Die germanischen Todesstrafen: Untersuchungen zur Rechts- und Religionsgeschichte

Vorgelegt in den Sitzungen am 6. Mai 1911, am 1. März 1913 und am 6. November 1915.

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Die germanischen Todesstrafen: Untersuchungen zur Rechts- und Religionsgeschichte

Table of contents :
Einleitung 1
Abschnitt I. Privatstrafrecht S. 7—22
Abschnitt II. Die öffentliche Todesstrafe im allgemeinen S. 23—86
Abschnitt III. Die todeswürdigen Missetaten im öffentlichen Strafrecht S. 44—64
Abschnitt IV. Die todeswürdigen Missetaten (Fortsetzung) S. 64—86
Abschnitt V. Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs S. 86—131
Abschnitt VI. Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs (Fortsetzung) S. 131—164
Abschnitt VII. Anwendung der öffentlichen Todesstrafen S. 164—174
Abschnitt VIII. Anwendung der öffentlichen Todesstrafen (Fortsetzung) S. 174—198
Abschnitt IX. Sakraler Charakter der öffentlichen Todesstrafe S. 198—221
Abschnitt X. Sakraler Charakter (Fortsetzung) S. 221—236
Anhang. Bildliche Zeugnisse S. 236—415

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l

Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Philosophisch

-

philologische und historische Klasse

XXXI. Band,

3.

Abhandlung

Die germanischen Todesstrafen Untersuchungen zur Rechts- und Religionsgeschichte von

Karl

Vorgelegt

in

den Sitzungen

am

6.

V.

Amira

am

6. Mai 1911, am November 1915

1.

März 1913 und

München 1922 Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in

Kommiasion des G. Franzschen Verlags

(J.

Roth)

Inhaltsübersicht.

Einleitung.

und öflFentliche Strafe; verschiedene Meinungen über deren gegenseitiges Verhältnis Bedeutung des Hauptproblems für die Rechts- und Religionsgeschichte S. 4. S. 1 — 4. Methode der Stoffsammlung S. 6 f. Die Fragestellung S. 6 f. Friedloaigkeit







Abschnitt

Todesstrafen nach Sippenrecht S. 7

1.

und keltische Parallelen strafen nach Racherecht S. 20—22. Slavische, antike

Abschnitt

Vorkommen

Privatstrafrecht S.

I.

— 15.

S. 14

f.

7—22.

Der

, Verwandtenschimpf ' in den german. RH. 2. Todesstrafen nach Eherecht S. 15—20.





Die öffentliche Todesstrafe im allgemeinen

II.



S.

S. 7 3.

— 11.

Todes-

23—86.



2. Todesstr. nicht wesentlich von den Germanen überhaupt S. 23 27. Friedlosigkeit abhängig S. 27—30. Ritus der ^Todesstr. an Toten vollzogen S. 28 f., und an Bildern 29 f. 3. Das Todesurteil S. 30 32. 4. Die Vollzugsait Todesstr. von der Friedlosigkeit unterschieden S. 30. der Todesstr. im Urteil angegeben S. 32 35. Die Achtforrael S. 35 f. 5. Bei öffentlicher Strafe die

Ihr

1.

bei



Art der Hinrichtung gesetzlich bestimmt .Richten'

Formen

S. 40.



f.

6.

Die

öffentl.

f. Das Beachtung gesetzlicher

insbes. nicht durch das Vollzugsorgan S. 39

Todesstrafe unbedingt

S.

S. 41.

42 — 44,

in,sbes.

ursprünglich indis-

S. 43.

Abschnitt

44 — 48. S.

50

62 — 56, des qualifizierten Diebstahls

S.

56— Ol,

Reichsgesetze S.

Die todeswürdigen Missetaten Im öffentlichen Strafrecht S.

III.

Haupttaten S. nicht die Landfrieden

Terminologie

Mordes

SO- 40,

Arbiträre Strafgewalt auf junger Rechtsbildung beruhend

bei Volksjuatiz S. 41

pensabel

S.









S.

S. 44.

48— 60,

Abschnitt

Rügefälle f.



S. 48.

44—

64.

Nicht vorbildlich die fränkischen

Schon altgermanisch die Todeswürdigkeit des der handhaften Notzucht S. 61

— 64.

Die todeswürdigen Missetaten (Fortsetzung) S. 64 — 86.

IV.





Wesen des Neidingswerkes S. 65 - 67. Die drei .Haupttaten' Typen der Neidingswerke S. 64 f. Weiterer Kreis der Neidingswerke S. 68—78, insbeAllgemeiner Zweck der öffentl. Todesstrafe S. 67. sondere Tötungsverbrechen S. 68 f., Hehlerei, Unterschlagung S. 70, Grenzfrevel S. 70— 72, Mordbrand S. 72, der .Viehneiding* S. 72 f., Landesverrat S. 73, qualifizierte Heerflucht S. 73 f.. Päderastie S. 74 f.,



schädliche Hexerei S. 75 keltische

S.

f.,

Kultverbrechen

81-83, slavische

S.

83— 85.

S.

77

Verfolgung der todeswürdigen Missetaten S. 85 Abschnitt V.



Altröniische Analogien S.

78-80, griechische

Duplizität des Strafrechts S. 85.

S.

SO

f

Legitimation zur

f.

Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs

Methodische Vorbemerkung

Das Hängen

f.

Alter der

S.

86 — 131.

S. 86.

— 105.

