Die Geschichte der niederländischen, preußischen und russischen Mennoniten

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—hex—

gvitte* $ änb dj exx: Die (Befdjtdjte ber nie&erlänbtfcfyen, preufjifdjen

i\r\i>

rufjtfdjcn Zncnnoniten.

Bearbeitet Don

C. profeffor

H. Wedel,

an Settel • Coflege,

einer mennonittfdjen

9ilbnngs

-

2(nf)oIt.

Newton, Kansas,

1901.

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Entered according to Act of Congress, in the year

1901,

BT DAVID GOERZ, in trust for Bethel College, Newton, Kansas, in the Office of the Librarian of Congress at

A. IViebusch

& Son Prtg.

Washington, D. C.

Co., St. Louis,

Mo.

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3

94

(JlT 3 ^

OVER-HARVARD

I

»eelcitwort. fsgfnfolge oerfdjiebener Umftänbe fomtte baä

ad baä

SBerfeä e&er

*

unb

2)a8 jroeite

biefeä

®u$

bemerft »erben.

(Sä

mußten



»anbeten biefe*

ein eierte« fotten folgen fobalb wie möglid).

3unäd)ft für bie Sdjule

beäfelben ergeben,

britte

für ben Erucf fettig gefleUt werben.

arocitc

alä:

ftd)

beftimmt

tfl,

bürfte aud) &ier

3wed mand)e

auä biefem

2>a&

wo$l

(Eigenheiten

unb gebrängte SJarfteüung;

ttberfid)tlid)!eit

SSermeibung unnötiger tarnen unb 3a§reäaa§len, unb ©efajränhmg auf 2)a

bie £auptpunfte.



unferer ©efd)id)tfd)reibung

bem nötigen Dueflenmaterial

fragmentarifd)en Sfjarafter an

ftd).

aber oft fe&r an

aua) biefeä 2Berfd)en einen

©onft wirb ieber Sefer balb ein*

wir aud) auä ber ©efd)id)te unfereä SJolfeS etwaä lernen wollen.

fef>en, bafc

68

trägt

fo

feljlt,

bilbet baljer biefeä

blofje ftutyneftQaUe

®ud) bei

beäfelben.

aller

3Benn

Slnerfennung feiner SJorjttge uns*

feine

baä ©tubium ber ©efd)id>te

unferer Storfaljren

unb auij 3eitgenoffen

ben unb

Sebenägüter au erftreben, einen feften fonfefftoneUen

ftttlid)e

nid)t

le$rt,

geiler ju oermei*

©tanbpuntt au gewinnen, trofcbem aber «erföbnlidje Siebe unb §od)ad> tung benjenigen entgegen au bringen, beren ©rlenntniäjianbpuntt wir nid)t teilen

fönnen,— bie aber

in ber §auptfad)e rid)tig

fmb:

bann $at

eä wenig SBert.

2U§ bie

$auptfiid)lid)ften

Duetten biefer 2)arfteuung fü&re

id)

neben

allgemeinen SBerfen !ird)en- unb weltgefd)id)tlid)en Sn^altä folgenbe an

Bracht, SRärtorerfpiegel.

A.

Brons, Urfprung, (gntwidtlung

:c.

ber Xaufgefinnten ober

©efd)id)te

unb ©laubenäle&re ber

ajiennoniten.

Carl H. A.

v. d.

Smissen,

3Jiennoniten.

Mannhardt, H. G., Satjrbud) ber Mennonitische Blatter.

ällteoang. fcaufgefinnten.

(Sine Slnja&l Saljrgange.

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ßcnntmä

Reiswitz, Freiherr von, Beiträge jut

ber

2flenno*

mten=©emeinben.

W.,

Mannhardt, Dr.

$ie

Söe&rfretyett

ber

SUrpreufeifdjen

STOennomten.

Ellenberger,

©Uber auä bem

J.,

^ilgerleben.

Klassen, M., ©efdjidjte bet ine^rlofen, taufgeftnnten ©emetnben.

Schcen, 2)aä SNennonitentum in SBeftpreufcen.

Crichton, @efd)id)te bet nreu£tfd)en SRennoniten.

A. Klaus, Ünfere Kolonien.

SluS

bem

Stufftfdjen überfefct

»on

3. fcöroä.

Epp, D. H.,

2)ie aju Sfoffäfce in noniten,

unb

(Sine

bem ©emeinbe*flalenbet

«nja^l 3a$rgänge. ber ffibbeutfd)en 3Ren*

einige ungebrutfte Stonufftipte.

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(Befdjtcfyte

ber

XHennomten

in ben Hteberlanbett-

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un6 C^ranenpcrtoöe.

(Eine 3Iufc

I.

i.

unb §eigog Kita.

Statt V.

bajj bie -ftieberlanbe

a§ Volf geriet!) in Vergtoeiflung unb fefcte einen Aufruhr in Sgene. S)ie Statthalterin 3)amit aber toar

bie 3nquifition aufzuheben.

öerforadj,

®öntg burdjauS nid&t einberftanben. (£r fanbte ben gerauft tU*a mit 10,000 2Jtonn nach ben ^ieberlanben unb biefer toütete b. 3. 1567—1673 in unmenfd&Iidjer 2113 er abging, rühmte er SBeife gegen bie Sßroteftanten. ifjreS ©laubenä totUen ^ingeftd), 18,000 Sttenfchen um ber

rietet

p

Ijaben.

VefonberS

3n

fcfiarf

hinter ben ERemtoniten her.

toar er

DftfrieSlanb Riegen bie Käufer fo

fdfjon

feit

1545 unb

audj in ben anbern Sßrobingen fanb biefe Vegeicfjnung ber

©efinnungSgenoffen

ÜWenno

$a

Simons ©ingang.

fie

infolge ihres gleißet meiftenS too^I^abenb waren, fo fuchte er fleh burch ihre

Somit erfchien Verfolgung gu bereitem, bem anbern gegen fie. 3eber, ben man

ein Vlutbefehl nach fing,

foffte

mit bem £obe

XeÜ

beftraft

werben;

toer fie angeigte,

©üter erhalten; niemanb foffte für fie um ©nabe Utkn; niemanb, bei Strafe bon 100 ©ulben, fte nur beherbergen; ihre SHnber fofften fofort

foHte ben britten

ihrer

getauft toerben. Unter ihm tourben affein in ben Sßrobingen £offanb unb Seelanb Iii äftennoniten hingerichtet. (SS tourbe ba|er biefe Sßeriobe ihrer ©efcfjichte mit Vlut unb frönen gefdjrieben.

