art eines dogmatischen Lehrgedichts begründet war. Auch mag im einzelnen im Rahmen der Verunglimpfung des Gegners das zusätzliche Mittel der Verhöhnung durch 8

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L. Politis, Ποιητική 'Ανθολογία IV, Athen 1966, 223: „παρωδία καΐ μίμηση ένός άσματικού εκκλησιαστικού ,,κανόνα", προσαρμοσμένου σέ ορισμένη ψαλμωδία". Κ. Dimaras, Ιστορία 116: ,,στόν τύπο των Θρησκευτικών παρωδιών" und 36: „θρησκευτική παρωδία". Auch M. Gedeon, Μουσικοί διαχύσεις 4 hielt außer den beiden zuletzt genannten κανόνες περιεκτικοί sogar den κανών ευαγγελικός des Dapontes für „Unterhaltungsstoff bei Familienfesten". Die Tradition der griechischen Lehrdichtung ist dabei völlig außer acht gelassen. K . Dimaras, 'Ιστορία 36: „Είτε όμως προσωπική σάτιρα είναι, είτε, γενικότερα, θρησκευτική παρωδία εναντίον των σπανών, φανερό γίνεται ότι εχουμε έδώ τον τύπο ένός είδους πού διήκει από τά βυζαντινά χρόνια ώς στα δικά μας καΐ τιμήθηκε άπό μεταγενέστερους λογίους θρησκευόμενους καθώς ó Δαπόντες καΐ ó Παπαδιαμάντης". Joh. Irmscher, Bemerkungen zu Venezianer Volksbüchern, Probleme der Ngr. Lit. I I I , Berlin 1960, 149: „die ganze Gattung" (die Rede ist von unserem S P A N O S ) " , die im byzantinischen Schrifttum durch Psellos markant vertreten ist und bei Dapontes und Papadiamandis nachwirkt." S. Mitsakis 356ff.

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die Parodie einer Kirchendichtung für die Wahl dieser Foim ausschlaggebend gewesen sein. Eine Streitschrift dieser Art ist die 'Ακολουθία στηλιτευτική κατά Κυρίλλου Πατριάρχου Κωνσταντινουπόλεως του μειζοτέρου, ώς ύττοπεσόντος τη αίρέσει των άναβαπτιστών και επικυρώσαντος την σαθράν βίβλο ν τι vòs Χριστοφόρου Αιτωλού βλασφημούσαν τά μέγιστα καί δεικνύουσαν τον Θεόν είναι παροχέα των αιρέσεων von Ananias Antiparios aus den 50 er Jahren des 18. Jahrhunderts 2 . Ananias will nicht etwa eine Parodie bestimmter Kanones, sondern eine Streitschrift gegen den Patriarchen Kyrill V in der Form von liturgischen Formularen schreiben. Wenn zur Steigerung dieses Schimpfeffekts auch die für das Pamphlet aufgebotene Form selbst noch parodiert wird, so ist dies zwar vom Autor nicht unbeabsichtigt, von der Grundkonzeption her aber nebensächlich. Ananias läßt im übrigen seinen Ärger an Kyrill todernst und mit dogmatischen Argumenten aus dem Kirchenkampf aus und beschimpft seinen Gegner ohne Rücksicht auf die „ehrwürdige" Form. Dabei geht er auch in der Gestaltung seiner Schmähschrift durchaus eigene Wege3. Parodierte liturgische und biblische Einzelzitate sind gang und gäbe 4 . Daß Kyrill V dabei auch als Bartloser — Spanos angeredet wird, kann für uns nicht ohne Interesse sein5. 2

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ed. E. Skouvaras, Στηλιτευτικά κείμενα του IH' ai., B N J b . 20 (1970) 193—212. Erklärungen dazu ib. 159—161. Cf. Mitsakis 354ff. Drei verschiedene Kanones laufen „nebeneinander" her, in folgendem Schema (freundlicher Hinweis von A. Kambylis): Kanon 1: A B Γ Δ ( = Alphabetische Akrostichis) nach 'Ανοίξω τό στόμα μου. Kanon 2: Α Π Ε (keine Akrostichis). Kanon 3: ώ πον- ( = Akrostichis ώ πονηρά φατρία, παύσατε του καινοτομείν). Dann wieder: Kanon 1: Ε Ζ Η Θ Kanon 2: Ο Μ Ο (keine Akrostichis) Kanon 3: (ώ πον)ηρά φαBeide Akrostichides (1. A—Ω und 2. ώ πονηρά φατρία, παύσατε τού καινοτομείν) werden konsequent bis zum Ende durchgeführt, nur werden sie abwechselnd aufgenommen und dazu durch die Troparia eines dritten Kanons unterbrochen. Die alphabetische Akrostichis reicht bis zur ώδή ζ ' ( 6 x 4 = 24 Buchstaben). Die beiden übrigen Oden haben keine Akrostichis. Die Besonderheit dieser Dichtung besteht offenbar in der Verflechtung der drei Kanones. Diese geht auf liturgische Praxis zurück: s. etwa Parakl. 1. Ton, Sonntagmorgen, mit ebenfalls drei ineinander verflochtenen Kanones. παίδες δυσσεβείς, φατριάρχης, μσγάριος (201), στόμα Ιχουσι καί βλασφημήσουσι, όφθαλμόν εχουσι καί οϋ βλέπουσι, ώτα εχουσι καί ουκ άκούουσι (205), statt τον νυμφώνα σου βλέπω: ταΐς αίρέσεσιν βλέπω (203), statt Δοξολογίαν: Δραματουργίαν (204), statt αΐνοϋμεν und αΐνεϊτε: μισοΰμεν und μισείτε (204). διαλοιδορεϊτε τω σπανεπισπάνω των σπανών (206), δόξα σπανού μισητή (208 und 210 bis), ΰβρις σοι σπανέ (bis), ό θεοστυγήζ σπανός (209). Zu

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Die Menge der überlieferten Akoluthien dieser Art, einmal von Ananias Antiparios, zum anderen von dem abgesetzten Patriarchen und Gegner des Patriarchen Kyrills V, Kallinikos, deutet darauf hin, daß es in diesen Kreisen im 18. Jahrhundert geradezu Mode war, die geistlichen Auseinandersetzungen mit Hilfe der liturgischen Literatur zu führen®. Derselbe Kallinikos dichtete ja etwa auch aus dem Stegreif eine fröhliche „Hymne" aus Anlaß einer Hochzeit in der Form eines Kanons7. Natürlich sind Kanones dieser Art weder erst damals erfunden worden noch starben sie damit aus8. Kleidete doch schon Matthaios, der Titularbischof von Myra (1550—1624) sein Pamphlet gegen die Lateiner in die Form eines Kanons9, und er konnte sich dabei auf keinen geringeren als Johannes Zonaras stützen, der seiner Streitschrift gegen verschiedene Häresien die Form eines Kanons gab10. σπανεπίσπανος s. auch a. a. O. 127 und 161. Wörtliche Anklänge an unseren Text gibt es nicht. β Cf. die Beschreibungen und kurzen Auszüge bei Skouvaras a. a. O. unter der Uberschrift έκκλησιαστικαΐ παρωδία! 151 ff. ' ed. E. Skouvaras, Ιωάννης Πρίγκος, Athen 1964, 274 Anm. 2. 8 S. die Dichtungen des Matthaios Blastares und eines Mönchs Hierotheos; cf. Mitsakis 317. 9 ed. M. Gedeon, Parnassos 1 (1877) 763—756. Neben der dogmatischen Auseinandersetzung (755: ξένον δόγμα παρεισάγουσιν) wird vor allem der Papst persönlich angegriffen: 755: ωδή ζ ' . Nach Παίδες 'Εβραίων iv καμίνω. Παίδες Λατίνων êv καμίνω παραπέμπονται τ η τοΟ καθαρτηρίου, συνωθοϋντος αυτούς τοΟ Πάπα άντί τούτου, άν μή άφθόνως χρήματα τ ο ύ τ ω δώσωσιν ώς λύτρον. Μία καΐ αύτη γ α ρ ύπάρχει τ ω ν ά τ ό π ω ν έφευρέσεων Λατίνοις, προς χρημάτων έσμόν συμβάλλουσα τ ω Πάπα πρός εξοδον μαγειρικήν, καΐ ζωμόν, καΐ καρυκείαν. Der Kanon schließt (756) mit ίδού σοι τάς Λατίνων διαφοράς, Ιξεθέμην έν σχήματι άσματος, wobei also auf die Form, in der das Gedicht abgefaßt ist, ausdrücklich Bezug genommen wird. Die parodistische Absicht t r i t t auch hier gegenüber der Absicht der Verhöhnung der andersgläubigen Lateiner so weit zurück, daß die Grenze zwischen dieser Schmähschrift und den oben behandelten Lehrgedichten in der Form eines Kanons (hier: was sind die H a u p t p u n k t e , die wir den Lateinern vorwerfen ?) nicht immer klar zu ziehen ist. Cf. auch Krumbacher GBL 682 und L. Vranoussis, 'Εγκωμιαστική Ακολουθία γ ι α τούς τρεις Ιεράρχες Μελέτιο Πηγδ, Γαβριήλ Σεβήρο καΐ Μάξιμο Μαργούνιο, άνέκδοτο εργο του Ματθαίου Μυρέων, Πεπραγμένα τοΰ β ' διεθνούς Κρητολογικού συνεδρίου, Athen 1968, 368—411, wo Matthaios auch allgemein als Verfasser von verschiedenen Akoluthien und mit weiterer Literatur vorgestellt wird. Die erste Ode des Kanons des Matthaios Myreon s. jetzt auch bei Mitsakis 318. 10 Migne PG 135, 413—422; siehe dazu auch M. Gedeon, ΜουσικαΙ διαχύσεις 5. Die lückenlose Aufzählung der Häresien t r ä g t ganz den Charakter eines Lehrgedichts. Es wäre ja wohl vorstellbar, daß auch hier neben der Verteufelung der Sache das mnemotechnische Moment den Autor zum Metrum des Kirchenlieds greifen ließ : cf. auch Mitsakis 316ff., der den Kanon des Zonaras in die Gruppe

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Aus dem Jahre 1694 kennt Gedeon11 einen Kanon gegen die Türken, der u. W. nicht veröffentlicht ist. Ob bei all diesen Streitschriften in der Form von Kanones eine parodistische Absicht angenommen werden kann, wird erst dann zu entscheiden sein, wenn diese wiederaufgefunden bzw. zugänglich sind. Einstweilen können wir im lateinischen Westen „Parodien" dieser Art noch besser studieren12. Entsprechend den Streit- und Schmähschriften stehen die Dichtungen in der Form des Kirchenlieds, die die Siege bzw. die Verfechter der Rechtgläubigkeit preisen und verherrlichen. Es sind die Kanones eines Theophanes Graptos, des Patriarchen Germanos II oder des Johannes Plusiadenos13: Hymnen auf kirchliche Gegenstände und Personen. Die Nähe zur Hymne auf göttliche Personen macht viererlei deutlich: 1. Wenn eine Profanierung des Metrums der Kirchendichtung überhaupt vorstellbar war, so hätte sie hier empfunden werden müssen. Für diese Anschauung gibt es nicht nur keine Anzeichen, sondern der Kanon auf die sieben oikumenischen Synoden des Germanos fand Eingang in die Menäen (11. Okt.) und wird bis heute in der griechisch-orthodoxen Kirche gesungen. 2. Von einer Parodie der Kirchendichtung kann hier gewiß nicht die Rede sein. 3. Die Streit-

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der „dogmatischen Dichtungen" einordnet. Dort sind auch weitere Kanones dieser Art erwähnt. Parallel zur Kanonesdichtung der „Papomachoi" wird die Form des erweiterten Vaterunser für die Auseinandersetzung mit den Lateinern eingesetzt: s. etwa Athanasios Amvrakiotis, Euthymios der Mazedonier und der schon erwähnte Kyrillos, beides Lavra-Äbte; s. Evlogios Kourilas (s. o. S. 39 Anm. 7) 138—140. Cf. dazu auch N. Tomadakis, E E B Σπ 41 (1974) 485f Anm. 1. Μουσικαΐ διαχύσεις 5f. S. Lehmann, Die Parodie im MA, passim, und besonders 87 ff. die ausführliche Beschreibung der S. 217ff. abgedruckten „Antihussitischen Messen", die am ehesten mit unserer Kategorie hier vergleichbar sind. Wenn E. Skouvaras a. a. O. 161 das von ihm herausgegebene Pamphlet des Ananias gegen Kyrill (s. o.) als „vom literarischen Genus her einzige ihm bekannte ganz erhaltene kirchliche Parodie in der byzantinischen und nachbyzantinischen Philologie" bezeichnet, so mag diese Feststellung nunmehr in dem aufgezeigten Rahmen gesehen werden. Mitsakis schlägt diese Werke zu den „dogmatischen Dichtungen" (S. 318ff.), während er 358 f. für den Hymnographen Georgios Chrysogonos des 18. Jhs. noch eine gesonderte Abteilung gründet: die der „Preisgedichte zur Krönung von Oberhäuptern". Tatsächlich scheinen Hymnen auf weltliche Gegenstände und Personen etwa an den Fürstenhöfen der Walachei des 18. Jh.s gang und gäbe gewesen zu sein: s. den bei Gedeon, Μουσικά! διαχύσεις 5, erwähnten unedierten Kanon Eis τήν λαμπροχιτωνοφορίαν Νικολάη Βόδα του Μαυροκορδάτου, und die Bemerkung bei Evlogios Kourilas (s. o. S. 39 Anm. 7) 141: „'Εν Βλαχία ol λόγιοι κατέστησαν ΰπηρέτιν την σεμνή ν έκκλησιαστικήν Μοϋσαν εις τό νά έξυμνώσι καΐ λιβανίζωσι τούς ηγεμόνας·"

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und Schmähschriften sind Hymnen mit negativem Vorzeichen. Statt der Hymnifizierung wird die Institution bzw. die Pei son beschimpft und in den Schmutz gezogen, wobei die Parodierung der Vorlage von sekundärer Bedeutung ist. 4. Sowohl die Streit- und Schmähschriften als auch die Hymnen auf nichtgöttliche Personen und Institutionen — Preisgedichte in der Form des Kirchenlieds — stehen in einem engen Verhältnis zum Lehrgedicht. Beide bringen Wissensstoff in metrisch einprägsamer gebundener Form vor und schließen sich an vorhandene liturgische Hymnen an. Der eine Kanon erwähnt die Häretiker und beschimpft sie, der andere bringt die gleichen Häresien und feiert deren Überwindung durch die Orthodoxie. Die dogmatische Auseinandersetzung geht Hand in Hand mit der dogmatischen Belehrung.

d) Parodien kirchlicher Texte und Einrichtungen Wir kennen aus der byzantinischen Literatur so gut wie ausschließlich gelehrte Parodien, Schulübungen und Parodien klassischer Werke: Kaiser Manuels II Palaiologos Parodie auf eine Gerichtsrede 1 oder die Katomyomachie des Theodoros Prodromos2. Die Tendenz „literarische Parodie auf Texte hohen Alters und Ansehens mit aktueller Satire auf Erscheinungen der byzantinischen Umwelt zu verbinden" 3 , bleibt begrenzt4. 1

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ed. J . F. Boissonade, Anecdota Graeca II, Paris 1830 (ND Hildesheim 1962) 274—307. Den Hintergrund der Rede und eine kurze Probe bringt G. Soyter I 229, und ders. II 103. ed. H. Hunger, Der byzantinische Katz-Mäuse-Krieg, Byzantina Vindobonensia III, Graz-Wien-Köln 1968, und H. Ahlborn, Pseudo-Homer, Der Froschmäusekrieg. Theodoros Prodromos, Der Katzenmäusekrieg, Schriften und Quellen zur Alten Welt 22, Berlin 1968. Hunger, Katz-Mäuse-Krieg a. a. O. 51; 59 und 05. s. auch ders., Die byzantin. Literatur der Komnenenzeit. Versuch einer Neubewertung, Anzeiger der Österr. Akad. d. Wissenschaft. Phil.-hist. Klasse 105, Jg. 1968, Nr. 3, 68. Zu weiteren Aspekten der Parodierung in der Katomyomachie s. auch P. Speck in dessen Besprechung der Hungerschen Ausgabe in Ελληνικά 22 (1969) 483 f. Einen Bezugspunkt zwischen den ,,parodistischen Werken des Prodromos" und den versifizierten Tiergeschichten der Palaiologenzeit sehen wir trotz Krumbacher GBL 757 und Hunger, Katz-Mäuse-Krieg 65 und Die byzant. Lit. a. a. O. 71, nicht. Des Prodromos Katz-Mäuse-Krieg ist eine ausgefeilte Parodie auf den „Homerischen" Froschmäusekrieg mit satirischen Elementen. Der Poulologos, die Vierfüßlergeschichte u. a. sind „Tiergeschichten" mit sowohl satirischen als auch parodistischen Elementen. Sie sind volkstümlichen Ursprungs, im Mittelalter überall verbreitet und benötigen einer Herleitung aus einer hoch-

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Vom literarischen Genus her davon zu trennen sind Τά σχέδη του μυός5. Wenn Krumbacher in dieser Schulrede eine „Parodie heiliger Schriften" 6 und Hunger eine mit Satire verbundene Parodie7 sehen, so ist daran zu erinnern, daß einzelne Zitate aus klassischen Schriftstellern oder der Bibel lediglich die Form, nicht aber den Inhalt dieser „Humoreske" betreffen. Kein bestimmter Text wird parodiert, sondern die rhetorische Übungsrede komisch mit Hilfe von parodistischen und satirischen Elementen angereichert8. Im Gegensatz zu den gelehrten Parodien klassischer oder klassizistischer Texte sind die Parodien kirchlicher Texte und Einrichtungen meist volkstümlichen Ursprungs. Die Art dieser Parodien bringt es mit sich, daß die Quellenlage ganz unbefriedigend ist. Sie sind weder literarisch noch rhetorisch salonfähig9. Wurden sie schon aus diesen Gründen nicht schriftlich fixiert, so war daran auch die Tatsache, daß sie in der Improvisation am besten waren, nicht unschuldig.

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gelehrten, antikisierenden Spielerei nicht. Dabei ist es durchaus nicht verwunderlich, wenn bei einer solch lustigen Geschichte auch einmal ein Bibelzitat parodiert wird oder ganze kirchliche Einrichtungen persifliert werden, wie das etwa beim „Weinvater" (Κρασοττατέρσ;) der Fall ist. Schon den im Titel des Gedichts auftauchenden ΰττέρτιμος möchten wir nicht mit Beck, Lit. gesch. 194, an einen bestimmten Bischof knüpfen, sondern im Zusammenhang mit dem ζυφόμουοτοζ als einen Scherztitel betrachten. Parodistische und satirische Elemente in einer διήγησι; machen diese jedenfalls noch nicht zu einer Parodie oder Satire. Ganz allgemein darf u. E. das parodistische genauso wie das satirische Element in den sogenannten byzantinischen Tiergeschichten nicht überbewertet werden; s. etwa E . Kakoulidi s. v. Porikologos in Kindlers Lit. Lex., V 2340, zutreffender wohl Beck, Lit. gesch. 177; cf. auch Soyter I 236 zur Γαδάρου, λύκου καΐ αλεπούς . . . διήγησι; ώραία: „Legendenparodie", was J . Irmscher, Bemerkungen a. a. O. 171, bestreitet. ed. J . - T h . Papademetriou, New Sources and T e x t . Illinois Studies in Language and Literature 58 (1969) 210—222. Während Krumbacher G B L 751 und 757 nur auf die beiden Werken zugrundeliegende Idee zwischen Katz und Maus hinweist, weitet Hunger, Katz-Mäuse-Krieg a. a. O. 59, diese Beziehung aus: ,,In analoger Tendenz dienen auch hier die Mäuse dem Dichter dazu, literarische Parodie — diesmal auf die Psalmen — mit Satire auf den Mönchsstand zu verbinden". G B L 757. Katz-Mäuse-Krieg 59 und 65. So auch Soyter I 228 und I I 105, und Papademetriou a. a. O. 214. Die Bibelzitate sind gesammelt in der Ausg. von K. Horna, Jahresber. des Sophiengymnasiums Wien 1905, 14—16 (zitiert nach Hunger 59, Anm. 17), die meisten davon auch bei Soyter I 228. H. Liede im R E D L I I I , 1 (1966) s. v. Parodie, nennt sie „vorliterarisch, weswegen sie auch heute nur in der Volkskunde, nicht aber in der Literaturwissenschaft Beachtung fanden.

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So weit die Heiligen Schriften ihre Verbreitung in Liturgie und Gottesdienst fanden, so weit ist auch das Verbreitungsgebiet der Parodie auf einzelne Teile dieser Liturgie und Gottesdienste anzusetzen. Dies gilt für alle Kulturräume und Sprachen. Je mehr das einzelne Lied oder Zitat aus den heiligen Schriften und dem liturgischen Geschehen ins Bewußtsein oder auch nur ins Unterbewußtsein eines jeden eingegangen ist, desto eher ist er zu einer Parodierung geneigt. Völlig unabhängig von „Glauben" oder „Ehrfurcht" ist eine potentielle Parodierung kirchlicher Texte dann am größten, wenn diese den größten Bekanntheitsgrad haben. Eine Parodie kommt nur an, wenn das Gegenüber oder das Publikum die parodierte Stelle erkennt. Dieses Publikum ist bei den kleinen volkstümlichen Parodien allgemein, bei der Rede des Manuel II Palaiologos elitär. Hier ein Übungsstück für an klassische Vorbilder geschulte Ohren, dort derbe Späße, die jedermann ansprachen und zum Lachen brachten 10 . Bei Leontios von Neapolis macht Symeon Salos in jener bekannten Szene Mädchen schielend. Der Grund dafür 11 : χορευόντων γάρ εν μια κορασιών και καταλεγόντων αυτών εδοξεν αύτω παρέρχεσθαι δι' έκείνης της ρύμης, ώς ούν είδον αυτόν, ήρξαντο καταλέγειν εις άββάδας. Es ist die Rede von Spottversen auf Mönche. Parodistische Elemente könnten dann vorhanden gewesen sein, wenn Mönche im Gehabe und in Sonderlichkeiten nachgeäfft wurden 12 . Theophanes Continuatus 13 greift Michael III wegen verschiedener Delikte an und gipfelt in dem Vorwurf, er entweihe und beschmutze mit seinen Freunden christliche Einrichtungen durch heidnische Umtriebe und dergleichen, um dann fortzufahren: εττεί δέ και άδει ν εχρήν αυτούς και τελεϊν τά μυστήρια, τάς μεν φδάς εξεττλήρουν δια κιθάρας, νυν μέν ήρεμα ττως ούτω καΐ λιγυρως επηχοϋντες, τά μυστικά μιμούμενοι, νύν δέ άνέτω φορά και διαπρυσίω, τάς εκφωνήσεις δήθεν των ίερέων. 10

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Dieser Spaß hatte aber nicht die Aufzeichnung eines solchen Liedes zur Folge. Ein byzantinischer Literat hat für volkstümliche, unausgereifte, Unbildung verratende, komische „Naturprodukte" kein Verständnis. Er verspottet sie geradezu. Selbst genießt er feingesponnene Ironie, eine parodistische Anspielung oder er erfreut sich an einer scharfen Satire, die ihm die Möglichkeit gibt, mit einem Gegner seinen Scherz zu treiben, ohne sich selbst mit einbeziehen zu müssen. ed. L. Rydén, Das Leben des heiligen Narren Symeon von Leontios von Neapolis, Uppsala 1963, 157. Zum καταλέγειν an dieser Stelle s. Rydén a. a. O., Index s. ν. und Ders., Bemerkungen zum Leben des heiligen Narren Symeon . . , Uppsala 1970, 114f. Die dortige Interpretation ist unbefriedigend; sie müßte in einen größeren Rahmen gestellt sein. CSHB (1838) 201.

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Die wilde Schar entweiht die heiligen Kirchengeräte und als der Anführer der Horde mit Namen Grylos, der unter ihnen den Patriarchen spielte, einmal den wirklichen Patriarchen Ignatios traf, geschah folgendes: ώς ouv είδε ν αΰτόν ó Γρύλος, άσμενος του πράγματος έλόμευος εξήρχέ τε των κρουμάτων, καί την φελόνην άναστείλας μετά των αυτού συμμυστών ευτονωτέρας τε εκρουε τάς κιθάρας καί τούς ευαγείς εκείνους λοιδορίαις καί αίσχίστοις εβαλλε ρήμασι. Der gleiche Vorwurf gegen Michael I I I und seine Kumpane hörte sich bei Symeon Magistros so an 14 : καί τάς φδάς εξεπλήρουν διά κιθάρων . . . . και τόν κλήρον μυρίοις καί αίσχίστοις περιέβαλλε ρήμασιν . . . . τούτοις Ιαυτόν γέλωτα άσεμνου καί άνακαγχασμόν ό άφρονέστατος προετίθει, οίς ύβρίζετο μέυ ή άγία προσφορά, Οβρίζετο δέ τά ά γ ι α λ ό γ ι α , τοΤς άρρήτοις αύτών καί άκαθάρτοις επιτηδεύμασιν επιλεγόμενα καί έπιφωνούμενα15. Wichtig scheint uns dabei zu sein: 1. Es handelt sich um Parodien kirchlicher Gesänge. Diese waren kaum schriftlich festgelegt, sondern improvisiert. 2. Viel Beachtung findet das musikalische Element. Sie sangen Oden mit weltlicher κιθάρα-Begleitung, die besondere Singweise der Kirchensänger und Priester wurde übertrieben dargestellt, einmal leise und hell, einmal ausgelassen und schrill. 3. Der Geschichtsschreiber nimmt Anstoß daran und betrachtet die ganze Handlung als unwürdig, geschmacklos, ja gefährlich und teuflisch. Ein Teil der Anschuldigungen geht allerdings sicher auf das Konto des vom Geschichtsschreiber auch sonst übertrieben negativ gezeichneten Bildes des Kaisers Michael III. 4. Die Begebenheit wird vom Geschichtsschreiber nicht als etwas Neues geschildert. Man konnte sich eine solch „abscheuliche Profanierung von Sakrilegien" schon vorstellen, wenn man die Stelle las. Mögen derart großangelegte Verspottungen auch nicht gerade an der 14 15

CSHB (1838) 662. Ähnlich bei Niketas Paphlagon, Vita Ignatii, Migne PG 105, 528. Zum ganzen Vorwurf s. E. Gibbon, The Decline and Fall of the Roman Empire, ed. J. B. Bury, Bd. 5, London 1898, 201. cf. auch E. K. Chambers, The Mediaeval Stage, Bd. 1, London 1903, 328 Anm. 3, und F. Tinnefeid, Zum profanen Mimos in Byzanz nach dem Verdikt des Trullanums (691), ΒΥΖΑΝΤΙΝΑ 6 (Thessaloniki 1974), 331 ff. Eine musikalische Interpretation unserer Stelle bringt J. Handschin, Das Zeremonienwerk Kaiser Konstantins und die sangbare Dichtung, Basel 1942, 45.

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Tagesordnung gewesen sein, eine Parodierung der kirchlichen Institutionen und heiligen Hymnen scheint doch durchaus möglich gewesen zu sein. Solche öffentlichen Verspottungen fanden in diesem Fall mit ausdrücklicher Billigung oder sogar Anstiftung des Kaisers selbst statt. Wieviel Spaß das gemacht hat, kann man noch heute den giftigen Schilderungen der Historiker entnehmen. Daß auch sonst und zu allen Zeiten an Kleriker- und Mönchsumzügen, entweder von ihnen selbst oder zu ihrer Verspottung von Laien veranstaltet, kein Mangel war, beweisen die immer wieder erörterten Fälle solcher Veranstaltungen in den Konzilsakten16 und -entscheidungen. Und doch scheint es Balsamon, als er den entsprechenden Verbotsartikel des Konzils im Trullo (Kanon 62) kommentiert, ganz selbstverständlich zu sein, daß sich an derlei Gebräuchen offenbar nun mal nichts ändern läßt: έρωτήσας οϋυ, όπως ταύτα τταρεχωρήθησαν γίνεσθαι, ουδέν τι ετερου ήκουσα, αλλ' ή εκ μακράς συνήθειας ταϋτα τελεϊσθαι17. Da es in der Natur der Sache liegt, daß solcherart Parodien in den allerwenigsten Fällen aufgezeichnet wurden, sind wir darauf angewiesen, was uns die neugriechische Volkskunde vorlegt: neben Parodien auf die Hymnen Τον τάφου σου, Σωτήρ und 'Ανοίξω TÒ στόμα μου18 wurden herausgegeben die Parodien auf "Εδωκας σημεί16

s. etwa zum 2. Konzil von Nikaia, ed. Mansi X I I I 329: καΐ TÒ δεινότατου πάντων, ότι êcoç του νύν αύτη ή ασέβεια της βεβηλώσεων τ ω ν εύαγών μοναστηριών π α ρ ά τισιν άθέσμως διαμένει· καΐ άντί τ ω ν ίερών ύμνων καΐ τ η ; φωνής της άγαλλιάσεως της εν σκηναϊς τ ω ν δικαίων, πορνικά καΐ σατανικά μελωδήματα· καΐ άντί τ ω ν αλλεπαλλήλων γονυκλισιών ορχηστικά λυγίσματα. 17 ed. G. Α. Rallis—M. Potlis, Σύνταγμα τ ω ν θείων καΐ ίερών κανόνων II, Athen 1852, 451. Von weltlichen Liedern und Tänzen bei Mönchen im heutigen Griechenland berichtet A. Sgouritsas, Τά τραγούδια καΐ ό χορός τ ω ν καλογήρων, Σπαρτιατικά Χρονικά 1. Jg. (1937/38) Nr. 2, S. 14f. F ü r den deutschsprachigen R a u m stellt Friedrich Lehr, Studien über den komischen Einzelvortrag in der älteren deutschen Literatur I, Die parodistische Predigt, Diss. Marburg 1907, eine Menge an Material zusammen. Zum „Ketzerbrevier", der „Schwarzen Messe", der „Weißen Messe der Häretiker" u. a. von Walter Mering und Bert Brecht s. E. Rotermund, Die Parodie in der modernen deutschen Lyrik, München 1963, 123 ff. F. Dölger, Byzantinische Satire und byzantinische Kultur, Geistige Arbeit 6, Nr. 12, Berlin 1939, 5, konstatiert nach der Bemerkung, daß die Satire im griechischen Osten im Mittelalter verbreiteter war als im lateinischen Westen: „dies muß deshalb besonders auffallen, weil im Osten die wachsame Polizei eines zentralistisch regierten Staates im Verein mit der Kirche dafür Sorge trug, daß wenigstens an den segensreichen Einrichtungen des „Reiches Gottes auf E r d e n " nicht gerüttelt werde". 18 Aufgezeichnet von „Φ. Σ. Δ.", einem griechischen Jurastudenten, veröffentlicht in Λαογραφία 2 (1910) 185, mit Anmerkungen versehen von N. Politis, ib. 186.

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ωσιυ im 4. Ton19, auf Έκ νεότητός μου20 und ein "Οτε έκ τοϋ ξύλου Σε νεκρόν im 2. Ton21 sowie auf Ό άγγελος εβόα22, Ήσαϊα χόρευε23 und Την τιμιωτέρα(ν)24. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, allen diesen heute in Griechenland noch ganz gebräuchlichen Parodien nachzugehen. Da die Auffindung solcher Texte aber nicht immer ganz leicht ist, möchten wir nicht versäumen, alle uns bekannt gewordenen Parodien dieser Art zu nennen oder herauszugeben25. 19

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ed. A. S. Diamandaras, "Ασματα δημοτικά έκ ΚαστελλορΙζου, Λαογραφία 3 (1911) 471 f., mit einer Anm.' von N. Politis, ib. 472. ed. ib. 472. Mit leichten Veränderungen auch bei M. Lelekos, Έτπδόρτπον I, Athen 1888, 129, bei Ν. I. Laskaris, Ή Λάστα καΐ τ ά μνημεία της, Pyrgos 1902ff. (unter der Nr. 752. 35. 1 im Forschungsinstitut für Griechische Volkskunde der Athener Akademie, und unter der Nr. 772 ib.). ib. 472. Für die letzten beiden Texte s. auch Περιηγητική Athen Sept. 1960, S. 39, zusammen mit einem Gedicht mit Anklängen an den „Weinvater", wie er auch in den Βακχικά Κρητικά τραγούδια, Λαογραφία 2 (1910) 184 f. und in einem Λεσβιακού βακχικόν δσμα, ed. Chr. F. Gougousis, Λαογραφία 2 (1910) 463f., genauso wie auch in dem bekannten griechischen Volkslied Eis τό γιαλό της θάλασσας von den Ionischen Inseln, geschildert ist. ed. A. Sakellarios, Τά Κυπριακά 2 II, Athen 1891, 248f., mit Kommentar. Ähnlich wurde mir dieser Text von Tasos Livadas aus Patras mündlich erzählt: ό άγγελος έβόα τη κεχαριτωμένη καί ό π α π δ ς εύλογα την γίδα τήν ψημένη: ψήσου γίδα ψήσου καί ροδοκοκκινίσου μέχρι và 'ρθή ό κράσο; να σέ ξεκοκκαλίσω. Eine weitere Version verwahrt das Forschungsinstitut für Griechische Volkskunde der Athener Akademie unter der Nr. 235—23 (mitgeteilt von „Theocharidis/ Chalkidiki") : ό άγγελος καί τ ά βόδια κι ό λύκος καί τ α γαϊδούργια, κι ή άλεποϋ καί τ ' άρνίθια κ' έγώ μέ τ ά κορίτσια. Φορνίζου, φορνίζου ή νέα Ιερόπιττα, ή γ α ρ δόξα τυρίον έπΐ σέ ανέλυσε, χόρευε τυρί καί άγάλλου κρασί, σύ δε γιαχνί τέρπου μακαρόνια !ν τ η έγέρσει λουκάνικου. Ähnlich die unter den Nrn. 300. 13. 68 (aus Bithynien), 1152 (aus Thessaloniki) und bei Ν. I. Laskaris, Ή Λάστα . . a. a. O. angeführten Texte. Unter den "Ασματα παιδικά (για παιδιά καί παιδία) und neben dem Anfang einer Vaterunser-Parodie (πάτερ ημών, ψωμί καί λιμόν . .) und zwei Gebetsparodien (Τοϋ κυρίου δεηθώμεν, ούπίσ στην πόρτα κρυβηθώμεν. Υπέρ της άνωθεν είρήυης καί της κάτωθεν Κατερίνης), verzeichnet bei S. Kyriakidis, 'Ελληνική Λαογραφία I, Μνημεία τοΰ λόγου 2 , Athen 1965, 79 f. ed. M. Lelekos, Έπιδόρπιον I, Athen 1888, 130. S. Ν. Pliotis, Λαογραφία 2 (1910) 186: ,,ΑΙ παρωδίαι αύται είναι κοινόταται καί σήμερον είς τόν λαόν - όλίγαι μεν τούτων εχουσι δημοσιευθη, πλεϊσται δ' είναι ανέκδοτοι, ών ίκανάς τόν άριθμόν ?χω έν τ η συλλογή μου". Auf der Suche nach dieser „Sammlung" bekam ich durch die freundliche Vermittlung von D. Oiko4

Eideneier

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Einleitung

Σώσον κύριε τόλ λαός σου νά ππέσης πού τ ό γ γάδαρον νά σπάσης τόμ μυαλός σου καΐ εύλόγησου την κληρονομίαν σου νά σσ'ίσης την κουρίασ σου νίκας τοις βασιλεϋσι πκοιός σου εϊπεν νά καβαλλιτζέψης κατά βαρβάρων δωρούμενος μεν ήσουσ στραός γιά καμμούμενος καί τ ό Σον φυλάττων γιατί νά κάμης τράττον δια του Σταυρού σου πολίτευμα δρεσ' εσ'σου τό καβαλλίτζ'εμα 26 Έ ν 'Ιορδάνη βάλ' τον Παπαγιάννη νά περπατή νά κλάνη πέρα στο Μέγα πλάι Δόξα καστρί κι ό παπάς πρωί κι ή παπαδιά δαμάλα κι ό παπάς καβάλλα 37 Καί ΐδών ό Ίησοΰς τους μαθητάς πίνοντας καί τρώγοντας είπε αϋτοϊς: άγωμεν είς Ιεροσόλυμα. Οί δέ μαθηταί απάντησαν: άκόμα ενα ποτηράκι, άκόμα ενα τραγουδάκι. . . Καί ίδών è 'Ιησούς τον Ζακχαΐον έπί του δέντρου είπε αύτω: κατάβηθι καί ακολουθεί μοι. Αυτός δέ απήντησε: μη μοϋ ζαλίζης τ ό μυαλό, εγώ έσένα αγαπώ 2 8 .

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27 28

nomidis und D. Imellos im Forschungsinstitut für Griechische Volkskunde der Athener Akademie eine Mappe in die Hand, von der ich annehmen kann, daß sie die von N. Politis erwähnte Sammlung darstellt. Nur drei Texte sind dort zusätzlich zu den von uns hier erwähnten aufgezeichnet (s. u.). aus Zypern, aufgezeichnet von X. Farmakidis, unter der Nr. 368 in der in der vorigen Anm. erwähnten Mappe. Ähnlich sind die unter den Nrn. 772 und 752. 35. 2 (cf. Ν. I. Laskaris, Ή Λάστα a. a. O.) ib. aufbewahrten Texte. Die Parodie besteht hier in der Verflechtung eines „Originalverses" eines Troparions mit einem parodierenden Vers. In dieser Technik der Unterbrechung durch liturgisches Formular (δεύτε προσκυνήσωμεν, πατέρες ευλογείτε) cf. auch M. Lelekos, Δημοτική 'Ανθολογία, Πριάττεια, Athen 1869, ND Athen 1974, Nr. 10, S. 21. Cf. auch die Vaterunser-Erweiterungen bei Evlogios Kourilas (s. o. S. 39 Anm. 7) 139f. Dort auch 141 Anm. 4 Hinweis auf die Verbreitung von Versen wie 'Ανοίξω τό στόμα μου, ελα κοντά, κοκωνα μου . . . " ib. Nr. 1422 (Epirus, aufgezeichnet von M. Lioudakis). Von T. Livadas, aus Patras, aufgezeichnet von mir selbst.

Zum literarischen Genus

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Diese Texte, die den Anspruch auf „Literatur" nicht stellen können, sind über das volkskundliche Interesse hinaus für unsere Untersuchung von Parodien liturgischer und biblischer Texte nicht unwichtig. Sind sie doch das Substrat, auf deren Anregung hin der Autor des SPANOS seine Satire in die Form einer Parodie solcher liturgischer Formulare kleiden konnte. Hier ist allerdings die parodistische Kunst oft recht dürftig29, und P. Lehmann ζ. B. verzichtete auch in seinem Buch Die Parodie im Mittelalter darauf, solche Fetzen parodistischer Unterhaltungsscherze überhaupt aufzunehmen. In Ermangelung eines solch reichhaltigen Materials, wie es Lehmann ausbreitet, können wir aber im Augenblick nur auf diese Art demonstrieren, daß wir von der lebendigen Existenz solcher Parodien auch in Byzanz überzeugt sind30. Was wir aber bei den hochsprachlichen Parodien auf Schulreden und den volkssprachlichen Parodien auf liturgische Formulare an Gemeinsamkeiten sehen, ist, daß beide sich in der Parodie genügen oder zumindest der entscheidende Anlaß zur Abfassung des Werks bzw. Scherzgedichts in der Parodie lag. Wenn darüber hinaus satirische oder weitere komische Absichten zum Ausdruck gebracht werden, so ändert das an der Grundkonzeption des betreffenden Gedichts als Parodie nichts. e) Satiren in der Form von parodierten liturgischen und anderen Formularen Neben „reinen" Satiren1 und „reinen" Parodien haben wir sowohl Lehrgedichte als auch Streitschriften in der Form des Kirchenlieds kennengelernt. Betrachten wir unter diesem Blickwinkel unseren SPANOS, so verbindet er einige dieser Genera zu einem einzigen Werk. Ist unser Text doch nicht nur eine Satire gegen den Bartlosen oder eine Parodie liturgischer und anderer Formulare, sondern beides zugleich. Einerseits reine Satire: die komische und verzerrende Darstellung und Verspottung des Spanos; andererseits reine Parodie: das αγαθόν μοι ό νόμος τοϋ στόματος σου ύττέρ χιλιάδας χρυσίου καΐ 29

30

1

Cf. aber Liede, R E D L I I I 1 (1966) 14: „der Ubergang von vorliterarischen zu literarischen Parodien erfolgt völlig bruchlos, sobald bedeutendere Köpfe sich ihrer bemächtigen und sie der Aufzeichnung für würdig erachten". Zumal die sprachliche Durchlässigkeit zwischen Hoch- und Volkssprache im Griechischen die Popularität derartiger Opuscula begünstigte. Diese sind, wenn es etwa um die Ptochoprodromika geht, von ihrem literarischen Genus her am wenigsten umstritten; s. allgemein G. Soyter I passim, F. Dölger, Byz. Satire . . a. a. O. 5f., Beck, Lit.gesch. passim. 4*

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Einleitung

αργυρίου der Schrift (Ps. 118, 72) ist zu καί γαρ ò βρόμος τοϋ στόματος σου υπέρ χιλιάδας βορβόρου καί κοπριάς geworden. Satire und Parodie sind konsequent und vollständig aufeinander abgestimmt und bilden eine ideale Einheit. Es gibt im ganzen Werk kaum einen Satz, der sich nicht auf den Bartlosen bezöge und kaum einen Satz, der nicht innerhalb eines nachweisbaren parodistisch umgekehrten Formulars stände. Beides, Satire und Parodie, ist vom Autor des SPANOS bewußt und geschickt zur wirksamen komischen Verhöhnung des Bartlosen eingesetzt. Ohne die Einkleidung der Satire in die parodierten liturgischen und anderen Formulare wäre unser Werk eine wüste grobe Beschimpfung des Bartlosen etwa im Stil von Konstantin dem Rhodier gegen Leon Choirosphaktes und den Eunuchen Theodoras 2 , und ohne die satirische Verzerrung des Bartlosen wäre der Litanei und der hohlen Profanierung kein Ende 3 . Dem Autor unseres Werks war beides, Satire und Parodie, das Mittel zum Zweck der Verhöhnung des Bartlosen. Dabei bleibt für den heutigen Leser unseres Textes die Verspottung der Person des Spanos hinter der Einschätzung des Werks als Parodie gewiß zurück. Für die nachfolgenden Generationen spielte also die Person des Spanos kaum eine Rolle mehr, während die verschiedenen Parodien auf bekannte Texte der Zeit gern goutiert und nachgeahmt wurden. Wir kennen aus der byzantinischen Literatur ein Werk, das wir in Bezug auf seine literarische Einordnung damit vergleichen können: des Psellos Satire gegen den Mönch J a k o b in der Form eines Kanons.

1. Psellos' Satire gegen Jakob. Wenn man als Mönch J a k o b auf dem bithynischen Olymp in einem Kloster lebte, den großen Michael Psellos dort gerade glanzlos hat ausziehen sehen und ob der Glanzlosigkeit von dessen kurzem Aufenthalt im Kloster zu einem kleinen Spottepigramm verführt

2 3

ed. P. Matranga, Anecdota Graeca II, Rom 1850, 624—632. Dieses Faktum blieb etwa Soy ter I 230 f. und Knös, L ' histoire . . 148 ganz verborgen. Obwohl beide zeitweise über unser Werk von einer „Parodie" und auch insgesamt von dem „satirischen Genus" sprechen, nennen sie im übrigen den SPANOS immer ein „Pamphlet". Die volle Integration der Parodie in die Satire schließt aber ein Pamphlet aus. Auch mit „Travestie", was durch Knös' Bemerkungen zum SPANOS kurz aufscheint, hat unser Werk nichts zu tun. Die Travestie behält ja den Inhalt bei und ändert die Form. Unsere Satire gegen den Bartlosen kann aber doch wohl kaum als der der geänderten Form gemäße Inhalt bezeichnet werden.

Zum literarischen Genus

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worden war, einem Spottepigramm 1 , das in knapper Kürze all das zusammenfaßte, was Psellos im Innersten treffen mußte, wenn man also als Mönch so etwas dichtete, konnte man einer entsprechenden Antwort des großen Rhetors sicher sein. Wenn ein Mönch im klassischen Maß des Epigramms dichtete, war es am feinsten, ihm im Maß der kirchlichen Hymnendichtung mit einem Kanon zu antworten 2 . Der Inhalt ist äußerst dürftig. Das einzige, was Psellos Jakob vorwerfen konnte, war dessen Hang zu alkoholischen Ausschweifungen. Dafür ist die Form, in der der Anwurf geschieht, mit Glanz und Meisterschaft gehandhabt. Im 4. Plagalton preisen 8 Oden mit den entsprechenden Hirmoi, je 4 Troparien und der Akrostichis μέθυσον Ίάκωβον εϋρύθμως αδω, Κώνστας Jakobs Trunkenheit. Psellos wäre nicht ό πολύς την γλώτταν 3 , wenn er nicht auch in dieser vorgegebenen Form alle Register der rhetorischen Feinheiten gezogen hätte. Das vorletzte Troparion 4 nach dem Hirmos ' Ε ζέστη èirì τούτω bringt einen Höhepunkt: ασκήσεως κανόνας ουκ άναγνούς, ασκητής άνεφάνης αυτόματος, ασκών, σοφέ, ασκησιν την όντως ασκητική ν άσκητικώς γάρ ήσκησας, πίνων εν ασκήσει πολλούς ασκούς· άσκήσας δέ εν βίω ασκήσεως τους άθλους ασκούς έν βίω ττάντας εϊληφας. Wörtliche Anklänge an das Kirchenlied sind nicht selten. Von den 32 Troparien beginnen 17 mit Wörtern und Formeln, die auch sonst aus der Hymnendichtung bekannt sind. Ohne auf jedes Einzelzitat hier eingehen zu wollen, ist so gut wie jeder zusammenhängende Ausdruck „im Stil der Kirchendichtung" verfaßt. Jakob wird also verhöhnt durch eine Satire, die aber in die Form eines Kanons gekleidet ist und diesen gleichzeitig parodiert. Ein bestimmtes Kirchenlied oder auch nur einer der parodierten Originalsätze werden nun aber nicht per se in den Schmutz gezogen, sondern die Parodie steht immer unter dem Blickwinkel der Verspottung des Jakob, der mit Hilfe dieser parodierten liturgischen Formulare zusätzlich eins ausgewischt bekommt 6 . So gehen ja etwa auch die klassischen Zitate in dem in iambischen Trimetern abgefaßten vergleichbaren Schmäh1 2

3 4 5

ed. Sathas, Μεσ. Βιβλ. V 177; cf. auch Soyter I 230. ed. Sathas, Μεσ. Βιβλ. V 177—181. Verbesserungen dazu bei Leo Sternbach, Ein Schmähgedicht des Michael Psellos, Wiener Studien 25 (1903) 12 Anm. 1. Ein Ausschnitt auch bei Soyter I 230. Wiederabgedruckt bei Mitsakis 349ff. S. Krumbacher GBL 435. Sathas, Μεσ. Βιβλ. V 181. Richtig Mitsakis 349: ,,ή παρωδία ίνό$ έκκλησισστικοΟ ύμνου σέ μια σάτιρα ΙναντΙον ÉVÒS μοναχού έπιτεΐνει άκόμη περισσότερο το κωμικό στοιχείο καΐ δημιουργεί άμέσως την κατάλληλη ατμόσφαιρα μέσα στην όττοία μπορεί νά διακωμωδηθή τό πρόσωπο αύτό έτπτυχώς."

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Einleitung

gedieht des Psellos gegen den Sabbaiten durch ihre Parodierung nur zu Lasten des Angegriffenen®. Eine Herabziehung oder eine Verhöhnung eines Kirchenlieds liegt Psellos fern7, obwohl dessen Parodierung einen komischen Effekt erreicht. Im übrigen kennen wir zumindest noch einen Kanon des Psellos, auch er folgerichtig aufgebaut, metrisch einwandfrei ausgeführt und mit den entsprechenden Zitaten versehen, den Kanon innerhalb der Akoluthie auf Symeon Metaphrastes8. Er wird gepriesen, Jakob wird mit denselben Stilmitteln verspottet. Mit diesem Kanon gilt Psellos im allgemeinen als der Begründer der Gattung „Kirchenliedverspottung durch die Parodie desselben"9. M. Gedeon spricht jedenfalls von einer Flut derartiger „Hymnen" ed. L. Sternbach, Ein Schmähgedicht des Michael Psellos, Wiener Studien 25 (1903) 10—39, und — mit verbessertem kritischen und Stellenapparat — bei E. Kurtz — F. Drexl, Michaelis Pselli Scripta Minora, Orbis Romanus V, Mailand 1936, 220—231. Im übrigen sind in der Satire gegen Jakob durchaus klassische Zitate genauso wie im Schmähgedicht gegen den Sabbaiten eine Reihe von Bibelzitaten zu finden. Für das eine wird Psellos gelobt: Sternbach a. a. O. 10: „ . . daß der Autor gerade in den Lobpreisungen und Schimpftiraden am meisten aus dem Born der antiken Literatur schöpfte und mit Reminiszenzen zu prunken pflegte", das andere findet man unfein. 7 So urteilen heute auch Soyter I 229: „so war es gewiß nicht die Absicht des klugen Höflings und Staatsmanns Michael Psellos, die Kirchenlieder herabzuziehen, als er sein Pamphlet auf den Mönch Jakob in Form eines Kanons verfaßte. Das Ziel seines Spottes war lediglich sein früherer Klostergenosse Jakob, . .", wiederholt in Ders. II 103, und zuletzt H.-G. Beck, Gesch. der byz. Volksliteratur, a. a. O. 195: „Wie wenig die Wahl eines liturgischen Formulars auf blasphemische Absichten schließen läßt, beweist ζ. B. das berühmte Stück des Michael Psellos gegen seinen ehemaligen Klostergenossen Jakob, das in der Form eines kirchlichen Kanon abgefaßt ist". F. Dölger, Byz. Satire . . a. a. O. 5 sah in diesem Werk immerhin noch eine „Geschmacksverirrung", worüber er sich wundern zu müssen glaubt „bei einem Volke, welches aus Scheu vor der Nennung geweihter Namen und Bezeichnungen einen Schatz von Tabuwörtern geschaffen hat wie kaum ein anderes". 8 ed. E. Kurtz—F. Drexl, Michaelis Pselli Scripta Minora, Orbis Romanus V, Mailand 1936, 108—119. 9 Gedeon, Μουσικαΐ διαχύσεις . . . 5, beruft sich noch auf Sathas, Μεσ. Βιβλ. V, Vorwort ιη' ( : , , . . . Ψελλός, . . . ό σχολάρχης της μέχρις ήμών παρά τοις μοναχοΐς Ιπικρατούσης άσεβους παρωδίας τ ω ν εκκλησιαστικών ΰμνων"), wenn er schreibt: „ότι αύτός (Psellos) fjv έν χρόνοις παλαιοτέροις ήμών ό ανευλαβής εΙσηγητής της τοιαύτης κακής συνηθείας τοϋ κατά προσώπων νεωτέρων ή καΐ ύπέρ αύτών ώδάς καΐ κανόνας Ιερούς συνθέτειν καΐ ακολουθίας, ή παραστρεβλώνειν τινά τους ίερούς παλαιούς, παρεντιθέντα, άντί τ ώ ν καθιερωμένων λέξεων, λέξεις ή καπηλικάς ή πάντη άναγώγους, ή τωθαζούσας ευγενώς ή δυογενώς έλάττωμά τι ήθικόν, ή άδυναμίαν τοϋ χλευαζομένου, ή διαλόγους συμπη/νύειν έρωτικούς εις έγκώμια δυνάμενα 'να χαρακτηρισθώσι καΐ 'ν' άποκληθώσιν άσώδη". β

Zum literarischen Genus

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nach dem „üblen Vorbild des Psellos"10, von denen er den Kanon des Mönchs Kyrillos vom Koutloumousioukloster auf dem Athos gegen den heiligen Dionysios, Metropoliten von Proikonnisos aus dem Jahre 1884 besonders hervorhebt11. Für Kanones dieser Art aus seiner Ahnenzeit hatte Gedeon sogar die Gesetzmäßigkeit ihrer formalen Gestaltung erkannt12. 2. Papadiamandis' στιχηρά προσόμοια. Gut greifbar sind uns ein paar kleine satirische Gedichte nach der Musterstrophe Τί ύμας καλέσωμεν, άγιοι gegen verschiedene Kirchenmänner von Alexandras Papadiamandis1, wie ζ. B. das folgende: Τί σε νυν, 'Ανδρέα, καλέσωμεν; των παιδίων χαϊδευτήν ή άτσαλόγλωσσον αΐσχρόν της μττοτίλλιαξ άδειαστήν ή ραδιοϋργον φοβερόν μαντήλαν [την] κεφαλήν σου άμπεχόμενον, τσαντήλαν διαρρέουσαν ώς κόσκινον· εύφυολόγον άνάλατον και βωμολόχον ξετσίπωτον, Άλλοίμονον, θα κολάσης τάς ψυχάξ ημών. Ein Spiel mit der Form, die Absicht ist die Satirisierung der Person, von einem Autor, den man unter den griechischen Dichtern auch 10

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12

1

ΜουσικαΙ διαχύσεις 5: ,,ή δέ τοιαύτη συνήθεια έγένετο κώδιξ σχεδόν έθιμοτυπίας, ούτε ήν δυνατόν 'να συναθροισθώσι προς διασκέδασιν οίκογένειαι φιλικαΐ χωρίς τοιούτων ψαλμωδιών καΐ τοιούτων ψευδοκανόνων καΐ ψευδοακολουθιών. ib.: „Αύται δέ κ' έκεϊνοι σννετίθεντο μάλιστα έν Ά γ ί ω "Ορει, καΐ ένθυμούμεθα τόν περί ταύτα Ιπιτήδειον, όλιγομαθή δέ, μοναχόν Κύριλλον τόν Κουτλουμουσιανόν, άπειρα άσματα ιερά προς τό άστειότερον παραχαράξαντα, ών τό τελειότερον ή ν ò κανών είς τόν άγιον Διονύσιον μητροπολίτην Προικοννήσου (1884), ού έχλεύαζεν επιτηδείωξ τήν διαρκή οίνοφλυγίαν καΐ τό προς πνευματικήν διοίκησιν όρθοδόξων, ώς είκόζ, άδόκιμον". Sowohl das ττρός τό αστειότερου παραχαράξαντα als auch die οίνοφλυγία des verspotteten Dionysios setzen unsere Satire von einer bloßen Schmähschrift in der Form eines parodierten Kanons ab. ib. 5: ,,Πρός ψαλμωδίαν καΐ διάχυσιν ειχον ai γενεαΐ al τότε καΐ άλλου; κανόνας χλευάζοντας έλαττώματά τίνα καΐ κακίας ή καΐ τούς έχοντας αΰτάς· εκ των κανόνων τούτων άπεσπώντο εν ή δύο προσόμοια, έχοντα τόπον κενόν, εις δν ó τραγουδιστής, ό ψάλλων προσήρμοζε τό όνομα του λοιδορουμένου. Λόγου χάριν, εϊς τι τροπάριον κατά μεθύσου, έπΐ τοϋ ,,Χαίροις άσκητικών" ψαλλόμενον, τρεϊς συλλαβαΐ εμενον προς τό τέλος κεναί, προς ένθήκην τοϋ σατυριζομένου δήθεν όνόματος· . . . ,,όποϋ έγίνου παίγνιον — είς πασαν χώραν, ην ήλθες (3 συλλαβαΐ) μεθύστακα", όπου ó μή θέλων 'να άπαγγείλη τό όνομα, επειδή χάσμα τριών ύπάρχει συλλαβών, ελεγεν ,,ώ τάλα"." ed. G. Valetas, Τα ποιήματα τοΰ Παπαδιαμάντη, Νέα 'Εστία 30 (1941) [Weihnachtsheft: 'Αφιέρωμα στόν Παπαδιαμάντη, Heft 355] 139.

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Einleitung

den „Heiligen" nennt. Ihm ist auch die Literaturkritik gnädig gesonnen2, und man ordnet die Gedichte dort ein, wo sie auch ihren Platz haben. Die erhabenen byzantinischen Hymnen leiden nicht, wenn man sie auch hin und wieder zur scherzhaften Verspottung eines Zeitgenossen heranzieht und parodiert. Es darf gelacht werden. Dies gilt nicht zuletzt für den Text des SPANOS. Die Unterschiede zwischen unserer Satire und des Psellos gegen den Mönch Jakob oder der von Papadiamandis gegen einige Kirchenmänner auf Skiathos sind nicht generell, sondern graduell. In allen Fällen ist die Form, in die die Satire gekleidet ist, zugleich eine Parodie von liturgischen Formeln, wodurch der komische Effekt der Satire noch gesteigert wird. Bei Psellos und Papadiamandis geschieht das durch einen einzigen Kanon bzw. kleine στιχηρά προσόμοια, im SPANOS wird ein ganzes Feuerwerk von verschiedenen Parodien abgebrannt. 2

Merkwürdig ist allerdings, daß die Gedichte in dem vielbändigen Werk der Gesammelten Schriften des Papadiamandis von G. Valetas zwar erwähnt (V 402), nicht aber abgedruckt sind, daß E. Skouvaras, der einen umfangreichen Aufsatz zum hymnographischen Werk des Papadiamandis schreibt, unsere Satiren nur in einem Satz und einer Anmerkung erwähnt [To ϋμνογραφικό εργο του 'Αλεξάνδρου Παπαδιαμάντη καΐ του 'Αλεξάνδρου Μωραϊτίδη, Άρχεΐον Ευβοϊκών Μελετών 7 (1960) SA S. 38 Anm. 77] und daß Mitsakis 314f. unsere -προσόμοια zwar erwähnt und sogar eine Satire wieder abdruckt, später aber vergißt, sie in die Gruppe der „satirischen Gedichte" aufzunehmen.

D. TEXTÜBERLIEFERUNG a) Handschriften I. Vind. theol. gr. 244, Beschreibung IX—XIV.

der

12P-126*

Hs.

und

(=A des

)

Inhalts

bei

Wagner,

Carmina,

Datierung: Gareth Morgan 1 begrenzte die Abfassungszeit bereits auf die Jahre 1515—1520 2 . Vielleicht kommt man mit S. Alexiou 3 sogar noch in die Zeit zwischen 1515—1519. Denn 1519 haben wir den ersten Venezianer Druck des APOKOPOS. Wäre der APOKOPOS in unserer Handschrift nach 1519 geschrieben, so wäre er wohl lediglich eine Abschrift des gedruckten Texts, wie es z. B . mit dem Text der Handschrift aus dem Jahre 1540 für den APOKOPOS der Fall ist (Vat. gr. 1139). Dies trifft aber für den APOKOPOS unserer Handschrift nicht zu. Ausgabe: E . Legrand, Bibl. Grecque Vulg. I I , Paris 1881, 28—47. II. Vat. gr. 1139, 134*-160-

(=B)

Beschreibung der Hs. bei S. Lambros, Neos Έλληνομνήμων 1 (1904) 372f. Sie enthält: 1. fol. 45 r —53 r ò Κάτης καί oí ποντικοί. Ed. Ν. Banescu, Un poème Grec vulgaire du Moyen-Age: ό κάτης καί oí ποντικοί, Εις μνήμην Σπ. Λάμπρου Athen 1935, 393—397. 2. fol. 86 Γ —132 Γ Άπόκοπος. Ed. S. Alexiou, Κρητικά Χρονικά 17 (1964) 183 ff. 3. fol. 134 r —139 r 4 ΤΤρουκία του κακού σπανού5. 1 2

3 4 5

Three Cretan Manuscripts, Κρητικά Χρονικά 8 (1954) 65 ff. Cf. L. Politis, 'Ελληνικά 19 (1966) 171. 22 (1969) 228: „δεύτερη δεκαετία του 1 6 ο υ αιώνα." Ausgabe des A P O K O P O S , Κρητικά Χρονικά 17 (1964) 185. Bei Lambros 372: „ 1 3 6 f f . " . Lambros 372 bringt von diesem Teil den Anfang, den Schluß aber nicht ganz, s. dazu seine Anm. „τταραλείττονται αίσχραΐ λέξεις, οίων άφθονεΐ τό κείμενον".

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Einleitung

4. fol. 139v—148Γ Γιατροσώφην του σπανού. 5. fol. 148ν Ί (ησου)ς ό δούς άρχήν δός καί τέλος6. 6. fol. 151Γ—160τ7 συναξάριον τον κακδν σττανδν. 7. fol. 160ν—163ν περί του πονηρού καί όκνηροΰ. 8. fol. 163τ—165Γ περί τοΰ πραγματευτοϋ. 7 und 8 ed. Ν. Eideneier, Δύο μύθοι τοΰ ,,Στεφανίτη και Ιχνηλάτη", Ελληνικά 20 (1967) 430—435. Datierung: Die Hs. ist fol. 132r auf das Jahr 1540 datiert. b) Drucke ( = D) I. Vorbemerkung

Auffällig ist, daß der Druck, den wir für den ersten Druck halten, ohne Angabe des Druckers und des Druckjahres erschienen ist. Dies war gesetzlich verboten. Wollte der Drucker aus bestimmten Gründen seinen Namen nicht nennen, hätten die Angaben eines Pseudonyms genügt, um das Verbot zu umgehen8. Da es unwahrscheinlich ist, daß ein Drucker für einen solch kleinen Druck wie den unseren seine Druckerkonzession riskierte, muß man annehmen, daß unser Druck zusammen und angebunden an einen anderen Druck, etwa den des APOKOPOS erschien. Der APOKOPOS bietet sich deshalb an, weil die Überlieferungsgeschichte dieses und unseres Textes viele gemeinsame Züge trägt. So ist in beiden bis heute bekannten Codices, in denen der SPANOS überliefert ist, auch der APOKOPOS überliefert 9 , und unser Druck „um 1553" ist in der Vaticana GGG VI 49 an den APOKOPOS angebunden. Auf der anderen Seite kann nicht ausgeschlossen werden, daß die Absicht der Anonymität für Drucker und Jahr bei unserem Druck „um 1553" durch die Furcht vor der staatlichen Zensur begründet war. Daß der SPANOS nicht ungefährdet war, beweist eine Notiz in der Filza 370 des Archivio di Stato, Venezia, Riformatori dello β 7

8

8

Bei Lambros nicht verzeichnet. Bei Lambros: ,,165r". Er hält also die beiden folgenden Stücke für Teile des Synaxars des SPANOS. S. Carlo Massa, Edizioni venete con falsa data, Il Bibliofilo 7 (1886) 161: „Ma non si tardò ad ammettere, con decreti del 12. febbraio 1542 e 24 settembre 1653, che potessero essere stampati libri non solo senza quelle indicazioni, ma con falsa data di stampa, purché ciò fosse autorizzato con terminazione dei Riformatori e, alla falsa data di stampa, fossero aggiunte la parole: a spese di Ν. N. libraio di Venezia. I libri cosi stampati godevano dei privilegi concessi dalle leggi". Es sind dies die einzigen bis heute bekannten Handschriften auch für jenen Text.

Textüberlieferung

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Studio di Padova10. Um das Jahr 1685 schreibt ein nicht genannter venezianischer Buchzensor über zwei nicht genannte Bücher. Über das zweite wird gesagt: „ E 1' altro consiste in un Officio Ecclesiastico con alteratione de Salmi, Hinni, Orationi, e profetie convertite in imprecationi, e Maldicenze contro li Spagnoli, lo che è un grand' abuso della Sacra Scrittura, et Officio Divino, onde detto Libretto merita essere omnimente prohibito". Hier mischt sich offenbar Inquisitionseifer mit Oberflächlichkeit. Ohne Zweifel bezieht sich die Notiz auf unseren SPANOS, hinter dem auch später noch (s. u.) hin und wieder die Spanier vermutet wurden. Obwohl auch bei oberflächlichster Betrachtung klar werden müßte, daß Spanier mit unserem SPANOS nicht gemeint sein können, scheint doch die Tatsache, daß man es in unserem Text mit einer Parodie (,,un grand' abuso") von liturgischen Formeln zu tun hatte, bekannt gewesen zu sein. Der Zensor kommt zum Verbot des Buches. Nun ist in der gleichen Filza 370 und unmittelbar dahinter ein diesmal datiertes Gutachten (1. Jan. 1684 = 1685) eines diesmal genannten Zensors (Matthaios Typaldos: „Mattio Tipaldi Rettore e Maestro del Colleggio Flangini manu propria") aufbewahrt. E r billigt die Herausgabe von zwei Büchern, von denen er über das erste schreibt: „Celebrando il primo con pure facetie la festa del' Spanò, ch'in lingua greca usuale significa un huom di pocca e rara barba come 1' esprime anco la figura stessa del primo foglio . .". Für eine genauere Untersuchung über die Möglichkeiten eines Abwägens der Indizierung fehlen uns alle Vorarbeiten. Immerhin ist zu beachten, daß unser Text nicht zu allen Zeiten unbeanstandet gedruckt wurde. Die uns bekannte Zahl an Auflagen unseres Werks gibt dafür keinen Hinweis. Widerstände gegen Druck und Verbreitung gab es wohl, solange der SPANOS gelesen wurde. Der Brief des Pachomios Rousanos an die Venezianer Druckereien (s. u. S. 62) oder der Appell des Athosmönchs Nikodimos in seinem Πηδάλιον11 sind gewiß mehr zufällige Zeugnisse einer Mißbilligung der Liturgieparodie. Uns sind im 16. Jh. 3 Auflagen („um 1553", 1562,1579) bekannt, im 17. Jh. 2 Auflagen (1627, 1643), im 18. Jh. 3 Auflagen (1700, 1795, 1796) und im 19. Jh. 5 Auflagen (1803 I, 1803 II, 1817, 1827, 10 11

Freundlicher Hinweis von G. Veloudis. Leipzig 1800, S. 50. cf. dazu Ph. Iliou, Προσθήκες στην 'Ελληνική Βιβλιογραφία Α', Athen 1973, 35 (in der Anm. 1 ist statt Σπανέα zu schreiben: Σπανού), und Ders., Σημειώσεις για τά „τραβήγματα" των έλληυικών βιβλίων τον 16° αΙώνα, Ελληνικά 28 (1975) 118.

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1832). Auffällig ist die doppelte Auflage bei zwei verschiedenen Druckern im Jahre 1803 und die für uns feststellbare Auflagendichte um die Wende des 18. zum 19. Jh. . II. Die einzelnen Drucke 1) „um 1553" Ort: Biblioteca Barberina = Vaticana GGG VI 49 (3). Universitätsbibliothek Leiden 1365 E 8 (früher 886 D 15)12. Drucker: keine Angaben13. Datierung: keine Angaben13. Datierung nach Legrand X V / X V I III 126: „vers 1553" 14 . Seitenzählung: keine (45 Textseiten). Druckzählung: A II, Β, Β II, Γ C, Γ D (sic) II, Δ D, Δ D II, E, E II, Ζ F, Ζ II (sic): 6 Quaterni. Bemerkungen: Zweifarbiger Rot-Schwarz-Druck wie die liturgischen Bücher. Neumenparodie. Holzschnitt mit der Darstellung des Bartlosen, der in bittender Haltung vor seinem Onkel, dem Ziegenbock steht: Abbildung Nr. 1 unserer Ausgabe. Literatur: Legrand X V / X V I III 126. Krumbacher, GBL 810, erwähnt neben den Drucken aus den Jahren 1627, 1643, 1700 und 1817 diesen Druck aus der Biblioteca Barberina: „ein vielleicht älterer Druck". Bei G. M. Valettas s. ν. Σπανού ακολουθία in der Μεγ. Έλλ. Έγκ. wird daraus ein Codex Barberinus. 12

13

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Das Exemplar in Leiden kam laut Angabe von Frau Dr. E . Hulshoff Pol., Bibliothekarin an der Bibliotheek der Rijksuniversiteit te Leiden aus der Bibliothek des Isaac Vossius 1690 in die Leidener Universitätsbibliothek und wird in deren Katalog des Jahres 1716 so beschrieben: Σ Π Α Ν Ο Σ inscriptus liber Graecus hodierno sermone in quart. Im handschriftlichen Katalog M. Tydemans aus der ersten Hälfte des 19. Jh.s heißt es dazu: Σ Π Α Ν Ο Σ Graece. Sine mentione auctoris, anni, loci, typographi, nisi quod in ultimo versu legatur ΈτελειώΟη ό μιαρόζ σπαυόζ ετει ,αψρθ' μη vi μτταρμπουλδ λε'. Man hat daraufhin aus der Scherzdatierung unseres Autors auf das J a h r 1000, 700, 100, 9 ein J a h r 1609 herausgeholt, wohl deshalb, weil das an unseren Druck damals noch angebundene Exemplar Ο Α Λ Ε 2 Α Ν Δ Ρ Ο Σ Ο Μ Α Κ Ε Δ Ω Ν in Venedig 1603 gedruckt war. Die Katalogangaben zum SPANOS sollen jetzt berichtigt werden. Titelblatt: in einem rechteckigen, der Buchgröße angepaßten Rahmenornament, gebildet aus zwei seitlichen Säulenornamenten und in sich verschlungenen Bändern oben und unten, steht der Titel Σ Π Α Ν Ο Σ . Sonst keine weiteren Angaben. Zu unserem eigenen Versuch der Datierung dieses Drucks und dem vermuteten Drucker s. u. . Irmscher, Bemerkungen 148, hält den Druck für datiert: „von Krumbacher unrichtig als undatiert bezeichnet", wobei er sich merkwürdigerweise auf Legrand beruft.

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D r u c k e r : Wir halten Christophoros Zanetti für den Drucker dieses Drucks aus folgenden Gründen: 1. Sowohl der SPANOS-Druck vom Jahre 1562 als auch der SPANOS-Druck vom Jahre 1579, also der zweite und der dritte der uns bekannten Drucke sind von Christophoros Zanetti gedruckt. Da man es als üblich bezeichnen kann, daß ein Drucker das einmal bei ihm aufgelegte Werk Zeit seines Lebens behält und betreut16, ist es wahrscheinlich, daß auch der vor 1562 bzw. 1579 gedruckte SPANOS von Christophoros Zanetti herausgebracht worden war. 2. Die Ornamentik rund um den für alle SPANOS-Drucke charakteristischen Holzschnitt ist für unseren Druck „um 1553" und die mit den Druckerangaben C Ζ (Christophoros Zanetti) versehenen späteren Drucke von 1562 und 1579 gleich, obwohl auch diese Ornamentik, zusammen mit dem ganzen Holzschnitt, jeweils wieder neu geschnitten wurde. Dagegen hat der nächste uns bekannte, nicht von Christophoros Zanetti gedruckte SPANOS-Druck rund um den gleichen Holzschnitt eine völlig andere Ornamentik. 3. Der größere Teil des Inhalts der von Nikolaos Malaxos vor 1558 von Venedig nach Griechenland gebrachten Bücherkiste waren Druckerzeugnisse des Yerlagshauses Zanetti, darunter 50 Exemplare eines SPANOS 16 . Datierung: Den Druck „um 1553" halten wir für den ältesten der uns bekannten SPANOS-Drucke aus folgenden Gründen: 1. Er bewahrt den besten Text von allen Drucken. Bereits unser 2. Druck vom Jahre 1562 weicht in einigen Punkten von dem Druck „um 1553" ab. Diese Abweichungen sind Verschlechterungen, die damit zu erklären sind, daß der Text jeweils neu gesetzt wurde. 2. Er ist der einzige uns bekannte Druck, der in Rot-SchwarzDruck wie die liturgischen Bücher hergestellt ist. Dies bedeutet, daß der Drucker den Text verstehen mußte. Ihm war nicht nur bewußt, daß er eine Parodie eines liturgischen Texts druckte, sondern er mußte aufgrund der Erfahrung im Umgang mit dem Druck von liturgischen Büchern wissen, welche Stellen rot und welche Stellen schwarz zu drucken waren. Dies festzulegen obliegt gewöhnlich dem Korrektor, der den Text — in der Regel für die erste Auflage — druck15

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S. etwa G. Veloudis, Der neugriechische Alexander, Miscellanea Byzantina Monacensia 8, München 1968, 91. S. Ph. D. Mavroidi, Είδήσεις για τά έλληνικά τυπογραφεία της 'Ιταλίας τον 16° αΙώνα, Δωδώνη 4 (Ioannina 1975) 242 f. Aus Cristoforo Zanetti ist bei Mavroidi allerdings versehentlich Francisco Ζ. geworden.

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fertig macht. Ab dem für uns zweiten SPANOS-Druck aus dem Jahre 1562 ist der Rot-Schwarz-Druck bereits nicht mehr durchgeführt. 3. Die Drucktypen dieses Druckes sind älter als die des Druckes vom Jahre 1562. Der Druck „um 1553" ist zwar für uns der älteste Venezianer Druck, er muß damit aber noch nicht der älteste SPANOS-Druck überhaupt sein. Zumindest in einem Fall finden wir einen SPANOS erwähnt, der uns vor das Jahr 1553 zu bringen scheint. In einem Brief an die Venezianer Drucker läßt sich Pachomios Rousanos17 (1509 — 1553, s. Μεγ. Έλλ. Έγκ.) über einige in Venedig gedruckte Texte aus, darunter ausführlich über ,,ή κατά των όλιγογενείων γραφή". Solche Schriften verdürben die Jugend und lästerten Gott. Ausdrücklich werden die in den Drucken mitgegebenen Holzschnitte (,,ζωγραφίας αισχρός") erwähnt. Der Brief mag in die Zeit nach Rousanos' Rückkehr aus Venedig nach Zakynthos fallen, terminus ante quem kann aber erst 1553, sein Todesjahr sein. Eine frühere Datierung des bei Pachomios erwähnten SPANOS durch Lambros, etwa vor 1543 (in Anlehnung an den Druck des Πένθος θανάτου), ist genauso wenig schlüssig wie die Identifizierung unseres Drucks „um 1553" mit jenem Druck18. Für eine Datierung unseres Drucks „um 1553"19 auf „um 1553" spricht: 1. Terminus post quem ist 1540, das Jahr der Abfassung der jüngsten uns bekannten Handschrift (Vat. gr. 1139). Wäre unser Druck älter als 1540, so wäre diese Handschrift wohl nur eine Abschrift des gedruckten Texts. So schreibt etwa die zweite Handschrift für den APOKOPOS-Text aus dem Jahre 1540 lediglich den Text des gedruckten Exemplars ab, wogegen die erste Handschrift, die vor dem ersten Druck liegt, einen vom Druck abweichenden Text bringt 20 .

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Herausgegeben zunächst von A. Moustoxydis, Έλληνομνήμων 11, Athen 1853, 648ff., und erneut und mit erklärendem K o m m e n t a r von Sp. Lambros, Al κατά τ ω ν τ υ π ο γ ρ ά φ ω ν της Βενετία; αΐτιάσει? τοΰ Καισαρίου Δαπόντε καΐ τοΰ Παχωμίου Ρουσάνου, N E 2 (1905) 346 ff. So Ai κατά τ ω ν τ υ π ο γ ρ ά φ ω ν . . . a. a. Ο. 350, und wiederholt bei Ph. D. Mavroidí, Εΐδήσεΐξ . . . a. a. O. 244. Schon Legrand X V / X V I I I I 126 h a t t e ja unseren Druck „vers 1553" angesetzt und so begründet, ,,car le papier et les caractères sont absolument identiques à ceux de 1' Apocopos et de 1' Imbérios, sortis des presses dudit typographe, en 1553". S. die kritische Ausgabe des A P O K O P O S von S. Alexiou, Κρητικά Χρονικά 17 (1964) 183 ff.