Terminologie S. 87 f. Der Baum S. 88 f. Der Galgen S. 89-94. Der Strang S. 95 f. Das Verfahren S. 97—100. Das Hängenbleiben S. 100 f. Die Richtst&tte S. 101 — 103. Zufallsstrafe S. 103 f. Das Mithängen von Hunden S. 105. Das Erwürgen S. 105. 2. Das Rädern S. 106 — 115. Terminologie 106 f. Der erste Abschnitt des Verfahrens (das Brechen) mit Rad S. 107-109, mit Stock S. 109 f. Der zweite Abschnitt (das Aufs-Rad-setzen) S. 110—112. Zufalls1.

Andere Vorrichtungen

S.

S. 94.

87

IV 112 f. Der zweite Abschnitt mit andern Todesstrafen verbunden S. 114. Das Genickbrechen Das vermeintliche Rückenbrechen S. 114 f. 3. Das Enthaupten S. 115-131. Terminologie S. 115—118. Das Verfahren mit dem Schwert Das Verfahren mit dem Beil S. 123—125. Das VerS. 118—123; insbesondere die Richtstätte S. 121 f. fahren mit der Diele S. 125—127. Das Abackern S. 127. Das Halsabschneiden S. 127 f. Zufallsstrafe Das Aufspießen des Kopfes S. 129 f. Die Bestattung S. 130 f. S. 128 f. strafe

S.

S. 114.







Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs (Fortsetzung)

Abschnitt VI.

Das Zerstücken

4.

131—134.

S.

Jüngere Form (das Zerhacken)

Das Ausdärmen

5.

därmen

— 164. 131—133.

— 136.

Die anglonormannische evisceratio

134

S.

Das

f.

ältere Aus-

Zufallsstrafe 138.

ff.

138

S.

Zufallsstrafe S. 140.

f.

eiserne Jungfrau' S. 140.

Das Ertränken

8.

— 143.

140

S.

Das Aussetzen

9.

Bestattungsform 10.

Terminologie

144—147.

S.

In Schiff S. 144

S.

147—149.

S.

150-155.

Das Steinigen

das Gassenlaufen 13.

159

f.

S.

157

S.

Der Brandpfahl

155—158. 158

Die Bestattung

f.

S.

142.

Bestattungsform

S. 145.

Faß

In

S. 146,

Als Strafe und als Bestattungsform

S.

147

f.

Die

Abschnitt

zwar des Hängens

S.

Terminologie

f.

Das Verfahren S. 151— 154; Das Pfählen S. 154 f. Das Verfahren S. 155—157; insbesondere

S. 155.

S.

150

f.

Zufallsstrafe S. 154.

S.



161

— 163.

Das Schmauchen

Anwendung der

VII.

Räumliche Verbreitung

Vollzugsarten nur in

153

S.

164. Terminologie S. 158 f. Der Scheiterhaufen und die Hürde Entkleidung und Fesselung des Verurteilten S. 161. Die Asche S. 161.

S.

S. 160.

Varianten des Scheiterhaufens

1.

141

S.

f.

Das Verbrennen



als

f.,

Terminologie

insbesondere bei Markfrevel und in verwandten Fällen 12.

Formen

S. 140.

Zufallsstrafe S. 143.

f.

S. 149.

Das Lebendigbegraben

11.

142

S.

Singulare Formen 147.

S. 146.

Das Versenken im Sumpf

Moorleichen

S.

131

S.

(das Zerreißen) S.

f.

Vorbereitende Riten, insbes. das Entmannen als

Form

Ältere

Der Felssturz S. 136-138. Geschichtliche Beglaubigung S. 136 Die Nageltonne S. 133-140. Märchenhaftes und Geschichtliches

7. ,

134

S.

S. 131.

S. 135.

6.

Die

133

S.

Terminologie

S. 163.

Zufallsstrafe S. 163

öffentlichen Todesstrafen S.

— 170.

f.

164—174.

Engere (allgemein verbreitete) Gruppe

S. 164. Andere Rechten S. 164 f. Indoeuropäische Parallelen S. 165 170, und des Enthauptens und Verbrennens S. 166 f., des Steinigens, des Felssturzes,

S.

164



einigen germ.

165

f.,

Ertränkens S. 167 f., des Lebendigbegrabens und Ausdärmens S. 168, des Versenkens, Zerstückens und Aussetzens S. 169, des Radbrechens S. 170. 2. Zeitliche Unterschiede S. 170—174. Zeitlich verschiedene Gruppen S. 170—172. Zeitstellung einzelner Strafen S. 171—174. des

Abschnitt 3.

VIII.

,Distinctio

Anwendung der

poenarum ex

dem subjektiven Tatbestand Sklavenstrafen

bestand

S.

181

f.,

S.

175

Standesstrafen

öffentlichen Todesstrafen (Fortsetzung) S.

delicto'

— 182,

S. 182,

S. 174.



174—198.

Männer- und Weiberstrafen Judenstrafen

S. 182.



b)



Nach und Nach dem objektiven Tat-

Doppelter Einteilungsgrund S.

176

S. 174.

— 181,

a)

Freien-

182—198, das Hängen Diebstahlsstrafe S. 182—184, auf andere Verbrechen erstreckt S. 185 f. Das Radbrechen Mordstrafe S. 186 f. Auf andere Verbrechen erstreckt S. 187. Beziehungen des Enthauptens zu bestimmten Missetaten S. 189 f. Spätere Änwendungsfälle S. 190. Beziehungen des Steinigens und Lebendigbegrabens S. 191 f des Ertränkens S. 193 f., des Aussetzens, des Versenkens, des Felssturzes 198. Indoeuropäische S. 194, des Ausdärmens, Zerstückens, Zerfleischens S. 195, des Verbrennens S. 195 S.

,



Parallelen S. 198. Abschnitt IX.

Sakraler Charakter der öffentlichen Todesstrafe

S.