(Dftersee.) 2.

KuStoanberung.

Söeil

bie

Verfolgung

in

ben

füb*

liefen

^robingen, namentlich in Qflanbern, befonberS heftig

mar,

fo

toanberten biele bon hier aus

unb

ließen

fich

in

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-8SBeft*

unb OftfrieStanb

bort berfolgte,

unb sogen

teils

Stäbten, ober

nieber*

SllS

man

fie

aber

aud&

ba flogen #unberte au8 ihrem Saterlanbe ben Wfyin hinauf nach ®öln unb anbern fie

benähten ben regen Seeberfehr gmifcfjen

ben nieberlänbifchen £äfen unb ben lüften ber Oftfee unb flüchteten

nad&

SBeftyreu&en.

Hamburg,

£olftein

(Sine fletne

©ruppe

unb

befonberS

üerfudf)te ihr

nach

©Iücf in

(Snglanb, mürbe aber Don bort gurücf getrieben unb

erlitt

2fa§manberung madfjte fidf) fo fügtbor, ba& im 3ahre 1533 bie tönigin^egentin ein ©bift erliefe, in melchem fie gegen bie füllen Käufer ein gelinbeS Verfahren anorbnete, um ber (Sntöölferung be8 £anbe3 öorgubeugen* 3)ie SluSgetoanberten mürben ber (Segenb, ben 2ttärtyrertob*

mo

fie ftdfj

bie Söefcer

2)ie

nieberliefeen, gu grojjem 9?ufcen*

au3 glanbern,

meldfje

fidf)

So

errichteten

au ßeer in DftfrieS*

lanb anbauten, bafelbft ihre SBebereien. S)ie nach Jpolftein

unb Sßreufeen geflohenen Käufer betrieben in ihrer neuen, unb bamalS meiftenS recht unmirtlichen £eimat, bie Urbarmachung be3 23oben§. 3.

Xaufenbe bon 9ttennoniten finb aber öon ber 3nquifttion ergriffen, gefoltert unb hingerietet morbem 3m „aMrtyrfoiegel" merben au8 ber 3ett bon 1524—1600 an 800 mit tarnen aufgeführt $>te meiften öon biefen mürben jebodfj in ©emeinfehaft mit 2 bis 5 Somit flojj ba$ 23Iut ber Verfolgten in ja 10 abgetham $inri$titn(iett.



Strömen» $ie $inrichtung8art mar graufanu ®emöhn= mürben fie auf bem Scheiterhaufen lebenbig öerbrannt; nur gumeilen am Sßfafjl erft erbroffelt uub bann öerbrannt Manchmal befeftigte man ihnen auch ein Sädfdjen mit So!jn,

ge^e

gu trinfen, ben einen

fuljre

nid&t,

wag bor

ift"

(£g bemeifen fold&e

©tiffen

Slugen

WluU

ben 2Beg ber Sßropljeten unb 2tpo*

idf)

ift,

fte äffe

fjetfigen

getrunfen Ijaben.

Sßanbel,

fonbern fud&e bag,

©treiben,

toie

im ßanbe mitgeteilt unb fidfj an

fteft

bag

adfjte

mag broben

ber £err biefen

ifjnen berljerrlid) t f)at.

6.

$trljörc unb Debatten.

bon ber römtfd&en

bie

tum

S)a bie (befangenen alg

®irdfje abgefaffen toaren,

einfeljen lernen fofften, fo

gaben

Willst mit iljnen, meifteng jebocfjlteß

fidfj

foldfje,

iljren

3rr*

oft bie Sftidjter biele

man

jefuitifdje 2ttöndfje

$ie aufgenommenen Sßrotofoffe foldjer Unterrebungen liefern nun ein 23ilb bon ben Srrtümern ber römifdfjen SHrdfje unb bem (Srfenntnigben

SBerfudfj madfjen,

ftanbpunft bie fo

iljrer

fle

gu befef)ren,

Präger, geigen aber

audfj,

toie afffeitig

oft

befangenen in ber ^eiligen ©cörift befdjlagen toaren, baß bie römifdfjen Geologen ifjnen gegenüber einen $ar*

ten

©tanb

Ratten.

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ftedfjt

13

-

cgaraftertftifcg für beibe

Letten

ift

bie

Debatte

©ruber ®ir»e(i«ö unb einem S^foli ftoare, einem ßidfjtgtefeer bon ©etoerbe, ber aber in feiner ©emeinbe als ßegrer getütrft gatte. 2>er Sttöncg erroeift fieg als ein roger, unflätiger ©cfeUc, ber ba mit ööfen, lä[email protected] lidfjen Sorten brein fägrt, roo er feine Argumente gat smifcgen einem

Reifet eS

benn:

Sftöndfj

an0 De Uit§, geboren 1533 gu

fich

©hemeibung übten.

fyizx

mit ben 2öa*

Bon Beruf mar

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— 26 Kaufmann* 9hir mit @r flüchtete nadfj ©mben,

er

9?ot entging er too er

1579

bem -äRärtyrertobe, an ber Bereinig

eifrig

©emeinben arbeitete» 2Kan bötte ifjn bolb nad) Saufe gum Sßrebiger getoäfjlt 3ftit feinem SSufenfreunb, £übert ©errttS, arbeitete er 1610 ein ©laubenSbe* fenntniS auS, baS allen folgenben gur ©runblage biente. ©r toirfte in (Smben, Slmfterbam unb 40 3»abre gu Sllfmar, SBon ihm ftammt auch baS erfte too er 1638 heimging.

gung

ber

feiner

mennonitifche ©efangbudfj. 19»

Die Sereinipnöötiiinrtc

@o

Sittenlehren»

teils

man

eS

©taubenS*,

teils

betreffen

bet&t

in

ber

llrfnnbe öon

bem Bann unb unb bie Slpoftel barüber auSgefprodfjen hoben. Über bie bamalS in ftcf> mennonitifd)en Greifen als febr totdfjtig angefebene grage betreffs ber Seife, tote (SfjriftuS in baS gleifdfj gefommen 1579,

toolle

bem 2lbenbmaf)l

fei,

ba

bieg eine

eS,



2lnfid)t

eS

mit ber Xaufe,

galten,

man

toolle

barüber

(SbriftuS

toie

ftd>

bod)

an

fein

bie

(Schrift

galten,

©laubenSartifel

fei.

