Die Keilinschriften und das Alte Testament [2., umgearb. und sehr verm. Aufl. Reprint 2019] 9783111553979, 9783111184340

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Die Keilinschriften und das Alte Testament [2., umgearb. und sehr verm. Aufl. Reprint 2019]
 9783111553979, 9783111184340

Table of contents :
Vorwort zur zweiten Auflage
1. Buch Mose
Excurs. Der keiliuschriftliche Sintfluthbericht
2. Buch d. Chronik
Chronologischer Excurs
Chronologische Beigaben
Glossar I. Wörterverzeichnis zum Sintflutberichte
Glossar II. Wörterverzeichnis zu den arabischen Texten mit Ausschluss des Sintfluthberichts
Sach- und Namenregister
Hebräisches Wortregister
Hebräisches Wortregister
Verbesserungen des Drucks
Übersichtskarte

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Die Keilinschriften und das

Alte Testament. Von

Eberhard Sehrader.

Hit einem Beitrage von Dr. Paul Haupt. Zweite umgearbeitete und sehr vermehrte Auflage.

Nelst chronologischen Beigaben, zwei Glossaren, einer Karte.

Registern und

Giefsen. J . R i c k e r ' s e h e Buchhandlung. 18*3.

Vorwort zur zweiten Auflage. Zwischen der Veröffentlichung der ersten Auflage dieses Buches und dem Erscheinen dieser zweiten liegt ein volles Decennium zwischeninne. Allerdings war die frühere Auflage bereits seit längerer Zeit gänzlich vergriffen; verschiedene Umstände liefsen indefs die Beendigung der Neubearbeitung nicht eher ermöglichen. Dafs diese neue Ausgabe den Fortschritten, welche die hier in Betracht kommenden Studien in der Zwischenzeit gemacht, Rechnung zu tragen hätte, verstand sich, und nicht minder leuchtete ein, dafs dieses ohne eine durchgreifende Revision und theilweise Neugestaltung, zugleich aber auch ohne eine sehr erhebliche Vermehrung des zur Bearbeitung heranzuziehenden Stoffs nicht zu bewerkstelligen sein würde — ist doch das verflossene Decennium f ü r die nähere Erforschung der hier in Betracht kommenden Denkmäler nichts weniger als unfruchtbar gewesen und fällt doch in die Zwischenzeit das Bekanntwerden eines ganzen grofsen

IV

und so überaus wichtigen Literaturgebietes, desjenigen der auf Thontafeln verzeichneten altbabylonischen Sage und Poesie, wodurch bisher Bekanntes theils in überraschender Weise bestätigt und ergänzt, theils in einzelnen Punkten zugleich richtig gestellt wurde. An der Anlage und ganzen Einrichtung des Buches glaubte ich indefs nichts ändern zu sollen : insbesondere schien mir die Beibehaltung seines glossatorischen Charakters geboten. Ich verschweige mir nicht, dafs eine zusammenfassende, mehr systematische Darstellung der betreffenden Materien Vielen erwünschter gewesen sein würde; aber ich glaube mich anderseits nicht zu täuschen, wenn ich die wohlwollende Aufnahme, welche dem Buche in seinem ersten Entwürfe zu Theil geworden, wesentlich auch dem Umstände beimesse, dafs dasselbe in seiner anspruchslos auftretenden glossatorischen Anlage dem Urtheil des Lesers thunlichst wenig präjudicirte, ihn vielmehr in den Stand setzte, an der Hand der mitgetheilten authentischen Aussagen der Inschriften sich selber über die Tragweite dieser Aussagen und ihre Ausgiebigkeit für die Aufhellung des Alten Testaments ein begründetes Urtheil zu bilden. Von ähnlichen Erwägungen geleitet, habe ich mich auch nicht entschliefsen können, von der bisher von mir befolgten Wiedergabe der keilinschrift-

V

liehen Texte abzugehen. Ich unterschätze den Nutzen keineswegs, den es für den an einen assyrischen Text Herantretenden hat, diesen Text sofort in der Gestalt zu besitzen, in welcher er gemäfs dem jetzigen Stande der Forschung als der correct assyrische anzusprechen ist, und f ü r den mit dem Wesen der assyrischen Schrift Vertrauten, zumal wenn ihm zugleich der Zugang zu den Originalquellen offen steht, ist eine solche Art der Transcription eines assyrischen Textes auch ohne wesentliche Bedenken. Für einen Anderen aber ist in meinen Augen die Gefahr, einen so hergestellten Text für den monumentalen zu halten, doch eine zu grofse, als dafs man es nicht, verzichtend auf die den Original-Texten nun einmal ganz und gar nicht eignende äufsere Correctheit, vorziehen sollte, den inschriftlichen Text thunlichst in der Gestalt wiederzugeben, in welcher derselbe auf den Monumenten sich darbietet, was selber wiederum stets am einfachsten durch Trennung der Sylben bei phonetisch geschriebenen Wörtern lind durch Zusammenziehung der Sylben bei ideographisch geschriebenen bewerkstelligt werden wird. In dem einem Falle, in welchem auch in diesem Buche der Text in zusammenhangender Transcription gegeben wird, hat der Verfasser des betr. Abschnitts, Herr Dr. H a u p t , die Mühe sieh nicht verdriefsen lassen, in dem beigegebenen Glossare (I) die aufgenom-

VI

menen Wörter zugleich in der Gestalt zu verzeichnen, in der jäie an den betr. Stellen in den Inschriften vorkommen. Ich unterlasse es nicht, bei diesem Aiilais meinem jungen Freunde, der sich durch seine bisherigen, durch eindringenden Scharfsinn gleicherweise wie durch umfassende Sachkenntnifs und Selbständigkeit der Forschung ausgezeichneten Arbeiten um die Assyriologie ein hohes Verdienst erworben, meinen wärmsten Dank für die Bereitwilligkeit auszusprechen, mit welcher mir derselbe für diese Ausgabe seine auf einer durchweg neuen Vergleichung der Originalien beruhende Erklärung der babylonischen Sintfluthgeschichte zur Verfügung gestellt hat. Ich bemerke hierzu noch, dafs der „Excurs" ebenso wie Glossar I ausschliefsliches Eigenthum des Herrn Dr. H a u p t ist und etwaige von mir beigefügte Bemerkungen in eckige Klammern geschlossen und mit einem beigesetzten Sehr, bezeichnet sind, wie anderseits von Herrn Dr. H. mir zur Verfügung gestellte und von mir • in meine Ausführungen aufgenommene Observationen durch ein beigefügtes Hpt. ausdrücklich kenntlich gemacht wurden. Da von den beiden im Übrigen thunlichst conform eingerichteten Glossaren ein jedes ein selbständiges Ganzes bildet, waren^ Wiederholungen nicht ganz zu vermeiden, eine Unzuträglichkeit, wegen deren wir um Dispens bitten. Sonst hat sowohl Herr Dr. H a u p t wie

VII

der Verf. die sich darbietende Gelegenheit benutzt, in den Glossaren noch einzelne Nachträge und Berichtigungen zu bringen, der letztere dieses namentlich auch was Bezeichnung der Länge und Kürze der S)dben betrifft, soweit sich solches für ihn einigermafsen sicher feststellen liefs. Die dem Buche angefügte Ubersichtskarte, welche der Leser der Güte meines verehrten Freundes und Collegen K i e p e r t verdankt, wird hoffentlich als keine unwillkommene Zugabe erscheinen. Auch die demselben wiederum beigegebenen Register werden beim Gebrauche des Buches nicht unerwünscht sein. Ich sage Herrn Dr. B. M o r i t z , welcher die Herrichtung derselben für die neue Ausgabe besorgt hat, dafür meinen besten Dank. Ich bitte die „Nachträge und Berichtigungen" nicht zu übersehen, auch die angemerkten Druckfehler vor dem Gebrauche des Buches zu verbessern. B e r l i n , im November 1882.

Schräder.

1. Buch Mose. 1, 1. die Erde

Am

Anfange,

2. (die Erde

Finsternifs

den Himmel

Weise

baut

3. da sprach sich

der

schwebend

Gott u. s. w.*). Eingang

des

und

und Oede und

über der l rjhith und der Hauch Gottes

über dem Wasser), loger

da Gott schuf

aber war eine Wüste

In ana-

chaldäischen

Schöpfungsberichts auf, wie wir denselben in

assyrischer

Sprache auf einem Thontäfelchen des Britischen Museums lesen.

Derselbe

lautet in Transcription **j und

Ueber-

setzung ***J also : *) F ü r die Constructiou dieses Eingangs der b i b l i s c h e n S c h ö p f u n g s g e s c h i c h t e s. des Verfassers „Studien zur Kritik u n d E r k l ä r u n g der biblischen U r g e s c h i c h t e " . Zürich 1863. S. 40 it'. u n d vgl. A. D i l l m a n u , die Genesis erkl. Lpz. 1875, zu Kap. 1, I 11'. **) IMo von u n s in diesem Buche befolgte U m s c h r i f t des Assyrischen ist dieselbe wie die von u n s in unserer P u b l i c a t i o n : „Assyrisches Syllabar. Mit den J a g d i u s c h r i f t u n A s u r b a n i p a l s in A n l a g e . " Berlin 1880. 4, in A n w e n d u n g gebrachte. — Im U e b r i g e n vgl. zu u n s e r e r Transcription der Zischlaute die betreffende A u s f ü h r u n g in den „ M o n a t s b e r i c h t e n der Berl. A k a d e m i e der W i s s e n s c h a f t e n " 1877 S. 79—95, sowie zu der W i e d e r g a b e der bezüglichen assyrischen Z e i c h e n d u r c h die L a u t i v e r t h c ai und ja ebendaselbst 1880 S. 271 — '284. ***) F ü r den O r i g i n a l t e x t s. G. Smith in T r a n s a c t i o n s of t h e Society of Bibl. A r c h a e o l o g y (TSBA) IV pl. 1 (zu p. 3 6 3 ) ; Friedr. Delitzsch, Assyr. L e s c s t ü c k e (ALS) II. Aull. S. 78. — Z u r E r k l ä r u n g vgl. G. Smith in T h e Chaldean a c c o u n t of Genesis (Ch. G.), L o n d o n 1876. p. 62 s q . ; A. H. Sayce, ebeiul. II. ed. L o n d o n 1880. p. 57 sq.; Fr. Del. bei G Smith, chahl. Genesis, deutsche Uebers. Lpz. 1876. S. 293 II'.; J . Oppert in dem Appendice zu E. Lcdrain, histoiro d'Israel I, p. 411 ss. (fragmeuts de cosmogonic chalilecuue, t r a d u i t s ) ; Fr. L e u o r m a n t , les origme.s de l'histuire ¡.Uli). I'ar. 1880. p. 494 ss. 1

5

2

Die Keilinschriften und das A. T.

1. I'-n u-m a i-1 i s 1 a n a - b u-u s a-m a-m u 2. s a p - l i s m a-t u v s u - m a l a z a k - r a t 3. a p s ü - m a r i s - t u - u z a - r u - s u - u n 4. m u - u m - m u

ti-amat

m u - a I -1 i - d a - a t

gim-

ri-su-un

5

5. mi-s u-ii u i s - t i - n i s i-h i-k u-u-m a 6. g i - p a - r a l a k i - i s - s u - r a su-.sa-a l a si-'. 7. I n u-m a i l i l a s u-p u-u m a - n a - m a 8. s u - m a l a z u k - k u - r u s i - m a - t a v l a 10

9. i b - b a - n u - u - m a i l i [r a b ü ti] 10. ( i l u ) L a h - m u

(iluj La-ha-mu

us-ta-pu-u . . .

11. a-di i r - b u - u 12. ( i l u ) S a r ( i l u ) K i - S a r i b - b a - | n u - u j 13. U r - r i - k u ü m i 15

14. (i l u ) A - n u 15. ( i l u ) S a r d. i. 1.

„ Als droben der Himmel noch nicht verkündete,

2. drunten das L a n d noch nicht nannte einen Namen 3. — der Abgrund nämlich war ihr erster Erzeuger, 20

4. die wogende See die Gebärerin ihres Alls — , 5. da umarmten sich deren Wasser und vereinigten sich; 6. das Dunkel aber war noch nicht hinweggenommen, ein Sprofs noch nicht aufgeschossen.

25

7.

»Als von den Göttern

noch

keiner emporge-

kommen war, 8. sie einen Namen noch nicht nannten, das Geschick noch nicht [bestimmten], 9. da wurden die [grofsenj Götter geschaffen, 30

10. die Götter L a c h m u und Lachamu gingen hervor 11. und wuchsen empor auch 12. die Götter Sar und Ki-Sar wurden geschaffen.

;

1. B. Mose 1.

13.

3

„ E s dehnten sich aus die T a g e

14. der G o t t Anu 15. der G o t t Sar

"

Die betr. Thontafel bildete die erste T a f e l ( d u p p u ) der nach dem Beginne derselben als Serie „Als droben"

Intima

bezeichneten Reihe von T h o n t a f e l n .

i1is

=

V g l . die

U n t e r s c h r i f t der Tafel N r . 5 (s. u.) : D u p - p i V. K A N . M I ' i-n u-m a i-1 i s.

K i s d a t A s u r-b â n i-h a b a l

sarkissati

s a r m â t A s . s u r , d. i. „ T a f e l V. der Serie : Als

droben.

E i g e n t h u m des Asurbanipal, des Königs der Völkerschaar, des K ö n i g s von Assyrien".

S. f ü r den Sinn der

letzteren

P h r a s e unsere Schrift „Die assyrisch -babylonischen Keili n s c h r i f t e n " ( A B K ) , L p z . 1 8 7 2 , 8. 1 5 ; f ü r k i s s a t (Sing., nicht P l u r . ! vgl. F . Del. bei Lötz, diu Inschriften T i g l a t h Pilesers I. L p z . 1 8 8 0 ( T P ) S. 7l») Rad. tM3 =

aratn.

(hebr. DJD) s. meine B e m e r k u n g e n A B K . 15. 8 9 ; Höllenf. d e r I s t a r ( H I ) , G i e ß e n 1 8 7 4 . S. 55. D e n Nachsatz zu V. 1 . 2 können nicht V. 3 und 4 bilden ( G . S m i t h , O p p . , L e n o r m a n t * ) ) , welche j a kein Verbum

finitum

enthalten,

welches f ü r ¿/"IT aus

deren Participien z â r u (vgl. a s b u

d. i. " I T ,

aus â s i b u —

u. a. m.) steht, und m u a l l i d a t (Hl'pNp) vielmehr k l a r auf einen eingeschalteten Zustandsatz

hinweisen.

Auch bezweifle

ich, dafs im Sinne des Assyrers mit P. H a u p t **) i n u m a als ein besonderer Satz =

„ E s gab eine Zeit, d a " u. s. w. ge-

*) Letztere beiden, obgleich iu der U e b e r s e t z u n g des E i n g a n g e s v a r i i r e n d (Opp. : jadis — ne s'appelait pas] Leuorm. : au temps, ou u. s. w.), s t i m m e n doch iu der Wahl des T e m p u s : fut (leur générateur') u n d somit darin überein, dafs sie V. .'i 4. nicht als e r l ä u t e r n d e Eins c h a l t u n g , denn vielmehr als ein (leschelmifs a u s s a g e n d fassen, was ich f ü r sprachlich unzulässig erachte. **) H a u p t ' s mir gütigst mitgetheilte eigene U e b e r t r a g u n g des E i n gangs lautet :

1*

4

Die Keilinschriften und das A. T.

nommen werden kann.

W o sonst in assyrischen

Texten

dieses i n u m a e r s c h e i n t , ist es deutlich zu einer blolsen Zeitp a r t i k e l h e r a b g e s u n k e n , bis zu dem G r a d e , dafs es — s. T i g l a t h - P i l e s e r I , col. V I I I , Z. 5 2 — zuweilen sogar auf die Zukunft b e z ü g l i c h ist ( „ w e n n einst der T e m p e l . . . g e a l t e r t sein wird"

u. s. w . ) .

In allen diesen F ä l l e n aber folgt auf

dieses a n h e b e n d e i n u m a

ein N a c h s a t z ;

vgl. auch

u n t e n den zu V . 2 0 flg. m i t g e t h e i l t e n K e i l s c h r i f t t e x t .

noch Einen

solchen N a c h s a t z k a n n in u n s e r m F a l l e w e g e n der V e r b a l f o r m lediglich V. 5 bilden.

D e r Sinn ist : vor der S c h ö p f u n g

des H i m m e l s u n d der E r d e

[„einen N a m e n t r a g e n "

und

„ e x i s t i r e n " sind f ü r den S e m i t e n c o r r e l a t e Begriffe *)] d. i. a b e r f ü r den V e r f a s s e r : vor der S o n d e r u n g des W e l t g a n z e n in einen oberen T h e i l = =

„Himmel"

u n d in einen u n t e r e n

„ E r d e " , g a b es lediglich eine chaotische flüssige Masso,

i n n e r h a l b w e l c h e r z w a r Z e u g u n g s p r o c e s s e vor sich

gingen,

ohne dafs es aber z u r E n t s t e h u n g einer g e o r d n e t e n W e l t , eines K o s m o s g e k o m m e n w ä r e — e n t b e h r t e n doch die Zeugungsproduete

noch

der Vorbedingung

alles

organischen

L e b e n s , n ä m l i c h des L i c h t s , d e m g e m ä f s P f l a n z e n k e i m e n i c h t a u f s p r o f s t e n (V. 1 — 6 ) .

A b e r wie dem irdischen K o s m o s

eine Zeit v o r h e r g i n g , d a es einen solchen noch nicht g a b , 1. Es gab eine Zeit, da oben nicht nannte dur liimmel, 2. Unten die Erde einen Namen nicht nannte. 3. Der Ocean war ihr erster Erzeuger, 4. Mummu-Tiamat die Gebiireriu ihres Alls u. s w. Vgl. hiemit Oppert's Uebersetzung : Jadis, ee qui est en haut ne s'appelait pas ciel, Et co qui est la terre eu bas n'avait pas de nom. Un abime infini fut leur générateur, Un chaos, la mer, fut la mère qui enfanta tout cet univers. *) S. für Qgi im Sinne des

„sich offenbarenden

Wesens

einer

Sache" die alttest. Theologien, und vgl. P. Haupt, die Sumer. Familieugesetze (SFG.) I (1879) S. 31.

5

1. B. Mose 1.

so ging auch dem überirdischen Kosmos eine Zeit voraus, da es einen solchen d. h. da es Götter

nicht gab.

S o er-

zählt denn ein zweiter congruent mit i n u m a anhebender Abschnitt von der Entstehung*) ( i b b a n ü ) der Götter 7—12).

Nach langer Zwischenzeit fand alsdann

Statt, was irgendwie auf die Götter Anu sich

bezieht

konnte ( V . 1 3 Zwr Erläuterung.

oder

von

ihnen

(V.

etwas

und S a r

ausgesagt

werden

ff.). I. V.

1—6.

1. l ' n u - m a .

Für i n u

=

G

uud das angefügte m a s. W. Lötz, Inschr. Tiglath-Pilesers I. Leipz. 1880. S. 183. — S a m a m u (sprich s a m f t m u ) , poet. Nebenf. von ä a m i ' (Plur. von ä a r a ü ) s. meine Höllenfahrt der Istar. Giefsen 1874. S. 98. — Als Object zu n a b ü ist der Acc. S u m a des folgenden Verses voraufzunehmcn. — 2. Statt m ä t u v „Land" erwartet man i r s i t u v „Erde". Haupt erklart diese Substitution des ersteren für das letztere durch die Almahme, dafs das nichtsemitische Original, dessen assyrische Uebersetzung dus vorliegende Fragment bietet, in dem sumerischen (nicht in dorn nahe verwandten akkadischen) Dialekte abgefafst ward, sofern man im Sumerischen statt akkadisch a n ä - t a k i ä - t a „oben und unten" ( = assyrisch i l i § u S a p l i S ) , d. i. eigentlich „im Himmel, auf Erden" vielmehr sagte : n i m a — k i „Höhe" — „Erde". Um nun nicht k i a k i m u n u p a d a „als auf der Erde die Erde einen Namen nicht nannte" sagen zu müssen, substituirtc mau im Sumerischen dem k i ein k u r „Land", das dann der assyrische Uebersetzer durch raätuv wiedergab. Vorweis auf IV Rawl.. 30, 8 u. 10 c. und Fr. Del. ALS. 2. A. 74. Z. 4. — a p s ü = akkad. a b z u ( = z u-a b) im Sinne von „Urfluth", „Meerestiefe", „Occan". S. ABK. 32 Nr. 127 (wo a b s d zu lesen); Fr. Del. ALS. 2. A. 49. Nr. 128. „Eigentlich bedeutet das akkad. a b z u „Haus der Weisheit" [akkad. a b — b i t u fV3 ; akk. z u = i d ü uud l a m ä d u Ii. .IHN und s. die Syll. II K. 1, 188; 11, 41 flg.; ASK. I, 9

sammengehörigkeit auch des assyr.

banä

mit dem hebr. J 3 u. s. f.

auf diese Uebertragung führen

könnte und auch das assyr.

„Sprofs"

den Begriff

weist.

in

erster Linie

Das Verlntm

bauä

auf

nämlich

kommt,

Assyrischen aufser in der Bedeutung „bauen" schapen'

vor.

5

geschlechtlicher

nabnitu Zeugung

soviel mir bekannt,

im

lediglich in der von „er-

10

15

20

25

30

6

Die Keilinschriften und das A. T.

Nr. 8. 9. 266. Sehr.]. Der Name erklärt sich dadurch, dafs der Gott E a der Künig des Oceans (assyr. Sar a p s i ) akkad. l u g a l a b z u a k i t (z. B. IV R. 18, 54a) zugleich b e i n S m e k i ( p o j , ' j ) „Herr der unerforschlichen Weisheit" ist [vgl. z. B. Sanherib I Rawl. 44, 77; beachte 5 auch die Bezeichnung des I'a als bi'l ä a m i (u) i r s i t i v „Herr des Himmels und der Erde" II R. 55, 18c. (1. Sehr.]. Im Uebrigen bed. der Name E a (aus akk. e „Haus" und a „Wasser") = ebenso wie der gewöhnliche akkad. Name für „Meer" a - a b - b a : „Wagserhaus" (Haupt). — ri'Stü. Für den Text siehe Fr. Del. bei Lötz S. 118, 10 Anm. 1. — m u m m u , gemäfs V R. 28, 63 Z. 7. 8 = b i - i l - t u v . Da b i l t u v sonst das Wort für „Herrin" ' a g e s a m nächsten, an dieses zu denken und „die Herrin See" zu übersetzen (DLZ. 1881, S. 997). Nun aber erklärt dieses assyr. m u m m u ASK. I, Nr. 515 auch das Ideogr. (DI') für „Bewässerung" ä i - k i - t u v R. Ppttf 15 (Nr. 511); es liegt somit nahe auch für m u m m u eine ähnliche Bedeutung zu statuiren. Besser denkt man deshalb mit Fr. Del. an eine andere Ableitung des Wortes von einer Wurzel ^{Q, die der wesent= arab. JLj med. Vav eich deckte ; lichen Bedeutung nach mit hebr. m u m m u = b i l t u v (vgl. ri-i-äu von wäre danach soviel wie 20 „Berieselung"; m u m m u t i ä m a t , als ein Begriff genommen, somit etwa „die feuchte oder wogende See" (s. Uebers.). — Zu der Transcription t i - a m a t vgl. Fr. Del. in G. Smith's cliald. Genesis, I). A. (1876) S. 296. Das Wort ist St. constr. von t i ä m t u „Meer" (vgl. Nobuk. EH. II, 15 flg. : ti-a-am-ti*)). Auch soust erscheinen dio 25 Götternamen z. B. S a m a s , S i n u. s. w. gern in der Form de» st. constr. iHaupt); doch findet sich andererseits auch R a m m a n n , S a m ä i u. a. m. — Von den beiden Bezeichnungen des weiblichen Princips steckt die zweite : t i ä m a t , t ä m a t , sicher in dem Namen der Gemahlin des 'Anuotbv des Damascius : Tav&e ( L e u o r m a n t ; vgl. 30 uns. HI. S. 152), und der andere m u m m u vermuthlio.h in dem Namen der jenen beiden gemäfs Damasc. entsprosseneu Mcoi ia'^. während allerdings in der Inschrift m u m m u mit t i ä m a t zu einem Ganzen zusammengehört, weshalb ich früher (HI. a. a. 0.) au m ä m i „Wasser" (vgl das m i ' - ä u - n u des Textes!) als assyr. Aequivaleut für dasselbe 35 dachte. Geistreich ist die Ansicht Haupt's, dafs m u m m u vielleicht. *) Dieses t i ä m t u ist natürlich mit dem hebr. OVIfl, abgesehen von der Femininendung (vgl. assyr. i r s i t u v „Erde" neben hebr. einfach identisch. — Im Assyrischen scheint dieses babyl. t i ä m t u in der Regel in t ä m t u zusammengezogen zu sein; wenigstens begegne" wir dem PI. t a m f t t i z. B. Salman. Stieriuschr. bei Lay. 12 B. Z. 9 (tama-a-ti), und V R. 30, 16,a bietet (Haupt, SFG. 39) den Sing, t ä i n t u t a - a - a m - t u v ) . Wir transcribiren indefs einheitlich t i ä m t u .

1. B. Mose 1.

7

selbst n u r eine N e u b i l d u n g von m i-nii sei, also dafs im G r u n d e j e n e u n s e r e f r ü h e r e D e u t u n g dennoch zu Kocht b e s t e h e n w ü r d e . - Noch sei b e m e r k t , dafs ich mit Bedacht in der Uebersetzung, a n s t a t t die d u r c h D a m a s c i u s f ü r die spätere Zeit als E i g e n n a m e n g e s i c h e r t e n b a b y lonischen W ö r t e r a p s f t und m u m m u - t i & m a t a u c h in der U e b e r - 5 t r a g u n g b e i z u b e h a l t e n , dieselben d u r c h Appcllativa (s. Uebers.) ersetzt habe. Im assyrisch - b a b y l o n i s c h e n Originaltext wird n ä m l i c h j e d e s D e t e r m i n a t i v , sei es Personen-, sei es Gottesdeterminativ, vermifst : der O r i g i n a l t e x t will die W o r t e somit appellativisch g e f a f s t w i s s e n ; a u c h der U e b e r s e t z e r h a t diesem U m s t ä n d e R e c h n u n g zu t r a g e n . — 5. i ä t i n i ä l(j A d r . von i S t i n ( = hebr. ' p i ' y ) ' m Sinn® v ° n n w 'ie e i n e r " , „in e i n s " ; „in

und

vgl.

miteinander".

hebr. p i p |



k o m m e n d e geschlechtliche pTI?

ihikü

„Buseu".

vergleicht.

Impf,

So I l a u p t , Bedeutung

von

häku

der f ü r des

die

=

arab.

hier

Verbums*)

in

Betracht

treffend

hebr.

In den auf diese D e u t u n g der W o r t e g e b a u t e n

w e i t e r e n Schlüssen v e r m a g ich

demselben allerdings

15

n i c h t zu f o l g e n .

E r m e i n t : „Die W a s s e r des Apsü und d e r T i ' a m a t vereinigen sich mit einander

und

dieser

s p r a n g e n die G ö t t e r " . ist

es

nun

oben)

welcher

M u i n in u - T i ¡1 m a t

beiden

der

und Erde

d. h. die d u r c h

bildet,

d. i. (vgl. 20

die

xcd

rb

des

Apsü

vernichtet,

dann

so dafs die ü b r i g e n (also damals

Göttor das herabfliefsendo B l u t nv'tr

räfia

Siani.unru

toic

&v&Qumov) s. II R. 27,

kissura

für u s t a b b i t ,

assyr.

„ausgebreitet"

^er ä a p a r r ü r u

175".

9

1.

„ein

Sprofs

und der S o n n e be-

dem

Chaos

15

lagernden

„ F i u s t e r u i f s " i s t d u r c h a u s in U e b e r e i n s t i m m u n g w i e m i t d e m b i b l i s c h e n Berichte

(„uud Finsternifs

über der Urfluth"),

so

auch

mit

des

Be-

r o s s u s : yfvio&ai (prjai ygövov i'v 'S. B i b c l - L e x i k u n Bd. III.

Üg.

***) Zu ass. aus a k k . i b i l vgl. ^ p i f T (ob. S. 32). — A n d e r s J . Harth, B e i t r a g e S. 27.

aus ldiglat

Die Keilinschriften uud das A. T.

46

Ver.vandtschaftswörtern j a auch sonst der Fall ist.

Indefs

hat sich das alt- und ächtsemitische j3 „Sohn" daneben auch noch im Assyrischen erhalten, dieses in der Verbindung bin-bin

d. i. „Sohnessohn 8 =

„ E n k e l " (ABK.

193).

5 Dazu heifst die Tochter von derselben Wurzel auch im Assyr. b i - i n - t u

d. i. f"03 (neben m a r a t ,

martuv

in

derselben Bed.) A B K . a. a. O. 6, 5 bis 8, 22.

D e r in diesem Abschnitte uns über-

lieferte biblische Sintfluthbericht, dessen chaldäische Paral10 lele dem Kerne nach bereits seit lange durch Berossus-Josephus bekannt war (s. J o s e p h u s ,

conti - . Apion. I ,

19;

Ant. I, 3. 6 ; Eusebius, pr. evang. I X , 11. 1 2 ; Chron. lib. ed. Schoene I, 1 9 — 2 3 ) , hat inzwischen eine unerwartete weitere Beleuchtung durch die Auffindung des keilinschrift15 liehen Berichts über die Geschichte von der Fluth erfahren, ein Bericht, der sich mit dem des Berossus in den H a u p t p u n k t e n deckt, in den Einzelheiten aber vielfach ihn ergänzt und die biblische Erzählung als zu der chaldäischen F l u t h s a g e in einem viel engeren Verhältnisse stehend er20 scheinen läfst, als dieses auf Grund der Ueberliefcrung des Berossus angenommen werden konnte. findung

Die E h r e der Auf-

der betr. Thontäfelchen gebührt dem verstorbenen

Beamten am Brit. Museum, George Sinith, der über seine E n t d e c k u n g zuerst am 3. Decbr. 1872 öffentlich Bericht 25 erstattete und alsdann auch den ersten Versuch einer Uebert r a g u n g der bezüglichen Texte machte.

E r stellte zugleich

fest, dafs die betr. E r z ä h l u n g selber nur den Theil eines gröfseren Ganzen, nämlich einen Theil der sog. Iztubarlegenden bildete, eines Epos, das, auf 12 Tafeln geschrieben, 30 die T h a t e n und Abenteuer des Helden Iztubar

erzählte;

die 11. T a f e l enthielt die Episode von der Fluth.

Die

Zwölfzahl der Tafeln und Gesänge entsprach, wie zuerst

1. B. Mose 6—8.

47

H . Rawlinson (Athenäum vom 7. Decbr. 1 8 7 2 ) scharfsinnig vermuthet hat, den 12 Zeichen des Thierkreises d. h. dem Sonnenumlaufe bezw. den

12 Monaten

des J a h r e s ;

der

11. Monat, assyr. Schabat, dorn die 11. Tafel mit ihrem Fluthberichte

entsprechen

würde,

war dem W e t t e r g o t t e

Ii am m an geweiht und sein akkadischer Name i t i a s a s § g i =

assyr. a r a h a r r a t z u n n i

besagt geradezu : „ M o n a t

des Fluches

des Regens"

gerichts" *).

Eine Vergleichung dieses unten in der Ueber-

d. i. „Monat

des

Sintfluth-

t r a g u n g H a u p t ' s mitgetheilten Berichts mit dem biblischen giebt an die H a n d **), dafs derselbe von den beiden biblischen Berichten sich weitaus am engsten mit dem des jahvistisch-prophetischen Erzählers ***) berührt f ) : so was die Siebenzahl der T a g e 7, 4 ; das Niederströmen des Regens 7, 1 2 ; 8, 2 ;

das Verschliefsen der T h ü r e

des Kastens

7, 16 b (hier seitens Jahve's, im keilschriftlichen Berichte seitens des babyl. Noah selber); das dreimalige Aussenden von Vögeln f f ) , 8, 8 — 1 2 ; endlich die D a r b r i n g u n g eines Opfers nach Aufhören der Fluth und das Einsaugen des lieblichen Opferduftes seitens der Gottheit betrifft 8, 2 0 flg. vgl. die Parallelstellen in dem chald. Sintfluthberichte I I , 3 1 . 4 0 ff. ; Col. I I I , IS). 21. 3 7 ; — I, 3 2 . 3 7 ; —

III,

3 7 fl. — III, 4 5 ff. — Mit dem, was f ü r den elohistischen Bericht charakteristisch ist, hat die chald. E r z ä h l u n g fast lediglich die Beschreibung der E r b a u u n g und

Einrichtung

*) S. 1'. H a u p t , der keilinsclir. Sintfluthber. Lpz. 1881 S. 11. **) Vgl. zu der nachfolgenden A u s f ü h r u n g i n z w i s c h e n a u c h Delitzsch P D . 1 5 6 - 1 5 8 ; H a u p t , SF1. IS flg. ***) S. f ü r die S c h e i d u n g des biblischen Berichts m e i n e „ S t u d i e n z. K r i t . u. Erkl. der biblischen L'rgoseh." Zürich 1863 S. 136 ft'. 185 ff. t ) Vgl. 1'. H a u p t a. a. 0 . 3. f f ) Das G e n a u e r e s. u.

Die Keilinschriften und das A. T.

48

des Kastens, was die Hauptsachen anbetrifft*),

gemein

(6, 1 4 — 1 6 vgl. mitCol. I, 2 0 ff.); aber selbst hier erinnert der Ausdruck : „Samen des Lebens

erhalten" I, 22 flg.

unmittelbar au des Jahvisten : „um Samen zu erhalten" 5 7, 3.

Allen

dreien Darstellungen gemeinsam ist unter

Anderm die Aufnahme auch der „ Verwandten"

unter die

zu Rettenden s. 6, 1 8 ; — 7, 7; — Co]. II, 21»; vgl. bei Berossus-Eusebius (Chron. lib. ed. Schoene I, 21 (22), 4). Die hauptsächlichsten Differenzen

der beiden Berichte be-

10 stehen, abgesehen natürlich von dem durchaus heidnischen Colorit des keilinschriftlichen Berichts, einmal in der verschiedenen Motivirung der Fluth.

In der Bibel — beim

Jahvisten gleicherweise wie beim Eloliisten —

ist es die

*) A u c h der elobistischen Angabe, dafs die Arche „mit E r d p e c h " " 1 5 2 3 ^6, 14) v e r p i c h t gewesen sei, begegnen wir in dem chald. F l u t h bericht (vgl. ü b r i g e n s bereits Berossus bei Ensch. I, 23 24 1. 9 sq.). W i r lesen in dem von H a u p t nicht mitgetheiltrn, weil arg verstümmelten und vielfach u n v e r s t ä n d l i c h e n Abschnitte IL, 1—24, nämlich Z. 11 flg., dafs der babyl. Noah bei dem Bau bezw. der F e r t i g s t e l l u n g des Schiffes III X (§ar?) k u - u p - r i a t - t a - b a k a n a k i - i - r i (V. 12 a n a l i b - b i ) d. i. I I I X (Saren? eine Quantitätsbe/.eichuung) Erdpech über die Aulsen- und Innenwand ausgegossen habe (K. p j n ~ p p 2 ) ' — Das Alter Noah's heim E i n t r i t t der Fluth wird 7, 6 vom Elohisten auf 600 J a h r e angegeben. Die Zahl 600 entspricht dem babylonischen Ner Ivqpog, assyr. n i - i - r u ) , sowie nicht minder dem Z e h n f a c h e n eines babyl. owooog, assyr. s u S s u ( = 60) und dem sechsten Theile eines Sar (oaooc, ass. s a r = 3600). Der babylonische U r s p r u n g der biblischen Z a h l e n a n g a b e d r ä n g t sich hiernach auf. Einen Versuch, demgemäfs die Zahlen der P a t r i a r c h e n j a h r e auf babylonischen U r s p r u n g z u r ü c k z u f ü h r e n , m a c h t e J . Oppert, n l)ie Daten der Genesis" in den „ N a c h r i c h t e n der K (los. d. Wiss. zu Güttingen" 1877, Nr. 10, >S. 201—223. S. z u r Kritik dieser Hypothese E. Bertheau in J a h r b b . f. D e u t s c h e Theol. X X I I I (1878) S. 657—682, und vgl. sonst Fr. Delitzsch, U b e r Soss, Ner, Sar in Ztschr. f. Aeg. Spr. u. Alterth. 1878 S. 56 ff., sowie ü b e r h a u p t J . Brandis, Aliinz-, Mals- und Gewichtsweseu etef Beil. 1864 S. 3 ff.

1. B. Mose 6—8.

49

Sündhaftigkeit und Verderbtheit des Menschengeschlechts, welche zur Veranstaltung des Fluthgerichts f ü h r t 6, 5 ff. 9 ff.; der keilinschriftliche Bericht läfst die F l u t h und die Vernichtung alles Lebenden wesentlich als einen Willkürakt der Götter, insbesondere des Bei erscheinen; lediglich am 5 Schlüsse des Berichts IV, 15 läfst der Erzähler durchblicken, dafs in der T h a t der Zorn der Götter über die Frevel der Menschen die letzte Ursache des Gerichts war (vgl. den Zuruf an die der Fluth Entronnenen in der Erzählung bei Berossus : mg ötov airovq 22, 3 4 ) . —

elvai d-eootßelg Euseb. ehr. I, 10

Sodann ist auf die verschiedene Dauer der

F l u t h gemäfs den verschiedenen Berichterstattern

hinzu-

weisen : bekanntlich differiren in dieser Hinsicht die biblischen selber in sehr erheblicher Weise (s. meine Studien etc. S. 149

ff.).

Während nun der, auch in diesem Punkte 15

noch immer am meisten mit dem chaldäischen sich berührende Bericht des prophetisch-jahvistischen Erzählers die F l u t h nach Zeitabschnitten von sieben und v.on vierzig Tagen berechnet (7 tägige Eintrittsfrist, 40 tägige Dauer, Verlaufen der Wasser in 3 x 7 Tagen s. a. a. O. 154), währte ge- 20 mäfs dem keilinschriftlichen Berichte die Fluth nach einer Eintrittsfrist von 7 Tagen*) selber 7 Tage (III, 19 ff.), um sich alsdann in abermals 7 Tagen wieder zu verlaufen (III, 3 3 ff.) — beiläufig jedenfalls eine natürlichere Vorstellung, da 7 Tage Hochfluth völlig hinreichen, alles Le- 26 bende, das nicht Fisch, Amphibium u. dergl. ist (welches L e t z t e r e übrigens den Erzählern keinen Kopfbruch machte) zu ersäufen.

Auch auf den rührenden Zug der Erzählung,

*) Gemäfs dem unten nicht niitgetheilten Abschnitte II, 1—24 zimmerte Xisuthros-Chasisadra das Schiff in 7 Tagen. Ö. P. Haupt SF1. 28 Anm. 29.

4

50

Die Keilinschriften und das A. T.

dafs beim Anblick der schwimmenden Leichen der babylonische Noah „sich weinend niedersetzt" und dafs „Thränen über sein Antlitz flössen" (III, 28 flg.), sei hier aufmerksam gemacht. Das Berichtete erinnert an lMos. 18, 2 3 — 33. — 5 Ursprünglicher als der biblische ist fragelos der chaldäische Bericht über die Aussendung der Vögel beim Abnehmen der Fluth III, 3 8 — 4 4 vgl. mit 8, 6 — 1 2 .

Zunächst ist von den

drei ausgesendeten Vögeln des keilinschriftlichen Berichts : Taube (? — s. Erläut.), Schwalbe, Rabe bei dem Ueber10 gange der Sage zu den Hebräern der Name des einen derselben, des mittleren, verloren gegangen : Noah sendet zu zweit abermals eine Taube aus.

Erst aus der babylonischen

Darstellung wird aber auch die Wahl der verschiedenen Vögel klar.

Der Babylonier sendet alle drei unmittelbar

15 hinter einander aus; jedesmal,

sobald der ausgesendete

wieder zurückgekehrt, wird der folgende ausgesandt. Demgemäls wählt derselbe jedesmal einen anderen Vogel, der vielleicht mehr geeignet wäre, ihm die gewünschte Aufklärung zu verschaffen : wenn etwa die vom gewohnten Auf20 enthaltsort nicht gern weit sich entfernende Taube zur Arche zurückkehrte, so war damit nicht ausgeschlossen, dafs die weniger trauliche, schnell und weitfliegende Schwalbe am Ende da Land entdeckte, wo die Taube solches noch nicht fand ; aber erst der ßabe, der nicht die gleiche Scheu 25 vor dem Wasser hatte wie jene und auch einen Gang durchs Wasser — augenscheinlich um des in demselben schwimmenden Aases willen — nicht scheute, entdeckt „ L a n d " und kehrt deshalb nicht zurück.

So etwa wird der Ge-

dankengang des babylonischen Erzählers gewesen sein*). *) Aebnlich Del. PD. 157 flg., der freilich 8, 7 (Rabo!) aus dem jahvistischen Berichte ausgeschieden und als Kost eiues weggelassenen elohistischen betrachtet wissen möchto; doch vgl. ö, 2b. 3 (jahv.).

1. B. Mose

6—8.

51

In dem biblischcn Bericht erscheint dieser verdunkelt und zwar dieses durch die Einführung der [drei]*) Fristen von je sieben Tagen. Hatten solche Fristen statt, so ist nicht einzusehen, warum da nicht jedesmal nach Ablauf der betr. Frist dieselben Vögel ausgesandt wurden : konnte sich j a doch nach so langer Zwischenzeit die Situation so völlig verändert haben, dafs derselbe Vogel nunmehr das fand, was er vorher vergeblich suchte, wie ja denn auch der biblische Erzähler der verloren gegangenen „ Schwalbe 8 ganz ohne Bedenken die „Taube" substituirt, die so wirklich dreimal hintereinander erscheint! — Bemerkenswerth ist auch, dafs, setzt man die „Schwalbe 8 anstatt der „Taube® wieder in ihren ursprünglichen, mittleren Platz ein, die Reihenfolge der ausgesandten Vögel in der Bibel gerade die umgekehrte ist als im keilschriftlichen Berichte; dort : Eabe, [Schwalbe], Taube ; hier : Taube (?), Schwalbe, Eabe. Auf welcher Seite die Ursprünglichkeit ist, bedarf keiner Erörterung. Gemäfs dem inschriftlichen Bericht kehren, wie es die Logik der concreten Verhältnisse verlangt, die beiden zuerst ausgesandten Vögel zurück und das Ausbleiben des dritten ist für Xisuthros das gewünschte Indicium. In der Bibel bleibt gleich der erste ausgesandte Vogel (der Rabe) faktisch aus, ein Widerspruch mit dem entscheidenden Ausbleiben des zu dritt ausgeschickten Vogels, der durch die Annahme eines „Hin- und Herfliegens " des Raben d. h. des zuerst ausgesandten Vogels nur oberflächlich übertüncht wird. In der Bibel findet dazu eine viermalige Aussendung eines Vogels auf Kundschaft statt : einmal des Raben und dreimal der T a u b e , was gegenüber der drei-

*) S. hierüber Ewald, Jahrbb.

VII, 17;

meine

Studd. z. Krit. u.

Erkl. d. bibl. Urgeseb. tí. 152; Dillinaun, die Genesis crkl. zu 8, 10. 4*

52

Die Keilinschriften und das A. T.

maligen Aussendung je eines verschiedenen Vogels im babyl. Berichte sicher nicht das Ursprüngliche ist; diese ursprüngliche Dreiheit ist im biblischen Berichte durch die künstliche Dreiheit der Aussendung der Taube lediglich ersetzt, 5 während der Rabe in der biblischen Erzählung gar keinen rechten Platz mehr hat. — Im Uebrigen sei noch hingewiesen auf die überraschende Gleichartigkeit der biblischen und inschriftlichen Darstellung betr. den Vorgang der Aussendung der Vögel, vgl. insbesondere das biblische (8, 7) : 10 „und er sandte aus den Raben, der flog fort, flog hin und her11, sowie das : „aber es fand die Taube keinen Ruheort fß'ÜÖ) für ihre Fufssohle; so kehrte sie zu ihm zurück in den Kastena (8, 9) mit dem inschriftlichen III, 38 : „er liefs heraus die Taube (?), liefs sie fliegen; es flog die Taube (?) hin 15 und wieder her, 39. einen Ruheort (manzaz) fand sie nicht, so kehrte sie zurücka. — Eine letzte erheblichere*) Differenz der verschiedenen Ueberlieferungen tritt uns entgegen bezüglich des Landungspunktes der Arche**). Während der Jahvist einen Landungspunkt überhaupt nicht namhaft 20 1 macht, nennt der Elohist 8, 4 als solchen die "in „die Berge von Ararat" d. i. die Berge des Landes Arärät,

*) Darauf, dafs die Bibel von einem „Kasten" Noali's (hebr. |-Qn)> T "

die assyrische Inschrift von einem wirklichen „Schiffe" ( i l i p p u ) spricht, w o r a u f H a u p t S. 18 aufmerksam macht, würde ich von mir aus einen besonderen W e r t h nicht legen. Angemerkt zu werden verdient dieser Umstand aber immerhin : augenscheinlich ist das eigentliche Wort für „Schiff" seitens der nicht Schifffahrt treibenden Hebräer mit dem ihnen passender erscheinenden ägyptischen Worte für „Kasten" (teb) vertauscht. — Dafs (vgl. Haupt a. a. O.) die Unterscheidung von „reinen" und „unreinen" Thieren bei dem Jahvisten (7, 2 u. s. f.) hebrilischo Zuthat ist, versteht sich. **) Vgl. hierzu überhaupt Th. Nöldeke, S. 145—155.

Untersuchungen

(1869)

1. B. Mose 6—8.

53

aasyr. Urartu, d. i. die der Araxebene vorliegenden Berge (vgl. weiter zu 2 Kön. l y , 37), macht endlich als einen solchen der keilinschriftliche Bericht den Berg oder das Gebirge N i s i r namhaft, welches wir gemäfs der Inschrift Asurnasirhabals II, 3 3 flg. 51 flg., als in der Nähe der Stadt Babiti belegen, jenseit des Tigris und südöstlich oder östlich des unteren Zäb zu suchen haben (s. K G F . 2 7 0 und vgl. unten die Erläut. zu col. III, 32). Dafs die Babylonier in der That den Landungspunkt irgendwie nördlich der babylonischen Tiefebene verlegten, ergiebt sich auch aus der Mittheilung des Berossus, dafs das Schiff des Xisuthros an den gordyenischen Bergen d. i. dem Kardu - Gebirge gelandet sei (Euseb. Chron. I, 23 sq.). Die Vermuthung Haupt's und Delitzschs (s. u . ) , dafs der Name Nisir selbst nichts anderes bedeute, als „Rettung" R. "NU, erhält durch die Mittheilung des Berossus a. a. O., dafs man noch zu seiner Zeit von auf den gordyenischen Bergen erhaltenen Resten des Fluthschiffes, denen man heilkräftige Wirkung zuschrieb, fabelte, eine indirekte Bestätigung. Die Differenz endlich zwischen dem concret-mythologisch gehaltenen Schlüsse des chaldäischen Berichts und der lediglich das grofse Allgemeine ins Auge fassenden biblischen Darstellung (8, 21 f.*)) liegt zu Tage. Ueber die Zeit, wann die chaldäische bez. Sage zu den Hebräern kam, läfst sich sicher nur aussagen, dafs die*) Vgl. indefs zu der Verbindung „Tag v/nd Nacht" V. 22 assyr. ürnu u m ü s u ; i m r a u u m ü s u ; u r r u u m ß ä u (s. Talbot im J. R. A. S. II, 1870 p. 5 4 ; Norris, assyr. dict. I, 225; MfSnant syll. ass. II, 359 ff.; im Akkad. mit Umstellung : MI . U D = m ü ä u u Winteru die auch ü r u (Hpt.)), sowie zu der andern „Sommer imd bei den Assyrcrn uns begegnende Unterscheidung zweier Jahreszoiteu, u,J des „Sommers" s i h i r t u K. d des „Wiuters" h a r p u lt. f p n (II K. 47, 25 flg. e. f.).

S. Jahrbb. f. I'rot. Th. 1875 S. 341.

54

Die Keilinschriften und das A. T.

selbe nicht später als die des prophetisch-jahvistischen Erzählers (rund 800 v. Chr.) fallen kann, da bereits dieser die Sage codificirt hat. F ü r diejenigen, welche die elohistischen Partien der biblischen Urgeschichte von einem noch vor dem 5 Jahvisten schreibenden Erzähler ableiten, fällt dieser Zeitpunkt noch erheblich früher. Die Meinung Fr. Delitzsch,^ und P. Haupt's (PD. 9 4 ; SF1. 20), dafs beide biblischen Sintfluthberichte erst im Exil mit Kenntnifs der babylonischen Sage verfafst seien, scheitert an der erheblich früheren 10 Entstehung der jahvistischen Berichte der biblischen Urgeschichte, die von den übrigen jahvistisch-prophetischen Abschnitten des Pentateuchs loszureifsen nicht angeht. Es kommt hinzu, dafs sowohl bei Ezechiel (14, 14. 20), als auch bei Deutero-Jesaja 54, 9 von Noah als einer dem 55 Volke Israel längst bekannten Persönlichkeit die Rede ¡3t und an letzterer Stelle dazu auf 1 Mos. 9 , 1 5 bezw. 8, 21 flg. bereits zurückgeblickt wird. Endlich läfst die Erwähnung des Araratgebirges anstatt des Berges Nisir (oder aber der gordyenischen Berge) als des Landungspunktes Noah's auf 20 Entstehung der Sage in ihrer biblischen Fassung bezw. auf eine Niederschrift derselben in Palästina, nicht inBabylonien und somit auch nicht im Exil schliefsen. Wir lassen nunmehr den keilinschriftlichen Bericht selber in der Umschrift und Uebertragung P. Haupt's und 25 mit den beigefügten Erläuterungen Desselben folgen. F ü r die früheren Bearbeitungen des Textes s. die bezügliche Anmerkung auf S. 65.

Excurs. Der

keiliuschriftliche

Sintfluthbericht.

Von

Paul Haupt. Der keilinschriftliche Sintfluthbericht ist eine Episode der sogenannten Izdubarlegenden, des grofsen babylonischen Nationalepos, welches die Thaten des Königs Izdubar ') von Erech auf 12 im Ganzen ungefähr 3000 Zeilen enthaltenden Tafeln besingt. Izdubar hat die Göttin Iätar beleidigt und wird deshalb mit Krankheit geschlagen. In seiner 5 Noth beschliefst er, seinen Ahn SamaS - napiStim mit dem Beinamen Häsisadra aufzusuchen, der zu den Göttern entrückt „in der Ferne, an der Mündung der Ströme" ') wohnt, um ihn zu befragen, wie er Heilung finden könne. Nach langer, mühseliger Wanderung gelangt er an's Ziel. Er wundert sich, dafs Hasisadra so jugendkräftig wie er selbst 10 aussieht 8 ) und fragt ihn, wie er an diesen Ort gekommen und in der Versammlung der Götter unsterbliches Leben erlangt habe 4 ). Da er') Ueber den Namen Izdubar siehe G. Smith, Chald. Genesis, D. A., S. 157; Del. PD., S. 156. s ) Nach Del. (a. a. O. S. 174) die Mündungen des Euphrat und Tigris, deren Wasser man an dieser Stelle besondere Heilkräfte zuschrieb. 3 ) Z.l. I z d u b a r ana §âsu-ma i z z à k r a a n a S a m a ê - n a p i S t i r û k i 2. a n â t a l a k u m m a S a m a ü - n a p i ä t i 3. m i n & t u k a u l i a n â , k î â t i - m a a t t a 4. u a t t a u l s a n â t a k î â t i - m a a t t a d. i. 1. Izdubar sprach zu ihm, zu Samaä-napiäti, dem fernen : 2. „Ich schaue dich an (mit Staunen) Samas - napiSti ; 3. deine minâtu sind nicht v e r ä n d e r t , gleich mir (bist) du 4. und du (selbst) bist nicht verändert, gleich mir (bist) du. — Zu dem Stamm n a t â l u vgl. vor Allem IV R. 19, Nr. 2; 57, 36—38b ( i n â k i n â t i l â t i , S ê p â k i a l l â k â t i , b i r k ê k i ê b i r ê t i , deine schauenden Augen, deine waudolndeu Füfse, deine ausschreitenden Kniee"), ferner die häufig vorkommende Phrase i n â t a l S u t t u „er schaut ein Gesicht" ( ü u t t u „Schlaf, Traum, Kumma

Gesicht" =

lLlÂ)

z. B. Assurb. Sm. 123, 50. —

ist eine durch das hervorhebende m a verstärkte Nebenform

von k a ebenso wie k u m m u IV R. 29, 26 a ff. Das seiner Bedoutung nach unklare (doch nicht etwa =

N R ^ S „Haar"?) m i n â t u T :

ist, wio



die Form § a n â zeigt, ein femin. Plur. *) [ A s r u äü] k î t a s b a t - m a i n a p u j i u r i l â n i b a l â t a t ' a s ' û . — Zu s a b â t u „(seinen Weg) nehmen" und s ê ' u „erlangen" (cig.

