Selbstdisziplin: Wie du dir das Leben erschaffst, von dem du schon immer geträumt hast 3748707584, 9783748707585

Der Mensch tendiert dazu, ständig die Dinge zu tun, die einfach sind und ihm Spaß machen. Doch leider sind es oft die Tä

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Selbstdisziplin: Wie du dir das Leben erschaffst, von dem du schon immer geträumt hast
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Wie du dir das Leben erschaffst, von dem du schon immer geträumt hast

Selbstdisziplin

Wie d u d i r das Le ben e rsch affst, vo n d e m d u s c h o n i m m e r g eträ u mt h ast

2. Auflage

Copyright© 2019

-

Andreas Hofmann

www.andreas-hofmann. net

Al le Rechte vorbehalten.

Die Rechte des hier verwendeten Textmaterials liegen ausdrücklich beim Verfasser. Eine Verbreitung oder Verwendung des M aterials ist untersagt u n d bedarf in Ausnahmefällen der eindeutigen Zustimmung des Verfas­ sers .

Copyright © 20 1 9 Andreas Hofmann www.andreas-hofman n . net Alle Rechte vorbehalten . I S B N: 978 1 7 1 9926003 lndependently pu blished 2

1 n ha ltsverzeichn is Vorwort

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Teil 1: Selbstdisziplin auf den Punkt gebracht

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Was darf es sein: Ku rzfristiges Verg n ü gen oder langfristiger Vorteil? „ 1 6 Die wichtigste Fähigkeit fü r ein glückliches und erfül ltes Leben

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Was ein Marshmallow m it Selbstdisziplin zu tun hat So fun ktioniert Willenskraft wirklich

Glaubst d u die Ausreden , die du dir selbst erzählst? Das Geheimnis der dauerhaften Motivation

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Die 2 1 besten Strategien fü r mehr Sel bstdisziplin Der ei nfachste Weg zur positiven Verä nderung

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Die gefährlichen Schattenseiten der Selbstd isziplin

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So erreichst d u alle deine Ziele - garantiert! Spitzenleistung im Beruf? So gelingt es d i r

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7 Strategien , d ie dich produ ktiver werden lassen Was jeder über Geld wissen sollte

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7 Strategien , um besser mit Ängsten u mzugehen Wie d u perfekte Beziehungen fü h rst

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Die 3 „Geheimn isse" für einen gesunden Körper Schlusswort

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Teil I I : Mehr Erfolg im Leben - du rch Selbstdisziplin Jeder kann erfolgreich sein !

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Eine kleine Bitte

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Möchtest du, dass ich d ich persönlich coache?

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Mehr Selbstdisziplin: Der kosten lose 7 -tägige E-Mail-Ku rs Danksagung

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Ü ber den Autor

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Quellenverzeichnis lm p ressum .„

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Vorwort Ich denke nicht, d ass ich ü berdu rchschn ittlich intelligent oder talentiert b i n . Jedoch habe i c h e i n e große Stärke. Diese Stärke hat m ich dorthi n gebracht, wo ich aktuell stehe. D iese Stärke wird dafür sorgen, dass sich all meine Träume verwirklichen werden. Diese Stärke ist eine Fähigkeit, die n icht angeboren ist und die von jedem erlernt werden kan n . Erlernst d u d iese Fähigkeit u n d wendest sie an, wird sie ebenfalls dafü r sorgen, dass sich deine Träume erfüllen werden . Meine große Stärke u n d diese Fähigkeit ist Selbstd isziplin. Da wir jetzt wohl einige Stunden m iteinander verbringen werden, möchte ich d i r zuerst etwas über mich und mein bisheriges Leben erzähle n . Dad u rch wirst d u verstehen, welchen m assiven Einfluss d i e Selbstd isziplin auf mein Leben hatte:

M e i n e Gesch i chte Geboren wurde ich 1 987 in der Siemensstadt E rlangen in Franken . Meine Kindheit war alles andere als perfekt: •

Ich habe n icht die Aufmerksamkeit und Liebe bekommen, die ich m i r gewünscht habe.



Ich wurde in der Sch u le gemobbt.



Ich hasste m ich selbst. 4

I ch möchte d ich n icht m it weiteren Details langweilen, da du solche Ge­ schichten wahrscheinlich zur Genüge kennst. Außerdem möchte ich m ich n icht beschwere n , da woh l . . . 1.

. . . m indestens 98 % der Kinder auf dieser W elt ohne zu zögern gerne m it meiner Kindheit tauschen würden .

2.

. . . kein Mensch u n beschadet aus der Kindheit kommt - egal, wie liebevoll unsere Eltern und u nser U mfeld auch ware n .

D i e Erfahrungen , d i e ich i n meiner Kind heit gemacht habe, haben dafür gesorgt, dass ich heute so bin wie ich bin - u n d das ist gut so. Soweit ich m ich zurückerinnern kan n , verspürte ich in mir schon immer das Verlangen, mehr aus meinem Leben zu machen . Da ich damals jedoch ein weitestgehend fremdbestim mtes Leben fü hrte und hilflos in der Opferrolle verharrte, tat ich n atürlich n ichts, u m meine Träume wahr werden zu las­ sen. Dementsprechend sah mein Leben von Anfang bis M itte 20 wie folgt aus: •

I ch hatte keinen Erfolg bei Frauen .



Ich hatte kaum richtige Freunde.



Meine Arbeit m achte mir keinen Spaß.



Ich konnte n icht m it Geld u mgehen und war somit ständig pleite.

W ie du dir vorstel len kannst, war ich - gelinde gesagt - sehr unglücklich m it meinem Leben . Doch statt dagegen etwas zu tun, saß ich oft allein zu H ause und betäubte m ich mit Computerspielen. Mit 21 las ich mein erstes Buch über Persönlichkeitsentwicklu n g : „Denke nach und werde reich " von Napoleon Hill. N atürlich setzte ich daraus kaum etwas um bzw. zog es nie wirklich d u rch, da mein Leben von Ängsten und

Selbstzweifeln zerfressen war. Damals m achte m i r das Lesen solcher Bücher keinen Spaß. Doch wenn ich schon i n der Praxis n ichts tat, u m mein Leben zu verbessern , wollte ich 5

wen igstens d arüber lesen und theoretische Erfahrungen sammeln, die ich „irgendwann" umsetzen könnte. So zwang ich mich zum Lesen, und m it der Zeit kamen weitere Bücher hinzu. Leider kommen die meisten Menschen erst in Aktion, wenn der Schmerz zu stark wird . D ieser Punkt war bei mir m it M itte 24 erreicht: Mein größtes Schmerzthema wa r damals mein ausbleibender Erfolg bei F rauen . Durch Zufall lernte ich eine Frau kennen , die mich interessant fan d . So kam ich m it 24 zum ersten richtigen Date i n meinem Leben. Da ich jedoch keinerlei Erfahru ng und Selbstvertrauen im U m gang mit Frauen hatte, schaffte ich es innerhalb von 30 Min uten, dass sie jegliches Interesse an mir verlor. Dieses Ereignis schmerzte m ich so sehr, dass ich die Entscheidung traf, dass es so n icht weitergehen konnte. Zum ersten Mal in meinem Leben beschloss ich , wirklich die Verantwortung zu ü berneh men und d iesen Le­ bensbereich nach meinen Vorstellungen zu gestalten . Ich begab mich auf die Suche nach Leuten, die diesen Lebensbereich bereits gemeistert h atten , um von ihnen zu lernen. Zum Gl ück fand ich solche Leute, und sie wurden zu guten Freu nden . M it ihrer H ilfe stellte ich m ich meinen Ä ngste n , und es kam zu ersten kleineren Erfolgen . Zum damaligen Zeitpunkt zog ich qu asi mein kom plettes Lebensglück aus der I nteraktion mit Frauen . Gab es eine Frau in meinem Leben , war ich glücklich . Gab es keine Fra u , war ich ungl ücklich . Das machte mich Frau­ en gegenüber bed ü rftig , was im Bereich Dating/Beziehung eine der unat­ traktivsten Eigenschaften ü berhaupt ist. Aus d iesem G rund waren meine Erfolge überschaubar und die Frauen verschwanden so schnell, wie sie in mein Leben getreten ware n . Ende 20 1 3 s a ß i c h m i t einem gebrochenen Herze n , jeder Menge Schmerz und einem sehr guten Freun d - der gleichzeitig einer m einer g roßen Men­ toren war - in einer Bar in Berl i n . 6

Mein Freund h ielt mir schonu ngslos den Spiegel vor. Er erklärte m i r, dass Erfüllung n icht aus einem Lebensbereich allein käme und dass ich sel bst für mein Gl ück verantwortlich wäre - und keine Fra u . Des Weiteren zeigte er m i r Wege auf, wie ich m ich verändern kön nte . Rückwirkend betrachtet war d ieses Gespräch der zweite große Wende­ punkt in meinem Leben . Aufgrund dieses Gesprächs beschloss ich , mir ein so tolles Leben aufzu bauen, dass ich u n abhängig davon bin, ob es gerade eine Frau in meinem Leben gibt oder nicht. Rund vier Jahre später kann ich sagen , dass mir d ies ziemlich gut gelun­ gen ist: • •

Meine Arbeit m acht mir Spaß u nd erfü llt mich . Ich habe einen tollen und herzlichen Freundeskreis, der mich je­ derzeit unterstützt.



I nzwischen lebe ich in einer der spannendsten Städte der Welt.



Den U mgang m it Geld h abe ich gelernt und fi nanziell geht es mir besser d e n n j e.



Mit den Frauen läuft es wesentlich besser.



Und d as W ichtigste: I ch bin glücklich !

Ich bin noch n icht dort, wo ich hinmöchte, doch befinde ich m ich auf einem guten Weg dorthin und lebe mein Leben immer mehr nach meinen Vorstel­ lungen. Vor allem lebe ich nach einem meiner wichtigsten Werte: Freiheit. •

Ich habe keinen Chef, der m i r vorschreibt, wann ich auf der Arbeit sein m uss u nd wie viele Stunden ich pro Woche zu arbeiten habe .



Ich habe keinen Wecker, der m ich morgens aufweckt - es sei denn, ich entscheide m ich freiwillig dafür.



Ich bin kom plett frei und kann m i r meinen Tag so einteilen wie ich es will .

Warum erzähle ich d i r das alles?

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Weder möchte ich j a m m er n wie schlecht es m i r damals g i n g noch ,

möchte ich damit prahl e n , wie toll mein Leben heute ist und wie ich es gesch afft habe. M it mei ner Geschichte wi l l ich dir zeigen, dass Veränderu ng mög l i ch ist.

Eine Sache ka nn ich dir jedoch n icht versprechen: Dass eine solche Ver­ änderung in nerhalb von wen igen Tagen passiert. G roße Veränderu n g braucht immer i h re Zeit u n d wahrscheinlich wird es länger da uern a l s dir l i e b ist. Den noch ist viel mehr möglich als du jetzt vielleicht für mögl ich hältst. Hät­ test du m i r vor fünf Jahren erzählt, wie mein Leben heute aussieht, hätte ich d ich fü r verrückt erklärt. Anfang 20 1 6 fragte ich mich zum ersten Mal bewusst, was dafür ver­ antwortlich war, dass sich mein Leben so sehr zum Pos itiven verän­ dert hat. Die Antwort kam m i r sofort: E i ne starke Sel bstdiszi plin.

Damit sind wir beim Thema: M e i n Leben ist heute so tol l , wei l ich dazu bereit war, die d afü r not­ wendigen Dinge zu tun. Ich weiß, es kli ngt abgedroschen, doch von n ichts kommt n ichts.

Meine Geschichte l iest sich wa h rscheinlich recht einfach , doch du kannst mir glauben: Das war es n icht. Oft habe ich mich dazu überwinden m üs­ sen, Dinge zu tun , d ie mir i m jeweiligen Moment keinen Spaß gemacht haben. Au ßerdem h abe ich eine Menge schmerzhafter Rückschläge ein­ stecken m üssen und war einige Male kurz davor, alles hinzuschmei ßen . Rückwirkend betrachtet habe ich es nie bereut, diese Dinge getan bzw. nach Rücksch lägen weitergemacht zu habe n . „ Meine Disziplin h a t mich dahin gebracht, wo ich heute s tehe. Nur wenn ich weiterhin diszipliniert handle, werden sich meine Träume

erfüllen."

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I n meinem Zimmer hängt d ieser Spruch ü ber meinem Schrei btisch u n d an meiner Tür. Ich möchte, dass ich ständig dara n erinnert werde, was dafür verantwortlich war, dass ich inzwischen ein so tol les Leben fü h re. Außer­ dem soll m ich d ieser Spru ch ermahnen, n icht nachlässig zu werden. Neben meiner Selbstdisziplin war eine weitere Sache entscheidend:

Der Wi l l e , es zu tu n Kurz nach seiner Amtseinführung i m Jahre 1 96 1 fragte der damalige ame­ rikanische Präsident John F . Ken nedy den deutschstämmigen Raketenfor­ scher Dr. Wernher von B ra u n , was es benötige, einen Menschen sicher zum Mond und wieder auf die Erde zurückzubri ngen. Darauf antwortete von Bra u n : „Der Wille , e s zu

tun. "

D iese ku rze Anekdote beschreibt deutlich, worauf es bei Veränderu n g ankommt. Ist bei dir selbst kein Wille z u r Veränderung gegebe n , wird d i r auch d e r beste Trainer a u f d ieser Welt nicht weiterhelfen können. E i n Trai ner, Coach, Mentor oder wie auch immer d u i h n nennen magst, kann d i r i m mer n ur die Tür zeigen. Viel leicht kann er d i r einen Schubs i n die richtige Richtung geben, doch durch d i e T ü r h i n d u rch­ gehen, kannst n u r d u sel bst.

Wie du vielleicht weißt, biete ich Coachings in Form einer mehrmonatigen Begleitung a n . D iese Coachings sind n icht u n bedingt bil lig. Warum habe ich solche Preise? Erstens bin ich der festen Ü berzeugung, dass meine Coach ings dieses Geld wert sind. Die E rfolge meiner Teilnehmer geben m i r dabei recht. Doch darauf will ich gar n icht hinaus . . .

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Zweitens - u nd d i e Sache ist mir viel wichtiger: Ich möchte meine wertvolle Zeit i n M enschen i nvestieren, d i e wirkl ich bereit s i n d , sich zu verändern. Ist jemand dazu bereit, eine solche Geldsumme i n die Hand zu nehmen und d iese i n sich zu i nvestieren, ist bei d i eser Per­ son der Wille zur Veränderu ng auch wirkl ich gegeben.

Arbeite ich m it solchen Coachees zusammen, werden die Dinge, die ich ihnen em pfehle, auch u mgesetzt. I st der Wille gegeben , gibt es kein „Ja, aber . . " mehr. Daher ist es n u r eine Frage der Zeit, bis d ie gewünschten .

Resultate folgen werden. Der ameri kanische Autor N apoleon H i l i veröffentlichte 1 937 das Buch „Denke nach und werde reich". Dieses Buch ist quasi die Bibel der Sel bst­

hilfeliteratur und zählt zu den meistverkauften Büchern aller Zeiten . F ü r d ieses Buch i nterviewte Hili d i e 500 woh lhabendsten Amerikaner u nd fasste die Erkenntnisse daraus in 1 3 Gesetze für Erfolg zusammen. Das erste Gesetz ist, ein brenn endes Verlangen fü r den angestrebten Erfolg zu entwickel n . D e r Erfolg wird s i c h erst d a n n einste l le n , wen n d u i h n wirkl ich wil lst. Sobald dein Verl a ngen stark genug ist, g i bt es kei n e Ausrede n mehr. D u wirst a utomatisch a l l die D i nge tun, d i e d afü r notwendig sind. Sel bst, wenn d u n och nicht wei ßt, wie d u dein Ziel erreichen sol lst, wirst du ei nen Weg fi nden.

Ich hatte das Glück, einen solchen starken Willen zu habe n . Dieser Wille war stärker als jedes Hindernis, das sich mir in den Weg stellte. Wie du ebenfalls einen solch starken W illen entwickelst, erfährst d u in diesem Buch .

..

U be r d i eses B u ch Was ist der gefährlichste Satz, den es gibt?

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„Das weiß ich bereits."

Wann weißt du eine Sache wirklich? Sobald du d ieses Wissen täg lich anwendest und lebst.

Das in d iesem Buch enthaltene Wissen ist zum Teil bereits schon ü ber 2.000 Jahre alt. U n d so ist es n icht n u r m it diesem Buch, sondern quasi mit jedem anderen Buch ü ber Erfolg . Lies fünf Bücher übe r Erfolg und d u weißt alles, was d u darüber wissen m usst. Warum werden die meisten Menschen trotzd em n icht erfolgreich? Wei l sie das Wissen nur konsum ieren und nicht i n der Praxis anwen ­ den.

Höchstwahrschein lich wirst du das ein oder an dere, das in diesem Buch steht, schon einmal gehört h aben . Es geht jedoch n icht um das Wisse n , es geht immer um das Umsetzen! Dies ist ebenfalls keine neue I nformation . So schrieb Goethe beispielswei­ se: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun."

Der griechische Stoiker und Ph ilosoph Epiktet sagte bereits um die 1 00 n. Chr. : „ Nicht die Sprüche sind es, woran es fehlt; die Bücher sind voll da­ von. Woran es fehlt, sind Menschen, die sie anwenden. "

Aus diesem Grund wird das Lesen d ieses Buches allein n icht viel verän­ dern . Du wirst disziplinierter, indem du mit diesem Buch arbeitest und es zu einem Teil von dir selbst machst. Entscheidend dabei ist, wie schnell du die gelernten D i nge u msetzt.

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I n d iesem Buch berufe ich mich auf viele psych ologische Studien und ei­ gene Erfahru ngen. Da jeder Mensch untersch iedl ich ist, kann es jedoch sein, d ass für d ich andere Strategien besser funktioniere n . Aus diesem Grund gi bt es kein Richtig oder Fa lsch . Es gibt nur: Das unterstützt mich in meinem Leben und bri ngt m ich näher an meine Ziele oder eben n icht. Deine Handlu ngen i n der Vergangen heit haben dich dorthin gebracht, wo du heute stehst. Bist du damit n icht zufrieden (was wahrschein­ lich so ist, sonst hättest d u d i eses Buch ja n i cht gekauft), tue etwas anderes. Dem entsprechend rate ich d i r zur Offenheit - sowoh l bei der Arbeit m it d i esem Buch als auch i m Leben al lgemei n .

D ieses Buch setzt sich aus zwei Teilen zusammen: I n Teil 1 geht es darum zu verstehen, waru m es so wichtig ist, d iszipliniert zu handel n . Außerdem erfä h rst d u , wie Selbstd isziplin fu nktioniert und wie du deine Disziplin steigern kannst. Zusätzlich gebe ich dir meine besten Strategien an d ie Hand, m it denen es dir zukünftig einfacher fallen kan n , in verschiedenen Situationen disziplin iert zu handeln . I n Teil I I geht es darum, wie d u Selbstdisziplin in den verschiedenen Le­ bensbereichen einsetzen kannst, um einzelne Lebensbereiche nach dei­ nen Vorstellu ngen zu gestalten . Ich habe das Buch so gesch riebe n , dass d u die Kapitel immer wieder einzeln lesen kannst, falls du in einem be­ stim mten Lebensbereich gerade Schwierigkeiten hast. Trotzdem ist es wichtig, dass du d ieses Buch zumi ndest beim ersten Mal vom Anfang bis zum Ende liest, da sehr viel aufei nander aufbaut.

Mein Ziel m it d iesem Buch ist es, dir all mein Wissen mitzugeben . Doch wie weiter oben beschrieben, wird d i r das nur etwas nützen. sofern du es auch anwendest. Des Weiteren will ich bei dir Bewusstheit schaffe n . Nur, w e n n d u weißt w i e Di n g e fu n ktionieren, kannst du sie durchschauen und anschließend verändern .

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Außerdem möchte ich m it diesem Buch etwas zurückgebe n , da es in mei­ nem Leben viele tolle Menschen gab und gibt, von denen ich sehr viel lernen d urfte und immer noch darf. Ich wünsche dir jetzt viel Freude m it dem Buch. Andreas Hofmann Berlin, i m Januar 20 1 8

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Teil 1: Selbstdisziplin auf den Pun kt gebracht

„Als ich etwas über das Leben großer Menschen las, fand ich heraus, dass der erste Sieg, den sie errangen, der über sich selbst war; Selbstdisziplin war ihnen allen am wichtigsten. "

Harry S. Truman (ehemaliger amerikanischer Präsident)

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Ka pitel 1

Was d a rf es sei n : Ku rzfri sti g es Ve rg n ü g e n oder l a n gfrist i g e r Vo rte i l ?



Wer das Selbst nicht erobert, wird vom Selbst erobert werden. "

N apoleon Hili (am erikanischer Sch riftsteller)

Alle menschlichen Bedürfn isse lassen sich auf zwei Dinge herunterbre­ chen : 1.

Freude zu erlangen

2.

Schmerzen zu vermeiden

Das Bed ürfn is, Sch merzen zu vermeiden, ist dabei wesentlich ausge­ prägter, als das Bedürfn is Freude zu erlangen.

Mit Tätigkeiten, die einfach sind u n d uns Spaß machen , verbinden wir Freude, wäh rend wir mit Tätigkeiten , für d ie wir uns überwinden m üsse n , Schmerzen verbinden. Somit tendiert der Mensch immer wieder dazu , die Dinge zu tun, die ihm kurzfristig Vergnügen bereiten . Doch leider sind es oft die Tätigkeiten, die uns kurzfristig keinen Spaß machen, die u n s im Leben wirklich voranbrin­ gen . Die meisten Menschen entscheiden sich für den Weg des geringsten Wi­ derstands. Erst einmal spricht nichts dagegen: Es wäre dumm, es uns u n nötig schwerzumachen.

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Wäh lst d u den Weg des geringsten Widerstands, bedeutet es, das zu tun , was einfach ist u n d was d i r Spaß macht, anstatt dem, was fü r das Errei­ chen deiner Ziele wirklich notwendig ist. Angenommen, dein Ziel wäre es abzu nehmen: Deinem Ziel näher bringen d ich eine gesunde Ernährung u n d regelmä ßiger Sport. Kurzfristig ist es jedoch bequemer, wen n d u d i r eine Pizza in den Ofen schiebst, dich auf die Couch legst un d dir beim Essen der Pizza eine Folge deiner Lieblings­ serie ansiehst. E ntscheidest du d i ch regelmäßig für das kurzfristig Beq ueme, wirst du deine Ziele höchstwahrscheinl ich n i cht erreichen.

Willst d u stattdessen die Dinge tun, die vielleicht kurzfristig unangenehm sind, dir jedoch langfristig einen größeren Vorteil versprechen, benötigst du Selbstdisziplin: •

Du verzichtest auf die geliebten Kartoffelchips, um deinem Wunschgewicht näher zu kommen .



Du setzt dich an ei nem schönen Sonntagnach mittag h i n und lernst, um ei n e gute Note zu schreiben .



Du verzichtest darauf, das dritte Bier zu trinken, weil d u deinen Führerschein behalten möchtest.



Du überwindest dich zu einer schweißtreibenden Einheit im Fit­ nessstudio, weil du dieses Jahr eine tolle Strandfigur haben möch­ test.



Du machst Überstunden u nd kommst später von der Arbeit nach Hause, weil du befördert werden möchtest.

Selbstd isziplin ist also die Eigenschaft, sich gegen das kurzfristig Bequeme zu entscheiden und Anstrengung auf sich zu nehmen, u m dadurch langfristig e i n e g rößere Belohnung z u erhalten. W i r sind dazu bereit, auf gewisse D i nge zu verzichten , wei l es etwas g i bt, was u ns wichtiger ist.

Selbstdisziplin bedeutet, jetzt auf das Stück vom Kuchen zu verzichten , u m z u einem späteren Zeitpunkt den ganzen Kuchen z u bekommen. 7

D i e Notwe n d i g ke i t vo n Se l bstd iszi p l i n fü r das Ü be rl e b e n Das Wort „Disziplin " stammt vom latei nischen „disciplina" ab, was s o viel bedeutet wie „Lehre", „Zucht" und „ Schule". Als Verhalten bezeichnet Dis­ ziplin eine Form der bewussten Selbstregu lieru n g . Bist d u d isziplin iert, bedeutet e s , dass d u d i c h sel bst und deine Bed ürfnis­ se u nter Kontrolle hast und dich n icht von diesen ü berwältigen lässt. Jeder Mensch hat Bedürfnisse . Wenn er jedoch nicht in der Lage wäre, seine Triebe zu kontrolliere n , dann wäre ein Zusam menleben mit anderen Menschen nicht möglich , da das Zusammenleben mit anderen Lebewesen in gewisser Weise immer Zu rückhaltung bedeutet. Bei im Rudel lebenden Tieren gibt es ebenfalls diverse Verhaltensregel n , an d ie sich d as G ruppenm itglied halten m u s s , u m nicht aus d e r G ru ppe a usgestoßen zu werden . Solche Verhaltensformen sind beispielsweise : •

Wer zuerst fressen darf,



wer sich m it wem paaren darf oder



welche Aufgabe das Tier in der Gru ppe hat.

Sich zurückzuhalten und s ein e Bedürfn isse hinten anzustellen, ist fü r Ru­ deltiere ein Überlebensgarant, da der Ausstoß aus der Gru ppe oft mit dem sicheren Tod verbunden ist. Auch wenn es bei einem Menschen in der westlichen Welt heute nicht mehr der Fall ist, verhielt es sich bei unseren Vorfahren ähnlich: Führten sich unsere Vorfahren i n der Gru ppe auf (sie stah len etwas , hatten Sex m it der Dame des G ru ppenfü h rers usw.), konnte dies zum Ausschluss aus der G ru ppe bzw. sogar zum Tod führen . Somit besitzt jedes Rudeltier ein gewisses Maß an Selbstd isziplin . Eine große Sache u nterscheidet den Menschen jedoch vom Tier:

18

Was d e n M e n schen vo m Ti e r u nte rscheidet I n einem Versuch wurde die Fütteru ng von Affen umgestellt: Statt mehr­ m als am Tag kleinere Mengen, bekamen sie n u r noch einmal am Tag eine größere Menge.1 Was passierte? Die Affen fraßen sich richtig satt und als sie gesättigt waren , begannen sie, die restlichen Nah ru n gsmittel zu ignorieren u nd sogar, sich gegenseitig damit zu bewerfen. Sie lernten nie, sich einen Teil fü r später a ufzu hebe n . Sie kamen n icht einmal ansatzweise auf die Idee, dass sie in ein paar Stunden wieder h u ng rig werden würden . Vielleicht denkst d u jetzt an das Eichh örnchen, das sich fü r schlechte Zei­ ten einen N ahrungsvorrat anlegt. Dabei h an delt es sich jedoch um p ro­ gramm ierte I nstinkte und n icht um eine geplante Vorratshaltu ng . Tieren fehlt die Möglichkeit, langfristig zu denken. Experten schätzen , dass die intel l igentesten Primaten ungefäh r zwanzig Min uten in die Zuku nft vo­ rausschauen kön nen.

Der E i nfl u ss des l a n gfrist i g e n Den ke n s auf u nser Leben „Joe sitzt in einem Restaurant und trinkt eine Tasse Kaffee. Er denkt dar­ über nach, was in der nächsten Zeit passieren wird, wenn . . .

"

„Nach dem Aufwachen denkt Bill über seine Zukunft nach. Allgemein geht er davon aus . . .

"

19

Bei diesen Zeilen h andelt es sich um Schreibübungen. Wie gehen d iese Geschichten weiter? Du kan nst gern die Geschichten von Joe und Bill weiterdenken . Stell d i r kurz vor, über was die beiden nachden­ ken kön nten . Ein paar Stich punkte reichen vollkom men aus. Bei dieser Übung handelte es sich u m ein Experiment, das mit Heroinsüch­ tigen und einer Vergleichsgruppe durchgeführt wurde. Die Vergleichsgrup­ pe wies dabei ähnliche Voraussetzungen auf wie die Heroinabhängigen (einfacher Schulabschluss, Jahreseinkommen u nter 20. 000 Dollar usw . ) .Z I n d iesem Versuch sollte überprüft werden, wie weit beide Gruppen in die Zukunft denken. Schrieb d ie Vergleichsgru ppe die Geschichte von Joe zu Ende („die nächs­ te Zeit" ), umfasste deren Zeitspan ne im Schn itt eine Woche in die Zuku nft. Bei den H eroinsüchtigen war es eine Stunde. Bei der Gesch ichte von Bill („denkt ü ber die Zuku nft nach") schilderte die Vergleichsgruppe langfristige Pläne wie berufliche Ziele oder die Heirat. Die Süchtigen beschrieben bevorstehende Ereignisse wie einen Term i n beim Arzt oder einen Besuch bei Verwandten. I m Sch nitt d achte die Vergleich sgruppe viereinhalb Jahre in die Zukunft, wäh rend der Zeitraum bei den Heroinsüchtigen auf neun Tage beschränkt war. Dieser verkürzte Zeithorizont ist typisch für Suchtkranke , weil Suchtkranke auf den kurzfristigen Kick aus sind. I n einem nachfolgenden Experiment mit den Geschichten von Joe und Bill stellten die Wissenschaftler fest, dass das Einkommen der Testpersonen u m so höher war, je weiter diese in die Zukunft dachten. N u r wer i n der Lage ist, la ngfristig zu denken, kan n sei ne Handlungen i n der Gegenwart danach ausrichten, u m auf d i esen Horizont zuzuar­ beiten u nd i h n wahr werden zu lassen . U n d hier kommt d i e Sel bstd is­ ziplin ins Spiel.

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Wie l a n gfristig d e n kst u nd h a n d e l st du? Du darfst verstehen, d ass das Leben ein großer Schmetterlingseffekt ist: D u stehst in deinem Leben h eute genau dort, wo du stehst, weil du in der Vergangenheit diverse Di nge getan bzw. nicht getan hast - bewusst oder unbewusst. Dies zu akzeptieren mag vielleicht schwerfallen, da sich die Vergangen heit jedoch n icht ändern lässt, bleibt dir keine Wahl. Das Schöne am Schmetterl ingseffekt ist, dass d ieser ebenfalls für u nsere Zukunft g i lt, denn deine Zuku nft wird d u rch d i e Handlungen i n der Gegenwart erschaffen.

Welche Handlungen u nternim mst d u gegenwärtig? Befriedigst du hauptsächlich deine kurzfristigen Bed ü rfnisse? Oder bist d u dazu bereit, ku rzfristig in den sauren Apfel zu beiße n , u m dadurch langfristig einen g rößeren Vorteil z u haben? Das Leben ist die Summe dei ner Handlu ngen. Es ist n icht sch l i m m , s i c h ab u n d zu etwas zu gönnen und seine kurzfristigen Bed ü rfnisse zu befried igen. G i bst du jedoch ständig n u r deinen kurzfristigen Be­ d ürfn issen nach, wirst du es i m Leben n icht weit bringen.

Selbstd isziplin ist also eine Entscheidung gegen das kurzfristige Vergnü­ gen , weil es etwas g ibt, das uns wichtiger ist und uns langfristig einen grö­ ßeren Vorteil verspricht. Schau d ich u m : So gut wie alles, was du siehst, wurde von M enschen er­ fu nden und entwickelt:

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Das D rucken von B üchern bzw. d as Gerät, auf dem du d ieses Buch liest



Die U h r, d ie du am Arm trägst



Das Smartphone, m it dem du u . a . telefonierst



Die Matratze, auf der d u nachts schläfst



Das Auto, m it dem du fährst

Würde der Mensch ständig seinen ku rzfristigen Bed ürfnissen nach· geben u nd den ganzen Tag nur tun, was ihm Spa ß macht, würde es all d iese Dinge n icht geben . Verm utlich würde der M ensch sogar im· mer noch i n Höhlen leben .

I m nächsten Kapitel wirst du erfahren, warum Selbstd isziplin so wichtig ist.

Res ü mee : •

Der M ensch möchte Freude erlangen u n d Schmerzen vermeiden. M it Tätigkeiten, die einfach sind, verbinden wir Freude. Mit Tätigkeiten , fü r die wir uns ü berwinden m üssen, verbinden wir Schmerzen . Doch leider sind es oft die Tätigkeiten , fü r d ie wir uns überwinden müssen , die u ns in u nserem Leben wirklich voranbri ngen .



Selbstd iszipl in ist die Eigenschaft, auf das ku rzfristig Bequeme zu ver­ zichten und Anstrengung auf uns zu nehmen, u m dadurch langfristig einen g rößeren Vorteil zu erhalten .



Je langfristiger d u denkst u n d deine Handlungen in der Gegenwart auf Basis d ieser langfristigen Perspektive ausrichtest, umso höher ist die Chance, dass du deine Ziele erreichen wirst.

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Kapitel 2

D i e wi c h ti gste F ä h i g ke i t fü r e i n g l ü ck l i ch es u n d e rfü l l tes Leben

,,Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden. "

Harry Belafonte

(amerikanischer Entertainer )

Wir leben i n einer Zeit, in der vieles sofort verfügbar ist: Ob du ein Buch lesen, einen Film ansehen oder ein bestimmtes Lied hören möchtest, i n der Regel genügen dafü r e i n paar Mau sklicks . Da wir i n vielen Lebensbereichen die sofortige Befriedigung un serer Be­ dürfnisse gewohnt sind, erwarten wir, dass es in anderen Lebensbereichen genauso a bläuft. Aus d iesem Grund sind die wenigsten Menschen heutzutage noch dazu bereit, M ü he in i hre Träume und Ziele zu investieren . Stattdessen wollen sie den schnellen Erfolg und suchen n ach der Wunderpille. Die Werbung hält uns d iese ständig vor die N ase : •

„Benutze d ieses Deo, dann liegt dir die Frauenwelt zu Füßen ! "



„Von Zuhause aus pro Monat ganz einfach 1 0.000 € verdienen . Keine Vorkenntn isse notwendig!"



„ I n zwei Wochen 1 0 kg abnehmen! Ohne Sport und ohne Ernäh­ rungsu mstellung!"

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Doch eine Wu nderpi l le g i bt es leider n icht - tut m i r leid, fal ls ich dich jetzt enttäuscht haben sol lte. Al le sichtbaren nach haltigen Erfolge beru hen auf harter Arbeit und Verzicht. Für Außenstehende ist d ies jedoch auf den ersten B l i ck n icht wahrneh m bar.

Das T ü c kische am E rfo l g Angenommen, d u sähest einen ca . 35-jährigen Man n , der einen Porsche fährt. Vielleicht denkst du d i r, er hatte reiche Eltern oder G l ü ck und der E rfolg ist ihm in den Schoß gefallen . Das Tückische am Erfolg ist, dass auf den ersten Bl ick n u r das End­ resu ltat s ichtbar ist. I n d iesem Fal l , dass der Mann einen Porsche fährt. Wir wissen n icht, was er dafü r getan hat, um sich d ieses Auto leisten zu können. Viellei cht arbeitet er seit zeh n Jahre n im Schn itt pro Wo­ che 80 Stu nden, u m jetzt sein Traumauto fahren zu kön ne n . Außen­ stehende sind nicht in der Lage, diese i nsgesamt 41 .600 Stu nden harter Arbeit wahrzu nehmen.

I n gewisser Weise gehört Gl ück immer dazu . Jedoch ist meine Lieblings­ definition von Glück folgende: Die entsprechende Vorbereitu ng trifft auf die richtige Situation . N atürlich ist e s ebenfalls möglich, dass der Porschefahrer einfach zur rich­ tigen Zeit am richtigen Ort war. Ich will gar n icht abstreiten, dass d u rch Zufall kurzfristige Erfolge möglich sind. Doch in solchen Fällen ist der Er­ folg meist nicht n achhaltig . Das beste Beispiel dafür sind Lottogewinner: Zwar gibt es keine offiziellen Studien, jedoch schätzen I nsider, dass 80 bis 95 % aller Lottogewin n er 24

i nnerhalb von zwei Jahren wieder genauso viel (oder wenig) Geld

aoe

wie vor ihrem Gewin n - h äufig sogar noch weniger. Warum ist das so? Lottogewi nner haben kei n Fu ndament geschaffe n , auf dem i h r Erfolg stehen kan n . Sie haben n i e gelernt, mit so viel Geld umzugehen.

Millionäre denken anders . Dieses Denken ist ein großer Teil des Fu nda­ ments von wohlhabenden Leuten . I ch beschäftige m ich seit M itte 20 1 6 bewusst m it der Frage, was woh lhabende M enschen anders machen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass „Geld haben" zu 50 % Einstellungs­ sache ist. Vielleicht fragst d u dich gerade , was die anderen 50 % sind. Lies dir dieses Kapitel aufmerksam d u rch , dann wirst du d ie Antwort erhalten! Für alle nachhaltigen Erfolge wurde zuerst ein stabi les F u ndament geschaffen. Gibt es kei n stabi les Fundament, ist der Erfolg meist ge­ nauso schnell weg wie er gekom men ist.

Das E rfo l g s g e he i m n is d e r S u pe rstars Woran denkst du als Erstes, wen n d u an berühmte Popstars, Filmstars oder Profisportler denkst? Den Ruhm? Das viele Geld? Den luxuriösen Lebensstil, den sie leben? Das sind alles Endprodukte des Erfolgs, die fü r d ie Masse sichtbar sind . Die Masse erkennt jedoch nicht, was dafü r getan wurde, um die Endpro­ dukte des Erfolgs genießen zu können. Ein g utes Beispiel ist Ch ristian e Ronaldo - einer der woh l besten Fu ßballer aller Zeiten . Was m acht Ch ristiane Ronaldo so gut?

25

1.

Sein Talent bzw. seine genetischen Voraussetzu ngen. Klar, dass dies eine Rolle spielt, das will ich n icht einmal abstreiten .

2.

Jedoch ist e r der erste S pieler, der frü h morgens auf dem Trai­ n i ngsplatz steht und glei chzeitig der letzte Spieler, der jeden Tag den P latz verlässt - und das seit mehreren Jahrzeh nten .

Doch Christiano Ronaldo ist damit n icht allein: Ob es nun eine Rihan na, Lady Gaga, ein Mark Zuckerberg , Elon Musk oder Arn old Schwarzenegger ist, d u kannst dir sicher sein , dass sie u nzählige Stunden an Arbeit inves­ tiert haben, um heute dort zu sein, wo sie sind . Sel bst jetzt, obwohl sie es „geschafft haben", arbeiten sie mehr als der Durchsch n itt. D i es fäl lt uns nur n icht auf.

Falls du mir nicht glaubst, lies ein paar Biografien berühmter Leute, wie z. B. von Arnold Schwarzenegger. Dort wird es deutlich beschriebe n . Künstler und Profisportler bringen n atürlich e i n gewisses G ru ndtalent m it . Doch Talent wird überschätzt. Sie alle holen d urch harte Arbeit das Maxi­ male aus ihrem Talent heraus. C h ristiano Ronaldo, Rihanna, Arnold Schwarzenegger und alle ande­ ren erfolgreichen Menschen haben eine Sache gemeinsa m : Sie alle haben einen hohen Preis bezah lt, u m heute dort zu sein, wo sie sind.

Al les hat se i n e n P re i s Alle Menschen möchten erfolgreich , reich , gesu n d , schlank u n d glücklich sei n . I c h glaube fest dara n , dass e s m ög lich ist, diese Dinge z u erreichen, je­ , doch hat alles seinen Preis. Die wenigstens Menschen sind dazu bereit, d iesen Preis zu zahlen.

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An jedem Traum hängt e i n Prei sschi ld. Du wirst deine Träume am schnellsten verwi rkl ichen kön n e n, sobald du bereit bist, den vol len Preis dafü r zu bezahlen.

Dieser Preis kann sein : •

Das Investieren von Zeit und Geld



Schlechte Erfahru ngen zu m achen



Verzicht auf Dinge, die u n s Spaß m achen bzw. d ie wir liebgewon­ nen haben

• •

Schmerzhafte Rücksch läge einzustecken Sich seinen Ängsten zu stellen

I n der Regel ist es eine Kombination aus diesen Dingen. Je mehr es zu gewin nen gibt, umso mehr muss in der Regel auch inves­ tiert werden. Vergleiche es m it einer I m mobilie: Für eine 1 50 m2 Pent­ housewohnung in M ü n chens bester Lage wirst du mehr Geld bezahlen müssen als fü r eine 1 -Zimmer-Wohnung in einem Dorf in Ostdeutschlan d . Angenommen, d u möchtest dir e i n erfolgreiches U nterneh m en aufbauen: Dafü r würdest d u unzählige Stunden Arbeit investieren und auf vieles ver­ zichten m üssen . Du wü rdest weniger Zeit fü r deine Freunde, Partnerin und deine Hobbys habe n . Außerdem würde es m it hoher Wahrscheinlichkeit n icht so laufen, wie du es dir vorgestellt hast und du würd est den einen oder anderen Rückschlag h i n nehmen m üssen . I ch habe es schon öfter erlebt und deshalb weiß ich , wovon ich sch reibe. Der Preis für Erfolg ist stets im Voraus fäl l ig. D u wirst erst einmal in Vorleistung gehen m üssen, bevor du i rgendwan n den Ertrag erhältst. Der Erfolg sel bst ist das Endresu ltat. Im Wort enthalte n :

„Er"

und

„ folgt".

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„Erfolg"

ist d i es sogar

Was e i n O bstba u m m i t E rfo l g zu tu n hat Nehmen wir an, du pflanzt den Samen eines Obstbaums in die Erd e . Erwartest d u , dass du in nerhalb von fü nf Minuten d ie erste Frucht dieses Baumes genießen kannst? Natürlich n icht. Trotzdem denken viele Mensche n , dass ihnen der Erfolg zugeflogen kommt, sobald sie anfangen, etwas fü r ihre Ziele zu tu n . Jedoch verh ält e s sich mit d e m Erfolg s o ähnlich wie m it d iesem Obstbau msame n : D u wirst dich erst einen gewissen Zeitraum u m i h n küm mern m üssen, bis d u die ersten Früchte ernten ka n nst.

Soll d ieser Baum irgen dwann Früchte tragen, wirst du

„.



„ .für genügend Sonnenlicht sorgen m üsse n .



„ . i h n für ein schnelleres Wachstum dü ngen müssen .



. . . darauf achten m üssen, dass er genug Wasser bekommt.

• •



. ih n vor wilden Tieren und U ngeziefer schützen müssen .

„ . i h n schneiden müsse n .

Vor allem in d e r Anfangszeit wirst du sehr viel m e h r investieren müssen als d u zurückbekommen wirst. Kü m merst du dich jedoch immer weiter u m diesen Bau m , wird e r irgendwa n n d i e ersten Früchte tragen. Der Ba um wird jedoch nicht schneller wachsen, indem du an ihm ziehst ganz im Gegenteil: Ziehst du an dem Bau m , wirst du ihn nur aus dem Bo­ den herausrei ßen . Trotzdem kannst d u sehr viel dafü r t u n , dass d ieser Baum groß u n d stark ' wird . Und je größer u n d stärker dieser Baum wird , umso . . .

28

1.

. . . weniger wirst du dich u m ihn kümmern müssen .

2.

. . . mehr F rüchte wird er tragen, die d u ernten kannst.

Erfolg g i bt es nicht geschenkt. D u darfst ihn d i r verd ienen. Ich ver­ spreche d i r jedoch eine Sache: Beg i n nst du dam it, etwas für deine Ziele zu u nternehmen und bleibst am Ball, wird d i r sehr viel entge­ genkom men.

D i e w i c h ti g ste F ä h i g ke i t fü r e i n g l ü ckl i ch es u n d e rfü l l tes Leben Auch wenn nachhaltiger Erfolg n u r i n den wenigsten Fällen von heute auf morgen entsteht, wird dein angestrebter Erfolg durch deine gegenwärtigen Handlungen erschaffen. Oft dadu rch, indem du die Di nge tust, die kurzfris­ tig unangenehm sind. Dennoch tendiert der Mensch - wie in Kapitel 1 beschrieben - immer wie­ der dazu, nur die Dinge zu tun, die ih m ku rzfristiges Vergnügen bereite n . Um d i ch gegen das kurzfristige Verg n ügen zu e ntscheiden u nd statt­ d essen d i e u n angenehmen, d i ch wirklich weiterb ringenden D i nge zu

t un, benötigst d u eine Sache: Se lbstd iszi plin. •

Sel bstdisziplin, u m die Dinge zu tun, die dazu notwendig sind, dei­ nen Zielen näher zu kommen .



Selbstdisziplin, u m auf die Dinge zu verzichten, di e dir Spaß ma­ chen .



Sel bstdisziplin, u m dich deinen Ängsten zu stellen.



Selbstdisziplin, u m n ach schmerzhaften Rücksch lägen weiterzu­ m achen.

Ohne Disziplin wäre kein Künstler i n der Lage, einen Song nach dem an­ deren aufzu nehmen, Tanz-Choreografien zu lernen, Promo-Term ine wahr­ zunehmen oder auf Tou rnee zu gehen . 29

Kein Profisportler könnte ohne Disziplin eine ganze Saison über hart trai­ n ieren, sich gesund ernähren, auf genügend Erholung achten und genau in den wichtigen Momenten Spitzenleistu ngen erbringen. Selbstd isziplin ist deshalb so wichtig, da sie in jedem Lebensbereich vor­ handen ist: Än gste: Traust d u dich, dich deinen Ängsten zu stellen oder haben sie

Macht ü ber dich? Arbeit: Bist d u dazu bereit, Ü berstunden zu machen? Bildest du d ich re­

gelmäßig weiter? Arbeitest du wirklich oder verbringst du einen Großtei l d e r Zeit damit, im I nternet z u surfen u n d dich mit deinen Kollegen zu un­ terhalten? Lässt d u d ich von jeder Kleinigkeit ablenken? Bezieh ungen: Ni mm st du dir regelmäßig Zeit fü r deinen Partner und deine

Freunde? Hältst d u dich a n Absprachen oder ist es dir egal? Erzie h u n g : Lebst du deinen Kindern das vor, was du ihnen ständig einre­

dest? Geld: Sparst du jeden Monat einen Teil deines Einkommens oder g ibst d u

alles für sinnl osen Konsum aus? Gesundheit/Fitness : Treibst du regelmäßig Sport? Ernährst du dich ge­

sund? Pers. Entwicklung: Wie viele B ücher liest du im Jah r? Besuchst du re­

gelmäßig Veranstaltungen für deine persönliche Weiterbildung? Konsu­ m ierst d u d as Wissen nur oder setzt du es auch u m ? Sch laf/Erholung: Gönn st d u dir regelmäßige Pausen? Bleibst du a m

Abend extrem lange wach , obwohl d u weißt, dass du a m nächsten Tag früh raus m usst? Sch läfst du ausreichend? Selbstm anagement: Arbeitest du die Aufgaben ab, die du dir vornim mst?

Hältst du dich an die Prioritäte n , die du d i r gesetzt hast?

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Ziele: Tust du wirklich die Dinge, d ie dich deinen Zielen näherbringen? Wie d u siehst, lässt sich Sel bstd isz i p l i n übera l l finden. I n jedem Le­ bensbereich hast d u eine Wah l , was es sei n darf: Das kurzfristig Be­ q ueme oder das, was dir langfristig einen größeren Vortei l bringt.

Für den M oment g en ügt es zu wissen, dass deine Selbstdisziplin Auswir­ kungen auf jeden Lebensbereich h at. In Teil 2 des Buches werden wir auf die einzelnen Lebensbereiche genau­ er ei ngehen . Du wirst erfahren , was du konkret tun kannst, um diese Le­ bensbereiche nach deinen Vorstellungen zu g estalten und wie dir Selbst­ disziplin dabei helfen kan n . D a u nsere Sel bstdiszi plin s o enorme Auswirku ngen auf u nser Leben hat, ist sie - die entsprechende Gesu nd heit vorausgesetzt - die wich­ tigste E igenschaft, fü r ein gl ückliches und erfü l ltes Leben .

Der amerikanische

Bestsellerautor

Kop

Kopmeyer verbrachte

über

50 Jahre seines Lebens damit, 1 . 000 Prinzipien für Erfolg zu erm ittel n. Natü rlich wurde er oft gefragt, welche dieser 1 .000 Prinzipien die Wichtigs­ te ist. Seine Antwort darauf war immer dieselbe: „Selbstdisziplin, denn ohne Disziplin sind die anderen 999 nichts wert. Mit Selbstdisziplin funktio­ nieren sie alle. "

Viele Langzeitstudien fördern diese Verm utu ng ebenfalls. Die woh l be­ kannteste Stud ie d azu werden wir uns im nächsten Kapitel genauer anse­ hen .

31

Res ü mee : •

Die wenigsten Menschen sind dazu bereit, M ühe in ihre Ziele und Träume zu i nvestieren . Stattdessen sitzen sie auf der Couch und er­ warten, d ass der Erfolg zu i h nen kommt. Doch so läuft das S piel leider nicht. W i llst du eine bestimmte Sache haben (z. B. einen tollen Körper, ein erfolgreiches U nterneh men u sw.) , dann tu etwas dafür!



Jeder nachhaltige Erfolg steht auf einem stabilen Fundament. Dieses Fundament wurde d u rch harte Arbeit u n d Verzicht erschaffen . Die Ar­ beit, die i n das Fundament investiert wurde, ist für Au ßenstehende auf den ersten Blick oft n icht wahrnehmbar. Sie nehmen nur die Spitze des Eisbergs wahr, d. h. die Endresultate (Geld , Status, eine gemeisterte Fähigkeit usw.).



An jedem Traum h ängt ein Preisschild . Je g rößer deine Träume sind, umso mehr muss in der Regel auch bezahlt werden . Du wirst deine Träume am sch nellsten verwirklichen, wenn du dazu bereit bist, den vollen Preis dafür zu bezahlen. Bist d u bereit, d iesen Preis zu bezah­ len?



D u erschaffst dein zukünftiges Leben durch deine gegenwärtigen Handlungen . Dementsprechend ist es möglich, dein Leben nach dei­ nen Vorstellungen zu gestalte n . Da g roße Veränderu n g jedoch nie von heute auf morgen passiert, ist es so wichtig , heute die ( unangeneh­ men) Dinge zu tun, die d ich langfristig näher an deine Ziele bringen. Dafü r benötigst du vor allem eine Sache: Sel bstdisziplin .

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Kapitel 3

Was e i n M a rs h m a l l ow m i t S e l bstd iszi p l i n zu tu n hat

,,Ich bin wahrhaftig ein König, denn ich weiß mich selbst zu beherrschen. "

Pietro Aretino (italienischer Dichter und Schriftsteller)

Das sogenannte M arsh m allow-Experim ent war eine Studie an der US­ amerikanischen Stanford U niversity, die von 1 968 bis 1 974 stattfand. Der österreich isch-amerikanische Persönlichkeitspsychologe Walter M ischei zeigte in d ieser Studie die W ichtigkeit des Belohnungsaufschubs für den akadem ischen , emotionalen und sozialen E rfolg einer Person eindrucksvoll auf. Kinder im Alter zwischen 3 u nd 6 Jahren wurden dabei einzeln in einen langweiligen Raum geführt, i n dem sich außer einem Stuhl und einem Tisch nichts befand . Das Kind durfte sich aus einer breiten Palette von Süßigkeiten (z. B. ein Marshmal low, einen Oreo-Keks oder ein Salzgebäck) seine Lieblingssü­ ßigkeit auswäh len . Diese wurde ansch ließend auf einen Teller gelegt und a u f d e n Tisch gestellt, a n dem da s K in d s a ß . D e r Psychologe erklärte dem Kind mehrmals, dass er gleich den Ra um verlässt und es d iese S ü ßigkeit anschließend essen darf. Alternativ kann sich das Kind jedoch gedulden und die Süßigkeit solange nicht verspeisen, bis der Psychologe wieder in den Ra u m kommt (i. d . R. nach 1 5 Minuten , was für ein kleines Kind eine Ewigkeit sein kann). H ielt sich das Kind so-

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lange zurück und aß diese S ü ßigkeit nicht, e rhielt es anschließend eine zweite seiner zuvor ausgewählten Sü ßigkeit. N achdem sich der Psychologe sicher war, dass das Kind die Aufgabe ver­ standen hatte, verließ er den Rau m . D i e Kinder wurden also vor d i e Wah l gestel lt: Entweder e i n e kleine sofortige Belo h n u n g oder eine g rößere Beloh nung, für die sie sich etwas gedulden mussten.

Laut Angaben Mischeis h ielten sich einige Kinder die Augen zu oder d reh­ ten sich um, sodass sie die Süßigkeit n icht sehen m ussten. Andere fingen an zu singen, schlugen gegen den Schreibtisch , zogen an i h ren Zöpfen oder streichelten das Marshmallow wie ein Kuscheltier, nur um sich abzu­ lenken . Andere Kinder h ingegen aße n die Süßigkeit sofort. Von den über 550 getesteten Kindern aß jedoch nur eine M inderheit die Süßigkeit sofort. Der Rest versuchte zu widerstehen, doch nur rund ein D rittel der Kinder h ielt lange genug du rch, u m sich die zweite Sü ßigkeit zu verdienen. Mit d iesem Experim ent verfolgte M ischei das Ziel herauszufinden , ab wel­ chem Alter Kinder in der Lage sind, m it Versuchungen u mzugehen u nd welche Strategien sie dabei anwenden, diesen zu widerstehen. Er ahnte dabei nicht einmal ansatzweise, wie viel dieser Test über das zukü nftige Leben der Kinder verriet. Dass sich daraus mehrere Folgestudien entwi­ ckelten , ergab sich eher zufällig . Auf YouTube findest d u u nter folgendem Link ein amüsantes Video, wie der Marshmallow-Test in etwa ablief: https ://www.youtube.com/watch ?v=Y7kjsb 7iyms

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D i e Entw i c k l u n g d e r F o l g estu d i e n Einige Jahre später kam Mischei der Gedanke, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Kinder (die inzwischen Teenager waren) wäh­ rend d es Experiments und i h rem späteren Leistungsvermögen bestehen könnte. Die Theorie entstand, da Mischeis Töchter ebenfalls an diesem Experi­ ment teilgenommen h atten und sich M ischei hin und wieder bei seinen Töchtern erkundigte, wie es ihren Mitsch ülerinnen so ginge. Dafür bat er seine Töchter, auf einer Skala von null bis fü nf zu bewerten , wie es u m die sozialen Kontakte und die schulische Leistun gsfähigkeit ihrer Freunde steht. Dabei fiel ihm auf, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwi­ schen der schulischen Leistungsfähigkeit u n d dem Absch neiden beim Marshmallow-Test geben könnte. Aufg rund dieser An nahme wurde eine Anschl ussstudie erhoben . Viele der damals beteil igten Kinder waren noch auffindbar, sodass stich­ probenartig d eren E ltern und Lehrer an gesch rieben wurden . Diese sollten die Kinder einstufe n , wie d iese im Vergl eich zu anderen Kindern ihrer Al­ tersstufe d astehe n . D i e Kinder, die damals d a s Marshmallow n icht gegessen hatten , . . . •

. „ hatten bessere Noten in der Sch u l e .



. „ konnten sich besser konzentriere n .



. . . waren selbstbewusster u n d zuversichtlicher.



. . . gerieten u nter Stress nicht so schnell in Pan i k .



. . . waren besser im Vorausdenken und Plan en .





. li eßen s ich d u rch Rückschläge nicht entmutigen .

Aufgrund d ieser Ergebnisse wurde eine Langzeitstud i e ins Leben gerufe n . In d ieser wu rden d i e damaligen Tei lnehmer alle zehn Jahre z u ihrer beruf-

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liehen Stellung, ihre m Familienstand, ihrer fi nanziellen Lage und i h rer kör­ perlichen und psychischen Gesundheit befragt.

D i e e rs te n Tests d e r j u n g e n E rwachse n e n U m zu überprüfen, wie sich ihr Leben entwickelt hatte, wurden einige Teil­ nehmer der Stud ie i m Alter von 25 b is 30 Jahre n erneut kontaktiert. Dieses Mal waren die Fragen j edoch direkt a n die jungen Erwachsenen gerichtet. Die Auswertung ergab, dass jene d ie , die das Marshmallow nicht geges­ sen hatte n , d urchschnittlich e rfolgreicher in ihrem Leben ware n . Diese Personen . . . •

. . . hatten einen höheren Bildungsabschluss.





