Judith: Ein mitteldeutsches Gedicht aus dem 13. Jahrhundert 9783110483918, 9783110483895

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Judith: Ein mitteldeutsches Gedicht aus dem 13. Jahrhundert
 9783110483918, 9783110483895

Table of contents :
Einleitung
Judith
Druck von Karras Kröber & Nietschmann, Halle (Saale)

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Judith Ein mitteldeutsches Gedicht aus dem 13. Jahrhundert

Aus der Stuttgarter Hs. zum ersten Male herausgegeben von

Rudolf

Palgen

Mit einer Tafel

Halle (Saale) Verlag von Max Niemeyer 1924

Altdeutsche Textbibliothek Nr. 18

Einleitung. Die poetische Bearbeitung des Buches Judith, die ich hiermit eum erstenmal dem Druck über gebe, entstand nach der Aussage des Verfassers V. 2767 f f . im Jahre 1221 nach dein Kreuzestod Christi, also im Jahre 1254 unsrer Zeitrechnung (doch vgl. Helm, Beitr. 43,163). Die Uebersetmng ist stellenweise ziemlich frei tmd nicht ganz vollständig; sie wird durchbrochen und abgeschlossen durch Anführung von Bibelstellen, allegorische Auslegungen tmd Ermahnungen zu einem Leben weitabgewandter Gottesminne. Das Gedicht zerfällt in zwei Teile·, der Einschnitt, wahrscheinlich durch eine Arbeitspause verursacht, befindet sich V. 678. Beide Teile, die wahrscheinlich getrennt dem Adressaten übersandt wurden, schließen mit allegorisch-mystischen Ausführungen. Der geistliche Verfasser stammte aus Thüringen. Seine Kunst ist im ganzen gering. Nur zuweilen verleiht die treuherzige Naivität seiner Ermahnungen den schwerfälligen Versen Wärme und Innigkeit. Auch die Originalität des Dichters ist sehr gering. Für die mystisch-allegorischen Teile hat er zweifellos eine Postille benutzt. Man mag Hugo a St. Caro tmd den natürlich viel späteren Nikolaus von Lyra einsehen. Ich habe darauf verzichtet, beide in den Anmerkungen auszuschreiben, weil sie leicht zugänglich sind tmd ich a«

IY

Einleitung.

nicht einer literarhistorischen Untersuchung vorgreifen wollte, der es vielleicht gelingt, die direkten Quellen aufzuzeigen. Die Natur dieser Quellen könnte vielleicht eu einer näheren Bestimmung des Dichters führen. Ueber die Judith hat eingehend gehandelt Max Hering, in seiner Hallenser Dissertation von 1907. Die Arbeit hat mir große Dienste geleistet und ich verweise ein für allemal auf sie. Doch sind mir besonders in dem sprachlichen Teil eine Beihe von Mißverständnissen und Ungenauigleeiten aufgestoßen. Die Behauptung, daß das Gedicht im Deutschordensland und für den Deutschorden verfaßt wurde, halte ich für eine doch nur ganz schwach begründete Vermutung. Die literarhistorische Untersuchung ist m. E. völlig neu zu machen und zwar von den Quellen her. Das Gedicht ist nur in einer einzigen Hs. uberliefert, Η. Β. XIII. poet. germ. 11 der Landesbibliothek in Stuttgart, die vorher der Deutschordensballei Mergentheim, gehörte. Es ist ein Prachtkodex gediegenster Art, der wohl um 1400 entstanden ist; Bl. l r — 26rc enthält den Daniel, 27ra — 37ra Esdras wnd Neemyas, 37ra—45m Judith, 45ve—51vc Esther, 52ra—96rc die ra va Makkabäer und 97 —172 die Apokalypse Heinrichs von Hesler. Eine genaue Beschreibung der Hs. gibt die Ausgabe der Makkabäer von K. Helm (Lit. Verein Stuttgart, Pubi. 233). Unser Gedicht füllt im 2. der 4 Teile der Hs. die 2. Lage (vgl. die Einleitung zu Hubners Ausgabe des Daniel, Deutsche Texte des Mittelalters Bd. XIX). Die Hs. ist in 3 Kolumnen geschrieben und zeigt das übliche Liniensystem. Der beschriebene Baum umfaßt 37—38,5 χ 26,8—27,5 cm. Jede Kolumne ist 8—8,5 cm breit und enthält 54 Zeilen.

Einleitung.

V

Die Schrift ist außerordentlich Mar und schön. Wenn die Initiale nicht mit dem Kolumnenanfang zusammenfiel, hat der Schreiber einen teilweise mit einem Profil geschmückten Zierbuchstaben angewandt. Ich habe auch diese Federinitialen im Apparat vermerkt. Vorliegende Ausgabe ist ein Textabdruck nach den gewiß auch für die hier in Betracht kommenden Uebungszwecke besonders vorteilhaften Prinzipien der Deutschen-Texte des Mittelalters. Ich bin nur insofern unbedeutend abgewichen, als ich ein paar hochgestellte Buchstaben kursiv in den Text gesetzt habe, wenn das Hochstellen nur störend gewirkt hätte und daran, daß der Buchstabe in den Text gehört, kein Zweifel bestehen konnte. Im Apparat wird ein solcher Fall stets vermerkt; ich schreibe vride, V. 395 und im Apparat vri de . Kleines Spatium deutet an, daß zwei Wörter falsch getrennt oder verbunden waren. Durch Kursivschrift kenntliche Textänderungen oder (im Apparat) Vorschläge zu solchen befinden sich: V. 6. 136. 148. 213. 268. 315. 320. 395. 506. 540. 581. 658. 727. 879. 1053. 1111. 1131. 1144. 1237. 1273. 1281. 1344. 1455. 1641. 1872. 1974. 1979. 1999. 2121. 2210. 2597. 2712. 2752. 2785. vñ habe ich stets aufgelöst, wie es mir der natürliche Rhythmus des Vierhebungsverses zu gebieten schien, meist als und. Der Schreiber bevorzugt unde auch wo es nicht hinpaßt. Dadurch ist leider eine gewisse Ungleichmäßigkeit entstanden, der nur nach eingehender metrischer Untersuchung abgeholfen werden kann. An sonstigen Abkürzungen, die sich nicht wesentlich von dem in den andren Teilen der Hs. üblichen System unterscheiden, enthält der Text folgende:

ΥΙ

Einleitung.

1. η-Strich. Er wird sowohl im In- als im Auslaut gebraucht. Es dürfte schwer sein, daraus Schlüsse auf den Sprachgebrauch des Schreibers zu ziehen. Beispiele: genadë 34, wunnëclich 60, hât 128, νδ 211, vreudë 248, rittende 285, woldë 367, Mächem 483, gewinen 1102, gilt 1827, gedëke 2387. Einmal steht er für en : nam 2189. 2. τα-Strich. Er steht meistens über ν vor m. Beispiele: tvme 40, vmefweif 324, Darvme 993 und sehr häufig; nä 2048, ftïme 2093, vmvtic 587. 3. r-Haken. In allen Stellungen für er: h'ze 71, v'nvmen 75, leid' 83, vnd'tan 155, Holof'nes 254, h'ren 266 u. ö., d' 301 und sehr häufig, gew're 386, and's 450, m'e 575, w'den 1645; einmal für en : d' 640, für r : vnier'e 1316. 4. Hochgestelltes a, meistens zu einem DoppelhaJcen w entstellt, für ra in fp a ch 55. 240. 253 u. ö., a fp chen 377, baeh 2537; für ua in qamen 184. 217. 224 u. ö„ qam 228. 275, irqamen 424. 5. Hochgestelltes u für ur : d u ch 452. 456. 529 u. ö. 6. ρ für per in pfonen 19, νβΓρ 1774. 7. ρ für pro : giogo 623, gepphetiret 903, pphecien 927. 8. irl'm 479. 517. 851 u. ö. 9. y für -rum in alai/, tu an 57. 10. ih' m für Jhesum 2295. 2306; ihü für Jhesu 2798; xpm für Cristum 2306 und xpc für Cristas 2771. Unter den Korrekturen ist die Hand desjenigen hervorzuheben, der den Anfang der eigentlichen Erzählung, F, 127—158, durchgesehen hat. Die Schrift ist eckig und dünn, die Tinte tief schwarz. Die Verbesserungen sind durchgehends flüchtig und unbrauchbar. — Eine Sonderimg der übergeschriebenen Buchstaben, die zum Teil vom Schreiber selbst stammen,

Emieitimg.

VII

schien mir nicht angängig. Die Interpunktion, die Hübner in der Einleitung zum Daniel sorgfältig analysiert hat, ist möglichst vollständig im Apparat vermerkt, ebenso alle irgendwie bedeutenden Rasuren und die Verweisungen nachgetragener Wörter und Silben. Die wenigen Anmerkungen dienen dem unmittelbaren Verständnis des Textes und sollen im Verein mit der Interpunktion die Auffassung des Herausgebers klar hervorgehen lassen. Ich habe mir hei meiner Arbeit die ernste Warnung und Bitte des braven Judithdichters vor Augen gehalten: Man mac verkeren in kurtzer zit Da manie sin dar nider lit, Da von so bit ich sere Daz man ez icht verkere!

Hoffentlich kann mir der Nachprüfende bestätigen, daß meine Ausgabe eine zuverlässige Grundlage und eine brauchbare Vorarbeit geworden ist. Zum Schluß danke ich Herrn Geheimrat Roethe, der mich auf die dankbare Aufgabe hingewiesen hat, sowie der Landesbibliothek in Stuttgart für gütige Ueberlassung der Hs. Ferner danke ich herzlichst Herrn Prof. S timmin g und Herrn Dr. Klapper, die sich um das Photographiera der Hs. mit so schönem Erfolg bemüht haben. Ich danke auch bestens Herrn Prof. Baesecke, dessen wertvolle Ratschläge dem Text wnd den Anmerkungen zugute gekommen sind. Den Esdras, das letzte noch nicht veröffentlichte Gedicht der Hs., gedenke ich bald nachfolgen zu lassen. Breslau,

Ostern 1924. Rudolf

Palgen»

Judith

5

10 [37 rb]

15

20

25

O craft gewaldiges Eloy, Von Salem kunic Adonay, Des eine bekentnisse Die tufe der abysse, Die hohe und die breite weiz, Die steme der himele creiz Hat ouch eine gezalt, Hohe drivait, ein gewalt! Ich lade dich, herre, mir Daz du mich übest dir Nach dem liebesten willen din Also daz du und ich ein sin! Min cranke bekentnisse Hat des gehucnisse Wie Abraham, des ist vii lane, Do er der drier kindre gane Gesach, vil drate er kein en lief Und mit gebete an einen rief. Swie er da dri personen each, Sin gebet er doch an einen jach. Also lade ich dich, herre min, In den drin personen din Und entphahe dich vorwar Einen vol gewaldes gar! Ich lade, Gat vater, dich, Daz dine gute minne mich

1 Prachtinit. 0, 13 Zeilen tief, weinrot auf gold- und blaugetäfeltem, Grunde. 2 P . n. adonay. 3 P. n. bekentniííe. 6 Sterke. 12 über der Kolumne rot plogus. Federinit. A. 13 ff. Gen. 18,1—3. 15 P . n. abraham. 17 P . n. Gesach. 19/. vgl. die Interlinearglosse zu Gen. 18,2 Adoravit: unum qui tres vidit (Hugo). 26 η. dine r radiert. 1*

4

Anrufung

30

35

40

45

50

der hl.

Dreifaltigkeit.

Vor alle dem behüte Waz so min gemute Yon. dir wil virren Und disses buches irren! Ich lade ouch dich mir, Jhesu Crist, Der Gotes einborner bist Und sin wisheit genant, Daz von genaden werde irkant Din helfe miner sinne kunst Alhie zti disser anbegunst! Ouch lade ich dich, heiliger geist, Daz von der gute volleist Die din siben tugende han, Min tumme sele muze entphan Vorchte, kunst, mildekeit, Rat, Sterke, wisheit, Vernumft, also daz ich daz were Volbrenge uf der tugenäe bere! Vater, sun, heilic geist, Warer Got, wa din volleist Nicht vullemunt ist unde dach, Da ist die buunge swach. Nu wil ich alhie diz were Mit dir buwen uf den bere Da von ane hant gehouwen wart Hie vor der stein in Gotes art.

29 y'irren] das r-Häkchen radiert. 36 Somit ist anbegunst stf. endgültig belegt, gegen Lexer zu Jer. s. 124. 38 ,daß durch die lulle der Güte, die deinen 7 Tugenden innewohnt,'. 41 P. n. jedem Wort bis Vernvmft. ib Init.Xl blau, ν vorgezeichnet. P. n. Uater. svn. 47 vñ. 48 P. η.

íwach.

49 Anspielung

auf .Daniel 2,34:

Videbas ita

(so. statuam) doneo abscissus est lapis de monte sine manibus.

Berg und Stein werden in dem von Hübner herausgegebenen Daniel unsrei· Hs. (V. 999 ff.) allegorisch auf Maria und Christus bezogen, eine sehr alte Deutung, die schon Hieronymus (Migne 25, 504) vorbringt. Es geht nicht klar hervor, welche mystische Bedeutung der Verfasser der Judith dem Stein beilegt. Hering (4) bezieht die Stelle fälschlich auf Exodus 20,25.

52. Oder ist gôtes = guotes zu.lesen? vgl.2358 yon gutes art!

An den Freund.

55

60

65 [37 re]

70

5

Ouch under deme dache Buwe ich ez der vitache Da von hie vor David sprach. A l s ichz in im geschriben sach: ,In .tegmine alarum tuarum sperabo'. Daz lutet zu dute also: ,Ich hoffe in diner vitchen dach'. O welch wunnenclich gemach In dir, herre, buwen ist W a n d vullemunt und dach du bist! Durch dich, in dir, mit dir ich hie Beginne und übe und ende und zie Diz were, doch nicht wan wie du wilt. Nu wis, herre, min vrideschilt, Jhesu, min einer vreuden trost, Der in der minne uns hast irlost Und ane begin und ewic bis Osanna in excelsis!