56

Die Keilinschriften und das A. T.

zählt ihm nun Häsisadra seine Errettung aus der grofsen Fluth (Tafel XI, Col. I, Z. 8 bis'Col. IV, Z. 30; im Ganzen etwa 180 Zeilen) und verkündet ihm darauf auch, wie er von dem Flucbe, der an ihm haftet, entsühnt werden könne. DieBe Erzählung der Sintfluth lautet in Tran5 scription ') und Uebersetzung folgendermafsen : Col. I, 8. Ö a m a ä - n a p i S t i m a n a S ä s u - m a i z z ä k r a a n a I z d u h a r : 9. l u p t i k a I z d u b a r a m & t n i s i r t i 10. u p i r i s t a sa i l ä n i k&Sa l u k b i k a ; 11. a l u S u r i p p a k a l u s a t i d u s u a t t a [ i n a k i S ä d i ] n ä r P u r ä t i S a k n u * ) 12. [alu] Sü l ä b i r - m a i l ä n i k i r 10 buS(ji) 13. [ana] ä a k ä n a b ü b i ü b l a l i b b a s u n u ; i l ä n i r a b ü t i 14. [ m a l a ] b a s f i , a b u i u n u A r n i m 15. m ä l i k s u n u k u r ä d u B e i 3 ) 16. g u z a l ü i u n u A d a r 17. a s a r i d u s u n u E n n u g i 9 ) . 17b. B e i n f e m e k i E a i t t i ä u n u t ä S i b - m a * ) 18. a m ä t s u n u u s a n n ä a n a k i k k i S u . k i k k i S k i k k i ä i g a r i g a r 5 ) 19. k i k k i s u ä i m i - m a 15 i g a r u feissas. 20. S u r i p p a k ü 6 ) m ä r U b a r a - T u t u 21. u g u r b i t a , b i n i S l i p p a m u s ä i r sa t u k (?) k a l (?) s e - ' (?) - i ' )

„zu etwas kommen") vgl. Del. bei Lötz, TP. S. 135 ff. Die folgenden Zeilen 8—23 sind nach dem neu gefundenen, in babylonischer Schrift geschriebenen Sintfluthfragment ergänzt, welches ich in meinem Vortrage „Der keilinsehriftliche Sintfluthbericht" (Leipzig 1881) veröffentlicht habe. *) Dieselbe ist die gleiche, wie die sonst in diesem Buche bofolgte, nur dafs statt h das Zeichen }j gewählt und das gefärbte i statt durch i durch 6 wiedergegeben, auch statt a i durchweg ä gesetzt ist. Aufserdem sind die Sylben der Wörter nicht, wie es die Uebung der assyrischen Texte selber ist, getrennt geschrieben, denn vielmehr sofort gemäfs den Gesetzen der Sprache zu Wörtern zusammengezogen, dieses unter gleichzeitiger Bezeichnung der Länge und Kürze der Vokale, sowie der Verdoppeltheit oder Nichtverdoppeltlieit der Consouanton, beides auch, wenn dasselbe in der assyr. Schrift im botr. Falle nicht angedeutet ist. In gewissen Fällen ist auch der Accent des Wortes beigefügt. Sehr. s ) Z. -11 ist auf dem babylon. Fragment auf zwei Zeilen vertheilt. 8 ) Z. 14 und 15 bilden auf dem babyl. Duplicat nur eine Zeile, desgleichen Z. 16 und 17. 4 ) Für diese Zeile hat Smith in seiner Ausgabe keinen Raum gelassen und die letzten Zeichen S i b - m a fälschlich an das Ende von Z. 18 gesetzt. ') Diese Zeile ist auf dem babyl. Duplicat auf zwei vcrthailt. 4) Das babyl. Duplicat schreibt S u r l l p p a k ü . ') Der Text ist hier sehr verwischt und undeutlich.

Excurs.

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

57

n a p s ä t i 22. [ i n ] a k u r ü z e r - m a n a p i ä t i b u l l i t 23. [ s ü ] l i - m a z S r n a p l ä t i kälama a n a libbi elippi. 24.elippu s a t a b ä n ü s i atta 25. . . . a n i m a t m a n d u d a m i n ä t u s a 2C. . . . a m m a t m i t w a r r u p u s s a u m ü r a g s a 2 7 . . . . raa a p s ü s ä s i s u l l i l s i . 28. [a]nak ü i d i - m a a z z ä k r a a n a E a e n i ' a . 29. [ b i n ü t a s a e l i p p i ] e n i Sa 5 t a k b ä a t t a ki'ärn 30. [ s u m m a ] a n a k ö e p p u s 31. [ i s ä k ü - m a ') e l i ' a ] u m m ä n u u s i b ü t u m 32. [ E a p ä ä u e p u ä - m a i j k ä b i , i z i i k a r a a n a a r d i s u ä t u 33. [ S u m m a i s ä k ü n i k a 1 ) ] t a k ä b ä S u n ü t u 34. [ m a n m a n ] §a i z i r ' a n u i - m a 35 *) 36 1ü 37 k i - m a k i p p ä t i [ § a m £ r a p s ü t i ] 38. . . . . . 10 l

) Diese E r g ä n z u n g ist sehr zweifelhaft. *) Zwischen Z. 34 und 36 fehlt möglicher Weise bei weitem mehr als eine Zeile. Z. 36 bis 52 steht nämlich, wie auch Smith's Ausgabe (IV R. 50) deutlich zeigt, auf einem ganz isolirten Fragmente, das Smith nur an dieser Stelle eingefügt hat. Wahrscheinlich gehört es aber gar nicht zu einem Ecemplar der 11. Tafel der Izdubarlegenden, vielmehr zu einem Texte, der sich zu dieser verhält, wie „Die Höllenfahrt der I s t a r " (vgl. Smith, Chald. Genes. S. 198) zu der 7. Tafel des Epos. D a r a u f f ü h r t schon, dafs es Z. 46 hoifst „Adrahäsis sprach zu E a " , während SamaSuapistim sonst von sich immer in der ersten Person redet, z. B. gleich wieder in den folgenden Zeilen der 2. Columne. Dazu kommt, dafs auf diesem Fragmente Häsisadra seine Verwunder u n g darüber ausspricht, dafs er das Schiff auf dem Lande (d. h. auf dem freien Felde) zimmern soll — (auch Noah hatte j a nach Genes. 7, 17 die Arche auf dem Lande erbaut) — während oben dieser Befehl gar nicht erwähnt wird. Man würde ferner auch erwarten, dafs in Col. II bei der Einschiffung Häsisadras dieselben Ausdrücke, welche der Gott Ea hier gebraucht, wiederholt werden. Dort steht a b e r statt „Kornvorräthe, H a b ' und G u t " — letzteres, wie die historischen T e x t e zeigen, entschieden nicht „Gold und Silber" — „alles was ich h a t t e , all mein Gold und Silber". Abweichend ist a u c h der Ausdruck t i r a n a S l i p p i , wofür zu Anfang der ersten Columne und vor Allem in der zweiten Tö]} (§ö 1 i, u ä e l i , u s t e l i ) steht. Der wichtigste Unterschied aber ist der, dafs in der Episode des Izdubarepos die Götter Ann, Bei, Adar und Eiinugi die Urheber der Sintfluth sind, während Ea durchaus imbetlieiligt ist. In diesem F r a g m e n t aber scheint die Fluth gerade als ein Strafgericht Ea's aufgefafst zu werden, vgl. Z. 38 : „richten will ich oben uud u n t e n " ( = Akkad und Sumor = Gesammtbabylouien ?). — Dafs in Babylonien verschiedene Ueberlieferungen der Sinttiuthsage in Umlauf waren, zeigt ja schon die Erz ä h l u n g des Bcrossus, welche von dum uns vorliegenden keilinschriftlichen Berichte mehrfach (Yergrabung der Schriften u . s . w . ) abweicht.

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Die KeilinBChriften und das A. T.

l f l d ä n 6HS u Sap[liS] 39. [ A t t a m a ] e p i b i [ d a l a t k a ] 40. [ a d i Sa i k ä r a b ] a d ä n a sa a ä ä p a r i k [ a ] 41. [ ä n i n n a e r u m m a b ä b e ü p p i t i r-[ma] 42. [ a n a ] l i b b i ä a s g m a s k a N I N - S U - k a N I N - G A-[k a] 43. [ b i t j k a k i n a t k a s a l a t k a u m ä r e u m m ä [ u i k a ] 44. [bül] seri umäm seri mala uiimml 45. [aäi] p a r ä k u m m a i n ä s a r u b ä b [ k a k ä l iSu n] '). — 46. [A d r a ] - J i ä sis p ä § u 6 p u S - m a i k ä b i 47. [ i z z ä j k a r a n a E a 8ni[Su] 48. [eni m a u ] m a e l i p p a u l 6 p u ä [ki'äm] 49. [ina k a k ] k a r i S s i r u 50 tu lümur-ma elippu 51 ina kakkari 6 52 s a tak bä — Col. I I , 25. [ n i n iSÜ e j s i n i i n i n i i ü e s i n s i k a s p a 26. n i n i[sü e j s i n ä i b u r ä s a 27. n i n i s ü [ e s i n j s i z e r n a p s ä t i k ä l a - m a 28. u s t e l i a n a i l i p p i ; k ä l a k i n a t i ' a u s a l a t i ' a 29. b ü l s e r i u m ä m s e r i m ä r e u m m ä n i * ) k ä l i ä u n u u s e l i . 30. a d ä n a S a m a s i s k u n ä - m a 31. i z z ä k i r k u k r u i n a l i l ä t i u s a z n a n ü :)) s a m ü t u k e b ä t i 32. S r u b a n a [ l i b j b i e l i p p i - m a p i l j i b ä b k a 4 ) 33. a d ä n u §ü i k r i b a 5 ) 34. i z z ä k i r k u k r u i n a l i l ä t i i z z ä n a n ü 6 ) s a m ü t u k e b ä t i . 35. §a ü m i a t t i i r i p u a ä s i i 36. ü m u a n a i t a p l u s i p u l u f c t a i i i 37. e r u b a n a l i b b i 7 ) e l i p p i - m a a p t i b i b ä b i 38. a n a p i ^ i s a ' ) elippi.ana]juzur8)-kurgal m a l a | i i 39. e g a l a t t ä d i n a d i b u ä e s u 9 ) .

40. M ü - S S r i - i n a n a m ä r i 41. i l ä - m a i s t u i s i d s a m §, u r p a t u m s a l i m d u m 42. K a m ä n u i n a l i b b i ä a i r t a m m ä - m a 43. N a b ü u S e r r u i l l a k ü i n a m a { j r i 44. i l l a k ü g u z a l ä n i s a d ü u 25 m ä t u m 45. g u g g u l l S D i b b a r a r a b ü 1 " ) i n i s a l j " ) 46. i l l a k A d a r m i l j r e u ä a r d i 47. A n u n n a k i i&äü d e p a r ä t i 48. i n a n a m r i r r i s u n u u h a r a m a t ü m ä t u m 49. Ja K a m ä n i ä u m ü r a s s u i b ä ' u S a m e 50. n i n n a m r u a n a [ e t ü t i ] u t t i r u . Col. III, 1 mäti kima 'Ml'"] 2 zi 30 si s a d ä (?) 3. [ana] k a b 1 i e 1 i n i se u b ä'ß 4. u l i m m a r a l j u a j j a s u u l u t a d d ä n i s e ; i n a s a m e 5. i l ä n i i p t ä l b ü a b ü b Ä - m a 6. i t t e k s ü i t e l ü a n a s a m e sa A n i m 7. i l ä n i k i m a k a l b u k u n n u n u i u a k a m ä t i r a b s ü . 8. i ä i s i I S t a r k i m a ä l i t t i 1 3 ) 9. u n a m b i R u b b a t u t ä b a t r i g m a 35 10 u l l ü a n a H t i lü i t ü r - m a 11. sa a n a k ü i n a m a l i a r i l ä n i

') Zwischen Zeile 45 und 46 hat der Text einen Thoilstrich. — *) Var. u m - m a - n u . — 3 ) u - ä a - a z - n a - a u - n u. — 4) d a l a t k a . — 6 ) Der Text bietet i k r i d a mit was wohl nur ein Schreibfehler ist. — 8 ) u - ä a - a z - n a - n a . — 7) Fehlt. — 8 ) B u / . u . — B) Zwischen Z. 39 und 40 hat das Original einen Theilstrich — 10) d a n n u „mächtig". — " ) u n a s s a ^ . — , s ) m i ^ r ä . — ls ) Var. k i m a l i t i .

Excurs.

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Der keilinschrifiliche Sintfluthbericht.

a k b û l i m u t t a 12. k i a k b î i n a m a h a r i l â n i l i m u t t a 13. a n a I j u l l u k u i S ê ' a k a b l a a k b i - m a 14. a n a k û - m a u l l a d a n i S û â - m a 15. k î m â r ê n û n ê u r a a l l â t â m t â - m a . 16. i l â n i S u t  n u n u a k î b a k û i t t i S a 17. i l â n i a S r u a S b î i n a b i k î t i . 18. k a l m â SaptâSun u a b u a l j r ê t i 19. VI u r r à u VII ') m û S â t i 20. i l l a k S â r u a b û b u mêfcû i s à p a n u 21. r i b û ' ) û m u i n a » ) k a ê â d i 3 ) i t t à r i k 4 ) m ê f e û a b û b u k a b l a 5 ) 22. 5a i m d à b s u k î m a b â l t i 23. i n û { i , a - a b a u S b â r i r - m a 3 ) i m b u l l u 6 ) a b û b u i k l â 7 ) 24. a p p a l s a t à m a t a â&ki k û l u 25. u g u l l â t t ê n i S ê t i itûrâ ana titi 26. k î m a u r i b ê p a g r â t u s a l l û . 37. a p t î n a p p a S â - m a u d a i m t à k u t ê l î d û r a p p î ' a 28. u k t a m m i s - m a a t t â S a b a b â k i 29. ê l î d û r a p p î ' a i l l a k à d î m â ' a 30. a p p a l i s k i b r â t i b a t t u a - a b a 31. a n a X l l t â n i t â l â n a g û 32. a n a m & t N i z i r i t ê m i d ê l i p p u 33. SadÛ m&t N i z i r ê l i p p a i s b a t - m a a n a n â S i u l i d d i n . 34. i s t ê n û m u S i n â û m u S a d û N i z i r do. 35. S â l S a 8 ) û m a 10) r i b â 9 ) û m a 1 0 ) S a d û N i z i r do. 36. b » S è u SiSSa S a d û N i z i r do. 37. s i b â " ) û m a " ) i n a k a S â d î 38. u S ê s î - m a s u m m a t a u m a S S i r | i l l i k s u m m a t u i t û r â - m a 39. m a n z a z u u l ipASî-ma") i s s â b r a 40. u S ê s î - m a s i n û n t a u m a S S i r | i l l i k s i n û n t u i t û r à - m a 41. m a n z a z u u l i p à 5 î - m a l s ) i s s à l ) r a 42. u S ê s î - m a â r i b a ' 3 ) u m a S S i r 43. i l l i k â r i b i - m a k a r û r a Sa m ê î m u r - m a 44. i k r i b i ê â j j î i t â r î u l i s s â h r a 45. u S ê s î m a a n a i r b i t t i S â r ê , a t t i S k î n i k â 46. a S k u n S u r k î n u i n a m u b h i z i k k û r a t Sadî 47. s i b a u s i b a a d a g u r u k t î n 48. i n a S a p l i S u n u a t t à b a k k a n â ê r i n a u r i g g i r 49. i l â n i î s i n u i r i S a | i l â n i î s i n u i r i S a t â b a 50. i l â n i k î m a z u m b ê ê l î b ê l n i k ê i p t à ^ r û . 51. u l t u u l l â n u - m a R u b b a t u i n a k aSâd ¡[Sa] w ) 52. iSSî k a -

sati16)

(?) r a b â t i Sa A n u m î p u S u a n n û t i , lû z a g i n k i S â d î ' a â a m S î



subi

53.

ilâni

') So steht im Original. — *) var. VII-u. — 3 ) var. fehlt. — ) [ i t ] t d r a k . — 5) Der Toxt dieser Zeilo ist von Smith und auch in Delitzsch's Assyr. Lesest, nicht richtig veröffentlicht — 8 ) Das Original bietet u - l u , ein leicht erklärlicher Schreibfehler, der auch sonst vorkommt. — ') i k l ü . — 8) var. Iii-Sa. — •) var. I V - a . — lu ) ü m u . — *') s i b ö ü m u . — " ) i p ä S ö - m a . — , 3 ) ä r i b i . — " ) Das Su, das Smith bietet, konnte ich auf dem Original nicht sehen. — 15) Der Text bietet NIM, was dem Zeichen BAN, dem Ideogramm für k a S t u „Bogen" zum Verwechseln Ähnlich ist. Ich halte deshalb NIM für einen Schreibfehler, der vielleicht durch das vorausgehende z u r n b S „Fliegen" veranlafst worden ist; NIM ist nämlich Ideogramm für z u m b u , vgl. Delitzsch's Assyr. Stud. S. 64. Der Bogen ist ein Attribut der Göttin Iätar. 4

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Die Keilinschriften und das A. T.

zählt ihm nun Häsigadra seine Errettung aus der grofsen Fluth (Tafel XI, Col. I, Z. 8 bisWCol. IV, Z. 30; im Ganzen etwa 180 Zeilen) und verkündet ihm darauf auch, wie er von dem Fluche, der an ihm haftet, entsühnt werden könne. Diese Erzählung der Sintfluth lautet in Tran5 scription ') und Uebersetzung folgendermafsen : Col. I, 8. S a m a ä - n a p i S t i m a n a s ä s u - m a i z z ä k r a a n a I z d u b a r : 9. l u p t i k a I z d u b a r a m ä t n i s i r t i 10. u p i r i s t a Sa i l ä n i k&Sa l u k b i k a ; 11. a l u S u r i p p a k a l u 5a t i d i i s u a t t a [ i n a k i S ä d i ] n i r P u r ä t i ä a k n u 1 ) 12. [alu] 5ü l ä b i r - m a i l ä n i k i r 10 buä(ii) 13. [ana] s a k ä n a b f t b i ü b l a l i b b a s u n u ; i l ä n i r a b ü t i 14. [mala] baSÖ, a b u S u n u A n u m 15. m ä l i k s u n u k u r ä d u B e i 3 ) 16. g u z a l ü S u n u A d a r 17. a S a r i d u s u n u E n n u g i 3 ) . 17b. B e i n e m S k i E a i t t i ä u n u t ä S i b - m a 4 ) 18. a m ä t s u n u u s a n n ä a n a k i k k i S u . k i k k i S k i k k i ä i g a r i g a r 5 ) 19. k i k k i s u § i m i - m a 15 i g a r u fcissas. 20. S u r i p p a k f i 6 ) m ä r U b a r a - T u t u 21. u g u r b i t a , b i n i e l i p p a m u s i i r sa t u k (?) k a l (?) s e - ' (?) - i 7 )

„zu etwas kommen") vgl. Del. bei Lötz, TP. S. 135 ff. Die folgenden Zeilen 8—23 sind nach dem neu gefundenen, in babylonischer Schrift geschriebenen Sintfluthfragment ergänzt, welches ich in meinem Vortrage „Der keilinschriftliche Sintfluthbericht" (Leipzig 1881) veröffentlicht habe. ') Dieselbe ist die gleiche, wie die sonst in diesem Buche befolgte, nur dafs statt h das Zeichen b gewählt uud das gefärbte i statt durch i durch e wiedergegeben, auch statt a i durchweg ä gesetzt ist. Aufserdem sind die Sylben der Wörter nicht, wie es die Uebung der assyrischen Texte selber ist, getreunt geschrieben, denn vielmehr sofort gemäfs den Gesetzen der Sprache zu VVörtcru zusammengezogen, dieses unter gleichzeitiger Bezeichnung der Länge und Kürze der Vokale, sowie der Verdoppeltheit oder Nichtverdoppcltheit der Consonauton, beides auch, wenn dasselbe in der assyr. Schrift im betr. Falle nicht angedeutet ist. In gewissen Fällen ist auch der Accent des Wortes beigefügt. Sehr. s ) Z. -11 ist auf dem babylon. Fragment auf zwei Zeileu vertheilt. 8 ) Z. 14 und 15 bilden auf dem babyl. Duplicat nur eine Zeile, desgleichen Z. 16 und 17. 4 ) Für diese Zeile hat Smith in seiner Ausgabe keinen Raum gelassen und die letzten Zeichen S i b - m a fälschlich an das Endo von Z. 18 gesetzt. •) Diese Zeile ist auf dem babyl. Duplicat auf zwei verthcilt. Das babyl. Duplicat schreibt S u r U p p a k ü . 7 ) Der Text ist hier sehr verwischt uud undeutlich.

Excurs.

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

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n a p s f t t i 22. [ i n ] a k u r ü z é r - m a n a p i ä t i b u l l i t 23. [sü]l!-raa z é r n a p s á t i k f i l a m a a n a l i b b i é l i p p i . 2-í.élippu s a t a b á n ü s i a t t a 25. . . . a m m a t m a n d u d a m i n á t u s a 2t. . . . a r a m a t m i t w a r r u p u s s a u m ü r a g s a 2 7 . . . . m a a p s ü säsi s u l l i l s i . 28. [a]nakü i d i - m a a z z á k r a a n a E a éni'a. 29. [ b i n ü t a sa é l i p p i ] é n i Sa 5 t a k b ä a t t a k i ' ä m 30. [ s u m m a ] a n a k ü é p p u s 31. [ i s ä k ü - m a 1 ) éli'a] u m m á n u u s i b ú t u m 32. [Ea páSu é p u S - m a i ] k á b i , i z á k a r a a n a a r d i s u á t u 33. [Summa i s á k ú u í k a 1 ) ] t a k á b á S u n ú t u 34. [ m a n a n ] Sa i z i r ' a n n i - m a 35 *) 36 lú 37 k i - m a k i p p & t i [Samé r a p s ü t i ] 38 10 1

) Diese Ergänzung ist sehr zweifelhaft. ) Zwischen Z. 34 und 36 fehlt möglicher Weise bei weitem mehr als eine Zeile. Z. 36 bis 52 steht nämlich, wie auch Smith's Ausgabe (IV R. 50) deutlich zeigt, auf einem ganz isolirten Fragmente, das Smith nur an dieser Stelle eingefügt hat. Wahrtcheinlich gehört es aber gar nicht zu einem Exemplar der 11. Tafel der Izdubarlegenden, vielmehr zu einem Texte, der sich zu dieser verhält, wie „Die Höllenfahrt der Istar" (vgl. Smith, Chald. Genes. S. 198) zu der 7. Tafel des Epos. Darauf führt schon, dafs es Z. 46 hoifst „Adraljásis sprach zu Ea", während SamasnapiStim sonst von sich immer in der ersten Person redet, z. B. gleich wieder in den folgenden Zeilen der 2. Columne. Dazu kommt, dafs auf diesem Fragmente Häsisadra seine Verwunderung darüber ausspricht, dafs er das Schiff o,uf dem Lande (d. h. auf dem freien Felde) zimmern soll — (auch Noah hatte ja nach Genes. 7, 17 die Arche auf dem Lande erbaut) — während oben dieser Befehl gar nicht erwähnt wird. Man würde ferner auch erwarten, dafs in Col. II bei der Einschiffung Häsisadras dieselben Ausdrücke, welche der Gott Ea hier gebraucht, wiederholt werden. Dort steht aber statt „Kornvorräthe, Hab' und Gut" — letzteres, wie die historischen Texte zeigen, entschieden nicht „Gold und Silber" — „alles was ich hatte, all mein Gold und Silber". Abweichend ist auch der Ausdruck t i r a n a é l i p p i , wofür zu Anfang der ersten Columne und vor Allem in der zweiten (§ti 11, u ü é l i , u s t é l i ) steht. Der wichtigste Unterschied aber ist der, dafs in der Episode des Izdubarepos die Götter Anu, Bei, Adar und Ennugi die Urheber der Siutfluth sind, während Ea durchaus unbetheiligt ist. In diesem Fragment aber scheint die Fluth gerade als ein Strafgericht Ea's aufgefafst zu werden, vgl. Z. 38 : „richten will ich oben uud unten" ( = Akkad und Sumor = Gesammtbabylonien?). — Dafs in Babylonien verschiedene Ueberlieferungen der Sintfluthsagc in Umlauf waren, zeigt ja schon die Erzählung des Berossus, welche von dem uns vorliegenden keiliuschriftlichen Berichte mehrfach (Vergrabuug der Schriften u. s. w.) abweicht. 2

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Die Keilinschriften und das A. T.

Col. I V , 1. ù m é a n n ù t i a { j s u s à - m a a n a d à r i S & a m S i 2. i l à n i l i l l i k ù n i a n a ä u r k i n i 3. B è i à i l l i k a a n a S u r k i n i 4. a ä ä u l à i m d à l k u - m a i i k u n u a b Q b u u n i s è ' a i m n ù a n a k a r f t S i . 6. u l t u u l l à n u - m a B è i i n a k a ä a d i S u 7. i m u r è l i p p a m a i t è z i z 1 ) 8. l i b b a t i i m t à l i Sa i l à n i I g i g i 9. à ' u - m a Ùsì n a p i S t i | à i b l u t a m è l u i n a k a r à g i . 9. A d a r p à S u è p u S - m a i k A b i | i z z ä k a r a n a k u r à d i B è i . 10. m a u u ü - m a sa l à E a amàtu iban 11. u E a i d i - m a k à l a 2 ; s i p [ r u ä u ] 3) 12. E a p à S u è p u S - m a i k ä b i | i z z ä k a r a n a k u r à d u B è i . 13. a t t a abkal i l à n i kurà[du] 14. k i k i l à t a m t d l i k - m a abübu t a S [ k u n ] 4 ) 15. b è i { l i t i è m i d {jitääu | b è i C a b l a t i è m i d Jjab 1 a t [s u] 6 ) 16. r u m m i à i b b a t i k è u d u d 6) fi ; ) 17. a m m a k u 8 ) t a S k u n u a b ù b a | n è è u l i t b à - m a n i s è lisa{il)i[r] 9) 18. a m m a k u 8 ) t a ä k u n u a b ù b a | b a r b a r t i l i t b à - m a ni §è l i s a [ h b ' r J 19. a m m a k u 8 ) t a S k u n u a b ù b a | b n ä a ^ u l i s S a k i n - m a màt a m 10) 20. a m m a k u 8 ) t a à k u n u a b ù b a | D i b b a r a l i t b à - m a n i S è Iis 21. a n a k ù u i a p t à p i r i s t i i l à n i r a h ù t i 22. A d r a - H à s i s i n n a t a u S a b ri ä i i - m a p i r i s t i i l à n i ifimé. 23. è n i n n a - m a m i l i k S u m i l k u | i l à - m a B è l a n a l i b b i è l i p p i | 24. i s b a t k a t i ' a - m a u l t è l à n i fisi 25. u l t è l i u ä t a k m i s z i n u i s t ì i n a " ) i d i ' a 26. i l p u t p ù t u i - n i a i z z a z i u a b i r i n i ikärabannaäi 27. i n a p à n a ¡Sa in a ä-n a p i s t i amèlùtu-ma 28. è n i n n a - m a S a m a ä - n a p i ä t i u a S ä a t u ä u l ù ' è m u k i m a " ) i l à n i n à S i - m a 29. l ù ' à S i b - m a Sa m a i - n a p ist i i n a 1 1 ) r ù k i i n a p i 1 3 ) n à r à t i . 30. i l k ù ' i n i - m a i n a r ù k i i n a pi n à r à t i uStSSibft' ini.

Uebersetzung. Col. I, 8. „SamaS-napiätim sprach zu ihm, zu Izdubar : 9. „Eröffnen will ich dir, o Izdubar, die Geschichte moiner Errettung 10. und das Orakel der Götter 1 4 ) -will ich dir verkünden. 30 11. Die Stadt Surippak, die Stadt, welche, wie du weifst, [am Ufer] des Euphrat liegt, 12. diese [Stadt] war (schon) uralt, als die Götter

l

) Das Zeichen i hat Smith ausgelassen; es steht deutlieh im Original. — k ä l u . — 3) Hinter Sip fehlt nicht soviel als es nach Smith's Ausgabe scheinen konnte. — 4 ) Der erste horizontale Keil des Zeichens k u n ist auf dem Original noch zu sehen. — 5 ) F ü r das Zeichen s u ist noch Raum genug auf dem Original. — ") Nicht ä u d a - u d , Smith! — 7) Hinter d sind noch zwei horizontale Keile zu erkennen. — 8 ) var. a m m a k i . — 9 j Nicht l i - a - ' - h i . . . Smith 1 — 10 ) Hinter m f t t a m ist mehr Kaum, als Smith angiebt; ebenso hinter lifi in der folgenden Zeile. — " ) Von Smith irrthiimlich ausgelassen. — ls ) var. k i . — 13 j Nicht u t - i , Smith! — " ) L'ebcr deine Heilung.

Excurs.

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

61

darin 13. [zur] Anrichtnng einer Sintfluth ihr Herz antrieb; die grofsen Götter 14. [alle die] da waren : ihr Vater Anu, 15 ihr Berather, der streitbare Bei, 16. ihr Thronträger Adar, 17. ihr Fürst Ennugi. 17 b. Der Herr der unerforschlichen Weisheit, der Gott Ea safs aber mit ihnen (zu Rathe) und 18. ihren Beschlufs verkündete er seinem kikkiäu . kikkii kikkiä igar igar (sprach er) 19. . . kikkiäu höre und merke auf i g a r u ' ) 20. „Surippakite, Sohn des Ubara-Tutu, 21. verlasse das Haus, baue ein Schiff, gieb auf des Lebens, 22. sie wollen vernichten den Samen des Lebens; erhalte du am Leben 23. und [bringe] hinauf den Samen des Lebens von jeglicher Art in das Innere des Schiffes. 24. Das Schiff, das du erbauen sollst, 25. . . . Ellen an Länge sein Mafs 26. [und] . . . . Ellen das Gleichmafs seiner Breite und seiner H ö h e : 27. und Meer es, versehe es (auch) mit einem Verdeck". 28. Als ich (dies) vernahm, sprach ich zu Ea, meinem Herrn : 29. [Der Bau des Schiffes], o Herr, den du also geboten, 30. [wenn] ich (ihn) ausführen werde, 31. [so werden mich verlachen] das Volk und die Aeltesten." 32. [Ea that seinen Mund (auf) und] sprach, sagte zu seinem Knechte, mir : 33. „[Wenn sie dich verlachen], sollst du zu ihnen sagen : 34. „[Jeder] der sich wider mich vergeht und 35 36 wahrlich ich 37. und ich werde das [weite Himmels]gewülbe. 38 richten will ich oben und uu[ten]." 39. [Du aber] schliefse nicht zu [deine Thür], 40. [bis kommt] die Zeit, da ich di[r] Nachricht senden werde. 41. [Dann] tritt ein durch die T h ü r des Schiffes [und] bringe 42. [in] sein Inneres deineu Kornvorrath, all dein H a b und Gut, 43. deine [Familie], deine Knechte und deine Mägde und (auch) [deine] Verwandten". 44. Das [Vieh] des Feldes, das Wild des Feldes, alles was 45. [Werde ich] (zu) dir senden, auf dafs [sie alle dein] Thor bewahre. — 46. [Adra]-häsis that seinen Mund (auf) und sprach, 47. [sa]gte zu Ea, [seinem] Herrn . 48. „O mein Herr, Nie[mand] hat (jemals) ein Schiff gebaut [in dieser Weise] 49. [auf dem La]nde; 50 möge ich sehen und das Schiff 51 auf dem Lande 52 wie du befohlen hast Col. II, 25. [Alles was ich hatte], brachte ich zusammen; Alles was ich hatte an Silber brachte ich zusammen; 26. Alles was ich [hatte] an Gold, brachte ich zusammen; 27. Alles was ich hatte an lebendigem ') Halévy schlägt als Uebersetzung für Z. 18—20 vor : il annonça leur décision à l'adorateur : „Adorateur ! Adorateur! Vénérable! Vénérable! adorateur, écoute; vénérable, soit attentif". K i k k i ä u soll für k î â k î â u stehen und auf den Stamm k â S u ( = k a j àêu) zurückgehen, i g a r u dagegen = i k a r u ( i p 1 ) sein. (?)

5

10

15

20

25

30

35

64

D i e K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A . T.

macht hatte gemäfs meines Halses!

5 3 . d i e s e Götter.

Col. IV, 1. diese T a g e , ewig nimmer 5 3. B e i (nur)

Bei dem G e s c h m e i d e

Nicht werde ich vergessen

vergessen.

gedenken 2.

will

Die Götter

ich

(ihrer)

mögen

s o l l n i c h t k o m m e n z u m Altar,

und

kommen

(sie) a u f

zum

Altar,

4. w e i l er u n ü b e r l e g t g e -

h a n d e l t u n d die Sintfluth a n g e r i c h t e t hat 5. und meine M e n s c h e n d e m Verderben preisgegeben.

6. A l s

d a r a u f der Gott Bei

herankam

und

das S c h i f f e r b l i c k t e , s t u t z t e er, 8. v o l l Zorn (?) w u r d e er erfüllt g e g e n die G ö t t e r u n d die I g i g i ') : 9. „ W e l c h e S e e l e ist da e n t r o n n e n !

Kein

10 M e n s c h soll l e b e n b l e i b e n in d e m V e r d e r b e n " 9. D a that Adar s e i n e n Mund

(auf)

und

sprach,

sagte

zu

dem

streitbaren

a u f s e r E a ( k a n n ) die S a c h e e r s o n [ n e n h a b e n ] ? u n d hat i h n v o n A l l e m b e n a c h r i c h t i g t . " auf

und

sprach,

sagte

zu

dem

1 5 s t r e i t b a r e ] F ü h r e r der G ö t t e r ; unüberlegt

gehandelt

S ü n d e r lasse Frevel.

fallen

und

:

Sintfluth

13. „ D u

warum

ange[richtet] ?

seine S ü n d e , a u f den Frevler lasse

b i s t der

hast

du

so

15. a u f

den

f a l l e n [seinen]

16. L a f s d i c h erbitten, dafs er n i c h t v e r t i l g t werde, sei g n ä d i g ,

dafs er n i c h t 20 m ö g e n dafs

„Wer

12. D a that E a s e i n e n M u u d

streitbaren B e i

14. w a r u m (aber),

die

B e i : 10.

11. E a ivufste ( d a r u m )

Löwen

du

17. A n s t a t t kommen

eine Sintfluth

und

die

dafs

du

anrichtest,

vermindern];

mögen Hyilnen

Menschen vermindern];

19. a n s t a t t dafs

möge

eintreten

eine Hungersnoth

eine Sintfluth

Menschen du

anrichtest, 18.

kommen

anstatt und

u n d das Land

[verheeren];

20. an-

s t a t t dafs d u e i n e Sintfluth a n l i c h t e s t , m ö g e der P e s t g o t t k o m m e n 2 5 die M e n s c h e n v e r m i n d e r n ] ! er v e r s t a n d

Hand und

hob mich

3 0 ihre H a n d in ineine, segnete

22. e i n e n Traum (nur)

den B e s c h l u f s

zur Vernunft, stieg hinauf

der Götter *).

den

sandte ich A d r a 23, D a k a m B§1

in das I n n e r e des Schilfes, 24. l'afste m e i n e

empor,

hob

26. w a n d t e

u n s : 27. „Bisher

und

21. I c h habe (ihm) nicht m i t g e t h e i l t

B e s c h l u f s der g r o f s e n Götter. {jfisis und

die

eine Sintfluth a n r i c h t e s t ,

war

auch sich

mein W e i b

empor u n d

legte

zu uns, trat z w i s c h e n u n s Mensch 3 ),

Samas-napiäti ein

28.

unu nun

aber s o l l e n Samaä-napiSti u n d s e i n W e i b vereint soin zu 4 ) d e n G ö t t e r n erhoben.

29.

Wohnen

M ü n d u n g der S t r ö m e I".

aber

soll Samaä-napisti

in

30. D a n a h m e n sie m i c h

der F e r n e und

in

an

der

die F e r n e ,

3 5 a n die M ü n d u n g der Ströme v e r s e t z t e n sie mich."

')

S i e h e ü b e r diese G ö t t e r w e s e n L ö t z , T P . S 80. —

Frömmigkeit

besafs

nicht

zu deuten

richtig

er

diese

Gabe;

vermocht.

*) W ö r t l i c h „ g l e i c h den Göttern".

ein

Gottloser

l

) D u r c h seiuo

hätte d e u T r a u m

— 3) E i g e n t l i c h „ M e n s c h h e i t " .



Excurs.

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

65

Zur Erläuterung '). Col. I, 8. Der babylonische Noah f ü h r t zwei Namen : der eine wird ruiu phonetisch A d - r a - b ä - s i s geschrieben, der andere ideographisch UD-ZI mit vorausgehendem vertikalen Keil, dem Determinativ vor männlichen Personennamen. Dieses Ideogramm bedeutet „Sonne des Lebens", assyr. s a r a a s n a p i S t i m . So müssen 5 wir den Namen auch aussprechen, da dem UD-ZI als phonetisches Coinplement häufig noch das Zeichen t i m a n g e f ü g t wird. Die Schreibung A d r a - l i ä s i s , was aber, wie das ¿Zioovütjoi des Berossus zoigt, H ä s i s - a d r a gelesen w u r d e 2 ) , findet sich n u r Col. I, Z. 46 und Col. IV, Z. 22. Da diesem Namen kein vertikaler Keil vorausgeht, werden 10 wir das Wort als einen Beinamen des Samas-napistim anzusehen haben. Im Akkad. bedeutet a d „Vater", r a „Ueberschwemmung", Jja (bezga) „Fisch" und s i s (bez. £es) ,,Bruder" 3 ). Die Assyrer dachten bei H ä s i s - a d r a aber jedenfalls an J i a s i s (st. constr. von b a s s u 4 ) =

') Der Keilschrifttext ist im IV. Bande des englischen Inschriftenwerkes auf Tafel 50 und 51 veröffentlicht; einen Theil davon, nämlich Col. II, Z. 25 bis Col. III, Z. 50, hat auch Friedr. Delitzsch in der 2. Aufl. seiner „Assyr. Lesestücke" S. 84 ff. mitgetheilt; endlich habe ich in meinem Vortrage „Der keilinschriftliche Sintfluthbericht" (Lpz. 1881) das wichtige babylonische Fragmont, durch welches der Anfang der Erzählung nahezu vervollständigt wird, herausgegeben. Die erste Uebersetzung gab George Smith in „The Chaldean account of the Deluge" (London 1872), der er dann neue Bearbeitungen in den Transactions der Soc. of Bibl. Arch. vol. III, in den „Assyrian discoveries" und in seinem „Chaldean account of Genesis" folgen liefs. In dor deutschen Ausgabe der „Chald. Genesis" (Lpz. 1876) gab Delitzsch einige Beitrüge zur Erklärung, ebenso auch in seinem neuesten W e r k e „Wo lag das Paradies". Die Uebersetzung Oppert's, welche in E. Ledrain, Histoire d'Israël I, S. 422—434 veröffentlicht sein soll, ist mir nicht bekannt geworden. Mein letzter Vorgänger in der E r l ä u t e r u n g des Sintfluthborichtes ist Lenormant, der in dem Appendice V von „Les origines de l'histoire" (Par. 1880) eine Uebersetzung mit Beif ü g u n g der Transcription des Originals lieferte. Eine sprachliche Erk l ä r u n g des Textes ist bisher noch nicht gegeben worden. — s ) Ebenso werden die Ideogramme z u - a b „Ocean" (Weisheit-Haus), g a l - l u „König" (Grofs-Mann), g a l - u s u ( m ) „Herrscher" (Grofs-Einzigor), wio die Zeichcnsainmlungen (Sb 128, 333, 125) ausdrücklich angeben, im Akkadischen a b - z u , l u g a l und u s u ( m ) - g a l gelesen. Vgl. SFG. S. 52, Aum. 4. — 3) Assyr. a b u , r a l j â s u , n û n u , a l ) u ; siehe Sb 93, 180; ASKT. S. 88 89, Z. 29; II K. 7, 25g. h ; 40, Nr. 2, 18 und Sb 279. — *) Vgl. zu diesem Werte Lutz, TP. S. 81. Der Gott Êa wird

5

66

Die Keilinschriften und das A. T.

b & s i s u „klug,weise") und a d r u ( = ä d i r u ) „fürchtend, verehrend" : sie fafsten in volksetymologischer Weise deu Namen als „der Weise und Gottesfürchtige" *). Der Beiname ist also ungefähr s. v. a. das ü'OFl ttf'N 6| S ä § u - m a ist verstärktes Pronom. der 5 3. Person, ebenso Z. 10 k ä ä a (oder k ä t u ) „dir, dich" (fem. k ä ä i o d e r k ä t i ) , Z. 32 fttu (oder ä t i , ä s i) „mir, mich". Das m a ist hervorhebende Partikel = ftthiop. (Dillin. S. 301). — Z. 10 p i r i 8 1 u „Orakel, Entscheidung" von p a r ä s u , einem Synonym von d & n u „richten" (akk. k u d ) und u s s u r u ( = * j u s s u r u ) „leiten, re10 gieren" (akk. b a r , siehe Z H 17. 140 V — Z. 11 t i d ü = * t a j ä d i ' u ; k i ä A d u „ U f e r " , davon k a s ä d u (Col. III, 51) „ankommen" (vgl. arriver = adripare); s a k n u Permansivform, ebenso in der nächsten Zeile l ä b i r und Z. 17b t ä s i b . — Zu Z. 1 2 vgl. das « 3 ^p. ijp'p des Elohisten „die Vernichtung alles Fleisches ist mir in den 15 Sinn gekommen" Genes. 6, 13. A b ü b u ist wie ^ 3 0 geradezu nomen proprium der Sintfluth. Daher heifsen in der ueugefundenen babylou. Königsliste die „Könige nach der F l u t h " s a r r e sa a r k i a b ü b i , Proceedings of the Soc. of Bibl. Arch. eleventh session 1880—81, third meeting, 11. J a n . 8 1 , S. 38. Mit arab. O ^ ? „Sturmwind" (Praetorius) j 20 hat das Wort nichts zu schaffen, eher dürft« es mit u L f „Wassermasse, Fluth, Ueberschwemmung" zusammenzustellen

sein. — Z. 15

II R. 48, 32a nicht blofs b e i n e m e k i „Herr der Weisheit", sondern auch b e i J j . ^ s i s e „Herr der Weisen" genannt. Als solcher führt er im Akkadischen den Namen T a l t a l . Zu ä d i r u siehe ASKT. S. 80, Rucks. Z. 3/4, wo das akkad. n i - n u - z u „Furcht nicht kennend" durch l ä ä d i r u wiedergegeben wird. An dieser Stelle bedeutet es allerdings ebenso wie I R. 17, 13 u. ö. in gutem .Sinne „furchtlos". — *) Die Umstellung von A d r a - l j f t s i s in I l ä s i s - a d r a erfolgte deshalb, weil im Assyr. in Zusammensetzungen das erste Glied im stat. constr. stehen mufs. Vgl. das interessante Compos. copulat. s i \ i i r r a b i „klein und grofs" IV R. 19, 12 a. — s ) Mit Z», V" bezeichne ich die von mir in der 1. Liefer? meiner „Akk. und Sumer. Kcilschrifttexte" (ASKT.) zusammengestellte Zeichensammlung bez. das Vocabular. — ' ) Vielleicht ist das Del. PD. S. 156 von dem assyr. Stamme n a b ä l u „zerstören" ableiten will, nur eine volksetymologische Um gcstaltung von a b ü b u . Zu dem JJ im Hebräischen gegenüber assyr. « = assyr. A r a J j s a i n n u „achter Monat". D u ' u z u = JH3FV Siehe die von mir herausgegebene Liste der babyl. Monatsnamen ASKT. S. 44 und S. 64.

Excurs.

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

67

m ä l i k hier „Beratlier" (nicht „Fürst") : Bei ist der eigentliche Anstifter der Sintfiuth. Deshalb will auch die Güttin Istar (Col. IV, 2 ff.) ihn allein von allen Göttern von dem Dankopfer, welches Häsis-adra nach der Fluth darbringt, wegweisen. — Z. 16. Zu g u z a l ü (akk. g u z a l a l ) vgl. Del. PD. S. 153. — Z. 17. Die Bedeutung v o n a s a r i d u 5 ist besonders klar Sanh. Sm. 79, 69, wo der Adler der a ä a r i d u der Vögel genannt wird '). — Der Gott Ennugi kommt meines Wissens sonst nicht wieder vor. Die Uebersetzung Smith's „lord of Hades" ist unzulässig; dies müfste E n k u m u g i heifsen, siehe S F G . S. 56 Anm. 4. — Z. 17b. Zu b e i n e m e k i ( a k k . n i n - i g e - a z a g „Herr des 10 hellen ( a z a g ) Auges") siehe I I R . 4 8 , 32a. b ; 58, 5 6 a . b. c. — t ä ä i b ist Permansivform von t a s ä b u , was sich zu dem gewöhnlichen — Das Wort

i t t d s i b „er safs" verhält wie ^ . « j zu

vermag ich nicht zu erklären, ebenso wenig i g a r u ,

kikkiäu

das sonst „Ein-

fassung, Hof" ( j ^ ) , dann auch (Col. IV, 46) einen Theil des Schiffes 2 ) 15 bedeutet.

Statt k i k k i ä u erwartet mau übrigens am Ende von Z. 18

kikki[äi]Su. (=

Parallelismus

Jiissas

I j i t s a s 3 ) „achte, merke auf". — Z. 20. U b a r a 4 ) - T u t u

Mit

simi

„höre"

steht

im

bedeutet

„Diener" des Tutu d. i., wie aus Col. II, 5 und 20 der oben erwähnten Königsliste hervorgeht, der Gott Morodach. man

zunächst als Imp. von

nakävu



Z. 21. U g u r

möchte 20

„vernichten, zerstören"

(impf,

i k k u r ) fassen, iudefs pafst das uicht recht; wenn die Sintfluth bevorsteht, ist dio Zerstörung des Hauses von Seiten H's. überflüssig. möchte deshalb lieber u g u r

von j ^ P

') S a k i n i a k i n n i n a s r i sad N i p u r

Sadi

marsi

| aäiarid

| äubatsun

„verlassen"

ableiten,

issure | str

zukti

6itkunat-ma

lft

Ich

obwohl

(futfj)

kitnuäü

a n a n i r i ' a „deren Wohnsitz wie das Nest des Adlers, des Königs der Vögel, auf der Spitze des Nipurberges, des unzugänglichen Berges, gelegen war und (die) sich nicht unterworfen hatten meinem J o c h e " . — ' ) Vgl. Delitzsch, Assyr. Stud. S. 138. — 3 ) H i t s a s ist (der bisher noch

nicht sicher

nachgewiesene) Imper. der Form J j ü ä t .

Demnach

ist auch Assurb. Sm. 74, 17 nicht p i t l u b sondern p i t l a b zu lesen. — 4

) Zur Lesung u b a r a siehe 8b 353, wo das Ideogramm durch k i ^ i n u

( ^ j l a i ) wiedergegeben wird.

Auf dem zu V R. 30,

Nr. 1 neu hinzu-

gefundeuen Fragmente hat das Zeichen (Z. 3 0 g ) die Glosse

um-ba-ra.

Neben k i t . i n u erscheinen dort als assyr. Aequivalente noch (Rl-mu-tu

geschrieben) „Genossenschaft"

nosse") und n i r a r Q t u

„Beistand".

(von t ä l i m u

talmdtu

„Bruder,

Ge-

Die Keilinschriften uud das A. T.

68

dieser Stamm bisher im Assyr. noch nicht nachgewiesen i s t ' ) . zu

5

10

15

20

n g u r (arab.

j a h g u r u) müfste im

Assyr.

Das Imperf.

i g g u r lauten.

I n ä k u r f t fasse ich als alte F o r m des Priiseus von n a k ä r u , das sonst gewöhnlich i n a k a r ü l a u t e t 2 ) ; vgl. i b ä l n t „er l e b t i s ä g u m „er schreit" (impf, i b 1 u t , i ä g u m ) etc. etc. — Beachte die Stellung des hervorhebenden m a zwischen stat. constr. und uom. regens : die Götter wollen alles L e b e n im Keim vernichten, sodafs eine Fortpflanzung, ein Wiederaufleben unmöglich ist. Vgl. dazu dann Col. IV, Z. 17 ff. — Z. 23. s ö l i „bringe h i n a u f " = ä u ' l i j : der Assyrcr hätte auch ä u r k i b sagen köunen, da neben u s e l i auch t i s a r k i b in der B e d e u t u n g „ich schiffte ein" g e b r a u c h t wird: k ä l a m a „allerlei" zusammengesetzt aus k ä l u „Allheit" uud verallgemeinerndem m a [vgl. ABK. 260. — ÄcAr.]. .— Z. 25—26. Die Zahlen sind, wie ich mich durch Collation des Originals überzeugt habe, auf der Keilschrifttafel nicht m e h r zu entziffern. W e n n demnach Smith „liOO (V) eubits and 60 (?) eubits" übersetzt und L e n o r m a u t jetzt dabei sogar die F r a g e zeichen weglitfst, so ist das in keiner Weise zu rechtfertigen. Die beiden Zahlen sind übrigens auch aufseist unwahrscheinlich; bei den besonders scharf g e b a u t e n Klippern ist das Verluiltuifs der L ä n g e z u r Breite selbst heutzutage höchstens 6 : 1 , aber nicht 10 : 1. Von den hier don biblischen A u s d r ü c k e n 2 r n und T p x entsprechenden

Wörtern m a n d u d u , r u p ä u (st. coustr. r u p u s ) und m ü r a g u kommt, an anderen Stellen nur r u p ä u (St. r a p ä s u „weit sein") vor, z. B. V R. 29, 75 e. f. M a n d u d u steht für m a n i d u d u und m f t r a g u os 25 für g j j u t * . Lenorinant liest n i ä d u d u und m u S a l u , was an sich m ö g l i c h , aber sprachlich schwerlich zu rechtfertigen sein dürfte. M i t w a r giebt Leuorm. im Anschlufs an Smith durch ,,le m o n t a n t " wieder, indem er im günstigsten Falle wohl an m a l j i r u „ K a u f p r e i s " (hebr. - p n O ) gedacht haben mag. Da aber das Adverbium m i t l j a r i s 30 (vgl. I I 11. 15, 2 6 a . b uud A S K T . S. 81, Z. 19 20) als Synon. von i ä t e n i ä oder i l t e n i s „in eins, auf einmal" erscheint (vgl. m a j j r i i „der orste"), so wird sich der A u s d r u c k wohl auf die Uleichheit der

') Poguon (L'inscription de Bavian S. 10;J) glaubte ihn allerdings in dem i g u r des 7. Familiengesetzes zu finden. Vgl. aber Gott. Nachr. 1880 S. 525. — ') Ebonso findet sich neben i z i i n a n „es r e g n e t " (Col. II, Z. 34) auch noch die ältere Form i z i u u n (IV Ii. 19, 1 6 a ) . Alle Stämme h a t t e n ursprünglich im Assyr. zwischen dem zweiten und dritten Stammconsonanten im l ' r ä s . denselben Vokal wie im Impf. Das a in F o r m e n wie i ä ä k a n (impf, i s k u n ) etc. beruht auf Analogiebildung.

Excurs.

Mafse

der

Ureitc

Der keilinscbriftliehe Sintfluthbericht.

und H ö h e beziehen.

Die

ganze

fJi)

schwierige

wird d e m n a c h so zu l a s s e n sein : x Kllen an L a u g e sein Mafa St.

H30)

und

y

Kllen das Gleichrnafs

H ö h e . — Z. 27. D i e a u s d r ü c k l i c h e A n g a b e , Verdeck ( s i l l u , könnte

dafür

dieselbe Ewald

Bedeutung und

dafs

wie

das

¡i^n

versehen

Jahvisten

„ich"

ist

zu

durch

• —

— Ummänu

u

Sibütum im

bedeutet

Assyrischen

„ K r i e g s v o l k " . — Z. 32.