198—221.

Lex Frisionum S. 198 f. und anderwärts S. 198 — 200. Das Hängen als Ritus eines Opfers an den Sturmgott S. 201 204. Das Rädern ein Opfer an den Sonnengott S. 204 213. Das Ausdärmeu 207. Das Enthaupten ein Opfer an den Blitzgott und an Spezialgötter S. 207 215. als Opfer an die Baumseele S. 213. Das Lebendigbegraben als Opfer an den genius loci S. 213 Das Ertränken



ein Kultakt in der







Das Versenken als Opfer an den Sumpfdämon S. 216 f. Das Aussetzen als Opfer an den Meerdilmon Der Felssturz als Opfer S. 217 f. Die Steinigung als Opfer S. 218 f. Das Verbrennen als ÜberS. 217. gabe an den Feuergott S. 219 f. Sakraler Charakter (Fortsetzung) S. 221

Abschnitt X.

— 236.

Das Ausweiden und das Zerreißen in Bezug auf sakralen Charakter problematisch S. 221 f. — Allgemeine Merkmale: Die Zufallsstrafen S. 222 f Zaubervorstellungen an die Todes.strafen geknüpft Beteiligung der Dinggemeinde S. 225—229. Tabu des Vollstreckers S. 229 f., des Richtzeugs S. 223 -225. S. 2.30, der Richtstätte S. 230, des Nachlasses des Gerichteten S. 230—232. Zusammenfassung: religionsgeschichtliche Ergebnisse S. 232—234, rechtsgeschichtliche S. 234. Neue Probleme S. 235.



Anhang. I.

Richtstätten S. 236-273.



II.

Bildliche Zeugnisse S.

23G— 415.

Strafwerkzeuge und Strafvorrichtungen

S.

273—278.



111.

Ver-

278— 310. — IV. Das Hängen S. 310— 331. — V. Das Radbrechen S. 331— 338. — VI. Das p:nthaupten. A mit Handbeil S. 338— 343; B .nit der Diele S. 343— 347; C mit Fallbeil S. 347—351; D mit einhändigem Schwert S. 351 — 355; E mit zweibändigem Schwert S. 355 — 372; F verschiedene Szenen S. 372— 380; ü mit Messer S. 380. — VII. Das Zerreißen S. 380-384. —

schiedene Strafarten nebeneinander S.





Das Zerhacken S. 384-387. IX. Das Ausdärmen S. 387 f- - X. Der Felssturz S. 389. XI. Die Nageltonne S. 389. XII. Das Ertränken S. 390-31)2. Xlll. Das Lebendigbegraben und Pfählen XIV. Das Steinigen S. 393-397. XV. Das Verbrennen S. .398—409. XVI. Das „AusS. 392 f. VIII.









führen" zur Richtstätte

410-414.

S.





XVII, Die

Wüstung

S.

414

f.

Abkürzungen.

Ackerman J. Y. Furca = ,Furoa et Fos.sa' in Arcliaeologi:i XXXVIII Ancient Laws = Aneient Laws and Institutes of Wales usw. 1841. Andrews W. = Old-Time Puni.shments 1890. Bateson M.

Cust.

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1860.

Borough Customs, 2 Bde. 1904.

Baumstark Erläuterg. = Ausführliche Erläuterung des allgem. Teiles der (ierinania des Tacitus Brandt Fr. Forelscsn. = Forehi^sninger over den Norske Retshistorie. 2 Bde. 1880, 1883. Buchner E. = Das Neueste von Gestern I. II (1912). Cannaert J. B. Bydragen = Bydragen tot de kenni.s van het oude strafrecht in Viaenderen 1835.

1875.

=

Codex gallicus monacensis. Cgall. m. Codex germanicus monacensis. Codex latinus monacensis. Clm.

Cgm.

= =

Desmazes Döpler J. Einl.

=

=

Ch. Curiosites

Schauplatz

umständliche

— .

.

Tresor judiciaire de

France.

hi

Curiositc's des

Schauplatz der Loibes- und Leben.sstrafen, 2 Bdo .

historische Einleitung über den Criminal-ProceLi,

Encyclop. Rel. = Encyclopaedia of Religion and Folk-Visor = Svenska Folk-Visor frän Forntiden

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Aufl. 1748.

Ethics ed. by J.

Hastings IV

utg. af E. G.

Geijer och A.

.

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(1919).

A.

Afzolius,

3 Bde.

1814—1816.

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Grimm

J.

RA.

=

Deutsche Rechtsaltertümer,

1.

Auil.

1828,

4. Aufl.

diritto penale

I

1905.

1899.

Grundtvig Folkeviser = Danmarks gamle Folkeviser, 5 Bde. 1853—1890. Grundtvig Minder = Gamle danske minder folkemunde, 1. — 3. Saml. 1854 — 1861. Handli ngar = Handlingar rörande Sverigea historia. Anden Serie I 1864. Henderson E. Verbr. — Verbrechen und Strafen in England während der Zeit i

Edward

I.

1890.

von Wilhelm

1.

bis

VI His

=

R. Strafr.

Liebermann

Das Strafrecht der Friesen im Mittelalter 1901.

=

Ges.

Die Gesetze der Angelsachsen, 3 Bde. 1903

Lieber mann Wörterb. = Die zweite L Weist. = Luxemburger Weistümer,

Matzen

— 1916.

Hälfte des vorgenannten Werkes. ges. v.

Hardt

1868.

= Forelassninger over den Danske Retshistorie 1893 Schmidt = Meister Frantzn Schmidts Nachrichters inn Nürenberg

H. Forelaisninger

Meister Frantz

ff.

all sein

Richten,

her. V. Alb. Keller 1913.