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2. Terminus ante quem ist 1562, das Jahr des ersten datierten Drucks. Warum wir annehmen, daß unser Druck vor dem Druck des Jahres 1562 anzusetzen ist, haben wir oben dargelegt. 3. Christophoros Zanetti druckte von 1546—158621. Wir kommen damit auf einen möglichen Ansatz des ersten Drucks zwischen 1546 und 1562. 4. Dieser terminus ante quem kann auf vor 1558 eingeschränkt werden: in einer Notariatsurkunde der Gebrüder Barelli vom 30. Nov. 155822 werden 50 Exemplare eines SPANOS erwähnt („libri dicti Spani"), dieNikolaos Malaxos, der Protopappas von Nauplia, offenbar zum Verkauf von Venedig nach Griechenland gebracht hatte. Ob diese SPANOS-Drucke mit dem Druck „um 1553" identisch sind, läßt sich allerdings nicht ausmachen. 5. Wie üblich, erschien unser zweiter Druck vom Jahre 1562 mit neuen Drucktypen und neuem Umbruch, wie übrigens auch der Druck vom Jahre 1579 usw. . Dennoch ist es wahrscheinlich, daß unser erster Druck nicht unmittelbar vor 1562, sondern eher in die erste Hälfte der fünfziger Jahre des 16. Jhs. fällt. 6. Auffallend sind nicht nur die gemeinsame handschriftliche Überlieferungsgeschichte unseres Texts mit dem des APOKOPOS (s. o.), sondern auch der gemeinsame Drucker Christophoros Zanetti für beide Texte. Der Druck des SPANOS ist in der Vaticana heute noch an den Druck des APOKOPOS vom Jahre 1553 angebunden. Der APOKOPOS vom Jahre 1553 wurde bei Christophoros Zanetti gedruckt. 7. Beide bei Christophoros Zanetti gedruckten Texte haben die gleichen Drucktypen. Die gleichen Drucktypen finden wir auch bei dem ebenfalls 1553 ebenfalls von Christophoros Zanetti gedruckten Apollonios von Tyros23. 8. 1579 bringt Christophoros Zanetti zusammen mit einem SPANOS-Druck einen APOLLONIOS-Druck heraus. 1553 druckt S. Kontosopoulos 295. Bei R. Cessi, Bartolomeo e Camillo Zanetti, Tipografi e Calligrafi del' 500, Archivio Veneto-Tridentino V i l i (1925) 180: „1547—1582". 22 ed. Ph. D. Mavroidi, ΕΙδήσεις γιά έλληνικά τυπογραφεία της 'Ιταλίας τόν 16° αΐώυα, Δωδώνη 4 (Ioannina 1975) 251 f. 2 3 Dieses Faktum soll nicht als Beweis vorgebracht sein. Uns ist bewußt, daß auch das ebenfalls 1553, aber bei Francesco Rampazerto gedruckte Alexandergedicht oder etwa der 1558 bei da Sabio gedruckte Beiisar die gleichen Typen benützen. Es sind die Typen, die um die Mitte der fünfziger Jahre von den Typenherstellern geliefert wurden. Ohnehin bleiben hier viele Fragen offen, die heute mangels Vorarbeiten noch nicht beantwortet werden können. Eine zuverlässige Typenkunde dieser Zeit fehlt genauso wie eine SpezialStudie bzw. eine Liste der bei Christophoros Zanetti gedruckten Bücher. 21

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er einen APOLLONIOS 24 . Sollte er vielleicht damit zusammen und zusammen mit dem APOKOPOS — alle drei Texte haben die gleichen Drucktypen — einen SPANOS-Text gedruckt haben ? 2) 1562 Ort: Universitätsbibliothek Tübingen DK I 6 Drucker: Christophoros Zanetti Datierung: 156226 Seitenzählung: keine (von Crusius' Hand 1—46) Druckzählung: oc2—cc12 (12 SS) und überfälligem Inhaltsverzeichnis. Bemerkungen: Handexemplar von Martinus Crusius mit handgeschriebenen Scholien (s. u.). Einheitlicher Schwarz-Druck. Neumenparodie. Holzschnitt. Literatur: Legrand XV/XVI IV 88. Sowohl der zweite aus dem Jahre 1562 als auch der dritte im Jahre 1579 aufgelegte uns bekannte Venezianer Druck befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Tübingen. Beide stammen aus dem Besitz von Martinus Crusius. Seinem Interesse für die griechische Sprache seiner Zeit war auch der SPAN OS nicht entgangen, dessen gedruckten Text von 1562 er zunächst allein am 30. Sept. 1575 zu lesen begann. An diesem Tag kam er bis Seite 9 seiner handschriftlichen Seitenzählung, wie uns eine Notiz von seiner Hand auf dieser Seite lehrt. Er setzte am 1. Okt. hier seine Lektüre fort und beendete sie am selben Tag26. Wahrscheinlich unterstrich er schon bei dieser ersten Lektüre eine Reihe von Wörtern, die ihm unbekannt waren und denen er nachgehen wollte. Auch sonst trug er in sein Exemplar des Druckes von 1562 ein, was er an Meinungen über den SPANOS im Laufe der Jahre in Erfahrung bringen konnte. Wie bei Crusius üblich, wurden durch Tübingen reisende Griechen bei ihm verköstigt und beschenkt, diese mußten ihm aber auch zu vielen Detailfragen über ihre Heimat und Sprache Rede und Antwort stehen. Diese Besucher aus Griechenland sind uns natürlich nicht nur aus den Scholien unseres Texts bekannt, sondern sie sind bei der Archivierleidenschaft von Crusius auch in seinen Tagebüchern und in seiner Turcograecia ausführlicher verzeichnet. Nicht alle Aporien von Crusius konnten geklärt werden. Hin und wieder bleibt ein unterstrichenes Wort unerklärt und am Rande 24 25

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S. Legrand X V / X V I I 289ff. Titelblatt: ΣΠΑΝΟΣ, darunter in einem reichen Rahmenornament die Zeichen des Druckers: drei Hellebardenspitzen zwischen den Initialen C Z. Darunter: Ένετίησι ττσρά χριστοφόρω τ ω ζανετφ , α φξβ'. Notiz S. 45 unten: ,,τέλο; α όκτωβ. , α 90s".

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zur Parodie der byzantinischen Neumen (S. 40) steht: „ignorabat musicam ό Καλωνας". Auf dem Titelblatt des Handexemplars von 1562 geht es um das Wort Σπανός27, hinter dem zunächst ein Spanier vermutet wird: unter dem Titel ΣΠΑΝΟΣ von Crusius Hand: „διαβολή ές τούς σπανούς, διά τάς αύτών ες τούς έλληνας δεινοτάτας αδικίας, ut puto, πάμπολλα ακάθαρτα καΐ βδελυκτά"28. Dazu schreibt ihm aber sein Freund Hieronymus Fischer 29 aus Venedig: „librum hune D. Hieronymus Viscerus 9. nouemb. 1580 30 Venetiis mihi M. Crusio scripsit31 non esse in Hispanos ύβριστικόν: sed σπανούς dici, quibus barba tenuis raraque est. Puto χρώμα32 esse Graecorum Hispanos metuentium". Und darunter: „ E t 23. Ianu. 1581 mihiD. Andreas33 Argyrus, Graecus, dicebat in mensa mea 34 σπάνος (sic), est libellus, in raram habentes barbam, qui sunt astuti". 27

28 29

30 31

32 33 34

O. Crusius, Ad poetas Latinos exegetica, Rh. M. 44 (1889) 456 Anm. 1 hatte diese schriftlichen Anmerkungen von M. Crusius zur Erklärung des lateinischen Eigennamens Spanius bei Martial I I 41, 10 herangezogen. Cf. auch Legrand XV/XVI IV 88 ff. Zu ihm s. Grosses und vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste (Zedier) Bd. 48, Halle—Leipzig 1746, s. v. Vischer: ,,ein Medicus und Sohn Johann Vischers, geboren zu Bembdingen im Würtembergischen den 9. Febr. 1556, studierte in Italien, und ward nach Zurückkunft 1582 zu Tübingen Doctor der Medicin, auch in eben diesem Jahre Stadt-Physicus, nachgehends aber ein Mitglied des Medicinischen Collegii zu Nürnberg, und starb zu Tübingen, den 18. August 1596 im 41. Jahre". Der gleiche Brief von Fischer vom 9. 11. 1580 wird auch in Crusius' Turcograecia, Basel 1584, 206 erwähnt, s. auch Legrand XV/XVI IV 217 und 305. Bei Legrand XV/XVI IV 88: „1588". H. Fischer kannte offenbar die Interessen von Martinus Crusius oder handelte sogar in dessen Auftrag, als er am 6. Sept. 1580 zusammen mit dem ebenfalls 1579 gedruckten APOLLONIOS-Text den 1579 neu aufgelegten SPANOS-Druck schickte: Notiz auf der Titelseite: „M. Martini Crusii Tybingae. Accepi 6. Sept. 1580 e Venetiis à D. Hieronymo Viscero 3 solidorum". Da unser Brief auf den 9. Nov. 1580 datiert ist, ist es wahrscheinlich, daß aus Anlaß des Erhalts des zweiten SPANOS-Exemplars durch Crusius im Briefwechsel auch über die Bedeutung des Titels gesprochen wurde. S. Legrand XV/XVI IV 88 Anm. 1: „Comme en français .couleur' dans son sens populaire, c'est-à-dire .mauvaise raison, mensonge'". Bei Legrand a. a. O. fehlt dieser Name. Zu diesem Besuch und zur Person des Andreas Argyros aus Santorin s. ausführlich bei Crusius selbst in seiner Turcograecia a. a. O. 206ff.: am 23. Jan. 1581 kommt er in Tübingen an, er ist 36 Jahre alt und der Neffe von Lukas Argyros, der bei dieser Reise dabei ist. Am 24. Jan. verlassen die beiden Argyroi Tübingen wieder, mit Empfehlungsschreiben von Crusius versehen, von denen er eines „in der Nacht" am 23. Jan. 1581 schreibt (Bestätigung Turcograecia 522; cf. A. E. Vakalopoulos, 'Ιστορία τού νέου 'Ελληνισμού II, 1, Thessaloniki 1964, 21 Anm. 2). Die ganze Stelle ist abgedruckt bei Legrand a. a. O. 88ff.; cf. auch 5

Eideneier

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Ein weiterer Besucher war Gabriel Kalonas (neben und unter dem Holzschnitt der zweiten Seite: „ex D. Gabriele Caloña Corinthio 28. Iun. 1582 36 ), der auf die entsprechende Frage so antwortete: „fuit hic vir (forte Graecus) Venetiis, deformissimus: huius uxorem pulcherrimam quam alius amans non potili Valens in maritum scripsit hunc librum. unde ille dolore et pudore mortuus est et alius uxorem eius duxit. Sic puto audi vit". Mit ihm ging Crusius unseren Text am 28. und 29. Juni 1582 durch und machte sich in seinem Exemplar die entsprechenden Notizen: ex ore Gabrielis Calonae 29. Iun. 1582 explicationes domi adscripsi hodiernae linguae studio36. Am 27. Aug. 1585 liest Crusius das Werk mit Philipp Maurikios, der ihm in seinen SPANOS mit eigener Hand auf S. 46 einen Kernspruch37 schreibt38. 3) 1579 Ort: Universitätsbibliothek Tübingen DK I 11 Drucker: Christophoros Zanetti Datierung: 1579 39 Seitenzählung: keine (spätere Handzählung, nicht von Crusius: ungerade Zahlen 1—37. Der Druck hat 38 Seiten). Druckzählung: A 2—A 10.

35

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Legrand X V / X V I I I 148 und K. Dyovouniotis, To ύπ' άριθμόν 21 χειρόγραφον της Πανεπιστημιακής Βιβλιοθήκης τη; Τυβίγγης, Πρακτικά της 'Ακαδημίες 'Αθηνών 11 (1936) 272. Zu Crusius' Tagebuchaufzeichnungen s. P. G. Zerlentis, Σημειώματα ττερί 'Ελλήνων ίκ των Μαρτίνου Κρουσίου Σουηβικών Χρονικών, Athen 1922, 8f. Gabriel Kalonas war schon am 27. Juni 1582 in Tübingen angekommen; s. ausführlich aus dem Codex Mb 37, 95 ff. der Universitätsbibliothek Tübingen bei Legrand a. a. Ο. IV 164ff.; s. auch Zerlentis a. a. O. 9, der allerdings fehlerhaft statt dem Jahr 1682 das Jahr 1583 angibt, was bei Vakalopoulos a. a. O. 324 und 341 wiederholt wird. Im Anschluß an unseren SPANOS las Crusius mit Gabriel Kalonas am 30. Juni die Geschichte von Susanna (s. Legrand a. a. Ο. IV 163ff.): vocabula ex ore D. Gabrielis Καλωνδ ascripsi 30. Iun. 1582. όταν ivas άνθρωπος δεν έχει χρήματα ε ναι άποθαμένος καΐ darò τόν κόσμον χαμένος. Crusius ließ sich das letzte Wort erklären und schrieb mit seiner Hand darunter , , = απολεσθείς". Zu Ph. Maurikios s. Zerlentis a. a. O. 6 und 14, beide Male 1586 statt 1585, und Legrand a. a. O. IV 283 und 318. Die Scholien von Martinus Crusius zu einzelnen Wörtern unseres Texts werden, soweit sie nicht auch heute noch einen Beitrag zur Interpretation leisten und deshalb im kritischen Textapparat bzw. im Glossar auftauchen, in einem Anhang zum Kommentar geschlossen mitgegeben (s. u. S. 242ff.). Irmscher, Bemerkungen 148: „1589". Titelblatt: ΣΠΑΝΟΣ, darunter in einem reichen Rahmenornament die Zeichen des Druckers: drei Hellebardenspitzen. Die Angabe des Druckers und des Jahres steht auf S. 38 nach dem Inhaltsverzeichnis: Ένετίησιν παρά Χριστοφόρω τώ Ζανέτω , α ψοθ'.

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Bemerkungen: Zweites Handexemplar von Martinus Crusius, ohne Scholien40. Neumenparodie. Holzschnitt. Literatur: Legrand XV/XVI IV 217. 4) 1627 Ort: Biblioteca Angelica 00. 4. 76: „nicht auffindbar". Literatur: Legrand X V I I I 254. Krumbacher GBL 810. S. Alexiou benützte für seine Ausgabe der Voskopoula, Heraklion 1963, noch einen Text der gleichen Signatur aus der Biblioteca Angelica, allerdings als Photographie aus dem Archiv von S. Xanthoudidis: s. die Ausgabe der Voskopoula Einleitung ΊΑ' und KS'. 5) 1643 Ort: Bibliothèque Mazarine 23745 Drucker: Giovanni Vittorio Savioni (Da Sabio) Datierung: 164341 Seitenzählung: keine Druckzählung: A I I — A I U I , Β—Β I U I , C—C I U I , D—D I U I . Bemerkungen: Neumenparodie. Holzschnitt. Auf dem Holzschnitt der Titelseite ist zwischen zwei klassizistischen Säulen mit korinthischem Kapitell eine lockige Muse mit knöchellangem Chiton und darüber einem über das Knie gehenden Kleid abgebildet. In der Hand hält sie Lyra und Bogen42. Über der durch die Säulen gestützten Eingangspforte steht: Heroica Carmina Mando. Literatur: Legrand X V I I I 453. Zum Drucker s. Kontosopoulos 303 f. 6) 1700 Ort: Bibliothek Theodoros Avramiotis: unauffindbar. Drucker: Nikolaos Saros43. Literatur: Legrand X V I I I I I 79. Krumbacher GBL 810. 7) 1795 Unauffindbar. Erwähnt bei G. Ladas—A. Chatzidimos, 'Ελληνική Nur S. 32 Korrektur von Crusius' Hand: σ τ ' άνάμεθα in στανάθεμα. S chiù ß S. 38 (Crusius' Hand): αίσχρόν, άσεβές, βδελυκτόυ ποίημα. Zur Notiz auf S. 1 s. o. Anm. 31. 41 Titelseite: Βιβλίον όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ, con privilegio, ΕΝΕΤ1ΗΣΙ παρά 'Ιωάννη ΒΙκτωρι τ ω Σαβιώνι α ' χ ' μ ' γ ' . 42 Joh. Irmscher, 'Ιάκωβος Τριβώλης, Berliner Byzant. Arbeiten 1 (1956) 3, erwähnt wohl den gleichen Holzschnitt für einen Druck des gleichen Jahres (1643) vom gleichen Drucker. Er hält die Muse allerdings für einen Geigenspieler. 43 S. S. Lambros, N E 13 (1916) 312. cf. Kontosopoulos 307 f. 10

5*

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βιβλιογραφία των έτων 1791—1795, Athen 1970, S. 344 = Nr. 204: aus dem Katalog der von M. D' Ansse de Villoison (Paris 1806, Nr. 3055) nachgelassenen Bücher. 8) 1796 Ort: Bodleian Library 29196. Drucker: Nikolaos Glykys44. Datierung: 179646. Seitenzählung: 3—38. Druckzählung: A 2, A 3, Β 4 (sic), Β—Β 6. Bemerkungen: keine Neumenparodie mehr. Holzschnitt. Literatur: Veloudis 129. 9) 1803 1 Ort: Gennadios — Bibliothek Athen MGL 145. 2. Drucker: Nikolaos Glykys. Datierung: 180346. Seitenzählung: 3—38. Druckzählung: A 2—A 4, Β—Β 6. Bemerkungen: vereinzelte Bleistiftanmerkungen zum Inhalt auf dem Außenblatt, am Seitenrand und über den Zeilen47, vermutlich von der Hand von Konstantinos Sathas, von dessen Nichte, E. Vlassopoulou, die Gennadiosbibliothek das Exemplar am 8. 4. 1963 für 60 Drachmen gekauft hat (Bleistiftanmerkung auf S. 3 des Drucks). Holzschnitt. Literatur: jetzt Veloudis 130 (Mitteilung durch den Verf.) und E. Dimitrakopoulou, Έλλην. Βιβλιογραφία 1800—1863. Προσθήκες. Ό 'Ερανιστής 10 (1972/73) 258: Α 1275. 10) 1803 II Ort: British Museum London 868 e 30 Drucker: Panos Theodosiou 44

Sp. Lambros hält es N E 13 (1916) 307f. für auffallend, daß unter den Ausgaben des Nikolaos Glykys kein SPANOS zu finden sei. Er bezieht sich freilich auf die Lebenszeit von Nikolaos Glykys (gest. 1693), in der auch wir keinen SPANOS bei ihm gedruckt finden. Die bei Lambros a. a. O. 312 Anm. 2 erwähnte Notiz des Glykys-Vertreters in Konstantinopel zu einem S P A N O S bringt keine Klarheit. 45 Titelblatt: Βιβλίον όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ. Ένετίησι 1796, π α ρ ά Νικολάω Γλυκεϊ τ ω εξ 'Ιωαννίνων. " Titelblatt: Βιβλίον όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ, ΕΝΕΤΙΗΣΙ 1803. π α ρ ά Νικολάω Γλυκεϊ τ ω έξ 'Ιωαννίνων. In der Mitte ein Ornament mit Schreibwerkzeug und Girlanden. 47 Die Anmerkungen führen die Interpretation nicht weiter.

Textüberlieferung

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Datierung: 180348 Seitenzählung: 3—55 Druckzählung: A 2—A 4, Β—Β 4, C—C 6. Bemerkungen: Holzschnitt. Weitere Ornamente auf S. 47 (Blumenund Früchtearrangement) und S. 53 (Putte mit Greifenköpfen). Literatur: Erwähnt ist ein Exemplar dieses Drucks bei Ginis—Mexas unter der Nr. 191 aus dem Κατάλογος σπανίων βιβλίων von Pavlos Lambros, Heft 3, Athen 1869. Zum Drucker s. Kontosopoulos 309, und G. S. Ploumidis, Tò βενετικόν τυπογραφείο ν τοΰ Δημητρίου καΐ Πάνου Θεοδοσίου (1755—1824) Athen 1969 passim, und zu unserem Druck S. 134, Nr. 259. Im Jahre 1812 hatte Nikolaos Glykys aus Jannina einen SPANOS auf Lager, den er in seinem Katalog dieses Jahres anbietet49. 11) 1817 Ort: Bibliothek Auerbach der Universitätsbibliothek Amsterdam 2386 G 43. Drucker: Nikolaos Glykys Datierung: 181780 Seitenzählung: 3—38 Druckzählung: A 2, A 3, Β—Β 6. Bemerkungen: das bei Legrand (s. u.) verzeichnete Exemplar aus seinem Besitz ist mit dem in Auerbachs Bibliothek vorhandenen Exemplar identisch. Holzschnitt. Literatur: Legrand, Bibl. gr. vulg. II, Introd. XXV Anm. I 5 1 . Krumbacher GBL 810. Veloudis 130 (.-„unbekannt"). 12) 1827 Ort: Nationalbibliothek Athen Ν Φ 1080 D Drucker: Nikolaos Glykys « Titelblatt: Βιβλίου όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ, ,αωγ'. ΕΝ ΕΤΙ Η ΣΙ Ν 1803. παρά Πάνω Θεοδοσίου τω έξ 'Ιωαννίνων. Con Licenza de' Superiori. In der Mitte ein Ornament mit Druckwerkzeug und Girlanden. 49 K. D. Mertzios, Κατάλογος των κοινών βιβλίων τη; τυπογραφία; Νικολάου Γλυκϋ του έξ Ιωαννίνων. Έ ν Βενετία 1812. 'Ηπειρωτικά Χρονικά 10 (1935) 170. Im übrigen bringt Ders. in seinem Κατάλογος των έκδόσεων των Ένετίησι παρά Νικολάω Γλυκεϊ τω έξ 'Ιωαννίνων έκτυπωθέντων καΐ έκδοθέντων βιβλίων άπό τοϋ 1670—1831, ebendort 53—157, keinen unserer in den untersuchten Zeitraum fallenden SPANOS-Drucke. Cf. Ginis-Mexas I 116, Nr. 712. 50 Titelblatt:: Βιβλίον όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ, Έ ν Βενετία, παρά Νικολάω Γλυκεϊ τω έξ 'Ιωαννίνων, 1817. Unter dem Titel ΣΠΑΝΟΣ das Zeichen des Druckers: die Biene zwischen den Initialen Ν Γ. 51 „J'en possède plusieurs éditions, dont celle donnée en 1817 par Nicolas Glykys me parait la plus exacte et la mieux soignée".

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Einleitung

Datierung: 182762 Seitenzählung: 3—38 Druckzählung: A 2—A 4, Β—Β 6. Bemerkungen: Holzschnitt. Die Ornamentik auf S. 3 ist mit der des Drucks von 1817 identisch, nur steht sie auf dem Kopf. Die Ornamentik auf S. 33 und 37 ist nicht gleich, der gesamte Umbruch ist identisch. Literatur: Ginis — Mexas I Nr. 1644. Veloudis 124. 13) 1832 Ort: Universitätsbibliothek Thessaloniki A 60738 Drucker: Nikolaos Glykys Datierung: 183263 Seitenzählung: 3—38 Druckzählung: A 2—A 4, Β—Β 6. Bemerkungen: Das Exemplar der Universitätsbibliothek Thessaloniki stammt aus dem Besitz von G. Chatzidakis (Nr. 1079). Holzschnitt. Die Ornamentik auf den Seiten 3, 33 und 37 ist mit der der Drucke von 1817 bzw. 1827 nicht identisch. Gleich ist aber der Umbruch. Literatur: Ginis — Mexas I Nr. 216364. Veloudis 125. 52

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Titelblatt: Βιβλίου όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ. Έ ν Βενετίςί π α ρ ά Νικολάω Γλυκεϊ τ ω Ιξ 'Ιωαννίνων, 1827. Unter dem Xitel ΣΠΑΝΟΣ das Zeichen des Druckers: die Biene. Titelblatt: Βιβλίου όνομαζόμενον ΣΠΑΝΟΣ. Έ ν Βενετίς< π α ρ ά Νικολάω τ ω Γλυκεϊ τ φ έξ 'Ιωαννίνων, 1832. Unter dem Titel ΣΠΑΝΟΣ das Zeichen des Druckers: die Biene. Ob dies der letzte Druck war oder noch weitere folgten, kann nicht entschieden werden, genauso wenig wie das Exemplar, das Gedeon in seiner Jugend gelesen hatte (Μουσικαί διαχύσεις 5: „καίτοι παιδίον ών γέροντας έγνώρισα γινώσκοντας π ο λ λ ά μέρη του ά ν α γ ώ γ ο υ καΐ βωμολοχωτάτου τούτου βιβλίου") näher zu bestimmen ist.

E. TEXTGESCHICHTE

Der Text unseres Drucks (D) geht u. E. direkt auf das Original SPANOS (S) zurück. D ist aber mit S nicht identisch. D hat gegenüber S Zusätze und Mißverständnisse, die auf die Entstehungszeit, den Entstehungsort, d. h. den Lektor des Drucks zurückzuführen sind. Der Venezianer Lektor, der wohl von einer der Ionischen Inseln, vielleicht Korfu, stammte, veränderte das Original etwa bei ihm unbekannten oder für die Leserschaft als unbekannt vermuteten geographischen Angaben. Durch verderbte Lesarten in A 515 άττό τά κιόνια του προδρόμου und Β 206 άπό τά κιοδρόνια τοΟ ΰττοδρόμου schließen wir auf ein cnrò τά κιόνια τοΰ Ίττττοδρόμου des Originals. D hat an dieser Stelle 1765 dorò τό βουνόν του 'Αραράτ. Die italienisierten Eigennamen, italienischen Ortsangaben, die Schlußreime und das Inhaltsverzeichnis von D gehören mit großer Sicherheit dem Originaltext, bei dem wir eine Ost-Westwanderung annehmen zu müssen glaubten (s. o. Einführung unter „Lokalisierung"), nicht an. Für eine eventuelle Zwischenstufe zwischen S und D ergeben sich keine zwingenden Anhaltspunkte. Bei der vermuteten längeren Zwischenzeit zwischen der Abfassung des Originals und des ersten Drucks als Venezianer Volksbuch wäre eine solche Zwischenstufe immerhin gut möglich. D bewahrt den mit Elementen der mittelgriechischen Volkssprache durchsetzten hochsprachlichen Gesamtcharakter von S. Unsere Satire hat die Form einer Parodie. Die Parodie hochsprachlichen Formulars läßt einen Text in hochsprachlicher Form mit einer

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volkstümlichen Befruchtung aus der Volkssprache erwarten. Nur so ist der Charakter der Parodie voll gewahrt. c dagegen opfert hochsprachliche Parodie zu Gunsten einer größeren Verständlichkeit und derberer Posse. Die Elemente der mittelgriechischen Volkssprache sind zahlreicher, c hatte einen Bearbeiter, dem an einer Popularisierung des Werks gelegen war und der zu Lasten der metrischen Form und des Formulars eine gröbere und direktere Beschimpfung und Verwünschung des Bartlosen erreichte. Dafür sprechen etwa D 680 καΐ τά όμματα αυτού σφόδρα έπυρώθησαυ, dem in A 267 έπυρομμάτησεν und in Β 88 επερομμάτησευ entspricht. D 685 ώτίον entspricht in A 272 άφθίυ und Β 94 άφτίυ. D 1164 φέρε τον νά φάγη entspricht Α 383 φέρετε του νά φάγη, wobei in Α das Metrum bereits zerstört ist. Im 2. Kolon der gleichen Strophe (D 1165, A 383) entspricht dem έκζεστούς οφθαλμούς von D ein κουβαρίδας ζεστός in Α, während dem του φαγεϊυ καί πιεϊυ εις του ύπνου του von D 1166 ein και υά φάγη καί υά ιτη εις του δεϊιτυου του Α 383f. entspricht, was neben der volkssprachlichen Auflösung des finalen Infinitivs von D durch die Konjunktivkonstruktion mit υά auch eine lautliche Differenzierung von ε!ς του ύττυου του in D durch είς του δείττυου του in Α — beides geht lautlich auf έξεπλήττουτο der Vorlage zurück — zur Folge hat. Während nun D dem Spanos die „gewärmten Augen" nur im Traum (ύπνος) vorzusetzen gedenkt, wird das bei A konkretisiert und der ύπνος zum Mahl (δείπνος) umgestaltet. Dies ist nicht, wie man zunächst vermuten könnte, ein Hörfehler nach einem mündlich vorgebrachten Original, sondern ein bewußter Eingriff des Bearbeiters, der „seinen gesunden Menschenverstand" walten läßt. Denn auch das folgende Kolon D 1167 καί τού πέσειυ καί μή όρθωθη ποτέ geht in A 384 mit καί υά πέση καί μή Υερθή κδυ ποσώς weit über einen lautlichen Eingriff hinaus. Auch hier ist das finale Gerundium τού πέσειυ durch υά πέση aufgelöst, όρθωθη durch '"/ερθή ersetzt und ποτέ zu κάυ ποσώς umgestaltet. Dem Genetivus absolutus D 1726 φαγόυτωυ πάυτωυ καί εύφραυθέυτωυ entspricht in A 474 φαγόυτες καί εύφραυθέυτες πάυτωυ: der Bearbeiter von Α ist der altgriechischen Syntax nicht mehr mächtig. Gemeinsame Quelle von A und Β ist c. Beide Versionen haben Fehler, die auf Mißverständnisse des Originals seitens c zurückzuführen sind. A 183 τρεις χιλιάδας φυτείαυ όσπίτια und Β 14 τρισχίλια σπίτια gehen auf das schon in c mißverstandene Original τρεΤς χιλιάδες φυταυόσπιτου, für uns greifbar in D 567, zurück. Φυταυόσπιτου ist wohl scherzhaft verdrehtes φυταυόστυπον — „Werg-

Textgeschichte

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beet", c hatte sich aber an das dort auftauchende -στητόν gehalten und den Ausdruck erweitert. A 455 und Β 127 haben beide σκρόφαν αμπέλι (ν) für σκρόφας άμπέλιν. D 679 ώργίσθη λίαν καΐ ήλθε του άποκτεΐναι αυτήν entspricht Α 266f. έθυμώθη λίαν καί ήθελεν αυτήν άποκτεϊναι und Β 87 θυμωθείς . . . ήθελεν αυτήν άποκτεϊναι. Da einerseits ήθελε εϋρει in Α 413 als Konditionalis und andererseits ήλθεν του εύχηθηναι in D 1749 als finales Gerundium belegt ist, ist ήλθε του άποκτεϊναι als die lectio difficilior und als ursprünglich anzusehen. Das schwierige παραγυρίσης (für περιγυρίσης) des Originals in D 1767 ist in A 514 und Β 205 zu παρασύρης mißverstanden. D 1699 σκαμνί entspricht in A 443 κάμνη und Β 129 κάμνης. D 1711 σακκίν τζυκάλια wird in A 457 zu σακκίν βουβάλιν und in Β 141 zu σακκίν τσουβάλιν mißverstanden. Die Scherzbildung Άσφάμια ("Ας-φα-μία) von D 1679 und 1753 wird nicht mehr verstanden und in A 433 zu Άφάτιαν entstellt, in A 467 und Β 216 mit dem wirklich existierenden Ortsnamen Άφάμεια identifiziert. Die Neubildung νεοφύτευτον (D 1710) wird in A 455f. getrennt in das Adjektiv νέον und das bekannte Substantiv φυτείαν, das auch in Β 127 erhalten ist. Das πλεμένον ξινόγαλα, ξύλινην κρεμαστάλυσιν D 1696 wurde in A 439f. zu πλεματένιο ξύγαλα, άλυσίδαν καπνόν und in Β 122 zu πλεμάτιν ξύλα καί άλυσίδι καπνόν. Eine andere Beobachtung zu c geht in eine andere Richtung. Ist dem Bearbeiter von c das parodierte liturgische Formular bewußt und bekannt, so dichtet er hin und wieder im Sinne dieses Originals selbständig weiter. Er nähert sich dabei aber bei schwächerer Fähigkeit zur Parodierung eher der Vorlage als daß er sich bei parodistischer Durchsichtigkeit von ihr entfernt (cf. Kommentar). Der Text von c war im Verhältnis zu A und Β vollständiger. Von ihm sind a und b abzuleiten (s. gleich unten). Von σκρόφας σκατάραχον, τσίρου άπάκιν καί σκρόφας κέρατον D 1705 ist in A 450 τσίρου άπάκιν καί σκρόφας κέρατον und in Β 136 τσίρου άπάκιν καί σκρόφας σκατάραχον erhalten. Das doppelte σκρόφας, das in c noch erhalten war, ließ A nur σκρόφας κέρατον und Β nur σκρόφας σκατάραχον übernehmen. Der Bearbeiter von c hat stark in den Originaltext eingegriffen und diesen an vielen Stellen umgestaltet. Zum Teil lassen sich auch dessen eigene Scherzbildungen aufgrund der Versionen A und Β rekonstruieren: A 449 άλικούκνιον und Β 134 άναχούχνιον lassen sich beide auf άλικάκαβον + δορύκνιον zurückführen (s. Glossar). A 527 σαββατώνω und Β 210 σαββατίζω stehen an beiden Stellen in der Bedeutung σαβανώνω. Σαββατώνω ist eine Scherzbildung zu σαβανώνω unter Anlehnung an Σάββατον, es stand wohl auch in c,

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Einleitung

σαββατίζω die „korrekte" Variante dazu. A 200 άλογοπατουματές entspricht in Β 26 ein τά ίχνη των αλόγων, A 484 dem φλεμοτόμιον ττανίν in Β 148 ein φελβοτόπανον. Α und Β gehen unabhängig voneinander über c auf das Original zurück, A überliefert einen weitaus vollständigeren Text als B. D 1750 ό πηλός μου εις τό ττρόχεσόν σου ist in Β 162 f. korrekt erhalten, in A 497f. zu όττοιός λεΐ εις τό ττρόχεσόν του verderbt. D 1695 κέρινον σουβλίν, βαμπακερήν αγελάδα ist nur in Β 122 als κερένιον τό σουγλίν, βαμττακερήν αγελάδα erhalten, in A 439 wurde daraus ein βαμπακερή σκάρα καΐ ξύλινη ν άγελάδαν. Zwischen c und Α bzw. Β müssen Zwischenstufen (a, b) angenommen werden, da sowohl A als auch Β eigene Zusätze haben, deren Text aber bereits verderbt ist. A hat Teile, die weder in D noch in Β vorkommen (343—347; 420—429), bereits im verderbten Zustand. A 504 ist τά φυλλοκάρδια της καρδίας als τά οΐλοκά της καρδίας, 522 στάξε τον als στάξερον schon verderbt überliefert, ohne daß davon in D oder Β und damit wohl auch in c eine Spur vorhanden war. Ebenso ist für λαρδίτικον in Β 114 ληρδίτικον und für λίσγαρον in Β 115 λυόγάρον überliefert, ohne daß diese Wörter in D oder A und damit auch in c auftauchten, c hatte wie a und A 522 φυσαμέλαιον κ' άλειψε τον, was von b zu καλήσπετον verderbt wurde und in Β 191 mit καλύσττετον και άλειψε τα zusammen aufgenommen wurde. Der Text von Β bewahrt nur noch Reste, im wesentlichen die Prosateile des Werks. Allerdings bricht auch hier das Synaxar mitten im Satz ab, im Aussteuervertrag und im Heilbuch sind die einzelnen Teile stark verschoben und z. T. mit reichen Zusätzen versehen. Diese außerordentlich starke Verschlechterung des Textzustands muß über mehrere Zwischenstufen vonstatten gegangen sein. Wenn wir annehmen, daß c noch den vollständigen Text des Originals — stark verändert, aber noch in Prosa und metrische Teile getrennt — bewahrt hatte, müßten die Ausfälle einzelner Partien des metrischen Teils zu Lasten von a gehen und der gesamte Ausfall des metrischen Teils in b stattgefunden haben, b übernahm von c also nur die Prosateile. Es ist aber ganz unwahrscheinlich, daß ein Abschreiber, der Prosa noch als Prosa und Metrik noch als Metrik erkennen konnte, wie es der Abschreiber von b notwendigerweise mußte, einen so verstümmelten Text schreiben konnte, wie er sich in Β darstellt. So müßte zumindest eine Zwischenstufe b ' zwischen b und Β angenommen werden, die dieser zunehmenden Verwilderung und Verstümmelung des Texts Rechnung trägt.

F. ZUR VORLIEGENDEN AUSGABE G. Chatzidakis' vielzitiertes τά διαφόρως έκφωνούμενα και CCKOUόμενα, άλλ' ούχί τά διαφόρως όρώμενα είναι άξια σημειώσεως καί προσοχής 1 hat nicht nur für die Herausgabe mittelalterlicher Handschriften der Volksliteratur seine Gültigkeit behalten, sondern seinen Wirkungsbereich auch auf die Herausgabe Venezianischer Frühdrucke der griechischen Volksliteratur ausgedehnt. Die frühen Venezianer Volksbücher sind wie Handschriften zu behandeln. Ihre Orthographie, Akzentuierung und Worttrennung geben dem heutigen Leser die gleichen Probleme auf, der Grad der Verderbtheit ist von einem Herausgeber solcher Drucke mit den gleichen Kriterien zu bestimmen wie sie für die Herausgabe von Handschriften gelten. Dies bedeutet 1. die „stillschweigende" Korrektur auch des Venezianer Volksbuchs nach den dafür gültigen Maßstäben (s. o. Chatzidakis) unter Ablehnung der Grundsätze für einen „wissenschaftlichen Neudruck" 2 . Der ursprüngliche Lautbestand wird bewahrt, auch wenn sich dabei im gleichen Text verschiedene Schreibweisen für das gleiche Wort ergeben (hier etwa γαμβρός neben γαμπρός). Auch Haplographien werden stillschweigend korrigiert. 2. Die ausschließliche Berücksichtigung des ältesten ermittelten Drucks als Textgrundlage, sofern die folgenden Drucke lediglich Nachdrucke des ältesten sind3. Die abweichenden Lesarten späterer Nachdrucke werden nur dann berücksichtigt, wenn sie den Wert einer zwingenden Korrektur erreicht haben. Sie stellen sich damit auf eine Stufe mit den Korrekturen, die von dem früheren Heraus1 2

3

'Αθηνά 16 (1904) 254. Zu dieser Problematik s. vor allem J. Irmscher in der Einleitung zu seiner Ausgabe des Jakovos Trivolis, a. a. O. 26ff., s. auch Ders., Bemerkungen 178f. Gegen Irmscher, Jakovos Trivolis, a. a. O. 31, der als Grundsatz aufgestellt hatte: „ D e m Neudruck zugrunde gelegt wird die älteste erreichbare Ausgabe. Alle später erschienenen werden herangezogen und ihre abweichenden Lesarten im Apparat verzeichnet neben den Konjekturen moderner Gelehrter. Offensichtliche Druckfehler der Editio princeps werden auf Grund der späteren Ausgaben im Text verbessert, im Apparat jedoch verzeichnet". Ebenfalls gegen diese Ansicht hatte sich L. Politis in der Besprechung dieser Ausgabe in Ελληνικά 14 (1955) 516 geäußert. Cf. auch Ders. Κρητικά Χρονικά 12 (1958) 305 und S. Alexiou, Ή Βοσκοπούλα, Heraklion 1963, und Ders., Άττόκοιτος, a. a. O. 193.

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geber unseres Texts aufgrund der Verbesserung der ihm vorgelegenen Handschrift gemacht und von uns als zwingende Korrektur übernommen wurden. Fehlerhafte Korrekturen von Herausgebern sowohl späterer Drucke als auch des Texts aufgrund einer Handschrift werden nicht berücksichtigt. Ein Wort-für-Wort-Vergleich des ersten mit dem letzten Druck zeigt, daß die wenigen Textveränderungen so gut wie immer zu Lasten und nur ganz selten zu Gunsten des jüngsten Drucks gehen. Die Klärung einer im ersten Druck unklaren Stelle wild nicht durch die subjektive Interpretation eines späteren Lektors oder Druckers erreicht. Diese subjektive Interpretation ist damit für uns nicht wertlos, sie kann aber nicht ohne weiteres zur Herstellung des Originals dienen, da bei jedem späteren Druck die Lösung einer dem Lektor unverständlichen Stelle durch eine lectio facilior nicht auszuschließen ist4. Einige Beispiele können dies veranschaulichen. 1. Interpretatorische Textänderung durch Korrektoren späterer Venezianer Drucke aufgrund von Mißverständnissen und von beabsichtigter Korrektur. Συκώβριος 1 Δεκέμβριος, επίβουλος 109 πολύβουλος. άπολιθωθήτωσαν 326 άπολεσθήτωσαν. ύπνολόγους 335 υμνολόγους, άτυχε 422 άτριχε, άνου 520 όνε. κουκουρομούστακος 589 κεκρομούστακος. μούτσουνα 668 κουτσουλιά. αΐσχίστω 707 εσχάτω. όγωμ' απ' εμπρός μας 837 φεΰγε. πανάγριον 991 σπανάγριον. αίσχίστην 1081 άσχήμην. λόγον 1466 κώλου, κρά κράζοντες κόρακες 1517 κράζοντες σαν κόρακες, ξυλοκροκυδίτικην 1693 ξυλοκρόκου δυτικήν. πλεμέυον 1696 πλυμένον. σουβλιταρέα 1708 σουβλοπίνακα. πρωκτός 1751 πορδή. κολοκύνθια 1780 καράβια.

2. Grammatikalische Textänderung aufgrund phonetischer oder morphologischer Angleichung bzw. „Verbesserung", επόκτησεν 113 άπόκτησεν. σαλευθήσονται 149 σαλευθωσι. καής 178 νά καής. σκορπισθοΰν 261 νά σκορπισθοΰν. πέσε 229 πέσον. άιλί οχ 271 άλί όχ. εΰροσαυ 1408 εύρήσουσι. υβρίζοντας 1446 υβρίζων.

Die wenigen Textkorrekturen aufgrund späterer Drucke sind in unserem kritischen Apparat verzeichnet, eine repräsentative Zahl von sinnlosen Mißverständnissen in späteren Drucken zu verzeichnen ist genauso wertlos wie etwa die damaligen Verlesungen und von uns nicht akzeptierten Korrekturen der Ausgabe unseres Texts aus dem Cod. Vind. durch E. Legrand. 4

Wie Altes z. T. mitgezogen wird, obwohl es sinnlos geworden ist, mag ein einziges Beispiel demonstrieren: die Neumenparodie unseres Texts wird nur bis zum Druck des Jahres 1643 gedruckt. Dennoch wird auch noch in der jüngsten uns bekannten Ausgabe aus dem Jahr 1832 im Inhaltsverzeichnis mit κακοφωνικόν της τραπέζηζ darauf verwiesen.

Zur vorliegenden Ausgabe

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Die Ausrichtung auf die Orthographie der Νεοελληνική Γραμμα-

τική. Athen 1941, erfährt wesentliche Einschränkungen, die dadurch begründet sind, daß die Parodie eines liturgischen Texts der Hochsprache sich auch in der Schreibweise und der Orthographie nach der Vorlage richtet. Dies muß auch in einer modernen Ausgabe einer solchen Parodie zum Ausdruck kommen. Die Schreibung der Konjunktivformen und des Iota subscriptum wird beibehalten, der Spiritus asper auf ρ wird nur im Stellenapparat gesetzt. Soweit die parodierte Vorlage nicht eine Ausrichtung auf die altgriechische Akzentregelung erforderlich macht, gilt die neugriechische: εύεργέτησόν με und Αϊθίοιτές τίνες, aber τ ο ν θείον τ ο υ , nicht τ ο ν θεϊόν τ ο υ . Meist metrisch bedingte, von der Regel abweichende Akzentuierung (έκάτσεν für Ικατσεν) wird beibehalten. Diese beibehaltenen abweichenden Akzentuierungen werden in den „Grammatischen Bemerkungen" ebenso gesondert und gesammelt verzeichnet wie die Fälle von Aphärese und Krasis. Für die Interpunktion gelten die neugriechischen Richtlinien. Textverbesserung aufgrund der Metrik geschieht nur vereinzelt und nur durch im kritischen Apparat verzeichnete Umstellung. Die Herstellung eines metrisch einwandfreien Texts hätte nicht vertretbare Eingriffe in die sprachliche Gestalt zur Folge gehabt, da sie die sprachliche Struktur ζ. T. hätte zerstören müssen, um dem subjektiven Element einer metrischen Generalreinigung Tür und Tor zu öffnen. Unkorrektes Metrum ist allerdings nicht identisch mit nicht singbar. Auch ein fehlender oder zusätzlicher Vers nach und auf die Melodie einer Musterstrophe betrifft lediglich den Grad der Parodierung der Vorlage und deren „korrekte" Nachahmung in der Parodie, nicht aber die Funktion der Singbarkeit. Trotz vereinzelter Unebenheiten war jeder griechische Kirchensänger, dem unser Text zur Probe vorgelegen hatte, imstande, diesen vollständig und im ganzen mühelos zu singen. Der Text von D ist metrisch angeordnet. Dabei schien uns die Versaufteilung nach den Prinzipien von Paul Maas der Druckanordnung in den liturgischen Büchern der sogenannten „Römischen Ausgaben" oder der griech. orthodoxen Kirche, nach denen sich auch unser Venezianer Druck richtete, vorgezogen werden zu sollen. Der eingerückte Versanfang in der einzelnen Hymne richtet sich einerseits nach der parodierten Vorlage und der parallelen Anordnung, andererseits nach Sinngegebenheiten und syntaktischen Einschnitten der Parodie6. 5

Ein Beispiel einer Parodie, die bis ins Druckbild hinein durchgeführt wird, bringt aus neuester Zeit etwa B. Brecht; s. E. Rotermund, Die Parodie in der modernen

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Einleitung

Die im Apparatus criticus verzeichneten Korrekturen stammen, wo nicht ausdrücklich etwas anderes vermerkt ist, vom Herausgeber. Der Testimonienapparat bringt nur die Stellen der Vorlage, auf die sich unser Text innerhalb des bestimmten liturgischen Rahmens gerade bezieht. Ausgeschlossen sind also alle bloßen Anklänge oder Parodien einzelner Ausdrücke der biblischen und liturgischen Sprache, von denen das Werk durchsetzt ist. Zu den prosaischen Teilen unseres SPANOS, die sich nur noch an die Formelsprache, aber nicht mehr an ein bestimmtes Formular halten, wäre somit ein Stellenapparat aufgebläht und notgedrungen unvollständig. Andererseits geben unsere Einführung und der Kommentar auch zur parodistischen Technik und zu den jeweiligen Vorlagen dieser Teile reichliche Hinweise. Zu vergleichen sind etwa auch die oben S. 20f. zusammengetragenen Testimonien. Im Stellenapparat werden die Stichoi in der Regel nach den Originalstellen (AT, NT) und nicht nach dem Hirmologion zitiert. Wenn feststeht, daß der heute kanonisierte Text unserem Autor nicht als Vorlage gedient hat, wird die Handschriftenvariante im Testimonienapparat verzeichnet, die der Autor parodiert. Sind die Musterstrophen und Strophen bei W. Christ—M. Paranikas, Anthologia Graeca Carminum Christianorum, Leipzig 1871, (abgekürzt ,,A Chr.") verzeichnet, werden sie nach der Seitenzählung dieses Werks, fehlen sie dort, werden sie nach den jeweiligen liturgischen Büchern zitiert. Bei diesen sind nicht die Seitenzahlen einer bestimmten Ausgabenreihe, sondern die Tonart, der Wochentag und die Tageszeit angegeben®.

β

deutschen Lyrik, München 1963, 151, zum „Dankchoral": „Brecht ahmt die prosodische Form der Vorlage und damit auch der Melodie genau nach. Auch die syntaktische Form entspricht der Vorlage. In der „Taschenpostille" geht das Archaisieren bis in die Typographie; Walter Nubel gibt in seiner BrechtBibliographie eine Äußerung H. O. Münsterers zu dem Druck der Gedd. wieder: die Zeilen waren „vielfach gebrochen und zwar immer von vorn anfangend, so daß die Gedichtform eigentlich ganz verschwindet und tatsächlich das Aussehen von Bibeldrucken erreicht wird"". Diese vielleicht nicht ganz gewöhnliche Zitierweise ist ein Kompromiß mit der Technik der Bücherbeschaffung. Es war außerordentlich schwierig und in einigen Fällen trotz jahrelanger Anstrengungen unmöglich, für die Erstellung des Stellenapparats die jeweils besten Ausgaben der liturgischen Bücher der griech. orthodoxen Kirche zu benützen. So mußte am Ende auf die beabsichtigte Einheitlichkeit der benützten Ausgaben und damit auch der Zitierweise verzichtet werden. Weil diese Ausgaben nicht jedem zur Hand sind, wird man sich ohnehin in anderen Ausgaben bei der Angabe der Tonart und des Tages bzw. der Tageszeit des vorliegenden Messeteils leicht zurechtfinden. Im übrigen mußte uns die Seltenheit von Ausgaben liturgischer Bücher der Ostkirche in Wissenschaft-

Zur vorliegenden Ausgabe

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Soweit vorhanden folgen dem Text von D die entsprechenden Teile der Versionen A und Β mit ihrem eigenen kritischen Apparat. Zu A werden Testimonien nur dann verzeichnet, wenn sie nicht schon im Testimonienapparat von D aufgeführt sind. Umstellungen im Text werden nach Möglichkeit vermieden. Auf Ungereimtheiten in der Textabfolge und auf den „richtigen" Standort wird im Kommentar hingewiesen. Die metrische Form von A zu rekonstruieren, hätte sich mit entsprechenden Kompromissen zwar erreichen lassen, in Anbetracht des weitaus besseren Erhaltungszustands von D zogen wir es aber vor, eine mit zu vielen Kompromissen belastete, den Leser eher verwirrende metrische Anordnung im Druck nicht durchzuführen. K. Krumbachers Forderung (GBL 810), die SPANOS-Ausgabe durch Legrand und damit den Text von A nicht als Prosa zu drucken, kann jetzt, wo wir mit D einen vollständigen Text in metrisch einwandfreier Form vorliegen haben, unberücksichtigt bleiben. Die im Rot-Schwarz-Druck des frühesten Venezianer Drucks mit rot gedruckten liturgischen „Regieanweisungen" sind in der vorliegenden Ausgabe gesperrt gedruckt. liehen Bibliotheken bestärken, neben dem kritischen Apparat einen Stellenapparat zum fortlaufenden Text mitzugeben, einen Stellenapparat, der nicht nur die Vorlage angibt, sondern diese auch selbst zitiert.

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£ Α»ΙΘ« με έσχάτη lonas 2, 6. 483 = 459 = 467 486 ff. Ιπεφάνη; σήμερον Romanos 5 Prooem. ed. Maas—Trypanis 34). 491 ff. cf. 524ff. (et A 158f.).

Άπέρριψεν αυτόν εις τά βάθη του "Αιδου, καί ποταμός έπόντισέ τον. Έσούφρωσεν, σπανέ, σοϋ τό μάγουλον· ομοιάζεις φοβέριστρον, ούριε· οι άλίμονον, ίδέτε τόν σπανόν τόν 'ξυντόκωλον τόν βλέπουσιν τά ζώα εξω καί φεύγουσιν καί οί κουρούνες καί πέτονται. Κοντάκι. ΤΗχος δεύτερος. Ό σπανός ό παράσημος, ό τριγένης καί ούριος τό πουγούνιν του έκτένιζεν καί τήν ώραίαν πατσάδαν του* τοϋτο πίε, σπανέ κλανομούστακε, άπέ τά 'φάλια φάγε καί δός κοτσάκιν· τρία 'ν' τά γένια σου· ημείς γάρ σε γελοϋμεν, ώ σπανέ καί τριγένη, ή τρέχουσα 'πέσω σου. 141 άπέρριψάς με εις βάθη καρδία; θαλάσσης καί ποταμοί με Ικύκλωσαν lonas 2, 4. 143 όγι Α

ΣΠΑΝΟΣ: D 495—523, A 150—157

104 D 495

περιπνευμονία και κοιλία εις τούς αιώνας. Ό οίκος.

500

505

510

515

520

"Ακουσον, σπανέ, την τιμήν του προσώπου σου καί των παρειών σου τήν γύμνωσιν και τήν στέρησιν της πατσάδας σου. Ούαί δέ σοι, σπανέ μουστακάτε και πιγουνάτε. ΤΩ σπανέ μυρμηγκοσφόνδυλε καί ξυλογούργουρε, ó θεός μου πατάξη σε. ΤΩ σπανέ πονηρέ, δαίμων καί απάνθρωπε, ó θεός νά σέ καταργήση. ΤΩ σπανέ, το σκότος το εξώτερον, ό βρυγμός των οδόντων, τό πυρ τό της γεέννης, ό θεός σέ έξολοθρεύση. ΤΩ σπανέ, "Αιδη Τάρταρε καί Ιούδα παράσημε, άνελεήμων, ασύνετε, άσύντακτε, άσπονδε, άστοργε, οίνου, κατάπτυστε μιαρέ, κύον και απάνθρωπε, ό θεός νά σέ δ ώση

499 sqq. ~ 189 sqq.

150 Ό λύκος εις τήν κορφή ν του. "Ακουσε, σπανέ, τήν τιμήν τοϋ γενείου σου καί της μουστάκας σου ταύτης της κακής καί βρεμένης. ΤΩ σπανέ τραγογένη καί ούριε, ώ σπανέ μουστακάτε, πουγουνάτε, ώ σπανέ μερμηγκοσφόνδυλε · άπό κοιλίας μητρός άστοχημένος και είς τα καλά σου παραδαρμένος, ώ σπανέ, τό iss εξώτερον σκότος, ώ βρυγμέ των οδόντων καί πϋρ τό της γεέννης, ό θεός νά σέ καταργήση· ώ σπανέ άλίμονε, άθώρετε, άκτένιστε, άνείκαστε καί ακοίμητε, άφαγε, άπιε, άχεστε, άψυχε, άγριότραγε, ό θεός νά σέ δώση 153/154 μητρόΐ om. A, sed cf. άπό κοιλίαζ μητρόζ άστοχημένοζ D 81 et alibi

ΣΠΑΝΟΣ: D 524—544, A 158—165, Β 1

D 525

530

105

άνω και κάτω τσιρλισματαρέαν, τεταρταΐον, παροξυσμό ν, βήχα, σφάκτην, φλεγμονήν, περιπνευμονίαν καί κοιλίαν εις τούς αιώνας.

Τό συναξάριον του άνοαίου σπανού. T f j α υ τ ή η μ έ ρ α ó α ν ό σ ι ο ς καί κ ά κ ι σ τ ο ς σ π α ν ό ς β ρ ό χ ω καί ξίφει τ ε λ ε ι ο ϋ τ α ι καί εν μ ν η μ ε ί ω κ α τ α τ ί θ ε τ α ι . Στίχοι. 535 Ό ανόσιος καί σπανός καί τριγένης, Κληρονομήσει τ ό πυρ τ ό της γεέννης. Τον άνόσιον ανθρωπον γελάσωμεν οί πάντες, Ώ ς κάκιστον θέαμα, παράξενον σημείον. Άνάθεμά τον δέκα καί είκάδι, 540 τριακάδι ό σπανός άπετμήθη. Σπανού γέννησις, καί τίς αν γένοιτο πρώτος προς την διήγησιν; Διήγησις δέ μεγάλων έργων και θαυμασίων κακών, και πολύν τον γέλωτα τοις άκροωμένοις έμποιεΐν δύναται, ού μόνον ανθρώπων, άλλα καί ζώων άλογων, καί απλώς ειπείν, και πάντων τών κτηνών.

άπάνου κάτω τσιληματαρέαν, βήχα ν, σφάκτην, πλέμοναν εις τούς αιώνας. 160 Συναξάριον τοϋ άνοσίου τραγογένη σπανού, τού ούριου καί εξουρίου, μηνΐ τ ω αύτω πέρυσι έν ετει έφέτο ξίφει καί κουμεντίω τελειοϋται. Του σπανού την ήμέραν καί τήν ώραν τελούντες τον άνόσιον πάντες i62a (γελάσωμεν). στίχος : ώς εμνοστόν σου τ ό ϊδίωμαν καί κακή σου ή θέα · άνάθεμά σε καί ας είσαι καί άφωρεσμένος. 165 Είκάδι, τρικάδι, ζέστη καί πυρί ò σπανός άπετμήθη. 158 eis bis Α 161 κουμεντίον Α 162αγελάσωμεν addidit Kambylis 163 d>s τό εμνοστόν σου ίδ. A: ordinem verborum sensus causa mutavit Kambylis 165 ζέστη καί mipl correxi : σετζητυρί A

Β

Συναξάριον τών κακών σπανών.

106

ΣΠΑΝΟΣ: D 545—559, A 166—176, Β 2 — 9

D 545 Γεννάται μεν ούτος ούτε έπί ήμέραν ούτε επί νύκτα, άλλ' εν άωρία. "Ηστραπτε μεν κατά ανατολάς, κατά δέ δύσιν όγκηθμός ήν ουκ ολίγος. Πδσα μεν ανθρώπων φύσις σύντρομος γέγονε, πασα δέ ζώων και πετεινών και κτηνών. Και πολλών ήμιθνήτων γεγονότων έκ της ταραχής καί του φόβου, μία όνος έγκυος ούσα απέρριψε ν ού μετ' όλίγης βίας 550 εκπτυστόν τι και πονηρότατον γένος τουτί τών σπανών. Και γεννηθέντων άπέδοτο αύτούς διδασκάλω τινί τών δαιμόνων είς αύξησιν καί παίδευσιν. Αύξηνθέντων δέ καί εις μέτρον ηλικίας φθασάντων συνέδριο ν έποίησαν, ίνα προς ανθρώπους άφίξωνται, ϊνα πρώτον τινα Ιαυτών ποιήσωσι βασιλέα. Καί τούτο ποιήσαντες έποίησαν 555 βασιλέα παγκάκιστον ούριου τίνα ή μάλλον ειπείν έξούριον, ού μην δέ αλλά καί ξυγγόκωλον καί, συνελόντι φάναι, σκατοπρόσωπον, έτι δέ άντζάτον, κωλάτον, βιλλάτον, χεσάτον, φασάτον, άναχεσομούσουδον καί φασκελάτον. Καί ποιήσαντες αυτόν βασιλέα εθεσαν έπάνω σούβλας ώς έπί θρόνου υψηλού καί έπηρμένου. Ό δέ έλθών εν τ η βασιλεία

550 εκτιστόν τι D 551 otÙToTç D

Α

"Οταν έγεννατον ό κακός σπανός, ò ούριος, ό έξούριος, ό δρεπανομύτης καί όξυντόκωλος, ό άντζάτος, ό βιλλάτος, ό κωλάτος, ό χεσάτος, ό φασάτος, ό άναχεσομοίσιδος και φακλανάτος, ό καμηλόραχος καί στηθάτος, ό κακός βορέας καί ό τσαπάτος, ούδε νύκτα ήτον ούδε ημέρα, άμή 170 έστραπτεν ή ανατολή καί έβρόνταν ή δύσις, καί έτσιληπούρδαν ή γαδάρα καί έπελυτάρειεν δισάκκιν σπανούς, καί έπηδούσαν οι κακοί σπανοί άπό κακής μαύρης σίβης γαδάρας κώλον τήν χοιριναίαν έμπουκωμένοι καί οί άλλοι δαμάσκηνο ν. Τότε έγεννήθην ό βασιλεύς ό μερμηγκοσφόνδυλος καί ηύξήνθην καίήλικιώ175 θην καί ήρξατο νά άφεντεύγη εις τούς σπανούς. Καί έκάθισεν έπί θρόνου ύψηλοΰ και έπηρμένου, έπάνω τοΰ βατσινοφύλλου, καί έμήνυσεν προς

Β

"Οταν έγεννοϋντα οί κακοί σπανοί ούδε ήμερα ήτον ούτε νύκτα, άμέ ήστραφτεν ή ανατολή καί έβρόνταν ή δύσις. Και πηδούσαν οί κακοί σπανοί άπό παλαιάς κακής μαύρης γαδάρας κώλον τήν χοιριναίαν έμπουκω5 μένοι. Καί ή γαδάρα άπό τόν φόβον της έσφιξεν τ ά μερόκωλα του κώλου της καί έπόμεινεν του κακού σπανού ή γενειάδα. Καί τότες έγεννήθην ό κακός σπανός ό μερμηγκοσφόνδυλος καί ηύξήνθην καί ήλικιώθην καί ήρξατο αύθεντεύειν τούς κακούς σπανούς. Καί έκάθισεν έπί θρόνου φοβερού, έπάνω του βατσινοφύλλου, καί έμήνυσεν

ΣΠΑΝΟΣ: D 560—571, A 177—188, Β 10—17

D

107

560 ήρξατο λέγειν προς τους υ π ' αύτόυ σπανούς- έλθεΤν υμάς βούλομαι, σπανοί, πρός με τοϋ δούναι τέλος βαρύ των τριών ετών, ώνπερ ύπήρχεν έγκυος ή υμών μήτηρ όνος, ή κοντόκερκος καί μονόφθαλμος. 'Επί τούτω συναχθέντες καί έκκλησίαν ποιησάμενοι προς αλλήλους, ήλθον προς τον βασιλέα καί είπον: τί γάρ εστι τό βαρύ τέλος, δπερ 565 θέλει ή άόρατός σου βασιλεία; Καί αποκριθείς είπεν: πρώτον μεν θέλω δώδεκα μόδια βουρλοκάρβουνα, άλλα δε τόσα γραίας ψείρας άλειμμα· ετι τρεις χιλιάδας φυτανόσπιτον, άπαστον άλας καί θαλάσσιον βούτυρον· λαγού γάλα μετρητός κε', ετι δέ κουτσής μυίας δάκρυον· έλέφαντος κόπρια άνά μετρητός μ ' · ετι κουνουπιών ξύγγι λίτρας έκατόν 570 ετι άσπίδος πορδήν ξέστας κδ', μερμηγκίου κλάσματα ιβ'. Βούλομαι δέ έξαιρέτως έκατόν κεντηνάρια άποκτενίδια τών γενείων σας. 567 άπαστον Α 183 Β 14: άστταστου D

Α

τούς σπανούς ταύτα' έλατε, μωροί σπανοί, άτζάτοι, βιλλάτοι, κωλάτοι, χεσάτοι, φασάτοι, άνακουρκουδοκλανομούστακοι καί μουνιοτσακάτοι, όξυντόραχοι και εις τον κώλο ν στηθάτοι, να δώσετε τό βαρύν και άνεκ180 διήγητον τέλος, τριών χρόνων χαράτσιν. Καί είπαν οί σπανοί προς τον βασιλέα- τί έστιν τό βαρύν καί άνεκδιήγητον τέλος, ώ βασιλεύ; Καί είπεν ò βασιλεύς προς αυτούς- δώδεκα μόδια βουρλοκάρβουνον, τρεις χιλιάδες φυτείαν όσπίτια, άπαστον άλας καί θαλάσσιον βούτυρον, εκατόν καντάρια κολητσιδόκεχρον, έκατόν καντάρια άτραγιδοβάμπακον, 185 έκατόν καντάρια γραίας ψείρας άλειμμα, έκατόν μέτρα κουτσής μύγας δάκρυον, έλέφαντος κόπριον καντάρια έκατόν ενενήντα εννέα ήμισυ, ασπίδας πορδήν μέτρα έκατόν δύο ήμισυ καί σπανών τά άποκτενίδια τών γενείων αύτών καντάρια έκατόν. 178 άνακουρδοκλανομούστακοι A : correxi (cf. A 245)

Β

184 καντάρια τραγ. Α

ίο πρός αυτούς, ήγουν τούς σπανούς, ταύτα - & κακοί σπανοί, άντζάτοι, βιλλάτοι, κωλάτοι, άνακουκουρδοκλανομούστακοι καί μουνιοτσακάτοι, δελπανομύται, 'ξυντόραχοι καί είς τόν κώλο ν στηθάτοι, χεσάτοι και φασάτοι, φέρετε τών τριών χρονών τό τέλος, ήγουν δώδεκα μόδια βρουλοκάρβουνον καί άπό άμπελοκλάδια, τρισχίλια σπίτια, άπαστον is άλας καί θαλάσσιον βούτυρον, έκατόν καντάρια κολητσιδόκεχρον, έκατόν καντάρια άτραγιδοβάμπακον, έκατόν καντάρια γραίας ψείρας άλειμμα, έκατόν μέτρα κουτσής μύγιας δάκρυον, όρθοπόδαρα άπό τσα11 μουνιοτζάκατοι Β

16 κατάρια άτραγ. Β

17 όρθοπύδαρα Β

108

ΣΠΑΝΟΣ: D 572—583, A 189—199, Β 18—26

D

Ταϋτα άκουσαντες oí κακοί σπανοί έξέστησαν και είστήκεσαν σκυθρωποί και μετά κακής καρδίας κατηφείς, τύπτοντες τάς όψεις αύτών και όλολύζοντες έθρήνουν. "Ετεροι μεν έμούγκριζον, άλλοι δέ έβάβιζον, τί 575 ποιήσωμεν οι ελεεινοί, λέγοντες, είς το βαρύ και άνεκδιήγητον τέλος, δττερ ζητεί ό βασιλεύς; Καί βουλή ν εποίησαν τού φυγείν καί άποδράναι έκ του βασιλέως. Ό δέ πρώτος αυτών είπε- στήτε και μή διασκορπισθήτε, όπως δώσωμεν βουλήν τί ποιήσωμεν. Και είπεν προς μέν τά δώδεκα μόδια τών seo βουρλοκαρβούνων δυνατόν νά πράξωμεν τίποτε, ομοίως καί είς τά άλλα πάντα. Είς δέ τά έκατόν κεντηνάρια τά τών γενείων μας άποκτενίδια απορώ καί εξίσταμαι και τόν νουν καταπλήττομαι. Τούτο άκούσαντες οί κακοί σπανοί οΐ μέν τά όρη έπιασαν, οί δέ τάς νάπας,

Α

Τότε άκούσαντες οί σπανοί τό βαρύν καί άνεκδιήγητον τέλος έκάθισαν 190 είς βουλήν, καί έκάτσεν ó πρώτος αυτών επάνω της σούβλας εχοντες οί ετεροι τάς χείρας αύτών δεδεμένας έμπροσθεν αύτών καί οί άλλοι κατηφείς τύπτοντες τά γόνατα αύτών καί κλαίοντες. Και οί μέν έμούγκριζον, οί δέ έβάβιζαν καί οί ετεροι έμιαούριζαν λέγοντες· τί ποιήσωμεν οί ελεεινοί ; 195 Τότε είπεν ó πρώτος αύτών είς τά δώδεκα καντάρια τό βρουλοκάρβουνον όκάτι νά γένη καί εις τά άλλα πάντα έργον νά ποιήσωμεν · τό δέ είς τά έκατόν δύο ήμισυ σπανών τά άποκτενίδια τών γενείων αύτών άπορώ καί εξίσταμαι καί τόν νούν καταπλήττομαι. Ταύτα άκούσαντες οί σπανοί οί μέν εις τά όρη έδωκαν, οί δέ είς τάς δημοσίας, ετεροι δέ έξ αύτών έθαλασ193 έμιαγούριζαν Α 197 εις τόν έκατόν Α

Β

195 εϊπον Α

γανούς λίτρες σαράντα, καί δύο ήμισυ καντάρια σπανών άποκτενίδια άκατάληπτα καί άσυμπάθητα. Ούτα τά πράγματα έτάχθην έγώ εις τούς 20 γενειάτους. Καί τότε εϊς έξ αύτών υψηλότερος ' τί ποιήσωμεν ήμεϊς οί άθλιοι; τά δώδεκα μόδια τό βρουλοκάρβουνον καί εις τό θαλάσσιον τό βούτυρο ν όκάτι έργον νά γένη, είς δέ έκατό δύο ήμισυ καντάρια σπανών άποκτενίδια τών γενείων τους άπορώ καί έξίσταμαιν καί τόν 25 νουν καταπλήττομαιν. Καί ώς τό ήκουσαν οί κακοί σπανοί, οί μέν τά όρη ελαβον, έτεροι δέ τάς δεμοσίας, ετεροι δέ έπνίγησαν είς τά ίχνη τών 21/22 είττε et είς supplevit Kambylis 23 ή Sè Β τά addidit Kambylis

ΣΠΑΝΟΣ: D 584—599, A 200—211, Β 27—35

109

D

ετεροι δέ έπιπτον εϊς τό ύδωρ καί έπνίγησαν. άλλοι δε έαυτούς διεχρή585 σαντο μυρίοις τρόποις. Els δέ τις έξ αυτών, κακός σπανός, πονηρότερος των άλλων, περί ου καί τάδε γέγραπται, παγκάκιστος, ούριος, έξούριος, άντζάτος, κωλάτος, βιλλάτος, χεσάτος, ç a a à r o s , οΰ μην δέ άλλά καί χελωνομέτωπος καί κουκουρομούστακος, έτι δέ καί άβγοπίγουυος καί κολοκυνθοκέφαλος 590 καί μυρμηγκοσφόνδυλος καί δρεπανόραχο5, άυαχεαομύτης τε καί φακλανάτος, μάλλον δέ καί eîç τον κώλον στυφάτος, δνομα δέ τούτω ή ν Φατσιρλέα5, ό uiòs του Φάσκατα, τό δέ προσηγορικό ν αΰτοϋ όνομα Τραγογένης ή μδλλον ειπείν Σκατογένης, ούτος κατέλαβε μέν όξύτατον άνήφορον βουλόμενος φεύγειν δια τον του παρανόμου βασιλέως φόβον. 595 Καί περιεπάτει χρόνους μέν τρεις, έτι δέ καί μήνας τρεις, προσέτι καί ημέρας καί ώρας καί στιγμάς καί ροπάς γυρεύοντας τον θείον του, τον έαυτοϋ πατράδελφον, τον άγριότραγον, δπως όδηγήση αυτόν ό θεός και εύεργετήση τον ολίγον γένειον τοϋ είναι εις τιμήν του προσώπου αυτοΰ. Καί μετά τήν συμπλήρωσιν τοϋ είρημένου καιρού ηύρε τόν

Α

200 σεύονταν εις τάς άλογοπατουματές των καί όσοι είχαν νερόν έπνίγονταν συν πέντε καί εξι και οί άλλοι επεφταν άπό τάς προβατοκουτσουλέας καί έστραμπουλίζονταν. Και είς κακός σπανός, ούριος, έξούριος, καβουριομουνιομέτωπος, δερπανομύτης καί όξυντόκωλος, άναχεσομοίσιδος καί φακλανάτος, τσάπος, 205 τσαπάτος, καί πανάχρηστος, Ιπόνει δέ καί τά χείλη αύτοϋ κακά, τριγένης, μουστακάτος καί άγριοθώρετος, καί έπίασεν όξύν άνήφορον καί έπεριεπάτει τρεις χρόνους, τρεις μήνες, τρεις έβδομάδες, τρεις ή μέρες, τρεις ώρες καί τρεις στιγμές καί έγύρευσεν τόν άδελφόν του τόν άγριότραγον και ήκολούθει τον άλλον τόσον καιρόν, μήνα τόν εύεργετήση γένειον εις 210 τιμήν τοϋ προσώπου του · καί μετά τόν καιρόν τούτον ηυρηκε τόν άγριότραγον καί έπαρεκάλει αυτόν καί έδέετον καί πεσών έπί τούς πόδας αΰτοϋ 205 αυτόν Α

Β

άλογων. Έκεΐ ευρέθησαν πνιμένοι συν πέντε καί σύν εξ. Και δια τούτο, δταν άπαντήσης σπανόν, τό πρώτον του χαιρέτισμα" χαίρε, σπανούριε, χαίρε, βαβούριε, χαίρε, κολοκυθοκέφαλε, χαίρε, τής 30 πίττας ό καταλυμός, χαίρε, τού ματσίου ó θάνατος. Ό δέ σπανός έδιάβην εις τόν άξάδελφόν του τόν άγριότραγον καί έγύρευεν αυτόν καί περιεπάτει ν τρεις χρόνους, τρεΤς μήνες, τρεις εβδομάδας, τρεις ή μέρας και έγύρευεν τόν άξάδελφόν του τόν άγριότραγον για νά τόν εύεργετήση γένειον είς τιμήν τού προσώπου του. Καί μετά τόν καιρόν 35 οϋτον εΰρηκεν τόν άγριότραγον καί ήκολούθειν του πάλιν άλλον τόσον

110

ΣΠΑΝΟΣ: D 600—618, A 212—218, Β 36—43

D eoo άγριότραγον, τον έαυτού θείον, καί έκ διαστήματος ίκαυοΰ, δεδεμένος όπισθεν τάς εαυτού χείρας, κλαίων καί όδυρόμενος εβόα- αΰθέντα πάτερ, γινώσκεις τίς ειμί εγώ; Ό δέ αποκριθείς είπεν ούκ οίδα πόθεν σύ εϊ. Ό δέ δακρυρροών είπεν αΰθέντα πατράδελφε, où γινώσκεις τον σον ανεψιό ν; 'Εγώ γάρ σέ γινώσκω άδελφόν δντα τού πατρός μου. Καί 605 πλείστον χρόνον ανάλωσα είς κρημνούς καί έρημίας καί βάραθρα τοΰ εύρεΐν σε. Είπε δέ ό άγριότραγος προς αυτόν τί βούλεσαι ή τί χρήζεις εξ εμού; Καί πάλιν δ σπανός γονυπετών μετά κλαυθμοΰ λέγει- αΰθέντα Θείε, εύεργέτησόν με ολίγον γένειον εις τιμήν τοΰ προσώπου μου, μήπως 610 διώξη με ή γυνή μου καί ετερος άνήρ λάβη αυτήν καί λάβη τοιαύτην πομπήν το σπίτι μας! Διότι ώργίσθη ήμδς ó βασιλεύς καί θέλει έξολοθρεύσαι τό γένος ήμών, ομοίως καί πάντας τούς σπανούς. Άκούσας δέ ταύτα ό άγριότραγος είπεν αύτω μετά Θυμού καί όργής· άπιθι ά π ' εμού, πονηρόν καί άκάθαρτον πνεύμα, πρόδρομε τού αντίχριστου, 615 σημεϊον τού κόσμου, όργανον πονηρίας, εμφύσημα τού σατανά, όνειδος των άνθρώπων, κατάγελως των γυναικών. Ταύτα ειπών ό παγκάκιστος άγριότραγος έπορεύετο δια των κρημνών καί ούκ ελέησε τον ταλαίπωρον σπανόν. 617 κρημνών corr. Crusius, D (1796) : γαρημνων D

Α

καί κλαύσας πολλά είπεν έλέησόν με, άφέντη θείε καί εξάδελφε της έμής ταπεινότητος, καί εύεργέτησέ με γένειον είς τιμήν τού προσώπου μου! Λέγει δέ προς αυτόν ό τράγος' φεύγε ά π ' εμού καί εξελθε, πονηρόν καί 215 άκάθαρτον πνεύμα, πρόδρομε τού άντιχρίστου, σημειον τού κόσμου, όνειδος των πολιτικών, άτζάτε, βιλλάτε, κωλάτε, καί είς τόν κώλον στηθάτε, καί φύγε ά π ' εμού, σημειον τού κόσμου καί μύσος τού διαβόλου. Ό δέ σπανός επεσεν επί πρόσωπον αυτού καί έπαρακάλει καί έδέετον

Β

καιρόν καί έπαρεκάλειν αύτόν καί εδέετον έλέησόν με, άφέντη τράγε, καί εύεργέτησέ με γένειον είς τιμήν τού προσώπου μου! Λέγει δέ προς αυτόν ò τράγος· εξελθε, πονηρόν καί άκάθαρτον πνεύμα, πρόδρομε τού άντιχρίστου, σημειον τού κόσμου, άντζάτε, βιλλάτε, 40 κωλάτε, χεσάτε καί φασάτε, άνακουκουρδοκλανομούστακε καί μουνιοτσακάτε, δελπανομύτα, 'ξυντόραχε καί είς τόν κώλον στηθάτε, καί φύγε ά π ' εμού, σημειον τού κόσμου, όνειδος των πολιτικών καί μύσος. Καί ό σπανός επεσεν έπί πρόσωπον καί έπαρεκάλειν- έλέησόν με, άφέντη 40 μουνιοτζάκατε Β

42 καί μύσοζ bis Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 619—639, A 219—226, Β 44—50

D

111

Ό δε μή φέρων τήυ άδικον κρίσιν, του τυράννου δια τον φόβον, ουκ 620 άπέστη του εαυτού θείου, αλλ' ήκολούθει αύτω μακρόθεν έτερους ένιαυτούς τρεις και μήνας καί εβδομάδας και ημέρας και νύκτας καί ώρας καί στιγμάς και ροπάς κλαίων αδιαλείπτως. Τούτον ίδών ó άγριότραγος έσπλαγχνίσθη καί φησι ττρός αυτόν έλθέ ώδε, κακότυχε, κακής μεν ώρας γέννημα καί τοϋ κακού συναντή625 ματος. Σύρε αυτήν την κοπροπιγούναν σου τήν σιχαντήν καί τάς έζαρωμένας σου παρειάς, αΐτινές είσιν ώσπερ γραός πολυτέκνου ύποκοίλιον. 'Εχθρέ ψύλλων καί ψειρών. Καί γαρ ουκ έχει ψύλλος ή ψείρα πού καταντήσαι εΐ μή μόνον έν τ ή χεσμένη πιγούνα σου. Έλθέ όπισθεν εν τ ή άναχεσοφυσοπορδαλήθρα τοϋ έμοΰ άφεδρώνος καί επαρον μικρόν 630 γένειον είς τιμήν του προσώπου σου. Καί τούτο άκούσας ó δυστυχής έχάρη χαράν μεγάλην. Καί πλησιάσας τάς εαυτού παρειάς καί τον πώγωνα έν τ ή άναχεσοφυσοπορδαλήθρα καί έξεσκατίστριαν τού κώλου του, έχάρισέ τον μετά βίας μεγάλης τρεις και ήμισυ τρίχας καί ετι μιας τέταρτον. 635 Είτα λέγει προς αυτόν ò άγριότραγος· υπάγε εις Άδριανούπολιν τήν λεγομένην Πεντάπολιν καί επαρον άνταλα, βάνταλα, κλάνταλα, μικρών παιδίων τσιρλίσματα, γερόντων κοιλίας άποκαθάρματα, άγριοπίσσιν, άγριολείχιν, καί θες εις τάς παρειάς σου. ΓΓρότερον μεν αύτάς σκατάλειψον, είτα προσκόλλησον τάς τρεις ήμισυ τρίχας καί το τέταρτον, επειδή 626 πολυτέχνου D

627 ψύλλων (gen. plur. nom. fem. ή ψύλλα?) D

Α

λέγων- έλέησόν με, αφέντη τράγε, και εϋεργέτησέ με γένειον εις τιμήν τοϋ 220 προσώπου μου! Ίδών δέ ó τράγος καί ελεήσας αυτόν είπεν' έλθέ, αδελφέ, καί σύρε τον πώγωνά σου είς τήν άναχεσοφυσαλλίδαν πορδαλίστρια τοϋ κώλου μου καί θέλεις λάβει γένειον είς τιμήν τοϋ προσώπου σου ολίγον. Είτα άγω με καί κατήβα είς Άνδρινόπολιν, Πεντάπολιν, Άχελόπολιν, 225 Βιζόπολιν, Μησευρόπολιν, καί μάζωξε άντζαλα, μάνταλα, σάνταλα, κλάνταλα, μικρού παιδίου τσιλήματα, άγριοπίσσιν, άγριολείχιν, καί θές τα

Β

άγριότραγε καί εύεργέτησέ με γένειον εις τιμήν τού προσώπου μου! 45 Ίδών δέ ό τράγος καί έλεήσας αυτόν λέγει- έλθέ, άδελφέ, καί σύρε τήν πιγούνα σου εις τήν άναχεσοφυσαλλιπορδαλίστριαν τοϋ κώλου μου καί νάλάβης γένειον είς τιμήν τοϋ προσώπου σου ολίγον. Είτα άγωμε καί κατέβα είς Άνδριανοπεντάπολη, Νικόπολη, Βιζόπολη, Μισυνόπολη καί Μησευρόπολη καί μάζωξε άντσαλα, μάντσαλα, so σάντσαλα, μικρού παιδίου τσιλήματα, άγριοπίσσιν, άγριολείχιν είς τά 46 άναχεσοφασαλ Β

112

ΣΠΑΝΟΣ: D 640—651, A 227—237, Β 51—60

D 640 εσπλαγχνίσθην όρων τοιαύτην καΐ τοσαύτην ύπομονήν καί ευλάβειαν. "Εχεις λοιπόν ώραίαν πατσάδα καί κλανομούστακον γενειάδα. 'Ακουσας ταύτα ό κλανομούστακος σπανός, ήγαλλίασε το πανάσχημον καί πανάτσαλον αύτοΟ πρόσωπον. Καί έκ της πολλής αύτού χαράς ήρξατο γλείφειν τα μεσοδάκτυλα τοΟ κώλου του. Καί προς την έαυτοϋ 645 γυναίκα έπέστειλε χαριστήριον επιστολή ν. Ή δε επιστολή ή ν τοιαύτη : ώ παμφιλτάτη μοι γυνή, διά πολλού μέν χρόνου κακοπαθημένη καί μεμαραμένη υπό αλλότριων ανδρών, εάν εχης στοργή ν καί αγάπη ν καί πόθον εις εμέ, άπόστειλον πρός με τό κτένιον το πατρογονικόν το εμόν, οϋχί τό πυκνό ν, αλλά τό αρύ" ετι δέ καί τήν μανδήλαν, ή έσφόγ650 γιζεν ό πατήρ μου τήν πρόσοψιν του εαυτού άφεδρώνος. ΜαΘοϋσα ταύτα ή γυνή αυτού ή κακόθελος ετι καί σφικτότρυπος επεμψε

Α

εις τά γένια σου, σπανέ, καί θέλεις ποιήσει ώραίαν καί πετσωμένην γενειάδαν τρίχες δεκαεπτά ήμισυ. Καί ίδών ταύτα ό άγριόσπανος ενεγαλλιάσθην ή καρδία του καί εύφράν230 Θην ή δψις του ή χρυσή σημειωμένη καί ήρξατο από της χαράς του γλείφειν τά μεσοδάκτυλα τοϋ κώλου του. Καί έμήνυσεν προς τήν γυναίκαν του μετά πολλού του πόθου και αγάπης - γυναίκα, πολλού καιρού κακοπαθισμένη, όπού σέ έμάραναν οΐ άνδρες οΐ ξένοι, εάν εχης άγάπην καί πόθον είς έμέν, στείλε με τό κτένι τό γονικοπατρικόν μου, όχι τό πυκνόν, 235 άμή τό άρύν, καί τήν μανδήλαν, όπου εσφόγγιζεν ό πατήρ μας τήν πρόσοψιν του κώλου του. Καί ώς τό ήκουσεν ή άρχόντισσά του ή σφιξοτρύπα, ή βαλλοτρύπα, ή

Β

γένια σου, σπανέ, καί θέλεις ποιήσειν ώραίαν και πατσωμένη γενειάδα, τρίχες δεκαεπτά ήμισυ. Καί είδεν τες άγριόσπανος καί ενεγαλλιάσθην ή καρδία του καί εύφράνθηκεν ή όψις του ή χρυσή σημειωμένη καί ήρξατο άπό της χαράς του 55 γλείφει τά μεσοδάκτυλα τοϋ κώλου του. Καί έμήνυσεν της γυναίκας του μετά πολλού πόθου καί άγάπης· γύναι, εάν εχης εις εμέν πόθον καί αγάπη, στείλε με τό κτένιον τό γονικό ν προγονικό μας, όχι τό πυκνό, άμε τό άρύ, καί τή μανδήλαν, όπού εσφούγγιζεν ό πατήρ μου τήν πρόσοψιν τοϋ κώλου του. 60 Καί ώς τό εμαθεν ή άρχόντισσά του ή καλόθε?νος άπό τήν υπερβολική ν 52 53 54 59

έπά ήμισυ Β ό om. Β χρυσοί μυομένη Β κόλου του in marg. fort. al. manu

ΣΠΑΝΟΣ: D 652—662, A 238—249, Β 61—70

113

D

προς αυτόν τό διχαλοδικράνιν και τά μαγαρισμένα σπάργανα του έαυτης τέκνου. Έκλανομόσχισεν ουν αυτά καί προς αυτόν εστειλεν. Μδών δε αυτά ò άγριομούστακος σπανός έθυμώθη σφόδρα καί άπ655 έστειλε προς αυτήν λέγων" άφίξομαι προς σέ τάχιστα, προς σέ, μωρή κατουρλοποδία, ετι δέ καί κατουρλού. Καί πάλιν άντεμήνυσεν εκείνη προς αυτόν ' Ε δ ώ νά 'λθης, ώ κάκιστε σπανέ- καί αν ελθης, ευρήσεις τον Θείον σου τον πηξομύτην. Ταύτα άκούσας ό κάκιστος σπανός έθυμώθη μάλιστα καί μετ' οργής 660 εδραμεν εν τω έαυτου καταλύματι. ΤΗν γάρ ή θύρα του εαυτού καταλύματος μεγίστη πέτρα καί κρημνός εμπροσθεν αύτοϋ βαθύτατος πάνυ καί απότομος, εσωθεν δέ και έκτος κεχρισμένον μετά βουνίας καί κόπρου

Α

γαμοτρύπα καί ή καλόθελος, άπό την ύπερβολικήν της χαράν επεψέν τον τό δικράνιν τό διχαλόν καί τό κωλοπάνι του παιδίου αυτής μετά τής 240 ϋλης ένδυλιμένον διά νά μυρίζη · ένεσηκώθην καί εκλασεν ωσάν νά πής έπτά καί έκλανομόσχισεν αύτά καί εστειλέν του τα. Ίδών δέ αυτά ό σπανός μεγάλως τό έβαρέθην καί έμήνυσεν προς αυτήν αύτοϋ νά Ιλθω, μωρή άνούρα, κατούρα, κατουροποδέα καί φευγορόκα. Έμήνυσεν δέ καί αΰτή πρός έκεϊνον εδώ νά έλθης, μωρέ σπανέ, άτζάτε, 245 βιλλάτε, κωλάτε, χεσάτε, φασάτε, άνακουρκουδοκλανομούστακε καί μουνιοτσακάτε, δρεπανομύτη καί 'ξυντόκωλε, καί νά ευρης τον θείον σου τον άγριεμπηξομύτην. Ταύτα άκουσας ό σπανός εδραμεν καί ήλθεν εις τό σπίτιν του, καί έξέβην ή γυναίκα του καί εχαιρέτησέν τον καί πρώτον λέγει την έπαινουμένους 238 ύπερβολικήν corr. Legrand : ϋπερβολήν Α 242 έκύνησεν Α 249 την corr. Kambylis: τον Α

Β

της χαράν επεψέν τον τό δικράνιν τό τρίχαλον καί τό κωλόπανον τοϋ παιδιού της, δταν είχε ν καταλύσει ν καί έσφούγγιζεν τον κώλον του. Ώς τό είδεν ό κακός σπανός, έβαρέθην πολλά καί λέγει- αύτού νά έλθω, μωρή άνούρα, κατούρα, κατουροποδιά καί φευγορόκα. Λέγει καί ή γυνή 65 αύτοϋ - εδώ νά ελθης, μωρέ κακέ σπανέ, άντζάτε, βιλλάτε, κωλάτε, χεσάτε, φασάτε, άνακουκουρδοκλανομούστακε καί μουνιοτσακάτε, δελπανομύτη, 'ξυντόραχε καί εις τον κώλον στηθάτε, και νά εύρης τον θείον σου τον έπηξομύτη. Και εδραμεν ό κακός σπανός καί ήλθεν εις τό σπίτιν του καί έξέβην ή 70 γυναίκα του καί έχαιρέτησέν τον · καί πρώτον λέγει έπαινεμένους λόγους61 τηζ χαρδς Β 8

Eideneier

66 μονιοτζάκατε Β

114 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 663—673, A 250—260, Β 71—81

χοίρειας. ΕΙσελθών δέ λέγει προς την έαυτοΰ γυναίκα* Χαίρου, ζαμάλα! Είτα λέγει- όρδς, ώ γυνή μου, τήν ώραίαν ταύτην γενειάδα, τίνος σοΰ 665 φαίνεται, δτι ομοιάζω; Ή δέ είπε ν Θεωρώ σε, ώ ανερ μου, καΐ φαίνεταί μου, δτι ομοιάζεις σκοτεινής γωνίας, τήν χέζουν οί άρρωστοι· όμοιάζεις καταμαγαρισμένην ρύμην, τήν τσιρλοϋν τα παιδία· ομοιάζεις σκύλου μούτσουνα καΐ άγριοτράγου πιγούνιν. Ό δέ ήσπάσατο αυτήν καί αΐτήσας κτένιον ήρξατο κτενίζειν τήν 670 πανάσχημον καί πανάτσαλον αΰτοϋ γενειάδα. Ουκ επιπτον ψύλλοι ή ψείρες, αλλ' επιπτον ψύλλοι μετά σπαθιών, φθείρες μετά μανδύων, βάτραχοι μετά υποδημάτων, τζίντζιροι μετά φλαμμούλων. "Επιπτον δέ καί κόριζες μετά γερανιών φορεμάτων.