Zu

z . 31 e r g ä n z e n Smith

noch

nicht

v g l . H I . K e v . 20. — Z. 3 4 .

wie

Ueber

uürsunu ä

sa k i p p ä t

(für * a j a ,

äth

schlosseue Gebiete", gesagt

same

„Schlinge"

(=

wo

*mil'um)

akkad.

w i e Lenorm.



Zu

pitüti

A f DAN

siehe Lötz,

pib&

durch

erkannt

hat,

adänu assyr.

[vgl.

zu

23, 10 "Ij/t^n

„geerntetc

erub-ma;

letzterem

Getreide",

aber,

bedeutet

Z e i t " aram. 3 5 ebenso

„er s e t z t e und". 1

30

milum

pafst

adäuu

„bestimmte

über-

im A u g e

e i g e n t l i c h „ z u dieser Zeit", e u u )

Accus, nach e r u b

25

ver-

mit f l £ ) (arab.

Bedeutung

in deu Z u s a m m e n h a n g ;

nver-

pihüti

„nicht geötfneto

bez.

wird

Diese

„tritt ein und" ist =

vgl. Gen

das

dieser Z e i l e 2 0

izir

18 : p a d A n i

wiedergegeben

richtig

speciell

vgl. IV R. 19, 5 3 a :

Adannu

für ü s i b - m a ,

das

von

tffp?)

II,

A S K T . S. 46, Z. Ii ü ä i u i m a bedeutet

J u d i c . 5, 2

(Smith,

ummänu

er w o h l II Ii. 39, 7 g . h

— Srhi-.].

~~ 'S- 41. Zu e n i n n a

Alt" ist

des Anfangs

S F G . S. 75.

Z. 40.

indem

A n m . **)

Col. IV, 23; e r u m n i a

äemns

^

(arab. £l».wJI ¿CaS) r ü k f i t u m

durge

Ideogramm

b e s o n d e r s Col. II, 30, nicht vielmehr,

soust

„ Iloehfluth"

Worte KGF. 214

WPJ?-

J) s i e h e

zusammen. —

das

nachgewiesen

und

Dieser Stamm J/nO hängt wohl

s e t z t e S m i t h durch „Hood", liatto,

mich

eingesetzt,

des f e r n e n H i m m e l s " . — 39. Zu &

fer'- N e l m k .

wofür

wird.

QJ;

(targ.

v

schliefsen" (Stamm y n O ) Wege"

nicht

„Jung

den S t a m m

„du bist das L i c h t der W ö l b u n g e n „nicht =

„es w e r d e n

Gewöhnlich

der E r g ä n z u n g

T P . S. 182. — Z. 37. Z u k i p p a t u atta-ma

10

stand hier und Z. 3 3 das P r ä s e n s z u i z i r Z. 34.

L e n o r m . ) , s o n d e r n „ V o r n e h m und G e l i n g " . uinmänäti)

mit Die

a-na-ku-u

I c h habe dafür in meiner T r a n s c r i p t i o n i s ä k f i

o b w o h l der S t a m m iiki>? bis jetzt im Assyr.

5

wiedergegeben wird:

und L e n o r m . i m H i n b l i c k auf Koran X I , 41 und 42

(pl.

vielmehr

( v g l . II R. 7, 1 8 g . h)

a k k a d . e n , w a s sonst g e w ö h n l i c h d u r c h b e l u

Möglicherweiso

soll, nicht

ist. — Z. 28.

die S c h r e i b u n g

„Herr"

k i ' ä m verkürzt aus k i ' ä m a , i~Ö - ) -

ist.

werden

hat

übersetzen

( A S K T . S. 126, 15 ff.) b e z e u g t . — h u

verlachen".

seiner

der A u s d r u c k "inj} d e s E l o h i s t e n

anderen durch „Dach"

L a u g e des ü in a n a k ü =

seiner Breite u n d

dafs das Schiff' mit e i n e m

s i e h e D e l . Ass. Stud. S. 138)

sprechen,

Stelle

(miuätu

Zu

siehe steht dem

i O - — Z. 42. D a s a k k a d . die

„Getroidevorräthe": 40

70

Die Keilinschriften und das A. T.

a k k a d . m a ê wird S c 1, 3 und 11 durch b û l u m (hebr. ^ g ) und s i b t u „Ertrag" e r k l ä r t ; vgl. auch S c 5 : m à z u Sa ê k l i d. i. wohl „Ertrag (?) des Feldes". Die beiden andern Ideogramme MN-SU und NIN-GA sind aus den histor. Texten zur Genüge bekannt. — Z. 43. 5 Das Wort für „männliches Hausgesinde" kann, da das Zeichen für k i auch den Lautwerth k i n hat, verschieden gefafst werden : k i n - u a t fj

*

m

*

wftre die Form üJL«i von q Ï .

wovon

„ein im Hause geborener und

von einem Sklaven mit einer S k l a v i n erzeugter S k l a v e " ;

k i u a t da-

gegen müfste man als Form i J l * S von !"Dp fassen, in welchem Falle 10 das hebr. F|Q3 HJpQ z u r Vergleichnng heranzuziehen wäre. Für das Letztere könnte sprechen, dafs der aus dem Akkad. entlehnte Name des „weiblichen Gesindes" s a l a t eigentlich „Besitzthum ( l a d = assyr. k i S i t t u ) an Weibern" ( s a l ) bedeutet. — Der Ausdruck m â r ê u m m â [ n i k a j wörtlich „die Kinder deines Volkes bez. Stammes" bedeutet 15 meiner Ansicht nach „deine Verwandten" oder „deine nächsten Freunde", wie Berossus bietet. Die Begriffe „Freund" und „Verwandter" fliefsen j a im semitischen Sprachgebrauchc ineinander. Lenormant übersetzt „les fils de l'armée" und erklärt dies als „les jeunes gens dans la force de l'âge, en état de porter les armes." llâsisadra konnte aber doch 20 unmöglich alle waffenfähigen Männer in sein Schill' aufnehmen ! — Z. 44. b û l s ê r i (vgl. IV R. 22, 4 5 a ) und u m â m s ê r i entspricht dem hebr. DDH? r T ^ H P ' O (°der CVÖ • Dazu tritt auf dem kleinen Fragmente von der Erschaffung der Landthiere noch das n a m m a â è ê sjêri „das Gewürm des Feldes"; vgl. dazu Del. 25 bei Lötz, TP. S. 167. Die Etymologie dieser Wörter ist noch dunkel; allenfalls könnte man annehmen, dafs n a t n m u s s û aus n a r m a ä ä i l (iti'D l:j -) entstanden sei, wie a n n a b u „llase" (Sehr, in ZIJ.MG. XXVII, T 708; Del. Ass. Stud. S. 54) aus a r n a b u . Col. I I , Z. 1—24 vermag ich nicht zu übersetzen. Der Ab30 schnitt enthält eine grofse Anzahl aufserordentlicli schwieriger Wörter, die nur hier vorkommen, der Text ist aufserdem so verstümmelt und obenein noch von S m i t h in so ungenügender Weise publicirt, dafs eine einigermafsen zuverlässige Uebersetzung ganz unmöglich ist. Die Uebertragung, welche Lenormant von diesen Zeilen giebt, läfst sich leicht als unhaltbar erweisen. So ist /.. B. das n a - ä a *) Das Wort, welches in dem akkadisch-assyriseheu Vokabular V R. 13, 41b, als Synonym von i m k u „weise", m u d u „verständig", b a s s u „klug" etc. erscheint, ist möglicher Weise gar nicht m i r u m m f t n i zu lesen. Jedenfalls scheint es mit dem an unserer Stelle gebrauchten Ausdruck nichts zu thuu zu haben.

Excurs

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht,

71

am Schlufs der zweiten Zeile, das Lenormant durch „s'élevaient" wiedergiebt, offenbar der Kest eines Wortes mit dem auf das fem. ê l i p p u beziigl. Suff. sa. Die Bedeutung „couverture" ist f ü r g a n - j j i in keiner Weise wahrscheinlich zu machen, soviel nur ist klar, dafs die beiden Zeichen ein Ideogramm sind, dessen Lesung, wie das Suffix 5 s a zeigt, auf t oder sauslautete. Die Uebersetzung l â n s i „sein Dach" ist ein Schnitzer gegen die Grammatik ; s i ist nur weibl. Suffix am Verbum aber nicht am Nomen. Die „Versuchsfahrt", die Smith zuerst entdeckt hat, findet auch Lenormant in Z. 6. Leider sieht er sich dabei aber genöthigt, das u r t a g g i p s i des Textes (Stamm oder 10 r|J~), allenfalls a u c h 2p"l oder aber nimmermehr 2 3 1 ) stillschweigend in u r t a k k i b s i mit 3 zu ändern! Mit Sicherheit läfst sich über diesen Abschnitt zur Zeit nur Folgendes sagen. Col. II, Z. 1—24 der keilinschriftlicheu Sintflutherzählung wird der Bau des Schiffes genau beschrieben. Der Anfang dieser Beschreibung, der den Schlufs 15 der 1. Col. bildete, fehlt. Nach Z. 6 scheint es, dafs der Bau grade eine Woche gedauert hat. Wie Noah den Kasten in drei Abtheilungen theilt, so theilt auch H â s i s a d r a das Innere in verschiedene Etagen : Z. 7. k i r b î s s u ') a p t â r a s a n a . . . . äu. Die Zahl ist leider grade verwischt. Klar ist ferner Z. 10—12 : 10. â m u r p a r î s û u ^ i ' ä a ^ t i 20 a d d î 11. III Sar k u p r i a t t î i b a k a n a k î r i 12. III Sar i d d ê [ a t t â b a k ] a n a l i b b i d. h. „ich sah Risse (Lecke) und fügte das Fehlende hinzu 11. 3 Sar Asphalt gofs ich über das Aeufsere 12. drei Sar Naphta über das Innere." K u p r u wird rein phonet. k u - u p - r i geschrieben; ä a r , sonst die Zahl 3600, mufs hier ein grofses Hohlmafs bezeichnen, 25 das vielleicht in 3600 Theile getheilt war. Am Scfclufs des Abschnittes läfst sich aus den verstümmelten Zeilen entnehmen, dafs Hâsisadra das Schiff mit Speise und Trank ausrüstet. Mehr kann ich aber nicht herausbringen. Wen es interessirt, ungefähr die Anzahl der in diesem Abschnitt vorkommenden Wörter kennen zu lernen, sei auf den Appen- 30 dice V von Lenormant's „Les origines de l'histoire" verwiesen. Z. 24. n i n akkad. Lehnw. — ê s i n = * a h s i n , Stamm wovon im Hebr. Jjfpj „Busen". — Z. 31 i z z ä k i r k u k r u (oder k u k r u ? ) übersetzt Smith durch „he spake saying", was Lenormant durch „il annonça en proclamant" wiedergiebt. K u k r u mufs aber 35 Subject zu i z z ä k i r sein. Dem Zusammenhange nach kann das W o r t nichts anderes bedeuten als einen Boten des Gottes Ea oder

') k i r b i s s u steht nach bekanntem assyrischen Lautgesetze [näher erläutert ABK. 202 flg. Sc/ir.] für k i r b i t s u = k i r b i t i ä u ; k i r b i t i (urspr. k i r b e t i ) ist pl. von k i r b u wie g i r r e t i bez. g i r r i t i pl. von g i r r u „Weg, Feldzug".

Die Keilinschriften und das A. T.

72

eine „Stimme". Eine befriedigende Etymologie des Wortes zu geben bin ich aufser Stande. Ist es semitischen Ursprungs, so wäre es die Form k u t l u eines Stammes = " O ^ °der i p p = HaMvy vermuthet, dafs statt k u k r u vielmehr z u k r u zu leseu sei — k e b ä t i 5 „Wehe, Verderben" ist pl. von k 6 b t u , was II K. 39, 59 a b als Aequivalent des akkad. g i g a „Krankheit, Leid" assyr. m u r s u erscheint; vgl. hebr. 3 N 3 „Schmerz".

Z. 35. a t t A r i könnte die Form JoiÄst

von ({"P „ f ü r c h t e n " u n d p u i i ü = • •T

10

15

20

25

30

35

aram. « ' J D sein (vgl. Chald. Gen. f: *

S. 319), doch ist diese E r k l ä r u n g keineswegs sicher — Z. 36. i t a p l u e i steht f ü r n i t a p l u s i (SFG. S. 52 Anm. 10). Das Niph. dieses Stammes bedeutet auch „sich e r b a r m e n " (inf. n a p l u s u , imper. n a p l i s , impf, i p p a l i s ) . Die G r u n d b e d e u t u n g wird wohl „wiegen" (vgl. hebr. D ^ g „ W a g e " ) s e i n ; n a p l u s u ursprünglich 1) sich wiegen auf den Wellen, schiffen; 2) sich neigen, zuwenden, sich erbarmen. — Z. 38. B u z u r ist gemäfs II R. 58, Nr. 4, 40 die Aussprache des Zahlzeichens f ü r 20 m i t vorausgehendem Gottesdeterminativ d. i. der Gott S i n n s ; k u r g a l bedeutet „groiser B e r g " assyr. Sa d u r a b ü . — Zu Z. 40 siehe Chald. Gen. S. 319, zu i i d u „ G r u n d " Lötz, T P . S. 186. — Zu u r p a t u m vgl. hebr. Qipi-ij» und ^ p i y - — Z. 42. i r t a m m n stellt für * i r t ä ' m a , * i r t ä , ' i m a , hebr. n y i Von diesem Stamme, ist wohl auch mit Schräder der Name des Sturm- und Regengottes K i i m i i n u abzuleiten 1 ). — Z. 43. Die folgenden Sätze sind Zustandssätze, eingeleitet durch das m a am SchlufB von Z. 42; daher das Präsens in allen Verbalformen. — Z. 45. g u g g u l l e Stamm wovon hebr. „Wirbclwind". D i b b a r a .ist der Gott der Pest, vgl. Smith, Chald. Genes. S. 110 ff. — Z. 46. M i U r ü g e h t zurück auf den Stamm feirü (];"•?, impf, i f c r i ) „graben". — Zu u ä a r d i ( = * u ä a r d a j , Schaph. von N T l ) vg 1 - 1 1 R - 34> 1 8 a - b ; I V E - 2(3 , 19 2 0 a — Z. 47. Ueber die Analogiebildung iSSä als Präsensform siehe SFG. S. 52 Aum. 10. — D e p a r & t i ist Plural von d S p a r u . Das Wort ist akkadisch : p a r heifst „ausgebreitet" u n d d e bedeutet „Ucberfluthung, Bewässerung" assyr. S i k i t u (SFG. S. 50). — Z. 48. Dem Worte n a m r i r r u oder n a m r i r u entspricht IV R. 18, 46 4 7 a und öfter im Akkad. n i g a l d. i. „grofse Macht" assyr. e m f t k u r a b i t u m . — L ' t i a m m a t f t ist das Präs. des Intensivstammes von J i a m ä t u . Der Grundbegriff dieses Stammes ist „zittern", daher z. B. { j a m a t u s a i s ä t i „ilackorn vom

*) Die Behauptung Delitzschs (Chald. Genes. S. 269), dafs h ä t t e zu R S m ä n werden müssen, wird durch Formen witter" (iACj), ä ä r u „ W i n d "

tf)

wie r f i d u „Ge-

genügend

widerlogt.

Kxcurs. Feuer"

73

Der keilinsohriftliclie SiiitHuthbcricht.

V Ii. 30, G4a. 1>.

Daraus

entwickelt

sich

die

Bedeutung

„ e i l e n " , so a l l ä k u ¡ l a u t u ( f ü r h a m f u ) . E i l b o t e " , h i t m u t i s Z. 49. S u m ü r a s s u

stellt f ü r s u m ü r a t ä u , .Stamm s a m ä r u

sein", wovon ä a m r u

und s i t m u r u

„eilig". „gewaltig

zwei g e w ö h n l i c h e Beiwörter

der

„ H o c h f l u t h " assyr. a g ü ( = a k k a d . e g a ) , siehe z. B. A s s u r b . Sm. 221, 20 und S a n h . Sm. 144. — Z. 50. u t t i r u tensivstammes Col. III. nicht so

utiru = Z. 4 ist

finster,

ist der R e f l e x i v s t a m m des

5

In-

* j u t t a w wiru. bisher

dafs k e i n e r

nicht den

richtig

gefafst worden;

es

andern sehen k o n n t e , sondern

war viel-

m e h r : die allgemeine Todesangst war so grofs, dafs J e d e r n u r an sich 10 selbst dachte, k e i n e r sich u m 29, 23 u n d p y

ibid. v. 6.

den andern k ü m m e r t e . ütaddä

ist =

Vgl. Hi^T G e n .

*jujtadda'ft

des P r ä s . der T a - b i l d u n g des Intensivstammes.

von J / ^ i abzuleiten, zeigt IV R. 15, 43/44 a, wo ö t a d d ü l i s m u s m i t i l l A m a d ü (Präs. Niph. von im A k k a d . n u n - z u - m e s

im P a r a l l e -

s t e h t u n d beiden F o r m e n 15

„nicht erkannt werden sie"

Z. 6. i t t i l i s ü ( = *i t t ä h i sü),

3. f. pl.

Dafs die F o r m w i r k l i c h

Stamm

=

entspricht. —

hebr.

"DIT

Z. 7. k u n n u n u ist P e r m a n s i v f o r m des I n t e n s i v s t a m m e s von ] j p , wovon im Assyr. k i n n u „Nest, L a g e r " , k a m fitu „ G i t t e r , U m f a s s u n g s m a u e r " k o m m t von k a m ü „ k n ü p f e n , bind™, fesseln". Vgl. Lötz, T P . 20 S. 148. — Z. 8 u n d 9 h a b e ich bereits SFG. S. 56 Anm. 1 e r k l ä r t . — t ä b (fem. t ä b a t ) r i g m a heifst eigentlich ßof/v äyu&oiIn den folg e n d e n Zeilen 10—15 ist b e a c h t e n s w e r t h der N a c h d r u c k , mit dem die G ö t t i n I s t a r s p r i c h t : aufser dein i t u r-111 a vorgesetzten 1 ü „ w a h r l i c h " ist n o c h 4 Mal das h e r v o r h e b e n d e 111a angewandt : a lc b 1 - m a , a u a k f i - m a 25 ä - m a , t ä m t ä - m a . — n i s ü Z. 14 ist P l u r a l auf ö ; siehe S F G . S. 23, A n m . 5. D e r Sinn der ganzen bisher nicht richtig g e f a f s t e n Stelle ist : J e t z t ist das Unheil da, das ich schon vorher p r o p h e z e i t h a b e . G e n a u so, wie ich es prophezeite, ist es eingetroffen. I c h h a b e den V e r n i c h t u n g s k a m p f gegen meine Menschen v o r h e r gesagt. Die Menschen, die 30 ich g e b ä r e , sollen a b e r die Erde erfüllen und n i c h t wie F i s c h b r u t d a s M e e r ! — Z. 17. a ä r u (richtiger w ä r e i i s r a ) a S b e „auf einem F l e c k s i t z e n d " wörtlich „Ort sitzeud". In der Prosa w ü r d e m a n sagen i n a a s r i a ä b e . Auch im I l e b r . wird ^ t t ' 1 j a poct. m i t dem blofsen Acc. -

2&' 1 -

verbunden, z.B. eigentlich katämu tigen".

r „bedeckt

waren

(impf, i k t u m ) Z. 21 i t t A r i k



T

'f"

katmä äaptäsunu

ihre Lippen"

3. f. pl. P e r m . Qal

„bedecken, verhüllen",

dann auch

_es liefs n a c h " von t a r f t k u =

H ä u f i g findet sich die W e n d u n g i t r u k u Mutli (eig. Her/.)" vgl. I'ognou,

heifst 35 von

„überwälarab.

¿i.

l i b b u ä u „es liefs n a c h sein

I / i u s c r . de l i a v i a u " S. 83. — Z. 22. 40

IjTvltu ( - - * l j a j a l t u ) , das n u r liier vorkommt, ist bis jetzt d u r c h „ E r d beben"

übersetzt

worden

(vgl.

^ n

'ilN

\JP>>P 1>S-

74

Die Keilinschrifteu und das A. T.

Dazu pafst aber das k a b l a i m d ä h s u „einen Kampf hatte sie gek ä m p f t " nicht recht. H â l t u wird vielmehr wie das ätliiop. h a i l , hebr. aram. { i ^ f l „Kriegsheer" bedeuten. — Z. 23. a - a b a „Wasserhaus" das gewöhul. akkad. Wort (bez. Ideogr.) für „Meer" ü assyr. t â m d u . Akkad. Ursprungs ist auch i m h u l l u (rein akkad. i m g u l ) „der feindliche Wind" assyr. s â r u Ii in n u . — u s l j â r i r (für u s f e a r r i r ) ist (wie u ä m a l l i „ich füllte", u ä r a b b i „ich vergrüfserte", u ä n a m m i r „ich machte g l ä n z e n d " ' ) Causativbildung des Iutensivstammes von ¡ ¡ a r i i r u oder was im Grunde dasselbe ist Sehaph. des 10 Pi'lel von l ) â r u ( = * l j a w â r u ) . Dies kann aber nicht bedeuten „das Meer liefs er trocknen" (!), wie Smith und Lcnorm. übersetzeil, sondern nur „er machte das Meer h u r r u r u d. h. „sich in sein Becken (vgl. zurückziehen". — Z. 24. Der aus dem akkad. s a g „Haupt, Spitze" entstandene Stamm ä a k ü ist gleichbedeutend mit uasii (SFG. 15 50, 1), gfiki k û l u ist demnach soviel wie hebr. ^ v j Njjn Ruth 1, 9; I

T T

Gen. 27, 38. — Z. 25. Zu g u l l a t u vgl. SFG. S. 28, 11. — t ê n i â ê t i ist pl. zu * t ê n i § t u --- * t a ' n i à t u „menschliches Wesen", eine Form wie t a k , r i b t u „Gebet". Die Endung ê t i für urspr. â t i ist durch das vorausgehende c uud i veranlafst, vgl. b â l ê l i „Herrinnen", n ë r i 20 b ê t i „Engpässe", é S r ê t i „Tempel", ë p s ê t i „Th.iten", girrêti „Wege" u. s. w. f ü r b ê l â t i , n ê r i b â t i u. s. w. Auch die gewölmliche Pluralendung des Mascul. é (z. B. p a g r è „Leichname") ist aus â (= ân ~ âni) entstanden. Einen Plur. auf Î kennt das Assyr. nicht. — Z. 26 ist ziemlich schwierig zu erklären. Das Vorbum u s a l l û „sie 25 trieben umher" steht nach assyr. Lautgesetzen |s. ABK. 203. >S'c/w\] f ü r * j l i s t a l 1 i 1 û d. i. die Ta-bildung des Intensivst,minies von s a l â l u „hinwegfuhren" 2 ) ; p a g r f t t könnte man als weiblichen Plural von p a g r u „Leichnam" fassen. Da die Zeichen für r a t und r ê sich aber sehr ähnlich sind, der Plural zu p a g r u ferner sonst überall p a g r e 30 lautet, man nach p a g r â t auch statt u s a l l û die l'einininform u s a l l â erwarten würde, aufserdem die Fälle, in denen der Stat. const.r. an Stelle des Stat. abs. steht, im Assyr. aufserordeutlicli selten sind 3) : so glaube ich, dafs p a g - r â t nur ein Schreibfehler für p a g - r ê ist. —

') Vgl. Pognon, L'inscription de Pavian, S. 152. — 2) Vgl. auch Sanhcr. Sm. 123, 80 : m u r n i s k e s i n i i t t i r u k i i p i ' a i n a d ä m ß s u n u g a b ä ü t i i s i U l Q ( = *jasi tili i lü) I i i i r i s „die Kusse, das Gespann meiues Wagens, schwammen iu ihrem (der Feinde) massigen Blut wie in einem Strome". — 3 j Siehe z. Ii. IV II. H>. ti : H e i Sa i n a u z z i S u m ä l j i r (statt m ä h i r a i Iii i s ü „liel der in seiner Macht keinen Kivalen hat."

Excurs. Bei

den

Der keilinschriftliche Siutfluthberieht.

drei v o r h e r g e h e n d e n

F a s s u n g möglich.

Zeichen U . E I . B E

ist

75

eine doppelte

E n t w e d e r fafsc m a n BE, das a l s I d e o g r a m m „ L e i c h -

n a m " bedeutet, als s t u m m e s D e t e r m i n a t i v zu p a g r e , oder m a n

nimmt

u r i b ê als Ein W o r t , als P l u r a l von u r i b u , wozu d a n n hebr. O 1 ? " 1 ^ verglichen werden könnte.

Bei

der

ersten Auffassung wäre

von dem a k k . L e h n w o r t e û r u „ B a l k e n " (II R. 15, 1 0 b ) , vorgesetztem

— Z. 27. N a p p a ä u

pl. mit

5

un d (assyr. T; T T D e r Sinn bleibt j a derselbe in beiden F ä l l e n .

akk. g i ä „Holz"

g u ê û r u ) e n t s t a n d e n ist.

ûrê

woraus

„Luke"

das aram.

steht

für n a n p a ä u

eigentlich „ L u f t l o c h " (arab. ^ ¿ À x ) ;

und

bedeutet daher

vgl. auch syr.

„Zwischen- 10

r ä u m " und h e b r . n n v ° u 1111 — U d a ist das g e w ö h n l . a k k a d . W o r t -V (bez. I d e o g r a m m ) f ü r „ T a g e s l i c h t , T a g " assyr. u r | r u . — i m t A k u t ist das Impf, der F o r m J j ü ä l von mit u

zwischen

den

beiden

d u r c h z o g " u. a. — D û r a p p i — Z. 28. U k t â m m i s deutet eigentlich IV, 25 u ä t a k m i s meine". =



Z.

29.

ina

dîmâ'a

vgl. s i l u

des I n t e n s i v s t , von f ö p )

zusammengedrückt". idi'a

„er be-

Die F o r m

„er liefs die H a n d

d. h. „legte die H a n d

(bez. in E n t w i c k l u n g

dim'u,

T P . S. 153)

wie ¡ J i t ä l u p

„die H a n d ( | * p p ) d r ü c k e n l a s s e n " ; d a h e r Col.

zinnisti

m e i n W e i b in m e i n e H a n d " Plur.

„ f a l l e n " (Lötz,

heifst wörtlich „ M a u e r des A n t l i t z e s " . 15

(Reflexivstamm

„ich w u r d e

des S t a m m e s b e d e u t e t

makâtu

letzten Stammconson.

„meine T h r ä n e n " begriffener D u a l )

drücken

m e i n e s W e i b e s in 20

(vgl. Col. VI, 17) von

dîmu =

„Rippe", s û m u „ D u r s t " etc.

( S F G . 10, 1).

der H ö l l e n f a h r t der I s t a r (Rev. 4) lesen wir ebonfalls : i n a

ist

dimmu pân

In Ea

s a r r i i l l a k â d î m â [ s u ] „vor Ea, dem Könige, tlossen [seine] T h r i i n e n " . 25 — Z. 30. I i a t t u

a-aba

ein

„furchtbares Meer",

vgl. h e b r .

pniT

„An der Seite des M e e r e s " , wie Smith u n d L e n o n n . ü b e r s e t z e n , miifste p â d i a - a b a (bez. t â m d i ) heifseu. — Z. 31. Die v o n L e n o r m . adoptirte U e b e r s e t z u n g O p p c r t ' s „vers les douze points de l ' h o r i z o n , pas de c o n t i n e n t " d ü r f t e sich s c h w e r l i c h r e c h t f e r t i g e n lassen. kam hervor" ( =

* j a t a ' l i j a ) als Ein W o r t

die G r u p p i r u n g clor Zeichen.

— Z

32.

Wenn

N i s i r semitisch ist, so b e d e u t e t er „ R e t t u n g " , Z. 9. Vgl.

etwa zwischen

G S m i t h , Chald. G e n . S. 237;

„es 30

der N a m e

Nizir

bez.

vgl. a m â t n i s i r t i in

Nach Assuru. II, 33 ff. lag der Berg Nizir

j e n s e i t s des u n t e r e n Zâb,

Dafs i t ê l â

zu fassen ist, l e h r t schon

östlich v o m Tigris,

dem 35. u n d 36. B r e i t e g r a d e . 35

F. Del. P D . S. 105.



itêmid

( F o r m J.*Äsl von "1QJ/) bedeutet eigentlich „es w a r g e s t e l l t " . — Z. 33. A n a nâSi u l i d d i u heben";

n â s i ist =

heifst eigentlich „er liefs es n i c h t m e h r sieh er*nassi =

— 'A. 34. I S t ê n Û m u Obv. 42 i s t ê n b â b u

„der

u a s ' i , vgl. s a b u „ K r i e g e r " =

erste T a g "

sab'u.

mit der Cardimilzahl wie III. 40

„ d a s erste T h o r " ; dagegen heifst es a u s n a h m s l o s

76

D i « K e i l i n s c h r i f t e n und (las A. T.

ina

maljre

girri'a

„in

meinem

ersten F e l d z u g e " .

s u m m a t u g r a d e die „ T a u b e " b e d e u t e t ,



Z. 38. D a f s

liifst sieh nicht beweisen,

a b e r iu h o h e m Grade w a h r s c h e i n l i c h ; v g l . Del. l'D. S. 107. ist a u s d e m A k k a d . e n t l e h n t ( S F G . 51, 7i. 5 aram.- { i j y j l j p und A r i b u = holte Schreibung i p ä s i

S i n C m t u ist offenbar das

hebr. 3Tjf.

(bez. i p ä ä i i =

Auffallend

ist

die w i e d e r -

* i p a ä i ' u ) statt i b A ä i .

i p ä ä i a b e r w i r k l i c h „er ist" bez. im Z u s t a n d s s a t z e „er war" wird,

wie

schon Del. bemerkt

hat,

10 das

unmifsverständliche

ni-gal

II R. 16, 1 6 g . h i p p a k ä , bekanntlich

in

das Sprichwort

ist"

entspricht.

„Seele",

Umgekehrt

bitlujiu

eigentl. das

sich

schreibt

würde

Xebukadnezar

„fürchtend" etc.

zusammenziehen,

man

statt

äa i n e

aber

ist Priis. von» s a h ü itari

hebr. n n t i ' j T

20 rung



9

Ez.

D e l . (Chald. Gen. S. 320) nicht

„ich

einen 26

Für

Z. 45. a n a i r b i t t i

hebr. J T j n n machte

-

sicher

iiäre



„ich m a c h t e

wo

a u f dem

i u a n i e er„im

allenfalls

Wasser Präsens

halte ich m e i n e E r k l ä -

„u.'K'li ( h u 4 W i n d e n "

A ä k u n s i n k in u

e i n e n Altar".

Ort b e z e i c h n e n ,

konnte

Z. 43.

T

X I 1 sein.

„zögern" =

nicht.



S t a m m ~l~ip.

waten,

schwimmen" =

steht

s i c h e r für

a l s das ( u n b e w e g l i c h e , todtenstarre) „Aas"

diesem Falle

Akkad.

Ebenso

w a r t e n . — Z. 44. i s d ( i i „er w a t o t e "

von t a r ü

(Del. Ass.

die a k k a d . C o l u n m e zeigt,

nabiätu

f a f s t es

Wasser,

wie

„weinen"1).

k a r f t r u „Abnahme" 15 L e n o r m .

„er

bakü

ibbakävon

durch

Dafs

bedeutet,

w o der Niphalform i p p a s i im

L e s e s t . S. 71, Z. 12; erwiesen,

ist

D a s Wort

eine Libation"

„Surkinu

m a n Opfer

nach

bedeuten

kann aber

darbringt.

wie

soll

Von

und

sehr

(lern

wohl

targum.

„ a u s s c h ü t t e n " m ö c h t e ich d a s W o r t aber uiclit ableiten, da dieser Stamm

im A s s y r . n i c h t

präfig. zurück

auf den Stamm

Synonym von s a p ä k u 3 0 ist.

Saräku

dann

„opfern". adagur,



assyr.

saräku,

Zikküratu

der das

„Gipfel,

Noniinalbilduugen

durch

nach

o&xov.

ist

Del.

urspr. „leer ¡syr.

Höhe",

akkadiseh. (Chald.

Uktin

und

dann

Gen.

ist.



Ein

und n ä r Z a p i s u p a l i

als

^ .• m

machen",

endlich

allgemein

spccicll -

Z

als =

die

babyl.

47. D a s W o r t

S j tionyiii

S. 32(1)

ein Gcfiifsdavon

NPND

*uktawwin

*) V g l . a u c h das ölten a u g e f i i h r t e r u k ü p i ' a rukübi'a

geht

durch S c 37 u. a. S t e l l e n

das v o r a u s g e h e n d e D e t e r m i n a t i v wird,

mit

Surkinu

\vgl. p p 2 ) „ausgiofseu" gesichert.

etagenförmig aufsteigende Thurm.

sütu,

griech.

der

die

aufweisen.

ein T r a n k o p f e r darbringen"

35 u a m e g e k e n n z e i c h n e t HNp),

auch

und t a b ä k u

bedeutet wie n a k ü

„ausgiefsen,

Pyramide,

das

vorkommt;

a u s n a h m s l o s die F o r m s u k t u l u

-

Z.

.^ne.in W a g e n "

statt Z i i b i KG F. 2i>'.t.

ist

(hebr 48.

statt

Exeurs.

Attiibak, gin)

Form

Jotisl

von

ist hier wie

hebr.

¡13p

mus":

IV R. 62, 5 8 a

wohlriechende Rohr" J e r . 6, 20.

tabäku

„ausgiefsen";

steht

dafür

das

genauere

(Qjgfa ¡-¡Jjji a s s y r . k a u f t

auch

uoch

Surman

vgl Del. PL). S. 107. R i g g i r

Kal„das

hebr.

¡"!3p

=

und

rig-

Zu s u r m a n u u d

erin

Kräuter

u u d g i r „Blitz"

bedeutet,

ausführt,

in

flg

und H a r z e "

auf

d.

„ w o h l r i e c h e n d e 10

assyr. b i r k u . im A s s y r .

einem Versehen : nicht

rigbal

dem M o u a t s b e r

speciell

A n g a b e Del.'s ( S c h r i f t t . Nr. 137), dafs r i g g i r beruht

5

setzt sich z u s a m m e n a u s a k k . r i g , das „Ge-

(Lötz, T P . S. 95) oder, wie S c h r ä d e r

sondern

(akkad.

duga

äurmeuu)

Berl. Akad. d. W . 1881 S. 413

kraut",

gi(n) tabu

(assyr

b a l „C'ypresseuholz" u n d „ B e i l k r a u t " g e n a n n t .

zu lesen sei,

kauft

speciell „das w o h l r i e c h e n d e Rohr,

An d e r e b e n a n g e f ü h r t e n Stelle w i r d a u f s e r g i ( u ) ,

i r i n und r i g g i r

wächs"

77

Der keilinschriftliche Sintfluthbericht.

Die

ballukku

riggir

das „Blitz-

d a s „ B e i l k r a u t " wird K. 4545 d u r c h

bal-

l u k k u oder p ä l ü k u e r k l ä r t . — Z 49. Zu i r i ä u „ D u f t " vgl. G u y a r d 15 im J . A

tome XV, . § 53, 50

201

üel

>

Assyr.

zu

zumbu

Stud. S. 63.

(für —

zubbu)

„als d a r a u f " ist schon a u s H I . Rev. 0 b e k a n n t . steht dafür a r k i ullu

„dieser"

„darauf".

Ullanu

(vgl. h e b r .

¡"i^N'

„Fliege"

Z. 51. U l t u

ist

Z. 76 der Vorderseite

durch

gebildet.



das Affix -an Z. 52

und

schwierig, weil das letzte W o r t in Z. 52 v e r s t ü m m e l t ist. die grofsen Bogen, ki suhi[su?|

welche der ( I l i m m e l s g o t t ) A n u m ')

geuiüfs [seinem] s u l j u ( ? j 2 ) .

g l a n z " denken, zeigen,

Man

53

„Sic

von sind 20 erhob

gemacht hatte

k ö n n t e an „ S o n u e u -

I h a t aber, wie die entsprechenden a r a b . W ö r t e r

unpunktirtes

Z. 52. I l ä n i

hebr.

ullfinü-ma

auuüti

was im Assyr. als N erscheinen luzagin

kiäftdi'a

S c h m u c k meines H a l s e s " ist mir seinem Sinne

„diese G ö t t e r nach

mülste. — 25 seien

der

nicht recht klar.

Die W o r t e k ö n n e n aber k a u m a n d e r s übersetzt werden. Z u lft in dieser Anwendung

vgl. IV K. 48, 9 a,

wo

die Göttin Istar

dem

Izdubar

ihre

H a n d a n t r ä g t u n d zu ihm s a g t : a t t a l ü i n u t i - m a a n a k f i l ü ' a s S a t k a „ d u sollst mein Mann sein

und

ich dein

Weih",

30

f e r n e r III. R e v . 26

') Das a k k a d . A - n u m bedeutet eigentlich „das obere W a s s e r " a s s y r . 111 e e l f i t i . - 8 ) Vgl. hierzu die Stelle IV R. 27, 19 fl' i u a äadi". k i m a r i m i e k d u r a b s u i k a r i K i s u k i m a S a r u r s a r n s i i 11 a u a 11 Ii i t ü | k i m a k a k k a b s a m e n a b ft 111 a 1 u s i h ä t i d . h . „auf den Bergen lagert er sieh wie ein g e w a l t i g e r wilder O c h s | seino H o r n e r l e u c h t e n wie der ( i l a n z der Sonne | wie der S t e r n dos H i m m e l s , w e l c h e r (den A n b r u c h des T a g e s ) v e r k ü n d e t 1 a k k a d . d i l b a t d. i, . I t h ' i f I i i ) , ist er voll von Hello (?)."

78 und 27 s i l l i d ü r i

Die Keilinschriften und das A. T . lü

manzazuka,

asküpatu

S a b ü k a „der Schatten der Mauer sei dein Ruheort, die Schwelle dein Sitzplatz." Das akkad. z a g i n bedeutet „glänzend", assvr. n a m r u , dann speciell auch eine glänzende Steinart, assyr. u g n ü , vgl. Del. 5 PD. S. 108. — i m ä i „er beachtete nicht, vergafs" ist aus den histor. Texten bekannt. Es wäre an sich möglich, dafs der noch nicht belegte Infin. zu diesem Stamm n a ä ü lautete und die Schreibung i m ä i , da man statt S a m s u , S o n n e , , l j a m ä ä „fünfzig" S a n ä u , h a n s ä sprach, ebenso aufzufassen wäre wie z. B. äthiop. I /\{i"lJ2? ' 10 was doch sicher e m b a l a , e m b a i n a gesprochen worden ist, Gegen diese Annahme spricht aber die Niphalform i m m a ä i . Col. IV. Z. 5. K a r ä ä u kann dem Zusammenhange nach nichts weiter bedeuten als „Verderben, Vernichtung, Untergang". Da auch die Lesung k a r ä S i mit jj nicht unmöglich ist, so könnte man alleu15 falls auch im Hinblick auf aram. tt'^lp (arab. ( j » / i ) an die „kalte Fluth", „das nasse Wassergrab" denken. — Z. 7. l i b b a t u (Fem. von l i b b u „ H e r z " ? ) kommt nur hier vor. „Zorn" heifst sonst u g g a t u m (akkad. i b ) von a g ä g u (impf. S g u g ) „zürnen". Ist etwa l i b b a t i i m t i l l i ein Schreibfehler für l i b b a ä u i m t d l i „sein Herz füllte sich" ? — Z. 11. 20 si p [r u - i u] würde eine Permansivform sein wie m i l k u Z. 23. — Z. 13. A b k a l l u (ideogr. n u n - r a ® d. i. „erhaben-)-Mann", auch n u n g a l „erhaben -)- grofs" V K. 13, 35a) ist ein akkad. Lehnwort. Der zweite Theil des Compos. ist derselbe wie in e k a l l u „Palast" hebr. — Z. 16. Zu r u m m i Imper. I'i'el von r a m u und s u d u d siehe T 25 Del. PD. S. 145. I b b a t i k Niph. von b a t ä k u „abschneiden" (vgl n p 3 Ez. 16,40) dann „vertilgen". — Z. 18. Ueber b a r b a r u „Schakal" I

- T

oder „Hyäne" siehe Hommel „Namen der Säugethiere bei den siidsemit. Völkern" S. 292. — Z. 22. A d r a h ä s i s s u n a t a u ä a b r i s u kann nicht heifsen „Hasisatra a interpretd uu songe" (Lenorm.), sondern 30 uur „Adrahasis, einen Traum sandte ich ihm" eigentlich „liefs ich ihm entstehen"; u s a b r i ist Schaphel von {. s a r m â t A s s u r , h a b a l A s u r - r ï s - i - s i ,

5 7. s a r

mât

58. s a r

A s s u r, h a b a l

Mu-tak-kil-Nusku,

mât A s s u r - m a ka-sid istu mât A-har-ri

KO. a d i

59. t i â m - d i r a b î - t i s a

tiâm-di

sa mât

Na-i-ri,20

( i l . III. s a n î t i a n a m â t N a - i - r i a l l i k d.i. 5 2. „ U n t e r dein Beistand Asur's, Sainas, Ramman's, der grofsen Götter, meiner Herren, 55. bin ich, Tiglath-Pileser, 56. König von Assyrien, Solin des Asur-rîs-isi, 57. des Königs von Assyrien, Sohnes des Mutakkil-Nusku, 58. des Königs von Assyrien, 25 herrschend von 59. der grofsen See des Weätlandes (iü. bis zur See des Landes Nairi. Lande Nairi gezogen."

Dreimal

bin ich nach dem

W i e wir nicht nöthig haben zu

erinnern, folgt aus dieser Stelle, dafs die Assyrer schon zu Samuels Zeit und früher sieh das „ W e s t l a n d " , also sicher 30 Phönicien, machten. —

vielleicht auch Israel,

vorübergehend

Dieser Name n i â t A h a r r i

tributär

für Phönicien-

Die Keiliuschriften und das A. T .

92

P a l ä s t i n a war in G e b r a u c h bis zur Zeit Sargons, der sich selber noch wiederholt in seinen Inschriften desselben bedient.

A b e r bereits bei ihm findet sich auch schon der

s p ä t e r in A u f n a h m e g e k o m m e n e N a m e m â t II a t t i „Chatti5 l a n d " s. d a r ü b e r zu V. 15.

D o c h hielt sich immer noch

daneben die alte Bezeichnung „ W e s t l a n d

"Wir begegnen

ihr noch bei S a n h e r i b ( N a b . J u n . Inschr. 68), und bei Asurbanipal tritt dieser alte N a m e u m g e k e h r t wieder völlig in seine alten R e c h t e ein ;

derselbe ist

bei ihm wieder die

10 alleinige B e z e i c h n u n g f ü r Phönicien-Palästina K G F . 2 3 2 ff. tOStf Sabäa

und Dedan.

„Bei der Differenz, dafs

S c h e b â u n d D e d â n in der V ö l k e r t a f e l als Kuschiteu und Nachkommen des R a ' m â , G e n . 2 5 , 3 als Abrahamiden erscheinen, ist zu berücksichtigen, dafs die verschiedenen Bezeichnungen 15 auf zwei verschiedene B e r i c h t e r s t a t t e r z u r ü c k g e h e n , so dafs eine auf die verschiedene ethnologische Classificirung gestützte U n t e r s c h e i d u n g noch eines dritten Suhebâ (Knobel) k a u m gerechtfertigt sein d ü r f t e " ( K G F . 8 7 flg.j. — l i e b e r die U n t e r s c h e i d u n g von Süd- u n d N o r d - S a b ä e r n s. zu 25, 3. 20 Vgl. auch zu V. 2 8 . 8.

Nimrôd.

Auf den babylonischen oder assy-

rischen M o n u m e n t e n ist dieser N a m e bislang noch nicht gelesen.

Mehreres —

und es ist das Wesentliche — , was

in der Bibelstell,e von Nimrod a u s g e s a g t und erzählt wird, 25 wie, dafs er ein Babylonier,

dafs er ein gewaltiger

war, dafs er das L a n d durchzog, a u c h zwar nicht g e g r ü n d e t , schersitze dem

gemacht hätte,

dafs er Erech — wenn

so doch — zu seinem H e r r -

wird auf den Thontafeln

altbabylonischen H e l d e n

Jäger

Ist u b a r

von

(Aussprache un-

30 sicher) berichtet, und es ist demgemäl's bereits wiederholt dieser H e l d der babylonischen S a g e mit jenem

biblischen

Nimrod identificirt worden ( G . Smith ; P . H a u p t j .

Der Letzt-

1. B. Mose 10.

93

g e n a n n t e g l a u b t den Namen als ein altbabylonisches G e n tile — „der von M a r a d " deuten zu k ö n n e n : M a r a d , auch A m a r a d * ) , w a r gemäfs II R. 4 7, 1 7 d ( M a - r a d - K I ) u. ö. eine mittelbabylonische S t a d t .

S. P . H a u p t , d. keilinschr.

Sintfluthber. ( 1 8 * 1 ) S. H; vgl. Del. P D . a n m e r k t , dafs Smith g e n a n n t e s M a r a d ,

2 2 0 , der noch A m a r a d mit der

um diechaldäischen S ü m p f e und Seen b e l e g e n e n babylonischen L a n d s c h a f t 'A(iaQÖoxaiu (so

lies!)

des P t o l e m ä u s V,

20

(19), 3 (Willb. 3 8 3 ) zusammengestellt habe**). 10.

Anfang

seiner Herrschaft

war

Babel.

Dieses

stimmt zu Allem, was wir sonst ü b e r das Verhältnifs von Assyrien zu Babylonien wissen.

W i e die assyrische Schrift

und die assyrische Religion, wir d ü r f e n sagen die g e s a m m t e assyrische C u l t u r zuletzt in Babylonien wurzelt, so ist auch die politische O b m a c h t Babyloniens

allmählich

nordwärts

v o r g e r ü c k t , bis das erstarkte Assyrien sich vom lande u n a b h ä n g i g machte, ständiges Reich erstand.

Mutter-

und hier im N o r d e n ein selbW i e die H e r r s c h a f t sich allmäh-

lich vom S ü d e n nach dem Norden verbreitete, das lehrt uns auch noch der U m s t a n d , dai's die H a u p t s t a d t des nördlichen Reiches zuerst das diesseit des T i g r i s und südöstlich von Niniveh, da, wo heute die Ruinen von K a l ' a t - S c h e r k a t sich befinden, belegene Asur***) w a r f ) .

*) Zu dorn W e g f a l l des a n l a u t e n d e n a Ainadai —-• Madai u. a. in. (.1. Olshatisen).

E r s t seit Asurnasir-

vgl. A m a r d i =

Mardi,

**) A. H. Sayce b e t r a c h t e t e n a c h Jos. G r i v e l ' s A n d e u t u n g e n den N a m e n als die semitische U m f o r m u n g des a k k a d i s c h e u A m a r - u d d . i . des „ S o n n e n k r e i s e s " , das seiher mit M a r u d u k (aus A m a r - u t n k ) = „ M e r o d a c h " identisch w ä r e ( A c a d e m y 187-1 Nr. 03 p. 179). ***) Vgl. -L. 13. Tigl.-l'il. I. col. 11. 95 : „(sie b r a c h t e n T r i b u t ) a - n a i r - j a A - s u r „in meine .Stadt A s u r " ; vgl. V, 02. f ) I n s c h r i f t e n dieser iiitesten a s s y r i s c h e n K ö n i g e öffentlicht 1 llawl. ti. Nr. I - - I V . Auch die grol'se

finden sich verCylindcrinschrift

Die Keilinschriften und das A. T .

94

habal, dem E r b a u e r des Nordwestpalastes und Xeugründer Chalah's ( 8 8 5 — 8 6 0 v. Chr.), ward die nördlichere Residenz dauernd die H a u p t s t a d t des assyrischen Reiches.

Für

das Nähere s. zu V. 11. 5

Babel, Erech, Akkad,

Kalneh im ]jande. Sine.ar.

d. i. Babylon am E u p h r a t in bekannter Lage.

Babel

Ueber die

Etymologie des Namens s. zu K a p . 11. 9. — E r e c h ~"IX gr. ÜQyori ist seither wieder entdeckt in den Ruinen von W a r k a am linken U f e r des unteren Euphrat, südöstlich von 10 Babylon.

Dafs wir es hier mit einem Sitze uralter Cultur

zu thun haben, lehren abgesehen von der Beschaffenheit der Ruinen selber (s. über diese W . K . Loftus, Chaldaea and Susiana ( 1 8 5 7 ) p. 139 ss., nannten englischen

1 6 0 ss.)

Ingenieur

zu

die durch den ge-

Tage

geförderten

In-

15 schriften altbabylonischer Könige, unter ihnen des U r u k (? — * ) )

und

seines Sohnes D u n g i .

Stadt, im heimischen Dialekt A r k u adjektiv A r k a i t u

Den Namen

der

(s. das Bezichungs-

„die (Göttin) von A r k u " Assurb. Sm.

2 5 0 , o), auch U r u k

IV R. Nr. 3. 19, 4 6 / 4 7 ; vgl. I I R.

20 5 0, 5 0 b ff. i lautend, hat O p p e r t als „Mondstadt 8 gedeutet (Exp£d. e n M f e . I. 2 6 4 ) ; allein das Ideogramm für „ M o n a t "

T i g l a t h - P i l e s e r ' s I (pl. 9—IC) s t a m m t a u s der Stadt Asur ( K a l ' a t S c h e r k a t ) ; desgl. die S t e i n t a f e l i n s c h r i f t R a m m a n - n i r a r i ' s I (IV R. 44) mit dessen R e g i e r u n g wir bis ins 14. J a h r b . hinaufgegangen. U r im A k k a d . - S u m i r . g e m ä f s Syll. 850 (ASKT. p. 35) das Aerjuivalont des a s s y r . a m f v j i l u „Mann, M e n s c h " ist, dazu das mit dem G o t t e s d e t c r m i n a t i v v e r s e h e n e weitere Zeichen g u r d u r c h a p s u e r k l ä r t wird, g l a u b t 1'. H a u p t den N a m e n assyrisch A m i l - a p s i umsetzen u n d als soviel wie „ M a n n des O e e a n s " b e d e u t e n d erklnreu zu Nullen. Zu vgl. A S K T . 76 Z. 11. 15. 2 1 ; lljR. 58 Nr. 0 Z. 53; IV R. 1,3Gb (AN. G U R die M u t t e r E a ' s ) ; Del. bei H a u p t , Sum. F G . 1, 5 4 ; H a u p t iu A S K T . H e f t I V zu d e m betr. Zeicheu (Nr. 265 flg.).

1. B. M o s e

(Svll. 85.

95

10.

ist ein anderes und dazu wird unsere Stadt

im Hebräischen und Babylonischen "["IN mit K a f , nicht mit Chêt = n i N geschrieben, wie man erwarten sollte, da auch im Assyrischen laut angef. Syllabar der „ M o n a t " ( m i t ) hiefs.

arhu

Endlich ward in dieser Stadt nicht sowohl der 5

Mondgott Sin (wie in Ur-Mugliair), sondern eine weibliche Göttin AN . R I , vermuthlieh die D i n g i r r i , die wohl wieder mit der Beltis identisch ist, verehrt s. Nebuc. Bell. Cyl. II, 5 2 : „Istar, die erhabene Herrin (bilit) v o n U r u k " (Oppert). W i r haben auf eine Etymologie des Namens vorläufig zu 10 verzichten *). — A k k a d

kommt als babylonischer Land-

und Volksname häufig in den Inschriften vor.

Ein „ L a n d

A k k a d " ( m â t A k k a d i) führt die synchronistische Tabelle über assyrisch-babylonische Geschichte I I B a w l . 65. Z. 52 a.b. auf ; des Gebietes der Akkader geschieht

häufig in den 15

Titeln der assyrischen und babylonischen Könige Erwähnung, welche sich gern als s a r S u m i r i u A k k a d i „König von Sumir und A k k a d "

bezeichnen.

Trotzdem

können

wir über die Lage dieser Stadt, bezw. Landschaft Sicheres auf Grund der Inschriften nicht aussagen. lieh, dafs wir das Gebiet von A k k a d zu suchen haben, Namen Akkad

in Nordbabylonien

wie denn die Assyrer demgemäfs den

auch auf

das südliche Hinterland, insbe-

sondere Babel mit Ubertrugen.

8. die Nachweise K G F .

5 3 3 flg. und vgl. in D L Z . 1881 S. 99ti. Stadt ist Akkad

Feststeht ledig- 20

Als Name einer 25

bisjetzt auf den Inschriften noch nicht

nachgewiesen. Dai's Akkad die semitisch-assyrische Umformung des Namens der in der unmittelbarsten Nähe von Sipar-Sepharvaim (s. u.) zu suchenden, seit den ältesten

*) Kiiie s o l c h e v e r s u c h t „Wohnsitz")

l ' D . 221.