Mogk

=

Menschenopfer

E.

Die Menschenopfer bei den Germanen

schaft der Wissensoh., Fhil.-hist. Klasse

Nedonchel

=

de

G.

lois criminelles

den Abhandlgg. der sächs. Gesell-

(in

1909). .

.

.

dans la

ville

de Tournai

(in

Memoires de

la soc.

de Tournai IX 1867).

hist. et litt,

Nordewier Nordström ÖWeist. =

Les anciennes

XXVII

= Neederduitsche Regtsoudheden 1853. = Bidrag den Svenska Samhälls-Författningens

M.

J.

Regtsoudh.

J.

J.

Bidrag

tili

Historia

I

1839,

II 1840.

Österreichische Weistümer, 11 Bde. 1870—1913.

Olivecrona

K.

= Om

=

Pertile A. Storia I'ollok-Maitland Poullet E. Brabant

Dödsstraffet^ 1891.

Storia del Diritto Italiano^

Hist.

=

=

The

V

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publ. per l'Academie de Belgique

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Poullet

E. Liege

Sebillot Folklore

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4 Bde.

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Sergeevic Stab.

=

K.

Lekcii

V.

i

Amira Der Stab

in der

=

=

=

Tacitus

Teut.

(in

der Zschr. Themis

Denkmäler

Thonissen

J. J.

Salique

loi

=

Organisation (in

III).

Teutsche Denkmäler, her.

= L'organisation

Batt, Babo, Mone,

v.

judiciaire,

Memoires de l'Academie de Belgique

Weber und Eitenbenz

1820.

le

droit penal

et la procedure penale de la

Gl.

des Lettres

XLIV

1852).

=

Etablissements de Saint Louis, 4 Bde. Viollet iStabl. Voigt M. Leges regiae = Über die Leges regiae (in den Abhandlgg. der sächs. Gesellsch. der Wissenseh. XVII 1879). Weist. Weistümer, gesammelt von Jakob Grimm I— VI (1840—1869). Weistümer der Rheinprovinz, I 1913, II 1914. Weist. Rh. Wrede R. = Die Körperstrafen bei allen Völkern ... bis auf die Gegenwart 1898. her. v. H. Knapp, 2 Bde. 1907. Zenten Die Zenten des Hochstifts Würzburg Zum ältesten Stratrecht der Kulturvölker. Fragen zur Rechtsvergleichung, Zum alt. Strafrecht



=

=

.

.

.,

=

gestellt von Th.

Mommsen,

beantwortet von H.

Brunner,

R.

Freudenthal

usw. 1905.

Einleitung. Es gibt kein Recht, wenn denjenigen, der sich ihrer

d. h.

Art

geben kann.

darnach trachtet,

den Übeltäter,

nicht assimiliert, von sich auszuschalten*).

wobei

dieses Ausschaltens ist die Strafe,

der Strafe das Ausschalten

nicht

die Gesellschaft

Ordnung

Eine nach der besondern Art und dem Malje

je

mehr oder weniger

bedingt, schneller oder langsamer vor sich

Hieraus ergibt sich ohne weiters die Wichtigkeit der Geschichte der Stiafe

für die Geschichte des Rechts.

Die Gesellschaft kann aber den Übeltäter ausschalten,

Wählt

diesen mittelbaren

sie

von „Selbstrache". als

Weg,

so sprechen

Energischer jedoch geht

Gesamtheit und

wir

sie

seine Bestrafung

wir, wofern die Gesellschaft ein Staat

ist,

wohl von „Selbstverteidigung" oder

auf unmittelbarem

sie

ihrem Interesse das Strafen

in

indem

oder gar nur einem bestimmten einzelnen Mitglied überläßt.

einzelnen Mitgliedern

ihren

in

die

Wege

Hand nimmt.

indem

vor,

sie

Alsdann sprechen

von „staatlicher" oder „öffentlicher" Strafe.

Die Wichtigkeit dieses Gegensatzes für die Geschichte nicht nur des Rechtes und des Staates, sondern auch der ethischen Vorstellungen weiter zu erörtern.

von

Stufen

Vielfach

der Selbstrache

nimmt man zur

ist

allgemein anerkannt und darum hier nicht

an, das

Recht

öffentlichen Strafe

sei erst

auf einer seiner jüngeren

fortgeschritten.

Theodor

Mommsen

glaubte sogar sagen zu dürfen: „der Fortschritt von der Selbstverteidigung und der Selbst-

zum Gesamtschutz und

rache

zur staatlichen Strafe

Indes wäre erst noch zu untersuchen, chronologisch

stand der Selbstrache Selbstrache

die Geschichte der

Menschheit"

voraussetzt,

in

der Art,

daiä

sie

bestimmt war,

Damit stehen wir vor dem Problem, das mit Bezug auf dieser Abhandlung erforscht werden soll.

abzulösen.

manischen Rechte

in

Über das Verhältnis der lehren,

es

-).

die

die ger-

öffentlichen Strafen zu andern Verbrechensfolgen im frühesten

erreichbaren Strafrecht der germanischen Völker

Einige

ist

ob wirklich die staatliche Strafe überall einen Zu-

habe ursprünglich

und noch

bestehen bis

tief in

sehr verschiedene Meinungen. die

geschichtliche Zeit hinein

nur eine einzige Verbrechensfolge gegeben, die Friedlosigkeit, die zugleich die Grundlage des sog. Fehde- oder Racherechts gewesen Zeit

aufgekommen.

sei.