Stanbpunft ber ©emeinben ift ber Vertrag bom 3abre 1639 in 12 Slrtifeln. (SS geigt in benfelben, man toolle über ©laube nnb 8itte machen; für ben Sßrebigtbienft forgen, ebenfo für bie Slrmen, bann barauf feben, ba& öor einer SBieberöerl)eira tu ng ben ^inbern ihr Vermögen gefiebert toerbe; Sünglinge unb Jungfrauen foHen nicht 31t frei mit* einanber öerfebren, unb nidjt obne Erlaubnis ber Gfltcrn unb SSormünber beiraten; bor großartigen ^odfjseiten foll man fieb hüten, Beim £anbel foll man aus ben SBtrtS* bäufern bleiben unb ficr df)riftlid)e ©taube brängt ja gum S3efenntni§, um ©cmeinfdjaft ber

©laubigen

an

unteretnanber gu

UuterfdfjeibungSpuufte

bie

bilben.

bie reformierte ®ird)e öerboten.

tute bie SBttterlän&cr,

9ttan

mußte

audjj

toeld)e

ben 2lnfd()Iuß

9ftancf)e

Sftennoniten,

feftfefeen,

Ratten eine 2lrt Horror bor folgen

nur gtoifcben (Sfjriften unb UnTriften unb Triften trennenbe

©djriftftüdfen, loeldje nicf)t

gläubigen,

fonbern

ßinien gogen.

2>a3

audfj

"damnamus"*)

im £rtbentinum unb "damnanft u.

f.

)

m. in ber&ugnftana, ebenfo bie

atte ®efcer u.

-

alle

f.

io.

Slnabaptiften

fdfjarfen fonfeffionetten

ßanbe machte fie mißtrauifdfj gegen fdfjarfe bogmattfdje Seftimmungen. üDMt gangem £>ergen umfaßten 1555 in Straßburg gegebene (Si'ftärung ber bie fie niemanben toegen 2tn= ©tynobe ber fübbeutfd)en Xäufer, fixten gu öerbammen, an toeldfje ©Ott nid)t au3brücflid() bie 3tt»tflctm eigenen



*) SBir »erbammen.

t) Serbantmt fmb.

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-

28



3)arum mar Ujnen 2Renno Simon bag fie eS burdjauS nicf)t leiben wollten, na$ feinem Tanten genannt gutoerben. Sie nannten fidj lieber „Xaufgefinnte" 3)oopS* Seligfeit gebunben

mit

fjätte.

feiner feftarfen Sßolemif audj fo unfnmpatifcfj,

gefinbe





,

freiließ,

fie fd)Iießlidfj

greiflidfj.

ber ftrdj ticken Serflad&ung

föid&tiger

an&eim

fielen, ift be*

gingen bie anbern barin, baß

getoiffe Slotmenbigfeit

$aß

Begegnung.

eine fe&r infjalilofe

eine

fie

für bie 2luffteHung bon ©laubenS*

2)aß biefelben trennen,

befenntniffen gelten ließen.

ift

ja

im SBefen beS (Sfjri* ftentumS begrün bet. Slber iljr erfter 3to«f ift bo# ber, gu berbinben unb gu einigen. Sdjjabe ift eS ja, baß bamalS unb aueb Ijeute bie£rennungSlinien oft gu eng unb gu fcfjarf gegogen mürben unb merben. 2)aS ältefte gebruefte ©lau* benSbefenntniS mürbe bon ben genannten ßübert (Berits unb #anS be föieS berfaßt. ©S erfdjien 1581 in 40 Strtifeln. ©in toeitereS entftanb 1591 gu ®öln unter ber Segeidjnung 1627 erfdjien ein anbereS gu Slm* „baS Kölner ßoneept." „$er £)Igmeig." 3m 9)iärtn* fterbam unter bem Xitel: rerfpiegel finbet fidfj fobann eines o§ne 3af)reSangabe, baS 25aS bebeutenbfte {ebenfalls audfj auS biefer 3^it ftammt. mürbe baS 1632 gu $ortredjt, in 18 Slrtifeln abgefaßte, baS Öter Don ben älteften unb ßebrern bon 17 ©emetnben, mei* nidjt gu üermeiben,

benn baS

liegt ja

ftenS flämif^er föidjtung, untergeid&net



mürbe.

ic

beobachtet.

ftdj

unb Staat ftimmt (Sehr

unb 3eit ftdj

auf

bie

nicht geringen 3ntereffe fo

Drbnung

eine

gfreihettSbetoegungen bollaieljenbe

Trennung bon

neuere

£iftorifer,

Sttenno

©efinnungSgenoffen feien in biefer

um

300

nun

ihre

tljätigften

ben^toang

ber

ber

Sßölfer ftirdfje

mit ihren bornehmften ©runbfäfcen.

fagen ja

offen

feine

ja

Sinn hatten bie fcfprochenen

Wxt einem

Enbe.

Simon

£infla

erpreßte.

ßanbftänbe in§ Littel, berflagten Jasberg,

auc§ bie SWennoniten in einer Eingabe an ben

ba§

föchte

Sicffrtpt

befonbern



unb Berhältniffe fchüberten unb üerfidjerte ben Sttennoniten

Sßribilegium

bie

Erhaltung

ihrer

gerrtfj

in einem

bisherigen

Freiheiten.