Del. ( u r u - u k

v e r h ä r t e t (?) a u s

uuu-ki

Dio K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

96

Zeiten e r w ä h n t e n S t a d t A g a t i (oder A g a n i ? ; w a r (G. Smith), ist bis j e t z t noch

immer lediglich H y p o t h e s e K G F . 2 9 4

A n m . * ) . — Nicht besser steht es mit dem vierten Stadtnamen

K a l n e h , n u r dafs betreffs dieses die Inschriften

5 a u c h nicht einmal den N a m e n selber an die H a n d geben. D i e von Delitzsch P D . 2 2 5

ausgesprochene

Vermuthung,

dafs K a l n e h mit dem O r t s n a m e n K u l - u n u , der IV Rawl. 3 8 Z. 9 a in einer Liste babylonischer Städte erscheint, identisch sei, ist ansprechend ; doch läfst sich, so viel ich sehe, 10 bis j e t z t die Identität der biblischen und der betr. babylonischen S t a d t sonst näher nicht erhärten.

A n d e r s verhält

es sich dermalen mit dem N a m e n Sinear.

S. zu 11, 1.

11.

Von diesem

Lande

zog

er

nach Assur.

Wir

sahen oben, wie diese Notiz ü b e r die G r ü n d u n g der assy15

rischen H e r r s c h a f t von B a b y l o n aus durchaus zu dem stimmt, w a s uns die M o n u m e n t e an die H a n d geben. keit

der

Die Richtig-

befolgten U e b e r s e t z u n g im Gegensatze

zu

der

a u c h wohl vorgeschlagenen : „von diesem L a n d e zog Assur a u s " , g e g e n welche ohnehin spricht, dafs von einer E i n z e l 20 person Assur das A. T . sonst nirgends etwas weifs, erhellt aus dem Gegensatz, in welchen zu dieser Aussage

durch

das iro^DD rrtt'NI V. 10 die a n d e r e , betr. die G r ü n d u n g von Babel gestellt wird, sowie dafs man bei der v e r w o r f e n e n U e b e r s e t z u n g die N a m h a f t m a c h u n g des L a n d e s

vermifst,

25 in welchem Assur Niniveh u n d die übrigen Städte g e g r ü n d e t h a b e vgl. V. 10. 11.

Sonst s. D i l l m a n n z. d. St.

und baute Niniveh

12. und Uesen zwischen grofse Stadt.

und Rechoboth-Ir

Niniveh

und

Chalah,

und Chalah : das

ist die

Bezüglich dieser Notiz steht vorab

darauf

30 hinzuweisen, dafs dieselbe d u r c h a u s nicht mit d e r T l i a t s a c l i e *; D e l . l ' D . 198 zweifelt indefs an ihrer Richtigkeit nlelii.

1. H. Mose 10.

97

in Widerspruch tritt, dais Chalak erst seit dem Anfange des 9. Jahrh.'s zur Residenz der assyrischen Könige erhoben ward. Mit dieser Erhebung Chalah's zur Reichsresidenz ging Hand in Hand nicht die Gründung, denn vielmehr eine Neugründung des Ortes. Dieses sagt uns der betr. König 5 Asurnasirhabal selber ganz ausdrücklich. Sowohl in seiner grolsen Monolithinschrift, als in der kürzeren sog. Standardinschrift spricht er sich hierüber in der unmifsverständlichsten Weise aus. Er sagt (Standardinschrift Z. 14. 15.) : 1 ' r K a l - h u m a h - r a - a s a S a l - m a - n u - u s s i r s a r m â t 10 A s s u r r u b û a - l i k pa-ni-a i b u - u s i r su-u i - n a - a h m a i z - l a l i r su-u an a is-su-ti a b - n i d. i. „Die alte Stadt Chalah, welche Salmanassar, König von Assyrien, dergrofse, welcher vor mir wandelte, gegründet (BbJ»'), diese Stadt verödete und kam herab, diese Stadt erbaute ich von 15 Neuem." Hiernach hat Asurnasirhabal Chalah lediglich neuerbaut (und zur königlichen Residenz erhoben); der eigentliche Gründer war der ältere Salmanassar, der um das J . 1300 v. Chr. lebte. Die Gründung Chalah's fällt somit c. 500 Jahre vor die Zeit, da die uns beschäftigende 20 Stelleder Genesis von dem rund 800 schreibenden jahvistischprophetischen Erzähler *) concipirt ward. Noch höher hinauf läfst sich die Existenz von Ninua-Niniveh verfolgen, wo schon im 19. resp. 15. Jahrh. v. Chr. die Assyrerfürsten Samsi-Ramman und Asuruballit Tempel bauten bezw. restau- 25 rirten. Bei dieser Lage der Dinge überrascht es übrigens auch andererseits nicht, dafs der Verfasser die noch vor die Erhebung Niniveh's zur Reichshauptstadt fallende Gründung der Stadt Asur (Kal'at-Scherkat) gänzlich mit Stillschweigen übergeht. Zur Zeit des prophetischen Erzählers 30 *) Vgl. de Wctte-Schrader, Kinl. in's A. T. 8. A. S. 320.

7

98

Die Keilinschriften und das A. T.

hatte die alte Reichshauptstadt schon längst aufgehört, Residenz der Assyrerkönige zu sein und war ata solche bereits in Vergessenheit gerathen. Angemerkt sei nämlich hier noch, dafs bevor sowohl Asurnasirhabal (s. o.) als auch sein Sohn 5 Salmanassar II ihre Residenz nach Chalah verlegten, dieselben in Niniveh residirten (s. die Nachweise in Art. Ninive H W B A . 1085 a) : wohl zweifelsohne hatten schon ihre Vorgänger zeitweilig die Residenz von dem militärisch exponirten Asur diesseit des Tigris weiter nördlich nach dem 10 strategisch viel günstiger gelegenen Niniveh jenseit desselben verlegt. Angehend das Verhältnifs der in der Bibelstelle aufgeführten vier Städte zu einander und ihre nähere Lage, so werden zwei von ihnen auch in den Inschriften erwähnt : 15 Chalah und Niniveh ; von ihnen ist somit bei der Erörterung auszugehen. Von diesen beiden ist zunächst die Lage Chalah's unmittelbar feststehend, dieses nämlich durch die Inschriften Asurnasirhabal's und die Lage des von ihm erbauten Nordwestpalastes, der eben in dem von dem in den 20 Tigris sich ergiefsenden oberen oder grofsen Zäb gebildeten Winkel, also da belegen ist, wo heute Dorf und Hügel Nimrüd sich finden. Chalah war somit, um es kurz zu bezeichnen, die ninivitische Südstadt. Hier wurden auf der sog. Palastterrasse später aufser dem Nordwestpalaste vor25 nehmlich noch der Central- und der Südwestpalast erbaut, jener von dem Sohne Asurnasirhabal's, Salmanassar II, dieser von dem aus der Bibel bekannten Asarliaddon. Aufserdem erbaute auf der Plattform von Nimrüd und zwar in ihrem südöstlichen Winkel der Enkel Asarhaddon's, Asur-idil-ili, 30 ein bescheidenes Gebäude. Der genannte Centraipalast ward später umgebaut, bezw. neuaufgebaut von dem biblischen Tiglath-Pileser (II).

1. B. Mose 10.

99

Etwa 3 0 K M . nordwestlich von Nimrüd, ebenfalls am linken Ufer des Tigris, der Stadt Mosul gerade gegenüber, liegt jetzt, nördlich, bezw. nordwestlich und rechts von dem in den Tigris sich ergiefsenden Chausar, Husur, das Dorf Kujundschick.

dem inschriftlichen

Hier ist der zweite grofse 5

Ruinenort, welcher im Süden die Ueberreste des Palastes des Sanherib,

im Norden diejenigen des Palastes seines

Enkels Asurbanipal

enthält.

Dazu kommt noch südlich

vom Chausar der Ruinenhügel des Propheten J o n a s (NabiJ u n u s ) mit den Ueberresten von Palästen Sanheribs und 10 Asarhaddons.

Diese mit einer Ringmauer umgebene Stadt,

bezw. dieser Stadttheil, führt in den assyrischen Inschriften im Speciellen den Namen N i n u a (Ni-na-a)

„Niniveh".

Von

(Ni-nu-a), auch

Ninä

hieraus unternehmen

Asur-

nasirhabal und Salmanassar I I ihre Züge wider ihre Feinde, 15 so lange sie sich in Chalah noch nicht ihre besonderen Paläste erbaut haben.

E s ist nach „ N i n u a , seinem Herr-

schaftssitze , dafs Sanherib nach dem Zuge wider J u d a a

Aegypten zurückkehrt (I Rawl. 39, 3 9 ) ; in „ N i n u a " baut er sich

er-

den in seinen Ruinen wiederaufgefundenen 20

P a l a s t (ibid. 4 2 , 2 5 ) u. s. f. * ) Seit

und durch Sanherib

scheint

dieser Theil des

grofsen Städtecomplexes zwischen Zäb und Tigris überhaupt

* ) F ü r das Nähere s. meinen Art. „ N i n i v e " in Eiehm's H W B A . I I . X I I (1879) S. 1084 ff. In demselben habe ich S. 1093 gelegentlich der Erörterung der Identität von Xeuophon's L a r i s s a mit dem monumentalen Cbalah-Kalah und von desselben M e s p i l a mit K u j u u d s c h i c k Niniveh die V e r m u t h u u g ausgesprochen, dafs in diesem letzteren Namen wohl möge das assyr. l i i u s p u l u „ebener P l a t z " , „ U n t e r s t a d t " (vgl. Stand.-Inschr. 17) stecken. E s freut mich, hier anmerken zu können, d a f s A. H. S a y c e in dem weiterhin citirteu, nur wenig später erschienenen Aufsatze u n a b h ä n g i g von mir auf dieselbe Vermuthung gekommen ist.

7*

100

Die Keilinschriften und das A. T.

eine so hervorragende Bedeutung,

namentlich f ü r das Aus-

land erhalten zu haben, dafs seitdem der Name dieses Stadttheiles (um uns so auszudrücken) zum Gesammtnamen des Städtecomplexes zwischen Zäb und Tigris ward. hundert Jahre

vor Sanherib

sehreibender

zähler kennt diese Gesammtbezeichnung

Unser

biblischer Er-

noch nicht ! E r stellt

Niniveh noch Chalah einfach g e g e n ü b e r ; Niniveh ist ihm g e n a u wie Chalah ein Quartier

der „grofsen S t a d t " , für

welche ein gemeinsamer oder sagen wir einheitlicher Name ihm noch nicht bekannt war. Bezüglich R e s e n ' s liefert uns die Bibel eine orientirende Notiz in der B e m e r k u n g : „Resen zwischen Niniveh und C h a l a h " .

D a letztere beiden Oertlichkeiten ihrer L a g e

nach fest bestimmt sind, so kann im Allgemeinen über die L a g e von Resen kein Zweifel sein : es mufs auf der Ostseite des Tigris zwischen Nimrüd

und Kujundschick, wo

das

Terrain noch heute mit Ruinen bedeckt ist, gelegen haben. Sanherib erwähnt in der Bavianinschrift Z. 9 unter

den

achtzehn S t ä d t e n , von denen allen er Kanäle nach dem Niniveh mitten

durchschneidenden

Husur

oder Chausar

geleitet habe, auch einer Stadt ( i r ) R i - i s - i - n i =

Risin

(eigentl. „Quellort"), welches gemäfs der Wiedergabe der assyr. Zischlaute im Hebräischen

(ass. \i) = hebr. D)

und bei U n t e r d r ü c k u n g des bei den Assyrern sehr schwach gesprochenen Hauchlautes allerdings zu ]D"1 werden konnte. E s wäre nicht unmöglich,

dafs wir mit A. H. Sayce (Aca-

demy 1 8 8 0 . 1. Mai) in diesem R i s i n das bibl. Resen zu sehen hätten. —

Ueber die L a g e des zu dritt genannten

Rechöböth-I'r

läfst sich bis jetzt Näheres

überhaupt

nicht aussagen, zumal wir bezüglich desselben auch einer orientirenden Bemerkung e n t b e h r e n , bezüglich Resen's besitzen.

wie wir eine solche

Lediglich

der Name

selber

101

1. B. Mose 10.

kann uns hier einigermafsen leiten.

Derselbe ist nun aber

nicht f ü r eine sanskritartige (und doch semitische?!) Wortzusammensetzung zu halten und etwa durch „ S t r a f s b u r g " zu übersetzen (Hitzig).

D e r Sinn ist vielmehr, gemäfs der

Bildung, wahrscheinlich ein ganz anderer.

Gemeint wird 5

sein das Quartier mit den'„weiten, grofsen P l ä t z e n " (P13irP), die vor der Stadt sich befanden.

Diese „weiten P l ä t z e der

S t a d t " sind das, was wir als „Vorstadt" bezeichnen würden, so benannt im Gegensatz zu der eigentlichen und vermuthlich wegen der einschlieisenden Stadtmauer „Stadt®.

enggebauten io

W e l c h e der drei obigen „ S t ä d t e " oder Quartiere

hier insonderheit in Aussicht zu nehmen ist, als in deren Nähe sich diese „ V o r s t a d t " befunden hat : ob Niniveh, ob Chalah, ob Resen, ist nicht mehr auszumachen*). W i e man aus dem Dargelegten sieht, f ü h r t nichts in 15 der biblischen Angabe auf die Nordstadt d. i. die Khorsäbädstadt, in den Keilinschriften D u r - S a r r u k i n stadt", deren N a m e ,

mehr von der Oertlichkeit losgelöst ward. kennt noch der arabische Geograph J ä k ü t lichkeit

„Sargons-

nachdem sie einmal bestand,

nicht

Bekanntlich

dort eine Oert- 20

(S a r'ü n)**), deren Name offenbar aus (D ü r-)

Ö a r r u k i n ( S a r g o n ) einfach verunstaltet ist***).

Das

*) Del., der neuerdings den Namen in analoger Weise erklärt (PI). 261), vergleicht das in den Inschriften Asarhaddon's (I, 53) und Sargon's (Cyl. 34 — 44) erwähnte r i ( r e ) - b i t i r N i - n a - a , oberhalb dessen sich das Musri-Gebirge erhebt. Aber ob hiermit wirklich ein Quartier Niniveh's bezeichnet ward und ob die Hebräer in der Tliat yehörtes Iiibit in Reehöböth würden umgestaltet und so sich mundgerecht gemacht haben, sie, die doch (s. o.) Kiä-ini einlach als jQ^ lierübernahmen? — *») S. Maräsid ed. J u y u b o l l I p. 347; II p. 153; Jäküt ed. Wüstenfeld II, 4 2 2 ; III, 382. ***) Dafs beide Namen historisch etwas mit einander zu thun haben, wird neuerdings freilich bezweifelt. Ii. Hofl'manu, Auszüge etc.

102

Die Keilinschriften und das A. T.

Fehlen dieser Sargonsstadt unter den in unserer Stelle genannten ninivitischen Städten ist sonach abermals ein Beweis dafür, dafs diese Stelle noch vor der Erbauung dieser Stadt, also noch vor 707 (s. zu Jes. 20, 1) concipirt ward, 5 der prophetische Erzähler selber somit vor dieser Zeit lebte und schrieb. W a s schliefslich den Namen „Ninive" betrifft, so böte sich eine Etymologie desselben fast von selber, wenn es sicher wäre, dafs der Name semitischen Ursprungs; n i n u a , 10 bezw. n i n ä liefse sich mit R. wovon ¡"ll.J „Station", „Wohnung", wohl zusammenbringen. Der Name braucht aber gar kein semitischer zu sein : die Assyrer können ihn bereits als an dem vielleicht seit Uralters bestehenden Orte haftend vorgefunden haben. So wird man bis auf Weiteres 15 über Vermuthungen schwerlich hinauskommen *). 14. CPRji^ip Philistäer. Des Landes P a l a s t a v , auch P i l i s t a (II R. 52, 4 0 b * * ) ) d.i. Philistäa geschieht mehrfach in den Inschriften Erwähnung. Am lehrreichsten ist die bereits oben (S. 90) citirte Stelle aus der zu 2 Kön. 20 13, 24 mitgetheilten Inschrift Rammannirars, wo in einer (1880) S. 183 (vgl. 44) ist der Ansicht, dafs wie von Sanhcrib, so auch von Sargon von den Syrern eine Legend« ausgesponueu sei, kraft welcher Sargon auch einen Palast iu den Ruinen von lvliorsäbäd gebaut habe, weshalb eben die betreffende Oertlichkeit mit diesem Namen Q ^ C y o in spaterer Zeit belegt sei. Auffällig aber bliebe dabei nur, dafs sie, die zwischen Nimrod, Tiglatli-Pileser, Sargon, Sanherib, Asarhaddon iu der Wahl des Namens freie Hand hatten, die alte Sargonsstadt nun auch wirklich gerade von dem richtigen Könige erbaut sein liefsen. — *) S. eine solche neuerdings bei Del. l'D. 206, der den Namen aus dem Akkadischeu ableitet. — Wohl sicher richtig ist dessen Deutung des Ideogramms des Stadtnamens als nach seinen Zciehcnelementon soviel besagend wie : „Haus-Fisch" d. i. „Fischhausen'v l'D. 288.

1. B. Mose 10.

103

von W est (Phönicien) nach Ost (Nordisrael), sodann nach Süd (Edom), endlich wiederum nach W e s t fortschreitenden A u f z ä h l u n g tributpflichtiger Völker Vorderasiens von Edom unmittelbar zu P a - l a - a s - t a v d. i. Philistäa übergegangen wird.

Dafs somit diese Landschaft jedenfalls darunter zu 5

verstehen ist, ist zweifellos.

Auffallen mufs es nur, dafs,

während Nordisrael's ( „ L a n d O m r i " ) E r w ä h n u n g geschieht, das von den a u f g e f ü h r t e n Völkern gänzlich eingeschlossene J u d a übergangen ist.

Dafs dieses absichtlich geschehen,

etwa, weil dieses allein nicht tributär gewesen, ist kaum io anzunehmen.

E s gewinnt somit den Anschein, als ob der

Assyrerkönig unter „ P a l a s t a v " d. i. Philistäa, das. j a so wie so bereits ein Gesammtname f ü r verschiedene kleine Staaten und Reiche w a r ,

auch J u d ä a

d. h. dafs von dem von Norden her

mitbegriffen habe, die K ü s t e entlang 15

ziehenden und von Philistäa in J u d a einbrechenden Assyrer Juda

als Hinterland

mit

dem Namen

des Vorlandes in

ähnlicher Weise bezeichnet w u r d e , wie später Gesammtk a n a a n ebenfalls als Hinterland von den von Westen bezw. • Südwesten kommenden

Fremden

mit

demselben Namen 20

Palästina belegt wurde K G F . 1 2 3 ff. 15. ]TS Si.don.

Seiner wird häufig in den Inschriften

gedacht und zwar in der Aussprache i r , dunu

auch m â t

Si-

( S i - d u - n u , S i - d u - u n - n u ) (I ß . 3 5 , 1 2 ; Asur-

nâsirhabal III, Sfi u. sonst); es wird wiederholt mit T y r u s 25 ( S u r r u ) zusammengenannt.

Es zerfiel in das „grofse"

und das „kleine Sidon", dieses gemäfs einer Stelle auf dem Taylorcylinder Sanheribs col. II, 3 8 : i r rabu-u ir S i - d u - u n - n u das kleine Sidon".

Si-du-un-nu

s i h r u d . i. „das grofse Sidon,

Als sidonische Könige werden erwähnt 30

auf dem Sanheribeylinder Taylor's II. 35 : L u - I i - i d. i. zweifelsohne Elulüus ^Joseph. Arcli. I X . 14, 2) =

ass.

D i e K e i l i n s c h r i f t e n und das A. T.

104

U l u l a i d. i. „der vom M o n a t E l ü l a s. K G F . 3 3 6 ; ebend. col. I I , 4 8 : T u - b a-'-1 u d. i. Itbobal ^ a p « (1 Kön. 1«, 3 1 ) ; auf

dem

Prisma Asarhaddon's

endlich

A b - d i - m i - i l ( m i l ) - k u - u t - t i d. i.

col. I, 40.

50 :

„Diener der Him-

5 melskönigin". 17.

der von Arka.

Josephus, Arch. I, 6. 2,

Letzteres ist =

'ÄQXU

Aren

AQX>/

des

des Ptolemäus V,

15. 2 1 und Plinius V, 16. 74, sowie = i r A r - k a - ( a ) der Inschriften Tiglath-Pileser's I I , der dieser Stadt neben Si10

mirra (s. zu V. 18) wiederholt Erwähnung thut ( I I I R. 9, 4 6 ; 10, N r . 3 Z. 3 5 ) . 18.

Arvad

K G F . 116. 4 5 0 . kommt häufig in den ninivitischen

Inschriften vor theils unter der F o r m A r-v a-d a (Asurnasirhabal, Inschr. I ß . 25 col. I I I . 8 6 ) ; theils als A - r u - a - d i , 15 A r-u-a-d a (I R. 4 8 . I, 6 ; Assurb. Sm. 3 1, j ; Ass. Rm. 3 , 9 ) , theils als A - r u - d a (-ai) (Sanh. Tayl. II, 49). Dafs wir es mit dem phönicischen Arados zu thun haben, ergiebt sieh aus der Stelle auf dem Sanheribcylinder, wo es in der Aufzählung zwischen Sidon und Gebal seinen Platz erhalten hat;

nicht

20 minder daraus, dafs Asurnas. es als letzte in der von Süd nach Nord fortschreitenden Aufzählung pliünicisclier Städte (Tyrus, Sidon, G e b a l d. i. Byblos, Machallat (?), M a i z a ( ? ) , Kaiza (?)) stellt, es zugleich durch den Zusatz besondernd (Z. 8 6 ) : s a k a b a l t i ä m t i „welches mitten im M e e r e " , 25 was zu seiner bekannten L a g e auf einer Insel stimmt.

durchaus

Als König von Arvad wird von Asarhaddon M a -

ta-an-ba-'-al thumballes

d. i. M a t a n b a a l =

*?y33fiD phöniz.

Mu-

( P l a u t . ; s. auch Maltzan 10, 3) vgl. liebr.

IHJiPD und den Namen des Arvadäers M a t i n u b a ' l i , dem 30 wir auf der Monolithinschrift Salmanassars II (s. zu 1 K ö n . 16, 2 9 ) begegnen, a u f g e f ü h r t . heribcylinders

erscheinende

Der in der Stelle des San-

Namen

Ab-di-li-'-ti,

der

1. B. Mose

105

10.

seinem ersten Theile nach ( =

unmittelbar klar ist, ist

in seinem zweiten Theile dunkel.

Noch lernen wir einen

K ö n i g von Arvad aus den Inschriften Asurbanipals kennen. Derselbe erwähnt als

solchen

(Cyl. Rassam

II, 63.

81

s. V R a w l . 2 ) den J a - k i - i n - 1 u - u , was wohl aus Jakin-ilû

5

zusammengezogen ist, so dafs der Naine bedeuten würde : „ F e s t stellt G o t t " , also ein Name wäre wie einerseits,

û'p^^

anderseits.

Von

arvadischen

söhnen zählt Assurb. S m . 6 2 , 1 1 7 ff. = ^m'aN; A d u niba'al =

= ^/3tÛ0fc'; P u d i b a l = W l D ;

Königs-

Cyl. Rass. I I , 8 2 ff.

byzty (vgl. H^JÇ/) ; A b i - io

die folgenden auf : A z i b a ' a l * ) = ba'al =

und l13,r'ii"P

bj^lN;

Sapatiba'al

B a'a l j a s u p u =

^ I Q ;

B a'al h a n u n u = )jn^j?3 ; B a ' a l m a lu k u = milk i =

endlich A h i m i l k i =

'IM

Dieser

Ssemar.

griechischen Schriftsteller,

Ort =

; Abi-

"j^DTIN.

—'¡/troc.,

der 15

ILII/VOIC

am Fufse des Libanon,

ist das

keilinschriftliche i r S i m i r (>S i - m i r - r a , S i - m i r - r i ) , zuerst bei Tiglath-Pileser I I bei Sargon (Khors. 33), ( I I R . 5 3 ; Nr. 1, 7 0 ; Nr

( I I I R. 9, 4 6 ; 10, 3 5 ) ,

sodann

sowie in den assyrischen Listen 3 , 5 8 ; Nr. 4 , 6 0 ) oft erwähnt,

wiederholt (s. Tigl.-Pil.) neben A r k a p i y s. vorhin. 1 1 6 . 1 2 1 ffg. 4 5 0 .

In

der Zeit nach Sanherib war die

Stadt Sitz eines assyrischen Statthalters. Tiçn

Hamâth,

(Ha-ma-(at)-ti, Amatti

KGF.

in den Inschriften m â t * * )

543. Ilamatti

auch 11 a - a m - m a - a t - 1 i) und m â t * * ) 25

(A - m a - (a t) -1 i).

J e n e Aussprache

* ) B e i don nachfolgenden Kigennuiueu b u n g des einen Tlieiles

derselben

schwanken

in

d. h. des W o r t e s h a ' a l

mit

dem

der S c h r e i =

Cylinder z w i s c h e n dieser S c h r e i b w e i s e und der andern b a - a l d. i. * * ) B e i Amatti

findet

sieh a u s s e h l i e l s l i c h

( m â t ) ; d a s s e l b e gilt von I l a m a t t i I I Ii. 53,

1.

37

„Stadt" vorgefügt

(KOK.

20

KGF.

122)

erscheint.

und

mit Ausnahme I I I K.

9,

bal.

das Dctcrin. des L a n d e s 31,

der beiden

wo

das

Stellen

Determ.

ir

106

Die K e i l i n s c h r i f t e n und das A. T .

festeren Hauchlaute findet sich durchweg bei Tiglath-Pileser, auch bei Asurnasirhabal I, 75, ebenso in den geographischen Listen (II R. 53, Nr. 1 Z. 3 7 ) ; dieser begegnen wir schon in den Inschriften Salmanassar's II (Obe5 lisk, Monolith u. s. w.); beiden zugleich bei Sargon, der auf der Nimrüdinschr. (Lay. 33, 8), sowie neben jener auf der Stele von Larnaka I, 62 H a - a m - m a - t i bietet, sonst gewöhnlich, wenn nicht ausschliefslich A m a t t u , A m a t u mit unwesentlichen Yarr. (Khors. Stierinschr. u. s. f.) *). 10 Seit Salmanassar II ( 8 6 0 — 8 2 5 ) den Assyrern wiederholt, wenn nicht dauernd tributpflichtig scheint Hamath unter Sargon völlig seine Selbständigkeit verloren zu haben, wie denn dieser König wiederholt aufrührerische Völkerschaften in hamathensisches Gebiet versetzt (Khors. 49. 56). So 15 geschieht denn seit dieser Zeit dieses Staates als eines tributpflichtigen keine Erwähnung mehr in den Inschriften; weder Sanherib, noch Asarhaddou erwähnt seiner als eines solchen, soviel ich sehe. Vgl. zu 2 Kün. 18, 3 4 ; 19, 13. Die in den Inschriften vorkommenden Könige von Hamath : *) Vielleicht liegt der W e c h s e l von n u n d {{ in demselben N a m e n i n n e r h a l b des A s s y r i s c h e n a u c h bei I l a m i d i ' II 1{. 5J, 4 ( K G F . 167) u n d A m i d i d. i. A m i d - D i ä r b e k r KGF. 146. 353 vor : die Reihenfolge T u s h a n , G u z a n a , A m i d i der V c r w a l t u n g s l i s t e e r i n n e r t domi doch zu u n m i t t e l b a r an die a n d e r e der g e o g r a p h i s c h e n Liste T u s h a n , G u z a n a , (Nazibina), Ilamidi' (der W e c h s e l von di und di' wie der von ti u n d ti' bei H a t t i = HattV u. sonst). — Anders Del. l'D. '276 ff., der A m a t t u u n d H a m a t t u g ä n z l i c h von einander g e s c h i e d e n und j e n e s von der Stadt, dieses von dem Reiche I l a m ä t h v e r s t a n d e n wissen will, i n s b e s o n d e r e dieses mit B e r u f u n g auf S a r g o n ' s C y p r u s m o n . 1,51 11'. 62, wo a b e r g e r a d e beide N a m e n g l e i c h e r w e i s e das DcU-rra. l n a t u „ L a n d " a u f w e i s e n u n d j e n e s g e r a d e nicht m i t dem Stadtdctrrminat.iv e r s c h e i n t , wozu a u c h das h i n z u g e f ü g t e a u a p ä d g i m r i s u „in seinem g a n z e n U m f a n g e " d u r c h a u s s t i m m t . A u c h Del.'s weitere K o m b i n a t i o n dieses H a m m ä t h als Ilavv&th m i t hebr. = „ I l e v i t e r " s c h e i n t •unb e d e n k l i c h . — S. 105 Aum. **; vgl. KG1-'. 122. 20-.' flg. 39».

1. B. Mose 10. J a - u -bi-'-di

107

(Ilu-bi-'-di), l'-ni-i -lu =

^tWV (Del.),

I r - h u -1 i- i - n i = •¡MT^nT (?) haben kanaanäischen T y p u s . 19.

Gaza

wird wiederholt in den Keilinschriften

erwähnt und zwar in der Aussprache (ir) H a - z i - t i (Asurnasirhabal col. I I I . 71 ; Khorsab. 25. 2(5 ; Asarhaddon I R . 4 8 . Z. 4 ) ; auch H a - a z - z u - t u d. i. H a z z u t I I I R. 10, 20, bezw. H a z z a t

ebend. Z. 19.

W i e man sieht, ist das

hebr. ¡3, dessen Aussprache bezw. Wiedergabe den Assyrern überhaupt eine gewisse Schwierigkeit macht, durch ein h angedeutet.

Ganz so transcribiren dieselben ''IPV durch

H u m r î , 'Azâz

f . durch H a z a z u ( K G F . 217) u. a. m.

Als König von Gaza erscheint bei Tigl.-Pil. und Sargon H â n û n u (Hanunu), bei Asarh. S i l - B ï l , jener =

hebr.

p j n 2 Sam. 10, 1 u. ö. ; dieser (Dillm.) ein Name wie hebr. 2 Mos. 31, 2 u. sonst.

K G F . 7 9 ; meine Abhdlg.

Zur Krit. d. Inschr. Tigl. Pil.'s u. s. w. 35. — nn Chet.

Bekanntlich wird im A. T. der N a m e

„Hethiter" bald in einem engeren Sinne von einer kleineren kanaanäischen Völkerschaft, bald in einem weiteren von einem gröfseren Völkerzweige gebraucht.

In dem letzteren,

weiteren Sinne ist von Hethitern l Kön. 10, 2 9 ; 2 Kön. 7, 6 die Rede, an welchen Stellen zugleich „Könige der Hethiter" (neben solchen von Syrien) erwähnt werden ; vgl. 2 Sam. 24, t>, wo mit theils Thenius, theils Hitz., Wellh., Ed. Meyer vermuthlich zu lesen ist : D&Hp D'nnn „ins Land

der Hethiter

nach Kudesch" (am

px

ürontes).

Auch auf den assyrischen Inschriften geschieht wiederholt eines Landes ( m â t ) I l a t t i , H a t t i , selten (Del.) H a t ï , sowie eines Volkes der Chattäer I l a t t a i (mit Varr.) oder Hethiter Erwähnung.

Wir begegnen dem Namen

bereits

in der Cylinderinschrift des ersten Tiglatli - Pileser

(um

1 1 0 0 v. Chr.) und seitdem bis hinab auf Asarhaddon; erst

108

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d (las A. T.

seit und mit dessen Sohne und Nachfolger Asurbanihabal verschwindet derselbe.

Aus einer Vergleiehung der hier

in Betracht kommenden Inschriften ergiebt sich, dafs diese Chattäer westlich vom mittleren Euphrat (diesen von Samo5 sata (Sumeisat) bis Barbalissus (Bâlis) gerechnet) bis zum Oronteshin safsen, in verschiedene kleine Staaten und Reiche zerfielen, unter denen Karkemîseh am Euphrat eine besonders

hervorragende Stellung einnahm.

Der König von

Karkemîseh heifst auf den Inschriften geradezu „ K ö n i g des 10 Landes Chatti" (Asurnasirh. I I I , t>5 vgl. Z. 5 7 ; bei L a y . 3 4 , 2 2 ) .

Sargon

In diesem ursprünglichen Sinne wird

der Name m â t H a t t i bei den Assyrern gebraucht sicher bis ins 8. Jahrh. v. Chr.

Mit der allmählich zu Stande

kommenden dauernden Occupirung des von den Chattäern 15 bewohnten Gebietes durch die Assyrer seitTiglath-Pileser I I ( 7 4 5 — 7 2 2 ) und Sargon ( 7 2 2 — 7 0 5 ) , welcher letztere die Gebiete der beiden Chattistaaten Karkemîseh (im J . 7 1 7 ) und Kummuch-Commagene

(im J . 7 0 8 ) dem assyrischen

Reiche incorporirte, ward der Name „Chatti" in seiner An20

wendung weiter westlich geschoben und — zuerst bei Sargon — sogar die philistäische Stadt Asdod mit dem Namen einer Chattistadt belegt.

Unter Sanherib und Asarhaddon

überträgt sich der Name „ L a n d Chatti"

völlig

auf die

Küstenländer Kanaan und Philistäa, sowie a u f E d o m , Moab 25 und Ammon; bei Asurbanipal dagegen verschwindet derselbe gänzlich (s. o.) und für die aufgeführten Gebiete tritt wieder der alte Name m â t A h a r r i 10, 6) ein.

„Westland"

S. die Nachweise K G F . 2 2 1 ff. 2 2 5

(s. zu

ff.«).



*) Das im T e x t e A u s g e f ü h r t e e r f a h r t , wie wir meinen, d u r c h A. H. S a y c e ' s D a r l e g u n g e n in den T r a n s a c t t . of tlie 8ue. of Üibl. A r c h a c o l . VII, 2 (1881) p. 248 - 293, auf die wir hier a u f m e r k s a m m a c h o n , seine B e s t ä t i g u n g und E r g ä n z u n g . Sayce sucht n a c h z u w e i s e n , dafs die zwischen E u p h r a t u n d Orontes sitzenden u n d bis nach C a p p a d o c i e n hinoiD w o h n e n d e n C h a t t ä e r die eigentlichen U c b e n n i t t l e r der C u l t u r

1. B. Mose 10.

109

IJebfir die Nationalität, dieser imrdsyrischen Chatti ist bis jetzt

nichts Näheres

auszumachen ;

dafs dieselben keine Semiten waren.

indessen

scheint

es

Die uns bei Assyrern

und Aegyptern erhaltenen Eigennamen von Chattikönigen zeigen sehr geringen oder gar keinen semitischen T y p u s *).

5

W e n n nun umgekehrt die Eigennamen der kanaanäischen Hethiter Elon,

durchaus

hebräischartig gebildet sind

Achimelech,

Uria,

Basmath,

1 Mos. 2 3 , 1 0 ; 2ti, 3 4 ; 3 6 , 2 ; 11,3

u. s. w . ) ,

(Ephron,

Ada u. s. f.

1 Sam. 2 6 , 6 ;

siehe 2 Sam.

so ist der daraus zu ziehende logische 10

Schlufs der, dafs diese kanaanäischen Hethiter, w e n n man nicht Hebraisirung syrischen Hethitern,

derselben

annehmen

will,

mit jenen

den assyrischen Chattäern,

Mesopotamiens, i n s b e s o n d e r e Baliyloniens

an

den Westen

einfach

waren

nnd

dafs sie dieses w a r e n noch in der Zeit vor dem A u f k o m m e n d e r assyrisch-ninivitischen Macht der T y p u s vitisch.

der

u m die Mitte des 2. J a h r t a u s e n d

chattiiischcn S c u l p t u r e n

A u c h die S c u l p t u r e n

sei

babylonisch,

von Boghaz-Köi

vor Chr. : n i c h t uiui-

u n d E j u k in ( i a l a t i e n ,

r e c h t s d. i. östlich v o m H a l y s , sogar die F e l s e n s c u l p t u r e u vou K a r a h e l , ostsüdüstlich vou S m y r n a , in der Nähe des altcu Sardes, t r ü g e n diesen c h a t t ä i s c h - b a b y l o u i s c h e n C h a r a k t e r u. s. w. *) S. solche N a m e n bei Brugscli, Gesch. Aeg.'s (1877) S. 450—52. E s g i l t das insbesondere a u c h

vou dem vielbesprochenen

a n g e b l i c h „ C h e t a f ü r s t " — eine bildung.

Cheta-sar,

semitisch ciufach u n m ö g l i c h e

Narneu-

A u c h die auf den Keiliuschrifteu n a m h a f t g e m a c h t e n F ü r s t e n

der Chatti wie K a t a z i l t i

vou K u m m u c h , S a p a l u l m i

(Var. L i b u r n a ) von I'atin, H a n g a r Tarchular

und

l'isiri(s)

und

vou

Lubarua

Karkemi'seli,

von G a m g u m (lvtJF. 192 ff. 208. 215), h a b e n kein semi-

tisches Ansehen u u d t r e t e n jedenfalls aus dem T y p u s der u n s a u s der Bibol als kanaaiiiiiseh-hcthitisch b e k a n n t e n E i g e n n a m e n a u s (Del. I*D. 270 g l a u b t freilich S a n g a r m i t und

fiir Pisiri(s)

an

und

dessen Ansicht S. 110 Anm. *).

D n ^ S erinnern

e r h e b l i c h herzusammenstellen

zu solleD; s. ü b e r

Dasselbe gilt a u c h von N a m e n wie A l i u n i

vou Beth-Adiu, M u t ( t ) a l l u vou (ianigum,

u u d dem einen oder a n d e r n

n o c h , bei denen man eine semitische A b l e i t u n g wenigstens zu v e r s u c h e n g e n e i g t sein könnte.

Dafs aus dem V o r k o m m e n von YVauderculten wie

d e n e n des Baal und der Astai te bei deu Cheta's keinerlei

ethnologische

S c h l ü s s e gezogen werden dürfen, b r a u c h t n i c h t b e m e r k t zu werden.

D i e K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

110

nichts

zu

thun

haben *) und die Namensgleichheit

der

beiden grundverschiedenen Völker mit Ed. Meyer ( Z A W . I. 1 8 8 1 S. 1 2 5 ) daraus zu erklären ist, dafs der Name „Hethiter", welcher in Wirklichkeit gemäfs den ägyptischen In5 Schriften lediglich den Bewohnern der Libanongegend und der G e g e n d am Orontes, gemäfs den assyrischen Inschriften den Bewohnern Nordsyriens bis zum Euphrat hin eignete, von den Hebräern mifsbräuchlich und irrthümlich auch auf einen kanaanäischen Volksstamm übertragen ward **) — hat *) E n t g e g e n g e s e t z t e A n s i c h t Del.'s l ' D . VII, der Aram auf das Zinlaeuphratensische Gebiet b e s c h r ä n k t wissen will u n d nicht blofs das w i r k l i c h k a n a a n ä i s c h e H a m f t t h , sondern auch D a m a s k u s s a m m t deu C h a t t i s t a a t e n z w i s c h e n E u p h r a t uud Oroutes f ü r k a n a a n ä i s c h h ä l t , wog e g e n a b e r j e d e n f a l l s , was D a m a s k u s betrifft, der d u r c h die K e i l s c h r i f t bereits f ü r das 9. J a h r b . v e r b ü r g t e a r a m ä i s c h e Namo H a d a d - ' - i d - r i ( n y i l M = k a n a a u . - | ] j m P I K G F . 53'.)), sowie der weitere A J ä r i ' (R. X T D s ' u 0 E i n s p r ä c h e e r h e b e n d ü r f t e n — dieses ganz a b g e s e h e n von der biblischen U e b e r l i e f e r u n g der Namen ^ N i r j i ^ t O t O - p ü T D t J Dazu k ö n n e n die bei den N o r d a r a b e r n uns b e g e g n e n d e n rein aram ä i s c h e n N a m e n B i r - D a d d a = B a r - H a d a d (KGF. a. a. O.) uud A t a r - s a i n a i n ( - a j i u ) = ^ q q "inj? i. ¡ ' D E ' "]} „ A s t a r t e des Himmels" denn doch f ü g l i c h n u r d u r c h dio rec/iiseuphratensiseheu Aramiusr zu denselben g e d r u n g e n sein u n d zwar dieses schon in verhältnifsnjiü'sig f r ü h e r Zeit ( j e d e n f a l l s vor d e m 7. J a h r b . ) . **) Es sei ü b r i g e n s bei diesem Anlafs a n g e m e r k t , dafs wir auf den a s s y r i s c h e n I n s c h r i f t e n in deu Gebieten am mittleren E u p h r a t , aber auf der Ostseite desselben, in Bit-Adin uud höher h i n a u f , n a c h dein T i g r i s zu, w i e d e r h o l t N a m e u begegnen, deren k a n a a n ä i s c h e r T y p u s u n m i t t e l b a r iu die A u g e u s p r i n g t und schon l a u g s t e r k a n n t ist (s. Oppert, bist, des empires de Chaldde et d'Assyrie, Vers. 1865 p. 89). Es siud A - h i - r a - m u ( • T f J N ) v o m L a u d e Nil ( S a l ? j ; A-b i-j a - b a - b a 2 2 , n t < a u s B i t - A d i n ; A - h i - r a - m u D I T I X v u l n L a u d e Nil ( S a l ? ) ; A m-m i-b a - ' - l a ^ J / ^ Q J / , N a m e eines n o r d w e s t m e s o p o t a m i s c h e n D y n a s t o u (Asurnasirh. I, 76; II, 2 2 . 1 1 8 flg. vgl. K G F . 152. 182 flg.), au w e l c h e r letzteren Stelle a b e r statt „Sohu des L a m a m a i i " vielmehr „ S o h n einos N i e m a n d " d. i. „ P e r s ö n l i c h k e i t obscurer H e r k u n f t " zu setzen ist s. nieine A b b d l g . Z u r K r i t i k der I u s c h r . T i g l a t b - I ' i l e s e r ' s II u. s. w. (1879) S. 14 Anm. 1. D e r Namo A h i j a b a b a wird eiu Name sein wie O y ^ n N i " l O ^ D N u - a ' m - u l J d s o v ' e ' bedeuten wie : „mein B r u d e r ist der J u b e l " Ii. vgl. noch deu k a n a a n ä i s c h e n K ö n i g s n a m c u

1. B. Mose 10.

111

doch jedenfalls der Verfasser, dur Gen. 10, l y

concipirte

(und das k a n n unter allen Umständen nur entweder der j ü n g e r e Elohist oder der prophetisch-jahvistische Erzähler gewesen sein), indem er das Gebiet der K a n a a n ä e r sich von Sidon nach G a z a und dem todten Meere erstrecken läfst, 5 die Hethiter (s. V. 15) lediglich innerhalb dieses Gebietes wohnend sich vorgestellt, die zwischen E u p h r a t und Orontes sitzenden „ H e t h i t e r " somit von den K a n a a n ä e r n

einfach

ausgeschlossen. 22.

G^'J? Elam

T'lamtu*)

wird in der weiblichen Aussprache lü

häufig in

den Inschriften namhaft gemacht,

s. z. B. Tigl.-Pil. I I ( I I R. 6 7) Z. 14 (mft t I'l a m - t i ) ; der „ E l a m i t " heifst I ' i a m û (Sanh. Tayl. Cyl. IV, 4 6 . 7 0 ; V, 25).

Die nähere geographische Bedeutung des Landes-

namens erhellt aus der Behistuninschrift des Darius,

in 15

welcher babylonischem I ' - l a m - m a t ein pers. U v a j a d. i. Susiana

entspricht

Ezr. 4, 9. Babyloniern

(Beh. 4 1 vgl. NR.

11);

s. noch zu

D e r N a m e „ E l a m " ist der von den semitischen dem

susischeu

Hochlande

und bedeutet selber „ H o c h l a n d " R.

beigelegte

Name

Dies bestätigt 20

sich durch die akkadische Bezeichnung desselben Gebiets als N u m m a - k i d. i. ebenfalls „Hochland" (A. H. Sayce). S. die Syll. I I R. 2, 4 5 1 ff. ; V R. 16, l t ï f l g . a. b ; Haupt, A S K T . 28, 6 5 2 .

Der heimische Name war gemäl's

den

susischen Backsteinlegenden von der Hauptstadt S u s a n 25 J o s . 11, 1. Von wo sind diese k a n a a u ä i s c h e n Xameu hierher vers c h l a g e n ? oder s i n d ' e s noch die Spureu davon, dafs die K a n a a n ä e r bezw. H e b r ä e r einst a u f i h r e r W a n d e r u n g von U r - J l u g h a i r nach Kan a a n in dieser Gegend l l l a r r a n ! ) zeitweilig rasteten, nicht o h n e Ansiedler d a u e r n d liier z u r ü c k z u l a s s e n ? — *) L e t z t e r e s s t e h t als I ' - l a m - m a t a u c h Beh. 11 (s. Text), wonach ABK. 34G zu v e r b e s s e r n ( a u c h ist dort, g e m ä f s dem pers. T e x t e , statt „ A r m e n i e n " v i e l m e h r „Act/yptciiu zu ergänzen).

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

112

( = S u s i n oder S u s u n der susischen Baeksteininsehriften) hergenommen und lautete S u s i n a k d. i. Susiana, s. zu E z r . 4, 9.

Sonst vgl. J . O p p e r t , les inscrr. en lang. sus.

(extr. des mém. du congr. intern. 18 73) p. 1 71» ss.; A. H . 5 Sayce in Transactt. of S B A . I I I , 4 6 8 . 4 7 8 ;

Th. Nöldeke

in N G G W . 1 8 7 4 St. 8 (1. Apr.) S. 1 7 3 ff. — Mit Persien darf „Elana" in keiner Weise verwechselt oder diesem gleichgesetzt werden.

Den Namen „ P e r s i e n " und „ P e r s e r " be-

gegnen wir vor Cyrus überhaupt weder

auf einem assy-

10 rischen noch auf einem babylonischen Monumente*). "WN Assyrien. brachte Meinung,

S. zu

2, 14. — Die wohl vorge-

dafs A s s u r

hier nicht

das Volk der

Assyrer, denn vielmehr gemäfs späterem Sprachgebrauche (s. unten zu ü^N)

Syrien und die Syrer bezeichne, wird

15 einer W i d e r l e g u n g nicht bedürfen. Arpakschad.

Den assyrischen Inschriften ist

zur Aufhellung dieses dunklen Volks- oder Landesnamens direkt nichts zu entnehmen.

Die von mir bereits K G F .

164. 167 vgl. mit 16 1 stillschweigend beseitigte Zusammen'•¿0 Stellung anderseits mit gr. A(i{H(jtayjTic ist definitiv aufzugeben.

Letzteres ist sicher = assyr. A r b a h a und armen.

Albäq

d. i. das Quellgebiet des oberen Zäb

(Kiepert

a. a. O. 8 0 Anm. (der freilich selber Arpakschad lediglich f ü r eine andere F o r m des letzteren Namens hält). üö 164. 167.

S.KGF.

Da der von Arpakschad abgeleitetete „ H e b r ä e r "

A b r a h a m gemäfs 11, 28. 31 a u s U r - K a s d i m auszieht, dieses

*) W i r f ü g e n hinzu : „ a u c h n i c h t in einen) v o r e x i l i s c h e n b i b l i s c h e n Schriftstücke".

Der K ü c k s c h l u f s liegt n a h e , dafs ein A b s c h n i t t , w e l c h e r ,

wie die V ü l k e r t a f e l der Genesis, z w a r Elam's, n i c h t aber P c r s i e n s E r w ä h n u n g t h u t , seiner E n t s t e h u n g n a c h u n s n i c h t in die n a c h e x i l i s c h e , d e n » v i e l m e h r in die

rorexilische

Zeit weist.

1. B . M o s e

10.

113

U r sicher in Südbabylonien zu suchen ist (s. zu 11, 2 8 ) , eine Nichterwähnung Babyloniens neben Assur unter allen Umständen auffällig sein würde (die Einschaltung V. 8 — 1 2 rührt bekanntlich von einem ganz anderen Verfasser her), in dem "ItiO des in Rede stehenden Namens ein "lfc'3 (vgl.

5

2 2 , 2 2 ) fragelos stecken k a n n , das nicht blofs durch das arabische Ksy, sondern auch durch das äthiop. A ^ ^ ' t * ? („Grenz-) Mauer", „Grenzwall", biet"

fines

„ W a n d " verbürgte ' a r p in der Bed.

„Grenze" und weiter in der anderen

sich doch

wohl

begreifen würde,

aber wie „Chaldäergebiet" =

üT^'3

„Ge-

ein Name J0

Land oder Be-

völkerung personificirt, gerade als Name des Stammvaters Abrahams

(s. vorhin) durchaus angemessen erscheint,

so

glaube ich, dafs, wie die Sachen dermalen liegen, es zum Mindesten das weitaus wahrscheinlichste ist, dafs mit Ar- 15 pakschad das Chaldaerland * ) , also Babylonien * * ) gemeint ist.

Die Aufzählung der Nachkommen Sem's wäre dann

in ähnlicherWeise, wie die der Japhetiten (s. zu V. 2 a. E . ) in der Weise erfolgt, dafs den Völkern oder Ländern eines äufseren Bogens (hier Elam's und Assur's, d. i. der gebir- 20 gigen (Tigris)-Gebiete) die eines inneren Bogens, der die Euphratvölker : Chaldäer,

Lud (? — s. sogl.), Aram

um-

fafste, angereiht wären. * ) U e b e r die a n g e b l i c h e n

armenischen Chaldäer,

welche

vielmehr

mit. den C l u i l y l i e n i i d e n t i s c h , s. m e i n e Ablidlg. : „ d i e A b s t a m m u n g der C h a l d ä e r u n d die U r s i t z e d e r S o n n t e n " in Z D M G . X X V I I , * * ) Auch Del. freilich

Hg. d e n k t

b e i d e B e g r i f f e sieh d e c k e n

weiteren

Sinn);

arb a-kisä d i indefs

l'D.

auf

möchte „(Land)

zu lassen ( A r p a k s c h a d h a t

in dem N a m e n a b e r ein der

den I n s c h r i f t e n

vier

.Suiten

bis j e t z t überhaupt

Könige auf

l a u t e t anders ( =

den I n s c h r i f t e n

kibrät^;

stellend

nicht

gleicherweise

u r b a-i (t i)).