. nahmen weniger Droge n .



„ . hatten einen n iedrigeren Body-M ass- lndex.



„ . verdienten mehr Gel d .



„ .führten stabilere Beziehungen .



„ . waren besser darin, ihre langfristigen Ziele zu verfolgen .



„ . hatten ein höheres Selbstwertgefü h l .



„ . begingen weniger Straftaten .

D i e Ergebn isse waren für M ischei u n d sei n Team s o schockierend, dass sie d achten , sie hätten einen Glückstreffer gelandet. Aus diesem G ru n d wurde der Marshmallow-Test i n klusive der Folgestudien zu ei ner anderen Zeit, m it anderen Personengru ppen, i n anderen sozia­ len M i l ieus wiederholt. Der u rs prü ngliche Test fand i m Kindergarten der ameri kan ischen E l ite- U n iversität Stanford statt. Die Ergebn isse waren jedoch i m mer d iese l ben : Die Ki nder, die da­ mals die kurzfristige Belohn u ng zug u nsten ei ner späteren g rößeren Beloh n u n g aufschoben, hatten mehr Erfolg im s päteren Leben .

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Was w i r d a ra u s l e rne n kö n ne n Der Marshm allow-Test lässt n icht automatisch darauf schließen, o b ein Kind später ein gutes Lebe n , Glück oder E rfolg haben wird . Die Chancen dafü r steigen jedoch enorm . Das Marshmallow kann beispielsweise fü r eine Beförderung stehen, für die mehr Zeit und Arbeit i nvestiert werden m uss. Oder für die Strandfigur, fü r die regelmäßig trainiert u n d dabei a uf eine entsprechende Ernährung ge­ achtet werden muss. Es ist immer d asselbe: Wollen wir unsere langfristigen Ziele errei­ chen, m üssen wir kurzfristig auf etwas Verlockendes verzichten.

Selbstkontrolle hilft uns dabei , schwierige Entscheidungen zu treffen und die Dinge zu tun, die notwendig sind, um unsere Ziele zu erreiche n . N atürlich gehören auch weitere Dinge dazu . Doch j e besser du darin bist, deine ku rzfristigen Bedürfnisse zu kontroll ieren und stattdessen d ie Dinge zu tun, die dich deinen lan gfristigen Zielen näherbringen, umso erfolgrei­ cher wirst d u in deinem Leben werden . Was denkst du? Hättest d u als Kind das M arsh mallow gegessen? Ich bin mir ziem lich sicher, dass ich es sofort gegessen hätte. Heute würde ich mich als d iszi p l i n i ert bezeichnen, doch das war n icht i m mer so. Zum Glück ist es möglich, seine Selbstd isziplin zu verbes­ sern .

Wie das fun ktioniert , erfährst d u im n ächsten Ka pitel. (Für alle i n diesem Kapitel beschriebenen Studien ist die Quelle Walter Mischeis Buch: „Der Marsh mallow- Effekt")

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Res ü mee : •

Das Marshmallow-Experiment war eine Studie mit Kindern (3 bis 6 Jahre alt). Diese konnten sich i h re Lieblingssü ßigkeit auswählen und wurden anschl ießend vor die W a h l gestellt: Ein Stück sofort oder zwei Stück später. Das Ziel dieser Stu die war es zu beobachten, wie Kinder mit Versuchungen umgingen. Die Folgestudien entwickelten sich eher zufällig.



Aus den Folgestudien ergab sich , dass die Kinder, die der Süßig keit widerstehen konnten, in i h rem späteren Leben durchschn ittlich mehr Erfolg hatten . Sie fü h rten gesündere Beziehungen, waren schlanker und hatten einen höheren Bildu ngsabschluss.



Die Ergebnisse d ieser Folgestud ien waren so verblüffend, dass d iese Tests mehrmals wiederholt wurden . Doch die Ergebnisse blieben im­ mer wieder d ieselben .



Im Erwachsenenalter kann die Süßigkeit beispielsweise fü r eine Beför­ derung oder die Stra ndfig u r stehen. Doch was auch immer unsere langfristigen Ziele sein mögen: Wollen wir diese erreichen, m üssen wir kurzfristig im mer auf etwas Verlockendes verzichten . Je besser du in dieser Fähigkeit bist, u mso erfolgreicher wirst du in deinem Leben werden .

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Kapitel 4

So fu n kti o n ie rt Wi l l e ns kraft w i rkl i c h

„Die Fähigkeit, sofortige Belohnungen zugunsten künftiger Resultate aufzuschieben, ist eine erlernbare Fähigkeit. "

Walter Mischei (amerikanischer Psych ologe und Erfinder des Marsh mallow-Tests)

Stell dir vor, du wärst ein äu ßerst beliebter, verheirateter amerikanischer Präsident. Du sitzt nach einem langen a nstrengenden Arbeitstag im Oval Office und wil lst noch ein paar Sachen abarbeiten, wobei du von einer Praktikantin unterstützt wirst. Plötzlich m acht dir d iese ein u n moralisches Angebot und bietet dir Oralsex an. Dir ist bewusst, dass die Chance hoch ist, dass dies irgendwann heraus­ kommen könnte. Was tust du? Du denkst, ich habe d iese Gesch ichte erfunden? Falsch . Diese Gesch ichte entspricht h albwegs der Wahrheit. Der betreffende amerikanische Präsident war Bill Clinton (Präsident von 1 993 bis 200 1 ) u nd seine damalige Praktikantin war Mon ica Lewinsky, zu der Clinton wahrscheinlich eine sexuelle Bezieh ung unterhielt. 39

Da Clinton unter Eid bestritt, mit Lewinsky „Geschlechtsverkehr" gehabt zu h aben , führte d iese Affäre 1 998 sogar zu einem Amtsenthebun gsverfah­ ren , das jedoch scheiterte. Clinton kon nte den Kopf gerade n och so aus der Schlinge ziehen, weil das Wort „ Geschlechtsverkehr" n icht genau definiert ist und Oral-Sex laut einer 1 99 1 d urchgeführten Studie fü r 59 % der befragten amerikanischen Stu­ denten n icht u nter „ Geschlechtsverkehr" fällt. Wie kann eine solche Sache dem damals mächtigsten Mann der Welt pas­ sieren? Warum stolpern Politiker - a uch jene, die sich öffentlich gegen Prostitution einsetzen - immer wieder ü ber solche und ähnliche Affären? Doch warum tun auch wir immer wieder Dinge, die wir anschließend be­ reuen? Die Antwort auf d iese Frage u n d wie Willenskraft genau funktioniert, er­ fährst du in d iesem Kapitel .

D i e Wi l l e ns k raft ist e n d l i c h I m laufe eines Semesters füh rten Forsche r d iverse Tests zur Selbstdiszip­ lin mit ihren Studenten d u rch) J e näher das Ende des Semesters kam und somit d ie Prüfu ngsphase immer näher rückte - umso schlechter schnitten die Studenten dabei ab. Es verschlechterten sich nicht nur i h re Testergebnisse im Labor, sondern verschiedene Aspekte ihres Privatle­ bens litten ebenfal ls u nter der Klausurenphase: •

I hr Koffeinkonsu m verdoppelte sich .



Obwohl sie wen iger auf Pa rtys gingen , blieb ihr Alkoholkonsum gleich.



Der J u n k-Feod-Konsum stieg um 50 % .



Sie riefen seltener zu rück . 40



I h re Wohnungen waren u nordentlicher.



I h re körperliche Hygiene l itt .



Sie verschliefen häufiger und tätigten mehr Spontan käufe .

Die Verm utung l iegt nahe, dass die Stu dente n die frei gewordene Zeit da­ für nutzten , um mehr zu lernen. Doch e rstau n licherweise gaben viele Stu­ denten zu , dass sie mehr Zeit m it Freunden als m it dem Lernen verbrach­ ten . Wie kann das sein? Da uns nicht unbegrenzt Willenskraft zur Verfügung steht, verbrauchten die Studenten vermutlich so viel Willenskraft dafür, sich zum Lernen zu zwingen , dass für das Lernen selbst n icht mehr genug W i llenskraft ü brig war und sogar ihr restliches Leben daru nter litt. Stell d i r jetzt ein großes mit Wasser gefülltes Gefäß vor. Dieses Gefäß steht für deine Selbstdisziplin . Selbstd isziplin bzw. Willenskraft benö­ tigst d u fü r d rei D i nge: •

U m d ich zu ü berwinden, D i nge zu tun (zu m Sport zu gehen,

obwohl d u keine Lust hast) •

U m Versuchu ngen zu widerstehen (die Süßigkeiten nicht zu es­

sen, obwohl du Lust hast) •

U m Entscheidungen zu treffen (ziehst du das weiße oder das

blaue Hemd an?) Jedes Mal, wen n d u eines d i eser D i nge tust, wird Wasser aus deinem Willenskraft-Gefäß abgeschöpft werden. Je weniger Wasser i n d i e­ sem Gefäß vorhanden ist, umso höher ist d i e Chance, dass d u der Versuchung nachg ibst und dich für das kurzfristig Bequeme ent­ scheidest.

Dies l iegt daran , dass die Selbstd isziplin in einem Teil des Gehirns ge­ steuert wird , der sehr viel Energie benötigt: Dem präfrontalen Cortex.

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Der präfrontale Cortex ist unter anderem zuständig fü r das rationale Den­ ken, das Treffen von langfristigen Entscheidungen und die Selbstkontrolle. Geht dem Körper die Energie aus, werden die Funktionen des präfrontalen Cortex - und somit auch die Selbstdisziplin - zu rückgefahre n , um zu ge­ wäh rleisten, dass fü r die ü berlebensnotwendigen Prozesse des Gehirns noch genug Energie zur Verfügung steht. Evolutionstechn isch h at dies d urchaus seine Daseinsberechtigung: Vor 1 0. 000 Jahren konnte es schwierig werden , das Gehirn mit neuer Energie zu versorgen . Heute jedoch geht man einfach zum Küh lschrank oder in den Supermarkt . . .

Was d e i n e E rn ä h ru n g m i t d e i n e r S e l bstd iszi p l i n zu tu n h a t Wie i m vorherigen Absatz beschrieben , benötigt dein Körper Energ ie, um z u fu nktioniere n . Der Trei bstoff, mit de m de in Körper und dein Gehirn ar­ beitet, ist Glucose (= Zucker). Führen wir unserem Körper Zucker oder and ere einfache Kohlenhydrate wie wei ßen Reis oder Weißmehlprodukte zu , kann er diese sofort verwer­ ten und Energ ie daraus gewinnen. Aus diesem G rund steigt u nser Verlan­ gen nach S ü ße m , sobald wir i n unserem Alltag ü berdurchschn ittlich viel Willenskraft benötigen. „Na super, ich will Diät halten und bin gezwungen, Zucker zu essen, damit meine Selbstdisziplin richtig funktioniert . . .

"

Falls d u gerade diesen Gedanken hattest, kann ich dich beruhigen: Dein Körper ist i n der Lage, jedes i h m zugefü hrte Lebensm ittel i n G l ucose u mzuwandeln u nd entsprechend zu verwerten . Es dauert jedoch seine

Zeit, bis die U mwand lung abgeschlossen ist und die Energie dem Gehirn zur Verfügung steht.

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Es mag d urchaus Zeiten gebe n , in denen Zucker zu r Stärkung der Selbst­ disziplin sinnvoll sein kan n , wie z. B. vor einer Prüfung. Doch dauerh aft ist dies keine Alternative, da auf den Energiesch u b vom Zucker ein rascher Absturz erfolgt, den wir nur du rch noch mehr Zucker kom pensieren kön­ nen . Achte dementsprechend auf eine regelmäßige ausgewogene Ernähru n g und versuche, weitestgehend a u f einfache Kohlenhyd rate w i e Zucker, wei­ ßen Reis oder Weißmehlprodukte - wie normale Nudeln und Weißbrot zu verzichten. Gerade i n Zeiten großer Willenskraftanstrengungen - z. B . w enn du mit dem Rauchen aufhören möchtest - kann eine regelmäßige ausgewogene Ernährung den U nterschied a usmachen . Genauso wie genügend Schlaf:

I m Sch l af zu m e h r Wi l l e n s kraft Im Durchschnitt schläft der M ensch in der westlichen Welt pro Tag inzwi­ schen ein bis zwei Stunden wen iger als noch vor zwei Generationen .± Das Ergebnis ist ein ch ron ischer Sch lafmangel, der uns anfälliger werden l ässt. . . •

„ . von unseren Emotionen m itgerissen zu werden.



„ . für Stress.



„ . fü r Heißhungerattacke n .

Dies l iegt daran, d ass d u rch Schlafmangel u nser Gehirn n icht richtig

in der Lage ist, die i h m zur Verfügung gestellte G l ucose vern ü nftig aufzunehmen. D ies fü hrt zu einem Energ iemangel, der vor allem dem präfrontalen Cortex schadet, der i n diesem Zustand n icht mehr richtig fu n ktioniert.§

Sch lafforscher nennen d iesen Zustand „ leicht präfrontale Dysfu n ktion". Sch lafmangel wirkt also i m Grunde so wie eine zeitl ich begrenzte H i rn­ schädigung. 43

Die Auswirkungen von feh lendem Sch laf sind d i eselben wie d i e einer leichten Tru n kenheit.§. Vielleicht weißt du aus eigener Erfahrung, dass

d ieser Zustand d ie Selbstdisziplin n icht u n bedingt fördert „ . Eine ei nzige Nacht m it zu wenig Sch laf reicht aus, damit dieser Zustand eintritt. Die gute Nach richt ist j edoch , dass ebenfalls eine ei nzige Nacht mit genügend qualitativ hochwertigem Schlaf ausreicht, um diese Vorgänge u mzu kehren . Gehirn-Scans zeigen nach einer N acht m it ausreichendem Schlaf keine Beei nträchtigu ngen des präfrontalen Cortex mehr.Z Im Allgemeinen ist es eine sch l echte Idee, am Schlaf zu sparen , denn Schlafmangel hat, wie folgt, noch weitere n egative Auswirku ngen: •

Kopfschmerzen und Übelkeit



Konzentrationsmangel



Halluzinationen



Entstehung oder Verstärku ng von Bluthochdruck



Schwi ndel u n d Gewichtsprobleme



I rritationen der Haut, vor allem im Gesicht

Weitere langfristige Folgen können Herzkra n kheiten oder D epressionen sein. Achte d eshalb darauf, genügend zu schlafe n. Sol lte der Sch laf i n der Nacht e i n mal zu kurz kommen, kan n ein klei nes N ickerchen am Nachm ittag Wunder bewi rken .

Wie S e l bstd i szi p l i n d e i ne E n tsche i d u n g e n bee i nfl usst J e nach Quelle trifft der Mensch pro Tag 20.000 bis 1 00.000 Entscheidun­ gen, wovon ein G roßteil jedoch u n bewusst getroffen wird (u . a . durch Ge­ wohnheiten).

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Die Entscheidungen werd en im präfrontalen Cortex getroffen und diesem steht - wie bereits beschrieben - nur begrenzt Energie zu Verfügung. Je länger d u zwischen den einzelnen Optionen abwägst, je länger d u dafür brauchst, u m e i n e Entscheidung z u treffen, u mso m e h r Energ i e wird benötigt. D a s bedeutet, dass d i r n a c h jeder E ntscheidung, die d u bewusst triffst, ansch ließend weniger W i l lenskraft fü r andere Dinge zur Verfügung steht.

So kann ein Supermarkteinka uf an deiner Willenskraft zehre n . Kein Wun­ der, wenn d u die Auswah l hast aus u. a . 57 Cornflakes-Packungen und 83 verschiedenen Sorten Waschm ittel . Gehen wir ohne Plan i n den Supermarkt, ist u nsere Willenskraft durch die vielen E ntscheidunge n sehr schnell erm üdet und u nser Gehirn verlangt nach Zucker, um seine Energiespeicher wieder aufzufü llen. Jetzt verstehst du vielleicht, warum an der Supermarktkasse immer Sü ßigkeiten stehen u nd d u bei d iesen bisher oft schwach geworden bist . . . Treffen wir Entscheidungen , während unser präfrontaler Cortex nicht aus­ reichend m it Energie versorgt wird , neigen wir dazu , uns für den einfachs­ ten Weg zu entscheiden - welcher oftmals der Status Quo ist. In Israel gab es dazu eine sehr interessante Studie:§ I n einem Zeitraum von zeh n Monaten fällten die Bewährungsrichter ü ber 1 . 000 U rteile, die anschließend ausgewertet wu rden . Gewährten die Richter eine H aftverkürzu n g , taten sie den H äftlingen natür­ lich einen Gefallen, gingen jedoch auch ein gewisses Risiko ein . W u rde d e r Häftl ing nach vorzeitiger Entlassung erneut straffällig, wü rde es i m Zweifel a u f d e n Richter zu rückfallen - besonders, wenn es e i n schweres Verbrech en war. Durchschnittlich wu rde jeder dritte Häftl ing auf Bewährung freigelassen . Doch dabei gab es ein i nteressantes Muster: In der ersten Verhandlung am frü hen Vorm ittag wurden 70 % der Häftlinge begnadigt. I n den Ver.15

handlu ngen vor der M ittagspause waren es n ur 1 5 % . Nach der M ittags­ pause wiederholte sich das Spiel: Der erste H äftling, der nach der Pause aufgerufen wurde, h atte wieder eine Wahrscheinl ich keit von 70 % , entlas­ sen zu werden . Der letzte H äftling am späten Nachm ittag hingegen nur 1 0 %. Ob e i n Straftäter a u f Bewä h rung entlassen wird , kann eine s e h r komplizier­ te Entscheidung sein u n d oftmals gibt es n icht nur richtig oder falsch . Stand den Richtern keine Energie mehr zur Verfügung, hatten sie weniger m entale Ressource n , u m Entscheidu ngen zu treffen . Aus diesem G rund tend ierten sie zur Option , die fü r sie wen iger riskant war und leh nten die G nadengesuche ab. Es ist natürlich sch lecht für die H äftlinge, wen n ihr Bewährun gsgesuch zu einem G roßteil davon abhän gt, ob der Richter vern ünftig gegessen und gut geschlafen hat. Doch d araus können wir lernen, dass wir vor wichtigen Entscheidungen d afür zu sorgen haben, a us reichend zu essen und zu schlafen.

Der i m m e rwä h re n d e Ka m pf: Ku rzfri sti g es Ve rg n ü g e n vs . l a ngfristi g e n Vo rte i l Was deine Selbstdisziplin angeht, ist der präfrontaler Cortex dein bester F reund. Es gibt jedoch einen Gegenspieler: Das lim bische System . Das lim bische System ist u nter anderem für u nsere Triebe, Emotionen und Bed ürfnisse zuständig. Sexualtrieb, H u nger, Angst - aber auch Süchte werden im lim bischen System gesteuert. I m Gegensatz zum präfrontalen Cortex - der kognitiv, reflektierend u nd langsam agiert - arbeitet das lim bische System emotional, reflexgesteuert und u nbewusst. 46

I n gefährlichen Situationen ist d ies lebensretten d . Al lerdings steht es stän­ dig in Konflikt m it u nseren langfristigen Zielen , wie z. B . u nserer Traumfigur oder die Arbeit an einer Beförderu n g . Wäh rend d e r präfrontale Cortex an d i e Zuku nft u n d die langfristigen Ziele denkt, ist d as l i mbische System i m Hier und Jetzt und w i l l seine kurzfristigen Bed ü rfn isse befriedigt haben. Der stärker ausgeprägte Gehi rntei l wird sich i n diesem immerwäh ­ renden Konfl i kt öfter d u rchsetzen. Dem entsprechend bestimmt e s maßgebl ich d i e Qual ität dei nes Lebens, welcher d i eser beiden H i rn ­ teile ausgeprägter ist.

Die H i rn-Scans der erwachsenen Marshmallow-Kinder zeigten d ies deut­ lich : Im Jahr 2009 lud M ischei einen Teil der u rsprünglichen Teilnehmer des Marshmallow-Tests zu rück nach Stanford ein . Die Teilnehmer waren zu diesem Zeitpunkt ungefäh r M itte 40. Für diese Folgestudie tat sich Mischei m it Experten der Neurowissenschaft zusammen, um die Hirnaktivitäten der Testpersonen zu messen . Dabei wies der präfrontale Cortex derer, die dem Marshm allow widerste­ hen konnten, deutlich stärkere Aktivitäten auf als bei der Vergleichsgruppe. Bei d ieser war das ventrale Striatum - ein Teil des l imbischen Systems aktiver. Egal, wie es bei einem Hirn-Scan von dir aktuell aussehen würde, dein Gehirn kann sich verändern . Unser Gehirn befi ndet sich i n einem ständige n Veränderu ng s prozess: Neue Synapsen werden gebi ldet u nd alte, n icht mehr benötigte Sy­ napsen werden aufgelöst. Aus d i esem Grund ist es mög l i c h , den präf­ rontalen Cortex zu stärken u nd som it mehr Selbstdiszi p l i n zu erhal­ ten.

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Der wichtigste M us ke l fü r e i n e rfo l g re i ches Le ben U nser präfrontaler Cortex - u n d somit u nsere Selbstd isziplin - ist mit e i­ nem Muskel vergleichbar. Wie wächst ein Muskel und wird stärker? I ndem du ihn trainierst. Das Training fü r unsere Selbstd isziplin ist Ü be rwindung und Verzicht: •

Du gehst ins Fitnessstudio, obwohl d u keine Lust hast.



Du verzichtest auf ein Dessert.



D u setzt d ich hin u nd ziehst die Tätigkeit durch, d ie du d i r vorge­ nommen hast.



Du sprichst einen i nteressanten M enschen a n , obwohl du Angst hast.

J edes Mal, we n n du ü ber deine Grenze n gehst, jedes Mal, wenn d u Dinge tust, die d i r schwerfallen, jedes M a l , wen n d u d i ch gegen das kurzfristig Bequeme entscheidest, wird dein präfrontaler Cortex ge· fordert u n d stärker werden. Dad u rch wird deine Sel bstdiszi p l i n wach· sen.

Wahrschein lich würdest du j etzt a m liebsten deine Selbstdisziplin auf Knopfdruck verzehnfache n . Doch so läuft es leider nicht. Trainierst d u dei­ nen präfrontalen Cortex, brauchst du kurzfristig keine Wunder zu erwarten . Tust du jedoch regelmäßig die Di nge, auf die du ku rzfristig keine Lust hast, wirst du nach ein paar Monaten einen großen U nterschied zu h eute fest­ stellen . Es müssen keine großen Dinge sei n . Es genügt z. B . , regelmäßig „ .

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. . . die Treppen zu nehmen, wenn du sonst den Aufzug und d ie Rolltreppe bevorzugst.





. wirklich aufzustehen, sobald der Wecker klingelt, anstatt mehr­

m als die Sn ooze-Taste zu betätigen . •

. . . den I mpulsen deines Körpers nicht nachzugeben - z. B . n icht kratzen, obwohl es juckt .





. kalt zu dusch e n , auch wenn es n u r die letzten 30 Sekunden

sind . •

. . . Aufgaben , die du in wen iger als zwei Minuten erledigen kan nst (den Müll runterbringen, eine E-Mail beantworten , eine Rech nung abheften), sofort zu erledig e n , anstatt d iese aufzuschieben .

Regelmäßiger kleiner Verzicht und Ü berwindung sind ein gutes Training fü r größere Willenskraftanstrengungen, wie m it dem Rauchen aufzuhören oder regelm äßig Geld zu spare n . Was wäre also besser als ein täg liches Training? Es wird sich für dich loh n e n . Das ist d a s Schöne an d e r Sel bstdiszi p l i n : Trainierst d u die Willens­ kraft deines präfrontalen Cortex i n ei nem bestim mten Lebensbereich (z. B. i ndem d u regelmäßig ins Fitnessstudio gehst), steht dir d i e er­ höhte Wil lenskraft i n allen anderen Lebensbereichen ebenfal ls zur Verfü g u n g .

I n e inem Experiment2 wu rde Studenten aufgetragen, den Tag über i mmer wieder auf ei ne gerade Körperhaltung z u achten . Zum E nde hin hatten die Teilnehmer nicht n u r eine bessere Körperh altung, sie ernährten sich auch gesünder, trieben häufiger Sport, schliefen regelmäßiger und hatten in ihren Klausuren bessere N ote n . Jedoch kannst d u d iesen Muskel auch übertrain iere n , wie es m ir schon öfter passiert ist. Auf dieses Thema werde ich i n Kapitel 9 - „Die Schatten­ seiten der Selbstd isziplin" - genauer eingehe n .

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Wa ru m werd e n w i r h i n u n d wieder s chwach? D u hast i n d iesem Kapitel erfahren, wie Selbstd isziplin fu nktioniert, was d u für eine optimale Fun ktion d e r Willenskraft z u beachten hast und wie d u d iese verbessern kannst. Sofern d u dieses Wissen anwendest, ver­ spreche ich d i r, dass sich in deinem Leben sehr viel zum Positiven verändern wird.

Wirst du d ich deshalb trotzdem in 1 00 % der Fälle ü berwinden können, die Dinge zu tun, die dir langfristig guttu n bzw. auf Dinge zu verzichte n , die d i r langfristig schaden? Nein . Doch das ist okay. An d ieser Stelle m öchte ich noch einmal auf das Beispiel von Bill Cli nton vom Anfang dieses Kapitels eingehen: Bill Cl inton war d amals der m ächtigste Mann der Welt . Wir können uns sicher sei n , d ass er eine Menge an Willenskraft besaß, um in diese Positi­ on zu kom m en. Warum gelingt es einem solchen Mann n icht, d ie Finger bei sich zu lassen und begeht stattdessen eine solche Dummheit, die ihn beinahe seine Karriere gekostet h ätte? N atürlich weiß ich es n icht genau, aber ich kann dazu eine Verm utung anstellen, die nach dem h eutigen W issensstand der Forsch ung sehr plau­ sibel kli ngt: Der amerikanische Präsident ist n icht der B ü rgermeister eines kleinen Dorfs. Er m uss den ganzen Tag ü be r Entscheidungen treffen, die Mil lionen - ja, vielle icht sogar Millia rden M enschen beeinflussen . Hinzu kommt, dass es bei solchen Entscheidungen oft n icht n u r „ richtig" und ,,falsch " gibt. Dementsprechend kannst du d ir bestimmt vorstellen, dass es sehr viel Willenskraft kostet, solche Entscheidu ngen zu treffen .

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Au ßerdem ist es bei einem Politiker in einer solchen F u n ktion wah rschei n­ lich, d ass hi n und wieder die Energieaufnahme über die Ernährung zu kurz kommt. Vom Schlafmangel brauche ich erst gar nicht anzufangen, da d ie­ ser sowieso an der Tagesordnung ist. Wah rscheinlich steht der amerikan ische Präsident häufig unter Stress, was für die W i llenskraft auch n icht förderlich ist, da der Stress das limbische System aktiviert (mehr dazu in einem späteren Kapitel). Kom men all d iese Dinge zusammen und steht gleichzeitig die richtige Ver­ suchung parat, wird selbst der stärkste Wille schwach werd e n . Genau w i e du und i c h ist Bill C l i nton eben kei n bed ürfnisloser Dis­ ziplinroboter. Er ist nur ein Mensch und hat sei ne Bed ürfnisse. Es ist normal, ab und zu schwach zu werden u nd seinen Bed ü rfn issen nachzugeben.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass du dich immer freiwillig dazu ent­ scheidest, der Versuchung nachzugeben. Dies schauen wir uns im nächs­ ten Kapitel genauer a n .

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Res ü mee : •

U nsere Sel bstd isziplin ist m it einem g roßen G efä ß voll Wasser zu ver­ gleichen . J ed es Mal, wenn du dich überwin dest, verzichtest oder eine Entscheidung triffst, wird aus diesem Gefäß Wasser abgeschöpft. Je weniger Wasser in d iesem Gefäß vorhanden ist, umso höher ist die Wahrscheinlich keit, dass d u dich fü r den ku rzfristigen Kick entschei­ dest.



Deine Willenskraft wird im präfrontalen Cortex gesteuert. Dieser fu nkti­ oniert am effektivsten , wenn du dich regelmäßig und ausgewogen er­ nährst sowie auf genügend Schlaf achtest.



In u ns tobt ein ständiger Konflikt zwischen dem präfrontalen Cortex und dem lim bischen System . Während der präfrontale Cortex auf dei­ nen langfristigen Vorteil aus ist, will das lim bische System ständig dei­ ne kurzfristigen Bed ü rfn isse befriedigt haben . Der Gehirntei l , der aus­ geprägter ist, wird sich häufiger d u rchsetzen .



Willst du d isziplinierter werden? Dann handle diszipliniert! I m mer wenn du d i c h ü berwindest, eine Sache z u tun oder ei ner Versuchung zu wi­ derstehen, stärkst du deinen präfrontalen Cortex. Dad urch wird deine Sel bstdiszi plin mit der Zeit immer stärker.

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Kapitel 5

G l a u bst d u d i e Au s re d e n , d i e d u d i r sel bst e rzä h lst?

„ Wer wirklich etwas will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet A usreden. "

Deutsches Sprichwort

Als Mensch bist du m it ei nem freien Willen gesegnet. Ega l ,

wie

müde

d u bist, egal , w i e h u ngrig d u b ist, d u hast trotzdem i m mer d i e freie Wah l , was d u als Nächstes tust. D ies zu verstehen, ist m i t das Wich ­ ti gste, was ich d i r m itgeben möchte.

Keiner zwingt dich dazu , . . . •



. im Restau rant den fettigen B u rger mit Pom mes zu bestellen, an­

statt des gesunden Salats. •

. . . auf der bequemen Couch liegen zu bleibe n , anstatt ins Fitness­ studio zu gehen .



. . die beru h igende Zigarette anzuzü nden, obwohl deine Lebens­ .

erwartung dadurch im Schn itt um 9,4 Jahre sin kt.1.Q. •

. . . die Aufgabe, die dich näher an deine Ziele bringt, auf „morgen" zu versch iebe n .





. das unmoralische Angebot deiner Praktikantin anzu nehmen .

Es ist immer deine Entscheidung! Gibst d u der Versuchung des kurzfristi­ gen Vergn ügens nach, entscheidest du dich aus freien Stücken dafür. Das u rzfristige Vergnügen ist di r in d iesem Moment einfach wichtiger . . . �s ist gut und sinnvoll, sich h i n und wieder etwas zu gön nen. Solange es iließen des Schlosses h atte ich anschließend immer das Ö l a n den Hände . . 1i der Zeit ging m i r d a s a u f die Nerven u n d ich beschloss, die Gewoh r eit z u ändern , wie ich zukü nftig mein Fahrrad abschließen würde. 1 10

Wie ich das Fah rrad ab sofort abschließen wollte - sodass das Schloss nicht mehr m it der Kette i n Kontakt kam - fand ich schnell heraus. Jedoch gestaltete sich die U mstellung schwieriger als gedacht: An den Tagen, an denen ich wirklich bei der Sache war, schloss ich das Fahrrad auf die neue Art ab. Meist war dies jedoch nicht der Fall und ich lief auf Autopilot, sodass ich das Rad wie früher abschloss und das Schloss wieder m it der öligen Kette in Kontakt kam . Fiel m i r d ies im Nach hinein auf, u nd ich war noch nicht zu weit von mei­ nem Fah rrad entfernt, bin ich wieder zu meinem Rad zurückgegangen und habe das Schloss an der gewünschten Position angebracht. So wurde die alte Gewohnheit nach und n ach d u rch die Neue ersetzt, die i nzwischen automatisch abläuft. Dieses Beispiel mag sich vielleicht banal lese n . Doch trotzdem habe ich beim Ändern d ieser Gewohnheit viel ü ber Gewohnheiten gelernt. Nachdem d u ein paar neue, kleine positive Gewohnheiten in dein Leben integriert hast, empfehle ich dir, dir eine kleine Gewoh nheit auszusuchen , die du regelmäßig ausü bst u n d ändern möchtest. Du wirst erstaunt sei n , was passieren wird .

2 T i p ps fü r e i n e n bessere n U m g a n g m it Gewo h n h e iten U m Gewohnheiten einfacher z u entwickeln bzw. ändern z u können , emp­ fehle ich dir zwei Dinge: 1 . Konzentriere d i c h auf E I N E Gewo h n heit!

Wie du ja vielleicht noch weißt, sind unsere Willenskraft und u nsere Res­ sourcen begrenzt. Willst du zu viel auf einmal, wird mit hoher Wahrschein­ lichkeit alles beim Alten bleiben . 111

Sin nvol ler ist es, sich auf eine Gewohn heit zu konzentrieren und d iese fü r 30 Tage in den Fokus zu nehmen . I n d iesen ersten 30 Tagen übst du die Gewohnheit i m I dealfall täglich aus. Ansch ließend kannst du dich fragen , was d i r die Gewohnheit gebracht hat und ob du sie in deinem Leben bei­ behalten m öchtest. Handelt es sich um eine kleine Gewohn heit, ist die wirklich kritische Phase m eist nach d iesen 30 Tagen überwu n den u nd die Gewohnheit ist gefestigt genug. Entsch eidest du d ich dafür, dieser Gewohnheit weiter nachzuge­ hen, wird es d ich kaum noch Energie kosten . Egal wie du d ich auch ent­ scheidest, du kannst d ich der nächsten Gewohnheit widmen . Frag dich immer wieder, welche Gewohnheit aktuell fü r d ich a m wichtigs­ ten ist und konzentriere d ich die nächsten 30 Tage darauf. Des Weiteren empfehle ich dir, klein anzufangen, damit du erst mal ein Gefühl fü r Ge­ wohn heiten bekommst.

2 . Kontro l l ie re d ic h , ob du deine Gewo h n heiten a usfü h rst!

Warum es so wichtig ist, sich selbst zu kontroll ieren , wurde bereits im Ver­ lauf des Buches ein paar Mal erörtert (Kapitel 7, Tipp 6: Kontrolliere d ich). Ich empfehle d i r, objektiv zu kontrollieren , in welcher Regelmäßigkeit du deinen Gewohnheiten nachgehst. Das kannst du klassisch m it Zettel und Stift machen . Am einfachsten fu nk­ tioniert es woh l m it einer Smartphone-App. Für mein i Phone verwende ich die App „Way of Life", m it der ich sehr zufrieden b i n , jedoch wird es fü r d iese Zwecke mit Sicherheit auch andere Alternativen geben . Sei nicht zu geizig , fü r eine vernünftige App ein paar E u ros mehr auszuge­ ben . Ziehst d u es wirklich du rch, ist d ies gut investiertes Geld . „Way of Life" ist fü r bis zu d rei Gewohnheiten kosten los n utzbar. Die Vollversion m it unbegrenzten Gewohn heiten - kostet im App S ore von Apple aktuell 5,49 € bzw. 4,99 € fü r Android .

1 12

In solche Apps gibst d u ein, welche Gewohnheiten d u überprüfen lassen m öchtest und hakst diese n ach erfolgreicher Durchfü h rung ab. In meiner App werden außerdem Ketten gebildet, was zusätzlich m otivierend ist. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich an d ie Ausübung von Gewohnheiten erinn ern zu lassen und sich verschiedene Auswertu ngen anzeigen zu las­ sen . N utzt d u eine solche App und fü h rst diese konseq uent, ist es n icht mehr möglich, dich sel bst zu belügen .

Sei ke i n S kl ave d e i n e r Gewo h n h e i te n ! So positiv meine Gewoh n heiten fü r mich auch sein möge n , ich m uss i h nen nicht zwang haft nachgehen. Ich habe die Macht über meine Gewohnheiten und nicht u m gekehrt. '"' ::: e s:e - :;

Meine mir wohl wichtigste Gewohn heit ist es, jeden Tag

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3 0 M i n uten z u schrei ben . Trotzdem lasse ich das Sch reibe

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Tagen bewusst ausfallen - wenn auch ungern . Als ich d ieses Buch schrieb arbeitete ich nebenher an Z\\ ei b

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in der Woche al s freier Dozent. Meist hatte ich dabei spätes ens ract°'

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Tagen am Stück eine Pause, es kon nte jedoch auch mal vorkommen, dass ich eine Woche lang du rchgehend Aufträge hatte . Die Arbeit m achte m i r zwar Spaß, doch ist es unglaublich anstrengend , fünf bis sieben Stunden lang zu reden und den Teilneh m ern etwas beizu­ bringen. Wenn dann die Aufträge auch noch u m 8 Uhr m orgens anfingen, m usste ich zwischen 5 U h r u n d 5:30 Uhr aufstehen, um genug Zeit zu habe n , meine komplette Morgenroutine du rchzuziehen. Diese enthält unter anderem Meditation, lesen und eine Schreibeinheit. Ein bis zwei Tage am Stück ist dies mögl ich . Da mich die Dozententätigkeit allerdings u nglaublich viel Energie kostete, auch nicht viel länger. Hatte ich Aufträge über mehrere Tage am Stück, war ich sehr achtsam mir und mei­ ner Energie gegen über. Bemerkte ich , dass ich nur noch wenig Energie h atte, ließ ich das Schreiben sein und sch l ief dafü r lieber etwas länger. 1 13

Wäre ich trotzdem so früh aufgestanden und h ätte geschriebe n , dann hätte ich mir dadurch mehr geschadet als es genutzt h ätte . Dasselbe gilt beispielsweise, falls ich mal U rlaub machen oder nach mei­ ner Gebu rtstagsparty bzw. am 1 . Januar verkatert aufwachen sollte. An solchen Tagen entscheide ich m ich bewusst dafü r, das Schreiben ausfal­ len zu lassen . Wichtig ist dabei, eh rlich zu sich sel bst zu sein u n d zwischen Ausre· den und wirklichen Grü n den u nterscheiden zu kön nen. Es ist etwas anderes, ob du n icht zum Sport gehst, weil du dich vor Muskelkater kaum bewegen kan nst oder nur „etwas müde" bist. Es geht n icht daru m , jeden Tag zwanghaft seinen Gewohnheiten nachzu­ gehen oder sie zu vermeiden . Ü bst du deine positiven Gewohnh eiten 90 % der Tage aus und vermeidest deine negativen Gewohnheiten ebenfalls 90 % der Tage, bist d u auf einem g uten Weg . Egal, was d u für Gewohn heiten hast, lasse n icht zu, dass sie die Macht über dich haben. Habe DU die Macht ü ber deine Gewohnhei· ten !

1 14

Res ü m e e : •

Dein Leben ist die Summe deiner Gewohnheiten . Es ist möglich , neue Gewohnheiten zu entwickeln oder alte Gewohnheiten zu ändern . Da deine Selbstdisziplin begrenzt ist, ist es sinnvoll, d iese d a rauf zu ver­ wenden, positive Gewoh n heiten zu entwickeln bzw. negative Gewohn­ heiten zu ändern .



Eine neue Gewohnheit zu entwickeln dauert zwischen 1 8 und 254 Tagen, es kommt auf die Gewohnheit u nd auf dich als Person an. Dabei läuft es i n den ersten Tagen meist wie von selbst. Doch sobald die Anfangsmotivation verflogen ist, m üssen wir uns oft zu der Tä ig­ keit überwinden. Hier kommt die Selbstd isziplin ins Spiel .



U m eine Gewohnheit zu ändern, m usst du d i r ihrer erst einmal be

ss

sein . Nachdem du diese erkannt hast, brauchst du jedoch nicht zu er­ warten , die Gewohnheit von heute a uf morgen ändern zu können. Des Weiteren ist es n icht sch l i m m , zurück in alte Muster zu fal len . W ichtig ist n ur, d ass es di r a uffällt. I rgendwann wirst du in der Lage sein, das alte Muster zu d u rchbrechen . •

Beschäftigst du dich das erste Mal m it Gewohnheiten, empfehle ich d i r, zuerst zwei bis d rei kleine Gewohn heiten zu entwickeln , bevor du da­ m it anfängst, eine g roße Gewohnheit zu ändern . Je mehr Erfahrung d u im Um gang mit Gewohnheiten h ast, desto leichter wird e s d i r fallen, diese zu entwickeln u n d zu ändern .

1 15

Kapitel 9

D ie g efä h rl i c h e n Sch atte nse ite n d e r S e l bstd isz i p l i n



Vermeidet die Extreme. Gebt euch weder hemmungslosem Genuss noch

der Selbstqual hin. Nur der mittlere Weg führt zur Heilung, zur Ruhe, zum Überblick, zum Erwachen. "

Buddha (Begründer des Buddhismus)

Wie du in einem vorherigen Kapitel gelernt h ast, ist unsere Willenskraft mit einem Muskel zu verg leichen . Genauso wie d u einen Muskel übertrai nie­ ren kannst, ist es auch mit unserem Willenskraft-Muskel . Früher strich ich „ u n prod u ktive" Dinge, die m i r sehr viel Spaß machten, na hezu komplett aus mein Leben . I ch sah keinen Sinn dari n , warum ich meine kostbare Zeit m it Serien, Computerspielen oder diversen Freizeitak­ tivitäten m it meinen F reunden „verschwenden" sollte. In dieser Zeit kon nte ich doch auch an meinen Zielen arbeiten oder ein sin nvolles Buch - nach dem Motto: „Wie werde ich erfolgreich?" - lesen . Die Folge davon war jedoch n icht, dass ich produ ktiver war und m ich erfüll­ ter fü hlte . Die Folge war, dass ich m ich unglückl ich und erschöpft fü hlte. Außerdem stand ich unter Dauerstrom, sodass ich nachts nicht mehr ver­ n ü nftig sch lafen konnte. Zu viel Sel bstdisziplin lässt u nser Leben g e n a u s o u nerfü llt erschei· nen wie zu wenig . Im sch lim msten F al l fü h rt Selbstdisziplin zur Sel bstqual und zu einem freudlosen Dase i n . Deme ntsprechend ist Sel bstd iszipl i n e i n zweischneidiges Schwert: Auf d e r e i n e n Seite hat 1 16

mich meine Diszip l i n dorth i n gebracht, wo ich heute stehe, auf der anderen Seite schon mehrmals an den Rand eines Burnouts. Aus d iesem G rund ist es wichtig , seine kurzfristigen Bedürfnisse nicht kom plett zu vernachlässigen . Beim Sport wachsen die M uskeln nicht direkt beim Training, sie wachsen in den Ru hephase n . Sorge für ausreichend Ruhe und tue Dinge, die dir Spaß m achen und die dir einen Ausgleich bieten. Ig norierst du deine ku rzfristigen Bedü rfn isse komplett, wird dich das mittelfristig nur unglücklich machen . Gönne dir etwas und belohne dich! Achte jedoch d arauf, dass Aufwand und Beloh nung im Gleichgewicht sind . Es bringt nichts, d ich für 1 5 Minuten Sport mit zwei Stücken Schoko­ Sahne-Torte zu belohnen „ .

D u l e bst i m m e r n oc h i n d e r Gege nwart Selbstdiszipli n hat immer etwas mit gegenwärtigem Verzicht u nd ei­ ner zukünftigen Belohn u ng zu tun. Ich wei ß sel bst, dass es u n g l a u b

­

l ich erfü l lend sein kan n , an seiner Zukunft zu arbeite n . Doch d u lebst immer noch in der Gegenwart. Die Zukunft ist ein g roßes Fragezei· chen. Die Chance ist zwar hoch, doch n iemand kan n dir garantieren, dass d u morgen überh au pt n o ch am Leben bist. Aus diesem G rund empfehle ich dir, ein ausgewogenes Leben zu füh ren und darauf zu achten , dass dauerhaft eine Balance zwischen deinen ein­ zelnen Lebensbereichen gegeben ist. Auch deine kurzfristigen Bedü rfnisse sollten n icht zu kurz kommen, da diese das Leben doch erst lebenswert machen und uns bei Laune h alten. Bei Laune zu bleiben ist wichtig, denn Erfolg ist nie ein Sprint, sondern immer ein Marathon. Es bringt d i r nichts, am Anfang direkt auszubrennen . Teile d i r deshalb deine Kräfte ein und zwinge dich notfalls zu Pausen ironischerweise sind wir h ier schon wieder bei der Selbstdisziplin „ .

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Sel bstd isziplin wird gerne m it dem g roßen Glück in der Zuku nft verbunden, was dazu füh rt, dass wir unser Glück in die Zukunft verschieben u nd es dort suchen. Doch Gl ück kann immer n u r in der Gegenwart existiere n . Viele Menschen wissen d a s n icht u nd stecken in d e r Wenn-Dann-Falle fest:

D i e We n n -Dan n -Fa l l e Steckst d u i n der Wenn-Dann-Falle, gehst d u davon aus, dass, wenn du e in e bestimme Sache h ast, du dann end lich glücklich bist. „ Wenn ich X habe, dann bin ich glücklich!"

Für X kannst du alles einsetzen : •

G el d im Ü berfluss



Einen tollen Partner, der zu d ir passt



Einen erfüllenden J ob



Eine größere Wohnung



Einen süßen H u n d



Das neue i Phone

Sobald wir diese Sache besitzen, bemerken wir jedoch schnell, dass wir uns nicht g lücklicher fü hlen . Daraufh in wird sofort die nächste Sache anvi­ siert, denn d iese wird u ns bestimmt glücklich machen - die Werbung ver­ spricht es schließlich . . . Und so strengen wir uns noch mehr an, u m nach dem Erreichen unserer Ziele doch wieder ernüchtert zu sein. Es ist n i cht falsch , ambitioniert zu sein u nd Ziele zu haben, die u ns wirklich etwas bedeuten . Geh al lerd in g s nicht davon aus, dass dich das Erreichen deiner Ziele u n bedingt g l ücklicher macht. Vielmehr g ilt es, den Weg dorth i n zu genießen . Denn d iese spannende Zeit wirst d u kei n zweites Mal erleben. 1 18

Vor einigen J ahren war es mein größtes P roblem, dass ich keinen Erfolg bei Frauen hatte. U n d so ging ich davon aus, dass wenn ich erst mal eine tolle Freundin hätte, ich dann glücklich sein würde. Einen besseren Umgang mit F rauen erlernte ich zwar nach und nach , di e gewünschten Erfolge blieben jed och aus. Da s machte m i ch ziemlich un­ glücklich, obwohl ich rückwirkend betrachtet ein tolles Leben füh rte. N ach ein igen Jahren war es dann soweit und ich kam mit einer wundervol­ len Frau zusammen. War ich glücklich? Sicherlich , da eine erfüllende Be­ ziehung etwas Tolles ist. Jedoch verspürte ich ebenfalls eine Art Reue: Als ich beschloss, erfolgreicher beim anderen Geschlecht zu werden, begann eine u ng laublich i ntensive, schöne und l eh rreiche Zeit. Wei l ich jedoch viel z u sehr auf meine Probleme fixiert war bzw. auf das, was m i r in meinem Leben feh lte, kon nte ich d iese Zeit kaum ge n ie­ ßen. I ch würde sehr viel dafür geben, u m beispielsweise die l u stigen Aoe--de m it meinen Freunden n och einmal zu erleben , an denen wir in D isko e e� u nterwegs ware n . An vielen d ieser Abende h atte ich jedoch schlec :e Laune, weil meine dort e rzielten „Erfolge" n icht m it meiner Erwartu ngshal­ tung ü bereingestimmt habe n . Ich war viel zu sehr auf das E rreichen mei­ nes Ziels fixiert, anstatt den a ufregenden Weg dorth in zu genieße n . Es ist leider nicht möglich, diese Zeit noch einmal z u erleben , doch kann ich daraus fü r die Zuku nft lernen: Ich kann damit aufhören, mein Glück i n der Zuku nft zu suchen und stattdessen d ie gegenwärtige Zeit bewusst mehr zu genießen, da d ie­ se niemals wiederkommen wird. Au ßerdem fokussiere ich m ich i nzwischen mehr auf die Dinge, die ich schon habe und die i n meinem Leben g ut laufen. Dan kbarkeit ist h ierbei d as Stichwort.

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Wie D a n kbarke it d e i n Le ben ve rä n d e rn wi rd Wir bemerken oft gar n icht, wie gut es u ns eigentlich geht. Wohnst d u im deutschsprach igen Ra u m , lebst du in einem der sichersten und reich sten Länder der Welt. Selbst wenn du Hartz IV bekommen solltest, steht dir mehr zur Verfügung als einem Großteil der Weltbevöl keru ng. Laut der Bed ürfnishierarchie von Abraham Maslow sind all unsere Man­ gelbed ü rfn isse befriedigt: •

ü berleben



Sicherheit



Nahrung



Kleid ung



Ein Dach über dem Kopf

Ü ber all d iese D i nge und n och mehr brauchst du dir im deutschsprachigen Raum keine Sorgen zu m achen . Wir haben alles, was wir zum Leben brauchen und es liegt an u n s , das Beste daraus zu machen. Wie gut es uns geht, bemerken wir jedoch oft n icht, weil u nser Fokus auf unseren Problemen liegt: •

U n sere gut bezahlte Arbeit erfüllt u n s n icht.



Wir haben 5 kg Ü bergewicht und dadurch nicht die Strandfigur, die wir gerne hätte n .



Wir sind Single und wünschen uns einen tollen Partner.



Der Smartphone-Akk u , der zwei Mal am Tag geladen werden m uss.



Der halblegale Fußballstream , der immer wieder abstürzt.



Der TV-Recorder nimmt u n sere Lieblingsserie n icht auf.

Da es mir schon oft aufgefallen ist, wie ich mir von E rste-Welt-Problemen wie d iesen den Tag habe vermiesen lassen , will ich mich hierbei n icht aus­ nehmen. Es ist jedoch m öglich, seinen Fokus zu änd ern : Weg von dem , 1 20

was dir fehlt, h i n zu dem, was du bereits hast u nd was in deinem Leben gut läuft. Al lgemein spielt es für dein Leben eine ungla u blich große Rolle, worauf d u d ich konzentrierst. Dies wissenschaftlich z u erklären , wü rde jedoch den Rahmen d ieses Buchs sprengen. Für den Moment genügt es zu wissen, dass deinem Gehirn n icht ge­ n ü gend Kapazitäten zur Verfüg u n g stehen, um die gesamten Reize zu verarbeiten, d ie jede Sekunde auf dich e i n prasse l n . Die Quote der Reize, die wahrgenommen und bewusst verarbeitet werden können, l iegt nahezu bei 0 %! Dein Gehirn muss entscheiden, welche Reize wichtig für d ich und dein Ü berleben sin d , sodass diese verarbeitet werden können .f1 Das Schöne ist, dass du m itbestimmen kan nst, welche Reize verar­ beitet werden. Konzentrierst du d ich auf eine Sache, geht dein Gehirn davon aus, dass es wichtig ist und d u wirst d iese Sache in deinem Leben immer häufiger wahrnehmen. Angenommen , du würdest beschließen, d i r einen rosafa rbenen VW Polo zu kaufen . Plötzlich wü rdest du auf allen Stra ßen nur noch rosa VW Polos herumfahren sehen . W i e ist d as m öglich? Hat sich die Anza h l der auf der Straße fah renden rosa VW Polos ü ber Nacht geändert? Nein, deine Wahrnehmung hat sich geändert! Die rosa VW Polos fu h ren vorher schon auf den Straßen . Sie sind dir vor­ her n u r nicht aufgefallen. Hier zwei weitere Beispiele aus meinem Leben:

121

1.

Ich habe ca . acht Jahre in der Finanzd ienstleistung gearbeitet und i c h sah in dieser Zeit ü berall n u r noch Banken und Versicherun­ gen.

2.

Ich wollte mi r sowohl einen Ü bergangs- als auch einen Winterman­ tel kaufen und hatte von beiden sehr spezielle Vorstellungen. Aus d iesem Grund fielen mir ü berall Menschen mit solchen Mänteln auf, leider fand ich diese nur n icht in den Geschäften . . .

ü berlege einen Moment, ob dir d iesbezüg lich vielleicht auch ein paar Bei­ spiele aus deinem Leben einfalle n . Als ich m i r d e r Macht d e s Fokus bewusst wurde, h i nterfragte i c h mich: Worauf will ich mich konzentrieren? Auf das, was mir in meinem Leben noch fehlt? Oder auf das, was ich h abe und was bereits g ut läuft? Du hast ebenfal ls die Wa h l , worauf du dei nen Fokus legen willst. Dei­ ne Wahl wird massive Auswirku ngen darauf haben, wie dein zukü nf­ tiges Leben ablaufen wird u n d wieviel G lück du dabei empfinden wirst. Um deinen Fokus zu ändern , kauf dir ein kleines Notizbuch und schreibe jeden Morgen - direkt nach dem Aufstehen - jeweils fü nf Dinge auf, fü r die d u dankbar bist und waru m . D ies kann dein g uter Schlaf in d e r vorherigen Nacht sein, dass du genü­ gend zu essen hast, deine E ltern oder auch im N ormalfall kaum wahrge­ nommene Dinge wie Strom oder Tri n kwasser aus der Leitung . Dasselbe kannst d u vor dem Sch lafengehen tun, indem du die fünf schönsten Erlebnisse deines Tages aufschreibst. Diese zwei kleinen Übungen - fü r d ie du zusammen viel leicht fü nf Minuten benötigst - werden dafür sorgen , dass sich deine Wah rnehmung änd ern wird . Ku rzfristig m agst du vielleicht keine Auswirkungen bemerken . Doch i n einem J ahr wird sich deine Wahrnehmung u n d somi· dein Leben deutlich verändert haben. 1 22

Dankbarkeit u nd der Fokus auf das Positive werden dir dabei helfen, die Zeit trotzdem genießen zu kön nen - auch wenn es mal n icht so läuft, wie d u es dir vorstellst. Bevor es jetzt g leich in den zweiten Teil dieses Buchs geht, l iegt m i r noch eine Sache am Herze n :

Sei g ut zu d i r! So d iszipliniert du auch b ist, es wird di r trotzd em nicht immer gelingen , deine ganzen Vorsätze i n die Tat umzusetzen . So wird : •

i m Restaurant d ie Pizza dem Salat vorgezogen,



das Training geschwä nzt oder



wieder zur Zigarette gegriffen,

obwohl d u es dir so fest vorgenommen hast. Am Anfang ist es mir selbst u nzählige Male n icht gel u ngen , meine Vo rha­ ben in die Tat umzusetzen und sogar heute gelingt mir etwas hin und wie­ der nicht. Früher fi ngen daraufhin die negativen Gespräche in meinem Kopf an, in denen ich mich selbst runtermachte: •

„Schon wieder gescheitert. Aus dir wird nie etwas werden!"



„Du bist so ein erbärmlicher Versager!"



„Du kannst nichts und du wirst es nie zu etwas bringen!"

Diese Beispiele sind ü brigens noch mild . . . Nachdem sie mit i h ren Vorhaben gescheitert sind, begi n nen viele Leute dam it, sich selbst runterzumachen. Doch das bringt dir n ichts, also hör auf damit! Verurteile d ich nicht dafü r, wenn du es n icht geschafft hast. Frag dich lie­ ber, was in einem solchen Fall dein bester Freund zu dir sagen würde. 1 23

Angenommen, dein bester F reund würde so mit d i r reden , wie d u m it dir sprichst, wäre er da n n n och dein bester F reu nd? H öchstwahrscheinlich n icht. Also: Rede du selbst a uch n icht so m it di r! Sei gut zu dir! N utze d ie Zeit l ieber produ ktiv u n d frag dich , warum du mit deinen Vorha­ ben gescheitert bist und vor allem, wie du es das nächste Mal besser ma­ chen kannst. Bezüglich der n egativen Selbstgespräche rate i c h dir zur Achtsam­ keit. Wichtig ist, dass dir d iese i n nere Sti mme auffällt. Denn nur so kan nst du sie verä ndern. Sobald dir d ie negativen Selbstgespräche auffallen, habe ich zwei Tipps fü r dich: 1 . Sieze dich, statt d ich zu duze n !

Das Wort „ Sie " schafft Distanz. Entscheide dich a b sofort, dich von deinem inneren Kritiker n u r noch siezen zu lassen: „Sie Herr/Frau XY können gar nichts!"

Kom binierst d u es mit dem zweiten Tipp, kann es sehr lustig wer­ den: 2. Veränder d ie Sti mme!