Öffentliche Strafen seien erst in jüngerer

Die scheinbaren öffentlichen Strafen der Urzeit hätten keinen recht-

Zweck gehabt, sondern seien in Wahrheit nur Kultriteu gewesen, wozu man friedMenschen verwendete, weil diese am meisten entbehrlich waren. Neuestens hat

lichen lose

Zeitg.



*)

Näheres hierüber

V.

7.

^)

Zum

Abh.

in

meinem Vortrag Vom Wesen

des Rechts (Beilage zu Nr. 284 der Allgem.

XII. 1906). ältesten Strafrecht etc. S.

d. philos.-philol. u. d. hist. Kl.

2.

XXXI,

3.

Abh.

1

in

Anlehnung an E. Mogk^)

Man

wird zugeben, daß

wenn auch



K.

Binding

diese Ansicht mit Entschiedenheit vertreten.^)

sich mindestens durch ihre Einfachheit empfiehlt.

sie

Im wesent-

minder scharfer Formulierung stimmt aber mit ihr schon überein, was mit besonderer Beziehung auf norwegisches Recht Fr. Brandt^) vortrug, und auch lichen,

in

anderwärts sind verwandte Ansichten früher geäußert worden, so

W. Maitland*),

und F.

in

England von F. Pollock wohl nur durch

deren Darstellung sich von der Bindingschen

geringere Klarheit unterscheidet, viel früher aber in Deutschland von C. Reinh. Köstlin'), der

ebenfalls

nur die Friedlosigkeit

als

eigentliche

die

Folge des Friedensbruches be-

Rache des Verletzten ermöglicht gewesen, sei es des verletzten Einzelnen, sei es der verletzten „Gemeinde", und die Rache der verletzten Gemeinde sei eben dasjenige was nur in der römisch gefärbten Darstellung des trachtete;

durch die Friedlosigkeit

sei

die

Tacitus als öffentliche Strafe erscheine.

Eine andere Gruppe von Schriftstellern will zwar einen Unterschied unter den Verbrechensfolgen gemacht wissen,

Friedlosigkeit nur wegen bestimmter Missetaten ein Fehde- oder Racherecht des jedoch im ältesten Recht den Anschein einer öffentlichen

sofern

und wegen Sühneverweigerung, sonst dagegen nur Verletzten eingetreten Strafe

gewährt,

Was

sei.

wiederum nur eine Folge der Friedlosigkeit

soll

sein.

In ihrer Wurzel

geht diese Ansicht auf die einst herrschende, heute von den Rechtshistorikern fast ganz verlassene Lehre zurück,

Germanen

die

wonach vor dem Aufkommen

einzige Folge

der Missetat

das

eines eigentlichen Strafrechts bei den

Racherecht des Verletzten gewesen

Als Vertreter der vorhin bezeichneten Anschauung aber der

von der öffentlichen Strafe sagt,

Auf den

worden.

stituiert

Lehre von H. Brunner*). Strafen",

Urteils",

„nicht

sondern nur

Er

die Friedloslegung

meint.

als

als

,

sei

erst

sei*).

zunächst 0. Gierke zu nennen''),

„mit der Zeit" der Friedlosigkeit sub-

gleichen Grundgedanken

beruht die sorgfältig durchgebildete

faßt selbst diejenige Hinrichtung, die nach ältestem

von Staats wegen vollzogen wurde, licher

sie

ist

Recht

nicht als „Todesstrafe im Sinne eines Systems öffent-

unmittelbare

Vollstreckung

eines

auf Todesstrafe lautenden

Vollstreckung der Friedlosigkeit"

auf,

wobei er

„als das Todesurteil einer Rechtsgenossenschaft bezeichnen"

Denselben Gedanken spitzte früher R. Schröder^) zu dem Satz zu:

freilich

zu dürfen „die Fried-

1) Menschenopfer S. 638—643. Ähnliche Vorstellungen bei Frazer Golden Bough 111 (1900) 120 und H. Schurtz Urgeschichte der Kultur (1900) 585 f. 2) Die Entstehg. der öffentl. Strafe im germ.-deut. R. (1909) S. 10—32. Im Anschluß an Mogk und Binding Frederiks Strafr. 376 f.



3)

Strafferet §§

1)

Eist. II

449

1, f.,

2,

461

4 (wiederholt in

Forelffisn. II

§§ 46, 47,

49).

f.

5) Geschichte des deutschen Strafrechts im Umriß (1859) 70—74. S. auch Köstlin Der Wendepunkt des deutschen Strafverfahrens (1849) 161 f. Die gleiche Auffassung der Todesstrafe wie Köstlin hat F. A. Biener Abhandlgg. aus d. Gebiet der RGesch. II (1848) S. 29 („Selbstrache der Gemeinde' .). ^) Zuweilen wird dieser Gedanke noch zur Rekonstruktion eines vermeintlichen Urstrafrechts benützt, so z. B. bei R. Dareste fitudes d'histoire du droit (1889), wo er das ganze Buch durchzieht. Den gleichen Standpunkt nahm Th. Mommsen ein; s. oben S. 1. ') Das deutsche Genossenschaftsrecht I (1868) 31 f. 8) Rechtsgesch. P 157 f, 163, 176 f, besonders aber P 219, 223, 243, 248—250, II 468 f, Grundzüge § 8, Zum ältesten Strafrecht 53 f 56 f., 59 f. 9) Lehrbuch* 77 (jetzt in der 6. Aufl. I 81 abgeschwächt: ,das Urteil, das die Friedlosigkeit verhängte, war ein Todesurteil'). Von einer verwandten Vorstellung geht auch K. Olivecrona VIII f., .

,

.

muß

losigkeit

gleichbedeutend mit der Todesstrafe gewesen sein".