13.

Eine neue ©cfaljr brohte ben (Semeinben einige 3ahrc fpäter burch ba8 energifche Vorgehen ber Regierung gegen bie Socinianer, bie

wiefen. fertig,

fich

weit

in Sßolen

Verbreitet

hatten.

Würben fie 1648 be3 £anbe§ öer= Eifrige ®taatähtamte unb ©eiftliche waren fdjnell

3ahre lang

gebulbet,

bei biefer (Gelegenheit auch

aber

bie

Ebtft

2Hennoniten angu= bc8

greifen.

S)a

ihnen in

ieber 23e3iehung Religionsfreiheit

jeben Singriff auf

erfchien

fie

ein

Königs,

ba§

gewährte unb

berbot.

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— $er einen



73

im Saljre 1676 inbem er auftrat unb i&re gänglidje

^omramfle»

8Biit06)ie tion

Singriff auf

fanatifdjen

madfjte

bie ÜWennoniten,

auf ben ßanbtagcn gegen fte Vertreibung burdjgufefcen öerfudfjte. Ratten

9ftennoniten

bie

3n

biefem

Safjre

SBerbern fotme aud)

ben

in

bie

unb Über* 2)er Sßoimobe bertrat nun fdfjtoemmungen fdjtoer gelitten. bie 2lnfidjt, bafe ©Ott fold&e ftataftropljen über baS ßanb bafür bedangt fjabe, ba& bort fo Diele $äretifer toofjnten*

anbern

bort

2>angig

namentlich

gelang

unb

fo

215er

2)eid)brüdje

burefj

begeidfonete er

ben

iljm,

faf)

nun

2Bof)nenben

Slbel

al§ ein

für bie Sttennoniten

e3

9?eft ber ®efcer.

auf feine 6eite gu bringen,

traten bie Vertreter

gefäfjrlidf)

reeijt

au3.

üon 2ttarienburg unb an»

unb erflärten bie 2ttennoniten fie ein fromme ßeute, toeldje ifjrc ßänber gut in ftanb hielten, bei $>eid)brüdjen unb bauten fefjr toertboHe 3)ienfte unb fo bem eidje unb $ämme am £aff, bem 2)raufenfee, ber SBeid&fel unb 9iogat, fer* ertoäljnten Sdjufebriefen



ner burdj ba§ Peinigen be§ S3oben§

öom ©eftrüw unb

getoinnreidje ^Bearbeitung begfelben al§ ein

3a,

25et)ölferung§elcment erliefen Ijaben.

tounben,

fie

bem ßanbe

fjaben

i§n fonft niemanb in

folcf)

feljr

bie

toertöoflc£

Reifet e3

unum=

einen $tenft geleiftet, tüte

öorgüglidjer 2lrt §ätte gu leiften

üerftanben. 16. @tnatlt(|e

9ttHU

toerben if)nen

@ie

Stiftungen gemäljrt.

barum auf ©runb im SBcfife

gunäd&ft

füllten

iljrer

iljrer

Unter ©üter unb alten ©etüoljnfjeiten bleiben bürfen. fdfjeint man einmal tßrcn trabitto* neUen 23eruf a(§ ßanbmann unb bie 2lrt unb Seife iljrer „alten ©etooljnljetten"

religiöfen

Übungen üerftanben gu

felben fo toeiter pflegen

burdj bie

Seprben

Allgemein jebod)

fjaben.

a5I toeitljergiger

©benfo

ift

3m*

geworben*

mer größer toirb bie 3a§I berer, toeldje Ijöl)ere ßeljranftalten begießen unb niamit fallen meljr unb meljr bie bürgerlichen unbgefellfdjaftlidjen ©djranten, toeldje

big bafjin ben

©emeinben

ftanbeg getoä^rt Ijaben; bie

Aufgabe,

ertoädjft benfelben

t§rc ©lieber meljr auf

fidj

fdjer firdjltdjer

eine mefentlidje icflung ber preugifc^en

(Semeinben eingetoirft, obgleich

an

biefelbe noch nicht angefdjjloffen

ftogenten

an ber Uniöerfttät gu Berlin; bann auch

baburdfj,

bag

fte

paffenben Borbereitungfd&ulen für baS UntberfttäiSftubium

3n

mit ©elbbetträgen gu £ilfe fommt. fie

armen ©emeinben

Sßrebigern gu

helfen, gu

fommen unb

*toaifen unterftüfeen.

ber ÜDlennoniten

britter ßinie toiff

fachmäfjig borgebtlbeten

auch arme Sßrebigermttttoen

SBeiter

miH

fie

unb bereu Borfafjren

unb

bie auf bie ©efdjidjte ftc^

begtehenbe Bitte*

ratur unter ben (Semeinben Verbreiten unb bie Ausarbeitung

unb

Weiterer eigener Schriften auf biefem ®ebiet anregen förbern. ftanb,

2öie wichtig biefer Sßunft

erfdfjetnt,

geigt ber

Um*

ba& behufs Sßrüfung eines ßeitfabenS ber mennoniti* für Schulen unb gfamilien eine S?ommiffton

fdfjen ©efchidfjte

Geologie unb ein Uni* $ie beigetretenen (Semeinben

efngefefct tourbe, ber ein $)oftor ber

VerfitätSprofeffor angehörten.

gahlen iährltche Beiträge.

fammlung

(Sine jährliche (Seneral

ber fd^tpäd^t biefelbe baS Bertrauen gu ihr

Von irgenb

*

btlbet bie hoffte 3nftang ber Bereinigung.

toeldjjen

Ber* ßei*

baburdj, ba&

fie

BefenntniSIinien abfielt unb fold&c @le*

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113

mente tonangebenb fein lägt, .

toeldfje

bag mennonitifdfj ®on*

öon trgenb toeldfjen ©laubeng* wollen. @ä mad&t ftd) nämlidf) in

fefftoncHc in bölliger Srct^ctt

normen aufgeben

laffen

ben norbbeutfdfjen ©emeinben eine augenfdfjeinlidf) famjxttljifiert,

ba3 ©öttltd^e im greifltdfj,

berung mit

2ftenfd)ltdjen fudfjt.

folcf)

flauem SBefen

felben bie a£ ben Vorfahren eigentüm*

3"^örffl^ogene, ©infame unb ©olibe in ihrer

gangen Lebensführung er»eift

ftch

auch

f)\tx

für bie hcran=

»achfenbe (Generation als ein ©tücf, baS nicht ter gebilbet

$lud)

ßetber bürgert

öiel »eltlicher

ein,

©e*

»flehentlichen

finbet

ber flirdjüchfeit

immer »eiteren Greifen

übliche

Slrt f.