W a z meist din herze suezet, In dem so wis gegruezet, Vrunt unde b r a d e r min! I n Gote ich die clage din 75 H a b e vernumen in der maze, Daz du begerest der straze Kegen Gote, der rechten wisheit. Ouch hastu bete an mich geleit Daz ich dich trenke in schöner gift 8 0 Mit deme tränke den die schrift Beslozzen in ir lere hat. Owi, owe! ja ist min rat Mir selber leider alzustumpf. Ich bin ein armez sunden rümpf. 57 Ps. 56,2 in umbra . . . . kontaminiert mit 35,8 in tegmine a. t. sperabunt. 63 P. n. dir. 64 vñ (2). P. n. Beginne, übe. 65 P. n. were. Unter der Kolumne am Blattrand steht Judith h(ester). 66 Ν Federinit. 69 bil] t radiert: 71 Init. U rot, dann vaz. 73 vii. 82 Ρ· η Owi,

6

Plan der

Ausführung.

85 Zu vinster ist daz herze min Daz mir nicht luchtet wol dar in Daz liecht uz der schritte kern. Da von mac ich nicht wol gewern Dich nach diner liebe gir. 90 Ein teil der brunnen sende ich dir Da du der wisheit ursprinc In der beecheidenheite rinc Macht scheppfen, ob du hast heil Der bekentnisse seil 95 Und der beheltnisse vaz: So machtu scheppfen, trinke daz Daz manigen ist beslozzen vor Der nicht uf der schrifte spor Wandert, nach der sele sweim 100 Bevint ir suzen honic seim ! Nu stille ich diner bete ruch Also daz ich dir tichte ein buch Zu dute, so ich beste kan Und mirz die Gotes liebe gan. 105 Des name ist genant ,Judit', Der heiligen schrift ein gelit. Ersam unde geneme, Uf daz ez dir bequeme Werde, so wil ich darin 110 Noch me tichtende sin Dan in dem buche ist geschriben. Wan ich diz were han getriben In Gotes helfe so hin vor Untz der herzöge Achior 93 heil adj.?: ,wo du das Quellwasser der Weisheit mit Klugheit schöpfen kannst, wenn dir das Seil der Erkenntnis und das Gefäß des Gedächtnisses unversehrt zur Verfügung steht'. rinc ist wohl nur umschreibend gebraucht. 96 trinke Inf. ? 99 ¡Wenn die Seele (gleich der Biene) umhergeflogen sein wird, Oer wirst du finden, daß sie voll süßen Honigseims ist'. hat futurische Bedeutung. 100 P . n. leim. Imperativ 101 Init..Ν blau. 102 tichte] Rasur über t a ) . 107 geneme auf Rasur. 109 P . n. Werde. 112 dizj ζ auf Basur.

Judith

1,1—2.

7

1 1 5 Sprich et kein Hol of erne, So wil ich von dem buche ge Uiide vremde wandern anderswa, Uf daz ich diner liebe da Gesamne suze wurtze, 1 2 0 Und wil daz also kurtze [37 va] Daz ich kume schiere heim Und dir den snzen honicseim Vol enden unde senden. Daz ste in Gotes henden! 1 2 5 Nn heben der schrifte samen In Gotes namen, amen! Arfaxat was ein kunic genant, Der hatte under sine hant Betwungen vii manic lant. 1 3 0 Da von wite was bekant Sin name under allen vursten. Nu begonde en sere dursten Nach eren und nach prise. E r buwete in siner wise 1 3 5 Eine etat lane, wit und ho, Da er vor siner' viende dro Vrides wolde sin gewis. Die nante er Ecbatanis. E r liez sie machen veste 1 4 0 So er mochte aller beste, Von schonen steinen ho v wen. Man mocht ouch wol schonwen 119 P . n. wurtze. vñ wil daz in derselben Zeile; alfo kurtze am Schluß von 118, durch | i j | getrennt121 Federinitiale D, mit Profil wie 30 rb, 30 ve, 35 re u. ö. 123 vñ. 124 P . η. henden. 126 Es folgen 2 leere Zeilen. 127 Prachtinitiale A blau auf Gold mit Weinrot, 11 Zeilen tief, vorgezeichnet, mit Schnörkel. 130 am Schluß ez, hinter wite verwiesen, doch in ganz anderer Schrift und Tinte. Aelterer Verweisungsstrich n. von; am Bande Basur. 135 P . n. Itat. lane. wit. vñ. nach ho in ,andrer Schrift und Tinte g. 136 ursprünglich dro, mit andrer Tinte in do verschlimmbessert,

8

Judith 1,3— 5.

145

150

155

160

164 [37 vb]

170

Die türme ho getriben da Den einen bi dem andren na. Dar inne saz vil erlich A r f a x a t der kunic rich Vil stoltz an dem mute Und lebete in sime gute Mit eren wa er mochte Und im zu tune tochte. E r hatte starke ritterschaft, Die waren im bi mit grozer craft Und da bi in manigen scharen, W a er zu strite solde varen, Willeclichen undertan Und sahen en mit vorchten an. N u was da bi gelegen ein lant, Sin name Assyrien genant, Da saz ein kunic milde, Der hatte mit sime schilde Betwungen manchen a d e l m a n . Des geböte waren undertan Bürge, lant unde riche. E r vur gewaldecliche W a hin sin wille was gekart. Im volgete nach vil manic p a r t Von rittern unde knechten, Die striten unde vechten W o l mochten mit eren W a r sie solden keren. Sie waren im mit truwen bi. Des was er k u n e unde vri Und truc dabi den mut enpor. E r hiez Nabuchodonosor.

143 ho c ] das e in andrer Schrift und Tinte. 148 Vii. sine. 153 nach in Rasur. 156 Vñ. 157 Init. S rot. 158 Ueber name steht was in andrer Tinte. 163 P . n. Bürge, lant. 165 Ueber der Kolumne steht rot · Judith · Federinit. W. 167 vñ. 168 vñ. 172 vñ. 173 Vñ. 174 P. η. nabuchodonoíor.

Judith

175

180

185

190

195

200

205

1,6—8.

9

Der kunic wart in ein des gar In sines riches zwelfte jar Daz er den kunic Arfaxat An strite wolde machen mat. Er samte sich vil witen. In den selben ziten Wart ouch Arfaxat des in ein Daz er im wolde kumen entkein Unde besamte sich ouch zu hant. Zu samne quamen sie gérant Uf einem witen velde. Da wart gelt kein gelde Uutz von toten wart vil ru. Daz velt genant was Ragau, Eufraten dem wazzer bi. Da wart Arfaxat eren vri, Wand im Nabuchodonosor An sige truc den namen vor. Do der kunic sus behielt Die walstat und des siges wielt Der im alsus gesehen was, In den gedanken er do las Und satzte sime herzen vor Daz er die crone wolde enpor Uf dem ertriche tragen. Daz solde im niemant widersagen: Er wolde sin unde heizen Got. Sust begonde er sin gebot Senden über alle lant Die hie nach sint benant: Zu Sicilien unde Damasco, Zu Lybano und Carmelo,

187 rv] der Kopf des r ist zurechtradiert. ru ist eher riuwe als ruowe: , bis durch das Fallen der Krieger viel Jammer entstanden war'. 193 Init. 1) blau. 196 gedanken] edan auf Basur. in den gedanken im Herzen; las beschieß; der Gedanke wird in 197 wiederholt. 197 VS. 198 nach enpor t radiert. 205 damasco] das c aus t. 206 vñ.

10

Judith 1, 9—13;

210

215

[37 ve] 220

225

230

235'

2,1—2.

Zu Cedar und Galyleam, Zu Esdrelon und Samariam, Jensït dem Jordane Zu Jerusalem unde zu Yesse, Biz. zu den bergen von Morlant. Dissen allen tet bekant Nabuchodonosoris botschaft Daz er en gebute in craft Wie sie im solden undertan Sin an allen valschen wan. Do sus die boten quamen Und die lute vernamen Yon wannen sie waren kumen dar, Sie namen ir vil wenic war Unde horten sie vil deine. Sie würfen sie gemeine Von iren landen alzuhant. Sus quamen sie hin heim gérant Und saiten da die mere Wie ez irgangen were. D o Nabuchodonosor vernam Disse wort, ein zorn im quam Vii stare in sin gemute. Im verswant die gute. Er begonde bi der crone Und ouch bi deme trone Des ei· gewaldic were, sweren Daz er sich ir wol solde irweren Unde sie im machen undertan.

Do diz sust was irgan, Er sante do vil drate Nach alle sime rate. Die quamen schiere zu im hin. 240 Darnach sprach er alsus zu in 207 vñ. 208 vñ. vom Schreiber der Hs. 223 P. n. landen. 227 Init. D rot.

213 Nabuchodonor»ris] das Co stammt 216 P. n. wan. 219 Federinit. V. 225 zwischen V und fi Rasur (o?)

Judith

245

250

255

260

265

270

2,3—7.

11

Und leite en sine gedanken vur: ,Diz. ist worden min willekur Und bin des worden gar in ein Daz ich alle lant gemein Wil mir machen nndertan. Des suit ir mir bi gestan!' Die rede geviel en allen wol. Des was der kunic vreuden vol Daz sie gevolgic waren des. Einer hiez Holofernes, Den nam Nabuchodonosor Uz den andren allen vor Und sprach mit Worten sus zu im: , Holofernes, nu nim Craft zu dir und var zu hant Kein alle die riche uf wester lant Und doch kein den sunderlich Die da han versmehet mich Und daz han an sie begert! Den sal diner räche swert Herteclichen Ionen! Din ouge sal nich* schonen Den steten und den bürgen, Du salt sie drinne würgen Untz daz sie dir bekennen Mich en zu herren nemen!' Do disse rede alsus irgienc Und Holofernes gevienc Des herre rede in sinen sin, Zu hant er greif an daz begin

241 Vñ. en aus ein radiert. 243 Vñ. 246 Ρ. n. geitan. 247 Init. D 6lau. 253 Vñ. 255 vñ. 256 Rasur η. weit'. 257 Vñ. 259 Vñ. Hinter daz ist ich zu ergänzen. 26t P. n. Ionen, -in derselben Zeile der folgende Vers, dessen Schlußwort fchonen am Schluß der nächsten Zeile. 262 schönen mit Dat. nach lateinischem Muster. 263 vñ. 266 P. η. nemen. Mich en zu herren άπο xoivovl vgl. fateri mit acc. c. i. 267 Init. D rot. rede mit Verweisungszeichen am Schluß. 268 Vñ. holofernes.

12

Judith S, 8—11.

[38 ra] 275

280

285

290

295

300

Des daz en der kunic hiez. Drate er vor sich samnen liez Assyrien des landes craft. Von knechten und von ritterschaft Quam da hin vii maniche part Bereit kegen der herevart, Die alle mit im wolden varen. Do Holofernes die scharen Nach sinem willen hette irwelt, Do wurden sie zuhant gezelt, Als im geboten hatte vor Der kunic Nabuchodonosor. Der vuzgengere zal wart kunt Uf zweinzic tusent und hundert stunt. So was der rittenden zal Zwelf tusent über al, Die vil gereit waren des Was en gebot Holofernes, Daz sie da von keine not Schiede wan der grimme tot. Do sus gereit was daz her Gemein in creftiger wer Und sich von sime lande irhuf, Zu hant vor an den wec schuf Holofernes, als ein man wise, Dem here genüge spise. Von rindern, schafen harte vil Was da gar ane maze zil, Mule unde kemelin, Die in dem her solden sin, Soumere zu der tracht Was da ane zales macht. Sus vur vil creftecliche Daz her uz sime riche.

271 P. η. Des. 274 Federinit. Y. 284 vil. 291 Init. D blau. 293 Vñ. 294 Juri. 2,8 fecit praeire. 299 P. n. Jlvle. 301 f. zales = záles = zadeles,

Juditli

13

3,13—16.

305 Von rittern, schützen, knechten, Die striten unde vechten Mochten allenthalben wol, Der was daz her geladen vol. Sie zogeten ane varen. 310 Do sie sus kumen waren An daz ende von Assyrien lant, Zum ersten quamen sie gérant Besit daz lant Sycilie Zu den bergen Ange. 315 Zuhant Holofernes Mit gewalt begunde des Daz er gewan die bürge en an, So daz sie musten im die lan, Swie vil im der da lac bi. 320 Eine houbtstat, die hiez Meloihi, Die brach er mit gewald in nider. Ouch ensumete er nicht sider, Er roubete swaz er da begreif. Sust nam er den ummesweif: 325 Er vur von dannen untz er quam Zu Mesopotamyam Uber Eufraten daz wazzer hin. [38rb] Da merte er aber sinen gewin. Er brach unde brante 330 Wa er zu gerante Und roubete man unde vie. Die sinen schar er meren lie Zu Sicilia unde Japhet, Zu Madyan er ouch daz tet. 305 P. n. rittern. fchutzen. 306 vñ. für Z. 316 gewalt] g auf Rasur.

315 Init. Ν rot, 320 melochi.

328 Federinit. D. 329 vñ. P. η. brante; es folgt in derselben Zeile der folgende Vers. 331 Vñ] vorher Rasur, vñ. 332 vgl. 2,16; mseren swv. verkünden? Barm hätte der Dichter praedare als praedicare mißverstanden und 335—37 wäre von maeren abhängig, 334 eine Parenthese. Man hat aber wohl eher an mêren zu denken, durch zwangsweise Rekrutierung; vgl. 415ff.

14

Judith 2, If—18;

3,1.

335 Waz wider Binen hulden Was, daz muste dulden Den tot, wa er daz bevant. Sust betwanc er die lant Daz sie im waren undertan. 340 Zuhant greif er wider an Die straze und zoyte da bi Uf die velt zu Damasci. Da liez er in vil swinder tat Alle der velde sat 345 In der snidunge zit Verburnen, ouch gebot er sit Daz man alle der boume vrucht Nider hiwe sunder zucht. Darnach begonde er geben 350 Gebot daz man die winreben Verterbete und versnitte gar. Do des die lande wurden gewar Die dar umme sazen, Wie disse vuren grazen 355 Gar ane zucht in mancraft, Do wurden sie so zagehaft Daz sie alle gemeine Im widerstunden deine. Sunder vorchte unde leit 360 Was under en wit unde breit. Do samenten sich vil drate In eime gemeinen rate Kunige unde vursten gar Die der lande namen war: 365 Mesopotamyam, Syrie, Sobal unde Lybie, 336 P. u. Bleistrich n. Was. 341 vñ. 346 Bleistrich n. Verburnen. 350 P. n. Gebot. 351 vñ. 354 grâzen wüten, brandschatzen. 359 vñ. 360 Basur n. en. vñ. Ich möchte sunder sowohl auf vorchte wie auf leit beziehen; vgl. sundervreude, sundernôt; doch liegt die Bedeutung sed wohl näher. 361 Init. D blau. 363 vñ. 365 P. η. Mesopotamyam. Vgl. 3,1 Syriae scilicet Mesopotamiae, et Syriae Sobal, et Libyae.