Α 250 λόγους- χαίρου, γραία, χαίρου, τριβαία, χαίρου, ζαμάρα ζουγραφιστή, χαίρου, σκορδοκόπανε. Καί ό σπανός έδιπλορώτησέν τ η ν ίδές με, γυναίκα, τίναν ομοιάζω; Καί είπεν ή γυνή αύτοϋ· ομοιάζεις σκοτεινή ν γωνίαν, τήν χέζουν οί άρρωστοι.'Ομοιάζεις όξύν άνήφορον, τό κλάνουν οί γαδάροι. 'Ομοιάζεις χεσμένην ρύμνην, τήν τσιλούν τά κοπέλλια. 255 Καί πιάσασ' αύτού της χειρός ήσπάσατο αύτοϋ τήν πανέμνοστον γενειάδαν, ήφερεν δέ καί κτένιν. Κτενίζων δέ ό σπανός τά γένια του, ούκ έπεφταν ψύλλοι ή ψείρες φυσικές, άμή έπεφταν ψύλλοι άσπροι, ετεροι βαθρακοί μέ τά ποδήματα, χελώνες μέ τά παραμάνδυα, τζιβίκια μέ τά ξυλοκόνταρα, ακρίδες μέ τά φλάμπουλα καί τσαγανοί μέ τά κοφίνια. 'Ησαν δέ 260 καί κόριζες ουκ ολίγες δλον μέ γερανέα φορέματα. 251 Ιδέζ μα Α

Β

260 κορύζες Α

χαίρου, γραία, χαίρου τριχαίρου, χαίρου, ζαμάρα, γραία μεστή, χαίρου, σκορδοκόπανε. Καί ό σπανός έδιπλοχαιρέτησέν τη· ΐδέ με, τίνα άνθρωπον μοιάζω; Ή δέ άπηλογήσατο - ομοιάζεις όξύν άνήφορον, δ κλάνουν οί γαδάροι· όμοιάζεις σκοτεινήν γωνίαν, δ χέζουν οί άρρωστοι. 75 Είτα έπηρεν αύτόν ή γυναίκα του άπό τό χέριν καί ήσπάσατο τό γένειον αύτοϋ τό πανεύνοστον καί ήφερεν τό κτένιον καί έκτένισεν τήν ώραίαν καί πατσωμένην γενειάδα, καί ούκ έπεφταν έπ' αύτήν ψύλλοι μαύροι ή ψείρες φυσικές, άλλά μαλλαν έπεφταν πληθυτικοί άσπροι ψύλλοι παρά φύσιν, βαθρακοί μέ τά υποδήματα, χελώνες μέ τά παραμάντια, μερμήγκια go μέ τά καρκασοδόξαρα, σκάθαροι μέ τά φλάμπουρα καί τζιβίκια μέ τά ξυλοκόνταρα. 73 Ή δε correxit et distinxit Kambylis: ϊδέ Β 79 μερμίγκι Β 80 τζιβίκοα Β

75 ήσπασάτο Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 674—684, A 261—271, Β 82—94

115

D

Ίδοϋσα δέ ή γυνή αύτοϋ τό παράξενου θέαμα έκλασε καί εϊπεν ιδού 675 εγώ εξανέμισα, σύ, ώ άυερ μου, φαγών πίε καί εύφρανθήση, ότι πολλά έμόχθησας του εϋρείν τον σον θείον τόν άγριότραγον τοϋ εύεργετησαι σε γένειον εις τιμήν τοϋ προσώπου σου εκ την άναχεσοφυσοπορδαλήθραν τοϋ κώλου του. Ό δέ άκουσας ταύτα ώργίσθη λίαν καί ήλθε τοϋ άποκτεϊναι αυτήν, «so Καί τά όμματα αύτοϋ σφόδρα έπυρώθησαν, ό δέ μούστακος αύτοϋ έφάνη ώσπερ νεκρού βρουκολακιασμένου. Τους δέ οφθαλμούς αύτοϋ άνοιγόκλειεν ώσπερ όρνιθος κώλον, καί τό στόμα αύτοϋ άφριζεν ώς σκύλου λυσσάρου. Καί ίδοϋσα ή γυνή αύτοϋ τό παράδοξον αύτοϋ καί φοβηθεΐσα καί μή

Α

Ίδοϋσα δέ ή γυνή τό παράδοξον θέαμα, εκλασε ν καί εϊπεν ΐδού εγώ έξενέμισα, μδλλονδέένέσανα. Καί έσύπανώραιε άνήρ, φάγε, πίε, ότι πολλά έκοπίασες νά εύρης τον έξάδελφόν σου τόν άγριότραγον, μήνα σε χαρίση γένειον εις τιμήν τοϋ προσώπου σου άπό τήν άναχεσοφυσοπορδαλίστρι265 αν τοϋ κώλου του. Άκουσας δέ ταύτα ό σπανός μεγάλως τό έβαρέθην καί έθυμώθη λίαν καί ήθελεν αύτήν άποκτεϊναι καί επυρομμάτησεν καί εστάθην ό μούστακός του ώσπερ χιότην γουρουνίου καπρείου καί έτρεμε τό κατασάγονόν του ώσάν λαπάρα άποσυρομένη καί ή όφις του έγένετον ώσπερ βουρκολακια270 σμένου νεκροϋ καί ήφριζεν τό στόμαν του. Καί ώς είδεν ή γυνή αύτοϋ, μή έχουσα τί διαπράξασθαι, εσκυψεν καί 262 ένέσσ Α

Β

Ίδοϋσα δέ ή γυνή τό παράδοξον τοΰτο Θέαμα εδωκεν κότσακον καί εϊπεν- πίε, σπανούριέ μου άνήρ, ότι πολλά έκοπίασες εως οϋ νά εύρης τόν περιπόθητόν σου άξάδελφον τόν άγριότραγον νά σέ εύεργετήση άπό τήν ss άναχεσοφυσαλλιπορδαλίστραν τοϋ κώλου του λεπτόν γένειον εις πολλή ν τιμήν τοϋ προσώπου σου. Καί θυμωθείς ό κακός σπανός ήθελεν αύτήν άποκτεϊναι. Καί άπό της υπερβολικής αύτοϋ χαρδς έδριμύθην καί έπερομμάτησεν καί εστάθην ό μούστακός του ώσπερ χαίτη ν άλογου καί καπρίου καί έτρεμε ν τ ό 90 κατωσάγουνόν του ώσάν λαμπάρα άποσυρμένην καί ή όψις αύτοϋ γέγονεν ώσπερ όψιν βρικολακιασμένου νεκροϋ και άνέπεμπεν άφρούς τ ό στόμα αύτοϋ. Καί ώς είδεν πάλιν ή γυνή αύτοϋ, μή έχουσα τί όλοτελώς πραξαι άπό τοϋ φόβου της εσκυψεν έξοπίσω καί έκατούρησέν τον εις τό άφτίν. Καί 8»

116

ΣΠΑΝΟΣ: Ώ 685—698, Α 272—286, Β 95—100

D 685 έχουσα τί πρδξαι, κύψασα οΰρησεν αυτό υ εις τό ώτίου το δεξιόν. Είσήλθεν δε ή όσμή εις την μύτη υ του και συνήλθε μικρόν άπό της οργής. Και ήρώτησεν αυτήν λέγων γύναι, ΤΓΟΟ ηύρες τοιαύτην πολύτιμον και εϋοσμον μυρωδίαν, ή ανάστησε με εκ τής λιποθυμίας; Ή δε ήρξατο λέγειν, δτι, συ μέν, ώ άνερ μου, όταν ώδευες τοϋ εΰρεϊν τον σον θείον 690 είς τό εϋεργετήσαι σοι γένειον εις τιμήν τοϋ σου προσώπου, Αίθίοπές τίνες ένθάδε άφίκοντο φέροντες κοπριλίδα πολύτιμον, καί εξ αυτών επριάμην ταύτην τήν εξαίσιου καί εϋοσμον μυρωδίαν τοϋ μυρίσαι τήν σήν πανάσχημον θέαν καί κλανομούστακον γενειάδα καί τήν σκατωμένην σου όψιν. 695 * 0 δε κακός σπανός άκούσας ταύτα αυτήν ευχαριστεί καί ενεδείξατο προς αυτήν στοργήν πολλή υ καί πόθον φιλίας. Καί μετά ταύτα έτράπησαν είς τό φαγεϊν καί πιεϊν όμού καί εύφραίνεσθαι μετά καί έταίρους ουκ ολίγους, μέχρι τέλους ζωής αυτού, ώς μετά ταύτα ρηθήσεται. Α

εκατούρησέν τον εις τό άφθίν. Καί εσωσέν τον ή όσμή είς τά ρουθούνια καί ενεφύλλισεν δαμίν άπό τής άραθυμίας του καί ύπεδέξατο πολλά τής μυρωδιάς. 275 Καί ήρώτησε τήν γυναίκαν του μετά πολλού τού πόθου καί αγάπης γυναίκα, πολλού καιρού κακοπαθισμένη, όπου σε έμάραναν οΐ άνδρες οι ξένοι καί εγώ έπεριεπάτουν καί εχαίρομουν τόν κόσμον, τί ήτον αυτόν τό καλομύρωδον είδος, όπου μέ εσήκωσεν άπό τήν λιγοθυμίαν; Τότε ήρξατο νά διηγήται* όταν ελειπες εσύ είς τόν έξάδελφόν σου τόν άγριό280 τραγον, μήνα σε χαρίση γένειον είς τιμήν τού προσώπου σου, τότε έδιέβαιναν εδώ Σαρακηνοί πραγματευτάδες καί ήγόρασά το καί εκρυβά το, μήνα ράνω τό πανέμνοστόν σου γένειον καί τήν όψιν σου τήν χρυσοση μειωμένη ν. Καί εδειξεν ó σπανός άγάπας πολλάς καί καλάς καί εκατσεν είς τό φαν και 285 τό πει ν και μετά τους έτέρους· καί είς τάς χαράς απάνω έτελειώθην τό όνομα αυτού μηνί τω εδώ πέρυσι καί εφέτο. 281 σαρακίνη Α

Β

95 εσωσεν αυτόν ή όσμή τού χλίου της είς τάς όσφύας καί άνεφύλλισε δαμιν άπό τής άθυμίας του. Ύπεδέξατο πολλά τήν προθυμίαν καί ήρώτησεν τήν γυναίκαν του λέγω< ν)· γυναίκα μου καί καλογυναικίτσα μου καί πάλι καλή μου γυναίκα καί άπό καιρού κακοπαθημένη, οπού σ ' έμάραναν οι ξένοι άνδρες καί εγώ loo επεριπάτουν καί έχαίρουμουν τόν κόσμον. 98 λέγω Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 699—720, A 287—292

117

Ταύτα τοΟ σπανού τά κατορθώματα, όσα κατά δύναμιν ήνυσα. Τά 700 δ' άλλα, τά μήτε δαίμοσι φορητά μήτ' άνθρώποις ακουστά, σιωπητέον. Άρκούσι δέ τά παρόντα. Έν ετέρα δέ συνελεύσει, εΐ δέ τις περί αύτού Ιπίσταταί τι και βουληθείη άποκρύψαι τάς άθέσμους και κακούργους αύτοΟ πράξεις καΐ ού δημοσιεύσει αύτάς, τω άναθέματι καθυποβάλωμεν. 705 'Επί δέ το προκείμενον έπανέλθωμεν. Έτελειώθη ò παγκάκιστος σπανός έφέτο, ίνδικτιώνος πέρυσι, βρόχω καί ξίφει άποκτανθείς. Καί τελειωθείς αίσχίστω τέλει την άθλίαν ζωή ν απέρριψε ν. Της αυτού κακουργίας καί έχθίστης σπαυότητος λύτρωσαι ή μας, ό θεός, καί τούς παϊδας ημών ώς φιλάνθρωπος. 'Αμήν. 710 Ώ ι δ ή ζ'. Ό Ειρμός: Ουκ έλάτρευσαν τήν κτίσιν. Ουκ έλάτρευσεν ό ούριος τε καί έξούριος τήν γενειάδαν αυτού, τήν δέ μουστάκα ν αύτού 715 γελοίως έκτένιζεν μετά κτενίου πυκνού · δς καί εκραζεν. Έδώρησέ μοι γένειον άγριότραγος ό θείος μου. 720 σ τ ί χ . Εύλογητός εΐ, κύριε, ότι έξωλόθρευσας το γένος τών καταράτων 702 βουληθείης D 717 φ D. 708—709 ταϊζ αύτοΰ άγίαις πρεσβείαι;, ό òeòs Ιλέησον ή μας, άμήν Menäen, passim. 710. 711 ούκ έλάτρευσαν τήν κτίσιν Α Chr. 230. 715 άνδρείως πατήσαντεζ ib. 230, 96. 720 εύλογητ05 εΐ, κύριε, . . . . δτι δίκαιο; εΐ èirl πδσιν, ois έττοίησας ήμΐν Daniel 3, 26f.

Ώιδή ζ'. Ούκ έλάτρευσαν οί λύκοι το κεφάλι ν του. Ούκ έλάτρευσεν ò τσάπος ό βαβούριος τήν σκατόμουνον τήν γραίαν τήν καμηλόραχον, άλλα καί αύτός ό σπανός άνδρίζεται πάντοτε· κ' εκλανεν 290 κ' επινεν τήυ μουστάκαν του καλότια τήν πατσάδαν ό θεός νά τον πατάΕύλογητός εΐ κύριε ό έβγάλας τά μάτια τού σπανού. 288 σκατόμουν Α 292 εύλογη εΐ Α

118

D

725

730

735

740

ΣΠΑΝΟΣ: D 7 2 1 — 7 4 2 , A 2 9 3 — 3 0 0

σπανών είς τούς αΙώνας. ΤΩ πανάσχημε, πανάτσαλε, τριγένη, τρίκωλε, βέβηλε, κακή πομπή των ανδρών, πορδή ατό στόμα σου, λέρα στα μάτια σου, ώχου άιλίμονον, κακή ροπή στά γένια σου καΐ ξηρά σκατά σ τ ' άντζιά σου. σ τ ί χ . Κατηραμένον τό όνομα τών σπανών άπό τοϋ νϋν καΐ εως του αιώνος. Ό παγκάκιστος, τριγένης τε καΐ τρίκωλος, (τρελός) σπανούριος, δρεπανομύτης, ξερός, ό τράγος ό άγριος, ό (άνα)χεσομούσουδος, ό τρισάθλιος, ό φακλανοπορδόζυφος, ό θεός αυτόν πατάξη. σ τ ί χ . "Οτι δικαίως ύβρίζουσιν αυτόν οί άνθρωποι καί όνειδίζουσιν 7 3 5 τρελός m. c. addidit Kambylis 738 άναχεσομούσουδος m. c. Kambylis: χεσομούσουδος D 731 . . .δεδοξασμένον τό όνομά σου είς τούς afcovctç ib. 3, 26. 7 4 2 — 7 4 3 s. zu 720 u. 731.

Α

Ω πανάσχημε, ώ ούριε καί εξοΰριε καί άναχεσομοίσιδε, άλα τρελέ καΐ σπανέ, τριγένη καί τρίκωλε, πεταυρομάγουλε, ώ πανάτσαλε, ώ μου295 στακάτε, μίασμα, ό θεός να σε παταξη. Καί πασαι αϊ μαχαιρίαι είς τόν σφόνδυλόν του. ΤΩ παράσημε, τριγένη, άγριότραγε, σπανούριε καί κακομούσουρε, άλα βροντάς καί Οπάς. "Οι άλίμονον, άτυχε λύκε, άγριότραγε καί άναχεσομάγουλε, ό Θεός νά σέ πατάξη. Τ

300 Καί έπί τήν ροπήν τοϋ Θεού είς τά μάτια του. 2 9 3 άλλα Α

297 άλλά Α

298 όγι Α

296 καί ιτάσαι αϊ κρίσεις σου άληθεϊς Daniel 3, 27. 3 0 0 καί έπί τήν πόλιν σου τήν άγίαν τήν τών πατέρων ήμών 'Ιερουσαλήμ Daniel 3, 28.

ΣΠΑΝΟΣ: D 743—762, A 301—309

D

119

αυτόν είς τους αιώνας. ΤΩ τταράσημε, 745 τριγένη, άγριότραγε, σπανέ ξυγγόκωλε, έν τ η καμίνω βληθης τοΟ καϋσαι τά γένια σου καί τήν μουστάκα ν σου, 750 έπεί γέλωτα οί πάντες (——^—) δταν σέ θωρούν, κινοϋσιν. Ώ ι δ ή η ' . * 0 Ε ι ρ μ ό ς : Παϊδας ευαγείς. Παίδες, μετά ράβδων καί ματσούκων 755 έλθόντες αύτόν καταραβδίσωμεν καί πάλιν σκαταλείψωμεν. "Επειτ' αύτόν μαδήσωμεν τάς τρίχας του γενείου του, (w —W — ^ —

760



y

τον κάκιστον σπανέα όρώντες καί κακολογοϋντες αυτόν είς τούς αιώνας. 747 βληθείΐ D 750/51 έπεί οί πάντεξ γέλωτα D : ordinem verborum m. c. mutavit et lacunam statuit Kambylis 759 post v. 758 lacunam unius versus m. c. indicavit Kambylis 753. 754 παΐδα; εύαγεϊΐ A Chr. 231. 760ff. τόν κύριον ύμνειτε καί ύπερυψοΰτε αύτόν eis του; alcovas Daniel 3, 57.

Α

"Οι άλίμονον, τό γένιν τό πανάτσαλον, ό μουστακάτος αυτός. ΤΩ βάι σέ σένα, σπανέ, ώ πουγουνάτε, άσχημε. " Εκλαιε υ καί ελεγεν- ώ τό τί επαθες, τήν έ ντροπή ν τήν άπειρον, ό Θεός νά σέ πατάξη. Ώιδή η '. Παϊδας ευαγείς. 305 Πάλε του σπανού τό καταλόγιν κηρύττομεν πάντες καί λέγομεν · δότε τόν τριγένειον, τόν άγριομούστακον, του βαθρακοϋ τό σχέλλωμαν έγείρου άπ 1 αΰτοϋ, σπανέ, ό θεός νά σέ πατάξη είς πάντας τους αιώνας. Ευλογείτε, λύκοι, τό κεφάλιν του. Χαίρε, σπανέ τριγένη, στάσου, ό κώλος σου έξέβηκε καί βάλε τον. Δότε 301 ώγι Α 305 σπανοΟ κηρύττομεν Α : σπανοΟ Kambylis 309 Χάρε Α τότε Α

τότε Α

120

765

770

775

780

ΣΠΑΝΟΣ: D 763—784, A 310—315

σ τ ί χ . Πυρ και χάλαζα, χιών, κρύσταλλος, πάχνη, ομίχλη και χιόνες, άστραπαί και βρονταί καί νεφέλαι εις το κεφάλιν σου. Πάντες τοϋ σπανού τό καταλόγιν βοήσατε όσοι γένια εχετε καί καταγελάσατε αύτόν καί καθυβρίσατε, έπεί πρεπόντως γίνεται. 'Ομού αυτόν έμπαίξωμεν. ΤΩ άθλιε, τριγένη, σπανέα, πάντες σέ υβρίζουν ομού εις τούς αιώνας, σ τ ί χ . Πάντα τά πετεινά τού ουρανού, τά θηρία καί πάντα τα κτήνη καί τά έρπετά πάντα εις τά πλευρά σου. Πάντες εϋφραινόμεθα όρώντες, σπανέ, τήν άσχημον θέαν σου, καί ταύτην καθυβρίζομεν καί άνασφακελώνομεν, ότι σημεϊον άχρηστον εν κόσμφ πεφανέρωσαι. Ούαί δέ σοι, σπανέ τραγογένη, γέλως σου μέγας υπάρχει άεί είς τους αιώνας. 768 πάντεξ καθυβρίσατε D : καθυβρίσατε m. c. Kambylis 777 τ. δ. θ. σου, σπανέ D : σπανέ, τ. ά. Θ. σου m. c. Kambylis 763—764 ευλογείτε, πυρ καί καύμα, . . . ρίγος καί ψύχος, . .πάχναι καί χιόνες, . . .άστραπαί καί νεφέλαι Daniel 3, 66ff. ; cf. πυρ, χάλαζα, χιών, κρύσταλλος, πνεύμα καταιγίδος Ps. 148, 8. 773 s. zu 760 ff. 774—775 ευλογείτε, πάντα τα πετεινά του ουρανού, πάντα τά Θηρία καί τά κτήνη, τόν κύριον Daniel 3, 80 f. ; cf. τά Θηρία καί πάντα τά κτήνη, ερπετά καί πετεινά πτερωτά Ps. 148, 10. 784 s. zu 760ff.

310 τόν τριγένειον, δότε μέ τόν ρούμπαλον, καί τού γαδάρου ό κούκουδος, εις τόν τά πάντα κάθεται. Ό θεός νά σέ πατάξη είς πάντας τούς αιώνας. Ευλογείτε, σκύλοι, τά εντερά του. Παίδες μέ ραβδία καί ματσούκας γυρεύουσί σε, ούριε, διά νά σέ στοιβάσουν, τά γένια σου νά έβγάλουσιν, άλήθεια, μέ τ ' ώγόι σου. Τόν ούριο ν sis γελώ και ύβρίζω εις πάντας τούς αιώνας.

ΣΠΑΝΟΣ: D 785—805, A 316—319

D

121

785 σ τ ί χ . "Ηλιος και σελήνη, άστρα και τό φως, νύκτα καί σκότος και ήμερα γελοΟσιν σε, σπανέ, εις τούς αιώνας. Πάντες ττορευθώμεν εν τ ω οϊκω σπανού τοϋ αθλίου καί παμβέβηλου, καί γνώμη ν καί διάνοιαν 790 αυτού κατασκοπήσωμεν, δτι πολλά έκόπιασε γυρεύοντας τον θείον του, όπως τοϋ δώση ολίγας τρίχας, ίνα τόν γελοϋμεν 795 άεί είς τούς αιώνας. Μ ε τ ά δε τ α ύ τ α Την άτιμωτέραν τών σπανών, σ τ ί χ . Μεγαλυνθήτω τ ό αΐδοϊον καί ή κεφαλή σου σμικρυνθήτω. Τόν μείζονα πάντων τών πονηρών και δαιμόνων φίλον, eoo τόν σ π α νέα τόν πονηρό ν, τόν άπό κοιλίας μητρός άστοχισμένον, πρόδρομον αντίχριστου πάντες γελάσωμεν. sos < σ τ ί χ . ) "Οτι έπέβλεψας πονηρά καί ώρμησας επί κακώ' ιδού γαρ άπό

80S στίχ. om. D

785—786 ευλογείτε, ήλιο; καί σελήνη . . . . άστρα τοΰ οΟρανοΟ . . . . νύκτες καί ή μ έ ρ α ι . . . . φώς καί σκότος . . . . τον κύρ:ον, υμνείτε καί Οπερυψοΰτε αυτόν εις τους αίώνας Daniel 3, 62 ff. ; cf. ήλιος καί σελήνη, αινείτε αύτόν, πάντα τα άστρα καί τό φως Ps. 148, 3. 794—795 καί ύπερυψοϋμεν εις πάντας τους αιώνας Α Chr. 231. 796ff. Τήν τιμιωτέραν τών Χερουβείμ, καί ένδοξοτέραν άσυγκρίτως τών Σεραφείμ, τήν άδιαφθόρως 6εόν λόγον τεκοϋσαν, τήν όντως Θεοτόκον, σε μεγαλύνομεν Α Chr. 195. 797 μεγαλύνει ή ψυχή μου τόν κύριον, καί ήγαλλίασεν τό πνεύμα μου επί τ φ θεω τ ω σωτήρί μου Luk. 1, 46f. cf. μεγαλυνθήτω t ò όνομα . . . Ps. 34, 27. 798 ff. τήν τιμιωτέραν τών Χερουβείμ . . . . Α Chr. 195. 805 δτι έπέβλεψεν έπΐ τήν ταπείνωσιν της δούλης αύτοϋ· ίδοΰ γαρ άπό τοϋ νυν

Α

Ευλογείτε, κοράκοι, τόν όμυαλόν του. Πάλε άγριομούστακε, καπνός εκ τόν κώλον σου έξέβηκεν, λέγω είς τ ή ν γενειάδαν σου, καί τότε βρομίζεις μας, σπανούριε, κακοτύχερε, ó θεός νά σέ πατάξη είς πάντας τούς αιώνας.

122

βίο

eis

820

825

830

835

ΣΠΑΝΟΣ: D 806—836

τοϋ νυν καταγελοΰσι σε ττδσαι αϊ γενεαί. Τον έν άσεβείαις έφευρετήν, καί τον έν κακίαις άπαράμιλλον ποιητή ν, τον μέγαν κακοϋργον καί βλάσφημο ν, άξίοος γελάσατε γαρ πάντες σπανόν τον δθλιον. σ τ ί χ . "Οτι εποίησας κακά καί επραξας άδικα, καί άγριον τό βλέμμα σου είς γενεάν καί γενεάν. "Αλαλα τά χείλη των μιαρών σπανών των κάκιστων καί μεγάλων κακοποιών, των έν ταϊς κακίαις άξίων χρησμολόγων, των νέων καταδότων καί κακομάζαλων. σ τ ί χ . Έποίησε πονηρά, καί κομμός εις τους βραχίονας αύτοΟ, διασκορπιστούν οι όφθαλμοί αυτού ή τά μυαλά αυτού. Ακούσατε πάντες οΐ γηγενείς σπανού του κακίστου τήν παμμίαρον καί πικρά ν ζωήν καί τον βίον τον άθλιον καί μέγαν. Διό πάντες γελδτε αύτοϋ τον πώγωνα. σ τ ί χ . Καθεΐλε τά γένια έκ τούς σπανούς, καθεϊλε καί τάς φρένας, καί τάς παρειάς άπέλιπεν κενάς. Έ ν μέσω μας εφθασεν ό σπανός, έκάθισεν εσω της βουλής ό κακοποιός. 827 παμμίαρον corr. Crusius, D (1643) : πανμία- D 831 ποίγωνα D

μακαριοϋσί με πδσαι αϊ γενεαί Luk. 1, 48. 814 ότι ê-ττοίησέν μοι μεγάλα ό δυνατός, καί δγιον τό όνομα αύτοϋ* καί τό ελεοξ αύτοϋ eiç γενεάν καί γενεάν τοις φοβουμένοις αύτόν Luk. 1, 49 f. 823 έττοίησεν κράτος âv βραχίονι αύτοϋ, διεσκόρπισεν ϋπερηφάνους διανοΐςί καρδία; αύτών Luk. 1, 51. 832 καθεϊλεν δυνάστα; άπό Θρόνων καί ύψωσεν ταπεινούς· πεινώντας ένέπλησεν άγαθών καί πλουτούντας έξαπέστειλεν κενού; Luk. 1, 52.

ΣΠΑΝΟΣ: D 837—859, A 320—324 D

123

"Αγωμ ' ά π ' εμπρός μας, κακέ σπανέ τριγένη, καί άπιθι, κρημνίσου 840 eîç το ανάθεμα. σ τ ί χ . Άντελάβοιτο αύτόν λώβα καί ψώρα καί λέπρα και κασσίδα καΐ τω σπέρματι αύτοΟ εως αιώνος. Ούαί σοι, παγκάκιστε, μιαρέ, οΰαί σοι, σπανέα 845 καί ούαί σοι, κατάρατε, ούαί σοι, προδότα, ούαί σοι, κοπροδότα, ούαί, φυλή δαιμόνων καί άγριότραγων. eso Ώ ι δ ή θ'. Ό Ε ί ρ μ ό ς : "Απας γηγενής. "Απαντες ημείς γελούντες ύβρίζομεν σήν Θέαν άσχημο ν, άναθεματίζομέν σε, 855 έπεί σού πρέπει, σπανέ παράσημε· καί πάλιν άφορίζομεν | τήν αγριον πιγοΰναν σου, καί βοώμεν: χαίροις μέ τούς δαίμονας, τραγογένη, τριγένη, παγκάκιστε. 849 καί bis D 850 στίχο*, ώδή θ ' D 854 σε γάρ D

841 άντελάβετο Ισραήλ παιδόζ αύτοΟ, μνησθηναι έλέου;, καθώ; έλάλησεν πρό* τού$ πατέρα* ήμων, τ ω 'Αβραάμ καί τ φ σπέρματι αυτού εω* αίώνοζ Luk. 1, 54f. 850. 851 ff. άπα* γηγενή* Α Chr. 232. 857 καί βοάτω ib. 858 χαΐροι* παμμακάριστε ib.

Α

320 Ώιδή θ'. "Απας γηγενής. "Ακουε, σπανέ, σκύλορχιν σε κράζουσιν πάντες οι άνθρωποι. Πανηγυρίζουσίν σε δέ άλλήλοις οΐ δαίμονες. 'Ορέγονται τήν άγρίαν μουστάκαν σου καί της πατσάδος σου. Καί βοώμεν σοι* χαίροις μέ τους δαίμονας, ώ τριγένη σπανέ καί παράσημε. 321, σκυλόρχιν Α

124 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 860—880, A 325—332

860 σ τ ί χ . Εύλογητός κύριος ò θεός, δτι έκατεγκρημνίσθη ό σπανός εις τό ανάθεμα. "Ακουσον, σπανέ, τριγένην σε κράζουσιν άπαντες άνθρωποι 865 και πανηγύρι ζουσι καταγελούντες σε ώσπερ δαίμονα. ΚαΙ την κακήν μουστάκαν σου| κατανασπάζουσιν καί βοώσιν άπιθι, κρημνίσθητι 870 τραγογένη, τριγένη, τρισάθλιε. σ τ ί χ . Καί ήγειρεν κέρατα είς τά ώτα σου καθώς ημείς ελπίσαμεν. "Απιθι λοιπόν, σημεϊον παράξενον, από την μέση ν μας, 875 εττεί αισχύνη ν ποιείς, διό οϊ άνθρωποι προς ημάς είπον πώς καθόμεσθεν | μέ τον τραγέλαφον. Πλην βοώμεν· Οπαγε σ τ ' ανάθεμα, eso τραγογένη, τριγένη, παμμίαρε.

876 δ ι ' oö D : corr. Kambylis

877 κάθομέσθεν D

860—861 εύλογητός κύριος ό θεός του 'Ισραήλ, ότι Ιπεσκέψατο καί έποίησεν λύτρωσιν τ φ λαφ αύτοϋ Luk. 1, 68. 868 s. zu 857. 871 καί ήγειρεν κέρας σωτηρίας ήμίν έν τ ω οίκω Δαυίδ τοϋ παιδός αύτοΟ, καθώς έλάλησευ δια στόματος των αγίων Luk. 1, 69 f. 878 s. zu 857.

A

325 Εύλογητός ό Θεός ό καταργήσας τον σπανόν. Φεύγε άπ* έδώ. Βρομίζεις και ζένεις μας, σπανέ 'ξυντόκωλε. Φεύγε ά π ' έδώ, πάγαινε. " Ε β γ ' άπό τήν μέση ν μας, μη έβγάλωμε τα γένια σου. Και βοώμεν χαίροις μέ τους δαίμονας, ώ τριγένη σπανέ καί παράσημε. Και ήγειρεν κέρατον είς τον κώλον του. 330 "Ελα 'δώ κοντά, όρχήσου καί χόρευσε, άθλιε. Καί νά σείσης τήν μουστάκαν σου, άνάχεσμά σε, άθλιε, τήν συμφοράν, τήν επαθες καί τήν άνώφελον. Καί βοώμεν σπανέ παραμύσερε καί λωλέ καί τρελέ καί παράσημε.

ΣΠΑΝΟΣ: D 881—902, A 333—341 D

125

σ τ ί χ . Του κατευθϋναι τους πόδας σου και τάς χείρας σου εις τά συντρίμματα. "Αθλιε, τά νυν ό γέλως σου εσωσεν, ees σπανέ παράσημε. Πλην μή φοβήσαι, έπεί ήμεϊς ταΰτα γελάν où παυσόμεθα, άλλά και μάλλον πάντοτε | καταγελούμεν σε και βοώμεν890 χαίροις μέ τους δαίμονας, τραγογένη, τριγένη, έξούριε. Έ ξ α π ο σ τ ε ι λ ά ρ ι ο ν π ρ ο ς Τοις μαθηταϊς. Συν τοις σπανοΐς έξέλθατε, δσοις γένειον λείπει, 895 και κάτω μεν είς Τάρταρον εν μέσω κρημνισθητε, και γαρ δή πρέπει άξίως. "Οθεν ημείς εμπαίζομεν, καί σας κατονειδίζομεν wo ώς πρέπει, κατηραμένοι. Διό ύμας ώς δαιμόνων μίασμα 887 ήμας D 881 τοΟ κατευθΰναι tous ττόδαξ ήμών είς όδόν ειρήνης Luk. 1, 79. 889 s. zu 857. 890 s. zu 858. 892. 893 TOÏS μαθηταΐ; συνέλθωμεν Α Chr. 110.

Α

Καθώς τον έπηρεν ό πόνος άπό τό πλευρόν. "Ακουε, σπανέ, σκύλοι να σε φάγουσιν μετά τους λύκους μαζί· καί οί 335 κουρούνες έχαίρονταν, θέλουν và φαν τό κεφάλιν σου. Και οί κάτες và σέ παρασύρνασιν, ώ σπανέ πονηρέ, άγριότραγε. Έξαπόλυσις. Γυναίκες έχορεύασιν. Σπανός ό τράγος σήμερον καί κακομούστακος τήν γενειάδαν έκτένιζεν καί επεφταν άχελώνες καί ακρίδες μέ τά φλάμπουλα καί πολλές καραβίδες 340 καί βαθρακοί. Καί τό χέριν του εγεμεν χοιριναίαν. Διό καί ημείς τσιλοϋμεν τήν ώραίαν μουστάκα ν του.

126

ΣΠΑΝΟΣ: D 903—927

καί γέλωτα των άνθρώττων πάντες sos δικαίως γελώμεν. Έ τ ε ρ ο ν δμοιον. Χορεύσατε, σκιρτήσατε μετ' ευφροσύνης πάντες, δτι σπανός έξέβηκε »ίο σήμερον ά π ' εμπρός μας, ώς Θέαμα παράδοξον καί μίασμα των ανθρώπων. Μάθωμεν ούυ την γνώμην αυτού καί πάντες εϊπωμεν sis ΕΟραμευ τον σπανέα, καί γαρ εκ της όσμής αύτοΟ έφύγασιν οί πάντες. Κ α ί , εί μέν β ο ύ λ ε ι , τ ό ν μολυνέλεον καί β ρ ο μ ι έ λ ε ο ν τ ο υ ά ν ο σ ί ο υ σ π α ν ο ύ λέγε ο ύ τ ω ς · 920 Μισείτε τό όνομα των σπανών καί μισείτε αύτούς, δτι καλόν. "Οτι τόν σπανόν εξελέξαντο άνθρωποι εις όνειδισμόν, δτι καλόν, είς περιουσιασμόν του γέλωτος αυτού, δτι καλόν, δτι είς τόν αιώνα. "Οτι εγώ εγνωκα, δτι μέγας πονηρός ούτος παρά πάντας τούς σπανούς. "Οτι πάντες οί σπανοί γέλως εΐσίν τών ανθρώπων, ό δε σπανός τό 925 πονηρόν εποίησεν, δτι είς τόν αιώνα ó γέλως αυτού. Πάντα δσα κακά ήθέλησεν εποίησεν επί της γης ô σπανός. Άνάγων πονηρίας εκ θησαυρών καρδίας αύτοϋ, δτι εις τόν αιώνα ó 908 ol πάντες D : πάντες m. c. Kambylis 907—908 σκιρτήσατε, χορεύσατε, μετ' ευφροσύνης άσατε Exaposteilarion aus der 'Ακολουθία τοϋ Άκαθίστου "Υμνου. 913 μάθωμεν πώς διδάσκει Α Chr. 110. 920 αίνεΤτε τό όνομα τοϋ κυρίου· αινείτε, δούλοι, κύριον, . . .ψάλατε τ ω ονόματι αύτοΰ, ότι καλόν Ps. 134, I f f . 921—922 δτι τόν Ιακώβ έξελέξατο έαυτώ ό κύριος, 'Ισραήλ εις περιουσιασμόν έαυτώ Ps. 134, 4. 922 δτι είς τόν αίώνα τό Ιλεος αύτοϋ Ps. 135 passim. 923—924 δτι ί γ ώ εγνων δτι μέγας κύριος, καί ό κύριος ήμών παρά πάντας τούς θεούς Ps 134, 5. 925 s. zu 922. 926 πάντα δσα ήθέλησεν ό κύριος έποίησεν έν τ ω ούρανω καί έν τ η γ η Ps. 134, 6. 927 άνάγων νεφέλας έξ εσχάτου της γης. . . .ό έξάγων άνέμους έκ θησαυρών αύτοϋ Ps. 134, 7. 927—928 s. zu 922.

ΣΠΑΝΟΣ: D 928—945

D 930

935

940

945

127

γέλως αύτοΰ. Άστραπαί καί βρονταί εις τό κεφάλιν του ¿πλήθυναν. Έξαπέστειλεν κύριος σημεία καί τέρατα καί φόβητρα έν κόσμω τούς σπανούς. "Ος έπάταξε σπανούς πολλούς καί άπέκτεινε σπανούς πονηρούς. Τον σπανόν βασιλέα των γαϊδάρων καί σπανόν βασιλέα των τράγων. Καί τον οίκον των σπανών εδωκε κύριος εις άφανισμόν, ότι εις τον αιώνα ό γέλως αύτού. Σπανέ, ó γέλως σου είς τον αιώνα καί τό μνημόσυνον της πιγούνας σου εις γενεάν καί γενεάν, ότι εις τον αιώνα ό γέλως αύτοΰ. "Οτι κρίνει κύριος τούς σπανούς καί την όργήν αύτοΰ πέμψει εις αύτούς. Τά πρόσωπα τών σπανών είσιν εργα δαιμόνων. Στόμα εχουσι καί βλασφημοϋσιν, οφθαλμούς εχουσι καί τυφλωθοΰσιν. ΤΩτα εχουσι καί κωφωθούσι, πόδας εχουσι καί κρατηθοϋσιν. Χείρας εχουσι καί στρεβλωθοϋσιν, ρίνας εχουσι καί σφαλισθοϋσιν. "Ομοιοι αύτοΐς γενήσονται πάντες οι άγαπώντες αύτούς, όμοιοι αύτοϊς γενήσονται καί πάντες οί θέλοντες αύτούς. Οίκος τών σπανών ερημωθήτω καί οίκος αύτών κατακαήτω.

929 άστραπάς sis ύετόν έποίησεν Ps. 134, 7. 930—931 έξαπέστειλεν σημεία καί τέρατα έν μέσω σου, Αϊγυπτε, έν Φαραώ καί έν π δ σ ι τοις δούλοΐζ αύτοΰ Ps. 134, 9. 932 δς έπάταξεν έθνη πολλά, καί άπέκτεινεν βασιλείς κραταιούς Ps. 134, 10. 933 τόν Σιών βασιλέα τών Άμορραΐων, καί τόν "Ωγ βασιλέα της Βασάν, καί πάσας τάς βασιλείας Χαναάν Ps. 134, 11. 934 καί εδωκεν τ ή ν γ η ν αύτών κληρονομίαν, κληρονομίαν 'Ισραήλ λαω αύτοΰ Ps. 134, 12. 934—935 s. zu 922. 936 κύριε, τ ό δνομά σου εις τόν αΙώνα, κύριε, τ ό μνημόσυνόν σου είς γενεάν καί γενεάν Ps. 134, 13. 937 s. zu 922. 938 ότι κρίνει κύριος τόν λαόν αύτοΰ, καί ètti τοίς δούλοις αύτοΰ παρακληθήσεται Ps. 134, 14. 939 τά είδωλα τών έθνών άργύριον καί χρυσίον, εργα χειρών άνθρώπων Ps. 134, 15. 940 στόμα εχουσιν καί ού λ α λ ή σ ο υ σ ι ν οφθαλμούς έχουσιν καί ούκ όψονται Ps. 134, 16. 941 ώτα εχουσιν καί ούκ ένωτισθήσονται· πόδας εχουσιν καί ού περιπατήσουσιν Ps. 134, 17. 942 χείρας εχουσιν καί ού ψηλαφήσουσι - jîiïvaç εχουσιν καί ούκ όσφρανθήσονται Ps. 134. 17 943—944 όμοιοι αύτοΐς γένοιντο ol ποιοΰντες αύτά, καί πάντες οί πεποιθότες έ π ' αύτοϊς Ps. 134, 18. 945 οίκος Ι σ ρ α ή λ , εύλογήσατε τόν κύριον· οίκος 'Ααρών, εύλογήσατε τόν κύριον Ps. 134, 19.

128

ΣΠΑΝΟΣ: D 946—966, A 342—348

Οίκος τώυ σπανών πεσεΐται έκ θεμελίων. Οί φοβούμενοι τον κύριον κατηράσατε τόν σπανόν. Κατηραμένος ó σπανός εις τους αιώνας τών αιώνων, αμήν. Ε ϊ τ α τ ο ύ ς Α ί ν ο υ ς . ΤΤροσόμοια, ή χ ο ς δ'. "Εδωκας σημείωσιν. Μστώμεν σ τ ί χ ο υ ς η ' . σ τ ί χ . Ή κοιλία σου εν τυμπάνω και χορω, τά εντερά σου εν χορδαϊς καί όργάνοις. "Εδωκε σημείωμα είς τον κόσμον ò κύριος τούς σπανούς τούς έξούριους, καί πάντες γελοϋσιν τους, άνδρες καί γυναίκες καί μικρά παιδία καί πασα φύσις γηγενών, διότι τρίχες τούς απολείπονται στά χεσμένα μάγουλα · τών γαϊδάρων καί αλόγων τάς ούράς περισσεύουσιν, αύτών δέ εκλείπουσιν. σ τ ί χ . Γελάσατε τόν σπανόν κατά τό πλήθος τών ανομιών αυτού. 'Ακούσατε σήμερον 962 τάς γαϊδάρων D 946 OIKOS Λευί, εύλογήσατε τόν κύριου Ps. 134, 20. 947 οί φοβούμενοι τόν κύριον, εύλογήσατε τόν κύριον Ps. 134, 20. 948 εύλογητός κύριοζ έκ Σιών, ό κατοίκων Ιερουσαλήμ Ps. 134, 21. 949 Ιδωκας σημείωσιν Α Chr. 68. 951—952 αΐνεΐτε αύτόν iv τυμπάνω καί χορω· αΐνεϊτε αύτόν âv χορδαΐς καί όργάνω Ps. 150, 4. 953—954 εδωκας σημείωσιν TOÎS φοβούμενοι; σε, κύριε Α Chr. 6 8 . 965 αινείτε αύτόν ètri ταϊς δυναστείας αύτοϋ· αΐνεϊτε αύτόν κατά τό πλήθοί τη$ μεγαλωσύνηΐ αύτού Ps. 150, 2.

Εις τούς αίνους στιχηρά. Τ Ηχος δ'. "Εδωκά σε κ' επεσες. "Εδωκας κύρ 'γούμενε τούς καλογέρους δικόνημαν, τόν κελλάρην τόν δόλιον κλειδίν εις τήν κόξαν του, όλους όνειδίζει καί κατονειδίζει- δίδω ψωμί ν καμπανιστόν, τό κρασοβόλιν άν' όλιγώτερον. Διό παρακαλούμε ν σε νά τόν εβγάλης έγλήγορα, μή τόν δώσουν καί θέσουν τον καί γυρεύει πού τό 'παθεν. Έ ν τυμπάνω ή κοιλία σου καί ό κώλος σου εξω.

ΣΠΑΝΟΣ: D 967—993, A 349—353

D 970

975

980

985

990

129

πάντες σπανού την διήγησιν τήν κακήν και παράξενον, μάλλον κακεπίβουλον καΐ πονηροτάτην καί άγριωτάτην καί καθυβρίσατε αυτόν τον τραγογένην, τον τρισκατάρατον, τον κλέπτην, τόν επίβουλον καί ττονηρόν και άπάνθρωπον, τον προδότην, τόν δόλιον, ό Θεός μου πατάξη τον. σ τ ί χ . Του ποιήσαι εν αύτοις καύμα, λάβρα, ττυρετόν εν τ η κεφαλή των σπανών. Έξέβην ό άθλιος κακός σπανός ό παράσημος καί υπήγεν γυρεύοντας αυτού τόν πατράδελφον, μέγα ν τραγογένην, μάλλον σκατογένην, καί μετά βίας περισσής εδώρησέ τον ολίγον γένειον είς τιμήν τοϋ προσώπου του εκ μεγάλης της Θλίψεως, ής αυτός ένεδείξατο προς αυτόν τόν πανάγριον. σ τ ί χ . Πασα πνοή καταγελάσατε αυτόν καί καθυβρίσατε πλειστάκις αυτόν. 978 τοϋ ποιήσαι iv σύτοϊζ κρίμα εγγραπτον Ps. 149, 9 (cf. etiam v. 7 : του ποιήσαι ίκδίκησιν lu τοις εθνεσιν, έλεγμούς έν TOTS λαοΐζ). 993 πάσα πνοή αίνεσάτω τόν κύριον Ps. 150, 6.

Α

'Ακούσατε, άνθρωποι, κακού σπανού τήν διήγησιν. Τόν σπανόν τόν 350 παράσημον καλόν να τόν βρίζωμεν δλοι αύτόν πάντες. Παρακαλεί σας ό σπανός νά τόν άφήσετε τόν 'ξυντόκωλον, κακά πολλά έδιέβασεν πρασινοκόκκινα κίτρινα, μή πονέση καί δάκη σας καί έξέβην ό κώλος του. Έ ν κυμβάλοις νά βήχη καί άλαλαγμοί στό κεφάλιν του. 353 αΐνείτε αύτόν êv κυμβάλοις εύηχοι;, αΐνεϊτε αύτόν έν κυμβάλοις αλαλαγμού Ps. 150, 5. 9 Eideaeier

130 D 995

1000

loos

ΣΠΑΝΟΣ: D 994—1013, A 354—368 Σπανός ό τταράσημος, τριγένης άμα καί ούριος, την πατσάδα του κλάσατε καί σκατά τσιρλήσαντες τήν πολλά χεσάτην, μάλλον δέ φασάτην, τήν κλανομούστακον αύτοϋ καί πάσης άλλης ύβρεως εμπλεων. ΟύαΙ αυτόν τον άθλιον, ότι δικαίως έκέρδισε την κατάραν της μάννας του καί δ ι ' αΰτό δέν εγενείασεν.

" Ε τ ε ρ α τ ρ ο π ά ρ ι α εις τ ο ν α υ τ ό ν σ π α ν ό ν Π ρ ο ς Ώς γενναϊον. τ Η χ ο ς δ ' . Ώς KOKoOpyov, πανδόλιε, ώς πανοϋργον, πανάθλιε, ido ώς εχθρό ν ημέτερο ν καί επίβουλον, ώς αληθείας άντίπαλον καί ψεμάτων κήρυκα,

τον

τραγογένην.

1007 ώ$ γενναϊον έν μάρτυσιν Α Chr. 70. 1013 τήν πίστιν τετήρηκα; Α Chr. 70. Α

Σπανός ό παράσημος, ό τραγογένης καί άσχημος. Τήν πατσάδα του 355 κλάσε την, εβγαλε τά μάτια του καί τά δύο αντάμα. Κόψε τα άφτία του, χέσε τήν κορφήν του μετά τήν γλώσσαν του μαζί. Καί οί κορώνες νά τον έφάγουσιν. Δύο κονταριές και μαχαιρίες στά μάτια του καί πανούκλες στον κώλο ν του και άντάρα σ τ ' άφτία του. Δόξα. Τ Ηχος πλάγιος β ' . 360 Σήμερον ό κακός σπανός, ό πονηρός τήν γνώμην, τήν μουστάκαν του έκτένιζεν, όδιατί έσκουρίαζεν. Σκυλιναίαν τήν άλειφε διά νά καθερίση. Δεύτε ου ν πάντες τήν γενειάδαν του πτύσετε καί κλάσετε καί εκείνον. Τά όμμάτια του έκβάλετε καί εις τήν σούβλαν τον έκάτσετε, διά νά βιγλίζη τους λύκους, μή φαν τό κεφάλιν του. 365 Καί νυν. Ό αύτός. Σπανού τό μουστάκιν έμάκρυνεν καί οί κορώνες έχαίρονταν νά τσιλήσουν τήν μουστάκαν του καί νά φαν τον όμυαλόν του. "Ω τον άτυχο ν, ώ τήν λαπάραν του, καί οί πέντε τρίχες οί άσκημες εμάκρυναν καί εχαίρεντον.

ΣΠΑΝΟΣ: D 1014—1048

D

lois

1020

Όμοιον.

1025

ίο»

1035 Ό μ ο ι ο ν .

ίο«

1045

131

άσελγείας θησαυρέ, τραγογένη σπανούριε, σέ ύβρίζομεν, όμοιε μουλαριών, διττλοφύση, καί βοώμεν σοι, τριγένη, άπιθι, ψεύτη, σ τ ' ανάθεμα. Καί το είδος σου άγριον καί ή θέα ώς θέατρον, ώ τρελέ σπανούριε, άγριάνθρωπε, δτι τριγένης, αγριόγατε, υπάρχεις, άγριόχοιρε, γρυλλομάτη, μιαρέ, τυμπανόκοιλε γάδαρε, καμηλόραχε, κακομούσουδε τράγε, λυκοτρίχη, δια τούτο ώς σημεΐον σέ άναμπαίζομεν, τρίκωλε. Ώς παμψεύτην, πανάγριε, τραγογένη, σπανούριε, συνελθόντες σήμερον σέ ύβρίζομεν, δτι τό ψεύδος ήγάττησας, σκυλί, καί έμίσησας τήν άλήθειαν, ντροπή των ανδρών, δρεπανόραχε, καί βοωμεν σοι, ψευδορρήμον, παμψεύτη, ψευδοφόρε, ψευδοπλόκε, ψευδολόγε, ψύξη καί ρέμα στά χέρια σου.

1026 άγρόγατε D 1027 ¿τ/ρόχοιρε D 1042 τροπή ν D 1026 ότι τόν Βρόμον Α Chr. 70. 1036 dis γενναϊον έν μάρτυσιν, άθλοφόρε Γεώργιε, συνελθόντεί σήμερον, εύφημούμέν σε δτι τόν δρόμον. . . .τετήρηκαζ Α Chr. 70. 9*

132 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1049—1070, A 369—375

Μετά δέ τ α ϋ τ α ψ ά λ λ ο μ ε ν τ ό ν ε π ι τ ά φ ι ο ν τ ο υ σ ι τ α ν ο ϋ · είσΐ ίο» δε μ α γ α ρ ι σ ν ά ρ ι α λ ε γ ό μ ε ν α εΐς τ ό ν έ ν τ α φ ι α σ μ ό ν τ ο υ κ ο π ρ ο γένη σπανού. Μετά τ η ν σ υ ν ή θ η σ τ ι χ ο λ ο γ ί α καί τ ά έξης, άρχόμεθα τ ο υ ά ν ο μ ο υ ψ ά λ λ ο ν τ ε ς τ ά τ ρ ο π ά ρ ι α εκ δ ε υ τ έ ρ ο υ , etç Τ Η χ ο ν π λ ά γ ι ο ν α'. < Σ τ ά σ ι ς π ρ ώ τ η ) loss Μαγαρίζομέν σε, κλανογένη σπανέ, καί τσιρλοϋμεν την χεσάδα πατσάδα σου ώς άντίτυπον τοϋ κώλου μας μορφή ν. σ τ ί χ . Μαγάριοι οί άνομοι σπανοί, έν όδφ οί σπανοί άπολοϋνται, καί 1060 μακάριοι οί έξερευνώντες τάς πράξεις αυτών, καί άπέχουσιν ά π ' αυτούς. Μαγαρίζομέν σε, κακογένη σπανέ, καί ΰβρίζομεν τήν άσχημον θέαν σου ώς άντίτυπον τοϋ δαίμονος μορφήν. loes σ τ ί χ . Καί γάρ οί εργαζόμενοι τήν άνομίαν οΰκ έχουν γένια, καί έν ταΐς όδοϊς του σπανού έπορεύθησαν. Μαγαρίζομέν σε, τραγογένη σπανέ, καί γελοΰμεν τήν πομπήν των γενείων σου 1070 ώς άντίτυπον γαϊδάρου τήν ουρά ν. 1054 στάσις πρώτη addidit (collatis versibus 1221 et 1386) Kambylis 1055 ff. μακαρίζομέν σε, Θεοτόκε άγνή, καί τιμωμεν τήν ταφήν τήν τριήμερον τοΰ υΐοϋ σου καί θεού ήμών πιστώς Theotokion Triod. Karsamstag Morgen. Auch zu 1061 ff. etc. 1059—1060 μακάριοι oí άμωμοι έν όδω ol πορευόμενοι έν νόμω κυρίου, μακάριοι oí έξερευνώντες τα μαρτύρια αύτοϋ, έν όλη καρδία έκζητήσουσιν αυτόν Ps. 118, 1—2. 1065 ού γάρ οί έργαζόμενοι τήν άνομίαν èv ταΐς όδοϊς αύτοϋ έπορεύθησαν Ps. 118, 3.

Α

Μεγαλυνάρια ψαλλόμενα τοϋ άνοσίου σπανοϋ. Μακαρίζομέν σε. Μακά370 ριοι οί άμωμοι εν όδφ οί πορευόμενοι, ó δε νώμος σου εξω. Μαγαρίζομέν σε, τραγογένη σπανέ, καί ΰβρίζομεν το άσχημον βλέμμα σου ώς άντίτυπον γαδάρας τήν οϋράν. Μακάριοι οί εβγάζουν τά μάτια του. Μαγαρίζομέν σε, κυρ Φασούλη σπανέ, καί υβρίζω τήν ώραίαν πατσάδαν 375 σου ώς άντίτυπον γαδάρας μουνίν. 370 οί ά om. Α νόμος A (cf. Α 14) 375 τό addidit Kambylis (cf. A 372)

ΣΠΑΝΟΣ: D 1071—1094, A 376—378

D

1075

loso

loes

1090

133

σ τ ί χ . Τότε ού μή αίσχυνθώ εν τώ βλέπει ν τους σπανούς εις τό σκότος τό εξώτερον. Μαγαρίζομέν σε, άρτζιβούρτση σπανέ, καί κοπρίζομεν τήν άτσαλου θέαν σου ώς αντίτυπο ν του χοίρου μας μορφή ν. σ τ ί χ . Έν τίνι κατορθώσεις; Έν τω φυλάξαι σε πδσαν όδόν αδικίας. Μαγαρίζομέν σε αενάως, σπανέ, καί ώς δαίμονα σε φεύγομευ άπαντες καί γελούμε ν τήν αίσχίστην σου μορφή ν. σ τ ί χ . Έν όλη καρδία μου υβρίζω σε καί ουκ άπώσει με τοϋ μή κακολογεϊν σε. Μαγαρίζομέν σε ώς πομπή, ώ σπανέ, καί ώς άθλιου των πάντων, παγκάκιστε, καί ώς μίασμα τοϋ κόσμου καί κακόν, σ τ ί χ . ΈπεπόΘησεν ή ψυχή σου του ποιήσαι γένειον καί ούκ ετυχες υπό των άδικιών σου. Μαγαρίζομέν σε τον προδότην σπανόν, τόν κακία υπερβαίνοντα άπαντα, τον βουλόμενον ποιεΐν πάντα κακά. σ τ ί χ . Καί γαρ έκάθισαν άπαντες καί κατά σου Ιλάλουν, συ δε ήδολέσχεις. 1071—1072 τότε ού μή έπαισχυνθώ έν τ ώ με Ιτπβλέπειν έττΐ πάσα? t ò s έντολάΐ σου

Ps. 118, 6. 1077 έν τίνι κατορθώσει ό νεώτερο$ τήν όδόν αυτού; êv τ ω φυλάξασθαι tous λ ό γ ο υ ; σου Ps. 118, 9. 1082—1083 êv όλη καρδίςι μου έξεζήτησά σε, μή ά π ώ σ η με ά π ό των έντολών σου

Ps. 118, 10. 1088—1089 έπεττόθησεν ή ψυχή μου, τοΰ έπιθυμήσαι τ ά κρίματά σου èv τταντί καιρώ

Ps. 118, 20. 1094 καί y à p έκάθισαν άρχοντες καί κατ' έμοΰ κατελάλουν· ό δέ δοΰλόΐ σου ήδολέσχει έν toTç δικαιώμασί σου Ps. 118, 23.

Α

Συ ένετείλω τήν οργή ν τοϋ Θεού εϊς τό κεφάλι ν του. Μαγαρίζομέν σε τήν μπομπή των ανδρών καί ύβρίζομεν τό άσχημου βλέμμαν σου ώς άντίτυπον τού κώλου μας μορφήν.

376 σύ ένετείλω τάζ έντολάξ σου φυλάξασθαι σφόδρα Ps. 118, 4.

134 D 1095

noe

nos

ino

ins

1120

1125

ΣΠΑΝΟΣ: D 1095—1127

Μαγαρίζομέν σε, κακοθύμη σπανέ, καΐ yàp πάντοτε κακά ενθυμήματα λέγεις, κάμνεις, αναγκάζεις, μιαρέ. σ τ ί χ . Τάς όδούς σου εξήγγειλα τοις άνθρώποις, άπαντες μεγάλως έφριξαν. Μαγαρίζομέν σε επαξίως, σπανέ, ένθυμούμενοι τάς πράξεις ας επραξας καί θαυμάζομεν κακίαν την έν σοί. σ τ ί χ . Ένύσταξεν ή ψυχή σου άπό άκηδίας, έκόπη ή γ λ ώ σ σ α σου έν τοις λόγοις σου. Μαγαρίζομέν σε καί γελοϋμεν, σπανέ, καί άεί σκατολογοϋμεν σε άπαντες είς αιώνας άπεράντους, ταπεινέ. σ τ ί χ . Ό δ ό ν άδικίας έπορεύθης καί παρανομίαν ήγάπησας άεί. Μαγαρίζομέν σε, ώ κοπρίτα σπανέ, τον έν τέρασι παράδοξο ν μίασμα, τον αίσχύνοντα τ ό γένος τών βροτών. σ τ ί χ . Έκολλήθης έν ταΐς μιαραΐς πράξεσι καί κατησχύνθης έν τοις εργοις σου. Μαγαρίζομέν σε, τον έκ μήτρας μητρός έκλεξάμενον κακίαν καί πρόδοσιν, πονηρότατον, παγκάκιστον σπανόν. σ τ ί χ . Κλϊνον, ώ άθλιε, τήν καρδίαν σου είς ευθείαν όδόν καί μη είς πλεονεξίαν. Ή ζωή σου πασα έν κακίαις πολλαϊς, έν αισχροΐς έπιτηδεύμασι πάντοτε, ώ παγκάκιστε σπανέα, πονηρέ. 1099 t o ç όδούς μου έξήγγειλα, καί έιτήκουσάΐ μου· δίδαξόν με τ α δικαιώματά σου Ps. 118, 26. 1105—1106 ένύσταξεν ή ψυχή μου darò άκηδίας, βεβαίωσόν με êv τοΐζ λόγοις σου Ps. 118, 28. 1111 όδόν άδικία; άττόστησον ά π ' έμοϋ, καί τ ω νόμω σου έλέησόν με Ps. 118, 29. 1116—1117 έκολλήθην TOÏS μαρτυρίοι; σου, κύριε, μή με καταισχύνη; Ps. 118, 31. 1122—1123 κλϊνον τήν καρδίαν μου els τά μαρτύριά σου, καί μή είς πλεονεξίαν Ps. 118, 36. 1124 ή ζωή êv τάφω Enkomia Stasis α ' Triod. Karsamstag Morgen.

ΣΠΑΝΟΣ: D 1128—1149, A 379—384

D 1130

1135



1145

135

σ τ ί χ . Άπόστρεψον TOUS οφθαλμούς σου και εβγαλον, όπως μή ΐδης τό φως. Πάντες σέ θωροϋμεν καί γελοϋμεν, σπανέ, τό γαρ γένιν σου τό άτσαλον χέζομεν και τά μάγουλα τσιρλοΰμεν σου, σπανέ, σ τ ί χ . Έπεπόθησεν ή ψυχή σου τοϋ ποιήσαι γέυειον, πλήν ουκ έποίησας. ΤΩ τρελέ μουστάκη, τραγογένη σπανέ, ή κακή πομπή έβγήκε στά μάτια σου και τήν ôypiov πιγούναν τήν εν σοί. σ τ ί χ . Ιδού έπεθύμησας ολίγον γένειον καί διά της κακίας σου οϋκ έτυχες. ΤΩ κακέ τριγένη, ώ δαιμόνων πομπή, πώς εγώ ό αμαθής καί αγράμματος αναφέρω σου τήν κάκιστον ζωή ν; σ τ ί χ . Καί ελθοι επί σέ ή όργή του θεοϋ καί άπολέσθωσαν αϊ φρένες σου. Έπακούσατέ μου, πάντες άνθρωποι, νυν καί συνάχθητε όμοϋ ώδε σήμερον, 1128 άττόστρεψον TOUS όφθσλμούζ μου, τοϋ μή Ιδεϊν ματαιότητα Ps. 118, 37. 1134 s. zu 1088 f. 1140—1141 Ιδού, έττεθύμησα TÒS έντολάζ σου· êv TT¡ δικαιοσύνη σου ζήσόν με Ps. 118, 40. 1146 καί Ιλθοι έπ' έμέ τό ελεός σου, κύριε, τό σωτήριόν σου κατά τό λόγιόν σου Ps. 118, 41.

Α

Ώφελεμένη βουζούνη στον κώλον του. 380 Ή ζωή σου έχάθη, τραγογένη σπανέ, μόνον μάτιν καί μουστάκιν επέμεινεν καί ας Θέσωμεν κοπρίαν είς αυτά. Τότε où μή τον αφή ση ò πόνος. Φέρετε τον νά φάγη κουβαρίδας ζεστάς και νά φάγη καί νά π ή είς τον δεϊπνον του, καί νά πέση καί μή 'γερθη καν ποσώς. 383 κουβαρίδαξ Β 229 : κουμαρίδας Α

π( Α

384 γέρθη Α

379 όφελον κατευθυνθείησαν αϊ όδοί μου . . . Ps. 118, 5. 382 s. zu D 1071.

136 D uso

1155

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lies

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ΣΠΑΝΟΣ: D 1150—1180

νά μαδήσωμεν τά γένια τοϋ σπανού. σ τ ί χ . Μή έξέλθη έκ του στόματος σου λόγος αληθείας, αλλά ψεύδος. "Ανδρες καί γυναίκες και παιδία μικρά, όμού γέροντες και νέοι καί άπαντες, σκαταλείψωμεν τον τάφο ν τού σπανού. σ τ ί χ . Καί φυλάξω τόν γέλων σου διά παντός εις τον αΐώνα καί είς τον αιώνα τού αιώνος. ' Εν τ ώ τάφφ πάντες τού τριγένη σπανού άπερχόμεθα καί ψάλλοντες λέγομεν είς τό πύρ τό της γεένης έμβληθής. σ τ ί χ . Kai έλάλουν εν ταΐς κακαΐς σου πράξεσι καί ούκ ήσχυνόμην λέγειν περί σού. Φέρε τον νά φάγη έκζεστούς οφθαλμούς τού φαγεϊν καί πιεΐν είς τόν ύπνον του καί τού πέσειν καί μή όρθωθή ποτέ. σ τ ί χ . Kai ήρα τάς χείρας μου προς τά γένια σου, καί οΰχ εύρον, μόνον δύο τρίχας, *Η κακή σου θέα, πηξομύτη σπανέ, και τά μάγουλα τά σά, μιαρώτατε, ώς γελοΐον πάντες εχομεν όμού. σ τ ί χ . Μνήσθητι τών κακών σου λόγων, ών έψεύσω καθ' ήμών καί ών έποίησας πονηρών έργων. Αί τρελαί σου πράξεις καί ή σή μιαρά καί κακίστη ψευδογλώσσα καί άχρηστος αναγκάζει με νά λέγω κατά σού. σ τ ί χ . Άθυμία κατέσχε σε άπό ελλείψεως τών γενείων καί έκ τούς άξίως

1151 καί μή περιέλη^ έκ τοϋ στόματος μου λόγον άληθείας εως σφόδρα Ps. 118, 43 1156—1157 καί φυλάξω τόν νόμον σου διά τταντός, είς τόν αΐώνα καί sis τόν αιώνα τοϋ aicôvos Ps. 118, 44. 1162—1163 καί έλάλουν έν toîs μαρτυρίοις σου Ιναντίον βασιλέων καί ούκ ήσχυνόμην Ps. 118, 46. 1168—1169 καί ήρα τάς χεϊράς μου πρός τάς έντολάς σου, as ήγάπησα, καί ήδολέσχουν âv τοις δικαιώμασίν σου Ps. 118, 48. 1174—1175 μνήσθητι τόν λόγον σου τ ω δούλω σου, φ επήλτπσάς με Ps. 118, 49. 1176 cf. νοεραί σε τάξει; Triod. Karsamstag Morgen. 1180—1181 άθυμία κατέσχεν με dorò αμαρτωλών τών έγκαταλιμττανόντων τόν νόμον σου Ps. 118, 53.

ΣΠΑΝΟΣ: D 1181—1209

D

lies

um

1195

1200

1205

137

υβρίζοντας σε. Γυναικών ό γέλως καί πομπή των άνδρών και κατάγελως των ζώων, παμμίαρε, άρον άρον την πιγούναν στές κόπρες. σ τ ί χ . 'Εδεήθης εν όλη τ η καρδία σου του θείου σου, όπως σε δώση γένειον καί ούκ ετυχες. ΈπορεύΘης δρη καί δυσβάτους οδούς καί κρημνούς τε φαραγγώδεις γυρεύοντας τόν παγκάκιστον πατράδελφον τον σόν. σ τ ί χ . Μεσονύκτιον εξηγέρθης τοϋ ποιήσαι άνομίαν επί ταις πονηραΐς σου άδικίαις. Τήν πιγούναν ταύτη ν, τήν θωρούμε ν ημείς, νά τήν χέσουν τρεΤς γαϊδάροι πουλιέζικοι, τά δέ μάγουλα νά κλάσωμεν ημείς, σ τ ί χ . Μέτοχος ε! πάντων τών ποιούντων καί των λεγόντων κακά πάντοτε. Τήν κακήν σου μύτη ν, τούς στραβούς οφθαλμούς, το κεφάλι το ξηρόν καί πανάσχημον νά το κόψη φλόγα, λάβρα καί αστραπή, σ τ ί χ . Της κακίας σου, σπανέ, πλήρης ή γ η καί ή θάλασσα καί πας ό κόσμος αυτών. Τάς στρεβλάς σου χείρας καί τούς πόδας όμοΟ καί τήν γλώσσαν τήν κακίστην καί άτσαλον νά τήν φάγουν οι κοράκοι, μιαρέ. 1190 γυρευόντας D 1195 θεωρουμεν D: m. c. corr. Kambylis 1198 ποιούντω D

1186—1187 Ιδεήθην tow προσώπου σου έν όλη καρδία μου, έλέησόν με κατά τό λόγιόν σου Ps. 118, 58. 1192—1193 μεσονύκτιον έξηγειρόμην του έξομολογεϊσθαί σοι έπΐ τά κρίματα της δικαιοσύνης σου Ps. 118, 62. 1198 μέτοχος έγώ είμι πάντων τών φοβουμένων σε καί τών φυλασσόντων τάς ίντολά; σου Ps. 118, 63. 1204—1205 του έλέους σου, κύριε, πλήρης ή γ ή · τά δικαιώματά σου δίδαξόν με Ps. 118, 64.