Denn

das germanische

Strafrecht habe keine andere Verurteilung gekannt, als die zur Strafe des „Wolfes"

Wie Brunner

zur Friedlosigkeit].

[d. h.

so stellt denn auch Schröder die Hinrichtung als Voll-

Andere, wie

streckung der Friedlosigkeit dar.

Thonissen*) gestehen zwar

B. J. J.

z.

den von Tacitus beschriebenen Hinrichtungsarten die Eigenschaft echter Todesstrafe zu, halten es jedoch wenigstens fQr wahrscheinlich, daß ein Strafrechtssystem vorausgegangen sei,

das lediglich

Rache und Friedlosigkeit

Verbrechensfolgen kannte.

als

Allen bisher erwähnten Ansichten stehen diejenigen gegenüber, wonach es schon im frühesten

germanischen Strafrecht neben andern Verbrechensfolgen

liche Strafe, nämlich die Todesstrafe gab. dabei

mehr oder weniger

W.

W.

Sickel'), L.

v.

Die andern Verbrechensfolgen erscheinen

bald als Hache- oder Fehderecht des Verletzten

deutlich

den Täter bzw. der beiderseitigen Sippen,

horn^),

noch eine öffent-

so

z.

B.

in

Bar*), bald als Friedlosigkeit wie bei F. A. M.

v.

E. Wilda«), K. Maurer^), J. Tolting«), J. L. Laughlin»), K. His"), Fr.

R. Schröder*-),

bald

wie

Friedlosigkeit

Racherecht

als

G. Waitz»'),

bei

und

besondern Bedingungen

(unter

G. Geib'*),

gegen

EichWoringen^),

der Darstellung von K. F.

Liszt'^),

eintretende)

Holtzendorff*'),

F. v.

v.

F.

Dahn'«),

H. Siegel"), F. del Giudice»»), 0. Schrader^^).

Schon durch die Literatur, weiche von den bisher genannten Namen vertreten wird, Frage hindurch, ob der wirklichen oder vermeintlichen öffentlichen Strafe

zieht sich die

im heidnischen Altertum

sakraler Charakter zuzuschreiben, ob die wirkiiclie oder War der Gedanke schon von F. J. Mone-") sei.

ein

vermeintliche Todesstrafe ein Opfer gewesen

Nur Schröder bzw. Brunner echreibep nach 0. Schrader 1 f. aus. rohr Die Todesstrafe in Deutschi, bis z. Carolina (1909) 5 f., 168 f.

Encyklop. Rel. 804 und A. Fürn-

in

Ich werde diese unfiewöhnlich ober-



flächliche (Erlanf^er) Dissertation nur

noch ausnahmsweise nennen. Anläufe zu einer Kritik der BrunnerSchröderschen Lehre bei E. Kulischer in Z.schr. f. vergleich. BWissensch XVI (1903) 4C5 flF,

')

Organisation 101

^) 3)

Deutsche Staats- u. Rechtsgeschichte § 18. Der deutsche Freistaat (1879) 77, 148—155.

*)

Handbuch des deut

')

Beiträge zur Geschichte

«)

Strafrecht 153

losigkeit, .sobald

f..

ff.,

160,

169.

Strafrechts d.

196, 267,

man dem

1

(1882) § 21.

35— .38,

deut. Strafrechts (1836)

278

fr.,

.307

f.,

101, 104,

Doch faßt

484, 485.

In Krit. Überschau der deut. Gesetzgebg. u. Rechtswissensch.

»)

Oudgerm. Strafregt 347 fi^, 358 In Essays in Anglo-Saxon Law

9)

Strafr. 166

S.

495 auch die Fried-

Verurteilten keine Zeit zur Flucht gestattet' als .Todesstrafe" auf.

')

'»)

24—27.

Wilda

III

(1856) 27

ff.,

32

f.

im Anschluß an Wilda). (1876) 264, 265, 270 f., 273 f.

(hier

f.



Lehrbuch des Strafrechts" 12 15. 12) Lehrbuch 5 77 f., 6 I 82 f ") Verfassgsg. I 422 437. Vielleicht wäre zuvor noch J. Grimm zu nennen, wenn er RA. 622 f., 728 ff. genauer über die Friedlosigkeit geäußert hätte. ") Lehrbuch d. deut. Strafrechts I (1861) 155, 164, 158 f. 1')



15) 16)

Handbuch d. deut. Strafrechts I (1871) 54 f. Fehdegang u. Rechtsgang der Germanen (1877) 8

ft'.,

31,

33

(=

sich

in

Bausteine).

") Deutsche Rechtsgeschichte ' (1895) 485, 488, 498. 18)

Diritto pen.

437—441, 443—446.

") Reallexikon 833—836. 2»)

Teut.

Denkm.

S.

XVII.

S.

auch

W. Müller

Gesch.

u.

System der altdeut. Religion (1844) 1*

S. 77.

1820 geäußert worden,

wurde er entschiedener von G. Waitz, von Geib, von J. Y. Akerman'), von Gierke aufgenommen, von Brunner verfolgt, von andern wie z. B. W. Sickel ebenso entschieden bestritten. Ich selbst habe vor 46 Jahren die Grundlinien des altgermanischen Strafrechts dahin skizziert*), daß nebeneinander zwei Systeme bestanden, ein sakrales und ein proi.

J.

so

K. Müllenhoff*), von Ferd. Walter^), von

fanes.

Das sakrale bezog sich auf diejenigen Friedensbrüche, die sich als schimpfliche Taten (Neidingswerke) darstellten; auf sie war (außer der Friedlosigkeit) öffentliche Strafe,

nämlich Todesstrafe mit Opferzweck gesetzt.