Judith 3,2—3.

370

375

380 [38 rc] 385

390

395

400

15

Und sprachen waz sie wolden Hie zu tun unde solden. Yil schiere wart der rat volant So daz von en wart gesant Kegen Holoferne botschaft Die im sines zornes craft Mit vlehene undergienge Und sinen vride entpfienge. Die boten quamen so hin zu im Und sprachen: ,herre, nu vernim Unser rede und ouch der Die uns gesant haben her! Wir bitten algemeine Dich, unsern herren eine, Daz du din ungemute Mit dines vrides gute Kein uns wellest Verliesen Und uns zu dienste kiesen. Uns ist bezzer verre Daz wir ane gewerre Mit willen undertenic sin Dem gewaldigen herren din, Nabuchodonosor dem grozen, Danne ob wir en verstozen Wolden und liden den tot. Disser manicvalden not Welle wir gerne so genesen Daz wir dir gehorsam wesen. Da von saltu uns in vricie kumen. Wir han zu herren dich genumen. Stete, bürge unde lant Sal gewaldic sin din hant. Pfert, vie und kemelin, Die suln alle dir under sin,

367 Vñ. 374 Vñ. 376 Vñ. 377 P. ». rede. 383 Federinit. Κ. 391 P. η. Wolden. vñ. 394 gehorfam weíen auf Rasur. 395 vride. 397 p . η. Stete, bürge, vñ. 399 P. η. Pfert. vie. vñ.

16

Judith 3,4—13.

405

410

415

420

425

430

Und wir selben mit kinden, Mit wiben und mit gesinden Wollen dir sin undertan Und dinen herren zu herren han Welle wir willecliche. Du sait uns vrideliche Kumen und unsern dienst dir Entpfahen gar nach diner gir!' Do disse rede alsus ir gienc, Holofernes die straze an viene Und vur hin alzuhant Mit heres craft in die lant. Bürge, stete und riche Behielt er creftecliche. Er merte vaste sine schar: Von den selben lande gar Die under en da tochten Daz sie striten mochten In dem lande über al, Der satzte er vil an sine zal. Do die lute den gewalt Den er begienc so manicvalt, Sahen und vernamen, Vii sere sie des irquamen Daz er an en ane zil Ubete sinen gewalt so vil. Sie giengen im mit gesange enkein Uz iren steten algemein Und entpfiengen erlich sine kumft Mit gesange siner sigenumft. Daz half sie doch vil deine. Sie mochten algemeine Mit nichte sine hertikeit Irweichen: er hiez en gereit

401 Vfi. 402 vñ. 404 Vñ. 409 Init. D rot. ir gienc] vor und nach ir Rasur. 4t 1 Vñ. 413 P. η. bürge, stete, vñ. 423 vñ. 432 η. Sie Bamr. 434 P. η. Irweichen.

17

Judith 3, 13—15; 4,1.

435 Brechen uiide burne Stete unde turne. [38 va] Er trette en die velde, Die heide und die welde Verschriet und verbrante gar. 440 Er nam de3 gebotes war Daz im hatte geboten vor Der kunic Nabuchodonosor. Der gab im ein sulch gebot Daz er alle die abgot 445 Und waz daz lut hieze Heilic, gar verstieze, Wa er daz indert vunde, Zu sulchem urkunde Daz er got hieze eine 450 Und anders nindert keine. Sus vur gewaldecliche Holofernes durch die riche Uber bere und über tal Durch Syriam, Sobal 455 Und durch daz lant Appamyam Und durch Mesopotamyam Und quam gevarn alsus dar na In daz lant zu Gaba. Zuhant er sich underwant 460 Der stete die er da vant, Mit siner crefteclichen wer. Drizic tage er daz her Liez ruen unde ligen da, Daz sie deste baz dar na 465 Mochten unde solden Striten wa sie wolden. Nu was da bi gelegen ein lant, Sin name Juda genant, 435 vïï. 437 Federinit. E. Heilic. 451 Init. S blau, vorgez. r und d auf Basw. 463 vñ. rot, vorgez.

439 vñ. 457 Yñ. 465 vñ.

446 P. ». 462 er daz] 467 Init. IN 2

18

Judith

4,2—5.

Da saz die israhelische diet. 470 Der vreude sich gar versehriet Do sie die warheit horten des Wie dort Holofernes Wunders hette vil gestalt Und wie er vuere mit gewalt 475 Und die lute schente, Bürge und stete brente. Do wart ir angest berte Daz er so vur sich kerte Und zu Jerusalem queme 480 Und ouch den sig da neme Und dem tempel tete aida Als er e hette anderswa Manchem andern getan. Des wart sie angest ane gan. 485 Sie wurden des zu rate Daz sie santen drate Zwischen Samaryam und Jericho Unde den luten sagen so Daz sie die warte vlizeclich 490 Hielden und bewarten sich [38 vb] Vor iren vienden suren. Sie begonden zuhant muren Ire vesten mit grozer ile, Ouch samenten sie in der wile 495 Korn unde spise. Daz taten sie in der wise Daz sie sich kein ir viende scharn Mochten deste baz bewarn. Da was ein pfaffe under in, 500 Gewaldic, groz der name sin, Elyachim was er genant. Der schreib drate in die lant 471 horte des] Rasur zwischen e und d. 474 476 P. n. Bürge, vñ. 479 Yn. 487 vñ. 488 Initialviereck ist durchlöchert, sagen ist abhängig wurden 485. 490 vñ. 491 Federimi. V. 495 496 wise] w auf Masur. 500 η. groz Bleistrich.

Yn. Bas von vñ.

19

Judith i, 6—10.

505

510

515

520

525

530

535

Kein Esdrelon und Dothaym Daz die lute gehorchten im Und des mit vlize nemen war Wie sie der berge hohe gar Besetzten unde bewarten Und sich also scharten Daz sie die wege verviengen Die in ir lant da giengen. Des wart daz voie im gereit. Die stige wurden gar verleit Die die viende mochten kumen, Als sie von im hetten vernumen. Nu hub sich ein groz weinen Yon en allen gemeinen. Zu Jerusalem und anderswar 1 Wurden sie der vreuden bar. In jamer lute schrien: ,owe!' Hub sich in der Juden e. Sie claiten Gote sere Daz man nu sin ere Zu Jerusalem wolde ronben Und sinen namen touben. Sie zugen an sich herine cleit Und vasteten mit trurekeit Mit kinden und mit wiben. Sus taten sie ir liben We durch jamers gebot Und schrieten an den hoesten Got Daz er in der swere Were ir helfere Und ruchte sie beschirmen Vor den ungehirmen Die sie wolden vertriben Mit kinden unde wiben

503 vfi. 508 Vñ. 510 P. η. giengen. 515 Imi. M blau. 524 Vñ. 526 Vñ. 527 vñ. 528 Hinter Sui und We der folgenden Zeile liegt ein etwa 2 Zentimeter breiter Zwischenraum, der ehemals vernäht war. 530 Vs. 533 VB. 536 vñ. 2*

20

Judith

540

544 [38 ve]

550

555

560

565

4,11-15.

Von der gotlichen e. Daz was ix· angest und ir we. Darnach, der pfaffe Elyachym Begonde wanderen im Durch die israhelische diet. Mit vlize er den selben riet Daz sie weren stete A n vastene und an gebete, So muste ir clage sunder wan Uf vor Gotes ougen gan, Daz er sie muste irhoren Und ir vi ende zu stören. Ouch sprach er zu en me da bi: ,TJch sal in den gedanken si Wie Got hie vor mit Moyse Ubete siner creften e Daz er den kunic uberwant Der Amalech was genant. Der hatte mancraft ubervil Gar ane zal und ane zil, Der er in grozer kundikeit Sich uberhub. daz wart im leit: W a n d im dar nach in kurtzer zit Mit gebete an allen strit Moyses gar uberwant. Sus werden alle die geschant Die sich kein uch harten, Ob ir wollet warten Des arbeites des ir hi

Begunnen habet, geloubet ez m i ! ' Zu disser trostunge Beide aide unde junge Begunden sere schrien 570 A n Got daz er sie vrien 539 Init. I) rot, vorgez. 540 im fwr um? umbewandern würde dem circuivit der Vorlage (4, 11) ent¡vnrp.chfm,. fS4.fi Federinit.. S. fi4.fi Vñ. ññfi ila.ζ wart.

Judith 4,16—17; 5,1—4.

21

Weide von der viende her Und en selber were ein wer. Gebet, opfer, vaste Triben ane raste 575 Und waz sie vurwart mere Mochten an Gotis ere Gelegen, des waren sie gereit In demute mit innekeit. Dar nach ez also verre quam 580 Daz Holofernes vernam Und wart kunt die warheit sint Wie die israhelischen kint Mit strite im wolden widersten Und waz sie hetten an gegen, 585 Daz sie die wege verleit Hetten. do wart er gereit In zorne gar ummutic sa. Vor sich die herren rief er da Von Amon und von Moab, 590 Er sprach: ,nu saget mir war ab Und in welchen creften si Daz vole daz uns hie liget bi Uf den bergen aldort! Diz mere sal ich von uch vort 595 Hören und wie der kunic genant Si der der selben lant Pflege und in welcher craft Sie mugen haben ritterschaft! [39 ra] Ich wolde wizzen ouch da bi 600 Von welchen sachen kumen si Daz daz lut nicht gemein U,z iren landen uns enkein Mit vreuden ist gegangen Und uns hette entpfangen 572 vñ. 573 P. η. Gebet, opfer. 575 YS. 579 Init. D Mau, vorgez. 581 Vñ. 584 Yñ. 586 P. η. Hetten. 588 er auf Éasur. 589 vñ. 591 Vñ. 595 P. η. Hören. 596 P. η. Si. 597 P. ». Pflege, vñ. 599 Federimi. I.

22

Judith 5,5.

Unterbrechung.

605 Gar mit vride in ir lant, Daz suit ir mir ouch tun irkant!' Nu was der herzöge da Von Amon gereit iesa, Der was geheizen Achior, 610 Ein wise man, der trat her vor Und sprach: ,wiltu mich hören des, Herre min Holofernes, So wil ich dir wol daz sagen Und der warheit nicht verdagen 615 Wie ez umme daz vole si Daz uf den bergen hie wonet bi, Und wizze daz daz dir min munt A n nichte sal dekeine stunt Yon dem volke liegen 620 Und dich, herre, triegen!' In Gote bruder und vrunt min, ich Mane mit gedanken dich Daz ich dir in dem prologo Sagete da vor also: 625 Wanne ich diz dicht getribe vor Untz daz der herzöge Achior Spreche kein Holoferne, So weide ich von der materjen ge. Nu ist die stat itzu kumen. 680 In diner liebe, in dinen vrumen In eime gertelin gewesen Bin ich untz her da ich lesen Wolde, als ich gelobete e. Daz wil ich lazen nu beste 607 Init. Ν rot, vorgez. 611 Vfi. 613 dir] r auf Basur. 617 Vn. P. n. daz('). 620 Vfi. 621 Init. J blau, vor der Kolumne, 13 Zeilen tief, vorgez. vfi. P. ». min. 630—47 ist inspiriert durch Ps. 79,9—14. Die Straße (637) mag durch 13 vindemiant earn omnes qui praetergrediuntur viam veranlaßt sein. Daß der Psalm dem Donnerstag zugeteilt war, läßt sich in einem Psalterium per hebdomadam leicht feststellen. 633 P. n. Wolde.

Die gefahrvolle Straße.

33

635 Und wizze daz ez dir nutzer ist. Ich han gesen in dirre vrist Dar uz gen ein straze Die mir wol uz der maze Behaget, da wil ich loufen hin. 640 Got der scherfe mir den sin Und hüte min in einer wer, Daz mich da von icht jage der ber Da von man an dem donrestage Liset in hern Davides sage 645 Und Gote so claget: , höret, Den wingarten zu störet Uz dem walde hat der ber'. Daz ist der tuvel und sin her, Die suiche tat gerne irren. 650 Die geruche Got hin virren! Ouch bitte ich Gotes gute Daz sie mich wol behüte [39 rb] Vor des lewen limmen Der so sere brimmen 655 Hie vor kein Sampsone lief, W a n d ich der sterke bin ein gief, Daz ich en künde slahen tot Und entwerte siner not. Ich sage dir des die warheit: 660 Wil die Gotes wisheit Mit mir an die straze treten, So wil ich diner liebe jeten Uz der schrifte heide Der allerbesten weide. 635 Vñ. 639 P. η. Behaget. 640 d' sin. Der X-Haken muß hier wohl als en aufgelöst werden. 641 Vñ. 643 n. man list radiert. 645 Vñ. P. und Bleistrich n. claget. Das Subjekt ist David. 651 f f . Judie 14,5—6. Das Bindeglied dieser und der vorhergehenden Anspielung bildet dei· Weingarten: Cumque venissent ad vineas oppidi. 653 Federinit. V. vgl. Lexer der manheit ein tôre; gief = Schwächling, nicht bloß an Verstandeskräften. 658 entwerden stv. mit dat. entkommen. 663 vgl. Tristan 4637 (Beckstein) wortheide.

24

Warnung vor Mißverständnis.

Rekapitulation.

665 Ein teil der du verneme hie vor, Wiltu uf ir vernumfte spor Wandern und die vaste jagen. Da bi so höre mich dir sagen: Wiltu ez vor eine fabula han 670 Und also bioslich verstan Als ich dir schribe ein mere, Owe, daz wurde mir s were Und mochte mir wol werden zorn, Wand so were gar verlorn 675 Die arbeit die ich leite an dich. Des saltu hüten vlizeclich! Ich wil wandern, ich bin june, Hie neme ich den uz sprunc. Sus laze ich dich Gote hie, 680 In min erste rede ich zie Da ich liez Judith daz buch. Ich han vil manchen urnme such Getan nach wurtzen anderswo, Wand ich in dem prologo 685 Dir in gelubde ez mich verbant. Der gebreche ist dir wol bekant Wa von ez so kurtz worden ist. Nn wil ich in dirre vrist Mit Gote ,Judith' volenden 690 Und diner liebe senden. Du hast vernumen wol da vor Wie der kunic Nabuchodonosor 666 v'nvmfte auf Ilasur. , Willst du ihrem Sinn nachspüren'. 673 Vfl. 678 Hierauf sollte offenbar das im Prolog (108—23) und eben noch (621 ff.) umständlich Angekündigte einsetzen. Es fehlt, und der Dichter entschuldigt sich ausdrücklich 683ff. Ich schließe daraus auf eine längere Unterbrechung infolge eines gebreche, das man wohl auch als Krankheit auffassen kann. [? Baeseclce.] Zu der nun folgenden Rekapitulation vgl. Hering 8. 679 Init. IS blau,

vorgez.