138

Σ Π Α Ν Ο Σ : D 1210—1233, A 385—387

1210 σ τ ί χ . Kai yàp ό βρόμος του στόματος σου υπέρ χιλιάδας βορβόρου καί κοπριάς. Έξηράνθης όλος, ένεκρώθης, σπανέ, έτυφλώθης, εκωφώθης, ωχρίασες, 1215 έχολώθης, ερημάχθης, ταπεινέ. Δ ό ξ α καί νυν Ό μ ο ϋ οί δύο χοροί. Μαγαρίζομέν σε, κλανογένη σπανέ, καί τσιρλοϋμεν τήν πατσάδα γενάδα σου 1220 ώς αντίτυπο ν του κώλου μας μορφή ν. Σ τ ά σ ι ς δευτέρα. "Αξιόν εστίν. Δίς. "Αξιον έστι του ύβρίζειν σε τον τραγογένη, 1225 τον εν τοΤς γαϊδάροις πρωτεύοντα, καί τον έν τοις τράγοις τερατουργόν. σ τ ί χ . Ai χείρες σου εποίησαν πονηρά καί έπραξαν κακά, εγώ δέ μαθήσομαι τάς πονηρίας σου. "Αξιόν έστι 1230 του κλοτσίζειν σε ομπρός κι όπίσω καί ξυλίζειν πάντα τήν ράχιν σου μετά ράβδων καί ματσούκων, μιαρέ. σ τ ί χ . Οί φοβούμενοι σε όψονταί σε καί καταγελάσουσιν, ότι επί ταϊς 1216 post νυν verba Τό αυτό vel Πάλιν τ ο αύτό et una stropha fort, exciderunt, cf. vv. 1376sqq. et 1493sqq. (Kambylis) 1210—1211 άγαθόν μοι ό νόμος τοΟ στόματος σου υπέρ χιλιάδας χρυσίου καί άργυρίου Ps. 118, 72. 1217ff. s. zu 1055ff. 1222. 1223ff. άξιόν έστι μεγαλύνειν σε τόν ζωοδότην, τόν iv τ ω στσυρω τάς χεΐραζ έκτείναντα καί σνντρίψαντα τό κράτος του εχθρού Triod. Karsamstag Morgen. Auch zu 1209 etc. 1223/6 = 1 3 8 2 / 5 1227—1228 αϊ χείρές σου έποίησάν με καί επλασάν με· συνέτισόν με καί μαθήσομαι τ α ; έντολάς σου Ps. 118, 73. 1233—1234 ot φοβούμενο! σε όψονταΐ με καί εύφρανθήσονται, δτι εις του; λόγους σου

385 'Ετέρα στάσις. Αί γενεαί πασαι. Αί γενεαί πασαι, όλοι καθυβρίζουν σπανόν τόν τραγογένην. Αι χείρες σου καί οι πόδες σου έξεράθησαν. 387 s. zu D 1227 f.

Σ Π Α Ν Ο Σ : D 1234—1262

D

1235

1240

1245

1250

1255

1260

139

KCCKÍais σου ήλπισας. "Αξιόν εστί μαγαρίζειν èv τω σω γενείω και τά ζαρωμένα τά μάγουλα, ώ τταγκάκιστε, τριγένη, ταπεινέ, σ τ ί χ . Γενηθήτω δή τό αίδοϊον σου μέγιστον καί ή κοιλία σου παχυνθήτω, ή δέ ράχις σου στραβωθήτω. "Αξιόν εστι του γελάν σε νύκτα καί ή μέρα ν καί του λέγειν κάκιστα περί σου, όπως άνθρωποι άπέχουν άπό σου. σ τ ί χ . Αίσχυνθήτωσαν οί σπανοί, δτι αδίκως ήνόμησαν eîç ημάς. "Αξιόν εστι τοϋ κακίζειν σε καί έφυβρίζειν καί διώκειν πάντοτε, σε, σπανέ, εκ την μέσην των ανδρών καί γυναικών. σ τ ί χ . Γενηθήτω ή καρδία σου ώς ασκός εν πάχνη, κοπήτω ή γλώσσα σου εν τοΤς λόγοις σου. "Αξιόν εστίν, ώ τρισάθλιε, κακέ σπανούρη, φακλανοπορδόζυφε, μιαρέ, τοϋ φυγείν σε εις τό βάθος του πυρός. σ τ ί χ . Έξέλιπον οί οφθαλμοί σου εις τον λόγον σου, έκριζωθήτωσαν οί οδόντες σου εν τω στόματί σου. "Αξιόν εστι τοϋ πλανασθαι σε εις βαραθρώδεις τόπους καί κρημνούς καί κρεμνίσματα καί συντρίβειν σε τους πόδας, μιαρέ, σ τ ί χ . Πόσαι είσίν αϊ κακαί σου ήμέραι καί ώραι, εγώ εγνωκα. 1239 παλυνθήτω D 1261 σε: τε D έπήλπισα Ps. 118, 74. 1239—1240 γενηθήτω δή τό Ιλεός σου τοϋ παρακαλέσαι με, κατά τό Aóytóv σου τω δούλω σου Ps. 118, 76. 1245 αίσχυνθήτωσαν υπερήφανοι, δτι αδίκως ήνόμησαν εις έμέ Ps. 118, 78. 1250—1251 γενηθήτω ή καρδία μου άμωμος έν τοις δικαιώμασίν σου Ps. 118, 80 et δτι έγενήθην ώς άσκός έν πάχνη . . . Ps. 118, 83. 1256—1257 έξέλιπον οί όφθαλμοί μου είς τό λόγιόν σου, λέγοντες· πότε παρακαλέσεις με; Ps. 118, 82. 1262 πόσαι είσίν al ήμέραι τοϋ δούλου σου; πότε ποιήσεις μοι έκ των καταδιωκόντων με κρίσιν; Ps. 118, 84.

140

D 1265

1270

1275

1280

1285

1290

ΣΠΑΝΟΣ: D 1263—1291

"Αξιον έστι, όπως λείπωνται σπανοί εκ κόσμου, ίνα καθαρθή τό άνθρώπινον εξ ανθρώπων πονηρών και κακούργων. σ τ ί χ . Δικαίως κατεδίκασάν σε οί άνθρωποι καί έξωστράκισάν σε παντελώς. "Αξιον εστι τοΰ μαδίζειν σε, κακέ σπανούρη, καί κατανασπάζειν τά γένια σου καί του κλάνειν είς τιμήν της μύτης σου. σ τ ί χ . Είς τόν αΐώνα ου μη έπιλάθωμαι του γέλωτός σου, δτι έν αυτω έτέρφθην. "Αξιόν εστι ν όπως χέζωμεν την πρόσοψίν σου, καί τήν τσιρλισμένην την Θέαν σου φακλανίζωμεν άξίως, κακούργε, σ τ ί χ . Σός είμι έχθρός, ότι τάς αδικίας σου εξηρεύνησα καί είδον. "Εφριξαν πολλοί τήν κακίαν σου, σπανέ τριγένη, καί τήν πονηρίαν έθαύμασαν καί τά εργα σου έμίσησαν σφοδρώς. σ τ ί χ . Πάσα ν συντελείαν είδον είς τό κεφάλιν σου, πλατεία ή πονηρία σου σφόδρα. "Εφριξεν ή γη καί ή Θάλασσα τάς κακουργίας καί τάς πονηρίας, άς εποικες, ώ παγκάκιστε, τριγένη, μιαρέ. σ τ ί χ . Έκ πάσης όδοΰ άγαθης έκώλυσας τους πόδας σου, ίνα μή πορευθης.

1264 λείπανται D σπάζειν D

1271 κατανασπάζειν corr. m. c. Kambylis (cf. ν. 867): άνα-

1267—1268 πδσαι ai έντολαί σου άλήθεια, αδίκως κατεδίωξάν με, βοήθησόν με Ps. 118, 86. 1273—1274 eîç τόν aicova où μή έπιλάθωμαι των δικαιωμάτων σου, δτι έν αύτοΐς £ζησάς με Ps. 118, 93. 1279 σός είμι έγώ, σώσόυ με, ότι τά δικαιώματά σου έξεζήτησα Ps. 118, 94. 1280 εφριξεν ή γή καί ό ήλιος, Σώτερ, έκρύβη Triod. Karsamstag Morgen. Auch zu 1266f. etc. 1284—1285 πάσης συντελείας είδον πέρας, πλατεία ή έντολή σου σφόδρα Ps. 118, 96. 1290—1291 έκ πάσης όδοΰ πονηρας έκώλυσα τους πόδας μου, όπως αν φυλάξω τούς λόγους σου Ps. 118, 101.

ΣΠΑΝΟΣ: D 1292—1323

D

1295

1300

1305

πιο

1315

1320

141

"Εφριξα κάγώ, όταν ήλπιζα 2χειν σε φίλον, όμως ελαθώθην ώς άνθρωπος, πλήν καλά επέγνων σου τήν διαγωγήν. σ τ ί χ . Ώς πικρία τω λάρυγγί σου τά λόγια σου, καί υπέρ χολή ν τό στόμα σου. "Εφριξαν όμοϋ πάντες άνθρωποι γινώσκοντές σε, σύμπτωμα καί μίασμα μυσαρόν, καί άπάνθρωπον, άντζάτον, μιαρόν. σ τ ί χ . Διά τοϋτο εμίσησα αύτούς καί παν τό γένος αυτών εν παντί καιρώ. "Εφριξε, σπανέ, ό πατράδελφος ó σος τριγένης τον πολύν σου κόπον καί τον κλαυθμόν, δταν γένειον έζήτεις έξ αύτοΰ. σ τ ί χ . "Ωμοσα καί έστησα του υβρίζει ν σε εως τέλους ζωής μου. Πάντες τον σπανόν ώσπερ δαίμονα διώξετε τον καί ώσπερ τραγογένην μισείτε τον, ώς κατάρατον έμπτύσατε αυτόν, σ τ ί χ . Έκληρονόμησε πασαν κακίαν καί άδικίαν έν παντί καιρώ. "Υβρεις καί αράς καί κατάρας πάντες άποδότε στοϋ σπανού τό γένος τό μιαρόν, ώς παγκάκιστον καί βδέλυγμα ημών. σ τ ί χ . Έπέκλινας τήν καρδίαν σου είς άδικίαν καί πονηρίαν καί πλεονεξίαν. Δεΰτε καί ήμείς συνελθόντες εύφρανθώμεν πάντες, ότι ó σπανός έγκρεμνίσθηκε καί ετάφη έν κοπρώνι της αύλής.

1296—1297 cbç γλυκέα τώ λάρυγγί μου τά λόγιά σου, ύπέρ μέλι καί κηρίον τω στόματί μου Ps. 118, 103. 1302 διά τοϋτο έμίσησα πασαν όδόν άδικία; Ps. 118, 104. 1308 ώμοσα καί έστησα του φυλάξασθαι τά κρίματα της δικαιοσύνη; σου Ps. 118, 106. 1313 έκληρονόμησα τά μαρτύριά σου eîç τόν αΙώνα, δτι άγαλλίαμα τή$ καρδίας μού είσιν Ps. 118, 111. 1318 έκλινα τήν καρδίαν μου του ποιήσαι τά δικαιώματά σου eîç τόν αΐώνα δι* άντάμειψιν Ps. 118, 112.

142 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1324—1352

σ τ ί χ . Παρανόμους όντας τους σπανούς εμίσησα και τό κακόν τους 1325 ήγάπησα. Κόρακες όμοΰ και κουρούνες καΐ μεγάλοι γύπες νά σου καταφάγουν τά εντερα καί νά έξορύξουν τους οφθαλμούς. 1330 σ τ ί χ . Έκκλίνατε άπ' εμού οί πονηρευόμενοι σπανοί, καί έξερευνήσω τάς πράξεις υμών. Λύκοι yàp κακοί τά όστδ σου, μιαρέ, μοιράσουν, καί τά ζαρωμένα τά μάγουλα 1335 νά τά καταχέσουν οί γέροντες. σ τ ί χ . Παραβαίνοντας έλογισάμην πάντας τους μιαρούς σπανούς. Πάγη μεν ψυχρά, ώ κακέ σπανέ, στην κεφαλήν σου, πύρ δέ εις τον πάτον σου, άθλιε, 1340 καί κακή τομή είς τήν μύτην σου. σ τ ί χ . ΚαΘήλωσον τάς πλευράς σου έν τω "Αιδη, άπό γάρ των έργων σου εφοβήθης. "Αρατε αύτόν, ρίψετέ τον είς κακήν τήν ώρα ν, 1345 πέμψατε αύτόν εις τό βάραθρον, τού οίκεϊν μετά δαιμόνων καί κτηνών, σ τ ί χ . Οί οφθαλμοί σου έξέλιπον έκ τού προσώπου καί τά ώτα σου. Χέζομεν όμού, ώ κακέ σπανέ, πομπή τού κόσμου, 1350 τό μνημόσυνόν σου τό σκοτεινόν καί τήν τσιρλισμένην σου τήν ζωή ν. σ τ ί χ . Καιρός τού ύβρίσαι σε, τον σπανέα, επειδή έσκέδασας πάσα 1337 πάγο; D : corr. Kambylis 1339 πάτον corr. Crusius, D (1643) : πάντον D

1324—1325 παρανόμου; έμίσησα καί τόν νόμον σου ήγάπησα Ps. 118, 113. 1330—1331 έκκλίνατε ά π ' έμοϋ πονηρευόμενοι, καί έξερευνήσω έντολά; τοϋ Θεοΰ μου Ps. 118,115. 1336 παραβαίνοντα; έλογισάμην πάντα; τού; άμαρτωλού; τ η ; γ ή ; Ps. 118, 119. 1341—1342 καθήλωσον έκ τοϋ φόβου σου τ ά ; σάρκα; μου· άπό γάρ των κριμάτων σου έφοβήθην Ps. 118, 120. 1347 ol όφθαλμοί μου έξέλιπον εί; τό σωτήριόν σου, καί ei; τό λόγιον τ η ; δικαιοσύνη; σου Ps. 118,123. 1352 καιρό; τοϋ ποιήσαι τω κυρίφ· διεσκέδασαν τόν νόμον σου Ps. 118, 126.

ΣΠΑΝΟΣ: D 1353—1381

D

143

καλόν.

1355

1360

1365

1370

1375

Χαίρετε λαοί, άπαντες όμοϋ άγαλλιδσθε, ότι ό σπανός ô ξυγγόκωλος έκτυφλώθη εκ τούς δύο οφθαλμούς, σ τ ί χ . Διά τοϋτο ήγάπησα τό κακόν σου και εναντίον σου ύπέρ χρυσίον καί τοπάζιον. Θέαμα φρικτόν, είς τό γένος των ανθρώπων ήλθεν ό σπανός ό μέγας τραγέλαφος, ούτε άνδρας ούτε ζώον παντελώς, σ τ ί χ . Θαυμαστά τά κακά σου· διά τοϋτο έξηρεύνησεν αυτά ή ψυχή μου -«

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1675 [ν/]ε-ròc δέ τ α ϋ τ α λ έ γ ο μ ε ν τ ή ν π ρ ο ι κ ο δ ο α ί α ν τ ο υ κ α κ ο ύ σ π α ν ο ύ , ή τ ι ς λ έ γ ε τ α ι υ π ό ΐ δ ι ώ τ ο υ , η μ ώ ν δέ π ά ν τ ω ν ά κ ρ ο ω μένων μετά σ ι γ ή ς καί ε ύ λ α β ε ί α ς π ο λ λ ή ς . 5Ημείς, δ τε παπά — Φιλίσκος από τούς Φιλίππους ετι δέ καί ( ή ) κυρά Κουμμερτικίνα ή Κατσικοπορδού άπό τήν Άσφάμιαν, παπαδία του, uso παραδίδομεν εις τον γαμβρόν ήμών κυρ Λέοντα τον Κατσαρέλην άπό τήν Πέργαμον τήν γνήσιαν ήμών καί φιλτάτην θυγατέρα ονόματι Φακλάνα. Έ ν πρώτοις δίδομεν τήν ευχή ν του γαϊδάρου μας, μετά δέ ταϋτα τά κάτωθεν γεγραμμένα, ήγουν κουκουμάριν ψύλλων εν, ματσούκες άγνές

1678 ή addidit Kambylis

A

430 Καί τό προικοσύμφωνο του. Κάγώ τε ó παπάς Φιλίσκωλος άπό τους Φιλίππους δίδω τήν γνήσιον ήμΐν Θυγατέραν προς τόν υίόν μου καί γαμπρόν μου τον κύριον Κατσαρέλη τον Χέστην άπό τήν μεγάλην Άφάτιαν. Καί δίδω αυτόν χάριν προικός: πουκάμισον τούρτουρον, πορδήματα 434 πορδήμάσα Α

Β

Προυκία του κακού σπανού. Δίδω σε τήν ευχή ν μου καί τήν ευχή ν τοϋ καλογέρου τοϋ Σφυροκουτσούλη, όπου μένει εις τήν Άγίαν Μηρθίαν. "Επειτα καί άπό περί ών ήμεΤς 101 προνκία Β

156 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1684—1693, A 435—438, Β 104—119

κηντηνάρισ β ', ύποκάμισου τούρτουρον α ' και ετερα υποκάμισα έξηστρε1685 τττά β', βρακίον μέ δεμάτιον κόνιδας α', σκούφιαν μέ δεμάτιον ψεϊpes α', υποδήματα ψεύτικα ζευγάρια β ' και ετερα ξυλοποδήματα ζευγάρια τρία, δια να χέζεται στεκόμενος ώσπερ λέφας καί να τσιρλα τές αρίδες του · τσάγγρας μεν ρ ' φουλαδίτικας, βερτούνια λουκανίτικα οκτώ καί μίαν βουβάλαν μέ τά ποδόλουρα. 1690 "Ετι δέ δίδομεν τσαπίν έγγαστρωμένον α ' καί δικέλλιν έτοιμόγεννον α', καλαμοκάνια ιβ', ύλην χοιριναίαν χλωρήν, αντίδια χεσμένα από τοϋ φαναριώτη τόν κήπον, έλαιόφυλλα καί κλαδόφυλλα άπό του Φυσαμένα το χωρίον αγκάλη ν αβγά καί πηγάδιν βούτυρον, έκ ζέστας λεβίθας καί μέ 1 6 8 6 ψείρες β ' D

Α 435 κρεμισένια καί ετερα ξυλοποδήματα, νά χέζεται στεκούμενος ώσάν λέφας, καί στρόφον αμπέλι καί κοιλιακόν χωράφι, ήλιον σπίτι καί άνεμον βίον, πιλωτόν νά πηλώνη, νά χέζεται, σφάκτην νά σφίγγεται νά κλάνη νά πης εξι οκτώ. Και άλλα πράγματα δέ μετά κεχρίου καί μία απόχη νερόν, 4 3 5 κρεμησέηναι Α : χριμιζένια Β 107

Β

εχομεν, οίον κουκουμάριον ψύλλους, ματσούκας άγνάς, ήλιον σπίτιν, ios ύπουκάμισον τούρτουρον, ετερο πουκάμισον έξηστρεμμένον, βρακίν καλοεμπάλωτον μέ δεμάτιν ψείρας, σκόφιαν μέ δεμάτιν κόνιδας, ποδήματα χριμιζένια καί ετερα ξυλοποδήματα, ϊνα χέζης όρθοστεκάμενος ώσά λέφας· πιλωτόν, ίνα πηλώνης, νά έγέρνεσαι, καί ετερον πιλωτόν, ίνα κυλημοκυτρδς· τσόλι ν, ϊνα τσιλδς τάς αρίδας σου, σάκτιν, ίνα σακτιμίζης, no νά πέφτουν τά δόντια σου - άπάπλωμαν του που ν' άπλώσης, νά μηδέν έχης· τρία ρούχα πασχάτικα* άρύν, τσιμπίν καί κωλοφαίνετον άρύν, ίνα ρη ή ψείρα απάνω σου, και τσιμπί, ίνα τσιμπούν οί κουρούνες τάς σάρκας σου· ομοίως καί κωλοφαίνετον, δια νά φαίνεται ό κώλος σου* δοξάριν λαρδίτικον καί σαΐττες λουκανίτικες· σελλοχαλινωμένο βουβάλι us μέ τά ποδόλουρα, τσαμπίν έγγαστρωμένον καί λίσγαρον έντοιμόγεννον · δώδεκα καλαμοκάνια άνεμον άπό 'πέσω άπό τόν γερόν · δώδεκα αμάξια χοιριναία χλωρήν, αντίδια χεσμένα κουφές επτά άπό του φαναρίου τόν πύργου, έλαδόφυλλα καί κλαδοφυλλαδόφυλλα άπό τοϋ Φυσαμένα τό χωρίον· αγκάλη ν άβγά καί πινάκι ν βούτυρον, έβδέλλας έκζεστάς μέ τό 1 1 4 ληρδίτικον Β

1 1 5 λυόγάρον

Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 1694—1703, A 439—446, Β 120—131 D

157

το τυροκόζουμον, ξυλοκροκυδίτικην σκάραν, παπυρίτικον τηγάνιν, σιμι1695 δίου άποκρέββατον, γριβίν καβάδιν καί χάσδιον άλογον, κέρινον σουβλίν, βαμπακερήν αγελάδα καί ττλεμένον ξιυόγαλα, ξύλινην κρεμαστάλυσιν, πεντακοσίους τσαγανούς καί άρκοβυζανοϋ κάπρια, πεντακοσίους καβούρους όλους βαρβάτους, κουνουττίων ξύγγιν λίτρας ρ', και πεπονόκηπον εις τά γνέφη καί τοϋ γαϊδάρου μας του κούκουδον σκαμνί δια "00 νά κάθεται. "Ετι δε δίδομεν καί ριβ'ήμισυ γαδάρων ματσούκας νά τάς συνάξη, νά ποιήση στρώμα νά κάθεται απάνω τους, νά συνάγη τό δέκατον. Δίδομεν δέ καί ετερα οΰκ όλίγα, ήγουν άνήθιν, κλανήθιν, πορδήν και

1694 σιμοδίου D

Α

βαμπακερή σκάρα καί ξύλινην άγελάδαν καί πλεματένιο ξύγαλα, άλυσί440 δαν καπνόν καί 'φάπλωμαν μαγερένιον * πεντακοσίους τσαγανούς άπέ τό Ρήγιν όλον άρμεγάδια καί έτερους πεντακοσίους άπό τον Άθύρα όλον βαρβάτους · πεπονόκηπον εις τά νέφη και τοϋ γαδάρου μας τον κούκουδον νά κάθεται νά τον κάμνη καί την ξυλοκουκουδέαν τιμάρι και έκατόν δύο γαδάρων σίβων ματσούκια νά τά συνάρμοση νά ποιήση θρόνον 0445 ψηλόν, νά καθέζεται άπάνου, νά συνάση τά δίκαιά του. Καί επάνω της προικός ετερα χαρίσματα ουκ όλίγα' εις πύργον περιβό446 έτέρα Α

Β

120 ρουδόζουμον, ξυλοκροκυδίτικον σκάραν και παπυρίτικον τηγάνιν, γριβίν καβάδιν και χάσδιον άλογον, όπτό χιόνι με τό κερένιον τό σουγλίν, βαμπακερήν αγελάδα και πλεμάτιν ξύλα καί άλυσίδι καπνόν, εφάπλωμα πτέρνινον καί μολιβένιον προσκέφαλον. Βαμπακερά ξυλοπίσκλανα είκοσι τέσσαρα, σκαμπαβίτικον πατερόν πιθαμών πεντακοσίων εις 125 τον κώλο σου* άνωγοκάτωγον αμπέλι ν εις την ανατολή ν καί ετερον έξεκουρβουλωμένον εις τήν δύσιν· πετόμενον σπίτιν, αρκλαν άλογα, μία λακινία πανία, σκρόφας άμπέλιν καί φυτείαν λύκους, πεπονόκηπον εις τήν θάλασσαν καί τοϋ γαδάρου τον κούκουδον νά κάθεσαι, νά τον κάμνης · καί ξυλοκουκουδέας μιστάριν καί έκατόν δύο γαδάρων ματσούκας, »ο νά ποιήσης θρονίν, νά κάθεσαι άπάνου, νά έπαίρνης τό δέκατον. Δίδομε δέ πρός αυτόν επάνω της προικός καί όλλα χαρίσματα, άτινα 123 βσμσττσκΕρά Β 124 σκαμπαβλίτικον (β eadem manu sscr.) 127 σκρόφαζ (i. e. acc. plur.) emendavit Kambylis: σκόφαν Β

158 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1704—1712, A 447—458, Β 132—141

πίστον, άσπίδος πορδήν κσί κόπριον λέφαντος, σκατό φασιανού και nos σκρόφας σκατάραχου, τσίρου άπάκιν και σκρόφας κέρατον, καλαποδίου μυαλόν, αλας στα μάτια του και σκόρδα δ ', την κατάραν τής μάννας του καί τοϋ πατρός του απάνω είς τ ό κεφάλι ν του· βαμπακένια ξυλοπίνακα κδ', σουβλιταρέαν α ' καί ψητόν ουδέ εν, κεντητό σεντόνιν μέ πρόβεια εντερα, τραγία στερεφά καί πρόβατα στερεφά και μοχθηρά ιδ ', πιο άνωγοκάτωγον άμπέλιον νεοφύτευτον, κήπον δλον άνατραγίδες καί γάδαρον κηπουρόν, κοπάδιν χελώνας καί λύκον πιστικόν· σακκίν τζυκάλια, βρακί πεύκινον, κάλτσας ίδρέινας· δύο εικονίσματα έγκοσμη1704 πίστον ex Α 448 et Β 135 correxi: πίστην D; cf. 1723. 1709 τραγία τερεφά καί πρόβατα τβρεφά D

Α

λιν νά εχη άπέσω έλαίας καί έλαιοφόριν, άνήθιν, κλανήθιν, φακήν, πορδήν καί πίστον, ασπίδας πορδήν καί λέφαντος κόπριον, άφασιανοΰ σκατό ν καί παλαιόν άλικούκνιον · ορφανής μύγας δάκρυον καί καλαπόδιον όμυα450 λ ό ν τσίρου άπάκιν καί σκρόφας κέρατον τρίχινον ραβδίν καί κρανίτικον δισάκκιν, άλας νά λύεται καί κατάραν τής μάννας του επάνω είς τ ό κεφάλιν του περίχυμα· βαμπακερά ξυλοπίνακα ώς είκοσι τέσσαρα, σουγλιταρέαν πίστον, σεντούκι κεντητό, θαλάσσιον μέ τ ά εντερα τ ά πρόβεια τραγίδας, μοχθηρά είκοσι, άνωγωκάτωγα αμπέλια, λουτρόν 455 είς τ ά σύννεφα· άρκαν άλογα καί λακινίαν πανία· σκρόφας άμπέλι νέον, φυτείαν λύκους, κήπον όλον άντραγίδας καί γάδαρον κηπουρόν κουπάδιν εναν άχελώνες δλον άρμαγάδια καί λύκον πιστικόν, σακκίν βουβάλιν όλον κοπρίαν σαρακήνικην, βρακίν πεύκινον καί κάλτσας δρένιας· δύο 455 σκρόφα; (i. e. acc. plur.) emendavit Kambylis: σκρόφαν A

Β

εΐσίν ταύτα - όξύν άνήφορον καί έν ποδάροις, 'λιπορδήν μαγερίαν καί ενα δάκτυλον τσίλαν καί κατακοίτασιν, καματεμένον περιβόλιν νά εχη άπέσω άναχούχνιον καί έλλέβορον, άρνήθιν, κλανήθιν, φακήν, πορδήν καί iss πίστον, άσπίδας πορδήν, άλέφαντος κόπριον, άφασιανοΰ σκατόν, ορφανής μύγιας δάκρυον διά πότισμα, τσίρου άπάκιν καί σκρόφας σκατάραχον, άλας νά λύεσαι καί περέχυμαν άπάνω εις αυτά τήν κατάραν τής μάννας σου νά εχης άπάνου εις τό κεφάλι σου - τσαγανούς άπό τ ό Ρήγιν καί άλλους τριακοσίους άπό τόν Άθύρα, όλον βαρβάτους· άχελώνας HO κουπάδιν όλον άρμεγάδια καί λύκον π ι σ τ ι κ ό ν καματεμένον περιβόλιν δλον άτραγίδας καί γάδαρον κηπουρόν · σακκίν τσουβάλιν δλον κοπρία 141 γάδαρον correxi: γάρον Β : cf. γάδαρον D 1711 et Α 456

ΣΠΑΝΟΣ: D 1713—1723, A 459—471, Β 142—145

D

159

μένα, πρώτου μέν τον ανόσιο ν Μαυράγγελον και θαυματουργό ν είς την ψώραν καί εις την λέπραν, δεύτερον την άγίαν Μαλανάραν, όπού π « έορτάζεται εις τάς ξθ' τ ' Αυγούστου μηνός. ΤΤοιοϋμεν δέ και τόν γαμπρόν μας άνέξοδον άπό τήν ταγήν του αλόγου του τόν χρόνον μίαν φοράν. ΚαΙ νά πάρη τήν γυναίκα του καί νά πάγη εις τήν ροπήν του θεού καί εις τήν κατάραν μας όμού μετά τούς εξετιμωτάδες αύτού, οΐτινες ήσαν ó υιός της Σκαπέρδας Μούντζας σου 1720 καί ò γέρων ό Κάππαρης ó Μπασσαλιώτης καί της Ματσουκοπορδοΰς ò υίός άττό τήν Λείχεμας και του Τρφοκουτσούλη ò υιός άπό τάς Γλείφας. Εϊχασι γοϋν είς τόν γάμον σκαταφάτα διάφορα, ήλιον εκζεστόν, άνεμο κοπανιστόν, πορδήν τσυφάτην καί άνήθιν, κλανήθιν, πορδήν καί πίστον. 1719 utoOs D 1723 πίστον ex A 473 correxi: ττίστιν D; cf. 1704.

A

εικονίσματα εγκεκοσμημένα τόν δσιον Μαυράγγελον καί θαυματουργόν 460 εις τήν ψώραν, καί τόν ετερον Βαλοσουράν. Ποιώ δέ καί τόν γαμπρόν μου άνέξοδον άπό τήν έξοδο ν του άλογου του δίχως άχερον τόν μήναν τριάντα ημέρας καί τόν χρόνον δώδεκα μήνες, νά πάρη τήν γυναίκα ν του νά πάγη είς τήν ροπήν τοϋ θεού καί είς τήν κατάραν μου. 465 ΤΗσαν δέ οκτώ τιμηταί, ό Πόπος άπό τόν Μύλον καί ό Δούκας ό Δοξότεινος καί ò γεΐτος αύτού Γεώργιος ή Μουρμούτσα καί γέρων ό Καπασάς ό Πασσαλειμμάτης καί της Κατσικοπουρδούς ό υιός άπό τήν Άφάμειαν καί του Σκατοδάκτυλου ό υίός άπό τάς Γλείφας καί ό γέρων Τίτσης, όπού έγάμησεν τήν μύγαν είς τό πατερόν καί ό Βαράκης, όπού έγάμησεν 470 είς τόν τράφον τό κατσίκιν. Σκαταφάτα διάφορα, ήλιον εκζεστόν, άνεμον κοπανιστόν, πορδήν τσι459 έυκαικοσμένα Α 467 Κατζηλοττουρδοϋΐ Α: Κατσικοπορδού D 1650 et alibi 471 διάφορον A

Β

σαρακήνικα· τά σκατά της πεθεράς σου κομποθέλυκα είς τ ' άφτία σου, καί δύο νοικοκερών κατάρας καί ή εύχή της πεθεράς σου θερμοστάκτη είς τά όρχίδια σου, άκόμη καί τήν εύχήν τού αγίου του 'πισκώλου μας, 145 της Θείας σου ποΰττος πάππους μου, γαμώ τον τόν σκατόγερον. 145 πούτνοζ Β

160 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1724—1735, A 472—485, Β 146—150

Και Ιτελείωσσυ τούς γάμους. 1725 "Ημείς δέ έπ' άλλο τον λόγον τρέψωμεν και εϊπωμεν τά κατ' αυτόν. Ποιήσαντες τούς γάμους και φαγόντων πάντων καί εύφρανθέντων, εκοίμισαν τον γαμπρόν μετά της νύφης. Περί δέ τό μεσονύκτιον ήρώτησεν ό γαμπρός τήν νύφη ν ώ παμφιλτάτη γυνή, πώς λέγουν τό όνομά σου; Ή δέ είπεν εγώ μέν όνομα εν ουκ εχω, εί μή δώδεκα ήμισυ' τό δέ ήμισύ 1730 εστι Πανταπού. Φοβηθείς ou ν ó γαμπρός μήπως πνίξη αύτόν, επεσεν έν δεινή άσθενεία καί μεγίστη. Τό δέ πρωί ήφεραν ϊατρόν τινα μουσουλμάνον καί τον γέροντα τον λεγόμενον Μητισοράμας καί έπιασαν τον σφυγμόν του άπό τήν άντζαν καί έκριναν ότι χορδιτικήν φλεβοτομίαν θέλει μέ λεπτότατον ξιφάριν έκ 1735 τοϋ άφεδρώνος· καί νά θέσουν έπάνωθεν κοιλίαν λεγομένη ν σύσκατην ώς 1726 φαγότων D

Α

βαίαν, άσβέστην άράκιν, νεροφάκιν έξώδερμα, άνήθιν, κλανήθιν, φακήν, πορδήν καί πίστον. Φαγόντες καί εΰφρανθέντες πάντων έκοίμισαν δέ καί τόν γαμπρόν καί τήν 475 νύφην. Προς δέ τό μεσονύκτιον ήρώτησεν ó γαμπρός τήν νύφην πώς σέ λέσι, μιαρόν καί ακάθαρτο ν πνεύμα; Ή δέ μειδιάσασα καί αύτοΰ κλάσασ' είπεν προς αύτόν - έγώ έναν όνομαν ούκ έχω, δώδεκα ήμισυ ονόματα εχω. Τό δέ ένα ήμισύ μου Κατερίνα, μάλλον δέ καί πετατόν. Άκούσας δέ ταύτα ό γαμπρός φοβηθείς, ότι πετατόν έστιν ή νύφη, μήπως πνίξη αύτόν, επε480 σεν καί ήσθένησεν. Καί τό πρωί ήφεραν οι μελλοπεθερές αύτού ϊατρόν κατσίβελλον καί τόν γέρο ν τόν Βαλησουράν. Καί έπίασεν τόν σφυμόν αυτού άπό τήν άτζαν καί ώρισεν, δτι έπάρετέ τον λεπτήν φλεμοτομίαν μέ τό πελέκιν άπό τό κωλόντερον καί αντί φλεμοτόμιον πανίν ας αγοράσουν κοιλίαν βοϊνήν 485 σύσχατον, καί δς καταπλάσουσιν καί αύτόν καί ας τό ποιήσουσιν 474 εύφραυθόντες Α 484 άντιφλεμοτόμιον Α: άντί φλ. distinxit Kambylis βωβήν Α

Β

βοϊνήν ex Β 149 correxi:

Γιατροσόφιν τού σπανού. Νά πιάσω τόν σφυμόν σου άπό τήν φτέρνα καί νά σέ επάρω κρανιακήν φλεβοτομίαν μέ τό άξινάριν απέ τό κωλόντερον λεπτήν* καί δια φελβοτόπανον νά άγοράσωμεν κοιλίαν βοϊνήν σύσκατον, νά καταπλάσωμεν «ο τήν τομήν, καί χίλια μόδια σκατά άπό τό Δυμότειχον ν' άλείψωμεν τά

ΣΠΑΝΟΣ: D 1736—1746, A 486—494, Β 151—157

D

161

έμπλαστρου· έπειτα λάβωσιυ άνήθιν, κλαυήθιυ καί πορδήν λεγομένη ν ρούφα την, ευνούχου όρχίδια διά πύρας, γραίας βιλλήθρα διά 'πιθετά καί όμοϋ πάντα ένώσωσι καί Θέσωσιν επάνω εν τω άφεδρώνι ώς εμπλαστρον. 1740 Οί δε συγγενείς καί οί πενθεροί εποίησαν ώς προσέταξαν αύτοϊς οί ιατροί. Ό δέ ασθενών ουκ ίατο, άλλα κακώς εκείτο υ π ' άθυμίας καί πόνου. Ίδόντες δέ οί συγγενείς το παράδοξο ν θέαμα καί το σύμβαμα της επίβουλης ήρξαντο άναθεματίζειν τους ιατρούς, φοβηθέντες τό άωρον τοϋ θανάτου αύτοϋ, μήπως έξηπνεύση, ήφεραν τον πνευματικόν αυτού πατέ1745 ρα χάριν εύλογίας. Ό δε χεσθείς καί λαβών θυμιατόν ήρξατο εύχεσθαι καί λέγειν: ετι δεόμεθα υπέρ Θέσεως, χέσεως, σκατοψυχήσεως καί κλαμ1737 βιλλήθρα Α 488: λύβηθρα D

Α

έμπλαστρο ν δσοι κάθονται καί όσοι στέκουνται συγκαθισμόν εις τόν κώλον του συνεχώς* γραίας βιλλήθραν όδιά 'πιθετόν καί μνούχου όρχίδια ( δ ι ά ) πυρίαν. Είδαν οί συμπεθέρες αυτού, εποίησαν άξίως καθώς έσυνέταξεν αυτούς ό 490 κατσίβελλος καί ò γέρος ό Βαλησουράς. Καί ό άστενών ούκ ίατο, άλλά μάλλον άθυμία τόν έγένετον, δσον έψυχομάχειεν. Ίδόντες δέ οί συγγενείς τού παραδόξου θεάματος την έπιβουλήν ήρξαντο άναθεματίζειν τούς ιατρούς καί ήφεραν τόν πνευματικόν, ινα τόν εΰχισθή και να τόν θυμιάση. Καί ά>τίς νά εϊπή ετι καί έτι, λέγει- ένέσεως, 488 διά (ex haplographia excisum) add. Kambylis 489 εποίασαν A

Β

ματόφυλλά σου καί γραίας βιλλήθρα νά ποίσωμεν άποθετόν εις τόν κώλον σου καί μουνούχου όρχίδιν νά σέ ποιήσωμεν πυρίαν. 'Εποίησαν δέ οί νοικοπεθεράδες σου καθ' α συνέταξε ν αύτοΐς ò Συριάνος καί ό Βαλησουράς. Καί ό άσθενών ούκ ίατο, άλλά μάλλον άθυμία μεγάλη iss σέ έγίνετο καί έψυχομάχες. Ίδόντες δέ οί συγγενείς σου τήν παράδοξον συμβουλή ν ήφέραν τόν πνευματικόν, ίνα σέ εύχισθή. Ίδών σε έκπνέοντα έζήτησε θυμιατήριον, ίνα σέ 151 γέα; Β βυληθρια Β : corr. Kriaras M L 156 συνβουλήν Β 157 Ιπνέοντα Β 11 Hideneier

162 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1747—1756, A 495—504, Β 158—167

πανίας μνήμης και χώσεως, υύν και άεΐ και εις τό κεφάλι ν καής, συγκλεισθοϋν τά εντερά σου, αμήν. Έ ν τούτω ήλθεν ό πενθερός αύτοϋ τού εύχηθήναι αύτώ καί φησιν: ό neo πηλός μου εις τό πρόχεσόν σου, γραίας πορδή εν τ ω στήθει σου, όνου πρωκτός πουγγί σου, ή δέ πορδή σου υπέρπυρον καί θέσου μέσα εις εξοδον τοϋ όσπιτίου σου. ΤΗλθε δέ καί ή πενθερά αύτοϋ ή Κατσικοπορδού άπό την Άσφάμιαν καί είπε: τριβοκούτσουλε των γερόντων, ή εύχή των δύο αρχιερέων "Αννα 1755 καί Καϊάφα νά σε σκέπη. Οί λύκοι và φασι τά όστσ σου καί τά έντεροκάρδια σου. 1750 πρόχεσόν σου ex Α 498 et Β 163 restituí: προσχέσωσε D

Α

495 χώσεως, όρχιδοκωλοκτυπήσεως όδιά παπα μακαρίας κοιμήσεως καί άνέσεως συγκλανοϋν τά γένια σου, και γάμμα δέλτα ρέ σίμα εισί. Ήλθεν καί ό πεθερός του νά τον εύχισθη καί είπε ν ó πηλός μου εις τό πρόχεσόν σου, άναγριοτσάπωτε, φύσα με, σαγρίδι, γραίας πορδή μαστίχα σου, γαδάρας μουνίν πουγγίν σου καί ή ψωλή σου υπέρπυρον, 500 βάλε το άπέσω μή τό χάσης. ΤΗλθεν καί ή πεθερά του νά τόν εύχισθη καί εϊπεν- του Τριβοκουτσούλη τοϋ γέροντος και των δύο αρχιερέων 'Ιούδα καί Καϊάφα ή εύχή νά σέ περισσεύη · οΐ λύκοι vàj φαν τό κεφάλιν σου καί τά εντεροκαρδιοσυκωτοφλέγμονά σου καί τά φυλλοκάρδια της καρδίας σου. 496 497 498 501 504

Β

όνου: ôivou D

συγκλάνουν Α ή πεθερά Α ό πηλός μου εις τό : όποιο; λεί εις τό Α πορδήν A: corr. Kambylis ò πεθερός A τά οΐλοκά της καρδία σου Α

θυμιάση. Λαβών δέ μικρού γαδάρου κοπρία θυμιάσε σε καί άντί του νά είπή ετι καί ετι, λέγει- άνέσεως, αφέσεως, χώσεως, όρχιδοκωλοκτυπώ160 σεως, κοιμήσεως συγκλανοϋν τά γένια σου, καί γάμμα δέλτα ρέ σίμα είσί. Τ Ηλθεν καί ό πεθερός σου νά σέ εύχισθη καί είπε ν ό πηλός μου εις τό πρόχεσό σου, τό ματσούκι μου όπίσω σου, ίσαμε τά όρχίδια μου κότσια εις τά μάτια σου, άναγριοτσάπωτε, φύσα με, σχηματάρη, γραίας πορδή 165 μαστίχα σου, γαδάρας μουνί πουγγί σου καί ή ψωλή σου ήτον πέρπυρον, βάλε το άπέσω, μήν τό χάσης. ΤΗλθεν καί ή πεθερά σου νά σέ εύχισθη καί εϊπεν 158 κ(αί) θυμιάσεσαι Β : θυμιάσε σε καί corr. Kambylis 160 συγκλαμοϋν Β 164 άναγριοτσάπωτε ex Α 498 correxi : άναγαρίου ποταμέ Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 1757—1767. A 505—517, Β 168—173 D

a

163

Oi Μώροι và σέ πάρουν καί ξυλιές và σέ φορτώσουν, σ τ ' αμάξι và σέ βάλουν neo καί τ ' αμάξι άνω καί κάτω, καί ή μύτη σου στον κώλον μας. Ήλθε δέ καί ή συμπενθερά αύτοϋ καί λέγει του - ετι ζής; ώ του θαύματος ! "Οσα λάφια έδόξευσα τόσας ημέρας ζήσης, αύτοϋ σκοντάψης, έδώ μή έντέσης, λέρα πολλή στα μάτια σου καί ξηρά σκατά σ τ ' άντζιά σου. 1765 'Από το βουνόν τοϋ 'Αραράτ έγκρεμνισθής καί τό κουράδιόν σου άμπουκωθής. Ούαί ούαί κοπή ή μύτη σου. Χελώνην καβαλικεύσης καί ποντικόν παραγυρίσης.

sos

510

515

Οί Τούρκοι và σέ πάρουν καί ψωλέας νά σέ δώσουν, εις τό άμάξι νά σέ κάτσουν καί τό άνου κάτου và πέση καί τα δόντια σου và πέσουν καί τά όμμάτια σου và έβγουν καί άλλη μία κλημέα εις τον κώλον σου. "Ερχεται ó συμπέθερος αύτοϋ và τον εύχισθή καί είπεν αύτού σκοντάψης καί έδώ νά πέσης, πολλή λέρα εις τ ' άφθία σου, ξερά σκατά εις τές άντζες σου, καί άχελώνες καβαλικεύσης καί ποντικόν παρασύρης · τον μοσχοπόδη τον κάραβον τριγυρίσης, άπό τά κιόνια τού 'Ιπποδρόμου κρεμίσης καί τήν πορδήν μου νά ευρης δέξιμον κούκου, κοπή τόποδάριν σου.

514 τοϋ μοσχοίΓ. Α 515 κιόνια τοϋ προδρόμου Α

Β

ασαρας κακάσαρας, κακά σου δέκα Σάββατα 170 καί μουντζωμένη σου έορτή · καί ωσάν σέ έγήτευσα καλά κακά τό άγήτευτο, và έξηβάλης τό σουρούπιν τό μουσούπιν της 'Αγίας Σοφίας τήν τρούλλην τρία πιθάρια αίμα và ξεράσης, τό 'ναν αίμα, τ'άλλον όρκο, τ'άλλον τό συκωτοπλέμονό σου.

173 συκοτοττλέμευό Β 11»

164

ΣΠΑΝΟΣ: D 1768—1772, A 518—525, Β 174—192

D

"Ερχεται δέ και ή συντέκνισσά του και λέγει του- εάν εχης γειτόνισσαν καί κλάνη φανερά, είπε της νά κλάνη κρυφά. Καί λάβε άνηθέλαιον, κλανηθέ1770 λαιον, φυσαμέλαιου, σκατέλαιον, φατέλαιον, καί θέσον αυτά εις τους οφθαλμούς σου, ίνα τρέχη πίσσα άπό τον κώλον σου καί κακή ροπή στήυ πορδήν σου.

Α

"Ερχεται καί ή συμπεθέρα του νά τον εύχισθή καί είπεν- αν εχης γειτόνισσα καί κλάνη τα φάρσα, επαρέ την άπό τό δεξιού χέριν καί άγωμέ 520 την εις τά χλία τοΰ λουτρού. Καί ετταρον καί κάππαν θεσσαλονικαίαν υπερπύρων τριών καί έβραίικον γδίν καί άπ ' αυτά, τά πουλει ó Σαρακη νός· κάππα σαρακήνικην, άνηθέλαιον, φυσαμέλαιον, κ'άλειψε τον καί στάξε τον εις τά ομμάτια σου καί κοπάνισε τον καί άλειψέ τα εις τον όφαλόν σου, νά τρέχη ή πίσσα άπέ τον κώλον σου, καί ελειγμαν άπό τον κώλον 525 σου καί ελειγμαν άπέ τό στόμα σου, καί ευθύς είσαι ύγιής. 522 καλήσπερον καί καιστάξερον Α

Β

τΗλθεν καί ή συμπεθέρα αύτοϋ νά τόν εύχισθή και ειπεν ή ευχή τοΰ " s "Αρπαρη τοΰ σέρπερη τοΰ γέροντος του Μουντάνη, τών δύω ν άρχιερέων, τού Άράμ τού Χάμ νά σέ περισσεύη. Καί ή εύχή μου πυροστέα εις τό κεφάλι σου. Λύκοι νά φαν τά όστέα σου καί τά έγκαρδιοσυκωτοπλέμονά σου καί τόν καρύτσαφλον τού λαιμού σου. 180 Ήλθεν καί ό άδελφός σου νά σέ εύχισθή καί είπεν ό ποταμός ό πύρινος, ό πυρκατακαμένος, όπού έκατέβην άπέ τήν άναχεσοφυσάριαν καί έγέμισε τών 'Εβραίων τά κολοκύθια, ψύξη καί καταμαράνη τάς έβδομήκοντα δύο ήμισυ φλέβας του 185 γουργούρου σου καί τόν καρύτσαφλον σου. "Ήλθεν ύστερα και ή θεία σου ή βαλλοτρύπα, ή σφιξοτρύπα, ή καλόθελος, όπού εχει κοσκινόγυρον πουττί καί τεταρτάρην κώλον καί μισόχθαρον κουτσούλι καί λέγει: εάν εχης καλή γειτόνισσα καί κλάνη τά φαρσέα, επαρέ την άπό τό δεξιόν χέρι καί ύπάγαινέ την εις τό λουτρό καί άγόρασε wo καί άπ' αύτά, τά πουλεΐ ό Σαρακηνός· άνηθέλαιον, φυσαμέλαιον κ' άλειψέ τα είς τόν όφαλόν σου, νά τρέχη ή πίσσα άπό τόν κώλον σου και τό άλειμμαν άπό τό στόμα σου καί ευθύς εϊσαι ύγιής.

178 ενκαρδιοσνκοτοπλέμευα Β 191 φυσ. καλύσπετον καί Β 192 τόν ko (ko primum scripsit deinde oblitteravit) στόμα Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 1773, A 526—535, Β 193—215

D

τ Ηλθεν

Α

τ

530

535

Β 195

200

205

210

215

165

ouv και της Ματσουκουπορδοϋς ó uiòs α π ό τήυ Λείχεμας και τ ο ϋ

Ηλθε ν και ό σύντεκνος αυτών Χάρος καί είπε ν Σαββάτου σ α β β α τ ώ υ ω τον, σ κ ά π τ ω λάκκον, βάνω του, κατουρώ καί αλείφω τον, χέζω καί θυμιάζω τον, τρία ξυλοκέρατα εις τόν τάφον σου. ' Ε γ ώ παπάς, εις τάς είκοσι εννέα τ ο ϋ Φακλανοϋ μηνός κάμνω σε μνημόσκυλον, φέρνω π α π ά γύφτικον, ψάλλει, θυμιάζω τον

Τ Ηλθε ν και ό γυναικάδελφος αύτοϋ và τον ευχισθή καί είπε ν* άνουρά σου, κατουρά σου, κατουροπεριδρομίασις, αστραπή, βροντή σ τ ' άφτία σου καί τετράγωνο χαλάζι. Kai ουδέν καλά σε έγήτευσα και ουδέν καλό νά πάθης· τ ' άνεμικόν, τ ό φούσκωμα, τ ό πρήσμα τ ο υ θανάτου. Καλός είσαι, καλό μή δής, κακός είσαι, κακό νά έβγάλης· καί τήν Πόλιν τριγυρίσης, καί φελί ψωμί ζητήσης καί παιδίου σκατό σέ δώσουν · ε!ς τ'αμάξι νά σέ κάτσουν, καί τ'άμάξιν άνω κάτου καί ή κλημία εις τόν κώλο σου, μολίβια εις τ ' άφτία σου, άναλυτόν μολίβιν εις τάς άτζας σου, άρτακηνόν κρομμύδιν είς τ ή χορδή σου· χελώνα καβαλικεύσης καί ποντικόν παρασύρης, τόν μοσκοπόδην τόν κάραβον τριγυρίσης, ά π ό τ ά κιόνια τ ο ϋ Ι π π ο δ ρ ό μ ο υ κρεμνίσης και τήν ψ ω λ ή ν μου νά εύρης δέξιμον. Πτού σε, γ α μ ώ σε, άνάχεσμά σε, κλάνω σε και φυσάς με. ΤΗλΘεν καί ό σύντεκνός σου νά σέ εΰχισθή καί είπεν σ α β β α τ ί ζ ω σε, χέζω καί αλείφω σε, τρία ξυλοκέρια είς τόν τάφον σου καί έ γ ώ π α π ά ς καί ψ ά λ λ ω σε, εις τους 'κοσιεννέα τ ο υ Μαρτίου μηνός. Έκστέβην καί ή θεία σου ή Χέσα, ή Φάσα, ή Κατσικοπορδού ά π ό τ ή ν

194 κατουροπεριδρομίασεις Β

206 τα κιοδρόνισ τοϋ ίπτοδρόμου Β

166 D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1 7 7 4 — 1 7 9 0 , A 5 3 6 — 5 4 0 , Β 2 1 6 — 2 2 5

Σκατοδακτύλη ό υιός άπό τάς Γλείφας καί ό γέρων ó Κάππαρης ό 1775 Μπεσσαλιώτης καί ευχόμενοι ελεγον αγκανος, έξάγκανος ό ποταμός ό πύρινος ό κατακεκαυμένος, όποιος καταβαίνει εκ την άναχεσοφυσοπορδαλήθραν του άφεδρώνος neo μας καί γεμίζει των Εβραίων τά κολοκύνθια, ψύξη, καύση, μαράνη τάς έβδομήντα δύο ήμισυ φλέβας του youpyoúpou σου καί τον καρύτσαφλόν σου. "Ωρισαν ουν οΐ ιατροί άπέρχεσθαι αυτόν είς τόν λουτρόν καθόλου ημέρας πέντε καί λούεσθαι. "Εδωσεν ούν ή ανάγκη εξω, καί κατέβη ή κόπρος είς 1785 τό πρόσωπον του καί έξέβαινεν ό άνεμος άπό την σερραφήν τοϋ κώλου του. Καί ήλθε λάσπη είς τά ρουθούνια του και έγέμισαν τά δύο του μάγουλα καλαφατικά άπό τόν κώλον του καί κακή ροπή στήν πορδήν του, καί ανάσαινε ν άπό τό άφτίον. "Ετυχε δε καί έκ διαβολικής φαντασίας καί εκλασε σαν νά πής Ιπτά, καί εν μικρόν πορδόπουλον ήσύχως φερόμε1790 νον σάν νά πής βούκινον. 1 7 8 0 μαράνη corr. K a m b y l i s : μαραίνει D

Α

540 Β

τήν πορδήν μας λίβανον, σκατά είς τόν τάφον του καί πηλά είς τά γένια του, Καί εϊς τους αιώνας. Τέλος. Άφάμειαν. Έκατέβην ύστερον καί τού Σκατοδακτύλη ό υιός άπό τούς Γλείφας καί εύχούνται καί λέγουν άγκανος, έξάγκανος, έξήντα λύκοι άπάνω εις τό κεφάλι σου.

"Ωρισε γοϋν ό ιατρός νά ΰπάγης είς τό λουτρόν. Πήγες δε καί έτσίλασες 220 έπτά φορές καί εκλασες εως αύτοΰ άλλες δέκα έπτά. Καί ώς ήκουσεν ή νύφη δτι επί τ ' αύτού εκλασες, έλυπήθην πολλά καί εύθύςπέμψασ' έκάλεσεν τρεις παπάδας κοκκινοκέφαλους, φαρακλούς καί μελανούς καί μονοφθάλμους. Καί λαβόντες τά μηχάνια τά πύρινα εβαλον άνεμον άπό πίσω άπό τόν κώλον σου, καί έπρήσθην ό όφαλός σου καί άπέλυκες πιστάκια 225 αλεξανδρινά μόδια δεκαπέντε. 2 1 9 λουτρολον Β

ΣΠΑΝΟΣ: D 1791—1794, Β 226—232

D

167

Έχρειάσθη γοΰν ίνα κοπρίση και έκόπρισε κάδους ενενήντα εννέα καί ήμισυ, καί διέβη βρώσις εκ τά ρουθούνια του καί της νόσου καί του φόβου ελυτρώθη. "Ηφεράν του δέ καί ολίγον ζωμόν να ττή στην ττορδήν του. "Εκτοτε δέ καί εις τό έξης εΰφράνθη μέχρι τέλους ζωής αύτοϋ. 1793 ήφεεραν D

Β

Έχρειάσθης δέ καί δια νά κοπρίσης καί ήφέραν τόν μέγαν τον πρωτοπαττάν τόν κοκκινοκέφαλον. Καί έκατσες απάνω και έδιέβην ή βρώση σου σκαφίδια ενενήντα εννέα ή μισυ καί τέταρτον. Καί μόλις ένέσανες εκ τ ' αφτί ν, έχρειάσθης καί τροφήν ούκ όλίγην ζουμίν έβδέλλας, κουβαρίδας έγζε230 στάς, ψωλή ν διαβόλου παραγεμιστή ν καί κακή ροπή ν εις τήν πορδή μας. Καί από τούτου έφράνθης εως τέλος. Είναι γοΰν καί αξιόπιστοι μάρτυρες ό υιός του παπδ-Κώλου άπό τους Φιλίππους. 231 ίνα (ΐναι falso leg. Lambros) γοΰν Β

168

ΣΠΑΝΟΣ: D 1795—1820

D 1795 Στίχοι ιαμβικοί εις του τάφον τοϋ άυοσίου σπανού.

1800

Ένθάδε κείται ò σπανός ô τριγένης, Ό τταράσημος καί μέγας τραγογένης, "Ος ουδέποτε έκλείπει τοΰ σνρράπτειν Δόλους, μηχανάς εις άπαντας ανθρώπους. Και γαρ οι γινώσκοντες αΰτοϋ τάς πράξεις ΆναΘέματι καταβάλετε τούτον. "Ετεροι στίχοι ιαμβικοί εις τόν αυτόν σπανόν.

1805

Γέννημα κακόν εκ μυσαρών γονέων, Έπίβουλον κύημα κακών άνθρώπων, Ληφθείς γάρ αίσχρώς εν πράξεσι δαιμόνων, Ώ ς είχες, ήλθες ταύτας έπιζητήσαι. Συ δέ, δ ενδέχεται, μαθεϊν εί θέλεις, Εύρε τό ποθούμενον εν τ ή άκροστιχίδι. "Ετεροι στίχοι πολιτικοί εις τόν αυτόν κακόν σπανόν.

ίδιο

1815

"Οσοι τόν άναγνώθετε, αδελφοί καί πατέρες, Παρακαλώ σας λέγετε νύκτες καί τές ήμερες, Ό κάθε είς έκ τους σπανούς νά φεύγη νά 'ντηρδται Μήπως καί καταδώσουν τον, πέτε του, νά γροικαται. Έ γ ώ δέ όπου έκοπίασα είς τούτον τόν κανόνα, Ήξεύρετε δτι έγραψα τά φανερά του μόνα. Τα δε κρυφά τίς δύναται νά τά έξαριθμήση Καί τήν κακίαν την κρυφήν τήν εχει νά μέτρηση ; Λοιπόν τω άναθέματι λέγομεν, όποιος χώνει Τόν βίον τοϋ κακού σπανού καί δέν τόν φανερώνει.

1820 Έτελειώθη ό μιαρός σπανός ετει ,αψρθ' μηνί Μπαμπούλα λε'. 1812 νάντιράται D 1813 καταδώσουν το D 1820 μπαρττουλδ D

ΣΠΑΝΟΣ: D 1821—1833 D

169

Πίναξ τ η ς α κ ο λ ο υ θ ί α ς τ ο υ σ π α ν ο ύ . Ή ακολουθία του εσπερινού συν προφητείας γελοιοτάταις και τοις από στίχου στιχηροϊς. Ή ακολουθία του όρθρου μετά των αναβαθμών. 1825 Αί εννέα φδαί καί συναξάριον παντός γέλωτος άξιον και τά εξαποστειλάρια. Ό μολυνέλεος. Οϊ αίνοι. Ό επιτάφιος θρήνος πλουσιότατος. 1830 Οί μαγαρισμοί. Κακοφωνικόν της τραπέζης. Ή προικοδοσία αύτοΰ. Στίχοι ιαμβικοί καί πολιτικοί εις τον τάφον του αύτοΰ.

Α. VORBEMERKUNG Grundlage der fortlaufenden Kommentierung ist der Text des Drucks (D). Die davon abweichenden Texte der Handschriften A und Β werden also nicht gesondert kommentiert, obwohl deren inhaltliche und sprachliche Sonderstellung dies vielleicht gerechtfertigt hätte. Da der Text des Drucks dem Original am nächsten steht und die Texte der beiden Handschriften lediglich unvollständige — wenn auch ζ. T. eigenständige — Bruchstücke des Originals überliefern, muß auch deren Kommentierung dem dem Original am nächsten stehenden und vollständigen Text folgen. Gerade der Grad der Verderbnis und die ζ. T. eigenständige Weiterdichtung von A und Β machen andererseits oft eine breitere Kommentierung auch dort nötig. Sie beschränkt sich auf die Klärung des Verderbnisgrads und inhaltliche Besonderheiten. Β überliefert nur die Prosateile unseres Werks. Aber auch das metrische System von A ist durch freie Weiterdichtung und Mißverständnisse von der ursprünglichen Gestalt so weit entfernt, daß es für Fragen der Liturgieparodie weitgehend unberücksichtigt bleiben kann. Die beste Übersicht über den liturgischen Aufbau unseres Gesamtwerks liefert D in seinem Inhaltsverzeichnis (D 1821 ff.) selbst mit. Die einzelnen Abschnitte des fortlaufenden Kommentars versuchen jeweils nach der Klärung der Struktur des Abschnitts die Überlieferungs- und Abhängigkeitslage der verschiedenen Versionen herauszuarbeiten, bevor auf die inhaltliche Interpretation der Einzelstelle Bezug genommen wird.

B. TITEL Der Grund, warum unser Werk in der Byzantinischen Literaturgeschichte bis heute unter dem Titel 'Ακολουθία τοϋ Σπανού, L a messe de l'homme sans barbe, The office of the beardless man, Die Messe des Bartlosen, lief, war der in der bisher allein bekannten Version A 1 stehende Titel 'Ακολουθία του άνοσίου τραγογένη σπανού τοϋ ούριου καί εξουρίου. D bringt diesen Titel nur im Inhaltsverzeichnis D 1821 und beginnt mit der Parodie des Gedächtnisofficiums für den Bartlosen

174

Kommentar

mit der üblichen und korrekten, hier allerdings parodierten Monatsangabe ΜΗΝ ΣΥΚΩΒΡ10Σ1.

C. FESTTAG D 1 - 5 . A If. Der parodierten Monatsangabe folgt die parodierte Angabe der Zahl der Monatstage: statt 30 bzw. 31 werden 365 Tage genannt. Die übliche Angabe der Tages- und Nachtstunden zu Beginn eines jeden Monats im Typikon wird in der Parodie auf 100 festgesetzt: des Bartlosen muß 365 Tage im Monat und 100 Stunden am Tag gedacht werden. „Im selben Monat am ersten halten wir das Gedächtnisofficium 2 der unseligen, dreimalschlauen und ganz schlimmen Bartlosen ab": die Grundeigenschaften des Bartlosen: ανόσιος, πονηρότατος, κάκιστος sind programmatisch. Das Gedächtnisofficium des Bartlosen reicht bis D 1662 und besteht aus Esperinos, Orthros, Kanon einschließlich Synaxar nach der 6. Ode und Epitaphios. Schon allein die Existenz eines Επιτάφιος Θρήνος zu Ehren des Spanos, der damit den Status eines gewöhnlichen Heiligen weit hinter sich läßt und auf die gleiche Stufe mit Christus — als Antichristos — gestellt wird, macht deutlich, daß auch die Angaben wie „Gedächtnisofficium", „Synaxar" oder „Epitaphios" fiktiv sind und in die allgemeine Parodierung liturgischer Formulare einzuordnen sind. Die Parodie eines bestimmten Gedächtnisofficiums eines gewöhnlichen Heiligen war unserem Autor zu wenig und der Rahmen zu eng. Was er will, ist die Verhöhnung des Bartlosen mit einer möglichst großen Zahl der gängigsten liturgischen Formulare. Und dazu gehören die genannten Hymnen. Die Angaben zu den liturgischen Einzelteilen sind im übrigen korrekt, höchstens sprachlich scherzhaft entstellt. A hat mit μη vi τω αύτω πέρυσι εν ετει εφέτο Relikte der ursprünglichen Monats- und Jahresangabe bewahrt und sie eigenständig parodistisch verwertet. 1

2

Dies ist auch der Grund, weshalb wir uns in Anlehnung an die Venezianer Drucke zum Titel ΣΠΑΝΟΣ, nicht aber zu 'Ακολουθία του σπανού entschließen zu müssen glaubten. τη αϋττ) ήμέρα μνήμην έττιτελοϋμεν τοϋ . . s. Synaxarium ecclesiae Constantinopolitanae. AASS Propylaia Novembris, ed. H. Delehaye, Brüssel 1902, 7, 16; 33, 11 et saepe.

Esperinos

175

D. ESPERINOS a) Stichera D 6—93. A 3—26. Das Gedächtnisofficium beginnt mit der Akoluthie des Esperinos. Nicht parodiert sind die „Doxologie" εύλογητός ό θεός ημών πάντοτε . . . und der 103. Psalm, die zu einem solchen Esperinos gehörten. Von den D 7 angekündigten η ' = 8 Stichoi sind nur vier vorhanden: die Parodie macht vor den liturgischen „Regieanweisungen" nicht halt. Die Vorliebe des Autors für die Zahl 8 ist auffällig: außer hier noch in D 950 (tatsächlich vorhanden sind auch dort 4) und D 1596 (vorhanden sind 9 Stichoi). Die D 12ff. gesungenen Stichoi sind die aus Psalm 129: εκ βαθέων έκέκραξα. Die Strophen zwischen den einzelnen Stichoi (τροπάρια στιχηρά) sind im 4. Querton nach der Musterstrophe ώ τοϋ παραδόξου θαύματος zu singen und jeweils zu wiederholen. Troparion D 12ff. ^ A 4ff„ D 28ff. = A 9ff„ D 60ff. = A 15ff. Der erste und dritte Stichos und das dritte Troparion fehlen in A. Der zweite Stichos von A parodiert mit άπό φυλακής πρόβειας einen Vers des 129. Psalms, den D nicht parodiert hatte. Nach der in A 19f. parodierten δόξα πατρί καί υίω . . . . klingt das Doxastikon nur in σήμερον A 23 an. Danach wird bei geänderter Tonart mit einem gewöhnlichen Troparion der begonnenen Hymne fortgefahren. Die Szene der Selbstdarstellung des Bartlosen D 80 ff. fehlt in A. Während die Stichoi durch die stärkere Bindung an die parodierte Vorlage über allgemeine Aussagen zum Spanos nicht hinauskommen, ist der eigentliche Ort der Beschimpfung des Bartlosen das jeweilige Troparion. Dabei gibt der das Troparion begleitende Stichos das Thema an für die kommentierende Verspottung des Bartlosen: D lOf. εκ βαθέων εκέκραξας του δοθήναί σοι γένειον bezieht sich auf die im Synaxar ausführlich geschilderte Reise des Bartlosen zu seinem Onkel Bock, um ihn um etwas Barthaar zu bitten. Er wurde zunächst nicht erhört (hier: καί ουκ είσηκούσθης). Im folgenden Troparion wird die gewünschte Reaktion bei der Begegnung mit einem Bartlosen beschrieben: laß einen Wind auf seinen Schnurrbart, reiß ihm seinen Bart aus und laß ihm Fußtritte zukommen, ihm dem Sterilen und „Geschorenen", du mit dem „gewaltigen" Schnurrbart! Schon auf Grund dieser einen Strophe lassen sich als Charakteristikum der Beschimpfungstechnik des Autors gegen den Bartlosen zwei Fakten herausstellen: 1. Die meisten Beschimpfungen beziehen sich auf wirkliche Eigenschaften des Spanos, die stark übertrieben und derb ausgeschmückt sind. 2. Es werden auch Wörter und Aus-

176

Kommentar

drücke für die Schilderung eines stark bärtigen Mannes verwendet, diese aber immer im ironischen Sinn. Der folgende Stichos D 26 f. weicht nur in den letzten drei Wörtern von seiner Vorlage ab. Im folgenden Troparion D 28ff. wird nach der Eingangsbeschimpfung und -beschreibung des Spanos als Bock, Frosch- und altes Ziegenskelett die φωνή des Beschimpfers durch κράξας μέγα προς αυτόν βόησον wieder aufgenommen. Nach gewöhnlichem „Großmaul mit dem Ameisenbuckel" beginnt die unerschöpfliche und endlose Reihe der magischen Beschwörungen und Behandlungsanweisungen gegen den unheilvollen Bartlosen mit einem einfachen άλας εις τά μάτια σου D 40, so auch D 1706. Vom ersten Augenblick an wird jedoch auch klar, daß alle furchtbaren Verfluchungen nur zum Zweck der Verhöhnung und Parodierung herbeigebracht sind: κόπρος στά γένια σου D 41 mag schlimm sein, keineswegs aber schlimm im magischen Sinn. Mit einer Abwandlung des ώ του παραδόξου θαύματος durch ώ του άνοσίου πράγματος D 44 beginnt die Beschreibung der im Stichos D 42 f. angesprochenen κακία des Spanos. Er ist κακογένης (neben τριγένης und τραγογένης, was auch ein Attribut des Teufels ist), κακομούσουδος (mit einer schlimmen Schnauze), ein του διαβόλου επιτήδευμα (mieses Geschöpf des Teufels), der als Übeltäter (ώ . . της κακουργίας σου, κακέ σπανέ D 54f.) verflucht werden muß: απιθι στ' ανάθεμα D 56, entsprechend dem απιθι, κρημνίσθητι D 243. Neben einer Fülle von alten und neuen Anschuldigungen ist im folgenden Troparion D 60 ff. zum ersten Mal von den Dämonen die Rede, zunächst als Anmerkung δαιμόνων παίγνιον D 73, ein Spielball in der Hand der Dämonen. So auch gleich unten D 88 f. παν γένος δαιμόνων καθυβρίζει με. Im ganzen ist die Selbstbemitleidung, die mit einer Selbstbeschimpfung endet, aufschlußreich für die Vorstellung bzw. den Vorwurf des gesellschaftlichen Outsiders im Himmel und auf Erden. Die Mißgeburt (εκ κοιλίας μητρός άστοχισμένος D 81, so auch D 185 und 801 f.) ist das Gespött der Frauen und Kinder, aber auch der Dämonen. Der Arme (πανάθλιος και ταλαίπωρος D 91 f.) ist die Ausgeburt einer schlimmen und unglückseligen Stunde. D 94-120

b)

LeSUngen

Ohne Είσοδος, Φως ΐλαρόν und Προκείμενον folgen unmittelbar die „Lesungen" — άναγνώσματα, hier parodiert in άνακλάσματα. 3

Zur ανάθεμα — Fluchformel und allgemein zur Verfluchungspraxis s. auch W. Speyer, Artikel „Fluch" im Reallexikon für Antike und Christentum 1969, 1160—1288.

Esperinos

177

Sie fehlen in A, einige Spuren von ihnen sind allerdings im Doxastikon A 23 zu erkennen: oí βοθράκοι άγάλλονται καί oí άχελώνες τραγουδούσιν.

Die Prophetien des „Mausefroschs", des „Grillerichs" und der Mücke bringen weitere Anklänge an später immer wiederkehrende Standardbeschimpfungen und Themen: in der Prophetie des Mausefroschs für die Schildkröten: geschlechtslos — ούδε άνδρας . . . ούδέ γυναίκα, διπλήν την φύσιν ώσττερ τά μουλάρια, mit Bocksbart — γένια . . . ώσπερ τράγου έξ όρους, mit Bockskopf — κεφαλή . . . όμοία τράγου, das Lachen über ihn — γέλιον φανήσεται εν δλω τ ω κόσμω.

Der aus der βατραχομυομαχία entlehnte neugebildete verdrehte μυοβάτραχος zeugt als literarische Anspielung nicht nur von dem Bildungsgrad des gelehrten Autors unseres Texts, sondern auch und gerade von Parodielektüre. In der Prophetie des Grillerichs: die Gesellschaft mit Tieren: Schildkröten, Frösche und Käfer. „Starker" Bartwuchs von 12 1 / 2 Haaren: die magische Zahl 1272, die der Zahl der Namen der Hexe Gillo (s. u. Synaxar) entspricht. Esellippen bzw. Lippen eines Maulesels aus Kalabrien, die — nach mündlicher Auskunft von D. Krekukias, Athen — auch heute noch bekannt sind für ihre Größe. Für die Verbindung Esel—Bartloser, dessen Mutter laut Vita eine Eselin war, s. u. Synaxar. Warnung vor den Eigenschaften der List und Tücke (επίβουλος) und wieder der Impotenz. Wieder das Lachen über ihn: καί εσται γέλως αιώνιο ν έν παντί καιρώ.

In der Prophetie der Mücke: der Bartlose mit dem Sichelrücken ist kein Mensch, da er keinen Bart hat. Er hat die Stimme einer Maus. Selbst die Tiere meiden ihn, όρη καί βουνοί verlachen ihn. "Ορη καί βουνοί sind neben den άγρια βουνά auch heute noch in Griechenland die gewöhnlichen Sitze der Dämonen, wohin man Krankheiten und allerlei sonstiges Übel hinwünscht4. Fliegen und Flöhe sollen ihm zujubeln. Im folgenden wird die Geburtsszene aus dem Synaxar D 545 f. prophezeit, die mit Blitz im Osten und Eselsgeschrei im Westen stattfinden wird (in Abwandlung des bekannten άστραψε ή ανατολή, εβρόντησε ή δύσις für die Ankündigung weltbewegender Ereignisse, 4

s. ζ. Β. Β. Schmidt, Neue Jbb. für Philologie und Pädagogik 143, 561. Delatte 26, 31 und 420, 5. Λαογραφία 1 (1909) 368. Ν. Politis, Al άσθέυειαι κατά TOUS μύθου; τοϋ έλληνικοΰ λαοΰ. Σύμμεικτα III, Athen 1931, 73 f. und 91. Für weitere Belege aus der mittelgriechischen Literatur s. zuletzt W. Bakker—A. van Gemert, The Ρίμα παρηγορητική of Marinos Phalieros, Studia Byzantina et Neohellenica Neerlandica, Leiden 1972, 202 und S. 151. Der Ausdruck geht letztlich auf das oft gehörte ευλογείτε, όρη καί βουνοί aus Daniel 3, 75 zurück. 12

Eideneier

178

Kommentar

s. dazu Kommentar zu D 545f.). Auch die Warnung vor dem gesellschaftlichen Verkehr mit dem Bartlosen, das Bestehen auf der Isolation des verfluchten Scheusals gehört zum ständigen Repertoire unseres Angriffs auf den Spanos. c) Aposticha, Apolytikion D 121—209. A 27—54. Ganz parallel zu den Stichera D 10—73 bzw. A 3—18 folgen στιχηρά προσόμοια (nach Psalm 92) im 4. Ton nach Ώς γενναίου εν μάρτυσιν, Verse, die zum Esperinos des 23. April, dem Tag des Hlg. Georg, gehören. Troparion D 122ff. ^ A—, D 136ff. ^ A 34ff„ D 150ff. ^ A 39ff., D 165ff. ^ A 28ff„ Doxastikon D 178ff. ^ A 44ff„ Apolytikion D 201 ff. ^ A 51 ff. Wie bei der ersten Vierergruppe der Stichera hat A nur zwei Stichoi und drei Troparia. Auch sind die in A vorhandenen Troparia gegenüber D umgestellt: das 4. Troparion von D ist in A nach dem nicht vorhandenen ersten das zweite. Der Refrain ó γάρ θεός μου ττατάξη σε D 134; 148; 177 war schon in A 12 leicht abgewandelt aufgetaucht. Auch hier ist das Doxastikon in A parodistisch angereichert. Teile der Selbstbemitleidung bzw. -beschimpfung sind diesmal auch in A erhalten: A 46—50 A D 179—191. Von den Anschuldigungen ist διαβόλου απόκομμα και αγλάισμα της αυτού κακουργίας D 129ff. und καρδία σατανά D 203 beachtenswert. Das Schimpf- und Verwünschungsrepertoire ist wesentlich erweitert. Das δαιμόνων παίγνιον aus D 73 taucht als παιδιών παίγνιον in D 132f. wieder auf: zwar sind die Dämonen nicht mit den Kindern austauschbar, ihr ungefährlicher Charakter wird aber wieder einmal nachdrücklich unterstrichen. Stark im Vordergrund steht die πομπή des Spanos: D 142; 154; 189. A 41; 49. Das Doxastikon mit der schon aus D 80ff. bekannten Selbstbemitleidung erwähnt hier D 194 zusätzlich den Fluch der Eltern des Spanos als Grund seiner Beschimpfung. Die im Apolytikion genannten drei Haare D 205 beziehen sich auf die im Synaxar geschilderte Begebenheit.