8

(mät)

sehen,

b e l e g t ist,

wiederkehrende

ohne

ihmeinen

babylonisches

oder R i c h t u n g e n "

g e r a d e d e r in den T i t e l n der a l t b a b y l o n i s e h e n rischen

3 9 9 ff.

irgendwie au B a b y l o n i e n ,

wie

das und assy-

Ausdruck

114

Die Keilinschriften u n d das A. M\

Lud. Unter diesem Sohne Sem's werden gemeiniglich die kleinasiatischen L y d e r verstanden, deren Land bei den Assyrern genau denselben Namen, nämlich Luddu (mât L u - u d - d i ) führt s. Assurb. Sm. 64, 5; 73, 13; V Rawl. 5 2, 95). Es wird ihrer bezw. ihres Landes indefs erst und überhaupt ausschliefslich eben auf den Inschriften Asurbanipals (seit 6H8 regierend) gedacht (s. die Citate), ein Umstand, der zu beachten ist*). *) Vgl. h i e z u K G F . 522. 543. — Es wird g e f r a g t werden k ö n n e n , ob in der T h a t bei d e n „ s e m i t i s c h e n " L u d der Völkertafel au diese fern in Kleinasien w o h n e n d e n L y d e r zu d e n k e n sei, die dazu erst verh<nifsmäfsig spät eine h e r v o r r a g e n d e r e geschichtliche Stellung sich e r r a n g e n , falls m a n nicht, sei es mit der A b f a s s u n g der V ö l k e r t a f e l so tief in der Zeit h e r a b g e h e n (doch vgl. hiezu wieder weiter u u t e n ) , sei es ein altes lydisches Grofsreich a n n e h m e n will, das (s. A. VViedemann, Gesch. A e g y p t e u s 1880 S. 24) bis nach Syrien hinein sich e r s t r e c k t h a b e , w o g e g e n a b e r doch a u c h wieder Mancherlei einzuwenden steht. E h o r scheint mir die weitere V e r m u t h u n g desselben Gelehrten und schon F r ü h e r e r E r w ä g u n g zu v e r d i e n e n , dafs die biblischen Lud, die W i e d , mit Champollion freilich z u g l e i c h f ü r L y d e r nimmt, mit den iu den ä g y p t i s c h e n I n s c h r i f t e n , i n s b e s o n d e r e T u t n i e s ' III, wiederholt e r w ä h n t e n R u t e n oder L u t e n identisch seien, ein Name, dessen a u s l a u t e n d e s e n W i e d e m a n n als d e n o m i n a t i v b i l d e u d b e t r a c h t e t . Dur Name l i u t - L u d k ö n n t e sich f ü r das von den in der VölkertaiVI u n e r w ä h n t gebliebenen nichtk a n a a n ä i s c h e n C h a t t ä e r n b e w o h n t e Gebiet.zwischen Kuphrat mul Orontes, das bei den A e g y p t e r n u n t e r Eut.en mitbegritfen wird, im S p r a c h g e b r a u c h d e r K a n a a n ä e r und H e b r ä e r i m m e r h i n erhalten haben. G e r a d o dieses G e b i e t aber w ü r d e in die L ü c k e zwischen Assur und A r p a k s c h a d (s. vorhin) einerseits, Aram anderseits g u t sich einfügen. N u n a b e r b e l e h r t mich wieder mein College A. E l m a u , dafs die d e n u m i n a t i v e D e u t u n g des a u s l a u t e n d e n n von R u t e n doch recht z w e i f e l h a f t sei und a u c h der D e n t a l des ä g y p t i s c h e n W o r t e s ein anderer sei, als wio er bei der G l e i c h u n g H ü t e n = L u d zu e r w a r t e n sei. So nmfs a u c h diese D e u t u n g als eine z u m Mindesten noch problematische bezeichnet werden. — Schliefslich noch die B e m e r k u n g , dafs wenn mau sicli u m die E i n r e i h u n g der kleinasiatisehen L y d e r u n t e r die „ S e m i t e n " auf H e r o d o t 1, 7 b e r u f e n hat, wo der H e r a k l i d e Agron als N i n u s s o h n bez e i c h n e t wird, w o r a u s auf eine einstige Z u g e h ö r i g k e i t L y d i e n s z u m a s s y r i s c h e n R e i c h e zu schliefsen sei, dieses wenigstens f ü r die alto Zeit

1. B. Mose 10.

¡~"1>{ Aräm,

Dieser Name

115

findet

sich in den Aus-

sprachen A r a m u (Sanh. Tayl. col. 1 , 3 7 ) , A r u m u (Tigl.Pil. I I in II R. « 7 , 9 flg.) und A r i m u (ebend. 74 Khors. 1 5 0 ) * ) als Gesammtname

babylonischer Stämme von ver-

inuthlich semitischer Nationalität**),

„welche an dem Ufer 5

des Tigris, Euphrat und Surappi bis hin zum Flusse Ukni an der Küste des unteren Meeres", wiederholt in den In-

jedenfalls nicht zutrifft. Und auch das Reich der Mermnaden hat niemals einen Bestandtheil Assur's gebildet : auch zur Zeit Asurbanipal's stand Lydien zu Assur lediglich in politischen Beziehungen, kaum in einem staatsrechtlichen Verliältuifs, wie letzteres Nöldeke vermuthet (BIJ. IV, 93). Erst nach dem Zusammenbruche des assyrischen Reichs und als die Lyder z u m T h e i l die Erbschaft der glorreichen Assyrer angetreten hatten, wird sich die Sage von der Abstammung der alten Ilerrscherdynastie von Ninus, dem Sohne Bel's, herausgebildet haben. Wäre die einstige Zugehörigkeit Lydien's zu Assyrien der Grund, dafs Lud unter die Söhne Sem's eingereiht ward, so begriffe man dazu nicht, warum da nicht auch Gömer mit Meschech und Tubal zu Söhnen Sem's gerechnet wurden, von denen Tubal und Muski zeitweilig (ich erinnere an Sargon) sichcr und in ganz anderer Weise als Luddu in Abhängigkeit von Assyrien standen. Warum wurden sei es Gömer, sei es Tubal und Meschech und warum wurde vollends Lud's Nachbar Jâvâu-Jonien von Lud getrennt (s. V. 2), während doch später der unbefangene Darius iu der Inschrift von Naksch-i-Rustam 26 — 16 Jâvân und Katpatuka-Cappadocien d. i. Gôuier-Gamir (der nachassyrischen Zeit), bezw. Tubal und Muski (der assyrischen Zeit) miteinander und beide mit Çparda-Sardes d. i. Lydien iu der Aufzählung verbindet? — Vgl. noch die Parallelstelle Beh. I, 15 — 5. *) Vgl. zu der letzteren Aussprache die andere : "Apipoi des Homer, Hesiod und Strabo, falls wirklich dabei an „Aramäer" zu denken ist. S. dazu Th. Nöldeke in ZDMG. XXV, 115. **) Ueber „Aramäer" in Babylonien noch iu verhältnifsmäfsig später Zeit s. Th. Nöldeke a. a. O. 113. — Bemerkeuswerth ist, dafs Tiglath-l'ileser II, der von den Beherrschern der mächtigen Chattistaateu zwischen Euphrat und Orontcs als von s a r r â n i „Königen" spricht, von denen der babylonischen A r i m i (und Kaldi) lediglich als von m a l k i d. i. „Fürsten" redet (Il R. 67, 74 : b i - l a t ä a r r a - n i m â t I l a t - t i m a l - k i m â t A r i - m i u m â t K a l - d i d. i. „Tribut der Könige des Chattilaildes, der Fürsten von Aram und vom Kaldilaude"). 8*

Die Keilinschriften und das A. T.

116

achriften ( K G F . 106 ff.)*)- Aufserdem begegnen wir dem Gentile ( m â t ) A r m â j a

bei einer Bezeichnung von Ge-

wässern in der Nähe der Chattäer (s. S. 107 ff.) und zwar auf dem linken, östlichen Ufer des Euphrat, dieses in einer In5 schrift T i g l a t h - P i l e s e r s 1 (gegen

1100 v. Chr.) : m â m i

( m â t ) A r m â j a V, 46 flg. (s. Lötz z. d. St.), was gut zu den biblischen Angaben über die „ A r a m ä e r " von Harran ( 1 Mos. 25, 2 0 ; 28, 5 ; 31, 20. 24. 47) sich f ü g t * ) . Vielleicht ist auch unter dem von Salmanassar I I (Mon. II, 38) 10 namhaft gemachten s a r m â t A - r u - m u ein „König von A r a m 8 zu verstehen. K G F . 226 flg. Trotzdem ist der Name „ A r a m " in dem uns von der Bibel her geläufigen Sinne in den Keilinschriften gerade nicht uns entgegentretend.

Erinnert

auch (s. Anm. **) keilschriftliches m â i n i A r m â j a an das 15

„Aram der beiden Ströme" = CHN ^ B

biblische

„ E b e n e von A r a m " d. i. nicht sowohl das spätere „Mesopotamien" zwischen Euphrat und Tigris (der Tigris liegt, wie schon früher bemerkt, zu sehr aufserhalb des Gesichtskreises der Hebräer), denn vielmehr das Gebiet zwischen 20 dem mittleren Euphrat und Bälich-Belias, bezw. Chabor, mit H a r r a n als Mittelpunkt, so bezeichnen doch die Assyrer das betr. Gebiet nach seinem westlichen Tlieile (östlich bis zum Bälich-Belias hin) als B i t - A di n i, nach seinem östlichen Tlieile rechnen sie dasselbe zu m â t A s s u r d.i. „Assyrien" : 25 beideinale sind es politische Benennungen, die von den Assyrern gewählt werden.

Auch die diesseit, südwestlich vom

E u p h r a t z u suchenden aramäischen Gebiete : Aram-Damaskus, Aram-Zôbâ u.s.f., bezeichnen die Assyrer niemals als „aramäi-

*)

Auch

mahnt

daa

assyrische

mäini

Gewässer" unmittelbar an das biblische Ströme", sowie an das ägyptische N a h a r i n a .

Armftja

„aramäische

G"1N „Aram der beiden

1. B. Mose

10.

117

sehe" Gebiete ; sie belegen dieselben vielmehr, soweit sie ihrer Erwähnung thun, mit politischen Sondernamen (Aram-Damaskus heifst Gar-Inririsu (s. später) u. s. f . * ) ) .

Das nörd-

liche Syrien aber, zwischen Euphrat und Orontes mit dem Mittelpunkte Haleb, in welchem freilich nach unserer Ansicht in alter Zeit Araniäer überhaupt nicht safsen (s. o.), führte bei den Assyrern S . 1 0 7 ff.).

den Namen m â t H a t t i

(siehe

Der Name Syria für das betreffende und das

später mit diesem Namen als Gesammtnamen belegte Gebiet, eingeschlossen Damaskus, Palästina, Phönicien, stammt, wie der Name der kleinasiatischen Syrer in Cappadocien und am Pontus, der Leukosyrer, erst aus der Zeit, da diese Gebiete, nämlich seit Tiglath-Pile.ser I I ( 7 4 5 — 7 2 7 ) und vor Allem Sargon ( 7 2 2 — 7 0 5 ) , sowie der späteren Assyrerkönige nach und nach dem assyrischen Reiche einverleibt, „zum Gebiete von Assyrien geschlagen" anamisir mâtAssur

utirra);

wurden

(assyr.

Zvqîcc, Xvqloi,

2Îqoi

ist, wie Nöldeke abschließend dargethan hat (Hermes V, ff.),

442

lediglich

eine Verkürzung von ursprünglichem

'Aoornta , Darius Hystaspis (Bell.

toovQot.;. Auf den

'doovQioi,

1, 14 pers. ; 5 bab. ;

Naksch-i-

Rustam 26 pers.; 15 bab.) bezeichnet, wie Kiepert erkannt

* ) Dafs die in den Inschriften T i g l a t h - P i l e s e r s I I erwähnten ranu

n i c h t mit (loa Bewohnern

des llaurAn,

n i c h t mit den b i b l i s c h e n Hagriiern, l i u ' u a sammenzustellen,

Puküdu

endlich

nicht

Ham-

die H a g a r ä n n

ebend.

n i c h t mit U r h o i - E d e s s a zu-

in

der Nähe

des Ilaurftn

zu

s u c h e n sei (gegen K A T . 1. Ausg.), dürfte d u r c h meine U n t e r s u c h u n g e n vom J . l ' D . 240

1878 (s. K G F. 'J9— 11-1. 1 l ö f i g . ) definitiv d a r g e t h a n sein. stimmt

mir

durchaus bei.

Ausführungen

über

verschiedenen

babylonischen

s u c h u n g e n a. u. O.

die

von

deu

Auch

meine

nordarabischen

Nabu tu

sind

durch

a. a. 0

Del.

gegebenen

Nabatäern

völlig

Delitzschs

Unter-

II', in erfreulichster W e i s e b e s t ä t i g t .



Inschriften

des

118

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

hat*), sogar noch dasunverstümmelte A s s u r pers. A t h u r ä , welches zwischen Babylonien einerseits, Arabien-Aegypten anderseits in der Aufzählung der persischen Provinzen auftritt, einfach das Gebiet vom nördlichen Zagros bezw. Tigris 5 westlich bis zum Mittelländischen Meere d. h. also aufser der Landschaft Athuria das eigentliche Mesopotamien und im Wesentlichen das gesammte spätere Syrien, eingeschlossen Phönicien und Palästina. 2 8 . tOt£>

Sabäa.

Gemeint ist hier fragelos das Volk

10 und Land dieses Namens im südwestlichen Arabien mit der Hauptstadt Mariaba oder Saba.

Ueber nordarabische Sa-

bäer s. zu 25, 3.

11, 1.

"l^ittf

Sinear,

Name Babyloniens im A. T.

Derselbe ist vermuthlich identisch mit dem in den Iveil15 inschriften als Name für (Süd-) Babylonien lins begegnenden monumentalen S u m i r == Schumßr (gesclir. bei Hammurabi 1 , 1 1 : S u - m i - i r - ( i m ) ) ,

Su-mi-ri,

welches durch

die Mittelform s u m g e r "IJ/DCtf zu den in Babylonien s u n g e r, sungir

gesprochenen IWitf ward

wie sumir.

dinmßr

*) K i e p e r t , L e h r b . der Alten G e o g r a p h i e (1878) »S. 101. Seine den K e r n der S a c h e treft'cndo A u f s t e l l u n g bedarf lediglich insofern einer E r g ä n z u n g , als K. das pers. A t h u r ä = A s s u r des b a b y l o n i s c h e n T e x t e s als „ausschliefslich f ü r das e i g e n t l i c h e .Syrien" g e b r a u c h t ansieht, also dafs die L a n d s c h a f t A t h u r i a u n d das g e s a m m t e M e s o p o t a m i e n (im e n g e r e n Sinne) u n t e r dieser B e m e r k u n g nicht niitbegrifl'en w ä r e , d e m g e g e n ü b e r darauf h i n z u w e i s e n s t e h t , dafs der Name A t h u r i a n o c h bis in späteste Zeit an der betr. L a n d s c h a f t ebenso z ä h e h a f t e n blieb, w i e d e r alte N a m e A r b a i l u d. i. pers. A r b i r ä a n dem g l e i c h n a m i g e n O r t e dieser L a n d s c h a f t , u n d dafs eine A u s d e h n u n g d e s Begriffs „ B a b y l o n i a " a u c h auf d a s e i g e n t l i c h e Mesopotamien, w e l c h e K. s t a t u i r e n m ü f s t e , die a b e r f ü r k e i n e E p o c h e n a c h z u w e i s e n ist, a u c h f ü r die Zeit d e r A c h ä m e n i d e n e t w a s sehr U n w a h r s c h e i n l i c h e s h a t . — l i e b e r Delitzsch's A n s c h a u u n g , dafs der N a m e „ A r a m " auf die l i n k s e u p h r a t e n sischeu G e b i e t e zu b e s c h r ä n k e n sei, s. ob. S. 110.

1. li. Mose 11.

119

„ G o t t " zu d i n g ß r oder d i n g i r , und welches dann in der Aussprache ""Ijt^tt' ("l^J?' ? — ) zu den H e b r ä e r n gelangte.

Die

Aussprache mit m imi) einerseits, n g anderseits beruht auf dialektischer Verschiedenlieit : jenes war die Aussprache der in Südbabylonien wohnenden Sumerier, diese die der davon nördlich sitzenden Akkader.

Von den Letzteren erhielten die

H e b r ä e r ihre Aussprache des Namens *). — Nicht unmittelbar ist der nähere U m f a n g des Begriffs Sumir-Sinear zu T a g e liegend.

Insbesondere kann es nach den Inschriften zwei-

f e l h a f t erscheinen, ob, wie das nach der Bibel sicher zunehmen,

auch nach jenen die S t a d t

Sumir gehörte.

an-

Babel noch zu

W i e auf den Inschriften das L a n d Kar-

dunias d. i. das Gebiet der Stadt Babylon mit U m g e b u n g regelrecht von Sumir ebenso wie von Akkad gesondert wird, so unterliegt es nicht minder keinem Zweifel, dafs die A s s y r e r anderseits doch wieder Babylon auch zu A k k a d , also Nordbabylonien rechneten, wie sie denn einmal „ A k k a d 8 geradezu fiir das sonstige „Sumir und A k k a d 4 setzen ( K G F . 59 u n t e n ) ; sonst vgl. die Nachweise ebend. 5 3 3 flg., sowie die Unterschriften des von Rassam entdeckten Cylinders Asurbanipal's (Cyl. Km.), des Cylinders A und wiederum eines weiteren Cylinders

(V R. 10, 124; I I I R. 2 6 , 120.

1 2 4 ) : „Statthalter von A k k a d " =

„Statth. von B a b y l o n 8 ) .

Ebenso sicher aber unterschieden die B a b y l o n i e r

das

*) Vgl. hierzu F. Lcnormaut.. ét.udes Accad. II, 3 p. 70 s. ; meine 15emm. in Monatsber. il. Beri. A. d. W. 1877 S. 9 2 : 1 \ H a u p t in N G G W . 1880 S. 52ti ft'. ; F r . Dui. FU. 198 flg. F ü r die S c h c i d u u g von Baliyltiuicu in N o r d b a b y ionien = A k k a d u n d S i i d b a b y l o u i e u = S u m o r s. K G F . 296. 533 llg. — l ' e b e r ilio V o r f r a g e , ob das A k k a d i s c h - S u m e r i s c h e eine S p r a c h e und w e l c h e r Art dieselbe sei, s. des Verfassers Ablullg. : „Ist das A k k a d i s c h e der Keilinseliriften eine S p r a c h e oder e i n e S c h r i f t ?" in ZlhMti. X X I X (1875. S. 1 - 5 2 .

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

120

G e b i e t der S t a d t B a b e l vom „ L a n d e A k k a d " (s. die A n n a l e n Nabunits VII, l

col. I I , 5 . 10 u . ü.

p. 1 5 3 bs.).

in T r a n s a c t t . of S. B. A.

Die L a g e B a b y l o n s

fast g e n a u im

M i t t e l p u n k t e des Gebietes z w i s c h e n dem unteren Z ä b

im

5 Norden, wo „ A k k a d " b e g i n n t , u n d dem persischen M e e r e , welches „ S u m i r " im S ü d e n b e g r e n z t , macht, zumal

unter

B e r ü c k s i c h t i g u n g der w e c h s e l n d e n politischen Verhältnisse, dieses S c h w a n k e n in der g e o g r a p h i s c h e n N o m e n c l a t u r zu begreiflich.

nur

W e n n schliefslich die H e b r ä e r zu S i n e a r

10 aufser dem in der T h a t s ü d b a b y l o n i s c h e n E r e c h u n d

dem

auf der G r e n z e von S u m i r u n d A k k a d liegenden Babel, sowie dem seiner L a g e n a c h ü b e r h a u p t n i c h t n ä h e r zu

fixirenden

K a l n e h - K u l u n u (?) auch noch die sicher n o r d b a b y l o n i s c h e S t a d t A k k a d r e c h n e n , so ist dieses u n t e r allen U m s t ü n d e n eine 15 U n g e n a u i g k e i t , die indefs begreiflicherweise auf eine s p ä t e r e A u s d e h n u n g der B e z e i c h n u n g „ L a n d S i n e a r " auf das ' I r ä k bis zu der G r e n z e A s s y r i e n s z u r ü c k g e h t . — D i e „Sumir und A k k a d "

Bezeichnung

für „Gesammtbabylonien"

auf assy-

rischen I n s c h r i f t e n ebensowohl wie babylonisuhen ist b e k a n n t 20 J o u r n . As. VI, 2 (18(53) p. 4 8 4 ; S. 39 A n m . ; P D .

(1880)

196

ZDMG. X X I X ff.

Bezüglich der

(1875) Natio-

n a l i t ä t des mit dem N a m e n S u m e r i e r und A k k a d i e r bezeichn e t e n Volkes läfst sich mit S i c h e r h e i t lediglich

aussagen,

dafs es ein w e d e r zu den S e m i t e n noch zu den I n d o g e r m a n e n 25 g e h ö r i g e s Volk w a r , flectirende

welches

S p r a c h e redete.

eine a g g l u t i n i r e n d e ,

nicht

N i c h t unwahrscheinlich schlössen

sich diese babylonischen S u m e r i e r

u n d A k k a d i e r mit den

susischen E l a m i t e n u n d den n i c h t a r i s c h e n M o d e r n zu einer besonderen V ö l k e r s i p p e z u s a m m e n .

Doch mufs das N ä h e r e

30 ans L i c h t h e r a u s z u s t e l l e n noch k ü n f t i g e r F o r s c h u n g lassen bleiben.

V g l . noch ü b e r die babylonischen

u n d susischen K a s s i Kioowi,

KoooaToi

z. 10, 6 ( 8 ) .

überKassü

1. B. Mose 11.

3.

121

n j ^ j wir wollen Ziegel streichen.

Babylonier

und Assyrer bezeichnen sowohl den an der L u f t getrockneten

Backstein,

als die H a n d l u n g des

Ziegelstreichens

genau mit denselben W ö r t e r n , wie die H e b r ä e r . trockene Backstein Ziegel"

(im Gegensatz i>* c±> -

agurru

, .>!)

zu

dem

Der luft-

„gebrannten

heifst im Assyrischen

5

(mit

Femininendung) l i b i t t u , st. cstr. l i b n a t d. i. genau das hebr. flM^.

Die H a n d l u n g des Ziegelstreichens bezeichnen

die Assyrer mit dem Verbum l a b a n . Stierinschrift

Vgl. z. B. Sarg.

(Botta 37, 4 8 ) : u - s a l - b i - n a

li-bit-tuio

„ich liefs Ziegel streichen" (Schafel); Tigl.-Pil. V I I , 75 : l i b n & t i a l - b i - i n „ich fertigte Ziegel" u. ähnll.*j. "10n Asphalt;

die Assyrer gebrauchen d a f ü r

"162 s. S. 4 8 A n m . —

Die Sache angehend,

kupur

wird sich

J e d e r , der einmal einen babylonischen Backstein in der Hand 15 gehabt h a t ,

von der Richtigkeit

der Angabe

überzeugt

haben. 4. ^ J D I "Py Stadt

und Thurm.

Es kann wohl keinem

Zweifel unterliegen, dafs sich die hier uns entgegentretende S a g e angelehnt hat

an ein wirklich einst vorhanden ge- 20

wesenes B a u w e r k , u n d dieses kann füglich wiederum nur eines der beiden thurmartigen heiligen Gebäude **) gewesen sein, deren Ruinen zu Babel selber und in dem südlich davon *) Da die W . l a b a n im Assyr. sonst „ n i e d e r s a n k e n " (vom Angesicht), u a e h Del. , n i e d e r d r ü c k e n " , „ p l a t t d r ü c k e n " bezeichnet (vgl. meine Hüllent'. Jstar (appu)

steht),

S. 100, wo das

Vb. vom Niedersenken

des Angesichtes

so v e r m n t h e t d e r G e n a n n t e , dafs d a v o n a u c h

die Be-

z e i c h n u n g der H a n d l u n g des Ziegelstreichens h e r g e n o m m e n sei (I'arad. 145).

D a s hehr. HJD1? w ä r e d a n n im H e h r , ebenso ein F r e m d w o r t wie

„ Z i e g e l " (aus lat. t e g u l a ) in u n s e r e r S p r a c h e . **) S. die A b b i l d u n g stalt

nach

einer

alten

eines solchen heimischen

chald. Geu. (IS70) S. 127.

in

seiner u r s p r ü n g l i c h e n Ge-

Darstellung

in Smith - D e l i t z s c h s

Die Keilinscbriften und das A. T.

122

belegenen Borsippa noch j e t z t vorhanden sind und von denen die eine nördlichere, auf dem linken Euphratufer belegene, den Namen „ /labil",

die andere südlichere, westlich vom

E u p h r a t , die von Borsippa, den Namen Uirs-Niimüd

führt.

5 Von diesen beiden Bauwerken ist das südliche, der in sieben Absätzen etagenförmig aufsteigende*) T h u r m von Borsippa, gemäfs den an O r t und Stelle gefundenen Thoncylindern mit identischen Inschriften Nebucadnezar's der inschriftliche „ T e m p e l der sieben Leuchten ( S p h ä r e n ? ) des Himmels und 10 der E r d e " .

Derselbe war, wie sich aus col. II, 16 — 31

(I R. 5 1 ) schliefsen läfst, dem Bel-Nebo geweiht, war aber im L a u f e der Zeit verfallen und insbesondere seiner Spitze beraubt.

I h n restaurirte Nebucadnezar und

(wiederum) mit einer Spitze.

versah

ihn

W a s f ü r einen Tempel — an

15 einen solchen wird man jedenfalls in erster Linie auch hier zu denken haben — wir in der Ruine Bäbil wiedel zuerkennen haben, ist nicht von vornherein sicher. Nahe liegt es, darin die Reste des Haupttempels Babel's, des Tempels des BelMerodach, des jüngeren „ B e i " zu sehen, des Stadtgottes 20 von Babylon (vgl. den Cyruscylinder V K. 35, 2 3 ff. 3 5 ) . Dieser f ü h r t e den Namen B i t-S a g-ga-t u (sprich (Del.) : l'-sag-ila)

d . i . „ H a u s hochragender Spitze"

„ P y r a m i d e " * * ) ) und war vermuthlich

(Oppert :

(anders Oppert) ein

ähnlicher etagenförmiger Bau wie der Borsippatempel (s. 25 E J H . I, 13. 1 9 ; II, 40 u. ö . ; Bors. I, 15 u. sonst).

Er

*) Vgl. Ilerod. I, 181; s. dazu indefs zugleich J. Iiii'U 1, l l e r o d o t s b a b y l o n i s c h e Nachrichten (Aachen I87H) I, I" tl'. **) Vgl St. Guyard, J. A. VII, 12 (1S7S) p. 222. Als assyr. Losung des I d e o g r a m m s schlügt, derselbe vor : l i i t - Z a b a l d. i. „Ilaus der Höhe" oder (figürlich) des „ ( i l a u z e s " , zu derselben Wurzel und derc selben Beil. a u c h das hebr. 'ziehend.

1. B. Mose 11.

123

wird bezeichnet als i - k a l s a - m i i u i r - s i - t i v s u - b a - a t (i 1 u) B i l b i t A N A N ( i l u ) M a r d u k „ P a l a s t des H i m m e l s u n d der E r d e , W o h n u n g des Bei, Haus des höchsten Merodach's" *).

Gottes,

Mit diesem zusammen wird beiläufig wie-

derholt auch der I ' - z i - d a = b i t u i m n u oder k i n u d . i . „glückliches oder festes H a u s " genannte Tempel n a m h a f t gemacht (Bors. I, 19 ; Backsteininschrr. u. sonst), als dessen Restaurator sich Neb. ebenfalls bezeichnet

und den man

vielfach mit dem Borsippatempel identificirte, der aber richtiger mit Del. als ein in Babel selbst selben ganz geschieden wird.

belegener von dem-

An die Reste eines dieser

Bauwerke, am wahrscheinlichsten eines der beiden zuerst namhaft gemachten **), wird sich

die S a g e vom babylo-

nischen T h u r m b a u , wie wir sie in der Bibel lesen, g e k n ü p f t haben.

W e l c h e s von beiden aber dabei vornehmlich in Be-

tracht zu nehmen, darüber läfst sich bis jetzt Sicheres nicht ausmachen.

Manches, auch die jüdische Tradition (Beresch.

R a b b a 4 2 . 1), spricht f ü r den Borsippatempel. scheidendes läfst sich f ü r

Aber Ent-

diese A n n a h m e nicht

geltend

machen und von „der Zeit der Sintfluth", seit welcher der Tempel verlassen dagelegen habe ( O p p e r t ) , ist an der betr. Stelle der Inschrift (I, 31) ü b e r h a u p t Immerhin verlohnt

nicht

die

Rede.

es sich wohl der M ü h e , gerade diesen

Bericht***) hier folgen zu lassen. *) Dd. PI). 216 übers. : „Palast Himmels und der Erde, die Woh»uug Bels, Eis und Merodaehs". Alter llerodach ist eben selber Bei, der „IJott-IIurr" xia' i'¿tr/^r. **) Einen noch weiter •/. 1!. auch in der Borsippainschrift namhaft gemachten „Tempel der Veste Himmels und der Erde" Del. I'D. a. a. O. können wir liier i'iiglich wohl von vornherein bei Seite lassen. ***) Für die Erklärung vgl. Oppert in JA. V, 9. 10 (1857); Ders. in „(inmdziige der assyr. Kunst", Bas. 1K62 S. II tl'.; II. liaivlinson und l'ox Talliot in ,JKAS. XYlll Mki',1); F. Talbot in Records of the Past VII, 7J il'.; J. Jlduaut, Babylone et la ChalcltSe, Par. löTüp. 216 s.

124

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

B e r i c h t ü b e r die V o l l e n d u n g d e s t h u r m a r t i g g e b a u t e n Borsippatempels.

Col. I, 2 7.

Ni-nu-mi-su:Bitha-

m a m i V I I i r s i t i v zi-ku-ra-at B a r s a p * )

28. s a

sarru

m a - a h - r i i-p u - s u - m a 2 9 . X L I I a m m a t u - z a-a k-k i - r u - m a 5 3 0 . l a u - u l - l a - a ri-i-s a-a-s a ; 3 1 . u l - t u in-na-mu-u-ma

32. 1 a s u - t i - s u - r u mu-si-i

Col. I I , 1. Z u - u n - n u v u r a - a - d u it-tu-sa ma

4.

3.

a-gu-ur-ri

li-bi-it-ti

ti-mi-in-sa.

mi-i-sa.

2. u - n a - a s - s u - u

t a-ah-1 u-u p-ti-s a

ku-um-mi-sa

10 5. A - n a i - b i - s i - s a b i l u an-ni li-ib-ba;

u-u m r i - i - k u - t i v

up-ta-at-ti-ir-

is-sa-pi-ik

ra-bü-u M a r d u k

li-bi-

ti-la-ni-is.

ti. u - s a - a t - k a -

7. a - s a - a r - s a l a i - n i - m a l a u-n a - a k - k i-i r

8. 1 - n a a r a h

s a - a l - m u i-n a ü i u

magari

9. 1 i-b i-i t - t i k u-u m - m i-s a u a - g u r - r i t a-a h-1 u-u p - t i - s a 10. a b - t a - a - t i

i-i k - s i - i r - m a

15 i z - m a 1 2 . s i - t i - i r s u - m i - j a ti-sa as-ku-un.

11.

mi-ki-it-ta-s a

u-us-zi-

1 3 . i-n a k i - t i r - r i * * )

ab-ta-a-

14. A - n a i-bi-si-sa

1Ä. u u - u l - l u - u

ri-i-

s i-s a g a - t a a s-s u-u m - m a * * * ) ; 1 5 a . k i - m a 1 a-bi-r i - i m - m a 15b. i-is-si-is a b - n i - s u - m a , 15d.

15c. k i - m a s a u-um

u - u l - l a - a r i - i - s a-a-s a d. i. C o l . I, 2 7.

20 k ü n d e n solches f )

: D e r T e m p e l der

ul-lu-ti

„Wir

sieben L e u c h t e n

ver

"

der

*) Die verschiedenen S c h r e i b u n g e n des N a m e n s sind U i l r - s i p , B ä r - s a p , B a r - s i p (gemäfs II R. 53, a a u c h I 5 u r - s i p g e s p r o c h e n ) ; d a n e b e n 1 3 a r - z i - p a , B a r - z i - p a v , endlich Ii a - a r - z i - p a v. S. Del. P D . 217. Es ist eine gewifs r i c h t i g e V e n n u t h u n g Opperts, dafs sich wie n a t ü r l i c h in dem Borsippa, Horsippos des lierossus und Strabo, so in dem Birs des N a m e n s f ü r den T h u r m : Birs-Nimrüd, dieser altb a b y l o n i s c h e S t a d t n a m e u n d in dem l e t z t e r e n bis auf den h e u t i g e n T a g e r h a l t e n hat, **) So Opp. — I K. a. a. 0 . hat k i - l i - r i (?). ***j D a s a n d e r e E x e m p l a r liest a s - k u - u u - m a ; in demselben f e h l e n zugleich die vier folgenden mit 15a—d b e z e i c h n e t e n Zeilen. f ) Dieses ist ganz wie das immer w i e d e r k e h r e n d e : D a r i j a v u S sarru ikabbi „ D a r i u s der König s p r i c h t " der B e h i s t i m i n s c h r i f t . N i n u m ist doch wohl 1 Ps. I'lur. I m p f . K a i v o n „leise s p r e c h e n " ,

125

1. 13. Mose 11.

E r d e , der T h u r m von B o r s i p p a .

2 8 . welchen ein f r ü h e r e r

K ö n i g e r r i c h t e t h a t t e 2 9 . (man g i e b t [ihn auf] 4 2 E l l e n a n ) , 3 0 . dessen S p i t z e er a b e r nicht a u f g e s e t z t h a t t e , 3 1 . w a r seit f e r n e n T a g e n verfallen. Besorgung Statt;

32.

der Abzugscanäle

Es

für

h a t t e k e i n e richtige

das W a s s e r

desselben

2. h a t t e n

fortgespült

I I , 1. R e g e n u n d U n w e t t e r

5

seine B a c k s t e i n e ; 3. die Ziegel seiner B e d a c h u n g w a r e n geborsten ; 4. waren

die B a c k s t e i n e

fortgeschwemmt

restauriren

t r i e b (?)

des

(eigentlichen)

zu T r ü m m e r h a u f e n .

Gebäudes 5.

Ihn

zu

der grofse G o t t , Merodach, mir den 10

S i n n a n ; 7. seinen O r t (indefs) b e s c h ä d i g t e ich nicht, nicht ä n d e r t e ich seine G r u n d m a u e r n .

8. I n einem M o n a t e des

Heils, an einem g ü n s t i g e n T a g e

9. besserte ich die B a c k -

steine seines G e b ä u d e s u n d die Ziegel seiner

Bedachung

1 0 . zu f e s t v e r b u n d e n e m M a u e r w e r k a u s , erneuete seinen 15 U n t e r b a u (?)

12.

13.

und

brachte

die

Schrift

N a m e n s an d e m K r a n z e seines M a u e r w e r k s an.

meines 14. Ihn

zu r e s t a u r i r e n u n d seine S p i t z e a u f z u s e t z e n , erhub ich meine H a n d ; 15a. wie vor A l t e r s e r b a u t e ich ihn (den von N e u e m ;

Tempel)

I 5 c . wie in den f e r n e n T a g e n e r r i c h t e t e ich 20

seine (des T h u r m e s ) S p i t z e " . Zur Erläuteruni/. Col. I, 27. Das ideographisch mit dem Zeichen T U IC g e s c h r i e b e n e h a m a m i ist lautlich g e s i c h e r t d u r c h Syll. 208, s e i n e r B e d e u t u n g nacli festgestellt d u r c h Sarg, lvhors. 14 : h a - a m - m a - i n i s a a r - b a ' „die vier H i m m e l s r i c h t u n g e n ( W e l t g e g c n d e u ( z u vgl. liebr. 25 n o n „Sonne u '•). — 29. Xweiumlrwrzbj Ellen. Die Zahl e r l ä u t e r t sicli T

"

selber;

anunat

ist

ideographisch

geschrieben

w e l c h e m der S i n n w e r t h „Elle", assyr. a m m a t N a c h w e i s e bei Norris, Dict. p. 280 der V e r g l e i c h u n g

zweier

n e z a r i n s c h r i l t col. VI, 20

=

(es e r g i e b t

parallelen P a s s a g e n u n d VIII, 4b).

mit

dem Z e i c h e n

sich das R i c h t i g e

der L o n d o n e r

Uebcr

U,

p Q « z u k o m m t , s. die aus

Nelmcad- 30

den M a a f s w e r t h

der

dann „sprechen" überhaupt (Opp.i: s c h e i n t indefs mir von dem feierlichen Keilen, also im Sinne vim „ v e r k ü n d e n ' " g e b r a u c h t zu sein.

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

126

assyr. a m m a t s. R. Lepsius, die B a b y l o n i s c h - A s s y r i s c h e n L ä n g e n m a f s e n a c h der T a f e l von Senkereh. Berl. 1877 (Abhdll. der Akad. d. Wiss.), womit zu vgl. die V e r h d l l . z w i s c h e n d e m G e n a n n t e n und J . O p p c r t in den Wonatsberr. der A k . 1877 S. 7 4 1 — 7 5 8 ; GGA. 1878 S. 1055—67. 5 —

10

15

20

25

30

uzakkiru

3 Ps. P l u r . Pa.

von

eigentlich

„erwähnen";



30. u ü l l ä 3 Ps. Sg. P a . von ¡"l^J?; — 31. r i ' k ü t = ¡"lIpPI F e r n e " . Das W o r t ist hier u n g e n a u mit k (3) statt mit k ( p ) geschrieben, vgl. i Sk u l „er w ä g t " (^pi^'i), g e n a u e r i s k u l * * . G e r a d e d e n b a b y l o n i s c h e n I n s c h r i f t e n ist es a u c h sonst eigen, dafs sie das weichore k u n d das e m p h a t i s h e k verwechseln. So z. B. schreibt X e b u c a d n e z a r in der L o n d o n e r I n s c h r i f t (11,61) u t a k k u s u „sie leiteten i h n " ( n ^ f l ) , w ä h r e n d wir in einer a n d e r e n I n s c h r i f t desselben Königs, auf dem Bellinocylinder (col. I. Z. 11) u t a k k u mit k (p) lesen. D a n u n sonst die P h r a s e u l t u u m i r u k ü t i eine in den Insclirifteu g e w ö h n l i c h e ist, so l e u c h t e t ein, dafs nicht der g e r i n g s t e Grund vorliegt, liier diese in den Z u s a m m e n h a n g auf das T r e f f l i c h s t e sich e i n f ü g e n d e Uebersetzuog „von den f e r n s t e n T a g e n " zu verlassen und nach einer a n d e r e n D e u t u n g sich u m z u s e h e n , wie eine solche Oppcrt versucht bat., i n d e m er eine a l t m e s o p o t a m i s c h e W u r z e l pi~| „ ü b e r t i u t h e n " p o s t u l i r t u n d ü b e r s e t z t : „seit den T a g e n der Süudllutli war er (von den M e n s c h e n ) verlassen" u n d gleichzeitig in den Worten eine A n s p i e l u n g auf die biblische SintHuthsagc findet; — i n n a m u ist ein I m p f t . Nif., jedoch n i c h t sowohl von einer W . Qj-jj (.Opp.), die keinen e n t s p r e c h e n den Sinn g e b e n würde, denn v i e l m e h r von r i ß } = QU „ s c h l u m m e r n " , von Dingen : „ v e r f a l l e n sein". Die Bildung ¡st wie. i 111111 a s 11 „sie k a m e n a b h a n d e n " Impf. Nif. von ¡"iü'O ; s u t i s u r Inf. Istafal von a s a r H ü ' N = "Iii?1) 'n der Bed. ilirii/nre, moderan'; i n u s i ' 1111', wie • H 3 N ^ I D „ A u s g a n g von W a s s e r " J e s . 41, 18, an unserer Stelle in der Bed. „ W a s s e r a b i l u f s " . Diese schon durch den einfachen u n d natiirlichcu Sinn v e r b ü r g t e R i c h t i g k e i t der D e u t u n g Kawl.'s u n d T a l b . ' s wird d u r c h das F o l g e n d e (col. II, 1) über allen Zweifel e r h o b e n . So j e t z t a u c h Oppert (s. dessen G r u u d z i i g c der assyrischen K u n s t (Bas. 1872) S. 12). col. II, 1.

Zuunu

„ R e g e n " , dasselbe W o r t wie hehr.

den

35 U e b e r g a u g vom A s s y r i s c h e n z u m H e b r ä i s c h e n bildet das A e t b i o p i s c b e mit dem e n t s p r e c h e n d e n z e n ä i n ; — r ä d u = -Donner", dann „ U n w e t t e r " ; — 2. u n a s s ü 3 l ' s . P l u r . Impft, von 11a s ä = j/qj evellere-, es ist weder (Rawl., Talb.), noch TDJ ( " l ' l ' ) z u v ß r " gleichen, w e l c h e beiden Yerba, sei es lautlich, sei es der B e d e u t u n g 40 wegen, S c h w i e r i g k e i t e n b i e t e n ; - 3. t a l i l u p von Oppert und T a l b . richtig in der Bed. „ B e d e c k u n g " , „ B e d a c h u n g " e r k a n n t ; vgl. hiezu *) ABK. S. 20. Ann». 2.

1. 1!. .Mose 11. Lötz

TP.

S.

löti*);

uptattir

Iftaal

127

von

"1130

B e d . ; — 4. k u m m u

ist das cigcntl. ( j e b ä u d e the

(=

„Haufe"? —):

arab.

„ausgiefsen":

tiläuiS

u n d z w a r vom I ' l u r . = —

6.

usatkanni

1 Ps.

Sg. in

anstatt

der

8. m a g a r

Nif. vou " j p j y

assyrische A d v c r b i a l b i l d u u g

Impf.

Schaf,

„draugsaleu"

Pa. vou n a k a r hebr. "QJ, fem. von

von

|2P>



7. i n i

im A s s y r . ;

im Sinne von

=

huuse

eigentl.

von

„Hügel" „machen";

vermuthlioh

mit

Suff,

1 Ps. I m p f t . K a i unakkir

„ändern";

„ g e w o g e n sein", Idcogr. II K. 7, 2 9 ; abat

gleichen of the

t i l ä n i a u s ; — 5. i b i s Inf. von

u s a t k a n i n n i;

Bed.

issapik

'u botly



nij.1? „etwas Verflochtenes",

1 Ps.

r,

von

Impft.

t i m i n s. o . ; — 10. a b t a t

Plur.

„Flechtwerk",

d a n n 10

„festes M a u e r w e r k " (Opp. „ S ä u l e n " , T a l b . „ n e u " , beides sachlich n i c h t augemessen

und

von k a s a r =

f o r m e l l nicht

hebr.

zu r e c h t f e r t i g e n ; i k s i r

„gerade, r e c h t s e i n " ;

z u r e c h t m a c h e n " ; — 11. m i k i t eigentl.

„Gestell",

dann „Unterbau"

des Schaf'al von z ü z „von

Neuem"

15. a s s u m m a

statt im

„recht,

m i k i n t vgl. h e h r . H j l D D

(liawl.);

„hervortreten",

1 Ps. I m p f t ,

im Ass. activ usziz

1 Pers.

Schaf, „ e r n e u e r n "

I m p f t . 15

vgl.

ziz

Bell. 25. 2C>; k i t i r , hehr. m f " i 3 „ S i i u l e n k u a u f " ('?;; — 1 Ps. Impf, von ( { ¿ ' J ;

— l o a . l a b i r i m häufiges Ad-

v e r b i u m im Sinne von „alt, f r ü h e r " ; — 15b. i ä s i s Adv. „von N e u e m "

(B. nf-in = ttnri? - ) •

20

F ü r die hier in Betracht kommenden Ruinen selber s. J . Oppert E. M. I, 135 ss. 2 0 0 ss.; C. J. Ric'n, on the topography of ancient Bab. in Rieh, Lond. 1 8 3 9 p- 4 3 — 1 0 4 ,

Bab. and Persepolis,

1 0 7 — 1 7 9 ; H. Rawl. in J R A S .

X V I I I p. 14 not. 9.

Babylon.

Der Name findet sicli in den In- 25

schritten ebenso oft phonetisch wie ideographisch geschrieben ; wenn auf die letztere Art, dann überwiegend mit dein Zeichen K A . A N . R A (spr. k a - d i n g i r - r a ) ; ferner K A - A N ( = k adingir); zeichen),

auch

KA AN. AN

und K A . A N

(mit Plural-

in welchen letzteren Fällen (Neb. IV, 3 2 ; V R. 30

3 5 , 15. 17; das auslautende i l i standen ist, wozu

alsdann

fälschlich pluralisch ver-

noch gemischte

Schreibungen

Das Wort liudet sich beiläufig a u c h sonst z. B. Asarli. VI, 22 Hg. in der ileart u l - t t i t i m i n - s a a-d i t ah-1 u-b i-> a „von seinem F u n d a m e n t e . Iiis zu seinem I>uehe".

128

D i e K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A .

wie Ba-bi-AN. R A kommen*).

(dingir-ra)

Neb.

T.

EJH. I V , 28 u. a.

D i e wesentlichsten phonetischen Schreibungen,

wie wir ihnen auf Backsteinen Nebucadnezars begegnen,

sind theils B a - b i - 1 u (1 i v , l a v ) ,

ft b i - i - l u * * ) .

Die

ursprüngliche

war hiernach B a b i l , leicht

Bäbilu

theils

babylonische

Sa-

Aussprache

genauer B ä b i l (s. Syll. 365),

(s.

die

Schreibweise)***).

und sonst

zuletzt

aufgeführte

viel-

phonetische

Aus der angeführten ideographischen

Schreibweise ersehen wir unter Berücksichtigung der pho10 netischen Schreibung

auch

die Bedeutung

Dieselbe war hiernach : „ T h o r Gottes".

des

Namens.

Auch sonst finden

sich mit Bäb gebildete Stadtnamen. So z. B. wirdKhors. 20

* ) U e b e r sonstige i d e o g r a p h i s c h e S c h r e i b u n g e n , mit denen es aber d u r c h w e g eine besondere Bcwandnifs hat ( D I N . T i l i . K l ; S U - A N - N A - K I u. a. m.), s. D e l . P D . **)

S. über

D e l . P D . 212 * * * ) Das (vgl

213

flg.

alles dieses D M G .

X X I I I . S. 350;

auslautende

u

ist

unter

allen

noch das B e z i e h u n g s a d j e c t i v B a b i l a i

43. I I ,

1) und darf deshalb

ilu

N'orris

Dict.

Umstünden

unwesentlich

geschr. B a b i l a - a i

f ü r die A b l e i t u n g

des

Namens

III

für

namens B a j v ' / . w v .

Auch

allerdings,

ob

vgl.

i n d o g e r m . u-Stamm

flectirt

mehr w i e f r a g l i c h .

Denn

Elufsnamen

Evtfiiatiji

w v der

griechischen

zur E r k l ä r u n g

derselben

das A d j . B ä b i r u v i j a , wird,

herangezogen

freilich ja

und

sind

Tr/Qijq,

Forin

z. B. die

T!y)

Nr. 23.

nach

einem

Berl. l l o n a t s b e r r .

herrschenden 1877

S. 80.

Jos. 11. 12.

163

begreifen würde. Das auslautende ¡"P wäre zu i verkürzt wie in 'OX^O „Bote Jahve's". Das Vorkommen des Namens „ J a h v e " in dem heidnischen Personennamen hätte man dann irgendwie in der zu 1 Mos. 2, 4 dargelegten Weise zu erklären. Asarhaddon endlich führt Cyl. B, 18 (ebenso wie 5 Asurbanipal ß m . 3 s. meine citirte Abhdlg. a. a. O.) einen König A h ( i ) - m i l - k i von Asdod auf, dessen Namen augenscheinlich = hebr. ^ n . N (phonet. A-h i-mil-ki ob. S. 105). 12, 11. K*1?1? Lachis. S. zu 2 K. 18, 14. 1 8 . p 0 « Aphek.

S. zu 1 K . 2 0 , 2 6 .

10

20. p(N)"IO

Schómerón - Merón, sonst nicht be-

kannte kanaanäische Königsstadt, vielleicht (F. Del. PD. 2 8 7 ) verschrieben aus urspr. pO'tt'DB' und so identisch mit dem auf Sanherib's Taylor-Cylinder an der Spitze der tributaren kanaanäischen Staaten und vor Sidon, Arados, 15 Byblos und Asdod, bei Asarhaddon und Asurbanipal hinter Byblos und Arados erwähnten S a m s i - m u r u n a = hebr. ä a m ä i - m u r u n d. i. eines Namens, dessen Lesung durch das neugefundene Rassam'sche Fragment eines Cylinders Asurbanipals inzwischen gesichert ist s. meine Abhdlg. 20 über „die Inschriften Tiglath-Pileser's II, des Asarhaddon und des Asurbanipal" (Berl. Akad.), 1879 (80) VIII S. 34. Ob freilich der textuelle hebräische Stadtname nicht selber wieder erst durch Dittographie des JHD aus ursprünglichem piOtf (vgl. 11, 1) entstanden ist, ist zum Mindesten zu 25 fragen. Den biblischen Ort erkennt A. Socin bei Bädeker, Palästina u. Syrien, Lpz. 1875, S. 4 4 1 in dem heutigen es-Semirije nahe bei und nördlich von Akkó, sowie südlich von Akzib-Ekdippa, wieder. Als Könige von Samsi-muruna werden Minhimmu = n n j p und Abiba'al = ^ÍH'SN namhaft 30 gemacht s. die zu 2 Kön. 18, 13; 21, 1 mitgetheilten Inschriftenstellen. 11*

164

Die Keilinschriften und das A. T.

13, 3Ekron, bekannte philistäische Stadt nordöstlich von Asdod. Mit dieser Stadt steht das in den Inschriften Sanherib's, Asarhaddon's, auch Asurbanipal's mehrfach vorkommende A m - k a r - r u - n a (Sanh. Tayl. II, 5 6 9 ; III, 1. 2 5 ; Asarh. Cyl. B. V, 16; Assurb. Sm. 31, h; Rass. 3 Z. 7) zu identificiren. Amgarrun ist unter Auflösung der Verdoppelung und Ersatz derselben durch eine Liquida gesagt für A k k a r r u n vgl. L X X jixxägcov. An der Spitze des Staatswesens standen noch zu Sanherib's und 10 Asarhaddon's Zeit genau wie zu Gaza, Askalon, Asdod, Byblos, Tyrus und Sidon mehr oder weniger selbständige Dynasten, von denen der zu Sanherib's Zeit lebende den Namen Pa-di-i d. i. Padiah führte, ein Name genau wie hebr. ¡"PI? 2 Kön. 23, 36 (über das Vorkommen des Gottes15 namens Jahve in demselben s. zu 1 Mos. 2, 4). Der zu Asarhaddon's Zeit das kleine Reich beherrschende König führt den Namen I-ka-u-su ( I - k a - s a m - s u ? — K G F . 79). Die oben dargelegte Ansicht über das Amkarrun der Keilinschriften steht im Widerstreit mit derjenigen Oppert's 20 und M^nant's, wonach unter Amkarrun, bezw. Amgarrun der Ort Migron im St. Benjamin zu verstehen sei. Allein mufs schon die, in diesem Falle zu statuirende, lautliche Umgestaltung des Wortes Bedenken erregen (man erwartete wenigstens ein A - m i - g a r - r u n ) , so scheitert diese Ansicht 25 aufserdem daran, dafs L) es ganz undenkbar und allen geschichtlichen Berichten des A. T.'s zuwiderlaufend ist, dafs wenige Meilen von Jerusalem, mitten in judäischem Gebiete, sollte sich ein mehr oder weniger unabhängiger Dynast habe festsetzen können; 2) dafs dieses doppelt unbegreiflich 30 ist bei einem Orte, der, wie Migron, unter allen Umständen ein ganz unbedeutender Flecken w a r ; 3) dafs der Zug Sanherib's, auf welchem er zuerst Amkarrun berührte (col. II,

Jos. 13.

165

65. 69. III, 1), deutlich an der philistäischen Küste entlang führte : der König berührt hintereinander Beth-Dagon (im Stamme Dan), Joppe, B n e - B e r a k , Askalon. Auf dieser Route liegt lediglich das philistäische Ekron. Wie er plötzlich nach Migron, nördlich von Jerusalem habe abbiegen können, ist platterdings nicht einzusehen*). Schliefslich aber wird 4) col. III. Z. 25 Amkarrun neben Asdod und Gaza genannt und in der Asarhaddoninschrift, sowie in der Inschrift Asurbanipal's begegnen wir Amkarrun zwischen Askalon und Byblos (die Reihenfolge ist : Gaza, Askalon, A m k a r r u n , Byblos, Arvad). Man sieht, wie für Ekron Alles, f ü r Migron nichts spricht. W i r identificiren demnach mit Rawlinson und Talbot Amkarrun mit der philistäischen Stadt Ekron. H\$Gaza.

S . zu 11, 2 2 .

"lntt'N Asdod. S. zu 11, 22. l'i^pB'it Askalon, auf den Inschriften I s - k a - l u - n a (Asarh. 48. I, 4) und I s - k a - a l - l u - n a (Sanh. Tayl. II, 58. 63). Als König von Askalon erscheint auf der Sanheribinschrift (Z. 58. 67) zunächst ein König Si-id-ka-a d. i. Zidkä (Hpl5l). Der Name ist seinem ersten Theile nach sicher hebr. p"13 „Gerechtigkeit". Schwieriger ist zu sagen, woher das auslautende ä stamme; indefs da wir auch im Hebräischen (Esr. 10, 33) einem Namen HPFID begegnen, der sicher = rrnFIO (Olsh. Lehrb. S. 613), so wird auch in dem fraglichen Königsnamen das auslautende ä für aus ¡"P entstanden zu betrachten und der Name mit hebr. „Zedekiah" d. i. „Gerechtigkeit (gerecht) ist J a h v e " zu identificiren sein. Vgl. zu 1 Mos. 2, 4. — Noch zwei andere Königsnamen werden uns in der angezogenen San*) Vgl. liiohm in Theol. Studil. u. Kriti. 18Ü8. XV. S. 697.

Die K e i l i n s c h r i f t e n und das A. T .

166

heribinschrift überliefert (Z. 6 2 ) ,

nämlich

Sar-lu-dä-ri

und ß u - k i b - t i (Ersterer des Letzteren Sohn).

W a s den

ersteren Namen anbetrifft (für die Lesung vgl. Assurb. Sm. 4 8 ünt. und die Var. I I I R . 1), so ist derselbe deutlich kein solcher gewöhnlicher hebräisch-kanaanäischer Bildung.

Er

erinnert vielmehr an den entsprechenden des Regentenkanons ( I I I R . 1. col. IV, 3 9 ) B l l - l u - d a-r i.

Der

deutet : „Bei ist f ü r w a h r

(däri

darä =

ein ewiger"

letztere bePart, von

d ü r " i n ) ; jener : „der König ist ewig

schend)8.