Die Stimme dei nes inneren Kritikers u nterliegt deiner M acht. Wie wäre es damit, diese zu verändern? Fällt dir das nächste Mal auf, dass du d ich selbst kritisierst, verän­ der die Stimme! Du kannst beispielsweise d ie tollpatschige Stimme von Donald D uck im itieren oder du gibst der Stimme einen eroti­ schen U nterton . Diese Sache ist wirklich wichtig zu verstehen: D u g ibst immer dein Bestes u nd d u hast immer dein Bestes getan.

1 24

Mache d ir einen besseren U mgang m it d ir sel bst zur Gewo h n heit. Egal wie d u aktuell von dir denken magst : Du b ist g ut g enug . Viel­ leicht wei ßt du es n u r noch n icht.

Res ü mee : •

Zuviel Selbstd isziplin lässt dein Leben genauso unerfü llt e rscheinen wie zu wenig . Aus diesem Grund ist es wichtig , dass du deine ku rzfris­ tigen Bedürfnisse n icht komplett vernachlässigst. Sorge für einen Aus­ gleich , gönne dir ausreichend Ruhe und tu Dinge, die dir Spaß ma­ che n . Denk dara n : Erfolg ist nie ein Sprint, sondern immer ein Mara­ thon . D u wirst es n icht bis zum Ziel schaffen , wenn du m it deiner E e'­ gie nicht haushältst.



Sel bstd isziplin hat immer etwas m it einem gegenwärtigen Verzicht und einem zukünftigen Vorteil zu tun. Viele Leute denken, dass sie glück­ lich sind, sobald sie i h re Ziele erreicht h aben und stecken in der Wen n ­ Dann-Falle. Doch Glück kann i m mer n u r in der Gegenwart existieren . Konzentriere d ich auf das, was du in deinem Leben bereits hast und auf d as, was g u t läuft.



Egal, wie d iszipliniert du bist, es wird dir trotzdem nicht immer gelin­ gen, deine Vorsätze i n die Tat umzusetzen. Das Schlimmste , was du anschließend tun kannst, ist, dich selbst dafü r zu verurteilen. Dies bringt d ich keinen Sch ritt weiter und schadet dir nur. Frag dich lieber, warum du gescheitert bist u n d wie du es das nächste Mal besser ma­ chen kannst.

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Teil I I : Mehr Erfolg im Leben - durch Selbstdisziplin



Wenn Sie nur dazu bereit sind, das zu tun, was leicht ist, dann wird das Leben schwer sein. Doch wenn Sie dazu bereit sind, das zu tun, was schwer ist, dann wird das Leben leicht sein. "

T. Harv Eker (amerikanischer Erfolgstra iner)

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Kapitel 1

J e d e r ka n n e rfo l g re i c h sei n !

„Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet. " Thomas Alva Ed ison (amerikanischer Erfinder und Unterneh mer)

Erfolg ist kein Zufall! Ega l , welchen Erfolg du auch anstrebst, h inter jedem Erfolg liegen diesel­ ben Grundprinzipien verborgen . N immst du dir die Zeit u n d vergleichst das Leben von e rfolgreichen Men­ schen, werden dir eine Menge Gemeinsamkeiten auffallen. U nter anderem wirst d u bemerken , dass Erfolg keine Frage der I ntelligenz oder des Bil­ d u ngsabschlusses ist. Viele erfolgreiche Menschen haben n ie studiert bzw. ihr Studium abgebrochen . J eder, der wirklich erfolgreich sein wi ll, wird auch erfolgreich sei n . Wie dir das gelingt, erfäh rst du i n diesem Kapitel .

Was bede utet „ Erfolg " fü r d i c h ? Bei dem Wort „Erfolg" handelt es sich u m ein un bestimmtes Hauptwort. Das bedeutet, dass dieses Wort n icht klar definiert ist. Dementsprechend versteht jeder Mensch u nter dem Wort „Erfolg" etwas anderes. W ü rdest du dir die M ü he machen und auf der Straße 1 00 Personen fragen, was sie u nter „Erfolg" verstehen, würdest du verm utlich 1 00 verschiedene Antwor­ ten bekommen. 1 28

Wie sieht es mit dir a us? Wie defin ierst du „Erfolg" fü r dich? Nehmen wir an, d u h ättest einen Zauberstab u nd könntest dir dein ideales Leben zau bern . Wie würde dieses Leben aussehen? •

Was würdest du beruflich machen ? Wie wü rdest d u dein Geld verdienen?



Wie sähe deine fam iliäre Situation aus?



Wo würdest d u leben u n d mit wem ?



Mit welchen M en schen würdest du dich umgeben?



Welche Dinge wü rdest d u besitzen wollen?



Welchen Aktivitäten würdest du in deiner Freizeit nachgehen?



Wie wäre dein Fitness- u nd Gesundheitszustand?

N i m m d i r am besten di rekt einen Stift, Zettel u n d eine Stu nde Zeit, um dein ideales Leben so detailliert wie möglich aufzuschreiben . Es lohnt sich, einiges an Zeit i n d iese Aufgabe zu i nvestiere n , denn je genauer deine Vorste l l u n g von deinem idealen Leben u nd je g rößer dein emotionaler Bezug dazu ist, desto höher ist die Chance, dass du dieses Leben i rgendwann fü hren wirst. Sobald du d i r bewusst bist , wo du wirklich hin möchtest, kannst du direkt damit beginnen, die ersten Sch ritte in Richtung deiner Träume zu gehen . I ch lege meine Hand dafür ins Feuer, dass d u zu mindest die ersten Schrit­ te zur Verwirklichung deiner Träume genau kennen wirst. Die meisten M enschen haben zu mindest eine g robe Vorstellung davon , wo sie h inwolle n . Was hält sie davon ab, die ersten Schritte zu gehen? Sie glauben ihre Liebli n gsausreden und leiden an mangelnder Selbstdiszi p l i n .

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Ü b e rn i m m d i e vo l l e Ve ra ntwortu n g fü r d e i n Lebe n ! „Jeder ist seines Glückes Schmied!"

Viele kennen es, dieses alte Sprichwort. Selbst wenn es manche Leute n icht glauben wollen, ist an diesem Sprichwort viel Wahres dra n . Läuft e s bei dir in einem bestim mten Lebensbereich nicht s o , wie du e s d i r vorstellst, ist die Chance hoch , dass du fü r d iesen Lebensbereich nicht die volle Verantwortung ü berni mmst. Dies hat oft etwas mit unserer E rziehung zu tun: Werden wir geboren, sind wir voll kommen hilflos . Alle uns betreffenden Entscheidu ngen werden von u nseren Erziehu ngsberechtigten getroffen . Sie entscheiden u . a .

„ .



. .



.



. . . in welche Schule wir g ehen .

. welche Kleidung wir trage n ,

. . welches Essen wir bekommen oder

Als Kinder sind wir darauf angewiesen , dass die uns nahestehenden Per­ sonen für uns die Verantwortung ü bernehmen und all unsere Bedürfnisse erfüllen. Es g ilt: „Eltern haften für ihre Kinder". I n diesem frühen Alter werden wir darauf programmiert, dass jemand anderes fü r u ns und unser Leben verantwortlich ist. U n bewusst ge­ hen viele Erwachsene noch immer davon aus. Läuft etwas n icht so, wie sie es sich vorstellen, fangen sie an zu jammern u n d m achen andere Leute und U mstände fü r ihre gegenwärtige Situation verantwortlich :

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I h re Erziehu n g ist schuld. dass aus ihnen „n ichts geworden ist" .



Der Partner ist schuld, dass sie n icht g lücklich sind .



Der Chef ist schuld, dass sie nicht genügend Geld verdienen .



Die Lebensmittelindustrie ist schuld, dass sie 20 kg Übergewicht habe n .



Die Gesellschaft ist sch u l d, dass sie u nzufrieden mit ihrem Leben sind.

Dies bringt d ich keinen Schritt weiter und d u begibst dich dadurch n u r in eine Opferrolle, die jedoch sehr bequem ist: Ein Opfer geht nicht davon aus, d ass es in seiner Macht liegt, seine Situation zu verändern . Aus die­ sem Grund wird ein Opfer keine Unannehmlich keiten auf sich nehmen und versuchen, seine Situation zu verändern . Ohne Aktion kommt es außer­ dem zu keinen Rückschlägen, die bewältigt werden müssen . Doch d ies ist ein Trugschluss: Du sel bst u nd n i e m a n d a nderes ist d afü r ve ra ntwort l i c h , d ass s i c h dei n e Ziele, Wü nsche, Trä u m e o d e r wie a u c h i m m e r d u e s n e n n e n möchtest, erfü llen we rd e n !

Solange du nicht die vo lle Verantwortung fü r d e i n Leben ü bern immst, wirst du mental immer e i n Kind bleiben. Also hör auf zu jammern und dich zu beschweren u n d übern imm ab sofort Verantwortung für dein Leben ! Was e s bedeutet, Verantwortu ng fü r sein Leben z u ü bernehmen, möchte ich d i r anhand eines Beispiels zeigen: Die folgende Geschichte ereignete sich in einer Diskothek. Kurz vor d rei U h r fielen mir zwei attraktive Blondinen auf, die etwas gelangweilt an der Bar saßen . Ich erkannte m eine Chance, wollte sie n utzten . zu den beiden h ingehen und „Hallo " sagen . Auch ein g uter Freund ha e aie Situation erkannt und meinte zu m ir: „Komm, wir gehen da jetzt hin!" 131

Doch ich zögerte. Wir standen ca. d rei Meter entfernt und dabei gingen mir folgende Gedanken d u rch den Kopf: •

„Die beiden haben bestimmt einen Freund . . .



„Die wollen sicherlich nicht angesprochen werden . . .



„ Wenn ich da jetzt hingehe, bekomme ich einen Korb und sie la­ chen mich aus . . .

"

"

"

So zog sich das Ganze mehrere M i n uten lang h i n . Als ich m a l wieder z u d e n beiden Blondinen herüberschaute, s a h ich , dass d iese inzwischen von einem anderen Mann - der sicher nicht zu den bei­ den gehörte - angesproch en wurden . Die drei hatten anscheinend auch viel Spa ß . Enttäuscht und wütend a u f m ich selbst, begann ich , d e n M a n n z u mustern : Er war klei n, dick und hatte eine Glatze - rei n optisch das genaue Gegen­ teil von m ir. Als ich die Situation weiter beobachtete, fiel mir au ßerdem auf, dass sein rechter Arm kurz u nterhalb des Ellenbogens abgetrennt war. Der Mann hatte nur einen Arm ! Obwohl sich dieser Mann i n einer vermeintlich deutlich schlechteren Ausgangsposition als ich befand, hatte er keine Ausreden . Er über­ nahm die Verantwortun g für seine Situation u nd handelte. Ich hingegen starb in Schönheit, weil ich den Ausreden in meinem Kopf Glauben schenkte und m ich wegen der geringen Chance auf einen Korb verrückt gemacht hatte. Egal, in welchen Bereichen du erfolgreich werden möchtest, es ist von großer Bedeutu n g , dass du verstehst, dass nur du u nd kei ne andere Person/kei n anderer U mstand dafür verantwortlich ist, ob sich dein gewü nschter Erfolg einstellt. Die volle Verantwortung für dein Leben zu übernehmen, ist immer der erste Sch ritt, wenn d u i n deinem Leben erfolgreich sein willst.

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Der nächste Schritt ist, all die Di nge zu tu n , die dafür notwendig sind, dass du deinen gewünschten Erfolg erreichst.

T u e d i e D i n g e , d i e notwe n d i g s i n d , u m erfo l g re i ch z u werd e n ! Außer Mitleid bekommst du in diesem Leben nichts geschen kt. „

Von nichts kommt nichts. "

Auch an d iesem Sprichwort ist etwas Wahres dra n . Du wirst keine Erfolge erzielen, sofern d u nur in deinem gemütlichen Kämmerchen sitzt und deine gewünschten Erfolge led ig l ich visuali­ sierst. Möchtest du einen bestimmte n Erfolg erzielen, sei dazu bereit, dir diesen zu verdienen. An d iesem Punkt gilt es, i m mer wieder die Dinge zu tu n , die dafü r sorgen, dass d u deinem gewünschten Erfolg nä herkommst. Wie schon in Kapitel 2 des ersten Teils besch rieben , hängt an jedem Traum ein Preisschild . Jetzt g ilt es, den Preis für deine Träume zu bezah­ len, der so gut wie immer m it Ü berwindung u n d Verzicht zusammenhängt. Diese Dinge zu tun, macht häufig keinen Spaß. Ich verspreche d i r jedoch e i n e Sache: D u wirst danach froh sei n , diese D i n g e g etan z u habe n ! Du n i m mst kurzfristig U nannehmlichkeiten a u f d i c h , um dadurch langfristig einen g rößeren Vortei l zu erzielen; meine Liebli n gsdefi n iti­ on von Sel bstdiszip l i n . . . Keinem Menschen macht e s Spaß, unangenehme Dinge z u t u n - nicht einmal den wirklich Erfolgreichen . Diese h aben es sich jedoch zur Ge-

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wohnheit gemacht, d ie Dinge regelmäßig zu tu n , die notwendig sind, um i h re Ziele zu erreiche n . Da die meisten Menschen jedoch n u r reden und nicht handeln, wird e s s o g u t wie keine Konkurrenz gebe n : Zwar wollen a l l e eliolgreich sei n , doch n u r wenige sind dazu bereit, a uch etwas dafü r zu tu n . Genau aus dem G rund erzielen so wenige Leute herausragende E liolge. D a s m ag sich jetzt erst ei n m a l hart lesen, doch ich kann d ich beruhigen: Sobald d u damit anfängst die notwendigen Dinge zu tun, wird dir sehr viel entgegenkommen: D u wirst die richtigen Leute kennen lernen u n d in Situationen geraten , die d ich deinen Zielen n äherbringen. D u kannst es Glück, Zufall oder Sch ick­ sal nennen, ich nenne es gerne das Gl ück des Tüchtigen . Es gen ügt jedoch n icht, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sei n. Genauso wichtig ist es, d ie richtige Person zu sei n : Die Person, die dazu bereit ist, al les was i n i h ren M öglichkeiten l iegt zu tun , um i h re Ziele zu erreichen. I ndes möchte ich betonen, dass es sich dabei ausschließlich um le­ gale Möglichkeiten handelt. Ich b i n sowieso der Ü berzeugung, dass sich nachhaltige Erfolge n u r d u rch Ehrlichkeit und weitere hohe mo­ ralische Gru ndsätze ei nstellen. Eine Frage dalist du di r stellen: „Bin ich bereit dazu, alles dafür zu tun, dass die Ergebnisse so eintreffen wie ich will? "

Ich war u nd bi n d azu bereit, all d ie Di n g e z u tu n , die notwendig sin d , um m einen Zielen näher z u kom m en . W a r d as i m m er einfach? Nein . H at es sich oft unangenehm angefüh lt? 0 ja, das kan nst du mir glauben .

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Habe ich es später bereut, d iese Dinge getan zu haben? Nei n, nicht ein einziges Mal! Doch inzwischen ernte ich d ie Früchte meiner Taten : Mein Leben ist heute so toll, weil ich dazu bereit war, regelmäßig d iese unangenehmen Dinge zu tu n . Sofern d u d i r d iese Frage also m it „Ja" beantwortest und dem auch Taten folgen lässt, ist es n u r noch eine Frage der Zeit, bis sich deine gewünsch­ ten Erfolge einstellen. In dieser Zeit g i lt es du rchzuhalten.

H a lte d u rch ! Erfolg kommt nie linear: Bis wir dort angekommen sind, wo wir hinmöch­ ten , werden wir nicht d rumherum kommen, immer wieder temporäre N i e­ derlagen einzustecken . Auch auf meinem bisherigen Weg kam es hin und wieder zu Rückschlägen - einige davon waren sehr sch merzhaft. Rücksch läge zu verkraften zählt ebenfa l ls zu dem P reis, den u nsere Träume bezahlen m üssen . Je höher du h i n a u swi l lst . a e s o mehr Rückschläge wirst du einstecken m ü s s e n . D i e e rfo l g re i c h ste Menschen sind wahrsche i n lich diejen igen, d ie a m m e isten Rück­ schläge zu verkraften hatten . Sie haben jedoch n i em a ls a u fg e g e ben und d ie Rückschläge bewältigt. Spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wäh rend ein G roßteil der Menschen nach dem ersten Rückschlag aufgibt, macht nur ein kleiner Teil weiter. Alles braucht seine Zeit. So gerne wir es auch hätten , es ist nicht möglich , d i rekt von A nach Z zu springen . Egal, was d u erreichen möchtest, alles passiert in kleinen Sch ritte n . D iese Sch ritte können so klein sei n , dass sie uns selbst gar n icht auffallen - was n atürlich frustrierend sein kann .

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I ch bekomme beispielsweise häufig Komplimente fü r mein selbstbewuss­ tes Auftreten . D ieses Selbstvertra uen entstand jedoch n icht von heute auf morgen. Es entwickelte sich dad u rch, dass ich mich kontin uierlich meinen Ängsten gestellt habe und dies weiterhi n tue. Lief dabei immer alles g latt? N atürlich n icht. Wagst d u neue Dinge, werden dir zwan gsweise Fehler passieren. Habe jedoch keine Angst davor, Fehler zu begehe n , denn in der Regel sind es n icht unsere Erfolge, du rch die wir am meisten lernen - am meisten lernen wir durch unsere Fehler. Ein Kind benötigt im Schn itt 8 .000 Versuche, bis es richtig laufen kann . H ättest du als Kind Angst davor gehabt, Fehler zu begehen, würdest du immer n och krabbeln . Die Angst vor Feh lern entsteht erst im laufe u nserer Erziehu n g , weil wir beispielsweise in der Schule auf Grund unserer Fehler benotet werden . Misserfolge zu haben und Fehler zu begehen sind notwendig und gehören dazu , wen n d u Erfolge erzielen möchtest. Entscheidend ist jedoch , wie du mit d iesen Rückschlägen umgehst. Gibst du auf oder machst du weiter? Es g i bt viel mehr Leute, die aufgeben als jene, die wirklich scheitern . „Jede Widrigkeit des Schicksals trägt im Keim einen noch viel größeren Vorteil in sich. " D ieses Zitat stammt von N apoleon Hili, dem Autor des

Weltbestsellers „Denke nach und werde reich ". Oft sind wir jedoch so sehr auf das Problem fixiert, dass wir den Vor· teil nicht wahrnehmen kön nen. Die Vortei le werden uns (wenn ü ber­ haupt) erst später bewusst. So war es bei mei nem größten Rück· schlag, fü r den ich inzwischen dankbar bi n : Wie ich bereits erwähnte, h atte ich frü her keinen Erfolg bei Frauen . Mit 24 Jahren war es schmerzvoller, in der alten Situation zu verharren , als mich den neuen Herausforderungen zu stellen . Aus d iesem Grund traf ich d ie Entscheidu n g , alles dafü r zu tun, u m diesen Lebensbereich nach meinen Vorstellu ngen zu gestalte n . Diesen Entschluss setzte ich anschließend in die Tat u m und hatte schnell einige kleinere Erfolge.

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Ca. ein Jahr später lernte ich d u rch „Zufall" eine unglaublich tolle Frau kennen. Sie war optisch genau mein Typ u n d wir waren m enschlich sofort auf einer Wellenlänge - genau eine solche Frau wollte i ch immer zur Freu nd in haben . Die Zeit, d ie wir gemeinsam verbrachten , war sehr i nten­ siv und wu nderschön, doch du rch meine U nerfahrenheit war das Ganze so schnell wieder vorbei , wie es begonnen hatte . . . Das , was ich wirklich wollte, war so nah bei mir gewesen und jetzt war es wieder gefühlte Lichtjahre entfernt. Wie ich mich in der Folgezeit gefü hlt habe, bedarf, glaube ich, n icht vieler W orte . Den ke ich inzwischen an d iese Situation zurück, schmerzt es mich noch im mer. Ein anderer Teil von m i r weiß jedoch, dass ich ohne d ie­ se Situation n icht der Mann geworden wäre, der ich heute b i n . Durch d e n ganzen Schmerz, d e r sich wegen dieser Situation damals in mir befand - u nd glaub m i r, es war eine Menge - traf ich d ie Entscheidung, mi r e i n so tolles Leben aufzubauen, dass i ch keine Frau mehr brauch e , um glücklich zu sei n . Unbewusst habe ich a u s meinem damaligen Schmerz meine Motivation gezogen, an m i r zu arbeiten und m i r ein Leben aufzubauen , das ich mi r im m er erträumt habe. Hättest du meinem damaligen Ich erzählt, dass dieser Rückschlag mein Leben so gewaltig positiv verändern würde, h atte ich es dir natürlich nicht geglaubt. Nimm d ir jetzt einen kurzen M oment Zeit und denk an deine vergan­ genen Rückschläge zurück! Wahrsche i n l ich wirst d u bemerken, dass viele davon zu deinem Besten waren . Bei m i r ist es auf jeden Fall so. Rückwirkend betrachtet erg i bt oft vieles S i n n . Doch im M oment des Rücksch lags sehen wir das natürlich anders. I n den l etzten Monaten h abe ich immer mehr gelernt, dem Leben zu ver­ trauen. Ich rede m i r ein , dass alles, was passiert, schon irgendwie seine

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Daseinsberechtigung hat und zu meinem Besten geschieht. Seitdem fü hlt sich mein Leben viel fl üssiger a n und n icht mehr wie ein Kam pf. Das bedeutet allerdings n icht, dass ich m ich treiben lasse und nicht versu­ che, das Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten . Wir können zwar n icht bestimmen, was u n s zustößt, d och können wir immer bestimmen, wie wir auf d iese Situation reagieren .

Das Le ben i st e i n S p i e l - B ist d u e i n e S p i e lfi g u r oder e i n S p i e le r? Kommt es zu Rückschlägen , fangen viele Menschen an zu jammern . Dadurch begeben sie sich i n eine Opferhaltung u n d gesellen sich zu vielen anderen , d ie m it i h rer aktuellen Situation u nzufrieden sind, doch nichts dafür t un, um d iese zu ändern . Die Schuld fü r i hre Situation wird bei ande­ ren Menschen oder ä ußeren U mstän den gesucht, wie weiter oben bereits beschrieben. D iese Menschen sehen sich sozusagen als eine Art Spielfigur des Lebens. Eine Spielfigur hat kei nerlei M acht - sie wird von außen ge­ steuert. Auch wenn viele Motivations-G u rus behau pten , dass alles in deiner Macht liegt, ist d ie deprim ierende Wahrheit, dass nur die wenigstens Dinge zu 1 00 % in deiner Macht l iegen . N u r die Dinge, die in d i r sel bst ablaufe n , kannst du kontrollieren - und selbst d iese nur bi s z u einem gewissen Grad . Sobald äu ßere U mstände i m Spiel s i n d , liegt die Kontrolle n icht m e h r vollständig in unseren Händen. D u kannst weder kontrollieren , ob . . . • • •



. dich dein Partner verlassen will .

. . . d i r dein Schwarm einen Korb gibt. „

. di r dein „sicherer" Job gekündigt wird . 1 38



. . .

die S-Bahn ausfäl lt und du es dad u rch nicht zu einem wichtigen

Term i n schaffst. •

. ein geliebter Mensch sti rbt . . .

Egal was wir tun, egal wie sehr wir u ns auch anstrengen, ab einem gewissen P u n kt sind wir immer machtlos. Als ich d ies erkannte, schmerzte es erst einmal. Da Widerstand jedoch zwecklos war, akzeptierte ich frustriert diese Tatsache und plötzlich spürte ich ein extrem erleichterndes Gefü hl in m i r. Sehr viel Druck, den ich mir immer gemacht hatte, wa r a uf einmal n icht mehr d a . F rü her habe ich versucht, meine Ziele z u erzwingen - und das oft erfolg­ los. Ich d achte immer, es lag a n mir und meiner „ Unfähigkeit" , doch inzwi­ schen weiß ich es besser: I ch habe immer das getan, was ich im d amali­ gen Moment tun konnte und was in meiner Macht stand. D u rch äußere U mstände konnte ich jedoch oft n icht das gewü nschte Ergebnis erzielen . Angenommen, du sollst a uf der Arbeit eine Präsentation vortragen : Du könntest noch so g ut sei n , wenn dei n Chef am Morgen einen größeren Streit m it seiner F rau hatte, dann könnte es passieren, dass du seinen gesamten Frust abbekomm st . Für den Streit und den Frust deines Chefs kannst d u nichts. Es l iegt außerhalb deiner M acht. Wir können aber immer kontrollieren, wie wir auf äußere U mstände reagieren. Dad urch hast du viel mehr Macht als d u jetzt vielleicht denkst. Klappt etwas n icht so, wie du es d i r vorgestellt hast, kannst du dich immer wieder neu entscheiden, wie es weitergehen soll : 1.

Steckst d u den Kopf in den Sand, jammerst über die Situation und begibst d i ch somit i n ei n e Opferhaltung oder

2.

gibst d u nicht auf, verarbeitest d iese Niederlage und wagst den nächsten Versuch?

1 39

Als Mensch bist d u mit einem freien Willen gesegnet . Die E ntscheidung liegt bei d i r. Eine Antwort auf alles zu habe n , was dir in deinem Leben widerfährt, hat wieder viel m it dem Thema zu tun , die volle Verantwortung für dein Leben zu übernehmen . Das Wort „Antwort" ist sogar im Wort „ Verantwortung" enthalten . Genauso verhält es sich bei dem Wort „ Verantwortlichkeit". Die­ ses Wort enthält „Antworte auf die Wirklichkeit". Sieh das Leben als ein Spiel. Du bist jedoch keine Spielfigur, die kei­ nerlei M acht besitzt, sondern der Spieler. Vieles wird n icht so laufen , wie du e s d i r vorstel lst, doch d u kan nst i mmer entscheiden, wie dein nächster Zug aussieht: Frag d ich deshalb nach ei nem Rückschlag i m mer, was d u tun kan nst, u m deine Situation zum Positiven zu ver­ ä ndern. Setze d iesen Spielzug anschließend um.

B l e i be flexi be l ! Klappt etwas nicht so, wie wir es uns vorstellen, bekommen wir aus unse­ rem Umfeld oft eine Sache zu hören : „ Gib dir einfach mehr Mühe!" Doch was bedeutet denn: „ Gib dir mehr Mühe "? Tue mehr von demselbe n ! Klar, bei manchen Dingen ist e s sin nvoll, diese z u wiederholen, da d u mit der Zeit besser wirst und somit auch andere Ergebnisse erzielen wirst. Verändert sich jedoch n ichts an deinen Ergebnissen , hör auf, mit dem Kopf d u rch die Wand zu wollen und probiere etwas anderes! Oft ist es so, d ass sich direkt neben der Wand, gegen die du die ganze Zeit ren nst, eine Tür befindet, d ie d u bequem d u rchsch reiten kannst. Diese Tür fällt u ns in vielen Fällen a llerdi ngs n icht auf. Für Albert Ei nste i n war es die Defi n ition von Wahnsinn, immer das­ selbe zu tun u nd dabei auf andere Ergeb n i s s e zu hoffen . Deshalb 1 40

noch mal i n al ler Deutlich keit: Wen n etwas n icht so kl appt, wie d u es d i r vorstellst, dann tue etwas an deres! Zu deinem gewünschten Erfolg wird es viele Wege geben u nd nicht n u r d e n Einen . Steckst du gerade i n einer bestimmten Situation fest, ü berlege dir 1 0 bis 20 Lösungsmöglichkeiten fü r deine Situation . Je mehr Möglich­ keiten dir zur Verfügung stehen, desto besser. Sprich auch gerne mit g uten Freunden über deine Situation. Da sie selbst n icht emotional betroffen sind, kön nen sie deine Situation objektiver be­ trachten und d i r weitere Lösungsmöglich keiten aufzeigen, auf die du selbst nicht gekommen wärst. Des Weiteren ist es auch möglich , deine Flexibilität zu trainieren . Dafür empfehle ich dir, jeden Tag mindestens eine Sache anders zu machen . Es m üssen keine g roßen Dinge sei n . Klein igkeiten reichen vollkommen aus: •

Du nim mst einen anderen Weg zu r Arbeit.



Du bestellst i n deinem Lieblingsrestaurant ein Geri cht, das

a

nie gegessen h ast. •

Du besuchst ein di r u nbekan ntes Restau rant.



Du gehst in einem a nderen Supermarkt einkaufen .



Du gehst ins Theater, statt ins Ki no.

Praktizierst d u d ies ü ber einen längeren Zeitra u m , wird sich deine Flexibili­ tät deutlich steigern . Bei Problemen wirst du nicht mehr so engstirnig den­ ken und autom atisch n ach anderen Lösungswegen suchen und d iese auch finden. Als Bonus wird sich dein Selbstvertrauen aufbauen und du lernst mehr von der Vielfalt d ieser Welt kennen.

141

Das Geh e i m n i s d es E rfo l gs Um erfolgreich zu werden, musst du das Rad n icht neu erfinden. D u benö­ tigst jedoch spezielle Fähigkeiten u n d spezielles Wissen. Nie war es so einfach , an d ieses W issen heranzukommen wie in der heutigen Zeit. Welche Art von Erfolg du auch anstrebst, d ie Wahrscheinlichkeit ist hoch , dass jemand anderes diesen schon vor d i r erreicht hat. Viele von ihnen geben ihr Wissen in Form von Büchern , Videokursen , Vorträgen oder Coach ings weiter. Egal, ob du „ . •

. . . deinen Körper in Form brin gen willst,



. . . eine Fremdsprache lernen willst,



. . . ein Onlineunternehmen hochziehen willst,



„ . verkaufen lernen willst,



. . . eine erfü l lende Arbeit finden möchtest oder



„ . lernen willst, wie du eine glückliche Beziehung führst, „ .

. . . du wirst für jeden dieser Punkte mehr als genug gute Informationen fin­ den. Das Wissen ist jedem zugänglich und in vielen Fällen sogar kosten­ los. N ach dem Konsum dieses Wissens g ibt es einige Menschen , d ie ihre Ziele erreichen . Doch bei 99 % der Konsumenten bleibt alles beim Alten u nd nichts hat sich verändert. Was u nterscheidet die beiden Gruppen von ei­ nander? Es kommt darauf an, wie schnell d u i n Aktion kommst und das Ge· lernte in die Praxis u msetzt. Veränderu ng beg i n nt zwar im Kopf, wird aber immer d urch deine Handlungen in der realen Welt manifestiert. Sofern du dieses Wissen n u r konsumierst, wird sich nicht viel än· dern. Das gesamte Wissen der Welt wird d ir nichts n ütze n, sofern du es n icht anwendest! Vielleicht kennst du das Sprichwort: „ Wissen ist Macht". Falls du vor hast, in einer Quizshow m itzuspielen, mag dies stimmen . Doch Wissen ist im 1 42

Norm alfall n u r potentielle M acht. Wirkliche Macht ist, wenn du dieses Wis­ sen auch anwendest. Es scheitert heutzutage so gut wie nie am notwendigen Wisse n . E rst vor kurzem habe ich einen Podcast zum Thema „besser Stress bewältigen" angehört. Denkst du, ich habe dort etwas Neues erfahren? Nein! I ch wuss­ te bereits so gut wie alles, was dort erzählt wurd e . Ich h abe jedoch einen G roßteil der Tipps zuvor n icht angewendet. E benfalls wird es dir n icht viel n ütze n , d ieses Wissen nur einmal umzuset­ zen : Ist es dein Ziel, deinen Körper in Form zu bringen und du gehst dafü r n u r einmal ins Fitnessstudio, wird es di r - außer einem starken Muskel ka­ ter - n icht viel bringen. Das Geh e i m n is des Erfolgs ist dauerh afte zielgerichtete Aktion. Wie­ derhole u nd verbessere das dafür benötigte Wissen immer wieder und wende es in der Praxis an. F i nde heraus, wie du deine Zie l e am effizientesten erreichst u nd tue diese Dinge regel mäßi g . Angenommen, dein Ziel wäre e s , deinen Körper in Form z u b ringe schnellsten wirst d u dein Ziel erreichen , wen n du regelmäßig

. . .



. . . Arti kel un d Bücher zu den Themen Train ing und Ernährung liest.



„ .train ieren gehst u n d dich gesund ernährst. Dabei wendest du d as neu gewonnene Wissen a n .

• •

auf ausreichend Erholung achtest. „

. d ich m it Leuten a u stauschst, die bereits das erreicht haben, was

du erreichen möchtest. •



. m it d iesen Leuten train ierst, sie um Rat fragst, welche Ü bungen

d u ausfüh ren sollst u n d sie deine Ü bu ngsausführu ng kontrollieren lässt. •

. . . beobachtest, was für dich persönlich gut fu nktioniert.

Sofern d u d iese Formel anwendest und deine Träu me nicht komplett u n re­ alistisch sind - wie z. B. im Alter von 50 Jahren Fu ßballprofi in der 1 . Deutschen Fu ßball-Bundesliga zu werden - ist es eine Frage der Zeit, bis sich deine gewün schten Erfolge einstellen werden . 1 43

N i m mst d u aus d iesem Buch nur eine ei nzige Sache mit, lass es bitte diese sei n ! Vor ein paar Jahren hörte ich auf einem Seminar den Spruch: „Alles, was du nicht innerhalb von drei Tagen umsetzt, wirst du niemals umsetzen". Ob

ich das so unterschreiben würde, bin ich mir n icht sicher. Doch mein Leben ist heute so toll , weil ich die Dinge, die ich gelernt habe und die mir geraten wurden, so schnell u mgesetzt habe . Als es m ir zum ersten Mal bewusst auffiel, wie schnell ich in die Umsetzu ng ging, war ich sogar ziemlich er­ sch rocken . . . Ich bin nicht Superman oder sonst irgendwie besonders begabt. Wie du koche ich ebenfalls n u r m it Wasser: Ich n utze das Wissen erfolgreicher Leute und wend e es i n der Praxis an. D ieses Buch ist dafür das beste Bei­ spiel : In Deutsch war ich immer ein klassischer Vierer-Schüler. Wü rdest du mei­ nem 1 5-jährigen Ich erzählen, dass es später ein Buch schreiben würde, hätte es d ich ausgelacht - u nd meine damaligen Deutschlehrer ebenfalls . . . Zwischen meinen ersten Artikeln und diesem Buch gibt es einen Unter­ schied wie Tag u nd N acht. Was hat dazu gefü h rt, dass sich mein Schreib­ stil so stark verbessert hat? I ch tausche mich regelmäßig m it Leuten aus, die bereits dort sind, wo ich hinmöchte. Außerdem lese ich immer wieder Artikel und Bücher zum The­ m a Schreiben , um meinen Schreibstil zu verbessern . Aber vor allem tue ich eine Sache: Schreiben , schreiben und nochmals schreiben . . . So g ut wie alles ist eine Fähigke it. Ob es n u n : •

das Schreiben,



eine Fremdsprache sprechen,



ein M usikinstrument spielen,



eine bestimmte S portart oder



das H alten von Vorträgen ist,

1 44

sel bst das F l i rten ist eine Fähigkeit, d ie von q uasi jedem erlernt wer­ den kann ! U n d wie wirst du besser in einer Fähigkeit? Indem du ge­ nau d iese Fähigkeit übst. Das einzige, was keine Fäh igkeit ist u n d sich somit n icht erlernen bzw. verbessern lässt, ist die I ntelligenz. I ch kann dich jedoch beru higen: Sofern du in der Lage bist, dieses Buch zu lesen und zu verstehen, bist du intelli­ gent genug, um all deine Ziele zu erreichen. Ob d u d iese Ziele erreichst u nd deine gewü nschten Erfolge erzielst, l iegt allein in dei n en Händen.

1 45

Res ü m e e : •

Die einzige Person, die dafür verantwortlich ist, ob du deine gewünsch­ ten Erfolge erzielen wirst, bist d u ! Beschuld igst du andere Personen oder Um stände fü r deine aktuelle Situation , begibst du dich in eine Op­ ferhaltun g . Hör auf zu jamm ern und tue die Dinge, die notwendig sind, um d e i ne gewünschten Erfolge z u erzielen !



Erfolg darfst du dir verdienen . Willst d u erfolgreich werden , wirst du häufig nicht drum herum kommen, Di n g e z u tun, d ie dir kurzfristig kei­ nen Spaß m achen werden. I m Nach h inein wirst du es jedoch niemals bereuen, diese Dinge getan zu haben. Tust du regelmäßig die Dinge, die notwendig sind, u m deine Ziele zu erreich en, ist dein gewünschter Erfolg n u r noch eine Frage der Zeit.



Erfolg kommt so gut wie n ie auf eine lineare Art und Weise. Bis d u dort angekommen bist, wo d u hinmöchtest, wirst d u viele temporäre N ie­ derlagen einstecken m üssen. In dieser Zeit gilt es durchzuh alten . Es gibt viel mehr Leute, die aufgeben als jene, die wirklich scheitern .



Viele Wege füh ren zu deinem gewünschten E rfolg . Klappt eine Sache nicht so, wie du es dir vorstellst, probiere etwas anderes . Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder die gleichen Dinge zu tun und auf an­ dere Ergebnisse zu hoffen . . .



Es ist sehr wahrscheinlich, dass andere Menschen bereits das erreicht habe n , was du erreichen möchtest. Viele von ih nen geben i h r Wissen weiter. N utze dieses W issen ! Es wird dir jedoch nicht viel bringen d ie­ ses Wissen nu r zu konsumieren, du m usst es auch um setzen . Das Geheimnis des Erfolgs ist dauerhafte zielgerichtete Aktion.

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Kapitel 2

So e rre i chst d u a l l e d e i n e Z i e l e garanti ert !

„Disziplin ist die Brücke zwischen Zielsetzung und Verwirklichung. "

J i m Rohn (amerikanischer Motivationstrainer)

N icht vieles kann dein Leben so massiv zum Positiven verändern , wie Zie­ le zu haben und jeden Tag d iszipliniert daran zu arbeite n . Al lein die Tatsache , dass du dir d i e Zeit nimm st und ü berlegst, was du in den einzelnen Bereichen deines Lebens willst, kann dein Leben vol lständig verän dern . Wie du herausfindest, was dir wichtig ist, wie du dir auf d ieser Basis richtig Ziele setzt und wie du diese Ziele auch erreichst, erfährst du in diesem Kapitel .

Wa ru m es so wichtig ist, Z i e l e zu haben Setzt d u d ich i n dein Auto und fährst einfach d rauf los, wirst du schon ir­ gendwo ankommen. Mit unserem Leben verhält es sich ähnlich: Hast du keine Ziele und lässt dich vom Leben treiben , wirst du ebenfalls i rgendwo ankommen - ob es d i r dort gefällt, ist allerdings eine a ndere Sache . . . 1 47

Ziele g eben u nserem Leben eine Richtung. Hast d u kei ne eigenen Ziele, wirst d u immer nur fü r die Ziele anderer Leute arbeiten. Das bedeutet jedoch n icht, dass es sch limm ist, für die Ziele anderer Leute zu arbeite n . Sofern dich dies näher an deine eigenen Ziele bringt, ist es vollkommen in Ordn u n g . D i e meisten Leute planen i h ren Urlaub besser als i h r Lebe n . Geht es um ihren U rlaub, wissen s i e g en a u •



„ .

. an welchen Ort es geht.



„ . mit wem sie vereisen .



„ . wie sie dort h inkommen .



„ . was sie dort u nternehmen .



„ . wie das Wetter wird .



„ . wan n es wieder zu rück in die Heimat geht.

Doch geht es um ihr Leben, haben d ie meisten Leute keine oder nur sehr oberflächliche Ziele. Sie sind sich n icht im Klaren darü ber, was sie in ihrem Leben eigentlich wollen . H ast du oberfläch liche Ziele wie: •

eine sichere Arbeit,



mehr zu reisen oder



Neues zu erlebe n ,

verhält e s sich s o , a l s o b d u dich in ein Auto setzt und in das Navigations­ gerät „Spanien" eingibst: M it hoher Wahrscheinlichkeit wirst du in Spanien ankommen, doch o b du genau an die Stelle wolltest, an die d ich das Navi geführt hat, ist eine andere Sache. Schauen wir uns zum Vergleich genauer an, was „eine sichere Ar­ beit" sein kan n : Dies kan n eine g utbezahlte Stel le bei einem DAX­ U nternehmen sein oder eine verbeamtete Stelle als Lehrer. Für die Kanalrei nigung zu arbeiten oder au f Autobahn raststätten Toiletten zu putzen kann ebenfalls eine sichere Arbeit sei n . 1 48

Auch wenn ich großen Respekt vor Leuten habe, d ie solche Tätigkeiten ausüben, kann ich mir n icht vorstellen, dass sie d ies anstreben , wenn sie sich „eine sichere Arbeit" wünschen . Es sei au ßerdem dahingestellt, ob es eine „sichere" Arbeit gibt. Das ist jedoch eine andere Sache . . . Äh n lich verhält es sich mit „Neues erleben": Glaub m ir, es wird auf dieser Erde viele neue Di nge geben , die du nicht erleben willst. Hast d u schon einmal g eograph ische Koordinaten gesehen, anhand derer sich genau bestimmen lässt, an welcher Position du dich auf der Welt be­ fin dest? Falls ja, wie viele Stellen n ach dem Komm a haben diese? Google Maps arbeitet m it sechs Stellen n ach dem Kom m a , was einer Ge­ nauigkeit von 0, 1 Metern entspricht. Auch wenn es bei Google Maps nicht bem erkbar ist, wirst du eine minimal andere Position herausbekommen, falls d u die letzte Stelle nach dem Kom m a abänderst. Um etwas herumzuspielen und zu m besseren Verständnis, hast du hier Koordinaten , die du bei Google M aps eingeben kannst: 52.51 6223 , 1 3.3770 1 4 E s ist einen U ntersch ied , o b d u i n das N avigationsgerät „Spanien" oder eben genau solche Koordinaten eingibst. Während dich „Spanien" einfach an einen beliebigen Punkt in Spanien bringt, bringen dich die Koordinaten genau dorthin, wo du hi nwillst. Genauso verhält es sich auch m it u nseren Zielen . „Spanien" ist ein Ziel in dieser Art: „Eine sichere Arbeit mit einem guten Einkommen bei einer guten Firma zu haben. "

Geographische Koordinaten mit sechs N ach kommastellen wären ein sol­ ches Ziel:

1 49

„Eine erfüllende Ingenieurtätigkeit mit dem Schwerpunkt Maschinenbau/ nachhaltige Energien und einem monatlichen Nettoeinkommen von 4. 000,

-

€ bei einem DAX-Unternehmen in Berlin. "

N atürlich kann es möglicherweise sin nvoll sei n , seine Ziele nicht zu konk­ ret zu setzen, u m sich selbst n icht zu beschneiden. Vielleicht gäbe es im obigen Fall ein m ittelständisches U nternehmen, das dem I ngenieur noch mehr zusagen würde, ihm jedoch durch seine zu enge Zielsetzung gar n icht in den Sinn kommt. Trotzdem empfehle ich d i r, deine Ziele so konkret zu setzen, dass dich das N avigationsgerät, bildlich g esprochen , in d ie gewünschte Straße oder zu­ m indest den gewün schten Stadtteil bringt. Bist du dort angelangt, kannst d u d ich immer noch und zumeist ohne große Mühe umorientiere n . Je kon kreter deine Ziele s i n d , u m s o höher ist die Chance, dass d u d iese erreichen wirst. Dies liegt daran, dass w i r i n unserem Gehirn ebenfal ls eine Art Navigationsgerät haben , das dich zu deinen Zielen leiten wird . Wie d u dieses Navigationsgerät auf deine Ziele program­ m ierst, erfäh rst du nach wenigen Seiten. Hast d u klare Ziele, gibst du deinem Leben eine Richtung. Dadurch wer­ den deine Energie u n d deine Aufmerksamkeit gebündelt. Das möchte ich dir m it zwei Beispielen zeigen: An der am eri kanischen Harvard- Un iversity gab es 1 979 angeblich eine Studie, für die sich jedoch keine genauen Quellen finden lassen . Da d iese Studie im laufe der letzten Jahrzehnte sogar von großen Zeitu ngen immer wieder zitiert wurd e , möchte ich dir d iese Studie trotzdem n icht vorenthal­ ten : Das Ziel d e r Studie war e s herauszufinden, inwieweit sich das Setzen u n d sch riftliche Fixieren von Zielen a uf das spätere Leben auswirkt. Die Test­ personen waren Studente n , die m it einem erfolgreichen Absch luss die U niversität verlassen haben. Dabei gab es drei Vergleichsgruppen:

1 50

1.

83 % der Abgänger, die keine konkreten Zielsetzungen für ihr wei­ teres Leben hatten .

2.

1 4 % , d i e konkrete Ziele hatten , diese jedoch nicht sch riftlich fixiert hatten .

3.

D i e restlichen 3 % d e r Abgänger h atten konkrete Ziele und hatten diese zusätzlich schriftlich festgehalten .

Die Studie ging über zeh n Jahre und das Messbarkeitskriterium war dabei aussch ließlich das E i n kommen der Teilnehm er. Was denkst du? I nwieweit u nterschied sich das Einkommen der Ver­ gleichsgruppen? Die Teilneh mer, die ihre Ziele kannten , diese jedoch n icht niedergeschrie­ ben hatten , verdienten im Schnitt drei Mal so viel wie die Vergleichsgru ppe ohne Ziele. Die kleine Gruppe, die damals i h re kon kreten Ziele ebenfalls sch rift­ l ich fixiert hatte, verdiente das Zeh nfache gegen über den T e i l n e h ­ mern o h n e Ziele. Das Einkommen allein ist natürl ich kein I n di kator fü r Erfüll ung im Leben und d iese Studie ist sowieso m it Vorsicht zu genießen . Doch in jedem Ge­ rücht ist ja bekanntlich ein Fü n kchen Wahrheit enthalten. I m Verlauf dieses Kapitels werden wir uns eine weitere Studie ü ber Ziele ansehen, für die auch eine seriöse Quelle vorhanden ist. Anfang 20 1 4 nahm i ch mir einen kompletten Nachm ittag Zeit und schrieb für mich detai lliert n ieder, zu welcher Person ich werden wollte und wie mein Leben zukünftig a ussehen sollte. Diese Liste faltete ich sauber zu­ sammen und steckte sie in ein Gefäß, das auf meinem Nachttischschrank stand . Wirklich Beachtung schenkte ich dieser Liste damals nicht. I n dieser Zeit veränderten sich einige meiner Ziele, da ich mehr und mehr Klarheit dar­ über gewann, was ich in meinem Leben wi rklich wollte. 1 51

Als ich i m März 20 1 7 nach Berlin gezogen b in, habe ich viele Dinge ent­ sorgt, die ich zukünftig n icht mehr benötigen wü rde. Das Gefäß mit d ieser Liste war ebenfalls dabei. Bevor ich es jedoch i n d ie Mülltonne warf, las ich mir d iese Liste noch einmal durch und war schockiert. Was denkst du, wieviel Prozent von dem, was auf der Liste stand , einge­ troffen ist? 70 %. In Worten : S iebzig Prozent!

Die restlichen 30 % der Ziele, die auf der Liste standen , hatten inzwischen keine Bedeutung mehr für mein Leben und ich habe sie im laufe der Zeit losgelasse n . Alles andere ist jedoch eingetroffen . U nbewusst hat d iese Liste meinem Leben eine Richtung gegeben und meine Handlu ngen m itbesti mmt. Bist d u jetzt ü berzeugt davon , dass es wichtig ist, Ziele i n seinem Leben zu h aben? G ut, dann lass uns gemeinsam herausfinden, was du in deinem Leben willst.

Wie d u h e rausfi n d est, was d u i n d e i n e m Leben w i rk l i c h wi l l st Setzt d u d ich zum ersten Mal bewusst m it der Frage auseinander, was du in deinem Leben wirklich wil lst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch , dass die Antworten auf diese Frage von a u ß en beeinflusst wurden: B ist du beispielsweise 25 Jahre alt, wurdest d u 25 Jahre lang von deiner U mwelt beeinfl usst. Sei es deine Familie, deine Freu nde, Rel i ­ g ionen oder der Staat, alle wissen s i e angeblich genau, was d a s Bes­ te für dich ist und was du zu tun u n d zu lassen hast. Demnach sollen wir„ .

1 52



. . . gute Noten in der Schule haben .



. . studieren und dabei einen guten Abschluss erzi elen . .







. . . viel Geld verdienen, das wir fü r Konsumgüter u nd Statussymbo-

. Karriere bei einem großen Unternehmen machen .

le au sgeben sollen . •

.

„ eine Familie gründen .



. „ein Haus bauen.



. „einen Baum pflanze n .

Doch d a s ist kompletter Schwachsin n . N u r eine Person weiß, was a m besten für d ich ist: D U ! Setzen wir uns Ziele, kann e s g ut sein, dass e s g a r nicht unsere eigenen Ziele sind . Oft sind es die von außen a n uns gestellten Erwartungen, die wir so häufig gehört habe n , dass wir denken, dass es unsere eigenen Ziele sind. Rational mögen d iese Ziele erstrebenswert sei n , doch emotional lassen sie uns kalt. Arbeiten wir auf solche Ziele h i n , wird es uns sehr viel Energie und Ü berwindung kosten, diese zu erreiche n . U nd sel bst we nn du di ese Ziele erreichst, wird es dich n icht wirklich glücklicher machen . W ie du die vielleicht erinnerst, kann ich in diesem Punkt aus Erfahrung sprechen . H erauszufinden, was du wirklich willst, kann ein langer Prozess sein, der jedoch jede Anstrengung wert ist. Je länger du d ich mit der Frage ausei­ nandersetzt, was du in deinem Leben wirklich willst, umso höher wird die Wah rschein lich keit, dass es wirklich deine eigenen Ziele sind. Gib d i r genügend Zeit, löse dich von den Erwartungen deines U mfelds und lasse - falls nötig - dei n e alten Ziele los , die dir nichts mehr bedeute n . Es folgen einige Übungen, durch die du m e h r Klarheit darüber erlangen wirst, was d u in deinem Leben willst. Es bringt dir jedoch nichts, d iese Ü bungen n u r zu kennen, du darfst diese Übu ngen auch machen ( H allo Selbstdiszipli n ! ) . N im m dir a usreichend Zeit u n d sorge dafü r, dass du un­ gestört bist. Vermeide jede Ablenkung wie Facebook, Handy, Fernseher und Co. 1 53

Wie lernst d u eine frem de Person besser kennen? Indem d u Zeit m it i h r verbringst. Genauso verh ält es sich, wenn d u dich sel bst besser kennenlernen möchtest: Verb ri nge Zeit mit dir allei n ! Dies kan n erst einmal unangenehm sein, was der Grund dafü r ist, warum sich viele Leute davor fürchten u n d sich permanent ablenken m üssen . Wichtig ist es außerdem , diese Übungen i n einem entspannten Zustand d u rchzufü h re n . N u r so wirst du i n der Lage sein zu bemerken , was gerade in dir vorgeht. Je öfter d u diese Ü bungen m achst u nd dich m it dir selbst und deinen Zie­ len auseinandersetzt, umso klarer wirst du dir darüber werden, was du in deinem Leben wirklich willst.

Ü b u n g 1 : Was wi l l st du in d e i n e m Leben e rre i · chen? Diese Ü bu ng geht über einen Zeitra u m von 30 Tagen. Pro Tag benötigst d u dafür 1 5 M i n uten Zeit sowie jeden Tag ein leeres Blatt Papier und einen Stift. Stelle dir einen Timer, sodass du dich komplett auf die Aufgabe kon­ zentrieren kannst . Auf dieses Blatt schrei bst d u obe n : „ Was will ich in meinem Leben errei­ chen ?"

Anschließend beantwortest du d i r d ie Frage sel bst, indem du die Antwor­ ten unter die Frage auf den Zettel schreibst. Wichtig ist, dass du die gan­ zen 1 5 Mi nuten schreibst. Dabei ist es egal, ob du eine Sache ein , zwei oder zehn Mal aufschreibst. I nwieweit die Sache fü r dich realistisch er­ scheint, spielt ebenfalls keine Rolle. Schreib sie auf! N ach den 30 Tagen ü berprüfst du deine Zettel : Was hast du immer wieder n iedergeschrieben?

1 54

Denk an die ei nzelnen Dinge, die du aufgeschrieben hast und spüre in dich h i nein . Wie fühlt sich die Sache an? H ast du dabei ein freudiges Gefühl? Sofern d ies der Fall ist, h ast du eine Sache gefunden, die d i r wirklich wich­ tig ist. Für d iese Übung kannst du auch and ere Fragen verwenden, wie bei­ spielsweise: •

„ Was macht mir Spaß ? "



„ Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde ? "



„ Wodurch kann ich das Leben anderer Personen positiv beeinflus­ sen ?"

Ü bu n g 2: Geh z u rü c k in d i e Ki n d h e it Kleine Kinder wissen oft ganz genau, was s i e später in ihrem Leben wo l­ len. Dies wird ihnen im laufe der Erziehu n g jedoch leider oft ausgeredet und gerät dadurch in Vergessenheit. Angenom men, ei nem Kind macht es viel Freude, kü nstlerisch tätig zu sein und will später einen Beruf als Kü nstler anstreben. In einem sol­ chen Fall passiert es häufig , dass ih m d ie Erwachsenen i mmer wieder e i n rede n , dass

„man als Künstler nicht überleben kan n "

oder so et­

was in der Art. U nterd rü cken wir auf d iesen Rat h i n unseren Berufs­ wu nsch und entscheiden uns dafür,

„ einer vernünftigen Tätigkeit"

nachzugehen - wie Investmentbanker oder Anwalt - ist die M i d l ife­ crisis q uasi vorprogramm iert. Frag d ich aus diesem G ru n d, was du in deiner Kindheit machen wolltest. Sol ltest du d i r darüber im Un k laren sein, frag deine Eltern oder deine d i r nahestehenden Verwandten .

1 55

Sobald du mehrere Antworten hast, frag d ich , warum dich d iese Dinge so fasziniert haben . Dabei geht es gar n icht so sehr um die Tätigkeit an sich, sondern eher daru m , welche Werte dahinterstecken . Klassische Berufswü nsche von J u ngen sind Feuerwehrmann oder Astro­ n aut. Dahinter kann z. B. der Drang nach Abenteuer und Freiheit stecken , anderen Leuten z u helfen oder mit schnellen Autos/Raketen d urch die Stadt/den W eltraum zu düsen. Selbst h inter den skurrilsten W ünschen wie Prinzessin oder Pokemon-Trainer zu werden - stecken verschiedene Motive . I n die meisten d ieser Kindheitswünsche lässt sich sehr viel hineini nterpre­ tieren . Und das ist auch der Sinn dieser Übung: Schau dir an, was hinter deinen Kindheitswü nschen steckt. Dies ist oft das, was du aus tiefstem Herzen wirklich willst. Sobald d u weißt, was hi nter diesen Wünschen steckt, frag dich, welchen Aktivitäten d u jetzt als Erwachsener n achgehen kannst, um deine Wün­ sche zu erfü llen. Diese Werte m usst du nicht zwangsweise in deinem Be­ ruf auslebe n . H ier sind zwei Beispiele aus meinem Leben: 1.

Wie bei so vielen J u ngen war es mein erster Berufswunsch , Fuß­ ballprofi zu werden . Eines der Motive dahinter war der Sport an sich . Ich liebe es, m ich zu bewegen und meinen Körper an sein Limit zu bri n gen . Aus diesem Grund ist Sport nach wie vor ein gro­ ßer Bestandteil in meinem Leben. Zwar n icht als Beruf, aber als Hobby.

2.

M i t ca . 9 Jahren hatte ich m it anderen Kindern eine Fü hrung durch das Rathaus unserer Stadt. Der Bürgermeister hatte sich sogar persönlich die Zeit genom m en, uns zu begrü ßen . Das fand ich so tol l , dass ich B ü rgermeister werden wollte . Heute kann ich es mi r zwar nicht vorstellen, i n die Politik z u gehen, doch i ch ü bernehme gerne die Verantwortung fü r andere Menschen und helfe ihnen dabei, ihr Leben zu verbessern . Also genau das, was ich jeden Tag in meinem Beruf mache.