683 and'íwo] o auf Rasur.

weisungszeichen am Schluß.

692 kvnic mit Ver-

25

Rekapitulation.

695

700

705 [39 rc] 710

715

720

725

Den kunic Arfaxat ubersluc Und wie sin mut sich des vertrnc So hohe daz er wolde Got Heizen und wie er sin gebot Also uz sante in die lant Die da vor sint benant, Daz sie im alle jehen des; Und wie do Holofernes Von Nabuchodonosoris geheize In manches landes creize Vur gewaldecliche Mit craft und die liehe Cleine und groze brachte in not; Und wie sin crefteclich gebot Bürge unde stete vellete; Und wi die vorckte irschellete Die israhelischen diet So daz ir vreude von en schiet; Und wie sie claiten Gote groz Daz Holoferni8 kundic doz Wolde ir e touben so Und darzu twingen sie mit dro Daz sie von Gote liezen Und Nabuchodonosor Got hiezen; Und wie sie in der wile Samneten mit ile Spise und murten vesten; Und dort da sie westen Daz die viende in wolden kumen, Wie sie dar hetten genumen Und die wege verleget, Uf den bergen verheget. Ouch bistu bescheiden des Wie da Holofernes

694 Vñ. 696 P. η. Heizen. 706 Vñ. 707 Federinit. B. 719 Ρ. η. Spile, vñ. 720 Vñ. 725 am Schluß C.

700 YS. 705 v5. 711 VE. 717 Vñ. 724 P. η. v'heget.

26

Judith δ, 5—9. Kegen der diet in zorne bram Und die vursten vor sich nam Y o n Amon und von Moab 730 Und hiez im sagen wor ab Daz were kumen daz die diet Sich im zuhant irgebe niet. D i z buch liez ich e da vor Do uf stunt der herzöge Achior 735 Y o n Amon und in der stunt Sprach: ,herre, mir ist kunt Umme daz vole, wiltu mich Hören, ich bescheide ez dich Und wil nicht valschez von im jehen. 740 Diz vole, von der Caldeen Gesiechte ez erst bequam. Zu Mesopotamyam Wonten von ersten sie Und irre vetre gote die 7 4 5 W o l d e n sie nicht an beten. Sie wurden von ir dienste treten Und geloubeten einen Got Des himels. des selben gebot Sie hiez von dannen zogen sit 750 Und dar n a c h über manche zit, Do der hunger wart bekant, Sie vuren zu Egipten lant. Da selbes sie ouch waren Binnen vier hundert jaren 755 Gemeret also grozlich Sie wurden und unzellich.

727 bram statt bran ist wohl dem Schreiber zu verdanken; vgl. 5, Ü exarsit in iracundia. 729 vñ 730 Yñ. 731 were] w auf Basur. η. die t radiert. 732 P. n. niet. 733 Init. D rot, vorgez. 735 P. n. amon. 739 VS. 741 P. n. Geflechte. 744 P. n. gote. 747 Vñ. 748 P. η. himels. 756 P . n. vnzellich. Sie wurden besieht sich auf Gemeret und auf unzellich.

Judith 5, 10—13.

760 [39 va]

765

770

775

780

785

27

D a r nach do der kunic Pharao In deme lande Egipto Im sie undertan gemachet hete Unde liez sie muren die stete Unde was en da mitte herte, Daz vole do sin schrien kerte An iren Got, der ouch isan Mancherleie plage ban Liez in vil starker hant Uber al daz Egipten lant. Darnach do ez sich vugete so Daz die von Egipto Sie würfen uz ir lande hin Und die plage horte uf an in, Do wolden sie sie aber sider Zu irme dienste vahen wider, Und daz vole vloch, an ir her. Des himels Got tet uf daz mer Also daz in den ziten Daz mer zu beiden siten En alsam ein mure bleib Stende, diz vole vor sich treib Truges vuzes durch daz mer. Die von Egipten mit ir her Unzellich volgeten nach dem pfat Und wurden an der selben stat Mit der vlut bedacket so gar Daz einer nicht genas aldar Der den nach kumelingen Sagete von den dingen. D o jene quamen von dem mere, Sie zogeten vor sich mit ir here

757 Init. D blau, vorgez. 759 fie mit Verweisungszeichen am Schluß. 761 Federinit. V. 763 P. n. got. 765 P. η. Liez. 766 P. η. lant. 773 Und daz vole vloch = fugientibus his Jud. 5,12. 778 P. und Bleistrich n. Stende. 786 P. n. dingen. 787 Init. D rot, vorgezeichnet.

28

Judith δ, 14—20.

Und quamen kurtzlich dar na 790 In die wüste Syna Des berges, da kein mensche nie Mochte wonen. da wonten sie Dar in keines menschen vuze Wanderten me. ouch suze 795 Wurden die suwern brunnen dar Zu trinkene der selben schar. Vierzic jar Got en da gab Yon himele daz brot her ab, Und wa sie vor sich wolden zogen 800 Ane gesclios und ane bogen, Ane schilt und ane swert, So vacht vor sie ir Got vil wert, Und vorwar ez was nieman Der diseme volke konde an 805 Gesigen untz hin zu der zit Daz sie von Gote schieden sit. Wie dicke sie ouch daz taten Daz sie gote haten Andre dan iren Got, 810 So gab ouch sie Gotes gebot In roub, in swert, in schänden. Swie dicke ouch sie irkanden Gebrochen han und was en leit, 814 Zu hant so was en gereit [39 vb] Des himels Got der en sterke lie Daz widersten wol mochten sie. Ouch half en ires Gotes craft Daz sie wurden sigehaft Da über Chananeum 820 Den kunic und Jebuseum, 789 VB. 794 P. und Bleistr. n. me. 799 Vñ. 805 P. η. Gesigen. 809 P. η. Andre. 811 P. η. rovb. íwert. schänden ist kein Beleg für schio. Flexion, da ein durch den Beim bedingter Uebergang in Dativ möglich ist; vgl. denselben Beim Krone 264. 813 vñ. brechen stv. absolut sündigen; vgl. 862 bruch = offensio. 815 P. n. got. 817 Init. O blau. 819 P. n. Da. 820 P. n. kvnic. vñ.

Judith

825

830

835

840

845

850

29

5,21—S3.

Phereseum und Etheum, Eneum und Amorreum; Und in Esebon die starken dar Straeten sie nider gar. Beide ir stete und ir lant Besaz vil crefteclich ir hant. Also lange untz daz sie nicht Sundeten vor Gotis angesicht, Was mit en got, wan ir Got treit Haz uf alle bosheit. Dar über sie ouch waren Nuwelich vor dissen jaren Von dem wege bekumen Den sie betten genumen Von Gote, den er en e gab Daz sie nicht wanderten dar ab. Dem wege sie nicht gehörten. Hie von ouch sie zu störten Vremde Iute in strite. In der selben zite Wart ir in getwangen Harte vil gevangen Und nach irre viende gir Gevurt in die lande nicht ir. Nuwelichen aber nu Karten sie irme Gote zu In der zustreuunge in der sie Waren zustreuwet und sint hie Geeinet und gestigen nu Uf disse berge und hant darzu Jerusalem besezzen in, Da die heilige der heiligen sin.

821 P. n. Pherefeum. vii. 822 vñ. got. = guot; 5,21 erant cum illis bona.

boíheit. C. gezeichnet.

843 Vfl. 844 P . n. ir. 848 P. n. ftrevwet. vn.

Bleistr. n. berge.

852 P. n. heilige.

829 P. η. 830 P. n.

845 Init, i\ rot, vor849 vñ. 850 P. u.

30

Judith 5,24—28.

855

860

865

[39 ve] 870

875

880

885

Dar umme saltu, herre min, Nu da irvarende sin Ob vor ir Gotis angesicht Die diet zubrochens habe icht, Und zogen vrilichen dar, Wand ir Got gibt sie gar, Si e werden dines gewaldes hant Gar undertenic irkant. Ist aber daz die selbe diet Hat bruches kein ir Gote niet, So muge wir sten kein en nicht, Wand ir Got vor sie vicht So daz wir werden uberstigen Und gar sigelos beiigen. Sus werde wir zu schänden Von der diete handen.' Do disse rede alsus geschach Und Achior sie vollen sprach, Da stunden bi vil gewis Die knechte Holofernis Und dachten in der selben zit Daz sie en wolden toeten sit. Wider ein ander sprachen sie: ,Wer ist der der sprichet hie Die Israhelischen sten vor Dem kunge Nabuchodonosor Und wider siner here danc, Lute gar in strite cranc, Die ane macht da hin geleit Sin an strites wish'eit? Daz Achior bekenne wie Er uns tri e ge, so welle wie Hie bi uf die berge kumen Und wanne wir da han genumen

857 Vñ. 1. Plur. Imp. 858 sc. in dines gewaldes hant. 859 Sie] i auf Easur; dahinter e (?) radiert. 860 P. n. irkant. 866 Vñ. 869 Init. D blau, vorgez. 873 Vñ. 876 P. w. d' (!). 877 f f . vor und wider sind ίο ordiniert. 879 Vñ. h'ren. 883 agnoscat 5, 28. 886 Vñ.

Judith 5,29;

6,1-à.

31

Ir gewaldigen und gevangen Und daz so ist irgangen, So sal sin Achyor gewert 890 Daz en der Assyrien swert Sal durch slan, daz von rechte Bekennen alle gesiechte Daz Nabuchodonosor si Der erden got und da bi 895 Ane in anderre si keine'. Sus sprachen sie algemeine.

900

905

910

915

920

Von der rede die zu vor Getan da hette Achior So wart Holofernes gereit Gekart in ein unwerdikeit. Kein Achior sprach er do: ,Wan du uns nu hast also Geprophetiret von der schar Daz sie beschirmet werde gar Von ir gote, uf daz ich Des muge nu bescheiden dich Daz dem kunge Nabuchodonosor Nindert si ein got bevor: Wanne , wir die lute gar irslan Recht alsam einen man, So saltu von der Assyrien swert Mit en des todes sin gewert Und der Israhelen schar Sal m i t o g e n in Verlust vil gar. Da saltu danne ρ ru ven bi Daz Nabuchodonosor si Herre gewaldic al eine Uber die erden gemeine. Da sal dinen siten mit craft Daz swert miner ritterschaft

887 vïï. 891 P. u. Bleistr. n. üan. 897 Init. U rot, ν vorgez. 900 = indignatici, vgl. 6,1. 902 ff. Der Satz lehnt sich sklavisch an die Vorlage an. 905 P. n. gote.

32

Judith 6,5—8.

[40 ra] 925

930

935

940

945

950

Durch gen und du salt vallen Under den wunden allen Und ligen so biz an die zit Daz du verscheidest mit in sit. Denkes du dar über des', Sprach aber Holofernes, ,Daz din prophecien War si, so saltu vrien Yon vorchte daz antlitze din, Also ob du die worte min Nicht wenest werden vollenbracht Als ir mit rede ist gedacht. Uf daz du die warheit Irvindest als hie ist geseit, Hie nach von disser zit Saltu me untz dit geschit Dem volke zu gesellit sin Und wan sie mines swertes pin Entphahen als du hast vernumen, So sai min räche ouch uf dich kumen.' Holofernes aber do Sprach zu sinen knechten so Daz sie solden nemen hin Achior und vuren in Zu einer stat lac bi en da Und was genant Bethulia, Und geben da en genende In der Israhelen hende. Die knechte sin daz taten. Do sie en so bracht haten Hin und begunden nahen Den bergen, secht wo gahen Zu kegen en wurden gar Die der berge hüten dar,

921 P. n. gen. 923 Federimi. V. 932 ,die ich gesprochen habe'. 936 Hinter dit ist ζ deutlich erkennbar radiert. 938 Vñ. 941 Init. Η blau, vorgez. 944 vñ. maufBasur? 945 stat άπό κοινον. 946 Yñ. 947 Vñ. 951 vñ. 952 P. η. bergen.

33

Judith 6,9—13. 955 Die von der Israhelen macht In hüte e waren da gelacht. Do disse des wurden innen, Zuhant ouch sie mit sinnen Karten in den ziten 960 An des berges siten. Achior sie da bunden An einen boum. zu stunden Namen ouch sie die widervart Hin kein irme herren wart. 965 N u quamen uz der stat her vor Die Israhelen zu Achior. Sie losten unde vurten in Zu Bethulia der stat so hin. Sie namen en inmitten dar 970 Under die gemeinen schar Und vraiten en der mere Wa von daz kumen were Daz er dort e zu stunden Yen jenen tileib gebunden. 975 In der selben zit da was Ein vurste hiez Ozyas [40rb] Und ouch ein anderre mit im Der was geheizen Charim. Den selben und ouch der gemein 980 Sprach ez Achior enkein Wie dort Holofernes Gevraget hette unde wes Er im do antworte gab Und wie sin gesinde in dar ab 985 Wolden tot han geslagen. Da mitte wart er ouch sagen Wi Holofernes zornic gar In dar uf hieze geben dar

962 P. n. einen. P. u. Bleistr. n. bovm. 965 Init. Ν rot. 967 vñ. 971 Vfi. 977 Federinit. V. 979 vñ. 982 P. η. hette. vñ. 984 Vñ. 3

34

Judith 6, tí—16. Den Israhelen, wanne er 990 Uberwunde nach siner ger, Daz Achior mit en dar na In der slachtunge oucb verga. ,Darumme mir diz geschach Wand ich aida vor im sprach 995 Daz des himels Got si In helfe den Israhelen bi'. Do er gesaite en disse wort Als gesprochin waren dort, Seht wie daz voie gemeine da 1000 Vielen an ir antlitze isa Iren Got an betende san! Daz mit vlize wart getan Alda von de;n gemeinen. Mit sufzen nnde weinen 1005 Eintrechteclich daz vole tet Kein Gote sprechende gebet. Sus gemeine sprachen sie: ,Got des himels und der erden hie, Nu sich an jener kundikeit 1010 Die da suchen unser leit Und sich die demut die wir han Und diner heiligen antlitze an ! Bewise uns, herre, des bitte wir, Daz du die getruwen dir 1015 Nicht lezest bliben underwegen Und daz du die die sich irwegen Und irheben sich von in, Niderst. wa die selben sin!' Do sus von den gemeinen 1020 Daz gebet und daz weinen Gewerte den tac über al In grozeme betrupsal,

989 ff. ,daß, wenn er den Steg davon getragen hätte, Achior . . 1000 n. an Rasur eines t. 1001 P. ». betende. 1004 vïï. 1011 Vfl. 1016 P. n. died). 1017 P. η. irheben. 1019 Init. D blau, vorgez.