(herr-

W i e aber dieser philistäische K ö n i g zu diesem

rein assyrischen N a m e n k o m m t ? — Gerade wie der Sohn Necho's I

zu

dem rein

assyrischen

Nabü-sizib-ann i

(Assurb. Sm. 46, 64) d. h. der tributäre König nahm den assyrischen Namen seinem Lehnsherrn zu Liebe a n ;

be-

zeichnet doch Sanherib diesen Sarludäri eben als den früheren d. h. von ihm oder Sargon eingesetzten, assyrischen Vasallenkönig! immerhin.

Bemerkenswerth

ist

diese Tliatsache

aber

Der Name des Vaters R u k i b t i bleibt trotz der

sich fast von selber darbietenden Ableitung von der W . einigermafsen dunkel.

Ueber den weiteren Königsnameii

M i - t i - i n - t i d. i. ¡"ITipo, den uns die Inschriften Asarhaddons und Asurbanipals (zerbrochener Thoncyl., sowie Rm. 3) (vgl. I R . 48) an die H a n d geben, s. zu Jos. 11, 22 (S. 1 6 2 ) . 03, vielleicht als ( i r ) G i - i m - t u As-d u-di-i m-m u

=

• m D N n3 d. i. „Gath der Asdodier" vgl. CT'P^? n3 „ G a t h der Philister", das biblische Gath.

Das A s d u d i m

wäre

natürlich als eine rein hebr. Bildung und als ein W o r t anzusehen, das von den Assyrern so gehört und wiedergegeben w ä r e ; G i m t u aber wäre als f ü r g i n t u ¡"03 stehend zu betrachten, das zu 03 „ K e l t e r " contrahirt ward, wie b i n t u zu r ü s. H a l ^ v y in Z D M G X X X I I , 39 7; Del. P D . 2 9 0 , welcher letztere indefs d a s A s d u d i m m u in A s d u d i i m m u

Jus. 13. 15. 16.

=

167

0;n T-lfc'N „Asdod am Meere" auflösen und dabei an eine

besondere Hafenstadt dieses Namens denken möchte. 46. n n j Jahne, 'lafival, 'Iaftvia,



Stadt am mittelländ. Meere, griech.

luuvtta,

ist n i c h t assyr. ( m â t , i r) I a-a m-

n a - a i S a r g . Cyl. 2 1 ; Botta 36, 22 (Menant u. A.).

Siehe

dagegen S. 8 1 . 169. W i e man beiläufig sieht, liegt der semitische Character so ziemlich aller in den assyrischen Inschriften uns überlieferten philistäischen Königsnamen (s. zu Jos. 11, 22 : G a z a und Asdod; zu unserer Stelle : Ekron und Askalon) zu T a g e , und demnach die Philistäer f ü r etwas Anderes zu halten (Hitzig), als f ü r Semiten, wird hienach in Z u k u n f t wohl kaum noch J e m a n d in den Sinn kommen. 1 5 , 4 1 . l^H rva Beth-Dâgôn,

eine Stadt im Gebiete

des Stammes J u d a , nach Eusebius*) zwischen J a m n i a und Diospolis belegen.

Diese L a g e stimmt vortrefflich zu der

Stelle in der Inschrift Sanherib's II, 66, wo einer Stadt Bît-Da-kan

neben J o p p e und B a n a i b a r k a d. i. B n ê

B ë r a k erwähnt wird.

Heutzutage B ê t-D e d s c h â n .

1 6 , 3. "1JJ Gazer, Stadt an der philistäisch-ephraimitischen Grenze, westlich von Bethhoron belegen Jos. 16, 3. Mit dieser, fortwährend von Kanaanäern bewohnten (Jos. 16, 10.

Rieht. 1, 2 9 .

1 Kön. 9, 16) Königsstadt

(Jos.

10, 3 3 ; 12, 12) hatte ich früher das von Sanherib in seiner Annaleninschrift als von ihm zerstört erwähnte A - z u - r u (col. I I , 6 6 ) identificirt.

Indessen, wie bei dieser Annahme

schon die zu statuirende Abschwächung des g zu einem blofsen H a u c h e Schwierigkeiten bereitete, so ist dazu inzwischen das biblische Gazer in dem T e i l

el-Dschezer

zwischen e l - K u b f i b und E k r ô n wiederentdeckt (s. Bädck., P a l ä s t . u. Syr. S. 143), an dieses demnach bei dem assyr. *) S. Lagardo, Onomastica sacra. Gött. 1870. I. p. 104, 14. 235, 14.

Die Keilinschriften und das A. T.

168

A z u r u zu denken, ausgeschlossen.

Wohl aber wird (Del.

P D . 289 stimmt bei) das südöstlich von Joppe belegene, K A T 1 nur fälschlich mit Van der Velde zugleich f ü r das alte Gazer gehaltene, J â z û r (Bäd. Pal. 137) zu vergleichen 5 sein, das — vgl. die Sanheribinschrift! — in unmittelbarster Nähe von J o p p e einerseits, Beth-Dâgôn und Bnè-Bërak anderseits belegen ist. Noch bemerke ich, dafs Hieronymus im Onomasticum auch in der Gegend von Askalon ein A s o r kennt. W i r lesen 10 (Onom. sacr. ed.Lagarde. 1 8 7 0 . 1 . p. 90, 7 — 1 0 ) : est et alia villa usque hodieAsor in finibus Ascalonis contra orientera ejus, quae cecidit in sortem tribus Judae, cujus et scriptura

memi-

nit, adpellans

eam ad

novam.

Dieses A s o r

scheint aber (vgl. Z. 6 das Asor d. i. "IlSn

distinctionem

veteris Asor

15 des Jabin) auf ein Wort ~lisn zurückzugehen, und gerade in der Wiedergabe des 3 bei Fremdwörtern sind die Assyrer sonst sehr correct.

Dazu pafst seine Lage liier wenig oder

gar nicht. 17, 11. "ItfT Bôr,

keilschriftlich (ir) D u - ' - r u , er-

20 scheint in einer geographischen Liste neben dem in diesem selben Verse namhaft gemachten •H3P, inschriftlich (ir) M a - g i - d u-u, auch M a - g a - d u - u (II ß . 5 3 Nr. IV, 57 flg.; Nr. III, 56

Nr. I, 40).

Die

keilschriftlich verbürgte Schreibung INT mit N in der Mitte 25 (neben "IH 12, 2 3 u. sonst) findet sich bekanntlich auch auf der Eschmunazarinschr. Z. 19. K G F . 121 flg. 1 9 , 2 9 . iX Tyrus*), bekannte phönicische Königsstadt, wird in den Keilinschriften in der Aussprache (i r , m â t **)) *) Zu der Wiedergabe des semitischen emphatischen Zischlautes durch griech.-lat. t bei diesem Namen vgl. J. Olshausen in Bcrl. Monatsberr. 1879 S. 550 ff. **) Gewöhnlich erscheint das letztere Determinativ; ir fnulot sich II R. 67, 6C; Sarg. Khors. a. a. O. u. sonst.

Jos. 16. 17. 19.

169

S u r - r u , S u r - r i häufig erwähnt; so schon in der Monolithinschrift Asurnasirhabal's col. III, 86 neben Sidon und Byblos, ferner in der Inschrift Königs Rammannirar I R. 35. Z. 2 2 , in den Inschriften Sargon's z. B. Cylinderinschr. I R . 3 6 . Z . 2 1 , sowieAsarhaddon'sund AsurbanipaPs(s.meine Abhdlg. ZurKrit. der Inschrr. Tigl.-Pil.'s II u. s.w. S. 33). Aus der Stelle auf der Monolithinschrift ergiebt sich, dafs Tyrus wie Sidon sehen in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts Assyrien tributär war. Die Stelle in der Sargonsinschrift, lautend : li-ih t a m - h a - r i , s a i - n a k a b a l tiâm-tiv m â t Ia-av-na-ai sa-an-da-nis ki-ma nu-u-ni i - b a - r u - u - m a u - s a p - s i - h u m â t K u - i u ir S u r - r i d. i. „(Sargon) muthig (n^) zum Kampfe, welcher inmitten des Meeres die Jonier s a n d a n i s Fischen gleich herauszog und das Land K u i , sowie die Stadt T y r u s aus ihrer Bedrängnifs rettete 8 ( K G F . 238 vgl. mit Del. P D . 2 4 8 ) * ) , giebt an die Hand, dafs Tyrus auch zu Sargon in einem Vasallenverhältnisse stand. Eine eigentliche Unterwerfung der Stadt berichtet uns Sargon nicht : er begnügte sich augenscheinlich mit der Anerkennung der assyrischen Oberhoheit und der Zahlung eines Tributes. Einen solchen Tribut zahlte die Stadt auch dem Asarhaddon (Cyl. V, 11 ff.). Ueber Salmanassar's verunglückte Expedition gegen Tyrus (Menander bei Josephus Arch. I X , 14. 2) s. unsere Ausführung in den Theol. Studd. undKritt. 1870 S. 5 3 1 ff. — Von tyrischen Königsnamen überliefern die assyrischen Inschriften drei, nämlich Mi-i-ti-i n-n a (Tigl.-Pil. II s. I I R. *) a^mn

u ä a p ä i h u R. nK'D R

- n m

Ps

4

2

- > - -

Zu

=

ara

'»-

Cauaativ wie hebräisch

der Sache ist an Sanherib's Besieguiig

der ionischen Flotte an der cilicischen Küste zu erinnern (Abydcnus bei Eusebius-Schoene

I, 35). — Leber (las Land K u i

cisclio Küstengebiet f. KGF. 230 11'.

d. i. das cili-

5

10

15

20

25

170

Die K e i l i u s c h r i f t e n u n d das A. T.

67, 6 6 ) d. i. Mytton, Mutton, Metten u. 8. w. =

jPD ( K G F .

5 2 8 ) ; ferner H i - r u - u m - m u ( I I I R. 9, 51) in einer andern Inschrift desselben Königs d. i. Hiram •TPI 1 K. 7, 4 0 ;

DTfl 1 K . 5 , 1 f> u. ö . ;

n n i n 1 Chr. 14,

1 u. ö. *);

endlich

5 B a - ' - l u (Ii) bei Asarh. und Asurb. **) d . i . offenbar bVJ Baal,

welcher Gottesname auch im A. T. mehrfach als

Eigenname von Personen erscheint s. 1 Chr. 5, 5 ; 8, 3 0 ; 9, 36 (auch Josephus c. Apion. I, 21 erwähnt im 6. J a h r h . einen tyrischen König Namens Baal). 10

S'jpx Ekdippa

wird in der Sanheribinschrift auf dem

Cylinder T a y l o r s II, 4 0 in der Aussprache A k - z i - b i w ä h n t und zwar neben Sidon, Sarepta und Akko.

erAus

letzterem U m s t ä n d e geht hervor, daf» nicht das judäische E k d i p p a (Jos. 15, 4 4 . Mich. 15 (geg. Mdn.).

1, 14) gemeint sein kann

Unser E k d i p p a lag im Gebiete des Stammes

A s s e r ; vgl. auch Rieht. 1, 3 1 . 4 3 . nrüpfl, auch HJPP Thimnath,

philistiiische S t a d t

(Rieht. 14, 1), meist zum S t a m m e D a n (uns. Stelle), früher auch zum S t a m m e J u d a gerechnet (Jos. 15, 10. 57). Seine 20 L a g e südöstlich von Ekron, östlich von Asdod, an der judäischen Grenze, stimmt genau zu der Art, wie seiner in der Sanheribinschrift Tayl. Cyl. I I , 8 3 unter dem Namen T a - a m - n a - a erwähnt wird: es wird 1. c. zwischen A l t u k ü (s. sogleich) und Ekron genannt.

Thibneh, das alte Tliim-

25 nath, liegt aber südöstlich von E k r o n

auf der Grenze des

judäischen und philistäischen Gebietes. *;

Von

diesen

drei

überlieferten

alttestam.

Aussprachen

des

N a m e n s wird u n t e r Vergleich des assyr. l l i r n m m u

und d r s luijtoitog

des J o s e p h u s (e. Ap. I, 17 sq.) die A u s s p r a c h e

a s

'

allein ur-

k u n d l i c h e zu b e t r a c h t e n sein. **) A s s u r b . Sni. 31, b h a t denselben N a m e n in der A u s s p r ä c h e Ba-'-al. A s s u r b . Cyl. Kass. (V Ii. 2, 49; h a t B a - ' - l i , vgl. A s s u r b . Sm. 58, 84.

Jos. 19.

171

44. ¡"IpP'j'lJ Elthekeh ist ein Ort, der bislang noch nicht wieder aufgefunden ist, der aber gemäfs unserer Stelle sicher in der Nähe von Ekron zu suchen sein wird. An diesen hebräisch-philistäischen Stadtnamen klingt unmittelbar an der Name der von Sanherib als Ort, wo die Schlacht 5 zwischen ihm und den Aegyptern vorfiel, bezeichneten Stadt A l t a k ü ( A l - t a - k u - u Sanh. Tayl. Cyl. II, 76). Da nun an einer anderen Stelle der Inschrift (col. II, 82. 83) dieser Ort neben dem andern Thimnath ( T a m n ä ) erwähnt wird (beide rühmt sich Sanherib vollständig zerstört zu haben), 10 weiter der König gemäfs col. III, 1 unmittelbar nach Einnahme der Städte nach Ekron zog, um hier den von den Einwohnern vertriebenen König Padi wieder einzusetzen, so stimmt Alles, identificirt man das Elthekeh unserer Stelle mit dem A l t a k ü der Inschrift. Es ist nun freilich auch 15 noch eine andere Ansicht aufgestellt. Danach wäre in der Inschrift nicht dieses philistäischc Eltliekeh, sondern das im Stamme J u d a , nördlich von Hebron, ganz in der Nähe dieser Stadt, zu suchende Ipfl^N (Jos. 15, 59) in Aussicht genommen. Allein man sieht zunächst nicht ein, wie die 20 beiden feindlichen Heere gerade hier sich treffen sollten, da doch das ägyptische Heer sicher keinen anderen W e g von Aegypten nach Vorderasien genommen haben wird, als den, den alle Heereszüge von dort her eingeschlagen, als den über Gaza nach Philistäa hinein. Da nun Sanherib bereits 25 bis Lachis (s. zu 2 Kön. 18, 14) vorgedrungen w a r , so konnte das ägyptische Heer unmöglich nach rechts auf für ein Heer wenig gangbaren Strafsen nach Hebron zu abbiegen, da es j a dann dem Feinde seine ganze Flanke blofsgestellt haben würde. Dazu stimmt jedenfalls die auf einen 30 Vokal auslautende Form des philistäischen Elthekeh besser zu dem assyrischen Altakü, als das mit einem consonan-

172

Die Keilinschriften und das A. T.

tischen n endigende judäische Elthekön.

Weiter eignet

sich die grofse weite Ebene bei Ekron weit besser zu einer solchen Entscheidungsschlacht, als das von Bergen eingeengte Terrain bei Hebron; endlich weist uns der mit Altakü 5 in

der Inschrift zusammengenannte O r t Thironath

(und

auch Ekron) deutlich nach Philistäa, nicht n a c h J u d a .

Wir

werden danach bei dem Altakü der Inschriften nicht an das judäische, denn vielmehr an unser philistäisches Elthekeh zu denken haben. 10

45.

S. weiter zu 2 K ö n . 18.

p"}? \J3 B e n e b e r a k ,

nordöstlich von Joppe.

das heutige Ibn Ibrak,

Mit ihm ist zweifelsohne identisch

das in Sanherib'9 Annaleninschrift col. II, 66 neben Joppe und Beth Dagon genannte B a - n a - a i - b a r - k a . 4 6 . iO^ Joppe, 15 dischen Meeres.

J a f f a , an der Küste des mittellän-

Auch dieser Stadt geschieht in den An-

nalen Erwähnung, nämlich col. II, 66, wo dieselbe J a - a p p u - u * ) zwischen Beth-Dagon und Banaibarka aufgeführt wird, was zu ihrer geographischen Lage genau stinimt. 2 1 , 3 2 . "ltfl rion Hammoth-Dor,

wohl das in einer

20 geographischen Liste (II R. 53, I. 4 0 flg. s. K G F. 1 2 2 ) hinter D u - ' - r u und S u - b a t d. i. IN'7! und hDIÜ aufgeführte i r H a - m a - a - t a v (nicht zu verwechseln m i t d e m i n derselben Liste Z. 3 7 zwischen Damaskus, einer unbekannten Stadt und Hadrach aufgeführten i r H a m a t f t i ] d. i. Hamatli) **).

B. d. Richter. 25

1, 27.

'HJ? Megiddo,

keilinschr. M a - g i - d u - u , auch

M a - g a - d u - u s. zu Jos. 17, 11 (S. 168).

») Sanh. liass. bietet J a - p u - u Del. PD. 289. **) Ueber die Frage, ob mit diesem Hammöth-Dor das Jos. 19, 35 erwähnte Hammatb identisch ist, s. die Conunontatorcn zu d.. ts.

Jos. 19. 21.

Rieht. 1. 2.

173

31. i2Jt? Ahko, phönicischc Hafenstadt, gleichfalls von Sanlherib (col. II, 40) in seinen Annalen und zwar neben Sarepta und Ekdippa erwähnt als A k - k u - u = Akkü. S. noch Assurb. Sm. 282, 103 = V R. 9, 122. Achläb, aber auch * Chelbd erinnern an das 5 bei iSanh. Cyl. II, 39 (s. zu 2 Kön. 18, 13) zwischen Sarepta einerseits, Usü, Ekdippa, Akko anderseits aufgeführte Ma-hal-li-ba. Del. P D . 283 flg. a'DN Ekdippa. 1

S. zu Jos. 19, 29.

2, 11 • u ^ ? Baale. Der Aussprache mit a begegnen wir bei diesem Gottesnamen lediglich in den aus dem Kanaanäischen herübergenommenen Namen. So heifst ein König von Tyrus B a ' l u d. i. "JJ/S (s. zu Jos. 19, 29) und ebenso Sanh. col. II, 48 ein König von Sidon T u - b a - ' - l u d. i. ferner Asarh. I R. 48, 6 ein König von Samarien A - b i - b a - a l (ohne Andeutung des Hauchlautes!) d. i. ^ j n ^ K ; weiter ein König von Arvad auf dem Monolith Salmanassar's I I von Karch (s. u.) M a t i n u - b a ' l i d.i. ein Name wie H W ö u. ähnll. (wohl sicher identisch mit dem phönicischen ^yDJPD, sowie mit M u t h u m b a l l e s s. o. Seite 1 0 4 ) ; endlich auf eben demselben Steine ein A d u n i b a l von Sisan (?), vgl. hebr. inj}!?*. Vgl. auch oben S. 104 f. die Namen der arvadischen Prinzen. Die einheimische, assyrisch - babylonische Aussprache des Gottesnamens war B i 1 u = Derselbe wird weit überwiegend ideographisch geschrieben, mit dem Zeichen l ' N , dessen Sinnwerth b i l u ^JH wir aus Varianten (z. B. Asurnäsirhabal, Monol. I. 26. 3 2 ; auch Nebucadn. Bellinocyl. II, 41) kennen, und sodann mit dem andern BI' z. B. Salm. Obel. 3, auch I N. K I T ( G I ' ) I I R. 48, 31. b; Götterliste bei Del. ALS 1 . S. 39 f. (aus der Vergleichung dieser Liste mit dem Götterkataloge bei Salmanassar ergiebt sich die Identität der

10

15

20

25

30

174

Die Keilinschriften und das A. T.

mit den obigen Ideogrammen bezeichneten Gottheiten). Das W o r t b i l u ist aber, genau wie im Hebräischen, nocli eben so oft reines Appellativ in der Bed. „Herr", wie es Eigenname des Gottes B e i ist. In der Stelle auf dem Bellino5 cylinder z. B. werden Samas (Sonne) und noch eine andere Gottheit angeredet als bi-i-li-i-a „meine Herren" (in der Variante steht das Ideogramm l'N mit dem Pluralzeichen und dem Suffix a). Ebenso liest man den Singular b i l - j a „mein H e r r " , b l l u r a b ù „der grofse Herr" häufig in den 10 Inschriften. Die Assyrer und Babylonier unterscheiden nun aber zwei Gottheiten des Namens Bei, einmal den alten Bei, geschr. mit dem Zeichen BT und l'N. K I T (Gl'), das ist der Bei der ersten Göttertriade (II R. 4 8 , 3 1 a. b ; Götterliste 15 bei Del. a. a. O. Z. 7). Dieser führt bei Salm, die Epitheta si-i-ru a - b u i l i ba-nu-u „der erhabene, der Vater der Götter, der Schöpfer«; bei Tigl.-Pil. I col. I, 3. 4 : b i M u s a r g i - m i r (i 1 u) A-n u n-n a-ki a-bu i l i (i 1 u*)) b i 1 m àt à t i „der H e r r , der König der Gesammtheit der Anun20 naki**j, der Vater der Götter, [der Gott, der da ist] der Herr der Länder", wobei jedoch zu bemerken ist, dafs auch Asur wohl als a b u i l i „Vater der Götter" bezeichnet wird s. Sargonsinschr. pavé des portes Botta pi. 7 quat. 153. Der jüngere Bei, l'N = B i l u , ist identisch mit dem plane25 tarischen Gotte M a r d u k „Merodach", dem Gotte des J u pitergestirns (Khors. 143; Sanh. Cyl. I R. 41. V, 2 0 ; Lay. 17, 15 vgl. mit Neb. Cyl. Grot. I, 2 7 ; II R. 48, 36. 3 7 b ) . Im Gegensatze zu dem alten Bei, dem „Vater der Götter" wird dieser bezeichnet als (i 1 u) B i l u h a b a l (i 1 u)

*) Fehlt auf einem Cylinder. **) S. über diese Wesen ob. S. 62 Anm. 7.

Rieht. 2.

175

B i l u „Bei Sohn des Bei" (vgl. die Bezeichnung des alten Bei als b i l u

bei Tigl.-Pil. 1. c.),

sowie als nu-ur i l i

„Leuchte der Götter" (Assurb. Sm. 155, 4 3 = V R. 3, 112 Briit

flg.).

Als

Gemahlin des alten Bei

(NIN. K I T ) ,

s. Salm. Ob.

erscheint

12 : B i l i t

die

hi-ir-ti

5

B l l (BI') u m i l i „Beltis, die Gemahlin Bel's, die Mutter der Götter 8 *); als die des Bel-Merodach die Z i r - b ä n i - t i d. i. „die Nachkommen Schenkende" IV, 1 5 ; H R .

IVWint**) (Lay.

67, 1 2 , auch Zar-p a-ni-tu v gesprochen

und geschrieben (II R. 48, 3 7 ; Neb. Cyl. Gr. I, 2 7). io II R. 66. B, l

(Inschrift Asurbanipal's)

führt

dieselbe

das Epitheton : b i ' - l i t m ä t ä t i a - s i - b a t I ' ( b i t u ) BAR. BAR „Herrin der Länder, die da den Tempel BAR. BAR bewohnt".

In den Stierinschriften Sanheribs (Lay. Inscrr.

38, 3) heifst sie i l u b i - l i t ili b i - l i t n a b - n i - t i i-na l i b 15 ib-ba***) u m m i f ) a-lid-ti-ja ki-nis t u k i n ( ? ) - a n - n i f f )

*) Vgl. hiezu auöh P. do L a g a r d e , Gesammelte Abhandll. Leipz. 1866. S. 16. — IV R. 27, 25. 26 a heifst sie kurzweg : u m - m u r a b i - t u v „die grofse (hehre) Mutter". **) Vermuthlich ist auch der Name K a r - b a - n i - t i , mit welchem von dem assyrischen Künigo eine ägyptische Stadt neu benannt wurde (s. Assurb. Sm. 38, 14) so, nämlich als so viel bedeutend wie „Sie (die Göttin) schuf oder gründete die Buryu, zu erklären. Vgl. noch den als mit einem männlichen Gottesnamcu zusammengesetzt zu denkenden Eigennamen Z i r - b ä n i „der Nachkommen Schaffende" II R. 69 III. Rev. 19. ***) Wahrscheinlich ein akkadischcs, ins Assyrische herübergeuoinmenes Wort mit der Bedeutung „Inneres", Schoofs", s. Lenorm. ¿tud. Acc. II, 264. f ) Im Texte steht AGARINNI, was ein Syllabar (Nr. 192) durch u m m u „Mutter" hebr. Q « erklärt. f f ) Im Texte steht SI. BAR-au-ni. Man sieht, dafs SI. BAR ein Verbalideogramm ist, welches hier kraft des Zusammenhanges füglich nur den Sinn von „machen", „bereiten" (p^) haben kann, also etwa durch t u k i n zu umschreiben wäre.

Die Keilinschriften und das A. T.

176

„die Gottheit, die Herrin der Götter, die Herrin der Leibesfrucht, hat im Schoofse der Mutter, meiner Gebärerin, sorglich mich bereitet ( ? ) . "

V g l . I R . 3 6 , 6 0 , wo Sargon eben

dieselbe Göttin bezeichnet als : I l u b i - l i t i l i 5 sat ta-lid-ti-su

mu-rap-pi-

„die Gottheit, die Gebieterin der Götter,

die seine (des Königs) Geburt zu einer glorreichen machte". Auch erscheint sie als b u - k u r - t i ( i l u ) A - n u v s u r - b u - u t i l i ma-li-kat

na-ki-ri

„Erstgeborene Anu's, der Stolz

Götter, die Obsiegerin der F e i n d e " H R. 10 noch zu 2, 1 3 ) .

Unter den Gestirnen entspricht ihr die

Venus assyr. D i l b a t =

dsktgiaT als Abendstern.

zu V s . 13 angezogene Syllabar. von Herodot I ,

der

6 6 I , 4 (vgl.

131

S. das

Ihr Name B i l i t ist uns

in der Aussprache Mylitta

erhalten,

welches W o r t mit der semitischen Wurzel I ?

nichts zu

1 1

15 thun hat.

Aus den beigebrachten Stellen ergiebt sich bei-

läufig auch,

dafs b i l i t ,

biltuv

im Assyr.

gerade wie

b i l u noch ebensowohl Appellativ als Eigenname ist. Gern

bildete

man

setzte Eigennamen

mit

dem

Namen

z. B . B i l - i b u s

20 » B e i s c h u f " ; ferner B i l - s a r - u s u r schirme den K ö n i g " u. andd.*).

Bei



zusammenge-

(Belibos)

eigentlich

(Belsazer) d. i.

„Bei,

Gemäfs dem gewählten

Ideogramm (AN. I ' N ) ist, wenigstens in den angeführten Namen, näher wieder Bel-Merodach dabei in Aussicht genommen. 25

1 3 . n"lFlt£^ Astarte.

Ihrer

geschieht in den assy-

rischen Inschriften häufig Erwähnung und zwar immer in der Aussprache I s - t a r ,

also

ohne die Femininendung.

*) S. ABK. 128. 133 flg. — Bezüglich des Namens B i ' l - i b u s , geschr. a) B i ' l - i b u s b) Bi'l-ibu-uä c) Bi'l-i-bu-uä, s. noch insbesondere meine Bemerkung in den Berichten der K. Stichs. Ges. d. Wiss. 1880 („Zur babylon.-assyr. Chronol.") S. 9 Anm. 1.

R i e h t . •_>.

177

Dafs wir es hier wirklich mit der fraglichen Göttin zu thun haben, wird-bewiesen durch den Eigennamen I s t a r - d ü r kali

auf einer Bilinguis (II R. 70. N r . 4 ) , welchem die

aramäische Transcription ^ p n ü ' J / entspricht (s. weiter A B K . Controle der Entziff. S. 1 6 9 ) ; theton bi-l i t „ H e r r i n " ,

durch

das weibliche Epi- 6

welches ihr z. B. I R . 7. I X . b.

Z. 2 in der P h r a s e I s - t a r

b i - l i t t a - h a - z i „ Astarte, die

Gebieterin der S c h l a c h t " beigelegt wird ; endlich durch den von dem Singular gebildeten weiblichen P l u r a l

Is-tar-at

Khors. 176 und I s t a r ä - t i H R . 66 I, 2 (hier mit zwischen- 10 eingefügtem Pluralzeichen).

W i r brauchen nicht auszu-

f ü h r e n , wie wichtig diese Thatsache, dafs im Assyrischen *irit£'JJ

auch ohne die Femininendung Bezeichnung der weib-

lichen Gottheit ist, namentlich für die Entscheidung der F r a g e ist, wie die Bezeichnung A s t o r - K a n i o s moabitischen Denksäule des Mesa (Z. 17) zu Speciell sie recht Kampfes.

in

den

eigentlich

assyrischen als

die

Inschriften

Göttin

des

auf der 15

nehmen*). erscheint

kriegerischen

W i e sie von Asurbanipal als b i l i t

tahazi

„Gebieterin der Schlacht" bezeichnet w i r d , 90 nennt sie 20 schon der ältere Tiglath-Pileser I col. I, 13flg. : b i - l i t ti-si-i, m u-s a r - r i-li a t k a bl ä-t i „Herrin des Sieges (? yttfn), die da gewaltig macht die K ä m p f e " .

Sonst wird sie (1. c.) auch

als r i s - t i i l i „Fürstin der G ö t t e r " , o d e r a b e r (Salm.Obel. 13) als r i s - t i s a m i u i r s i-t i als „ Fürstin des Himmels und der 25 Erde"

bezeichnet;

auch wohl als h i - r a t B i l

„Gemahlin

des Bei" III Rawl. 24, 80 vgl. mit V R. 8, 9 2 .

Aus der

letzteren Bezeichnung, der wir bereits oben (s. zu 2, 11) bei der Bilit-Beltis begegneten, * ) Vgl. liiezu D i l l m a n n

ergiebt sich, dafs die Istar-

iu Berl. M o n a t s b e r .

1881 S. 6 0 5 .



Für

d e n s e l t e n e n w e i b l . S i n g . i s - t a - r i t u v n m l z w a r im a p p e l l a t . S i n n e v o n „ G ü t t i n " s. d i e H y m n e bei Del. A L S . - S. 73 Z . 4.

12

Die K e i l i u s c h r i f t e n und das A. T

178

Astarte im Grunde mit der letzteren einfach identisch ist, heifstdoch auch u m g e k e h r t die B i l i t bei Asurb. 11 R. titj A, 1 r i s - t i s a m i - i i r s i - t i v s a r - r a t k a l ( n a b h a r ) i l i „Fürstin des Himmels

(und)

der E r d e ,

5 der G ö t t e r " (vgl. v o r h i n ) ;

Königin

j a , führt auch diese einmal ge-

radezu das Epitheton b i - l i t k a b l i

u t a h a z i „Herrin des

K a m p f e s und der S c h l a c h t " a. a. O . 5 , reservirt e r s c h e i n t !

der Gesammtheit

das sonst der Istar

Auch in dem babylonischen E p o s von

der „ H ö l l e n f a h r t der I s t a r "

(s. unsere E r k l .

Giefs. 1 8 7 4

10 S . 8 ff.) erscheint die Istar noch durchaus auch als Göttin der (thierischen) F r u c h t b a r k e i t ( A v . 7 7 — 8 0 ; Rev. 5 — 8 ) . W i e sich die Assyrer

selber diese E i n h e i t in der Zweiheit

dachten, sagt uns das vielbesprochene S y l l a b a r I I I R . 5 3 Nr. 2 R e v . 3 6 flg. : 15 . . . D i 1-b a t * ) i n a s a m s i ä s i (i 1 u) I s t a r . . . Di 1-bat i n a s a m s i ä r i b i

k a k k a b i .. .

(i 1 u) B i-1 i t i 1 i . . .

„die D e l e p h a t bei aufgehender S o n n e (ist) die Istar unter den Sternen ; „die D e l e p h a t bei untergehender S o n n e (ist) die B e l t i s unter 2

q

den G ö t t e r n " . Dieses b e s a g t * * ) : das V e n u s g e s t i n i Morgenstern

ist der R e p r ä s e n t a n t

am M o r g e n , also

der

der Göttin I s t a r ;

das

Venusgestirn am Abend, also der Abendsteni ist der Repräsentant der Gottheit Beltis. E s stimmt damit, dafs an einer anderen 25 S t e l l e desselben T ä f e l c h e n s I I I II. 5 3 , 3 0 flg. die A N . D i 1-b a t

* ) Dom akkad. d i l - b a t entspricht das assyr. l i a b u ( I I K. 7, 3 7 g . h ; I V K. 27 1, 2 3 / 2 4 ) .

Die V e n u s

den T a g , sei es die Nacht a n k ü n d i g e n d e Gestirn.

„verkündigen"

ist eben

das sei

es

Vgl. zu der letzteren

Stelle ob. 77 Anm. 2. **)

Vgl.

hiezu

in

ZDMG.

XXVII

l'ebersetzuiig ist nach der obigen zu

8.

403.

berichtigen.

Die

dort

gegebene

liicht. 2.

179

d. i. das Venusgestirn bezeichnet wird 1) als s i n - n i - s a - a t II iätu samsi äribi

d. i. als „weibliche", nämlich

„vom Untergang der Sonne ¡bis zum A u f g a n g ] 8 und 2) als zi-ka-r a t || i s t u s a m s i ä s i D U . . ' . . . d. i. als „männliche", nämlich „vom Aufgange der Sonne [bis zu ihrem 5 Untergange]".

Dieses aber heifst : die Gottheit des Venus-

gestirns hat als Göttin des Abendsterns einen weiblichen, als Göttin des Morgensterns einen männlichen Charakter ( z i k a r u kommt im übertragenen Sinn oft in den Inschriften vor); im Uebrigen sind es zwei durchaus zu sondernde Gottheiten. 10 An einen hermaphroditischen Charakter der Istar vermag ich daher auch auf Grund dieses Syllabars mit Sayce und Geizer nicht zu denken (sonst s. A. H. Sayce in Transactt. of S B A . III, 1 9 « f l g . ; H. Geizer in der Aegypt. Zeitschr. 1875 S. 30).

Und nachdem man so die im Grunde eine 15

Gottheit differenzirt hatte, gab man weitergehend wiederum einer jeden einen besonderen

Ursprung.

Während

die

Beltis „Erstgeborene des A n u " genannt wird (s. zu V. 11), heifst die Istar in der „Höllenfahrt" Av. 2.3 b a n a t ( m a r a t ) ( i l u ) S i n „Tochter des Mondgottes".

20

Ihrem letzten Ursprünge nach ist übrigens die IstarAstarte schwerlich eine semitische Gottheit.

Wie schon

ihr Name im Semitischen keine befriedigende Ableitung hat, so weist die, wenn nicht ausschliefsliche, so doch weit überwiegende Schreibung des PI. als i s t a r - a t , auch i s - t a r - a t 25 (st. i s - t a - r a - a t ) entschieden auf fremdländischen Ursprung des Wortes hin (s. A B K . 87 unt.).

Dasselbe gilt von der

Endungssylbe t a r , welche auch sonst in nichtsemitischen, sumirisch-akkadischen Wörtern vgl. n a m - t a r „die P e s t " (eigentl. „die Entscheidung"); d ü n g " u. s. w. auftritt.

a - t a r „ V a t e r der Entschei- 30

Dafs dieses assyr.-babylon. I s t a r

bei den Südarabern (Ilimjareii) zu .Äic (mit gelispeltem t 12*

Die K e i l i n s c h r i f t e n und das A. T .

180

statt des Zischlautes) ward, ist ebenso zu beurtheilen, wie wenn das assyrische A S u r bei den Aramäern zu i o i ) vgl. griech. Arovçia

ward.

Noch m a g bemerkt werden, dais der Assyrer den Plural 5 ià t a r â t

auch im ganz allgemeinen Sinne für Göttinnen

überhaupt g e b r a u c h t e ; (. . . u meines

istar-at Landes8);

so z. B . T i g l . - P i l . I col. I V ,

mâti-ja

„.

. . und

ferner Khors.

176

die

(ili

38

Göttinnen uis-tar-at

a - s i - b u - t i m â t A s s u r „die G ö t t e r und Göttinnen, welche 10 im L a n d e Assyrien wohnen").

E s liegt nahe, mit diesem

pluralischen Gebrauch des i s t a r [ThfiD!^

zusammenzubringen.

den

hebräischen

Dennoch

Plural

halten wir

diese

Combination für nicht begründet ; der Plural von mPK'J/ ist vielmehr in Parallele mit dem P l u r a l 15 demgemäfs anders zu erklären. den T e m p e l n

aufgestellten

zu bringen und

Derselbe wird auf die in

Bilder,

a u f die

verschiedenen

S t a t u e n dieser Gottheit zu beziehen sein. 8 , 1 0 . "1p"]i2 K a r k ö r .

D e r Name seheint als Stadt-

name innerhalb des semitischen Sprachgebietes ziemlich ver20 breitet gewesen zu sein.

W i e Eusebius (Onom. ed. L a g .

p. 1 1 0 , 1 5 ) ein solches K a r k ö r in der Nähe von P e t r a kannte (ohne dafs dasselbe mit dem in der Bibel in Aussicht genommenen identificirt werden könnte) , nennen uns auch die assyrischen Inschriften

eine

Stadt

Kar-ka-ru

(ra,

rij

2ö ( S a l m . Monol. I I I R . 7, 9 0 ; S a r g . Khors. 3 4 . 3 5 ) , welche in der Nähe von Hamath belegen gewesen sein mufs.

Mit

dem im Richterbuche erwähnten O r t e gleichen Namens ist indefs auch

diese ihrer L a g e wegen

nicht

zusammenzu-

bringen. „ Feuer — das

wird verzehren.'1

Vgl.

die Achämenideninschrift des A r t a x e r x e s Mnemon Z. 1 0 flg. i - s a - t u v t a - t a - a k - k a - a l - s u (so ist mit Opp. J . A.

1872

liiclit. 2. S. 9. 14. 16.

181

Juni zu lesen) „ F e u e r verzehrte es (das G e b ä u d e ) " . wovon

isätu

(vgl. zu 18, 27i der Plural, =

t a t a k k a l Ifta, von 14,

1H.

mo^n,

Isatu,

hebr. t£>N ;

(anstatt ^HNH). Wechselkleider,

Kleidungsstücke.

S. zu 1 Mos. 4 5 , 22.

5

16, 23. e r r r p N p n ' ? dem 1'J agon, ihrem Gotte.

Wir

begegnen dieser philistäischen Gottheit auch bei den Assyr e r n ; ihr Name lautet hier D a - k a n z. B. Stand. Inscr. Z. 1. Asurnäsirh. Monol. 1, 1 1 (9. J a h r h . ) ; Sarg, bei L a y . pl. 3 3 . Z. 1 ; 1 R.

1.

Die Identität beider Namen ergiebt sich io

aus der assyrischen Transcription des Stadtnamens BethDagon durch B i t - D a - k a n

(s. zu Jos. 15, 4 1 ) ; aufserdem

überliefert uns die altbabylonische Inschrift des H a m m u r a b i (2. J ä h r t , v. Chr.) im Britischen Museum col. I. Z. 8. 9 auch die Aussprache D a - g a n - n i .

Der Name erscheint auf 15

den Inschriften meist neben dem Gottesnamen A n u (so in den angeführten Stellen).

Bemerkenswerth ist noch, dafs

sich der N a m e D a g a n auch in Verbindung mit dem Gottesnamen B e i als Bel-Dagon

findet,

so z. B. in der ange-

zogenen Stelle der Hammurabiinschrift.

20

Wir fragen nach B e d e u t u n g und U r s p r u n g des Namens. Zwei Ansichten stehen sich bekanntlich einander gegenüber : nach der einen hat der Gott seinen Namen vom „ G e t r e i d e " 1jn, wäre also ein Gott der vegetativen F r u c h t b a r k e i t und des W a c h s t h u m s ; nach der anderen hat er seinen N a m e n 25 von Fl „ F i s c h " , wäre also der „Fischgott", somit Gott der animalen Fruchtbarkeit. die richtige sein.

Keine von beiden Ansichten k a n n

Das betr. Wurzelwort müfste auch im

Assyrischen im Gebrauch gewesen sein.

Nun aber heifst 30

*) Dem sing. i s a t u e n t s p r i c h t das Ideogr. NI' (Del. ALS." 73, 1/2); d e m plural. i ä ä t u das plnr. NT. Ml'S (passim.). A n d e r s Lötz T P . 118 flg., der i s i t u nach dem Syr. u. Aetliiop. f ü r einen Sing, n i m m t .

Die K e i l i n s c h r i f t e n und das A. T .

182

im Assyr. so weder das Getreide, noch der Fisch : jenes heilst s i , s i u v , dieser n ü n u .

Das W o r t hat als D a - g a n

akkadischen Typus, und der Gottesname wird aus dieser Sprache ins semitische Babylonisch-Assyrische *) und weiter 5 in die übrigen

semitischen Sprachen

übergegangen

sein.

Dafs indefs bei den Babylöniern diese Gottheit nicht darum zugleich eine Fischgottheit war, ist damit nicht behauptet vgl. des Berossus Fischmenschen iiditxwv 17).

(Euseb.-Schoene 10,

O b unter den bildlichen Darstellungen die eine Fisch-

10 haut übergeworfen aufweisenden Personen oder aber die in einen Fischleib auslaufende bildliche Darstellung eines mit einer Mütze bekleideten bärtigen Mannes ist (s. die Abb. bei Riehm, Art. Dagon), mufs dahingestellt bleiben.

Verf.

wäre allerdings geneigt, j e n e Figur für eine biblische Dar15 Stellung des Oannes, diese für eine solche des Dagon-Odakon zu halten (mit dem von Damascius erwähnten Gotte AaXoq darf Dagon hinfort nicht mehr zusammengebracht werden s, ob. S . 1 2 ) . 18> 2 7. tf'ND ID^jf sie verbrannten

mit Feuer.

Genau

20 der gleichen Redensart begegnen wir unzähligemal in den assyrischen Inschriften, hier lautend : i-n a i-s a-a-t i a s-r u-u p „mit F e u e r verbrannte i c h " , so z. B . Botta 76, Pil. I . col. V, 6 0 . 72 u. ö.

11;

Tigl.

Vgl. zu 9, 15.

2 Sam. 8 , 3. 5. fipiS Ssobä,

Stadt und Reich Syriens.

•25 einer Inschrift Asurbanipals (Sm. 2 5 9 , 1 2 2 )

In

erscheint in

* ) F ü r das sehr hohe A l t e r des D a g o n s c u l t n s in Habylnnion

liefert

aufser H a m m u r a b i (s. o.) noch ein weiterer a l t b a b y l o n i s e h c r Klinig einen B e w e i s , sofern derselbe den Namen I s - m i - D a - g a u d . i . , D a g o n (vgl.

^ N ^ Q t ^ i ) führt.

Inschriften

von

sind v e r ö f f e n t l i c h t ! R. pl. 2. Nr. V, 1. 2.

ihm,

zu

Mnghair

orhört"

gefunden,

Kiclit.

Iii.

18.

2 Sinn. 8.

I Kün.

5.

einer A u f z ä h l u n g aramiiiseh-kanaanäiseher Edom, Ammon,

Hauran,

Moab,

183

Stämme

hinter

S a h a r r i (?), H a r g i

S t a d t S u - b i - t i (P 1 ?!!), welches mir Z 6 b a sein k a n n ,

eine lieber

seine L a g e ist der Stelle indefs N ä h e r e s nicht zu e n t n e h m e n . In den K G F . 1 2 1 flg. a b g e d r u c k t e n

palästinisch-syrischen

5

Städtelisten e r s c h e i n t Z ö b a das eine Mal zwischen H a d r a c h u n d S a m a l l a , das a n d e r e Mal zwischen ( H a d r a c h , M a n z u a t ) Dör

und ( C h a m ä t h ( ? j ) , S a m a l l a ,

endlich

und

Zemar

Küste.

an

der

phönizischen

zwischen Wir

Kui

werden

dasselbe somit j e d e n f a l l s erheblich nördlich zu s u c h e n h a b e n . 10

1. B. d. Könige. 5 , 13. birges,

der Libanon,

erscheint

(Lab-na-na

in der

N a m e des b e k a n n t e n G e -

Aussprache ( s a d ü )

A s a r h . V, l(i

Labnänu

(I R. 4 5 ) ; A s s u r b . S m .

313,

79 ; L a b - n a - a - n i ( A s u r n a s i r h . I R. 2 8 . col. I, 5 ) ) a u c h in den a s s y r i s c h e n * ) ,

und in

der

weiteren

L a - a b - n a - n u v 15

( N e b u k . E I H . I I I , 22 ; Bell. C y l . I I I , 3 6 ) a u c h in d e n babylonischen I n s c h r i f t e n * * ) .

dafs er

Asarhaddon berichtet,

unter anderen Tributgegenständen

auch

Stämme

von

is

i r i n i und i s s u r-m a n d. i. „ C e d e r n h o l z (s. zu J e s . 4 4 , 14) u n d C y p r e s s e n h o l z (?)***j« *) A u f die g l e i c h z e i t i g e d.

i.

Jabrüd,

(aram.

Namhaftmachung

nordnordöstlich

von

vou dem genannten Jabrüd

Gebiete

: Amnion,

der A u f z ä h l u n g getrennt,

die

nagi'

llauran,

vou

Damaskus

viel zu g e b e n ,

Z6ba"

da

von

schwerlich machten

.«-.t«

sa

(ir)

Jaab-ru-du,

(Del.

PD.

ir S u b i t i

durch

die

(?)

280),

„die

weiter

Moab, Saharri

vom 20

namhaft

und

ist

Districte

G'hargi'

gein

sind.

**) Die Aussprache L a b n ä n u mit u in der ersten Sylbe ist wio die andere P a l a s t a v

n t i ^ S (s'

neben l ' i l i s t a

zu

1

M° s - 10, 14)

oder aber wie assyr. I l a z a k i ä h n --- hehr. l^'p^fT ***)

S. ü b e r d i e N a m e n d e r v e r s c h i e d e n e n in d e n I n s c h r i f t e n h ä i u f i g c r

erwähnten die

in den

Nadelhölzer assyrischen

in Herl. M o n a t s b c r . Texten

in

(Kr

1 8 8 0 S. 41!).

Kegel

Sur-man

beibehaltene

ist

akkadischo

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T.

184

Libanon erhalten ; Asurbanipal, dafs er zu seinem Palastbau grofse Cedernbalken vom Sirjon und Libanon verwandt habe ( g u s u r i is i r i n i s i r û t i

ultu

sad

.Si-ra-ra

u s. L a b -

n a - n a); Asurnasirhabal endlich erzählt, wie er in Schiffen des 5 aradischen L a n d e s auf der See gefahren ( i n a i l i p p i

samât

A r - v a-d a-a-j a i r - k a b ) , n a h i r a in der grofsen See erlegt (ina

t i â m t i v r a b î - t i i-du-uk),

endlich

verschiedenes

Wild in der Stadt Arazik, welche vor Syrien belegen, sowie am F u f s e des Libanon getödtet habe ( i n a i r A-r a,-z i-k i *) s a 10 p a - a n m â t H a a t - t i u i n a s i p â

s. L a b - n a-a-ni i-d u k).

E r erwähnt des Libanongebirges schliefslich auch in einer Inschrift, in welcher er die Ausdehnung seines Reiches angiebt. Sie lautet

( I I I Rawl. 4 Nr. 8) : 63. A s u r-n â s i r - h a b a 1

sarru r a b û s a r r u d a n - n u sar k i ss a t i s a r m â t A s s u r 15 6 4 . h a b a l T u kl a t-A d a r s a r r u sarkissati

sarmâtAssur

rari sarru

rabû sarru

rabû

sarru

dan-nu

65. h a b a 1 R a m m a n - n i -

d a n-n u 66. s a r k is s a ti

sar

m â t A s s u r - m a k a-s i d is t u i-b i r - t a - a n 67. n â r D i k l a t a-di

sad

Lab-na-na

20 k a l i - s i - n a

69.

is-tu

68. si-it

tiâm-ti sam-si

70. a - n a n î ' r i - s u u - s a k - n i - s a d . i . grofse

König,

Völker, Adar,

der

des

der König

grofsen

mächtige von

a-di

des

i-rib

mâtâti sain-si

„ Asurnasirhabal,

König ,

Assyrien,

Königs,

rabî-ti;

der

Sohn

König des

mächtigen

der der

Tiglath-

Königs,

des

25 Königs der Völker, des Königs von Assyrien, Sohnes des R a m m a n n i r a r , des grofsen Königs, des mächtigen des

Königs

der Völker,

des Königs

von

da herrscht von den U f e r n des Tigris bis

Königs,

Assyrien, zum

der

Libanon-

A u s s p r a c h e dos H o l z n a m e n s ; die s e m i t i s c h e W i e d e r g a b e des Nainous ist s u r-m i ( v i ) - n i , a u c h s u r (s u-û r)-m i ( v i ) - n i S. a. a. 0 . u n d v e r g l . d o r t 421 A n m . *) U e b e r A r a z i k =

NlTîN s- KGK. 228.

'EyaylÇa

des l ' t o l e m . (V, 15. 14) u n d talm.

1 Kûn. :>. 7. s gebirge, (bis zum) grofsen Meere : der alle L ä n d e r vom Aufg a n g der Sonne bis zum U n t e r g a n g der Sonne unter seine Botmäfsigkeit brachte". 32.

die Gebaliter d. i. die Bewohner von Gebal

(^DJ Ezech. 27, 9) oderByblos, der bekannten phönizischen Niederlassung.

5

Es wird dieser Stadt oder ihrer Bewohner

in den Keilinschriften häufig E r w ä h n u n g jgethan und zwar der Stadt in der F o r m ( i r , auch m â t ) G u - u b - l i , so Asarh. I I I R. lti V, 16 u. ö. ; der Bewohner in der F o r m G u - u b l a - a i Sanh. T a y l . Cyl. col. II, 5 0 ; oder G u - b a l - a i Asurnas. io I I I , 8. Salm. Obel. 104. bei Tiglath - Pileser I I (fya-pyatf? —

Als Könige von Gebal erscheinen

(III R. !), 5 1 )

Si-b i-it-ti-bi-'-li

vgl. Wfc'^N); bei Sanherib

U-ru-mil-ki

•^OHN vgl. " l i N ^ n , auch 'jNniN u. a. *) ; bei Asarhaddon und Asurbanipal (meine betr. Abhdlg. S. 3 3 ) s a - a p ^EWS^D =

hebr. «DNT ?».

7, 21. Ii'2 — Kraft,

M i l - k i - a - 15

1

(Gott) gründete — In ihm {Gott) ist

nach dieser Stelle Namen der beiden vor dem Ein-

g a n g e zum Salomonischen Tempel errichteten Säulen.

Dieser

Sitte, Bauwerke mit bedeutungsvollen, gewissennafsen hei- 20 ligen Namen zu belegen, begegnen wir auch bei den Babylonien).

Auch in Babylon f ü h r t e von den grofsen Ring-

mauern der Stadt die eine den Namen I m - g u r - B î ' I „Willig ist Bei", die zweite den anderen : N i-m i-it-t i-Bî'1 „Erhabenheit (R. -INO) ist Bei".

Nebuc. E I H . IV, 6(5. 6 7 .

25

8, 13. Spi rV3 „Mausder H ö h e " , „ H a u s der Erhabenheit", „erhabener P a l a s t " , entsprechend dem assyrischen b î t z a b a l = b î t - S A K - I L (vielleicht richtiger B î t (1)-S a g - g â s. P . H a u p t , A S K . p. 23 Nr. 4 5 3 ) .

F ü r die Gleichung

*) l l i e u a c h ist d e r N a m e - ¡ S q . {( in d e r I n s c h r . B y b l . I Z . 1 ( C o r p . i n s c r . S o m i t . I, 1 ]). 3) ergänzen.

mit

de Yn^iic

zuversichtlich

zu

ZU

186

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T .

SAG. GÄ =

zabal

s. II Rawl.

15, 4 5 .

Bezüglich der

Bed. „erheben", „tragen" vgl. arab. J^j.

S. hiezu Stan.

Guyard im Journ. Asiat. VII, 12 ( 1 8 7 8 )

p. 2 2 0 ss., der

nur den Begriff

der „Erhabenheit"

5 „ G r ö f s e " ( g r a n d e n r ) verflüchtigt. Jes.

zu sehr in

den der

S. noch zu Ps. 4 9 , 1 5 ;

6 3 , 15, und vgl. zu 1 Mos.

30,

2 0 , sowie S.

122

A n m . **. 1 0 , 15. ( f l N H i n i n S Statthalter A. T. in dieser Bedeutung,

(des Tandes),

oft im

2 Kön. 18, 2 4 auch im Sinne

10 von „Befehlshaber" vorkommend, ist ganz ohne Grund für ein W o r t halten.

ausländischen, Schon

meist

persischen Ursprungs

das Vorkommen

des W o r t e s in

ge-

so alten

Urkunden wie der des prophetischen Erzählers des älteren biblischen Geschichtswei-kes, sowie (s. 1 Kön. 2 0 , 2 4 ) eines '5 der beiden prophetischen Geschichtsschreiber der Königszeit (vgl. de Wette-Schrader, Einl. ins A . T . 8. A. § 2 2 1) hätte vor einer so irrthümlichen Annahme bewahren

sollen *).