SBohl in allen Kirchen SBon einem »eiteren

»erben fann

unferer 3*tt*

Slucg

bie

bei ber flachen

preufiifchen

leicht

wei-

ßebenSauffaffung

-äftennoniten

»erben

baS ins 20. 3ahrhunbert herüber gerettete ©rbe ber SBäter nicht ohne »ahre Selbftberleugnung feftguhalten öermögen.

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116 60.

8cim 3üge

liefen

notieren

bie

©efd&tdjte

BefonberS

totr

bcr

preu&ifdfjen

eigentüm*

folgenbe

berfelben:

baßfU nidfjt nur al§ arme glückt* ßanb famen, fonbern teiltoeife Ijeretn gerufen

2)en Umftanb,

1.

Itnge in§

um

tourben,

toüfte

ßänbereien urbar gu machen.

ber Kultur

als Sßtoniere

bung, ein 3ug,

SljrSöert

berfdjaffte iljnen ftaatlic^e 2>ul*

tote er §tcr

gum

erftenmal in ber menno*

borfommt. Xüdjtigfeit im ßanbbau, berbunben mit

®efdf)id)te

nitifcf)en

2.

über

ftüftlil

9ftennonüen

SDiefe

ber föeligiöfttät

unb

toirb bie

€>ittlicfjfeit,

@on*

toeitgeljenben Söorredfjten, toeldje iljnen eine ftaatlidfje

3n

berfteflung einräumen. iljnen biefelbe berbürgt.

$reu&en3 fenbienft.

befonbern ner in

(£3 beranla&te biefer Vorfall nalje

-

gufammen gu bauen unb

tooljnen,

5ßreufjen

ernftlicfje

bie 5lnftebrer

nidjt toett auSeinanber gu

ttma jeber auf feinem ßanbgut, Ijer

ßeben§gefa$r*

auf ber 3nfel, tote fte eS

öon

getoofjnt toaren.

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IV.

2)tc

firdjltdjcn^uftänbc 6er erften^ett 18.

Sraurtßc

Kim«.

Slnfiebler befanb S)ie

faffung*

fld)

3)a$

fird^Itc^e

geben ber neuen

in ber erften 3cit in traurigfter 25er*

Spannung

gnrifdjjen

ftfd)en föid&tung entgtoeite bie

ber flämtfdjen

©emüter bis gur

unb

©nttäufd&ungen unb UngiücfSfälle erfüllten öiele mit brufc

unb

Sitterfeit

unb

Diel gu toenig ftrebte

frie*

tJeinbfdfjaft;

man

SSer*

nadj ber

toeld&c audj in ber Xrübfal fröb* einem ber Dörfer tomrbe fogar eine ©djenfe too ftd) bie llngufriebenen beim ©djnapS öerfam*

innern £ergenSüerfaffung, lidj

madjt.

errldjtet,

3n

weiten, aber audj in fo

fjifcige

eS gu einem Sttorb fam.

Streitigfeiten gerieten, bafr

Unb

Glaubens toiHen auSgemanbert

bodj fein!

tooHte

man um

beS

^amentlid^ gegen bie

öiel -Weib unb ©aß. fidf) balb allgemein @ie tourben öon ber Regierung anfänglich bagu angefteHt, Hnorbnungen unb S3efeI)Ie gur allgemeinen Kenntnis gu bringen unb bereu 2luSfüf)rung gu übertoadjen, baS ging $a fie nun aber nidjt immer ofjne eine getmffe ©arte ab. aud) S3rüber in ber ©emeinbe toaren, fo befdjuibigte man 2(ud) im fie ber Verleugnung mennonitifdjer ©runbfäfce. &el)rbienft nafjm man spartet für fie unb gegen fte. 33i3

deputierten fanb

öor bie Dbrigfeit

$ie

friefifdjen

ging

man mit

©lieber fammelten

gegenfeitigen Slnflagen. fid^

fälie&Iidj

gu

einer

eigenen ©emeinbe, bie aus Sßreu&en einen Slteften erhielt. Slber auc§ fo trug

©S

festen,

fie

nid&tS

gum

allgemeinen grieben bei.

al§ fofften alle nötigen religiöfen (Smpfinbun*

gen einem leibigen Sßarteimefen

gum Opfer

fallen.

19*

Sie C4ra§ au§ $re«&tn. 3m 3. 1790 ioar gemäß Slnorbnungen auS Sßreu&en einer ber Sßrebiger, 23el)renb Renner, gum tlteften gemäblt unb öon Greußen gegriffen

(134)

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— dr

au8 beftätigt toorben. Xaufe in föufjlanb, gu

boffgog bie erfte mennonttifdje

(Sljoriifc,

geicr i§m brei

toeldfjer

paar neue ©tiefei bereiten. Kird&e in



135

(£r betrieb nodj

Srüber

ein

ben SBau einer

unb

toogu jeber SBirt gtoei ©tücf £olg

®ann aber rief ber £err i§n ab unb fünf föubel Vergab» nun ging eS balb fo traurig burdfjeinanber, toie nodj nie* 2ttan toä&Ite gtoei Sltefte,

annahm,

ber anbere,

Don

toeldfjen

$aüib

ber eine ba8 2lmt nid&t

(£pp, folgte

bem

Sftufe,

ijatte

aber nur ben fleinften £eil ber (Semeinbe auf feiner Seite,

unb bamaiiger Unefjrlidfc unb Betrügereien befdjulbigte. 3n ben ©emetnbe* beratungen fd)rie unb lärmte man fo, ba& Diele SBrüber gar

toäljrenb ifjn ber anbere früherer* feiten

mefjr Eingingen,

nicfjt

lieber biger,

(Srnftlicfjer

na* Greußen unb fidj ifjrer ftd&

ben, ber ifjnen erflärte

f\

unb 3o$. (SornieS, toibmeten bem unb intetteftuetten (Sebexen unfereS

2öiebe, Sßeter ©dfjmibt

lanbmirtfdjaftlidjen

SoHeS

üiel 3eit

einguernten.

unb ßraft, o$ne

(£rft foäter

$at

man

freiließ biel iljre 3ttül)e

fcanfbarfeit

getoürbigt.