Judith 6,17—21;

1025

1030 [40 rc]

1035

1040

1045

35

7,1—3.

Achior sie namen do Und sprachen trostende en also: ,Unserre vetre Got, des wort Und tugent du hast gesprochen dort, Der wirt dir daz wol brengen in Mit der widerkerunge sin, Daz du me salt sin jener val Die von en machen grozen schal. Wan aber unser Got getut Uns, sinen knechten, ein sulch gut Daz er uns ir so machet vri, So laz en daz er din Got ouch si Mitten under uns alhie!' Do sus gesprachen kein im sie, Do nam en heim Ozyas, Der ir oberste do was, Und machte ein abentezzen. Die pfaffen umme gesezzen Sámente er zu im vil gar Und azen nach der vaste aldar. Hie nach daz voie gemeinlich Berufen aber sámente sich. In der kirchen alle die nacht Betten sie mit andacht An Got von himle zu male Daz er sie loste von der quale.

Holofernes liez sine schar 1 0 5 0 Des andren tages zogen dar Kein der stat Bethulia. Der vuzgengere waren da Zwenzic unde hundert tusunt. Der rittenden was in der stunt 1024 Vfi. 1026 VS. P. η. tvgent. 1028 Mißverständnis von vicissitudo. 1029 sin = sehen. 1030 ma ist von chen. durch eine 3 Zentimeter große Lücke getrennt; ichal am Schluß von 1029. 1031 Federinit. W. 1039 Vñ. 1049 Init. H rot, vorgez. hiez? 1053 Zwenzic tufent vn hundert. 3*

36

Judith 7,3—6.

1055 Zwei und zwenzic tusent gar, Ane jene die do hüten dar Der gevangenen schar. Secht, die bereiten sich gar Kein den Israheliten. 1060 In den selben ziten Zoiten sie kein Bethulia Und quamen hin vor Belnya Biz an die stat ze Celmo, Daz kegen Esdrelon lit do. 1065 Do die Israhelen der schare Wurden also vil geware, Sie vile kein ir Gote sider Gemeine uf die erde nider, Da bi asche namen sie 1070 Und uf die heubet streuten die, Sie betten mit ein trechtikeit Daz Got die barmherzikeit Bewiste uf sin vole aida. Da mitte namen sie ouch sa 1075 Ir wapen unde hüten sich Wa sie mochten vlizecHch. Darnach do Holofernes Wanderte alumme, under des Einen brunnen er do vant, 1080 Da bi sach er ouch zuhant Wie der brunne kein der stat Gekeret sinen vluz hat. Von dem suden er en zu nutze quam. 1084 Do Holofernes daz vernam, [40 va] Do hiez er ane sumen lane Im verschroten sinen ganc.

1055 vñ. 1057 gevangenen fchar] en fc auf Rasur. 1062 Vñ. 1065 israhelen] he mit Verweisungszeichen am Sctiluß. 1071 n. betten Basur. 1073 η. vf Rasur. 1077 Init. 1074 fie] e aus c, dahinter h radiert. 1075 vñ. 1) blau, vorgez. 1078 P. n. alvme. 1085 Federinit. D mit Profil.

Judith

1090

1095

1100

1105

1110

1115

1120

7, 7—11.

37

Ouch waren da me brunnen noch, Verre von der muren doch, Der liezen die Israhelen holn Unde musten doch daz tun verstoln. Me sich zu labene holten sie die Danne zu trinkene hie. Des selben holnes wurden sint Vil schiere geware die kint Von Moab und von Amon. Sie saiten ouch zu hant da von Holoferne wie jene geniez Hetten von der brunne vliez Und sprachen: ,halt versunnen Hute bi den brunnen, Daz wir die Israhelen sit Sus gewinnen ane strit! Wand swa en der wag abe stet Und der gebreche sie ane get, So werden sie vor mudekeit Dir ir stat geben hin gereit, Die sie wenen daz man sie Gesetzet uf den bergen hie In muge nicht gewinnen an.' Der rat duchte gut getan Holofernen und sine schar. Eime ieclichen brunnen dar Zu hutene uz gesund ert Wurden ir wol hundert. Do dirre hüte läge Irgienc wol zwenzic tage, Do wurden die cisternen da In der stat Bethulia Vergen, also daz dekein Wazzer hatten die gemein. Sie hetten sin joch nicht so vil Daz sie sich eines tages zil

1095 vS. 1097 P. n. Holoferne, 1111 P. fi. Holof'nen. vñ. finen.

1099 Yñ.

38

Judith

1125

1130

1135

[40 vb] 1140

1145

1150

7,12-16.

Geseten mochten wol dar ab, Wand man ez en bi der maze gab. In der zit zu samne quam So hin vur O zi am Daz voie in der stat gemeine, Man, wib, groz unde deine, Und sprachen alle vor im dort In einer stimme disse wort: ,Got rechez zwischen uns und dir Daz sulch ubel habe wir, Wand an uns daz getan hastu Daz du nicht in vride spreche zu Den von Assyrien lant. Da von uns Got hat in ir hant Vercouft, da von nieman ist Der uns helfe in dirre vrist, Wand wir nu vor den ougen din In durste gar gelegen sin. Nu samnet daz voie in ein In disser stat algemein Unde geben uns willeclich da bi Alle deme here Holoferni! Uns ist bezzer verre zwar Daz wir gevangen lebendic gar Bliben unde loben Got, Danne sterben und also ein spot Sin allem vleische, eint ouch wie Sen vor unsern ougen hie Uns sterben wib unde kint.' Da mitte sprachen sie ouch sint:

1025 Init. J rot, 9 Zeilen tief, vorgez.; vor der Kolumne. 1128 P. n. man. wib. 1129 Vñ. 1131 zu rechen swv. abrechnen? Es steht für judicet 7,13; oder rehten=rihten? also rechiez. 1137 P. n. Yercovft. 1139 Federinit. W. 1140 P. n. fin. 1144 h'ren; populo Holofernis 7,15; hier und 879 (exercitibus ejus 5,27) scheint der Schreiber her stn. mit herre swm. verwechselt zu haben. 1147 P. n. Bliben. 1149 P. n. Sin. P. n. vleifche.

Judith 7, 17—23.

1155

1160

1165

1170

1175

1180

1185

,Wir zugen algemeine Unserre vetre Got eine, Der uns nach nnsen sunden tu, Daz ir die stat gebet nu In die hant Holoferni, Uf daz unse ende kuvtz si In siner slachtunge swert, Daz uns hie vil lange wert In des durstes durrekeit.' Do disse rede was geseit, Do hub sich weinen, hulen, schal In der kirchen über al. Sie schrieten an Got vlizeclich Und sprachen alle eintrechteclich : , Gesundet haben kegen dir, Herre, mit unsern vetren wir. Unrechtes han wir vil getan. Nu geruche uns, herre, nicht versman! Dine barmherzekeit, Got herre, laz uns sin bereit! Sint gerecht und milde bist, So genade uns in dirre vrist! In diner zuchtigunge rieh, Herre, waz so wir kein dich Han untat begangen, Und gib uns nicht gevangen, Die dich bejehen, in der hant Den du bist, herre, unbekant, Daz sie icht durch keinen spot Sprechent: „wa ist nu ir Got'?"' Do sie von dem geschreie In jamere mancherleie Gesweigete die mudekeit, Do stunt in mutes truvekeit Der vurste uf Ozias, Der ir oberste do was.

1158 unse unflektierte TTID. - τιά. FOTTÌI. 1173 vñ. 1178 YS. 1184 mäeherleie,

1166

4Î)

Judith 7,34—25 ; 8,1—3.

Mit trenen bevlozzen, 1190 Der hette er vil gegozzen, Zu der gemein spracher in clage: , 0 bruder min, noch vumf tage [40 vc] Sit des mutes eintrechtic Und beitet, wie wir mechtic 1195 Mugen, der barmherzikeit! Waz ob Got sin unwirdikeit Noch lichte von uns kere Und sinen nam en ere? Ist ouch daz da enbinnen nicht 1200 Uns Got hilfet uz dirre not e pflicht Nach vumf tagen, so tun wir Als e gesprochen habet ir'. Hie nach ez also verre quam Daz in der stat die wort vernam 1205 Ein witwe, Judith hiez die. Einen man e hette sie Der was Manasses genant. Do der stunt unde bant Die garben in den ziten 1210 So man pfliget sniten Die gerste, ein hilze do Quam uf en daz er also Starb da zu Bethulia In siner stat und d a m a 1215 Wart er begraben da ouch e Siner vetre lagen me. Sechs manden unde dri jar Was sin gewesen anee dar 1191 Ipwch'. 1192 großer Zwischenraum zwischen brud' und min. tage am Schluß von 1191. 1193 Federinit. S. 1194 Vñ. 1195 P. η. Mvgen. Eine Art Pleonasmus, da einfaches sin genügen würde. 1200 vz mit Venveisungszeichen am Schluß. not'] unter · Rasur (eines e?). pflicht bloß umschreibend. 1201 P. n. tage. 1203 Init. Η blau, vorgez. 1206 man mit Verweisungszeichen am Schluß. 1208 vñ. 1211 P. η. gerite. 1214 P. w. ítat.

Judith

8,4—9.

41

Judith die witwe in der stete. 1220 Ouch sie ir gemachet hette Zu aller oberst uf irme hus Eine heimeliche clus. Darinne wonte beslozzen sie Mit iren meiden, ouch die 1225 Witwe hette an sich geleit Zu nehest ein herines cleit. Alle tage sie vaste Ane den tac der raste Und ane die hochzit gemein 1230 Die· in den Israhelen irschein. Ouch was vil schone unde licht Die witwe an dem angesicht. Ir hatte Manasses ir man Gutes harte vil verlan, 1235 Gesindes, erbes hette sie Vil und darzu groz vie Und volle hert der schafen. Sie mochte nieman strafen. Sie was vermeret in schalle 1240 Under dem volke alle Daz sie vurchtende were Got, und durch die mere Was niemant der bose wort Mochte von ir gesprechen dort. 1245 Secht, do der vrouwen kunt was Worden wie gelobet hette Ozyas [41 ra] Daz er die stat gebe sit Nach des vumften tages zit, Do wart von ir sazuhant 1250 Nach zwein priestren gesant,

1224 P. n. meiden. 1229 VC. 1231 vfi. 1235 P. n. Gesindes, erbes. 1236 P. n. Vil. 1237 Vfi. Oer Dichter reimte schafe auf strafe Inf. 1239 = vermseret. 1242 P. n. Got. 1245 Init. S rot, vorgezeichnet. 1246 P. n. worden, ozyas] ozy auf Rasur. 1247 Federinitiale D.

42

Judith

8,10—16.

Cabri und Carmim hiezen die. Die quamen zu ir. do sprach sie: ,Waz ist daz ich han gehört, Daz Ozias also dort 1255 Gehorcht und gevolget hat Daz er geben wil die stat Den Assyrien, ob u Keine helfe kumet nu Binnen den nesten vumf tagen?' 1260 Da bi so wart sie ouch sagen: ,Und wer sit ir daz ir hat Got versuchet in sulcher tat? Die rede ist nicht daz sie muge Uns verbergen oder ruge 1265 Dekeine barmherzikeit, Sunder sie mac me sin gereit Vollen irwecken zu vorn Und entzünden einen zorn. Hat er ein zìi uch geseit 1270 Und den tac uf geleit Der Gote s barmunge Und die zit der losunge In gesatz in dirre vrist? Sundir wand er gut ist, 1275 Semftmutic und geduldic, So sulle wir buzen schuldic Und darinne in sulchen sitten Weinende sinen aplaz bitten: Wand Got der wirt nicht alzuhant 1280 Als ein mensche in zorne enprant. Darumme sulle wir sin gereit In der demutikeit 1251 vü. 1255 vìi. 1257 .ν. 1261 Yñ. 1264 P. η. v'bergen. ruge gehört zu *rüegen swv. excitare, locken

(s. Grimm 8. 1415); es kann sowohl Inf. mit Abfall des η als von daz abhängiger Konjunktiv sein. 1269 er = ir ! Oer Schreiber könnte es auf Ozias bezogen haben. 1273 in

gesatz = in arbitrium 8, 13? (gesatzt) würde im erfordern. wahrscheinlich zu streichen.

Das Partizip

1275 vfi. 1282 In] η auf

von setzen

1281 sin ist Rasur.

Judith

1285

1290

1295

1300 [41 ri]

1305

1310

43

17—20.

Im unser sele neigen Und suln uns bezeigen Und bewisen aller meiste In eime geniderten geiste Und suln uns so irscheinen, Im dienen unde weinen, Vlizeclich im sprechen zu Daz er nach sinem willen tu Mit uns die barmunge sin; Und als uns worden schin Betrupnis und in uns gekart Ist daz von jener hochvart, Dar inne sie uns han gedreut, Daz wir so werden gevreut Von unser demut; und nicht mitte Wir Yolgeten unser vetre sitte Und irre sunde, die da han Got verlan und getan Hin zu den vremden goten Und in dienst sich irboten. Wand sie begiengen ouch die tat Da von sie Got gegeben hat In roub, in swert und in schänden, In ir viende handen. Wir wizzen aber keinen Got, dan en alleinen. Wir beiten in demuten Den sinen trost guten. Er wirt von unsen viende hie Uns losen unde strafen sie Unde die sich kein uns her. Setzen, die wirt nidern er

1283 sele kann Plural

1285 Vñ.

8,

1287 Yñ.

vart) ν auf Rasur.

und schwach sein.