E. ORTHROS a) Aufbau D 210—1594. Mit dem Apolytikion D 201 ff. im zweiten Ton nach Τά άνω ζητών, was nicht angegeben ist, ist die Akoluthie des Esperinos

Orthros

179

(hier nach dem Esperinos des Sonntags) beendet und es beginnt mit D 210 die Akoluthie des Orthros (hier nach dem Orthros des Sonntags) innerhalb des Gedächtnisofficiums des Bartlosen. Im vorliegenden Orthros sind vom Prooimion erwähnt die Kathismata und der Amomos, ausgeführt sind lediglich zwei Stichologien am Anfang und die Anabathmoi. Der Polyeleos, der an Stelle des Amomos vor den Anabathmoi ebenfalls zum Prooimion der Orthrosakoluthie gehörte, kommt in unserem Werk nach dem Kanon D 918 ff. zu stehen. Die Anastasima Evlogitaria, die auch zwischen Polyeleos und Amomos hätten stehen können, stehen ebenfalls erst D 1501 ff. Diese haben auch dort ihren festen Platz und sind dort auch sinnvoller, da sie unmittelbar auf den Epitaphios des Spanos folgen. Auf das Prooimion des Orthros folgt bei uns unmittelbar der Kanon des Spanos mit dem großen Synaxarion nach der 6. Ode, das Exaposteilarion D 892ff., der am falschen Ort stehende Polyeleos D 918 ff. und die Ainoi D 949 ff. Eine ungewöhnliche Ausdehnung bekommt unser Orthros aber durch den Epitaphios auf den Spanos D 1049—1500, womit wir die gewöhnliche Akoluthie des Orthros des Sonntags, die seither Vorlage war, weit hinter uns lassen und in die Akoluthie des Orthros des Karsamstags und damit in die Enkomia einmünden. Die Gesamtstruktur eines Orthros ist jedoch gewahrt einschließlich der auf die Enkomia folgenden Evlogitaria und des Liedes Τον ήλιον κρύψαντα, hier Tòv -ττώγωνα κρύψαντα D 1562ff. beim Umzug des Epitaphios. Die große Doxologie und das Apolytikion sind in D 1594 nur erwähnt. Sie beenden die Akoluthie des Orthros und es beginnt mit D 1595 die „Liturgie". b) Prooimion D 210—294. Die erste Stichologie wird im 4. Plagalton nach dem Hirmos Την σοφίαν καί λόγο ν (hier Την σοφίαν τοϋ λόγου) D 213ff., die zweite Stichologie im 4. Ton nach Κατεπλάγη 'Ιωσήφ (hier Kcrrεπλάγη) D 234ff. gesungen. Es folgen die Anabathmoi D 250ff. mit drei Antiphona. Jedes Antiphonon hat die geforderten drei Stichoi. Obwohl eine Tonart für alle Anabathmoi angegeben ist („ήχος πλάγιος βαρύς") klingen in den Anfangswörtem der Stichoi der Antiphona jeweils verschiedene Stichoi von Antiphona der Akoluthie des Orthros des Sonntags von verschiedenen Tonarten an. Der Scherzcharakter der Tonartangabe für die Anabathmoi ist von vornherein dadurch ausgedrückt, 12»

180

Kommentar

daß es zwar einen ήχος βαρύς gibt, der dem dritten Plagalton entspräche, daß aber ein ήχος πλάγιος βαρύς ein Adynaton ist. Ein Wechsel der Tonart innerhalb der Anabathmoi ist normal unmöglich. Die Stichoi der Anabathmoi unseres Texts verteilen sich auf die erste bis vierte Tonart und im einzelnen wie folgt (alle Angaben beziehen sich auf den Orthros des Sonntags): Άντίφωνον α ' : έκ νεότητός σου — εκ νεότητός μου: ήχ. δ', άντίφ. α ' εις τα όρη βληθείς — είς τά όρη των σων: ήχ. α', άντίφ. β ' τοΤς ερημικοϊς — τοις ερημικοϊς: ήχ. α', άντίφ. α ' Άντίφωνον β ' : εν άνομίαις χείρα σπάσης — έν άνομίαις χείρας αυτών: ήχ. β', άντίφ. γ ' εάν μή άπαντες — έάν μή κύριος: ήχ. γ ' , άντίφ. β ' οί πεποιθότες εν τοις λόγοις αύτών —• οι πεποιθότες επί κύριον: ήχ. β ' άντίφ. γ ' Άντίφωνον γ ' : οί μισούντες αύτούς — οί μισούντες Σιών: ήχ. δ', άντίφ. α ' επί οίκον σπανών — επί οίκον Δαυίδ: ήχ. α', άντίφ. γ ' εκέκραξα προς άπαντας — έκέκραξά σοι, κύριε: ήχ. δ', άντίφ. β'. Das folgende προκείμενον D 292 ff. im 4. Ton ist für drei Sänger mit einem jeweils verschiedenen Stichos vorgesehen. Die Beschimpfungen bewegen sich im üblichen Rahmen. Der Bartlose ist von bösen Geistern heimgesucht — και γάρ εχεις δαιμόνων επίσκεψιν D 230, er ist das Gespött der Männer, Frauen und Kinder D 288, weil er bekanntlich nur 3 Barthaare hat D 240. E r sieht selbst aus wie ein Bock D 220 und 242f., sein Artgenosse D 258 und 289. E r ist ein Dämonenfreund und Menschenfeind D 252f. E r soll den Vögeln zum Fraß vorgeworfen D 259 f. und geblendet werden D 294. Die Nähe zur parodierten Vorlage und die Kürze der einzelnen Verse begrenzte die inhaltliche Entfaltung dieses Teils der Akoluthie.

1) Aufbau D 295—891. A 55—336.

c) Kanon

Der Kanon auf den Bartlosen ist vollständig durchgeführt und besteht aus den üblichen acht Oden (in der liturgischen Zählung 9, da die zweite Ode zwar mitgezählt, aber nicht existent ist). Nach der dritten Ode wird, wie üblich, ein Kathisma nach Κατεπλάγη Ιωσήφ eingeschoben. Für die 4. Ode steht der Hirmos Ό καθήμενος εν δόξη (in Α Ό καθήμενος εν σούγλα), der erst von Josef

Orthros

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dem Hymnographen aus dem Kanon Τριστάτας κραταιούς, ebenfalls von Johannes von Damaskus, in die Vorlage unseres Kanons eingeführt worden war. Nach der 6. Ode wird mit dem Kontakion D 486ff. nach dem sehr üblichen Έττεφάνης σήμερον im 4. Ton und dem Oikos D 497ff. das nach der 6. Ode übliche Synaxarion vorbereitet. Wie üblich nimmt der Oikos am Ende den letzten Teil des vorangehenden Kontakion wieder auf. Vor der 9. Ode stehen, ebenfalls wie üblich, die Megalynaria. Die Musterstrophen und Parodievorlage für die Troparien unseres Kanons sind die aus dem Kanon auf Mariae Himmelfahrt vom 15. August ('Ανοίξω τό στόμα μου usw.) und werden im 4. Ton gesungen. Eine Akrostichis fehlt. Den den Strophen vorangestellten Stichoi liegt der zu den Oden der Akoluthie des Orthros gesungene Text zu Grunde, d. h. für die 1. Ode Exodus 15, die 3. Ode 1. Reg. 2, die 4. Ode Habakuk 3, die 5. Ode Isaías 26, die 6. Ode lonas 2, die 7. Ode das Gebet der heiligen drei Jünglinge Daniel 3, 26ff., die 8. Ode das Lied der heiligen drei Jünglinge Daniel 3, 66ff., die Ode auf die Gottesmutter Lukas 1, 47ff., die 9. Ode das Gebet des Zacharias Lukas 1, 68ff.

2) Einführung Das liturgische Formelgerüst ist in D vollständig erhalten, in A fast vollständig. Doch sind die Abweichungen der beiden Versionen untereinander ζ. T. beträchtlich. Der Hauptunterschied besteht im Grad der Parodierung der Vorlage. Während D wie im Gesamtwerk so auch hier an der Beschimpfung des Bartlosen nur in der Form der Parodie interessiert ist, läßt A wie im Gesamtwerk so auch hier an den meisten Stellen den Parodiecharakter des Werks außer acht und beschränkt sich auf die bloße Beschimpfung des Spanos. Für den Bearbeiter der Version A war — übrigens genauso wie für den Bearbeiter der Version Β — das parodistische Element nur noch von sekundärer Bedeutung. Dichtet der Bearbeiter von A einmal im Sinne des vorgegebenen liturgischen Formulars weiter, nähert er sich mehr der Vorlage, als daß er sich bei paralleler parodistischer Durchsichtigkeit von ihr entfernt. So vernachlässigt A nicht nur die Metrik in einem Maß, daß der erste Herausgeber von A die Hymnenparodie gar nicht erkannte, sondern er wiederholt die immer ähnlichen Beschimpfungen in den einzelnen Troparien ohne Bezug zum vorausgehenden Stichos und verläßt dazu nach ein paar einleitenden Worten den vorgegebenen Rahmen.

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Das erste Troparion der ersten Ode D 298 ff. soll zeigen, wie feingesponnen die Parodie der Vorlage bei D in der Regel ist. Die Vorlage ανοίξω τό στόμα μου bekommt durch ανοίξω τό στόμα σου die gewünschte andere Richtung, ohne daß die notwendigen Erkennungsworte des Beginns der Ode fallengelassen werden. Der zweite Vers καί πληρωθήσεται πνεύματος hat nicht nur in καί noch den gleichen Ansatz, sondern läßt in seiner Lautgestalt das Original immer wieder durchklingen: ττληρωθήσεται πνεύματος entspricht βάλω τρία δαμάσκατα und hat damit im o-, i- und at-Laut eine lautliche Übereinstimmung. Im folgenden Vers wird καί λόγον durch καί προϋνον parodiert, im folgenden entspricht einem τη βασιλίδι μητρί ein καί αγελάδας ττορδήν: Übereinstimmung im a- und atLaut von βασιλίδι und betontem zweiten i-Laut von μητρί. In den nächsten beiden Wörtern wird mit der direkten Übernahme der Vorlage καί όφθήσομαι die Verbindung zu dieser wiederhergestellt, um durch den folgenden Vers den Überraschungseffekt beim Hörer bzw. Leser erneut wirken zu lassen: μαδεΐν την ση ν μουστάκα ν dem φαιδρούς ττανηγυρίζων und την άγριωμένην τε dem καί φσω γηΘόμενος entsprechend leben von diesem Effekt und bedürfen der weiteren lautlichen Übereinstimmung nicht. Diese wird erst am Ende des abschließenden Verses ταύτης την εΐσοδον mit καί κοπρομούσουδον wieder erreicht. Im ganzen Troparion ist kein metrischer Verstoß, die Vorlage steht im — scherzhaften — Dienst der Verspottung des Spanos, doch geschieht diese Verhöhnung nicht plump, sondern im Rahmen eines intellektuellen Spiels mit einer geheiligten Vorlage. Es ist fast selbstverständlich, daß die auf dieses erste Troparion folgenden weiteren drei als freie Variationen zu diesem ersten nur noch metrisch, nicht aber bis in den einzelnen Laut hinein mit der Vorlage übereinstimmen: das zweite Troparion D 308ff. bindet neben dem wörtlichen Beginn mit άνοιξη noch die völlige Übereinstimmung der Stellung der vier καί an das Original, während das 3. und 4. Troparion sogar das metrische Vorbild etwas freier gebrauchen können: D 320f. φεύγε στ' άνάθεμα | ώ τό τί ειταθες gegen τη βασιλίδι μητρί | καί όφθήσομαι und D 330 δλος εξίσταμαι gegen das gleiche τη βασιλίδι μητρί. Das sind natürlich keine metrischen Verstöße in dem Sinne, daß ein Sänger hier irgendwelche Schwierigkeiten gehabt hätte, immerhin ist zwischen dem ersten und den weiteren Troparien eine Differenzierung an genauerer Einhaltung des vorgegebenen Metrums bzw. freierer Gestaltung abzulesen. Für die angegebenen Musterstrophen des Gesamtwerks gilt, daß diese nicht etwa die Funktion von Musterstrophen haben, sondern

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selbst in den jeweils folgenden Troparien parodiert werden: bei der Absicht der Parodierung einer Vorlage ein zwingender Vorgang, da Neudichtung den beabsichtigten Wiedererkennungseffekt beim Hörer ausgeschlossen hätte. 3) 1. Ode D 297—334. A 56—71. Dem ersten Troparion von A mit Wörtern aus dem Fischbereich: σκούμπρος — Makrele, κέφαλος — Meeräsche, παλαμίδα — Thunfisch, σαυρίδιυ — Stachelmakrele, εγγραυλις — Sardelle, άθερίνα — Stint, steht in D nichts Gleichwertiges gegenüber. Doch entsprechen sich in D und A die beiden ersten Verse. Offenbar hat der spätere Bearbeiter aus dem ursprünglich einen Troparion zwei gemacht. Dafür läßt er Strophe 2 von D ganz unberücksichtigt. Das 2. Troparion von A entspricht im ganzen dem ersten von D, die δαμάσκατα sind durch κουράδια ersetzt, im 3. und 4. von A kann das entsprechende 3. und 4. Troparion von D noch erkannt werden, obwohl die Übereinstimmungen im 3. Troparion auf ein ώ rò τί ετταθες und im 4. Troparion auf die ersten beiden Kola beschränkt bleiben. Im Stichos geht A bereits in der ersten Ode eigene Wege. Sowohl D als auch A benützen zwar die gleiche Vorlage (Exodus 15), nicht aber die gleichen Verse aus ihr: das ίππου καΐ καταβάτην ερριψεν τον είς τήν Θάλασσαν in Α 60 entspricht Ex. 15, 1 ΐππον καί αναβάτη υ ερριψεν εις Θάλασσαν, während D 306 f. mit κύριος συντριβών τους σπανούς και πασαν δύναμιν αύτών ερριψεν εις Θάλασσαν Ex. 15, 3f. als Vorlage benützt: κύριος συντριβών πολέμους, . . . καί τήν δύναμιν αύτοϋ ερριψεν εις Θάλασσαν. In Α 64 klingt dieser letzte Vers aus Ex. 15, 3 ebenfalls an, während bei A 68 mit πόντος εκάλυψεν αυτόν, κατέβην το όρχίδιν του ώς ό λίθος neben D 316 σκότος Ικάλυψεν τους σπανούς, κατέδυσαν είς βυθόν ώσεί λίθος mit der Vorlage Ex. 15, 5 πόντω εκάλυψεν αυτούς, κατέδυσαν εις βυθόν ώσεί λίθος der Text von A die Tendenz zu einer plumperen und härteren Version klar erkennen läßt. Die Beschimpfungen der ersten Ode sind die gewöhnlichen: 1. Troparion: Androhung des Ausziehens der Barthaare, 2. Troparion: Flüche und Verwünschungen aus dem körperlichen Bereich, der Bauch soll sich öffnen, die Rippen zerspringen, die Nase herunterfallen, die Nieren verfaulen, die Beine in Stücke gehen und die Hände steif werden. 3. Troparion: mit γοργόν εκ τήν μέσην μας und φεύγε στ' ανάθεμα werden die allgemeinen Fluchformeln, die den ganzen Text

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durchziehen, wieder aufgenommen, die abschließenden konkreten Verwünschungen πομπή εις την μύτη υ σου (zum Gebrauch von πομπή vgl. D 154, eine Änderung in πορδή etwa nach D 726 πορδή στο στόμα σου ist nicht nötig) und σκατά στά γένια σου lassen die Verwunderung über die Frechheit des Spanos, sich unter die Menschen zu wagen, von des Autors Standpunkt aus verständlich erscheinen (Troparion 4). A erwähnt in seinem 3. Troparion einen μαγιωμένος σπανός und erinnert in seinem 4. Troparion A 70 mit dem Bestreichen der Barthaare des Spanos mit Elefantendreck an eine magische Heilbehandlung. 4) 3. Ode D 335—365. A 72—90. Nach der Angabe der Musterstrophe Τους σους υμνολόγους, die in A vollständiger und unparodiert ist, entsprechen die vier Troparien von D in etwa denen von A. Wörtliche Übereinstimmungen ergeben sich allerdings nur am Beginn eines jeden Troparion. Beispielhaft ist die Zerstörung der Parodie durch A in der Musterstrophe: τους σους 'πικακκασμούς της γενειάδος in D entspricht τους σους ύμνολόγους, Θεοτόκε metrisch vollständig. Α ersetzt das ihm als Neuschöpfung unbekannte und undurchschaubare 'πικακκασμούς durch πειρασμούς. In D 337 ist ή ζώσα καί άφθονος πηγή durch συ δταν άπλώσης, ταπεινέ parodiert und damit der Lautbestand von i, o-a und -pi- bewahrt. In D 338 bzw. A 73 kommt vor πιάσης, das in Anlehnung an das θίασον der Vorlage gebildet ist, aus syntaktischen Gründen ein νά zu stehen, das aber durch die Gesamtsilbenzahl des Kolons vom Sänger leicht aufgefangen werden kann. Die beiden ersten Troparia nehmen in D Bezug auf im Synaxar geschilderte Ereignisse, in A ist im ersten Troparion der Inhalt völlig entstellt wiedergegeben. Das 3. und 4. Troparion geißelt die Hinterlist (u. a. D 353 δαιμόνων βουλαί) des Spanos, weshalb man ihm κόπρες εις τά γένια του wünscht. In Α wird der Sinn mehr zum häßlichen und damit erschreckenden Aussehen (ομοιάζεις γάρ διάβολον, 'Ιούδα A 89) des Spanos gedreht. 5) Kathisma D 366—381. A 91—94. D und A haben voneinander unabhängig wie nach der 3. Ode üblich je ein Kathisma, bei D noch im Titel ausgeschmückt, bei

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gleicher Tonart nach dem Hirmos Κατεπλάγη 'Ιωσήφ, in A bei geänderter Tonart, die dann korrekt angegeben ist, nach dem Hirmos Τόν τάφου σου, σωτήρ. Beide Versionen lassen ihre Vorlagen zu Anfang gut durchkommen. A bezieht sich auf eine Begebenheit aus der Vita, D aus der das Werk abschließenden Heilbehandlung des Spanos D 1791. 6) 4. Ode D 382—415. A 95—110. Zwischen den Troparia von A und D gibt es nur noch Spuren an Übereinstimmung. Der erste Teil des ersten Troparion ist noch gleich, dann entfernt sich A immer mehr in die Sinnrichtung βρομιάρης (A 97 und 109). Einige einander entsprechende Ausdrücke sind im folgenden in verschiedene Troparia gerutscht. Im Stichos bleibt A 99 näher an der Vorlage und geht in A 103 innerhalb der gleichen Vorlage (Habakuk 3) andere Wege. Die Themen der einzelnen Troparien sind längst bekannt und mehrfach abgehandelt: 1. und 2. Troparion: die Unverschämtheit des Spanos, die es zu vermeiden gilt, 3. Troparion: das Kämmen der nicht vorhandenen Barthaare, was sich im entsprechenden 3. Troparion von A eindeutiger auf eine im Synaxar geschilderte Szene bezieht, 4. Troparion: Verfluchung des Bartlosen als eines Menschen, der in Wort, Tat und Aussehen den Dämonen gleicht. Im 3. Stichos D 408 wird mit ούδέ εσται σοι γέννημα έν τω κόσμω wieder auf die Impotenz des Spanos angespielt. Ohne Zweifel handelt es sich bei συκωτοσφλέγγουνα in A 103 um συκωτοφλέγμονα. Belegt ist die „Leberlunge" auch in Β 173 τό συκωτοπλέμονο und im Ausdruck Β 178 λύκοι νά φαν τά όστέα σου και τά έγκαρδιοσυκωτοπλέμονά σου, ein Fluch, der auch heute noch bekannt ist: s. Λαογραφία 5 (1915) 390: νά πέσουν τά σκώτια σου und ib. 7 (1923) 31: νά χυθούν τά μάτια σου . . . τά άντερά σου . . . τά συκώτια σου . . . τά πλεμμόνια σου. 7) 5. Ode D 416—454. A 111—128. Die ganz unterschiedliche Gestaltung der Troparia von A und D führt in dieser Ode dazu, daß A nicht nur die bessere und vollständigere Parodie des ersten Troparion der Vorlage hat, sondern diese Parodie auch durch alle übrigen Troparien konsequenter beibehält. Wo D im dritten Kolon des ersten Troparion die Vorlage längst verlassen hat und auch nicht mehr zu ihr zurückkehrt, parodiert A 112 f.

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munter das σύ yáp, άττειρόγαμε, παρθένε, εσχες in σύ γάρ, αγριόγατε, σπανούριε, ετυχες und hat auch im folgenden genügend lautliche Anklänge an die Vorlage. Der originale Text kann der aus A allerdings nicht sein: die metrischen Verstöße sind so einschneidend (so wird A 112 etwa das επί τη θεία δόξη σου ein èrti t f j θέα σου, κακότυχε), daß der Text in dieser Gestalt nicht mehr gesungen werden kann. Gerade auf die metrisch intakte Gestalt und die Lebendigkeit des hymnischen Vortrags wird im Text des Drucks immer geachtet. Auch in den folgenden Troparien hat A die bessere Parodie, D die bessere Metrik. Im Stichos weicht A sowohl A 119 als auch A 124f. innerhalb der gleichen Vorlage (Isaias 26) von D ab. Inhaltlich beziehen sich das 1. und 2. Troparion von A und das 2. Troparion von D auf das Synaxar des Spanos, das 4. Troparion von A auf dessen magische Heilbehandlung. Die übrigen Troparien, vor allem die von D, sind die üblichen Anwürfe und der Schutz vor dem ewig Bösen: Spott und Beschimpfung. 8) 6. Ode D 455—485. A 129—144. Die Nähe zur Vorlage ist bei D und A gleich gut gewahrt. Das δεύτε τάς χείρας κροτήσωμεν der Vorlage ist in D in allen vier Troparien, in A im 1. und 3. Troparion als δεϋτε τάς χείρας οστλώσωμεν, im 2. Troparion von A in ελάτε νά ίδήτε τον οΟριον und im 4. Troparion von A in ίδέτε τον σττανόν τον 'ξυντόκωλον umgestaltet. Α hat auch hier A 141 im Rahmen der gleichen Vorlage (lonas 2) einen anderen Stichos. Wie schon in der 5. Ode so sind die übereinstimmenden Partien vonD und A in den Troparien auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Jeder versucht auf seine Weise möglichst wirksames Spott- und Schimpfmaterial auszubreiten: allerlei magische Behandlungen der drei Barthaare und der Wangen des Bartlosen: das Draufpissen A 131f., das Ausrupfen D 460f., A 139, das Beschmieren mit MenschenA 135f., D 484f., und Elefantenkot A 140 (s. auch A 70 und 127); dazu kommt die Behandlung der Augen mit der μούντζα D 468 f. und durch deren Ausreißen D 477. Die „Bocksgeburt" Spanos endlich als δαίμων und αντίχριστος D 473f. 9) Kontakion, Oikos D 486—530. A 143—159. A gibt zum Kontakion nur die Tonart, nicht aber die Musterstrophe an. Der Text erinnert zunächst an A 40 bzw. 100. Die Einheit

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des Kontakion und des folgenden Oikos (in A 150 „λύκος") ist in A ohnehin zerstört, die Wiederholung des letzten Teils des Kontakion im letzten Teil des Oikos ist nur in D durchgeführt. Statt der Ansammlung von angewünschten Krankheiten (Bepissen, Viertagefieber, Rippenfellentzündung, fiebrige Entzündung, Schwindsucht und Bauchweh D 492ff.) bringt A das übliche: trink deinen Bart, friß aus dem hohlen Bauch und sing ein Lied ! Immerhin soll die τρέχουσα (eine sonst nur bei Schafen und Ziegen zu beobachtende Krankheit) den Spanos A 149 auch hier erreichen. Die Benennung einer solchen Reihe von Krankheiten ist üblich in den gewöhnlichen Amuletten. Dort allerdings soll vor ihnen geschützt werden, hier werden sie erst noch herbeigewünscht, s. etwa Delatte I 122, 23: . . . του ύποτάξαι καί εκδιωξαι τταν άκάθαρτον πνεύμα, άσθένειαν, βασκανίαν, φοβερισμόν, φρικιασμόν, ρϊγον (sic), πυρετό ν διτταΐον, τριταίου ή καθημερινόν ή συναπαντήματος. Ähnlich ebendort I 127, 2ff. und 243, 27ff. Der Oikos bringt nichts Neues. An Stelle des αντίχριστος (s. o. D 474) steht hier απάνθρωπος D 508. Auch als "Αιδης, Τάρταρος, 'Ιούδας wird er beschimpft, bevor er mit einer Reihe von Adjektiven mit dem kennzeichnenden a-privativum geschmückt wird D 517ff., A 156f., angelehnt an Römerbrief 1, 31. 10) Synaxarion α) Einführung D 531—709. A 160—286. Β 1—100. „Die Legende des unseligen Bartlosen" ist das Kernstück des Gesamtwerks. Wie in jedem Gedächtnisofficium variiert der gesungene Teil einzelne Wunder und Taten aus dem frommen Leben des Heiligen. Die eigentlichen Fakten zu seinem Leben sind in die Liturgie eingebaut in Form der zentralen Vita des betreffenden Heiligen. So auch hier: der Kanon des Spanos wird nach der 6. Ode ordnungsgerecht durch die Vita des Gefeierten (hier: des Unseligen) unterbrochen. Zugrunde liegt der Normalaufbau einer Vita: Einleitung, Hauptteil, der sich in Vorgeschichte (γένος, γένεσις, τροφή, αγωγή) und πράξεις bzw. κατορθώματα aufteilt, Schluß6. 5

s. etwa H. Mertel, Die biographische Form der griechischen Heiligenlegenden, Diss. München 1909.

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Die Einleitung D541—544 nennt denHörerkreis und denNutzen.den man aus der Legende ziehen kann, in unserem Fall den Nutzen des γέλως. Der Hauptteil beginnt zwar mit der Geburt, nicht aber eines einzelnen bestimmten Spanos, sondern des Genus der Spanoi D 545—550. Dadurch ist zweierlei erreicht: einmal wird die in der Legende vorgeschriebene Beschreibung der Herkunft erzählt (hier: Zurückführung auf eine Eselin), zum anderen werden die Bartlosen als Genus dargestellt. Damit ist die beabsichtigte Pauschalierung im Spott und in der Beschimpfung aller Bartlosen erreicht. Der einzelne und bestimmte Bartlose, περί ου καί τάδε γέγροατται D 586 f. wird später durchaus herausgehoben, benannt und beschrieben, mit der Verhöhnung dieses Einzelnen soll aber gerade auch das ganze Geschlecht der Bartlosen getroffen werden. Zunächst einmal ist die Geburt und die Erziehung bei einem Dämon D 551 allen Spanoi gemeinsam. Auch die folgende Erzählung, wie die Bartlosen auf einer Versammlung sich einen schlimmen König ernennen, dieser u. a. als Tribut Barthaare verlangt und dadurch die Spanoi teils vernichtet teils in alle Winde zerstreut, ist das Schicksal aller Bartlosen und bildet die recht umfangreiche Vorgeschichte unserer Legende vom unseligen Spanos (bis D 585). Erst jetzt D 586ff. wird die Herkunft unseres bestimmten Bartlosen erzählt und seine alle überragende Schlauheit sogleich dadurch demonstriert, wie er sich aus dieser mißlichen Affaire zieht. Damit beginnen D 593 das Einzelschicksal des Unseligen, seine „Taten" und sein „Wirken". Wie in den meisten Viten, so wird auch unser Held durch lange Reisen und demütigende Erlebnisse geläutert: er reist seinem Onkel Bock hinterdrein, der ihm zunächst die Bitte um Barthaar abschlägt: bis D 622. Der also Geläuterte wird endlich erhört (D 612) und der Gnade des Onkels teilhaftig. Der Segen des Onkels gleicht zwar einer parodierten Verwünschung aufs Wort (D 635ff.), doch zieht unser Bartloser beglückt von dannen (ήγαλλίασε D 642) und kehrt nach einem kurzen Briefwechsel, in dem er das freudige Ereignis seiner zunächst skeptischen Frau verständlich zu machen versucht, nach Hause zurück. Auch hier werden anfängliche Mißstimmigkeiten durch ein Wundermittel rasch beseitigt und dem glücklichen Lebensabend an der Seite seiner glücklichen Ehefrau als Parodie auf das traurige Ende eines Heiligen steht fortan nichts mehr im Wege. Den Schluß bildet neben einer Aufforderung, weitere Taten aus dem segensreichen Wirken des Bartlosen zu nennen D 699ff., und der „genauen" Datierung seines Todes D 706, der in der Vita nicht beschrieben war, ein kurzes Schlußgebet D 708 f.

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Soviel zum Gesamtaufbau des parodierten Synaxars bei D. Die ζ. T. stark abweichenden Texte von A und Β bringen dieses Gerüst durcheinander und tragen zu seiner Erklärung nichts Zusätzliches bei. Die einzelnen Abweichungen sind in den jeweiligen Abschnitten behandelt. Ein wichtiges und meisterhaft gehandhabtes Mittel der Parodierung im Synaxar ist die Beibehaltung der Bibelsprache und des rhetorisierten Stils der gewöhnlichen Heiligenlegenden. Die grobe Beschimpfung des Spanos im metrischen Teil, wo das Vorbild mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit zur Schmähung des Bartlosen eingesetzt und verfremdet wird, macht einer immer noch drastischen, aber doch feineren Satire Platz. Die Parodierung des Vorbilds ist in diesem Prosateil notwendigerweise allgemeiner, und doch in einem gewissen Sinn treffender: die Auffüllung der hohen rhetorischen Redeweise mit banalem und ζ. T. unflätigem Inhalt gibt der Parodie des Heiligenlebens einen besonderen Reiz. Dabei ist der rhetorische Hintergrund immer durchsichtig, da schon der Wortschatz aus der Volkssprache stammt. Als Beispiele solch hoher Phrasen seien für das Synaxar von D genannt: D 544: άττλώς ειπείν. 555 ή μάλλον ειπείν. 556 συνελόντι φάναι. 560f. έλθεΐν υμάς βούλομαι, σπανοί, πρός με τοϋ δούναι τέλος βαρύ. . . .565 καί αποκριθείς είπεν. 582 απορώ και εξίσταμαι και τον νουν καταπλήττομαι. 594 βουλόμενος φεύγειν διά τον τοϋ παρανόμου βασιλέως φόβον. 599 μετά την συμπλήρωσιν του είρημένου καιρού. 601 ff. αΰθέντα πάτερ, γινώσκεις τίς είμι εγώ; Ό δέ αποκριθείς είπεν ουκ οίδα πόθεν σύ εΤ· ό δέ δακρυρροών εϊπεν. . . 613 είπεν αΰτω μετά θυμού καί οργής· άπιθι άπ' έμοϋ, . . . 631 έχάρη χαράν μεγάλη ν. 640 όρων τοιαύτην καί τοσαύτην ϋπομονήν καί εύλάβειαν. 646 ώ παμφιλτάτη μοι γυνή. 664f. τίνος σου φαίνεται δτι ομοιάζω. β) Einleitung D 531—540. A 160—165. Β 1. In allen drei Versionen ist die Überschrift το συναξάριον . . . überliefert. Dieser Titel ist für den Ort der Legende nach der 6. Ode innerhalb des Kanons korrekt, der Text und vor allem dessen großer Umfang ist eher an der Vita eines Heiligen ausgerichtet. Korrekt sind auch die Angaben zum Tag τη αύτη ημέρα und zur Hinrichtungsart. Das gewöhnliche ξίφει τελειοϋται ist in D 532 durch ein βρόχω erweitert, in A, der lediglich die Datumsangaben von A 2 wiederholt, ist die Todesart des Heiligen ξίφει καί κουμεντίω. (s. Glossar).

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Die üblichen das Synaxar einleitenden Verse bestehen zunächst aus zwei byzantinischen Zwölfsilbern. Sie sind optisch in Ordnung und haben auch an dieser Stelle ihren Platz. Als metrische Parodie dieser beiden Verse folgen nun aber zwei politische Fünfzehnsilber, von denen der zweite durch das Fehlen einer Silbe metrisch nicht in Ordnung ist. Das Motto: γελάσωμεν oí πάντες an der Stelle des Preisens. Neben τρικάδι in der Datumsangabe meinten wir das in A uns unverständliche σετζητυρί der Handschrift in ζέστη καί πυρί nach ξίφει καί πυρί korrigieren zu müssen, obwohl dies einen Eingriff in das Metrum bedeutet. In D 541 ff. folgt nun darüber hinaus ein Prooimion, das zusammen mit ähnlichen ausleitenden Sätzen in D 699 ff. zu betrachten ist. Mit τίς αν γένοιτο πρώτος προς τήν διήγησιν D 541 wird die Fiktion begründet, ein liturgisch noch nicht kanonisiertes und noch erweiterungsfähiges Synaxar vor sich zu haben. Es soll bei der Versammlung (συνέλευσις D 701) zum Zwecke des Gedächtnisofficiums von den Anwesenden all das benannt und zusammengetragen werden, was über das Leben und Wirken des Unseligen bekannt ist. Alle Anwesenden sind angesprochen. Die Begründung für die Notwendigkeit der Erzählung 6 ist parodiert: statt der Aufrichtung der Gläubigen an dem erbaulichen Leben und Wirken des Heiligen hier πολύν τόν γέλωτα für Mensch und Tier. Die Betonung des Scherzcharakters zu Beginn des Synaxars steht in der Reihe der gleichlautenden Bemerkungen in anderem Zusammenhang. Einer trägt die „Taten" (Terminus τά κατορθώματα D 699) unseres Spanos vor, so gut er kann (D 699: όσα κατά δύναμιν ήνυσα). Bei der nächsten Versammlung zum Jahresgedächtnisofficium sollen auch andere reden und gegen den Spanos das ihnen Bekannte vorbringen. Wer das nicht tut, soll dem Fluch anheimfallen (D 701 ff.). Diese ein- und ausleitenden Angaben zum Synaxar erscheinen nur auf den ersten Blick als persönliche Anmerkungen des Autors. In Wirklichkeit sind sie ein Topos und parodieren lediglich die für eine Vita an dieser Stelle üblichen Angaben des Autors über sein Werk. So endet etwa die Vita des Theodoras von Sykeon7 mit den Sätzen: ταϋτα δε πάντα θεοϋ συνεργία εγώ έξεθέμην ό αμαρτωλός . . . γεγονότα, . . . εξ ών τά μεν ελαθον, τά δέ δκνω παρέδραμον δια τήν έμαυτοϋ μικροψυχίαν, εκθέμενος εκ των πολλών ολίγα· εΐ γάρ τις β

διήγησίξ ist terminus technicus für die Erzählung des Synaxars, s. Synaxarium ecclesiae Constantinopolitanae, a. a. O. 560, 27; 861, 19. ' ed. A.-J. Festugière, Subsidia Hagiographica 48, Brüssel 1970, 160f.

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άπαντα ίστορήσσι θελήσοι, ούδ' αύτόν οΐμαι τον συγγραφέα επαρκέσαι •rrpôç την έξήγηαιν, αλλ' έπιλείψει αύτω και ό χρόνοξ διηγουμένω. Einerseits also der feste Rahmen der Vorlage, andererseits aber die Anpassung an die Satire. Durch die Datumsangaben, die Erzählung innerhalb des Synaxars und durch eine Reihe anderer Indizien wird immer wieder auf die Zeitlosigkeit der Beschimpfung, die Allgegenwart des Bartlosen und den immerwährenden Spott, den man mit ihm treiben kann und soll, hingewiesen. Eine Parodie seiner Lebensgeschichte muß in diesen Rahmen passen. Dies wird dadurch erreicht, daß die im vorliegenden Synaxar geschilderten Taten des Bartlosen lediglich als beispielhaft und jederzeit ausbaufähig hingestellt werden: das Synaxar eines Antiheiligen darf in letzter Konsequenz nicht kanonisiert sein. Der Prozeß der Unseligsprechung geht über unzählige Scherzversammlungen mit unsäglichem Gelächter über den Gepriesenen — Verlachten. Ein ewig lebender Antiheiliger muß zu seinen Lebzeiten verhöhnt, nicht zu Zeiten seines unewigen Lebens nach seinem leiblichen Tod gepriesen werden. Fragen zur ungewöhnlichen Länge des Synaxars, nach Hinweisen auf eine eventuelle Aufführung dieser Szenen mit verteilten Rollen, nach der Möglichkeit, ob der Autor, der Leser oder Hörer noch von der Entstehung von Synaxarien aus dem Kreis derer, die von den Taten des „Heiligen" zu berichten wußten, wissen konnten, nach der Ansiedlung des Synaxars im Kloster oder nicht, nach dem Terminus συνέλευση (aus der juristischen 8 oder liturgischen Fachsprache?) müssen, so betrachtet, sekundär sein. Ein gelehrter Autor schafft ein literarisches Produkt nach seinen Vorstellungen von Satire und Parodie.

γ) ' Η γέννησις τοϋ γένους D 545—550. Α 164—173. Β 2—6. Es scheint uns nicht unwahrscheinlich, daß σπανού γέννησι$ in D 541 auf eine Randnotiz zurückgeht. Die Zeitlosigkeit der Geburt des Spanos entspricht seiner auch sonst beobachteten Allgegenwart. Der Bedeutung dieses Ereignisses angemessen verhält sich die Natur mit Blitz u n d . . . , nicht Donner, sondern Eselsgeschrei: der Topos ήστραψεν ή ανατολή, εβρόντησεν 8

s. etwa Actes de Lavra I, ed. P. Lemerle, A. Guillou, N. Svoronos, D. Papachryssanthou, Paris 1970, 67, 112 oder F. Dölger, Schatzkammern, 102. 43.

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ή δύσις9 zur Ankündigung großer Ereignisse, wie er auch schon D 116f. mit Bezug auf diese Stelle angeklungen war. Sowohl A als auch Β fallen aus der Parodie und bringen das übliche εβρόνταν, während die Imperfektform gegenüber der sonst üblichen Aoristform auch dort beibehalten ist: es blitzte ununterbrochen und der Donner grollte unentwegt. Das recht seltene όγκηθμός kommt beziehungsreich noch im Eselsroman10 vor in ό δέ μοι γέλως όγκηθμός ήν. Das allgemeine Erschrecken von Mensch und Tier endet mit dem Auswurf des „gespuckten" (D 550) Geschlechts der Bartlosen durch eine Eselin. Daß diese nur als ein Nebenprodukt des bekannt scharfen Windes des Esels das Licht der Welt erblicken, ist dabei in D nur zu erschließen, in A klar ausgedrückt (ετσιληπούρδαν A 170) und in Β um eine Variante bereichert: der Mangel an Barthaaren ist auf einen Geburtsunfall der Spanoi zurückzuführen (B 5f.). Schon hier zeigt sich: A und Β erweitern nach Gutdünken, sobald ihre Phantasie durch eine plastische Szene beflügelt wird, D hält die Distanz des Literaten, der als Mittel zur Verspottung des Bartlosen die Parodie, nicht aber die derbe Posse gewählt hat. Die Verbindung Esel — Bartloser ist auch sonst häufig: ζ. B. D 939 τόν σπανόν βασιλέα των γαϊδάρων, 1225 und 1384 τον έν τοΤς γαϊδάροις πρωτεύοντα u. a. . δ) Tò yévoç των σπανών D 551—585. Α 174—202. Β 7—30. Während die Aufzucht und Erziehung der Bartlosen bei einem Dämon nur kurz gestreift wird (in A und Β ist davon gar nicht mehr die Rede), beginnt jetzt die märchenhaft ausgestaltete Beschreibung des anfänglich gemeinsamen Schicksals der Spanoi. Jedes Genus braucht einen König. Eine Versammlung wird abgehalten, „damit sie unter die Menschen gingen, um zunächst einmal einen Menschen zu ihrem König zu machen" D 553 f. Dies schaffen die Spanoi auch, aber, wie das bei der Einstellung des Autors gegenüber Spanoisympathisanten nicht anders zu erwarten ist, dieser Mensch als König der Bartlosen ist nicht nur ein mieser und dem Bartlosen schon ziemlich ähnlicher Mensch D 555ff., sondern er entpuppt sich auch nach seiner feierlichen Inthronisation (hier: „Aufspießung" D 558f.) als 9

10

s. ζ. Β. Ή φυλλάδα του Γαδάρου, ed. L. Alexiou, Κρητικά Χρονικά 9 (1955) 177. Έρωτόκριτοξ, ed. Xanthoudidis, 1557. Λαογραφία 4 (1912/13) 520; 9 (1926) 245. ΙΛ s. ν. βροντώ. ed. Η. van Thiel, Zetemata 54/11, München 1972, 75, 10.

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der ärgste Feind der Spanoi. Schon in seiner programmatischen Thronrede D 560 f. verlangt er von den Bartlosen Steuernachzahlungen der drei Jahre, in denen die Eselin mit den Spanoi schwanger gegangen war: ein gut gelungener Hieb auf den Erfindungsreichtum der Herrschenden, wenn es neue Steuern einzuführen gilt. Die Reaktion der Spanoi auf diese zunächst allgemein gehaltene Forderung: Einberufung einer Volksversammlung, Anfrage beim König und Bitte um Präzisierung der Tributforderungen D 563 ff. Dieser Bitte kommt der König mit sehr detaillierten Einzelangaben entgegen D 565ff.: ,,12 Maß Binsenkohlen, die gleiche Menge alter Läuse Schmierfett 11 , tausend Einheiten Häuseranpflanzung 12 , salzloses Salz und Meeresbutter, 25 Schoppen Hasenmilch13, die Txänen einer lahmen Fliege, Elefantenmist in Vierzigerpackungen, 100 Pfund Mückenschmalz, 24 Eimer Schlangenfurz, 12 Ameisenfürze und . . , ausnahmsweise, hundert Zentner ausgekämmte Barthaare": eine erste Reihe von Adynata, die auch im zweiten größeren Prosateil, dem Aussteuervertrag D 1703 ff. und anderswo eine beachtliche Rolle spielen14. Sie entsprechen dem Scherzcharakter des Gesamtwerks. Die Bartlosen ergreift daraufhin Niedergeschlagenheit und Ratlosigkeit. Auf einer neuen Ratsversammlung wird festgestellt, daß gerade die letzte Forderung sie vor unlösbare Aufgaben stellt, was die Spanoi zur allgemeinen Flucht veranlaßt. Das Ende des gemeinsamen Schicksals aller Bartlosen ist zugleich das Ende der Vorgeschichte der Legende über den Spanos. Kernstück dieser Vorgeschichte ist die Notwendigkeit der Rettung vor einer unerfüllbaren Forderung eines Königs. Ob damit auf den in den christlichen Märtyrerlegenden üblichen Opferanspruch römischer Kaiser angespielt wird, läßt sich kaum ausmachen. Nicht zu übersehen ist der märchenhafte Zug der Vorgeschichte wie ja auch des ganzen Synaxars. Eine Parodie eines Synaxars kann vom Inhalt her nur durch eine Übersteigerung des Legendären und damit des Märchenhaften erreicht werden. A und Β fallen auch in dieser Szene dadurch ganz aus dem Rahmen, daß der entscheidende Gegensatz Spanoi — Mensch als König gar nicht erfaßt wurde. In A wird von Anfang an statt der Geburt des Genus der Bartlosen die des Königs beschrieben. Dieser ist zwar in Β durch ό κακός σπανός Β 7 ersetzt, hat aber im folgenden die Rolle 11 12 13

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cf. Λαογραφία 4 (1912/13) 507 in einer έττωδή als Adynaton: μηέ μυΐαζ αλλειμμα. wohl verdrehtes ,,Wergbeet" — φυτανόστυπον, s. Glossar. cf. Staphidas, ed. Legrand, 204f. und 208: σκύλα; γ ά λ α neben λαγού μυαλόν in der Heilkunde. s. dort, Kommentar. 13

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des Königs, ohne je expressis verbis in Erscheinung zu treten. Der Thron besteht aus Brombeerblättern, die Thronrede beginnt mit einer Beschimpfung der Bartlosen in Wörtern, die in D ζ. T. Attribute des Königs waren. Hier wie in allen übrigen reinen Schimpfpassagen sind A und Β in ihrem Element. Die Tributforderungen — die Schwangerschaftssteuer ist zu einer gewöhnlichen Dreijahresabgabe geworden, in A neben τέλος auch mit dem türkischen χαράτσιν A 180 bezeichnet — enden auch hier mit den 100 (in Β nur 21/2) Zentnern ausgekämmter Barthaare. Daß die daneben verlangten Adynata die Phantasie der Bearbeiter von A und Β zu weiteren Neubildungen anregte, versteht sich von selbst: 100 Zentner Klettenhirse A 184, Β 15; 100 Zentner dornige Baumwolle A 184, Β 16; 12 Maß Weinreben und dreitausend Häuser Β 14 und 40 Pfund gerade Krebsbeine Β 17 kommen hinzu. In Β 19 wird diese Forderung sogar mit Nachdruck an die „Bärtigen" gerichtet. In A wird die daraus folgende Niedergeschlagenheit der Bartlosen noch besonders ausgeschmückt A 191 ff. Daß ein rhetorisch durchstilisiertes Original und nicht etwa eine volkstümliche und volkssprachliche Fassung das Original unseres Textes war, beweisen solche Phrasen wie D 582 άπορώ και εξίσταμαι καί τον νοϋν καταπλήττομαι, was sowohl in A 197f. als auch in Β 24 im Wortlaut erhalten ist, obwohl große Teile des Kontexts verstümmelt sind. Einprägsame Originalstellen sind in A und Β wörtlich erhalten, die Parodie des Synaxars ist so gut wie ganz zerstört, einzelne die Bearbeiter besonders ansprechende Passagen wie komische Sinnverdrehungen und allerlei derbes Zeug zu Lasten des Spanos sind erweitert und zum Gröberen hin verändert. Auf der Flucht vor dem König war in D 583 von ot μεν τα όρη έπιασαν, oí δέ τάς νάπας die Rede, in A 199 von ot μεν εις τά όρη έδωκαν, οί δέ εις τάς δημοσίας, in Β 25f. von oí μεν τά όρη έλαβον, έτεροι δέ τάς δεμοσίας. Auch der in D einfach ausgedrückte Tod einiger Spanoi durch Ertrinken D 584f. hat in A eine Reise auf dem Meer der Pfützen aus den Hufspuren der Pferde zur Folge, in denen die Bartlosen bei entsprechendem Wasserstand in Gruppen von 5 oder 6 ertrinken (ähnlich, wenn auch ohne Zusammenhang, Β 26f.); und weil das so komisch war, gleiten andere Spanoi dann gleich noch im Schafkot aus und verdrehen sich die Beine: A 201. Β bringt 28ff. einen Zusatz, der zunächst an D 13; 29 bzw. A 4 erinnert: „wenn du einem Bartlosen begegnest, so begrüße ihn mit. . .", ein Relikt des metrischen Teils des Originals in B. Hier wird unser Spanos darüberhinaus als kürbisköpfig und Kuchenverzehrer bezeichnet. Die Anspielung bezieht sich wohl auf jenes bekannte

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Lügenmärchen vom Bartlosen und dem Müller, wo der Bartlose als bester Lügner den ausgesetzten Preis, einen Kuchen, gewinnt 15 . ε) Tò γένος τοϋ σπανού D 586—594. A 203—206. Aus der Vorgeschichte und der Schilderung des gemeinsamen Schicksals aller Spanoi hebt sich ein einziger und bestimmter Bartloser heraus, der übelste Dreckskerl aller Zeiten, eben unser Spanos, περί ου και τάδε γέγροητται D 586f.: die durch die Satire angegriffene Person wird mit schmückenden Schimpfwörtern in einer Art Parodie auf ein Enkomion bekleckert und beschmutzt. In einer Klimax steigert sich diese Beschimpfung vom einfachen Adjektiv παγκάκιστος, ούριος, έξούριος, άντζάτος, κωλάτος, βιλλάτος über die Neubildungen χεσάτος, φασάτος zu den Wortkomposita χελωνομέτωπος, κουκουρομούστακος, άβγοπίγουνος, κολοκυνθοκέφαλος, μυρμηγκοσφόνδυλος, δρεπανόραχος und den Komposita aus Neubildungen άναχεσομύτης, φακλανάτος hin zu der beschreibenden Beschimpfung εις τόν κώλον στυφάτος. Die beschreibenden Adjektive, einfache und zusammengesetzte, stellen sich in die Tradition der typisierten Personenbeschreibung in der griechischen Literatur. War schon der König über die Bartlosen D 550 ff. in dieser Art beschrieben worden, so ist hier die Häufung negativer Attribute auf die Spitze getrieben. Als Vorbild konnte die detaillierte Teufels- und Dämonenbeschreibung der griechischen Apokryphenliteratur dienen, die den Teufel u. a. kahlköpfig und σπανογένειος sah 16 . Die Verbindung Dämon, Antichrist, Teufel — Bartloser ist ja ohnehin in unserem Text überall greifbar. Sind diese schmeichelnden Attribute aber immerhin nur so etwas wie ehrende Beinamen, so ist der eigentliche Name dieses Bartlosen doch hörenswert: Dünnpfiffverzehrer, der Sohn des Frißdreck mit dem Beinamen Bocksbart oder vielmehr Scheißbart. All das ist hübsch verbunden mit où μην άλλα καί D 588, ετι δέ καί D 589, μάλλον δέ καί D 591 bzw. ή μάλλον ειπείν D 593 und steht damit in bester Tradition der Vorstellung eines Genus. 15

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s. G. Megas, Λαογραφία 17 (1957) 137 u. a. . Cf. auch d a s neugriechische Volkslied τ η ν ττίττα πού Ιφαγε ό σπα vos ήταν κολοκυθενια, d a s heute noch gesungen wird, sowie das neugriech. Sprichwort ò σττανόζ θά κάμη π ί τ τ α , s. D. ZevgoliGlezou, Παροιμίες άπό τ η ν ΆπείρανΘο τήζ Νάξου, Λαογραφία, Παράρτημα 6 (1963) 280. s. oben Seite 5 und J . Fürst, Untersuchungen zur Ephemeris des Diktys von K r e t a , Philologus 61 (1902) 419 ff. m i t Anm. 111. 13«

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Gerade von diesem Zweck ist in A nichts mehr zu bemerken. Die Bezeichnung des Genus ist ganz verlorengegangen, die entsprechenden, meist veränderten Beschimpfungen reihen sich nur unter die ohnehin üppigen Schimpftiraden des übrigen Stücks ein. Neu ist der καβουριομουνιομέτωττος, unserem χελωνομέτωπος entsprechend, δερπανομύτης, όξυντόκωλος, άναχεσομοίσιδος, unserem άναχεσομύτης entsprechend, τσάπος, ταοατάτος und αγριοθώρετος, natürlich ohne Klimax oder die entsprechenden Verbindungspartikel. Da Β weder einen König noch die Geburt des ganzen Geschlechts der Bartlosen kennt, ist bei ihm die Vorstellung des Genus des einzelnen Spanos ohnehin hinfällig. ζ) Bewährung, Reise D 595—622. A 206—220. Β 31—44. Unser Spanos ist πονηρότερος των άλλων D 586, nur er kommt auf den Gedanken, daß der Schlüssel zur Lösung des Gebots des Königs der ist, sich Barthaar zu beschaffen. Nur mit Barthaar gibt es ausgekämmte Barthaare. Wie dieses Barthaar und dessen ausgekämmter Ausschuß beschaffen ist oder beschafft wird, dafür gibt es keine Vorbedingung. Der Bartlose erinnert sich an seinen Onkel Bock und macht sich auf die mühsame Reise, diesen aufzusuchen und ihn um dieses Barthaar zu bitten. Für seine Bitte bringt er zwei Gründe vor: der König wird mich Bartlosen vernichten, wenn ich ihm keine ausgekämmten Barthaare bringe, und meine Frau wird mich ohne Bart hinauswerfen und einen anderen Mann nehmen. Reisen zur Läuterung, Bewährung und endgültiger Abkehr von der Welt sind in den Heiligen viten Topos. Unser Spanos erklimmt die nächste Steilwand und beginnt seine Reise von 3 Jahren, 3 Monaten, Tagen, Stunden, Augenblicken und Momenten17. Als er seinen Onkel Bock nach dieser Zeit endlich findet, stellt er sich in gebührendem Abstand, die Hände auf dem Rücken, auf und beginnt zu jammern: Herr und Vater, erkennst du, wer ich bin? (D 601 f.). Der aber antwortete ihm und sprach: ich weiß nicht, wo du herkommst. Der aber sprach unter Tränen: Herr und Onkel, erkennst du nicht deinen Neffen? Denn ich erkenne dich wohl, du bist der Bruder meines Vaters. Und ich habe sehr viel Zeit aufgewandt in Schluchten, Einöden und Abgründen, um dich zu finden. 17

Die magische Zahl 3 bei derartigen Zeitangaben ist gut greifbar etwa in den 3 Jahren, 3 Monaten, 3 Wochen, 3 Tagen, 3 Stunden und 3 Augenblicken, u m die während der Herrschaft des Antichrists die Tage der Menschheit verkürzt werden, s. W. Bousset, Der Antichrist, Göttingen 1895, 144 und 180.

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Es sprach aber der Bock zu ihm: Was willst du oder was bedarfst du von mir? Und wiederum sagte der Bartlose, indem er auf die Knie fiel und laut weinte: Herr und Onkel, bedenke mich mit der Wohltat von ein bißchen Barthaar zur Ehre meines Angesichts, damit meine Frau mich nicht hinauswirft und ein anderer Mann sie bekommt und mein Haus eine solche Schande erfährt. Denn unser König ist erzürnt und will unser Geschlecht vernichten, mich und alle Bartlosen. Als das der Bock gehört hatte, sprach er zu ihm in Zorn und Wut: Hebe dich hinweg von mir, böser unreiner Geist, Vorläufer des Antichrists, Mirakel der Welt, Werkzeug des Bösen, Eingebung des Satan, Schandfleck der Menschheit, Schimpf der Frauen! Damit wendet sich der Bock von jenem ab, zieht seiner Wege „und erbarmte sich des armen Bartlosen nicht" (D 617f.). Der aber läßt nicht locker, sondern folgt demütig und unter ständigem Weinen seinem Onkel weitere 3 Jahre, Monate, Wochen, Tage, Nächte, Stunden, Augenblicke und Momente. Selbst in der Übersetzung des Dialogs zwischen Onkel und Neffen wird noch deutlich, in welchem Stil hier gesprochen wird und auf welche Vorlage(n) er zurückgeht. Der Bartlose bemüht sich um eine Gnade. Die Sprache der Bibel ist bis in den letzten Ausdruck als umgekehrtes Zitat greifbar. Oft ist lediglich die hohe Form mit plattem Inhalt gefüllt, andererseits ist das πρόδρομε του Χριστού durch πρόδρομε τοΟ αντίχριστου, das σημεΐον εκ του ουρανού durch σημείο ν του κόσμου, das εμφύσημα τοϋ θεού durch εμφύσημα

τοϋ σατανα D 614f parodiert. Auch ist die ganze Szene nur vor dem Hintergrund der an dieser Stelle in den Synaxarien geschilderten Zeit der Bewährung des Heiligen zu verstehen. Anstatt daß der Held des Synaxars versucht wird, erleidet der Onkel Bock eine Versuchung in Gestalt unseres Spanos. Dabei kann ja unser Onkel Bock durchaus mit dem Teufel selbst identifiziert werden. Die bekannteste Erscheinungsform des Teufels war die des Bocks, noch dazu des „wilden Bocks" (άγριότραγος)18. Die Umkehrung des Synaxars wäre damit total. In A und Β ist nicht nur aus dem Onkel des Bartlosen ein Bruder (A 208. 221, neben „Onkel und Vetter" A 212, cf. auch A 279) bzw. ein Vetter (B 31 und 33) geworden, sondern die Abfolge der Ereignisse — Wanderschaft zur Suche des Onkels, Auffindung, Bitte um Barthaar, demütigende Ablehnung der Bitte, erneute Wanderschaft hinter dem Onkel her bis zur Erhörung — ist völlig gestört, in Β noch mehr als in A. 18

s. etwa N. Politis, Νεοελληνική Μυθολογία I I , Athen 1874, 469f.

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Das δεδεμένος όπισθεν τάς εαυτού χείρας von D 600 f. ist bis in den ersten Teil von A 191 gerutscht. Das ήκολούθει του άλλου τόσου καιρόυ von A 209 muß nach der Ablehnung der Bitte durch den Onkel zu stehen kommen. Die Gewährung der Bitte folgt in A und Β unmittelbar auf deren Ablehnung. Die Begründung der Bitte nach Barthaar aus D fehlt in A und B. Die Schimpfwörter bei der Ablehnung der Bitte entsprechen in A noch etwa denen von D, in Β sind sie stark mit den gewöhnlichen (u. a. aber auch άνακουκουρδοκλαυομούστακε και μουυιοτσακάτε Β 40f.) durchsetzt. Aus dem όνειδος τώυ άυθρώπωυ von D 615f. ist ein όνειδος τώυ πολιτικωυ A 216, Β 42 geworden. Von dem in A 217 neuen μύσος τοϋ διαβόλου ist in Β nur noch ein μύσος Β 42 Übriggeblieben, aus dem αΟΟέυτα πάτερ D 601, αΰθέυτα πατράδελφε D 603, αύθέυτα θείε D 608 wird in Α ein αφέντη θείε Α 212 und αφέντη τράγε Α 219 und in Β ein αφέντη τράγε Β 36 und άφέντη άγριότραγε Β 43 f. η) Erhörung D 623—641. A 221—228. Β 45—53. Mit der Erhörung des Bartlosen durch den Onkel Bock wird die Vorbedingung für die Erfüllung der Tributforderung des Königs erfüllt: ohne Bart keine Barthaare, die ausgekämmt werden können. Daß die nun erlangten 3 1 / 2 + 1 / 4 Barthaare nur mit Ziegenbockskot an das Kinn des Bartlosen angeklebt sind, spielt dabei keine Rolle. Die Prozedur der Barthaargewährung, die dabei geführten Reden geben genügend Anlaß, viel Derbes über die glatten Wangen unseres Bartlosen und den Hintern seines Onkels Bock zu sagen. Die bei der gnadenreichen Überlassung der 3 1 / 2 + 1 / 4 Barthaare mitgelieferten Flöhe und Läuse bekommen in der späteren Zeremonie des Auskämmens der Barthaare noch ihre gebührende Würdigung. Daß die Szene auch jetzt noch ein erträglicher Scherz bleibt und nicht zur rohen Posse wird, ist allein dem hohen Stil zu verdanken: και τούτο άκουσας ò δυστυχής έχάρη χαράν μεγάλην D 631 ist nur ein Beispiel, die Wortschöpfungen άναχεσοφυσοπορδαλήθρα D 629 und 632 bzw. έξεσκατίστρια D 633 sind nicht ohne Witz. Mit der Gnade der Gewährung von Barthaar ist notwendigerweise verbunden der Segen des Spenders für den Empfänger. Das υπάγε εις Άδριανούπολιυ την λεγομέυηυ Πευτάπολιυ erinnert zunächst an die Aussendung der 70 Jünger (Lukas 10, 1 bzw. 3) εις πδσαν πόλιν . . υπάγετε. Andererseits ist es auch fester Bestandteil der gewöhnlichen Beschwörungsriten19. Das Gerüst unserer Beschwö19

s. etwa Vassiliev, Anecdota 339: λέγει αύτοϊς ó κύριος· ύττάγετε.... είπατε . . .

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rungsformel ist hier aber eindeutig aus dem Bereich der magischen Heilbehandlung: υπάγε εις . . . και επαρον . . . καί θες εις . . . . Dies schließt jenes nicht aus: das Hauptbetätigungsfeld für Zauberformeln ist ja gerade die Heilbehandlung 20 . Die Anreicherung der ursprünglichen zwei Städtenamen Άδριανούπολις und Πεντάπολις D 635f. in Α (Άχελόπολις Βιζόπολις, Μή-σ'-εύρώ-πόλις Α 224f.) und Β (Άνδριανοπεντάπολη, Νικόπολη, Βιζόπολη, Μισυνόπολη, ΜησευρόΐΓολη Β 48f.) weisen auf den Scherzcharakter der ganzen Szene ausdrücklich hin. Die parodierten Zauberformeln in D 636 bzw. A 225 und Β 49f. sind unschwer auf ähnliches bekanntes Formular zurückzuführen: schon K. Preisendanz, Papyri Graecae Magicae I, Leipzig 1928, II 66, bringt aus einem Zauberpapyrus mit Schwindschema die Formel σαυταλαλα ανταλαλα νταλαλα ταλαλα αλαλα λαλα αλα λαα. Gerade das σάταλα bzw. σάνταλα, verbunden mit ττάταλα21 bzw. mit μάνταλα22 tritt im Neugriechischen auch gern im Sinne von „Quatsch" auf. Die ursprünglich magische Bedeutung der Formel sehen wir an einer Stelle im Porikologos bestätigt: im Rahmen der Verfluchung der Weintraube lesen wir καί τό αίμά σου νά πίνουν οι άνδρες và μεθοΰσιν, và μηδέν ήξεύρουν TÍ ποιοϋσιν, καί và λέγουν λόγια κλωθογύριστα, σάταλα πάταλα, ώς δαιμονιζόμενοι άπό τό αίμά σου . . ,23. Eine andere Version des Textes 24 hat hier αταλα, πάταλα, σάταλα, λόγια κλωθογύριστα . . . . Angespielt ist jeweils auf den durch das Kunstwort 25 ausgedrückten „gelallten" Unsinn. Nach dem alphabetischen Beginn άνταλα βάνταλα ist hier in D mit κλάνταλα und damit dem Stamm κλαν — das Reizwort erreicht, um in diesem Sinn und in gewohnter Weise fortzufahren und noch 20

21 22 23

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Zu diesem Formular s. u. Kommentar zum Iatrosophin. cf. auch Staphidas, ed. Legrand, S. 17, 14. Pradel, Griech. Gebete 282. s. auch N. Andriotis, ΕΛ s. ν. ,,τσ-": σάταλα-πάταλα>τσάτρα-πάτρα s. Mey. "Ελλ. Έγκ. s. ν. καρύδι. nach dem Vindobonensis ed. Wagner, Carmina 199ff., V 87ff. Das Verfluchungsvokabular des Porikologos ist auch in seinen anderen Teilen für unseren Text interessant. Ähnlich in der von N. Veis veröffentlichten Version: Neue Version mittelgriechischer Vulgärtexte aus Handschriften der Meteorenklöster, Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen zu Berlin, 2. Abt. Westasiat. Studien, Berlin 1912, 71. ed. A. Camariano, Porikologos si Opsarologos grecesc, Cercetäri Literare III, Bukarest 1939, S. 105 V 23 (Seldenianus). cf. E. Kriaras, ML s. ν. δντζαλα: πλάσμα άττό φιλοπαιγμοσύνη. Eine Herleitung aus dem Arabischen (so Dim. Lex. s. ν. αταλα μπάταλα) dürfte verfehlt sein.

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etwas weiteren Schmutz nachzuliefern. Gemeint ist in allen Fällen die Klebemasse, die der Bartlose zur Pflege seiner 3 1 / 2 + 1 / 4 Barthaare in Zukunft immer benötigen wird. Auch die μικρών παιδιών τσιρλίσματα D 637, A 226, Β 50 stellen sich in die Reihe der Rezeptparodie: oft schickt man die bösen Geister und Krankheiten dorthin, wo μικρού παιδιού κουλούρια nicht gebacken werden26. Die Textabweichungen von A 225 (άυτσαλα, μάνταλα, σάνταλα, κλάνταλα . . .) und Β 49f. (άντσαλα, μάντσαλα, σάντσαλα . . .) halten sich im üblichen Rahmen27. θ) Briefwechsel D 642—658. A 229—247. Β 53—68. Nach ersten Reaktionen der Freude über das endlich erreichte Barthaar schreibt unser Spanos sogleich einen „Dankesbrief" an seine Frau, um auch sie an seiner Freude teilhaftig werden zu lassen. Dieser Brief muß folgerichtig drei Dinge behandeln: 1. Mitteilung über das freudige Ereignis der Barthaarbeschaffung, 2. das damit verbundene Ende der „Hausfreundwirtschaft" bei ihm zu Hause, wodurch der Eintritt in das bürgerliche Leben bescheinigt wird, und 3. die Bitte um einen Kamm, um die Barthaare auskämmen zu können. War die ursprüngliche Forderung an den Spanos ja nicht Bartwuchs, sondern ausgekämmte Barthaare, der nach dem Eintritt des Bartlosen in das bürgerliche Leben jetzt allerdings nicht mehr nachgegangen zu werden braucht. In einem ersten Brief des Spanos an seine Frau D 645—650 wird also das Ende der Männerfremdherrschaft in seinem Haus verkündet. Die Frau möge seinen Familienkamm schicken, allerdings nicht den dichten, sondern den weiten; dazu noch das Tuch, mit dem sein Vater sich abzuputzen pflegte. Alles sehr höflich und sicher formuliert. Die Ehefrau reagiert ungnädig (κακόθελος D 651 gegenüber 26 27

s. Λαογραφία 2 (1910) 188; 645; 647. 10 (1929) 125. Pradel, Griech. Gebete 358. Wir finden im Laufe des Gesamtwerks, vor allem innerhalb des Iatrosophin, eine Reihe von vergleichbaren Beschwörungsformeln: δγκανος Ιξάγκαυος ó ποταμός ό πύρινος D 1776ff., άνήθιν κλανήθιν, πορδήν καΐ πίστον D 1703 u. ö., ασαρας κακάσαρας, κακά σου δέκα Σάββατα Β 168ff. u. a. Zur Technik dieser „Anlautvariation" s. dort und A. Liede, Dichtung als Spiel, Berlin 1963, I I 13ff. und 268 f.

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καλόθελος in A 238 und Β 60, was eine andere Ebene der Beschimpfung anspricht) und schickt ihm die Mistgabel mit den zwei Spitzen und die vollen Windeln ihres Babys, die sie noch mit speziellen Wohlgerüchen versieht. Unser Spanos fühlt sich auch tatsächlich provoziert, in einem kurzen Antwortbrief teilt er seiner Frau seine baldige Ankunft zu Hause mit D 656f., worauf diese mit seinem Onkel Pixomitis (Hans Dampf in allen Gassen: D 1171 wird unser Spanos auch selbst so angeredet) droht: warte nur, wer dich hier erwartet! Damit ist die Eskalation im Ehekrach so weit fortgeschritten, daß er mit friedlichen Mitteln nicht mehr beigelegt werden kann; und schon gar nicht mit den herkömmlichen Mitteln der byzantinischen Pittakia-Technik. War es in der byzantinischen Romanliteratur üblich, Verliebte zunächst einmal mit Briefen — τπττάκια sich annähern zu lassen, so kann unsere Briefwechselszene nicht ohne parodistischen Seitenhieb auf jenen Usus gedacht sein: dort die heiße Glut der unerfüllten Liebe, hier das Paket mit Mistgabel und vollen Windeln, dort die Verabredung zum Stelldichein, hier der Hausdrachen, der zusammen mit dem „großen Bruder" mit dem Besen hinter der Eingangstür lauert. A und Β erkennen die Chance, die sich ihnen in dem Briefwechsel durch die noch harmlosen gegenseitigen Beschimpfungen des Ehepaars im Original auftut, und nützen sie. Sie schwelgen in mehrdeutigen, meist aber eindeutigen Anzüglichkeiten aus dem Eheleben und der Analsphäre. Die Ehefrau wird in A 237f. darüber hinaus mit Begriffen bedacht, die in Β an ganz anderer Stelle, nämlich erst bei der magischen Heilbehandlung und -beschwörung durch die Anverwandten des Bartlosen Β 186, für eine Tante des Spanos vorgesehen sind. Auch der Inhalt der Babywindeln reizt A und Β zu detaillierteren Angaben. A differenziert sogar die Art des wohlriechenden Furzes: hier A 240f. εκλασεν ωσάν νά πης έπτά gegenüber einer späteren Stelle A 437f. νά κλάνη νά ττής εξι όκτώ. Daß derlei Scherze ihren Ursprung in der Lautmalerei haben, beweist die dazu vergleichbare Stelle aus D 1789 f. εκλασε σαν νά ττής έπτά, καί εν μικρόν ττορδόττουλου ήσύχως φερόμενον σάν νά ττης βούκινον. Die Tendenz von Α und Β, dort ausführlicher zu werden, wo sich die Gelegenheit einer ausschweifenden Beschimpfung in der Anrede ergibt, macht nicht nur hier die ursprüngliche Intention des Autors zunichte. Die Wortschöpfungen sind dabei zum Teil nicht ohne Witz, sie geben allerdings für das Gesamtverständnis unseres Textes nichts her und erregen lediglich unser lexikographisches und volkskundliches Interesse.

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ι) Heimkehr D 659—668. A 248—254. Β 69—74. Der rauhe Ton im Briefwechsel zwischen dem Bartlosen und seiner Frau hatte nicht nur den erwünschten Erfolg auf Seiten seiner Frau vermissen lassen, sondern die Auseinandersetzung und die Drohungen hatten sich so zugespitzt, daß die persönliche Heimkehr des Spanos nicht mehr länger aufzuschieben war. Die Beschreibung der Wohnstätte erinnert zugleich an die Höhle eines Eremiten an der Steilwand eines Felsens und an das Grab Christi bzw. des Lazarus. Daß alles recht schmutzig mit Kuh- und Schweinemist versehen ist, versteht sich von selbst. Entsprechend ist auch die Begrüßung bei der Heimkehr. Unser Bartloser glaubt an die Überzeugungskraft seiner nun endlich „spriessenden" Barthaare und wagt auf ein lobendes Wort aus dem Munde seiner Frau zu hoffen. Die aber setzt an, die neu erworbene Bartpracht im Schimpf zu vernichten: in wohlgesetzter Rede und ausgesuchtem Vergleichsmaterial. A und Β haben nicht nur die Beschreibung des Hauses des Bartlosen eingebüßt, sondern schmücken auch die wenig schmeichelhafte Begrüßung von dessen Frau in gewohnter Weise aus. A und Β haben für den dritten Vergleich von D einen anderen Text, Β hat nur zwei Vergleiche bewahrt.

κ) Das Kämmen der Barthaare und die Folgen D 669—686. A 255—272. Β 75—96. Unser Spanos gibt den Kampf um den Eintritt ins bürgerliche Leben nicht auf. Hatte der bloße Anblick des Barthaars bei seiner Frau nur neue Emotionen geweckt, so mußte sie die Prozedur des Kämmens des Barthaars überzeugen. Die ausgekämmten Substanzen sind bemerkenswert: es sind Flöhe und Läuse, die seit der feierlichen Überreichung des Barthaars durch den Bock am Bart kleben, hier sind sie den himmlischen Heerscharen nachempfunden und angeglichen. Die Flöhe sind mit Schwertern bewaffnet, die Läuse gepanzert, die Frösche gestiefelt und die Zikaden schwingen die Feldfahnen. Die Wanzen in dunkelblauen Uniformen bilden wohl das Offizierscorps. Alles zugleich ausgekämmte Adynata. Dieses Schauspiel des Auskämmens überzeugt nun tatsächlich auch die Frau des Bartlosen. Sie erleichtert sich, will nett sein,

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lädt ihren Mann zum Essen und Trinken ein und bedauert ihn sogar wegen der mühseligen Reise zum Onkel. Dabei erwähnt sie allerdings auch die Herkunft des Barthaars. Unser Spanos muß sich erkannt fühlen und regt sich darüber so auf, daß er auch vor der Ermordung seiner Frau nicht zurückgeschreckt wäre, wenn diese nicht zu einem magischen Zaubermittel gegriffen hätte, das den Bartlosen sofort besänftigt : sie pißt ihm in das rechte Ohr. Diese Heilbehandlung muß doppelt wirken, da damit ein doppelter Zauber verbunden ist, einmal das Bepissen des Kranken 28 , zum anderen in das rechte Ohr29. In A und Β kommen an ausgekämmtem Ungeziefer noch Schildkröten mit Umhängen (παραμάνδυον ist ein Kleidungsstück des Klerus) hervor, die Zikaden sind mit Holzlanzen bewaffnet, dafür tragen Heuschrecken A 258 bzw. Käfer Β 80 die Fahnen, in A 259 treten darüber hinaus noch Krebse mit Körben und in Β 79 f. Ameisen mit „Köcher und Bogen" auf, während die Wanzen hier fehlen. Für εκλασε D 674 bzw. A 261 steht in Β 82 εδοοκεν κότσακον: „machte einen Vers"30. Das ήλθε του άποκτεΐναι αυτήν von D 679 wird in A 267 und Β 87 ein ήθελεν αυτήν άποκτεΐναι.

λ) Happy End D 687—698. A 275—286. Β 97—100. Das magische Ablenkungsmanöver, der Zauber verfehlt seine Wirkung nicht. Dem happy end, der Aufnahme in ein bürgerliches Leben steht nichts mehr im Weg. Man wird höflich, man bereitet sich auf einen gemeinsamen „gemütlichen" Lebensabend vor. Der starke Geruch des Zaubermittels läßt unseren Spanos nach dessen Herkunft fragen. „Sie aber hub an zu erzählen . ." D 688f. . . . das Märchen von den Männern aus Äthiopien, die einen ganz besonders wohlriechenden Feinkot mitbrachten, von dem sie etwas gekauft hatte, um damit des Bartlosen Barthaare zu parfümieren. Er ist entzückt ob so viel Zeichen von Zuneigung und Liebe seiner Frau. 28

s. Λαογραφία 6 (1917) 612. 12 (1938/48) 8. 20 (1962) 184. Gewöhnlich müssen Zaubersprüche in das rechte Ohr gesprochen werden, s. ζ. B. Delatte I 114, 8. 115, 10. 129, 19. 132, 2. 619, 25. 620, 3 u. a. .Vassiliev, Anecdota 339 u. a. . cf. auch E. Riess, Artikel Aberglaube in R E 1, Sp. 86. 30 cf. ngr. πήρε μιά γυροβολιά, und Glossar.

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„Und dann wandten sie sich zum Essen und Trinken und ließen es sich und ihren zahlreichen Freunden gut gehen bis an sein Lebensende, wie später berichtet werden wird" D 696ff. Die äthiopischen Kaufleute, die üblicherweise in byzantinischen Romanen die Frauen gleich mitnehmen, um sie als Sklavinnen zu verkaufen, bringen hier den Duft des Orients ins Haus. Die Versöhnung ist perfekt, die Frau akzeptiert und parfümiert das Barthaar, der Bartlose toleriert dessen lästerliche Behandlung. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute: der Abschluß des Synaxars als Märchen (. . . ετράπησαν eïç το φαγεϊν καί πιεΐν όμοϋ και εΰφραίνεσθαι μετά καί εταίρος ουκ ολίγους, μέχρι τέλους ζωής αύτοΰ, . . . D 696ff.) soll später noch einmal aufgenommen werden: ώς μετά ταΰτα ρηθήσεται (D 698). Dies kommt allerdings nicht mehr zur Ausführung, obwohl nicht auszuschließen ist, daß hier auf die weiteren Geschehnisse und Leiden des Bartlosen im später folgenden zweiten Prosateil, gleichsam in einem Vorverweis, angespielt wird. Der schimpfliche Tod eines Beschimpften wird auch im folgenden immer nur als gegeben betrachtet. Zunächst wird nach dem unmittelbar folgenden persönlichen Einschub in D 699—704 wieder an das Vorangegangene angeknüpft: εττί δέ τό προκείμενου επανέλθωμευ D 705. Auch die Todesart (durch den Strang u n d durch das Schwert) und das Datum dieser Hinrichtung (in diesem Jahr, der letztjährigen Indikation D 706) wird jetzt mitgeteilt. Das Synaxar endet korrekt mit τελειωθείς αίσχίστω τέλει την άθλίαν ζωήυ άπέρριψεν D 706f., und das abschließende Gebet unterstreicht noch den offiziellen Abschluß dieses Teils des SPANOS. Alle Synaxare enden mit der Beschreibung des Todes bzw. der Hinrichtung des Heiligen. In unserem Fall soll in einer Umkehrung dazu das ewige Leben und die ewige weltliche Plage durch die Bartlosen zum Ausdruck kommen. Deshalb der Märchenschluß „bis ans Ende seiner Tage". Da für das folgende das schimpfliche Ende des Spanos aber Voraussetzung ist, wird dieses kurz dazugesetzt, allerdings durch einen Einschub von dem — dichterischen — Ende des Synaxars getrennt. Gut durchgehalten bis zum Ende ist der hohe Stil des Synaxars. Während der Text von Β bereits mitten im ersten Satz des happy end abbricht (entsprechend A 277) und den Rest des Synaxars nicht mehr überliefert, verbindet die Version A den Märchen- und den Synaxarschluß zu einem καί εις τάς χαράς επάνω έτελειώθην τό όνομα αύτοΰ μηνί τω Ιδώ πέρυσι καί έφέτο (A 285f.). Aus den Αΐθίοπές τίνες von D 690 sind in A 281 Σαρακηνοί πραγματευτάδες geworden, der hohe Stil von D ist völlig zerstört.

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μ) Schluß D 699—709. A 285f. Der Einschub von D 699—704 wurde oben unter (3) behandelt. Έττί δέ το ττροκείμενον επανέλθωμεν verbindet ihn mit dem folgenden. Das Synaxar endet wie gewöhnlich mit den Angaben zum Datum des Todes, hier der Hinrichtung des Antiheiligen, Angaben, die der entsprechenden Parodie zu Beginn des Synaxars D 532 nahekommen. Die Datierung von D 706 ist in A über den ganzen Text hin verrutscht : A 2; 161; 286.

