Die slavischen Lehnwörter im Altlitauischen

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..+å{- von der lit. wurzel dus- ,atmen' her, sondern von slav. d u ch' die Wurzel im Litauischen da slavisch, d uËa). 2yvyti ,nähren, beleben' sei trifft er Wörtern anderen gyv-,-nicht wie im Slavischen å iv- laute. Aber bei in Oer Frage, ob sie entlehnt oder einheimisch seîen, eine falsche Entscheidung, z. B. sind mora i,Totenbahre" pa d onas,untertan" sv otas,schwiegervater' u. a. für ihn echt litauisch. Auch J. schmidt hat in seiner Abhandlung ,,Zur Geschíchte des indogermanischen vocalismus" (weimar 1871-1875) einige slav. Lehnwörter im Litauischen festgestellt. soführt er z.B. b ü b n as,Trommel" öëdyt i,spa-

kalada,Hauklotz', karabas ,Düte', karalius,König', ffiüka,Qual', rè teå is,Kette', skamarakas,Sänger', smütnas,traurig' u. a. auf [das Russische bezw. Polnische zurück, aber in vielen Fällen (2. B. bei blog as ,schlecht, schwach, mager', ko ra,Strafe' n o glas,plötzlich, jäh', p r ova,Recht', ro j us'Pararen', dè ka,Dank', d èkavoti,danken',

,fehlen, verlieren' u. a.) gibt er auf die Frage, ob diese Wörter urverwandt oder entlehnt seien, nicht die richtige Antwort. nhnt¡ch liegen die Verhältnisse beiA.Fick ,,Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachèn" (Bd. ll2, Göttinegn 1876): Wörter wie d o v y ti jäh', ,quãlen', kalada,Hauklotz', kârdas,Degen', nuoglas,plötzlich, ve lyti ,wünschen' u. a, sind nach seiner Ansicht gemeinbaltoslavisch, aber

ãi".',

¡.

on

a ,Wunde',

trotyti

-15diiöia,Seele', kuila

einige Wörter aus dem Altkirchenslavischen übernommen, hingegen haben sie

Lettischen, Russischen, Skandinavischen und Finnischen entlehnt die Bewas die polniscnen und weißrussischen Lehnwörter betrifft, so kann Lehnwörter polnische hauptung von Karlowicz, im Litauischen gebe es mehr stim' als weißrussische, sicher nur für die slav. Lehnwörter im Altlitauischen men. Zieht man jedoch die heutigen slav. Lehnwörter ím Kleinlitauischenl), geim osflitauischen und in anderen Dialekten in Betracht, so bin ich eher im heutigen neigt zu glauben, daß die Zahl der weißrussischen Lehnwörter Litauisch größer ist als die der polnischen' Auch täuscht sich Kartowicz, wenn er gewisse lit. wörter (2. B' kate tuË,Katze', klykti, klykauti ,sehr laut, wild schreien" k rèslas 'Stuhl'' slavischansieht' f-ür u'a') Vagabund' ðias ,leer', valkata ,Landstreicher, zu' vielen Fällen weist auch er den slav. Lehnwörtern- falschen ursprung ln 'Beispielsweise ius,König" läßt er aIasas,Lärm" dèka,DAnk" karal

;;r

turgus,Markt', vargonai,orgel'u. a.

aus dêm Polníschen stammen'

Die erste umfassende und für das damalige wissen ausgezeíchnete Ar; Lehnwörter beit über unseren Gegenstand lieferte A. Brückner ,,Die slavischen der schildert im Litauischen" (weim ar 1877). Nach einem kurzen Vorwort und Litauens verfasser in einer längeren Einleitung zunächst die Geschichte festzustelüberall Lítauen in Einfluß slavischer kommt zu dem Ergelnis, daß Glaube auch durchdringt' er welche len sei: ,,Nicht nul. diu Sprache ist es, undAberglaube,sittenundGebräuche,sogarKleidungundErnährungsweise jeden Zweifel über die werden von ihm gleich tief getroffen" (s.11). um auf die deut' leichte Beeinflußbarkeit des Litauischen zu beseitigen, weist er die lautVerfasser der führt werter hin. schen Lehnwörter im Litauischen ein slavine welcher aus lichen Kriterien an, mit deren Hilfe die Frage, den bei die er wort entlehnt ist, entschieden werden kann. Dann bespricht

1)

Unter dem Kleinlitauischen

Memelgebiet.

verstehe

ich das Litauische in Ostpreussen

und im

16

-

--

Lehnwörtern hervortetenden konsonantischen Erscheinungen. Am Schlußder Einleitung behandelt er einige Einwirkungen des Slavischen auf den lit' Laut' wandel und die Bedeutung der Wörter. Der Einleitung folgt ein Verzeichnís der slav schen Lehnwörter im Litauischen. Dieses Wörterverzeichnis muß, selbstverständlich vom heutigen Stande der Forschung aus, als lückenhaft angesehen werden. Denn der Verfasser hat sein Material nur eíner beschränkten Anzahl von Quellen, zumeíst Wörter-

seine Hauptquellen sind Nesselmann, Geitler und die ,niederlitauischen' (d. h. ,großlitauischen') schríften gewesen' Darüber sagt er in Rozpr. (1917) LVI 159 sebst: ,opracowalem ten temat przed ózterdziestu laty, ate cói, 2ródel obfrtszych nie mialem wtedy po rçk4; büchern, entnommen.