1288 P. η. dienen, vñ.

1297 Yöj o auf Rasur.

1284 Vñ.

1294 hoch-

Der Satz

und

nicht mitte . . . . ist dem Ausdruck demut logisch koordiniert. 1299 P. n. iunde. 1300 vñ. 1301 Federinit. H. 1302 sich bezieht sich auf getan zurück.

1305 vn.

1308 P. n. Got.

1309 expectemus humiles consolationem 8,20. 1313 Vn.

1312 vfl.

44

Judith 8,21—25. 1315 Und wirt sie tun ane ere Der unserre Got vil here. Nu, ir bruder, die da sit Des volkes in dirre zit Priestre, wand an uch ist 1320 Ir aller macht in dirre vrist, Ir suit sie zihen an widerwort Und suit en sagen allen dort Daz sie mit vlize denken dar Und unserre vetre nemen war, 1325 Wie daz versuchet sint die Ob irme Gote dienten sie. Sie suln denken alsam Wie unser vater Abraham Wart versuchet und uberlanc 1330 Nach mancher leide unde twanc Daz sint von im was gekart Do er des Gotes vrunt wart. Sus geschach ouch Ysaac Und Jacob, die manchen tac 1335 Versuchet wurden zu stunden Und getruwe vunden. Die aber da in der geschieht Der versuchunge nicht Mit Gotes vorchte entpfiengen, 1340 Sundir murmeln giengen Wider Got und ungedult Hetten, die wurden von der schult Zu störet daz sie stürben Und von slawgen verturben.'

1315 Vfl. 1316 vnler'e. 1317 Init. Ν blau, vorgez. 1319 P . n. Priestre. 1322 Yñ. 1327 suln mit Verweisungszeichen am Schluß. 1328 vat' mit Verweisungszeichen am Schlug. 1330 vfi. mancherleide. 1334 VD. 1335 zv auf Rasur. 1336 Yn. 1341 P. n. got. 1342 P. η. Hetten. 1344 Vñ. siegen ; offenbar aus slägen infolge fehlenden oder übersehenen η-Striches; vgl. 8, 2ö a serpentibus perierunt.

Judith

1345

1350

1354 [41 rc]

1360

1365

1370

8,26—31.

45

Do sprach vurbaz Judith: ,Wir suln reiten allez dit Ungemach daz wir nu han, Daz ez alle so getan Uns von unsern sunden si Und suln ez haben doch dabi Vor die minneste geiselrute Der zuchtunge Gotes gute, Wand wir gezuchtiget werden nicht Zu der Verluste geschieht, Sun dir zu bezzern und zu vrumen Sul wir verslan uns sin kumen.' Do diz von ir geredet was, Do sprach zuhant Ozias Und mit im die priestre dar: ,Daz ist albetalle war Waz du hast in dirre vrist Gesprochen, wand daran nicht ist Daz zu strafne si ein wort An deme daz von dir ist gehört. Nu bitte vor uns in dirre vrist, Wand du ein heilic wib bist, Yurchtes Got!' — do sprach Judith: ,Als ir bekennet allez dit Yon Gote daz ich gesprochen han, So suit ir merken iesan Ob von Got da bi si Des mir zu tune ist wille bi Unde bittet daz Got den rat min Sterke mit der helfe sin!

1345 Init. D rot. 1346 iuln mit Verweisungszeichen am Schluß. 1347 Vngemach daz auf Rasur. 1350 Yo. 1354 geschieht umschreibend. 1355 Federinit. S. vfl.

1356 P. n. kvmen. C. kvmen ist ¡kommen' und nicht kûmen, wie Hering will; es entspricht dem evenisse der Vorlage (8,27); derselbe lieim Willehalm 439,25. 1359 Vii. 1362 P. η.

Geíprochen.

1367 P. m. got.

1368 ,Ώα ihr erkennet, daß

alles was ich gesprochen habe von Gott stammt,'. Genitiv des ist abhängig von wille.

1372 Ver

46

Judith

8,32—34;

9,1—2.

1 3 7 5 I r suit zu der porten sten Die nacht, so wil ich dar uz gen Mit miner Abra, so suit ie Die vumf tage betteD hie A n Got ais ir sprechet e, 1 3 8 0 Daz er uf sin vole se Y o n Israhel. ich wil ouch nicht Daz ir mich vraget ichtes icht Umme mine tat untz an die stunt Daz ez uch werde von mir kunt. 1 3 8 5 Die wile vor mich nicht gesche W a n n e gebet, als ich sprach e.' Do sprach Ozias zu ir: , Ι η vride gane, Got si mit dir In unser viende r ä c h e ! ' 1 3 9 0 Sus schieden nach der spräche Ozias und die priestre dan Und giengen hin von ir isan. D o gienc Judith vil gereit In ir bethus, ein cleit 1 3 9 5 Herin zouch an sich sie. Ouch nam sie aschen und warf die Uf ir houbit und viel sider K e g e n . G o t e schriende nider. Sus tet sie ir gebet da schin: 1 4 0 0 ,Herre Got des vater min S) r meonis, der im ein swert Gebest zu einer were wert Kegen den vremde die e Waren entreinere der e, 1 4 0 5 Die ouch der junevrowen huf Entplosten vil gar dar uf 1376 P. n. nacht, ich mit Verweisungszeichen am Schluß. 1377 ie md. für ir. 1379 P. η. got. sprechet = sprächet, also umgelauteter Plur. des Praeteritums; s. Behaghel 157,2. Hering übersieht diese nd. Form, die nur vereinzelt in anderen Gebieten auftritt. 1381 P. n. ifrahel. 1392 Yñ. 1393 Imt. D blau. 1396 vñ. 1397 vñ. 1401 P. η. Symeonis.

Judith

47

9,3—8.

Daz ez schände were, Des gebestu vil gewere [41 va] Ir wib in ronb und ir kint 1410 In gevencnisse sint Gebestu vii gemeinlich, Den iren roub al under sich Zu teilne den knechten din. Sust bit ich dich ouch, herre min, 1415 Daz du mir witwen din helfe last, Der von ersten gemachet hast Alle dine und sie volbrechtes Darnach ie als du gedechtes, Und daz ist vil wol vollenbracht 1420 Waz dir zu tune was gedacht. Herre, alle die wege din Vil wol ouch gemachet sin Und hast die gerichte din geleit In dine vorbesichtikeit. 1425 Sich, herre, uf der Assyrien macht Die sie her haben bracht Kegen uns in disse nehe, Als du vor ouch sehe, Herre, uf der Egipten her 1430 Da sie gewapent an ir wer Dinen knechten liefen na Und sich uf ir ritende da Und ir stritwagne trösten, Die sie doch wenic losten. 1435 Du sehe uf ir bürge so Daz'sie die vinsternisse do Verjagete. in der selben stunt Hielt ir vuze daz abgrunt,

1409 Federinit. I.

1411 άπό χοινοϋ?

1412 Rasur η. al.

1417 P. η. dine, volbrœchtea : gedsechtes; diese Ausdehnung

des Umlauts sogar auf die 2. Sing. Ind. Praet. der schtv. Verben ist niederdeutsch, vgl. Behaghel 157,2. Diese wichtige Form, ist Hering entgangen. 1435 Dv] ν auf Rasur.

1436 v'insternissej ' radiert.

48

Judith 9,9—14.

Daz wazzer bedachte si. 1440 Sus geschehe ouch, herre, hie Dissen die da trösten sich Irre menige grozlich Und sich verlan in diesen tagen Uf geschoz und uf ir stritwagen, 1445 Uf grellen ouch in dirre vrist, Und wizzen nicht daz du bist Der eine der mit sinne Von dem ane beginne Den strit zu störest mit dime gebot 1450 Und daz dir ist der name ,Got'. Irhebe, herre, den arm din Und tu dine craft schin Uber alle ire macht Die sie her haben bracht! 1455 In zorne la sie vallen Die sich loben in schallen Daz sie daz hus des namen din Wellent entreinende sin Und mit ir swerte werfen sider 1460 Daz horn dines altaris nider. Nu tu, herre, des bit ich, Daz sie mit irme swerte in sich [41 vb] Also werden hin geleit Daz gekurtzet werde ir kundekeit. 1465 Er werde gevangen an mir Des strickes siner ougen gir Und du, herre, dar na Uz mines mundes minne in sia! Gib mir, herre gute, 1470 Stetikeit in dem mute, 1443 Yn. v' lan am Schluß mit Verweisungszeichen. 1444 vn. 1446 Yn. 1452 Vn. 1454 Tie am Schluß mit Verweisungszeichen. 1455 f. Wahrscheinlich ist valle : schalle anzusetzen. 1459 Vñ. 1460 P. η. nid'. C. 1461 ff. Dei· Satz bezieht sich in der Vulgata auf Holofernes. Oer Irrtum erklärt sich durch den Einfluß des Plurals von 9,11. 1463 Federimi. A.

Judith 9,15—19; 10,1.

1475

1480

1485

1490

1495

1500

49

Daz ich en versmehe gar Mit einer macht die er hat dar Und verkere en gewisse, Daz werde ein gehucnisse Dem namen din wan ein wib Im benumen hat den lib! Wand in der menie ist, herre, nicht Diner crefte geschieht, Noch in craft der pferde Wil din wille gewerde, Noch die kundic waren Von den ersten jaren Gevielen dir nie, herre gut. Sundir swer in demut Und in gemften mute tet Kegen dir, herre, sin gebet, Wol alle zit geviel dir der. Got, des himels schepfer, Der wazzere, und herre ouch ein Der creaturen alle gemein, Irhore mich armen die dich bitte Und uf der barmunge sitte Din mich verlazen tar! Nim, herre, dines Wortes war Und gib wort in minen munt Und gesterke in aller stunt Rat in dem herzen min, Herre, uf daz daz hus din Muze in heilikeit besten Und alle gesiechte dar an sen Daz du, herre, Got sist einer Und ane dich si me keiner!' D o Judith alsus diz gebet Kein Gote schriende getet

1473 Yfi. verkere = evertam 9,14. 1475 P. n. 1478 geschieht umschreibend. 1480 , will dein Wille erfüllen'. 1481 kuiidic = stolz. 1489 P. n. wazzere. 1493 P . n. Din. 1495 Vñ. 1496 Υπ. 1500 1503 Init. D rot. 4

din. sich vS. Vñ.

50

Judith 10,2—8.

15Ö5 Ligende, als hie ist gesaget, Do stunt sie nf. zuhant ir maget Abra sie rief linde gie Wider in ir hus. da sie Tet von ir ir herin cleit. 1510 Ouch wurden von ir geleit Der witwen cleider allesam. Sie wusch im lib. dar nach sie nam Mirram gut und streich an sich Und zierte sich suberlich. 1515 Sie tet an sich der vreuden cleit. Da mitte nam sie ouch gereit [41 vc] Vingerlin und stiez die an. Des gezierdes wart getan Von ir selben vil an ir: 1520 Sie zierte wol nach ir gir Houbt, hals, oren und al iren üb. Ouch leite Got an daz wib Den schin, wand die zierheit Was nicht gesehen von itelkeit, 1525 Sundir von tugenden sie gewart. Des hette Schönheit an sie gekart Got daz unlideclich sie Schinehde allen ougen gie. Secht, do nam Judith ein vaz, 1530 Mit wine vullete sie daz. Olei, brot, kese leite ouch sie Uf ir mait Abra unde gie. Do sie zur stete portam quam, Do vant sie dort Oziam 1535 Mit den priesteren stan. Die gienc vil groz wunder an Von irre ummazen Schönheit Und doch, als e Judith geseit 1506 P. n. uf. 1507 P. «. Abra. vfl. 1508 P. n. hus. 1509 P. n. ird). 1512 P. n. lib. 1513 vñ. 1514 Vñ. 1,517 Federinit. V. vñ. 1521 P. n. H. h. o. vñ. Basur n. al (í?). 1527 P. n. Got. 1529 Init. S blau, vorgez. 1531 P. η. O. b. k. 1532 P. n. abra. vñ. 1537 Vmazen.

Judith

51

10,9—13.

Hette, vrageten sie sie nicht. 1540 Sie liezen sie nach der geschieht Gen und sprachen sus nach ir: ,Got unserre vetre gebe dir Genade und dines herzen rat Sterke er nach einer tugende tat! 1545 Jernsalem mneze sin Geeret von dir, der nam din Si in der heiigen zal!' Do sprachen 'zuhant über al: ,Fiat!' (daz sprichet: ,ez muze si!') 1550 Alle die da stunden bi. Bittende gienc vor sich aida Judith mit ir mait Abra. Do sie den bere nider sit Giengen in der selben zit 1555 So sich der tac vehet an, Do begeinten ir isan Die wartlute von Assyrien lant. Sie hielden sie und ouch zuhant Sprachen sie: ,war wiltu 1560 Oder wannen kumestu nu?' ,Ich bin', wart sie do jehen, ,Eine tochter der Ebreen Und bin darumme kumen her dan Wand ich daz wol vernumen han 1565 Daz sie gegeben uch werden In roub von den geberden Daz sie uch versmehet han Und nicht mit willen undertan Sich han da, des sie vunden gereit 1570 Vor uch die barmherzikeit. [42ra] Von den sachen ich gedachte, Als ich ein teil volbrachte: dir.

1539 P. n. Hette.

1541 P. n. Gen. va.

1549 η. íi η radiert.

1554 P. n. Giengen.

1558 P.M. fie.

1546 P. η.

1551 Init. Β rot, vor gez.

1563 Yñ.

1568 Vfi.

1569 P . η. da. 1571 Federimi. V. Rasur η. den. 1572 volbrachte wird von Kerv, als Konjunktiv aufgefaßt (33). ,was ich m auch zur Ausführung brachte.' 4*

52

Judith 10,14—18.