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Ü bu n g 3 : Wie s i e ht d e i n Leben i n x J a h re n a u s ? N i m m d i r für d iese Ü b u n g einen Stift, einen Zettel u n d e i n bis zwei Stunden Zeit. Schreibe oben auf den Zettel : „ Wie sieht mein Leben in x Jahren aus ?"

Für x kan nst du jede beliebige Zahl ei nsetzen wie 5, 7 , 1 0, 1 5 oder 20 Jahre. Beschreibe anschließend so detail l iert und emotional wie mög lich, wie dein Leben zu d ieser Zeit aussehen sol l ! Berücksichtige dabei folgende Aspekte: •

Was m achst du beruflich? Wie verdienst du dein Geld?



Wie sieht deine fam iliäre Situation aus? Hast d u einen Partner o­ der Kinder?



An welchem Ort lebst du und mit wem?



Wie sieht dein U mfeld aus? M it welchen Menschen umgi bst du dich?



Welche Dinge besitzt d u ?



Welchen Aktivitäten gehst du in deiner Freizeit nach?



Wie ist dein Fitness- und Gesundheitszustand?

Ich fordere d ich auf, dabei g roße Trä u me zu habe n ! Der Mensch über­ schätzt, was er in nerhalb eines Monats schaffen kan n , doch er unter­ schätzt, was i nnerhalb ei nes J ah res für ih n mög l ich ist. Aber Vor­ sicht: Es g i bt einen U nterschied zwischen hohen Zielen u nd u n real is­ tischen Zielen. H ier ist der Grat oftmals sehr schmal. H ättest d u m i r beispielsweise im August 20 1 6 erzählt, wie mein Leben ein Jahr später aussehen würde, hätte ich dich wahrscheinlich fü r verrückt gehalten. N iemals hätte ich gedacht, dass a) ich d iese Dinge tun werde und b) d iese Dinge in nerhalb eines Jahres möglich sind.

1 57

Das Schöne an d ieser u n d der nächsten Übung ist, dass sich dabei ein großes Bild ergi bt, wie dein Leben zukünftig a ussehen sol l . Während ein Ziel eine Sache isoliert betrachtet, g reifen bei solch ei nem großen Bild deine Ziele wie Puzzlestücke ineinander. Es kann ein Ziel sein , in einem Jahr 1 0 kg abzu nehmen und einen Sixpack haben zu wollen. Die Übung beschreibt jedoch , wie dein Leben in z. B . 5 Jahren sein soll , was das Aussehen deines Körpers einschließt. I n d ieser Ü bung gibt es keine getren nten Lebensbereiche - es g ibt nur das große Ganze. H ast du eine genaue Vorstellung davo n , wie deine Zuku nft aussehen sol l , kan nst du dir auf Basis dieser Vorstellu ngen Ziele setzen , u m auf dieses Bild h inzuarbeiten .

Ü b u n g 4 : De i n pe rfe kte r Tag Diese Ü bung ist ähn lich der Übung N u m mer 3: Nimm dir dafür wieder ein Blatt Papier, einen Stift und ein bis zwei Stu nden Zeit. Stell dir nun einen durchschnittlich perfekten Tag in deinem zukü nftigen Leben vor. Auch hier gilt: Beschreibe diesen Tag so detaill iert und emotio­ nal wie möglich. Es gibt jedoch eine Bedingung: Du m ü sstest diesen Tag die nächsten zehn Jahre so leben - u nd zwar jeden T a g . Dabei geht n icht daru m , dass jeder Tag genau gleich abläuft, n ach dem Motto „Und täglich grüßt das M urm el­ tier". Vielmehr geht es daru m , dass jeder Tag eine feste Basis hat, dir je­ doch trotzdem genügend Freiraum bietet. Geh d iesen Tag n u n Stück fü r Stück durch und beantworte dabei folgende Fragen: •

Wann stehst d u auf? Wie h ast du gesch lafen?



Wie siehst du aus?



Mit wem lebst du? W ie sieht dein Partner aus? 1 58



Wo lebst du? W ie sieht dein Zuhause aus?



Wie fühlst d u dich?



Was sind die ersten Dinge, d ie d u tust?



Wie ernährst du dich?



Welche Kleidung trägst du?



Wie verdienst du dein Geld?



Welchen Aktivitäten gehst du n ach?



Welche Menschen begegnen di r?



Wie lässt du den Tag ausklingen?



Wo sch läfst du? Wann gehst du ins Bett?

Auch in d ieser Übung gilt es wieder, groß zu denken und zu träumen. Be­ grenze dich n icht selbst m it Gedanken wie: „Das ist unrealistisch " oder „Das schaffe ich bestimmt nicht"!

Denk in der nächsten Zeit n ach der Ü bung immer wieder an di esen

ag

und ergänze deinen perfekten Tag gegebenenfalls. Außerdem empfeh le ich dir, d ieses Blatt aufzubewahren und es an einem fü r dich jederzeit sichtbaren Ort aufzu hängen . Dies wird di r dabei helfe n , dein inneres N avi­ gationsgerät in Richtung deiner Träume einzustel len.

Wie d u d i r Z i e l e setzt N achdem du weißt, was du in deinem Leben erreichen willst, ist es an der Zeit, dir Ziele zu setzen . Für deine Ziele spielt es eine g roße Rolle, ob d ie­ se richtig ausform u liert sind. Sich Ziele zu setzen selbst, ist kein Hexenwerk. Wie bei den meisten ande­ ren Dingen handelt es sich dabei um eine Fäh ig keit und je öfter du dir Ziele setzt, desto leichter wird es dir fa llen. Frage ich andere Menschen n ach ihren Zielen , bekomme ich - neben den vorhi n bereits beschriebenen oberflächlichen Antworten - häufig auch Dinge zu hören , die sie n icht mehr wollen: 1 59



„Ich will nicht mehr gemobbt werden. "



„Ich will nicht mehr von anderen Menschen ausgenutzt werden. "



„Ich will nicht mehr zu dick sein. "

Das Gehirn denkt in Bildern. Das Problem bei solchen „Zielen" ist, dass es kein Bild für negative Wörter wie „nicht", „nie " oder „keine" gibt. D u glau bst mir n icht? Denk jetzt bitte n icht an einen rosa Elefanten . Woran hast du gerade gedacht? Lass m ich raten: An den rosa Elefanten . Welche Bilder hast du im Kopf, wen n d u die obigen Beispiele erneut durch­ liest? Wahrscheinlich, wie du von deinen Kollegen gemobbt wirst, du von ande­ ren Menschen ausgenutzt wirst oder wie du Übergewicht hast. Da die Bilder in unserem Kopf maßgebl ichen E i nfluss auf unser zu­ kü nftiges Leben haben, ist es so wichtig, dass deine Ziele positiv form ul iert sind. Schon vor über 2.500 Jahren sagte Buddha angeb­ l i ch, dass wir zu dem werden, woran wir denken. Sobald d u weißt, was du n icht mehr willst, kan nst du diese Dinge oft ein­ fach stum pf ins Gegenteil u m drehen: •

,,Ich habe super Kollegen, mit denen ich mich gut verstehe und die mich wertschätzen. "



,,Ich kenne meine Grenzen und achte darauf, dass diese von ande­ ren Menschen gewahrt werden. "



„Ich wiege und halte mein Idealgewicht von x kg. "

Welche Bilder hast d u jetzt in deinem Kopf? Diese füh len sich besser a n , oder? 1 60

Aus diesem Grund ist es beim Setzen deiner Ziele das Wichtigste, dass d iese positiv ausform u liert sind. Für die Ausform ul ieru ng selbst empfeh l e ich die SMART-Formel. SMART steht dabei fü r: •

Spezifisch



Messbar



Attraktiv



Realistisch



Term iniert

Mit der SMART-Formel ist es möglich, Ziele eindeutig zu formuliere n . Ein Ziel ist SMART-defin iert, wenn diese fü nf Beding ungen erfüllt sind . Wir gehen d iese Punkte jetzt nach u n d nach d u rch. Zum besseren Verständnis werden uns dabei d urchgehend zwei Beispiel­ ziele begleite n : 1.

Person A will abnehmen .

2.

Person B will mehr Geld verdienen .

S pezifisch Spezifisch bedeutet, d ass d e i n Ziel s o konkret, eindeutig und präzise wie möglich definiert werden soll. Habe eine genaue Vorstellung davon , was d u erreichen möchtest. Die zwei Beispielziele sind alle sehr unspezifisch . Also hast du bereits abgenommen bzw. mehr Geld verdient, sobald du 0, 1 kg weniger wiegst oder einen Cent mehr verdienst. N u r so wenig abzunehmen bzw. mehr zu verdienen, sind bestimmt n icht die Ziele der beiden Persone n . Frag dich, was genau du erreichen möchtest u n d definiere dein Ziel so genau wie möglich! Dabei helfen dir die W-Fragen weiter:

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Wieviel kg m öchte ich abnehmen?



Wieviel Geld möchte ich verdienen? B rutto oder netto? Pro Monat, pro Jahr, pro Tag oder pro Sekunde?



Was genau bedeutet eine sichere erfüllende Arbeit fü r m ich?



Woh i n und wie lange wil l ich reisen?



Mit welcher Note möchte ich die Prüfung bestehen?

Mit unspezifischen Zielen verhält es sich so, als würdest du i n das Naviga­ tionsgerät „Spanien" eingeben . Einern N avigationsgerät selbst ist es egal, wo du hi nm öchtest. Es bringt dich nur an den Ort, den du wünschst. Je spezifischer dein Ziel ist, u mso genauer werden die Koordinaten, d ie du in d e in i nternes Navigationsgerät eingibst und u m s o höher steigen d ie Chan­ cen , dass d u genau dort an kommst, wo du hinwillst. Eine genauere Definition fü r u n sere zwei Beispielziele wäre: 1.

„Ich nehme 1 0 kg a b . Ich wiege und halte mein Idealgewicht von X

2.

kg ."

„ Ich verdiene 5 0 0 € mehr Geld netto pro Monat. I nsgesamt verdie­ ne ich 3.000 € netto pro Monat."

M essbar Wie erkennst d u , ob du dein Ziel erreicht h ast? Indem du ein Messbar­ keitskriterium einbaust. „Abnehmen" oder „mehr Geld verdienen" ist n icht messbar. 1 0 kg abzu­ nehmen oder eine Gehaltserhöhung von 500 € netto pro Monat h ingegen schon. Oft geht das Kriteriu m der Messbarkeit Hand in Hand m it der spezi­ fischen Form ulieru n g . Bei Person A sind e s beispielsweise 1 0 kg , d i e s i e abnehmen möchte. Diese 1 O kg werden auf der Waage messbar sei n . Bei Person B sind es 500 € mehr N ettogeha lt, d ie a uf dem Konto sichtbar sind .

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Suche und baue d ir ein Messbarkeitskriterium in di e Zieldefinition ein. Was m uss passieren, d ass du dein Ziel erfolgreich erreicht hast?

Attraktiv Falls d u dein angestrebtes Ziel selbst n icht attraktiv findest, wirst du es höchstens d u rch reine W illenskraftanstrengung erreichen. Kurzfristig kann es klappen, doch m ittel- bis langfristig wirst du mit solchen Zielen immer gegen d ie Wand fah re n . Spare d i r lieber die Mühe u n d i nvestiere d e i n e Energie in Ziele, die dir wirklich etwas bedeuten ! Wi e du solche Ziele fi ndest, habe i ch dir im Un­ terkapitel davor ausfüh rlich besch rieben.

Real istisch Ein Ziel m uss für dich erreich bar sei n . E i n u n real istisches Ziel sorgt höchs­ tens für Frustration. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen u n realisti­ schen Zielen und hohen Zielen : I n meinem Alter (29 J a h re, wäh rend ich d iese Zeilen schreibe) ist es für mich z. B. ein unrealistisches Ziel, noch Fußballprofi in der ersten deut­ schen Fußball-Bundesliga zu werden. U n realistische Erwartungshaltungen für u nsere Beispielziele wären: 1.

„ Ich verliere 1 0 kg Körpergewicht innerhalb einer Woche." (Theore­ tisch ist dies bestimmt möglich , ob es jedoch gesund und vor allem nachhaltig ist, wäre eine andere Sache „ . )

2.

„Ich bin in zwei Wochen Millionär." (Lotto spielen zählt nicht„ . )

Sofern ich e s anstreben würde, wäre e s e i n hohes Ziel fü r mich, Bundes­ kanzler von Deutschland zu werden. Bis ich im entsprechenden Alter wäre,

1 63

würden wohl noch mindestens 20 Jahre vergehen, in denen ich politische E rfahrungen sammeln und mich auf dieses Ziel vorbereiten könnte. I n 20 Jahren kann ung laublich viel passieren. Sofern dieses Ziel fü r m ich attraktiv genug wäre, dass ich dazu bereit wäre, den Preis fü r dieses Ziel zu bezahlen u n d i h m al les u nterord nete, würde ich es de­ fin itiv für real istisch halte n . B e i meiner Arbeit m it Arbeitslosen habe i c h gelernt, dass diese m eist sehr klein denken . Hast du kleine Ziele, programmierst du dein Navigationsge­ rät auf d iese kleinen Ziele. Hast du hohe Ziele, werden d ie hohen Ziele ein programm iert . Schon John D. Rockefeller - einer der reichsten Men­ schen der Neuzeit - sagte: „ Wer in Pennys denkt, wird Pennys bekommen. Wer in Dollars denkt, wird Dollars bekommen. "

Ted Turner, der G ründer von C N N , bekam von seinem Vater den Rat­ schlag , dass er sich so hohe Ziele setzen sollte, dass er diese zu Lebzei­ ten nicht erreichen könne. Sein Ziel war es , den g rößten TV-Sender der Welt aufzu bauen - was er geschafft hat. Es ist viel mehr möglich als du jetzt vielleicht denkst. Doch wenn du zum Mond willst, m usst du n ach den Sternen g reifen . Lieber setze ich mir ein großes Ziel , das ich nicht vollständig erreiche als ein kleines Ziel, das ich erreiche. Es ist besser, ein monatliches Einkommen von 1 00.000 € anzustreben und „nur" 50.000 € zu verdienen, a ls 5 .000 € anzustreben und dieses Ziel zu erreichen .

Term i n ie rt Bis wann willst du dein Ziel erreicht h aben? Es geht h ier nicht daru m , dass du a uf Biegen und Brechen zu d iesem Zeit­ punkt dein Ziel erreicht haben m usst. Vielmehr handelt es sich bei d iesem

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Zeitpunkt u m einen Stichtag , an dem du den Zielfortsch ritt kontrollieren kannst: •

Wurde dein Ziel erreicht?



Falls nein, woran lag es?



Bedeutet dir dieses Ziel ü berhau pt n och etwas?



Welche Dinge kannst du anders m achen, damit du es doch noch erreichst?

Ergänze zu deinen Zielen den Tag, bis zu dem du dein Ziel erreicht haben möchtest. Hierbei spielt ebenfa lls der Faktor „realistisch" eine Rol le: 1.

„ I ch verliere bis zum 0 1 .07 .XX 1 0 kg Körpergewicht."

2.

„Ich verdiene ab dem 0 1 . 0 1 .XX 500 € mehr netto pro Monat."

Bei großen Zielen kommt es selten zu einer Punktlandu n g . Ich kann m i r natürl ich vornehmen, dass m e i n Buch b i s z u einem gewissen Stichtag fertig wird (was ich auch getan habe), ob es wirklich so kommt, l iegt jedoch n u r teilweise in meiner Macht. ( Nachtrag : I ch bin vier Tage vor meiner Deadline fertig geworden. ) Die meisten Z ie le brauchen eine gewisse Zeit, bis wir sie erreicht ha­ ben . Dem Leben ist es egal, wan n wir u nser Ziel erreichen wollen. Wir erreichen u nsere Ziele erst, sobald wir bereit dazu sind. In der Zeit, i n der wir auf d ieses Ziel zuarbeite n , entwickeln wir uns z u der Person, die es verd ient, d ieses Ziel zu erreichen. Tue die Dinge, d ie n otwendig sind, u m deine Ziele zu erreichen und ver­ traue dem Leben! Du wirst deine Ziele zum genau richtigen Zeitpunkt er­ reichen . Das bedeutet jedoch n icht, dass Deadlines bei der Zielerreichung keine Rolle spielen - ganz i m Gegenteil : Besond ers bei aktionsbasierten Zwi­ schenschritten ist es sinnvoll, sich feste Termine vorzugeben, bis wann d iese Schritte erledigt sein sollen:

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„Bis zum 25.09.XX train iere ich sechs Mal im Fitnessstudi o. "



„Bis zum 1 7 .05.XX lerne ich mindestens eine Stunde pro Tag ."



„Bis zum 04. 1 0.XX schreibe ich zwei Kapitel für mein Buch ."

Am Stichtag gilt es dann zu kontrollieren, ob diese Schritte wirklich erledigt wurden . Darauf werden wir später noch einmal zurückkommen . Setzen wir nun die einzelnen Kom ponenten der SMART-Formel zusam­ men, ergeben sich folgende Ziel-Defi n itionen : 1.

„ I ch verliere bis zum 0 1 .07.XX 1 0 kg Körpergewicht. Am 0 1 .07 .XX wiege und h alte ich mein I dealgewicht von X kg."

2.

„ I ch verdiene zum 0 1 . 0 1 .XX 500 € mehr Geld netto. Mein Gesamt­ einkommen beträgt pro Monat 3 .000 € netto ."

Sch re i be deine Ziele a uf! Erinnerst du dich noch an d ie H arvard-Studie in d iesem Kapitel? Die Gruppe, die Ziele h atte, d iese jedoch n icht n iedergeschrieben h atte , verdiente das Dreifache der Vergleichsgruppe ohne Ziele. Die Gruppe m it sch riftlich fixierten Zielen jedoch das Zehnfache. Eine ähnliche Studie wurde a n der Dominican Un iversity of California d u rchgefü h rt.2-± I m Verg leich zu der Gruppe, die ihre Ziele nur m ü ndlich formulierte, erzielte die Gruppe, d ie i h re Ziele sch riftlich fixierte, eine h öhe­ re Erfolgswahrscheinlich keit von knapp 40 %! Woran kann das liegen? Pro Tag denkt der Mensch 40.000 bis 60.000 Gedanken . In der Regel ist ein Gedanke genauso schnell wieder weg wie er gekom men ist. Sprichst du einen Gedanken aus, wird er kon kreter und er hebt sich dadurch von der Masse der anderen Gedanken ab. Hältst du einen Gedanken schriftlich fest, ist dieser dauerhaft außerhalb deines Kopfes manifestiert.

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Schrei bst du einen Geda n ken n ieder, den kst du ihn nicht mehr nur eine Millisekunde lang. D u spürst deine Handbewegung, wenn du ihn nieder­ schreibst und d u siehst i h n mit deinen Augen , nachdem du ihn geschrie­ ben hast. Dadurch können Gedanken besser verin nerlicht werden. Je mehr Sinne beansprucht werden, desto leichter wird dir das Lernen falle n . Dementsprechend h ilft dies dabei, d e i n internes Navigationsgerät auf dein Ziel einzustel len . Jetzt hast d u alles, was d u brauchst, um deine Ziele auszuform ulieren . N i m m dir ein Blatt Papier, einen Stift u n d etwas Zeit und schreibe d iese n ieder. Beginne im Id ealfall mit ,,Ich . . " und form uliere deine Ziele in der .

Gegenwartsform . Ich em pfehle d ir, vorher zum indest eine der beiden Übungen „Wie sieht mein Leben i n x Jahren aus" oder „Mein perfekter Tag" gemacht zu haben . Auf Basis d ieser Ü bu ngen kannst du dir anschl ießend Ziele setzen . Es h at einen großen Vorteil, sofern du das große Ganze betrachtest u n d dir a u f dieser Basis d e i n e Ziele setzt: Du wirst erkennen, wie sich d e r Weg zu deinen Zielen auf deine anderen Lebensbereiche auswirkt. Sind deine Ziele ü berhaupt miteinander kom patibel? Manche Ziele passen n icht zu­ sammen bzw. lassen sich sehr schwer m iteinander verein baren, wie z. B. ständig um die Welt zu reisen und dabei trotzdem jeden Tag seine Freun­ de und Familie um sich zu habe n . Ist deine Liste fertig geschrieben, hänge s i e dort auf, w o d u s i e jeden Tag sehen kannst.

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T riff e i n e E ntsche i d u n g fü r d e i n e Ziele! U m sicherzugehen , dass d u dein Ziel a uch erreichst, empfehle ich d ir, eine Entscheid u ng zu treffen: Entscheide dich dafür, dass d u alles Notwendige tust, um dein Ziel zu erreichen u n d d u n iemals aufgi bst! D u rch eine solche E ntscheidung g i bt e s keinen Weg zurück. Scheitern ist kei n e Option ! Die e i nzige Option ist Erfolg. I n meinem bisherigen Leben traf ich drei solche r Entscheidungen: 1.

Mit Mitte 24 wollte ich mehr Erfolg bei Frauen .

2.

Mit Anfang 26 beschloss ich, m i r ein so tolles Leben aufzubauen, dass mein Lebensglück n icht mehr allein von Frauen abhing.

3.

Mit Ende 28 traf ich die Entscheid ung nach Berlin zu ziehen , um m i r ein erfolgreiches Online-Unternehmen aufzubauen .

Habe ich meine Ziele erreicht? Auch wen n ich noch nicht dort angekom­ men bin, wo ich hin möchte, befinde ich m ich auf einem g uten Weg - der nicht nur sprichwörtlich das Ziel ist. War bzw. ist es einfach , die notwendigen Dinge zu tun? Oftmals nicht, das kannst d u mir glauben. Rückwirkend betrachtet habe ich es jedoch kein einziges Mal bereut, diese Dinge getan zu haben. Werde ich meine Ziele erreichen? Ja! Warum bin ich mir dabei so sicher? Weil ich dazu bereit bin , meinen Zielen so gut wie alles unterzuord nen. I ch werde E rfolg haben oder beim Versuch dabei sterben - natürlich als alter Man n , es immer noch versuchend „

1 68

.

Ich habe ein starkes brennendes Verlangen in mir, meine Ziele zu errei­ che n . Meine Ziele bedeuten mir so un glaublich viel , dass ich dazu bereit bin, fast alle U nannehm lich keiten auf m ich zu nehmen, um diese Ziele zu erreichen . Deine Entsch lossenheit ist entscheidend fü r das Erreichen deiner Ziele. H i nter einer festen Entschlossenheit stecken immer starke emotionale Beweggründe - ein starkes Waru m . Deshalb spielen deine Beweggrü nde eine m aßgebliche Rolle dabei, ob es dir gelingt, deine Ziele zu erreichen bzw. deine Vorhaben in d ie Tat umzu­ setze n . Je stärker deine Beweggründe s i n d, umso höher ist die C hance, d ass d u dein Ziel erreichen wirst. Willst d u eine Sache so sehr wie du at­ men willst, wirst du Erfolg haben. Die Beweggründe lassen sich auf zwei altbekan nte Dinge heru nterbre­ chen: Schmerzen zu vermeiden (weg von ) u nd Freude zu erlangen (hin zu). Die wohl stärkste Motivation ist, Schmerzen zu vermeiden . Da Veränderung im mer m it u nangenehmen Gefüh len bzw S i t u at i o n e n .

verb u nden ist, wi l l d e r d u rchschnittliche Mensch s i c h n icht v e rä n d e rn u n d tend iert dazu, den Status quo aufrecht zu erha lte n Die m eisten .

Menschen beginnen erst dam it, sich zu veränd e rn

,

Schmerz i n i h rer aktuellen Situation zu stark geworden ist

soba ld der .

Bei m i r war es ebenfalls so: M it M itte 24 ist mein Schmerz so stark gewor­ den, dass es fü r mich schmerzhafter war, in der alten Situation zu bleiben , als mich den Unannehmlich keiten zu stellen , die die neuen H erausforde­ rungen m it sich gebracht h aben . Bei vielen Menschen wird diese Schmerzgrenze jedoch niemals erreicht. Zwar läuft in ihrem Leben vieles n icht so, wie sie es sich vorstellen und sie sind beispielsweise u nzufrieden mit ihrer: •

Arbeit,



Beziehung oder



Figur, 1 69

doch der Schmerz ist nicht stark genug, sodass sie bereit dazu sind, etwas zu verändern . Falls d u dich i n d ieser S ituation gerade wiedererkennst, habe ich einen u ngewöhnlichen Tipp: Sobald du Schmerz verspürst, ignori ere ihn n icht und versuche d ich abzulenken, sondern g eh voll rein in diesen Schmerz. I mmer und i m mer wieder! Irgendwa n n wird deine Schmerzgrenze erreicht und du wirst dazu bereit sei n, d ie Dinge zu tun, die n otwendig s i nd , dass du deine Ziele erreichen wirst. Sobald der Schmerz stark genug ist, wird er dich i n Richtu ng dei ner Ziele treiben - d i e Voraussetzung ist natürl ich, dass du Ziele hast. . . Aus d iesem Grund sol ltest immer ein Ziel haben, das d u erreichen möch­ test und m it dem du eine starke Freude verbindest. Dies ist neben Schmerz der zweite Beweggru n d . Sobald e i n e Sache für d ich s o erstrebenswert ist, dass d u e s d i r ni cht vorstellen kannst, zukünftig o h ne sie zu leben, wirst du alles dafür tu n , diese in dein Leben z u bekom men. M it einer Sache meine ich n icht u n bedingt materielle Dinge. Einer meiner stärksten Beweggründe ist beispielsweise meine persönliche Freiheit. I ch hasse es, mir vorschreiben zu lassen , was ich wan n zu tun habe, wie z. B . u m 8 U h r bei d e r Arbeit z u sein u n d dort bis 1 7 U h r z u bleibe n . I c h habe nichts dagegen zu arbeiten - ganz im Gegenteil: Ich arbeite gerne und deutlich mehr al s 40 Stu nden pro Woche, doch w i l l i ch selbst entscheiden , wann ich arbeite un d wann n icht. Diese Freiheit zu erreiche n , bedeutet mir so viel, dass ich mich gerne h in­ setze, um an meinen Zielen zu arbeite n . Diese Zeilen beispielsweise schreibe ich gerade an einem Sonntagabend u m 1 9: 30 Uhr. Das Lebensmotto von And rew Carnegie - dem damals reichsten M ensch der Welt - war: „ Was so wertvoll ist im Leben, dass man es besitzen sollte, ist es auch wert, dass man danach strebt. "

1 70

Was willst d u ? Was ist fü r d ich s o wertvoll? Und waru m ? Sofern d u starke Beweggründe hast, wirst du dich l eichter dazu ü berwin­ den können, die Dinge zu tun, die notwendig sind . Außerdem wirst du wei­ termachen, sobald es zu - leider oft u nvermeid baren - Rückschlägen kommt. Hast d u kein starkes Waru m , wirst du verm utlich irgendwann aufgeben . ü berlege dir also genau, aus welchen Gründen du deine Ziele erreichen möchtest. Nur so wirst du bereit dazu sei n , den vollen Preis für deine Ziele zu bezah len . I m Wort

„Entscheidung"

ist d as Wort

„scheiden "

enthalten. Das be­

deutet, jede Entscheidun g fü r etwas, ist g l ei chzeitig auch ei ne E nt­ scheidung gegen etwas. Entscheidest d u dich dafür, dich voll und ganz deinem Ziel zu verschrei­ ben , wirst d u Opfer bringen m üssen . So war meine Entscheidung n ach Berlin zu ziehen gleichzeitig eine Entscheidung gegen : •

Mein tolles U mfeld in Erlangen



Meinen hohen Lebensstandard



Meine schöne Wohnung



Meinen bequemen Job

Ein paar Monate n ach meinem Umzug ist sogar meine Beziehung an d ie­ ser Entscheidung in die Brüche gegangen. Doch als ich die Entscheid u ng fü r Berlin traf, kan nte ich meine jetzige Ex-Freundin noch n icht. Ich lernte sie zwei Wochen n ach meiner Entscheidung kennen - verrückte Welt. . . Würde ich m i ch wieder fü r Berl i n entscheiden? Ja. Denn am Ende u nseres Lebens werden wir n icht d ie Dinge bereuen, die wir getan haben. Es werden d ie D in g e sei n , die wir n icht getan haben. 1 71

Wir leben in einer Gesel lschaft, in der der Tod gerne verdrängt wird . Doch wir alle werden irgendwann einmal sterben - sorry, dass ich so deutlich bin. Die australische Palliativpflegerin Bronnie Ware betreute mehrere Jahre lang sterbende Mensch en . Zu vielen der Patienten baute sie während ihrer Arbeit eine starke emotionale Beziehung auf, sod ass sich die Patienten ihr anvertraute n . Über ihre Erkenntnisse schrieb sie ein Buch : „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen". M it Abstand auf Platz 1 war der Wunsch , den Mut gehabt zu haben, das eigene Leben zu lebe n . Das Leben ist z u kurz, u m e i n fremd bestimmtes Leben z u fü hren. Also, was willst du m it deinem Leben anfangen? Es ist allein deine Entschei­ d u n g . Doch bedenke, dass alles seinen Preis hat. Mach dir den Preis bewusst, den du fü r deine Ziele zahlen m usst. Bist du ü berhaupt bereit dazu, d iesen Preis zu bezahlen? Falls nicht, ist das voll­ kommen okay. Doch dann hör auf, dich zu beschwere n ! D e r ameri kanische Motivationstrainer Jim Rohn sagte einmal: „ Wir

alle müssen eines der zwei Dinge erdulden: Die Mühe der Diszip­

lin oder die Leiden der Reue und Enttäuschung. "

Wie du vielleicht weißt, kann es ku rzfristig sehr unangenehm sein, sich fü r die Disziplin zu entscheiden. Doch es ist nichts im Vergleich zu dem lang­ fristigen dauerhaften Sch merz der Reue, dir persönlich wichtige D i nge nicht getan zu haben. Stell dir vor, d u wärst 90 Jahre alt, würdest in deinem Schaukelstuhl sitzen und auf dein Leben zurückblicken. Was wü rdest du denken? Willst d u zufrieden sei n , weil du dein Leben nach deinen Vorstellungen gelebt hast und d u die notwendigen Dinge dafür getan hast? Vielleicht lief n icht alles nach deinen Erwartungen, doch d u hast immer alles in deiner Macht Stehende geta n , u m deine Träume

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zu

verwirklichen .

Oder willst d u dich frage n , was hätte sein können und d i r Vorwürfe ma­ chen, weil es n u n zu spät ist, die Dinge zu t u n , die dir wirklich wichtig sind? Für mich habe ich d iese Entscheidung schon längst getroffen : Ich kann mir keinen sch limmeren emotionalen Schmerz vorstellen als d ie Reue am Sterbebett. An d ieser Stelle noch einmal: Triff die E ntscheid u n g , d ich gegenüber dei nen Zielen zu verpflichten u nd tue al les in deiner M acht Stehende, u m diese zu erreichen. Sobald d u d iese Entschei d u n g wirklich getrof­ fen hast, verspreche ich d ir, dass es einfacher wird. Das l iegt daran, dass d i ch dein U nterbewusstsein dabei u nterstützen wird , deine Ziele zu erreichen.

Wie d i ch d e i n U nterbewusstse i n be i m E rre i ch e n d e i n e r Z i e l e u nte rstützt In deinem Körper gibt es viele Prozesse, die automatisch abla ufen . Achte jetzt bitte bewusst auf deine Atm u n g . Sobald d u dir deine Atmung bewusst machst, kannst d u diese sogar steu­ ern . Doch wäh rend du n icht daran denkst, atmest du autom atisch weiter. Müssten wir ständig daran denken zu atmen, wären wir alle schon längst erstickt. Weitere automatische Prozesse deines Körpers sind: •

Der Herzsch lag



Das Blinzeln der Augen



Das Schlucken



die Verdauung



d as Gehen ; du m usst nicht darü ber nachden ken, welchen Fuß d u vor d e n and eren setzen musst.

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Diese Prozesse werden alle in deinem Unterbewusstsein gesteuert. Je nachdem, welcher Q u elle d u Glauben sche n ken magst: Die be­ wussten

Prozesse

in

u nserem

Geh i rn

machen

nur

10

bis

0,00000005 % aus. Welche P rozentzah l davon sti mmen mag , spielt

kei ne Rolle. Tatsache ist, dass unser U nterbewusstsein deutl ich mehr M acht hat als u nser Bewusstsei n . E i n e schöne Metapher fü r u nser Bewusstes und U n bewusstes ist das B i l d vom Reiter und vom E lefanten : W ährend dei n bewusstes Denken den Reiter darstellt, handelt es sich beim Elefanten u m dein U nterbewusstsei n . Der Reiter ist in d e r Lage , den Elefanten zu lenken , sofern dieser keine eigenen Bedürfnisse hat. Sobald der E lefant jedoch eigene Pläne hat, wird er seinen Willen immer d u rchsetze n . Für deine Ziele bedeutet dies, dass e s s e h r schwer b i s u nmöglich wird , deine Ziele zu erreichen, sofern du dein Unterbewusstsein n icht auf deiner Seite hast. U nterstützt dich dein Elefant (= d u hast dein U nterbewusstsein auf deiner Seite), h ast du schon halb gewonnen. Er wird dich füh ren, so­ dass du deine Ziele erreichen wirst. Angenommen, d u würdest eine Adresse in ein Navigationsgerät eingeben und auf halber Strecke würde es zu einer Totalsperrun g kom men. W a s m acht d as Navigationsgerät? Es berechnet automatisch eine alternative Route, sodass du trotzdem an dein Ziel kommen wirst. Das U nterbewusstsein ist u nser i nternes Navigationsgerät, von dem ich bereits schrieb. In dieses kan nst du deine Ziele einprogramm ieren und das Navigationsgerät fü hrt dich zu deinen Zielen. Es folgen d rei Ü bungen, m it denen d u dein U nterbewusstsein dazu bringst, d ich beim E rreichen deiner Ziele zu unterstütze n .

1 74

Machst du d iese Ü bungen jeden Tag , wird sich deine Wahrnehm ung in Richtu ng deiner Ziele verändern . D i r werden Di n ge auffallen, die di r vorher nicht aufgefallen sind und du wirst die entsprech enden Menschen kennen­ lernen, die dir beim Erreichen dei ner Ziele helfen . H ierbei handelt es sich u m das sogenannte „Gesetz der Anziehung". Lies d i r diesbezüglich noch einmal das U nterkapitel „Wie Dankbarkeit dein Leben verändern wird" in Kapitel 9 im 1 . Teil dieses Buches d u rch. Doch ich will d ich warnen: Geh n icht davon aus, dass es ausreicht, dein U nterbewusstsei n a uf deine Ziele zu prog ramm ieren ! O h ne die entsprechenden zielorientierten Schritte i n der realen Welt wird sich ü berhau pt nichts verä ndern .

1 . Vis u a l i s iere d e i n e Z i ele I n u nserem Kopf laufen ständig Filme ab - bewusst oder un bewusst. Bei vielen Leuten sind diese Filme jedoch negativ. Sie sehen sich immer wieder: •

scheitern ,



abgelehnt oder



enttäuscht werden .

Stellen wir uns beispielsweise vor, wie wir bei einem Vortrag n icht mehr wüssten, was wir sagen wollten und uns anschließend alle Leute auslach­ ten , steigt die Wahrscheinlich keit, dass uns wirklich die Worte ausgehen werden - die selbsterfüllende Prophezeiung lässt g rü ßen „ . Pflanzt d u den Samen eines Apfelbaumes, entwickelt sich daraus kein Kirschba u m . Aus diesem Samen wächst ein Apfelba u m . Genauso verhält es sich m it unseren Gedanken. Die Filme i n unserem Kopf haben maßgebliche Auswirkungen auf u nser Leben , da u nser Gehirn nicht i n der Lage ist, zwischen realen 1 75

u n d imagi nären B ildern zu u nterscheiden. Aus d iesem Grund ist es so wichtig, d ie Kontro lle über die F ilme in u nserem Kopf zu gewin­ nen. DU bist der Regisseur deines Lebens. Das sogenan nte m entale Training wird im professionellen Leistu ngssport immer populärer. Einige Teams u nd Athleten arbeiten dafü r m it s peziellen Mentaltrainern zusammen, u m m ithilfe i h rer i n neren Bilder ihre sportlichen Leistu ngen zu verbessern . Auch berü hmte Persönlichkeiten n utzen d ie M acht der inneren Bilder. Das beste Beispiel dafü r ist der ehemalige Gouverneur von Ka lifornien, Schau­ spieler und Bodybuild ing-Legende Arnold Schwarzenegger. In seiner Bio­ g rafie („Total Recall - Die wahre Geschichte meines Lebens") beschreibt er immer wieder detailliert, wie er die Bilder seines gewünschten Erfolgs vor seinem in neren Auge ablaufen ließ. Genauso bzw. so ähn lich traf es anschließend auch ein . Kon nte ich dich überzeugen , die Technik der m entalen Bilder regelmäßig anzuwenden? Gut! Nimm dir dafür zu Beg in n jeden Tag drei bis fünf M i nuten Zeit und mache es dir bequem . Sch ließe deine Augen und denk daran, wie du dein ge­ wünschtes Ziel erreicht hast. Sieh d ich selbst dabei , wie du d ich freust und dir geliebte Menschen z u deinem E rfolg gratuliere n . M ach dieses B il d bunt, groß und so detailliert wie möglich: •

Was siehst du?



Was hörst du?



Wie fühlst du dich?

Es genügt jedoch n icht, das Bild nur vor deinem geistigen Auge zu sehen. Geh außerd em voll in das Gefü hl hinein, das dieses Bild in dir hervorruft. Je i ntensiver d ieses Bild ist, desto stärkere Gefühle werden dad urch her­ vorgerufen . D ies ist so wichtig, da u n sere Gefü h le u nsere Handlungen bestimmen: Verbindest d u so mit deinem Ziel starke positive Gefühle, werden d ich die 1 76

negativen Gefühle, die kleinen Hindernisse, Ängste oder U nannehm lichkei­ ten in dir auslösen , n icht aufhalten und du wirst trotzdem handel n . Diese Techni k kannst du für bestimmte d i r wichtige Situationen anwenden, wie z. B. •

fü r ein Bewerbungsgespräch ,



einen Vortrag, den d u halten möchtest oder



wenn du vor hast, einen interessanten Menschen anzusprechen.

Visual isiere d i r dazu das gewünschte Endresultat. Wie d u z. B . souverän deinen Vortrag hältst oder wie deine Gehaltswünsche von der Geschäfts­ fü h rung akzeptiert werden . Wird es dadurch immer so kom men, wie du es dir erhoffst? Nein . Doch die Chancen d afür steigen , sofern du diese Situation schon 20-mal in deinem Kopfkino hast ablaufen lassen . Wendest d u diese Technik regelmäßig a n , werden diese positiven Bilder m it der Zeit immer mehr u nd mehr a utomatisch ablaufen und dein Leben in eine positive Richtung lenken - doch natürlich nur, sofern du ansch ließend auch die entsprechenden Taten folgen lässt. Ich möchte es noch ein mal betonen: Vom Visualisieren allein wird sich nichts verändern ! Ich l ege d i r ans Herz, d iese Technik zu n utzen. In dei nem Kopf laufen sowieso i rgendwelche Bi lder ab. Sorge dafür, dass es Bi lder sind, d i e d ich u nterstützen und n icht solche, d ie d i c h sabotieren.

2 . S c h rei be d e i n e Z i e l e auf, jeden Tag ! Erin nerst du d ich noch an d ie Studie, in der sich die Erfolgswah rscheinlich­ keit der Ziele um knapp 40 % erhöhte, sofern die Ziele sch riftlich festgehal­ ten wurden?

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In d iesem Experiment wurden die Ziele jedoch n u r einmal schriftlich n ie­ dergeschri eben . Was glaubst d u , was passiert, wen n du sie jeden Tag aufschreibst? Irgendwann wird auch der langsamste Elefant verstehen, dass d i r d i ese D i n g e wichtig sind ! Aus diesem Grund schreibe ich jeden Tag meine wichtigsten Ziele nieder. Ich schreibe jedoch n icht meine voll ausform ulierten Ziele auf, sondern nur Abkürzungen. I st es beispielsweise dein Ziel, 55 kg zu wiegen, kannst du dir jeden Tag aufschreiben : KGW 55 kg

(KGW

=

Körpergewicht)

W illst du pro Monat 5 . 000 € netto verdienen, schreib dir beispielsweise auf: 5.000 € E/M n ( = 5 . 000 € Einnahmen/Monat netto) ü berlege dir für d ich sinnvolle Abkü rzungen fü r deine Ziele. Sofern du dir deine Ziele richtig gesetzt h ast, wirst du genau wissen, was mit diesen Abkürzu ngen gemeint ist . Ich empfeh le dir außerdem, HOHE Ziele auf· zuschreiben, dann musst du sie nicht ständig ändern . Sobald ich meine Ziele aufgeschrieben habe, gehe ich zurück zu Ziel 1 u n d schreibe mein erstes Ziel noch mal über Ziel 1 . Das wiederhole ich i nsgesamt drei Mal, bis ich meine Ziele vier Mal ü bereinander aufgeschrie­ ben habe. Das sieht dann in etwa so aus:

U & W ttJ.j r„ oo o � t � � 1 78



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D iese Ü bu ng m ache ich jeden Morgen , was m ich einen Zeitaufwand von ca. zwei Mi nuten kostet. Bon ustipp: Wie oft gibst d u täglich Passwörter ein? Wenn es dir wie m i r geht, dann ist das mehrm als täglich der Fal l . W i e sehen d e n n aktuell d e i n e Passwörter aus? Lass m ich raten. Damit d u sie d ir einfacher merken kannst, haben sie für d ich h öchstwahrschein lich eine Bedeutu n g . Vielleicht ah nst d u schon, worauf ich hinaus möchte : W i e wäre es, wen n d u deine aktuellen Passwörter d u rch d i e Abkürzu ngen deiner Ziele ersetzt? Erstens sind diese Passwörter extrem sicher u nd zweitens wird dir d ie Bedeutu ng der Passwörter immer wieder ins Bewusstsein gerufen, wenn d u d iese eingibst. Das wird dir dabei helfen , deine Ziele in deinem U nter­ bewusstsein zu festigen .

3 . U m g i b d i ch m it B i l de rn d e i ne r Ziele I n meinem Zimmer hängt e i n Wh iteboard, a u f das ich meine Ziele ge­ sch rieben habe. Um meine Ziele herum h ängen Bilder, u nter anderem von einem Strand, einer Penthouse-Wohnung u n d einer Bühne. Jedes d ieser Bilder sym bolisiert ein Ziel fü r m ich. Der Strand beispielswei­ se steht fü r mein Ziel, zukü nftig mehr u nd vor allem fü r einen längeren Zeitraum zu reisen . Eines der ersten Dinge, die ich jeden Tag tue, ist, mir dieses Whiteboard anzuschauen . Ebenso nehme ich d iese Bilder im laufe des Tages immer wieder wah r. 1 79

Selbst wenn d iese B i l der m it der Zeit „ normal" werden und dir n icht mehr bewusst auffallen, wird sie dein U nterbewusstsein immer wie­ der wah rnehmen. Dies fü h rt ebenfalls dazu, dass dein U nterbewusst­ sein i rgendwann verstehen wird, dass d i r d iese D i nge viel bedeute n . Aus diesem G rund d e r Tipp an d ich: Durchsuche d a s Internet n ach Bil­ dern , die deine Ziele sym bolisiere n . Drucke sie aus und hänge sie in dei­ ner Wohnung auf. Willst d u beispielsweise abnehmen, d rucke ein Foto deines Traum körpers aus und überklebe das Gesicht m it einem Foto von dir. Dieses Bild kannst d u beispielsweise an deinen Kühlschrank oder an den Sü ßigkeitenschrank kleben. Jedes Mal, wen n d u dir daraus etwas zu essen bzw. zu naschen holen willst, wirst d u d ieses Foto sehen . Dies wird dir dabei helfen , kurzen Kicks zu widerstehen und stattdessen langfristig und zielorientiert zu handel n . Alternativ kannst d u d iese Bilder a u c h sel bst malen. Diese Technik h abe i c h bei ei nem Freu nd gesehen, der Bilder m alt, auf denen er selbst im Moment des Erreichens seiner Ziele zu sehen ist. D u kannst dich z. B. beim Entspannen auf einer tropischen I nsel malen. Dafür m usst d u kein g roßer Künstler sein . Wichtig ist n u r, dass du dir M ü he gibst. Mein aktuell wichtigstes Ziel habe ich aufgeschrieben und aufgemalt. Die­ se Zeich n u ng habe ich an der Wand hinter meinem Schreibtisch befestigt. Jedes Mal , wenn ich meine Augen von meinem Notebook-Bildsch irm nach oben richte, sehe ich mein Ziel. Dadurch we iß ich sofort, wofür ich gerade arbeite. Außerdem kan nst du dir positive Zitate, Glau benssätze oder motivierende Sprüche aufhänge n . Deinem U nterbewusstsein werden diese immer wie­ der auffallen. Doch erwarte keine W u nder. Verän derung ist ein Prozess. U n d ein Prozess braucht Zeit.

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I n meinem Zimmer klebt an zwei Orten ein Zettel , auf dem steht: „Meine Disziplin hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt stehe. Nur wenn ich weiterhin diszipliniert handle, werden sich meine Träume erfüllen. "

Diese Zettel sollen m ich ermahnen, n icht nach lässig zu werden und wei­ terhin d iszipli n iert die Dinge zu tun , die fü r das Erreichen meiner Ziele n ot­ wendig sind. Das Wichtigste bei den Bi ldern, Zeichnu ngen und Zitaten ist, dass d u d ich damit g ut füh lst. Sobald d u bemerkst, dass dich e i n i g e Bi lder eher störe n , als d ass sie dir Freude bereiten , n i m m sie ab! Vielleicht sind es ei nfach n i cht mehr deine Ziele und d u kannst sie loslassen .

So e rre i chst du d e i n e Z i e l e Al le diese Techniken sind schön u n d gut, doch wird sich n iemals etwas verändern, solange d u nichts für deine Ziele tust! Ziele ohne entsprechen­ de Aktionen in ihre Richtung sind und bleiben Träume. Du wirst dich immer und i mmer wieder ü berwinden d ü rfen, die Dinge

zu

tu n , die notwendig sind, u m deinen Zielen näherzukommen . Spätestens hier kommt die Selbstd isziplin ins Spiel . Sofern d u d ich i mmer wieder h interfragst, ob du noch auf Kurs bist und d ich regelmäßig dazu überwindest, d ie Dinge zu tun, die notwen ­ dig s i n d , ist e s n u r e i n e Frage d e r Zeit, b i s d u deine Ziele erreichst. Natürlich will ich dich n icht nur mit diesem einen Tipp abspeisen , denn es gibt noch einige weitere Tipps, die dir dabei helfen können, deine Ziele einfacher zu erreichen - vorausgesetzt natürlich , du wendest sie an. Dazu gehören: •

Eine g robe Plan ung zu erstellen ,



Jede Woche kon krete Handlungsschritte zu plane n , 181



Die Abarbeitung dieser Handlu ngssch ritte von anderen Personen kontrollieren zu lasse n .

Diese drei Schritte schauen wir u n s jetzt n ach und nach an:

E rste l l e e i ne g ro be P l a n u n g N achdem du dir ein Ziel gesetzt h ast, erstelle eine grobe Plan ung, wie du d e i n Ziel erreichen willst. Die Betonung l iegt dabei auf „ grobe" : Viele Leute kommen n i cht i n Aktion, wei l s i e zu viel Zeit i n ihre Planung investiere n . Diese soll mögl ichst perfekt sein, weil sie Angst davor habe n , Fehler zu ma­ chen. Doch Perfektion ist eine Illusion. Auf d ieser Welt gibt es n ichts Perfektes und es wird n iemals etwas Perfektes geben . Der Drang, alles perfekt ma­ chen zu wollen wird höchstens dafü r sorgen, dass wir niemals anfangen werden. Eine zu detaillierte Planung wird oft als Ausrede missbraucht, um gar nicht erst anfangen zu m üsse n . Es ist vollkommen normal , Fehler z u begehen . Wil lst du deine Ziele errei­ che n , wirst du einige Dinge höchstwahrscheinlich zum ersten Mal tun. Wa­ rum erwartest d u , dass du diese Dinge von Anfang an perfekt kannst? Fange lieber u n perfekt a n , als niemals anzufangen und perfekt zu schei­ tern . Es ist sogar besser, zuerst in Aktion zu kommen und später zu pla­ nen, als zu sehr m it der Planung beschäftigt zu sein und n icht zu handeln . Es wird d i r n i chts bringen, bereits zu Beg i n n jeden einzel nen Schritt kom plett detailliert zu d u rchdenken. Das kannst du tun, sobald d u d o rt angekommen bist u n d e s wirklich relevant wird .

1 82

Erstelle dir lediglich eine grobe Planung u n d teile dein Ziel in verschieden e U nterziele auf. W a s s i n d deine einzelnen Zwischenschritte a u f d e m Weg zum Ziel? Zum besseren Verständnis möchte ich dir das Geschäftsmodell meines Onli ne-U nternehmens vorstellen. Es enthält folgende Zwischenschritte: 1.

Eine Website erstellen .

2.

Besucher auf die Website bringen .

3.

Eine E-Mail-Liste a ufbauen.

4.

Ein maßgeschneidertes Produ kt erstellen, d a s d i e Probleme m einer Zielgru ppe löst.

5.

Dieses Produ kt ü ber E-Mail-Marketing verkaufe n .

6.

Die Prozesse soweit wie möglich automatisieren .

7.

Das Geschäftsmodell skalieren (Wachstum ) .

H abe ich keine Ah nung, wie ich eine gute Website erstelle, wird es

ir

n icht viel bri ngen zu lernen , wie ich meine Prozesse automatisiere Es spricht nichts dagege n , sich grob in das Thema einz arbe ;e m indest die Grundlagen zu kennen . Fängst du komplett o ne

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se m it d iesem Geschäftsmodell an, wird es wohl ein bi s zwei Ja

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bis d u an d e n Punkt kommst, an d e m e s fü r dich wirklich relevan

i rd .

Prozesse zu automatisiere n . Also frag d i c h , welche g roben Zwischenschritte du gehen m usst, um dein Ziel zu erreichen. Den ersten Schritt kannst du detaill iert plan en . Doch bei den nächsten Sch ritten lohnt es sich n icht, zu viel Zeit in die Planung zu investieren , da e s sowieso anderes kommen wird a l s du denkst. Plane d ie nächsten Schritte, sobald du wirklich dort angekommen bist und dein Zwischenziel erreicht hast. Bei einer solchen Planung geht es mehr um den groben Weg zum Ziel als u m die kon kreten Schritte. Die kon kreten Sch ritte planst du in einer Wo­ chenplanung: 1 83

P l a n e j ede Woche d e i n e ko n k rete n Ha n d l u n gssch ritte Selbst wenn d u a ktuell n och n icht weißt, wie du deine Ziele erreichen sollst, ist das n icht weiter schlimm . W ichtig ist es nur, den nächsten Schritt zu ken nen . Dabei verhält es sich so, als würdest du i n der Nacht mit dem Auto von Berlin nach M ü nchen fahren . Die Scheinwerfer des Autos beleuchten im­ mer nur den u n m ittelbar vor d i r liegenden Teil der Strecke. Doch d as reicht aus, um sicher anzukommen . Stell d i r dementsprechend im mer wieder die Frage:

„ Was ist der

nächste logische Schritt in Richtung meiner Ziele? "

I n d e r Regel wirst du d e n nächsten Schritt, d e n e s benötigt u m deinen Zielen näher zu kommen genau ken nen. Sollte d ies wider Erwarten n icht der Fall sein , dann sprich mit einem guten F reund oder einem Coach dar­ ü ber. Sie sind objektiver u n d können dir dad u rch sicher weiterhelfen . U m deine Handlungssch ritte auszuarbeiten und zu kontrollieren, plane di r pro Woche an einem festen Tag 1 5 M i n uten Zeit ei n . I m Idealfall an einem Son ntag . Stell d i r dabei folgende Frage: Wenn du in der kommenden Woche fü r dein gewünschtes Ziel nur eine einzige Sache erledigen d ü rftest, welche würde d as sein? Welche eine Aufgabe h at i n d iesem Moment die g rößte Auswir­ kung darauf, ob du dein Ziel erreichen wirst? Diese Aufgabe hältst du n u n schriftlich und SMART fest und stellst d i r d ie­ se Frage erneut: D ü rftest du in der kommenden Woche nur zwei Aufgaben für dein Ziel erledigen, was wäre d ie zweite Aufgabe? Da aller g uten D inge drei sind, stellst du dir diese Frage erneut: Was ist die dritte Aufgabe?

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Dadurch hast du in der nächsten Woche fü r dieses Ziel insgesamt drei Aufgaben, denen deine vo lle Konzentration gilt. Natürlich darfst du weitere Aufgaben fü r dein Ziel erled igen. Der Schwerpu nkt liegt jedoch auf den d rei festgelegten Aufgaben - und zwar in der Reihenfolge eins bis d rei. lerne, Prioritäten zu setzen un d bevorzugt die Aufgaben zu erledigen, die d ich dei nen Zielen am nächsten bri ngen. D iese Aufgaben sind die wichtigsten Aufgaben, jedoch oftmals au ch g leichzeitig die U nange­ nehmsten. Stell d i r jede Woche fü r jedes deiner Ziele d iese d rei Fragen. Doch ich empfehle dir, realistisch zu sein und n icht mehr einzuplanen als du tat­ sächlich schaffst. H ast du aktuell fünf Ziele, die dir wichtig sind, plane pro Ziel n u r mit ein bis zwei Aufgaben und erledige l ieber mehr, als dass d u dir zu viel vorn immst u nd n u r die H älfte der Aufgaben schaffst. Schaffst du deine Aufgaben regelmäßig n icht, kann dies fü r Frustration sorgen . Am Stichtag in der nächsten Woche kontrollierst d u , ob du deine Aufgaben der letzten Woche ausgefü hrt h ast und setzt dir neue Aufgaben . Für einen m aximalen Erfolg empfehle ich dir, dich von au ßenstehenden Leuten kon­ trollieren zu l assen.

Lass d i ch ko ntro l l i e re n Wie bereits ausführlich i m ersten Teil dieses B uches beschrieben, neigt der Mensch zu Selbsttäuschung. So werden die Tätigkeiten , die für unsere Ziele wichtig sind, ei nfach auf nächste Woche verschoben oder i rgendwelche Ausreden erfunden, um unser N icht-Handeln vor u ns selbst z u rechtfertigen . Doch dies bringt dich keinen Schritt näher an deine Ziele - es sorgt höchstens dafür, dass du irgendwann frustriert a ufgeben wirst. Die beste M ög l ichkeit, seine Ziele sch nel ler zu erreichen, ist die Ver­ b i nd lichkeit, sich zu steigern und sich von einem g uten Freund oder 1 85

von einem Coach kontro ll ieren zu lassen (siehe auch Kapitel 7, Tipp 6 u n d 7). I n der bereits erwähnten Ziele-Studie a n der Dominican U niversity of Cali­ fornia gab es noch weitere Verg leichsgruppe n . Zur Erinneru ng: Gruppe 1 sollte i h r Ziel n u r m ü ndlich ausform u lieren , während G ru ppe 2 dieses auch sch riftlich fixieren sol lte. Die Aufgabe einer weiteren Gruppe war es, i h r Ziel sch riftlich z u fixieren, dies einem Freund m itzuteilen u n d bei diesem Freund jede Woche einen Statusbericht abzugeben . I m Vergleich zu Gruppe 1 h atte Gru ppe 2 eine höhere Erfolgswahrschein­ lichkeit von knapp 40 %. Was denkst du, wie viel höher d ie E rfolgswahr­ scheinl ich keit der G ruppe war, die von ihren Freu nden kontrolliert wurden (im Vergleich zu Gruppe 1 )? Um knapp 77 % höher! Diesbezüglich habe ich ä h n liche Erfa h rungen gemacht. Dürfte ich dir nur E I N EN Ti pp zum Thema Ziele erreichen geben, wäre es dieser: Suche d ir einen Partner, m it dem du dich jede Woche triffst. Bei die­ sem Treffen tauscht ihr euch gegenseitig über den Fortsch ritt eurer Ziele aus. Kontrolliert dabei gegenseitig d ie Aufgaben, die ihr euch in der vergangenen Woche vorgenommen h abt und gebt euch Feed­ back. Auf eine sogenannte M asterm ind-Gru ppe gehe ich im Kapitel „7 Strate­ gien, d ie d ich produ ktiver werden lassen" nochmal genauer ein . Tust du die Dinge, die notwendig sind, ist es n u r noch eine Frage der Zeit, bis du dein gewünschtes Ziel erreichen wirst. In dieser Zeit gilt es durchzu­ halten und den Weg zum Ziel zu genieße n .