Ñesselmann iGeitler byli gtównymi, niebyio slowników Kurszata, Mie2inisa, Lalisa itd., nie bylo dawnych tekstów, o zbiorach dylektologicznych bylo glucho, tak, 2e dzi$ na podstawie tylu nowych 2rôdel mo2naby rzecz znacznie uzupelnió'.

Deswegen ist es nicht zu verwundern, wenn viele Wörter dieses Verze:chnisses fehlerhaft sind,z. B.: aktáva, akváta, alkierus, alunas'

anukaq apëkunas, arëlka, asétras, bësas, brilus, budà, ðië' dyti, ðerëslas, gubyti, kótas, krõsa, min!kas,mójus, morðius, mukà u. a.(:aktavà, -ävos, akvatà, -ätos, aÏkierius alünas, anükas, apiekü nas od. apekünas, ariel kà;'iëlkos, asëtras, bíesas, br!lius, bädà, -ös, büd4, ðêdyti, gübyti, kötas, krosà,'õs, krös4, min!kas, möjus, möröius, mükà, g.sg.mükos). ' - Nicht setten gibt Brückner eine nicht richtige Quelle an. So führt er z.B. abriëskai, äkrütas, akvatà, äsilas, bìrkavas, dainyöiä, grabnyðià, karünà, kùmetis, kùrtas' nomëtas, paldiënykas, pel!nos, Póvilas u.a. zurück auf klr. obrizki, p. okr9t, wr. p. ochota, klr. osel, p. osiol, grr. berkovec, p'donica, p', korona, klr. kmet, p. kmieó, kumieó, klr, chort, p'chart, wr' p. poniedzia'lek, p. piotun, p'Panametka, klr. namitka,*orpyrb, wr. oxBora, ar. ocbn'b od. got. wr. we{ (-wr. oõptexil, *6bpKoB'b, wr. AoüHø4a, p. grobn ica, wr' RopyHa asilus, ar. *HaMer-l], wr' noHeod. ap. koruna, ar. H'bMerb, ar. x'bpr"b, wr. xflaeunl)' AtnuHt4K'b, wr. nerbl HÈ od. p.p helyn, ar Erstaunlich ist, wievíel echt litauische Wörter ohne ausreichenden Grund für slavisch erklärt werden: a r ú'o dxaa s ,Getreidekasten', le' ar u öd s dass.; wohl mit Büga Ks..72 zu rüs ,Getreide" pr. acc. sg. a rr i'e n ,Tenne' (wr, a p y A-b ,sactxa' ist wahrscheinlich aus dem Bãlt¡schen entlehnt, s. Karskij F*,n.1127, Endzelin MLV'1142); ban' d à ,Vermögen, Profit, Vieh, Rinderherde, zusaat, nachträglich besäter Feld-

streiîen; Weißbrot (auch ein Laib Weißbrot); bernui pasèti javai kaipo priedas prie metinès algos': pr. enbãndan,zum Nutzen'(wr. 6ouga,ein ge-

17 -.'

backenes Brot; ein ausgedíentes Stück Land' íst aus dem Litauischen ent. lehnt, s. Endze in MLV. 1262); b ãsas ,barfuß', le. bass dass.: sl. b o s'b;

bêdà, -ös, bëd4,Not', le. bèda ,Sorge, Kummer, Leid': sl. bëda (< xbedã); blésðioti ,flimmern': blësti ,ausgehen (vom Feuer), im Erlöschen sein'; bóba,al'es Weib', le. bãba dass.: sl. baba; bürls(S.sg. b,ürio) ,Regenschauer' ist nicht von åmoniq (paukËðiq, aviq..) bärys ,Menschenmenge, Haufe' zu trennen und hat nichts mit r. 6 y p n ,Sturm, Sturmwind'zu tun; dabà ,Natur, Eigenschaît, Charakter', le. daba ,Art, Weise, Charakter': sl. doba; d!kas ,leer, müßig, unbeschäf' tigt, übermütig', le. dTks ,leer, müßig' : sl d ikr' ,wild'; êrzinti, érzdinti (aus érzidinti) ,knurren machen, zum Knurren rezen, ärgern, aufhetzen': erzéti ,knurren, etwas schnell und unklar reden';

gaigalas

gluoden4 gluödenas ,Blindschleiche', le. gluödena, gluõdens dass: gluodùs ,glatt' (auch ,Enterich': sl. gogols;

gluodas dass. SzDi.59: glõdnas, glodnùs dass. fOurx.flør.cn. 1707), s. Buga Pô8. LXX 107, Endzelín MLV. I 631 ; g ó ve d a ,Menge, Schar': gÓveda, góven4 govija dass., s.Büga POB. LXVll232; g rasìnti, g r as¡lti .jmd. etwas verekeln': g res iù, grê qti,abgewöhnen, verekeln, streng verbieten'; gra2óti ,bedrohen': sl. groza ,Furcht, Schauder'; gruiäyti ,rundschneiden': g raiZyti, gríeït i dass. (zum Ablaut ui : ai vgl. Büga KS.266); grúodas,hart gefrorene Erdg steif gefrorener Straßenschmutz' : sl. g radt (( *grõda-); ievà, -ös, iëv4,Faulbâunì': sl. iva; ìkrai ,Rogen', le. ikri dass.: sl. ikra; !nis ,Reif': r. ri nefi (in Ostlitauen wird 1i nis von Èeñkðnas unterschieden); j úåè ,Fischsuppe, schlechte Suppe': p. jucha, sbkr. j tiha,Suppe' u, a.; klëtis,Klete', le. klëtis: sl. klëts ((*t