*) Das G e w i c h t dieses E i u w a n d e s ist von F. G i e s e b r e c h t (ZATYV. I. J a h r g . (1881) S. 233 flg.) e r k a n n t . Folgerecht n i m m t er an den beiden Stellen, welche hier in B e t r a c h t k o m m e n (1 Run. 10, l ü ; '20, 24) u n d dereu n a c h e x i l i s c h e r U r s p r u n g ihm aus a n d e r e n G r ü n d e n feststeht, Interpolationen a u s der persischen Zeit an. E r hält nämlich die W ü r d e des P H D ° i n e „persische W ü r d e " mit „ p e r s i s c h e m T i t e l u — und T V

doch

setzt

schon

der Assyrer

Sargon

(722 — 705),

zweihundert. J a h n ;

vor C y r u s , d e m E r o b e r e r Babels u n d B e f r e i e r der J u d e n , also zu einer Zeit, wo die P e r s e r noch ihr idyllisches politisches S o n d e r d a s e i n „ h i n t e r den B e r g e n " ein u n d

f ü h r t e n , ü b e r S ü d b a b y lonirn I Ii l t - J a k i u) seine p a h f t t i

thront

derselbe

feierlich

p a h f t t i d. i. f l i n © (Khors. 22

in seinem

178)

Palaste

Das W o r t

hat

n o t o r i s c h k e i n e b e f r i e d i g e n d e A b l e i t u n g , findet sicli in d e r A c b ä m e u i d c n niemals ächteranischc trotzdem

Khsatrap&vau gekommen

im

seiner

Eranischcii

den I n s c h r i f t e n

( D a r i a s b r a u c h t d a f ü r , wie sich b e g r e i f t , das d. i. „ S a t r a p "

Bell. III,

soll es erst d u r c h die P e r s e r d. Ii seit C v r u s

den H e b r ä e r n

inmitten

sein?! — Nim

giebt

14. 55), und

oder Dariiis zu

es dazu

aufser

riHB

in d e m ä l t e r e n , vorexilischen H e b r ä i s c h , zu w e l c h e m wir das H e b r ä i s c h der in Kode s t e h e n d e n p r o p h e t i s c h e n B e s t a u d t h e i l e der Uli. der Könige r e c h n e n m ü s s e n , ü b e r h a u p t k e i n a n d e r e s W o r t f ü r diesen Begriff oinos

1. Ki'in. 8. 10.

187

Dafs wir es vielmehr mit einem acht semitischen W o r t e zu thun haben, zeigt uns das Assyrische, in welchem dieses W o r t gebraucht und abgewandelt wird, wie nur irgend ein anderes rein pahat

semitischen Ursprungs.

Von einem

Sing,

bildet sich ein Plural p a h ä t i ( p a - h a - a - t i ) „ S t a t t -

5

h a l t e r " Khors. 22. ( 1 7 8 ) ; nicht minder unmittelbar aus der W u r z e l das Abstr. p i h a t „ S a t r a p i e " , ebend. 5 8 . 60. 64. Dafs die W u r z e l in den semitischen Sprachen als Verbum nicht mehr gebräuchlich ist, hat ebenso wenig etwas Auffallendes, wie die gleiche Thatsaehe bei zahlreichen anderen 10 Nominibus. — 2 2. Q 1 ? " ^ Elfenbein, Thieren"

wörtlich „Zahn von Habb-

d. i. vermuthlich assyr. s i n a l - a b ( h a l - a b )

„ Z a h n vom H a l a b " .

=

H a l - a b (Obel. Salman. Epigr. I I I ) ist

vermuthlich der assyrische Name des A M . SI d. i., wie jetzt 15 nicht mehr bezweifelt werden kann, des Elephanten (Lötz, T P . 1 6 1 flg.). Zu vgl. meine Bernerkk. in Z D M G . X X V I I ( 1 8 7 3 ) S. 7 0 8 flg. und für K A = ä i n n u „ Z a h n " fr"?

; (II ß . 39, 4 4 a. b.) Lötz T P . 165. 28.

Und

Aegypten.

die Ausfuhr

der Rosse

Rosse besonders hoch geschätzt.

„Statthalters"

(das seit J e r e m i a

assyrisch-babylonischen etymologisch w a r u m nun

einzugliedern

Sargon in seiner P r u n k -

daneben

Ursprungs): ist,

auftretende

eine W u r z e l HHO'

hat

durchaus

i n s b e s o n d e r e um dieses W o r t e s

d e n betr. S t e l l e n a n n e h m e n ,

und,

in die

da g e r a d e durch die Perser

ist vv c

'

semitischen

willen

fragelos

i m m e r sie Typus



Interpolationen

an

l i e g e n hier w i r k l i c h

vor, w a r u m d a n n w i e d e r mit. diesen herabgehen,

[hatte riQ>

»sich

g e g e n s e i t i g z e r s c h m e t t e r n " , d a n n „ k ä m p f e n " ; für das n a c h dem L i p p e n 20 nasal in d u m g e l a u t e t e t s. K G F . 140 A n m . u n t . ;

liapiktu,

Ideogr.

P A N . P A N . (s. u.) „ N i e d e r l a g e " R. - j Q n i — 98- [ t i j d u k i - S u u u K ä m p f e r " R. von m a k a t

I f t . vgl. h e b r . - a r a b . ~P"1, ¿ > 0 ; — =

ppö

h ä u f i g in der B e d e u t u n g

„wie R a m m a n " , der G o t t der A t m o s p h ä r e , 25 des

Sturmes

und

Unwetters;

rihilta

(ABK. 205) f ü r r i h i s t a R. | T n 7. 8 : k i m a R a m m & n

uud,

steht

„ihre

usamkit

Schaf,

„überwältigen";

als solcher, d e r j e n i g e

nach

assyr.

Lautgesetz

» ü b e r s c h w e m m e n " vgl. S t a n d . - I u s c h r .

ra-hi-si ili-su-nu

„gleichwie

Ramman

über

sie m i c h h i n s t ü r z e n d " ; u s a s s ü k £ n n f ü g l i c h n u r Schaf, einer W . bezw. p j j j s e i n ; 30 =

— 99. p a n n a

statt

des g e w ö h n l i c h e n p a n ; 1111

=

O ' ö „ W a s s e r " ; h i e r ist dor O r o n t e s g e m e i n t s. 101; u Sa 111 I i S c h a f .

N^O!

u m m ä n ä t i PI., hier ideogr. s. u . ,

„Truppen";

von n n n vgl. T i g l . - P i l . I, 79 Hg.; BI' ( M I T ) = 2; l i a r p a l u

usardi

Schaf,

p a g r u s. ABK. 106 Nr.

(so lies!) S a n a g ü i m i s s i r (?) m a g den in dor U e b e r s .

a n g e d e u t e t e n Sinu h a b e n ( n a g ü „ D i s t r i c t " ist b e k a n n t ) ; auf eine e x a e t e 85 E r k l ä r u n g

mufs

ich

verzichten,

was

V. 100 g i l t ; — 101. n f t r A r a n t u

in

kann

t i r i ist m i r u n k l a r ; Norr. liest l ä - t i r i -R- i m . b e z w . „ohno V e r z u g " . länglich klar.

Simittu,

Das

hühorem

Maafse

im Sinne von „ohne

Verstiindnifs des

st. estr. s i m d a t

40 i n ' s j o c h ( n i r ) g e s p a n n t e T h i e r

noch

n u r der Ormitcs sein; Restes

von lam-

Umkehr" ist

hin-

bed. (vgl. "IQJJ , J o c h " ) das

( P f e r d oder E s e l ) ;

das

liier

erschei-

1 Küu. 16.

199

nendo Ideogr. LAL. a t ist erklart durch Tigl.-I'il. I col. VII, 28; i k i m S u n u I Ps. Impft, c. Suff. R.

„nehmen", „wegnehmen". — Für

Sonstiges s. das Glossar.

Die Parallelstellen auf dem Obelisk und in der Stierinschrift s. zu 1 Kön. 20, 1. Der Umstand, dafs hier Ahab, der Sir'lit, und Hadadezer = Benhadad II (s. u.) von Damaskus neben einander erscheinen, sowie dafs dieser selbe König in der später redigirten Inschrift des Nimrüdobelisk's des Jehu, Sohnes des Omri, sowie anderseits des Hazael von Damask gedenkt, läfst darüber keinen Zweifel, dafs unter diesem Ahab, dem Sir'liten, der biblische Ahab von Israel gemeint ist. Dafs aber Ahab im Bunde mit Damask erscheint, ist durchaus in Uebereinstimmung mit dem biblischen Berichte, wonach Ahab nach der Schlacht bei Aphek mit Benhadad ein Bündnifs schlofs, das zunächst auf Zurückerstattung der verloren, gegangenen Städte an Israel und die Einräumung von „Gassen" für die Israeliten in Damaskus ging (1 Kön. 20, 34 ff. Wellh.), das aber zuletzt durch die beiden Reichen von Assyrien drohende Gefahr wird veranlafst sein. Das Bündnifs hatte, wie wir aus der mitgetheilten Stelle der Inschrift ersehen, für die Verbündeten einen schlimmen Ausgang : in der Schlacht bei Ka'rkar im 6. Regierungsjahre des Grofskönigs wurden die Verbündeten gänzlich geschlagen; nicht weniger denn 14,000*) ihrer Soldaten wurden kampfunfähig gemacht. Das Unglück Benhadad's und seiner Verbündeten äufserte seinen Rückschlag auch auf das Bündnifs : es lockerte sich und ward bald völlig aufgelöst. Die Folge war eine Annäherung Israels an Juda,

*) Zu den verschiedenen Ueberlieferungen bezüglich der Zahl der gefallecon Feinde s. KGF. 47.

200

Die Keilinschrifteu und das A. T.

welche schliefslich zu dem Entschlüsse führte, dem geschwächten Damaskus früher israelitisches Gebiet wieder abzunehmen, ein Unternehmen, das aber unglücklich für Israel ausging. In der entscheidenden Schlacht ward der 5 israelitische König verwundet und das entmuthigte Heer stob nach allen Seiten auseinander : der König selbst erlag seiner Verwundung (Kap. 22). S. für die Identität des A h a b b u S i r ' l a i mit „Ahab von Israel", sowie für die einschlägigen historischen Fragen KGF. 3 5 6 — 3 7 1 ; des 10 Ferneren für die Gleichung D a d - ' i d r i d. i. = bibl. Benhadad ebend. 5 3 9 . Vgl. zu 1 Kön. 20, 1. 31. Ethbaal (Menand. 'l&oßaZoc; Joseph. Eld-coßaXog), Name eines sidonischen, sowie eines späteren tyrischen Königs, erscheint in der Aussprache T u-b a-'-l u 15 auch auf den Keilinschriften als sidonischer Königsname s. zu 1 Mos. 10, 15. 34. D"V?íj¡ Abiram ist auch im Assyrischen ein gebräuchlicher Eigenname und zwar in der Aussprache A b u r a - m u s. II ß . 69. Can. III Rev. 5. Z. 20. 20 17, 9- 10. no-l? Sarepta, Stadt Phöniciens, zwischen Tyrus und Sidon belegen, wird in der Sanheribinschrift auf dem Taylorcylinder col. II, 39 neben Sidon und anderen phönicischen Städten in der Aussprache S a-ri-i p-t a v erwähnt. An der Identität beider Orte ist nicht zu zweifeln. 25 2 0 , 1Benhadad, Name mehrerer syrischer Könige im A. T. Der Name ist das hebraisirte aramäische "n¡I! IS B a r - H a d a d (s. Payne-Sinith s. v.; Assemani, Bibl. Or. I, 19 u. ö.) und vgl. den in Inschriften Asurbanipal's erhaltenen Namen Bir-Da-ad-da d. i., da Dad das 30 Gottesdeterminativ vor sich hat, sicher Bir-IIadad = BarHadad (KGF. 5 3 8 flg.). Der hier in Aussieht genommene Benhadad II ist vermuthlich, wenn nicht sicher, identisch

1 Küu. 17. 20.

201

mit dem keilinschriftlichen auf der Monolithinschrift Salmanassar's II ( I I I R. 8, i>0 s. S . 194. 19H) erwähnten Dad-'id-ri ( H a d a d - ' i d - r i * ) ) n r n n d. i."Uir"nn.

Die Reihen-

folge der betr. syrischen Könige wäre dann : Benhadad I, Hadadezer ( = bibl. Benhadad II), Benhadad I I I (in Wirk- 5 lichkeit Benhadad II), eine Reihenfolge, welche mit der Sitte des Alterthums (Ewald), den Sohn nicht denselben Namen wie den Vater führen zu lassen, im Einklang sein würde K G F . 5 3 9 . Die Stellen der Inschriften Salmanassar's II ( 8 6 0 — 8 2 5 ) , 10 in denen dieses Hadad'idri = schieht, sind diese.

Benhadad I I Erwähnung ge-

Auf dem Obelisk von Nimrûd lesen

wir in dem Berichte dea Königs über sein 6. Regierungsj a h r * * ) ( L a y . inscr. pl. 9 0 . Z. 59 ff.) : I n a

û-mi-su-ma

D a d - i d - r i [Sa] m â t I m í r i - s u Ir-hu-Ii-na m â t A - m a t - a i 15 a-di s a r r a-ni s a m â t H a t - t i u a-h a t t i â m - t i a-na i d i a-h a-v i s i t-t a k-1 u-m a a-n a í-bis k a b l a u t a h a z a [a-]n a g a b - j a it-bu-ni.

I n a ki-bit A s u r bïli

rabí

bïli-ja

i t-ti-s u-n u a m - d a h-hi-is h a p i k t a-su-n u a s - k u n .

Nar-

k a b â t i - s u - n u b i t-h a 1-1 a-s u-n u u - n u - u t t a h a z i - s u - n u 20 í-kim-su-nu.

XX.

M. D. s a b i t i - d u - k i - s u - n u

ina

k a k k i u - s a m - k i t d. i. „ In dieser Zeit vertrauten Dadidri von D a m a s k * * * j , Irchulina von Hamat sammt den Königen des Landes Chatti

und der Meeresküste f )

* ) Neben D a d - ' - i d - r ¡ (ohne '). S. sogl.

fiudet

sich

auf ihre

wiederholt

auch

gegenDad-id-ri

* * ) d. i das J a h r , da Dajan-Asur Archont war (s. ob. S. 195) und vgl. die Epouymenlist.cn. Ucber den Widerspruch, in welchen hiezu die Obeliskinschrift Z. 45 dadurch tritt, dafs dort Ereignisse des IV. J a h r e s des K ö n i g s ( E p o n y m a t des Asurbanaiusur) als solche des E p o u y m a t s desselben D a j a n - A s u r bezeichnet werden, sowie darüber, wio dieser Widerspruch zu erklären s. K G F . 323 Hg. * * * ) D a f s n i â t G A R - I m i r i s u das Keich D a m a s k bezeichnet, ist nachgewiesen A B K . Schlufsabhdl. 323 rt'. ; vgl. zu 1 Mos. 15, 2. t)

Gemeint

ist

natürlich die K ü s t e dos mittelländischen Meeres.

Die Keilinscbriften und das A. T.

202

seitige S t ä r k e und zogen mir entgegen, um mir Schlacht und Treffen zu liefern.

Auf Geheils Asur's, des grofsen

Herrn, meine9 Herrn, k ä m p f t e ich mit ihnen, schlug sie in die F l u c h t .

Ihre W a g e n , ihre Reiter, ihre B a g a g e *) nahm

5 ich ihnen; 2 0 , 5 0 0 Mann ihrer Streiter überwältigte ich mit den W a f f e n * * ) " .

Die zweite Stelle lesen wir ibid. pl. 9 1 .

Z. 8 7 ff. : I n a X L p a l î - j a I X . s a n î t i n â r B u-ra t i-b i r . I'ra-ni a-na la ma-ni a k s u - u d

a-na i r a - n i

sa

mât

H a t - t i sa m â t A - m a t - t a - a i a t - r a d L X X X . IX. i r a - n i 10 a k s u - u d .

D a d - i d - r i m â t G a r-I mi r i - s u X I I . s a r r a - n i

sa m â t Hat-ti

a - n a i d i a-h a - v i s i z - z i - z u

hapikta-

s u - n u a s - k u n d. i. „In meinem 11. Regierungsjahre überschritt ich zum 9ten Male den E u p h r a t .

Städte ohne Zahl

eroberte ich; gegen die Städte des Landes Chatti, des ha15 mathensischen Landes, zog ich hinab ; 89 Städte eroberte ich. Dadidri von Damask, 12 Könige des Landes Chatti verliefsen sich ***) gegenseitig auf ihre Macht, ich schlug sie in die F l u c h t 8 .

Der dritten Stelle, da dieses Benhadad E r -

w ä h n u n g geschieht, begegnen wir in der Stierinschrift Sal20 manassar's ( L a y . 16, 4 3 ss.), die hier vollständiger ist, als die Obeliskinschrift an der betr. Stelle.

W i r lesen dort :

I n a XIV. p a l î - j a ma-a-tu

a-na la

rapas-tu

ma-ni

Unter diesen Königen befand sich auch Aliah von Israel s. u. Sonst vgl. über dio an dieser und anderen Stellen des Ohelisks gegoniiber den Monolith- und den Stierinscliriften vorliegende Uiigenauigkeit in der Bezeichnung der verbündeten Könige KGF. '¿29 —232. *) Eigentlich „Schlachtgeriith" ( f y i N ' »*) Das Ideogr. IS KU wird II R. 19, 23. Gl erklärt durch k a k k u . Das W o r t ist wohl aus k a r k u entstanden, welches grmüfs dem Aramäischen (vgl. auch ^ " p p pallium) ursprünglich soviel wie „Rüstung" bedeutet, dann „Vertheidigungswaffen", endlich „Wallen" überhaupt. — Ueber die Differenz in der Zahlangabe s. den Verweis 199*. ***) R. J t y ? — Iu dem Zusammenhange, wie er im Texte vorliegt, steht sonst : i t t a k l u d. i. „sie vertrauten" s. ob. S. 201, IV u. sonst.

203

1 Kün. 20.

a d-k i , i t-t i I. C. M. X X . M. u m m a n ä, ti-j a n ä r B u-r a t i n a mi-li-s a i-b i r. I n a ü-m i *)-s u-m a D a d-i d-r i s a m ä t I m i r i - s u , Ir-hu-li-ni m ä t A-ma-ta-ai

a-di X I I .

ra-ni sa si-di t i ä m - d i ili-ta u s a p l i - t a

sar-

ummanäti-

s u-n u m a d ä t i a-n a 1 a m a-n i i d-k u-n i , a-n a g a b-j a it-bu-ni, it-ti-su-nu

a m - d a h-hi-i s-m a h a p i k t a - s u-n u

a s - k u n , n a r k a b ä t i - s u - n u b i t-h a 1-1 a-s u-n u a-s i-' u-n uu t t a h a z i-s u-n u säti-su-nu

i-k i m-s u-n u ;

a-n a s u-z u-u b n a p-

i-1 i-u d. i. „In meinem 14. Regierungsjahre

bot ich auf das weite Land zahllos; mit meiner T r u p p e n Hochfiuth.

120,000

überschritt ich den E u p h r a t

D a m a l s boten Dadidri von Damask,

Mann

bei seiner Irchulini

von Hamatli sammt den 1 2 Königen der Marken des oberen und des unteren Meeres **) ihre vielen, zahllosen Schaaren auf, zogen wider mich heran.

Ich lieferte ihnen eine Schlacht,

schlug sie in die Flucht, vernichtete (?) ihre W a g e n ,

ihre

Reiter, nahm ihnen ihr Schlachtgeräth; ihr Leben in Sicherheit zu bringen machten sie sich auf und davon (R. H ^ ) 8 . Die Stelle des Monoliths theilten wir oben zu 16, 29 mit. und zweiunddreifsig

Könige waren mit ihm.

Die Notiz

findet durch die mitgetheilten Keilinschriften insofern ihre Bestätigung und E r l ä u t e r u n g ,

als auch dort

Hadadezer

(Benhadad) stets im Btindnifs mit anderen syrischen Königen *) So ist n a t ü r l i c h zu lesen. — **) S i c h e r T h e i l e des mittelländischen Meeres. F ü r das Näilicrc s. nieine A b h d l g . : „ U c b c r die Namen der Meere" u. s. \v. in A b d h l g . der Berl. A k a d . 1877 (1878) S. 173 Hg. Y e r m u t h l i c l i e n t s p r i c h t das „ u n t e r e M e e r " d e m „cilicisch-issischen Meere" der Classiker ( b e a c h t e die E r w ä h n u n g des „ G u ä c r s " d. i. irgendwie „Ciliciers" u u t e r d e n B u n d e s g e n o s s e n des Dad-'idri (ob. S. 195. 17)), das „ o b e r e M e e r " dem „phiinicischen M e e r e " derselben ( E r w ä h n u n g „ M n s r i - A e g y p t e n s " ebendaselbst!).

204

Die Keilinschriften und das A. T.

zu F e l d e zieht; doch werden in deD Inschriften dem K ö n i g e constant mit oder aufser Irchulin von Hamath nur 12 syrische Könige

als

Bundesgenossen

hatte dabei wohl

beigegeben.

nur die bedeutenderen

Der

Assyrer

im A u g e .

Im

Uebrigen s. für die runde Zahl (in der Monolithinschrift werden dazu

nur 11 mit

einander verbündete

darunter Dad'idri-Hadadezer,

Fürsten,

einzeln aufgeführt, während

die Gesammtzahl dennoch auf 12 beziffert wird) K G F . 4 6 . 26.

nach Aphek.

Gemeint ist der seitwärts der

S t r a f s e von D a m a s k u s nach S a m a r i a , östlich vom S e e Genezareth belegene Ort dieses Namens.

Der N a m e erscheint

in der zu erwartenden Schreibung A p-k u auch Fragment

einer

historischen

Inschrift

in dem

Asarhaddon's,

in

welcher der K ö n i g die Strecke von der Stadt Aphek „ a n der Grenze Samariens bis zur S t a d t R a p h i a " ( a n d e r ägyptischen G r e n z e ) auf 3 0 kaspu-kakkar oder 3 0 Doppelstunden L ä n g e n m a f s angiebt ( X X X k a s-b u k a k-k a r u 1-t a v i r A p-k u sa pa-di

m â t Sa-mi-[ri-naJ a-di i r R a - p i - h i ) .

I I I R . 3 5 Nr. 4 fälschlich dem Asurbanipal b e n e n * ) T e x t in Transacct.

S . den

zugeschrie-

of S B A . IV, 93 und vergl.

G . Smith, Discov. 3 1 2 f f . ; Del. P D . 1 7 8 flg. 2 8 7 .

* ) E. A. B u d g e , tho history of Esarhaddon Lond. 1880 p. 115 kehrt neuerdings zu der Ansicht z u r ü c k , dafs der Bericht in der T h a t ein solcher des Asurbanipal und nicht des Asarhaddou sei, wobei er sich noch insbesondere auf den Stil des S t ü c k e s beruft, der eher der des Asurbanipal als der des Asarhaddon sei. Wie aber ein specifischer „ S t i l " hier überhaupt nicht hervortritt (es handelt sich um nüchterne Referato über Kriegsbegebenheiten), so scheitert B u d g e ' s Annahme au der ausdrücklichen A n g a b e des Fragments, dafs die betr. ä g y p t i s c h e Expedition des Assyrerköuigs dessen „zehnte" war (Av. G). Z u r Z e i t dieser Expedition war aber T a r k ü , des Tyrierkönigs „ F r e u n d " , noch a u f dem Schauplatze (Av. 12), der g e m ä f s den Asurbanipalcylindorn bereits während der zweiten Expedition des Assyrers von demselben verschwunden war : der „zehute" Z u g kann somit nicht ein solcher des

1 Kön. 20.

2 Kön. 5.

205

3 0 . und er schlofs mit ihm einen Bund. wie bereits bemerkt,

Diefs findet,

seine directe Bestätigung durch die

betr. Stelle auf dem Monolith Salmanassar's, auf welchem Ahab (A-h a-ab-b u) als Bundesgenosse Benhadad-Hadadezer's erscheint.

S. ob. S. 196.

5

2. B. der Könige. 5, 5. CH£1 rriD^n Anzüge. — 18. ïifâyrv?

des Rimmôn.

Dafs Rimmon

ein aramäischer Gott, war längst bekannt.

Den assyrischen

Inschriften steht zu

Haus

S. zu 1 Mos. 4 5 , 22.

entnehmen,

mit dem assyrischen Ramman, Ra-man,

Ra-ma-nu,

dafs

er

identisch

ist

Raman ( R a m - m a - n u , 10

siehe G.

Smith,

notes

etc.

1 8 7 2 p ; 2 5 ; — I l R. 68, 2, 2 1 b u. sonst) d. i.. J o n Q U C J

„der Donnerer"*),

Name

des Wettergottes,

des

Gottes der Luft und der Atmosphäre, des „Donners und des Blitzes" (il u) s a r i - m i

(m>~l) und s a b i r - k i

I H R . 6 7 , 4 6 flg., der hiernach dazu wie ( i l u )

(p"12) 15 Ram-

m a - n u „der Donnerer" auch ( i l u ) B a r - k u „der Blitzer" Asurbanipal gewesen sein. Es stimmt dazu die in diesem Abschnitte uns begegnende, auch sonst denkwürdige Notiz (Av. 7 flg.) : u-äa-as-bi-ta pa-nu-u-a a-na [ m â t M â - g a n u m â t Mi-luh-hi] § a i n a pi-i n i ä i m â t K u - u - s i u m â t M u - s u r . . . . . d. i. „(In meinem zehnten Kriegszuge) richtete ich mein Gesicht nach dem Lande [Mftgan und nach dem Lande Miluchchi], welche im Munde der Bewohner Land Kûsch und Land Aegypten [genannt werden]." Es ergiebt sich daraus, dafs die populäre babylonische Bezeichnung f ü r das Doppelreich Aegypten-Aethiopien zur Zeit Asarhaddon's noch immer Mâgan und Miluhhi war, wie sich j a denn der Name K û s u f ü r „Miluchchi" vor Asarhaddon überhaupt nicht findet. Zur Zeit Asurbanipals bedurfte es einer solchen erläuternden Notiz nicht mehr. — Dafs die in Aussicht genommene, ans Ende der Regierung des Asarhaddon zu verlegende Expedition als die „zehnte" g u t zu der n u r dreizehnjährigen Regierung des Königs sich fügt, leuchtet ein. *) Del. bei Smith, chald. Gen. 269 flg. betrachtet das W o r t identisch mit r â m â n u „Hoheit". >S. hierüber obon S. 72 Anm.

als

Die Keilinschriften und das A. T.

206

hiefs ( I I I R. 4 7 Nr. 3, 7 vgl. mit I I I R. 1, II. 2 0 ; I I R. 68, II. 2, b. ( 2 9 ) ; vgl. I I I R. 66 Rev. VI, 8 : ( i l u ) R a m män =

(ilu) Bir-ku*).

E s entspricht ihm der ideo-

graphisch als AN. IM d. i. „ Gott der Himmelsgegend" bezw. 5 Atmosphäre bezeichnete,

sowie auf den Relief» und Cy-

lindern als mit dem Donnerkeil ausgerüstet dargescellte Gott. Als „ W e t t e r g o t t " führt er häufig das Epitheton r a-h i-s u „der W e i t e r e r " R. f m (Stand. Asurn. Z. 7 u. ö.), auch rii h - s u dass.; es ist folgerecht er, welcher vor allen das Sint10 fluthgericht zur Ausführung bringt (s. ob. S. 62). Die Aussprache des Namens als

im A. T. beruht wohl lediglich

auf einer Zusammenstellung des seinem Ursprünge und Sinne nach unverständlichen Namens mit dem Namen des G r a n a t baumes ]iöl.

Die L X X bieten an unserer Stelle iiochdurch-

15 weg das richtigere 'PEfifiäv, vgl. auch 1 Kön. 15,

TaßEQ£f/u

= hebr. p ö T S C **). Vgl. hiezu Jahrbb. f. Prot. Theol. I ( 1 8 7 5 ) S. 3 3 4 ff. 3 4 2 . —

Von den Assyrern wird der

Gott als identisch mit dem syrischen Himmelsgotte II a d a d betrachtet, dieses gemäfs Asurb. Cyl. Rass. I X , 2 (V R. 9) 20 =

Asurb. Sm. 271, 106 : B i r - A N . IM =

B i r-Da-ad-da

= B i r - H a d a d d. i. „ B a r h a d a d 8 K G F . 5 3 8 flg. S. weiter zu Sach. 12, 1 1 . 8, 15. Statt.

Und Hazael

(^tCIlT?) ward König

an seiner

Auch die Inschriften erwähnen seiner als des „ H i -

25 z a - ' - i l u von D a m a s k " .

Salmanassar II berichtet in seiner

Obeliskinschrift (Lay. pl. 92) Z. 9 7 flg. : I n a X V I I I . *) So hier correkt; b a r k u vorhin anstatt b a r i k u (l'art.) einerseits wio a ä b u anstatt ä s i b u u . a . m . , anderseits mit k statt k (p) gemäfs ABK. 20 Anm. 2; 200. **) Die Punktation des Wortes als

beruht auf

volksetymo-

logischer Ausdeutung. Mit dem „Granatapfel" hat die betr. Gottheit in keiner Weise etwas zu schaffen. Vgl. noch liaudissin, Studd. zur sem. l i ü . I (1870) S. 300.

207

2 Kün. 5. 8.

p a l î - j a X V T s a n î t i n â r B u - r a t i-bir; Ha-za-'-ilu mât

I mi r i - s u

kabâti-su

sa

a-n a t a h a z i i t - b a - a ; M. C. X X I . n a r -

CCCC.

LXX.

b i t-h a 1-1 u-s u i t - t i

us-ma-

n i - s u i - k i m - s u d. i. „In meinem 18. Regierungsjahre überschritt ich zum 16. Male den E u p h r a t ; Hazael von D a m a s k zog mir zur Schlacht entgegen; 1 1 2 1 seiner W a g e n ,

470

Beiner Reiter sammt seinem Proviant*) nahm ich i h m " .

Des-

gleichen Z. 102 ss. : I n a X X I . * * ) p a l î - j a X X I .

sanîti

n â r B u - r a t i - b i r , a - n a i ra-11 i s a H a - z a - ' - i l u s a Imiri-su a-lik sa ma-ha-zi-su aksu-ud.

5

mât

M a - d a - t u 10

§ a m â t S u r - r a - a i m â t S i - d u-n a - a i m â t G u - b a l - 1 a - a i a m - h u r d. i. „In meinem 21. Regierungsjahre überschritt ich zum 2 1 . Male den E u p h r a t ; wider die Städte Hazael's von D a m a k marschirte ich, dessen Ortschaften ***) ich einnahm.

D e n Tribut der Tyrier, Sidonier, Byblier nahm ich 15

in E m p f a n g " .

Gelegentlich der ersten dieser beiden E x p e -

ditionen mufste sich auch J e h u zu einer Anerkennung der assyrischen Oberhoheit und einer Tributzahlung herbeilassen s. darüber zu 9, 2. Aufser diesem syrischen Hazael erwähnen die assy- 20 rischen K ö n i g e später auch noch arabischer Könige, diesen N a m e n führten.

So lesen wir von einem

die

solchen

auf dem Cylinder Asarhaddon's col. I I I , 19. A r - k a H a z a - i l u s i m - t a v u-b i 1-su-m a f ) J a - ' - l u - u h a b a l - s u i n a *) u s m a n i k o m m t hier g e n a u an (1er Stolle vor, wo w i r oben (s. S. 202) û u û t d. i. liai/aije fanden. Es wird sonacli eine ä h n l i c h e B e d e u t u n g h a b e n . Dazu s t i m m t a u c h lvhors. 124. 129. Oppert's Uebers. : „ S c h l a e h t a u f s t e l l u n g , acies" ist a n g e s i c h t s dieser Stellen nicht h a l t b a r . Z u vgl. ist h e b r . 2 D X „Vorrathskammor 1 - ; a r a m . jp^t „aufhäufen 1 *. **) So ist n a t ü r l i c h statt XI. des T e x t e s zu lesen vgl. Z. 100. ***) V g l . t a r g . X t i r i D „ M a r k t f l e c k e n " . t ) U b i l ist Impf. Kai von Bildmi;: vgl. u s i b von ^ t ^ N -

Lötz T P . 109.

1) t r a g o n ,

2) f o r t t r a g e n .

Zur

208

Die Keilinschriften und das A. T.

k u s s i - s u u - s i - s i b - m a d. i. „danach entrückte den Hazael das Geschick (R. CW); J a ' l û , seinen S o h n , erhob ich (R. 3tt*K = Dt^) auf seinen T h r o n " .

Beachte auch die Cylinder-

inschrift Asurbanipals col. V I I I , 9, welche als Sohn eines 5 arabischen Hazael

einen F ü r s t e n Namens U - a i - t i - '

auf-

f ü h r t , und vgl. den J a - u - t a - ' h a b a l H a - z a - i l u s a r m â t K i - i d - r i „ J a u t a h , Sohn des Hazailu, König von K e d a r " ebend. Cyl. B.

VII,

8 7 (Assurb. Sm. 2 6 0 . 2 8 3 ;

Rass. V R. 8. V I I I , 1). 10

Cyl.

S. noch K G F . 5 4.

9, 2. NI!"!"; Jeku wird zweimal auf den Inschriften erw ä h n t und zwar (860—25).

beidemal

auf solchen Salmanassar's I I

Die eine Stelle findet sich auf dem Obelisk

des Königs und zwar unter den gesondert stehenden Inschriften, über einem Bilde, welches einen vor dem Grofskönige 15 knieendén F ü r s t e n oder Abgesandten darstellt, dem T r i b u t bringende Männer folgen.

Die Stelle lautet (Lay. 9 8 , 2) :

M a - d a - t u sa J a-u-a h a b a l Hu-um-ri-i.

K a s p u (PI.)

h u r â s u (Pl.) s a p - l u h u r â s i z u - k u - u t h u r â s i

ka-bu-

a - t i h u r â s i d a - l a - n i (Pl.) h u r â s i a n a k u (PI.) i s h u 2otar_tu

sa k a t

sarri

is bu-ru-ha-ti am-hur-su

d. i.

„ T r i b u t Jehu's, Sohnesdes Omri : Silberbarren, Goldbarren *), eine goldene Schaale**), eine goldene Kelle***),

goldene

*) Es steht hier bei den Ideogrammen f ü r „Gold", „Silber" und „Blei" das Pluralzeichen. Das phonetische Aequivalent für Blei kennen wir durch ein Syll. (Norr. dict. I p. 40), welches AN. NA erklärt durch a - n a - k u d. i. hebr. TpX- Die Bedeutung der Ideogramme geben die Inschriften auf den Platten von fünferlei verschiedenen Metallen an die Hand, welche in den Grundmauern des Palastes Sargons zu Khorsabad gefunden sind. S. darüber Opp. Exp. en Mesop. II p. 343. **) S a p l u =

hehr. ^jJQ.

***) Z u k ö t Plur. von ¡-]pl = p p | ( = p ^ ? ) „ausgiefsen". Es wird eine „Kelle" zum Schöpfen gemeint sein. Zu der Bildung vgl. ä u k & t R. H p t i ' ; b i u ü t lt. ¡"]J3 u. a. m.

2 Köu. 8. 9.

209

Becher*), goldene Schöpfgefäfse**), Bleibarren, einen Stab für die Hand

des Königs***), Speerschäfte f ) : das em-

pfing ich". Die andere Stelle lesen wir auf einem Fragmente der Annalen Salmanassar's III Ii. 5. Nr. 6, 4 0 — 6 5 . selbe lautet vollständig

also : 40. I n a X V I I I .

X V I . s a n î t n â r B u - r a t 41. i-bir. Imiri-su

palî-ja

it-ta-kil-ma

44. a-na ma-'-dis id-ka-a, 45. s a d Sa-

ni-ru u b a n s a d i - i dan-nu-ti-su

5

Ha-za-'-ilu s a m â t

4 2 . a-na g i - b i s u m m â n i - s u 43.

ummâni-su

Das-

47.

a-pikta-su as-kun.

4 6 . s a p u - u t s a d L a b - n a - n a a - n a 10 is-kun.

It-ti-su

am-dah-hi-is

48.

X V I . M. 49. s a b i t i - d u - k i - s u

ina

k a k k i 5 0 . u - s a m - k i t ; I. M. I. C. X X I . n a r k a b âti-s u ; IV. C. L X X . bi t-h a 1-1 u-s u i t-ti us-ma-ni-su, 52. i-kimi u , a-na s u - z u - u b 53. n a p s â t i - s u ti-di.

i - l i , a r k i - s u ar- 15

5 4 . I-na ir D i - m a s - k i ir s a r r u - t i - s u

i-sir-su

*) K a b u f i t i ist Bicher der Plural von k a b u t u ( = k a b u ' t u ) d . i . rUPj? =

hobr

- n j f 3 J ? «Becher«.

**) D a l f t n i , Plur. v. d a l ö = ***) H u t a r u t , vgl. i ^ n

„Schöpfeimer". „Reis", „Ruthe", „Stab".

f ) B u r u h ä t (so correct Z. 4 geschrieben) ist der Plur. vou b u r u b u bezw. b u r u h t u hebr. n 1 - Q „Querholz", „Riegel"; im Assyr. bez. es eineu „Schaft", insonderheit den Schaft des Speeres, schliefslich diescu selber. So rühmt sich Asurnasirliabal Lay. 44, 24, dafs er 370 gewaltige Löwen wie eiugehegte Vögel mit dem Speerschaftc getödtet habo (III. C. LX. X ui'Si d a n n ü t i k i m a i s s u r i k u - u p - p i i n a b u - r u - h i a - d u k ) . Aus dieser Stelle wild zugleich klar, dafs wir nicht b u - d i l - h a - t i auszusprechen und etwa mit Opp. au „Bdellium" zu denken haben. Ohnehiu bildete dieses Gummi kein israelitisches Product, das vou Jeliu als Tribut hätte dargebracht worden können. Die Richtigkeit unserer Deutungen der Wörter bestätigt sich durch die die Ueberschrift begleitende bildliche Darstellung, welche uns Männer zeigt, dio Harren, Krüge, Eimer, lk'cher, Stäbe trageu. S. die Abbildimg in Schenkel's Uibellex. Art. Salmanassar u. sonst. — Zu „Sohn des Omri" s. ob. S. 190 **.

14

Die Keilinschriften und das A. T.

210

55. k i r i - s u a k - k i s . a-lik,

A - d i s a d i - i 56. m â t

Ha-u-ra-ni

i r a - n i 57. a - n a l a m a - n i a - b u l a - g u r 5 8 . i n a

i s â t i a s r u-u p, s a 1-1 a - s u - n u 59. a-n a 1 a m a-n i as-1 u-la. 60. A - d i s a d i - i s a d Ba-'-l i-ra-'-si (51. s a r ï s 5 a-lik, sa-lam sarru-ti-a û-mi-su-ma

63. m a - d a - t u

sa m â t Sur-ra-ai

S i - d u - n a - a i , s a J a-u-a 65. h a b a l d. i. „ 4 0 . In meinem zum

tiâm-di

62. i n a l i b - b i a s - k u n .

Ina

64. m â t

llu-um-ri-i a m - h u r

18. Regierungsjalire überschritt ich

16. Male den E u p h r a t .

4 1 . Hazael von Damaskus

io 4 2 . vertraute auf seine T r u p p e n m e n g e , versammelte zahllos seine Schaaren, 4 5 . und machte das Gebirge Sanir, Gipfel der B e r g e ,

den

4 6 . welche gegenüber dem Libanon-

gebirge, zu seiner Burg.

4 7 . Mit ihm k ä m p f t e ich, 4 8 .

brachte eine Niederlage ihm bei ; 1 6 , 0 0 0 seiner Krieger be15 wältigte ich mit den W a f f e n ; 1121 seiner W a g e n , 4 70 seiner Reiter sammt seinen Vorräthen 52. nahm ich i h m ;

sein

L e b e n zu retten, machte er sich auf und davon, ich verfolgte ihn.

5 4 . In Damaskus, seiner Kölligsstadt, belagerte ich

i h n ; 5 5 . seine Anpflanzungen vernichtete ich.

Nach den

20 Bergen 56. des H a u r â n zog ich, Städte 5 7. ohne Zahl zerstörte, verwüstete, 5 8 . verbrannte ich mit F e u e r ; ihre Gefangenen 5 9 . ohne Zahl führte ich fort. Bergen des Gebirges Ba'liras,

60. Nach den

61. welches hart am Meere

belegen, zog ich; mein königliches Bild 62. stellte ich all25 dort auf.

In jener Zeit 6 3 . empfing ich den T r i b u t der

Tyrier, der Sidonier, des J e h u , 64. Sohnes*) des O m r i " . Zur Erläuterumj. 40. Sanit „Mal" s. Bell. 51; hier das Ideogr. .SU; — 42. gibiä eigentl. „das Zusammengeballte" K. {{Jjj. dann „die Gesammtheit", „die Menge" ; — 43. i t t a k i l Ift. von t a k a l vgl. ; 30 — 44. ma'diä Adv. von ma'du = HNO lieber die Verbin-

*) S. ob. S. 190 Aura. **.

2 Kim. 9. 10. 13. dang

des Adv.'s

mit

der P r ä p .

„ m u s t e r n " ; — 45. u b a n

211

a u a s. A B K . 2 8 8 ;

idkä

von

dakä

„ G i p f e l " (vgl. Asurn. I, 62) eigtl. „ D a u m e n "

hebr. jj-jg, ideographisch SU. S I , Norr. 283. K G F . 5 3 6 ; — 46. p ü t u „das Gegenüber" K G F .

141. 144. 147 flg. — 48. t i d u k

„schlagen", „tiidten";

Bildung

„sich

einander s c h l a g e n "

mit oder u n t e r

kabät

„Kampfer"

vorgesetztem -

ti

R. - ¡ H

vom Ifteal aus :

„kämpfen" ; —

50.

5

nar-

P l u r . von 11 a r - k a b-t u v , wodurch das g e w ö h n l i c h e Ideogr. für

„Wagen" II R

17, 1. 2 e r k l ä r t wird s. S. 198.

noch (1 K. 7. I X —

mit

51.

usmäu

E . Z. 4) r u - k u b d. i. „Yorräthe",

fötf

JDN; —

Daneben

V V

„ B a g a g e " R.

eigentl.

findet

sich

im S i n n e von „ G e f ä h r t " . — hebr. • D X >

„aufsteigen",

dann

arara. 10

„sich a u f

und

davon m a c h e n " vgl. ü o t t a 7 1 , 3 , auch ob. S. 203, 9, a r t i d i R. r ü d j j y i „laufen", schliefsen",

mit a r k i „ h i n t e r " — „ v e r f o l g e n " ;

dann

„belagern";



55. k i r ü

(oft in

„Gipfel h a b e n d " .

den I n s c h r i f t e n ) ;

abzuschneiden

flg.;

=

ne'n~

(II R.

15,

a k k i s R. n a k a s

Ba'li-ra's =

¡ji((T^J/3

15

=

W a s für ein G e b i r g e oder einzelner B e r g g i p f e l damit

g e m e i n t ist, ist n i c h t a u s z u m a c h e n .

10, 3 2

äad

R. ^ Q N

„Anpflanzung"

30 ff. c. d ) ; s. zu diesem W o r t e L ö t z T P . 171 „abhauen"

isir

ff.

Für

das U e b r i g e

Um selbige. Zeit begann

und Hazael

s. das Glossar.

Jahve

an

schlug es in allen Grenzen

Israel u. 8. w. 20

Diese Notiz wird völlig verständlich erst durch die obigen assyrischen Berichte, aus denen wir Bundesgenosse Assyrien's war.

ersehen,

dafs Jehu

Eben als solcher war er

ein Feind Hazael's, der j a wiederholt mit dem Assyrer zu Felde lag und der somit den Jehu seine assyrische Bundes- 25 genossenschaft wird haben entgelten lassen, seinerseits J e h u ,

um Schutz gegen

seinen

ebenso wie unmittelbaren

Nachbar Syrien, den alten Erbfeind Israels, zu haben, sich dem fernen Assyrien in die Arme warf.

Wir

begegnen

also schon hier genau demselben Spiele,

das sich dann 30

später zu Pekach's und A h a z ' Zeit wiederholte, nur dafs hier A h a z die Stelle Jehu's einnahm, während Nordisrael

mit

Syrien im Bunde Juda befehdete. 13, 24. Benhadad,

l 'nd Hazael,

sein

Sohn,

ward

der König König

von Syrien, an seiner

starb

Statt.

und Von 35

diesem jüngeren Benhadad (III) ist in den Keilinschriften 14*

Die Keilinschriften und das A. T .

212 nichts zu lesen.

Seine Regierung würde etwa fallen in die

Zeit des assyrischen K ö n i g s Samsi-Ramman (d. i. „Diener des R a m m a n " ) , der gemäfs dem assyrischen Regentencanon von 8 2 5 — 8 1 2 regierte.

E s war dieses ein verhältnifs-

5 mäfsig mächtiger König, der nachdem er einen Empörungsversuch seines

Bruders Asur-danin-habal

niedergeworfen

hatte, mehrere gröfsere Kriegszüge, jedoch nur nach dem Norden, Osten und Süden, nicht nach dem Westen unternahm.

Wir besitzen von ihm den ausführlichen Bericht

10 über die vier ersten Regierungsjahre in seiner zusammenhängenden Inschrift I R . 29 — 3 1 . Vom 6. (8.) J a h r e an tritt die Verwaltungsliste mit ihren kurzen Notizen ein; nirgends aber ist eine Spur davon zu entdecken, dafs dieser König irgend auf den Westen einen erheblichen politischen Einflufs 15 ausgeübt hätte.

D a s änderte sich mit der Regierung seines

Nachfolgers Rammannirar, der laut dem Regentencanon von 8 1 2 — 7 8 3 auf dem Throne safs.

Ihn treffen wir gemäfs

der Verwaltungsliste schon im 5. ( = 7.) J a h r e auf einem Zuge gegen die syrische Stadt Arpad, im 8. ( = 10.) J a h r e 20 aber auf einem solchen nach der „ S e e k ü s t e a , unter welcher füglich nur Phönicien, bezw. Kanaan zu verstehen ist.

Ist

schon a priori anzunehmen, dafs er auf diesem Zuge auch Israel werde berührt haben, so erzählt er uns dieses ausdrücklich in einer Stelle seiner uns erhaltenen zusammen25 hängenden Inschrift ( I R . 3 5 ) , aus welcher wir auch erfahren, dafs er Damaskus wieder zu einem assyrischen Vasallenstaat machte, indem er den König Mari' (d. i. NID „ H e r r " N~lü l^io) in seiner Residenz belagerte und zur Tributzahlung zwang.

Die ganze betreffende Stelle lautet (1. c. Z. 1 — 2 1 ) :

30 1. I ' k a l R a m m a n - n i r a r i s a r r u r a b ü s a r r u sar k i s ä a t i

aar m ä t A s s u r ,

s a r r u sa i n a

dan-nu habal-

2 Kün. 13.

213

s u A s u r s a r ( i l u ) V. II ( I g i g i ? — *)). UD. t u - s u m a m a l - k u t 2. la s a - n a - a n u - m a l - l u - u ka-tus-su ri'u t-s u k i m a u ti (?) i Ii ni s i m â t A s su r u-ti b-bu-m a 3. u-sar-si-du k u s s u - s u , s a n g u i l l u , z a - n i n I ' - s a r - r a la m u - p a r - k u - u m u - r i m p a - a n I ' - k u r 4. s a i n a 5 t u k u l - t i A s u r bili-su i t t a l a - k u - m a mal-ki sa k i b - r a t a r b a - t i 5. u - s i k - n i - s u a - n a n î r i - s u . K a - s i d i s t u musi-lu-na (?) 6. s a n a - p a h s a m - s i , m â t K i b , m â t I'Il i - p i , m â t I l a r - h a r , m â t A-ra-zi-as 7. m â t M i s u , m â t M a - d a - a i , m â t G i - n u n - b u - u n - d a a n a si-h ir-ti-su, io 8. m â t M u - u n - u a , m â t P a r - s u - a , m â t A l - l a b - r i - a , m â t A b - d a - d a - n a , 9. m â t N a - ' - r i a n a p â d g i m - r i - s a , m â t A n - d i - u , s a a - s a r - s u r u - k u , 10. b i l - h u (? m i t p a k ? — ) s a d u - u a-na p â d g i m - r i - s u a-di i l i t i â m - t i v r a b î - t i 11. s a n a - p a h s a m - s i , i s t u i l i n â r B u - r a t ^ m â t H a t - t i , m â t A - h a r - r i a-na s i - h i r - t i - s a , 12. m â t S u r - r u , m â t S i - d u - n u , m â t H u - u m - r i - i , m â t U-dum u , m â t P a - l a - a s - t a v 13. a-di i l i t i â m - t i v r a b î - t i s a s u l - m u s a m - s i a-na n î r i - j a 14. u - s i k - n i s , b i l a t mad a - t a v i l i - s u - n u u-kin. A - n a 15. m â t G a r - I m i r i - s u 20 lu-u a - l i k Ma-ri-' s a r s a m â t (sic!) I m i r i - s u 16. i n a i r D i - m a - a l - k i i r s a r r u - t i - s u lu-u i-sir-su. 17. P u - u l - h i mi-lam-mi sa A s u r b ï l - s u is-hu-up-su-ma s ï p â - j a i s - b a t , 18. a r - d u - t i ip u-u s , IL M. CGC. b i l a t k a s p i ; X X . b i l a t h u r â s i , 19. III. M. b i l a t s i p a r r i , V. M. 25 b i l a t p a r z i l l i, 1 u-bu 1-t i b i r-mi KUM, IS i r s a KA. IS s a l - m a t - t i K A ah-zi ut-li-i, GAR. GA-s u GAR. SU-su 21. a - n a l a m a-n i i n a ir D i - m a - a s - k i i r s a r r u - t i - s u i n a k i - r i b i k a l - s u a m - h u r d. i. „ 1. Palast Rammannirar's, des grofsen Königs, des mächtigen Königs, des 30 Königs der Völkerschaar, des Königs vom Lande Assur, des *) Vgl. liiezu IV K. 29, 11 42 a, sowio Del. in der Aegypt. Zeitschr. 1878 S. 64 und bei Lötz 80.

Die Keilinschriften und das A. T.

214

Königs, den zu seinem Sohne Asur, der König der V. II Götter*), rechnete**), in dessen Hand sie die Herrschaft ohne Gleichen***) legten (eigentl. dessen Hand sie mit der H. o. G. erfüllten), dessen Regierung (min.) gleichwie . . . . 5 sie für die Bewohner Assyriens zu einer machten,

segensreichen

3. welchem sie seinen Thron feststellten,

des

Hochpriesters t), des Erhalters des Sarra-Tempels, des Untadelhaften f f ) , der die Front des Tempels Kur aufführte f f f ) , 4. welcher in der Verehrung Asur's, seines Herrn, wandelt io und die Fürsten der vier Länderstrecken seiner Botmäfsigkeit (eigentl. seinem Joche) unterwarf. von musiluna

Besitz ergreifend

an, 6. welches im Aufgang der Sonne belegen,

unterwarf ich mir das Land Kib, das Land I'llipi, Karkar, Arazias, Misu, Medien, Ginunbunda in seinem ganzen Um15 fange*), Munna, Parsua, Allabrien, Abdadana, 9. das Land

*) Vgl. die Bez. Bel's als äsar g i - m i r (ilu) A - n u n - n a - k i „König der Gesammtheit der Anunnaki" (Tigl.-Pil. I. col. I, 3) und siehe Lötz 79 flg., sowie ob. S. 213*. **) U D - t u ist ein Verbalideogramm fmit dem phonet. (,'oniplement t u ) , dessen lautliches Aequivalent indefs noch nicht aufgezeigt ist. — Norr. 274. ***) S. über diese in den Exordien der assyr. Königsinschriften (z. B. Sanh Bell. 2 ; Sarg. Khors. 4 u. ö.) so gewöhnliche Phrase Lötz T P . 102 Hg. Das sachlich Richtige schon hei Morris 701 flg. f ) Im Text steht das Ideogramm KID (iSID etc.). S. für dieses bei Haupt, ASKT. I S. 22 Nr. 441, sowie für die Bed. Taf 006 S . f 2 Z. 4 in Transactt. of Soc. Bibl. Arch. VI, 2 (1878) S. 488. Vgl. I lt. 8 Nr. 6, 6. f f ) M u p a r k u leiteich ab von ~|"10 nvergewaltigen" (2 Mos. 1, 13), so dafs es eigentl. den Gewaltthiitigen, dann jeden die Grenzen des sittlich Erlaubten Ueberschreitenden bed. Vgl. p a r k ä n frevelhaft Beh. 105. t t t ) Vgl Oppert E. M. I. 333 (der übrigens beiläufig, offenbar aus blofsem Versehen, die sechste Zeile ausgelassen hat). — Ueber den Tempel K u r = I'. KUIi ( b i t K u r ) s. Lötz TP. S. 3. *) S i l i i r t u von s a h a r = hebr. "inD> eigentl. circumire.