1575

1580

1585

1590

1595

1600

1605

„Ich ge zu Holoferni Unde sage deme da bi Ir heimlichkeit und wise Im ,in welcher wise Und in welchem sinne Er sie aida gewinne Daz under sime here alle Ein man da nicht envalle.'" Do die wartman sus gehört Von Judith hetten dise wort, Do nam sie alle besunder Der schonheite groz wunder Die an ir antlitze schein. Daz pruveten sie aida gemein Und sprachen kein ir: ,des hastu Dine sele behalden nu Daz du in dissen stunden Alsulchen rat hast vunden Und quemes zu unseme herren her. Vil wol tun dir wirt er Wanne du zu im kumest hin.' Do namen sie Judith mit in Und brachten Holoferni sie. Mit dem und sie vor in gie, Do wart in iren ougen da Gevangen Holofernes sa. Do ir ouch wurden gewar Die bi Holoferni waren dar, Die wurden alle jehen: ,Wer versmehet die Ebreen Die so schone wib han hie Daz wir nicht billich kein sie Umme die wib striten Sullen in dissen ziten?'

1575 vn. 1577 sin List. 1581 Init. D blau, vorgez. 1587 Vñ. 1591 Vn. 1595 Vn. 1596 ,Sobald sie vor ihm erschienen war'. 1604 kein Tie auf Basur.

Judith 10,19—21;

11,1—4.

53

Holofernes da saz In eime vliegen netze, daz Was, als er da wolde 1610 Haben, geworcht von golde, Von purpura und von gesteine W a s ez gemachet reine Mit meisterlichen witzen. Do en Judith sach sitzen 1615 Aida, mit deme gruze Viel sie im zu vuze Und neic untz an die erden. Do liez uf nemen die werden Die knechte sin Holofernes. 1620 Die waren im gehorsam des. D o sprach Holofernes zu ir: ,Du salt nicht me vorchten dir In dime herzen, wand ich nie 1624 Dekeinem manne schaden lie [42rb] Der sich in dienst bot zu vor Dem kunge Nabuchodonosor. Enhette nicht daz voie din Yersmehet daz gebot min, So enhette ich mine hant 1630 Nicht uf ez irhaben noch uf sin lant. Nu aber du her kumen bist, Von welchen sachen daz ist, (Daz sage mir, daz ist min ger!) Daz dir geviel zu kumene h e r ? ' 1635 Do sprach Judith also zu im: ,Herre, mich dine maget vernim Waz ich dir sage: Got wirt hi°r Ein vollenbracht dine mit dir.'

1608 vgl. Petrus Comestor: reticulum muscaruim 1610 P. η. Haben. 1611 vñ. 1615 Ρ. η. Alda. 1617 Vfi. 1621 Init. D rot. 1625 Federimi D mit Profil. 1634 dir auf Rasur. 1636 lateinische Ko nstruktion· 1637 Ρ· η. sage, 1638 ergänze tuon!

54

Judith

11,5—10.

Do sprach sie me sus da im vor: 1640 , Lebet Nabuchodonosor, Der erden kunic, und sin macht, Die in dich ist gar gelacht Zu strafunge aller seien gemein Die da leben, und nicht al ein 1645 Die lute im werden diensthaft von dier, Sundir ouch des ackers tier. In alle der werlde ist gemein Gekündet daz du bist got ein Und gewaldic in dem riche sin 1650 Uber al und die zucht din In allen landen man seit. Ouch verborgen nicht geleit Was so dir hat Achyor Von uns gesait hie bevor. 1655 Unwizzenlich des nicht ist Waz du gehieze im e zu vrist Wi ez im kumftic solde irgan. Ez ist um uns so getan Daz wir Got irzurnet han, 1660 Als er uns wizzen hat gelan Durch den propheten daz er Uns gebe durch unser sunde her. Darnmme, als ich han gesprochen, Wand wol wizzen gebrochen 1665 Kein Gote die Israhelen sich verstan, Des ist Gotes vorchte uf sie verlan. Sie ist bestanden sere Der hunger und ouch mere Von der wazzer durrikeit 1670 Sint sie nach tot hin geleit. 1641 vñ. eren ; vgl. 11,5 rex terrae. 1648 got = gôt, guot. 1649 Vñ.

1644 P. n. leben, vn. 1650 P. η. al. vñ.

1655 Unwizzenlich] zz auf Basur. 1660 der Nebensatz ¿nò κοινον. 1661 den am Schluß mit Verweisimgszeichen. 1664 f . doppeltes Verburn aus Beimnot; ergänze han η. ge-

brochen.

1668 P. η. hvnger.

55

Judith H, 11—17.

1675

[42 re] 1680

1685

1690

1695

1700

Da bi ordenent ouch sie Daz sie toeten ir vie Und daz blut trinken in der not. Daz heilige, daz en Got verbot Zu rurne mit den henden nicht, Daz denken sie durch not geschieht Hine gebende sin An korn, an olei, an win Und wellent daz zuvuren Daz sie nicht Sölden ruren. Daz sie daz tun in dirre vrist, Da von ouch daz gewis ist Daz durch ir missetat ir leben Werde in verlust gegeben. Daz ich, din maget, bekant habe Und bin da von gevloen her abe Und Got hat ouch mich gesant Daz ich diz dir tu bekant. Got den bete ich, din maget, an Ouch nu bi dir, und din maget gan Wirt uz und gebet tu Kein im, so sait er mir nu Wan er ir sunde en gelden wil. So sage ich danne dir daz zil, Also daz leitende bin ich Durch Jerusalem mitne dich. So wirdestu, so daz geschiet, Haben die israhelische diet Als die schaf die da gan Und die keinen hirten han Und werden so gestillet Daz einer nicht kein dir billet. Diz ist mir von Gote kunt Worden, der ouch in dirre stunt

1676 geschieht bloß umschreibend.

1679 Federimi

1691 P. η, vz.

V.

Vñ.

1701 Vs.

1686 Yñ.

1678 P. n. korn. olei. 1690 P . η. dir.

1704 P, n. Wörde».

56

Judith 11,18—21;

12,1—2.

1705 Mich hat aida her gesant Daz ich ez tete dir bekant.' Vii wol alle disse wort Gevielen Holoferni dort Und den sinen albesunder. 1710 Alle nam sie wunder Irre wisheit die sie sprach. Ir ein kein dem andren jach: ,Ein wib ist uf der erden nicht So lustsam an dem angesicht, 1715 Darzu ouch an der Schönheit Und an der rede wisheit.' D o sprach Holofernes: ,Got Hat wol getan, des gebot Dich von dem volke hat gesant 1720 Daz du ez gebes in mine hant; Und wan din gelubde gut ist, Tut mir Got nach dirre vrist Diz, so wirt er ouch Got min Und du wirdest in dem huse sin, 1725 Nabuchodonosoris, groz Und so wirt dines namen doz Darnach witen irkant Uber alle irdische lant.' Do er gesprach disse wort, 1730 Dort da sines schatzes hört Lac, dar hiez er wonen sie. Dar nach satzte er, waz man hie [42 va] Von siner Wirtschaft ir gebe da. Do sprach Judith kein im isa: 1735 ,Ich mac der spise ezzen nicht Die du mir gibest, so daz icht 1706 P. n. bekant. 1715 n. an Rasur. 1717 Init. 1> blau. 1721 Vñ. , Und da dein Versprechen gut ist.' 1723 P . n. Diz. 1724 sin Poss.! 1726 Va. 1731 P. η. Lac. fie] vorher und nachher Rasur. 1733 Federimi. V. 1736 P. η. gibeít.

Judith 12,3—8.

1740

1745

1750

1755

1760

1765

57

Uf mich kume ein zorn dar abe. Des ich mit mir bracht her habe, Des ezze ich.' do sprach zu ir Holofernes: ,waz tun wir Mit dir so nicht me ist der Spise die du bracht hast her?' Do sprach Judith: ,herre min, Lebet die sele din, Wand ich nicht die spise hier Verzere die ich habe bi mier, E Got in miner hant volbracht Tut des mir ist gedacht.' Nach den Worten do isan In die wonunge hin dan Man sie vurte, als Holofernes Hiez. do bat Judith des, Wand sie nachtes uf sten Wolde und hin vor gen, Daz sie des urloub hete Und an ir Got da bete. Do sprach er wider sine man Daz sie wol driez uz gan Und ouch in gan solde Wanne sie beten wolde. Do stunt uf ie des nachtes sie, In ein tal da bi sie gie Gelegen bi Bethulia Unde toufte sich aida In einem wazzerbrunnen Und gienc hin wider versunnen. Kegen Gote ir gebet Mit allem vlize do tet

1733 Des anstatt daz durch Attraktion. 1739 P. n. ich. 1740 P. n. Holofernes. 1741 P. n. dir. 1742 P. n. Spile. 1744 Vivit anima tua 12,4. 1746 P. n. Verzere. 1748 P. η. Tut. gedacht. 1749 P. η. do. 1751 P. ». vurte. 1752 P. n. Hiez. 1754 P. n. Wolde. vñ. 1758 Mißverständnis von per triduum 12, 6. 1764 Vn. 1766 Yu.

58

Judith

12,9—15.

Daz er ir helfe tete schin 1770 Zur irlosunge des Volkes sin. So sie die zit danne vertreip, So gienc sie heim unde bleib Reine untz daz sie neme sit Ir ezzen an der vesper zit. 1775 D e s Vierden tages hie na, Do machte ein abent ezzen da Den knechten sin Holofernes. Einen knecht het er, des Name der was Vagio. 1780 Zu deme selben also Wart Holofernes jehen: ,Ganc zu jener Ebreen Und rat ir daz sie welle si Mit willen wonende mir bi!' 1785 Do gienc er san hin zu Judith Und sprach aldort kein ir dit: [42 vb] ,Ein gute mait sal sich nicht Schemen, Sie enlaze ir wol gezemen Daz sie ge zu dem herren min 1790 Und da vor den ougen sin Geeret si und dar na Trinke und ezze in vreuden da'. Do sprach Judith: ,wer mac ich sin Daz ich deme herren min 1795 Wider sage? ich wil tu Waz en gut dunket nu Und waz behegelich im ist, Daz wirt mir aller best die vrist Gar mine tage.' san zuhant 1800 Leite an sich Judith irgewant.

1770 P. n. fin. 1772 vñ. 1773 P. ». Reine. 1774 veíp. 1775 Init. D rot, vorgez. 1783 Vii. 1784 12,11 ist wohl mit Absicht ausgelassen. 1786 Vñ. 1787 Federinit. E. 1788 enlaze] en mit Verweisimgszeichen vor dem Vers. 1791 P. n. Ii. 1795 P. n. fage. 1797 Vñ. 1799 P. η. tage.

Judith 12, 16—20;

1805

1810

1815

1820

13,1—5.

59

Sie stunt uf und zierte sich Wie sie mochte vlizeclich Und quam vor Holofernem gen. Do er ir antlitze wart an sen, Sin herze sere irschrac zuhant, Wand er in ir gir was enprant. Do er sie sus an gesach, ,Iz und trine!' zu ir er sprach, ,Alhie in dissen stunden, Wand du hast hie vunden Genade in minen ougen nu'. ,Herre', sprach im Judith zu, ,Ich trinke, wand ipin sele ist Gegrozet in dirre vrist Hute also sere vordir me Wan alle tage mines lebenes e'. Sa zuhant nam vor sich daz Judith und tranc da und az Daz ir gemachet ir maget hete. Holofernes an der stete Wart kein ir vro und tranc win So vil daz er die tage sin Nie eines tages hette me Sin getrunken da vor e.

1825

Do ez an die spate gienc, Des gesindes ieclich viene Die straze heim und gienc hin vur. Vagio sloz zu die tur Und gienc hin ouch, under des 1830 Lac an dem bette Holofernes Unde slief vil trunken da. Do sprach Judith zu Abra Irre meide: ,ganc hin vur Unde hüte vor der tur!' 1801 vñ.

1803 Vfi.

1807 Init. D blau.

Jz. vfi. 1815 vordir = vürder. 1818 vfi(D. vro. vfi. 1822 P. n. vil. 1825 Init. D/rot. 1829 VS. P. η. ouch. 1831 Vfi. 1834 Vfi.

1808 P . n.

1821 P.M. 1827 vfi.

60

Judith 13, 6—13.

1835 Do stunt Judith unde tet Vor dem bette ir gebet Weinende mit innekeit Und doch da bi mit stillikeit. Alsus sprach, sie: ,Got, herre min, 1840 Tu mir dine helfe schin! [42 vc] Herre, in dirre zit so sich Uf min arbeit, des bit ich! Von Israhel Got herre du, Als du gelobet hast, tu nu: 1845 Irhebe Jerusalem die stat Mit der helfe diner tat Und daz ich truwçte mit dir . Mugen gesehen, daz tu mit mir!' Nach dissen Worten Judith gienc 1850 Zu sinen houbten. da hienc An einer sul ein swert. zuhant Do daz Judith da vant, Sie machte ez schiere bare Und begreif bi dem hare 1855 Holofernem. do diz geschach, Kegen Gote sie aber sprach: ,Von Israhel Got herre, sterke nu Mich in dirre zit itzu!' Sie irhub daz swert menlich 1860 Und sluc ez vil genendeclich. Zwene siege sie im gab Und sluc im daz houbit ab. Do sie im daz ab gesluc, Da mitte duchte sie ez genuc. 1865 Sie gab ez irre mait Abra Unde nam daz vliegen netze da. Sie giengen dar uz vil gereit Beide nach der gewonheit 1835 vñ. 1838 Vñ. 1839 P.w. fie. 1841 Federinit. H. 1848 P. η. geichen. mir. 1819 Init. Ν Hau. 1854 Vñ. 1855 P. η. Holofernem. 1857 íterke auf Rasur. 1858 P. η. Mich. 1860 Vñ. 1862 Vñ.

Judith 13,13—17.

61

Als sie da vor ouch pflagen. 1870 Die voie dar umme lagen, Niemant irrete iren gane. Sus nam sie den ummeswanc Umme die gezelt des heres al Kegen der stat durch den tal. 1875 Do sie was kumen an daz tor, Do stunt sie und sprach da vor: ,Tut uf die pforten, wan Got ist Mit uns, der in dirre vrist In Israhel begangen hat 1880 Grozen tugentlichen rat!' Do ir stimme horten Die man binnen der porten, Vil drate sie liefen Und die priestre riefen. 1885 Do ouch daz die vernamen, Vil drate sie dar quamen. Ouch drungen zu dem schalle Die lute in der stat alle, Wand sie verzwivelt hetten gar 1890 Daz sie icht wider queme dar. Da bi wurden sazuhant Umme sie die liecht enprant. Da mitte stunden die gemeine 1894 Umme sie groz und cleine. [43 ra] Do gienc sten uf die hoesten stat Under en da Judith unde bat Ir eine stilnisse halden. Do ewigen junge und alden. Mit dem und sie hielden dit 1900 Swigen, do sprach Judith

1870 f . Die grammatisch selbständigen Sätze drücken nur einen Gedanken aus: , Von den Leuten, die herumlagen, trat niemand ihnen in den Weg.' 1872 namen? 1874 P. n. tal. 1875 lnit. D rot. 1876 vìi. 1878 P. η. vns. 1894 vñ. 1895 Init. D blau. 1896 en auf Rasur, vñ. 1897/". Ueber den Beim vgl. Hering 48. 1900 P. n. Swigen.