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D e r Weg ist das Zi e l Erinnerst d u d ich noch dara n , was der Samen eines Obstbaums mit Erfolg zu tun hat? Pflanzt du den Samen in die Erde, wirst du d ich erst jahrelang um ihn küm mern müssen, b i s du die erste Frucht essen kannst. Mit unseren Zielen verhält es sich oft ähn lich : Besonders fü r g rößere Ziele ist es keine Seltenheit, mehrere Jahre darauf hinzuarbeiten, bis d iese er­ reicht werden. E i n Ziel ist i m mer ein Prozess u nd Prozesse brauchen i h re Zeit. Diese Zeit g i lt es zu genießen, da uns das Erreichen unseres Ziels oft n icht viel g l ücklicher macht. Kinder bauen keine Sand burgen , u m eine fertige Sandburg zu haben. Sie bauen sie, weil ihnen der Prozess des Bauens Spaß macht. Bekam ich d amals als Kind ein neues Legospielzeug, war der spa n n ends e Teil immer das erste Aufbaue n . Das Spielen selbst war eher zweitrangig und wurde schnell langweilig. H ätte ich das Spielzeug direkt fertig aufge­ baut bekommen, wäre mir ein großer Teil der Freude entgangen . Ü berleg doch mal selbst: Was hat dir als Kind mehr Spaß gemacht? Eine Sache aufzubauen oder anschließend m it der fertigen Sache zu spielen? Da es sich bei Zielen ähnl ich verhält, ist es mit d as W ichtigste, den Pro­ zess an sich zu genießen. Es ist von Vorteil, wen n dir die zielführenden Tätigkeiten zumindest halbwegs Spaß m achen . Ist dies nicht der Fall und du quälst dich d urch diesen Prozess, wirst du am Ende viel zu ausge­ brannt sei n , um das Erreichen deines Zieles genießen zu können - sofern du n icht schon vorher aufgegeben hast. Dieses Buch ist d as beste Beispiel : N achdem es in den letzten vier Wo­ chen sehr gut lief, befinde ich m ich seit ru n d zwei Wochen in einer Phase, in der es eher suboptimal läuft. Nachdem ich mich zu m Schreiben über1 87

wunden habe, m acht es mir jedoch meist trotzdem Spaß, da ich m it jedem geschriebenen Wort näher an mein Ziel komme - auch wenn es zurzeit n icht so schnell vorwärtsgeht. Willst du ein Ziel nur wegen des Endresu ltats erreichen , verhält es sich so, als würdest d u ins Kino gehen, dort aber nur die letzten Min uten des Films zu sehen bekämest. Wü rde dir das Spaß machen? Durch die sofortige Bed ü rfnisbefriedigung in anderen Lebensbereichen haben wir die Vorstellu n g , dass es ähnlich schnell geht, unsere Ziele zu erreichen . Doch d iese ü bertriebene Erwartun gshaltung sorgt oftmals nur fü r F rustration. Geduld wird in unserer heutigen Zeit i m mer seltener. Doch wie der franzö­ sische Schriftstel ler und Pilot Antoine de Saint-Exupery in einem seiner Bücher schrieb: „ Es komm t darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht, dass du an­ kommst. "

Da ich ein sehr ungeduldiger Men sch war - und teils immer noch bin, las ich vor ein paar Jahren eine Kurzgeschichte von Heinrich Spoerl . Da m ich d iese ziemlich bewegte, möchte ich sie m it dir teilen : Es war einmal ein junger Bauer, der wollte seine Liebste treffen. Er war ein ungeduldiger Geselle und viel früher zum Treffpunkt gekommen. Er ver­ stand sich schlecht aufs Warten. Er sah nicht den Sonnenschein, nicht den Frühling und die Pracht der Blumen. Ungeduldig warf er sich unter einen Baum und haderte mit sich und der Welt. Da stand plötzlich ein graues Männlein vor ihm und sagte: ,,Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Nimm diesen Knopf und nähe ihn an deine Jacke. Und wenn du auf etwas wartest und dir die Zeit zu langsam verstreicht, dann brauchst du nur den Knopf nach rechts zu drehen, und du springst über die Zeit hinweg bis dahin, wo du willst. "

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Er nahm den Zauberknopf und drehte. Und schon stand die Liebste vor ihm und lachte ihn an. Er drehte abermals und saß mit ihr beim Hochzeits­ schmaus. Da sah er seiner jungen Frau in die Augen: „ Wenn wir doch schon allein wären . . .

"

„ Wenn doch schon unser neues Haus fertig wäre . . .

"

Und er drehte immer wieder. Jetzt fehlten noch die Kinder und er drehte schnell den Knopf Dann kam ihm Neues in den Sinn und er konnte es nicht erwarten. Und drehte, drehte, dass das Leben an ihm vorbeisprang. Und ehe er sich 's versah, war er ein alter Mann und lag auf dem Sterbe­ bett. Er merkte, dass er mit der Zeit schlecht gewirtschaftet hatte. Nun, da sein Leben verrauscht war, erkannte er, dass auch das Warten des Lebens wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.

Das Erreichen des Ziels sel bst macht vielleicht 1 % aus. Die rest l i ­ chen 9 9 % s i n d d e r Weg zum Ziel. Gen ieße d e n Weg ! D i e s e s p a n n e n ­ de Zeit wird n i e wieder zurückkommen. Lies d i r d i esbez ü g l i c h gerne noch ei nmal das U nterkapitel „D ie Wen n -Dann-Fal le" a u s Te i l 1 , Ka p i ­ tel 9 d u rch. Wollen wir u nsere Ziele erreichen , m üssen wir uns oft selbst ve rändern . Das Tückische a n den meisten Veränderungen ist, dass diese i n so klei­ nen Schritten ablaufen, dass es uns selbst gar n icht auffällt. Es ist ein großer U nterschied, ob du ein Kind täglich siehst oder nur alle d rei Monate. Den Eltern fällt das Wachstum gar nicht besonders auf. Doch was sagt die Oma, wen n sie ihr Enkelkind das erste Mal nach einem län­ geren Zeitraum wiedersieht? „Na, du bist aber groß geworden. " Bei einer Diät verhält es sich ähnlich. Siehst d u d ich sel bst jeden Tag im Spiegel , fällt dir dein Fortsch ritt wen iger auf als einem Freund, der dich ü ber einen längeren Zeitrau m n icht gesehen h at.

1 89

Eine gute Möglichkeit, sich Veränderu ng bewusst zu machen , ist, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen u nd sich selbst zu fragen : Was hat sich im letzten Monat verändert? I m Quartal? I m Halbjahr oder in einem Jahr? Dabei können alte W ochenplanungen oder das Durchsehen deines Kalen­ ders große H i lfen sein . Sprich auch gerne mit guten Freunden, da sie die Situation objektiver beur­ teilen können als d u . Du wirst erstaunt sein , was sie dir berichten werden .

Z i e l e l os lasse n Dass uns u nser Ziel n icht erfüllt, bemerken wir oft erst, sobald wir uns da­ rauf zubewegen . Vielleicht war dieses Ziel doch nicht dein eigenes und es wurde dir solange von außen eingeredet, bis du geglaubt hast, dass du es wirklich wil lst. Anzeichen d afü r können sei n : • •

Du hast regelmäßig absolut keine Lust anzufangen . Selbst nachdem du a ngefangen hast, fällt es d ir schwer, am Ball zu bleibe n .



Die Arbeit an diesem Ziel kostet d ich dauerhaft u n glaublich viel Energie.

Falls d u an einem solchen P u n kt angekommen bist, sei ehrlich mit dir selbst. Frag dich: •

Willst d u dieses Ziel immer noch erreichen?



Den kst d u vielleicht, es ist deine einzige Chance?



Bist d u frustriert, weil es n icht so klappt, wie d u es dir vorgestellt hast?



Ist d ieses Ziel notwendig, u m ein größeres Ziel zu erreichen?

Stell dir d iese Fragen immer wieder u nd spür in dich hinein . Wie fü hlt es sich für d ich an? 1 90

Vom Kopf her mögen d iese Ziele bestimmt alle erstrebenswert sein , doch in dir gibt es weitaus m ächtigere Teile a ls das Rationale. Diese Teile d rü­ cken sich jedoch m eist deutlich s ubtiler aus als der Kopf. I n Antoine de Sai nt-Exuperys bekanntestem Buch „Der kleine Prinz" heißt es: „ Man sieht n ur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist fü r die Augen unsichtbar. "

Willst du dein Ziel von ganzem Herzen erreichen, mach weiter! Spürst du jedoch m it der Zeit, dass sich dein Ziel falsch anfü h lt, dann renne d iesem Ziel n icht verkrampft h i nterher, sondern habe den M ut, es loszulassen - egal, was du bisher schon in dieses Ziel i nvestiert hast. Es wird dich nicht erfüllen.

Res ü m ee : •

Ziele geben unserem Leben eine Richtun g . Wer keine eigenen Ziele hat, wird für die Ziele anderer Leute arbeiten.



Schreibe dir deine Ziele a uf! Denk an die Studie, in der das einmalige schriftliche Festhalten der Ziele die Erfolgswahrscheinlichkeit um knapp 40 % erhöht h at.



Triff die Entscheidung, dass du dein Ziel erreichen wirst - kom me, was wolle! Sobald Erfolg d ie einzige Option ist, wirst du die Dinge tun, d ie notwendig sind, um deine Ziele zu erreichen . M ach e dir außerdem be­ wusst, was deine Beweggründe sind, waru m du dein Ziel erreichen willst.

191



Dein U nterbewusstsein h at deutlich mehr Macht als dein Bewusstsein. Ist das U nterbewusstsein n icht auf deiner Seite, wirst d u dein Ziel n icht erreichen . N utze die i n diesem Kapitel vorgestellten Übungen , um den „Elefanten" dazu zu bringen, dich zu u nterstützen .



Das Einzige, was dich wirklich näher an dein Ziel bringt, ist zielorien­ tierte Aktion . Was ist die E I N E Aufgabe, die dich im Moment deinen Zielen am nächsten bringt? Stell dir d iese Frage regelmäßig und setze diese Aufgabe in der Praxis u m !



Kontrolle von außen sorgt fü r eine Steigerung der Verbind lich keit. Triff dich im Idealfall jede Woche m it einem Freund und besprich mit ihm die vergangenen bzw. die n ächsten Schritte!



Da das Erreichen der Ziele selbst n u r 1 % ausmacht und der Weg dorthin d ie restlichen 99 %, ist es wichtig, dass du den Prozess ge­ nießt. Renne deinen Zielen n icht nur h i nterher, um diese zu erreichen! Den n : Der Weg ist das Ziel.



Sobald du spürst, dass dich dein aktuelles Ziel n icht mehr begeistert, sei ehrlich zu d i r selbst u n d frag dich, aus welchen Grü nden d ies so ist. Ist die Antwort, dass du d ieses Ziel n icht mehr erreichen willst, habe den Mut, es loszulassen.

1 92

Kapitel 3

S p itze n l e istu n g i m Be ruf? So g e l i ngt es d i r

„ Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten. "

Konfuzius (Chinesischer Philosop h )

Wahrscheinlich hat es i n kei nem anderen Lebensbereich s o viel Auswir­ kungen, d isziplin iert zu handeln wie im Berufslebe n . Doch wodu rch entstehen Spitzen leistungen im Beruf? Auf welche Fäh igkeiten kommt es an? Was kannst d u tun, u m dein Einkommen zu erhöhen? Diese Fragen werden wir uns i n diesem Kapitel genauer anschauen und beantworten .

S i e hst d u e i n e n S i n n u n d h ast d u F re u d e a n d e i n e m Be ruf? Erfolgreiche U nternehmer wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg haben so viel Geld angehäuft, dass sie n icht mehr arbeiten müssten . Denn och arbei­ tet jeder der beiden pro Woche - allein vom Zeitaufwand betrachtet - mehr

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als zwei „norm ale" Angestellte zusammen - von der Effizienz ganz zu schweige n . Doch n icht n u r Ü beru nternehmer w i e M u s k oder Zuckerberg arbeiten so viel. Auch die e rfolgreichen Unternehmer in meinem U mfeld arbeiten deut­ lich mehr als der D u rchsch n itt - obwohl sie es bereits „geschafft" habe n . Warum ist d a s so? Sie arbeiten n i cht, wei l sie m üssen, sie arbeiten, wei l ihnen i hre Ar­ beit Freude bereitet. Doch es geht nicht aussch ließlich daru m , die ganze Zeit Spaß bei der Ar­ beit zu haben . Willst du die ganze Zeit Spaß haben, suche dir ein H obby und sel bst dort wirst du manchmal keinen Spaß haben „ . Es geht vielmehr daru m , in deiner Tätigkeit einen Sinn zu sehen . Musk und Zuckerberg haben große Visionen: Während Zuckerberg das weltgrößte soziale Netzwerk a ufbauen möchte, ist die Vision von Musk, dass in Zukunft alle Menschen in Elektroautos fah re n . Außerdem m öchte er Menschen auf den Mars bringen. Welchen Sinn siehst D U in deiner Tätigkeit? Möchtest du lediglich deinen Lebensunterhalt damit verdienen? Geld ist wichtig, keine Frage. Doch Geld allein macht ni cht g lücklich. Diversen Studien zufolge erhöht sich u nser G l ü cksempfi nden mit einem höheren E i n kommen - jedoch n u r bis zu einem Jahresei n ­ kommen v o n 60.000 b i s 80.000 €. Darüber h i naus hat e i n e Gehaltser­ höhung kaum noch Auswirkungen auf u nser G l ücksempfi nden. Angenommen, d u hättest einen Arbeitsvertrag ü ber 40 Stu nden pro Wo­ che. Es bleibt jedoch nicht n u r bei d iesen 40 Stu nden, da noch folgende Zeiten hi nzukommen:

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Mittagspausen



Der Weg zur Arbeit



Das Fertigmachen fü r die Arbeit



Eventuelle Überstunden



Die Zeit, in der d u i n deiner Freizeit an deine Arbeit denkst (der Sonntagabend lässt g rü ßen . ) „

Ü berschlag d och mal kurz, wie viele Stunden pro Woche du mit der Arbeit verbringst. Wendest du pro Woche rund 60 Stu nden für die Arbeit auf, entspricht dies knapp 36 % deiner i n sgesamt zur Verfüg ung stehenden Zeit pro Woche - und das ü ber 40 J ahre. Viele Faktoren beeinflussen , ob wir m it unserer Arbeit zufrieden sind. Dies sind u. a . : •

Das Arbeitsumfeld u n d -klima (Kollegen usw . )



Das Gehalt



Die Freiheiten ( Homeoffice, Gleitzeit usw . )



Doch auch , ob wi r einen Sinn in u nserer Tätigkei sehe

a c

d iese uns Spaß m acht. Welche Studie über Arbeitszufriedenheit i n Deutschland du d i r auch an­ siehst, d u wirst feststellen, dass der Großteil mit seiner Arbeit unzufrieden ist. Während es früher bei der Arbeit ausschließlich daru m ging, den Lebens­ u nterhalt sicherzustellen, geht es heutzutage im deutschsprachigen Raum immer mehr darum , sich sel bst Ausdruck zu verleihen . Meiner Verm utu ng nach ist dies bei den meisten unzufriedenen Leuten nicht gegebe n . Sie sehen keinen/wenig Sinn in ihrer Tätigkeit und haben wen ig Freude an ihr. Aus diesem Grund sind sie unzufrieden. Auch auf deine Leistung hat d ies Auswirkunge n : Siehst d u kei nen S i n n in deiner Tätigkeit und macht dir d iese nicht halbwegs Spaß, 1 95

wirst d u max imal oberer Du rchschnitt sein - so sehr d u dich auch anstrengst. S pitzen leistungen im Beruf werden erzielt, sobald Talent und Diszip­ lin zusammenkommen. Wir hatten es ja schon ein paar Kapitel zuvor: Siehst du einen S i n n in der Sache, wird es d ich deutlich weniger Ü berwi ndung kosten, dafü r unangenehme D inge zu tun, wie z. B. Ü berstunden zu machen. Dabei hat jeder Mensch unterschiedliche Talente und Dinge, d ie ihm Freu­ de bereiten . Mein Mitbewohner ist z . B . I nform atiker. Während e r von seiner Arbeit er­ zählt, strahlt er ü ber das ganze Gesicht - wobei ich oft n u r Bahn hof ver­ stehe . . . Doch das ist völlig okay. Wichtig ist, dass es i h m Freude bereitet. Ein g uter Indikator für Spaß bei der Arbeit sind Flow-Momente. Flow kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ,,fließen". Flow be­ zeichnet das vollständige Aufgehen in einer Tätigkeit, das als sehr beglü­ ckend und befriedigend empfu nden wird . I m Flow scheint alles wie von selbst zu laufe n. Es fl ießt. Beim Schreiben h abe ich immer wieder solche Flow-Momente. Beobachte dich i n n ächster Zeit, ob und wann d u in solche Flow-Momente kommst. Versuche verstärkt, solchen Aktivitäten nachzugehen - vor allem im beruflichen Kontext. Wir h aben das G lück, in einem Land zu lebe n , in dem das m öglich ist. B ist du unzufrieden in deinem Beruf, habe den M ut etwas zu verän­ dern ! Einen erfüllenden Beruf auszu üben, halte ich für so wichtig, dass es das wert ist, danach zu streben. Probiere viel aus. Frag dich immer wieder, was di r an deinem aktuellen Beruf am m eisten Spaß macht und versuche, diese Tätigkeiten auszubau­ en.

1 96

U m dies besser zu verdeutlichen, möchte ich dir kurz meinen beruflichen Werdegang beschreiben: 1.

N ach der Schule begann ich eine Ausbi ldung zu m Steuerfachan­ gestellten . Dort merkte ich sehr sch nell, dass ich später sel bst­ ständig werden wol lte . Ich wusste n u r noch nicht, wom it.

2.

Mit 21 fragte mich ein Freun d, ob ich n icht Lust hätte, als sel bst­ ständ iger Berater fü r einen Finanzdienstleister zu arbeiten. Trotz Misstrauens beschloss ich , dem Ganzen eine Chance zu geben schließlich hatte ich ja nichts zu verlieren . Schnell bemerkte ich , dass es m i r dort gefiel, da der Kunde stark im M ittelpunkt stand. I n d iesem Beruf entdeckte ich meine Leidenschaft, m i t Menschen zu­ sammen zu arbeiten und diesen etwas beizubringen. Doch bei ei­ ner Tätigkeit i m Vertrieb steht natürlich der Verkauf im Fokus.

3.

Mit Mitte 26 ergab sich die Möglich keit, fü r den Finanzdienstleister als Trainer zu arbeiten. Dort kon nte ich meine Leidenschaft , Men­ schen etwas beizubrin gen, besser ausleben und war u nter ande­ rem für die fachliche Ausbildung u nserer neuen Trainees zustän­ dig. Doch mit der Zeit wurde das Thema immer langweil iger.

4.

M i t Ende 27 erzählte m i r e i n guter Freund, dass er und e i n weiterer Freund von ihm eine Geschäftsidee hätten: Sie wollten einen Vi­ deokurs fü r vielbeschäftigte Leute erstellen; und zwar darü ber, wie d iese Sport u n d gesunde Ernährung ohne viel Aufwand in ihren Alltag integrieren könnten. Die beiden Freunde benötigten noch jemanden, der den I nhalt des Prod u kts erstellt und der d ie Videos d reht. Den beiden war bekannt, dass Sport eine meiner g roßen Leidenschaften ist. I ch sagte sofort zu . I n d iesem U nternehmen kam ich zum ersten Mal m it dem Sch rei­ ben von Artikeln , dem Erstellen von I n halten und dem D rehen von Videos in Berü h ru n g . Dort merkte ich , dass mir das Schrei ben Spaß machte und ich selbst am meisten dadurch lernte, wenn ich einen Artikel zu bestimmten Themen schrieb - wie z. B. zum The1 97

ma „Muskelkater'' . Aus d iesem Grund beschloss ich , irgendwann einmal ü ber Themen zu schreiben , die ich in diesem Leben als wirklich wichtig empfi nde - wie z. B. über „Selbstdisziplin". D ieser Moment kam schneller als geplant, da wir das Unternehmen rund zwei Monate später aufgrund i nterner Diffe renzen auflöste n . 5.

Seit April 201 6 arbeite i ch n u n an meiner eigenen Website, und noch nie h at m ich die Arbeit so erfüllt und mir so viel Spaß ge­ macht wie ab diesem Moment. Die Arbeit erfü llt mich so sehr, dass ich im September 20 1 6 die Entscheidung getroffen habe, alles auf d iese Karte zu setzen und nach Berlin zu ziehen.

Rückwirkend betrachtet ergibt n atü rlich vieles S i n n . Außerdem will ich of­ fen zugeben , d ass ich einige meiner Entscheidungen unbewusst getroffen habe. Nichtsdestotrotz zeigt mein Werdegang schön auf, wie ich immer wieder die Dinge verstärkt habe, die m i r Spaß machen . Dazu möchte ich d ich auch erm utige n . So kannst d u d i r nebenberuflich e i n e Selbstständigkeit aufbauen oder Wei­ terbi ldungen zu Themen besuchen , die dich interessieren und dich dadurch immer mehr spezialisieren. Dies erfordert natürlich deinen Ein­ satz. Doch bei all dem S paß und S i n n in deiner Tätig keit: Wil lst du wirkli· c h e n Erfolg i n deinem Berufsleben haben, wirst d u um eine Sache nicht herumkom men: Hart zu arbeiten.

S e i dazu bereit, hart zu arbeite n ! Al le Menschen, d ie berufl ich außerordentl iche Erfolge vorweisen können, haben eine Sache gemeinsam : Sie haben viel mehr gearbei ­ tet a l s d e r Durchschn itt - zumi ndest ü ber e i n e n gewissen Zeitraum. Und mit „gearbeitet" meine ich n icht nur die körperliche Anwesen heit i m Büro, sondern wirkliche Arbeit.

1 98

überlege doch mal: W ie viele Stunden deiner Arbeit verbringst du mit Auf­ gabe n , die dich nicht weiterbringen wie z. B . •

sich mit Kollegen unterhalten ,



Kaffee tri n ken,



Facebook checken oder



das I n ternet auswendig lernen?

Verschwendest du zu viel Zeit mit diesen Aufgaben , wirst du beruflich n ie­ mals mehr erreichen als der Du rchsch n itt. Am schnellsten wirst du in deinem Leben vorankommen, wenn du i n der Lage bist, dir klare Prioritäten z u setzen, d . h. deine wichtigsten Aufgaben zu erkennen u n d d iese Aufgaben anschl ießend schnell und g ut zu erledigen - sowoh l beruflich als auch privat. Gibt d i r dein Chef eine Aufgabe, erledige sie u m gehend ! Geh zu i h m , sag i h m , dass du fertig bist u n d frag ih n nach mehr Verantwortung . Gib immer mehr als das, was von dir erwartet wird . Mache d ich u nersetzbar! Werde die Person, auf die sich andere Le :e verlassen können - ob d ies dein Chef ist oder ob es Ku nden s i n d . So rge dafür, dass sie, sobald es eine Aufgabe gibt, die schnell u n d ordentli ch erled igt werden muss, zu D I R kommen und D I C H damit beauftragen . Bereite d ich besser a u f wichtige Meetings, Gespräche oder Präsentationen vor. Die Vorbereitung auf solche Termine ist n ichts anderes als Fleißarbeit. Angenommen, du h ättest in einer Woche eine Gehaltsverhandlung m it deinem Chef oder ein wichtiges Verkaufsgespräch mit einem potenziellen Ku nden . ü berlege dir vorab deine Argumente und übe dieses Gespräch . Ü be vor allem den Moment, i n dem du deine gewünschte Summe nennst. Mache dies am besten vor dem Spiegel und trainiere diese Situation so lange, bis d u d abei souverän wirkst und keine U nsicherheiten mehr zeigst. Sei überzeugt von di r! Du bist es wert!

1 99

Am Ende solcher wichtigen Gespräche geht es direkt in d ie Nach bereitung: Frag dich anschließen d, was du gut gem acht hast, was Verbesserungspo­ tential hat und was du das nächste Mal anders machen kannst. Das alles mag sich jetzt vielleicht lesen wie der sich ere Weg in ein B urn­ out, doch um im Beruf überd u rchschnittliche Leistu ngen zu erbringen, m usst d u d ich nicht übera rbeite n . Es genügt, 1 0 % härter und mehr zu arbeiten als der Du rchschnitt. Dafü r reicht es häufig , jegliche Form von Ablenkung zu elim inieren: •

Stelle dein Handy auf lautlos und lege es au ßerhalb deiner G riff­ weite.

• •

Schl ieße dein E-Mail-Postfach und deinen Browser. Sag deinen Kollegen, dass du n icht d u rch private Gespräche ge­ stört werden möchtest.

Wofür du ebenfalls Zeit i nvestieren darfst, ist deine persönliche Weiterbil­ d u n g . Deshalb:

B i l d e d i ch rege l m ä ß i g weite r Geh i n deinem Leben niemals davon aus, alles zu wissen ! Der d eutsche in d ustrielle und Politiker Philip Rosenthal brachte es m it dem folgenden Satz deutlich auf den Punkt: „ Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!"

Die Welt wandelt sich im mer schnel ler. Das, was heute neu und ge­ fragt ist, wird bereits morgen wieder veraltet und vergessen sei n . Deshalb ist e s s o wichtig, sich regelmäßig weiterzubilden. Bereits vor über 2 . 500 J ahren sagte der chinesische Philosoph Laozi angeblich : „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück. "

200

Spätestens ein paar Monate nach dem Berufseinstieg denken viele Leute, alles zu wissen und hören damit auf, großartig Zeit in i h re Weiterbildung zu investieren . Sie legen d ie Füße hoch, lassen sich nach Feierabend vom Fernseher bespaßen und sind höchstens dazu bereit, neue Dinge zu ler­ nen, sofern es keine Möglichkeit gibt, sich davor zu d rücken . W i e ist e s bei d i r? Wie viele Bücher kaufst du dir beispielsweise pro Jahr? Liest du d iese Bücher wirklich oder verstauben sie nur im Regal? Einige meiner Freunde betreiben Websites m it ähnlichen Geschäftsmodel­ len. Sie sind schon ein paar Jahre weiter und bieten Videokurse zu diver­ sen Themen an, die teils mehrere hundert Euro kosten . Von ihnen weiß ich, dass ru nd 50 % der Käufer dieser Videokurse sich kein einziges Mal in i h ren gekauften Kurs einloggen! Von den wenigen Leuten, d ie sich diesen Kurs wirklich bis zum Ende a nsehen mal ganz zu schweigen „ . Noch einmal: 50 % geben mehrere h u ndert Euro fü r d iese Kurse aus und schauen

sich nicht mal ein einziges Video davon an! Hast d u dieses Buch wirklich bis zu d ieser Stelle komplett gelesen, dann verdienst d u ein rieseng roßes Lob. Mach weiter! Du bist auf dem richtigen Weg ! Doch wie bereits beschrieben , genügt es n icht, dieses Wissen n u r zu kon­ sum iere n . Wissen festigt sich am besten, indem du dieses Wissen trai­ nierst und in der Praxis auch anwendest. Aus diesem G rund d ie F rage an dich: We ndest du di eses Wissen auch an? Wissen festigt sich ebenfalls d u rch ständ ige Wiederholung . Daher ist es sin nvoll, ein Buch noch ein zweites und ein d rittes Mal zu lesen. Es wird d i r

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mehr bringen, 1 0 Bücher jewei ls 1 0 Mal zu lesen als 1 00 Bücher jeweils einmal. Je mehr Sinneskanäle (wie z. B. sehen, hören , fühl en,

„ .

) angesprochen

werden , um so besser lernst d u . Deshalb ist es sinnvoll, zu Themen, die d ich i nteressieren bzw. i n denen d u besser werden möchtest, einen Vide­ okurs zu kaufen oder Seminare zu besuchen . N atürlich kosten Videokurse oder Seminare mehr als ein Buch . Doch falls du die gelernten Di nge wirklich umsetzt, wirst du das investierte Geld schnell wieder drin h aben - u nd noch viel mehr. Dementsprechend habe ich i n den unterschiedlichsten Büchern die Em pfeh lung gelesen, 1 0 % des Nettoei nkommens in die eigene Weiterbild ung zu investiere n , was ich selbst auch tue. Die beste I nvestition, die d u tätigen kannst, ist immer n och d ie I nvestition in d ich selbst. Auf keinen Fall rate ich d ir, sparsam zu sein, was deine per­ sönliche Weiterbild ung betrifft - ganz im Gegenteil: Als ich damit anfing, richtig viel Geld in meine persönliche Weiterbild ung zu investiere n , ist mei­ ne E ntwicklung durch d ie Decke gegangen . Die Sache, d ie mich am meisten vorangebracht hat, war persönl iches Coaching. E i n Coach bzw. M entor hat im Idealfall das erreicht, was d u auch erreichen möchtest. D u rch sei n Wissen und seine H i lfe wirst du deutlich sch nel ler dort angelangen, wo d u hinwi l lst. Du n i m mst sozu­ sagen eine Abkürzun g . In vestiere i n einen Coach bzw. in ein persönliches Mentori ng ü ber einen längeren Zeitra u m . N atürlich kostet dies eine Menge Geld . Doch dieses Geld ist gut angelegt, und du wirst deine Ziele um ein Vielfaches schneller erreiche n . Falls du d a s Gefüh l h ast, ich könnte dir weiterhelfen, schicke mir e i n e Mail an [email protected] . net. Ansch ließend besprechen wir, was ich für dich tun kann und schauen, ob die Chemie zwischen uns sti mmt.

202

Eine zeitsparende Methode, u m sich weiterzubilden , sind u . a. H örbücher u n d Podcasts . Diese kannst du jederzeit an höre n . Was m achst d u beispielsweise a u f d e m W e g z u r Arbeit? Hörst du im Radio das Gejam mere, dass heute schon wieder Montag ist? Oder nutzt du d iese Zeit sinnvoll und bildest dich weiter? Sel bst wen n du jeden Tag insgesamt n u r 30 Minuten zur Arbeit und zurück brauchst, wären das bei 230 Arbeitstagen im Jahr 1 1 5 zusätzliche Stun­ den, die d u in deine Weiterbild ung i nvestieren könntest. Wenn ein d u rch­ schn ittl iches Hörbuch

eine Spielzeit von 6 Stu nden hat,

sind dies

1 9 zusätzliche Bücher, die du innerhalb eines J a hres anhören kön ntest. Sel bst wenn du nur auf dem H i nweg Aud ioprogramme anhörst, weil du auf dem Rückweg dafür zu m üde bist, wären dies 8 bis 9 zusätzliche B ücher im Jahr. Das Leben ist Lernen. Hör n iemals damit auf, dich we ite rzub i l d e n vor ,

al lem im beruflichen Kontext. Bist d u n icht mehr auf dem n e u esten Stand, b ist d u ersetzbar geworden. Lass es n icht s oweit ko m m e n . u nd werde i n deinem Berufsfeld e i n Experte. Um erfolgreich im Beruf zu werden, ist ein g uter U m gang m it an deren Menschen von Vorteil.

lerne e i n e n g ute n U m g a n g m i t d e i n e n M itm e nschen Der Mensch ist nach wie vor ein Rudeltier. Du wirst s o gut wie immer an­ dere Menschen um dich herum haben - sowohl beruflich als auch privat. In einem beruflichen Kontext können diese Menschen, mit denen du aus­ kommen darfst, folgende sein: 203



Der Chef



Die Kollegen



Die Mitarbeiter, d ie d u fü h rst



Kunden

E i n g uter U mgang mit Menschen ist eine Grundvoraussetzung für Erfolg i m Beruf. Je besser d u verstehst, wie die Menschen um d ich herum ticken, was i h nen wichtig ist und wie d u m it ihnen umgehen m usst, desto erfolgreicher wirst d u werden. Dabei handelt es sich ebenfalls wieder um eine Fähigkeit, d ie so g ut wie jeder Mensch ler­ nen kan n . E s würde d e n Rah men dieses Buches sprengen, z u detailliert a u f dieses Thema einzugehen. Falls es d ich interessiert, empfehle ich d i r das Buch „W ie man Freunde gewi n nt - die Ku nst, einflussreich und beliebt zu sein" von Dale Carnegie. Doch die wichtigsten Dinge möchte ich dir auch hier m itgeben: J eder Mensch hat das Bed ü rfnis nach Anerkennung und Wertschät­ zung. Oft ist es jedoch so, dass seine Leistu ng nicht ausreichend gewürd igt, sondern als n ormal h i ngenommen wird . Doch wenn diese Person einmal e in en Feh ler begeht, wird dieser sofort getadelt. Wie behandelst du beispielsweise Verkäufer oder Bedienungen in einem Restaurant? •

Schaust d u d as Servicepersonal ü berhaupt an oder würd igst d u es keines Blickes?



Wie redest d u mit dem Servicepersonal? Spri chst du im Befehlston oder behandelst du sie wie einen g uten Freu nd?



Bedankst d u d ich aufrichtig fü r ihren Service oder nim mst d u d ie­ sen als selbstverständlich wahr?



Honorierst d u die Leistung d es Servicepersonals und gibst d u ein angemessenes Trinkgeld?

Solche Situationen sind ideal, u m einen besseren U mgang mit Menschen zu ü be n . Behandle d as Servicepersonal wie deinen besten Freund , er204

weise ihm Respekt, bedanke dich a ufrichtig bei ihm und wünsche ihm ei­ nen schönen Tag . Lass diese Worte wirklich von Herzen kommen! Men­ schen merken schnell, wenn du ihnen nur etwas vorspielst. Behandelst du diese Menschen gut und zeigst ihnen deine Anerkenn u n g und Wertschätzu ng, wirst du erstaunt sei n , was passieren wird . Diese Menschen werden dich gerne bedienen und vielleicht werden sie für dich ja sogar Dinge tu n , d ie sie n icht für jeden Kunden tun würden . Es sagt viel ü ber den Charakter eines Menschen aus, wie d ieser Mitmen­ schen behandelt, a)

denen er gegenü ber i n einer Machtstellung steht und

b) die n ichts für i h n tun können (wie z. B . ein Bettler). Ich habe gehört, dass einige große amerikanische Firmen potentielle M it­ arbeiter am Flughafen von einem Chauffeur abholen lassen und nach dem Bewerbungsgespräch wieder zum Flughafen bringen lassen . Anschl ießend wird der Chauffeur gefragt, wie dieser vom potentiellen M itarbeiter beha delt wurde. Das Wort des Chauffeurs hat dabei ein h öheres Gewicr als die Präsentation des potentiellen M itarbeiters beim Bewerbungsgesprac Für Erfolg im Berufsleben ist des Weiteren ein gene rel l es u n d e h r l i ­ ches I nteresse an deinen M itmenschen u n d deren Wo hl u nverzicht­ bar. Finde heraus, was deinen M itmenschen wichtig ist und befriedige diese Bed ürfnisse. Die meisten Menschen reden gerne - und vor allem über sich selbst. Lass sie reden und frag interessiert nach . Auch h ier gilt natürlich wieder, dass es den m eisten Menschen auffällt, falls du aus reinem Eigennutz fragst. Absch ließen möchte ich d ieses U nterkapitel m it einer kleinen Anekdote: In d e r Woche der Wa h l z u m britischen Premiermin ister traf sich eine Frau nacheinander mit den beiden Kandidaten William Edward Gladstone und Benjamin Disraeli.

205

N ach beiden Gesprächen sagte sie: „Nach dem Treffen mit Gladstone dachte ich, dass

ER

der wichtigste Mensch auf dieser Welt ist . . . Doch

nach dem Treffen mit Oisraeli hatte ich das Gefühl, dass ICH die wichtigste Person auf der Welt bin. "

Disraeli gewann die Wah l . S e i m e h r w i e Disraeli . Rede n i cht über d i c h , rede über die andere Person u nd d rücke i h r deine ehrl i ch gemeinte Wertschätzung aus. Je besser d u m it Menschen umgehen kannst, desto höher ist die Chance, dass d u erfolgreich in deinem Beruf wirst. Schaffst du es zusätzl ich , die Probleme anderer M enschen zu lösen, steht deinem beruflichen Erfolg kaum noch etwas im Weg.

Löse d i e P ro b l e m e a n d e re r M e n s c h e n Viele Menschen warten sehnsüchtig auf den Moment, a b dem sie keine Probleme mehr haben . Geht e s d ir genauso, darf ich d ich enttäuschen : Solange d u lebst, wirst du immer wieder Probleme habe n . D i e Frage ist also nicht, ob d u irgendwa n n keine Probleme m e h r haben wirst. Die Frage ist, wie du am besten m it d iesen Problemen umgehst. Probleme bieten näm lich immer eine Chance zum Wachstu m . Doch n icht n u r d u hast Probleme. Jeder Mensch hat Probleme: D u , i c h , d e i n Chef, d e i n e Kunden,

„.

Die Probleme eines Chefs können sei n : • •

Er hat mehr Arbeit als er allein bewältigen kan n . Er möchte sich auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren und sich nicht m it unwichtigen Aufgaben aufhalte n , die jedoch trotzdem er­ ledigt werden müsse n . 206



Er m öchte, dass die Firma auch wäh rend seines U rlaubs weiter­ läuft.

Ein Angestellter löst einen Teil dieser Probleme und dafü r bekommt dieser eine Gegenleistung: Sein Gehalt. Bei Selbstständigen verhält es sich äh n lich . Diese bieten ihren Ku nden eine Dienstleistu ng oder ein Produ kt an, das ein Problem für die Kunden löst. Der Steuerberater beispielsweise erstellt die Steuererkläru ngen für seine Mandante n . Das Problem der Mandanten ist folgendes: Diese m üssen eine Steuererklärung erstellen, haben jedoch keine Ah n u n g , wie das geht und auch keine Lust/Zeit, es zu lernen . Als Gegenleistung schreibt der Steuerberater den Mandanten eine Rechn u n g . Je g rößer d ie Probleme sin d , die d u lösen kannst, desto mehr G e l d wirst d u verdienen. Des Weiteren ist d e i n Arbeitsei n kom m en v o n zwei weiteren Faktoren abhän g i g : 1 ) Wie gut deine Lösung für die an deren Leute fu n ktion ie rt ( = Q a

-

tät) 2) Wie viele Leute d u mit deiner Lösung erreichst (= Quantität) Mit d iesem Buch mache ich n ichts anderes. Höchstwahrschein lich liest du dieses Buch , weil eines deiner aktuellen Probleme mangelnde Selbstdis­ ziplin ist. Glaub m i r: N icht nur dir geht es so. Vielen Menschen mangelt es an Sel bstdisziplin. Mein Ziel mit d iesem Buch ist es, Leuten m it genau diesem Problem eine entsprechende Lösu ng an die Hand zu gebe n . Stell dir regelmäßig zwei Fragen : 1 ) Welche Probleme haben andere Leute? 2) Welche speziellen Fähig keiten habe ich , um d ieses Problem zu lö­ sen? 207

Es genügt jedoch n icht, dass du Probleme von anderen M enschen lösen kannst. Sie m üssen auch von dir erfahren:

lerne d i e G ru n d l ag e n vo n Ve rtri e b u n d M a rketi n g ! I m deutschsprachigen Rau m hat das Verkaufen oft ei nen schlechten Ruf. Viele Menschen haben dabei das Bild eines schmierigen Versicherungs­ vertreters im Kopf, der n u r an seinem eigenen Profit i nteressiert ist und im Zweifel seine Großm utter verkaufen würde. Klar, dass niemand damit in Verbindung gebracht werden möchte. Doch alle U nternehmen sind darauf aus, etwas zu verkaufe n . Denn ohne Verkauf g i bt es kei nen Gew in n . Das beste Produkt wird sich n icht verkaufen, wenn d ie Leute nichts davon wissen. Somit ist der Verkauf der Motor der Wi rtschaft. Die Amerikaner sind sich dessen bewusst. Aus diesem Grund ist der Beruf des Verkäufers in den U SA m it einer der Angesehensten überhaupt. Dort gibt es auch d as Sprichwort „Life is a salestalk" - „Das Leben ist ein Ver­ kaufsgespräch" . Selbst wen n du keine Produ kte oder Dienstleistungen verkaufst, bist d u trotzdem d ie ganze Zeit am Verkaufen - und zwar dich selbst: •

Ein Bewerbungsgespräch

und

eine Gehaltsverhandlung sind

n ichts anderes als Verkaufsgespräch e. •

Falls d u von der Bank einen Kred it haben möchtest, ist dies eben­ falls ein Verkaufsgespräch .



Sel bst ein Date ist eine Art Verkaufsgespräch .

Deshalb ist es so wichtig, die Grundlagen im Verkauf und Marketing zu kennen - und zu beherrschen . Dabei hand elt es sich ebenfalls wieder um Fähigkeiten, d i e von jedem erlernt werden kön n e n . 208

Ü ber d ieses Thema wurden u nzäh lige Bücher geschrieben . Doch am schnel lsten lernst du das Verkaufen, indem du eine solche Tätigkeit aus­ ü bst. Das m uss nicht fü r immer sei n . Einige Wochen Erfahrung reichen schon aus, z. B. während der Semesterferien auf der Straße Spenden sam meln. Bei solch einer Tätigkeit wi rst d u i mmer wieder mit Ableh n u n g konfrontiert werden. Kein Mensch wird gerne abgelehnt, dementsprechend wollen so wen ige einen Beruf im Vertrieb ausüben . Dies führt dazu , dass Stellen im Verkauf m eist sehr gut bezahlt werden. Es ist natürlich auch Typsache, doch vermutlich wirst du in keinem Beruf so viel Sel bstdisziplin bra uchen wie im Verkauf. Der Vorteil ist jedoch , dass du keine anderen g roßartigen Fähigkeiten brauchst. Aus d iesem Grund kann quasi jeder, der es wirklich wi l l , im Verkauf erfolgreich werden . I m Verkauf darfst du dich immer und immer wieder dazu überwinden, für die meisten Menschen u nangenehme Dinge zu tun, wie Kunde a

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usw. Dies ist n icht fü r jeden etwas. I nzwischen weiß ich. dass es

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auch nichts war. Doch ich bereue meine E rfah rung im Vercrieb im Gegenteil : Dort habe ich das Verkaufen gelernt, was

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noch äußerst nützlich ist. Das wohl Wichtigste fü r den Verkauf möchte ich dir h ier m itg ebe n : D u verkaufst n iemals ein e Sache, sondern immer den N utzen, den das Produkt/die D ienstleistu n g fü r den potentiellen Käufer hat. Was meine ich damit? Angenommen, du würdest Bohrm aschinen verkaufen. Dann verkaufst d u d e m potentiellen Käufer nicht d ie Eigenschaften d e r Bohrmaschine (750 Watt, 3 . 000 Um drehu ngen pro Minute,



. ) sondern das, was diese ,

Bohrmasch ine für den Ku nden tun kan n . ü berlege doch mal kurz: Was kann der potentielle Käufer m i t d e r Bohrma­ schine tun?

209

Er kann damit Löcher bohren, um z. B . Regale anzu bringen oder Bilder aufzuhängen. Dadurch wird seine Wohnung schöner und ihm steht mehr Platz zu r Verfügung. Bei diesem Buch verhält es sich ähnlich . Ich verkaufe dir kein „Mehr" an Sel bstd isziplin, weil du g a r k e in „Mehr" an Selbstdisziplin haben möchtest. Du möchtest z. B . . . . •

. „ m ehr Sport treiben, um dadurch besser auszusehen .



. . . weniger Süßigkeiten esse n , um wieder in deine alte Kleidung zu passen.



.



. . . m it dem Rauchen aufhöre n , um gesünder zu sei n .

. . etwas fü r deine Ziele tun , um d iese zu erreichen.

H abe ich recht? Selbstdisziplin ist lediglich das Werkzeug, um diese Ziele zu erreich en. Wie sieht es bei einem Bewerbungsgespräch aus? Dort verkaufst d u dich und den Vorte il, den du dem U nternehmen bieten kannst. Ist i n d iesem U nternehmen eine Stelle ausgeschrieben, hat d as U nternehmen ein Proble m . Somit ist das U nternehmen auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung. M ach dir vor einem solchen Gespräch klar, was d ich von anderen Bewerbern abh ebt und warum du am besten dafür geeignet bist, das Problem d ieser Firma zu löse n .

210

Res ü m ee : •

Einen Sinn in seinem Beruf zu sehen u n d zu mindest den G roßtei l der Zeit Freu de an seiner Tätig keit zu haben, sind G ru ndvoraussetzungen fü r außerordentl iche Erfolge im Berufslebe n . Macht dir deine Tätigkeit keinen Spaß u n d siehst du darin keinen S i n n, wirst du maximal Durch­ schnitt sein. Für jede n , der im deutschsprachigen Raum lebt, ist eine berufliche Selbstverwirkl ich ung m öglich . Auch fü r dich !



Von n i chts kommt n ichts . Willst du Erfolg im Berufsleben, sei dazu bereit, wirklich dafü r zu arbeiten . lerne, dir Prioritäten zu setzen und d e i ne wichtigsten Aufgaben schnell und ordentlich zu erledigen . Sei dazu bereit, immer 1 0 % m eh r z u geben a l s der Rest!



Hör niemals auf, dich weiterzubilde n ! Lies regelmäßig Bücher. bes ehe Seminare und lass dich persönlich coachen . D iese D i nge kos·e Geld, ja. Wendest du jedoch d ie dabei gelernten D i nge an, bekommst du ein Vielfaches deines investierten Geldes wieder zurück .



I m Berufsleben sind zwei weitere Fähig keiten von großer Bedeutung: Ob d u gut mit anderen M enschen umgehen kannst und ob du (dich selbst) verkaufen kan nst. Nimm dir die Zeit und erlerne diese Fähigkei­ ten .



Dein Einkommen ist davon abhängig, wie gut du die Probleme anderer Menschen lösen kannst. Dabei spielen zwei D inge eine Rolle: Wie gut dein Lösungsansatz ist (die Qualität) und wie viele Leute du damit er­ reichst (die Quantität).

21 1

Kapitel 4

7 Strateg i e n , d i e d i ch p rod u ktive r we rd e n l assen

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern e s ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. "

Lucius Ann aeus Seneca (röm ischer Ph ilosop h )

,,Ich fange gleich an, ich check nur nochmal schnell Facebook"

-

kommt d i r

dieser Gedanke bekannt vor? Wie viel Zeit verschwendest du jeden Tag, weil du trödelst und deine Auf­ gaben immer wieder durch WhatsApp und Co u nterbrichst? Produktiv sein bedeutet, Dinge effizient zu erledigen . Denn Zeit ist ein kostbares Gut. I m mer, wen n wir länger fü r eine Tätigkeit brauchen als da­ fü r nötig wäre, verl ieren wir Zeit. Wie gelingt es d i r zukünftig , in weniger Zeit mehr zu erledigen? Diese Fra­ ge werden wir in d iesem Kapitel beantworten .

Waru m ist e s s i n nvo l l , Aufg a be n ko nze ntri e rt zu e rled i g e n ? Wir leben i n einer Zeit, i n der alles unsere Aufmerksamkeit erfordert. Dank Smartphone sind wir ständig u n d über alle Kanäle erreichbar. Facebook,

212

l nstagram , Tinder, Netflix, Twitter und Co sind jederzeit n u r ein paar Klicks entfernt. Heutzutage buhlt alles ständig um u nsere Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund fällt es uns immer schwerer, konzentriert an unseren Aufgaben zu arbeiten . Die ständigen Reize, die der digitale Lebensstil mit sich bringt, haben laut einer M icrosoft-Studie dazu geführt, dass inzwischen sogar ein Goldfisch eine größere Aufmerksam keitsspanne besitzt, als ein Mensch in d e r westlichen Welt. Wollen wir eine Tätigkeit erledigen , wird diese häufig unterbrochen, z. B . durch einen schnellen Bl ick auf das Smartphone. D i e ständigen Unterbre­ chungen füh ren dazu, dass wir deutlich länger für die Tätigkeit brauchen und uns somit wen iger Zeit fü r andere Dinge zur Verfügung steht. Bei den Tätigkeiten, die wir ständig u nterbrechen , handelt es sich in der Regel um Aufgaben, die uns keinen bzw. wen ig Spaß machen : •

Für eine Prüfung lernen



Unangenehme Arbeit erledigen



Schwierige Kunden an rufen



Die Wohnung sauber machen

Da wir meist sowieso n icht d rum herum kom men, d iese Aufgaben zu erledigen, fü hrt d ies jedoch zu n ichts. Trödeln wir bei diesen Aufga­ ben , verliere n wir n u r kostbare Zeit, die u ns für D i nge zur Verfüg ung stünde, d ie u ns mehr S p aß machen . Aus d iesem G ru n d ist es so wichtig, konzentriert seine Aufgaben abzuarbeiten. Selbstdisziplin ist die Grun dvoraussetzung für Prod uktivität . Doch wie beim Marshmallow-Experiment kommt es auch hier wen iger auf die D isziplin selbst als auf die richtigen Strategien a n . Es folgen die besten mir bekannten Strategien:

213

1 . E l i m i n i e re jede Form vo n Ab l e n ku n g Eri n nerst d u d ich noch an den besten Tipp, u m Versuchungen aller Art zu widerstehen? Gar n icht erst m it der Versuchung in Kontakt zu kommen. Wollen wir u nsere Produ ktivität steigern , verhält es sich dabei ä h n ­ l i c h : Verbanne a lles a u s deiner Sicht- und Griffweite, was d ich i r­ gendwie ablenken kön nte. Dank unserer geringen Aufmerksamkeitsspanne lassen wir uns leicht ab­ lenken . Das passiert oft a utomatisch und geht so schnell, dass wir es n icht einmal mehr m itbekommen, wie ich es selbst vor kurzem erst wieder erfah­ ren durfte: Zum Großteil arbeite ich zu Hause. Aktuell wird das Nachbarh aus kernsa­ n iert, wod u rch es an manchen Tagen etwas lauter werden kann . Als es a n einem Tag besonders schlimm war, besorgte ich mir Ohrenstöp­ sel und legte sie vor meine Tastatur, um sie g riffbereit zu haben, sollte ich den Lärm von nebenan nicht mehr ertragen . Ab d iesem Zeitpu n kt h ielt sich der Lärm in Grenzen , sodass ich d ie Ohren­ stöpsel nicht benötigte. Trotzdem m achte ich eine interessante Erfahru n g : I c h ertappte mich mehrmals dabei, w i e ich statt z u schreibe n , die Verpa­ ckung der Ohrenstöpsel in den Händen hielt und damit herumspielte. Als mir d ies zum dritten Mal a uffiel, legte ich die Ohrenstöpsel auf die an­ dere Seite meines Sch reibtisches - und anschließend war Ruhe. Wenn sich „ M r. Selbstdiszip l i n " schon von einer ei nfachen O hren­ stöpselverpackun g ablenken lässt, was den kst d u , was passieren würde, wen n ich mein ständig aufle uchtendes u nd vibrierendes Smartphone vor m i r l iegen hätte?

214

H öchstwahrscheinlich würde meine Produktivität um 50 % ein brechen, da ich die ganze Zeit auf W hatsApp und Facebook rumhängen würde bzw. Energie dafür aufwenden m üsste, eben dies n icht zu tun. Während ich arbeite liegt mein Handy laut- und vibrationslos auf meinem Bett und somit deutlich a u ßerhalb meiner Griffweite . Manchmal vergesse ich jedoch , die Vibration auszuschalten u n d höre mein Handy auf dem Bett vi briere n . Anschließend spüre ich in m i r sofort den Drang , zu meinem Handy zu stürzen und zu sehe n , was gerade passiert ist. Und h ier der Tipp an d i c h : M i n i m iere und e l i m i n iere alle möglichen Ablenku ngsquellen aus dei nem Arbeits u mfe l d ! Des Weiteren ist m e i n E-Mail-Postfach g eschlossen, sodass i c h keine Pop-up-Benachrichtigungen erhalte, sobald eine neue E-Mail eingetroffen ist. Es genügt vollkommen, dein Postfach drei bis vier Mal am Tag zu öff­ nen . W irklich erfolgreiche Menschen tun dies auch nicht öfter. U nd ich glaube nicht, dass du wichtiger bist als solche Personen, oder? z

r Re­

cherche benötigen . Falls der I nternetbrowser wirkl ich nöt i g ist, dan

ver­

Lass deinen I nternetbrowser geschlossen, solltest du d iesen n ich

wende nicht deinen Standartbrowser, sondern einen anderen . D o rt hast du keine Schnellstartleiste sowie keine Chron ik. Es ist viel umständl icher, i n d e r Adresszeile deines neuen Browsers ,,f a c e b o o k . c o m" einzuge­ ben und dich dort einzu loggen , als auf das Facebook-Symbol in deiner Schnel lstartleiste zu klicken u nd sofort loslegen zu können. Alternativ gibt es auch verschiedene Browser-Erweiterungen, die bestimm­ te Seiten (wie z. B . Facebook) sperren können. Au ßerdem empfehle ich d ir, deinen Schreibtisch bzw. dein Büro m i ­ n imalistisch zu halten. J e weniger D i n g e s i c h darauf befi nden, desto wen iger kan nst du abgelenkt werden. I n Erlangen stand m ir ein separates Arbeitszimmer zur Verfügung. I n die­ sem befand sich n ichts, außer einem Schreibtisch , einem Stuhl und zwei Aktensch ränken . Auf dem Sch reibtisch standen nur mein N otebook, eine 215

Tasse und das Buch , das ich aktuell las . Während ich arbeitete, legte ich das Buch jedoch auf die andere Seite des Sch reibtisches . Wie bereits beschrieben, sorgt eine ordentliche U m gebung a u ßerdem da­ fü r, dass wir d isziplin ierter handeln . Aus diesem Grund kommt dir ein mi­ nim al istischer Arbeitsplatz doppelt zugute. Wie sieht aktuell dein Sch reibtisch aus? Wie viel Ablenkung bietet er dir? Oder ist dein Schreibtisch sogar so zugem ül lt, dass sich darauf gar nicht mehr vernü nftig arbeiten lässt? Ein weiterer ablenkender Faktor können andere Menschen sein , wie z. B . Arbeitskollege n . Falls du gerade wichtige Dinge z u erledigen hast, dann bitte sie daru m , dich n icht zu stören.

2. Arbe ite nach d e m Pareto -Pri nzi p Das Pareto-Prinzip wurde n ach dem ital ienischen In genieur und Ö konom Vilfredo Pareto benannt. Dieser fand heraus, dass sich al les 80/20 tei· len lässt. Das bedeutet, dass 80 % des Gesamtergebn isses m it 20 % des Gesamtaufwands erreicht werden kan n . D i e verbleibenden 20 % des Ergebnisses benötigen dementsprechend 80 % des Aufwandes. Erledigst du die zusätzlichen 80 % , g renzt es schnell an Perfektionismus. Das Pareto-Prinzip kann auf vieles angewendet werden: •

20 % der Kunden bringen 80 % des U m satzes.



20 % der Fischer fangen 80 % der Fische.



I n 80 % der Zeit trägst du 20 % der Sachen, die d u im Kleider­ schrank hast.



80 % des Stadtverkehres spielen sich auf 20 % der Straßen ab. 216



20 % der Angestellten erled igen 80 % der Arbeit.