Das abschließende Gebet „Bewahre uns, barmherziger Gott, vor dem Übel und der Bartlosigkeit, uns und unsere Kinder, Amen" parodiert entsprechende Wünsche am Schluß der Verlesung des Synaxars im Kanon des Heiligen. Es leitet damit wieder zur 7. Ode des Kanons unseres Spanos über. 11) 7. Ode D 710—752. A 287—303. Die Vorlage ist sowohl bei D als auch bei A in den Strophen nur in Ansätzen greifbar. Auch die Übereinstimmungen zwischen D und A untereinander bestehen nur in einzelnen Wörtern. A schließt alle Strophen mit dem Refrain ò Θεός νά σέ (A 2901: 1. Strophe: τον) ττατάξη ab, der aus A 12 bekannt ist und auch in D auftauchte: D 134 u. ö. . Derselbe Refrain, erweitert durch εις ττάντας tous αιώνας steht auch am Ende von drei Strophen der 8. Ode. Neu ist die Angabe ,,ό Ειρμός". Mit D 747 εν τη καμίνω βληθης ist auf den Hirmos der folgenden Ode hingewiesen: παϊδας ευαγείς Iv ττ) καμίνω. In den Stichoi verfolgt A wieder seine Eigenheit, innerhalb der gleichen Vorlage (Daniel 3) andere Stichoi zu parodieren: A 296 und 300. Der dürftige Inhalt bringt in der ersten Strophe von D und in A jeweils eine kurze Andeutung an eine Szene im Synaxar des Spanos, um in den übrigen Troparia schon bekannte Schimpfworte aneinanderzureihen. Die 2. Strophe von D 722ff. hat wörtliche Anklänge an D 150 ff. In der 2. und 4. Strophe von D wird der Bartlose direkt, in der 3. Strophe indirekt angesprochen. 12) 8. Ode D 753—795. A 304—319. Die Anklänge an die Vorlage sind gering. A hat den Refrain der 8. Ode des Kanons auf die Himmelfahrt Mariae (im Rahmen der Ako-

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luthie des Akathistos-Hymnos) bewahrt, D wandelt diesen leicht ab. Spuren von Übereinstimmungen der beiden Versionen zeigen die 1. Strophe von D mit der 3. Strophe von A und die 2. Strophe von D mit der 1. Strophe von A. Die Stichoi zur 8. Ode sind durcheinandergebracht mit den Αϊνοι (Ps. 148 und 150). So fällt der Autor beim Reizwort m/p (D 763), das sowohl in den Evlogitaria (Daniel 3, 26ff.) als auch in den Ainoi vorkommt, von den Evlogitaria in die Ainoi: πυρ και χάλαζα, χιών, κρύσταλλος, um mit πάχνη wieder zu jenen zurückzukehren. Ähnlich ist das έρπετά in D 775 aus dem ganz ähnlichen Vers der Ainoi nach dem Reizwort κτήνη in die Evlogitaria herübergekommen: der Autor konzipiert aus dem Gedächtnis, nicht nach der schriftlichen Vorlage. A bringt in den Stichoi nur noch allgemein das ευλογείτε aus Daniel 3, 57ff., während D gerade umgekehrt das ευλογείτε des AT wegläßt und einzelne Verse aus der gleichen Hymne — relativ umfangreich — parodiert. In A 314 scheint der Fünfzehnsilber beabsichtigt zu sein: τά γένια σου νά εβγάλουσιν, αλήθεια, μέ τ ' ώγόι σου. Da die erste Strophe von D, der ein Vers fehlt, als Musterstrophe auf die Kinder festgelegt ist, werden ihnen Stöcke und Prügel gegen den Bartlosen in die Hand gegeben. Die Beschimpfung in Ewigkeit. Im 2. Troparion von D werden erneut die normalen Menschen aufgefordert, in der Schimpfrede (hier D 765 = A 305 καταλόγιν) gegen den anomalen Bartlosen beizustehen: Spötter vereinigt euch im Spott gegen den Spanos ! Es macht Spaß, ihn zu beschimpfen, zu beleidigen und in Ewigkeit über ihn zu lachen (3. Troparion). Dazu ist es nötig, alle im Synaxar geschilderten Taten des Spanos genau auszuspionieren, am besten durch einen Besuch bei ihm zu Hause (4. Troparion). Weitere Anzüglichkeiten und Beschimpfungen sind in der 1., 2. und 4. Strophe von A zusammengetragen. 13) Megalynaria D 796—849. Wie im liturgischen Ablauf des Kanons im Rahmen eines Gedächtnisoffiziums üblich, folgen auf die 8. Ode die Megalynaria, die Ode auf die Gottesmutter: zu jedem der sechs Stichoi nach Luk. 1, 46ff. Μεγαλύνει ή ψυχή μου . . . . wird das Troparion Την τιμιωτέραν των Χερουβείμ wiederholt. Halten sich die parodierten Stichoi im folgenden nahe an die Textvorlage, so sind wörtliche Anklänge an die Vorlage Την τιμιωτέραν

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των Χερουβείμ (hier: Την άτιμωτέραν των σπανών) nur noch in den beiden ersten Troparien zu bemerken. Die folgenden Troparien sind nur noch metrisch und musikalisch an diese Vorlage gebunden, im Text schließt sich das άλαλα τά χείλη των μιαρών des 3. Troparions (D 816) an das άλαλα τά χείλη των ασεβών der Hymnendichtung an. Mit πάντες oí γηγενείς (D 825) des 4. Troparions wird auf die Musterstrophe der folgenden Ode Bezug genommen. In A fehlen die Megalynaria. Der Spanos ist der hinterlistigste Mensch und ein Freund der Dämonen, ein Vorläufer des Antichrists, mit dem wir unseren Spott treiben dürfen und sollen (Troparion 1). Unter Unziemlichen ein Erfinder, an Schlechtigkeit unschlagbar (Troparion 2), im Unglück ein Weissager, ein unglückseliger Missetäter und Verräter (Troparion 3), den es zu verjagen und zu verfluchen (Troparion 5) und zu bedrohen gilt, ihn und das ganze Geschlecht der Dämonen und Bocksgestalten (Troparion 6). Wie stark die Lebensgeschichte des Antiheiligen Spanos mit dem Kanon verwoben ist, beweist erneut Strophe 4, die alle Erdbewohner auffordert, das bittere Leben und die unglückselige Vita des schrecklichen Bartlosen anzuhören und darüber zu lachen.

14) 9. Ode D 850—891. A 320—334. Die parodierten Teile sind in der Musterstrophe von D wenige, in A außergewöhnlich viele. Übereinstimmungen der beiden Versionen untereinander treffen sich auf der Ebene der gemeinsamen Vorlage: και βοώμεν und χαίροις, was auf και βοάτω und χαίροις zurückgeht, aber die 1. Strophe von A entspricht der 2. Strophe von D: πανηγύριζουσιν, das auf πανηγυριζέτω zurückgeht. Als Refrain dient in D τραγογένη, τριγένη . . . und in A (nur in Troparion 1 und 2): ώ τριγένη σπανέ και παράσημε. Alle beschimpfen wir ihn und verfluchen ihn und können uns über sein bloßes Kinn nicht beruhigen, er ist der Spießgeselle der Dämonen (1. Strophe); man muß ihn mit seinem Bocksbart und seinen drei Haaren für einen Dämonen halten, weshalb man ihn dann auch verspotten muß (2. Strophe); man muß sich schon wundern, daß wir mit diesem Schandkerl noch in einer Gesellschaft leben (3. Strophe). Dir wird das Lachen vergehen. Wir werden nicht aufhören, dich zu beschimpfen (4. Strophe). In A gibt es dazu nichts Neues.

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d) Exaposteilaria D 892-917. A 337-841. Es folgen, wie üblich, die Exaposteilaria. Vorlage für das erste ist das von Konstantin Porphyrogennetos (A Chr. llOff.) Τοις μαθηtocîs συνέλθωμεν und für das zweite, das aus der Akoluthie des Akathistos-Hymnos Σκιρτήσατε, χορεύσατε, μετ' ευφροσύνης άσοπτε. Α hat bei nur einer 9. Ode Anklänge nur an das 2. Exaposteilarion von D, in Α εξαπόλυσις genannt. Der Inhalt erschöpft sich im 1. Exaposteilarion von D in der üblichen Rechtfertigung der Beschimpfung der Bartlosen: δαιμόνων μίασμα καί γέλωτα των ανθρώπων D 902ff., im 2. Exaposteilarion von D wird die Befreiung von dem Schmutzfinken und μίασμα των ανθρώπων gepriesen. In A wird an ein völlig anderes Thema, eine konkrete Einzelszene aus dem Synaxar des Spanos, das Kämmen der Barthaare, erinnert. Diese Szene wird nach der eigenen Version von A 256ff. und nicht der von D 670ff. wiederholt.

e) Polyeleos D 918—948. Während A nach dem Exaposteilarion wie üblich zu den Ainoi übergeht, ist in D ein relativ umfangreicher Polyeleos — an falscher Stelle — eingeschoben. Der Polyeleos besteht aus den Psalmen 134 und 135. Unser Autor verwendet nur Psalm 134, nimmt aber aus Psalm 135 hin und wieder den charakteristischen Vers, der dem Polyeleos seinen Namen gegeben hat, δτι εις τον αίώνα τό ελεος αϋτοϋ und setzt ihn parodiert zu ότι εις τον αιώνα ό γέλως αϋτοϋ an einzelne Verse seines parodierten Psalms 134 dazu. Die Parodie hält sich sehr eng an die Vorlage, so daß der Autor vom Inhalt her kaum etwas anderes als einen verdrehten Psalm 134 zustande brachte. Die „positiven" Wörter der Vorlage werden durch die entsprechenden „negativen" ersetzt, eine Technik der Parodierung, die sonst im Gesamtwerk kaum so streng durchgeführt ist. Neben der üblichen Beschimpfung als σημεία, τέρατα καί φόβητρα D 930, über die von Ewigkeit zu Ewigkeit gespottet werden darf, wird auch hier wieder denen gedroht, die mit Bartlosen verkehren: D 943: όμοιοι αύτοΐς γενήσονται πάντες oí όγαπώντες αύτούς.

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f) Ainoi D 949—1005. A 342—358. Sowohl in der Zahl der Stichoi als auch in deren Reihenfolge hält sich unser Autor nicht an den üblichen Ablauf der Ainoi. Aus den Psalmen 149 und 150 werden insgesamt nur vier Stichoi parodiert (wie etwa εν κυμβάλοις ευήχοις in εν κυμβάλοις νά βήχη A 353). Die Zahlenangabe η' für die Stichoi bei D ist für sich parodiert und damit unter die scherzhaften Angaben zu zählen (cf. D 7. 249. 1596.) Eine Verbindung der beiden Versionen untereinander besteht nur ganz oberflächlich durch ein paar Anklänge im ersten Wort der ersten Strophe von D und A und ein paar Wörtern vom Anfang der 2. und 3. Strophe von A und der 2. und 4. Strophe von D. Den nur aus drei Strophen bestehenden Ainoi von A fehlt also die entsprechende 3. Strophe von D. D wiederholt in der 1. und 4. Strophe die alten Vorwürfe: alle Welt beschimpft ihn, dem das fehlt, was Esel und Pferd in Form ihrer Schwänze zu viel haben (D 956 ff.). Beschmutzt seine Fratze, der sich den Fluch seiner Mutter auf Bartlosigkeit mit Recht eingehandelt hat (D 996ff.). Die dritte Strophe erwähnt noch einmal jene Gnade von Onkel Bock, den bartlosen Neffen mit etwas Barthaar zu versehen (D 980ff.). Einen etwas persönlicheren Zug scheint die zweite Strophe D 967ff. zu haben: „Hört alle heute die schlimme, merkwürdige, hinterlistige, ganz schlaue und furchtbare Geschichte vom Bartlosen und beschimpft diesen bocksbärtigen, dreimalverfluchten Dieb und hinterlistigen, schlauen, unmenschlichen, heimtückischen Verräter, mein Gott soll ihn erschlagen". Bezieht sich dies auf eine reale gemeinsame Lesung oder gar Aufführung unseres Textes? Nein, wenn man ζ. B. D 1038 das συνελΟόντες σήμερον als Zitat aus der entsprechenden Vorlage sieht. Auf eine Aufführung könnte auch die erste Strophe der Ainoi aus A 343ff. weisen: „du trugst, Herr Abt, den Mönchen ihre Dienste auf, dem bösen Kellermeister gabst du den Schlüssel an seine Hüfte; der aber verhöhnt und beschimpft uns: ich gebe Brot aufs Gramm gewogen und die Weinration nach dem Immer-etwas-weniger-Maß ! Deshalb bitten wir dich, wirf ihn hinaus, bevor wir ihn uns vornehmen und er dann nicht weiß, woher das Übel kam". Weder ein Bezug zum Gesamttext, noch zum Spanos, sondern ein persönliches Heraustreten des Bearbeiters aus dem Stück, ein persönlicher Hinweis auf einen Mißstand im eigenen Kloster, witzig formuliert, in die Scherzliturgie eingepackt. 14

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g) Weitere Troparia D 1006—1048. A 359—368. D und A haben sich hier ganz getrennt. Während D drei Strophen im 4. Ton nach Ώς γενυαίου εν μάρτυσιν, die am 23. April zu Ehren des Hlg. Georg gesungen werden, anschließt, bringt A ein Doxastikon. Dieses schließt sich wörtlich an die beiden anderen Doxastika A 22 ff. und 46ff. an. Auch die Tonart ist mit A 46ff. gleich. „Beschmutzt den Bartlosen, setzt ihn auf einen Spieß, damit er darüber wacht, daß die Wölfe nicht seinen Kopf fressen". Ähnliches steht ihm von Seiten der Krähen bevor. Die Strophen von D schließen sich inhaltlich dagegen an die entsprechenden Strophen aus D 122ff. mit der gleichen Musterstrophe an; auch wörtliche Anklänge sind da: και τό είδος σου άγριου και ή θέα ώς θεάτρου D 1022f. = και τό είδος σου άσχημου καί ή θέα τταυάτσαλος D 136f. Im ganzen sind die drei Troparia ein Schimpffinale, das so gut wie alle liebgewonnenen Einzelausdrücke aus der Akoluthie des Orthros noch einmal aufgreift und unter Ώς γενναίου έυ μάρτυσιν vereinigt. h) Epitaphios 1) Einführung D 1049—1500. A 369—417. Die Stellung des parodierten Epitaphios-Threnos in der Akoluthee des Orthros wurde oben behandelt. Textgrundlage der Stichoi ist Psalm 118: der "Αμωμος, hier "Ανομος, Vorlage der Troparia der Epitaphios-Threnos aus dem Triodion. Dabei hält sich der Amomos ganz an die Verse des Psalms, die auch fortlaufend und in der richtigen Reihenfolge, allerdings mit wesentlichen Lücken (von den 176 Versen des Psalms sind 77 verwendet) parodiert sind. Daß ursprünglich einmal alle 176 Verse des Amomos mit der entsprechenden Zahl an Troparia parodiert vorlagen, ist unwahrscheinlich. Das Gerüst für die Parodie sind die Stichoi, nicht die Strophen. Die Reihenfolge dieser Stichoi ist in D im ganzen völlig intakt, nur werden immer wieder einzelne Verse der Vorlage ausgelassen. Wären ursprünglich vorhandene parodierte Verse verlorengegangen, so hätte sich das zumindest auch am Ende einer jeden Stasis bemerkbar machen müssen. Gerade diese Überleitungen von der einen Stasis zur anderen sind aber völlig korrekt. Der letzte Vers der ersten Stasis in der Vorlage des Epitaphios-Threnos (Ps. 118, 72) entspricht genau der

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Parodie dieses Verses in D am Ende der ersten Stasis. Der parodierte erste Vers der zweiten Stasis von D entspricht genau der Vorlage mit Vers 73 des Amomos. Genauso entsprechen der letzte Stichos der zweiten Stasis und der erste Stichos der dritten Stasis von D den beiden entsprechenden Versen der Vorlage (Ps. 118, 131 und 132). Die Parodie der Stichoi ist sorgfältig durchgeführt und hält sich nahe an die Vorlage. Wie schon bei den Troparia des Kanons, so ist auch hier die Strophe, nicht der Vers der Platz, wo der Bartlose beschimpft, verhöhnt und verflucht werden kann und soll. Die Angaben nach dem Doxastikon der 1., 2. und 3. Stasis: όμοΰ oí δύο χοροί (das 1. Troparion der Stasis wird am Schluß der Stasis jeweils von beiden Chören wiederholt) entsprechen der Vorlage, die A n g a b e n άξιον έστι, δίς zur zweiten und αί γενεαΐ πδσαι zur

dritten Stasis nicht. Die Parodie ist groß angelegt. 77 Stichoi mit zusammen 85 Strophen bringen die unermüdliche Parodierleidenschaft des Autors gut zum Ausdruck. Dagegen hat der Text von A nurmehr einzelne Fragmente. 15 ganz kurze und verstümmelte Stichoi und 17 Strophen sind ein nur noch entfernter Abglanz des Originals. Dabei weisen Angaben wie ετέρα στάσις A 385 und 395, die Reihenfolge der Fragmente (die 2. und 3. Stasis sind allerdings in Α ζ. T. vertauscht), die Scheidung in Stichos und Troparion durchaus noch auf einen ehemals vollständigen Text hin. In diesem Zusammenhang erweist es sich auch wieder einmal, daß unser Text in die Hände eines Abschreibers gefallen war, dem zwar die parodistische Absicht des Gesamtwerks durchaus bewußt war, der aber selbst so viel Mühe hatte, der parodierten Fassung zu folgen, daß er bei eigener Unfähigkeit, neu zu parodieren, sich eher an die Vorlage des liturgischen Formulars klammern mußte als an den SPANOS-Original-Text. So parodiert D die Vorlage

μακάριοι oí άμωμοι εν όδω πορευόμενοι εν νόμω κυρίου noch durch D 1059 μαγάριοι οι άνομοι σπανοί, ευ όδω οΐ σπανοί άπολοϋνται während Α 369 f. m i t μακάριοι oí άμωμοι εν όδω πορευόμενοι ó δε

νώμος σου εξω beinahe nur das Original zitiert. Das parodistische Element ist in A in diesem Teil des Werks fast vollständig einigen vergröbernden Beschimpfungen gewichen. 2) 1. Stasis D 1052—1220. A 369—384. Die erste Stasis hat in D 27 Stichoi und 28 bzw. 29 Strophen (die erste Strophe ist mit der letzten Strophe fast identisch). Die 14*

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Länge der parodierten Stichoi bzw. Strophen entspricht der Länge der Vorlage. Als Vorlage der Stichoi dienen die ersten 72 Verse des 118. Psalms, von denen aber nur 27 Verse verwendet werden. Die Technik der Strophengestaltung ist einfach: die ersten zwölf Strophen der 1. Stasis nehmen durch das immer wiederkehrende einleitende μαγαρίζομέν σε auf den Beginn des Theotokion der ersten Stasis des Epitaphios-Threnos des Triodion μακαρίζομέν σε Bezug. Außer in der letzten Strophe dieser Reihe von 12 mit μαγαρίζομέν σε eingeleiteten Strophen schließt sich der zweite Vers mit einem ersten beschimpfenden Ausdruck an, der immer mit σπανέ (in D 1091 στταυόν) endet. Die Vorlage dazu ist das Θεοτόκε αγνή. Wie in der Vorlage bringt der 3. Vers meist zunächst das mit καί angeschlossene zweite Verb mit einem folgenden Akkusativobjekt: Vorlage: καί τιμώμεν την ταφήν την τριήμερον, Parodie, etwa D 1057: καί τσιρλοϋμεν την χεσάδα πατσάδα σου. Haben die ersten 4 Strophen danach im 4. Vers noch gleichbleibend eine Art Refrain, ώς άντίτυπον — ein beschimpfendes Substantiv im Genetiv — μορφή ν (in der 3. Strophe: ούράν), so ist davon in der 5. Strophe nur noch μορφή ν Übriggeblieben. Ab der 6. Strophe geht der Autor auch in diesem Vers eigene Wege. Der Autor entfernt sich also bei fortschreitender Strophenzahl immer mehr vom parodierten Original. Mit der 13. Strophe wechselt der Autor auf die Parodierung einer ebenfalls sehr bekannten Strophe aus der 1. Stasis des Epitaphios über: ή ζωή èv τάφω . . . klingt in ή ζωή σου πασα . . an. Außer dem νοεραί σε τάξεις, das zu Beginn der 22. Strophe zu αϊ τρελαί σου πράξεις parodiert ist, sind damit die direkten Anklänge an die Vorlage erschöpft. Daß aber auch jetzt noch die Strophen durchsetzt sind mit liturgischem Formular (z. B. bezieht sich der „Refrain" ώς αντίτυπου του . . . μορφήν auf das αντίτυπου τοϋ πνεύματος bzw. σώματος; s. auch das berühmte δρον άρον D 1185) ist selbstverständlich. Die verbliebenen fünf Strophen von A sind insofern echte Fragmente des Originals, als gerade die Strophen, die noch einen Bezug zur parodierten Vorlage haben, auch hier auftauchen: μαγαρίζομέν σε und ή ζωή σου εχάθη neben der Strophe A 383f., die sich auf D 1164ff. bezieht. A weicht auch hier wieder in den Stichoi insofern von D ab, als innerhalb der gleichen Vorlage andere Verse parodiert werden. Für die Stichoi der 1. Stasis hält er sich strenger an die Reihenfolge und den Text der Vorlage als D. Das έν νόμω κυρίου Ps. 118, 1 wird ò δέ νώμος σου εξω Α 370, das τά μαρτύρια αυτού Ps. 118, 2 wird τά μάτια σου, wonach mit der Parodie von Ps. 118, 4 und 5 durch A 376

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und 379 gerade die beiden Stichoi folgen, die in D nicht parodiert waren. Der Inhalt der Verwünschungen und Beschimpfungen des Spanos bringt keine neuen Aspekte: das Aussehen, die Gestalt, die Isolation, die Verschlagenheit, die Unverschämtheit. Die Bezeichnung des Spanos als άρτζιβούρτσης D 1074 hält sich im Rahmen der wohl üblichen Beschimpfung von dämonisierten Ketzern, in diesem Fall der Armenier. Eine interessante Parallele dazu bringt ein Text gegen die Armenier31; sie werden παμπόνηροι, αντίχριστοι oder άρματα των δαιμόνων genannt und sie machen ιουδαϊκά καί καφαϊκά συνέδρια (cf. A 502 των δύο αρχιερέων Ιούδα καί Καϊάφα). Ihre Beziehung

zu den Dämonen wird u. a. dadurch beschrieben, daß ein gewisser Lehrer armenischen Glaubens einen vom Dämon besessenen Hund gehalten habe, dessen Taten uns hier weniger interessieren als dessen Name: Άρτζιβούρτσης. Die 16. Strophe D 1142ff. bringt die Persönlichkeit des Autors mit ins Spiel: πώς εγώ ó άμαθης καί áyράμματος αναφέρω σου την

κάκιστο ν ζωή ν; einerseits das übliche byzantinische Understatement der Unbildung, das über die tatsächliche Bildung des Verfassers keine Rückschlüsse erlaubt, andererseits aber doch ein Hinweis, daß ein bestimmter Autor das bestimmte Werk geschaffen hat und dies nicht etwa aus einem volkstümlichen Scherzgedicht entstanden ist. Daß aber auch der persönliche Bezug nicht überbewertet werden darf, mag die Vorlage zu dieser Strophe zeigen (67. Strophe der ersten Stasis): ώ θεέ και λόγε, ώ χαρά ή εμή, πώς ένέγκω σου ταφήν την

τριήμερο ν; schon die Vorlage hat die erste Person Sing. Das persönliche Anliegen kommt auch noch in der nächsten (17.) Strophe D 1147ff. mit έπακούσατέ μου zum Ausdruck. Die Vorwürfe werden mit fortschreitender Strophenfolge drastischer. D 1196 treten wieder die Esel, diesmal besonders große aus Apulien, auf, um des Bartlosen Kinn zu beschmutzen, D 1202 f. Feuer, Glut und Blitz soll seinen Hartkopf verbrennen, D 1206ff. die Raben sollen ihm die Arme, Beine und die Zunge fressen. D 1216 beginnt mit Δόξα καί vüv . . . ein Doxastikon, das in der ersten Stasis nicht ausgeführt ist. Daß hier ursprünglich eine mehr persönliche „Widmung" der Stasis an den Bartlosen stand, scheinen τό αυτό D 1376 bzw. πάλιν τό αυτό D 1493 nahezulegen. Diese An-

weisungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie sich auf ein ähnliches Doxastikon am Ende der ersten Stasis beziehen. 31

s. Λαογραφία 8 (1921) 455.

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Kommentar

3) 2. Stasis D 1221—1385. A 395—416. Die zweite Stasis hat in D 26 Stichoi und wie in der 1. Stasis 28 bzw. 29 Strophen. Die Länge der parodierten Stichoi bzw. der Strophen entspricht auch hier der Länge der Vorlage. Als Vorlage der Stichoi dienen die Verse 73—131 des Amomos, von denen aber nur 26 Verse verwendet werden. Parallel zur Technik der Parodierung in der ersten Stasis nehmen die ersten 10 Strophen der 2. Stasis durch das immer wiederkehrende einleitende άξιόν εστι auf den Beginn der ersten Strophe der zweiten Stasis des Epitaphios Bezug. Der Anschluß der Vorlage μεγαλύνειν σε τον ζωοδότη ν wird meist durch eine Konstruktion des Gerundiums im Genetiv ersetzt: τοΰ κλοτσίζειν σε D 1230, του γελάν σε D 1242 usw. . Im folgenden ist die Konstruktion der Vorlage nur noch in der ersten Strophe der 2. Stasis unserer Parodie bewahrt. Für die 11.—15. Strophe der 2. Stasis dient das εφριξεν ή γ ή der 3. Strophe der parodierten Vorlage. Auch die folgenden Strophen bringen eine Reihe von Anklängen an die Vorlage (z. B. entspricht dem ήλιος όμοϋ, καί σελήνη der Vorlage ein κόρακες όμοϋ και κουρούνες D 1326f.) und allgemein an liturgisches Formular. In A ist die Reihenfolge der 2. und 3. Stasis z. T. vertauscht. Nach der verkümmerten ersten Stasis folgt die noch verkümmertere 3. Stasis als ετέρα στάσις A 385—394 und danach erst die verkümmerte 2. Stasis, ebenfalls als ετέρα στάσις. Daß diese Vertauschung alt ist, beweist die Tatsache, daß der Stichos der vertauschten 2. Stasis von A dem ersten Stichos der 2. Stasis der Vorlage entspricht: A 387 αϊ χείρες σου και oí πόδες σου έξεράβησαν nimmt αϊ χείρες σου εττοίησάν με καί επλασάν με auf. Der fragmentarische Charakter von A wird gerade durch das Durcheinander der noch verbliebenen 6 Stichoi der 2. Stasis (A: 3. Stasis) unterstrichen; der 1. Stichos der 2. Stasis von A 398 entspricht einem Stichos aus der 1. Stasis des Epitaphios, der auch in D zweimal (einmal an der von der Vorlage her erwarteten Stelle D 1088f. und einmal eingeschoben und mit anderem Kontext D 1134) parodiert ist. Der 2. Stichos von A 401 geht auf einen Vers der Vorlage zurück, der ebenfalls aus der 1. Stasis des Epitaphios stammt, in D aber in der Parodie nicht berücksichtigt wurde. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, daß in einem uns unbekannten Original alle Verse des Amomos und eine entsprechende Zahl von Strophen parodiert waren. Dagegen spricht allerdings, daß gerade der nächste, 3. Stichos von A 404 sich an den vorigen Vers der 1. Stasis von D 1094

Orthros

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anschließt, ohne etwa nun mit den auch in D nicht parodierten Versen Ps. 118, 21 und 22 der Vorlage fortzufahren. Auf der einen Seite bringt also A die Auslassungen der Vorlage, die auch D hat, auf der anderen Seite hat A Verse parodiert, die in D nicht vorhanden sind und von denen wir vermuten dürfen, daß sie von A im Geiste und in der Fortsetzung der dem Bearbeiter bekannten Vorlage selbständig weitergedichtet wurden. Der 4., 5. und 6. Stichos der 2. Stasis von A (407; 410; 413f.) parodieren dagegen Verse aus der 3. Stasis des Epitaphios, die auch in D — völlig anders — verwendet worden waren: A 407 άγαλλιάσομαι τά γένια σου νά τά χέσουν σκυλία πολλά geht auf Ps. 118, 162 άγαλλιάσομαι εγώ επί τά λόγιά σου, ώς ò ευρίσκων σκύλα πολλά zurück, was in D 1446 an Ort und Stelle mit ούτως ηύφράνθην ύβρίζοντάς σε, ώς ό ευρίσκω ν σκϋλα πολλά parodiert ist. Genauso entspricht dem ϊδε ότι τά γένια σου ουκ έχουν μέρος μέ άνθρωπο ν von Α 410 ein Ιδέ την ταπείνωσίν μου καί εξελοϋ με in Ps. 118, 153, was in D 1420 an Ort und Stelle mit είδε την ταπείνωσίν σου ó θείος σου την σκύλινην καί ευεργέτησε σε parodiert ist, und der letzte Stichos επλανήθην ό τράγος von A 413 f. geht auf den letzten Vers des Amomos Ps. 118, 176 επλανήθην ώς πρόβατον . . . zurück, was in D 1485 an Ort und Stelle mit επλανήθης ώς πρόβατον . . parodiert ist. Die letzten drei Stichoi von A stammen aus der dritten Stasis des Epitaphios, wogegen die dazugehörenden Strophen aus der zweiten Stasis genommen sind. Die Um- und damit Herstellung der ursprünglichen Reihenfolge bei A unter Berücksichtigung von D hätte die Stichoi von den Troparien gerissen. Damit wäre D zuliebe A zerstückelt worden, ohne für D etwas zu bringen. Allerdings hat es sich der Bearbeiter von A noch leichter gemacht als der Autor von D: alle noch erhaltenen sieben Strophen beginnen mit dem aus D wohlbekannten άξιον εστί, um im folgenden sehr frei und derb weiterzugehen. Immerhin ist die metrische, oft auch die syntaktische Gestalt der Vorlage meist bewahrt. Die Vorwürfe gegen den Bartlosen sind die üblichen: das Scheusal muß physisch und psychisch beschmutzt werden, die Menschheit muß von dieser Seuche befreit werden. Die magischen Vögel Raben, Krähen und Geier sollen eingreifen D 1326ff., man freut sich an seiner Blendung D 1354ff., er ist weder Mensch noch Tier D 1360ff. Die 13. Strophe D 1292ff. bringt erneut eine persönliche Emotion des Autors zum Ausdruck: „auch ich habe mich entsetzt, als ich glaubte, dich zum Freund haben zu können. Ich habe mich als Mensch geirrt, da ich dein Benehmen kennengelernt habe". Dabei geht έφριξα und ήλπιζα auf die Vorlage εφριξεν und ήλιος zurück. Noch

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Kommentar

deutlicher wird die persönliche Meinung in dem in der 1. Stasis nicht vorhandenen Einschub als Doxastikon am Ende der 2. Stasis und vor der Wiederholung der ersten Strophe (D 1382ff.): D 1377ff.: „nimm zum Geschenk, schlimmer Bartloser, diesen Hymnus, den ich für dich mit viel Mühe verfaßt habe, damit alle dich (in deiner wahren Gestalt) kennenlernen". 4) 3. Stasis D 1386—1500. A 385—394. Die dritte Stasis hat in D 24 Stichoi und 25 bzw. 26 Strophen. Die Länge der parodierten Strophen entspricht der Länge der Vorlage. Die Länge der parodierten Stichoi dagegen hat sich der Länge der parodierten Strophen etwas angeglichen; sie sind in der Regel gekürzt, jedenfalls kürzer als die parodierten Verse der 1. und 2. Stasis von D. Als Vorlage der Stichoi dienen die Verse 132—176 des Amomos, von denen also nur etwas mehr als die Hälfte verwendet werden. Entsprechend der Technik der Parodierung in der 1. und 2. Stasis nehmen die ersten 13 Strophen der 3. Stasis von D durch das immer wiederkehrende αί γευεαί ττάσαι auf den Beginn der ersten Strophe der 3. Stasis des Epitaphios Bezug. Die übrigen Kola dieser Strophen und die folgenden Strophen der 3. Stasis sind frei gestaltet und nur noch dem Metrum der Vorlage unterworfen. Die 7. und 8. Strophe D 1413ff. bzw. 1417ff. sind identisch. Von der Vertauschung der Strophen der 2. und 3. Stasis in A wurde oben gesprochen. Der erste Stichos A 387 der 3. Stasis entspricht dem 1. Stichos der 2. Stasis der Vorlage. Der 2. Stichos A 389 der 3. Stasis entspricht dem 2. Stichos der 3. Stasis der Vorlage und bringt damit die Parodie auf einen Vers, der in D nicht parodiert ist (Ps. 118, 133), genauso wie der 4. Stichos A 393 auf den 135. Vers des Amomos zurückgeht, ohne daß dieser in D parodiert ist. A hält sich an die Reihenfolge des Originaltexts und nicht an die im Wortlaut verlorengegangene oder nicht mehr erinnerliche Reihenfolge der Parodie dieses Originaltexts. Der 3. Stichos A 391 entspricht dem 3. Stichos der 3. Stasis der Vorlage und dem 2. Stichos der 3. Stasis von D. Alle verbliebenen 5 Strophen von A beginnen mit dem aus D und der eisten Strophe der Vorlage bekannten αί γενεαί ττασαι. Durch die Kürze der Strophen und die Bindung vieler Strophen an den Beginn αί γευεαί πασαι ist die Möglichkeit einer neuen Aussage zum Spanos beschränkt. Wieder sollen die Barthaare des Spanos beschmutzt werden, Ρωμαίοι τε καί Φράγκοι D 1435 sollen ihn beschimpfen.

Orthros

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Mit D 1443ff. ist das Ende des Synaxars mit dem Tod des Genossen der Böcke und Schülers der Dämonen aufgegriffen (ähnlich D 1486ff.). An derselben Stelle wie in der 2. Stasis und beinahe mit denselben Worten wird auch hier D 1494ff. die persönliche Widmung des Autors an den Bartlosen vorgebracht: „nimm diesen Hymnus, verdammter Spanos, zu deinem allerschlimmsten Gedenken". Auch der Stichos D 1404 πεπυρωμένον τό πρόσωπον σου, και εγώ ήγάπησα corrò scheint den persönlichen Racheakt des Autors zu unterstreichen, während der Ichbezug von D 1480f. Ιπεπόθησα του ίδεϊν σε ξηρόν καΐ ò γέλως σου μελέτη μού εστίν mit der Vorlage zu erklären ist.

i) Evlogitaria D 1501—1561. Die im liturgischen Ablauf auf den Epitaphios-Threnos folgenden 'Αναστάσιμα Εύλογητάρια sind in D in voller Länge parodiert. In A fehlen sie. Jedes Troparion wird durch das ψευδοποιέ σπανούριε für Εύλογητός εΐ, κύριε eingeleitet, das abschließende Doxastikon δόξα πατρί και υίω και áyícp πνεύματι ist in ύβρις σπάνω τω τραγί καί άγρίω κτήματι parodiert. Die einzelnen Strophen sind sorgfältig parodiert und dadurch auf den Text der Vorlage festgelegt. Andererseits erweist sich gerade hier die meisterhafte Handhabung der Parodierung zum Zweck der Verhöhnung des Spanos: getroffen wird immer er, die Form, in der das geschieht, ist die der Evlogitaria. Jener wird dabei in den Schmutz gezogen, diese bleiben trotz schlimmer „Verwertung" unangetastet. Einerseits beschimpfen zum Zauber geeignete Tiere den Spanos und warnen vor ihm: die Esel, Schildkröten, Frösche D 1504ff., Raben D 1517f. ; 1528; 1537, andererseits sind die Beschimpfungen des Spanos aus dem Tierreich besonders reich: Bock D 1511; 1520; 1544; 1559, du mit der Schweinsschnauze D 1512, Hund D 1546, Esel D 1552, Büffel D 1558. Besonders τράγος und άγριότραγος sind häufig wiederkehrende Schimpfwörter für den Bartlosen, der damit ζ. T. mit seinem Onkel άγριότραγος identifizieit wird. Im übrigen wird unser Spanos im Gegensatz zum Kreuz Christi der Vorlage am Spieß gebraten D 1506. Statt der Auferstehung ως θεός γαρ εξαυέστη του μνήματος wird er dann gebraten verspeist ώς ψητόν γάρ νυν έβρώθη ό δόλιος D 1541 f.

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Kommentar

j) Του ήλιον κρύψαυτα D 1562—1593. Nach einem Doxastikon folgt das während der Epitaphiosprozession gesungene Lied Του ήλιου κρύψαυτα mit parodierter Tonartangabe (Του ήλιου κρύψαυτα wird im ήχος πλάγιος α ' gesungen). Der Witz der Parodie besteht darin, daß das in der Vorlage immer wiederkehrende δός μοι τούτου του ξέυου hier jeweils auf jene Szene des Synaxars des Spanos bezogen ist, wo dieser seinen Onkel Bock um ein paar Barthaare anfleht: δός μοι δύο τρεις τρίχας! Der Rest sind die Argumente, mit denen der Bartlose sein Flehen begründet hatte: damit mich meine Frau nicht verliert und einen anderen Mann nimmt D 1573f., damit mich nicht alle Welt verlacht D 1576, damit mich Charos nicht raubt D 1578, damit die wilden Tiere mich nicht fressen D 1580, damit die Hunde mich nicht zeneißen D 1582, damit sie mir nicht in die Fratze kacken D 1584. Daß sich Onkel Bock diesen Argumenten aufgeschlossen zeigt und ihm die berühmten 33/4 Barthaare vermacht und ihn zum Teufel schickt, wird noch einmal ausdrücklich vermerkt. Damit ist die Akoluthie des Orthros zu Ende, die große Doxologie (hier κακολογία μεγάλη D 1594) und die Apolysis sind nur noch erwähnt.

F. LITURGIA D 1595—1662. Von der Liturgia nach dem Esperinos und dem Orthros (hier λιμουργία D 1595) kommen nur noch die μακαρισμοί (hier μαγαρισμοί D 1595) zur Ausführung. Die Troparia beginnen wie in der Vorlage erst nach den ersten Stichoi D 1598—1602. Die D 1596 angegebene Zahl 8 gehört in die Reihe der parodierten liturgischen „Regieanweisungen" (cf. D 7. 950). Der 2. Stichos der Vorlage μακάριοι οί καθαροί τη καρδία ist nicht parodiert, dafür der 3. Stichos μακάριοι oí είρηυοποιοί als Stichos 2 μαγάριοι oi κακοποιοί σπαυοί und Stichos 5 μαγάριοι oí μαχοποιοί σπαυοί doppelt. Die Troparia sind Parodien der Troparia der Sonntagsliturgie im 1. Ton. Von dem Lied Διά βρώσεως wird nicht, wie vorgegeben, die 1., sondern die 3. Strophe parodiert: έσταυρώθης άυαμάρτητε. Sie klingt in den beiden ersten Strophen am Anfang und in den ersten drei Strophen am Ende mit dem Refrain ευ τή βασιλεία σου (hier

Liturgia

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του), der auch in der Vorlage der Refrain der ersten 4 Strophen ist, an. Die nächsten 3 Strophen sind nur metrisch an die Musterstrophe gebunden, während die beiden Strophen des Doxastikon sich wieder an das entsprechende Doxastikon der Sonntagsliturgie anschließen. An den Stichoi von D läßt sich gut deren parodistische Behandlung ablesen. Oft beschränkt sich die Parodie auf die Verneinung der Aussage der Vorlage: ττενθούντες τταρακληθήσονται ergibt D 1599 ττενθούντες ου τταρακληθήσονται. χορτασθήσουτσι ergibt D 1600 où χορτασθήσονται. ελεηθήσονται ergibt D 1602 ούκ ελεηθήσονται. oí ελεήμονες ergibt D 1602 oí άνελεήμονές u. a., oft wird das Gegenteil als Antiwort gebraucht: ειρηνοποιοί ergibt D 1609 κακοποιοί bzw. D 1633 μαχοποιοί. χαίρετε και άγαλλιασθε ergibt D 1640 κλαίετε και θρηνείτε, εν τοΤς ούρανοϊς ergibt D 1641 έπί της γης. Die in allen Stichoi unseres Werks übliche enge Anlehnung an die Vorlage läßt als dritte Möglichkeit nach den beiden genannten nur noch die der „Umdrehung" der Oiiginalstelle zu: uioi Θεού werden D 1609 zu uíoí τράγων, ενεκεν δικαιοσύνης wird D 1617 zu ενεκεν τρίχας, ελεηθήσονται wird D 1633 zu φουρκισθήσονται. ό μισθός υμών wird D 1640 zu ó γέλως ύμων. Im Gegensatz zur Auferstehung Christi nach der Kreuzigung wird unser Spanos als jemand vorgestellt, den man ins Grab steckt (κατεχώθης D 1603, entsprechend dem κατετέθης der Vorlage) und der anstatt wiederaufzuerstehen, in die Hände bzw. unter die,,Sense" des Charos32 kommt. Der wirft ihn kurzerhand in den Hades D 1607. Diese Behandlung ist die Strafe für seine Untaten D 1611 ff. Er bekommt von uns die übliche Verwünschung: Ausreißen des Schnurrbarts, Kacken auf die Barthaare, ab in den Hades D 1619ff., ähnlich D 1627ff. und 1634ff. Der Spanos darf sich unter den Menschen nicht sehen lassen, bevor er nicht einen Bart sprießen lassen kann, denn sonst passieren ihm die oben angedrohten Dinge D 1642 ff. In die Beschimpfung wird D 1649 ff. auch sein Onkel Bock mit einbezogen und im übrigen möge uns Gott vor den Bartlosen bewahren D 1656 ff. 32

Die Vorstellung des Charos als eines Sensenmannes ist im Gegensatz zum westlichen Volksglauben im griechischen Osten nur in Spuren nachweisbar. Unsere Stelle könnte die Existenz dieser volkstümlichen Vorstellung auch für den mittelalterlichen griechischen Raum ausreichend belegen, so daß die bei D. C. Kesseling, Charos, Ein Beitrag zur Kenntnis des Neugriechischen Volksglaubens, Leiden—Leipzig 1897, 46f., geäußerte Hypothese von einem westlichen Einfluß des Attributs der Sense für Charos ins Wanken geriete. Allerdings ist zu differenzieren zwischen einem Charos mit „Sense", die im Grunde eine Sichel ist, und einem Charos als Skelett mit Sense, wie er tatsächlich nur im Westen vorstellbar zu sein scheint, cf. auch S. Synkollitis, Λαογραφία 11 (1934/37) 389 Anm. 3.

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Kommentar

G. TISCHMUSIK D 1663—1674. Mit dem Ende der ,,λιμουργία" ist auch der metrische Teil zu Ende. Zunächst klingen in D 1663 ff. parodierte Essensbestimmungen aus einem Klostertypikon an: die σκαταφάτα διάφορα und das άνήθιν κλανήθιν tauchen in den folgenden Teilen noch oft auf. In scherzhafter Umdrehung wird selbst beim Essen der Spanos beschimpft (κακολογοϋντες für εύλογούντες). Die neue Folge von Parodien wird eingeleitet durch die Parodie eines Liedes als Begleitmusik zu der Mahlzeit im Kloster. Der Anlaß zur Schöpfung einer Neumenparodie an dieser Stelle ist insofern gut getroffen, als das einzige Mal, wo im Kloster mit Gewißheit nicht gesungen, sondern ein erbaulicher Text verlesen wird, die Stunde der Mahlzeit ist. Gerade deshalb muß jetzt nicht nur ein Protopsaltis auftreten, sondern auch zum einzigen Mal der Name des Hymnenschöpfers genannt werden: Herr Knüttel von Fahrlassing D 1667f. Dieses Meisterwerk muß dann im „schweren Querton" (entweder ist die Tonart πλάγιος, sie tritt dann im 1., 2. oder 4. Ton auf, oder βαρύς, die Bezeichnung für den 3. Querton, ein ήχος πλάγιος βαρύς D 1669 ist ein Adynaton) getragen und wohlklingend (εύφώνως statt άργώς oder άφώνως) vorgetragen werden. Die Neumenparodie selbst ist aus verschiedenen Gründen interessant. 1. die Notenzeichen: es sind die Akzent- und Interpunktionszeichen, die einem Drucker griechischer Texte zur Verfügung standen: Apostroph (Spiritus lenis), Spiritus asper, Akut, Gravis, Punkt, Trema, kurzer Horizontalstrich. „Bis auf den Spiritus aspei gehören die Zeichen zum Grundstock der byzantinischen Neumenschrift, werden aber hier in willkürlicher Weise eingesetzt" (briefliche Mitteilung von C. Floros). Unsere Notenzeichen parodieren korrekte Notenzeichen, sie ergeben in dieser Gestalt keinen Sinn und sind so auch nicht zum Gesang bestimmt: eine philologische Spielerei, eine Musikparodie. 2. Die Textunterlage: Α ν αυε τρα γε αυ αυε τρ α ye αυ α νε τρ α γε ρ ου τε ρου τε ρου τε ρε ρε ρε ρε ρε ψεις ψεις ρι ρι ρουτε ρι ρι ρου τε α γρε α γρε αγρε κα κα κο κο τρα γε και α ypio τρ α γε ο θε ε ε ος μου μου πα ira ira τα ξη ξη ξη σε τε τε τε τε τε το το το το το τι τι τι τι ξης αμην η η ν αμην αμην

2. Prosateil

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Daraus ist an sinnvollem Text zu entnehmen: Άναυέ τράγε κακότραγε καί άγριότραγε ό θεός μου πατάξη σε, αμήν (cf. D 134; 148; 177). Der Rest sind sinnlose Silben. Dazu schreibt uns C. Floros: ,, . . Textunterlegung des Gesanges, die eine Orientierung an dem sogenannten kalophonischen Stil des 15. Jahrhunderts verrät. Dafür sind die häufige Silbenwiederholung und die Interpolation textfremder Silben (te, re) sehr bezeichnend. . . Die wiederkehrenden Silben Anane bilden den Anfang eines Echemas, d. h. einer für die Vorbereitung des Chores wichtigen Intonationsformel" 33 . Die Parodie geht also ins Detail. 3. Zur Datierung des Gesamtwerks, s. o. „Datierung". 4. Der Notendruck: Wir zitieren C. Floros: „Die Anfänge des Notendruckes . . . reichen bis in die 1470 er Jahre zurück. Doch handelt es sich stets um Notendrucke mit westlicher Notation (Choralund Mensuralnotation). Drucke mit byzantinischen Neumen gibt es, soweit ich sehe, aus dem 15. und 16. Jahrhundert nicht". D. Oikonomos schreibt sogar (brieflich): „ . . . πιστεύω ότι σέ τυπωμένα κείμενα δεν εχομε βυζαντινέ? νότες πριν από τον 19. αΐωνα (c. 1814;) . . .". Unser Druck scheint also der erste bekannte Druck mit byzantinischer Neumenschrift zu sein. Und dabei gleich in der Form der Parodie der Neumenschrift.

H. 2. PROSATEIL D 1675—1794. A 418—540. Β 101—232. a) Vorbemerkung Der folgende Prosateil schildert die Einleitung des Heiratsverfahrens durch einen Mitgiftvertrag, das Hochzeitsmahl, die Hochzeitsnacht und ihre Folgen, die trotz ausführlicher magischer Heilbehandlung von Seiten der Ärzte und aller Verwandten nur mühsam bekämpft und schließlich überwunden werden können. Obwohl das Wort σπανός ab hier nur noch im Titel zum Mitgiftvertrag erscheint, ist auch dieser Teil ohne Zweifel ein ursprünglicher Bestandteil des Gesamtwerks ; wörtliche Anklänge und direkte Bezüge zum übrigen Werk sind nicht selten. So bezieht sich etwa D 379ff. σπανός έχέσθη κι έγέμισε δέκα σακκοΰλες φακκίνων auf D 1791 έκόπρισε κάδους ενενήντα εννέα καί ήμισυ, D 727ff. λέρα στά μάτια σου . . . ξηρά σκατά στ' άντζιά σου entspricht D 1764f., D 568f.= 33

cf. auch Κ. Sathas, Κρητικόν Θεάτρου, ΕΙσαγωγή, Venedig 1879, und Koukoules BBTT 6, 496 und Anm. 8.

222

Kommentar

1704, D 569 κουνουττίων ξύγγιν λίτρας εκατόν ^ D 1698, D 178 δόξα και νυν καί εις τό κεφάλιν καης wird D 1747 wiederholt und innerhalb des Synaxars des SPANOS steht D 635 ff. bereits eine Rezeptparodie der Struktur ύπαγε εις . . . και ετταρον . . . καί θέ$ εις. . . σκατάλειψον, είτα ιτροσκόλλησον. . , die der gewöhnlichen und damit auch der im Iatrosophin D 1732 ff. üblichen Rezeptstruktur entspricht. Daß aber der Bartlose nicht mehr namentlich genannt wird, läßt sich daraus erklären, daß mit den nun folgenden Prosateilen die Technik der Parodierung gewechselt werden muß. Erschöpfte sich im Hymnos der Witz oft schon in der bloßen Parodie der Vorlage, so ist in den Prosateilen ohne Handlung nicht auszukommen. Waren die metrischen Teile immer nur wieder neue Varianten von Beschimpfungen, Verwünschungen und weiter ausgemalte Schilderungen von Szenen aus dem Synaxar des Spanos, so wird im folgenden versucht, im G e i s t e der Vorlage ein Feuerwerk gegen den Bartlosen abzubrennen. Der liturgische Bereich ist verlassen, auch wenn in der Gebets- und Verwünschungsparodie Bibelzitate nach wie vor gebraucht und parodiert werden. Die bloße Umsetzung von εύλογητός εΤ, κύριε in ψευδοποιέ σπανούριε ist allerdings nicht mehr möglich. Schwieriger ist die Motivation des Autors zur Abfassung dieses Prosateils zu sehen. Am wahrscheinlichsten scheint uns die zu sein, die von einer gesteigerten Parodierlust des Autors ausgeht. Waren schon in dem ersten großen Prosateil des Werks, dem Synaxar des Spanos, Anklänge an Parodien erkennbar, die über den kirchlichliturgischen Bereich hinausgingen, so scheint sich der Autor mit Hilfe des zweiten großen Prosateils nicht auf die Parodierung liturgischer Formulare beschränken, sondern seine parodistischen Fähigkeiten auch auf andere gängige weltliche Formulare ausdehnen und unter Beweis stellen zu wollen. Daß sein Auge einerseits auf eine typische Urkunde, wie es ein Mitgiftvertrag darstellt, andererseits auf ein Iatrosophin — Anweisungsregeln zu einer Heilbehandlung — fiel, mag damit zusammenhängen, daß einmal durch die Aufzählung aller Einzelheiten der Mitgift, zum anderen durch die Unmenge von Beschwörungs- und Heilformeln sich ein weites Feld der „Verkehrten Welt", der Verdrehung, Umkehrung, Beschimpfung und Verfluchung des Bartlosen auf tat. Notgedrungen geht damit ein großer Teil des parodistischen Elements zu Gunsten einer phantastischen Verspottung und Verhöhnung des Spanos verloren. Die Parodie beschränkt sich darauf, den Rahmen abzustecken, in dem der Unfug mit unserem Bartlosen getrieben wird, vergleichbar dem Rahmen des Synaxars, das die phantastische Lebensgeschichte des Spanos brachte.

2. Prosateil

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Mit μετά δέ ταϋτα λέγομεν τήυ προικοδοσίαν, ήτις λέγεται Οπό ίδιώτου, ημών δέ πάντων άκροωμένων μετά σιγής καί εύλαβείας πολλής in D 1675ff. und ημείς δέ έπ' άλλο τον λόγον τρέψωμεν καί εϊπωμεν τά κατ' αυτόν in D 1725 wird die Fiktion des Vortrags beim oder nach dem Essen aufrechterhalten. Die Gründe dafür, den zweiten Prosateil nicht in den ersten mit einzubauen, wie es die Chronologie vorgeschrieben hätte, liegen auf der Hand: der Mitgiftvertrag und das Iatrosophin hätten nicht nur den vorgegebenen Rahmen eines Synaxars, sondern auch den Erzählfluß der Hauptgeschichte des Bartlosen, die Erlangung von 3 1 / 2 + 1 / 4 Barthaaren, zerstört. So blieb dem Autor nichts anderes übrig, als wichtige Dokumente zum Leben des Helden, einmal den Mitgiftvertrag, dann die Behandlung des in der Hochzeitsnacht erlittenen Schocks des Bartlosen gleichsam als Anlage zum Werk mitzugeben, vergleichbar etwa dem ebenfalls am Ende mitgegebenen Epigramm auf das Grab unseres Spanos. Die Überleitungen zwischen liturgischem Teil und Mitgiftvertrag sowie zwischen diesem und dem Iatrosophin, das in eine allgemeine Verfluchung des Kranken ausartet, wirken oberflächlich und aufgesetzt. Der Autor wollte ja nicht eine stimmige und konsequent durchgeführte Lebensgeschichte des Bartlosen schreiben, sondern diesen mit Hilfe der Parodierung gängiger liturgischer und anderer Formulare (hier aus dem Urkundenwesen und der Medizin) dem allgemeinen Spott und Gelächter preisgeben.

b) Mitgiftvertrag 1) Einleitung D 1678—1721. A 418—470. Β 101—145. Der Formelbestand eines gewöhnlichen byzantinischen Mitgiftvertrags ist im ganzen gewahrt. Ohne Überschrift (σίγνον χειρός . . .) und Einleitung (freiwillig erschienen; Anrufung der Hlg. Dreieinigkeit) beginnt unser Vertrag mit der Nennung der beteiligten und erschienenen Personen einschließlich deren Herkunftsort, ήμεΐς. . . παραδίδομεν34 είς τον γαμβρόν ημών την γνήσιαν ημών καί φιλτάτην θυγατέρα35 ο ν ό μ α τ ι 3 6 . . . . An Stelle des Wunschs der Eltern folgt hier der Wunsch des Esels, έν πρώτοις δίδομεν36 την 34

35 38

s. G. Ferrari, I documenti Greci medioevali di diritto privato dell' Italia meridionale, Byz. Archiv 4 (1910) 27. s. Κ. Sathas, Μεσ. Βιβλ. VI, 607. s. Ferrari, a. a. O. 71.

224

Kommentar

ευχή ν του . . ,37 und die Aufzählung der eigentlichen Mitgift: μετά δέ ταΰτα τά κάτωθεν γεγραμμέυα38 ήγουν . , 3 9 , wieder aufgenommen mit ετι δέ δίδομεν D 1690 und D 1701 und δίδομεν δέ καί ετερα ουκ

ολίγα ήγουν . . D 1703. Die „guten" Wünsche schließen auch die

Urkunde a b : D 1717ff. και νά ττάρη την γυναίκα του καί và ττάγη εΐξ την ροπήν του βεοϋ καί εις την κατάραν μας όμοϋ μετά τους έξετιμω-

τάδες. . . Das Eschatokoll fehlt, dafür stehen die Namen der Schätzer. Die aufgezählten Einzelobjekte des Mitgiftvertrags stellen nicht eine abgeschlossene Parodie eines Aussteuervertrags dar. Zwar kommen alle Bereiche, aus denen sich diese Objekte zusammensetzen müssen (Haus und Boden, Grundstücke, Felder, Haustiere, Haushalt, Möbel, Kleidung, feste Einnahmen, Nahrungsmittel usw.) voi, die Kriterien zu deren Umwandlung in Scherzobjekte sind aber nicht die der Parodie, sondern der phantastischen Übertreibung und bzw. zusammen mit der Gestaltung als Adynata. Diese Adynata kommen in unserem Text vor allem in zwei Passagen gehäuft vor, einmal im Synaxar des Spanos als Tributforderungen des Königs an die Bartlosen, die in dem Adynaton der ausgekämmten Barthaare gipfelt, zum anderen hier als Mitgift für die Braut unseres Bartlosen. Das Adynaton kann erreicht werden erstens durch die Maßbezeichnung (,,eine Garbe Eier"), zweitens durch die Unverträglichkeit von Substantiv und Adjektiv („wächserner Bratspieß"), drittens durch die Bestimmung einer unmöglichen Ansiedlung des bezeichneten Objekts („Melonengarten in den Wolken") oder viertens durch eine verkehrte (ζ. T. chiastische) Wortstellung einzelner Wortpaare (aus einer „Truhe Stoffreste" und einer „Herde Pferde" werden eine „Truhe Pferde" und eine „Herde Stoffreste"). Derlei Adynata sind uns in der Literatur eher aus Lügengeschichten bekannt: die Parodie des Inhalts eines Mitgiftvertrags bringt in scherzhafter Übersteigerung den Autor zu dem gleichen Resultat: die Verkehrte Welt. Daß in griechischen Lügenmärchen so gut wie immer ein Bartloser die große Rolle spielt40, kann nur über den Scherz, den man allgemein mit dem Spanos trieb, eine Beziehung zu unserer Parodie haben. Direkte Anklänge an unseren Text sind 37 38 39 40

s. s. s. s. 3

Λαογραφία 2 (1910) 620 und 624. Λαογραφία 10 (1929) 535. 536 und 538. Sathas, a. a. O. 608, 7. Λαογραφία 17 (1957) 132—137 (Zusammenfassung). 2 (1910) 196f. 475—477. (1911) 498 ff. 6 (1917) 514—516.

2. Prosateil

225

weniger im Inhalt als in der Form nachweisbar: so etwa in der verstellten Anordnung in den Wortpaaren: Λαογραφία 2 (1910) 196: δίδει με τρίχινο ραβδί καί ξύλινο δισάκκιν. Schlagendere Parallelen sind aber etwa in den „Predigtparodien und andere Scherzreden aus der Oberlausitz" 41 zu finden. Es tauchen dort nicht nur vergleichbare Namen auf: „Hans Christoph Sägebügel von der Höllenkrücke, die gegenwärtige Braut Anna Marie Flegeleisen von Bumbsdorf (S. 176), sondern auch Adynata, erreicht durch die Maßbezeichnung („24 Pfund Branntwein, 46 Kühe Mondenschein"), durch die Unverträglichkeit von Substantiv und Adjektiv („Papierfelsen, lederne Kapelle S. 177, neue Hosen, das 6. Mal schon umgedreht, löschpapiernes Rad" u. a. S. 179f.) und durch die Bestimmung einer unmöglichen Ansiedlung des bezeichneten Objekts („Schüttboden unter dem Keller, Wassermühle über dem Taubenschlage, zwei Teiche, der eine für die Bäcker zur Reitschule, und im anderen ist die Kegelbahn" S. 179). Auch hier sind die Zeugen namentlich genannt (S. 180): „Kotel mach an Lehm arm, Kotel schmer an Quarksack, Mark, Drieks, Farkel und der ale Hanswurscht als Gerichtsschreiber". So laufen derartige Scherzdichtungen heute unter Lügenmärchen, was ehemals durchaus „ernsthafte Scherz"-Literatur war. In unserem Text stellen sich die Adynata in die Reihe der Versuche, mit Hilfe des Scherzobjekts Spanos innerhalb der Parodie fester Formulare den Hörer bzw. Leser zum Lachen zu bringen. Das Mittel der Adynata ist dabei genauso populär wie die Parodie von liturgischen Texten und Kirchenliedern42. 2) Vertrag Gleichsam zur Einstimmung beginnt die Aufzählung der Mitgift mit einer Kanne Flöhe und zwei Zentnern weicher Prügel D 1683f. Es folgt die Bekleidung: ein Hemd so warm, daß man darin erschaudert und zwei weitere, die schon einmal gewendet wurden, eine Unterhose mit einem Bündel Nisse, eine Mütze mit einem Bündel Läuse, zwei Paar Pseudoschuhe und drei weitere Paar Holzschuhe, damit er wie ein Elefant im Stehen scheißen und dabei seine Beine beschmutzen kann D 1684ff. 41 42

ed. C. Müller, Zeitschrift des Vereins für Volkskunde 19 (1909) 175 ff. cf. dazu allgemein A. Liede, Dichtung als Spiel, Berlin 1963, bes. II 38ff. und 39: „Wir können uns kaum mehr vorstellen, welche Freude diese Zeit" — es ist vom 14. und 15. Jh. die Rede — ,,an spielenden, phantasievollen Lügen gehabt haben muß". 15

Eideneier

226

Kommentar

Die Jagdausrüstung setzt sich zusammen aus hundert binsernen Armbrusten, acht dreschbohligen Pfeilen und einer Büffelkuh mit Schnürsenkeln (an Stelle eines Reitpferds mit Sporen) D 1688f. Es folgt das Gartengerät: eine schwangere und eine hochschwangere zweizinkige Hacke, zwölf Strohhalme (an Stelle von Pfählen ?) und damit zusammen sogleich ein paar bezeichnende Gartenprodukte: grüner Schweinemist, beschissener Endiviensalat aus dem Garten oben auf dem Leuchtturm, Oliven- und Kakteenblätter von der Burg des ,,Blas-mich" D 1690ff. ; sie leiten über zu weiteren Grundnahrungsmitteln, bereitgestellt in der entsprechenden Menge: eine Garbe Eier und ein Brunnen voll Butter, ergänzt durch aufgekochte Bandwürmer in Molkensauce D 1692f. Die folgenden Gegenstände des engeren Haushalts und des ganzen Anwesens verbindet die Unverträglichkeit der Sache mit dem Material bzw. der beigegebenen Maßangabe: Rost mit hölzernen Fäden (an Stelle von Eisenstäben), Bratpfanne aus Papyrusstaude, eine Vorratskammer für Brei, ein graues Pferd als Mantel und ein Pferd aus Baumwollstoff, ein Bratspieß aus Wachs, eine Kuh aus Baumwolle, die deshalb gestrickte Sauermilch gibt, und eine Kette, an der die Töpfe über dem Herdfeuer hängen, aus Holz, 500 Krebse mit Affenkot und 500 unverschnittene Käfer, 100 Pfund Mückenfett, was mit einem Melonengarten in den Wolken und dem Eselsschwanz als Hocker zum Sitzen abgerundet wird D 1693ff. Besonders herausgehoben werden 1121/2 Eselsstangen, die noch zusammenzufügen und zu einem Lager zu verarbeiten sind, auf das man sich setzt, um den Zehnten einzutreiben D 1701f. Dabei können sich hinter dem Zehnt (δέκατον) durchaus auch die δέκατα verbergen, die wiederum mit den μοϋντζες identisch sind. Konkretisiert und verfeinert wird im folgenden die Furz- und Kotaufstellung, einmal mit dem Ansatz des „Kinderverses" άνήθιυ κλανήθιν, πορδήυ καί ττίστου, zum anderen mit Schlangenfurz, Elefantenmist und Fasanendreck. Kaviar aus Kot vom Schwein und Filetstück einer getrockneten Makrele wurde genauso durch verdrehte Wortstellung aus Filetstück vom Schwein und Kaviar aus dem Kot einer getrockneten Makrele zusätzlich scherzhaft umgebildet wie das folgende Horn einer Sau und Hirn eines Leisten aus Sauhirn und Leistengriff (?) entstanden ist D 1703ff. Beim Salz führt die Assoziation άλας στά μάτια του, das auch D 40 als Fluch genannt ist, über vier Knoblauchzehen zum Fluch der Eltern, der auf sein Haupt gewünscht wird D 1706 f. Es folgt eine weitere Reihe von Gegenständen aus Haus und Hof: 24 Holzteller aus Baumwolle, ein Spießbraten ohne gebratenes

2. Prosateil

227

Fleisch, ein mit Schafsdärmen besticktes Leintuch, 14 sterile Böcke und Schafe, die unfruchtbar und bösartig sind D 1707ff. Auch der nun folgende Grundbesitz hat eher phantastischen Charakter. Übrigens werden dazu der entsprechende Viehbestand und die Hirten gleich mitgeliefert: ein zweistöckig neu angepflanzter Weinberg, ein Garten ganz voll mit Unkraut und der Esel als Gärtner, eine Herde Schildkröten und der Wolf als Hirte43 D 1710f. Es folgen erneut Gegenstände des Haushalts: ein Sack Tontöpfe, eine Unterhose aus Fichten- und Strümpfe aus Eichenholz D 1711 f. In dem neuen Hausstand darf selbstverständlich die Familienikone nicht fehlen, hier sind es gleich zwei, beide verziert und eingefaßt. Auf der einen ist an Stelle des Heiligen Erzengels der unselige Schwarzengel und Wundertäter für Krätze und Lepra, auf der anderen die heilige Malanara abgebildet, die am 69. August — ein magischer Tag 44 — ihren Namenstag hat D 1712 ff. Als Lebensrente ist angesetzt: einmal im Jahr eine Gratisfütterung fürs Pferd D 1716f. Besondere Beachtung verdienen die im Mitgiftvertrag genannten Eigennamen, einmal die Namen der betroffenen Eltern der Braut und zum anderen die der Schätzer an der Stelle der Zeugen am Ende der Urkunde. Die meisten Namen sprechen für sich und sind scherzhafte Neubildungen aus bekanntem Wortmaterial. Einige gehen dagegen auf bekannte geographische Namen zurück, auch sie haben oft einen obszönen Nebensinn45. Wie schon für die übrigen Teile des Textes, so differieren die Versionen A und Β sowohl untereinander als auch im Verhältnis zu D auch hier erheblich. Nicht nur die Gesamtstruktur des Mitgiftvertrags ist beinahe bis zur Unkenntlichkeit entstellt, sondern auch die Ordnung und die Aufeinanderfolge der einzelnen Gruppierungen ist beträchtlich gestört. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da wir 43

44

45

Der Wolf als (Schaf)-Hirte hat alte Tradition. Das ngr. Sprichwort έβάλαμε τό λύκο νά φυλάη τά πρόβατα (s. D. Lukatos, Νεοελληνικοί Παροιμιόμυθοι, Athen 1972, Nr. 33) geht auf Äsops Mythos Λύκος καΐ ττοιμήν (ed. Α. Hausrath—Η. Hunger, Leipzig 1970, 191) zurück, s. auch Joh. Evangelium 10, 13. Zur magischen Bedeutung dieses Tages ist zu vergleichen N. Politis, Αί άσθένειαι κατά TOUS μύθους του έλληνικοΟ λαού, Σύμμεικτα I I I Athen 1931, 73, der aus einer Athener Teufelsaustreibung zitiert: „φύγε άττό τοις έβδομήντα δύο φλέβες τού κοριτσιού, νά πας 'ς τά όρη, 'ς τά βουνά, 'ς τά κάρκαρα, πίσων τον ήλιο, ποϋ σσιούλος δέ βαυίζει, νά φας άττό τό κρέας του, νά τπής άττό τό αίμά του καΐ νά γιουρίσης 'ς τοις έξήντα έννέα τ ' αύγούστου". s. Grammatische Bemerkungen, Wortbildung. 15»

228

Kommentar

auch an anderer Stelle immer dann die größten Differenzen feststellten, wenn der Text einerseits metrisch nicht gebunden war und andererseits die Phantasie des Abschreibers zu Neuschöpfungen angeregt hatte. Die προικοδοσία aus D 1675 ist einem προικοσύμφωνο A 430 bzw. προυκία Β 101 gewichen. Die Namen der Beteiligten sind in A verstümmelt, in Β gar nicht mehr vorhanden. Β 102 f. beginnt den Mitgiftvertrag mit δίδω σε την εύχήν. . Die εύχή του γαϊδάρου μας, die in D 1682 korrekt zwischen der Nennung der Namen und dem eigentlichen Inhalt des Vertrags steht, ist also in Β leicht angereichert. In A ist diese sogar so stark erweitert, daß sie den gesamten Anfang des Mitgiftvertrags überlagert und verselbständigt vor die Namen der Beteiligten zu stehen kommt: A 418—429. In dieser wohl selbstgebastelten Neuschöpfung von A spricht der Τρυττοκωλίτης, der über den in A 501 und D 1721 auftauchenden Τριβοκουτσούλης mit dem Σφυροκουτσούλης in Β 102 verwandt ist. Das Gebet selbst enthält vorwiegend Elemente aus den Ainoi, ist aber insgesamt eine etwas verworrene Beschimpfung im Stil der liturgischen bzw. biblischen Sprache. A setzt damit den liturgischen Teil des Werks fort, ohne gesehen zu haben, daß das Gebet bereits zum Mitgiftvertrag gehört. Darin ist auch der Grund der Verschiebung des Gebets vor die Aufzählung der Namen zu Beginn des Mitgiftvertrags in A zu sehen. A 420 wird durch διά ovos als Parodie von δι' αιώνος auf die Geburt des Spanos von einer Eselin Bezug genommen, wobei zu Gunsten der Parodie ein inkorrekter Text in Kauf genommen wird. Die Spanos-Verwünschung selbst lehnt sich an alte Schilderungen des Antichrists als eines menschlichen Ungeheuers an46. Während Β 104ff. beinahe wörtlich D 1683ff. folgt, hat A 434f. an dieser Stelle nur noch Fragmente. Die υποδήματα ψεύτικα ζευγάρια β' von D 1686 sind in A 434f. zu πορδήματα κρεμισένια und in Β 106f. zu ποδήματα χριμιζένια geworden. Es folgt in Β 107ff. zusätzlich eine Reihe von Gegenständen des Haushalts, wobei jeweils die Gebrauchsanleitung mitgegeben wird. In D 1688f. treffen sich D und Β 114f. zumindest wieder inhaltlich: der Bogen aus Speck, die Pfeile aus Würsten, und der gezäumte und gesattelte Büffel mit Schnürsenkeln bestätigen die Interpretation 46

s. z. B. Apokalypse des Esdras (zitiert nach W. Bousset, Der Antichrist, Göttingen 1895, 101): τό είδος του προσώπου αύτοϋ ώσεί óypoü. ό όφθαλμός αύτοΟ ό δεξιός ώς άστήρ τό πρωί ανατέλλων καΐ ό ετερος άσάλευτος, τό στόμα αύτοΟ ττήχυς μία, οΐ οδόντες αύτοϋ σπιθαμαΐοι, οί δάκτυλοι αύτοΟ ώς δρέπανα, τό ίχνος των ποδών αυτού σπιθαμών δύο καΐ είς τό μέτωπον αύτοΟ ή γραφή αντίχριστος.

2. Prosateil

229

„Jagdausrüstung" in D. Die in D folgenden Gartengeräte sind in Β 114 ff. genau so noch zu erkennen wie die diversen auf Steinböden wachsenden Pflanzen. Aus dem πηγάδι ν βούτυρον D 1692 ist ein ττινάκιν β. Β 119 und aus den Bandwürmern in Molkensauce von D 1692 sind in Β 119 Blutegel in Rosensauce geworden; im ganzen ist Β auch hier vollständig und bringt eher mehr als weniger. A hat in diesem Abschnitt nur Fragmente, die ζ. T. stark vorgreifen (A 437f. = D 1789), ζ. T. als neue Adynata (etwa απόχη νερόν — Fischernetz voll Wasser A 438) dazukommen. Dabei ist die freie Nachdichtung des Bearbeiters besonders offenkundig in D 1696, wo das dort überlieferte πλεμένον ξινόγαλα — gestrickte Sauermilch (von einer Kuh aus Baumwolle) — in A 439 mit πλεματένιο ξύγαλα — Sauermilch aus Netzstoff — einen Berührungspunkt hat, in Β 122 mit πλεμάτιν ξύλα — Netz Holz — allerdings ganz mißverstanden worden war. Im folgenden differieren die Versionen wieder mehr. Β bringt eine Reihe neuer Adynata, wobei die Reihenfolge der Aufzählung im Verhältnis zu D zerstört ist. Eine Bruchstelle ist D 1697: die 500 Krebse von D werden in A 440 f. zu 500 milchgebenden Krebsen aus der Stadt Rigin und zu weiteren 500 unverschnittenen Krebsen aus der Stadt Athyras (in D waren keine Städte angegeben und die 500 Unverschnittenen waren Käfer), Β 138 schließt sich eher an A an, der ganze Ausdruck ist aber weiter nach unten gerutscht. Die 100 Pfund Mückenfett von D 1698 tauchen weder in A noch in Β auf, sie sind Zitat aus den Tributforderungen des Königs gegenüber den Bartlosen im Synaxar D 569. Der Schwanz des Esels ist im folgenden für A und Β Anlaß zu einer Erweiterung des Texts. Auch gibt man unserem Spanos eine Portion Obstkerne (auf πεπονόκηπον A 442, Β 127 bezogen) zu Lehen : A 443 ξυλοκουκουδέαν τιμάρι, Β 129 ξυλοκουκουδέας μιστάριν. Während Α 446 f. mit πύργο ν περιβόλιν νά εχη άπέσω ελαίας και ελαιοφόριν die Stelle D 1691 f. από τοΟ φαναριώτη τόν κήπον, ελαιόφυλλα και κλαδόφυλλα — anders — wiedergibt (Β 117 f. hatte άπό τοϋ φαναριού τόν πύργον), bringt Β 132f. wieder Neuschöpfungen. Umgekehrt läßt sich in σουγλιταρέαν πίστον A 453f. ein Bratspieß aus „Klebebrot" erkennen, der in D 1708 zu σουβλιταρέαν α ' και ψητό υ ούδέ εν wird. Wie sich schon D 1704 und 1723 gezeigt hatte, wußte D mit dem in A und Β überlieferten πίστον nichts anzufangen und wich hier auf ψητόν aus. In Β 124 entstand daraus gar ein σκαμπαβίτικον πατερό ν. Aus dem κεντητό σεντόνιν von D 1708 wird in A 453 ein σεντούκι κεντητό und aus den ελαιόφυλλα von D 1691 wird in A 447 ein ελαιοφόριν und in Β 134 ein έλλέβορον; aus σακκίν τζυκάλια in D 1711f. wird in Β 141 ein σακκίν τσουβάλι υ und in A 457 ein σακκίν βουβάλιν.

230

Kommentar

Β verläßt 143 die beiden anderen Versionen und beendet mit eigenen Auslassungen und frommen Wünschen den Mitgiftvertrag. Die Ikonen, die Rente und die Schätzer fehlen. Dagegen ist A gegen Ende des Mitgiftvertrags ausführlicher: neben dem Mavrangelos auf der einen Ikone steht Valosouras auf der zweiten, ein Name, der auch sonst, allerdings in der Gestalt des Valisouras (Βάλης — ούράυ), auftritt: A 482; 490; Β 154. Die Rente erfährt in A 461 ff." eine weitere Verfeinerung und die Schätzer sind jetzt auf acht angewachsen, alle mit Namen, Herkunft bzw. ihren besonderen Eigenschaften vorgestellt. c) Überleitung zum Iatrosophin D 1722—1731. A 471—480. Das Mahl im Kloster ist verwandelt in das Hochzeitsmahl des Spanos. War schon innerhalb des Mitgiftvertrags das eïç δέ την τράπεζαν έσθίετε άντίδια χεσμένα και σκαταφάτα διάφορα και άνήθιν κλανήθιν κακολογούντες τόν σττανόν aus D 1 6 6 3 f f . in D 1691 αντίδια χεσμένα und D 1703 άνήθιν κλανήθιν angeklungen, so werden nun

nach der Verlesung des Mitgift Vertrags in D 1722 f. sowohl die σκαταφάτα διάφορα als auch das άνήθιν κλανήθιν wieder aufgenommen,

allerdings innerhalb der Erzählung des Hochzeitsmahls. Mit και έτελείωσαν TOUS γάμους D 1724 ist dieser Erzählteil beendet. Genau wie D 1675 die Überleitung vom gesungenen zum gesprochenen T e i l m i t μετά δέ τ α ύ τ α λέγομεν την προικοδοσίαν erreicht wird, t r i t t nun m i t ήμεις δέ έττ' άλλο τόν λόγον τρέψωμεν και

εΐπωμεν τά κατ' αυτόν D 1725 erneut die Gemeinschaft derer, die unseren Bartlosen verspotten wollen, zu Tage. Obwohl hier ein anderes, neues Kapitel, nämlich ein Iatrosophin, expressis verbis angekündigt wird, ist die fortlaufende Erzählung gewahrt. Der Weg von der Hochzeitsfeier zur Krankheit ist kurz. Noch in der Hochzeitsnacht ereilt unseren Spanos das Übel. Er fragt nach dem Namen seiner Frau. „Die aber sagte: ich habe nicht einen Namen, sondern 121/2. Der halbe ist Pantapú — Überall". Für jeden Byzantiner war damit alles klar. Der Bartlose hatte sich eine Hexe, gewöhnlich unter dem Namen Gillo bekannt 47 , eingehandelt. Eines

47

s. dazu D. Oeconomides, Yello dans les traditions des peuples Hellénique et Roumain, Λαογραφία 22 (1965) 328—334. cf. auch Leo Allatius, De Graecorum hodie quorundam opinationibus, Köln 1645, 127. E . Legrand, Bibliothèque Grecque Vulgaire II, Paris 1881, Introduction X V I I I f f . J . C. Lawson, Modem

231

2. Prosateil

ihrer Charakteristika waren ihre 121/2 Namen, auf jeden Fall einmal Grund genug für unseren Spanos, in eine schwere Krankheit zu fallen. Hatten diese netten Wesen doch die Angewohnheit, kleine Kinder zu erwürgen. Der in D auftauchende Name Πανταπού drückt in Anlehnung an πανταχού die Allgegenwart der Gillo aus. Die entsprechende Stelle in A 477ff. hält sich mehr an die Überlieferung: δώδεκα ήμισυ ονόματα ε χ ω . T ò δε ενα ήμισύ μου Κατερίνα, μάλλον δέ και

Π ε τ α τ ό ν . . . φοβηθείς

δτι

πετατόν

έστιν

ή

νύφη,

μήπως

πνίξη

αυτόν48. Im übrigen gebraucht unser Autor die magische Zahl 1 2 ^ auch einmal für die Anzahl der Barthaare des Spanos: D 107. In A ist der Bezug zum Gesamttext und der Überleitungscharakter des Zwischenstücks zwischen Mitgiftvertrag und Iatrosophin verlorengegangen. Beziehungslos folgen angereicherte σκαταφάτα διάφορα den Namen der Schätzer A 471 ff. Der Zwischensatz D 1724, der in D ein neues Kapitel einleitet, fehlt in A genauso wie der Hinweis auf ein Hochzeitsmahl. Wesentlich verändert ist auch die Anrede der Braut in der Hochzeitsnacht des Spanos: war in D 1728 mit ώ παμφιλτάτη γυνή, πως λέγουν τό ονομά σου noch ein neutraler Name gewählt, so ist in A 4 7 5 f . m i t π ώ ς σε λέσι μιαρόν και άκάθαρτον πνεύμα s c h o n e i n m a s -

siver Hinweis auf die Antwort gegeben. Ist doch die Hexe Gillo eine μιαρά s c h l e c h t h i n u n d a l s μιαρόν καί άκάθαρτον πνεύμα w o h l b e k a n n t 4 9 . Leicht

abgewandelt

in

πονηρόν

καί

άκάθαρτον

πνεύμα

war

übrigens der Bartlose im Synaxar von seinem Onkel Bock so angeredet worden: D 614, A 214f., Β 38. Auch unser Spanos wird ja in diesem Bereich der Dämonen und schlimmen Geister angesiedelt.