Das profane System betraf alle übrigen oder gemeinen Friedensbrüche; ihnen folgte schlichte Friedlosigkeit. An dieser Ansicht habe ich auch später festgehalten*). Sie wurde von einigen'') vollständig, von andern') teilweise, insbesondere was die Todesstrafe betrifft, angenommen, von K. Maurer 1885 in die

— aber auch von verschiedenen

seiner Darstellung des altisländischen Strafrechts ausgeführt*),

Standpunkten aus

bis in die jüngste Zeit bestritten*).

Soviel scheint indes nach

dem Bisherigen

daß sich mit der Frage nach dem deren ursprünglichem Zweck

sicher,

frühesten Auftreten der öffentlichen Strafe die andere nach

Es muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß dieser auch über das relaöffentlichen Strafe Auskunft gibt. Von diesen Fragen wird die weitere abhängen, ob bei der Wende vom Heidentum zum Christentum die germanischen Völker eine Umwandlung oder nur eine Reform ihres Strafrechts vollzogen haben und damit verbindet. tive

Alter

der

auch

endlich

ob nicht die vorchristlichen Kapitel der germanischen Religions-

die Frage,

geschichte an Inhalt reicher sind, als 1)

Deut. Altertumskunde IV « 2U.

Deutsche Rechtsgeschichte § 704 f. Allerdings ohne scharfe Formulierung und nur mit ganz oberflächlicher Begründung in Archaeo-

XXXVIII

(1860) 59, 64.

Über Zweck 57-60. *)

S.

bisher gemeiniglich glaubte.

2) ä)

logiii

man

5)

Mittel der german. Rechtsgeschichte (Akadem. Antrittsrede 15. XII. 1875)

u.

Götting. Gelehrte Anzeigen 1888 S. 52—54, 1896

S.

210

f.

1876

Grundriß des german. Rechts 3 1913

§§ 77, 78. ";

Z. B.

W. Golther Handb.

H.

Meyer

S.

13—15 (minder

Lehrbuch

d. deut.

deutlich in der Aufl.

Geschichtswissensch. Bd. >)

His

Strafr.

Abt.

II

165

V

126

f.

und im Archiv

Altcrtumsk. IV 215, 244.

meinernd

Westermarck

v.

f.

1908

v.

Chr.

Eckert Der Fronbote

Liszt Lehrb.

Fr. v.

12—15),

Diritto

Schwerin

in

d.

(1897) 2,

deut. Strafr. (1903)

A. Meisters Grundriß

§4 der

XV

F.

f.

(1912) 613

Mary Bateson Borough 393 und

E. H. Meyer Mythol. §265. Ranisch Kauffmann in Theol. Literaturzeitung 1911

pen. 443

(gegen Mogk).

Religionswissensch.

f.

S.

f.,

f.

Del Giudice

f.

in Deut. Literatuizeitg. 1911 Sp. 596

Sp. 579

der germ. Mythol. (1895) 613,

Strafrechts« (1907) S. 50

Customs

W.

f.

II

(gegen Mogk). p.

XXXIV.



K.

Miillenhoff Deut.

Ethnologisch verallge-



Wundt

Völkerpsychologie IX 338 f., 427, 440. von „Strafen sakralen Charakters', ja von „sakralem Strafrecht" spricht und dennoch dabei ein „wirkliches Strafrecht' bezweifelt. 8) Vorlesungen V 32 51. Noch ganz in Mogkscher Art drückt er sich aus in seiner Bekehrung

Seltsam

W. Schultze

Moralbegriffe

I

Deut. Geschichte

I

der

(1894) 323,



Stammes zum Christentume II (1856) 196. Maurers Stellung ganz schief Fr. Beyerle Das Entwicklungsproblem im germ. Rechtsgang ä) So von E. Mogk, K. Binding, H. Brunner, L. v. Bar a. a. des norweg.

schungen 454

Pürnrohr

s.

n.

4 sowie den Rezensenten von

oben

S. 2

f.

N.

9.

— Gegen Mogk

Religionsgeschichte (1910) 413 und Fr.

1912

S. 614.

Mogk

der Frage charakterisiert

0.

S.

in der Histor. Zeitschrift

wenden

Kauffmann

zu 227.

sich

Ranisch

a. a. 0.,

ferner

CVI R. M.

Brunner

(1911) 627

Meyer

Theol. LitZtg. 1911 Sp. 578-581, Arch.

f.

f.

For-

Über

Altgerman.

RelWissensch.

Wenn

aber die Meinungen schon über das Grundproblem so weit auseinandergehen,

wie oben gezeigt wurde, so liegt die Ursache doch wohl darin, daß das Material für die einschlägigen Forschungen immer nur in höchst unzulänglichem Maß gesammelt wurde ^)

und daß man ferner das germanische Problem ohne die vergleichende Verwertung In beiden Beziehungen der urgeschichtlich verwandten Rechte lösen zu können meinte. beabsichtige ich im folgenden eine Ausführung dessen, was ich seit 1875 nur skizzenhaft über die germanische Todesstrafe vorgetragen habe. Es handelt sich darum, aus dem gesamten geschichtlich gegebenen Stoff aller germanischen Rechte und ihrer Tochterrechte eine möglichst breite Grundlage für Rückschlüsse auf den frühesten Zustand zu gewinnen diese durch Ausblicke auf die übrigen Rechte der europäischen Arier zu kontrollieren,

und



leider nicht

schon

ihrer

auch der orientalischen Arier, weil bei diesen wegen der Eigentügilichkeit

vorgeschichtlichen Entwicklung der Boden

unsicher

zu

Dabei darf die

ist.