Es ist inzwischen belegt, dass das Pareto-Prinzip nicht auf alles anwend­ bar ist. So besaßen i m Jahr 2000 ca . 1 0 % der Weltbevölkerung 85,2 % des Verm ögens. Trotzdem lässt sich das Pareto-Prinzip auf vieles in dei­ nem Leben übertragen, was ich dir anhand von zwei Beispielen zeigen m öchte : 1 ) Angenommen, d u arbeitest im Vertrieb und deine Aufgabe wäre es, eine spezielle Dienstleistung zu verkaufen. Dann würde es d i r nichts bringen, wen n d u die besten Verkaufsprospekte hättest, so­ fern du keine Kunden kennen würdest, denen du d ie Verkaufs­ prospekte präsentieren kön ntest. Kü mmere dich erst einmal daru m , regelmäßig Ku nden zu haben ! Anschließend kannst du dann überlegen, wie d u deine Abschluss­ zahlen optimieren kannst. 2)

Ist es dein Ziel, M uskeln a ufzu bauen, wirst d u un zä hlige Websites zu d iesem Thema finden, die dir alle den einen geheimen Trick verkaufen wolle n , der deinen M uskelaufbau revolutionieren wird . Dabei ist es so einfach: Erlerne u n d fokussiere dich auf die Grund­ übungen, ernähre dich ausgewogen und proteinreich und achte darauf, genü gend zu schlafe n . Du m usst n icht drei Stunden pro Tag im Fitnessstudio train ieren oder d i r teure Nahrungsergän­ zungsmittel kaufen . Konzentriere d ich auf die 20 % der Basics! Dad urch wirst du 80 % d es Ergebnisses erziele n .

Das Pareto-Prinzip anzuwenden, hat sehr v i e l m it d e m Setzen von Prioritäten zu tun. Du kan nst Pareto sogar nochmal 80/20 teilen: Die richtigen 4 % des Arbeitsaufwands sorgen für 64 % des Gesamter­ gebn isses. Dies m uss nicht immer zutreffen , die Wahrscheinl ichkeit ist jedoch hoch . Frag dich ständig, welches die 20 % Arbeitsaufwand sind, d ie dir 80 % des Ertrages bringen u nd konzentriere dich dann auf diese. 217

3 . O rg a n i s i e re d i ch D a ich m it einem g uten Gedächtnis gesegnet b i n, hielt ich frü her Organisa­ tion für ü berflüssig . Waru m alles aufschreiben , wenn ich m i r doch alles merken kann? Als ich jedoch immer mehr Projekte zu managen hatte und dabei gelegent­ lich Dinge vergaß, beschloss ich , dem Organisieren eine C hance zu ge­ ben . Seitdem mein Leben g ut organ isiert ist, b i n ich 50 - 1 00 % pro­ d u ktiver. Das l iegt daran, dass ich genau weiß, was ich wan n zu erle­ digen habe. Au ßerdem m uss ich mir keine Gedanken darüber ma· chen, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Einer meiner besten Freunde h at gefüh lt das schlechteste Gedächtnis auf der ganzen Welt. Trotzd em ist er ein erfolgreicher U nternehmer. Wie schafft er das? I n dem er gut organ isiert ist. Für deine Organisation empfehle ich dir zwei Di nge : 1.

Einen Kalender Ich gehe d avon aus, dass du bereits einen Kalender nutzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: •

Du kannst deine Term ine eintragen .



Du hast jederzeit einen Ü berblick über deinen Tagesablauf.



Termine vergessen wird unmöglich (es sei denn, du vergisst, sie einzutragen



„ .

).

Du wirst an Term ine eri n nert.

Ob d u einen dig italen oder sch riftl ich Kalender fü hrst, bleibt dir ü berlassen . Beides h at seine Vor- u nd N achteile.

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I ch selbst verwende den Kalender von Google. Dieser ist online je­ derzeit abrufbar und d ie Synchronisation mit dem Handy oder dem Tablet ist sehr einfach . Achte jedoch dara uf, dir ausreichend Zeit für dich selbst und für d ie Dinge, die dir Spaß m achen freizuh alte n . Sorge fü r eine ausgewo­ gene Balance zwischen deinen Lebensbereichen. 2.

Ein Tool, m it dem du deine ToDos verwalten kan nst Jeder hat Aufgaben , die er erled igen möchte. H alte diese Aufga­ ben fest, um sicherzugehen , dass du n ichts Wichtiges vergisst. Am Anfang tat ich d ies m ittels einer Kombination aus handge­ schriebenen N otizzetteln und Notizen im H andy, was jedoch schnell ausartete, u m ständlich und u n ü bersichtlich wurde. I n zwischen n utze ich für meine ToDos ausschl ießl ich Trello. Ü ber dieses Programm ist qu asi mein gesamtes Leben organisierL Es gibt auch andere vergleich bare Programme, wie z. B. Evemo e. Trello ist kostenlos und u n kompliziert. N eben der Browser-Variante gibt es Apps fü r Smartphone und Tablet, sodass der Zugriff darauf jederzeit mög lich ist. In der App-Variante wird dafür nicht einmal eine aktive I nternetverbindung benötigt.

Die Basis m einer Organ isation ist eine g ute Wochenplan u n g . Dafür nehme ich m i r jeden Sonntag 1 5 bis 30 Minuten Zeit und bereite meine Planung fü r die kommende Woche vor. I ch frage mich: •

Welche Termine habe ich?



Welche Dinge m öchte ich erledigen?

Und auch jeden Aben d ist es m it das letzte P rodu ktive, das ich tue: Mir den morgigen Tag anzusehen und mir genau diese zwei Fragen zu stellen . Dies führt d azu, dass ich morgens direkt m it dem Abarbeiten meiner ToDo­ Liste starten kann - ohne ü berlegen zu müssen, was ich zu tun habe. 219

Setze d ir fü r deine Plan u n g m ithi lfe des Pareto-Prinzips klare Prioritä­ ten und stell d i r die Frage : Wen n du morgen nur eine einzige Tätig keit erled igen kön ntest, welche würde d ies sein? Behandle d iese Aufgabe bevorzugt u nd erledige sie am nächsten Tag so frü h wie möglich. Deine Plan ung - u nd vor allem d eren Kontrolle - kann durch eine Master­ m ind-Gruppe auf ein n eues Level geh oben werden:

4. D i e M aste rm i n d -G ru p pe Eine Masterm ind-Gruppe bezeichnet ein e Gruppe von Leuten, die in re­ gelmäßigen Abständen zusammenkommt und sich gegenseitig beim Errei­ chen ihrer Ziele u nterstützt. Diese Gru ppe kann einen bestimmten Le­ bensbereich (z. B. Arbeit, Sport) oder alle Bereiche des Lebens betreffen. Für de n Anfang empfehle i ch dir, ein en Masterm ind-Partner zu suchen , m it dem du alle Teilbereiche deines Lebens du rchgehen kannst. Suche dir dafü r einen guten Freund oder einen Coach . I m Idea lfall kommt i h r jede Woche zusammen . Dabei coacht i h r euch ge­ genseitig und besprecht d ie vergangene sowie die kommende Woche: •

Was wurde vorige Woche erledigt?



Wo gab es Schwierigkeiten?



Was wurde n icht erledigt bzw. waru m wurde es nicht erledigt?



Was soll in der nächsten Woche passieren?



Gegenseitiges Feedback/Tipps

Zuerst erzählt der eine Partner von sich , wäh rend der andere Feedback gibt . Danach wechselt ihr die Rollen und der Partner, der zuerst Feedback gab, berichtet n u n von seiner vergangenen und seiner kommenden Wo­ che. H altet dabei alles schriftlich fest (z. B . auf Trello), u m die Planung nächste Woche besser kontrollieren zu kön nen . 220

Sobald i hr eingespielt seid, sollte das Masterm ind-Gespräch insgesamt nicht länger als 30 bis 45 Minuten dauern . Der g rößte Vortei l des M astermi n d -Gesprächs ist es, dass d u anderen Menschen gegenüber i n die Verantwortung ge hst. Dad u rch steigt die Wahrsch e i n l ichkeit, dass d u die d i r vorgenommenen Dinge wirklich u msetzt. D ies wurde im Verlauf des Buches bereits mehrfach thema­ tisiert. Mit meinem ehemaligen M itbewohner bega n n ich Ende 20 1 5 das erste Mal, ein wöchentliches M asterm ind -Gespräch zu fü h re n . I nsgesamt zogen wir d ies ü ber einen Zeitra u m von einem halben Jahr durch . I ch kann m ich an wen ig eri nnern, was meine Entwicklung so stark nach vorn gebracht hat wie d ieses wöchentliche Mastermind-Gespräch . Mache dir diesen Vorteil zun utze und suche di r einen Partner.

5 . E rled i g e n u r e i n e e i nzige Sache ! Besonders u nangenehme Tätigkeiten, wie z. B. unzufriedene Kunden an­ rufen, schieben wir gerne auf und u nterbrechen d iese immer wieder m it Facebook usw. Die Lösung dafür ist, dass du eine Entscheidung triffst: Du entscheidest dich dafür, jetzt diese eine Sache zu erledigen. Bis d i ese Sache erledigt ist, darfst d u n ichts anderes tu n ! E ntweder, d u tust J ETZT diese e i n e Sache oder d u verschwendest deine Zeit m it Däumchen d rehen oder Löcher i n d ie Luft starren. Mach es dir dafür so einfach wie möglich und minimiere alle Ablenkungs­ quellen! Schl ieße deinen Browser und stelle dein Handy auf Flugmodus n atürlich erst, NAC H D EM d u d ie noch anstehenden Kunden gespräche geführt hast. . .

221

6 . Arbe ite i n B l öc ke n I n Deutsch land ist Stand 20 1 7 noch immer der Acht-Stunden-Arbeitstag die Regel . D ieser wird offiziell meist nur durch d ie M ittagspause unterbro­ chen. Doch i n einem normalen Bürojob arbeitet kein Mensch wirklich die vollen acht Stunden. Lass es i m Durchschnitt vier Stunden sei n , in denen wirklich produktiv gearbeitet wird . Der Rest der Zeit wird häufig mit folgenden Tä­ tigkeiten verbracht: •

Kaffee trinken



Zeitung lesen



Sich mit den Kollegen u nterhalten



Im I nternet surfen

Solltest du in deinem Beruf höhere Ambitionen haben, werden dich d iese D i nge jedoch n icht weiterbringen. Da es genauso wen ig Sinn hat, vier Stunden d u rchzuarbeiten, emp­ fe hle ich d ir, in Blöcken zu arbeiten. Dies bedeutet, dass d u eine be­ stimmte Zeit konzentriert arbeitest und anschl ießend eine kleine Pau­ se ein legst, bevor du den nächsten Arbeitsblock beg i nnst. Beispielsweise kann st du in 50/ 1 0 I ntervallen arbeite n . Das bedeutet, dass d u 50 Mi nuten lang arbeitest, in der Zwischenzeit keine anderen Dinge tun darfst und ansch ließend eine kurze Pause von 1 0 M inuten einlegst, in der d u tun darfst, was du willst. Richtig eingesetzt, erhöhen diese ku rzen Pausen deine Arbeitsleistu n g , da sie dir d abei helfe n , kreativer, aufmerksamer und genauer zu arbeiten.l§ I m Idealfall stehst du in diesen Pausen kurz auf und bewegst dich etwas. Geh zum Fenster u nd schau bewusst auf u nterschiedliche Objekte in der Ferne. Dadurch tust du n icht nur deinem Geist, sondern auch deinem Rü­ cken und deinen Augen etwas Gutes . 222

Die Arbeit in Intervallen l ässt sich auch auf andere Dinge übertragen , wie z. B . das Lernen oder die H au sarbeit. Ich schreibe dieses Buch und meine Arti kel ebenfalls i n SO-Min uten-I ntervallen und mache anschließend eine Pause, bevor ich weitersch reibe.

7 . lagere D i n g e a u s , d i e d u n i cht zwi n g e n d s e l bst e rled i g e n m u sst Tätigkeiten an andere Personen zu delegieren wird seit Tim Ferris' Buch „Oie 4-Stunden-Arbeitswoche" i m mer beliebter.

Die Idee dahinter ist folgende: Es g i bt viele Tätig keiten, die wir erled i­ gen müssen. Bei den meisten d ieser Dinge spielt es jedoch keine Rolle, ob d u sie selbst erledigst oder ob es eine and ere Person für dich übernimmt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Steuererklärun g . Für jeden Angestellten ohne weitere Einkü nfte lohnt e s sich, e i n e Steuer­ erklärung zu machen, da er m eist etwas Geld zurückbekommt. Hast d u keine Ah nung, wie das geht, gibt es folgende zwei Möglich keite n : 1.

D u liest d ich selbst in die Thematik ein und ärgerst dich m indes­ tens ein ganzes Wochenende, bis die Steuererklärung fertig ist.

2.

Du gehst z u einem Steuerberater. Dieser erstellt di r d i e Steuerer­ kläru ng in meist weniger als einer Stunde, wofür er dir jedoch eine Rech nung schreibt.

Was d arf es sein? Willst d u dein ganzes Wochenende u nd somit deine kostbare Freizeit dafü r opfern , um deine Steuerklärung zu erstellen?

223

Oder lässt d u lieber einen Profi fü r dich arbeiten, genießt dein Wochenen­ de u nd tust stattdessen die Dinge, auf die du Lust hast? Als Angestellter zahlst du fü r die Steuererklärung vielleicht 1 50 bis 200 €. Da der Steuerberater ein Profi ist, holt er jedoch wahrscheinlich mehr Geld fü r d ich heraus, als du ihm zahlst. Hinzu kommt, dass du m it einem Steu­ erberater rechtlich auf der sicheren Seite bist, da U nwissenheit nicht vor Strafe sch ützt. Ein weiteres Beispiel ist das Putzen der eigenen Wohnung. Wie sieht es bei dir aus? Putzt du gerne? Es gibt Menschen, denen d iese Tätigkeit sehr viel Freude bereitet. Falls es dir wie m i r geht, kannst du dir wah rscheinlich schönere Dinge in deiner F reizeit vorstellen. N ichtsdestotrotz ist es sinnvol l , die Wohnung hin und wieder zu säu bern . Ang enommen , du wärst selbstständig, dir m acht deine Arbeit Spaß, hast einen Stundenlohn von 1 00 € und au ßerdem mehr Kunden als du bedie­ nen kannst. Bevor d u dich jede Woche eine Stunde lang mit Putzen quälst, hol dir lie­ ber eine professionelle Putzkraft und triff dich in d ieser Stu nde, in der du geputzt hättest, lieber m it einem weiteren Ku nden. Das Putzen selbst kannst du fü r g roßzügige 20 €/Stunde auslagern , wäh­ rend d u in der Zwischenzeit 1 00 € verd ienst. Deine Vorteile dabei: 1.

Du hast deutlich mehr Spaß bei deiner Tätigkeit, der du statt des Putzens nachgehst.

2.

Deine Wohn u ng ist im Idealfall sau berer als hättest du sel bst ge­ putzt.

3.

D u hast i mm er noch 80 € mehr Geld in der Tasche als wenn d u selbst geputzt hättest.

224

In der Regel sind es d ie A-Aufgaben, d ie uns Geld ein bri ngen. Trotz­ dem g i bt es B- u n d C-Aufgaben, die erledigt werden müssen. Durch das Aus lagern von B- und C-Aufgaben, steht uns entweder mehr Zeit für u nsere A-Aufgaben oder fü r Freizeitaktivitäten zur Verfüg ung . Frag dich folgendes: Welche Tätigkeiten m achen dir keinen Spaß, müssen jedoch trotzdem erledigt werden? I st es möglich , d iese Tätigkeiten a n jemand anderen abzugeben? Bezüglich des Auslagerns von Aufgaben hatte ich meinen Schlüsselmo­ ment M itte 20 1 6, als mein Fah rradreifen platt war. Da ich als Ausgleich zu meinen kopflastigen beruflichen Tätigkeiten gerne h andwerklichen Tätigkeiten nachgehe, beschloss ich , den Reifen selbs z flicken und freute m ich sogar darauf. Doch zwei frustrierende S unde später hatte ich den Reifen noch nicht einmal von meinem Fah rrad heru n­ tergebracht. Da sich das Reifenwechseln bei meinem Fah rrad - dank Scheibenbrem­ sen und diversen a nderen Dingen - als ziemlich schwierig herausstellte, beschloss ich, aufzuhören und das Rad einem Profi zu ü bergeben . Rückwirkend betrachtet, b i n ich dankbar dafü r, dass sich das H interrad mei nes Fah rrads so kompliziert lösen ließ. D ies zeigte mi r, wie wichtig und sinnvoll es ist, Dinge auszu lagern . I m Oktober 20 1 7 hatte ich an meinem Fahrrad erneut einen platten Reife n . Da ich auf m e i n Rad angewiesen bin, stellte sich für m ich n icht die F rage, ob der Reifen geflickt werden muss. Die Frage war, ob ich es sel bst mache oder es an einen Profi abgebe. Durch meine Erfahrung in der Vergangenheit überlegte ich keine Sekunde und entsch ied, mein Rad in eine entsprechende Werkstatt zu bringen.

225

Für die Reparatur habe ich 1 6 € gezahlt. Diese 1 6 € sind fü r m ich persön­ lich gut investiertes Geld , da mir dadurch einiges an Ärger und zwei bis d rei Stu nden Zeit erspart geblieben sind. Die ersparte Zeit ist in dieses Buch geflossen. Jeder Mensch hat verschiedene Stärken und Schwächen. Oftmals verschwenden wir jedoch zu viel Zeit dafü r zu versuchen, diese Schwächen auszugleichen u n d zu meistern , anstatt diese Dinge so­ fort einem Profi zu übergeben. Bei meinem Beruf als Autor verhält es sich ähn lich . Was das Schreiben selbst angeht, würde ich von mir behaupten , dass ich diese Tätigkeit eini­ germaßen gut beherrsche. Doch eine Fähigke it, die ich wohl niemals zu 1 00 % m eistern werde, ist die Groß- u nd Kleinschreibung sowie d ie korrek­ te Komm asetzun g . Da diese Fähigkeiten fü r meinen Beruf jedoch essentiell s i n d , habe ich zwei Möglichkeiten: 1)

Ich kön nte 1 .000 Stunden lang Deutsch lernen, u m d iese Schwä­ chen zu beheben. Dies würde m ir jedoch keinen Spaß machen. Höchstwah rschein lich würde ich dadurch sogar die Lust am Schreiben verlieren - u nd ob diese Schwäche dann komplett be­ hoben wäre, bezweifele ich ebenfalls stark.

2)

Oder ich suche mir jemanden, der in diesen Pu nkten seine Stärken hat und der meine Artikel bzw. dieses Buch überprüft und korri­ giert.

Drei Mal darfst du raten , für welche Option ich mich entschieden habe. (An d ieser Stelle geht ein g roßer Dank an Yvonne, meine tolle Lektorin fü r d ieses Buch sowie meine a ktuelle u n d ehemaligen Korrektu rleserinnen, die meine Artikel ü berprüfen u n d verbessern : Nadja, Nicole und Christi na. Habt vielen Dank! Ohne euch hätte ich es n icht geschafft! )

226

Was sind die Aufgaben, d ie dir n icht gut liegen bzw. keinen S paß machen , deren Erledigung jedoch trotzdem nötig ist? Ist es möglich, diese Aufgaben von jemand anderem erled igen zu lassen , der in d iesem Bereich seine Stärken hat? Falls ja, habe den M ut und probiere es einmal aus! Du wirst erstaunt sein, was passieren wird . . .

Res ü m e e : •

Wir verschwenden h äufig viel zu viel Zeit dadurch , dass wir uns immer wieder ablenken lassen. Der beste Weg , Versuchungen zu widerste­ hen, ist, gar n icht erst mit d ieser Versuch u ng in Kontakt zu komme . Aus d iesem G rund em pfehle ich d i r, soweit wie möglich jede Art von potentieller Ablenkung aus deinem U mfeld zu verbannen . H a lte deinen Schrei btisch sauber, schalte dein Sm artphone aus, schließe das E­ Mail-Postfach u n d deinen Browser!



lerne, d i r Prioritäten zu setzen und anschließend deine wichtigsten Aufgaben abzuarbeiten ! Das Pareto-Prinzip kann di r dabei eine große H ilfe sein . Welche 20 % deiner Tätigkeiten sorgen fü r 80 % des Er­ gebnisses? Konzentriere d ich schwerpu n ktmäßig auf die Aufgaben, die dir die 80 % des Ertrags bringen.



Organisation ist das A und 0 . Führe einen Kalender sowie eine ToDo­ Liste und erstelle dir regelmäßig eine Wochenplanung sowie eine Ta­ gesplanung. Frag dich dabei immer wieder: Wenn du in der kom men­ den Woche/am nächsten Tag nur eine einzige Aufgabe erledigen d ü rf­ test, welche würde das sein? E rstelle d iese Planungen am Ende der Woche/am Aben d , sodass d u zu Beginn der nächsten Woche/des 227

nächsten Tags n icht erst ü berlegen m usst, was ansteht, sondern di rekt m it dem Abarbeiten deiner Tätigkeiten beginnen kan nst. •

Besprich und kontrolliere deine Planu ngen mit einem guten Freund oder einem Coach. Dies sorgt für eine stärkere Verbindlichkeit gegen­ ü ber deinen Aufgaben . Dadurch steigt die Chance, dass du d iese Tä­ tigkeiten wirklich erledigst. Außerdem bekommst du wertvolles Feed­ back und wirst a uf Dinge h i ngewiesen , auf die du selbst nicht gekom­ men wärst.



Willst du arbeiten , dann arbeite! Willst du spielen , dann spiel! Verm i­ sche beides jedoch n icht m iteinander u nd konzentriere d ich aus­ schließlich auf eine einzige Sache! Für eine bessere Produktivität emp­ fehle ich d i r, i n I ntervallen zu arbeiten . N ach j edem Arbeitsintervall legst du eine ku rze Pause ein . Die Pausen werden dir dabei helfen kreativer, aufmerksamer u nd genauer zu arbeiten .



Auf welche Aufgaben hast du keine Lust, kommst jedoch trotzdem nicht d ru m heru m , diese zu erledigen? Ist es möglich, diese Aufgaben an eine andere Person abzugeben? Falls ja, beauftrage einen Profi . In der Regel ist d ieser deutlich schneller und dari n kompetenter als d u . In der gewonnenen Zeit kannst du andere Dinge erledigen oder deine Freizeit gen ießen .

228

Kapitel 5

Was j e d e r ü be r G e l d w isse n s o l lte

„Denke immer daran: Geld ist nicht alles. Aber denke auch daran, zunächst viel davon zu verdienen, ehe du einen solchen Blödsinn denkst. "

Un bekannt

Was hält die meisten Menschen davon ab, das Leben so zu lebe n , wie sie es gerne möchten? Höchstwahrscheinlich Geld bzw. dass sie davon n icht ge n ügen d ha­ ben. Geld ist nicht alles im Leben, doch wan n wird Geld zu wichtig? Auf jeden Fall dann, wenn es an allen Ecken u nd Kanten fehlt. Doch was ist Geld eigentlich? Wie gelingt es dir, mehr davon zu verdie­ nen? Warum ist es so wichtig, regelmäßig Geld zu sparen? D iesen F ragen gehen wir wäh rend d ieses Kapitels auf den G ru n d . (Anmerkung des Autors: Du wirst dich im Verlauf dieses Kapitels vielleicht im mer wieder fragen, was das gerade Gelesene mit Selbstdisziplin zu tun hat. Die Antwort darauf ist „nicht viel". Es ist immer noch ein B uch über Selbstdiszi plin, doch es würde nichts brin gen, einfach nur zu schrei ben : „Arbeite hart und spare dein Geld!". Das Thema Geld ist viel kom plexer,

als es auf den ersten Blick vielleicht erscheint, da viele Dinge dafü r ver­ antwortlich sind, ob d u Geld hast oder n icht. Doch ja, zu diesen Dingen gehören auch Arbeit und das Sparen von Geld . ) 229

Was ist G e l d ? Gehen wir gedan klich in der Zeit ein paar tausend Jahre zurück: Nehmen wir an, d u wärst Bäcker und du verdientest deinen Lebensunter­ h alt mit dem Backen von B rot. Sofern du keine Gluten-Allergie h ast, kön ntest du natürlich allein d urch dein Brot ü berlebe n , doch würde es dir irgendwann zu m Hals raushänge n . U m deine Ernährung etwas abwechslungsreicher z u gestalten , gehst du zu einem dir bekannten Bauern u n d möchtest ein Laib Brot gegen sechs Eier ei ntauschen . Doch wie verhält es sich , falls der Bauer aktuell keinen Be­ darf an Brot hat, da er kurz zuvor m it einem anderen Bäcker ein Tausch­ geschäft eingegangen ist? Du schaust in d ie Röhre und darfst weiterhi n dein Brot essen . U m d iesen Fall zu vermeiden u n d den Tausch handel zu vereinfachen, gab es schon immer sogenanntes Prim itivgeld, das als Tauschmittel akzeptiert wurde. Dabei handelte es sich z. B . u m •

Muschel n,



Rinder,



Pfeilspitzen oder



Reis.

Mit der Zeit kamen immer mehr M ü nzen auf. Doch erst im 14. Jahrhundert n . Chr. nahm das Geld seine aktuelle Bedeutung als geprägtes Zah lungs­ m ittel an. Bis Mitte des 20. Jahrh u nderts war das im U m lauf befind liche Geld noch als Sicherheit i n Gold hi nterlegt, doch inzwischen wurde der sogenannte Goldsta ndard q uasi von jedem Land aufgegebe n . Stattdessen gibt es geldpolitische Maßnahmen der N otenbanken , die das Preisn iveau sicher­ stellen sollen . 230

Rein m ateriell kostet es ungefähr 4 Cent, um einen 500-Euro-Schein her­ zustellen . N u r d urch das Vertrauen der Menschen hat dieser Schein einen wirklichen Wert von 500 E u ro. Geld ist also nichts anderes, als ein anerkan ntes Tausch- u nd Zah­ l u ngsmittel, das seinen Wert d u rch das Vertrauen der Leute i n d ieses erhält. In der heutigen Gesellschaft steht verdeckt jedoch noch immer hinter je­ dem Austausch von Geld eine Art Tauschhande l . Bist d u angestellt, tauschst du dei n e Arbeitskraft - und somit deine Zeit gegen ein Gehalt ein . Jedes Mal, wenn du einen Teil deines Gehalts fü r Waren oder Dienstleistungen ausgibst, tauschst d u q uasi einen Teil deiner Arbeitskraft gegen d ie Ware oder gegen die Dienstleistung. Du tauschst einen Teil deiner Arbeitskraft gegen •

die Miete,



deine Nahrungsmittel,



Benzin für dein Auto,



deine Kleidung oder



dein neues Handy .

„ .

Du hast d ich wahrscheinl ich schon h äufiger gefragt, wie d u mehr Geld verd ienen kan nst. Doch das ist d ie falsche Frage. Gehen wir wieder ein paar tausend J a h re zurück zu unserem Bäcker, der seinen Lebensunterha lt m it dem Backen von B rot verdient. Nehmen wir an, er bekäme für jeden La ib Brot standard mäßig vier M uscheln beza h lt. Unser Bäcker ist jedoch ambitioniert u n d h at den Plan, das am besten schmeckende Brot in seiner Stadt zu backen . Dementsprechend arbeitet er pro Tag d rei zusätzliche Stunden, um in d ieser Zeit mit seiner Rezeptu r z u experim entiere n . D iese verbessert er immer weiter, sodass d e r Bäcker sein Ziel bald er­ reicht hat und das am besten schmeckende Brot in seiner Stadt backen 231

kan n . Dad u rch kann er sei ne Preise erhöhen u nd bekommt n u n statt vier Muscheln pro Brot sechs M uscheln bezah lt. Dein Arbeitseinkommen hängt stark von dem N utzen ab, den d u zur Gesellschaft bzw. deiner Umgebung beiträgst. Somit beantwortet sich auch d ie Frage, wie d u mehr Geld verdienen kannst: Erhöhe deinen N utze n , den du zur Gesellschaft beiträgst! D ie Frage ist also n icht, wie du mehr Geld verd ienen kannst. Die Frage ist, wie du deinen N utzen fü r die Gesellschaft erhöhen kannst. Wie bereits in Kapitel „Spitzenleistun g im Beruf? So gelingt es dir" ausfü hr­ lich beschrieben , setzt sich dein N utzen fü r die Gesellschaft aus zwei Din­ gen zusammen: 1)

Der Qualität (wie schm eckt dein Brot?)

2 ) D e r Quantität (wie viel Brot kannst du backen?) In Zeite n, in denen man pro Tag zwei bis d rei Spam-Mails mit einem Be­ treff „Schnell reich werden!" u sw. erhält, l iest sich das vielleicht etwas langweilig, doch glaub m i r: Seinen N utzen fü r seine U m gebung zu erhöhen ist immer noch der beste u nd nach haltigste Weg , um mehr Geld zu verdienen. J e nützli ­ cher d u für deine Umgebung bist, u mso m e h r Geld wirst du verd ie­ nen. So war es schon im mer und so wird es auch immer sei n. Neben deinem N utzen fü r die Gesellschaft ist eine weitere Sache von gro­ ßer Bedeutu ng. Diese Sache spielt wahrschein lich sogar eine noch größe­ re Rolle - auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Ich will d ich nicht weiter auf die Folter spannen: I ch rede von deiner Ein­ stellung zum Geld.

232

Wie d e n kst d u ü be r G e l d ? „ Geld ist die Wurzel allen Übels. " „Menschen, die viel Geld haben, sind schlecht. " „Reiche Menschen beuten die armen Menschen aus. "

Falls d u so oder so ä h n lich ü ber Geld den kst, dann lass dir d i rekt eine Sache gesagt sei n : Du wirst n iemals viel Geld besitzen . „ Warum ist d as so? Jeder Mensch strebt es a n , ein möglichst positives Bild von sich selbst zu h aben .ffr Falls d u beispielsweise denkst, dass Geld den C h a ra kter verd i rbt, wirst d u u nbewusst alles dafür tun, u m Geld von d i r fe rn z u h a lte n , wei l d u sonst deinem i dealen positiven Selbstbild n i c h t m e h r ents p rec e würdest. Wie wir über Geld denken, h at sehr viel m it u nserer Erziehung und unse­ ren E rfahrungen zu tu n . Doch es würde den Rahmen dieses Buches sprengen, darauf einzugehen. Lieber möchte ich d i r einige Anregungen geben , wie du deine Einstellung zum Geld ändern kan nst, da dies der Schl üssel zum Reichtum ist. Als Erstes darfst d u verstehen, wie viel Gutes mit Geld getan werden kan n : •

Geld baut Krankenh äuser.



Geld l indert H u ngersnöte.



Geld sorgt für sauberes Trin kwasser.



Geld bezahlt eine ärztliche Behandl u n g .



Geld bezahlt Löhne.



Geld bildet unsere Kinder a u s .



Geld finanziert wohltätige Organisationen . 233

Suche gerne nach weiteren Beispielen fü r positive Dinge, d ie mit Geld getan werden kön n e n . Vielleicht bemerkst du jetzt in dir e i n e kritische Stimme, die dir D i n g e ein­ redet wie: •

Geld finanziert Kriege.



Die G ier nach Geld sorgt dafü r, dass andere Menschen ausgebeu­ tet werden.



Wegen Geldes leidet d ie N atur.

Ja, das ist auch richtig . Wo Licht ist, wird auch immer Schatten sein . Die Frage ist jedoch , worauf du dich fokussierst. Geld an sich ist n icht g ut oder sch lecht. Es ist das, was du daraus machst. Geld und auch M acht verstärken Chara kterzüge. Jemand , der vorher „schlecht" war, wird noch viel sch lechter sein , sobald er Geld und Macht hat. Gena uso verhält es sich m it Menschen, d ie „gut" s i n d . Geld gibt ihnen die Macht, noch viel mehr Gutes zu tun . Da es sich besser verkauft, be­ richten d ie Medien nur leider öfter ü ber Menschen, d ie schlechte Din­ ge mit bzw. für Geld tun. Dies lässt d en Eindruck entstehen, dass alle reichen Menschen schlecht sind. Aus diesem Gru nd m öchte ich jetzt g enauer auf zwei der reichsten Men­ schen der Welt eingehen: Bill Gates u n d Warren Buffett. Bill Gates hat die Softwarefirma Microsoft gegründet und diese über Jahr­ zehnte geleitet. Dank der Produkte von Microsoft konnte der Computer den Massenmarkt erobern und dadurch das Leben vieler Menschen erheblich verbessern . Dieses B uch beispielsweise habe ich komplett in M icrosoft Word geschrieben. Warren Buffett ist der wohl bekannteste Investor der Welt. Er leitet die I nvestmentfirma Berkshire H athaway. Jeder kann sich an dieser beteiligen und an i hren Gewinnen profitiere n . Hättest du Buffett im Jahr 1 965 234

1 00 Dollar gegeben, hätte er bis 201 5 daraus 1 .800 . 000 Dollar gemacht. Dies entspricht einer Wertentwicklung von 2 1 ,65 % pro Jahr! Jetzt verglei­ che, wie viel Zinsen du im Schn itt i n den letzten Jahren bekommen hast. . . Sowohl Gates als auch Buffett sind reich geworden, wei l sie das Le­ ben anderer Menschen extrem bereichert haben. Was spricht dage­ gen, dass man reich wird, wenn man das Leben anderer M enschen bereichert? Doch das ist nur eine Sache, auf die ich h inauswi l l. Sowohl G ates als auch Buffett haben bereits Milliarden von Dollar fü r wohltätige Zwecke gespen­ det. Sie sind die Sch irmherren mehrerer Stiftungen und a u ßerdem starte­ ten die beiden zusammen im Jahr 201 0 die Kampagne



The Giving

Pledge" („Das Versprechen, etwas herzugeben"). Im Zuge dessen ver­

sprachen bereits ü ber 40 amerikanische M illiardäre, mindestens die Hälfte ihres Verm ögens für wohltätige Zwecke zu spende n . Dass reiche Menschen s o g roßzügig sin d , ist ni chts

N eu e s .

Auch i n

d e r Vergangen heit g a b e s d as i m m e r wieder. S o spen d ete n d i e i n d i esem B u c h erwäh nten Andrew Carnegie und Jo hn D. Roc kefe l l e r ei nen Großteil ihres Verm ögens fü r woh ltätige Zwecke. Und d iese Menschen sollen schlecht sein? Besuche gerne die Website https ://qivingpledge.org/ . Dort kannst du d i r d i e Bilder der Millionäre u n d Milliardäre ansehen, die die Kampagne von Gates und Buffett u nterstütze n . Sieht einer dieser Menschen fü r dich so aus, als ob er der Teufel i n Person wäre? Meiner Meinung nach trifft für viele eher das Gegenteil zu . . . Wie bereits besch rieben , sind die Menschen , mit denen wir uns umgeben , sehr wichtig , da d iese Menschen auf uns abfärben und wir m it der Zeit ihre Eigenschaften annehmen. Aufg rund dessen umgebe ich mich gerne mit erfolgreichen Leuten . D urch Zufall erfuhr ich vor kurzem , dass ein fl üchtiger Bekan nter aus mei­ nem Fitnessstudio ein U nternehmer und mehrfacher Millionär ist. Aus die235

sem G rund schrieb ich ihn am nächsten Tag an und teilte ihm m it, dass ich es sehr interessant fände, was ich gestern eher beiläufig über i h n erfahren h ätte . I ch schrieb i h m , dass ich ihn gerne näher kennenlernen würde und fragte i h n , ob er Lust h a b e, m it m ir einen Kaffee zu trinken oder etwas essen zu gehen. Als ob es das N ormalste der Welt wäre, sagte er sofort zu. Ein paar Wochen später trafen wir uns u n d ich l ernte ihn etwas näher kennen. Aktuell ist er woh l der reich ste Mensch , den ich kenne und auch g leichzei­ tig einer der nettesten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe. Er stand mir offen Rede und Antwort. So fragte ich ihn beispielsweise, ob er etwas für wohltätige Zwecke täte. Er bejahte dies und erzählte m ir, dass er u nter anderem im Winter immer Sch lafsäcke im Kofferraum seines Autos h abe, die er an Obdachlose verteilen würde. Als Wertschätzung seiner Zeit wol lte i ch ihn z u m Essen ein laden . Doch er bestand darauf, M I CH einzuladen . U n d da s ol l noch einer sagen: „ Geld verdirbt den Charakter" . . .

Geld zu haben, ist g ut, wei l du damit sehr viel G utes bewirken kan nst. Falls du mir immer noch n icht glau bst, schlage ich dir vor, Geld an bedürf­ tige Personen zu verschenken und genau auf di e Reaktionen dieser Per­ sonen zu achten . Da ich Einsatz belohne, verschen ke ich gerne Geld an Flaschensammler oder Straßenm usiker. I nzwischen habe ich ein gutes Gefühl dafü r, wer das Geld wirklich benötigt. Diesen Leuten stecke ich gerne einen 1 0- oder ei­ nen 20-Euro-Schein zu . Des Weiteren kann st du im Restaurant der Bedienung ein großzügiges Trinkgeld geben . F rag die Bedienung jedoch vorab, ob sie das Trinkgeld behalten darf. Bejaht sie dies, gib ihr etwa 20 % Trinkgeld und achte genau auf ihre Reaktio n . Besonders d ie Reaktionen der beschenkten Bettler o d e r Flaschensammler sind oftmals unbezahlbar. Probiere es doch ein paar Mal aus und achte 236

darauf, ob du die Dankbarkeit dieser Personen ü berhaupt annehmen kannst. Ich kon nte dies a m Anfang n icht. Als ich die Dan kbarkeit das erste Mal vollständig an nehmen konnte, hat es m ich so tief berührt, dass mir die Tränen kamen. Ich kann d i r n u r empfehlen, regelmäßig Geld an bedürftige Personen zu verschenken. Lass es dabei ruh i g auch mal etwas mehr sei n. 1 0 E u ro sind für d i ch wahrschein l i ch n icht v iel G eld - f ür diese Men­ schen ist es jedoch oft al les. Probiere es aus u n d du wirst erstau nt sein, was passieren wird ! Vielleicht hast d u jetzt verstanden, dass Geld nicht sch lecht ist u n d dass m it Geld sehr viel Gutes bewirkt werden kann . Doch vielleicht denkst d u immer noch , dass Geld n icht g lücklich m acht. Ja, Geld macht nicht g l ü cklich, doch das ist auch n icht die Aufgabe des Geldes. Geld kan n das Leben jedoch sehr viel schöner machen. Die Aufgabe des Geldes ist es, uns d ie Freih eit zu geben, das Leben so zu lebe n , wie wir es leben wollen.

Das Stre b e n nach fi n a nzie l l e r F rei h e i t Erfüllt dich deine aktuelle Arbeit? Falls nicht, warum ü bst du sie dann ü berhaupt aus? Lass mich raten: D u benötigst das Geld, u m deine Ausgaben zu bezahlen . Diese sind u nter anderem . . . •

deine Miete,



dein Essen ,



deine Hobbys u n d



diverse Freizeitaktivitäten .

237

H öchstwahrscheinl ich spielt die Zeit aktuell g egen dich. Hörst du mit dem Arbeiten auf, kommen an jedem 1 . des Monats Kosten auf dich zu . Doch d u hast keine Ein nahmen mehr, m it denen du diese Kosten bezah len könntest. Trifft der gerade beschriebene Fall auf dich zu, bist du in einem Hamsterrad g efangen. Vielleicht ist d i r das bereits bewusst. Falls ja: Was tust du aktuell dafür, um aus d iesem Hamsterrad auszu brechen? Viele Leute hoffen auf die Rente, die sie in 1 0, 20 oder 30 Jahren bekom­ men werden. Sie erwarten , dann end lich frei zu sein u nd den ganzen Tag das tun zu können, was sie wollen. Doch oftmals erfolgt schnell die Er­ n üchteru ng, d a die Rente vorn und h i nten n icht ausreicht und sie privat n ichts bzw. zu wenig zur Seite gelegt haben . Doch es geht auch a nders: Wie wäre es, wen n du bereits in 3 bis 1 0 Jah­ ren nicht mehr arbeiten m üsstest (es sei denn, du willst gar nicht aufhören zu arbeiten) und trotzdem genug Geld zur Verfügung hättest? Ich schreibe darüber, finanzielle Freiheit zu erlangen . Fi nanzielle Freiheit ist die Fähigkeit, den gewü nschten Lebensstil zu leben, ohne zu arbeiten u nd sich auf das Geld anderer verlassen zu m üssen. Das gelingt d i r d u rch den Aufbau von sogenannten passiven Einkom­ m ensquellen . Dies bedeutet, dass du jeden Monat eine bestimmte S u m m e Geld erhältst, o h n e dass du viel dafü r t u n m u sst. I mmobilien sind ein gutes Beispiel fü r passive Einkom mensquellen: Ange­ nommen, d u würdest eine I mm obilie besitzen, die du fü r 1 .000 Euro pro Monat verm ieten würdest. Auf der Kostenseite stünde ein Darlehen i. H . v. 500 Euro und außerdem würdest du 1 00 E u ro auf ein Rücklagenkonto für die Steuer zurücklegen. Das heißt, dir stü nden jeden Monat 400 E u ro zur freien Verfügung, ohne dass du dafü r großartig etwas tun müsstest. 238

Weitere Beispiele fü r passive Einnahmen sind regelmäßige Zinseinkünfte oder z. B . d ieses Buch. Dieses B uch m u ss n u r E I N MAL geschrieben wer­ den. Und sobald es fertig ist, kann ich es immer wieder verkaufen . Dank I nternet kann ich die Prozesse automatisieren und habe kaum noch Auf­ wan d . Sobald d u jeden Monat höhere passive Ein nahmen erwirtschaftest al s d u Ausgaben hast, fängt d i e Zeit a n , fü r dich z u arbeiten, da du jeden Monat reicher wirst. Fi nanziel le Freiheit ist für jeden mög l ic h . Doch fi nanzielle Freiheit kommt n icht über Nacht. Bis es soweit ist, wirst d u dafür wahrschein­ l ich mehrere Jahre d iszi plin iert arbeiten dürfen - vielleicht sogar Jahrzeh nte. Je nachdem, ob du dazu bereit bist, den vol len Preis für dieses Ziel zu bezahlen. Da sind wir wieder beim Them a : Finanzielle Freiheit bekommst du

ic

geschenkt. Du darfst sie di r verdienen. Dafü r gilt es, ein paar Rege befolgen . Diese sind nicht ein mal kom pliziert. Doch wen n es ei fach

,'

t

z ... a re .

d a n n wäre jeder fin anziell frei. Trotzdem kann ich d ich beru h igen: 1.

Viele Selfmade- M illiardäre h aben u nter deutlich schwierigeren Vo­ raussetzu ngen angefangen als d u .

2.

D e r Anfang ist immer a m schwersten . N icht umsonst gibt e s das Sprichwort: „Die erste Million ist immer die Schwerste".

Was braucht es, damit du i rgendwann finanzielle Freiheit genießen kannst? Arbeit und Verzicht. Am schnellsten wirst du fin anzielle Freiheit erreichen, wenn d u : 1.

d e i n Einkommen erhöhst,

2.

deinen Lebensstandard verringerst,

3.

d as Geld sparst, das du jeden Monat ü brig hast und 239

4.

d ieses Geld gewinnbringend an legst.

Mir ist bewusst, dass sich dies wohl sehr u nsexy l iest, doch das ist leider meine Erfahru n g . W i e du d e i n Einkommen erhöhst , wurde bereits behandelt. Schauen wir uns also an, warum es so wichtig ist, den Lebensstandard zu reduzieren und regelmäßig Geld zu sparen :

S pare reg e l m ä ß i g G e l d Die Reichen werden immer reicher. Weißt du, woran das liegt? Sie sparen jeden Monat Geld, das sie gewi n n bringend investieren. Wie viel Geld legst d u jeden Monat a uf die Seite? Lass m ich raten : Keines. Auch beim Geld tendiert der Mensch wieder dazu, das kurzfristige Verg n ügen (= sein Geld auszugeben) dem vorzuziehen, was für i h n langfristig d i e bessere Alternative wäre ( = einen Tei l seines Geldes zu s paren). D ies füh rt dazu , dass die g roße Mehrheit der U S -Amerikaner beim E intritt ins Rentenalter völlig u nzureichende M ittel h at. In Deutschland sieht es n icht viel besser aus und die Altersarm ut nimmt ständig zu. Wem gibst d u alles dein Geld? •

Deinem Vermieter



Deinem Friseur



Deinem Bäcker



Deinem Su permarkt 240



Deinen Lieblings-Kleidungsgeschäften

H öchstwahrschein lich bezah lst d u jeden - außer d ich selbst. Doch reich wirst du nicht, i ndem du Geld verdienst. Reich wirst d u , wen n d u dieses G e l d a u c h behältst. Das bedeutet: Je m e h r du jeden Monat sparst, desto schneller wirst d u fi nanzielle Freiheit erlangen. Aus d iesem Grund em pfehle ich dir, 10 % deiner Nettoeinnahmen für dei­ ne finanzielle Freiheit zu spare n . Eröffne dir dafü r ein separates Sparkonto . Das Geld auf d iesem Konto darfst du n iemals ausgeben . Dieses Geld darfst d u nur investieren (worauf wir im n ächsten Unterkapitel genauer eingehen). Bezahle d ich selbst zukünftig immer zuerst: Richte dir einen Dauerauftrag zum 1 . des Monats ein, an dem automatisch 1 0 % deiner Nettoeinnahmen auf dein Konto für finanzielle Freiheit ü berwiesen werden. Zahle nicht n u r 10 % deiner regelmäßigen Einnahmen auf dieses Ko o ein, sondern auch 1 0 % deiner u n regelmäßigen Einnah men , wie

z.

B. einer

Steuerrückzahlung oder deinem Weihn achtsgeld . Selbst wen n du einen Euro auf der Straße fin dest, dann zah l von d iesem Euro zehn Cent auf dein Konto fü r deine finanzielle Freiheit ein! Vielleicht fragst d u dich jetzt, wie du zukünftig mit n u r 90 % deiner Ein­ nahmen leben sollst, wen n du aktuell mit 1 00 % schon kaum zurecht­ kommst. Die Antwort darauf ist einfach : Red uziere deine Ausgaben ! I ch kann dich gerade aufstöhnen hören, doch hi nterfrage dich jetzt kritisch : •

Welche deiner Ausgaben sind wirklich notwendig?



Wie viel Geld gibst d u für Dinge aus, die du eigentlich gar nicht brauchst?



Musst du immer das neueste iPhone haben?



Ist d as d ritte Paar grüner Schuhe wirklich notwendig? 241



Muss es ein neuer Mercedes sein oder tut es auch ein Gebrauch­ ter?

Verwechsle deine Wünsche dabei nicht m it notwendigen Ausgaben. D u wirst feststel len, dass d u mit 90 % deiner E in nahmen genauso g ut ü ber die Runden kommst wie m it 1 00 %. Kaufen wir Dinge, die wir eigentlich gar n icht brauchen, hängt es oft damit zusammen, dass wir m it u n serem Leben u nzufrieden sind und d iese U nzu­ friedenheit kompensieren wollen . Es hat n u r wenig m it dem Gegenstan d zu tun, den du kaufst. Es hat damit zu tun, d ass d u einen Mangel an Erfüllung spürst und denkst, d iesen durch den neuen Fernseher usw. ausgleichen zu können . Doch die Freude über den neuen Gegensta nd hält nicht lange. Vielmehr erfolgt schnell die Ernüchteru ng und der n ächste Gegenstand wird ange­ peilt, wei l uns d ieser ja bestimmt glücklich m achen wird . . . I m schlimmsten Fall führt dieser Teufelskreislauf direkt in d ie Verschul­ dung. Schulden entstehen oft, weil Schmerzen vermieden werden sollen . Kann sich jemand etwas n icht leisten, was er u n bedi ngt will, bedeutet der Ver­ zicht darauf Sch merz. Doch langfristig ist der Schmerz des Verschuldens größer als der ku rzfristige Schmerz des Verzichts . Je mehr d u monatlich für deine Schu lden zurü ckzahlen musst, desto weniger Geld steht d i r fü r andere Dinge zur Verfüg u n g , z. B. für dein Konto für finanzielle Freiheit. Aus d iesem Grund können dich Sch u l ­ d e n kom plett handlungsunfä h ig machen u n d das Erreichen deiner finanziellen Fre i heit um Jahre h i nauszögern. Meide aus diesem Gru nd Konsu mschu lden für Möbel, Auto, Handy usw. wie die Pest! N eben dem Verzicht auf Konsumsch u lden , ist es ebenso möglich, die fi­ n anziellen Ziele früher zu erreichen , indem ein G roßteil von Geha ltserhö-

242

h u ngen bzw. Einmaizah l ungen auf das Konto für finanzielle Freiheit einge­ zahlt wird. Das Parkinsonsche Gesetz sagt aus, dass die Ausgaben in gleichem M a­ ße steigen wie sich die Ein nahmen erhöhen . Bekommst d u z. B . eine Ge­ haltserhöhung von 200 E u ro netto, wirst du dich spätestens nach d rei Mo­ naten daran gewöhnt h aben und deine „notwendigen" Ausgaben werden u m 200 Euro gestiegen sei n . Au s d iesem Grund empfehle i c h d ir einen Deal m it d i r selbst einzuge­ hen und beispielsweise 50 % aller zukü nftigen Gehaltserhöhu ngen auf dein Konto für finanzielle Freiheit einzuzahlen. Die restlichen 50 % stehen d i r zur freien Verfüg u n g u nd du darfst damit machen, was d u w i l lst. Setzt du dies konsequent u m , wirst du d ie finanzielle Freiheit ein paar Jah­ re frü her erreichen . Wie schnell d u diese erreichst, ist ebenfalls davon a bhängig, wie g u d u i I nvestieren d eines Geldes bist:

lerne zu i nvestiere n Kennst d u die Fabel m it der Gans, die goldene Eier legt? Diese geht in etwa so: Es war einmal ein armer Bauer, der ei nes Morgens im Nest seiner Lieb­ lingsgans ein goldenes Ei entdeckte. Er kon nte seinen Augen kaum trauen u n d beschloss , es schätzen zu las­ sen . Dabei stellte sich heraus, dass das Ei aus purem Gold war. Der Bauer besch loss, das Ei zu verkaufen und bekam dafü r eine stolze Geldsu mme.

243

Er kon nte sein G l ü ck kaum fassen, vor allem , als sich am nächsten Tag genau das G leiche ereignete: Wieder lag im Nest seiner Lieblingsgans ein goldenes Ei , d as er fü r viel Geld verkaufte. So ging es Tag für Tag weiter, wodurch der Bauer zu einer wohlhabenden Person wurde. Doch m it wachsendem Reichtum entwickelte der Bauer immer mehr Gier und U ngeduld: Er wollte mehr haben als ein goldenes Ei pro Tag . Aus d iesem G ru nd beschloss er, die Gans zu schlachten, u m alle golde­ nen Eier auf einmal zu bekommen. Doch als er d ie Gans aufschnitt, fand er darin n ichts. Keine goldenen Eier. Außerdem hatte er sich nun der Chance bera ubt, weitere zu bekommen. Der Bauer hatte die Gans gesch lachtet, die ihm Tag für Tag ein goldenes Ei bescherte . Nachdem etwas Zeit verging, war er wieder so arm wie zuvor und er wünschte sich seine Gans zurück. Sparst d u regelmäßig Geld , züchtest du dir eine G ans heran, die goldene Eier für d ich legt. Die goldenen Eier sind die Zinsen, die dein Kapital (= deine Gans) für dich erwirtschaftet. Du kannst von diesen Zinsen leben oder warten , dass durch den Zi nses­ zinseffekt weitere kleine Gänse aus diesen Eier sch lüpfen , die fü r dich ebenfalls goldene Eier legen . Doch eine Sache da rfst du niemals tun:

S C H LAC HT E N I E MALS D E I N E GAN S ! N I EMALS ! Wage es nicht einmal, ein kleines Stück von deiner Gans a bzusch neiden, ansonsten wirst d u es b itter bereuen . Diese Gans wird dein Leben u m E in iges erlei chtern . Was ist besser? Selbst hart zu arbeiten oder das Gel d für s i ch hart arbeiten zu las­ sen? 244

Denkst du wie ich , wird es dir besser gefallen, dass dein Geld hart für dich arbeitet. Dafü r benötigst du zwei Dinge: 1.

Kapital

2.

Das W issen, wie du dieses Geld am besten vermehrst

Vielleicht besitzt du bereits Kapita l , das du investieren könntest. Das brächte dir einen Startvortei l . Selbst wen n du kein Kapital besitzt, kannst du d i r i nnerhalb von ein paar Jahren eine fette Gans züchten, die goldene Eier fü r d ich legt. N utze d afür die im vorherigen U nterkapitel vorgestellte Technik und spare mindestens 1 0 % deiner N ettoeinnahmen auf ein speziell dafür eingerich­ tetes Konto. Was das I nvestieren selbst a ngeht, hast du zwei Möglichkeiten: 1.

Du gi bst es an einen Profi .

2.

Du kümmerst dich sel bst daru m .