Cttftief toar als öteljäljrtger SBorflfeer bcö lanbtotrt*

Vereins ein 2Jtonn bon Ijerborragenber SBebeu*

fdfjaftlidjjen

tung*

3m

3af)re 1805

fiebelte

er,

alg 16jäljriger

3üng*

Iing mit feinen Ottern au§ Greußen gefommen, in Drloff an

unb

erlebte fo bie

ärmltdfjen SSerljältniffe ber erftenSeit.

23alb aber öerftanb er e8, arbeiten*

@r naljm

entftanb.

©tcr madf)te

ftd^

nadj jeber (Seite §in emporgu*

ßänbereien jener ©egenb in tyafy unb legte eine eigene 6df)äferei an, au8 ber eine ret* genb gelegene Sßlantage an einem Slüßdfien, bie 3ufcfjanlee,

unb

bie toeiten

er allerlei SSerfudjje

mit ber Boben*

gangen Kolonie nüfcten. S3on ben Äulturaufgaben ber SWennoniten in föußlanb fjatte fultur

SBiefjgudjt,

3bee*

er eine Ijolje

n>eld)e ber

@o

bilbete er felbft

ten härteren junge ßeute gu ßanbtoirten

bann gu

iljrem

SSolf gurücf.

(gbenfo tourben auf feinen

föat 3ubenfoIonien angelegt, in

mennonfttfd&e 2ttuftertoirte

bie

3uben

Bauern

gu bienen*

gu

gäfj

am

üon ben benachbaraus unb fanbte fie

beren 2ßitte

nieoerlteßen,

um

ßeiber mißglüefte ber

6djad&er fingen*

ftd|

tüd&tige

ben 3uben

al$

23erfud(j,

S3efonber8

ba

f)of>c



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146

— um

Hebung be3 Sdjul* unb Steifen tn£ $lu§Ianb gute ^enntniffe angeeignet unb mufjte mit ben hohen ruffifdjen Beamten entfprechenb gu öerfehren, fo baft Verbienfte ermarb

ftdj

(£ornie8

(Sr felbft hatte

toefenS.

ftc^

bic

burdj ßefen

bie ©lieber be$ SfürforgefomiteeS gern feinen föat einholten»

$aifer

Sllejanber

maren

feine ®äfte,

Autorität gu

toeit

unb Slleranber IL aI8 S^ronfolger

I.

ßeiber öerfudjte er bie ßinien feiner

unb auch

gu gießen

3m

bältniffe lettenb eingugreifen, bie

Kolonie biel gu

gum ©ouberneur ein

23auer,

gelehrte

föeifenbe

ihn: „ (SornieS ptte ba8

gehabt, aber er

mennonitifd&er

$er

öerbanfen,

b. #afljaufen bemerfte über

in bie firdjlidjen Ver=

gangen jebod) hat ihm

ber

toill

3eug

meiter nichts fein als

fein

Staffen gu tragen, nicht brechen miü\"

£aufgelübbe, feine @r ftarb 1848*

33.

$ie

»ertottttttna Her

ben ber 2ttennoniten

felbft,

SMonit lag

forge^omitee in Dbeffa, melcheS

rium in St. Petersburg

gunädfjft in

ben

bireft

bcrfefjrte.

mit bem

3n

2ftinifte*

biefem Komitee

ftanben 2Wänner, toie ber Staatgrat ®ontentuS

ben -ättennoniten fehr günftig gegenüber.

£än*

bem gür«

ftanb aber meiter unter

unb £ahn,

2ln ber Spifce ber

Kolonie ftanb ein fogenannteS ©ebietSamt, beftefjenb aus angeftefften Schreibern

unb einem Dberfdjulgen,

ben Vertretern ber eingelnen Dörfer

gemäht mürbe.

ber

bon

2ln ber

Spike ber Dörfer ftanben Sdjulgen, meldje bie $orfSber= fammlungen gu leiten unb auf Orbnung gu fefjen Ratten. 3Wanc^e Angelegenheiten Ijatte jebeS Sorf für fid^ gu orbnen,



fo

ben Birten, ben ßeftrer u.

f.

m. anguftetten, baS

Sltfer*

lanb gu berteilen, für Verarmte gu forgen u. f. m. 2)aß eS bei Verljanblungen über biefe fünfte oft gu fehr lebhaften Debatten unb auch Reibungen fam, lägt fid) leicht benfen. Sehr mißlich mar es auch hier, ba§ ÜDknnoniten in ihrer

Stellung al§ SBeamte gegen anbern 3ßennoniten obrigfett*

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— 147 — öoraugeljen Ijatten, Söiberfoenftfge mit ©efängntöljaft

ltdj

belegen mußten, ja fd^cn

fogar aur Sßrügelftrofe griffen.