2 Küu. 13.

•215

Nairi nach seiner gesammten Ausdehnung Andiu, dessen Lage eine ferne (pn")j,

das Land

10. das Gebirgs-

land (?) nach seiner gesammten Ausdehnung**) bis hin zur grofsen See, 11. welche nach Aufgang der Sonne belegen, vom Euphrat an das Land Chatti, das Westland***) nach 5 seinem ganzen Umfange, 12. (nämlich) Tyrus, Sidon, das Land Omri, Edom, Philistäa, 13. bis hin zur grofsen See nach U n t e r g a n g f ) der Sonne zu (d. i. nach Westen z u ) ; 14. Zahlungtt) von Tribut legte ich ihnen auf. gegen

15. Auch

das Land Gar-Imirisu (d. i. Syrien-Damask) zog 10

ich; Mari', den König vom Lande Imirisu,

16. in Da-

maskus, der Stadt seines Königthums, schlofs ich wahrlich

*) P ä d , wohl St. constr. von p ä d u , dag ich mit ar. O j i „Seite, insbcs. Schläfe" zusammenstellen mücbto. Zu der Transcription mit d vgl. Khors. 60. 63 ( p a - d i ) . Daneben findet sich freilich z.B. Khors. 69 auch p a - t i , das, wesentlich gleicher Bedeutung, doch wohl verschiedener Abstammung ist und vielleicht mit hebr. ¡"]N5 zusammenzuzustellen sein wird; — g i m i r R. 1JDJ. **) Gemeint siad wohl die bergigen Gebiete, welche südwestlich von Medien nach Babylonien zu belegeu sind. Denn dafs unter der „grofsen See, welche nach Aufgang der Sonne zu" belegen, gemäfs assyrischem Sprachgebrauche nur der persische Meerbusen verstanden werden kann, steht anderweit fest. S. meine Abhdlg. „Ueber die Namen der Meero" u. s. w. (1877/78) S. 177 — 181. — Ueber die hier namhaft gemachten Gebiete s. KGF. 169 — 180. ***) S. zu 1 Mos. 10, 0. t ) Im Texte steht DI. m u ; DI aber ist (ABK. 106. Nr. 5) (las Ideogramm fiir S a l a m (•^tt 1 ), welches in den (phonetisch geschriebenen) Nominibus s u l - m u und s a - l a m auf Inschriften Sauherib's und Tiglath-I'ileser's (s. Norr. dict 251) vom „Untergang" der Sonne steht DI. m u ist also (mu pliou. Complemeut!) ä u l - i n u , eigentl. „Vollendung", daun „Untergang", zu lesen uud danach Norris' Angabe Dict. p. 240 zu rectificiren. Vgl. auch zu 1 Mos. 19, '23, f f ) B i l t u , st. estr. b i l a t von = B i l t . u selber steht oft geradezu in den Inschriften f ü r „Tribut" z B. Asurnasirhabal I, 16; auch Tigl.-Pil. I. col. II, 83 ( b i l t a u m a - d a - a t - t a „Tribut und Gescheuko").

Die Keilinschriften und das A. T.

216 ihn ein.

17. Der Schrecken der Majestät*) Asur's, seines**)

Herrn, warf ihn zu Boden, meine Füfse umfafste er, 18. Gehorsam leistete er***). lente Goldes,

3000

2 3 0 0 Talente f ) Silbers,

Talente Kupfer f f ) ,

20 Ta-

5 0 0 0 Talente

5 E i s e n f f f ) , Gewänder*) von Wolle (?) und Leinen (?)**), ein Ruhebett ***) von Elfenbein f ) , einen Sonnenschirm (?) f f ) von Elfenbein nahm ich, führte ich fort f f f ) , seine Besitztümer,

seine Habe ohne Zahl empfing ich zu Damaskus,

seiner Residenz, inmitten seines Palastes". 10

Aus Z. 12 dieser Inschrift erhellt, dafs Rammannirar c. 8 0 0 (assyrischer Rechnung) von Nordisrael Tribut in Empfang nahm, während anderseits Z. 15 ff. eine ganz ent-

*) M f l a m m u = „Majestät" (Del.). **) S. zu 1 Mos. 2, 4 (S. 24*). Oder ist b i l i - j a „meines Herrn" zu lesen vgl. S. 194*? — ***) A r d u t u vou = «pr f ) S. f. diese Bed. von b i l t u Norr. 94. t t ) S i p a r r u Syll. 112. f f f ) Hebr. fjj-Q» s. zu Sanh. Tayl. II, 71. v :" *) L u b u l t i steht gemäfs assyrischem Lautgesetze für (R. ¡tfaS). welches letztere z. B. II K. 38, 34. 35 erscheint.

lubuiSti

**) B i r - m i KUM = „Wolle" und „Leinen", reine Vermuthung. S. hierüber Norr. 553. Dafs wir übrigens an irgend welche Kleiderstoffe zu denken haben, ist zweifellos. Für h i r m i vgl. noch (Opp.) G l e i n a Ezech. 27, 24. ***) F ü r

das Ideogr. für

irsu =

(^c)

s. II R. 23, 52;

6».

Synonym ist m a - a i - a l ,

ma-ai-al-tuv

f ) Eigtl. „Horn" s. den Nachweis dioser Bed. des Ideogr. KA bei Norr. 502. 503. Gemeint ist aber wohl sicher „Elfenbein", das genauer KA. AM. SI „Horn vom Amsi d. i. Elephanton" hiefs s. Lötz TP. 100 ff. f f ) S a l m a t t u R. 68. 74. Norr. 1045.

ttt)

ahzi R. i n «

R. r k V I ß . (?).

unsicher. v 1

S - ; 1? z u

3 Ps

Zu vgl. Asurn. II, 123;

-

pl

-

IIü11

-

Ist

-

lll)

III,

> 6; u t l i '

2 Kön. 13. 14. 15.

217

schiedene Schwäche des damascenischen Reiches tiren.

consta-

Trifft nun, nach der assyrischen Chronologie reducirt,

etwa in die gleiche Zeit die Regierung des nordisraelitischen Königs Jerobeam II, so begreift sich nunmehr, wie dieser König, natürlich um den Preis assyrischer Vasallenschaft, so bedeutende Erfolge gegen Damaskus erringen konnte (2 Kön. 14, 28).

Die Schwäche des Reiches hatte aber

offenbar bereits unter dem (letzten?) Vorgänger des Mari', Benhadad I I I , begonnen, s. 2 Kön. 13, 25 vgl. mit 13, 3. 1 4 , 28. und icie er (Jerobeam) Damaskus

und

Hamath

S. hierüber

an [die Könige von]*) Israel zurückgebracht. zu 13, 2 4 . 1 5 , 1- nn_Uf jah's.

„Auf

König

ward Azarjah,

Sohn Amaz-

den Bruchstücken zweier Platten

des von

Asarhaddon zu bauen unternommenen Südwestpalastes von Niinrûd d. i. aber in Wirklichkeit zweier aus dem Centralpalaste Tiglath-Pileser's II hierher transportirten Marmortafeln finden sich das eine Mal (III R. 9 N r . 2) die Personennamen : a) . . . . ja-a-u m â t J a - u - d a - a i ;

b) . . . .

s u (? a s ? ) - r i-j a-u m a t J u - u - d i i c) . . . . [j]a-a-u; auf der anderen (ebend. Nr. 3) : a) Az-ri-a-[uj; b) A z - r i-j a-a-u, wobei zu bemerken ist, dafs bei den vollständig geschriebenen Namen (Nr. 3, a. b) der Name im A n f a n g mit jenem Zeichen geschrieben wird, welches (ABK. 197) gleicher-

*) So n ä m l i c h d. h. "jgn ^ ^ Q ^ J meine ich, sei s t a t t des geschichtlich g a n z

sinnlosen

lesen, sei es n u n ,

und grammatisch

unbeholfenen

MIIIT^

z

"

dafs der T e x t f e l d e r auf einer e i n f a c h e n Verlesung,

Bei es, d a f s er auf C o n j e c t u r eines Judäers 2 S a m . 8, 6 in E i n k l a n g

setzen

wollte.

b e r u h t e , der die Notiz mit E w a l d ist

auf

der

rechten

F ä h r t e g e w e s e n , indem er (vgl. Syr. u. Arab.) i m i n 1 e i n f a c h g e s t r i c h e n wissen wollte. Kiinlye

von Juda

Zu

vgl.

ist 1 Sam. 27, 6 : „also

bis auf diesen T a g "

¡"nilT

kam Ziklag

an

die

Die Keilinschriften und das A. T.

218

weise die L a u t w e r t h e : a z , a s und a s (mit!, 3 und D) hat. Dafs beide Inschriften inhaltlich einander parallel laufen, ist von vornherein wahrscheinlich und

dürfte durch

die

gleiche W a h l des Ausdrucks : z a - r a r - t i a-n a A z - r i - j a - a - u 5 i-k i-i ra u , in B, und [ z a - r a r - t i a-n a A z-ri-] ja-a-u i-k im u , in A, gewifs w e r d e n " .

Eine nähere Untersuchung

giebt an die H a n d einmal, dafs die hier namhaft gemachten mit dem Landesprädicate „von J u d a " selbe auftretenden Persönlichkeiten

und auch ohne dasmit auf : . . . r i - j a - u

10 ( r i - j a - a - u ) auslautenden Namen solche einer und derselben Persönlichkeit sind, und sodann, dafs dieses die an unserer Stelle in Aussicht genommene Persönlichkeit, Azarjah =

der

König

Uzziah ist.

Die betr. Inschriftenstellen lauten (s. K G F . 3 9 6 ff.) 15 a l s o :

1. I I I R. 9, Nr. 2 (A) :

20

25

30

1. .

•rit(?)

2. .

. mi-ti-ik h a r r ä n i - j a man-da-at-tu sa s a n

3. .

. j a - a - u raät J a - u - d a - a i k i i n a

4. .

. s u ( ? ) - r i - j a-u m ä t J a-u-d i

5. .

. la ui-bi a n a s a m i sa-ku-u s u r .

.

.

.

6. .

. i n a i n i k i-i s a u 1-t u s a m i

7. .

. u t ( ? ) m i t-h u-uz-zu u K U k i m a N I '

.

8. .

. hi(?) gab-sa-ti is-mu-ma ip-lah lib

.

9

. ab-b u 1 ag-gu r

10. .

. [j] a-a-u i - k i - m u u - d a n - n i - n u - s u - r a a

11. . 12. .

. s a l (?) k i m a i s g a b - n i (?)

13. .

. id-lit-masakaat

14. .

. t i s i t-k u-n u-in a m u-za-s u

. t a k - r u z a - a t (?)

15. .

. [u ?]-s a-bi 1-m a k a

16. .

. t u k l ä t i - s u u - r a - k i s a-n a



.

2 Ki'm. 15.

219

17. . . . a u-s a-a z-b i 1-s u-n u-t i-v a 18. . . . ri-.su r a b k i m a k a r 19. . . . s a l d. i. : 1 5 2. . . . (Im) Verlaufe meines Zuges [empfing ich] den Tribut der Könige (?) 3. . . . [Az(s ?)ri]-j ä hu , der Judäer, gleichwie . 4. . . . [AJs u (?) r i j a h u vom Lande J n d a 5. . . . ohne Zahl zum Himmel (?) io 6. . . . i n den Augen gleichwie, wenn vom Himmel (?) 7. . . . Kampf und (?) gleichwie . . . . 8. . . . [von dem Heereszuge meiner Truppen], der gesammten, vernahmen sie (er?) ; es fürchtete sich ihr (?) Herz ; 15 9. . . . verwüstete, zerstörte ich 10. . . . [Abfall zum A z r i ] - j ä h u machten sie, verstärkten ihn; 11 12

20

13 14. . . . waren gestellt (?) 15. . . . brachte er (?) 1(>. . . . seine Truppen ordnete er gegen . . . . 17. . . . ich (er?) liefs sie (?) 2/> 18. . . . grofs, gleichwie 19. . . . Weiber 3. III R. 9 Nr. 3 (B) Z. 2 2 — 3 3 : 22 as u t u a . . . Ii ai 23 Az-ri-a-[u] . . . [ u - ] s a b - b i t r a b . . . . [ k a ? ] - t i - j a . . . 30 24'. . . . [k i t ?]-t i-as ( ? ) . . . m a - d a - a t - t u k i-i s a 25. . . i r M ä (?) . . 26. . . i r U s ( ? ) - n u - u i r S i - a n - n u i r

Die Keilinschriften und das A. T.

220

k a . . . b u . . . . t i â m - t i v a-di i r a - [ n i ] . . . .

a-di l a d

S a-u-i 27. s a d i-i s a i n a s a d L a b-n a-n a-m a i t-t a k-k ibu-ni m â t Ba-'-li-sa-bu-n a a-di s a d A m - m a - n a m â t I S . K U (?) m â t S a-u a-n a g i-m i r-t i-s u N A M (p i h a t) 5 ir K a r - R a m m an ( K . - D a d d a ) NAM

ir Nu-ku-di-na

28. i r I I a - t a - [ r i k - k a ]

m â t Ha-su

a-di i r a - n i s a si-

hir-ti i r A-ra-a . . . ni k i - l a l - l i - s u - n u h i r-t i-s u-n u s a d

Sa-ar-bu-u-a

29. i r a - n i s a si-

sa-du-u

a-n a

gi-mir-

ti-su ir As-ha-ni ir J a - d a ( t a ) - b i s a d J a - r a - k u s a d u - u 10 a-n a g i-m i r-t i-s u 3 0 a-nu

a-di l i b - b i

(sib?).

XIX

ir

r i i r I'l-li-ta-ar-bi i r Zi-taA-ti-in-ni

ir

Bu-ma-mi

na-gi-i 3 1 . s a i r H a - a m - m a - a t - t i

i r a - n i s a si-hir-ti-su-nu s a a-hi t i â m - t i v s a

a-di

sul-mu

s a m - s i s a i n a h i-i t-t i-s un z a - r a r - t i * ) a-n a Az-ri-ja-a-u 15 i-k i-i-m u 3 2. a-n a m i-s i r m â t A s â u r u t i r - r a a m i l s uut-sak-i-ja a m i l s a k n u t i 23

i l i - s u - n u a i-k u n d. i. 22.

A z r i j a [ h u J nahm ( ? ) . . . g r o f s * * )

. . . . meine Hand (?) . . . . 24. Tribut gleichwie . . . 25

2 6 . Die Stadt Usnu (?), die Stadt Siannu

20 des Meeres sammt den Städten

bis hin zum Gebirge

S a u i * * * ) , 2 7. den Bergen, die im Libanon, und sie überwältigten ( ? f ) ) das L a n d Baalsaphon j f ) bis zum Gebirge

* ) „Die L e s u n g der Zeichen — S u n z a — (statt m u h ) ist durch den lithographirten T e x t paläographisch sicher gestellt". Sonst vgl. K G K . 398. * * ) „ G . Smith liest r a b i ä k a t i j a und übersetzt : „. . . . des Azarjah eroberte grofsmäehtig meine H a n d " . ***)

„G. Sraith

liest

hier

und

27

(per

conjecturam

auch

10)

S a - u - a ' ; aber gegen seineu oigeuen, von ihm edirten T e x t . "

t) R. npn? f f ) „ S o ( = j i Q S ' b l i ? ) deutet U. Smith den Namen scheinlich.

Natürlich ist au den ägyptischen Ort

nicht zu denken."

sehr

dieses Nainons

wahrhier

2 Kön. In.

221

A m m a n a * ) , das L a n d (?) Izki! (?), das L a n d Sahu in seiner ganzen Ausdehnung, den Bezirk **) von K a r - R a m m a n (KarH a d a d ) , 2 8 . die S t a d t Hadrach. den Bezirk von Nukudina, das L a n d Chasu saramt den Städten, welche im Umkreise der Stadt Arä * * * ) . . . insgesammt, die Städte, welche in deren 5 Umkreise, das Gebirge S a r b ü a in seiner Gesammtheit, die Stadt Aschan, die Stadt J a d a b , das Gebirge J a r a k in seiner Gesammtheit, die Stadt lllitarbi, die Stadt Zitän bis hin zur Stadt Atin . . . der Stadt Bumami.

Neunzehn Di-

stricte 3 1 . der Stadt H a m a t h sammt den Städten in ihrem 10 Umkreis, welche am Meere des U n t e r g a n g s der Sonne belegen, die in ihrer Treulosigkeit Abfall zum Azrijahu genommen hatten, 3 2 . schlug ich zum Gebiete von Assyrien; meine Beamten, meine Statthalter setzte ich über sie."

Den

weiteren Nachweis 1) der Identität des Azrijähu der letz- 15 teren Inschrift mit dem [Asu?]-rijahu der ersteren, 2) derjenigen beider mit dem biblischen Azarjah, sowie die Widerlegung der gegen diese Aufstellung erhobenen s. K G F . 3 9 9 — 4 2 1 .

Einwände

Dafs aber die hier in Betracht kom-

menden Inschriften des Central- und des Südwest-Palastes 2o von N i m r ü d auch wirklich die des Königs Tiglath-Pileser II ( 7 4 5 — 7 2 7 ) sind, ist von mir neuerdings in meiner Abhdlg. „ Z u r Kritik der Inschriften Tiglath-Pileser's, des Asarhaddon und des Asurbanipal", Berl. 1879 ( 1 8 8 0 ) , ausführlich dargethan.

25

Ist dem aber so und war demgemäfs der auf diesen Platten erwähnte Azarjah - Uzziah ein Zeitgenosse Tiglath-

*) V i e l l e i c h t A m a u u s ? — A11 das Land Amnion ( K G F . 399) n i c h t zu d e u k e u (Del. I'D. 277).

ist

**) F ü r NAM = p i h a t priD „liczirk" (Del.), eigtl. „ S t a t t h a l t e r s c h a f t " b. Norr. 1028. Solist vgl. Khors. Ott. HO. G4. ***) V g l . III K. 10 Nr. 3, 38 (Del.).

Die Keilinschriften und das A. T.

222 Pileser's,

so e r h e b t sich die F r a g e ,

wie k a n n dieser ein

solcher g e w e s e n sein, da er j a schon 7 5 8 n a c h der g e w ö h n lichen Z e i t r e c h n u n g s t a r b , T i g l a t h - P i l e s e r

aber nach

dem

a s s y r i s c h e n u n d z w a r f ü n f f a c h controlirten K a n o n erst 7 4 5 5 z u r R e g i e r u n g k a m ? — H i e r k l a f f t eine p l a t t e r d i n g s nicht h i n w e g z u d e u t e l n d e chronologische D i f f e r e n z .

Ist die wie

b e m e r k t j e d e n f a l l s f ü n f f a c h c o n t r o l i r t e assyrische Zeitrechn u n g die richtige, sein.

so k a n n die biblische die richtige nicht

D a s aber h a b e n wir f ü r die Zeit von 7 2 2 a b ohnehin

10 a n z u n e h m e n (s. u . ; vgl. a u c h meine A u s f ü h r u n g e n in der Z e i t s c h r . d e r D M G . Bd. X X V . S. 4 5 3 , sowie K G F . 3 4 4 ff.). I s t dieselbe a b e r in den die spätere, näher

also dem B e r i c h t e r s t a t t e r

l i e g e n d e Zeit b e t r e f f e n d e n A n g a b e n

zu

verwerfen,

w a s b e r e c h t i g t da zu der A n n a h m e einer g r ö f s e r e n (ohnehin 15 j a a u c h sonst zu b e a n s t a n d e n d e n ) Z u v e r l ä s s i g k e i t f ü r die frühere Zeit?

R ü c k e n wir d a g e g e n den U z z i a h noch theil-

weis in die Zeit des T i g l a t h - P i l e s e r h i n a b — g e m ä f s den K e i l i n s c h r i f t e n — , so g e w i n n e n wir mit einem M a l e Platz für jenen Mi-ni-h i-im-mi 20 m a r i e n ( S a - m i - r i - n a - a i ) ,

d. i. M e n a h e m

auch

von

Sa-

welcher von d e m s e l b e n T i g l a t h -

P i l e s e r L a y . 5 0 , 12 u n d I H R .

3 1 . 5 0 neben Rezin von

D a m a s k als ihm tributpflichtig a u f g e f ü h r t wird u n d der dazu als d e r Z e i t g e n o s s e des A z a r j a h von J u d a erscheint.

Dieser

M e n a h e m w ü r d e d a n n der M e n a h e m der Bibel (2 K ö n . 15, 25 1 7 ) ,

der Zeitgenosse U z z i a h ' s (oder A z a r j a h ' s )

Tiglath-Pileser (ibid. Vs. 1 9 ) .

anderseits

der K ö n i g

P h u l von

sein

und

Assyrien

S. weiter zu 2 K ö n . 1 5 , 17. 19.

E s läfst sich n u n a b e r aus den K e i l i n s c h r i f t e n a u c h d a s n o c h sicher b e s t i m m e n , wann 30 T i g l a t h - P i l e s e r

in

Berührung

i n s c h r i f t dieses K ö n i g s

genannter

kam.

nämlich,

A z a r j a h mit

A u s der

n ä h e r aus d e m

Annalengrofsen

F r a g m e n t e , w e l c h e s im I I I . Bd. des englischen I n s c h r i f t e n -

2 Kun.

15.

223

werke« pl. 9 sub Nr. 3 in einer revidirten Gestalt veröffentlicht ist (bei Layard entsprechen Taf. H5. 5 0 . 6 7 ) , ersehen wir (Z. 5 0 vgl. mit Z. 5 7), dafs der Tribut Menahems von Israel (s. u.) in Tiglath-Pilesers achtem Regierungsjahr d. i. 7 3 8 vom Grofskünige entgegengenommen ward.

Nun fiel

der auf dieser selben Platte vorher (Z. 3 2 ff.) berichtete Zug Tiglath-Pileser's gegen die Städte Ulluba und Birtu gemäfs der, liiernit stimmenden, Verwaltungsliste (s. am Schlüsse dieses Buches) in das vorhergehende J a h r 7 3 9 ;

es steht

somit schon hienach anzunehmen, dafs der auf j e n e r Annaleninschrift abermals vorher (Z. 2 7 ff.) berichtete Zug Grofskönigs

gegen

verschiedene

syrische

Städte,

des

unter

anderen Hamath und das Libanongebirge, in das vorhergehende, bezw. die vorhergehenden J a h r e

fiel.

Da nun

auch hiemit wieder die Verwaltungsliste stimmt, welche für die J a h r e 7 4 2 — 7 4 0 einen dreijährigen K a m p f des Königs gegen die syrische Stadt Arpad verzeichnet, so mufs in dieser Zeit, also den J a h r e n 7 4 2 — 7 4 0 , auch die Betheiligung Azarjah's am Kampfe Statt gehabt haben , der bei j e n e r Gelegenheit als mit Hamath im Bunde ausdrücklich bezeichnet wird (s. o.).

Der Azarjah

von J u d a der Keil-

inschriften lebte also sicher noch in den J a h r e n 17. Israel.

^"CnjO

König

742—740.

ward Menahem



von

Auch die Keilinschriften erwähnen eines Israeliten

Menahem und zwar als M i n i h i m m u von Samarien.

Die

Hauptstelle lesen wir in den Annalen Tiglath-Pileser's L a y . 50,

10 : M a - d a - t u

Ra-sun-nu

K u-u s-t a-a s-p i K u-u m-m u-h a-a i ,

Dimaskai*),

Mi-ni-h i-im-m i

Sa-ini-ri-

n a-a i etc. d. i. „Tribut Ivustaspi's von Kumuch,

*) S. 138.

Im T e x t o steht ( m â t ) G a r - I m i r i - s u - a i.

Siehe

Rezin's

d a r ü b e r oben

Die Keilinschriften und das A. T.

224

von D a m a s k , Menahem's von Samarien 8 u. s. w . ; vgl. I I I R. 9, 5 0 . W i e nun steht es mit diesem in der Inschrift TiglathPileser's erwähnten K ö n i g ? — Sehen wir auf die biblische 5 Chronologie, so scheint eine Identification desselben mit dem Menahem schon

der

der Bibel nicht wohl anzugehen, fällt j a doch A n f a n g der

zwanzigjährigen

Regierung

des

zweiten Nachfolgers des Menahem, nämlich der Regierung des P e k a c h ( 7 5 8 ) ,

noch 13 J a h r e vor den der Regierung

10 des Tiglath-Pileser im J . 7 4 5 !

In Rücksicht auf diesen

U m s t a n d neigten wir uns wohl der Ansicht zu, dafs der Menahem der Keilinschriften möchte ein Gegenkönig Pekach's gewesen sein, der sich, um Anerkennung zu gewinnen, dem assyrischen Grofskönige in die Arme geworfen hätte. 15 Allein abgesehen davon, dafs die Bibel von einem solchen zweiten Menahem kein Wort berichtet, pafst zu dieser Stat u i r u n g eines zweiten, späteren Menahem nicht wohl die jedenfalls im Wesentlichen gleichzeitige E r w ä h n u n g eines judäischen Königs Azarjah d. i. Uzziah auf den Keilin20 schriften (s. o.).

Dieser letztere Umstand f ü h r t vielmehr

auf eine Identificirung des Menahem der Keilinschriften mit dem älteren, biblischen Menahem, dem Zeitgenossen eben des Uzziah-Azarjah.

Dann gewinnen wir die Gleichung :

m i y (TIMy) = A z r i j ä h u 25

2CHP

Jahudai*)

=MinihimmiSamirinai.

Aus dieser erhellt dann aber, dafs P e k a c h weder im J . 7 5 8

*) Dafs auch die Namen ¡"p"lJJ? iTUf einfach identisch, steht danach zu verrauthen, sei es, dafs man p i ^ als v o l k s t ü m l i c h e Verkürzung des Namens ¡"PHP z u betrachten hat (Wellh.), sei es, dafs überall die Lesung ¡"PIU/i welche durch die assyrischen Inschriften verbürgt erscheint, wieder herzustellen und der andern durchweg zu substituireu ist.

2 Kön. 15.

225

zur Regierung g e k o m m e n , noch a u c h , da Tiglath-Pileser nach

den

assyrischen

Eponymenlisten

im

Ganzen

nur

18 J a h r e geherrscht hat, 20 J a h r e ( 1 5 , 2 1 ) regiert haben kann.

Die Chronologie hat nun aber bekanntlich auch auf

biblischer Seite hier ihre grofsen Schwierigkeiten,

indem

5

nach der citirten Stelle vgl. mit 15, 3 0 P e k a c h im J . 7 3 8 getödtet ward, und doch nach 2 Kön. 17, 1 sein Nachfolger Hosea erst im 12. J . des Ahaz d. h. 729 zur Regierung kam.

Man hilft sich hier mit der A n n a h m e eines zehn-

jährigen Zwischenreichs,

die aber auf biblischem Boden 10

keinerlei Berechtigung hat, da 2 Kön. 15, 3 0 die T ö d t u n g Pekach's und die Thronbesteigung des Hosea in unmittelbare Verbindung mit einander gebracht werden.

M a n er-

kennt, dafs die Conformitiit der israelitischen und judäischen Chronologie an beregter Stelle lediglich künstlich zu S t a n d e 15 gebracht ist, ein Umstand, der unserer zunächst von der Chronologie der Hizkia-Sanherib'schen Epoche der judäischen Periode abgeleiteten These von der Unzuverlässigkeit der biblischen Chronologie (s. u.) zu erneuter Stütze gereicht.

Noch von anderer Seite her bestätigt sich die Rieh- 20

tigkeit unserer Annahme.

Nach 2 Kön. 16, 1 vgl. mit

Vs. 5 fällt der Z u g Pekach's und Rezin's nicht vor das 17. J a h r des P e k a c h , gemäi's 15, 27 noch vor 7 3 8 d. i. das 20. J . des Pekach,

höchstens in dieses J a h r .

der Verwaltungsliste dagegen

Nach

hatte Tiglath-Pileser's Z u g 25

gegen P i l i s t a im J . 7 3 4 , die Züge nach D a m a s k u s in den J a h r e n 7 3 3 und 7 3 2 Statt, also 4 — 6 J a h r e nach dem — Tode des P e k a c h !

Man sieht deutlich, wie mit der Re-

gierungszeit des Pekach unter allen Umständen gangen werden mufs.

herabge-

Damit ist dann aber wieder der 30

ganze Synchronismus der jüdischen und israelitischen Geschichte z e r s t ö r t ; denn es ist liier alles so ineinandergefügt, 15

Die Keilinschriften und das A. T.

226

dafs, nimmt man einen Stein heraus, das g a n z e G e b ä u d e zusammenstürzt. Ich h a b e noch a u f ein L e t z t e s hinzuweisen. unten 5 wird

zu gebenden K r i t i k

der Regierungszeit

erhellen,

Zug

Aegypten

dafs

der

sich

Orakel.

Sanherib's

wider

Juda-

der dritte seiner R e g i e r u n g war und näher im

J a h r e 7 0 1 S t a t t hatte. ziehen

Sanherib's

Aus der

A u f diesen Z u g des Sanherib be-

bekanntlich

eine

ganze

Reihe

jesajanischer

Behielte man nun, unter gleichzeitiger Adoptirung

10 der unausweichlichen A n g a b e n des Regentencanons und des ptolemäischen Canons über die Zeit der R e g i e r u n g herib's , die biblischen sonstigen Angaben

bei,

San-

so w ü r d e

J e s a j a , der doch nach J e s . 6 , 1 im T o d e s j a h r e des Uzziah d. i. nach hergebrachter Zeitrechnung 7 5 9 berufen ward, 15 um diese Zeit also vielleicht im 2 0 . J a h r e stand, die Weissagungen

wider Sanherib

J a h r e gesprochen haben.

im 2U

5 7sten

d. i. 7 7 s t e n

W i r müssen gestehen : die be-

treffenden prophetischen Reden machen uns einen frischeren E i n d r u c k ; nirgends zudem findet sich eine Hindeutung auf 20 ein so hohes Alter des Propheten.

Dies Alles ändert sich,

fällt Uzziah's R e g i e r u n g zum guten Tlieil

noch in die Re-

gierungszeit des Tiglatli-Pileser und ist sein Todesjahr etwa um 7 4 0 anzusetzen.

In diesem F a l l e war J e s a j a zur Zeit

des E i n f a l l s des Sanherib ein hoher F ü n f z i g e r — gewifs 25 g e r a d e d a s Alter, in welchem stehend wir uns den Propheten gemäfs

seinen damaligen Reden zu denken haben.

Bei

dieser S a c h l a g e steht auch nichts der Annahme entgegen, dafs J e s a j a noch nach Sanherib's Invasion, wie dieses j a die allgemein verbreitete Meinung ist, prophetisch 30 wesen ist.

tliätig ge-

W i r kommen auch so bezüglich des Alters des

Propheten über die ersten sechziger J a h r e nicht hinaus.

2 Kün. 15.

227

Wir meinen nach alleuiesem : Pekach's Regierung sei nicht blofs um ein Decennium (s. o.) herabzurücken, sondern gleichfalls um ein Beträchtliches zu verkürzen, also dafs noch die Regierung Pekachja's und ein Theil der Regierung Menahem's in die Regierungszeit des Tiglath-Pileser, 5 der selber

dann

natürlich

mit dem Phul der Bibel

sei es

gleichzeitig gelebt haben, sei es identisch gewesen sein

mufs

(worüber s. zu Vs. 19), trifft, jedenfalls Menahem's drittes bis zehntes Regierungsjahr, dieses defshalb, weil seine Tributzahlung gemäfs Lay. 50, 10 vgl. mit 6 7. II, b. Z. 3 10 einerseits, ibid. I, b. Z. 3 anderseits, in Tiglath-Pileser's 8. Regierungsjahr d. i. 738 fällt*). 19. Es zog Phul (^10), der König von Assyrien, wider das Land.

heran

Wir haben schon zu Vs. 17 es ausge-

sprochen, wie die assyrischen Denkmäler mit zwingender 15 N o t w e n d i g k e i t auf die Annahme führen, dafs dieser assyrische König, dessen Name in dieser Form nirgends erscheint,

*) O p p e r t s u c h t Zeitschr. d. DMG. X X I I I . S. 146 A n m . die sich d a r b i e t e n d e n S c h w i e r i g k e i t e n d a d u r c h zu heben, dafs er f r a g l i c h e n Men a h e m z w i s c h e n 742 u n d 733 r e g i e r e n liifst, als G e g e n k ü n i g gewissermafseu P e k a c h ' s (s. o.), der ihn in dem zuletzt g e n a n n t e n J a h r e vom T h r o n e gestofsen h a b e . Derselbe meiut a u c h noch den Beweis h i e r f ü r in deu H ä n d e n zu h a b e n , sofern 2 Kün. 15, 30 statt O ^ l t f ^ P j K O u m 1 ' } „im 20. J a h r e J o t h a m ' s " vielmehr QflV P J E ^ n'm Jahre des A b s c h e i d e u s J o t h a m ' s " u r s p r ü n g l i c h im T e x t e g e s t a n d e n , d a n n a b e r u n t e r V e r l ü s c h u n g des und unter U m s e t z u n g des ü b r i g bleibenden u n d als Z a h l z e i c h e n = 20 g e n o m m e n e n 3 unsere j e t z i g e T e x t e s lesart e n t s t a n d e n sei. D e r T e x t h a b e im Verfolg die R e v o l u t i o n des Menahem b e r i c h t e t g e h a b t . W i r k ö n n e n diese L o s u n g n i c h t f ü r eine b e f r i e d i g e n d e halben 1) w e g e n des Umstandes, dafs von einer W i e d e r einsetzung des P e k a c h nirgends zu lesen stellt; 2) w e g e n des g ä n z lichen F e h l e n s des N a m e n s M e n a h e m ; endlich 3) w e g e n der u n h e bräischen A u s d r u c k s w c i s e I"01iQ> welche sich n i r g e n d s im A. T . findet u n d w o f ü r vielmehr p i Q n J t t ' D (''es- •>> ' ) w ü r d e gewosen sein.

zu

15*

erwarten

228 auf

D i e K e i l i u s c h r i f t e n und das A .

den

assyrischen

Regentenverzeichnissen

P i l e s e r sei es zeitgenössisch, sei.

T.

mit

Tiglath-

sei es ein und dieselbe Person

M a n könnte sich zunächst versucht fühlen, das erstere

anzunehmen

und könnte an einen G e n e r a l des T i g l a t h - P i -

5 leser denken, der in seinem A u f t r a g e unternommen hätte. sehr

scharf

A l l e i n die H e b r ä e r unterscheiden sonst

zwischen

(Jes. 2 0 , 1 ) ;

den Z u g nach Israel

dem

König

dazu pflegen sie

und

seinem

Feldherrn

von diesen Generalen wohl

den T i t e l ( T a r t a n , Rabsak s. zu Jes. 2 0 , 1 ; 2 K ö n . 18, 1 7 ) , 10 nicht aber den Namen zu v e r z e i c h n e n ; und endlich führt j a P h u l ausdrücklich

das P r ä d i k a t : „ K ö n i g

ein Umstand, der doch j e d e n f a l l s nicht zu ignoriren

ist.

So

von A s s y r i e n " ,

so ohne

ist P h u l vielleicht

ein

Weiteres

Gegenkönig

T i g l a t h - P i l e s e r ' s oder aber ein auswärtiger Fürst, der über Assyrien

eine Oberhoheit ausübte? —

A u s w e g e sind nicht zu betreten.

Auch

Was

diese beiden

den erateren anbe-

trifft, so haben wir über die R e g i e r u n g des T i g l a t h - P i l e s e r , die hier in erster L i n i e in Betracht Nachrichten (s. u.).

kommt,

20 die über dieselbe Nachricht geben, auch sten etwas derartiges angedeutet,

k ö n i g e ganz besonders gern

Asurbanipal's

werden.

So

III

mufs

R . 29

auch

doch

sonst

die

solcher G e g e n -

zu berichten pflegen ( v g l . die

Inschriften Samsi-Ramman's I R . 2 9 ;

Darius).

genaue

nur im Entfernte-

während

orientalischen K ö n i g e die N i e d e r k ä m p f u n g

25 1 6 ;

sehr

Allein nirgends ist in den Inschriften,

Asai-haddon's I I I I».

f f . , die Behistuninschr.

diese

Es erübrigt lediglich

Möglichkeit eine

letzte

des

aufgegeben

derartige

An-

nahme, die w i r selber früher, so lange uns nämlich von den A n n a l e n T i g l a t h - P i l e s e r s eine nähere Einsicht

zu g e w i n n e n

30 nicht v e r g ö n n t war, f ü r wahrscheinlich hielten, die nämlich, dafs man, dem Berossus b e z w . A l e x . Polyhistor bei Eusebius in der

armenischen Chronik I , 4

f o l g e n d , genannten P h u l

2 Küu.

15.

229

zum K ö n i g der C h a l d ä e r m a c h t e , in w e l c h e m F a l l e m a n zu statuiren hätte, dafs d e r biblische S c h r i f t s t e l l e r fllr „ C h a l d ä a " g e s e t z t

hätte.

Wäre

„Assyrien"

dieses a u c h ,

g e z e i g t haben * ) , an sich nichts A n a l o g i e l o s e s ,

wie wir

so w ä r e eine

solche U n g e n a u i g k e i t g e r a d e in diesem F a l l e w e n i g b e g r e i f lich, dieses nämlich f ü r eine Z e i t , da die b e i d e n in B e t r a c h t kommenden Reiche,

das c h a l d ä i s c h e und a s s y r i s c h e ,

neben einander b e s t a n d e n .

noch

E s h a t dazu w e n i g W a h r s c h e i n -

lichkeit, dafs w ä h r e n d in Niniveh noch ein h e i m i s c h e r F ü r s t a u f dem

Throne

safs,

ein

ßabylonier

w ü r d e , an Niniveh v o r b e i einen

es

bei e i n e r

gewagt

haben

solchen Position

äuiserst g e f ä h r l i c h e n Z u g n a c h dem f e r n e n W e s t e n zu u n t e r nehmen.

A u c h f e h l t es f ü r einen solchen K ö n i g der C h a l d ä e r ,

der nicht in B a b y l o n s e l b e r safs (was a n z u n e h m e n wieder seine besondere

Schwierigkeit

hat),

an

dem

rechten

Reichs-

m i t t e l p u n k t e , sofern das h i e f ü r wohl in A u s s i c h t g e n o m m e n e S a p h a r v a i m am E u p h r a t , in N o r d b a b y l o n i e n , n i c h t wohl bieten mit

Einschlufs

konnte.

Ohnehin

insbesondere

auch

war

von

einen s o l c h e n

Nordbabylonien

Sipar-Sepharvaim

schon 7 4 5 von dem A s s y r e r k ö n i g e T i g l a t h - P i l e s e r I I u n t e r j o c h t und das betr. G e b i e t dem a s s y r i s c h e n R e i c h e leibt, zum „ G e b i e t e von A s s y r i e n g e s c h l a g e n " worden 5 2 , a Z. dem

5 — 8).

Auch

Regierungsantritte

einver(Lay.

von einem e t w a in die Z e i t Tiglath - Pilesers

fallenden

vor chal-

däischem I n t e r r e g n u m

k a n n k e i n e R e d e sein,

rische E p o n y m e n l i s t e n

j e d e Annahme einer Unterbrechung

da die assy-

der R e g e n t e n f o l g e und g e r a d e an der b e t r . S t e l l e

bestimmt

a u s s c h l i e f s e n ; ein s o l c h e s I n t e r r e g n u m a b e r fiir die Z e i t der R e g i e r u n g dieses K ö n i g s s e l b e r angeht.

A u c h durch

zu s t a t u i r e n

vollends n i c h t

das zuletzt A u s g e f ü h r t e

*) S. Dilti. XXV. S. 453 flg.

w e r d e n wir

Die K e i l i n s c h r i f t e n u u d das A. T .

230

so dazu g e d r ä n g t , den Phul auf assyrischem Boden zu suchen und ihn in einem der bekannten assyrischen Könige selber zu sehen, wobei unter Berücksichtigung des Erörterten nur Tiglath-Pileser selbst in Betracht kommen kann *). 5 Und diese Annahme rechtfertigt sich einmal durch den Umstand, dafs Tiglath-Pileser wirklich,

wie das die Bibel von

Phul aussagt, einen Zug nach dem Westen (im J . 738) unternahm, bei welchem er bis an das Mittelländische Meer und Palästina-Phönicien und in die unmittelbarste Nähe des 10 nordisraelitischen Reichs gelangte (nach den am Fufse des Libanon belegenen phönicischen Städten Zemar-Simirra und Arka-Arkä werden hinterdrein östliche Bewohner verpflanzt), und sodann dadurch, dafs, wie Berossus vom Pliulus aussagt, Tigl.-Pil. wirklich „rexChaldaeorum" war, bezeichnet er sich 15 doch in seinen Inschriften nicht blofs wiederholt ganz allgemein als „ K ö n i g von Sumir und A k k a d " d. i. Chaldäa, sondern in einer aus der letzten Zeit des Königs (seinem 17. resp. 18. Regierungsjahre) stammenden Inschrift**) insbesondere noch und daneben als s a r B ä b - i l u „König von 20 Babylon", ein Titel, den sich nachweisbar nur solche assyrische Könige beilegen, die, wie wir anderweit constatiren können, auch wirklich als Könige von Babylon von den Babyloniern selber anerkannt waren. —• Vgl. hiezu K G F . 3 4 2 ff. 4 2 2 — 45 7, insbes. 4 4 9 ff. 25

Der Name Phül, durch G. Smith (notes p. 25) in der Schreibung

Pu-u-lu

zur Zeit Sargons,

(Pülu)

des zweiten

als Name eines Offiziers Nachfolgers

Tiglath - Pi-

lesers, inschriftlich nachgewiesen, tritt aus der Reihe

der

uns sonst bekannten Königsnamen nach seiner Form augen*) H . Rawlinson u u d R. L e p s i u s .

S. weiter K O I \ 441.

**) S. meine Abhdlg. „ Z u r K r i t i k der I n s c h r i f t e n T i g l a t h - P i l e s e r ' s " u . s . w . Berl. (1879) 1880 8. 19 (mit der betr. I n s c h r i f t in L i c h t d r u c k ) .

2 Kilo. 15. scheinüch heraus.

231

D e r Name Tiglath-Pileser anderseits ist

als assyrischer Königsname auch sonst verbürgt.

Die An-

nahme liegt nahe, dafs die betr. Persönlichkeit ursprünglich den als Namen eines Unterthanen auch sonst vorkommenden Namen P û l u

als Herrscher

mit dem andern

h a b a l - i s a r r a vertauschte, so zwar, ursprüngliche N a m e ,

Tuklat-

dafs der f r ü h e r e und

vielleicht als der p o p u l ä r e r e ,

unter

welchem zudem er den Israeliten zuerst bekannt ward, daneben sich noch im Gedächtnifs erhielt (vgl. etwa Bonaparte-Napoléon !), während — so scheint es — die Babylonier den ursprünglichen Namen Pûlu ü b e r h a u p t und allein in ihre Listen aufnahmen, was um so erklärlicher, als den Babyloniern der N a m e Tuklat-habal-isarra nichts weniger als geläufig war.

E s steht uns nämlich

fest nicht blofs,

dafs der Assyrer P h u l mit dem „Phulus rex C h a l d a e o r u m " des Berossus, sondern zugleich auch mit dem neben Chinzer f ü r das J a h r 7 3 1 n a m h a f t gemachten K ö n i g IlmQoq des ptolemäischen Kanons identisch ist.

Die G r ü n d e sind diese.

Zunächst nämlich k a n n es keinem Zweifel unterworfen sein, dafs Tiglath-Pileser wirklich auch Babylonien beherrschte. Einerseits nämlich bezeichnet er sich in allen den drei Inschriften, die seinen Namen an der Spitze tragen (Lay. 17, 1. I I R. 6 7, 1 sammt der Parallelinschrift Vs. 1 s. o.), als „König von Sumir und A k k a d " , in der letzten (und

ver-

muthlich einst auch in der unverletzten II Ii. 6 7) dazu als sar Bâb-ilu

„ K ö n i g von Babylon".

Zum Andern be-

richtet er uns ganz ausdrücklich, dafs er Babylonien unterworfen und in babylonischen Städten heilige H a n d l u n g e n verrichtet habe.

W i r lesen schon in der älteren, noch vor

der E r o b e r u n g Arpads ( 7 4 2 — 740) verfafsten Prunkinschrift Lay. 17, 4 ff.; vgl. II ß . 6 7, 5 ff. ( K G F . 105 — 1 0 7 ) : 4. U l - t u r ï s s a r r u - t i - j a u l - t u i r D û r - k u - r i - g a l - z i

Die Keilinschriften und das A. T.

232 ir Sip-par

sa Samas

5. a - d i N i p u r

ir P a-si-ta v s a a m í l Du-ba

a m í l I-tu-' a m í l Ru-bu-'

k a li-s u - u u s a si d-di n â r D i k l a t n â r U k - n i-í s a a-a h ti â m - t i v Kar-Asur

sum-su

saplîti

ab-bi;

nisi

k a t-[j aj (?) i n a l i b - b i

u-[iij-sib*j,

i na

8.

muh-hi

hir-ti-su

as-kun.

ki-ma

10 a r - r a - b a - a - n u a-bu-bi sab-si ir-su

a-|bil];

9. i r

[sal]-la-su 10.

za-ki-pi Mât

abulli 11.

A m í l

20 n í - r i - j a u - s i k - n i s - m a ; sa-a-ni

sa

mât

a-na

Sa-

kima

til

Nabû-u(KA.

GAL)

assat-su

ni-sir-ti-su k i m a

íkal-

da-a¡-as-ti

12. a-na m â t 13. ul-tu

A-ru-mu

Aísur

14. s a r r u - u t lñ.

bilat

as-ri-su-nu

ma-Ia-ba-su-u (Plur.)

K ar-d u n-j a-a s a - b i l ; Kal-di

ai-

ir

a m í l R u-'-u-a a m 11 L i-'-t a-u

SI. S I ( a b i k t a - ) su-nu P A - m a ( ? ) a s - s u - h a - s u - n u - t i.

raba-a

B î t - A - m u k-a-ii i

Sa amílPu-ku-du

su-nu***) as-bat;

ki-iid-ti

[sal-]lat-su

a - d i - i s p u - h u r n i s i-s u G A R - S U - s u u-r a-a.

mâtâti

as-lu-la.

mi-ih-rit u-sí-li;

íli

a m í 1 s u - u t-a a k - j a

s a r r u-t i-s u-n u

sarra-su-nu

as-lu-la.

i-n a

7. i r í p u - u s ,

Bît-Si-la-a-ni

h a b 1 i-s u b a n à t i-s u G A R - G A - s u 15 s u

H. a - d i

t a r - [ b i - ] **) t i u - d a k - k i - i k ;

u-ab-bid-ma

a-na I S

Mât

A-ru-mu

n â r S u-r a-p i

5 T u l - K a m - r i s a i r H u - m u t i k a b b u-s u-n i ir

mât

(?)

a-na

sar(Sing.)-

íli

ma-da-tu

nisi

Ra-'-

u-kinf);

a - n a A s u r, S í - r u - u h - a , B ï 1 , Z i r - b a n î - t i , N a b Û , T a s mí-tuv,

Na-na-a

lti.

bí-lit

Bâb-ilu,

Ni r gal,

La-az

25 (s, s ? ) l u n i k î i 1 1 û t i i - i i a l i a r - s a k - k a 1 a - m a K I a k - k i d. i.

„4. V o m Beginne

Dur-Kurigalzi,

meiner

der Stadt S i p p a r

H e r r s c h a f t : von der der Sonne,

der Stadt

Stadt Pa-

*; Parallelstello I I K. 07 : u - s i - r i b „ich liufs eiiitretuu" (Kad. a n y ) . **) Rrgiiuzt nach Iuschr. Nr. 00 (rotin Z. 2. S. Tigl.-Pil. etc. Taf. ***) Wahrscheinlich ist das I'luralzeichun einlach versetzt ( K ü F . ) . f ) Wie selbstverstiiudlicli zu verbessern. Schon Méuaut : j'ai imposé.

233

2 Kön. 15.

sitav der Dubäer (?) 5. bis hin nach N i p u r ; die I t u h , Rubuh, das Gebiet der Aramiier insgesammt, die am Ufer (in den Niederungen) des Tigris, des Surapi 6. bis hin zum Flusse Ukni, welcher am Gestade des unteren Meeres, nahm ich in Besitz*); zu Tul-Kamri, das man die Stadt C h u m u t nennt, erbaute ich eine S t a d t ; Kar-Asur ( „ S t a d t A s u r ' s 8 ) nannte ich ihren Namen.

Die Bewohner der Länder, die

Beute meiner Hand, siedelte ich dort a n ; meinen Statthalter setzte ich darüber. Umfange,

8. Das L a n d Bet-Silän nach seinem

gleichwie

zermalmte ich**); die Stadt

Sarrabän***), ihre grofse Hauptstadt, verwüstete ich gleich einer W i n d s b r a u t ; ihre Beute führte ich fort. ihren K ö n i g ,

10. liefs ich vor

Nabü-usabsi,

dem Thore seiner Stadt

pfählen f ) ; seine Gefangenen, sein Weib, seine Söhne, seine Töchter, seine H a b e , 11. die Schätze seines Palastes f f ) f ü h r t e ich als Beute fort.

Das Land Bet-Amukkan zertrat

ich wie beim Dreschen ; die Gesamtheit seiner Bewohner, seine Habe, 12. schleppte ich nach Assyrien. Pukud, Ruhua, kun?),

Lihtau

schlug (? =

Ich, der ich

abiktasunu

as-

13. aus ihren Wohnsitzen sie fortführte, die Ara-

mäer, so viel immer ihrer waren, meinem Joche unterwarf und 14. das Königthum ihren Königen n a h m ; der ich K a r dunias in Besitz nahm, den Rabsänäern vom L a n d e Chaldäa 15. Tributleistung auferlegte, dem Asur, Sirucha, Bei f f f ) , *) II Ii. 07, 9 s t e h t a k - S u d . **) Von der \V. p p - j ( K G F . ) . ***) II Ii. 67, 15 S a-a r - r a b - a - n i. f ) r | p j iin Aram. n e b e n „ a u f h ä n g e n " g o r a d e z u Kreuzigung gestellt

findet

sich auf

den assyrischen

,kreuzigen".

Monumenten

nicht

Eine dar-

(KGF.).

f f ) W ö r t l i c h : seine Schütze, seinen I'nlast (KGF.). ttt)

G e m e i n t ist Bel-Merodach s. Thcol. S t u d d . u. K r i t t . 1874. S. 342

A n m . 2, sowie ob. S. 12 f .

Die K e i l i n s c h r i f t e n u n d das A. T.

234

der Zirbanit, dem Nebo, der T a s m i t , der Nanâ,

16. der

Herrin von Babylon, dem Nerga], L a z ( L a s , LäsV), zahlreiche herrliche O p f e r * ) in der S t a d t C h a r s a k k a l a m a brachte."

dar-

Dieser Z u g Tiglath-Pileser's nach Babylon fällt

gemäfs der Verwaltungsliste schon in das erste J a h r Königs

745.

Derselbe

scheint aber nur

von

des

vorüber-

gehender B e d e u t u n g gewesen zu sein, und jedenfalls hat Tiglath-Pileser den bisherigen K ö n i g von Babylon, dem ptolemäischen

Kanon

gemäfs

Nabonassar ( 7 4 7 — 7 3 3 ) ,

als

K ö n i g von Babylon belassen, vermuthlicli sich mit der allgemeinen A n e r k e n n u n g der Oberhoheit Assyriens b e g n ü g e n d . Tiglath-Pileser hat aber gemäfs der Verwaltungsliste noch einen zweiten, späteren Z u g nach dem Stromlande unternommen , bei welcher Gelegenheit er die H u l d i g u n g Merodachbaladan,

des

des Sohnes J a k i n ' s (s. zu 2 Kön. 20,

12), in der S t a d t Sapija e n t g e g e n n a h m .

Auch über diesen

Zug, welcher gemäfs der Verwaltungsliste im J . 7 3 1 S t a t t hatte, haben wir noch einen ausführlichen Bericht in der aus T i g l a t h - P i l e s e r ' s insuhrift 23.

letztem J a h r e

stammenden

II R.