Das Problem bei Punkt 1 ist, dass e s u nter den Finanzberatern i m m er noch se hr viele schwarze Schafe gibt, die ausschließlich an ihrem eigenen Profit interessiert sind. Außerdem ist es sehr schwer zu erken nen, we lcher Berater sein Geld wirklich wert ist. I ch schreibe n icht, dass Berater pauschal sch lecht sind. Ein Berater kann dir ei nen ho he n Nutzen bringen u n d s eh r viel Zeit sparen . Doch ein Berater lohnt sich n u r dann , wen n er d i r mehr Ertrag bringt als er dich kostet. Wichtig ist außerdem, dass du d ir n u r Rat von Leuten holst, die be· reits dort sind , wo du h i n möchtest bzw. auf dem Weg dorthi n sind. E i n Bankberater verd ient vielleicht 40.000 Euro im Jahr. Erwarte also nicht von ihm, dass er dir sagt, wie d u M i l l ionär wirst! Sei n icht schüchtern und frag deinen potentiellen Berater, wie viel Geld er selbst besitzt und wie er es investiert hat. Kommt der Berater hier ins Stot­ tern, ist er wahrscheinlich pleite. Suche dir dem entsprechend einen ande­ ren ! 245

Der beste Weg, einen g uten Berater zu finden, ist über d ie E mpfeh l u n g . Frag dafür wohlhabende Bekan nte, w o sie sich beraten lasse n . Die Alternative wäre, sich selbst u m die Finanzen z u kümmern . Um das I nvestieren zu lernen, empfehle ich d i r, dich ab sofort jeden Tag mindes­ tens 1 5 Mi nuten, besser 30 M i n uten, m it dem Thema Geld zu beschäftigen und wie d u es am besten vermehrst. Lies dazu am besten ein ige Fach bü­ cher. Zur Bank brauchst du dein Geld n icht zu bringen, bei den aktuellen 0, 1 % Zinsen pro Jahr. N ach I nflation u n d Steuer m achst du dadurch ein. M inus­ geschäft und dein Geld wird u nterm Strich sogar wen iger wert sein . Doch auch in Zeiten , in denen es pro Jahr 2 % Zi nsen und mehr gab, konntest d u mit klassischen Geldan lagen keinen Gewinn erziele n , da die I nflation i n d iesen Zeiten ebenfalls entsprechend höher war. Deshalb empfehle ich dir, in sogenan nte Sachwerte zu investiere n . H inter einem Sachwert steht n icht n u r Vertrauen (wie beim Papiergeld), sondern ein wirklicher Wert, z. B . eine I m mobilie, ein Unternehmensanteil ( = eine Aktie) oder Gold . Je nach Anlageart und Anlagedauer sind dabei durch­ schn ittlich 6 bis 1 0 % Wertentwicklung und mehr durchaus realistisch . Das A u nd 0 beim Investieren ist es, das Geld so breit zu streuen, dass d ich EINE sch lechte An lageentscheidung i m Zweifel nicht dein kom plettes Vermögen kostet. Setze aus diesem Gru n d immer auf versch iedene, vonei nander unabhängige Anlage klassen . In vestiertest d u beispielsweise dein ganzes Vermögen in Aktien einer ein­ zigen Firma, wäre es so, als ob d u a uf einem Stu hl sitzen würdest, der auf n u r einem Bei n stünde. Dies kann g utgehen, es besteht jedoch auch d ie Möglichkeit, d ass der Stuh l u mfällt ( = die Fi rma pleitegeht). Steht der Stu hl hingegen auf 1 00 verschiedenen Beinen, wird es nichts ausmachen, falls ein Bein wegbricht. Denke beim Investieren i mmer langfristig u n d lass die Fi nger von I nvestitionen, die du nicht verstehst! U n real istische Gewinnverspre246

chungen sind Warnsignale. Je höher die Zi nsen sind, desto höher ist i. d. R. auch d as Risi ko. Vielleicht denkst du, dass Investieren nichts für dich ist, da es auf den ers­ ten Blick zu kompliziert und risikobehaftet erscheint. Doch ich kann dich beru higen: Solange du ausschließlich i n klassische Finanzprodu kte wie Aktien, Immobilien und offene I nvestmentfonds investierst, ist es ganz einfach . Ein gewisses Risiko ist natü rlich vorhanden und du wirst hin und wieder Geld verlieren . Doch sofern du deine Investments breit streust, wird es langfristig im mer nach oben gehen . Vor allem zu Beg i n n wirst d u falsche E ntscheidungen treffen und dadurch Geld verl ieren. Das ist vol l kommen normal und nicht weiter sch l i m m . Es ist wie ü berall im Leben : Du wirst erst einmal mehr i n ­ vestieren m üssen, bevor e s v o n allein läuft. Doch m it etwas Ü b u n g u n d Erfahrung wirst d u o h ne großen zeitlichen Aufwan d 1 0 b i s 1 5 % Zinsen pro Jahr erzielen können. Der erste Sch ritt dafür ist, damit anzufangen, dein Geld zu verwalten :

Ve rwa lte d e i n G e l d Wenn Geld eine Person wäre, würde es gerne z u d i r kommen? G ibst d u i h m die Wertschätzung u n d die Aufmerksamkeit, die es verdient? Küm merst d u d ich gut um dessen Bed ü rfn isse und sorgst dich darum? Oder schenkst du dem Geld keine Beachtung u nd redest dir ständig ein, dass Geld nicht wichtig oder gar, dass Geld sch lecht ist usw.? Sollte dem so sein, brauchst d u dich n icht zu wu ndern, wen n du kei n Geld hast. E s g ibt e i n u niverselles Gesetz, das besagt: Woh i n d u dei­ ne Aufmerksamkeit richtest, dorthin wird die Energ i e fließen. 247

Wie oft loggst d u dich beispielsweise in deinen On linebanking-Account ein? Und wie fü hlst d u d ich dabei? Lass m ich raten: Im Sch nitt einmal pro Monat . Beim Einloggen selbst hast d u ein schlechtes Gefü h l , weil du gleich eine böse Ü berrasch ung erwar­ test „ . Thomas J . Stanley und William D . Danko schrieben gemeinsam das Buch „Der Millionär von nebenan - Die erstaunlichen Geheimnisse von Ameri­ kas Reichen". Dabei stellten sie fest, dass ALLE befragten M illionäre ex­

zellente Verwalter i h res Geldes ware n . Aus d iesem Gru nd empfeh le ich d i r, damit z u beg i nnen, dich um d e i n Geld zu kümmern u nd e s zu verwalten - an fünf Tagen pro Woche (Mo; Di; M i ; Do; Fr, Sa oder So ) . Sobald sich diese Routine eingespielt hat, benötigst d u dafür im Schn itt fü nf M i n uten pro Tag. Vielleicht den kst du jetzt, dass du gar kein Geld hast, das du verwalten kannst. Vielleicht redest du dir ein, dass du mit dem Verwalten deines Gel­ des anfangen wirst, sobald du Geld besitzt. Ist es dein Ziel abzunehmen, fängst du doch auch nicht erst mit S port und der U mstellung deiner Ernährung a n , sobald d u 20 kg abgenommen hast. Du begin nst sofort m it den entsprechenden Maßnahmen. Bei der Verwal­ tung deines Geldes verhält es sich genauso. Selbst wen n d u nur einen E u ro pro Monat verd ienst, kannst d u diesen Euro verwalten. Kümmerst d u dich u m dein Geld, geht es mehr u m d i e Gewohn heit an sich a l s u m d ie tatsäch l iche Summe. Also egal, wie wen i g Geld d u aktuell besitzt, fang damit an, es zu verwalte n ! I m ersten Schritt empfehle i ch d i r , e i n e Einnahmen -Ausgaben-Ü bersicht z u erstellen. D iese wird dir dabei helfen , einen Ü berblick ü ber d e i n e Finanzen zu bekommen. D u kannst den Ü berblick beispielsweise mit Excel erstellen oder eine der zahlreichen dafü r vorgesehenen Apps verwenden . 248

Auf jeden Fall rate ich d i r, für die Dauer von drei Monate n , jede Aus­ gabe festzu halten , selbst wenn sie n och so klein ist. Da der Mensch auch in diesem Fall wieder zur Selbsttäusch ung neigt, sind die Zahlen in deiner Einnahmen-Au sgaben-Übersicht genauer, wenn du wirklich alles schriftlich festgehalten h ast. Außerdem entwickelst du so ein gutes Gespür, wofür d u dein Gel d ausg ibst. Der nächste Schritt ist, dein Geld wirklich zu verwalten und es auf mehrere Konten aufzuteilen. Wie viele Konten hast d u a ktuell? Wahrschein lich ein Girokonto und vielleicht noch ein Tagesgeldkonto. Ich sel bst habe acht Konten sowie ein Depot, mit denen ich mein Geld verwalte: 1.

Lebenshaltungskosten

2.

Geschäftskonto

3.

Vermietungen von I m mobilien

4.

Rücklagen und Sparen

5.

Rücklagenkonto fü r die Steuer

6.

Rücklagenkonto fü r meine Weiterbildung

7.

Spaßkonto

8.

Konto für m ein e fi n anzielle Freiheit

Das bietet m i r zwei Vorteile: 1.

Meine Finanzen sind g ut organisiert. Das macht es fü r m ich al lge­ mein übersichtlicher u nd erleichtert meine Steuererklärung, da ich Kosten nicht erst zuord nen m us s . Doch was noch viel wichtiger ist:

2.

I ch gerate n icht i n Versuch u n g , Geld auszugeben, das mir gar nicht gehört.

Was meine ich dam it?

249

Beispielsweise hast du als Selbststän d iger kein regelmäßiges Geha lt, von dem direkt d ie Lohnsteuer (= Vorauszahlu n g zu r Ein kommensteuer) ein­ behalten wird . Angenommen, ich schriebe einem Kunden eine Rech nung in H öhe von 20.000 Euro. Dies mag sich zuerst nach viel Geld anhören . Doch in d ie­ sem Betrag sind 1 9 % Mehrwertsteuer enthalten , die ich zeitnah an das F inanzamt ü berweisen m uss . Außerdem m uss ich Rücklagen fü r die Einkomm ensteuer bilden, die im darauffolgenden Jahr fällig wird . Wie hoch diese sein wird , hängt von der Höhe meiner Jahresei n künfte ab. Fü r dieses Beispiel nehmen wir einen Einkommensteuersatz von 30 % a n . D a s bedeutet, d ass von d e n 20. 000 Euro in Wirklichkeit nur etwa 1 0.000 Euro m i r selbst gehören . Die andere H älfte gehört dem deutschen Staat. Wenn ich d irekt 50 % von den 20.000 E u ro auf mein Steuerrücklagen­ konto lege, kom me ich erst gar n icht in die Versuchu n g , Geld auszu­ g eben, das mir gar n i cht gehört.

Habe ich fü r solche Fälle keine separaten Konte n , ist es leicht , den Ü ber­ blick darüber zu verliere n , wie viel des Geldes nicht mir gehört bzw. wel­ ches ich fü r andere Zwecke einplane. So gebe ich mein Geld aus und mit der Steuererklärung im n ächsten Jahr erfolgt dann die böse Ü berraschung . Auch als Angestellter ist es sinnvoll, mindestens ein Rücklagenkonto zu besitzen . Deine Waschmasch ine, dein Computer oder dein Auto m uss mit der Zeit ebenfalls repariert werden bzw. d u benötigst Ersatz. Viele Leute gehen jedoch blauäugig davon aus, dass diese Dinge ewig h alten werden. Dadurch h aben sie für solche Fälle keine Rücklagen gebil­ det. Tritt der Fall ein, haben sie kein Geld , u m d iese „unvorherseh baren" Dinge bezahlen zu können.

250

Deshalb em pfehle ich di r, m in destens d rei verschiedene Konten zu haben , m it denen d u dein Geld verwalten kannst: 1.

Lebenshaltungskosten Darü ber laufen die Kosten deines al ltäg lichen Lebens.

2.

Konto für die fi nanzielle Freiheit 1 0 % deiner Einnahmen ü berweist d u a uf dieses Konto. Das Geld auf d iesem Konto darf ausschließlich zum I nvestieren verwendet werden.

3.

Rücklagenkonto I Sparen Hier empfehle ich di r ebenfalls, 10 % deiner Einnahmen einzuzah­ len, bis d u vom Geld a uf d iesem Konto theoretisch sechs Monate leben könntest, ohne einer bezahlten Arbeit nachgehen zu m üs­ sen.

Sofern d u Steuernachzahlungen zu tätigen hast, em pfeh le ich d i r a u ­ ßerdem, ein separates Steuerrücklagenkonto zu bea ntragen . Diese d rei bzw. vier Konten sind ein absolutes Muss, wenn d u deine Fi­ nanzen besser in den Griff bekommen willst. Wie d u weiter oben gesehen hast, habe ich n och weitere Konten . Auf zwei von ih nen möchte ich hier kurz eingehen: 1.

Weiterbildungskonto H ierauf zah le ich ebenfalls 1 0 % meiner Einnahmen ein. Das Geld darauf investiere ich komplett in meine Weiterbild ung ( Bücher, Seminare und Coach ings).

2.

Spaßkonto Auch auf d ieses Konto fließen 1 0 % meiner Einnahmen. Dieses Geld steht m i r komplett zur freien Verfügung und ich darf damit m achen, was ich wil l . Mehr dazu im nächsten U nterkapitel .

251

Mit diesen g anzen Konten verwalte ich mein Geld . Von jedem Euro der m i r zufließt, behalte ich , falls n ötig , einen gewissen Teil fü r meine Steuerrück­ lage ein. Anschließend wird der Restbetrag auf folgende Konten verteilt: •

Lebenshaltungskosten: 60 %



Rücklagenkonto/Sparen: 1 0 %



Konto für finanzielle Freiheit: 1 0 %



Weiterbildungskonto: 1 0 %



Spaßkonto: 1 0 %

In der Vergangenheit kon nte ich n icht m it Geld u mgehen und es machte m i r ebenfalls kei n en S paß, mich darum zu kümmern. Das Resu ltat d essen war, dass ich ständig pleite war. Seitdem ich mich wirklich um mein Geld kümmere, es verwalte und regel­ mäßig Geld spare, h at sich das jedoch total geändert. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich es inzwischen liebe, mein Geld zu verwalten und es auf meine verschiedenen Konten zu verteilen. Meine fi nanzielle Situa­ tion hat sich seitdem ü brigens drastisch verbessert. Bei all der Geldverwaltung, der Sparsamkeit und dem Investieren ist es jedoch trotzdem sinnvoll, auf eine Balance zu achten und jeden Monat Geld zur freien Verfügung zu haben, mit dem du dir etwas gönnen kannst:

G ö n n e d i r was ! Es gibt viele Menschen, d ie kaufsüchtig sind. Doch es gibt sogar noch mehr Leute, die krankhaft geizig sind . Beispielsweise sind meine Eltern zwei von i h nen . Jeden Cent d rehen sie zwei Mal u m . I nzwischen a m üsiere ich mich darüber. Doch als Kind habe ich unter d iesem sparsamen Lebensstil extrem gelitten. Dies führte dazu , dass ich unbewusst genau die gegensätzlichen M uster bezüglich meiner Finanzen entwickelte und mein Geld regelmäßig verprasste.

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Als mir meine finanziellen M uster bewusst wurden, verfiel ich ins komplette Gegenteil und lebte ziemlich sparsam - allerdings bei weitem nicht so sparsam wie meine Eltern . Doch keines d ieser beiden Extreme macht wirklich g l ü cklich : Weder sind die M enschen g l ückl i ch , die i h r ganzes Geld für Ding e ausgeben, die sie n icht b rauchen noch sind jene Menschen g lücklich, die jeden Cent sparen und sich keinerlei Freude gönnen. Hier ist es wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden zwischen Sparen und dem regelm äßigen Gönnen . Aus d iesem G rund h abe ich m ir ein Spaßkonto eingerichtet, auf das ich 1 0 % meiner Nettoeinnahmen einzahle. Dieses Geld steht m ir zur freien Verfügung. Es ist jedoch a n folgende Bedingungen geknüpft: •

Dieses Geld muss jeden Monat ausgegeben werden .



In Ausnah mefällen ist es möglich, m aximal drei Monate zu sparen .



Das Geld auf diesem Konto gebe ich fü r Qualität aus, nicht fü r Quantität.

Du kan nst dir beispielsweise eine Massage gönnen - durchgefü hrt von zwei Personen, für drei Stunden , dir währenddessen von einer d ritten Per­ son etwas leckeres zu essen bringen lassen und eine Flasche Champag­ ner . . . Wofür d u das Geld a uch ausgibst, gib es m it Freude aus und fü hle d ich reich dabei! Auch wenn es dir schwerfällt, dieses Geld auszugeben, tu es! Ich selbst zwi nge mich i m mer noch dazu , jeden Monat dieses Konto leer zu machen. Vergiss nicht zu spare n , d och bedenke: Du kannst dein Geld nicht mit ins Grab nehmen! Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich regelmäßig et­ was zu gönnen. Selbst wen n d u dir aktuell keine 1 0 % leisten kannst, dann beginne m it 5 % deiner Einnahmen. Das Schöne an einem fixen Prozent-

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satz deiner Einnahmen ist, dass du prozentual immer mehr Geld zur freien Verfügung hast, je mehr du verdienst. Da Geld zu 50 % Einstellungssache ist, empfehle ich dir dringend, dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen . Selbst mit diesem ausfü hrlichen Kapitel habe ich lediglich a n der Oberfläche gekratzt. Da ich das Thema Geld sehr faszinierend finde und es m i r u nglaublich Spaß gemacht hat, darüber zu schreiben, werde ich vielleicht eines Tages ein komplettes Buch ü ber Geld schreiben. Bis dahin em pfehle ich d i r fol­ gende Bücher: •

T. Harv Eker - So denken Millionäre



Bodo Schäfer - Der Weg zur finanziellen Freiheit



Robert Kiyosaki - Rich Dad Poor Dad



George S . Clason - Der reichste Mann von Babylon

Res ü mee : •

Geld ist ein anerkan ntes Tausch- und Zah l u ngsmittel, das den Tausch handel vereinfacht. Die Höhe deines Einkommens ist davon abhängig, wie wertvoll du fü r deine U mgebung bist. Die Frage ist nicht, wie du mehr Geld verdienen kan nst, die Frage ist, wie du wertvoller für deine U mgebung sein kannst.



Die richtige E instellung zum Geld ist der Schlüssel zum Reichtum . Falls d u glaubst, dass alle Leute, d i e viel Geld haben , Verbrecher sind oder d ass Geld die Wurzel allen Ü bels ist, wirst du ni emals viel Geld habe n . Finde heraus, wie du ü ber Geld denkst und werde dir deinen fi­ nanziellen Mustern bewusst!

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Finanzielle Freiheit ist die Fähigkeit, den gewünschten Lebensstil zu leben , ohne arbeiten oder sich auf das Geld der anderen Leute verlas­ sen zu müssen . Du erreichst finanzielle F reiheit, indem du jeden Monat passiv mehr Geld verdienst als d u Ausgaben/Kosten hast.



U m fi nanzielle Freiheit zu erreichen , benötigst du Kapital . Spare 1 0 % deiner N ettoeinnahmen auf ein separates Konto! Dieses Geld darfst du niemals ausgeben . Du darfst es n u r investieren, um es zu vermehren und von d iesen Zinsen zu leben .



Eine Möglichkeit, u m mehr Geld zu spare n , ist, deinen Lebensstandard zu vereinfache n . Oft geben wir Geld fü r Dinge aus, die wir gar n icht brauchen . Wir erwarten, dass diese Dinge uns glücklich machen wer­ den, doch d as ist ein Trugschluss . Du rch solche Käufe versuchen wir, einen Mangel an Erfü llung in uns selbst a uszugleich e n .



lerne, dein Geld a nzulegen und zu i nvestieren ! Besorge dir ein paar Bücher zu d iesem Thema u nd beschäftige dich ab sofort jeden Tag dam it!



Fang an, d ich jeden Tag u m dein Geld zu kümmern ! Leg dir dafü r mehrere Konten a n , m it denen du dein Geld besser verwalten kannst und erstelle dir fü r eine bessere Übersicht eine Einnahmen-Ausgaben­ Rech nung.



Auf der einen Seite steht die Kaufsucht, auf der anderen Seite steht der ü bertriebene Geiz. Kei nes dieser beiden Extreme wird d ich glück­ lich machen. Achte a uf ein entsprechendes Gleichgewicht: Spare re­ gelmäßig Geld, aber gönne dir auch etwas !

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Kapitel 6

7 Strate g i e n , u m besser m i t Ä n g ste n u mz u g e h e n

„Mut beruht vor allem auf dem Willen, ihn zu haben. "

Ellen Key (schwed ische Reformpädagogin u nd Schriftstelleri n )

D u bist e i n freier Mensch . Was h ält d ich davon ab, deinen Träumen zu folgen? Lass m ich raten: •

Angst zu scheitern



Angst, Fehler zu begehen



Angst, zu rückgewiesen zu werden



Angst d avor, was andere Leute denken könnten

Angst bestimmt d as Leben der meisten Menschen . Denn immer, wenn du das Gewohnte verlässt und Neues ausprobierst, dann wird dir die Angst begegnen . Angst kan n e in Gefängnis sein, das dich vom Tun abhält. Doch Angst ist auch eine Art Kompass, der dir zeigt, wo d ie wahren Schätze be­ g raben liegen. Wie g ut d u mit deinen Än gsten u mgehen kannst, ent­ scheidet darüber, wie erfül lt dein Leben sein wird. Keine Frage, Disziplin ist wichtig , willst du deinen Ängsten gegenübertre­ ten . U n d auch hier können dir d ie richtigen Strategien das Leben sehr viel einfacher m achen . W elche Strategien das sind, erfährst du in diesem Kapi­ tel . 256

Wa ru m fast a l l e d e i n e Ä ngste h e utzutag e ü be rfl üss i g s i n d H ast d u d as G lück im deutschsprachigem Raum zu leben , lebst d u in ei­ nem der sichersten Länder der Welt. Du brauchst dir keine Sorgen um dein ü berleben zu machen. Aus d iesem Grund sind d ie meisten Ängste heutzu­ tage - rational gesehen - überflüssig. Der stärkste Trieb des Menschen ist der Überlebenstrieb. Die Chance zu ü berleben ist h öher, wen n du D inge tust, die du bereits kennst. Deshalb ist der Verstand meist gegen das Neue und sabotiert die gewünschte Verän­ derung: Jedes Mal, wen n du etwas Neues wagst, wird dein Körper mit Angst reagieren . Diese Angst vor dem U n bekannten hatte früher d u rchaus seine Da­ seinsberechtig ung , da das U nbekannte zum Tod fü hren konnte. Doch i n den letzten 1 0.000 J ahren hat sich auf d ieser Welt vieles verändert. Evolutionär gesehen sind 1 0.000 J ahre jedoch ein Witz. ü berlege doch mal: Was führt in einem Land wie Deutschland zu m siche­ ren Tod? •

Einen Vortrag zu h alten?



Einen attraktiven Menschen anzusprechen?



Seine Meinung zu sagen u n d dazu zu stehen?

Diese D inge auf jeden Fall nicht. Selbst wen n du „total versagen" solltest, wirst du am Abend in deinem Bett einschlafen . Trotzdem m alt d i r dein Gehirn alle möglichen Horrorszenarien aus, was denn alles schiefgehen K Ö NNTE, u nd dein Körper reagiert m it einer Adre­ nalinaussch üttung - genauso, als ob ein Sä belzahntiger vor dir stehen würde.

257

Wann i m mer d u etwas Neues und für dich U ngewohntes tust, wird d i r die Angst begegnen . Das geht n icht n u r dir so, sondern allen andere n Men­ schen auch. Viele Leute wol len ins T u n kom men. Und zwar dann, we nn sie keine Angst mehr haben. Allerd i ngs zäumen sie so das Pferd von hi nten auf. Die Angst wird nämlich erst verschwinden bzw. schwächer wer· den, wenn wir u ns i h r stellen.

D i e zwe i Arte n vo n Ä n gste n Vereinfacht gesagt, gibt es zwei Arten von Ängste n : 1.

Ängste, bei denen eine Gefahr fü r unsere Gesundheit, unser Le­

2.

ben und eventuell auch fü r u nseren Wohlstand besteht und Ängste, bei denen d ie oben genannten Pun kte nicht gegeben sind.

Die Ängste, die in die erste Kategorie fal l e n , sind durchaus real und ernst zu nehmen. Es ist n icht mutig, sich solchen Ängsten zu stellen u n d di ese auszureizen - es ist dumm. Daru nter fallen unter anderem : •

Klettern o h n e Absicherun g .



Mit überhöhter G eschwindigkeit Motorrad fahren - bei Nacht und Regen - ohne Helm und freihänd ig .



Fallschirm springen ohne Fallschirm .

M utig ist es, sich den Ängsten der zweiten Kategorie zu stellen und die Dinge zu tun , die wir von ganzem Herzen wollen . M utig sein bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst. Es bedeutet, trotz Angst das zu tun, von dem d u wei ßt, dass es richtig ist: •

Eine u ngesunde Bezieh u ng beende n .



Deine Arbeit kündigen, die dich ungl ücklich macht.



I n eine andere Stadt ziehen .



I n ein u n bekanntes Land reisen . 258

Es m üssen jedoch nicht im m er solche großen Di nge sei n . Oft sind es auch kleine Dinge, bei denen wir Angst verspüren: •

„Nein" sagen .



Einen Vortrag halte n .



Eine fremde Person n ach dem Weg fragen .

N atürlich gibt auch hier ein gewisses Risiko fü r deine Gesundheit. Bei­ spielsweise könntest du bei deinem Vortrag von der B ühne fallen und dir d as Genick brechen. Dass dies passiert, h alte ich jedoch fü r u nwah r­ scheinlich . . . Besonders i m deutschsprachigen Raum versuchen viele M enschen , ihr Leben so sicher wie möglich zu gestalte n . Doch das Leben ist Risiko und Sicherheit ist ei ne I llusio n . Wen n dir etwas passieren soll , dann passiert es dir sowieso, auch wenn du n u r in deinem stillen Kämmerchen sitzt. Versuchst du ständig, allen deinen Än gsten aus dem Weg zu gehen , wirst d u n iemals anfangen, richtig zu leben. Das wirkliche Leben be­ g i nnt außerhalb dei ner Komfortzone.

Wa ru m s o l ltest d u d i ch m it d e i ne n Ä n gste n konfro nti ere n ? Die Angst ist - wie bereits beschrieben - dazu da, dass sie uns beschützt und wir dadurch m ögliche Gefahren fü r unser Leben und unsere Gesund­ heit vermeiden . Genau an d iesem Punkt gilt es anzusetzen. Frag dich: Wann besteht wirk­ lich eine rea listische Gefa h r fü r dein Leben und deine Gesundheit? Ist d iese Gefahr n icht gegeben, ist die Angst ein I n d i kator für persön­ liches Wachstum. Wan n immer d u dich dieser Angst stel lst und trotz­ dem handelst, wird die Angst wen iger Macht über d ich haben - und

259

d u wirst somit e in kleines b isschen freier. J e öfter d u dich m it deinen Ängsten konfrontierst, desto leichter wird d ir dies i rgendwann fal len. Kurzfristig ist es natürlich beq uemer, sich diesen Ängsten n icht zu stellen, doch langfristig wirst du immer davon profitieren, dich überwu nden zu ha­ ben . Kommt dir d as bekannt vor? Ku rzfristig U nannehmlich keiten auf sich zu nehmen, um dad u rch langfristig einen größeren Vorteil zu haben? Wahrschei nlich schon. Das ist Selbstdiszi plin in i h rer Reinform . Aus d iesem Grund ist Sel bstdisziplin d ie Gru ndvoraussetzung dafür, wenn du d ich m it deinen Än gsten konfrontieren willst. Sich seinen Ängsten zu stellen , kann sehr unangenehm sei n . Doch nach­ dem d u d ich überwunden hast, wirst du dich immer gut fü hlen - egal wie es ausgeht. Au s eigener Erfahrung weiß ich außerdem , dass es zwei D inge gibt, die deutlich schlimmer sind , als der kurze M oment, indem du dich deinen Ängsten stellst: 1.

Das schmerzhafte Gefü hl der Reue, nicht gehandelt zu haben .

2.

Das d u m pfe Gefüh l der dauerhaften H i lflosigkeit.

Damit du d ich künftig deinen Ängsten stellen kan nst, folgen jetzt meine 7 besten Strategien, u m besser mit der Angst u mzugehe n .

260

7 Strate g i e n , u m besser m it An gst u mz u g e h e n 1 . G e h k l e i n e Sch ritte J eder Mensch hat eine sogenannte Komfortzone. In nerhalb deiner Kom­ fortzone weißt d u , was dich erwartet. Au ßerdem fühlst du d ich bei diesen Tätigkeiten woh l . I m mer, wenn d u deine Komfortzone verlässt, wird d i r die Angst begegnen und je weiter d u dich aus ihr herauswagst, u m so stärker wird diese sei n . Würdest d u m i r beispielsweise sagen , ich solle morgen einen Vortrag vor 1 . 000 Menschen halten, bekäme ich es ziem lich mit der Angst zu tu n . Ich würde d iesen Vortrag zwar halte n , doch es würde m ich an meine G renzen bringen . Anders würde es aussehen, wenn ich diesen Vortrag vor nur 1 0 Perso e halten sollte. Da ich regelmäßig vor Gru ppen bis zu 20 Leuten stehe, stellt d ies für m ich keine g roße Herausforderung dar. Zwar wäre ich etwas ner­ vös , doch notfalls kön nte ich d iesen Vortrag sogar aus dem Stehgreif hal­ ten . Di rekt i n Extreme z u gehen und sich sei nen g rößten Ängsten z u stel­ len, kan n u ns schnell überfordern und uns im sch l i mmsten Fall kom­ plett lähme n . Besser ist e s , sich seinen Ängsten Schritt für Schritt z u stelle n . Hast d u Angst, auf Menschen zuzugehe n , kannst du damit anfangen, fremde Menschen n ach der U h rzeit oder nach dem Weg zu fragen. Sobald das für d ich kein Problem mehr darstellt, kannst du anschließend noch ein paar Sätze m it deinem Gegenüber wechseln. Dadurch erweiterst d u Schritt für Schritt deine Komfortzone. D ies kannst du q uasi für alle deine Ängste einsetzen. 261

Willst d u lernen, vor Menschen zu sprechen , fa ng damit an, vor deinem besten F reund eine kleine Rede zu h alten . Sobald das kein Problem mehr darstellt, hol zwei weitere F reunde hinzu . Du steigerst nach und nach die Anzahl der Personen, vor der du sprichst. Bleibst du d ran, wird sel bst ein Vortrag vor 1 .000 Personen für dich irgendwann keine große H ü rde mehr darstellen .

2 . Tue jeden Tag etwas, das ne u fü r d i ch ist Ob wir uns u nseren Ängsten stellen, ist nichts anderes als eine Gewohn­ heit. Was wäre denn besser, als d iese Gewohn heit zu entwickeln? U ntern imm jeden Tag mindestens eine Sache, die für d ich neu ist bzw. vor der du vielleicht auch etwas Angst h ast. Es m üssen keine großen Dinge sein, wie auf einem öffentlichen Platz eine Rede zu halten. Kleine D i nge reichen vollkommen aus: •

Ein neues Restau rant ausprobieren .



Einen anderen Weg zur Arbeit neh m e n .



Mit einem Verkäufer in einem Lad en einen kurzen Smalltalk fü h­ ren .



Eine neue Sportart ausprobieren .



Anstatt Google M aps zu ben utze n , eine fremde Person nach dem Weg frage n .

Durch d ie Regelmäßigkeit lernt d e i n Körper, dass Ängste nicht so schlimm sind und es sogar Spaß machen kan n . Außerdem wird jedes Mal, wenn du etwas N eues tust u n d di ch der Angst stellst, dein Selbstvertrauen wach­ sen. Machst du es di r zur Gewohnheit und tust jeden Tag eine für dich neue Sache, sind das im Jahr 365 kleine Schübe fü r dein Selbstvertrauen. D iese Ü bu n g bietet d i r außerdem zwei weitere Vorteile: 1.

D u lernst die Vielfalt kennen , die d ieser Planet zu bieten hat.

2.

D u steigerst deine Flexibilität. 262

Besonders der zweite P u n kt wird dir bei Problemen weiterhelfe n , da d u automatisch beginnen wirst, n ach alternativen Lösungswegen z u such e n , sobald etwas beim ersten Versuch nicht klappt. Dich konti nuierlich deinen Ängsten zu stellen wird d i r mehr bringen , als d ich nur einmal in einer größeren Aktion deiner Angst zu stellen. Kombinie­ re im I dealfall die täglichen kleinen Aktionen m it für dich größeren Aktio­ nen, wie z. B. einen Vortrag zu halte n .

3 . Schafte Bewusstheit fü r das Gefü h l d e r An gst -

doch i d entifi z iere d i ch n i c ht m it i h r Kommt die Angst hoch , wollen viele Menschen sie n icht spü ren und versu­ chen, d iese Angst wegzudrücken . Doch Emotionen sind wie kleine Kinder: Schen kst d u ih nen ke ine Beachtung, werden sie n u r umso stärker u m Aufmerksamkeit buhlen. Besser ist es, die Emotion wahrzu nehmen und ihr erlauben , da zu sein . Wichtig ist es jedoch , d ich n icht mit d ieser Emotion zu identifizieren . Du bist weder d ei ne Gefüh le n och dein e Gedanken! Emotionen sind m it einem Zug vergleichbar. Rollt der Emotionszug a n , springen viele Leute a uf diesen Zug a u f und lassen sich von d e r Emotion m itrei ßen . D as fü h rt dazu , dass d ie Emotion ansch ließend ihr Handeln bestimmt. Je größer die Angst ist, desto höher ist d ie Chance, dass wir von der Emotion m itgerissen werden. Ich kann m ich noch gut a n einen Abend i n einer Diskothek erinnern . Dort sah ich eine Frau, die m i r ziemlich gut gefiel. Doch ich kon nte mich n icht ü berwinden , sie anzusprechen. Meine Angst hatte mich so stark im Griff, dass ich komplett handlungsunfähig war. Inzwischen verstehe ich auch, wie es damals dazu kam .

263

H ierbei kommt wieder die Sel bstdiszipl i n i ns Spiel : M it einer starken Selbstd iszipl i n haben wir un s besser im G riff, um nicht von u nseren Emotionen m itgerissen zu werden. An d iesem Tag h abe ich viel gearbeitet und mich überwu nden , u nange­ nehme Dinge zu tun (Kunden anzurufen). Am Abend war ich zieml ich mü­ de. Ich zwan g m ich aber trotzdem noch dazu , in die Diskothek zu gehen . Meine Willenskraft war also bereits stark erschöpft, deme ntsprechend hat­ te die Angst ein leichtes Spiel m it m ir. Falls du vorhast, dich m it deinen Ängsten zu konfrontieren, geh davor sparsam mit deiner Selbstdisziplin um u nd sorge dafür, dass du ausrei­ chend geschlafen u n d gegessen hast. Das wird dir dabei helfen, mit dei­ nen Ängsten besser um gehen zu können. lerne, deine Angst wahrzu nehmen, dich jedoch n icht von ihr m itreißen zu lassen ! Je öfter du es versuchst, d esto besser wird es klappen . Du wirst die Angst spüren , d och DU kan nst trotzdem entscheiden, wie es als N ächstes weitergehen soll .

4. E nts pa n n e d i c h auf körpe rl i che r E bene Angst m acht sich a u f d e r körperlichen Ebene bemerkbar: •

Die Muskulatur verkram pft sich .



Die Atm ung wird flacher.



Das Herz schlägt schneller.

Dad urch wird Ad renalin ausgeschüttet und dein Körper schaltet in den Kam pf- oder i n den Flucht-Mod us. Je stärker die körperlichen Symptome werden, u mso mehr Ad renalin wird ausgeschüttet. Dies erhöht die Chance , dass wir von d e r Angst mitgerissen werden (siehe Tipp 3). Sch lechte Gefü hle gehen immer m it ei ner körperlichen Verspan nung ein her. Bist d u entspannt, kannst d u d ich gar n i cht schlecht fü hlen. 264

Aus d iesem G rund ist es so wichtig, bewusst fü r körperliche E ntspannung und eine tiefe Atm ung in deinen Bauch zu sorgen . Dadurch wird die Angst schwächer, was dazu fü hrt, dass du deutlich einfacher mit der Angst um­ gehen kannst. Beobachte dich das n ächste Mal, wen n d u Angst verspürst. Was passiert m it deinem Körper? Wie verändert sich deine Atm ung? Bei mir verspannt sich beispielsweise die M usku latur im Beckenbereich . Fallen dir solche Dinge a uf, kannst du sie auch ändern und d ich bewusst entspannen .

5. Vers u che, d e i ne An gst so o bj e ktiv wie mög l i c h

zu betrachten Angst ist eine Emotion, die auf rationaler Ebene oft keinen Sinn ergibt. Trotzd em kann dir dein Verstand dabei helfen zu verstehen , dass dir nichts passieren kann . Wovor hast d u Angst? Stell d i r vor, du würdest deine Ängste überwinden und handel n . Was könnte d i r im schlimm sten Fall dabei passieren? Betrachte die negativen Auswirkungen auf einer Skala von 1 bis 1 0 (1 = es passiert nichts; 1 0 = extreme körperliche Schmerzen/Tod, Verlust deines kompletten Vermögens). Wie stark würde sich im schlechtesten Fall dein Leben verschlechtern? Dasselbe m achst du n u n fü r den Fall, dass es klappt. Was gibt es im besten Fall zu gewinnen?

265

Auf einer Skala von 1 bis 1 0 : Welche positiven Auswirkungen hätte es auf dein Leben, wen n du dich deinen Ängsten stelltest und es klappen würde? Oft ist es so, dass wir wen i g zu verlieren und alles zu g ew i n nen ha­ ben. Nehmen wir das Beispiel, dass du einen attraktiven Menschen ansprechen möchtest: Sel bst wenn sie/er n icht i nteressiert wäre, würde sie/er sich mit hoher Wahrschein lichkeit fü r das I nteresse a n ihr/ihm bedanken. Im schlimmsten Fall würde sie/er genervt reagieren u nd dir einen Korb geben . Vielleicht bekämen es ein paar Außensteh ende m it, doch nach spätestens fü nf Mi­ n uten hat jeder diese Situation sowieso wieder vergessen . Auf der Skala sol lte d ies eine 3 bis 4 sei n . Doch was würde im Idealfall passieren? Du würdest den Partner kennenlernen , m it dem du dein restliches Leben zusammen wärst und eine Familie g ründen wü rdest. Auf der Skala von 1 bis 1 0 ist d ies doch m indestens eine 1 2, oder?

6. We lche F i l me l aufe n i n de in e m Ko pf ab? Mark Twain hat einmal gesagt: „Ich bin ein alter Mann und habe sehr viel Schreckliches erlebt. Doch das Meiste ist zum Glück nie passiert. "

In unserem Kopf laufen ständig Filme ab. Doch besonders in Situationen der Angst spinnen wir uns h äufig d ie lächerlichsten H orrorszenarien zu­ sam men. Dies passiert oft unbewusst. Solche n egativen Bilder halten uns davon ab, die Dinge zu tun, die uns wirklich wichtig sind. Doch a uch ü b er diese Bilder kan nst d u die M acht gewinnen. 266

Der erste Schritt dazu ist immer die Bewusstheit. Beobachte d ich dafür sel bst: Welche Bilder laufen in deinem Kopf ab, sobald du Angst spürst? Siehst d u , was alles schiefgehen könnte? Oder siehst du dich dabei, wie du d ie vor dir liegende Situation meisterst? D rei Mal darfst du raten, welcher Film sinnvoller ist . . . Lass Bilder i n deinem Kopf ablaufen , die zu den Ergebnissen passen, die d u di r wü nschst! Ich will d ich jedoch noch einmal darauf h i nweisen, dass sich d u rch d i e richtigen Bi lder i n deinem Kopf allein n i chts verändert. Das pas­ siert nur, wen n die entsprechenden Aktionen folgen.

Hole

7.

dir

U nterstütz u n g

vo n

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g u te n

F re u nd Zu zweit ist es einfacher, der Angst entgegenzutreten als allei n . Ein Freund kann dir d abei helfen, n icht von der Angst m itgerissen zu werden . Ein F reund . . . •

. . holt d ich aus dem Kopf zurück, wenn du d ich in negativen Ge.

danken verlierst. •

. .



„ . kann dir dabei helfen , dich zu ü berwinden .



„ . kann dir einen Schubs in die richtige Richtu ng geben .

. spricht d i r Mut zu, falls d u an dir zweifelst.

Außerdem ist er für dich da, n achdem du deine Angst ü berwunden hast. Selbst wenn es schiefgehen sollte, kann dich ein Freund schnell wieder auf andere Gedanken bringen .

267

M ut w i rd be l o h nt Vor kurzem besuchte ich ein Seminar. Auf d iesem Seminar sollten wir echte Jagdpfeile - mit denen z. B . ein G rizzlybär hätte getötet werden können (Länge: 40 bis 50 cm ) - zerbrechen . Allerd ings nicht m it den Hän­ den: Die Mulde etwas oberhalb von dort, wo die beiden Schlüsselbeine zusam­ menlaufen, ist eine der weichsten Stellen unseres Körpers. Mit genau d ie­ ser Stelle sollten wir in den spitzen Pfeil h i neinlaufen und d iesen so zum Zerbrechen bringen . Sofort läuteten bei mir die Alarmglocken . Ich hielt es fü r eine berechtigte Angst, da dies eine reale Gefahr fü r meine Gesu ndheit darstel lte . Aus die­ sem Grund wol lte ich es zuerst n icht tun. Doch ich hi nte rfragte das Ganze: Sollten bei dieser Ü bu n g regelmäßig Menschen zu Schaden bzw. sogar zu Tode kom men, würd e diese Ü bu ng woh l kaum d u rchgeführt werden . Aus d iesem Grund beschloss ich, mich auf die Ü bu ng einzu lassen . N achdem ich m ich doch ü berwunden hatte und der Pfeil i n mehrere Stücke zerbrochen war, wurde mir eine Sache wieder bewusst: Die Angst vor e iner Aktion ist sch l i mmer als die Aktion sel bst. Bei der An kündigung und vor der Ausführung habe i ch mich mal wieder vollkommen u nnötig verrückt gemacht. Den Pfeil zu zerbrech en, war eine Klein igkeit und ich h abe es kaum gespürt. Die große Sache war, dass ich die Angst überwunden habe. So ist es mit fast all unseren Än gsten. Nachdem wir uns überwunden haben, ist es meist halb so sch lim m - und macht oft sogar Spaß. Je öfter d u d ich deinen Ängsten stellst, desto eher wird dein Körper ler­ nen, dass es fast nichts z u befürchten g i bt. Wichtig ist a u ßerdem, der Angst entschlossen gegenüberzutreten . 268

Den Pfeil zerbrichst d u n icht, indem du dich ganz langsam n ach vorn tas­ test. Dies würde n u r dazu fü h ren, dass es wehtu n würde. Den Pfeil zerbrichst du , indem du entschlossen einen großen Schritt nach vorn gehst. D ieser Entschlossenheit hat der Pfeil nichts entgegenzusetzen . Deshalb zögere n icht lange, sondern handle schnell und entsch los­ sen! Je länger du wartest, desto schwieriger wird es. Vielleicht hast d u n och Angst davor, was andere Leute von dir denken würden . Diese Angst war vor ein igen Jahrhu nderten ebenfalls berechtigt. Denn der Ausschluss aus der G ruppe kon nte damals zum Tode füh ren. Heutzutage b ist d u n icht mehr auf eine Gruppe angewiesen und kan nst notfalls auch allein überleben. Doch so weit wird es n icht kom men. Denn deine wahren Freunde werden zu dir stehen. Egal, was d u tust. Falls d ies n icht zutrifft, waren es keine richtigen Freunde und d u sol ltest über den Verlust d ieser „F reunde" ni cht traurig sei n . Jetzt stellt sich noch d i e Frage, was d i e außenstehenden Leute von d i r denken. Die Antwort d arauf ist einfach : Die meisten Menschen sind so sehr mit sich selbst beschäftigt u n d was andere Leute von ih nen denken könnten, dass sie keine Zeit d afür haben, sich großartig mit dir zu beschäftigen . Vielleicht bekommen sie am Rande etwas m it, doch d as haben sie genauso schnell wieder vergessen. Trotz Angst zu handeln , bedeutet Wachstum . Dieser Mut wird belohnt. Vielleicht nicht sofort, doch langfristig auf jeden Fall! Lass dich von Rück­ schlägen n icht entmutigen u nd m ach weiter!

269

Res ü mee : •

Der stärkste Trieb des Menschen ist der Überlebenstrieb. Da das U n ­ bekan nte früher d e n sicheren Tod bedeuten konnte, wird d e i n Körper immer m it Angst reagieren , sobald du etwas Ungewohntes tust.



Ein ige Ängste haben auch heutzutage noch ihre Daseinsberechtig u n g . Hauptsächlich dann, wenn e i n e Gefahr fü r d i c h und d e i n Leben be­ steht. Doch bei den meisten Ängsten ist d ies nicht gegeben .



Die Angst wird erst verschwinden, wen n du dich i hr stellst. M utig sein bedeutet n icht die Abwesen heit von Angst. M utig zu sein bedeutet, dass du trotz dieser Angst h an delst.



Ängste bieten di r eine enorme Chance zum Wachstum . Wann immer du dich der Angst stellst, wird sie danach ein kleines bisschen weniger Macht über dich haben und d u etwas freier werden . Außerdem wirst du dich d anach besser fühlen - egal wie es ausgeht.



U m besser m it deinen Ängsten umgehen zu können , empfehle ich dir, jeden Tag eine kleine Sache tun, die fü r dich ungewohnt ist. Dadurch wird sich mit der Zeit dein Selbstvertrauen aufbauen.



Die Angst ist schlimmer als die Ausfüh rung selbst. Haben wir u ns erst einmal überwunden, ist es m eist n u r noch halb so schlimm und m acht oft sogar Spaß. Sei dir dessen bewusst, wenn du dich deinen Ä ngsten stellst! Zögere n icht lange und handle entsch losse n ! Je länger d u war­ test, desto schwieriger wird es.

270

Kapitel 7

Wie d u pe rfe kte Bez i e h u n g e n fü h rst

„Eine zwischenmenschliche Beziehung arbeitet nicht für dich, du musst für sie arbeiten. "

Peter Sch u h m acher (deutscher Publizist u nd Aphorismensammler)

Kau m eine Sache hat eine solch extreme Auswi rkung auf u nser persönli­ ches Glücksempfinden wie die Beziehung zu unseren M itmensche n . D e r Mensch ist e i n Rudeltier. Ständig h aben wir andere Menschen um uns heru m . Seien es unser Partner, Freunde, Arbeitskollegen oder unsere Kinder. Wie kommst d u gut m it anderen Menschen aus? Wie fü h rst d u glückliche und erfüllende Beziehungen? D iese Fragen werden im folgenden Kapitel beantwortet.

Das E i nz i g e , was a uf d i eser We lt be­ g re nzt ist, ist Ze i t ! Wie viel Zeit n immst du dir fü r die Menschen, die d i r wichtig sind? Wie sieht d iese Zeit aus? Bist du wirklich voll da oder hängst d u ständig vor deinem Smartphone, aus Angst, etwas zu verpassen?

27 1

Häufig leiden unsere zwischenmenschlichen Beziehu ngen aufg rund u nse­ rer Arbeit. Auf Platz zwei der Dinge, die Sterbende rückblickend am meis­ ten bereuen, war das Bedauern , in der Vergangenheit zu viel gearbeitet zu haben. Vor allem Männer waren davon betroffen : Sie stellten ihre Karriere und das Geld über die Zeit mit i h rer Familie. Geld kannst du immer verdie­ nen. Deine Kinder werden n icht ewig klein sei n . D iese Zeit kan nst du nicht nach hole n . Z u arbeiten und Geld z u verdienen ist wichtig , keine Frage. Doch auch hier g ilt es wieder, einen gesunden M ittelweg zu fi nden und trotzdem genug Zeit m it den Menschen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind. Viele Paare ziehen zusam men m it der W u nschvorstellung, ab sofort mehr Zeit füreinander zu haben. I n der Praxis ist jedoch oft das Geg enteil der Fall: Sie leben zwar zusammen, doch das Zusammenleben gleicht eher einem Nebeneinander als einem M iteinander. Blocke dir aus d iesem Grund jede Woche Zeit fü r gemeinsame Aktivitäten mit den Menschen , die d i r am wichtigsten sind - besonders m it deinem Partner und deinen Kindern ! In d iesem Leben ist n u r eine Sache wirkl ich beg renzt: Zeit. N u r i ndem du anderen M enschen deine Zeit u nd deine u ngetei lte Aufmerksam ­ keit schen kst, zeigst du ihnen deine Wertschätzung.

U mg i b d i ch m it M e nsc h e n , d i e d i r g u ttu n u n d ha lte d e n Ko nta kt Wir leben in einer Zeit, in der wir ohne Probleme mit Menschen, die tau­ sende von Kilometern entfernt sind, in Kontakt kom men können . Ü ber so­ ziale Netzwerke sind wir mit hunderten von Menschen verbunden . Doch Facebook, WhatsApp und Co. sind kein Ersatz für echte zwischenmensch­ liche Beziehunge n .

272

Das Leben wird heutzutage immer anonymer, was dazu fü hrt, dass viele Menschen vereinsamen . Einsam keit schadet u nserer Gesundheit in gleicher Weise wie der Konsum von 1 5 Zigaretten am Tag . Einsamkeit kan n Bluthochdruck, H erzerkran­ kungen, Lungenleiden, Depressionen und Schlafstörungen begünstigen)I Vor allem ältere Menschen leiden u nter Einsam keit, und im mer mehr Men­ schen sterben sozial völlig isoliert. Aus diesem Grund ist auf Platz vier der Dinge, die Sterbende a m meisten bereuen : „Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrecht­ erhalten. "

Es l iegt in deiner M acht, ob der Kontakt zu deinen Freunden bestehen bleibt oder nicht. Warte also n icht darauf, dass sich deine Freunde bei dir melden , sondern melde d ich proaktiv bei ihnen und verbringe Zeit m it ihnen. Der Mensch ist ein Rudeltier u n d braucht andere Menschen u m sich her­ u m , damit er sich gut fü h lt. Dies ist mir in den letzten Wochen erst wieder bewusst geworden: Als Online-Unternehmer kann ich von jedem Ort der Welt aus arbeiten . Im Mom ent arbeite i ch s eh r viel von zu H ause aus. M eine beiden M itbewoh­ ner sind Angestellte, sodass ich tagsüber allein bin. Dies ging eine Weile lang gut. Doch nach und n ach merkte ich immer mehr, wie mir zu Hause die Decke auf den Kopf fiel und dass es mir n icht g uttat, so viel allein zu sein . Daher habe ich besch lossen, mehr von außerhalb meiner Wohnung zu arbeite n. Dabei umgebe ich mich m it Freunden und wir treffen uns zu m Coworking. Au ßerdem gibt es dabei einen positiven N ebeneffekt: Ich bin in der Gruppe produktiver a ls allei n . Wichtig ist jedoch, das� d u d ir d ie Menschen, m i t denen du Zeit ver­ bri ngst, genau aussuchst. 273

ü berlege jetzt mal kurz: Wer sind die fü nf Menschen , m it denen d u am m eisten Zeit verbrin gst? Sind d iese Menschen für dich da u n d unterstützen sie dich dabei, deine Ziele zu erreichen? Oder reden sie dir ein , dass es n ichts bringt, deinen Träumen zu folgen und d u lieber auf N u m mer sicher gehen solltest? Alles steht und fällt m it deinem U mfeld. Ist dein Umfeld eher negativ ge­ prägt, wird es dir deutlich schwererfallen, deine Ziele zu erreichen als mit einem U mfeld , das d ich ermutigt und u nterstützt. Umgib d ich m it Menschen, die bereits dort sind, wo du hin möchtest! I st es dein Ziel , Mil lionär zu werden, wird dir der Weg dorthin leichterfallen, wen n deine fünf besten Freunde bereits M illionär oder auf dem besten Weg dorthi n sind. Sie können dir Tipps geben und du kannst sie um Rat fragen . Sind deine fü nf besten Freunde Hartz-IV-Empfänger, werden sie dich eher zurückhalten, und es wird dir deutlich schwererfallen, dein Ziel zu errei­ chen . Hab den M ut, M enschen, d ie dir n icht guttun, aus deinem Leben zu werfen! Ist d ies n icht kom plett möglich, wie z. B. bei engen Fam i l ien­ angehörigen, reduziere den Kontakt auf ein M i n i m u m ! Falls du Angst h ast, anschließend allein z u sei n , kann ich dich beruhigen : Sofern du es d arauf anlegst, wirst d u immer wieder neue Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung kennenlernen . Frag dich , wo sich die Menschen aufhalte n , die bereits dort sind, wo d u h i n m öchtest bzw. ähn liche Ziele h aben w i e d u ! Suche Veranstaltungen (Tipp: www.meetup.com ) u n d Orte auf, wo sich diese Menschen aufhalten und g e h offen auf si e zu !

274

Vielleicht den kst d u gerade, dass d u das n icht kannst . Doch auch das N etzwerken bzw. Smalltalk zu fü h ren sind Fähig keiten , d ie d u lernen kan nst. Lies diesbezüg lich ein paar Bücher oder besu che e ntsprechende Workshops und wende d ieses Wissen ansch ließend in der Praxis a n !

Sei d i e Ve rä n d e ru n g , d i e du i n d e r We lt s e h e n w i l lst ! Beschäftigst d u d ich m it deiner persönl ichen Entwicklung, wirst d u schnell den einen oder anderen Erfolg wah rnehmen . Manche Leute denken an­ schließend, sie hätten den heiligen G ral entdeckt und versuchen , ihr ge­ samtes U mfeld zu bekehren . Dies ist m i r auch schon öfter passiert und ich nervte mein U mfeld damit, doch u n bedingt d ieses eine B uch zu lesen oder dieses eine Seminar zu besuchen . Doch es bringt nichts, anderen Menschen zu sagen, wie sie zu sein haben und was sie tun sollen. Der Wille zur Veränderung muss immer von jedem selbst kom men. Will sich dein Gegenüber n icht ändern, g i bt es nichts, was du dagegen tun kannst. Das Einzige, das du tun kann st, ist, m it g utem Beispiel voranzu gehen . Nimmt dein Umfeld eine positive Entwicklung bei dir wahr, werden die Leu­ te höchstwahrschein lich selbst neugierig werden und nachfragen, was d u verändert hast. Falls d u Kinder hast, ist es besonders wichtig , mit gutem Beispiel voranzu­ gehen. Da ich selbst keine Kinder habe, kann u n d will ich dir keine Tipps geben , wie du deine Kinder erziehen sollst. Allerdings möchte ich eine Sache mit dir te ilen:

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Kinder lernen, i n de m sie kopieren. Das bedeutet, sie sehen ei n be­ stimmtes Verhalten und i m itieren d i eses Verhalten anschl i eßend. In den prägenden ersten Lebensjahren sind Kinder meist ständig von i h ren Erziehu ngsberechtigten umgeben. Dies macht die Erziehungs­ berechtigten zu den g rößten Lehrern der Ki nder. Sei dir also dessen bewusst, dass es keinen Sinn hat, wenn d u deinem Kind sagst, dass es sich wie A verhalten sol l , du dich selbst aber wie B verhältst. Das Kind wird n icht tun, was du sagst, sondern es wird dein Ver­ h alten kopieren . Kinder von Rauchern sind dafür ein g utes Beispiel: Die rauchenden E rzie­ h u ngsberechtigten können i h ren Kindern noch sooft sagen , dass Rauchen ungesund ist und die Kinder es bleiben lassen sol len. Die Wahrscheinlich­ keit, dass die Kinder später d as Rauchen anfangen, ist d rei Mal höher als bei Eltern , die Nichtraucher sind .� Frag d ich also, welches Verhalten du d i r von deinen Ki ndern wü nschst und lebe i h nen dieses Verhalten vorl Sei das beste Vorbild für deine Kinder, d as d u sein kannst! Sie haben es verd ient!

6 T i p ps fü r besse re zw isch e n mensch l i che Bezi e h u n g e n 1 . Sei zuve rläss i g Zuverlässigkeit ist eine d e r wichtigsten E ig enschaften - sowohl i m privaten als auch im beruflichen Bereich . Zuverlässig keit bedeutet, dass ausge­ sprochene Erwartu ngen erfüllt werden . Daru nter fällt unter anderem: •

Zu deinem Wort zu stehen



Term ine einzuhalten



Niemals Dinge zu versprechen, die du n icht einhalten kannst

276

Können wir uns a uf einen Menschen verlassen, vermittelt uns dies ein Gefü h l der Sicherheit, das Vertrauen schafft. Dies kommt uns vor allem beim Kn ü pfen von neuen sowie beim Pflegen von bestehenden Kontakten zugute.

2. S e i p ü n ktl i ch Wie bereits weiter oben beschriebe n , ist Zeit das E inzige, was im Leben begrenzt ist. Lassen wir andere Menschen auf uns warten, verschwenden wir deren kostbare Zeit, d ie d iese n iemals wiederbekomm e n . I c h sage nichts dagegen, wen n du dich mal 5 bis 1 0 M i n uten verspätest. Lass dies jedoch n icht die Regel sei n . Plane d i r im Zweifel ausreichend Puffer ein!

3. S prich offe n an, was d i c h stö rt Der Mensch ist nicht in der Lage, Gedanken zu lese n . Wie kommst du auf die Idee, dass dein Gegenüber wei ß, dass er gerade etwas tut, was d i r nicht passt? Dein Gegenü ber m acht es bestimmt n icht m it Absicht. Sprich d ies also offen an, anstatt zu schmollen u nd darauf zu hoffen, dass der and ere es von selbst merkt. Bedenke dabei jedoch , dass der Ton die Musik macht! Sprich es also in einem ruhigen und sachlichen Ton a n .

4. lerne zu ve rze i h e n ! Manchmal wissen wir direkt nach einer Entsch eidung, dass diese falsch war. Doch zum Zeitpunkt der Entscheid ung hat es sich richtig angefühlt.

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Jeder Mensch handelt aus einer positiven Grundmotivation heraus. Ganz gleich, wie seltsam das Verhalten einiger M en schen auch sein mag, dahin­ ter steckt immer das Grundbedü rfn is, sich gut zu fühlen . Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Davor käm pfte er Jahrzeh nte lang gegen Rassismus und Rassentren nung und saß 27 Jahre i m Gefängnis - eingesperrt von seinen pol itischen Gegn ern . Als er entlassen wu rde, sagte er folgendes: „Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste oder ich würde mein Leben lang gefangenbleiben. "

H at ein anderer M en sch einen Fehler begangen, empfehle ich dir, ihm d iesen Feh ler zu verzeihen - vor a l lem um deinetwillen . Bist du wütend auf den anderen, schadest du dir damit nur selbst. Verzeihen können ist keine Schwäche. Es ist eine große Stärke. Um Ma­ hatma Gandhi zu zitieren: „Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken. "

5 . Zei g d i c h verl etz l i c h W i r alle wollen möglichst perfekt wirken . N u r keine Schwäche z u zeigen, scheint eines der Mottos der heutigen Zeit zu sei n . Doch keiner ist perfekt. W i r a l l e haben unsere Ä ngste, Zweifel u nd U nsicherheiten. Diese verstecken wir häufig h i nter einer M aske, die wir versuchen aufrechtzuerhalten. Das sorgt dafür, dass u nsere Bezieh u ngen oberflächlich bleibe n : Denn n icht Stärke m acht uns einem anderen Menschen gegenüber sympathisch , sondern das Zugeben von Schwäche.