Greek Folklore and Ancient Greek Religion, Cambridge 1910, 176ff. Leo Sternbach, Ein Schmähgedicht des Michael Psellos, Wiener Studien 25 (1903) zu V. 286. Michael Psellos, ed. K . Sathas, Μεσ. Βιβλ. 5, Paris 1876, 572ff. Delatte I 99, 3; 117, 18; 131, 7. Poulologos, ed. Krawczynski, zu V 428 mit weiterer Literatur. D. Oikonomidis, Έιτετ. τοΟ Λαογραφικού 'Αρχείου 8 (1956) 22 mit Anm. 1. Pradel, Griech. Gebete 325; 342. Ganz oberflächlich und unbrauchbar ist Th. Vlachos, Geister- und Dämonenvorstellungen im südosteuropäischen R a u m griechischer Sprachzugehörigkeit, Österr. Ztschr. für Volkskunde X X V / 7 4 (1971) 242f., der ohne Kenntnis der Literatur Leo Allatius ausschreibt. 1 8 s. dazu Psellos, ed. Sathas, a . a . O . 575f. : τό -πρώτον μου όνομα Μανλοΰ καλούμαι. . . τό ιβ' Μυιδ, τό ήμισον Πετωμένη. Delatte I 137, 7: Πετάμενο; und Leo Allatius a. a. O. 127 . . τό πέμπτον Πετασία . . . Als eine solche Ableitung von πέτομαι — fliegen ist auch unser ττετατόν zu verstehen. Zu dem Glauben, daß Krankheiten von Hexen und anderen magischen Gestalten gebracht werden, s. auch N. Politis, Αί άσθένειαι. . . a. a. O. 66 ff. 19 s. ζ. Β . Michael Psellos, ed. Sathas a. a. O. 5, 573—576.

232

Kommentar

d) Iatrosophin 1) Arzt und Priester D 1732—1748. A 481—496. Β 146—161. Auch wenn wir in Β 146 nicht ausdrücklich die Überschrift ,,Γιατροσόφιν του σπανού" überliefert hätten, führte uns eine auch nur oberflächliche Betrachtung des nun folgenden Textteils in den Bereich der byzantinischen und allgemein mittelalterlichen Heilbehandlung, jenen Bereich zwischen Medizin, Kräuterkunde, Beschwörung, magischen Handlungen und schlechter Quacksalberei. Es zeugt von dem sicheren Gespür unseres Autors für dankbare Stoffe, wenn er sich die Parodie eines byzantinischen Iatrosophin nicht entgehen läßt. Hat er doch hier so gut wie unbegrenzte Möglichkeiten der derben Verspottung des Bartlosen dadurch, daß die unmöglichsten und derbsten Heilmittel für diesen gerade recht sind. Der Phantasie einmal freien Lauf gelassen, tritt das Moment der Parodie wie schon beim Mitgiftvertrag zurück zu Gunsten einer Ansammlung der schlimmsten Heilvorschläge. Dabei ist auch hier der Rahmen immer noch lose mit dem vorausgehenden Mitgiftvertrag und der Handlung Verheiratung — Hochzeitsmahl — Hochzeitsnacht des Spanos verbunden. Die übliche Struktur eines gewöhnlichen Iatrosophin „Hast du diese Anzeichen, so nimm jenes Mittel" wird durchbrochen, da der Kranke ja immer die gleichen Symptome hat und behält: der unheilbare Schock der Hochzeitsnacht im Augenblick der Erkenntnis seiner Braut. Was sich in unserem Text ändert, ist also nicht die Krankheit, sondern die Personen, die sie mit allerlei parodistischem Medizinerquacksalberschabernack bekämpfen wollen. Die eigentlichen Ärzte, die zunächst herbeigerufen werden, sind mit ihrer Weisheit bald zu Ende. Es sind allerdings auch nicht gerade vertrauenswürdige Leute: in D 1732f. ein „Muselmann" und der alte „Sieh-mich-nicht", in A 481f. ein Zigeuner und der schon aus der zweiten Familienikone des Mitgiftvertrags bekannte „Steck-denSchwanz-rein", in Β 153 ist es dieser und ein „Syrer" 50 . Beieits nach einfachem Pulsfühlen an der Wade steht die Therapie ohne Diagnose fest: „därmlicher Aderlaß mit dem allerfeinsten Schwert aus dem Hintern". Auf die Wunde wird ein noch voller Magen als Pflaster gelegt. Zur Nachbehandlung empfiehlt sich das 50

Im deutschen Sprachraum kann diesen Ausländern im SPANOS der „Grieche" entsprechen, s. „Von einem griechischen arzt", Nürnberg 1479, in „Fastnachtsspiele", ed. A. v. Keller III, Stuttgart 1853, 1196ff.

2. Prosateil

233

nun schon sattsam bekannte άνήθιν κλανήθιν και πορδήν λεγομένην ρούφα την (cf. D 1703 und 1723 mit Kommentar), das früher immer als Speise dienen mußte, Eunuchenhoden zum Warmhalten, Altweiberscham als Kompresse auf den Hintern. Die Parodie des Iatrosophin beschränkt sich auf den Formelbestand der Rezepte: D 1735 νά θέσουν, D 1736 λάβωσιν, D 1738 έυώσωοιν και θέσωσιν sind Fachtermini 51 . Der Inhalt des Rezepts, unsinniger Aderlaß, untaugliches Pflaster, unmögliche Kompressen und Umschläge, weist auf die Kategorie der bekannten Scherzrezepte52 des Mittelalters. Trotz all dieser starken Heilmittel geht es dem Kranken immer schlechter. Der Autor tut das, was ein Byzantiner in einem solchen Fall gewiß auch gemacht hätte, er bringt die Stelle ins Spiel, die zwar noch einen Bezug zur Erde hat, die aber auch schon den Blick nach oben freigibt, den „geistlichen Vater". Er ist Schaltstelle zum Göttlichen, zugleich aber auch der Weg zur Teufelsaustreibung und allerlei dämonischem Brauchtum. Der Geistliche nimmt nach seiner Erleichterung ein Weihrauchfaß und spricht ein Gebet für unseren Spanos: die Gebetsparodie lag für unseren Autor auf der Linie der Parodierung liturgischer Formulare. Mit ετι δεόμεθα υπέρ θέσεως, χέσεως, σκατοψυχήσεως και κλαμπανίας μνήμης και χώσεως ist das bekannte ετι δεόμεθα ΰπέρ . . . σωτηρίας, έπισκέψεως, συγχωρήσεως και αφέσεως των αμαρτιών, mit νΰν καί αεί καί εις τό κεφάλιν καης . . das noch bekanntere νΰν και άεί καί εις τους αιώνας τών αιώνων, άμήν parodiert. Von dem Erfolg des Gebets beim Kranken ist gar nicht mehr die Rede. Der Geistliche war nur die Überleitungsfigur zu stärkeren Heilmitteln, den Wünschen und Gebeten der Angehörigen des Spanos. Allemal sind es Flüche, mit denen unser Bartloser von einer ganzen Reihe seiner Verwandten und Anverwandten bedacht wird. War es der geistliche Vater, der mit dem Fluchen D 1746 f. begann, so ist der Rahmen der ganzen Heilbehandlung doch durch die Ärzte gesteckt. Ist der Reigen der fluchenden Verwandten abgeschlossen, treten sie am Ende D 1783 erneut auf und bestimmen das Heilmittel, das zumindest in einem Zusammenhang mit der Heilung des Bartlosen zu stehen scheint: fünf Tage ins Bad. Die Durchlässigkeit und enge Verwandtschaft von Medizin und Aberglaube bei der mittelalterlichen Heilbehandlung ist auch in der Parodie gut greif51 52

cf. dazu Staphidas, ed. Legrand, passim. Für den deutschen Sprachraum cf. etwa „Ein scherzhaftes Recept", Ztschr. für Deutsches Alterthum 15 (1872) 510, aus dem Jahre 1422 und, von Hans Folz zu Nürnberg, Von einem griechischen Arzt, s. o. Anm. 50.

234

Kommentar

bar. Ein mittelalterliches Iatrosophin ist eben oft eher einer έττωδή oder einer γητεία verwandt als einem medizinischen Nachschlagewerk. Beides ist in unserer Parodie berücksichtigt: der medizinische Teil durch plastisch derbe Übertreibung, der magische Teil durch Umkehrung; einmal werden die Wünsche zu Flüchen, zum anderen betreffen die Austreibungen nicht die bösen Geister, Dämonen und Teufel verschiedener Gestalt, sondern kehren sich direkt gegen unseren Bartlosen selbst, der damit ein doppeltes Unglück erleidet: er wird nicht nur nicht geheilt und die bösen Geister werden ihm nicht nur nicht ausgetrieben, sondern diese werden ihm erst so recht auf den Hals geschickt dadurch, daß man ihn selbst als Dämonen behandelt. A und Β (Β noch mehr als A) spinnen auch hier die derben Züge weiter. Β kennt die Ärzte zu Beginn des Iatrosophin nicht mehr, sie tauchen aber später Β 153 f. als gegeben auf. Der Spanos wird in Β direkt angeredet, man spricht nicht mehr über ihn. D 1746 f. ετι δεόμεθα innerhalb der Gebetsparodie entspricht in A 494f. άυτίς νά εΐπη ετι καί ετι . . . und in Β 158f. αυτί ιού và είπή ετι και ετι, das aus dem ετι καί ετι τού κυρίου δεηθώμεν dei sogenannten Kleinen Synapte genommen ist. Das Ende des Gebets übernimmt und parodiert eine zusätzliche Formel aus derartigen halbamtlichen Teufelsaustreibungsriten: γάμμα δέλτα ρε σϊμα A 496 bzw. Β 160, in dem wir die Buchstabenfolge γδρς sehen. Die damit angesprochene Buchstabenmagie parodiert das an dieser Stelle des magischen Rezepts häufig auftauchende στμκλς στμμτφβ die Formel, mit Vokalen aufgefüllt, στώμεν καλώς στώμευ μετά φόβου53. Bei entsprechender Auffüllung der Formel γδρς mit Vokalen erkennen wir in unserem Text γάδαρος64 — den Esel wieder, ein erneutes Zeichen für die parodistische Ausfeilung jedes einzelnen Teils des jeweils parodierten Originals.

2) Verwandte D 1749—1782. A 497—540. Β 162—218. In diesem Finale des Gesamtwerks erreichen die sprachlichen und interpretatorischen Schwierigkeiten ihren Höhepunkt. Flüche, Verwünschungen, Besprechungen und Exorzismus gleiten ohnehin 53 54

s. etwa Koukoules Β BIT VI 238. Λαογραφία 16 (1956/57) 247 et saepe. Das üblichere γάιδαρο? kommt in A und Β ohnehin nicht vor, so daß yáSapo; sicher scheint.

2. Prosateil

235

oft ins bewußt Unverständliche ab. Richtlinien der Mystifizierung sind oft die Weiterdichtungen mit Wörtern, deren Anlaut variieit, und einfache Reime. Werden solche Verse dann noch parodiert, rücken sie einerseits in die Nähe von Kinderreimen, andererseits von Unsinn. Grundtenor ist auch hier der Scherzcharakter. Ernstgemeinter tiefschürfender Verfluchungszauber gegen den Spanos ist nirgendwo herauszulesen. Auch hier bewegen wir uns ausschließlich im Anal-, in D so gut wie nie im sexuellen Bereich. Daß wir es mit einer Heilbehandlung zu tun haben, ist in fast allen Fällen noch gut zu erkennen. Von der Umkehrung der εύχή in die κατάρα und dem magischen Beiwerk war schon oben die Rede. Heilbehandlungen mit dem Auftritt von Verwandten sind uns vereinzelt bekannt 55 . Grundlage der Kommentierung muß auch hier der Text von D sein, obwohl der Strom des sprachlichen und volkskundlichen Materials bei A und besonders bei Β ungleich reicher fließt. Den Reigen der Verwandten, die zur Genesung unseres Spanos beitragen wollen, eröffnet in D 1749 dessen Schwiegervater. Er hat nur Schmutz, Dreck und Furz anzubieten. Der Inhalt der Verwünschung ist in A stark verderbt (ό πηλός μου είς το πρόχεσόν σου wurde zu όποιος λεί εις τό πρόχεσόν του, τω στήθει σου zu μαστίχα σου usw.) und erweitert; die ursprünglich rein anale Sphäre von D wird in A und Β auch in den sexuellen Bereich getiagen (ή πορδή wird zu ή ψωλή u. a.). Es folgt die Schwiegermutter, die in D 1753 namentlich genannt wird: sie ist uns aus dem Mitgiftvertrag als „Ziegenfurz aus Fangeine" D 1679 schon gut bekannt. Sie beginnt mit ή εύχή των δύο αρχιερέων "Αννα και Καϊάφα νά σέ σκέπη. Die beiden aus dem NT, besonders dem Johannesevangelium 18, wohlbekannten jüdischen Hohepriester sind auch sonst als böse vei schrien56. In A 502 wurden sie zu Ιούδας57 und Καϊάφας und in Β 176 gar zu Άράμ τοΰ Χάμ, den beiden aus dem AT bekannten Stammvätern der Aramäer und Hamiten 58 . 55

56

57 58

s. etwa Λαογραφία 17 (1957) 609: τζ' ερρεξεν ή μαλλουροττοδκιά, ή άναρκοδοντοϋ, ή δισσοφρυοΟ, ή άξινοστράφσ ζωμένη, καλόν της είπεν τζαΐ κακόν τη; έγύρισεν τζα! είς τό στρώμαν εππεσεν. Ήρτεν ô γυιός της ό Μονογενής τζί άρώτησέν την: εϊνταν ττδσ' είς μάνα μου, μητέρα μου, τζαΐ είς τό στρώμαν εππεσες; s. Ν. Politis, Παροιμίαι II, Athen 1900, 377, und P. Lorentzatos, Άθηνδ 16 (1904) 213. s. G. Megas, Ό 'Ιούδας elç τάς παραδόσεις του λαού, Λαογραφία 25 (1967) 116 ff. zu Χάμ s. auch G. Chumnos, Old Testament Legends, ed. F. H. Marshall, Cambridge 1925, VI 5; 30. VII 24.

236

Kommentar

Der nächste Fluch der Schwiegermutter D 1755 f. ist in A 503 f. und Β 178f. verderbt überliefert und wurde von uns wiederhergestellt. Die folgenden Flüche haben Verscharakter: D 1757—1761. A 505—511. Β 199—202. Übereinstimmender Punkt ist der (Leichen)-Wagen, auf den der Bartlose gesetzt und der dann umgestürzt werden soll. Die Schwarzen69 sind in A durch Τούρκοι ersetzt, in Β ist die ganze Stelle weit nach hinten gerutscht und stark verändert: mit άσαρας beginnt die Schwiegermutter mit einer Rezeptformel und scheint die Haselwurz (άσαρ) zur Behandlung vorschlagen zu wollen (άσαρ, άσαρον und άσάρα bei ML und ΙΛ). Das Rezept kehrt sich aber — als Wortspiel und im Reim — um in die Verwünschung κακάa a p a ç , w a s m i t d e n f o l g e n d e n κακά σ ο υ δέκα Σ ά β β α τ α k o n k r e t i s i e r t

wird. Andererseits reiht sich das Verwünschungsendprodukt ασαρας, κακάσαρας in die Tradition byzantinischer und neugriechischer Beschwörungsformeln und Kinderreime ein60. Von einer unsinnigen Buchstaben- und Wortspielerei aus mystifizierenden Gründen, wie wir sie etwa in den meisten der entsprechenden Zauberpapyri wahrnehmen, trennt uns hier immer die Nähe zu einer Interpretation scherzhaften und wohl nie ganz sinnlosen Inhalts. Aus der Fülle der möglichen Assoziationen kann unsere Interpretation oft nur ein Anfang sein. Daß der Samstag eine magische Bedeutung haben konnte und Besuchstag bei den Toten war, ist bekannt61. Der Wunsch κακά σου δέκα Σάββατα — 10 schlimme Samstage Β 169 ist also wohl so schlimm wie der darauffolgende Wunsch für einen „vermiesten Namenstag"— μουντζωμένη σ ο υ εορτή (μουντζωμένος i s t s t ä r k e r a l s , , v e r m i e s t " ) Β 1 7 0 6 2 . A u c h d i e i n B 1 7 2 f f . f o l g e n d e n τ ρ ί α πιθάρια αίμα νά ξεράσης, τ ό 'ναν αίμα,

59 60

61

62

τ'

άλλον

δρκο,

τ'

άλλον τ ό

συκωτοπλέμονό

σου

parodieren

μωροί s. Glossar. s. etwa ξόρκι gegen eine Aphthe: αφτρα καύτρα ττάει στην Πόλη . . , Λαογραφία 2 (1910) 653 und 10 (1929) 116. Schreib auf einen Gerstenkringel βαρήν σαρήν ζαρταρήν σαρά σαρασήν: Fragmentum medicum Graecum, ed. Κ . Bursian, Index Scholarum Jenae, Wintersemester 1873/74, 5; zitiert auch bei O. Crusius, Έφέσια γράμματα, Philologue 49 (1890) 547 und Koukoules BBTT VI (1955) 218. Zu άσαρα; κακάσαραξ cf. ngr. ή σάρα κ' ή μάρα και τό κακό συναπάντημα in Α. Α. Papadopoulos, Φρασεολογικά, Λεξικογραφικόν Δελτίον 6 (1953) 16 ff. "Ασαρε, Άσαροϋ, Άχθανοΰ, Σαρανάρχου, Άρουντή, την γλώσσαν αϋτοΟ, Λαογραφία 5 (1915) und αραντες μάραντε$ χαρχουλίβαντες: Ν. Politis, Παροιμίαι I I Athen 1900, 415. cf. auch oben Anm. 27. s. etwa Koukoules ΒΒΠ I, 2, 153, und Λαογραφία 13 (1951) 105, 21; 266. 14 (1952) 200. 16 (1956/57) 99. 17 (1957) 587 u. a. . cf. auch das σαββάτον σαββατώνω τον in A 527.

2. Prosateil

237

einen alten magischen Brauch, bei dem drei Eimer zurechtgestellt werden müssen, zumeist einer mit Honig, einer mit Milch und einer mit Skorpionsblut, Menscheninnereien oder ähnlichem. Der erste muß dann leergegessen, der zweite leergetrunken und der dritte übriggelassen werden63. Hier soll unser Bartloser nicht das Blut trinken, sondern es spucken, was noch übertrieben wird mit „das eine Faß Blut, das andere Eiter und das dritte deine Leberlunge". War hier die Schwiegermutter mit dem Schwiegervater in A vertauscht, so bleibt A auch im folgenden der Vertauschung treu: während D 1762 und Β 174 nunmehr die συμπενθερά folgen lassen, ist es in A 512 der συμττέθερος. Die Lebenserwartungen des Spanos sind gering: „so viele Tage sollst du leben wie ich Hirsche mit dem Bogen erlegt habe. Stolpere hier und verwickle dich nicht dort" usw. . Das folgende λέρα στά μάτια σου und ξηρά σκατά err' άντζιά σου war auch schon D 727ff. innerhalb der 7. Ode als Fluch verwendet worden. Das χελώνην καβαλικεύσης και ποντικόν παραγυρίσης von D 1766f. ist in A 514f. und Β 205f. erweitert zu άχελωνες καβαλικεύσης και ποντικόν παρασύρε, τον μοσχοττόδηυ τον κάραβον τριγυρίσης. Die beiden Verwünschungen gehören stilistisch in eine neue Gruppe von Adynata, die uns vom Altgriechischen bis ins Neugriechische gut bekannt ist: Verb mit Akkusativobjekt: θάλασσαν σπείρες, ανδριάντα γαργαλίζεις, φαλακρω κτένας δανείζεις usw.64. Dem Berg Ararat, von dem unser Spanos in D 1765 fallen oder sich stürzen soll, entsprechen in A 515 und Β 206 Säulen des Konstantinopolitaner Hippodroms. A überliefert coro τα κιόνια του προδρόμου, Β από τά κιοδρόνια του ύποδρόμου. Daraus ist leicht κιόνια τοϋ 'Ιπποδρόμου herzustellen. Die übliche Anreicherung mit schlimmen Verwünschungen in A und mehr noch in Β (u. a. άνάχεσμά σε als parodiertes άνάθεμά σε Β 207) kommt zunehmend aus dem Sexualbereich. Mit fortschreitender Beschwörungs- und Verfluchungstherapie entfernen sich die drei Versionen immer mehr voneinander. Die eigene Phantasie jedes einzelnen Bearbeiters wurde offenbar zusehends angeregt. In D 1768 tritt nun die Patin (συντέκνισσα) auf. Sie entspricht in A 518 der Gegenschwiegermutter (συμπεθέρα) und in Β 186 einer 63

64

s. etwa Λαογραφία 2 (1910) 466ff.; 649; 652f. 4 (1912/13) 58. 13 (1951) 268. 16 (1956/57) 552: τρία καρδάρια: ¡να μέλι, Ινα γάλα, ¡να τοϋ σκορπιού τό αίμα. s. Ν. Andriotis, Γλωσσική λαογραφία, 'Αφιέρωμα είς Κ. I. "Αμαντον, Athen 1940, 68 ff.

238

Kommentar

Tante mit vielen schmückenden Beinamen und sehr auffälligen Geschlechtsmerkmalen. Die Beinamen sind uns im übrigen schon aus A 237f. bekannt, dort sind sie für die Frau des Spanos in Gebrauch. Es folgt in allen Versionen ein merkwürdiger Wunsch: (D 1768f.) „hast du eine Nachbarin, die in aller Öffentlichkeit furzt, so sag ihr, sie möge im Verborgenen furzen. Dann nimm Anithin-Öl, KlanithinÖ1 und Blas-mich-Öl und Scheiß-Öl und Friß-es-Öl und leg das auf deine Augen, damit Pech aus deinem Hintern läuft. Und dein Furz soll verflucht sein". Es handelt sich also um eine parodierte Anleitung zur Herstellung eines Zaubertranks, die Struktur ist erhalten: 1. Symptom: die öffentlich furzende Nachbarin 65 , 2. die zur Herstellung nötigen Substanzen (Terminus λάβε, sonst auch Ι'τταρον): άνηθέλαιου κλανηθέλαιov, eine Weiterbildung aus άνήθιν κλανήθιν66, 3. der Anwendungsbereich (Terminus θέσου εις . .): die Augen, 4. der angestrebte Erfolg: Pech aus dem Hintern, 5. der Schlußsegen, gute Wünsche: der Fluch. Diese einfache Rezeptstruktur von D ist in A 518ff. und Β 188ff. ζ. T. mit anderem Inhalt gefüllt. Sowohl A als auch Β bringen für κλάνει τά φανερά von D, das dort ein είπε της νά κλάνη κρυφά zur Folge hat, eine bessere Lösung mit κλάνει τά φάρσα bzw. φαρσέα („macht die Kleider voll"). Damit ist das κρυφά hinfällig. Man nimmt nun die Nachbarin bei der rechten Hand und führt sie ins Bad, wonach folgende Substanzen zur Herstellung des Heiltranks fällig sind: (A 520ff. und verkürzt Β 190ff.) ein Mantel aus Thessaloniki im Werte von drei Goldstücken, ein jüdischer Mörser und alles, was der Sarazene verkauft: ein Sarazenenmantel, Anithin-Öl und Blas-michÖl. Der Anwendungsbereich ist in A und Β verderbt: ein ursprünglich mögliches και άλειψε τον bzw. και στάξε τον wurde als καλήσπετον (Β) bzw. και καιστάξερον (Α) als weitere „sinnlose" Substanzen mißverstanden, der ursprüngliche Anwendungsbereich — οφθαλμούς — ist aber als ομμάτια in A 523 noch vorhanden. Angeregt durch das έβραίικον γδίν setzte nun der Bearbeiter allerdings das Verb κοπάνισον — zerstoß — in den Text und brachte das ursprüngliche άλειψε doch noch — für uns doppelt — an den Mann und versah es mit einem neuen Objekt: όφαλόν, worin nur das in D 1771 überlieferte όφθαλμο(ύς) stecken kann. Β 191 kennt nur noch όφαλόν. Mit ευθύς 65

66

cf. Staphidas, ed. Legrand, 23, 162 ff. âàv εχηζ είς τ ό σττίτιν σου γυναίκα; καΐ μάχουνται ιτρόζ άλλήλαι; καΐ ουδέν έχουν είρήνην μέσον τω;, γράψον oder 152 ff. âàv εχη; έχθρόν καί κακολογεί σε καΐ λέγει κατά σου μάταια ψεύδη, γράψε . . . cf. ebendort, 19 πηγανέλαιον, 30, 35, 148 ροδέλαιον, 84 δαφνέλαιον und allem das άνηθόλαδον 344 in der Heilpraxis.

δύο ... καΐ vor

2. Prosateil

239

είσαι ϋγιής A 525, Β 192, schließt die Rezeptparodie mit einem weiteren feststehenden Terminus dieses Fachbereichs. Den Reigen der Wunderdoktoren beschließen in D 1773ff. drei Männer, die keine Verwandten mehr sind, durch ihr Auftreten als Schätzer beim Mitgiftvertrag des Spanos D 1720f. — aus dem Τριβοκουτσούλης von D 1721 ist hier allerdings ein Σκατοδακτύλης D 1774 geworden — aber zum engsten Freundeskreis des Bartlosen gezählt werden dürfen. Sie beschwören zunächst in Versen mit einer Einleitungsformel άγκανος έξάγκανος (so auch Β 217) den brennenden Höllenfluß, der auch die Kürbisse der Juden füllt, die 721/2 Adern der Gurgel des Spanos und seines Adamsapfels zu verbrennen. Der magische Wert des feurigen Höllenflusses ist oft nachweisbar 67 . Die Kürbisse der Juden könnten Gefäße sein, in denen die Juden den Teufel gefangen halten sollen. Bekannt ist heute die Bannung des Teufels in der Flasche 6 8 , die früher ein Kürbis gewesen sein könnte. Die Verbindung Juden-Teufel-Kürbis entdecken wir in der Mey. Έλλ. Έγκ. s. ν. Κατσανοχώρια: oí κάτοικοι της λοιπής Ηπείρου . . . τους άπεκάλουν σκωπτικούς 'Εβραίους, δια δέ τήυ πνευματικήν των εύστροφίαν λέγουν την παροιμίαν δτι ,,οϊ Κατσάνοι εγέλασαν τον διάβολο ν και τον έβαλαν στο κολοκύθι". Auch die magische Bedeutung der 721/2 Adern spielt in der griechischen Volkskunde eine große Rolle 69 . Die gleiche Beschwörung legt Β an anderer Stelle (181 ff.) dem Bruder des Bartlosen in den Mund. A kennt sie nicht. In D ist damit der magische Teil der Heilbehandlung des Spanos abgeschlossen. In B, der die einzelnen Beschwörungen aus D ziemlich durcheinandergewürfelt vorbringt, war inzwischen noch ein Schwager (γυναικάδελφος Β 193) des Spanos aufgetreten, der eine Reihe von Verwünschungen und Flüchen ausstößt. Sie sind ζ. T. in der Form von Fünfzehnsilbern, einige wie καλός είσαι, καλό μή δής, κακός είσαι,

97

68

89

s. etwa Delatte I 65, 24: ορκίζω σε siç τον πύρινον ποταμόν δν νά του φέρ·η ό παντοκράτωρ Θεός νά σέ κατακαύστ) (cf. D 1749: . . καύση). 249,3. 273,' 12. 277, 18. 281, 37. 284, 23. 285, 5. Staphidas, ed. Legrand, V 16. Λαογραφία 13 (1951) 22. cf. das ngr. Sprichwort ή γυναίκα εβαλε τό διάολο στο μπουκάλι: D. Lukatos, Νεοελληνικοί ΠαροιμιόμυΘοι, Athen 1972, Nr. 81 und Kommentar. So auch N. Politis, Παροιμίαι II, Athen 1900, 264f. und IV, 1902, 206, 41. s. dazu grundlegend G. Spyridakis, Ό αριθμοί Ιβδομήκοντα δύο, 'Αφιέρωμα εί; Κ. Ι. "Αμαντον, Athen 1940, 409—417. s. auch Ν. Politis, At άσθένειαι . . . a. a. O. 73 mit Anm. 2. Dabei gibt es neben den gewöhnlichen 72 Adern durchaus auch weitere Belege für die gleichfalls magische Zahl 72 1 / a s. bes. Spyridakis a. a. O. S. 412 f. mit Anm. 3 und 4. Pradel, Griech. Gebete 325.

240

Kommentar

κακό uà έβγάλης Β 198 und και τήυ Πόλιυ τριγυρίσης και φελί ψωμ'ι ζητήσης Β 199 f. hören sich wie Sprichwörter bzw. Kinderverse an. Sie münden ein in εϊς τ ' αμάξι uà σέ κάτσουυ, was oben behandelt ist. Neben weiteren Personen, von denen gegen Ende nur noch die Namen interessieren — eine Tante Χέσα Φάσα Κατσικσττορδού und der Sohn τού Σκατοδακτύλη — läßt Β auch noch einen σύυτεκνος — Paten auftreten, der seine Besprechung in etwas mißglückte Verse kleidet Β 210ff. In A hat nun dieser Gevatter auch einen Namen: Χάρος. In Anlehnung an das bekannte Σάββας σαβαυώυει70 wird hier ein σάββατον — Samstag hergestellt, an dem Charos unseren Spanos in das Leichentuch wickeln will (σαββατώυω für σαβαυώυω)71. Auch die folgenden Verse sprechen vom Tod des Spanos. Charos kümmert sich um ihn und holt ihn ab wie weiland Digenis Akritas. Als Priester kündet er eine Seelenmesse (μυημόσκυλου für μυημόσυυου A 533) an mit den üblichen schlimmen Beigaben72. Die Krankheit des Bartlosen endet in A also mit dessen Tod und dem Begräbnis. Daß dies ursprünglich nicht so war und dem Gesamtaufbau des Werks zuwiderläuft, beweist neben Β vor allem D. e) Heilung D 1783—1794. Β 219—232. Innerhalb des Iatrosophin bilden die Anweisungen der Ärzte die Rahmenhandlung für den magischen Unsinn, der mit dem Spanos getrieben wird. Sie sind die ganze Zeit als anwesend zu denken und bestimmen nun: fünf Tage ins Bad. Und das Unglaubliche geschieht, die Selbstheilung des Bartlosen durch Entleerung. Sie geschieht gründlich. Vor allem auch auf die lautmalerischen Fürze wird viel Phantasie verwendet. Daß der Spanos gerade 991/2 Eimer füllt, ist, wie vieles, magisches Beiwerk73. 70

71 72

73

s. S. Kyriakidis, 'Ελληνική Λαογραφία 2 , Athen 1965, 65: Βαρβάρα βαρβαρώνει, Σάββα; σαβανώνει, "Αϊ Νικόλας παραχώνει. cf. auch die κακά σου δέκα Σάββατα in Β 169. Vergleichbare Verse in der Verwünschungsliteratur wären etwa Λαογραφία 10 (1929) 117: αυτός σκούζει, βλιάζει, τή γης άναταράζει, τή θάλασσα Θολώνει, τά δένδρα ξερριζώνει, ähnlich D. Oikonomidis, Έπετ. τοϋ Λαογραφικού 'Αρχείου 8 (1956) 171; 24; 33. Koukoules ΒΒΠ VI, 248 μελανώνω τους, μαυρίζω καΐ ζουφώνω TOUS, oder 251 δήνω τους, γλωσσοδήνω TOUS, καστρώνω TOUÇ, σελλοχαλινώνω τους. Staphidas, ed. Legrand, Introduction X X I I χαίρε σελήνη, γ ' , χαιρετίζω σε, σελήνη, ορκίζω σε . . Ζ. 388 διατί ρέει, διατί στάσσει, διατί τόν τόπον αφανίζει. s. etwa Λαογραφία 8 (1921) 343 = 9 (1926) 487. 14 (1952) 188.

241

Schlußverse

Der Bartlose ist damit „von der Krankheit und der Angst befreit" D 1792f. Und er lebte glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage D 1794. Da in Β der Gesamtzusammenhang ohnehin verloren gegangen war, ist auch der Schluß mit allem möglichen Unsinn angereichert. Die Braut des Spanos wird noch einmal bemüht, um drei rotköpfige, kahle, schwarze einäugige Popen herbeizuschaffen, die mit Hilfe von Blasbälgen dem Bartlosen zu Leibe rücken74. Auch ein Protopapas muß noch geholt werden. Aus dem εύφράνθη μέχρι τέλους ζωής von D 1794 wurde in Β 231 ein έφράνθης εως τέλος, die Zeugen aus dem Mitgiftvertrag beginnen noch einmal aufzutreten, bevor die verstümmelte Version mitten im Satz abbricht.

I. SCHLUSSVERSE D 1795—1820. Der Fluch der bösen Tat verfolgt unseren Spanos noch über seinen Tod hinaus. Von seiner List und Verschlagenheit muß gekündet werden, um alle, die seine Taten erkannt haben, ihn zu verfluchen aufzufordern. Das geschieht 1. in sechs iambischen Zwölfsilbern als Grabinschrift und 2. in weiteren fünf iambischen Zwölfsilbern und einem Vers aus zwei Siebensilbern (D 1808) mit der Akrostichis γελώ σε — dem Motto zum Gesamtwerk. 3. folgen 10 politische gereimte Fünfzehnsilber, in denen der Autor seine Leser — „Brüder und Väter", wir sind im Klosterbereich — noch einmal persönlich und eindringlich mahnt, bei Tag und Nacht zu wiederholen: alle Bartlosen raus und hütet euch vor eurer Entdeckung! Wie schon in dem persönlichen Teil am Ende des Synaxars D 700 bemerkt worden war, seien in unserem Werk nur die bösen Taten und Schlechtigkeiten des Spanos verzeichnet, die offen zu Tage liegen. Die viel schlimmeren geheimen sind weder zu benennen noch aufzuzählen. Auch die Verfluchung dessen, der aus dem Leben des Spanos Taten, die ihm zu Ohren gekommen sind, nicht öffentlich bekanntmacht, entspricht genau der Stelle am Ende des Synaxars D 701 ff. Der Autor selbst nennt sein Werk hier einen Kanon mit denselben Worten, mit denen er innerhalb des Epitaphios-Threnos D 1378 dieses sein „Geschenk" an den Spanos „Hymnos" genannt hatte. Der Kanon mit Synaxar macht ungefähr ein Drittel des Gesamt74

cf. Staphidas, ed. Legrand, 253 νά έμβαίυη ό 16

Eideneier

KOCTTVÒS

etç

τόν άφεδρώναν σου.

242

Kommentar

werks aus, daß er hier pars pro toto steht, mag Gründe der Metrik und des Reims haben. Das Todesdatum des Spanos ergibt den 35. des Kinderschreckmonats im Jahre 1700 und 109, ein Scherzdatum wie alle derartigen Angaben im Werk.

ANHANG MARTINI CRUSH SCHOLIA Crusius'Anmerkungen auf dem Titelblatt (s. Abb. 5) und unter dem Holzschnitt des Drucks von 1562 wurden oben unter „Textüberlieferung" behandelt. Auch den von Crusius namentlich genannten griechischen Informanten wurde dort nachgegangen. Im folgenden sollen nur die Anmerkungen und Scholien folgen, die eine subjektive Erklärung und einen Interpretationsversuch beinhalten, nicht aber Randscholien mit bloßen Inhaltsangaben in der damals üblichen Art der Zusammenfassung, und Wiederholungen (s. auch Abb. 6). Der Zählung liegt die Zeilenzählung unserer Ausgabe des Venezianer Drucks zugrunde. Ob der erklärende Zusatz als Randscholion oder über das betreffende Wort geschrieben ist, wird nicht gesondert vermerkt. Das jeweils erklärte griechische Wort geht nach unserer Orthographie dem Scholion voraus. 14 μουστάκιv: mystax. 16 κλότσου: λάξ. 17 ούριου: mingentem. 18 εξούριου: πονηρός. 21 ξυλογούργουρε: huius longum et tenuem gurgulionem. 22 άγριομούστακε: horrentem huius mystacem. 32 βοθρακού ranae. άποσκέλλωμα: σκέλη έχων. 34 άνακακάρωμα: καύχησις. 37 μυρμηγκοσφόνδυλε: huius Collum formicae. 47 κακομούσουδος: αϊσχροπρόσωπος. 58f.: Θερσίτης. 64 δρεπαυομύτη: huius nasum falcis. ξυγγόκωλε: παχύπρωκτε. ξίγγι, τό παχύ της σαρκός. 65 άντζάτος: αυτζα: waden, posterior pars cruris. 77 στρεβλός [D (1562) τρεβλός]: τραυλός. 81 άστοχημέυω: δυστυχεί. 95 άυάκλασμα: τήυ πορδήυ. 99 μουλάρια: qui nec equus nec asinus muli. 103 τζιυτζίρου: τέττιγος. 105 πατσάδα: barbam. 106 κλαυομούστακου: κλάυο, flatus έκ πρωκτού. 112 δρεπαυόραχος: falcato tergo. 118 σμίγουσιυ: convenientibus. 119 κατηραμέυος: κατάρατος. 125 παυάτσαλου: παυβδελυρόυ sporca. 126 παράσημου: male signatum. 128 σκυλίυ: κύυα. 142 πομπή: αισχύνη. 151 τρίκωλε: τρίπρωκτε. 152 σκατογένη: κοπροπώγωυ. 155 σκατά: ή κόπρος. 156 ξυλιές: fustuarius. 157 μάγουλα: genas. 158 ώχου: ουαί. άλίμονου: βαβαί. 159 πιγούυαυ: barbam.

Anhang

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174 κωλάτον: πρωκτάτον. 176 βιλλάτον: villano, barbarum. 178 Kocfis: εμπρησμός. 197 αγριόγατος: άγριος αίλουρος. 201 ÒTTOλυτίκιον [D (1562) άπολιτίχιον] : απώλεια της τύχης. 208 άναχεσομούσουδε: χεζοπρόσωπε. 209 φακλανοιτορδοτσουφάτε: à φαγεϊν, à flatu ventus, à ροφεΐν. 211 στιχολογίαν: lectionem ex psalterio. κάθισμα: τού λαού. παλούκιν: palum. 231 'τπθετόυ: ξύλου παχύ. 237 τρελόν: άφρονα. 249 αναβαθμούς: versus qui ante evangelium recitantur. 262 κώλα [D (1562) καλα] : τά καλά, fort, κώλα significat. 269 σπανέας: άγενείους. 270 βγάλει: έξάγειν. 271 άιλί: vae. μάγουλα: εκ των παρειών. 296 unus chorus canit: quo tacente alius eadem canit. 296: τούτο λέγεται ειρμός, ψάλλεται. 299 δαμάσκατα: κόπρους pro δαμάσκηνα, pruna damasc. . 300 προϋνον: pruna, βάτσινον: καρπόν της βάτου. 301 αγελάδας: της βοός, vaccae. 303 μαδεΐν: εξελεϊν. μουστάκαν: mystacem. 309 ραΐσουσι: κλασθώσι. 314 ξερά: arida. 322 τσιρλισμένε: κεκοπρισμένε. 336 'πικακκασμούς: κοπρισμούς. pueruli vocant την κόπρον κακά. 360 σπανούρη: μικρού σπανού. 381 φακκίνοον: πενήτων, baiulorum. 383 παθαίνει: πάσχει. 405 σκατάπλωνε: ac ήπλωσεν, expandit. 407 γραίας πετσίν: γραός δέρμα. 408 octob. 1. 423 σφάκελα: τυφλώματα. 434 τσιρλούμεν: τζυρλία, το ΰδατώδες άποπάτημα. 477 ξεχύσωμεν: έξορύξωμεν. 485 σκαταλείψωμεν: κόπρω άλείψωμεν. 492 τσιρλισματαρέα: κοπρίσματα σπάνια. 494 σφάκτης: πλευρϊτις. 496 κοιλία: dolor ventris. 503 πιγουνάτε: barbate. 531 συναξάριον: σύναξις τού βίου, recitatum, vita sancti alicuius in templo. 557 βιλλάτον: villano, βηλή, ψολή, τό πέος. φασάτο ν: φάγετε αύτόν. φασκελάτον: τυφλό ν. 558 σούβλας: όβελούς. 562 κοντόκερκος: ό κεκομμένος την ούράν. 566 βουρλοκάρβουνα: χόρτου λεπτόν. 567 φυτανόσπιτον: οίκον έκ φυτών. 568 κουτσής: χωλής. 569 ξύγγι: τό πάχος, axungiam, adipem. 571 άποκτενίδια: ex sordibus intra pectendum decidentibus. 574 εμούγκριζον: mugiebant. 589 κουκουρομούστακος: κούκουρο, κόκκος ξηρός και ανωφελής, άβγοπίγουνος: εχων πώγωνα ώς ώόν, όξύν. 591 στυφάτος: έσθιόμενος. Φατσιρλέας: φάγε την ύγράν κόπρον. 592 φάσκατα: φάγε κόπρον. 593 άνήφορον: acclivem viam. 625 σιχαντήν: βδελυκτήν. έζαρωμένας: corrugatas. 626 ύποκοίλιον: κουννος. 627 ψειρών: φθειρών. 636 ανταλα: nugas. 644 μεσοδάκτυλα: spatia intra dígitos. 647 μεμαραμένη: μεμαρασμένη. 649 αρύ: άραιόν. 651 σφικτότρυπος: foraminatus. 652 διχαλοδικράVIν: furcam, δίκρανον, ligonem, quo fimus effoditur. μαγαρισμένα: μεμολυσμένα. 653 έκλανομόσχισεν: museum fecit έκ σκατός. 656 κατουρλοποδία: κατουρούσα τούς πόδας, κατουρλού: δτε τις εν ύπνω ούρεΐ ούκ είδώς. 658 πηξομύτην: πηγνύντα την ρίνα χαμαί. 16«

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Kommentar

662 βουνίας: βοείας κόπρου. 663 ζαμάλα: άσχημου ζώου, quod ludi causa fuit: ut ex ligno inpositis vestibus. 666 γωνίας: ángulo. 667 ρύμηυ: στενήυ όδόυ. τσιρλοϋυ: καταχέζουν. 668 σκύλου μούτσουυα: κυυός προσώπω. 671 μαυδύωυ: palliis. 673 κόριζες: wentelin. γεραυίωυ: weisblauw. 674 εκλασε: επερδε. εξανέμησα: επερδον. 681 βρουκολακιασμέυου: άνατεθεματισμένου και τό σώμα άλυτου, άυοιγόκλειευ: nictabat. 686 συυήλθε: έπαύσατο, μετεμελήθη. 691 κοπριλίδα: scilicet loco generoso. 706 έφέτο: έν τούτω τ ω ετει. 727 λέρα: ρύπος. 729 ροπή: αφανισμός. 730 άυτζιά: εις τούς μηρούς, in obern schenckel, sed, in suras. 736 ξερός: ξηρός. 740 φακλανοπορδόζυφος: φάγε. 754 ματσούκωυ: ροπάλων. 765 καταλόγιυ: την ίστορίαν τήνδε. 779 άνασφακελώυομευ: άυατυφλόυομευ. 821 καταδότων: απατηλών. 822 κακομάζαλων: deformium, σαπρώυ κακοσωμάτων. 824 μυαλά: τά μετάφρενα, οΐ κρόταφοι, ipse digito ostendebat tempora. 841 λώβα: ασθένεια τών λεπρών. 867 κατανασπάζουσιν: έκτίλλουσι. 918 μολυνέλεον: foedatum oleum, βρομιέλεου: δυσώδες. 942 στρεβλωθοϋσιν: distorquantur. σφαλισθοϋσιν: claudantur, non olfaciant. 978 λάβρα: λαμπρόυ. 1004 μάνυας: matris. 1024 τρελέ: stulte. 1028 γρυλλομάτη: στραβέ. 1029 τυμπανόκοιλε: huius γαστέρα ως τύμπανον. 1032 λυκοτρίχη: lupi crines. 1042 ντροπή: αισχύνη ν. 1048 ψύξη: ψύξις. ρέμα: fluxus. 1050 μαγαρισυάρια: pro Μεγαλυυάρια, sic dixit ό άξιος τοΰ πυρός ούτος. 1057 χεσάδα: cacatum. 1074 άρτζιβούρτση : sic vocatur τις κύωυ. 1231 ξυλίζειν: ξύλω τύπτειν. 1239 παχυυθήτω [D (1562) παλυνθήτω]: άναλυθήτω, τηκέσθω. 1294 ελαθόμην: έσφάλην. 1327 κουρούνες: κορώυαι. 1339 πάτου [D (1562) πάντου]: πρωκτού. 1424 καταδότηυ: προδότηυ. 1469 δημηγέρτα: επίβουλε, διάβολε. 1491 πονηροπράτην: πονηρά πράττων. 1508 μουντζογένη: τυφλογένη. 1512 γουρουνομούσουδε: γουρούνι, ό άγριος χοίρος. 1526 όνογκαρίσαι: όγκδσθαι ώς όνος. 1531 φαν: φάγωσι. σας: αύτούς. 1541 ψητόν: assa caro. 1543 άγριοκτήματι: άγρίω κτήνει. 1558 βούβαλε: bubale, Büffel. 1562 κρύψαντα: κρυβέυτα. 1584 μούτρα: faciem. 1594 άπόλυσις: dimissio, τέλος. 1645 ξεφυτρώσης: εκφύσης. 1663 άυτίδιυ: salatam. 1664 κλανήθιν: άνεμον έξόπισθευ. 1667 κακοφωνικόυ: pro καλοφωυικόν, ούτος ό μιαρός μετάτρεψε τό καλοφωυικόυ, εστίν άσμα μετά τράπεζαν ή τό άριστον άδόμενου. μαγκλαβδ: μαγκλαβήσατε, τό τύψατε. Μπορδουλέτου: πέρδοντος. 1670ff. ignorabat musicam ό Καλωνας. 1679 Κατσικοπορδού: κατζίκια, τά ερίφια, παπαδία: πρεσβυτέρου γυναικός [sic], 1683 κουκουμάριν: σκεύος, kübel. ματσούκες: fustibus. άγνές: non habentes πάχος, pinguedinem. 1684 τούρτουρον: ψυχρόν quando quis tremit gelu. υποκάμισα: χιτώνας.

Anhang

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εξηστρεπτά: inversa, εττ' αριστερά. 1685 δεματίου: μετά δεσμού. 1686 ψεύτικα: τό ούδέν. 1688 αρίδες: τά νεύρα. 1689 βουβάλαν: Büffelin. ποδόλουρα: compedibus. 1690 τσαττίυ: πλατείαν δίκελλαν. 1691 φαναριώτη: φανάρη, ό λύχνος. 1693 ξυλοκροκυδίτικην: έκ στυππείων. παπυρίτικου: papyraceum. τηγάυιν: sartago. 1695 άποκρέββατον: κλίνης, γριβίν: γριβό, grau, cinerei coloris, καβάδιν: pallium, τό άπανοφόρι. χάσδιον: damascenum. άλογου: equum. 1696ff. πάντα τά αδύνατα γράφει. 1696 βαμπακερήν: bombycinam. ττλεμένον: πεττλεγμένον. ξινόγαλα: εξ όξους γάλα. κρεμαστάλυσιν : catenam supra focum culinae dependentem. 1697 άρκοβυζανού: τού μικρού καί θηλάζοντος άρκτου, καβούρους: cancros. 1698 βαρβάτους: άρσενας eos, ut inútiles, abiiciuntur. 1699 εις τά γνέφη: εν ταΐς νεφέλαις. κούκουδον: τό πέος. 1701 ματσούκας: clavas. 1702 δέκατον: decimas. 1704 πίστον [D (1562) πίστην]: πόσιν. άσπίδος: scilicet τού ζώου. 1705 σκατάραχον: κόπρος, Kegel, ανάστημα, τσίρου: τζύρος, ψάριον μικρόν καί λεπτόν, καί άνωφελές. απάκιν: τό της πλευράς όστοϋν. σκρόφας κέρατο ν: at scropha non habet cornua. 1706 στά μάτια: εις τά όμματα, σκόρδα: σκόραδα. 1707 βαμπακένια: ex bombycino. 1708 ξυλοπίνακα: ξύλινα πινάκια, σουβλιταρέαν: μίαν κέντησιν δια σουβλίου. κεντητό σεντόνι ν: ausgeneht tüchlin, κέντημα, die ausgenehten löchlin in facelin. 1709 πρόβεια: ovillis. μοχθηρά: χοίρους. 1710 άνωγοκάτωγον: inferiora et superiora coenacula. 1711 κοπάδιν: άγέλην. πιστικόν: ποιμένα, τζυκάλια: χύτρας. 1712 βρακί πεύκινον: caligam εκ πεύκης. κάλτσας: tibialia. ίδρέινας: ίδρος quaedam arbor, cuius fructu porci vescuntur, quercus scilicet. 1713 Μαυράγγελον: diabolum. 1714 Μαλανάραν: κακήν κατάραν. 1716 ταγή ν: βρωμάτων. 1718 ροπήν: όργήν, κατάραν. 1719 εξετιμωτάδες: οιπερ τήν προίκα εποίησαν, ετίμησαν. μούντζας: σφάκελα, τυφλότης. 1720 Μπασσαλιώτης: από σιάλου. Ματσουκοπορδοΰς: ματσούκα, clava. E a non πέρδει. 1721 Τριβοκουτσούλη: όρνιθος κόπρος, καί ή γυναικός αισχύνη. Γλείφας: λείξες. 1722f. άνεμο κοπανιστόν: à vento tusum. 1730 Πανταπού: fortasse πανταχού. 1735 σύσκατην: κοιλίαν προβάτου μετά κόπρου. 1737 βιλλήθρα [D (1562) λίβηθρα]: lebetas. 'πιθετά: δια μίγματος επιτεθησομένου. 1746 σκατοψυχήσεως: άψυχή. κλαμπανίας: εξανεμουμένης. 1751 πουγγί: crumena. ύπέρπυρον: δηνάριο. 1755 έντεροκάρδια: εντόσθια. 1763 σκοντάψης: προσκρούσεις. 1764 έντέσης: εΐσέλθης. λέρα: κόνις. 1765 κουράδιον: κόπρος, άμπουκωθης: φάγης un buccone, βλωμός. 1767 παραγυρίσης: περιτρέψεις. 1769f ταύτα ούδέν εστί. 1770 φυσαμέλαιον: ex flatu. 1776 άγκανος: γωνίας εχων, άγκονή, ή γωνία. 1781 καρύτσαφλον: τον λάρυγγα, Gurgel. 1785 σερραφήν: τρύπας. 1788 άνάσαινεν: άνέπνευσε.

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Kommentar

άφτίου: ώτός. 1789 σαν và ιτής: τύχη. 1812 và 'ντηραται: và τηρείται, và φυλάξηται, άττέχηται. 1818 καταδώσουν: ττροδωσι. πέτε του: εΐπετε αυτφ. Τέλος α ' όκτωβ. ,αφοε'. Ex ore Gabrielis Calonae1 29. Iun. 1582 explications domi adscripsi hodiernae linguae studio. Zum Inhaltsverzeichnis D 1821 ff. sind die Seitenzahlen seines eigenen Exemplars nachgetragen. Auf dieser letzten Seite hat „D(ominus) Philip(pus) Mauricius1 27. Aug. 1585" mit eigener Hand vermerkt: όταν ενας άνθρωπος δεν εχει χρήματα, ε ναι άποθαμένος, και dorò τον κόσμον χαμένος. Das letzte Wort (χαμένος) wird nun von Crusius sogleich wieder erfragt und mit eigener Hand kommentiert: απολεσθείς. Eine erneute Durchsicht des Crusius' Exemplars brachte noch zusätzlich folgende Scholien: 503 μουστακάτε: habens mystacem. 672 τζίντζιροι: τέττιγες. 999 φασάτην: à φαγείν. 1055 μαγαρίζομεν: pro μακαρ. 1230 κλοτσίζειν: λάξ τύτττειν. 1240 στραβωθήτω: torquatur. 1573 χάση: άττολέση. 1695 σιμιδίου [D (1562) σιμοδίου]: σημαδιού. 1696 αγελάδα: vaccam. 1698 ξύγγιν: axungiam. 1722 σκαταφάτα: à φαγείν. 1769 κλάνη: πέρδη. 1

Zu den angeführten Personen s. o. Kapitel „Textüberlieferung".

GRAMMATISCHE BEMERKUNGEN

Grammatische Bemerkungen

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Berücksichtigt sind Erscheinungen der Phonologie und Morphologie, der Wortbildung und Syntax, die einerseits für die mittelgriechische Volkssprache bezeichnend sind, andererseits aber von ihr abweichen bzw. Neubildungen darstellen. Die außergewöhnlich uneinheitliche Sprachgestalt unseres Texts ergibt sich aus dessen literarischem Genus: eine Parodie eines hochsprachlichen Texts muß die parodierte Vorlage auch in ihrer sprachlichen Gestalt durchscheinen lassen. Textteile, die sich eng an die Vorlage anschließen, werden also eher eine Sprachgestalt der mittelgriechischen hochsprachlichen Koine überliefern, während Textteile, in denen der Autor den Bartlosen mehr satirisch als parodistisch angeht, eher eine Sprachgestalt mit zahlreicheren Elementen der mittelgriechischen volkssprachlichen Koine zeigen werden. Von „Archaismen" wird man folglich bei uns nur mit größter Vorsicht sprechen können. Dies gilt in besonderem Maß für den Text von D, der dem Original am nächsten kommt. In A und Β sind die Erscheinungen der mittelgriechischen Volkssprache einheitlich häufiger; eine mehr statistische Auswertung der Relativität von alten und jüngeren Spracherscheinungen verbietet sich aber auch dort, da der Parodiecharakter auch in A und Β noch klar zu erkennen ist. Die einzelne Stellenangabe ist in der Regel nur dann verzeichnet, wenn sie nicht mit Hilfe des Glossars ermittelt werden kann. Verweise zur Behandlung einer grammatischen Erscheinung in der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur sind die Ausnahme: die Durchsichtigkeit sollte bei hohem Bekanntheitsgrad der Erscheinung erhalten bleiben. 1. PHONOLOGIE. 1.1. Vokalismus. 1.1.1. Vokalwechsel, e > i in der Nähe von Liquiden: Α: δριμόυι. Β: 'λιττορδή. Unbetontes i > e. a) in der Nähe von Liquiden (s. MNE 239f.): D: μερμήγκιν. στερεφός. ξερός (neben ξηρός), κρεμνίσματα (neben κρημνούς). έγκρεμυίσθηκε. σερραφή. Α: μερμηγκοσφόνδυλος. χοιρινομαγερέαυ. μαγερενιος. αχερον. άθώρετος. όγριοθώρετος. άφωρεσμέυος. κρεμνούς. κρεμίσης. Β: μερμήγκιν. μερμηγκοσφόνδυλος. μογερία. êττερομμάτισεν. νοικοκερών. κομττοθέλυκα. μερόκωλα. b) in der Nähe von μ: Β: δεμοσίας.

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Grammatische Bemerkungen

i > u (υ > ου, οι > ou): D: φακλανοπορδοτσουφάτε. Α: σουσούμια. Β: προυκία. κουτσούλιν. (s. zuletzt Ch. Symeonidis, Χείλωση στη Μεσαιωνική και Νέα 'Ελληνική, Βυζαντινά 4 (1972) 240. 245f.) ο > u: D: κουρούνες, τυροκόζουμον. βερτούυια. ρουθούνια, ρουφώ. Α: κουρούνες (neben κορώνες)· ρού μπαλός, ζουμί ν. κουπάδιν. σκουριάζω, πουγουνάτος. πουγούνα. πουγούνιν. πούγουνας. πουκάμισον. σκούμπρος. ζουγραφιστή. Φασουλής. Κατσικοπουρδού. Β: ρουδόζουμον. κουπάδι, κούφα. σφουγγίζω. κουρούνες, πουκάμισον. κατωσάγουνον. σουρούττιν. ττουλεΐ (190). 1. 1. 2. Vokalprothese, a: D: άμπουκωθής. Α: άχελώνες. άραθυμίας. άφασιανοΰ. Β: άχελώνας. άφασιανοΰ. άλέφαντος. άξάδελφος. άπάπλωμαν. e: D: έξηπνέω. έξηστρεπτός. έξούριος. έξετρέχεις. έξετιμωτάδες. έξεσκατίστρια. Α: έξούριος. Β: έβδέλλα. έξεκουρβουλωμένος. έξηβάλλω. έξηστρεμμένος. i: D: ίδρέινος ο: Α: όδιά. όδιατί. όκάτι. όμυαλός. Β: όκάτι. 1. 1. 3. Schwund von Vokalen. Α: δικόνημαν. Άδρινόττολις. τρικάδι (165) 1.1. 4. Dissimilation Α: καθερίση (104. 361). (s. ΜΝΕ I 238). 1. 1. 5. Aphärese. a) des unbetonten Anlauts: D: 'ττιθετόν. 'τπκακκασμός. λέφας. λάφια, μέρα (1503). 'ντηρδται. Α: 'φάλια. 'φθίν. 'δώ. 'γερθη (384). 'ν' (105, 148).'ξυπάζουνται.'ττοϋσι (121). 'ττοϋμεν (134). 'γούμενε. 'ξυντόκωλος. λέφας. 'φάττλωμαν. 'πέσω (149). Β: 'λιπορδή. 'ξυντόραχος. 'κοσιεννέα (214). λέφας. 'πέσω (116). μοιάζω (73). 'φάπλωμαν (123). 'πισκώλου (144). b) des betonten Anlauts mit Übertragung des Tons auf die vorausgehende Silbe: D: νά 'λθης (657). νά 'χης (72) Α: τό 'παθεν (347). νά 'χες (411). νά 'χης (399). Β: τό 'ναν (173). 1. 1. 6. Hyperkorrektismus. Β: σκόφια (106). έπ' für ά π ' (77). 1.1. 7. Krasis. D: κάντεϋθεν (195). Α: κάγώ (431). 1.1. 8. Apokope. Α: 'ν' (105, 148). Β: τ ' αυτού (221). έπ' (77).

Grammatische Bemerkungen

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1.1. 9. Kontraktion. D: άναμπαίζομεν (1034). φαν (1580). φασι (1755). φάτε (1516). A: ύπδς (298). φαν (364, 367). τό φαν (284). Β: φαν (178). 1. 2. Konsonantismus. 1. 2.1. Konsonantenwechsel, β > γ : Α: σούγλα (neben σούβλα). σουγλιταρέα. σαγρίδι. έντεροσυκωτοφλέγμονα. Β: σουγλίν. κ > γ : Α, Β: έγζεστός. b > ρ: D: πηξομύτης. Β: επηξομύτης. ρ > b im Anlaut: D: Μπορδηλέτου. A: μπομπή. ρ > mb im Inlaut: Α: ρούμπαλος. Β: λαμπάρα. τσαμπί ν. t > d: Α: έχαίρεντον (368). 1. 2. 2. Änderung von Konsonantengruppen, σθ > err: Α: άστενών (490). Β: μιστάριν. σχ > σκ: D: σκάρα. Α: άσκημος (368). σκάρα. Β: σκάρα, μοσκοπόδην. φχ > φκ: Α: εύκούλα. σκ > σχ: Α: σύσχατον. σχέλλωμαν. ευμ > εμ: Β: επαινεμένος, καματεμένος. γμ > μ: D: πλεμένος. Α: βρεμένος (152, 416). ένδυλιμένος. σφυμός. σίμα. (Hyperkorrektes μ > γμ: Α 503: èντεροκαρδιοσυκωτοφλέγμονα. So auch A 103). Β: σφυμός. σίμα. πλεμάτιν. πνιμένος (27). 1. 2. 3. Verlust eines Nasals. a) vor ξ, ψ, φ, χ, θ (s. ΜΝΕ I 161 f.). Α: πεθερός, πεθερά, συμπεθέρα. συμπέθερος. μελλοπεθερές. επεψεν (238). όφαλός. λάρυξ (425). Β: πεθερός, πεθερά, συμπεθέρα. επεψεν (61). όφαλός. έδριμύθην. b) vor τ (d > t). Α: άτζα. άτζάτος. άτραγιδοβάμπακον. Β: ατζα. άτραγίδα. άτραγιδοβάμπακον. πληθυτικοί. c) vor λ. Β: ώσά (107). 1. 2. 4. Verlust von j. D: κόπρες, γενάδα. π η (1793) Α: άλογοπατουματές. πείν (285). π ή (383). Β: εψυχομάχες. 1. 2. 5. Prothetisches γ . D: y νέφη. 1. 2. 6. „Irrationales" y nach v. D: σκαταλείβγομεν (1544). Α: άφε\ττεύγη.

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Grammatische Bemerkungen

1. 2. 7. Assimilation. Α: εμνοστότηταν. πανέμνοστος. μνοϋχος. φλεμοτομία. άντιφλεμοτόμιον. στηθοσκυρτάτος. 1. 2. 8. Dissimilation ρ, λ. Α: ττλέμονας. κλημέα. εντεροκαρδιοσυκωτοφλέγμονα. Β: κλημία. δελτταυομύτηζ. 1. 2. 9. Metathese. D: φασκελάτος. κατουρλοποδία. κατουρλοΰ. Α: δερτταυομύτης. δριμόνι. τράφος. Β: βου ρλοκά ρ β ου νο ν. φελβοτόπανον. 1. 2. 10. Antimetathese. Β: φαρακλός. 1. 2.11. Anaptyxe. D: τσιρλώ [s. Ph. Koukoules, Άθηνα 29, Λεξικ. Άρχ. 4 (1929) 89] 1. 2.12. Überkorrekte Herstellung von zwei Aspirata. Α: άφθίν. Β: μισόχθαρον. 2. MORPHOLOGIE. Vorbemerkung. Während D aufgrund seiner hochsprachlichen Grundgestalt im ganzen mehr ältere Formen bewahrt, haben A und Β mehr die jüngeren Formen. In allen Versionen ist dennoch der Mischcharakter deutlich, der von einer hochsprachlichen Gesamtform zu einer verstümmeiteren Form mit mehr volkssprachlichen Elementen führt. 2.1. Artikel. 2.1.1. Bestimmter Artikel. 2.1. 1. 1. Zusammengezogene Formen. Daß die zusammengezogenen Formen des bestimmten Artikels στόν, στήν, στό, ατές, στά, στοϋ in D und Α, nicht aber in Β vorkommen, hängt damit zusammen, daß Β nur die Prosateile unseres Werks erhalten hat. Von diesen ist das Synaxar so hochstilisiert, daß dort solche Formen der Volkssprache nicht geduldet werden. So ist dieser Teil auch in D und A frei von zusammengezogenen Formen. Dies trifft für A auch für den Prosateil des Aussteuervertrags und der Heilbehandlung zu, während D in diesem Teil durchaus zusammengezogene Formen kennt.

Grammatische Bemerkungen

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Im einzelnen kommen folgende Formen vor: στ' άμάξι, στ' ανάθεμα, err' άντξιά D. στά άφτιά Α. στα γένια, στην κεφαλήν D. στον κωλον D, Α. στα μάγουλα D. στα μάτια D, Α. στά μουστάκια, στά μούτρα, στό πανηγύριν D, στοΰ παπα τόν ψώλον Α. στην πορδήν D. στον πούγουνα, στό πουγούνι Α. στον πώγωνα D. στοϋ σπανού τό γένος D. στό σπίτιν neben aîç τό σπίτιν Α. στό στόμα, στά χέρια D. 2.1.1. 2. Fehlendes Schluß-v beim Akk. Fem. Sing.. Α: τη θείαν μουστάκαν (129). Β: τή μανδήλαν (58) 2. 1. 2. Unbestimmter Artikel. Α: έναν όνομαν (477). Β: μία λακινία (Akk., 126f.). 2. 2. Substantive. 2. 2.1. Maskulina. 2. 2. 1. 1. Wechsel von Deklinationen. 2. 2.1.1.1. Konsonantische Deklination > -ας. D: άνδρας (98. 1363), neben άνήρ. βήχας, κόρακας. 2. 2. 1.1. 2. Maskulina auf -ας mit Gen. Sing, auf -ou, Nom. Plur. auf -οι. Akk. Plur. auf -ους (s. MNE II 4) : D: καβούρους. κοράκου. κοράκοι. τζιντζίρου. τζίντζιροι. Α: κοράκοι. κοράκους. 2. 2.1.1. 3. Konsonantische Deklination >-ος. Α: ό γεϊτος. ό γέρος, τόν γέρον. 2. 2.1. 2. auf -ας: vereinzelt taucht im Akk. Sing, ein -v auf: Α: βήχαν (158). πλέμοναν (158). μήναν (462). 2. 2.1. 3. Stammerweiterung im Plural. D: έξετιμωτάδες. Α: πραγματευτάδες. Β: παπάδας (222. Scherzbildung). 2. 2. 1. 4. Vokative. Α: άφέντη (212, 219). άνήρ (262). κύρ (343, 374). Β: άφέντη (36. 43). άνήρ (83). δελπανομύτη (66) neben δελπανομύτα (41). 2. 2. 1. 5. Genuswechsel Neutrum > Maskulinum: D: τόν λουτρόν (1783). (s. MNE II 50). Bei γέλως αΐώνιον in D 110 scheint eine Kontamination aus ό γέλως und τό γέλιον vorzuliegen. So wohl auch D 287.

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Grammatische Bemerkungen

2 . 2 . 1 . 6 . Fehlendes Schluß-v im Akk.: Β: τόν κώλο (125, 203). 2. 2. 1. 7. Bemerkenswerte Akzentuierung: Α: βοθράκοι (23). Σαββάτου (527). Β: χρονών (13). πάππους (145). 2. 2. 2. Femmina. 2. 2. 2. 1. Wechsel von der konsonant. in die a-Deklination. D: ψύξη, φλόγα, νύκτα (Nom.), a'íyas (33), γραίας (33), τρίχας (1617) (Gen.). A: Θυγατέραν (432), τρίχαν (35), έμνοστότηταν (128) (Akk.). Der Nom. γυνή in A, Β steht neben dem Nom. γυναίκα in D, A, B. Dazu der Gen. γυναίκας in B, der Akk. γυυαίκαν in Α, Β und der Vok. γυναίκα in A, B. Den alten Vok. γύναι haben D, Β (neben ώ γυνή μου D) und einem neuen Gen. Plur. γυναίων. Während D nur αγελάδας (301) und πατσάδας (501) je einmal im Gen., sonst πατσάδα, γενειάδα außer D 713, χεσάδα aber nur im Akk. und πατσάδος und γενειάδος im Gen. gebraucht, hat A neben αγελάδα im Nom. auch γενειάδαν und πατσάδαν im Akk. (neben της πατσάδος und γενειάδος). Β hat γενειάδα einmal im Nom., einmal im Akk. . 2. 2. 2. 2. Stammerweiterung im Plural: Β: νοικοπεθεράδες. 2. 2. 2. 3. Fehlendes Schluß-v im Akk. . D: άπό κακήν ροπή (207). πομπή (1085). νύκτα καί πάσα μέρα (1503). Α: πορδαλίστρια (222). τήν μπομπή (377). σφάκτη (411). σκάρα (439). γειτόνισσα (519). κάππα (522). Β: αγάπη (56). καλή γειτόνισσα (188). πατσωμένη (51). 2. 2. 2. 4. Bemerkenswerte Akzentuierung. D: συντελείαν (1284). 2. 2. 3. Neutra. 2. 2. 3.1. auf -ι (ν). Bei den Neutra auf -ιόν, -ιν, -i gibt es neben der größeren Zahl von Substantiven auf -ιον in D solche auch in A und B, und umgekehrt finden sich auch in D Neutra auf -ι: αμάξι, βρακί, κεφάλι (1202). ξύγγι. πουγγί. σκαμνί, σκυλί (1041). σπίτι (611), die allerdings gegenüber der Häufigkeit in A und Β in der Minderzahl sind. Die große Masse dieser Neutra geht in allen drei Versionen auf -ιν aus. 2.2.3.2. auf -μα(ν). D kennt nur Neutra auf -μα, A und Β auch solche auf -μαν: A: στ' άνάθεμαν (106). άπόκομμαν. άποσκέλλωμαν. βλέμμαν (16. 88.

Grammatische Bemerkungen

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377). δικόνημαυ. ελειγμαν. ίδίωμαν (163). δνομαυ (477). στόμαν (270). σχέλλωμαν. 'φάπλωμαν. Β: άλειμμαν (192). άπάπλωμαν. περέχυμαν. 2.3. Adjektive. 2. 3. 1. Neben der großen Mehrzahl der Belege mit klassischer Akzentregelung gewinnt die jüngere Regelung des feststehenden Akzents an Boden. Sie ist in unserem Text allerdings oft metrisch bedingt. D: άσχημης (62). γνήσιαν (1681). ΐδρέινας. κακομάζαλων. ξύλινην (1696) ξυλοκροκυδίτικην. παμβέβηλου (788). σκύλινην. σύσκατην. φουλαδίτικας. Α: άσχημης (15). ξύλινην (439). σαρακήυικην. Β: κοκκινοκέφαλους. 2. 3. 2. Zweiendige Adjektive. Die Zweiendigkeit der zusammengesetzten Adjektive ist ein häufig und bewußt eingesetztes Stilmittel des Autors unseres Textes: D: διήγησιν . . . παράξενο ν (968). πατσάδα . . . κλανομούστακον (1000). αντίτυπου μορφήν (1058. 1064. 1070. 1076. 1220). άτσαλον θέαν (1075. 1659). ψευδογλώσσα . . . άχρηστος (1178). γλώσσαν άτσαλον (1208). βρομοφόροι γυναίκες (1534). παγκάκιστον θέαν (1629). πανάγριον μουστάκαν (1657). κλανομούστακον γενειάδα (106. 641. 693). παράσημον μορφήν (114). πανάτσαλος Θέα (137. 670). πανάσχημον Θέαν (219. 670. 693). μουστάκαν . . . κοπρομούσουδον (305). άτσαλον Θέαν, την δεινήν και πανάσχημον (388f.). φύσις σύντρομος (547). μία όνος έγκυος ούσα (549. 562). ή κοντόκερκος και μονόφθαλμος (562). ή αόρατος βασιλεία (565). ή κακόθελος, σφικτότρυπος (651). πολύτιμον και εΰοσμον μυρωδίαν (688). κοπριλίδα πολύτιμον (691). ταύτην την έξαίσιον και εϋοσμον μυρωδίαν (692). τάς άθέσμους και κακούργους πράξεις (702). την παμμίαρον και πικράν ζωήν (827). θέαν άσχημο ν (853. 1063. 1656). δυσβάτους οδούς (1189). Α: θείαν . . . άσχημον (130). ή καλόθελος (238). πανέμνοστον γενειάδαν (255). σκατόμουνον, καμηλόραχον γραίαν (288f.). έντροπήν άπειρον (303). την άνώφελον . . . συμφοράν (331). άντίτυπον . . . ούράν (372). άντίτυπον μορφήν (378). την άτομον (423). κοιλίαν . . . σύσχατον (485). Β: ή καλόθελος (60. 186). κοιλίαν σύσκατον (149). την παράδοξον συμβουλήν (156). ξυλοκροκυδίτικον σκάραν (120). Verstöße gegen die Zweiendigkeit der zusammengesetzten Adjektive sind relativ selten: D: ξυλοκροκυδίτικην σκάραν (1694). κοιλίαν σύσκατην (1735). A: γενειάδαν . . . διχαλήν (92). ή σφιξοτρύπα, βαλλοτρύπα, γαμοτρύπα (2371).

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Grammatische Bemerkungen

Umgekehrt gibt es in einzelnen Fällen eine überkorrekte Zweiendigkeit, die in D vielleicht mit dem häufigen Gebrauch von τταυάγριον und τταγκάκιστον zu erklären ist: D: τήν άγριον πιγούναν (856. 1139). την κάκιστου ζωήν (1145). Α: την γνήσιου . . . θυγατέραν (431). 2. 3. 3. Fehlendes Schluß-v 2. 3. 3.1. beim Akk. Sing. Fem.: Β: καλή γειτόνισσα (188). κακή ροπήυ (230). 2. 3. 3. 2. beim Neutr. Sing. Nom. bzw. Akk. (immer in Verbindung mit einem Neutrum auf -ι): Β: σελλοχαλιυωμέυο βουβάλι (114). ότττό χιόυι (121). τετράγωυο χαλάζι (195). 2. 3. 4. Zusätzliches Schluß-υ beim Neutr. Sing, bei Adjektiven auf -us: Α: βαρύν (179. 181. 189). άρύυ (235). Β: άρύυ (111. bis) 2. 3. 5. Vereinzelt wird in D άνου (520) als Vokativ zu âvouç gebildet. 2. 3. 6. Komparation. Es fällt auf, daß in allen drei Versionen sich nur ganz vereinzelt Komparativformen erhalten haben. In A vermuten wir in καλότια (290) eine für uns sonst nicht nachweisbare Nebenform von καλλιώτερα oder dergleichen. Auch die alten Superlativformen sind selten und nur in D vereinzelt nachweisbar: Ίτουηροτάτην (970. 1121). άγριωτάτηυ (971). αίσχίστηυ (1081). τταγκάκιστος (passim), φιλτάτη (1681). παμφιλτάτη (1728). μιαρώτατε (1172) =παμμίαρε (1184). Wie schon die letzten drei Beispiele zeigen, wird der Elativ in der Regel durch Präfixe gebildet: in den allermeisten Fällen durch παν-: D: τταγκάκιστος. τταμβέβηλος. τταμμίαρος. τταμψεύτης. ττανάγριος. ττανάθλιος. τταυάσχημος. πανάτσαλος. ττανδόλιος. πανούργος (saepe). Α: τταυάσχημος. πανάτσαλος. πανάτυχος. παυάχρηστος. πανέμνοστος. ττανέρημος. ττανώραιος (saepe). Β: ττανεύνοστος. Daneben sind an Präfixen gebräuchlich: άγριο — (s. Glossar), τρισ — (s. Wortkomposition). 2. 4. Zahlwörter. Α: και τά δύο (355). Β: τώυ δύωυ άρχιερέωυ (175). τρισχίλια (14). 2. 5. Pronomina.