3tot*

bem mennonitifd&en BefenntniS unb ben gegebenen gab e3 ba

SSerljöItniffen

peinlichen

bie

oft gar nidfjt befriebigenb löfen liegen.

merften e§

unb

bie Sßrcbiger

audf)

ftonflifte, toeldf>e fid&

BefonberS übel ber*

Sllteften,

toenn ein ®e*

meinbebruber ioegen eines 33ergel)en$ auf betrieb ber men* nontttfd&en SBorgefefcten geprügelt nmrbe. (Sie madjten lefc* leren barüber feljr nadf)brütflidfje Jöorftellungen. ©iner ber älteften,

^amenäSBienS,

Ijatte

rat £at)n gu öeranttoorten.

baß fogar

er

fagte iljm

fdfjließli(i),

als ©eiftlidfjer auf feinen Sefefjl an. einen

©djulbigen bie 6todffdf)läge gu energifdj aber erflärte 2Bten8,

fehlen

barüber bor bem iefer

berabfolgen

baß

tteit|tL

$urd(j bie Verteilung be8

jebe

Familie gu einem

$a§

ermieS

fidf)

als

nidjjt

Sßriöatbefife

genügenb,

öon

um

ßanbeS gelangte 15

Statinen.

bie öielen

neuen

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160

2(u§ga&en für einzelne Sßofjnungen u. f. m. gu befreiten. 3)agu fam eine Diel fdjnellere Vermehrung ber Vebölferung balb

gingen baljer bie toirtfdjaftlidjen

als früher.

€>eljr

Verhältniffe

ber ßeute gurücf

Itcfjen,

bajjer

gebiet

unb

teilmeife aud) bie

fitt*

8ie boten baS Komitee, man möge ibnen ein größeres ßanb* anmeifen unb burdfj bie Vermittlung bon Soft. (SornieS fobag

tüurbe

fie

ihnen

einen Übeln

in

üon

meftlianiel unb bie Offenbarung öer* faßte, in ber er bie gefamte ßfjriftenljeit als bem SSerberben anljeim gefallen erflärte unb anfünbigte, baß in ben nädft* ften Sauren ber #err fommen merbe, um fein 9ftctd& gu öollenben unb baljer fei e3 bie Sßfiidfjt feiner toentgen magren tinber, aU feine S3rautgemeinbe nadf) bem in ber Dffenba*

fcon einigen Sßrebigern

toon

toeidfjen

rung ernannten S3ergung§ort ju Pulten. 3)erfelbe fei aber niann aber fiel ba§ bortige föaubgeftnbel über fte fjer, beiten.

fdjlug

iljre

Käufer

ein,

unb

na§m baä

3öertöo0ftc mit, trieb

grauen unb 9ttäbd)en Einige Statiner würben fogar erfdjlagen unb entführen. anbere öerwunbet 3n Dielen gaffen fjätten bie feigen bie

Sßferbe

fort

wollte

audj

Kotten mit einigen $eitfd)enl)ieben üerjagt werben fönnen,

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200

aber bic Slnfiebler Blieben hier ihrem ©runbfafc

bon ber

unb fahen oft ruhig 3"/ »enn bie £urfomanen Giften unb ^örbeauS* raubten« 2tud) hier tourbe bie Sage eine bergtoeifelte, unb Diele famen gu ber (Sin ficht, baß fic eigene Söege gegangen feien, unb fo nahmen fie gerne bie $anb ber£ilfean, toelche ihnen bon amerifanifdjen 33rübern geboten mürbe» Sin 30 Sfamtlien blieben jebodj in (Shitoa unb liegen ftd^ in einem bem (Sfyan gehörenben ©arten nieber, ©pp blieb bei ihnen unb berftieg fleh gu ben überfpannteften Sßhantaftereien; er SBehrlofigfeit bis auf ben Sudjftaben getreu

toollte

lebenbig in ben

Gimmel

toollten 5tcr bei

M

toeiter giehen.

ßcfetereö hat

3hrc ßage

fahren

S)ie guten

2C.

ßeute

SHtetMeH einige 3ahre raften unb bann fid)

jebodj

noch nicht machen

ßehmtoänbe be§ ©artend ftnb nachgerabe Verfallen unb bie Slprif ofenbäume abgeftorbem S)er S3oben ringsherum befteht au§ €>umpf unb 6anb unb muß fünftlidj betoäffert »erben* @ie haben laffen.

fümmerlich.

ift

3)ie

gufammen an fünf 3)eSjatinen gutes ßanb gu Kartoffel* unb ©emüfebau, müffen bafür aber Ijolje Sßacht gahlen. 3m 3ahre 1899 toaren es 37 gfamilien, bie bort toohnten* 6ie Raufen gufammen auf einem £of in niebrigen, unge* funben ßehmhütten. 3Ijre 6eelengahl betrug 140, auf bem 2)a8 enge 3ufammenleben ift für bie Kirchhof lagen 132* Sugenb Ijödjft nachteilig. 2>a§ SSolf beS ßanbeS ift fittlich $ie Slnfiebler öerfaufen ihnen £anbar* tief berfommen. Betten Xifchler* unb 6tricfiüaren,



83. *Radjtoirt.

elbftben)u§tfein rächt

eigener

©dfjtoachheiten*

SluSgugSgemeinbe in fie

auch nicht

fotlen

uns

lehrt

Elften

untereinanber bie

ftch

ein

füllte,

bem

richtige

war

biet

halb fo

ES

©lieber ber

gegenüber, baft

abbrachen.

toelche

2.

auSgubehnen,

ift

überaus

um

SBir

3)a£

ben eigenen Erfennt*

Ein Ehrift hat

3.

SBöfen in ber 2Belt, 4.

bie

ftch

fdjjarf

aburcfj

fad&e gu einer toef entließen

toiffen

toottte,

eS entmitfelte

fidfj

fam

n)0

man

mürben nun

tenbem Vermögen gelangten ftd&

junge Gräfte, meldje ffefften

früfjer

bon

SRifftonSfefte

3n

fo ettoaä

gefeiert

eine rege Opfertoittigfeit für bie Slot

ber $eibentoelt, befonberö aud) bei

gur Verfügung

e3 in ber 2ftiffion3*

Verjüngung unb Velebung*

allen (Semeinben, audfj ba, ntdf)t3

30 3a&ren

Saljre 1881 feßrte -ättiffionar

bon ©umatra gurücf unb übernahm ba3 ätlteftenamt©emeinbe gu ©nabenfelb unb ben Soften eines

SWifflon8reifeprcbiger8.

unb

ben testen

in

ift

3m

fc^r erfreulich getoad&fen.

an

man

fjatte.

fidt>

unb

mannen

(Sutöbeftfeer*

ber gu bebeu*

©benfo fanben

bem fjeiligen SBerfe Varmen, (Sfjrifd&ona unb

perfönltdj

in

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— 203 — in

#oHanb

3m

für

ben

gangen haben

2JMfjton3bienft

borgebilbet tourben.