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Besonders Männer sind davon betroffen . Häufig haben sie lediglich ihre Partn eri n , der sie sich emotional öffnen können - und sel bst dieser n u r tei lweise. I st d i e Partnerin n icht mehr vorhanden, fressen sie d e n ganzen emotionalen Bal last i n sich hinein . Falls nicht schon geschehen, fang damit a n , dich anderen Menschen emo­ tional zu öffnen! Wenn du dich anderen Menschen gegenüber öffnest, werden sie sich in der Regel auch dir gegenü ber öffnen . Dadurch werden deine zwischenmenschlichen Beziehungen erfüllter werd en . Eine Sache noch : Schwäche zuzugeben bedeutet j edoch n icht, dass d u jammern sollst.

6 . Beha n d le a n de re Menschen so, wie du sel bst

behandelt werd e n m öchtest Wie möchtest du selbst von anderen Menschen behandelt werden? Lass m ich raten: U nter a nderem höflich , respektvoll und freu ndlich . Und wie behandelst du andere Menschen? Auf d ieselbe Art u nd Weise? N atürlich hat jeder M ensch individuelle Vorl iebe n , wie er behandelt werden möchte. Doch es ist ein g uter Anfang, andere Menschen so zu behandeln, wie d u selbst behandelt werden möchtest. Wenn du einem Menschen freundlich und respektvoll gegenübertrittst, dann wird er sich dir gegen ü ber meist ähnlich verhalte n . Auch d e r U m gang m it M enschen i s t e i n e Fähigkeit, die d u verbessern kannst. Willst du besser im Um gang m it Menschen werden , empfehle ich dir erneut das Buch von Dale Carnegie: „Wie man Freunde gewinnt - Die Kunst, einflussreich und beliebt zu sein".

279

Res ü m e e : •

Das Einzige, was in diesem Leben begrenzt ist, das ist Zeit. Nutze deine Zeit sin nvoll und verbringe viel davon m it den Menschen , die dir wichtig sind! Verbringst du Zeit m it diesen Menschen, sei wirklich voll bei ihnen und schenk ih nen deine u ngeteilte Aufmerksamkeit!



Der Mensch ist ein Rudeltier u n d braucht andere Menschen um sich heru m , um sich g ut zu fühlen . Umgib dich aus d iesem Grund mit Men­ schen, die dich u nterstützen und d ie dir guttu n ! H alte außerdem aktiv den Kontakt zu deinen Freunden und warte n icht darauf, dass sie sich von selbst bei d ir melden .



Wir können Menschen n icht zur Veränderung zwingen. Der Wille zur Veränderung m uss von jedem selbst kommen. Das Einzige, das du tun kannst, ist, m it g utem Beispiel voranzugehen. Besonders , falls du Kin­ der hast, ist es sehr wichtig , ein gutes Vorbild zu sein, da deine Kinder dein Verhalten kopieren werden.



Wie man gut m it Menschen u mgeht, ist eine Fähigkeit, die jeder halb­ wegs sozial-intelligente Mensch lernen kan n . Zuverlässigkeit und Pünktlich keit sind dabei Grundvoraussetzungen . Erwarte außerdem nicht, dass andere Menschen wissen, falls dich etwas stört und sprich d iese Dinge offen an!



Bist d u wütend auf einen Menschen, schadest du di r damit n u r selbst. Aus d iesem G ru n d em pfehle ich dir, anderen Menschen zu verzeihen , die dir in der Vergangenheit U n recht getan haben.



Kein Mensch ist perfekt. Jeder hat seine Ängste, Schwächen und Un­ sicherheiten . Trotzdem wollen wir a uf andere Menschen häufig perfekt wirken . Doch Sympathie können wir a uf d iese Art und Weise nicht auf280

baue n . Besser ist es, sich anderen Menschen gegenüber verletzlich zu zeigen und offen ü ber seine Ängste zu reden . Dies wird dir dabei hel­ fen , tiefere Beziehu ngen zu anderen Menschen aufzubaue n . Ver­ wechsle Verletzlichkeit jedoch n icht m it Jammern ! •

Frag d ich, wie du von anderen M enschen behandelt werden willst und behandle andere Menschen genauso ! Verhältst d u dich einem anderen Menschen gegenüber höflich und respektvoll, wird er sich dir gegen­ über mit hoher Wahrscheinlich keit ähn lich verhalten.

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Kapitel 8

D i e 3 „ G e h e i m n isse" fü r e i n e n g es u n d e n Kö rpe r

„ Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. "

Arth ur Schopenhauer (deutscher Philosoph, Autor und Hochschul lehre r)

Es gibt wohl keinen Lebensbereich , in dem Sel bstdisziplin wichtiger ist als im Bereich der eigenen Gesundheit. Sind wir gesund , wird d ies oft als selbstverständlich hingenom me n . Wie wichtig u nsere Gesundheit ist, fällt u n s oft erst auf, sobald diese n icht mehr vorhanden ist und wir Schmerzen haben . Alles andere wird in diesem Mo­ m ent dann nebensäch lich . H eutzutage sind i n der westlichen Welt die häufigsten U rsachen fü r einen frühen Tod folgende: •

H erzkrankheiten



Krebs



Diabetes

Ob du solche Krankheiten bekommst, unterliegt bis zu einem gewissen G rad deiner Kontrolle, denn du rch den richtigen Lebensstil lassen sich sehr viele Krankheiten vermeiden . Anregungen, wie dieser Lebensstil a ussehen kan n , findest du in diesem Kapite l .

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Der Status q u o i n De utsch la n d Laut einer Studie der Techn iker Kra n kenkasse (TK) werden rund 7 0 % aller Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen für die Behand l u ng von Zivilisationskrankheiten aufgewendet.� Zivil isationskrankheiten sind Krankheiten, die durch den richtigen Lebens­ stil vermeidbar wären. Der richtige Lebensstil bedeutet unter anderem: •

Ausreichend Bewegung



Eine gesunde Ernähru ng



Ein gesu ndes Verhältnis von Stress u n d Entspannung



Den Verzicht auf Zigaretten

Es gibt in Deutschland run d 1 6 , 3 Millionen Raucher.lQ., obwohl in diversen Studien nachgewiesen wu rde, dass Raucher im Schn itt 9 Jahre früher sterben als Ni chtraucher .ll .

G roße Auswirkungen auf unseren Lebensstil hat die Arbeitswelt, die sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat - und die sich auch in Zukunft weiter verändern wird . Dabei werden körperlich anstrengende Tätigkeiten immer mehr von Robotern ü bernommen, was dazu führt, dass i mmer mehr Tätigkeiten komplett im Sitzen ausgeführt werden . Dies führt unter anderem zu einem Bewegungsmangel. I n der TK-Studie gaben rund zwei Drittel der Befragten an, sich in ihrem Alltag n icht einmal eine Stu nde pro Tag zu bewegen - von regelmäßigem Sport ganz zu schweigen: N u r ru n d 30 % kamen auf die von der Weltgesundheitsorgani­ sation W H O em pfohlenen 2,5 Stunden Sport pro Woche . Doch auch das lange Sitzen schadet unserer Gesundheit extrem. Als in den letzten Jahren mehrere Langzeitstudien zu diesem Thema ver­ öffentl i cht wurden, titelten mehrere Zeitschriften aus d iesem Gru n d : „Sitzen ist das neue Rauchen".

283

Aus d iesen Studien geht hervor, dass stunden langes Sitzen n egativ fü r d ie Lebenserwartung ist.1f Verg l ichen wurden dabei di e Sterblichkeitsraten von Personen, die weniger als drei u n d mehr als sechs Stu nden pro Tag sitzen . Der d u rchsch nittl iche Deutsche sitzt sieben Stunden pro Tag . Wir sitzen . . . •



. auf der Arbeit.





. vor dem Computer.





. im Auto / in Bus u n d Ba h n .



.

. . am Esstisch .



.

„ auf der Couch .





. i n Restaurants u n d Cafes.

Dominiert d as Sitzen auch D E I N Leben? Zu langes Sitzen fördert die Entstehung von Herzkrankheite n , Darmkrebs u n d Diabetes . Davon gehen die aktuellen Forschungsergebn isse aus. Beim S itzen wird die Durch bl utung gestört, M uskeln verhärten sich und werden geschwächt. Dies kann u nter anderem zu Rückenschmerzen und körperlichen Fehlstell u ngen führen . Doch n icht n u r d as viele Sitzen und d ie mangelnde Bewegung sind Ergebn isse der veränderten Arbeitswelt. Inzwischen sind wir via Smartphone auf allen Kanälen ständig erreichbar - und das n icht n u r fü r die Arbeit. Außerdem m uss al les i m m e r schneller gehen. D ies fü hrt dazu, dass wir permanent u nter Strom stehen. „ Gerade ist alles ziemlich stressig " scheint die Standard-Antwort auf die

Frage geworden zu sein, wie es einem geht. Laut dem Bu ndesamt für Arbeitsschutz klagte jeder zweite Arbeitnehmer über starken Termin- und Leistu ngsdruck, jeder Fünfte fühlte sich von sei­ ner Arbeit sogar überfordert. In der Studie der TK gaben 60 % der Befrag­ ten an, d ass ihr Leben stressig sei . Außerdem füh lte sich jeder d ritte Be­ rufstätige ausgebrannt.

284

Wie bereits in Teil 1 , Kapitel 7 , Tipp 1 9 beschrieben , ist Stress nicht grund­ sätzlich etwas Negatives. Ist unser Stresspegel jedoch dauerh aft erhöht, kann dies verheerende Folgen fü r u n sere Gesundheit habe n . ü bermäßiger Stress verursacht folgende Beschwerden: •

Herz-Kreislauf Beschwerden



Eine Schwächung des I m m u nsystems



Gereiztheit



Lustlosigkeit



Konzentrationsschwierigkeiten



Antriebslosigkeit



Schlafstörungen

Stress füh rt oft zu n och mehr Stress. Dies kann ein Teufelskreislauf wer­ den, der m it ernsten gesundheitlichen Problemen und/oder einem Bu rnout endet. E i n weiterer negativer Aspekt u nseres im mer schnelleren Lebens ist, dass darunter oftmals u nsere Ernähru n g leidet. Kaum einer n immt sich noch d ie Zeit, auf eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung zu achten. Fast Food, M ikrowellen-Fertiggerichte u n d das Essen auswärts werden immer populärer. Doch in Kantinen, Restaurants oder beim Bäcker sucht man oft vergeblich nach Alternativen zu den Standard-Gerichte n , die viel Weißmehl, Zucker u nd/oder u ngesunde Fette enthalte n . Zusätzlich ist unser H u ngergefühl d u rch schnelles Hineinschlingen des Essens oder durch Ablenkung von Smartphone, Fernseher oder Gesprä­ chen völlig gestört. So essen wir oft mehr, als wir eigentlich benötigten. D ies führt d azu , d ass laut statischem B undesamt 52 % der Erwachsenen in Deutsch land übergewichtig sind. Ü bergewicht fü hrt unter anderem zu folgenden Beschwerden:

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D iabetes



Fettstoffwechselstörungen



Herzkrankh eiten



Arthrose



Rückenschmerzen

Trotz der hier darg estellten Statistiken , beträgt laut statistischem Bu ndes­ amt aktuell in Deutschland die d u rchschnittliche Lebenserwartung für einen Mann 78 Jahre und fü r eine Frau 83 Jahre. Al l die i n d iesem U nterkapitel vorgestel lten Dinge u nterliegen deiner Kontrolle. Würden wir d iese Dinge optim ieren, kön nten wir i m Durch­ schn itt bestimmt noch e i n mal m i ndestens zehn Jahre älter werden. Folgende Dinge kan nst d u beeinflussen: •

Wie viel d u dich bewegst



Wie d u d ich ernäh rst



Ob du rauchst



Wie viel Stress d u d i r in deinem Leben machst und wie gut d u da­ m it umgehen kannst



Wie viel d u schläfst u n d wie viel Erholung d u dir gönnst

D iese Dinge bilden eine Kette . Doch eine Kette ist bekanntlich n u r so stark wie ihr schwächste G lied . Wie d u diese Kette stärken kannst, sehen wir uns jetzt genauer a n .

Du b i st, was du isst Was passiert, wen n du in ein Auto, das Benzin benötigt, Diesel tankst? Höchstwahrsch einl ich wird es zu einem Motorschaden kom men.

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M it unserer Ernähru n g verhält es sich ä h n l i c h : Sie ist der Trei bstoff fü r unseren Körper. Ernährst du d ich dauerhaft u ngesund, brauchst d u dich nicht zu wu ndern, wenn d u d ich ständig m üde, träge u n d schlecht fü hlst sowie Ü bergewicht hast. Dein Gewicht wird dad u rch bestimmt, wie viele Kalorien du täglich zu dir nim mst. Führst d u dir dauerh aft mehr Kalorien zu als du benötigst, wirst du zuneh­ men. Die überschüssigen Kalorien wird dein Körper in Fett u mwandeln , d a s für sch lechtere Zeiten in deinen Hüfte n , Beinen u nd deinem Bauch gespeichert wird . Diese schlechteren Zeiten sind, wen n d u dauerhaft wen iger Kalorien z u d i r nimmst als d u benötigst (= du n immst ab). D i e zusätzlichen Kal orien , auf die dein Körper angewiesen ist, wird er sich aus seinen Reserven ( = dei­ nen Fettdepots) holen, d ie dadurch weniger werden . Wie du d ieses Kaloriendefizit erreichst, spielt dabei fast keine Rolle. So nahm der amerikanische B iologielehrer John Cisna in 90 Tagen rund 1 7 kg ab, obwohl er sich a ussch ließlich von McDonald 's-Produkten ernährte. Bei jeder D i ät läuft es auf ein Ka loriendefizit h i naus: •

Eine Low-Carb-Diät füh rt zu einem Kaloriendefizit.



Eine Low-Fat-Diät führt zu einem Kaloriendefizit.



Eine Paleo-Diät führt zu einem Kaloriendefizit .



Eine Vegan-Diät führt zu einem Kaloriendefizit.

Beim Kaloriendefizit ist es wichtig , dass d ieses n icht zu groß ausfällt und immer wieder angepasst wird . I st dieses von Beginn an zu hoch , schaltet dein Körper schnell in den Energiesparmodus und der Stoffwechsel wird verlangsamt. D ies ist damit begründet, dass u nser Körper evolutionstechnisch noch in der Steinzeit lebt, in der es quasi keinen u n begrenzten Vorrat an Lebens­ m itteln gab. Während heutzutage die Fettreserven auf unseren Hüften 287

verteufelt werden, konnten sie damals den U nterschied über Leben und Tod bedeuten . Bist d u auf Diät, empfeh le ich d ir au ßerdem, d ich n icht vollständig auf deine Waage zu verlassen, da d iese oftmals n u r die halbe Wahrheit erzäh lt. Entscheidend ist n icht dein Gewicht, entscheidend ist, wo­ raus sich d i eses zusammensetzt. Sofern du weniger Kalorien zu dir n i mmst und gleichzeitig damit anfängst, Sport zu treiben, werden erst mal zwar schnell die Pfu nde purzel n , d och n ach einer gewissen Zeit wird sich die Waage kaum noch bewegen . Dies kann zu Frustration fü hren. Die Wahrheit ist dabei oft, dass du überflüssi­ ges Fett abnimmst, jedoch gleichzeitig Muskelmasse aufbaust, was den Diätfortschritt auf der Waage minim iert. Ein G ramm M uskelmasse hat eine um rund 1 5 % höhere Volumend ichte als ein G ramm Fett. Dementsprechend solltest du den Fortschritt deiner Diät mehr mit Vergleichsfotos oder einem Maßband messen ( du kan nst z. B . den Umfang u nter dem Bauchnabel u nd an der dicksten Stelle der Hüfte messen). Egal wie d u d i r deine Kalorien auch zuführst, das W ichtigste ist, dass du d ich wohlfühlst mit deiner Ernähru n g : Willst du dich kohlenhydratarm er­ n äh ren, dann ernähre dich kohlenh yd ratarm . Hast d u das Bedü rfnis, dich fleischlos zu ernähren, dann probiere eine vegetarische E rnährung aus. Willst d u d ich Paleo ernähren, probiere d iese spezielle Art der E rnähru n g . Jeder Körper ist u ntersch iedlich. Was d e r e i n e g u t verträgt, kann für den anderen u nverträglich sein bzw. was fü r den einen gut fu n ktioniert, kann fü r den anderen n icht fun ktioniere n . Wer weiß , vielleicht hast du eine nicht diagnostizierte Gluten u nverträglichkeit oder eine Laktoseintoleranz? Gl uten beispielsweise ist ein Eiweiß, das in fast allen Getreidesorten ent­ halten ist. Sym ptome einer U nverträglichkeit können z. B . folgende sei n : •

Bauchschmerzen



Verstopfun g 288



Kopfschmerzen



Müdigkeit

0,3 % der Deutschen h aben aktuell eine diagnostizierte G l utenunver­ träglichkeit. Experten schätzen jedoch , dass die Dun kelziffer der nicht d i­ agnostizierten Fälle deutlich höher liegt . Nämlich, dass knapp 1 % der Bevölkerung Gluten n icht verträgt.l0. Bevor du jetzt sch reiend zum Arzt rennst und dich testen lässt, habe ich einen besseren Vorschlag fü r dich: Mach einen Selbsttest! Dieser lässt sich n icht nur für G l uten anwenden, sondern für jedes andere Lebensmittel auch - wie z. B. M ilch produ kte oder F l eisch. Verzichte dabei 30 Tage lang vollständig auf d ie ausgewäh lten Lebensmittel u n d achte darauf, wie du dich fü hlst. Führe für eine objektivere Auswertung ein Tagebuch ! Sei dabei besonders aufmerksam , sobald d ie 30 Tage vorbei sind und du das getestete Le­ bensm ittel wieder isst. Obwohl es deutlich wichtiger ist, wie viele Ka lorien du zu dir nimmst, empfeh l e ich d i r trotzdem n icht, dich aussch l ießlich von Fast Food zu ernähren. Stattdessen rate ich d i r, zum Großteil möglichst u nverar­ beitete naturbelassene Lebensmittel zu konsum ieren. Außerdem solltest d u soweit wie möglich auf folgende Lebensmittel ver­ zichten : 1.

Weißmehlprodu kte u nd Zucker Konsumierst du solche Produ kte, sorgen diese dafür, dass der Blutzuckerspiegel in deinem Körper recht u nkontrolliert ansteigt. Um den hohen Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren , sch üttet dein Körper das Hormon Insulin aus. Doch der Körper ist durch den schnellen Anstieg des Blutzucker­ spiegels überfordert und sch üttet mehr I nsulin aus als nötig . Dies

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führt zur U nterzuckeru ng im Blut, was wiederum Heißhungeratta­ cken verursacht. Ständige extreme Ausschläge des Bl utzuckerspiegels können m it­ telfristig zu einer Sache fü h ren: Diabetes Typ 2. Dein Körper ist dann selbst nicht mehr in der Lage, ausreich end I nsulin herzustel­ len, d as stattdessen von a u ßen zugefü h rt werden muss - und zwar in Form von Spritzen . . . Würde deinem Körper in diesem Fall kein I nsulin zugefü hrt, würde der hohe Blutzuckerspiegel deine B lutgefäße, deine N erven und deine inneren O rgane beschädigen. U m es gar n icht erst so weit kommen zu lassen, empfehle ich d ir, zum Großteil auf einfache Koh lenhyd rate mit einem soge­ nan nten hohen g lykämischen I ndex zu verzichte n . Darunter fal len u nter anderem Zucker (Süßigkeiten, gezuckerte Geträn­ ke,

) Weißmehlprodukte ( Brötchen, Nudeln,

„. ,

.„

) , aber z. B .

a u c h wei ßer Re is. Als Alternative kan nst d u stattdessen ballaststoffreiche Lebensmit­ tel wie Vollkornprodu kte, brau nen Reis oder H ü lsenfrüchte essen . Ballaststoffe sorgen dafü r, dass die Energien langsamer ins Blut gehen. So steigt der B lutzuckerspiegel wesentl ich kontrollierter a n . Dadurch ist d e r Körper n icht überfordert u n d schüttet d i e Menge a n I nsulin a u s , d i e benötigt wird . 2.

Transfette Als Transfette werden kü nstlich gehärtete pflanzliche Fette be­ zeichnet. D iese Fette sind beispielsweise in Chips, Fast Food , Fer­ tiggerichten , Margarine, Gebäck, S ü ßigkeiten oder Wurst enthal­ ten . Außerdem können d iese beim Frittieren entstehen . Transfette werden als Verursacher von Herzkrankheiten angese­ hen, wie z. B. einem Herzi nfarkt oder einem Schlaganfall. Außer­ dem beeinträchtigen d iese Fette den Stoffwechsel, indem sie das 290

LDL-Cholesterin erhöhen, das als das „böse" Cholesterin angese­ hen wird . Aus d iesem Grund sind Transfette in ein igen Städten in den U SA bereits verboten - wie beispielsweise in New York . In den nächs­ ten Jahren sollen Transfette in den U SA komplett verboten wer­ den, was in Dänemark bereits seit 2003 komplett der Fall ist. I n Deutsch land gibt e s a ktuell keine Einschränkungen - und e s ist auch nichts geplant. . . Es würde jetzt den Rahmen sprengen, weiter auf Transfette einzu­ gehen. Die E m pfehlung für dich: N utze eine Suchm asch ine deiner Wahl und lies dir zwei bis d rei Artikel zu d iesem Thema durch! Abschließend möchte ich erwähnen, dass Fett nicht fett macht ganz im Gegenteil: Die richtigen Fette sind sogar lebensnotwendig. Achte deshalb zukünftig darauf, hochwertige Fette zu dir zu neh­ men - wie z. B . natives Olivenöl! Zum Anbraten kan nst d u Kokosöl oder Butter aus Weidemilch verwenden. Es ist sinnvol l , Zeit in das Erlernen von Ernährungsgrundlagen zu investie­ ren . Solange du dich auf die Grundlagen fokussierst, ist es gar n icht so schwierig wie du jetzt vielleicht denkst. Wenn d u lernst, wie sich Kalorien zusammensetzen oder wie die Zutaten­ listen auf Prod ukten zu verstehen sind , dann wirst du in deinem Alltag eini­ ge Vorteile habe n . Du wirst beispielsweise erkennen, dass sogenannte Mehrkornbrötchen oftmals trotzdem Weißmehl als Hauptbestandteil haben. Nimmst d u Nahrung zu dir, iss langsam und kau dein Essen gut. Meide d abei Ablenkung d u rch Gespräche, Fernseher oder die Zeitung. Dies wird dir dabei helfen , ein Gespür für dein H ungergefüh l zu bekommen , sodass d u merkst, wann du satt bist. I m Zweifel ist es sogar besser, mit dem Es­ sen aufzu hören , B EVOR du satt bist, da das Sättigungsgefühl oftmals erst verspätet einsetzt.

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Ich möchte hier noch kurz auf Alkohol eingehen , der Gesellschaftsdroge N ummer eins. Dazu b rauche ich eigentlich n u r zwei Dinge zu erwähnen : 1.

Alkohol ist Nervengift.

2.

Alkohol enthält viele Kalorien .

Liegt dir etwas an deiner Gesundheit und deiner schlanken Figur, empfeh­ le ich d ir, Alkohol n u r in geringem M aße zu di r zu nehmen . Zu g uter Letzt noch eine Frage an dich: Isst d u aus einem Mangel heraus? Wie beim Geldausgeben kann es sein, dass wir d u rch Essen einen Mangel an N ichterfüllung in uns kompensieren wollen. Doch dies fü hrt zu n ichts außer zu Ü bergewicht „ . Setzt d u die in d iesem Unterkapitel beschriebenen Tipps u m , wird e s dazu füh ren, dass du ein angemessenes Gewicht h aben wirst. Dadu rch wirst d u gut aussehen und d u wirst dich gut fü hlen. Dies wiederrum hat große Aus­ wirkungen auf dein Selbstbewusstsein. Doch bei allen Ernähru ngsti pps, die du hier u nd in den Weiten des I nternets finden wirst, darfst d u eine Sache nicht vergesse n : Tota le Verbote führen zu n ichts. J a , du darfst ab und zu Fast Food essen und ja, du darfst auch ab und zu Alkohol trinken oder Süßigkeiten u n d Chips essen . Es kommt jedoch im­ mer auf die Menge und die Summe der Ausnahmen a n . Ernährst d u d ich z u 9 0 % gesund und 1 0 % u ngesund, machst du schon vieles richtig . Selbst wen n das Verhältnis 80 % zu 20 % beträgt, bist du noch gut dabei . Ich rate dir jedoch , d ich objektiv zu kontrollieren , da der Mensch zur Selbsttäuschung neigt . Vielleicht kannst du dich noch an d ie Gesch ichte m it meinem 30-J ä h rigen-Bäuchlein erin nern „ . (Teil 1, Kapitel 7, Tipp 6)

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Bewege d e i n e n Kö rper a u s re i ch e n d u n d a n g e m esse n ! Dein Körper ist nicht dafü r gemacht, acht Stunden an einem Schreibtisch zu sitzen . Er ist dafür gemacht, dass du i h n bewegst! Regelmäßiger Sport und Bewegung hat viele positive Auswirkungen auf dein Lebe n , wie z. B . : •

Die geistige Leistungsfähigkeit wird erhöht.



Das Immunsystems u nd das Herz werden gestärkt.



Stress wird abgebaut und du bist in der Lage , Stress besser zu bewältigen .



Der Blutd ruck wird gesenkt.



Die Schlafqualität erhöht sich .

Des Weiteren wird beim Sport das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet, wod urch du d ich gut fü hlen wirst. Au ßerdem verbessert Sport deine Kör­ perhaltu ng, was dich attraktiver wirken lässt und ebenfalls dein Wohlbefin­ den steigert. Die Liste der Vorteile, die dir Sport u n d Bewegung bieten, ließe sich jetzt beliebig fortsetzen . Doch ich glaube, das weißt du alles schon

„ .

Dementsprechend die Frage a n d ich: Wie viel Sport treibst d u pro Woche? Falls d u d ich aktuell n icht sportlich betätigst, em pfehle ich dir d ringen d , die Gewohn heit zu entwickeln, 3-mal pro Woche 60 Minuten Sport zu treiben . Da regelmäßige Bewegung starke positive Auswirkungen auf unsere Sel bstdisziplin hat (siehe Teil 1 , Kapitel 7, Tipp 1 7), ist Sport sogar eines der ersten Dinge, die d u u msetzen solltest. Das Wichtigste dabei ist, eine Sportart zu fi nden, die d i r Spaß macht. Es wird d i r nichts bri ngen, d ich d auerhaft zum Sport zwi ngen zu m üssen. M acht d i r eine S portart kei n en Spaß, probiere eine Neue! 293

Teste verschiedene Sportarten aus! Es gibt so viele versch iedene Sportar­ ten , dass m it Sicherheit auch etwas fü r d ich dabei sein wird . Durch die I nteraktion m it anderen Menschen können Gruppen- oder Teamsportarten besonders motivierend sei n . Fang klein an, falls du bis jetzt keinen regelmäßigen Sport getrieben hast, denn viele Leute fallen von einem Extrem ins andere : D u rch die Ausschüttung von Glückshormonen hat Sport ein hohes Sucht­ potential. I ch habe es schon oft erlebt, dass Menschen nach Jahren des N ichtstuns m it S port anfangen u nd mehr train ieren als ihnen guttut. N ach dem Motto: Viel hi lft auch viel . Doch weniger ist manchmal mehr. Du musst nicht immer an deine G ren­ zen gehen. Selbst professionelle Sportler legen regelmäßig nur leichte Trainingseinheiten u n d Ruhetage ein. Du rch Ü bere hrgeiz schadest du dir n u r selbst. Gib deinem Körper a usreichend Zeit, sich zu erholen und sich an d ie neue Belastung zu gewöhnen. Kleine Schmerzen sind oft ein Anzeichen von Ü berbelastu ng. Schen kst du diesen Anzeichen keine Beachtu ng und trainierst ei nfach weiter, wird dir dein Körper immer stärkere Signale senden , bis d u i rgendwann gar n icht mehr trainieren kann st. lerne deinen Körper kennen und höre auf die Signale, die er dir sendet! Trainiere auf keinen Fall, wenn du irgendwelche körperlichen Schmerzen h ast! Auch beim S port g i lt es wieder, e i n gesundes M ittelmaß zu fi nden . S port sol lte d ich i n deinem Leben u nterstützen u nd dir zusätzliche E nerg i e geben, nicht Energie rauben. Der Bonustipp ist, mehr Bewegung in deinen Alltag einzubauen . Experten empfehlen, dass wir 1 0 . 000 Schritte am Tag gehen sollen . Dies entspricht ca. vier Spaziergängen von 20 Min uten oder einer Strecke von

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insgesamt sechs bis sieben Kilometern . Dies hört sich jetzt erst einmal viel an, doch i n der Praxis lässt sich dies leicht u msetzen : •

Statt den Lift oder die Rol ltreppe zu ben utzen, verwende die Treppen .



Mach i n deiner M ittagspause einen kleinen Spaziergang .



Lass d as Auto stehen und fahr m it dem Fahrrad zur Arbeit.



Steig eine Busstation früher aus u n d lauf die restliche Strecke.



Ü bst d u eine sitzende Tätigkeit vor dem Bildschirm aus, steh re­ gelmäßig auf und lauf etwas im Rau m u mher. Sieh au ßerdem aus dem Fenster, u m deine Augen zu entspannen .

Wie d u siehst, gi bt es eine ganze Reihe von Möglich keiten, mehr Bewe­ gung in deinen Alltag zu bringen . Al lein dies wird deine Gesundheit positiv beeinflussen .

Achte auf g e n ü g e n d S c h l af u n d a u s re i c h e n d E rh o l u n g Der d ritte Faktor, der deine Gesundheit entscheidend beeinfl usst, ist, ob d u d ich ausreichend erholst. Des Weiteren ist ausreichend Schlaf ein ent­ scheidender Faktor, was die Stärke deiner Selbstd isziplin angeht. Ich hatte jahrelang mit Schlafstörungen bzw. einem nur sehr oberflächli­ chen Schlaf zu kämpfen . Aus diesem Grund fehlte mir tagsü ber oft die Energ ie, meinen Projekten n achzugehen. Au ßerdem stagnierte meine sportliche Leistung , die einem am bitionierten H obbysportler wie m ir sehr wichtig ist. Was mir damals fehlte, war eine gesunde Balance zwischen meinen Le­ bensbereichen sowie zwischen Anspann ung und Entspann u n g . Mein Le­ ben bestand hauptsächlich aus Leistun g . M it dieser Einstellung ging ich auch an das Thema Schlaf heran und vers uchte , den Schlaf zu optim iere n .

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Doch e i n qualitativer hochwertiger Schlaf lässt sich nicht erzwingen, d urfte ich damals erfa h ren . Wir können led iglich die entsprechenden Rahmenbedingungen dafü r schaffe n . Einen regelmäßigen Schlafrhythmus z u haben, mit m e h r oder weniger festen Bettgehzeiten , ist dafü r eine wichtige Sach e . Natürl ich sind Aus­ nahmen möglich . Doch i nzwischen gehe ich jeden Tag zur selben Zeit ins Bett - sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Mit zu nehmenden Alter wurde ich fü r Veränderungen in meinem Schlaf­ rhythm us immer sensibler: M it Anfang 20 spielte dies zwar noch keine große Rol le, doch jetzt - i m Alter von 30 Jahren - hat es sehr negative Auswirkungen auf die Qualität meines Schlafes, sofern mein Schlafrhyth­ m us gesprengt wird . Arbeitest d u als Angestellter u n d stehst u nter der Woche beispielsweise um 5 U h r früh auf, m achst jedoch am Wochenende immer bis 4 U h r mor­ gens d urch , brauch st du dich n icht zu wundern , dass du in der Nacht auf Montag nicht vern ü nftig sch lafen kan nst und montags total kaputt bist. Dementsprechend der Tipp an d ich: Achte darauf, dass du einen regel­ mäßigen Schlafrhythm u s hast und d iesen auch am Wochenende nicht g roßartig änderst! Um runterzukommen und abzuschalten , bra ucht u nser Körper ausreichend Zeit. Dieser Prozess sollte ein bis zwei Stu nden vor dem Schlafengehen beginnen . Wie sehen d ie letzten zwei Stunden deines Tages aus, bevor du ins Bett gehst? Schaust du bis kurz vor dem Sch lafengehen fern? Treibst du i ntensiv Sport? Sind in deiner Wohnung alle Lichter an?

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Trifft d avon etwas zu, sind das keine g uten Voraussetzungen für einen tiefen und erholsamen Sch laf. Schaust d u dir beispielsweise ein hoch­ spannendes Spiel deiner Lieblingsmannschaft an und gehst danach direkt ins Bett, brauchst du d ich n icht zu wundern , wen n du auf 1 80 bist und nicht schlafen kannst. Dein Körper benötigt Zeit, u m von 1 00 % auf 0 % herunterzufahre n . Bist du - aus welchen Gründen auch immer - aufgedreht, ist der Adrenalinspiegel erhöht, was nicht förderl ich für u nsere M ü digkeit und die Qualität u nseres Schlafes ist. Aus d iesem G ru nd solltest du in der letzten Stu nde deines Tages auf ner­ venaufreibende und intensive Dinge verzichten . Damit meine ich Dinge wie z. B . : •

Sport, der den Puls extrem in die Höhe treibt



H ektische Computerspiele



Aufwühlende Serien oder B ücher



Spannender Sport im TV

Stattdessen wäre es besser, z. B . . . . •

. . . etwas Beruh igendes zu lese n .



. . . Entspannungsübungen zu machen .



. . . Gespräche m it dem Partner zu fü h ren ( natürlich keine Streitge­ spräche).

Ein weiterer Faktor ist das Sch lafhormon Melatonin . Sobald die Dunkelheit anbricht, wird dieses Hormon automatisch von unserem Körper ausge­ sch üttet. Es sorgt d afür, dass wir m üde werden. Das Problem ist, dass hel les Licht und LED-Bildschirme die Aussch üttu ng von Melatonin hem­ men . Aus d iesem G rund em pfehle ich dir, spätestens eine Stunde vor dem Schlafengehen zu einer sanften indirekten Beleuchtung bzw. sogar zu Kerzenlicht zu wechseln . Die Helligkeit von B ildschirmen kannst du herun­ terdimmen - und vor a llem rate ich dir, fü r d eine Bildschirm e einen Blau297

lichtfilter zu verwenden . D u rch einen Blaulichtfi lter wird das blaue Licht herausgefiltert, das die Aussch üttu ng von Melatonin hemmt. Allgemein solltest d u spätestens 30 Minuten vor dem Sch lafengehen auf Bi ldschirme komplett verzichten , besser wären sogar 60 M i n uten . Schwirren vor dem Schlafengehen viele Gedanken i n deinem Kopf heru m , e m pfehle ich d i r, d iese Gedanken aufzuschreiben . E s h ilft ungemein, seine Gedanken zu Papier zu bringen, da im Kopf anschließend meist Ruhe herrscht. U nter anderem aus diesem Grund habe ich ein spezielles N otiz­ buch auf meinem Nachttisch liegen . N atürlich ist es wichtig, ausreichend zu schlafen . Wie viel Sch laf jeder Mensch benötigt, ist zwar individuell, sollte jedoch zwischen 7 und 9 Stu nden liegen . Außerdem kommt es stark a uf deine aktuelle Lebens­ phase a n . Machst du gerade viele Veränderungen durch , braucht dein Körper mehr Schlaf, u m diese Veränderungen verarbeiten zu können. Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass d u darauf achten sol ltest, jeden Tag genügend Sch laf zu bekommen „ . Die bislang aufgezählten Dinge h aben alle ihre Daseinsberechtigung, d och sie sind meist n u r Symptom behandlu ngen . Die U rsache vieler Sch lafprob­ leme ist in der heutigen Zeit oft zu viel Stress . Stress ist der Schlafki ller N ummer 1 und oft eine Folge der westlichen Leistungsgesellschaft, deren Lebensstil aus zu viel Anspa n n u n g und zu wenig Entspa n n u ng besteht. Wann hast du dir das letzte Mal wirklich Zeit fü r dich genommen und dir etwas G utes gegönnt? Diese Zeit benötigen wir, um unsere Batterien wieder aufzulad en. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich sel bst Ruhe u nd Ausgleich in seinem Alltag zu gönnen. Zwinge d ich notfalls dazu , auch mal eine Pause zu ma­ chen!

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Wie die Erholung konkret fü r dich aussehen mag, ist Typsache. Finde her­ aus, wobei d u d ich am besten entspannen kannst. Für m ich beispielsweise sind dies: •

Saunabesuche



Spaziergänge i n der N atur



Massagen

Außerdem ist Sex eine g ute - vielleicht sogar die beste - M ethode, u m Stress abzubauen . Es h i lft, deinen Körper bewusst entspannen zu kön nen. Auch wen n e s sich jetzt kom isch lesen mag, auch das E ntspannen ist e i n e Fä­ h i g keit, die erlernbar und verbesserbar ist. Progressive Muskelentspannung ist ein gutes M ittel, um Entspannung zu lernen . Dabei werden verschiedene Muskelgru ppen angespannt und an­ schließend wieder entspannt. Dadurch verbesserst du dein Körperbe­ wusstsei n. Der Vorteil dabei ist, dass es di r zukünftig verstärkt auffallen wird, wann und an welchen Stellen du verspannt bist. Fällt dir dies auf, kan nst du d iese Stelle bewusst entspannen. Kostenlos geführte Meditatio­ nen wirst du im I nternet zur Genüge finden. Der zweite Punkt, dem du zukü nftig mehr Beachtung schenken darfst, ist deine Atm u n g . Während wir in unserem Alltag oft flach in die Brust atmen, atm en wir meist in u nseren Bauch, sobald wir entspannt sind. Achte da­ rauf, d iese tiefe Bauchatm ung zukünftig auch verstärkt i n deinem Alltag zu praktizieren. Dies wird di r ebenfalls dabei helfen , entspannter durch dein Leben zu gehen . Bist du in der Lage, dich bewusst zu entspannen, hilft es dir dabei runter­ zukommen . Somit bist du i n der Lage, besser mit Stress umzugehen. Selbst wenn d u im Bus nur d rei Minuten Zeit h ast, kannst du ein paar tiefe Atemzüge nehmen u n d d ich bewusst entspannen. Nur wen n d u einen gesu nden Körper hast, wird dir dieser i n allen anderen Lebensbereichen d abei helfen, Höchstleistu ngen zu erbrin299

gen. Neben richtiger Ernährung und ausreichender Bewegung , ist der d ritte - u nd oft vernach l ässi gte - Faktor, auf genügend E rhol ung zu achten. Sorge dafür, dass du genug qualitativ hochwertigen Schlaf bekommst, sodass Anspan n ung und Entspannung in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und lerne einen besseren Umgang mit Stress!

Res ü me e : •

Rund 70 % der Kosten i n u nserem Gesundheitssystem werden fü r die Behandlung von sogenan nten Zivilisationskrankheiten aufgewendet. Das sind Krankheiten , d ie d u rch den richtigen Lebensstil zum G roßteil vermeidbar wäre n .



Zu einem gesunden Lebensstil gehören eine ausgewogene Ernähru ng, ausreichend Bewegung sowie genügend Schlaf und Erholung.



Du bist, was du isst. Deine Nahru ng ist der Treibstoff für deinen Kör­ per. Wenn du etwas zu d i r nimmst, das deinem Körper n icht g uttut, brauchst du dich n icht zu wundern , wen n du d ich n icht gut fü hlst.



Abnehmen wirst d u , wen n du dauerh aft weniger Kalorien zu dir n i m mst als dein Körper benötigt. Wie dieses Kaloriendefizit entsteht, ist fast nebensächlich .



Verzichte soweit wie möglich auf einfache Koh lenhyd rate wie Zucker oder Weißmehlprod ukte sowie auf Transfette! Dies senkt das Risiko, an H erzkrankheiten u nd Diabetes zu erkranke n .

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Treibe m indestens drei Mal pro Woche 60 Minuten Sport. Finde eine Sportart, die d ir Spaß m acht. Sobald du eine solche Sportart gefu nden hast, wirst du d ich dafü r kaum noch ü berwi nden müssen . Sport zu­ sammen m it anderen Menschen kann dabei besonders viel Spaß ma­ che n.



Achte außerdem darauf, d ich in deinem Alltag mehr zu bewegen . Nimm beispielsweise statt des Aufzugs oder der Rolltreppe die norma­ len Treppen und fah r m it dem Rad zur Arbeit.



Qualitativ hochwertiger Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Wir können nur die richtigen Rahmenbed ingu ngen dafü r schaffe n . Regelmäßige Sch lafenszeiten, der Verzicht auf Bildschirme, helle Beleuchtung sowie auf nervenaufreibende Dinge vor dem Schlafengehen können dir dabei helfen, besser zu schlafen .



Ü bermäßiger Stress ist der Schlafkiller N ummer 1 . Achte zukünftig verstärkt auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspann ung. Fin de heraus, wobei du dic h am besten entspannen kannst und tue diese Dinge regelm äßig !

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Sc hlusswo rt In d iesem Buch habe ich bereits erwähnt, dass eine meiner Hauptmotivati­ onen zu schreiben der Grund ist, dass ich dadurch selbst am meisten ler­ ne. Beim Schreiben dieses Buches habe ich natürlich ein iges gelernt und besser verstanden. Zum Schluss möchte ich meine Schlüsselerfa h rungen mit dir teilen:

1 . D u b ra u c hst n i cht vi e l Sel bstd iszi p l i n ! I n einem Buch ü ber Selbstd isziplin mag sich d ies vielleicht ironisch lesen . Doch , wenn d u wirklich deine eigenen Ziele verfolgst, wirst du dich kaum ü berwinden müssen, die dafür notwend igen Di nge zu tun . Dieses Buch ist d a s beste Beispiel: Wie du dir sicher vorstellen kannst, schreibt sich ein Buch nicht von selbst. Al lein für das Schreiben habe ich rund vier Monate meines Lebens inves­ tiert u nd du kannst mir glauben, dass es mich oft an meine G renzen ge­ bracht hat. Zum G roßteil hat mir das Schreiben Spaß gem acht, doch es gab auch immer wieder Phase n , in denen es n icht lief und ich n icht weitergekom men war. Genau das waren die Phasen, i n denen meine D isziplin gefragt war. Die Tage, an denen es n icht läuft u nd an denen du keine Lust h ast, sind entscheidend über den Erfolg oder M isserfolg deines Projekts. An diesen Tagen g i lt es, sei ne Diszi plin einzusetzen und sich zu ü berwinden, d ie Dinge zu tun, die notwendig sind. Setzt d u d ei ne Selbstdisziplin für die richtigen Projekte ein, brauchst d u die Selbstd isziplin ledigl ich dafür, u m den Karren anzuschieben und ihn erst302

malig in Bewegung zu versetzen . Sobald er einmal in Bewegung ist, rollt er fast von allein - bis sch lechtes Wetter aufzieht und er dadurch im Schlamm stecken bleibt. Dann benötigst d u Selbstdiszipl in, u m den Karren wieder aus dem Schlamm herauszuziehen . Das bedeutet, d u benötigst Selbstdisziplin hauptsäch l i c h , um über­ haupt anzufangen u nd an den Tagen, an denen du absolut keine Lust hast. Sofern du einen starken Beweggrund hast, können an den ande­ ren Tagen deine Gewohnheiten für dich übernehme n , was der zweite große Punkt ist:

2 . W i r s i n d d as P rod u kt u nsere r Gewo h n h e ite n Bis zu 50 % unseres Tages bestehen aus Gewohn heite n . Dabei sind u nse­ re Gewohnheiten keinesfalls i n Stein gemeißelt: W i r können neue Ge­ wohn heiten entwickeln u n d alte Gewohnheiten ändern . I n den letzten Jahren habe ich m ich bewusst m it meinen Gewohnheiten auseinandergesetzt und d iese so geändert, dass mich meine Gewohnhei­ ten fast automatisch zu meinen Zielen tragen . U nsere Selbstdisziplin ist begrenzt. Setze sie aus diesem G ru n d an den Stellen ein, wo sie den g rößtmögl i chen Unterschied ausmachen ! D iese Stellen sind deine Gewohn heiten . Konzentriere d ich dabei zuerst a u f E I N E Gewohnheit und fang damit a n , kleine, d ich unterstützende Gewohnheiten in dein Leben zu integrieren ! I n der Regel reicht e s aus, diese kleinen Tätigkeiten 3 0 Tage am Stück d u rchzufü h ren , bis sie verinnerlicht wurden und anschließend q uasi auto­ m atisch ausgeführt werden . Danach kannst du d ich der nächsten Ge­ wohn heit widmen. M it zunehmender Erfahrung kannst du dam it anfangen, g rößere Gewohn­ heiten zu entwickeln oder a lte Gewohnheiten zu ändern . 303

Falls nicht schon geschehen, ist die erste Gewohn heit, die ich dir em pfeh­ le, in dein Leben zu integrieren, regelmäßige Bewegu n g . Anschließend kannst du d ich der Gewohn heit widmen, jeden Tag etwas dafür zu tun, um deinen Träumen näher zu kommen - selbst wenn es n u r eine klitzekleine Sache ist. Erfolg reiche Leute sind n icht anders als du. Sie haben es sich nur zur Gewohnheit gemacht, all die Dinge zu tun, die notwendig sind, damit sie Erfolg haben. D ies kannst d u auch! Dabei spielen u nsere Gefühle eine wichtige Rolle:

3. Es g e ht i m m e r n u r u m Gefü h l e Rational wissen wir, was wir zu tun haben, damit wir unsere Ziele errei­ chen. Tun wir d iese Dinge n icht, werden wir u nsere Ziele n icht erreichen auch das wissen wir. Warum tun wir d iese Dinge oft trotzd em n icht? Wir verbinden m it den dafür notwend igen Tätig keiten stärkere negati· ve Gefüh le, als dass wir positive Gefühle mit dem Erreichen u nserer Ziele verbinden. Falls dies der Fall ist, könnten wir uns noch so häufig rational einreden , dass wir d iese Dinge tun m üssen, doch es würde nichts bringen: Steht das Rationale im Konflikt mit dem Emotionalen, wird sich das Emotionale im­ mer d urchsetze n. Die Lösung d afü r ist, m it deinem angestrebten Ziel starke positive Gefü h le zu verknüpfen. Sobald die positiven Gefü h le stärker sind als die negativen Gefühle, d ie du m it der Überwindung u n d Anstrengung verbin dest, wirst du die D i nge tun, die nötig sind, u m dei n e Ziele z u erreichen . Dafür eignet sich die Tech nik der mentalen Bilder ausgezeich net: Sieh deinen gewünschten Erfolg vor deinem geistigen Au ge und spüre in d ich 304

hinei n , wie d u dich beim E rreichen deines Ziels fü hlen würdest! I ntensivie­ re dieses Gefühl so stark wie möglich und m erke dir, wie sich d ieses Ge­ fü h l anfüh lt! Jedes Mal, wen n du d ich zu einer unangenehmen Tätigkeit ü berwinden m usst, geh zurück in dieses positive Gefü h l ! Ebenso kannst d u dir negative Gefühle zu n utze mache n : Frag d ich , wie dein Leben i n 3 , 5, 1 0, 20 und 30 Jahren a ussieht, solltest du so weiterma­ chen wie bisher. Geh auch hier voll in das negative Gefühl hinein und mer­ ke dir, wie es sich anfü h lt! Stehst d u vor einer unangenehmen Tätigkeit, erinnere dich an dieses u n angenehme Gefü h l ! Dadurch kann es dir leich­ terfallen, d ich zu ü berwinden. Deine Emotionen steuern dich - ob d u es w il lst oder n i cht. Werde dir aus d iesem Grund immer wieder bewusst, wel che Gefüh l e d u m it ei nzelnen Tätigkeiten verknü pfst und sei auch dazu bereit, neue Ge­ fü hle mit den Tätig keiten zu verknüpfen . J e öfter d u d ies tust, desto besser wirst du darin werden, womit wir beim nächsten P u n kt wären:

4. S e l bstd i szi p l i n ist E rfa h ru n g I ch gehe d avon aus, dass quasi alles eine Fähigkeit ist, die wir verbessern können . Wir werden besser in einer speziellen Fähigkeit, wen n wir genau diese Fähigkeit regelmäßig ausfü h ren u n d üben. Auch Selbstdisziplin ist eine solche Fäh i g keit: D u wirst besser dari n, i ndem du d iese im mer wieder anwendest, dich überwindest und dis­ ziplin iert handelst. Dadurch wirst du E rfahrungen sammeln und erkennen, was fü r dich gut und was weniger gut fu n ktioniert. Die gut fu nktionierenden Strategien kan nst d u i mmer wieder a nwenden.

305

Daher weiß ich inzwischen beispielsweise, dass die Ü berwindung mit Ab­ stand das Schlimmste ist. H a be ich es geschafft , m ich zu ü berwinden, läuft es m eist wie von selbst. D ies m ache ich m i r immer wieder zu nutze, falls ich auf bestimmte Tätigkeiten keine Lust habe. Bist d u wie ich ein Mensch der Extreme, wirst du außerdem deine G renzen besser kennen und achten lernen. Ich neige zwar i m mer noch dazu , ab und zu übers Ziel hinauszusch ießen und mir mehr zuzum uten (Arbeit, Sport, „ . ) als g ut für mich wäre, doch das Ganze passiert auf einem deutlich gesünderen Level als noch vor ein paar Jahren. Dieses Buch wird dir dabei helfen, deine Selbstd isziplin auf ein neues Le­ vel zu heben . Ich empfehle dir, immer wieder m it d iesem Buch zu arbeiten und die d arin enthaltenen Strategien n ach und nach u m zusetze n . Damit wird e s d i r in Zukunft immer leichterfallen, dich z u ü berwinden und kurzfristig Anstrengu ngen a u f dich z u n eh m en , um dadurch langfristig ei­ nen größeren Vorteil zu erhalten . Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass d u diese una nge­ nehmen Dinge n iemals für deine E ltern , deine Lehrer, dei nen Chef oder mich tust. Du machst sie ausschl ießlich für dich selbst. Ich hoffe , du hattest viel F reude m it dem Buch. Solltest du noch Fragen, Feedback oder Anregungen haben, kannst du m i r gerne eine Mail zukom­ men lassen .

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Eine kleine Bitte . . . Solltest d u es nicht bereits wissen, Rezensionen sind ein extrem wichtiger Produktbestandteil. Kunden verlassen s ich auf Rezensionen , wenn sie Kaufentscheidungen treffen . Wen n d ir das Buch gefallen hat, dann bitte ich dich, auf Amazon e i ne Rezension zu diesem Buch zu sch reiben. U m eine Rezension abzugebe n , geh auf d ie Produ ktseite dieses B uchs (https://www.amazon .de/dp/1 7 1 992600X), scrolle nach unten und kl icke auf den Button „Kundenrezension verfassen'' . Besch reibe anschließend in einigen kurzen Sätzen , was dir am Buch besonders gut gefallen hat und natürlich auc h, falls du etwas vermisst hast. Klicke absch ließend auf „Ab­ senden". Des Weiteren hilft mir deine Rezension dabei, d ieses und meine zukünfti­ gen Bücher zu verbessern . Daher wäre ich d i r sehr dankbar, wenn du die­ ses Buch bewerten würdest. Ich danke dir vielmals fü r deine U nterstützun g ! Andreas

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M öchtest du, dass ich dich persönlich coache? Bist d u ambitionierter U nternehmer, hast große Ziele und möchtest i n dei­ nem Business end lich den Du rch bruch erreichen? Kom men dir folgende Fälle bekannt vor? •

Du hast das Gefü h l , di r dein eigenes Hamsterrad gebaut zu haben und dass du dich ständig im Tagesgeschäft aufreibst, was d ich da­ von abhält, die Di nge anzupacken, die wirklich wichtig sind?



Du leidest stän dig u nter Zeitmangel, was zu Stress und Ruhelosig­ keit führt?



Dir fällt es schwer, Dinge d u rchzuziehen, besonders dann, wenn es nicht so läuft?



Du hast d as Gefü h l , dass d u dir selbst am meisten im Weg stehst, was d azu füh rt, dass du wütend auf d ich bist, wei l du deine An­ sprüche an dich selbst n icht erfü llst?

Glaub m ir: I ch weiß ganz genau wie es ist, in seinem Business & Leben auf der Stelle zu treten und n icht das zu erreiche n , was man eigentlich will. Doch ich weiß ebenfalls, dass es einen Ausweg gibt . . . Aus d iesem Grund möchte dich persönlich dabei unterstützen, dass d u in deinem Business & deinem Leben endlich d ie Erfolge erzielst, die du schon immer wolltest. Wie ich in d iesem Buch bereits geschrieben habe: N ICHTS hatte ei­ nen solch starken positiven E infl uss in meinem Leben wie i n d ividuel­ les Coach i n g . Wenn d u jetzt also denkst, i c h könnte d e r richtige Coach f ü r dich sei n , d a n n bewirb d ich f ü r eine kosten lose Coachingsession m it mir u nter die­ sem Link: www.and reas-hofmann . net/coaching 308

Mehr Selbstdisziplin : Der kostenlose 7-tägige E-M ail-Kurs Wie bereits mehrfach beschrieben, n ützt d i r alles Wissen der Welt n ichts, sofern du dieses W issen nicht anwendest. Da ich dich dabei u nterstützen möchte, dass du leichter in Aktion kommst, habe ich einen kosten losen 7 -tägigen E-Mail-Kurs entwi­ ckelt. I n d iesem Kurs bekommst du noch einmal viele wichtige I nfos kompakt zusammengefasst. Au ßerdem erhältst d u jeden Tag eine leicht und schnell umzusetzende Aufgabe. D u findest den Kurs auf meiner Website u nter folgendem Link: www .andreas-hofmann.net/ku rs-mehr-disziplin

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Dan ksagun g Als Erstes möchte ich mich bei meinen Eltern bedanken, die mir das Leben schenkten . Ich weiß, dass ich kein leichtes Kind war. Trotzdem habt ihr immer alles in eurer M acht Stehende geta n , d a m it es m ir gut geht. Als Nächstes danke ich meinen großen Mentore n , die teils zu guten Freunden geworden sind : Andreas Fulde, Philipp Czerny, John Aigner, Sven Philipp, Michel Keller, Alexander Monas sowie allen anderen Men­ schen, von denen ich etwas lernen durfte. Weiterer Dank geht an meine tollen Freunde, die zu viele sind , u m sie h ier alle namentlich zu nennen. Vielen Dank, dass ihr mein Leben bereichert! Mein Dank geht au ßerdem an David Röttger fü r das Desig nen des B uch­ covers. Au ßerdem möchte ich noch einmal meiner wu nderbaren Lektorin Yvonne Roth danken. Die Zusammenarbeit m it dir war sehr konstruktiv und profes­ sionell. Du hast m ich zwar gut gefordert u n d oft an meine G renzen ge­ bracht, doch ohne dich wäre das Buch n icht so gut geworden .

31 0

Ü ber den Autor

Andreas Hofmann ist Coach , Autor u nd Experte für eine liebevolle Selbst­ d isziplin. Als Coach u nterstützt er am bitionierte U nternehmer dabei : •

Mehr Zeit u nd Freiheit zu haben, für die Dinge, d ie ihnen wirklich wichtig sind.



Deutlich mehr Geld zu verdienen u nd den gewü nschten Lebensstil leben zu können - O H N E aufs Geld schauen zu müsse n .



All ihre Aufgaben u nter einen H ut zu bekommen und richtig zu pri­ orisieren.



Entspannter u n d gelassener du rchs Leben zu gehen.

Andreas hat sich vol l u n d ganz dem persönl ichen W achstum verschrieben . Seine Mission ist es, andere Menschen auf eine liebevolle Art und Weise dabei zu unterstützen , dass sie zu i h rer besten Version werden . Auf seiner Website www . andreas-hofmann. net schreibt Andreas darüber, wie es uns gelingt, ein selbstbestim mtes , glückliches u n d erfolgreiches Leben zu fü hren . 31 1

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