Grammatische Bemerkungen

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2. 5.1. Personalpronomina. D bevorzugt die hochsprachlichen Formen. Die jüngeren sind vereinzelt: μας (1733). από σένα (1398). εσείς (1516). σας (899. 1436. 1531 bis), σας (1811). του (243. 598). τον (1164). τόν (110). την (159). το (14. 404). Über diese jüngeren Formen von D, die auch in A und Β vorkommen, hinaus finden sich nur in A und Β bzw. A oder B: Α: εις εμέν (234). cor' έμδς (135). εσύ (262. 279). έσέν (114). είς έσέν (127). τα (100. 241. 523). Β: eiç εμέν (56). τη (für την) (72). τες (53). 2. 5. 2. Possessivpronomina. D verfügt über die hochsprachlichen starken Possessivpronomina εμός, σός und ημέτερος. Diese treten in A nur noch vereinzelt auf, in Β nicht mehr. Die gewöhnlichen Possessivpronomina im Sing., μου, σου, του sind häufig, της kommt nur in A und Β vor, was aber Zufall sein muß, da in D auch kein αυτής zu verzeichnen ist. Von den gewöhnlichen Possessivpronomina im Plur., μας, σας ist nur μας oft belegt, σας nirgendwo. Dafür steht in D einmal ή υμών μήτηρ (562), entsprechend für die erste Person: τό γένος ημών (612). A hat an einer solchen Stelle den Dativ: την γνήσιον ήμΐν θυγατέρα (432), was aber auch auf die parodierte Vorlage zurückzuführen sein mag. Die gewöhnliche Kurzform der 3. Pers. Plur. των kommt nur einmal in Α: τάς άλογοπατουματές των (200) vor, Β hat dafür die jüngere Form τους : των γενείων τους (24). 2. 5. 3. Relativpronomina. In D sind die agr. Relativpronomina noch häufiger: έν κακω, φ (149). μανδήλαν, ή (649). Θλίψεως, ής (990) u. s.w.; in Α kommen diese Pronomina nur noch in einem Zitat (μακάριοι, oí 373) und in Β nur noch vereinzelt vor: καθ' ά (153). . . . coró περί ών ήμεϊς εχομεν (103). In Β 73 und 74 ist das alte ö zum feststehenden Pronomen erstarrt: άνήφορον, δ und γωνίαν, δ. Daneben stehen, ohne indefinite Bedeutung, οϊτινες (D 1719). αΐτινες (D 626). άτινα (Β 131) u. s. w., und δπερ (D 564), δνττερ (D 1379) u. s. w. Dazu kommt der im Mgr. gewöhnliche Ersatz des Relativpronomens durch den bestimmten Artikel: D: τήν (666. 667. 1817). Α: τήν (41. 253. 254. 331). τό (88. 135. 253). τάς (53). τά (521). είς τόν (311) Β: τά (190). όττού bzw. πού werden häufiger: 17

Eidcneier

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Grammatische Bemerkungen

D: όπού (Nom. Sing. Fem. 109. 1714. Nom. Sing. Mask. 1814). πού (Nom. Sing. Neutr. 439). Α: όπού (Akk. Plur. Neutr. 83. Akk. Sing. Fem. 276. Nom. Sing. Neutr. 278. Nom. Sing. Mask. 469 bis. „womit" 235. „von woher" 347). πού (Akk. Plur. Mask. 78). Β: όπού (Nom. Sing. Mask. 103. Nom. Sing. Fem. 187. Akk. Sing. Fem. 99. „womit" 58. 2. 5. 4. Demonstrativpronomina. Bemerkenswert sind: D: τρίχας . . . δέ τάς τρεϊς και αύτές παράσημες (241). τό γένος τουτί των σπανών (550). Α: αυτόν τό είδος (277. 485). Β: ουτα τά πράγματα (19). τόν καιρόν ούτον (35). αγόρασε και άπ' αύτά, τά πουλεΐ. . . (190). τό παράδοξον τούτο θέαμα (82). 2. 5. 5. Fragepronomina. Neben häufigem und gewöhnlichem τις und τί in D, Α, Β sind bemerkenswert: Α: τίναν ομοιάζω (252). Β: τίνα άνθρωπον ομοιάζω (72). 2. 5. 6. Indefinitpronomina. Bemerkenswert sind: D: πας τις (108). τίποτε (580). ό κάθε είς (1812). Α: καμπόσον (84). Β: όκάτι έργον (23). άλλον τόσον καιρόν (35). άλλες δέκα επτά (220). 2. 6. Verba. 2. 6. 1. 3. Pers. Plur.: -ουν, -ουσι(ν). Die Untersuchung der Endungen der dritten Pluralform brachte folgendes Ergebnis: in D enden 78 Verben in der 3. Pers. Plur. auf -ouv bzw. -ωσι(ν), -ουσι(ν). Sie unterteilen sich in 35 Stellen mit -ouv bzw. -oüv und 43 Stellen auf -ουσι (ν) oder -ωσι(ν) bzw. -οϋσι(ν) oder -ώσι(ν). Für den einen oder anderen Gebrauch sind z. T. metrische Gründe ausschlaggebend (D: οι πάντες γελοϋσι τον και υβρίζουν), ζ. Τ. scheint das ältere -ουσι(ν) mehr im „offiziellen" Stichos der Messeparodie und das jüngere -ouv im „volkssprachlichen" Teil der Troparien und Prosateile vorzukommen. Wie relativ dieser Erklärungsansatz allerdings ist, zeigen Stellen wie A 484 f. ας αγοράσουν . . . και ας καταπλάσουσιν. Auffällig ist immerhin bei D, daß von den 43 auf -ουσι(ν), -ωσι(ν) endenden Verben beinahe die Hälfte, nämlich 20, von einem in der 1. Pers. Sing, endbetonten Verb bzw. Verbform abzuleiten sind: γελοϋσι bzw. τυφλωθούσιν. Von den in der 3. Pers. Plur. auf -ouv endenden Verbformen sind dagegen von insgesamt 35 nur vier endbetont. Bei den endbetonten Verben haben sich die älteren Fromen auf -οϋσι(ν) bzw. -ώσι(ν) also länger gehalten als bei den nicht endbetonten Verben. Auch in A sind unter den 14 auf -ουσι(ν) endenden

Grammatische Bemerkungen

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Verbformen drei -οϋσι-Formen, unter den 21 auf -ouv endenden Verbformen dagegen nur eine -oüv-Form. Für die Unterscheidung zwischen -ουσι(ν) und -ουυ-Verbformen spielt die Tatsache, ob die entsprechende Verbform eine Indikativbzw. Konjunktivendung verlangte, keine Rolle mehr. Von den bei D 43 (bei A 14) auf -ουσι(υ), -ωσι(υ) bzw. -οθσι(υ), -ωσι(ν) endenden Verben stehen 33 (A: 7) Formen für den Indikativ, 10 (A: 7) für den Konjunktiv; von den 35 (A: 21) auf -ouv bzw. -oüv endenden Verben stehen 17 (A: 11) Formen für den Konjunktiv. Dabei ist allerdings zu bemerken, daß nicht in allen Fällen klar zu entscheiden war, ob ein Indikativ oder ein Konjunktiv beabsichtigt war. Die Untersuchung zum Schluß-v brachte zur Endung -ουσι(ν) -ωσι(ν) folgendes Ergebnis: für D: Schluß-v bei vokalischem Anlaut des folgenden Wortes bzw. bei Satz- oder Sinnende: 18 Fälle. Kein Schluß-v bei konsonantischem Anlaut des folgenden Wortes: 19 Fälle. Verstöße gegen den ersten Fall: 6, Verstöße gegen den zweiten Fall: keinen. Für B: Es gibt nur einen Fall von -ουσι, dem ein Konsonant folgt. Dabei folgt aber 11 Mal auf -ουσιν ein Konsonant und nur 2 Mal ein Vokal. Bei einer Gesamtzahl von 14 Stellen sind also 11 „Verstöße" zu verzeichnen. 2. 6. 2. Augment. 2. 6. 2.1. Fehlendes Augment. D: ανάστησε (688). άστραπτε (116). έκτυφλώθη (1357). ευχαριστεί (695). φαγώθη (1522). Α: γύριζες (409). Β: πηδούσαν (3). θυμιάσε (158). 2. 6. 2. 2. Doppeltes Augment. Α: έπεριεπάτει (207). έπεριεπάτουν (277). εδιέβαιναν (281). έδιέβασεν (351). έπαρεκάλει (211). έσυνέταξεν (489). επήγα (28). Β: έπαρεκάλειν (36. 43). έκατέβην (216). 2. 6. 2. 3. „Falsches" Augment (Augment vor Präverb). D: επερίλαβες (1614). επόκτησεν (113). Α: έπαρακάλει (218). έκατούρησεν (270). ένεστέναξεν (93). ενεγαλλιάσθην (229). ενεσηκώθην (240). επελυτάρειεν (171). ενεφύλλισεν (271). εξενέμισα (262). Β: επεριπάτουν (100). έδιάβην (31). έκατούρησεν (94). έπόμεινευ (6). ενεγαλλιάσθην (53). ενέσανες (228). 2. 6. 2. 4. η-Augment. D: ήφεραν (1732. 1744. 1793). ήξεύρετε (97). Α: ήφεραν (481. 493). ήφερεν (256). ήβλεπα (28). Β: ήφεραν (156. 226). ήφερεν (76). 2. 6. 2. 5. „Verschlepptes" Augment (s. ΜΝΕ I 27ff. Hatzidakis, Einleitung 62ff.). 17*

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Grammatische Bemrrkungen

D: άντελάβοιτο (841). έξετρέχει (1368). εξηπνεύση (1744). ξεχώσωμεν (477). ξεφυτρώσης (1645). κατηράσοπτε (947) (Impeiativ). μη εντέσης (1764). cf. έξηστρετττός (1684) und die Nominalableitungen έξεσκατίστρια (633). έξετιμωτής (1719). Α: κατήβα (224) (Imperativ), έκάτσαντα (406) (Partizip τόυ . . .). υά έφάγουσι (357). συνετακήσονται (425). Β: έξη βάλλω (171). κατέβα (48) (Imperativ), υά έτταίρυης (130). cf. έξηστρεμμένος (105) und die Nominalableitung ττερέχυμαν (137) ( ξυπάζομαι mit der wichtigsten Literatur. Falsche Schreibung und Bedeutung im Komm, zum Poulologos 109. Sowohl im Poulologos als auch hier im Text in Verbindung mit κακομούσουρε: e r s c h r e c k e n a u f g r u n d einer Fratze, έξώδερμα, τό A 472 νεροφάκιν έξώδερμα, άνήθιν . . . H ü l s e (der gewässerten Linsen), εορτή, ή Β 170. μουντζωμένη σου εορτή. N a m e n s t a g .

Glossar

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Επαινεμένος Β 70 λέγει έπαινεμένους λόγου;. < * έπαινευμένος. L o b e s - . I n A 249: έπαινουμένους. έπηξομύτης. ό Β 68 τόν θείον του τόν έπηξομύτη. d e r s e i n e N a s e (μύτη) in a l l e s s t e c k t (Ιμπήγω). s. Andriotis, Glotta 27 (1939) 122: μπηξομύτηζ. Hier mit Verlust des μ vor π wie bei Ιπεψεν. cf. άγριεμπηξομύτης in A und πηξομύτης an der entsprechenden Stelle in D 658. έπιθετόν, τ ό D 231. 1737. A 487 καΐ 'πιθετόν εις του κώλον σου. K o m p r e s s e , cf. Β 151: άποθετόν. έτπκακκασμός, ó D 336 tous σούς 'πικακκασμούς της γενειάδος. Scherzhafte Neubildung aus êirt und κακκασμός, < κακκάω — „ k a c k e " . Ιττίσκωλοζ, ό Β 144 άκόμη καΐ την εύχήν τοϋ άγίου τοϋ 'ττισκώλου μας. Parodiertes έπίσκοπος. Für den Verlust des anlautenden ε- s. etwa Λαογραφία 3 (1911) 683, 3 : της τπσκοττης τό Σάββατο, cf. auch έπίσπανος in Σπανεπίσπανος : E . Skouvaras, Στηλιτευτικά κείμενα τοϋ IH' αΙώνα. B N J b . 20 (1970) 127. Ιργον Α 196. Β 23. Α: έργον νά ποιήσωμεν. Β : όκάτι ϋργον να γένη. e t w a s . Δ. D 580 τίποτε, έστία, ή s. στΙα. έτοιμόγεννο; D 1690τσοατ1ν έγγαστρωμένον α ' καί δικέλλιν έτοιμόγεννον α'. Adynat o n : h o c h s c h w a n g e r e Hacke. Parodistische Verdrehung von έτοιμοθάνατος. In Β 115 an der entsprechenden Stelle : Ιντοιμόγεννος. έτσι A 10 έτσι τόν χαιρέτησε, so. s. Ε Λ. ευθύς D 94. A 525. Β 192. 221 καί ευθύς τ ά άναγνώσματα. s o f o r t . εϋκούλα, ή Α 418 δίδω την εύκούλα μου. F ü r εύχούλα, Deminutiv zu εύχή: S e g e n . Zur Lauterscheinung s. MNE I 161. έφάπλωμαν, τ ό Α 440. Β 123 καί 'φάπλωμαν μαγερένιον. Adynaton: gekochte B e t t d e c k e . I n Β 110 άπάπλωμαν. έφέτο D 706. A 2. 161. 286 έτελειώθη ό . . . σπανός έφέτο, ίνδικτιώνος πέρυσι, in d i e s e m J a h r . < έφέτος < έφ'έτος. ζαμάλα, ή D 663 λέγει πρός την έαυτοΟ γυναίκα - χαίρου ζαμάλα. Für δαμάλα — - K u h . s. Dim. Lex. für Frauen: „dumme K u h " , cf. Λαογραφία 11 (1934/37) 87. I n A und Β : ζαμάρα. ζαμάρα, ή Α 250. Β 71 s. ζαμάλα. ζαρώνω D 1237. 1334. 1566. Α 40 τά ζαρωμένα τ ά μάγουλα, r u n z e l n , s. ΕΛ. In D 626 Ιζαρωμένας . . . παρειάς, ζεματίζω Α 38 ζεματισμένον τό ποδοκέφαλόν του. b r ü h e n , v e r b r ü h e n , s. ΕΛ. ζένω Α 110. 326 βρομίζεις καί ζένεις. s t i n k e n . < όζένω- ώζεσα- όζω. s. ΕΛ. ΜΝΕ I 85. ζουγραφιστός Α 250 ζαμάρα ζουγραφιστή. Für ζωγραφιστός, s. Dim. Lex. s. v. ζωγραφιστός. ζουμίν, τ ό Α 59. Β 229. Α: άπό τήν εγγραυλιν την άθερίναν ζουμίν. Β : ζουμίν έβδέλλας. Sauce. ζυγόλουρον, τ ό Α 20 καί νϋν καί τσαπίν καί ζυγόλουρον είς τόν σφόνδυλόν του. J o c h r i e m e n . Agr. ζυγόλωρον. s. Andriotis, Archaismen 2657. ηγούμενος, ό A 343 κύρ 'γούμενε. A b t . s. ΕΛ. Dim. Lex. θαλασσεύομαι A 199 έθαλασσεύονταν είς τάς άλογοπατουματές των. i m u n d u n t e r M e e r w a s s e r s e i n : θαλασσεύω. Das u. W. nicht belegte θαλασσεύομαι müßte — θαλασσοϋμαι vergleichbar — die gleiche Bedeutung haben.

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θαλάσσιος 1) D 567. A 183. Β 15. άπαστον δλας καί θαλάσσιον βούτυρον. M e e r e s - . Das Adynaton wird durch die verdrehte Wortstellung aus άπαστον βούτυρο ν und θαλάσσιον άλας erreicht. 2) A 453 σεντούκι κεντητό Θαλάσσιον μέ τ α εντερα τά πρόβεια, b l a u . Die blaubestickte Truhe ist ein verderbtes besticktes Leintuch. s. σεντούκι bzw. σεντόνιν. 3) Β 22 τά δώδεκα μόδια τό βρουλοκάρβουνον καΐ εις τό Θαλάσσιον τό βούτυρον όκάτι έργον νά γένη, elç δέ έκατό δύο ήμισν καντάρια . . . M a ß ( ?), s. Schiibach, Metrologie 112. s. aber oben zu 1). θερμοστάκτη, ή Β 143 ή εύχή της πεθεράς σου Θερμοστάκτη εις τά όρχίδια σου. K o h l e . s. Ά θ η ν δ 30 (1919) Λεξ. Άρχεϊον 5, 48: θερμόσταχτη. Θεσσαλονικαϊος Α 520 κάππαν θεσσαλονικαίαν. a u s T h e s s a l o n i k i , θρονίν, τό Β 130 καΐ έκατόν δύο γαδάρων ματσούκας νά ποίησης θρονίν νά κάθεσαι. S i t z , T h r o n , s. ΕΛ. Entspricht D 1672 στρώμα. Θυγατέρα, ή Α 432 την γνήσιον ήμΐν θυγατέραν. T o c h t e r . In D 1681 : την θυγατέρα, θυμιάζω Α 494. 530. 535. Β 158 νά τόν θυμιάση. b e w e i h r ä u c h e r n , e i n W e i h r a u c h o p f e r b r i n g e n , s. Dim. Lex. θυμίαμα, τό A 44 δός τον ψωμίν καΐ κερία καΐ θυμίαμα. W e i h r a u c h , θωρώ D 752 u. a. όταν σέ Θωρούν, b e t r a c h t e n , s e h e n , s. ΕΛ. ίδρέινος D 1712 κάλτσας Ιδρέινας. Adynaton: e i c h e n e Strümpfe, s. ML. s. ν. άδριvós, dessen Etymologie berichtigt wird durch V. Phoris, Νέα 'Εστία 88 (1970) 1564f. (cf. ίδρύς für δρυς). cf. δρένιος (A 548). 'Ιούδας, ό D 516. A 90. 502 'Ιούδα παράσημε. J u d a s . 'Ιππόδρομος, ó A 515. Β 206 α π ό τά κιόνια τοΰ Ίπποδρόμον κρεμνίσης. H i p p o d r o m . (von Konstantinopel), ίσαμε Β 163 ίσαμε τά όρχίδια μου. b i s . καβάδιν, τό D 1695. Β 121 γριβίν καβάδιν καΐ χάσδιον αλογον. M a n t e l . Das Adynaton wird durch chiastische Wortstellung aus γριβίν αλογον und χάσδιον καβάδιν erreicht, s. Dig. Akritas, ed. Trapp : G 1874 καβάδην χρυσοϋφή (nicht im Glossar). Prodr. IV 12 a καβάδιν στούπινον τσαντσαλοφορεμένον mit weiterer Literatur im Glossar. Koukoules, ΒΒΠ II, 2, 6f. P. A. Phourikis, Λεξικ. Άρχεϊον 6 (1923) 463—466. Pernot, Chios. Cortelazzo, L'influsso 61 f. καβαλικεύω D 1766. A 514. Β 205 χελώνην καβαλικεύσης καί ποντικόν παραγυρίσης. r e i t e n , s. ΕΛ. καβουριομουνιομέτωπος Α 203 σπανός . . . καβουριομουνιομέτωπος Zusammengesetzt aus καβούρι, μουνί, μέτωπο, κάβουρας, ό D 1698 πεντακοσίους καβούρους όλους βαρβάτους. K r e b s , s. Dim. Lex. und Kahane R B 107. Καϊάφας, ό D 1755. A 502 ή εύχή τών δύο άρχιερέων "Αννα καί Καϊάφα. K a i p h a s . s. Bauer, NT. καιρός, ó D 599. A 209. 210. Β 36 μετά τήν συμπλήρωσιν του είρημένου καιρού. Z e i t , κακάσαρα, ή Β 168 άσαρας κακάσαρας, κακά σου δέκα Σάββατα. In der Fluchformel an άσαρας angelehnt, s. dort, κακογένης D 45. 1062. 1490 ό κακογένης σπανός. Zusammengesetzt aus κακός und -γένης. κακόθελος D 651 ή γυνή αύτού ή κακόθελος. ü b e l w o l l e n d , cf. καλόθελος in Α und Β. κακομάζαλος D 822 σπανών . . . τών νέων καταδότων καί κακομάζαλων. u n g l ü c k selig. Zusammengesetzt aus κακός und μάζαλος. s. Sakellarios, Κυπρ. 566. Meyer, Ngr. Stud. I l l 81. Koukoules, Νεοελλ. λέξ. 263. Pangalos, Kret. Lex. I I 392.

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κακομούσουδο; D 47 u. a. (nur D.) In der Anrede. Zusammengesetzt aus κακό; und μουσούδι — Schnauze. Parodiertes άγγελομούσουδοζ. s. ΙΛ s. ν. άγγελομοίσιδοζ. cf. das folgende Wort. Zu μουσούδι s. ΕΛ. κακομούσουρο; A 12 u. a. (nur A). In der Anrede. Weiterbildung aus κακομούσουδος unter Einwirkung von μυσερός (cf. A 85 παραμύσερε). s. auch Poulologos 109; 378 ; 426 : ohne Kommentar. Dem κακομούσουρο; in A entspricht κακομούσουδο; in D. κακομούστακο; D 144 u. a. A. 338. In der Anrede. Zusammengesetzt aus κακό; und μουστάκιν. s. Vierfüßlergeschichte 972 μυσεροκακομούτζουνον, wo die Hss. V und L μυσεροκακομούστακον haben, κακοπαθημένο; Β 99 άπό καιρού κακοπαθημένη. v i e l g e l i t t e n . In A 233 und 276: κακοπαθισμένη. κακοπαθισμένο; Α 233. 276. s. κακοπαθημένο;. κακορίζικο; Α 90 'Ιούδα κακορίζικε. s c h l e c h t , s c h l i m m , s. Cortelazzo, L'influsso 202. cf. Vierfüßlergeschichte 576. Poulologos 87; 213; 251; 305; 390; 631. A 12. Andriotis, Παράλλ. σημασ. ίξελ. 153. κακότριχο; A 36 In der Anrede, m i t s c h l e c h t e m H a a r w u c h s , κακοτύχερο; A 318 In der Anrede, s. das folgende Wort. κακότυχο; D 624. A 112 In der Anrede, s c h l e c h t , u n s e l i g . Zur Bedeutung s. Koukoules, Νεοελλ. λέξ. 264. Andriotis, Παράλλ. σημ. έξελ. 153. L. Politis, •Ελληνικά 19 (1966) 178. κακόχνοτο; A 122 In der Anrede. Zusammengesetzt aus κακό; und χνότο. cf. Prodr. IV 239: σταφιδόχνοτον. Poulologos 43: βρωμόχνοτο;. καλαβρινό; D 108 μούλα καλαβρινή. k a l a b r e s i s c h . καλαμοκάνιν, τό D 1691 Β 1 1 6 δικέλλιν έτοιμόγεννον α', καλαμοκάνια ι β ' . S t r o h h a l m . s. Dim. Lex. ΕΛ. Λαογραφία 9 (1926) 493. 14 (1952) 291 u. a. καλαπόδιν, τό D 1705. A 449 σκρόφα; κέρατον, καλαποδίου μυαλόν. S c h u s t e r L e i s t e n . Adynata durch chiastische Wortstellung: σκρόφα; μυαλόν, καλαττοδίου κέρατον. s. Prodr. IV 59. καλαφατικόν, τό D 1787 Ιγέμισαν τά δύο του μάγουλα καλαφατικά άπό τον κώλον του. S c h i f f s p l a n k e n a b d i c h t e n d e s M a t e r i a l . Hier ist die entsprechende Teerklebemasse gemeint, cf. Actes de Xéropotamou, ed. J . Bompaire, Paris 1964, 9 A 15. Β 22 und S. 77: „outil qui sert au calfatage, presse-étoupe". s. O. Prinz, Zum Einfluß des Griechischen auf den Wortschatz des Mittellateins. Festschrift G. Bischoff, Stuttgart 1971, 9. καλόγερο;, ό A 343. Β 102 έδωκα; κύρ 'γούμενε τού; καλογέρου; δικόνημαν. M ö n c h . s. Dim. Lex. s. ν. καλόγηρο;. καλογυναικίτσα, ή Β 98 In der Anrede. Zusammengesetzt aus καλό; und der Dem.Form von γυναίκα, l i e b e s F r a u c h e n , καλοεμπάλωτο; Β 106 βρακίν καλοεμπάλωτον μέ δεμάτιν ψείρα;, w o h l g e f l i c k t . Zusammengesetzt aus καλό; und έμπαλωτό;, Verbaladjektiv zu έμτταλώνω. s. ΕΛ s. ν. μπαλώνω, cf. Poulologos zu V. 181, 334 und 601 : έμπαλωτό σου ρούχον. καλόθελο; Α 238. Β 60. 186 ή γαμοτρύπα καί ή καλόθελο;. g u t w i l l i g . < καλοθελή;. s. Lampe, Lex. cf. κακόθελο; in D. καλομύρωδο; A 278 τό καλομύρωδον είδο;. w o h l r i e c h e n d . καλότια Α 290 επινεν τήν μουστάκαν του καλότια την πατσάδαν. Nebenform von κάλλια, καλλίτερα, καλότερα — b e s s e r ? κάλτσα, ή D 1712. Α 458 κάλτσα; ίδρέινα;. S t r u m p f , H o s e . s. Kahane, Ital. Ortsnamen 77 f. R E W 1495. Kahane R B 559 f. καματεμένο; Β 133. 140 καματεμένον περιβόλιν. g e p f l e g t , b e s t e l l t . < καματευμένο;. < καματεύω.

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καμηλόραχος D 1030. A 168. 289. In der Anrede, m i t e i n e m K a m e l r ü c k e n . Zusammengesetzt aus κάμηλος und ράχις. κάμνω D 364 u. a. A 443. 553. Β 128 μέ κάμνουν και τόν μέμφομαι, m a c h e n , t u n , bearbeiten. καμπανιστός A 345 δίδω ψωμί ν καμπανιστόν, τ ό κρασοβόλιν αν' όλιγώτερον. a b g e w o g e n ; hier: „ B r o t v o n d e r G r a m m w a a g e " , s. Ph. Koukoules, Λαογραφία 1 (1909) 303: καμπανίζω = ζυγίζω, mit der Etymologie des Wortes, καμπόσος A 83 καμπόσον βρόμαν. z i e m l i c h v i e l , b e t r ä c h t l i c h , καντάριν, τ ό A 184 und saepe (Α, Β ) . . . καντάρια κολητσιδόκεχρον. „ Z e n t n e r " . Maßbezeichnung. In Α und Β nur καντάρια, in D κη- und κεντηνάρια. s. etwa Κ . Dieterich, Zur Kulturgeographie und Kulturgeschichte des byzantinischen Balkanhandels, B Z 31 (1931) 341 f. Zuletzt Schiibach, Metrologie, 230: καντάριν wird meist als Rückwanderer für κεντηνάριν über das Arabische und Türkische angesehen, cf. κεντηνάριν. s. auch O. Prinz, Zum Einfluß des Griechischen auf den Wortschatz des Mittellateins. Festschrift B . Bischoff, Stuttgart 1971, 9. Καπασάς, ò A 466 γέρων ό Καπασάς ό Πασσαλειμμάτης. Scherzbildung zu κοπτάσιν — Filzhut. s. Du Cange. Pernot. Chios, κάππα, ή Α 520. 522 ετταρον καΐ κάπτταν θεσσαλονικαίαν . . . κάττπα σαρακήνικην. M a n t e l , s. Prodr. saepe. Κάππαρης, ό D 1720. 1774 ό γέρων ό Κάππαρης ό Μττασσαλιώτης. ? Verbindung zu ait. cappare - a u s h ü l s e n , k a s t r i e r e n ? s. R E W 4673 a. κάπρειος A 268 ώσπερ χιότην γουρουνίου καπρείου. z u m W i l d s c h w e i n e b e r g e h ö r i g . cf. das folgende Wort, καπρίν, τό Β 89 ώσπερ χαίτην άλογου καΐ καπρίου. W i l d s c h w e i n e b e r . cf. das vorige Wort. καραβίδα, ή A 339 καραβίδες καΐ βαθρακοί. L a n g u s t e , cf. Prodr. I I I 276. κάραβος, ò A 515. Β 206 τόν μοσχοπόδη τόν κάραβον τριγύρισες. K ä f e r a r t c e r a m b y x . s. Μεγ. Έ λ λ . Έ γ κ . καρκασοδόξαρον, τ ό Β 80 βαθρακοί με τ ά υποδήματα, χελώνες μέ τ ά παραμάντια, μερμήγκια μέ τ ά καρκασοδόξαρα, σκάθαροι μέ τά φλάμπουρα. Zusammengesetzt aus καρκάσιν — Köcher und δοξάριν — Bogen: K ö c h e r u n d B o g e n . Zur E t y mologie von καρκάσιν s. R E W 8571. C. Battisti — G. Alessio, Dizionario Etimologico Italiano, Florenz 1957 s. ν. turcasso < pers. tirkää über mgr. ταρκάσιν. Meyer, Ngr. Stud. I V 88. Triandaphyllidis, Lehnwörter, 138. Pernot, Chios s. v. καπάσι ( I I ) . Cortelazzo, L'influsso 244 mit weiterer Literatur. Kahane R B 406 s. ν. ταρκάσιον. s. auch O. Prinz, Zum Einfluß des Griechischen auf den Wortschatz des Mittellateins. Festschrift B . Bischoff. Stuttgart 1971, 9. cf. die gleiche Assimilation tarkasin > karkasin > ait. carcasso, franz. carquois: s. o. B a t tisti — Alessio, ταρκασοδόξαρον bei Du Cange: Beleg aus der mgr. Theseis. καρύτσαφλος, ò D 1 7 8 1 . Β 1 7 9 . 185 . . . μαράνη τάς εβδομήντα δύο ήμισυ φλέβας του γουργούρου σου καί τόν καρύτσαφλόν σου. Z ä p f c h e n i m H a l s . Obwohl im Ngr. als „Adamsapfel" geläufig, in der Literatur selten, cf. lediglich M. Deffner, Tsakon. Lex. s. ν. καρύτζαυλε „Zäpfchen im Hals". Λαογραφία 12 (1938/48) 279 und 17 (1957) 69. Zusammengesetzt aus καρΟτσιν (Dem. zu κάρυον) — Adamsapfel und αΟλός — Röhre (Georgacas brieflich). Zur ganz unwahrscheinlichen Herleitung über καρίτσαλος und σαρίγγαλος aus σάλιγγας — Muschel — s. V. Phavis, ΜετάΘεσις καί άντιμετάθεσις . . . Λεξ. Δελτ. 1 (1939) 128. cf. Crusius' Scholien: ,,τόν λάρυγγα, Gurgel", κασσίδα, ή D 841 λώβα καί ψώρα καί λέπρα καί κασσίδα . . . K o p f g r i n d , s. Λαογραφία 4 (1912/13) 512. 10 (1929) 484. Zum Wort s. ΕΛ. Meyer, Ngr. Stud. I l l 28.

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κάτα, ή A 335 ol κάτες υά σέ παρασύρνασιν. K a t z e , s. ΕΛ. R E W 1770. Kahane, Ital. Ortsnamen, 128. E . Kriaras, Krit. und sprachl. Bemerkungen zum Texte eines byz. Rechenbuchs des X V Jh.s, Byz. Forsch. I I I , Amsterdam 1968, 153. καταβάτης, ό A 60 ππτον καί καταβάτην ερριψεν . . . εις την θάλασσαν. Parodiertes άναβάτης (Exodus 15, 1). κατάγελως, ó D 616. 1184. 1473 In der Anrede. G e s p ö t t . κατακοίτασις, ή Β 133 'λιπορδήν μαγερίαν καί Ινα δάκτυλον τσίλαν καΐ κατακοίτασιν. B e t t l ä g e r i g k e i t (?). s. Dim. Lex. s. ν. κατακοιτάζομαι. Somavera s. v. κατακοίταμα, τό : il giacere infermo nel letto, καταλόγιν, τό D 765. A 305 πάντες του σπανού τό καταλόγιν βοήσατε, όσοι γένια έχετε. S c h i m p f - u n d S p o t t l i e d . s. S. Kyriakidis, Ai ίστορικαΐ άρχαΐ της δημώδους νεοελληνικής πονήσεως, Thessaloniki 1954, 7 und 21 f. mit Belegen und Literatur. κατάλυμα, τό D 660 (bis) εδραμεν èv τ ω εαυτού καταλύματι. H e r b e r g e , U n t e r k u n f t : doppeldeutig zu κατάλειμμα — Ruine, cf. NT Luk. 2, 7: οΰκ ήν αύτοΐς τόπος έν τ ω καταλύματι. cf. auch R . u. H. Kahane, Romance Philology 20 (1967) 414: „ R u i n e " , κατάλειμμα. s. auch Pernot, Chios s. vv. und Andriotis, Archaismen 3138. καταλυμός, ό Β 30 της πίττας ό καταλυμός. V e r n i c h t u n g d u r c h V e r z e h r , s. Dim. Lex. und Andriotis, Archaismen 3139. καταλύω Β 62 τό κωλόπανον τοΰ παιδιού της, όταν είχεν καταλύσειν καί έσφούγγιζεν τον κώλον του. v e r d a u e n , s. Andriotis, Archaismen, 3143. καταμαγαρισμένος D 667 ομοιάζεις καταμαγαρισμένην ρύμην. Scherzhafte Neubildung aus (-ς)κατά- und μαγαρίζω. s. dort, καταραβδίζω D 755 παίδες μετά ράβδων . . . αύτόν καταραβδίσωμεν. n i e d e r k n ü p p e l n . cf. ραβδίζω. κατασάγονον, τό Α 268 s. κατωσάγουνον. Κατερίνα, ή Α 478 τό δέ έναήμισί μου Κατερίνα. K a t e r i n a . κάτου Α 5. 508. Β 203 άπάνου κάτου τον λακτοπάτησε τόν . . . u n t e n . < κάτω. s. Μ Ν Ε I 255. I I 309. cf. άπάνου, άνου. κατούρα, ή Α 243. Β 64. μωρή άνούρα κατούρα κατουροποδέα. Neubildung aus κατουρώ. In Β 194 κατουρά σου. s. άνούρα. κατουρλοποδία, ή D 656 μωρή κατουρλοποδία, ετι δέ καί κατουρλού. Zusammengesetzt aus κατουρλού, ποδ- und der Endung -ία. d i e d i e e i g e n e n B e i n e b e p i ß t . I n Α κατουροποδέα, in Β κατουροποδιά. κατουρλού, ή D 656 μωρή κατουρλοποδία, ετι δέ καί κατουρλού. cf. Λαογραφία 8 (1921) 497: κατουρλήδες als καλικάντζαροι. Der Beiname κατουρλού bringt auch den magischen Bereich der Hexe mit ins Spiel, κατουροπεριδρομίασις, ή Β 194 άνουρά σου κατουρά σου κατουροπεριδρομίασις. Zusammengesetzt aus κατουρώ und περιδρομίασις : Krankheit der Völlerei. Kunstwort, κατουροποδέα, ή A 243 s. κατουρλοποδία. κατουροποδιά, ή Β 64 s. κατουρλοποδία. κατουρώ Α 272. 529. Β 94 έκατούρησέν τον εις τό άφτίν. p i s s e n . Hier parodierte magische Heilbehandlung, s. Kommentar, cf. Λαογραφία 6 (1917) 612. 20 (1962) 184. Delatte I 136, 20. Ν. G. Politis, Λαογραφικά Σύμμεικτα I I , 280 und I I I , 226 und 231. Κατσαρέλης, ό D 1680. A 432 κύρ Λέοντα τόν Κατσαρέλην άπό τήν Πέργαμον. Scherzbildung aus κατσαρός — kraushaarig und der Endung -έλης ( ? ). κατσίβελλος, ό A 481. 490 ήφεραν oí μελλοπεθερές αύτού ϊατρόν κατσίβελλον. Ζ ig e u n e r . Entspricht in D : μουσουλμάνος, in Β συριάνος. s. ΕΛ. cf. Krasopa-

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teras, ed. S. Lambros, N E I (1904) 442 V. 13. I. A. Tsitselis, N E I I (1905) 507f. D. Georgacas, Glotta 29 (1942) 159. cf. Somavera s. v. cattivello : άπορος, ò, ταλαίπωρος, ό, κουτρούλη;, ó. κατσίκιν, τό A 470 έγάμησεν εις τόν τράφον τό κατσίκιν. Ziege, Z i c k l e i n , s. ΕΛ. albanisch ? : Gustav Meyer, Etymologisches Wörterbuch der albanischen Sprache, Sammlung indogermanischer Wörterbücher I I I , Straßburg 1891, s. v. „ k e t s " . Rohlfs, Lex. s. ν. κάτσος. Κατσικοττορδού, ή D 1679. 1753. A 467. Β 215 κυρά Κουμμερτικίνα ή Κατσικοπορδού. Scherzhaft erweitertes κατσικοποδού — mit dem Ziegenfuß, in Anlehnung an ττορδή — Furz. Πορδού belegt, s. Dim. Lex. s. ν. ττορδαλάς. In A 467 Κατσικοπουρδού. κατωσάγουνον, τό Β 90 έτρεμεν τό κατωσάγουνον του. U n t e r k i n n . s. Dim. Lex. s. ν. κατασάγονο. ΕΛ s. ν. σαγόνι. Somavera s. ν. κατασάγουνον. Zum Wort s. D. Georgacas, B Z 44 (1951) 156, und Ders., Glotta 31 (1951) 206ff. cf. Delatte I 96, 17. Vierfüßlergesch. 894: κατασαγούνα. cf. A 268: κατασάγονο. κελλάρης, ó A 343 τόν κελλάρην τόν δόλιον. K e l l e r m e i s t e r . κεντηνάριν, τό D 571. 581. (nur D) Ικατόν κεντηνάρια άποκτενίδια των γενείων σας. Z e n t n e r , cf. κηντηνάριν D 1684 und καντάριν (in Α und Β ) , κέρατον, τό D 871. Α 76. 329. 450 σκρόφας κέρατον καλαττοδίου μυαλόν. Das Adynaton wird durch verdrehte Wortstellung aus σκρόφας μυαλόν, καλαττοδίου κέρατον erreicht. L e i s t e n g r i f f . Nicht auszuschließen ist aber auch das Adynaton σκρόφας κέρατον : Saugeweih, κερένιος Β 121 s. κέρινος. κερίν, τό Α 44 δός τον ψωμίν καΐ κερία. W a c h s , s. ΕΛ. κέρινος D 1695 κέρινον σουβλίν. w ä c h s e r n . Adynaton: wächsener Bratspieß, s. ΕΛ. In Β : κερένιος. κεφάλιν, τό D 178 u. a. Α. Β saepe. είς τό κεφάλιν καης. K o p f . s. ΕΛ. κέφαλος, ό Α 58 σκοΰμπρον καΐ κέφαλον καΐ παλαμίδαν όπτήν. M e e r ä s c h e , s. Krumbacher, Fischbuch 367. κεχρί ν, τό Α 438 καΐ άλλα πράγματα δέ μετά κεχρίου. H i r s e , s. ΕΛ. κηντηνάριν D 1684. s. κεντηνάριν. cf. καντάριν. κιόνιν, τό Α 515. Β 206. Α : άπό τα κιόνια τοϋ Προδρόμου κρεμίσης. Β : άπό τά κιόνια του Ιπποδρόμου κρεμνίσης. (korrigiert aus κιοδρόνια τοϋ Ιπποδρόμου). S ä u l e . Gemeint sind τά κιόνια του Ιπποδρομίου, die in versch. Weise verstümmelt sind. s. Kommentar, κίτρινος A 352 πρασινοκόκκινα κίτρινα, gelb. s. ΕΛ. κλαδόφυλλα, τά D 1692 έλαιόφυλλα καΐ κλαδόφυλλα άπό τοϋ Φυσαμένα τό χωρίον. Hier wohl kaum „cladophylla" im botanischen Sinn (s. etwa P. G. Gennadios, Λεξικόν φυτολογικόν2 Athen 1959, s. ν. φύλλον), sondern in Verbindung mit έλαιόφυλλα d i e B l ä t t e r d e s Ö l b a u m z w e i g s . s. aber auch das folgende Wort, cf. έλαδόφυλλα, έλαιοφόριν. κλαδοφυλλαδόφυλλα, τά Β 118 έλαδόφυλλα καΐ κλαδοφυλλαδόφυλλα άπό τοϋ Φυσαμένα τό χωρίον. Einerseits ist bei der Nähe von έλαδόφυλλα für έλαιόφυλλα auch hier an die κλαδόφυλλα des Ölbaumszweigs zu denken, andererseits werden die Kakteenblätter oft φυλλοκλάδια genannt, s. P. G. Gennadios, Λεξ. φυτ. a. a. O. s. ν. φύλλον: „φυλλοκλάδια ώνομάσθησαν οί πράσινοι, στρογγυλοί, τρίγωνοι, τετράγωνοι ή πεπλατυσμένοι άρθρωτοί ή μή κλάδοι καΐ τά κλαδιά, όποια είναι είς πλείστα κακτώδη. . . " . cf. κλαδόφυλλα. κλαμπάνιος D 1746 ετι δεόμεθα ΰπέρ θέσεως, χέσεως, σκατοψυχήσεως καΐ κλαμπανίας μνήμης καί χώσεως. d u r c h G l o c k e n g e l ä u t , cf. ngr. κλαμπανίζω — die Glocken

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läuten, cf. aber auch ngr. κλάμπαυο; Holz, mit d e m die Fischer beim Fischfang das Meer schlagen (s. Meyer, Ngr. Stud. I V 35. Lazaris, Τά Λευκαδίτικα. R E W 4706 a). Parodiertes αιωνία;, κλανηθέλαιον, t ó D 1769 άνηθέλαιον, κλανηθέλαιον. Scherzbildung in Anlehnung an κλάνω. κλανήθιν, τ ό D 1664. 1703. 1723. 1736. A 447. 472. Β 134 άνήθιν κλανήθιν. . . Scherzbildung in einer Beschwörungsformel in Anlehnung an κλάνω, κλαυογέυη;, ò D 1056. 1218 I n der Anrede. Zusammengesetzt aus κλάνω u n d -γένη;. Parodiertes σπανογένης. κλανομοσχίζω D 653. A 241 έκλανομόσχισεν οΐιν α ύ τ ά καΐ π ρ ο ; αύτόν εστειλεν. Zusammengesetzt aus κλάνω u n d *μοσχίζω — m i t M o s c h u s d u f t v e r s e h e n , durch Furzen parfümieren, κλανομουστάκης, ό D 411 I n der Anrede. Zusammengesetzt aus κλάνω und μουστάκης. der mit dem b e f u r z t e n Schnurrbart, κλανομούστακος D 693. 1000. A 147 την κλανομούστακον γενειάδα. Zusammengesetzt aus κλάνω u n d μουστάκιν. κλάνταλα, D 636. A 225 Ιπαρον άνταλα, βάνταλα, κλάνταλα . . . Scherzbildung nach δ ν τ α λ α in Anlehnung an κλάνω. s. K o m m e n t a r , κλάνω D 674 u. a. A u. Β saepe. εκλασε καΐ είπεν. f u r z e n , s. ΕΛ. Lineou, ' Α π ό ρ ρ η τ α 210. κλάσμα, τ ό D 570 άσπίδος ττορδήν ξέστας κδ', μερμηγκίου κλάσματα ιβ '. B e w u ß t doppeldeutig: 1. T e i l , S t ü c k . 2. E r g e b n i s d e s κλάνειν — f u r z e n , κλημέα, ή A 511 καΐ άλλη μία κλημέα els τόν κώλον σου. E n t s p r i c h t in Β 203 ή κλημία εις τόν κώλον σου. < κνημέα = T r i t t m i t d e m S c h i e n b e i n , s. G. Ν. Chatzidakis, Ά θ η ν δ 29 (1917) 220: κλημιές = κνημίαι. Psaltis, T h r a k i k a 49. N u r f ü r das Thrakische nachgewiesen, κλημία, ή Β 203 s. κλημέα. κλοτσίζω D 1230. A 402 άξιον έστι τ ο υ κλοτσίζειν σε. m i t F u ß t r i t t e n t r a k t i e r e n , t r e t e n . Erweitertes κλοτσώ, cf. das folgende Wort, κλότσο;, ó D 16. A 5. 42 κλότσον τόν ευεργέτησε. F u ß t r i t t , s. ΕΛ. Koukoules, Νεοελλ. λέξ. 272 (κλώτσος). K a h a n e R B 558. cf. Vierfüßlergeschichte 1029: κλότζον τόν κλότζον Ικρουεν. κοιλία, ή D 496. 530 φλεγμονή, περιπυευμονία καΐ κοιλία είς τούς αιώνας. D u r c h f a l l , cf. ngr. εύκοίλια. κοιλιακόξ Α 436 στρόφον άμπέλι καΐ κοιλιακόν χωράφι. Das A d y n a t o n wird durch die v e r d r e h t e Wortstellung aus στρόφον κοιλιακόν u n d αμπέλι χωράφι erreicht. B a u c h - ( W e h ) cf. στρόφος. κοκκινοκέφαλος Β 222. 227 τρεις π α π ά δ α ; κοκκινοκέφαλου;. R o t s c h o p f . Zusammengesetzt aus KÓKKivos u n d κεφάλι, κολητσιδόκεχρον, τ ό Α 184. Β 15 εκατόν καντάρια κολητσιδόκεχρον. Zusammengesetzt aus κολητσίδα — K l e t t e (s. Langkavel 175, 1) u n d κ ε χ ρ ί ν — - H i r s e . A d y n a t o n : Klettenhirse, Hirse klebrig wie Kletten, κολοκύνθιν, τ ό D 1780 γεμίζει τ ώ ν 'Εβραίων τ ά κολοκύνθια. K ü r b i s , s. K o m m . Β 184: κολοκύθιν. κολοκυνθοκέφαλο;, ó D 589 κολοκυθοκέφαλο;, ó Β 29. ά β γ ο π ί γ ο υ ν ο ; καΐ κολοκυνθοκέφαλοζ. m i t d e m K ü r b i s k o p f , κομμός, ó D 823 καΐ κομμό; εις τ ο υ ; βραχίονας αύτοϋ. S c h l a g , s. Dim. Lex. cf. Andriotis, Archaismen 3423. κομποθέλυκα, τ ά Β 142 τ ά σκατά της πεθεράς σου κομποθέλυκα εις τ ' ά φ τ ί α σου. S c h n a l l e , s. Dim. Lex. u n d Andriotis, Archaismen 3425: κομποθηλαία. cf. T r a p p , Vulgärorakel X 13 : μέ τ ά (Trapp μετά) κομποθήλυκά της : Dig. Akritas, ed. T r a p p , G 1176 τ ά θηλύκια (nicht: „ K n o p f l o c h " ) .

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κόνιδα, ή D 1685. Β 106 μέ δεμάτιον κόνιδας. N i s s e , s. ΕΛ. Pernot, Chios, cf. Prodr. I I I 7 6 : κονιδδτα. κοντά A 118. 330 νά σ'εύρουν πούπετα κοντά. n a h e . κονταρία, ή Α 357 δύο κονταριές καί μαχαιριές στά μάτια του. L a n z e n s t o ß , S p e e r s t i c h . s. Psaltis, Λεξικογρ. Ά ρ χ . 6 (1923) 94. D. Georgacas, Glotta 3 1 (1951) 231. cf. Erotokritos s. ν. κονταρά. Alexander, ed. Holton s. ν. κονδαρέα. κοντόκερκος D 562 övos ή κοντόκερκοςκαί μονόφθαλμος. k u r z s c h w ä n z i g . Zusammengesetzt aus κοντός und κέρκος, κόξα, ή Α 3 4 4 έδωκα;. . . τον κελλάρην τον δόλιον κλειδίν εις την κόξαν του. H ü f t e , s. Meyer, Ngr. Stud. I I I 3 1 f. R E W 2292. Sakellarios, Κυπρ. Papadopoulos, P o n t . L e x . Lazaris, Λευκαδίτικα. cf. Poulologos 151. Dort wird auch unsere Stelle erwähnt und als Beweis für die Interpretation mit „ B e u t e l " angeführt. Weder dort noch hier ist eine solche Bedeutung gerechtfertigt: bekanntlich wird im MA sowohl der Geldbeutel als auch der Schlüssel am Hüftgürtel getragen, κοττάδιν, τό D 1711 κοττάδιν χελώνας καί λύκον τπστικόν. H e r d e , s. ΕΛ. I n Α und Β κουπάδιν. cf. Dölger, Schatzkammern 92, 35/6. κοπανίζω A 5 2 3 κοπάνισέ τον. s c h l a g e n , z e r t r ü m m e r n , cf. Prodr. I I I 362. κοπανιστός, D 1723. A 471 σκαταφάτα διάφορα, ήλιον Ικζεστόν, άνεμον κοπανιστό ν. g e s c h l a g e n , z e r s t a m p f t , cf. ngr. αέρας κοπανιστός im Sinne von „ n i c h t s " und κοπανίζει άέρα „er m ü h t sich umsonst a b . " κοπέλλιν, τό A 254 ομοιάζεις χεσμένην ρύμνην την τσιλούν τα κοπέλλια. B u r s c h e , K n e c h t , B a s t a r d , s. Poulologos zu V 97. D . Moutsos, Zeitschr. für B a l k a n o logie V I I (1969/70) 8 8 f f . E n t s p r i c h t in D 6 6 7 : τα παιδία, κοπιάζω A 250. πολλά έκοπίασες νά εΰρης. s i c h b e m ü h e n , s. ΕΛ. κοπρία, ή D 157 u. a. κοπριά, ή Α. Β . ξυλιές είς τα πλευρά καί κόπρες εις τα μάγουλα. M i s t , H a u f e n . D immer κοπρές ( κύστος > *κύτσος und der Endung -ούλ(λ)ιν. cf. Σφυροκουτσούλης, Τριβοκουτσούλης. κούφα, ή Β 117 άντίδια χεσμένα κουφές έτττά άπό τοϋ φαναριού τόν πύργον. K o r b . s. ΕΛ s. ν. κόφα. R E W 4 7 8 9 a : „küfa ( a r a b . ) " . Rohlfs, L e x . κοφίνιν, τό A 259 τσαγανοί μέ τά κοφίνια. K o r b , ,, K o f f e r " . Schon Pap. Deminutiv zu κόφινοζ. s. Frisk, E t y m . W b . cf. Andriotis, Archaismen 3 5 1 0 : *κοφινίς. κρά D 1517 άπό ύψους κρά κράζοντες κόρακες μαύροι, lautmalerisch „ k r a " der R a ben. s. Rohlfs, L e x . s. ν. cf. Poulologos 435. D. S. Loukatos, Νεοελληνικοί Παροιμιόμυθοι, Athen 1972, Nr. 50 (immer auf den R a b e n bezogen), κρανιακός Β 147 να σέ έπάρω κρανιακή ν φλεβοτομίαν. H a l s - , a n d e r H a l s s c h l a g a d e r . s. Κ . Kondos, ΆΘηνδ 17 (1905) 488 mit Verweis auf S. Koumanoudis, Συναγωγή λέξεων αθησαύριστων, Athen 1883, der eine κρανιακή φλέψ bei Leon demWeisen erwähnt, cf. Staphidas, Legrand V. 183 : φλεβοτόμησον αύτφ κρανιακήν φλέβα. κρανίτικος Α 450 τρίχινον ραβδίν καί κρανίτικον δισάκκιν. < κρανιά — Kornelkirschbaum. D a s Adynaton wird durch die verdrehte Wortstellung aus τρίχινον δισάκκιν und κρανίτικον ραβδίν erreicht. S a c k aus Holz v o m K o r n e l k i r s c h b a u m . κρασίν, τό A 19 δός τον ψωμίν καί κρασίν. W e i n . s. Η. Eideneier, Sog. christl. T a b u wörter i m Griechischen, München 1966, passim, κρασοβόλιν, τ ό A 3 4 5 δίδω ψωμίν καμπανιστόν, τό κρασοβόλιν άν' όλιγώτερον· W e i n m a ß (der Klöster), s. H. Eideneier, Sogenannte christliche Tabuwörter im Griechischen, München 1966, 69 ff. Die in den Klostertypika geregelte Weinrationierung wird durch άνά δύο, τρία . . κρασοβόλια — j e z w e i . . drei Maß Wein pro Mahlzeit ausgedrückt. Hier also scherzhaft: „Weinration nach dem Immer-etwas-weniger-Maß". κρεμαστάλυσις, ή D 1696 ξύλινην κρεμαστάλυσιν. K e t t e , an der die Töpfe über dem Herdfeuer hängen, hier als A d y n a t o n : aus Holz. Zusammengesetzt aus κρεμαστός und άλυσις. s. Λαογραφία 5 (1915) 1 4 : κρεμαστάλυσος. cf. Crusius' Scholien: „ c a t e n a m supra focum culinae dependentem". I n Α, Β άλυσίδα, άλυσίδιν. κρεμισένιος A 4 3 5 πορδήματα κρεμισένια. s c h a r l a c h r o t , s. ΕΛ s. ν. κρεμεζί. R E W 4703 c und Λαογραφία 9 (1926) 443 und 551, 2. 14 (1952) 96. E . Kriaras, B y zantin. Forschungen I I I , Amsterdam 1968, 1 4 4 f . cf. Vierfüßlergeschichte 762 : χριμιζίν. I n Β χριμιζένιος. κρεμίζω A 516 άπό τά κιόνια τού Προδρόμου κρεμίσης. i n d e n A b g r u n d f a l l e n , s i c h i n d e n A b g r u n d s t ü r z e n . Mediale Bedeutung auch bei der aktiven F o r m . s. Dim. L e x . ΕΛ. I n Β κρεμνίζω. κρεμνίζω Β 207 s. κρεμίζω. cf. γκρεμνίζομαι D 1322. κρέμνισμα, τό D 1260 πλανδσθαι . . . είς . . . κρημνούς καί κρεμνίσματα. A b g r u n d , Schlucht. κρεμνός, ó A 115 περιπατεί ó σπανός είς τούς κρεμνούς. S c h l u c h t . Neben κρημνός, ngr. γκρεμός, cf. Alexander, ed. Holton. κρομμύδιν, τό Β 204 άρτακινόν κρομμύδιν. Z w i e b e l , s. ΕΛ. s. ν. κρεμμύδιν. κτένιον, τό D 648 und saepe, auch Α, Β . τό κτένιον τό πατρογονικόν. K a m m . I n D und Β κτένιον, in Α κτένι (ν), s. ΕΛ s. ν. χτένι, κτήμα, τό D 1543 ύβρις σπανφ τ ω τραγί καί άγρίω κτήματι. Parodiertes . . άγίω πνεύματι. V i e h .

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κυλημοκυτρώ Β 109 Ετερον πιλωτόν ίνα κυλημοκυτρας. Zusammengesetzt aus verkürztem κύλημα — der Bewegung des sich Wälzens, und κυρτώ — krümmen: P u r z e l b a u m m a c h e n , cf. κουλουμουντρίζω Erotokritos. κυρά, ή D 1678 κυρά Κουμμερτικίνα. s. Pernot, Chios, cf. κύρης, κύρη;, ό D 1667 Gen. ποίημα κυροΟ Μαγκλαβδ. D 1680 Akk. τον γαμβρόν ήμώνκύρ Λέοντα. Α 343 Vok. εδωκας κύρ 'γούμενε. Α 374 Vok. κύρ Φασούλη σπανέ. Zu den Formen s. D. Georgacas, Λεξικογραφικόν Δελτίον 1 (1939) 73f. cf. Pernot, Chios. In A 432 : κύριον. κωλάτος D 174 u. a. A, Β . τόν άντζάτον, κωλάτον, τραγογένην. m i t e i n e m g r o ß e n Hintern. κωλόντερον, τό A 484. Β 148. έπάρετέ τον λεπτήν φλεμοτομίαν μέ τό πελέκιν άπό τό κωλόντερον. L e t z t e r T e i l d e s D i c k d a r m s . Zusammengesetzt aus κώλος und ϋντερον. Ngr. κωλάντερο: s. Koukoules, Νεοελλ. λέξ. Lineou, 'Απόρρητα 82. κωλοπάνι(ν), τό Α 239 τό κωλοπάνι τού παιδίου αύτη; μετά της ύλης ένδυλιμένον. W i n d e l . Zusammengesetzt aus κώλος und πανίν. cf. Η. und R. Kahane, Greek in Southern Italy III, B Z 66 (1973) 21. κωλόπανον, τό Β 61 τό κωλόπανον τού παιδιού της. W i n d e l , s. das vorige Wort. Lineou, Απόρρητα 83. κωλοφαίνετος Β 111. 113 τρία ρούχα πασχάτικα : άρύν, τσιμπίν, καΐ κωλοφαίνετον . . . κωλοφαίνετον δια νά φαίνεται ό κώλος σου. Scherzhafte Neubildung aus κώλοςHintern, und φαίνομαι — scheinen, cf. Ν. Politis, ΤΤαροιμίαι I I I 496, 17; Νεοελληνικοί Παροιμιόμυθοι, ed. D. Loukatos, Athen 1972, Nr. 25. Vierfüßlergeschichte 355f. und 466f. λάβρα, ή D 978. 1203 καύμα, λάβρα, πυρετόν. G l u t h i t z e , s. ΕΛ. Ph. Koukoules, ΆΘηνα 29 (1917) Λεξ. 'Αρχ. 4, 105ff. Erotokritos, Glossar, cf. Depharanas, ed. Karaiskakis, 270: λάβρα νά τόν κάψη. Λαογραφία 6 (1915) 391, 98: νά σέ κάψη κακή λάβρα, λαγός, ό D 568 λαγού γάλα μετρητάς κε'. Adynaton: Hasenmilch, λαβώνω D 1294 έλαθώθην ώς άνθρωπος, v e r f e h l e n , Med. s i c h i r r e n , s. Papadopoulos, Pont. Lex. λακινία, ή A 455. Β 127 άρκαν άλογα καΐ λακινίαν πανία. H e r d e . Die Adynata werden durch die chiastische Wortstellung aus άρκαν πανία und λακινίαν άλογα erreicht. Zum Wort s. Meyer, Ngr. Stud. I I I 37, wo auch auf unsere Stelle Bezug genommen wird mit der Erklärung als „Fetzen, Zipfel", wobei die chiastische Wortstellung nicht erkannt worden war. s. auch Ph. Koukoules, Άθηνδ 42 (1930) 59. E. Bongas, Τά γλωσσικά Ιδιώματα της 'Ηπείρου 1, Athen 1964, 208; 220. 2 Athen 1966, 32, 143: είχε καΐ άλογα μία λακινιά. R E W 4823. λακτοπατώ Α 6 άπάνου κάτου τόν λακτοπάτησε. m i t F ü ß e n t r e t e n , s. Dim. Lex. Andriotis, Archaismen 3672. λαμπάρα Β 90 s. λαπάρα. λαπάρα, ή Α 269. 368. Β 90 ετρεμε τό κατασάγονόν του ώσάν λαπάρα άποσυρομένη. W e i c h t e i l e z w i s c h e n R i p p e n u n d H ü f t e . In Β 90 : λαμπάρα. cf. Prodr.saepe. λαρδίτικος Β 114 δοξάριν λαρδίτικον καΐ σαίττες λουκανίτικες. a u s S p e c k . Adynaton: Bogen aus Speck, λάσπη, ή D 1786 ήλθε λάσπη είς τά ρουθούνια του. S c h m u t z , s. ΕΛ. λαύρα, ή Α 33 έμπαστία είς τήν λαύραν του. M ö n c h s z e l l e ( n ) ? oder hier eher: o f f e n e r , g e s c h w ä t z i g e r M u n d ? s. Andriotis, Archaismen 3703. λάφιν, τό D 1763 όσα λάφια έδόξευσα, . . . H i r s c h . < έλάφιν. cf. Erotokritos 150: λαφάκι δοξεμένο. 20 Eidencicr

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λεβίθα, ή D 1693 έκζεστάς λεβίθας κσΐ μέ τ ό τυροκόζουμον. B a n d w u r m , s. D. Georgacas, Greek and other terms for „tapeworm" and „ravenous hunger", 'Αφιέρωμα σ τ ή μνήμη του Μανόλη Τριανταφυλλίδη, Athen 1960, 497f. Λείχεμας, ή D 1721. 1773 της Ματσουκοπορδους ó υΙός άπό τήν Λείχεμας. Scherzhafte Neubildung aus dem Imperativ Präsens von λείχω — lecken, und dem Personalpronomen μας — uns. λίρα, ή D 727. 1764. A 513 λέρα σ τ α μάτια σου. S c h m u t z , s. ΕΛ. λέφας, ô D 1687. 1704. Α 127. 140. 435. 448. Β 107 χέζεται στεκόμενος ώσπερ λέφας. E l e f a n t . < agr. έλέφας. Λέων, ö D 1680 τόν γαμβρόν ήμων κύρ Λέοντα. L e o n . λιγοθυμία, ή Α 278 καλομύρωδον είδος οπού μέ έσήκωσεν άπό τήν λιγοθυμίαν. O h n m a c h t . Für λιποθυμία, in volksetymologischer Anlehnung an (ό)λίγο-. cf. Libistros, saepe. λιμουργία, ή D 1595. 1662 eis δέ τήν Λιμουργίαν οί Μαγαρισμοί. Für λειτουργία in Anlehnung an λιμός und λαιμαργία. Kunstwort, 'λιπορδή, ή Β 132 s. άλιπορδή. λίσγαρος, ô Β 115 τσαμπίν έγγαστρωμένον καΐ λίσγαρον έντοιμόγεννον. H a c k e . Augmentati ν zu λισγάριν. cf. Miklosich — Müller, Acta et Diplomata 4, 201 aus dem J a h r e 1192: λισγάρια τρία, τσαπιά πέντε. s. Andriotis, Archaismen 3784. Entspricht in D : δικέλλιν. λόγια, τά D 363. 1296 τά λόγια τ ά επίβουλα. W o r t e , S p r ü c h e , λουκανίτικος D 1688. Β 114 τσάγγρας μέν ρ'φουλαδίτικας, βερτούνια λουκανίτικα όκτώ. „ d r e s c h b o h l i g " . Weder von λουκάνικο noch von Λουκανία abzuleiten (alle Adjektive mit der Endung -ίτικος gehen auf Substantive, die einen Stoff bzw. ein Material bezeichnen, zurück, nicht aber auf ON), sondern von λουκάνη, ή-,,Dreschbohle" (== ngr. δοκάνι), Balken, s. Somavera: hirsora che serve à triturare il grano. Pernot, Chios. Diese Bedeutung in D noch gewahrt, in Β aber bereits als von λουκάνικο abzuleiten verstanden. Dies hat zur Folge den Ersatz des ebenfalls unverstandenen φουλαδίτικος durch λαρδίτικος im Umkreis der Wurst: aus Speck. λουτρός, ό D 1783 άπέρχεσθαι . . . εις τον λουτρόν . . . B a d . cf. Actes de Dionysiou, ed. Ν. Oikonomidés, Paris 1968, 21, 10 und 25, 126. cf. Β 219. Prodr. I I I 81(g). λύκος, ó 1) passim λύκου γνώμη. W o l f . 2) A 456. Β 127 φυτείαν λύκους, κήπον όλον άντραγίδας. U n k r a u t ,,κύτινος, ΰποκύστις". s. Μεγ. "Ελλ. Έ γ κ . s. ν. λύκος. cf. άντραγίδα. λυκοτρίχης, ό D 1032 In der Anrede. Zusammengesetzt aus λύκος und -τρίχης: m i t d e m W o l f s h a a r . s. N E 14 (1917) 65: als Eigenname in der Mani, λυσσάρης D 683 ώς σκύλου λυσσάρου. t o l l w ü t i g , r a s e n d , v e r r ü c k t , s. Dim. Lex. λώβα, ή D 841 άντελάβοιτο αυτόν λώβα καΐ ψώρα καΐ λέπρα. A u s s a t z s. ΕΛ. cf. Λαογραφία 13 (1951) 288: ή λώβα στά χείλη σου. ib. 20 (1962) 111: λούβα. Delatte I 463, 13. λωλός A 109. 332 εναι καί λωλόςκαΐ πανάτυχος. v e r r ü c k t , d u m m . s. ΕΛ. cf. Alexander, ed. Holton. μαγαρίζω D 1055 u. saepe. Α. μαγαρίζομέν σε. b e s c h m u t z e n , v e r u n r e i n i g e n , meist mit Kot. Außer in D 652 (μαγαρισμένα σπάργανα) immer parodiertes μακαρίζομέν σε. cf. D 667 ομοιάζεις καταμαγαρισμένην ρύμην. μαγάριος D 1059 μαγάριοι οί άνομοι σπανοί. Parodiertes μακάριος in Anlehnung an μαγαρίζω. In D 1060 und A wird μακάριοι beibehalten.

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μαγαρισνάρια, τά D 1050 . . . τόν έττιτάφιον τοΰ σπανού· είσΐν δέ μαγαρισνάρια λεγόμενα είς τόν ένταφιασμόν. Parodiertes μακαρισμοί in Anlehnung an μεγαλυνάρια. cf. μαγαρίζω. μαγαρώ Α 123 πάντες γ α ρ γελούμεν σε καί πάντες μαγαροϋμεν σε. Neubildung nach μαγαρίζω in Anlehnung an γελώ. s. μαγαρίζω. μαγερένιος A 440 άλυσίδαν καττνόν κ ' έφάπλωμαν μαγερένιον. < μαγερία und der Endung -ένιος: a u s E s s e n , μαγερία, ή Β 132 'λιπορδήν μαγερίαν καί ενα δάκτυλον τσίλαν. E s s e n . Hier: e i n e n K o c h t o p f v o l l . s. Dim. Lex. cf. Prodr. I I I 104. μαγιωμένος A 66 In der Anrede. < μαγιώνω. v e r h e x t , s. Dim. Lex. Μαγκλαβάς, ό D 1667 ποίημα κυροϋ Μαγκλαβα τού Μπορδηλέτου. F o l t e r e r . < μαγκλάβιν Keule, s. Meyer. Ngr. Stud. I I I 40. Pernot, Chios, Andriotis, Archaismen 3850. cf. Konst. Porphyr. De Cer., Bonn 1830, 7, 19. Prodr. I I I 216jj. Poulologos 565. μάγουλα, τά D 72 u. a. κακήν πομπήν νά 'χ-ης ets τ ά μάγουλα. W a n g e n . Tritt nur im Plural auf. s. ΕΛ. μαζί A 334. 356. 406. 409. μετά τούς λύκου; μαζί. z u s a m m e n . Nur in Α. μαζώνω Α 225. Β 49 κατήβα eiç Άνδρινόπολιν . . . καί μάζωξε άντσαλα, μάνταλα . . . s a m m e l n . Nebenform zu μαζεύω, s. Dim. Lex. cf. Alexander, ed. Holton. μακρυμύτης, ό D 1482 ό μέγας μακρυμύτης. m i t d e r l a n g e n N a s e . Nach μακρυγένης, μακρυμάλλης. In Dim. Lex. nur μακρομύτης. Μαλανάρα, ή D 1714 την Ά γ ί α ν Μαλανάραν. Scherzbildung, vielleicht an Μαλινάρα < ital. maligna-Typhus, angelehnt, oder mala-n — άρά: so Crusius' Scholion: „κακήν κατάραν". μανδήλα, ή D 649. A 235. Β 58 καί τήν μανδήλαν ή έσφόγγιζεν è π α τ ή ρ μου τήν πρόσοψιν του âauToû άφεδρωνος. Augmentativformzu μανδήλιν. S t ü c k T u c h , „ T a s c h e n t u c h " , s. ΕΛ s. ν. μαντίλι, μάννα, ή D 1004. 1706. Α 451. Β 138 τήν κατάραν τήςμάννας του. M u t t e r , s. Dim. Lex. μάνταλα A 225 άντζαλα μάνταλα σάνταλα. Scherzhafte Neubildung, s. άνταλα und Kommentar. In Β 49 : μάντσαλα. μαστίχα, ή A 499. Β 165 γραίας πορδήν μαστίχα σου. M a s t i x k o n f e k t , s. Cortelazzo, L'influsso, 136 ff. μάτιν, τό D 40 u. a., Α und Β passim, άλας είς τά μάτια σου. A u g e . In D 378 und A 363. 510. 523: όμμάτιν. ματόφυλλα, τ ά Β 1 5 1 ν'άλείψωμεν τά ματόφυλλα. A u g e n l i d e r , s. Somavera. Dim. Lex. μάτσιν, τό Β 30 χαίρε της π ί τ τ α ; ò καταλυμός, χαίρε του ματσίου ό θάνατος. N u d e l g e r i c h t . < türk. tutumadz. Falsch getrennt: τοΰ als Artikel verstanden, s. G. Meyer, Analecta Graeciensia 22. Miklosich, Die türk. Elemente . . . 38 (1890) 60: tutmadz > τό μάτσι. ματσούκα, ή D 754 u. a. A 313. Β 104. 129 παίδες μετά ράβδων καί ματσούκων. K n ü p p e l , K e u l e . D 1701 γαδάρων ματσούκας metaphorisch die „Stange" des Esels. < venez, mazzoca. s. Kahane, Ital. Ortsnamen 149 und 259 f. R E W 5426. Kahane R B 558. cf. Prodr. IV 130 a. ματσούκιν, τό A 444. Β 163 γαδάρων ματσούκια, s. ματσούκα. Ματσουκοπορδού, ή D 1720. 1773 της Ματσουκοπορδούς ό υΙός. Scherzhaft erweiterte Neubildung aus κατσικοπορδού, s. dort, aus ματσούκα — Stange und -πορδού. In D 1773 Ματσουκουπορδού. Μαυράγγελος, ó D 1713. A 459 τόν άνόσιον Μαυράγγελον καί θαυματουργόν. Scherzbildung nach άρχάγγελος. Crusius' Scholion: ,,διάβολον". 20*

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μαύρος D 1518. A 172. Β 4. 77 κόρακες μαύροι. s c h w a r z , s. ΕΛ. μαχαίρια, ή Α 296. 357 πδσαι αϊ μαχαιρίαι εις τόν σφόνδυλόν του. S t i c h m i t d e m M e s s e r , s. D. Georgacas, Glotta 31 (1951) 218: μαχαιραία. μαχαίριν, τ ό A 411 μαχαίρια καΐ κοντάρια στόν κώλον σου. M e s s e r . Hier für μαχαιρίαν. s. dort. μελλοπεθερά, ή Α 481 ήφεραν ol μελλοπεθερές αΰτοϋ ίατρόν . . . z u k ü n f t i g e S c h w i e g e r m u t t e r . s. Κ. Ν. Sathas, Μεσ. Βιβλ. V I , 607, 14: μελλοσυμπεθέρους. Hier wird der Terminus aus dem Mitgiftvertrag noch im folgenden Iatrosophin verwendet. μερμήγκιν, τ ό D 570. Β 79 μερμηγκίου κλάσματα ιβ'. A m e i s e , s. ΕΛ. μερμηγκοσφόνδυλος Α 11. 153. 174. Β 7 I n der Anrede. Zusammengesetzt aus μερμήγκι und σφόνδυλος: m i t d e m A m e i s e n h a l s , μερόκωλα, τά Β 5 εσφιξεν τ ά μερόκωλα τοΰ κώλου της. Zusammengesetzt aus μηρός und κώλος: O b e r s c h e n k e l , cf. Prodr. I I I 372: σφίξη τά μερία του. μεσοδάκτυλα, τ ά D 644. Α 231. Β 55 ήρξατο γλείφειν τ ά μεσοδάκτυλα του κώλου του. Zwischenraum zwischen den Fingern, hier wohl des Hintern, s. Dim. Lex. Andriotis, Kompositionsglieder 105. 107. 129. Hatzidakis, Einleitung 289. Andriotis, Archaismen 3982. μέση, ή D 319 έκ την μέσην μας φεύγε, und μέσον (τό) D 78 ήλθεν έν μέσω μας. M i t t e . Nach den Präpositionen εκ und άπό und damit verbunden mit der Bedeutung des Wegschickens: μέση: D 319. 444. 874. 1249. A 327. Nach den Präpositionen εις, έν und ohne Präposition als Adverb und damit verbunden mit der Bedeutung des Kommens und des Verweilens: μέσον: D 78. 181. 334. 386. 473. 834. 896. A 97. In Prodr., Vierfüßlergeschichte und Poulologos diese Unterscheidung nicht. μεσονύκτιον, τ ό D 1192. 1727. A 475 μεσονύκτιον έξηγέρθης. M i t t e r n a c h t . μεστός Β 71 γραία μεστή. r e i f . cf. Prodr. I I I 278. μήνα A 209. 263. 280. 282. μήνα τόν εΰεργετήση γένειον. d a m i t , s. ΕΛ. μηνύω Α 176. 242. 246. Β 55 έμήνυσεν πρός τους σπανούς ταύτα, w i s s e n l a s s e n . cf. Erotokritos, Glossar, cf. άντιμηνύω. Μηρθία, ή Β 103 οπού μένει είς τήν "Αγίαν Μηρθίαν. Scherzhafte Neubildung aus Μη- 'ρθ-ίαν: , , W e h e - w e n n - e r - k o m m t - i n g e n " . μηρίν, τ ό Α 3 9 2 δότε τον πανούκλαν είςτό μηρίνέπάνω. S c h e n k e l , s. ΕΛ. cf. μερόκωλα. Μησευρόπολις, ή Α 225. Β 49 Άχελόττολιν, Βιζόπολιν, Μησευρόπολιν. Scherzhafte Zusammensetzung aus μή-σ(έ)-εΰρώ-πόλις. Μητισοράμας, ό D 1733 τόν γέροντα τόν λεγόμενον Μητισοράμας. Scherzhafte Zusammensetzung aus μή — τις —· όρδ — μας. μηχάνιν, τ ό Β 223 λαβόντες τά μηχάνια τ ά πύρινα εβαλον άνεμον άπό π ί σ ω άπό τόν κώλον του. B l a s e b a l g , s. ΕΛ. Koukoules, Άθηνδ 57 (1953) 214. Megas, Λαογραφία 7 (1923) 472. Petropoulos, Άρχεϊον τοΰ θρακικού θησαυρού 5 (1938/39) 252. cf. Poulologos zu V. 177. μιαουρίζω A 193 oí δέ έβάβιζαν καΐ oí έτεροι έμιαούριζαν. m i a u e n , s. Dim. Lex. μιαρογένης, ó A 394 I n der Anrede. Zusammengesetzt aus μιαρός und -γένης. μισόχθαρον, τ ό Β 1 8 7 τεταρτάρην κώλον καΐ μισόχθαρον κουτσούλι. „ H a l b e r A c h t p f ü n d e r " . Archiv des Historischen Lexikons der Athener Akademie s. v. όχτάριν: Maßeinheit für 8 Oka u. a. μιστάριν, τ ό Β 129 ξυλοκουκουδέας μιστάριν. L o h n . Für μισθάριν. Entspricht in A 443 τιμάρι. Μισυνόπολις, ή Β 49 κατέβα είς Άνδριανοπεντάπολη . . . Μισυνόπολη . . . Parodiertes Μοσυνόπολις. Stadt in West-Thrakien, das alte Maximinianupolis. s. Μεγ. ' Ελλ. ' Εγκ. Die Scherzbildung in Bezug zu μισ- halb- ?

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μνημόσκυλον, τό A 533 κάμνω σε μνημόσκυλον. Parodiertes μνημόσυνον. Zusammengesetzt aus μνήμη und σκυλί, μνοΰχος, ό Α 487 γραίας βιλλήθραν όδιά 'πιθετόν καΐ μνούχου όρχίδια πυρίαν. E u n u c h . < βνοϋχος < ευνούχος, s. ΕΛ s. ν. μουνοΰχος. Μ Ν Ε I I 294. μόδιον, τό D 567. 579. Α 182. Β 13. 22 u. a. δώδεκα μόδια βουρλοκάρβουνα. S c h e f f e l . s. Schiibach, Byzant. Metrologie, s. ν. μόδιος passim, cf. Prodr. saepe. μολιβένιος Β 123 μολιβένιον προσκέφαλον. < μολίβι + Endung -ένιος. Adynaton : Kopfkissen a u s B l e i , μολίβιν, τό Β 203. 204 μολίβια είς τ'άφτία σου, άναλυτόν μολίβιν sis τάς δτζας σου. Blei. μοσκοπόδης, ό Β 206 μοσχοττόδης, è Α 515. ποντικών παρασύρης, τόν μοσχοπόδη τόν κάραβον τριγυρίσης. , , S t i n k f u ß * ' , μουγκρίζω D 574. Α 192 ετεροι μεν έμούγκριζον. b r ü l l e n , s. ΕΛ. μούλα, ή D 108 χείλος δμοιον όνου ή μάλλον ειπείν μούλας καλαβρινής. M a u l e s e l i n . < lat. mula. μουλάριν, τό D 99. 1017 Ιχει διπλήν τήν φύσιν ώσπερ τά μουλάρια. M a u l e s e l , s. ΕΛ. μουνίν, τό Α 375. 499. Β 165 πατσάδας σου ώζ άντίτυπον γαδάρας τό μουνί ν. w e i b l i c h e S c h a m , s. ΕΛ ( < venez, mona). Meyer, Ngr. Stud. I V 54. Lineou, 'Απόρρητα, 36. D. Moutsos, Byzantion 45 (1975) 125ff. μουνιοτσακάτος A 1 7 8 . 246. Β 11. 40. 66. In der Anrede. Zusammengesetzt aus μουνίν und τσακάτος : < τσακάω neben τσακίζω — brechen, zerreißen, und der Endung -άτος in Anlehnung an κωλάτοζ, χεσάτος, φασάτος, μουνοϋχος, ó Β 152 μουνούχου όρχίδι. E u n u c h , s. ΕΛ. cf. D 1737 ευνούχο;, A 487 μνουχος. Μουντάνης, ó Β 175 τοϋ γέροντος τοΰ Μουντάνη. Wahrscheinlich gebildet aus dem Adjektiv μουντός — trüb, schmutzig, und der ital. E N -endung -ani. μούντζα, ή D 1719. A 412 6 υΐός της Σκαπέρδας Μούντζας σου. Beleidigung mit den ausgestreckten gespreizten Fingern einer Hand. s. N. Politis, Λαογραφία 4 (1912/13). Zum Wort s. auch Ph. Koukoules, Άθηνα 35 (1923) 193 f. Pernot, Chios. μουντζογένης, ó D 1508 In der Anrede. Aus μούντζα und -γένης. μουντζωμένος Β 170 μουντζωμένη σου Ιορτή. Mit einer μούντζα versehen. < μουντζώνω. Μουρμούτσα, ή Α 466 ό γεϊτος αύτοΟ Γεώργιος ή Μουρμούτσα. Q u a t s c h w e i b . Archiv des Historischen Lexikons der Athener Akademie: ή όμιλιά. μουσουλμάνος, ÒD 1732 ήφεραν tccrpóv τινα μουσουλμάνον. M u s e l m a n e , M o h a m m e d a n e r . s. Moravcsik, Byzantinoturcica I I 198. μουσούπιν, τό Β 172 νά έξηβάλης τό σουρούπιν τό μουσούπιν. Scherzhafte Neubildung in Anlehnung an σουρούπιν. cf. Λαογραφία 9 (1926) 487, ebenfalls innerhalb einer Beschwörungsformel: ήρτεν τ'άλούπιν τό μουρμούτιν. . . μουστάκα, ή D 1410 u. saepe. A 62 u. saepe. καΐ θεάσομαι τήν μουστάκαν σου. Augmentati ν zu μουστάκι. μουστακάτος D 503. Α 37 u. a. I n der Anrede. < μουστάκιν und dem Suffix -άτος. cf. Prodr. I I I 159. Vierfüßlergeschichte 3 4 : μεγαλομουστακάτος. μουστάκης, ό D 1136. In der Anrede. Spitzname: mit einem μουστάκιν (versehen), μουστάκιν, τό D 14 u. saepe. A 65. 100 τό μουστάκιν του κλάσε το. S c h n u r r b a r t . s. ΕΛ. Kahane R B 404. μούστακος, ó A 139. 267. Β 89 τόν μούστακον αύτοΰ άνασπάσωμεν. Augmentatives μουστάκιν. Nicht, wie Henrich, Κλητικές 9 6 : μουστάκος. μούτρον, τό D 1584 μή μέ χέσουν στα μούτρα. G e s i c h t , s. ΕΛ.

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μούτσουνον, τό D 668 ομοιάζεις σκύλου μούτσουνα καΐ άγριοτράγου πιγούνιν. S c h n a u z e , Maul. s. R E W 5784. cf. Poulologos 110 χοντρομουτσούνα. Vierfüßlergeschichte 972: μυσεροκακομούτζουνον. μοχθηρόν, τό 454 μοχθηρά είκοσι. S c h w e i n , s. Λαογραφία 5 (1926) 127, 5. 10 (1929) 577. 15 (1953) 106, 6. cf. Vierfüßlergeschichte 419. ngr.: μουχτερό. μοχθηρό; D 1709 πρόβατα στερεφά καΐ μοχθηρά ιδ'. b ö s , b ö s w i l l i g , k r a n k , s. Andriotis, Archaismen 4125. Μπαμπούλας, ó D 1820 μηνΐ Μπαμπούλα λε'. s c h l i m m e r G e i s t , K i n d e r s c h r e c k , „ S c h w a r z e r M a n n " , s. Dim. Lex. Λαογραφία 18 (1959) 36, 3. Koukoules, Β BIT I, 1, 153. Κ . Papachristos, Βυζαντινά 8 (1976) 301. Μπασσαλιώτης, ό D 1720 ό γέρων ό Κάππαρης ό Μπασσαλιώτης. ? Für Πασσαλιώτης