©enteinben an baS tauf« geftnnte 2ßiffion8fomitee in Slmfterbam angefdfjloffen unb fid&

bie alten

Sauren bortoiegenb mit rufftfdjen 3m 3afjre 1888 ging 9ttifftonar Riffel naef) (Sumatra; im 3afjre 1889 Sttiffio* nar 2Biebe auch nach Sumatra. @r legte eine neue Station Bei -ättuari Sipongi an. 3m 3a§re 1888 ging 2JMfftonar ®r heiratete eine £oorgfalt unterhält. gugetoenbet toerben. ©ine tfjeologifd&e £efjranftalt toirb fefjr entfd&ieben angeftrebt. Sungen ßeuten, toeldfje mit ifjrem eines jeben fcf)aft

pflegt

6taatSbienft

nodf) nid&t

im reinen finb, toirb öom fttixattn Trauung bertoeigert, toeldje im af*

abgeraten, unb folgen bie tiöen SHenft fteljen,

Vergnügungen,

um

meldfje

follen nidfjt erlaubt fein fdjerge,

fo nid&t

gegen bie ©efefce gu öerfto&en*

einem ^eiligen ßeben gutoiber finb,

— als

ftartenfpielen, Sßolterabenb*

unanftänbiger ©efang unb unpafTenbe 2)eflamatio-

nen, fangen unb baS Abfeuern öon gefdijloffene

S3rüber follen

in

(Sdfjiejjgetoetyren.

feiner

5iug s

©emeinbe Slufnafjme

Befonbere ©djttnerigfeiten machen ber Sfrmfereng

finben.

bie firdf)licf)e SBerforgung ber Qünglinge inbem eS namentlich oft rcd&t fdjtoer ift, ber fird(jltcf)en unb bürgerlidjen 2)iScipIin bie ridf)*

bie gorfteten

unb

auf benfelben, gö)ifdf)en

tige Jßinie feftguftellen.

fereng

9ttan

fiefjt,

mie rege

fid)

bie fton*

mit ben Pflichten ber 6elbfterfjaltung ber ©emeinben

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— 205 — unb

befdjäftigt

jüngung

tote

in ihr eine hoffnungsreiche Ver-

fldj

ftrchlieher Sntereffen

Sahn

Dffigiett gehört

brtd&t.

bie SSrübergemeinbe ber SunbeSfonferenj noch nicht an,

86,

$n8

@djitl*efeit lag bis

um

1870

gan$ in 3. 1881 ging

fo siemlicfj

3m

ben Rauben mennonitifcher Beamten.

feine ßeitung jebodfj in bireft rufftfdje 2luffid)t über.

unb

ber beutfdie

religiöfe Unterricht toirb

3n

trauengperfon ber ©emeinben übertoadjt.

unb

9lux

bon einer

23cr-

jebem 2)orf bon einem

(Sfjutor befinbet ftd^ eine SBolföfchuIe, toelche

öorgebübeten ßehrer geleitet

fad&mäßtg beutfd&er

unb

©d&ulbefuch

ift

3)ie

toirb,

Unterricht

obligatortfch bei alten

14. ßebenSjahre.

100 Schülern.

Sprache

ruffifcljer

melier in

$er

erteilt.

SHnbern bom

einzelnen (schulen

7. bis

big $u

Söhlen

2ln einigen berfel&en finb auch fdfjon neben

ben beutfdjen ruffifdfje ßefjrer angeftellt unb ba bie 2lnftel= lung ber ßehrer öffentlich in ben £änben beg rufftfdfjen 3nfpeftor8

liegt,

fo

fte&t eine

©rtoeiterung biefer (£inrich s

tung in 2lu§fid)t. 2)ie ßetyrer an ben Sßohnung, ©artenlanb unb ettoa 500

haben ©ehalt per 3ahr. S)ie Schürdt im 3ahr betrögt 8 Monate, ftür höh^e 53ilbung forgen (Sentralfdjulen mit einem 3jäh s rigen unb für bie fpegielle £eranbilbung Don ßehrern ein

$abagogium mit einem

2)orffcfjuIen

Sftubel

noch gtoeijährigen $urfu3.

2Iuf

bem beutfehen Unterricht eingeräumt, fo ba& beutfehe 6prad(je unb ßittera* tur, ebenfo btblifche ©efd&ichte, Bibelfunbe unb SHrchenge* beiben Schulen

fliehte in

ift

einer,

ettoa ein drittel ber 3^it

beutfehen

getrieben »erben fann;

3toeige.

S)ie

ßehrfeminarien ähnlichen

ebenfo

ßehrer an biefen

bie

fpegieff

(Schulen

finb

minarien unb Uniberfttäten 2)eutfchlanb3 unb ber fcorgebilbet.

Manche unter ihnen,

Unruh, hoöen

ftch

bereite

lote

2lrt,

päbagogifchen

auf @eSdfjtoeia

ßen^mann, ^eufelbt,

grofee Serbienfte

um

bag Schul*

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— toefen ber

an



206

Volonte ertoorben*

Sludj

biefen (Schulen toirb teitoeife

bcr rufftfdje Unterricht

Don mennonitifchen, auf

ruffifdjen Uniberfitäten öorgebilbeten Gräften, erteilt,



fo

tum 9ieufelbt in (Shortifc, 3Tn ©ehalt begießen biefe ßehrer jährlich bon 1000—1200 ftubeL 2ln allen ©djulen finb (Sttyenbien für arme (Sdjuler eingerichtet, toelche ftdj burdj bie Benufcung berfelben nur öerpflidjten, ber Kolonie ettoa 6 Safjre al§ ßehrer au bienen. 2Ber ben ®urfu3 ber $ofy fdjule abfolüiert, gewinnt baburd) Vorteile bei ber Slblei* ftung be§