62

Judith

1905

1910

1915

1920

1925

1930

13,18—20.

Alda den Inten allen zu: ,Lobet unsern herren nu, Der nicht lezet underwegen Die zu hoffene an en pflegen Cnd hat an mir, siner meit, Volbracht die barmherzikeit Die er gelobte und beschiet Von Israhel des huses diet Und hat irslagen in der hant min Den vient des Volkes sin In dirre nacht!' zuhant dama Wisete sie en daz houbit da Und sprach zu en in der vrist: ,Diz houbt Holofernis ist, Des vursten der Assyrien her Und houbtmannes irre wer. Diz vligen netze daz ist Da er inne e zu vrist Lac in siner trunkenheit. Da von sluc en vil gereit Got mit eines wibes hant, Als uch hie worden ist bekant. Lobet ouch unsern herren Got, Wand mich aida sin gebot Und der engel sin so hat Behütet wol in dirre tat. Hin gende, blibende ouch aida Und widerkumende darna, Daz er vor allem meine Mich hat behütet reine, Sine maget, und dabi Böser bewollenheite vri

1904 zv auf Basur.

1905 Vñ.

1907 vñ;

1909 Vñ.

1911 P. η. nacht. 1913 Vs. 1915 vgl 1961. 1916 Vñ. 1923 Vivit autem ipse Dominus 13, SO; vgl. 1744, wo vivit

wörtlich aber sinnlos mit lebet übersetzt ist. Hering weist die Besserung dem Schreiber zw; weshalb nicht dem Dichter?

1927 P. n. gende. blibende.

1928 Vñ.

1931 P. η. maget.

Judith 13, 21—25.

1935

1940

1945

[43 rb] 1950

1955

1960

1965

63

Und hat geleitet in miner kumft Mich in siner sigenumft Zu miner entwerdunge Und uwerre losunge! Bekennet im von rechte Gemein alle gesiechte, Wand er ist gut! in ewikeit Ist sin barmherzikeit!' Zuhant daz vole allez tet Kegen Gote sin gebet Und sprach zu ir gemeinlich: ,Got der hat gesegenet dich Durch sine tugent, wand er hat In dirre vrist in siner tat Zu nichte durch dine hande Bracht unse viande.' Do sprach zu ir Ozias, Der des volkes vurste was: ,Gebenediet sist, tochter, du Vor dem hoesten Gote nu Uber alle wib gemeine Uf der erden du eine!' Alsus sprach er ouch da bi: ,Got gebenediet si, Der da liez gewerden Den himel und die erden, Der dich in dirre stunde Gesant hat in die wunde Des vursten unser viende her, Der da houbt was irre wer, Wand er hat mit der helfe sin Gegrozet so hüte den namen din Daz din lob zu keiner stunt Abe si von der menschen munt.'

1933 Va. 1939 P. η. gut. 1940 P. η. barmh'zikeit. 1943 Vfi. 1947 P. η. nichte. dine] ne und hande auf Rasur. 1948 P. η. Bracht. 1949 Init. D rot. 1966 P. n. mvnt.

64

Judith

1970

1975

1980

1985

1990

1995

13,26—30.

Do er volsprach disse wort Und daz vole sie hette wol gehört, Sie sprachen an der selben stat Alle: ,fiat, fiat!' Hie nach der herzöge Achior Wart gerufen ouch her vor. Zu dem sprach Judith: ,sich nu, Go£ von Israhel, dem du Gezugetes daz er solde Uns helfen, ob er wolde, Der hat hie nacht in der hant min Aller der houbt die ungeloubic sin, Abe geslagen da. daz du dabi Merkes daz dem also si, So sich, diz ist vil gewis Daz houbet Holofernis, Der kundeclich durch sinen spot Versmete der Israhelen Got Und dich da mitte entvreute Daz er den tot dir dreute, Wand er sprach: „in den ziten Sai min swert durch din siten Gen wan ich mit creften da Daz voie von Israhel geva." Mit dem und Achior gesach Daz houbet, an im geschach Daz er amechtic viel dar nider Sere irschrocken, unde sider Do er sin macht widernam, Hin vor Judith er quam Und viel da vor ir vuze. Er sprach mit Worten suze:

1968 am Schluß + . 1970 P . n. flat. 1971 Init. H blau, vorgez. 1974 Gor; das r ist bereits aus η radiert, abgebrochene Korrektur? 1975 f . Oer Rachegedanlce (8, 27) ist unterdrückt! 1977 + am Hände. 1979 P . n. geilagen,

da zu streichen? 1992 P. n. hovbet.

1980 P. ra. Merkes. 1989 P. n. Gen. 1994 P. n. irfchrocken. vñ. 1997 Vñ.

Judith 13,31; 14,1—5.

65

,Ge6enediet so sist du 2000 Vor Gote dime herren nu Und in alien gezelden Jacob Sai din ere wesen und din lob! [43 re] Ouch wa din name wirt irhort, Da wirt Got uf dich gegrozet dort.' 2005

2010

2015

2020

2025

2030

Do sprach Judith dem volke zu: ,Brudre min, höret mich nu Und henget uf die muren Kegen uwern vienden suren Daz houbt, und so man danne se Die zit daz die sunne uf ge, So neme an sich ein ieclich Sine wapne und gemeinlich Zöget uf sie mit uwer wer, Unde zöget nicht also uf daz her Daz ir uch weret hinderwart, Sunder ot die vorvart Nemet an sie mit eime hu! So danne die wartlute an u Disse dine gesehen, So wirt des not geschehen Daz sie i m vursten an der zit Wellen wecken in den strit. So die aber kumen dar Und da werden des gewar Wie der lib Holofernis Besult in sime blute is Ligende als ein stoc, isa Vellet uf sie Gotes vorchte da. Wan ir sie danne zu zihen Vor uch seht und vlihen,

1999 Genediet. 2001 Ynd auf Basar. 2003 Federinitiale 0. 2004 P. n. dort. 2005 Init. υ rot 2007 Vñ. 2009 P. M. houbt. vii. 2012 vñ. 2015 ut descendatis deorsum 14,2; vielleicht lag eine Lesart ut defendatis dorsum zugrunde. • 2027 P. η. ftoc. 2030 vñ. 5

66

Judith là, 6—10. So jaget vlizeclichen na Allenthalben, hie und da! Got under uwern vuzen hie Nach uwer ger wirt toten sie.' 2035 Do Achior die macht gesach Die von Gote da geschach, Den irrenden gelouben liez Er vil gar und verstiez, Der an der heiden gote lac. 2040 Nicht me er des selben pflac. Er geloubte an Got und besneit Sich nach der gewonheit Der Juden und da mitte er wart Mit en ein voie vorwart 2045 Und waz von im quam Inte Untz an den tac noch hüte.

2050

2055 [43 να] 2060

Hie nach do der tac uf quam, Holofernis houbt man nam Und hienc ez uf die jnure enpor. Ir ieclicher zoch do her vor Und nam die wapne sin an sich. Dar nach sie gemeinlich Zogeten uz vii vaste Mit geschrei und mit gebraste. Do diz die wartmanne sahen, Sie begonden sere gahen Hin zu Holoferni. Die Inte die im waren bi Und wonten in sime gemache, Die wurden bi im mache Von en selben ein gebracht, Daz er da von wurde entwacht, Wand sie da nicht getursten Von Assyrien des vursten

2032 vñ. 2035 Init. D blau. 2038 P. n. gar. vü. 2041 vo. 2043 P. n. iuden. 2047 Init. H rot. 2049 Vñ. 2051 Vñ. 2054 vñ. 2057 Federinü. H. 2059 Vñ. 2060 mache Inf. mit Abfall des η. 2062 entwacht auf Rasur; vorher Basur.

67

Judith 14,11—16. 2065 Gemach an clopfene muen Noch dar in gen, sin tuer uf tuen. Do aber die obersten quamen dar, Die herren uz der Assyrien schar, Die sprachen den kemereren zu: 2070 ,Gat zu im, wecket en uf nu, Wand die muse hant genumen Sich uz ir holren und sin kumen Und turren uns in dirre zit Locken kein en in den-strit!' 2075 D o gienc hin in Vagio Nach den Worten, er stunt do Vor dem ummehange. Do er gestunt nicht lange, Zu samne er die hende sluc, 2080 Wand er in mutes wane truc Daz Holofernes hette Judithten in dem bette Mit im. do er aber nicht Sich horte regen nach der geschieht, 2085 Do enbeite er nicht lane, Er irhub den ummehanc Uf unde sach aldar. Do er aber wart gewar Wie da lac unwerde 2090 Holofernes an der erde Besult in dem blute sin Und daz sin houbt nicht da was schin, Zuhant mit grozer stimme er schrei Weinende unde reiz entzwei 2095 Die cleit sin und lief drate Dort da wonunge hate Judith und do er der nicht vant, Lute schriende zu hant

2065 an clopfene ¡durch Klopfen'. 2067 quamen] q auf Rasur.. 2072 vfi. 2073 Vñ. 2075 im'/. ]) blau. 2076 P. n. worten. 2084 Rasur n. horte. P. n. regen. 2088 ab' mit Verweisimgsseichen am Schluß. 2095 vñ 2097 P. ». Judith. 5*

68

Judith 14,17—18; 15,1.

Hin vor zn dem volke er lief, 2100 ,Ein ebreisches wib', er rief, ,Die hat schände', sprach er san, ,Ιη Nabuchodonosoris hus getan. Nn seht, wi lit un werde Holofernes an der erde 2105 Und sin houbt ist an im nicht!' Do die herren die geschieht Horten und daz groze leit, Do rizzen sie abe ire cleit. Ouch viel ein vorchte unlidelich 2110 Uf sie alle gemeinlich. [43 vb] Sie wurden betrübet sere Do sie disse mere Yernamen, von geschrei ein doz Wart under en aida so groz 2115 Daz im nicht was geliche. Ir vreude wart entwiche. Darnach do die gemeine Groze unde deine Horten waz da was gesehen 2120 Und mochten wol die warheit sen, Do zurgienc en an der tat Beide sin unde rat. Die vorchte todes valle Hetten sie groz alle 2125 Und so groz daz sie en nicht Konden haben Zuversicht. Sundir waz sie hetten trost Daz sie mochten werden irlost, Den leiten sie vil gar an vlucht 2130 Und namen ot der vluchte zucht. 2103 n. wi 1 radiert. 2111 Federinit. S. 2116 entwiche Inf. mit Abfall des n. 2117 Init. D rot. 2120 Vn. 2121 gienc en an auf Itasur. tat für stat? 2123 valle ist als Infinitiv abhängig von vorchte anzusehen, vgl. todes sterben. 2125 Vñ. 2130 Vñ. zucht bloß umschreibend.

•Judith 15,2-6.

2135

2140

2145

2150

2155

2160

2164 [43 ve]

69

Sie vluhen also vaste Vor sich ane raste Daz einer zu dem andren Nicht sprach vor dem wandren, Sundir gar gesweiget Und die houbt geneiget Vluhen sie ot vaste hin Und liezen vil gar hinder in Allez daz sie heten An schätze und an gereten. Do der Israhelen schar Die Assyrien sahen dar Daz sie vluhen vaste, Zu hant mit gebraste Als die unverzageten Sie en nach jageten Mit grozem geschreie In stimmen mancherleie, Mit rufene und mit hulen, Mit swerten und mit kulen Vaste vliezeclich en na, Und wand die Assyrien da Unordenlich vor vluhen Und in der vlucht sich wite zuhen, So volgeten in einer schar En nach die Israhelen dar Und waz sie da bestrichen Der die vor en wichen In grozer vlihender not, Die crencten sie untz in den tot. Do sante Ozias sine boten In daz lant uz den roten Isa in alle die stete, Waz man da stritendes hete, Daz daz queme in den strit. Des waren vil vro in der zit

2138 Vfi. 2141 Init. D blau. 2142 ganz auf Rasur. 2149 vB. 2150 vñ. 2152 Vo. 2157 Vo. 2158 P. n. D\ 2163 P. n. Isa. 2165 Federimi. D, mit Profil.

70

Judith 15, 7—10.

2170

2175

2180

2185

2190

2195

2200

Beide stete uncle laiit. Waz man da stritendes vant, Die sante man gewapent na. Sie slugen vaste hie und da, Sie jageten unde no e ten, Slugen unde to e ten In manicherleie wunde Die viende untz an die stunde Daz sie uz ir lande würfen hi I r viende. sus wart da vri Die israhelische diet. Die in dem strite waren niet, Sie giengen in den ziten da ü z der stat Bethulia In der Assyrien gezelde, Der vil was an dem velde, Und namen da harte geil Des roubes ein vil michel teil. Dar nach in der zite Do jene von dem strite Quamen vrolich geritten Und ir viende vil versnitten Heten, do namen sie In alle vil des roubes hie. Des vihes was unzelich. Do nam so vil ir iclich Daz sie alle wurden Rieh von roubes burden. D e r bischof Joachym Von Jerusalem nam do zu im Die priestre sin und quam isa In die stat Bethulia Als er da wolde sehen Judith, do diz was geschehen

2167 VS. 2170 vfi. 2171 vfi. 2172 vñ. 2Í75 f. n. hi und vri e radiert. 2176 P. n. viende. 2183 Vfi. 2189 P. n. Heten. nam. 2195 Init. D rot, voraez. 2197 vfi. 2200 P. n. Judith.

Judith 15,11—13.

2205

2210

2215

[44 ra] 2220

2225

2230

71

Und Judith zu im uz gegie, In einer stimme seinte er sie Und sprach ir lobes mere: ,Du bist Jerusalemes ere, Die vreude Jsrahelis bistu!' Ouch sprach er alsus me darzu: , Dines Volkes wirdekeit du bist, Wand du hast in dirre vrist Manheit getan an dir schin Daz gesterket ist daz herze c rvmaismaStigr»» tgAg



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