Stoffsammlung nicht etwa bei den schriftlichen Überlieferungen stehenbleiben; deren Ergänzung

auch

Archäologie

die

.stehenbleiben bei den Überlieferungen je weniger

von

sie für sich allein schlüssig sind,

zu

Hilfe

so

Und

rechtlichem Inhalt;

spezifisch

um

müssen.

rufen

sie

sie

wird zu

darf nicht

sie

wird

diese,

mehr auch im Lichte der Volkskunde

und der Religionsgeschichte zu betrachten haben.

Um

sich von der Notwendigkeit dieses Verfahrens zu überzeugen, braucht

man

bloß

einen vorurteilslosen Versuch zu machen, wieweit mit den beiden unmittelbaren Zeugnissen

über germanische

Strafen

in

heidnischen

der

Germ. 12 über gewisse Tötungsarten, von der ihren

Ausgang nahmen,

Man

wird einräumen müssen,

soll

Zeit

zu

kommen

alle bisherigen

Die Tacitus-Stelle

ist.

Erörterungen unsers Themas

nach E. Mogk'-) überhaupt keine Strafbestimmungen andeuten.

daß

sie

wenigstens nicht auf die Rechtszustände aller ger-

manischen, ja nicht einmal aller deutschen Völker der taciteischen Zeit bezogen zu werden braucht.

Der andere Beleg,

Tit.

XII De honore templorura

in

der Additio zur Lex Fri-

sionum bezeugt zwar unmittelbar den Opfercharakter einer friesischen Todesstrafe. Aber einräumen wird man müssen, daß sie, nur von einem bestimmten Anwendungsfall sprechend, keinen sichern Schluß auf die friesische Todesstrafe

überhaupt und

noch weniger einen

Schluß auf die Todesstrafe bei andern germanischen Völkern gestattet. Quellenzeugnisse

diese

den höchsten Wert

auch

vielleicht

liche

Grundzüge aufweisen, wodurch jene

bekommen

in

Dagegen können

Verbindung mit andern, wenn

jüngeren oder selbst fremdartigeren Materialien, erst bestätigt oder

wenn

diese gemeinschaft-

gar erst verständlich werden.

des zu diesem Zweck heranzuziehenden Stoffes bilden eine geschlossene Masse diejenigen Denkmäler, die den Strafvollzug der Vergangenheit in seinen Einzeln-

Innerhalb

dem Auge

heiten

veranschaulichen.

Gerade diese äußerlichen und für den einseitig juri-

Das literarische und archäologische Material in solcher Menge zusammenzubringen, wie' ich es Abhandlung vorlege, wäre mir ohne die Hilfe teilmdimendcr Freunde dieser Studien unmöglich gewesen. Als .solche habe ich dankbar zu nennen die IIH. I'rofF. E. Bernecker (München), Hob. Davidsohn (Florenz), M. Gmür (Bern) und E. Goldmann (Wien), Bibliothekar H. Hartig (München), Troff. Siegra. Hellmann (München), Aug. Köhler (Jena) und 0. Peterka (Prag), Konservator Dr. Stöeklein (München), Prof. L. Wenger und Geh. Archivrat Werner (München). Nicht vergessen darf ich hier auch des stets bereitwilligen Entgegenkommens, das ich bei den Beamten der Staats- und der Universitätsbibliothek zu München, der bayerischen Archive, des germanischen Museums in Nürnberg und der graphischen Sammlung in München gefunden habe. -) Mogk Menschenopfer G43. Nicht dasselbe sagt der von ihm zitierte Baumstark Erläuterung 487. ')

in dieser

6 stischen

Betrachter nebensächlichen

Einzelnheiten

spielen

der

in

gegenwärtigen Unter-

suchung eine sehr entscheidende Rolle, da der Strafvollzug, wenn er einen sakralen Charakter gehabt haben soll, eines Rituals nicht entbehren konnte. Hierüber läßt uns die schriftliche Überlieferung oftmals im Stich, und selbst wo sie ihr Schweigen bricht, bleibt

Da kommt

doch Bestätigung aus andern Quellen wünschenswert. schwundenen, daran

Darstellungen

bildliche

gelegen sein,

graphischen Anhang habe

ich die

würde

Zweifellos

selbst kenne.

Vorgänge beim

Es mußte Denkmäler zu sammeln. Abbildungen verzeichnet und beschrieben, die Zahl ohne erhebliche Mühe zu vermehren sein, der

Menge

möglichst große

eine

uns nun das archäo-

erhaltene Richtstätten und Strafgeräte, Abbildungen von ver-

logische Material zu Hilfe:

ihre

mir

Strafvollzug.

Im

solcher

ich

wie

denn auch noch während der Ausarbeitung meines Textes beständig vermehrt wurde. Die nachgewiesenen dürften jedoch genügen. Manchem wird schon in diesem Vorrat die sie

Gruppe

eine oder andere

allzu massenhaft dünken.

Er möge erwägen, daß

Stücke sich gegenseitig erläutern und bestätigen und

Auch nehme man keinen Anstoß daran, daß viele Ich nahm sie auf, weil sie weltlichen

Vorkommnisse belegen müssen.

stellter

die einzelnen

räumliche Verbreitung festge-

die

Bilder der kirchlichen Kunstgeschichte angehören.

Ebensowenig kann

Rechtsbrauch abspiegeln.

Gewiß mußte

wecken.

zu erwägen,

können,

späte Zeit vieler Stücke Bedenken er-

ich auf möglichst alte aus sein

nicht

durften insbesondere Filiationen

zu prüfen,

die

daß selbst

in

und gewiß waren

Unerläßlich

ist

die

Wandel

sie

war auch

der Zeiten oftmals die

uns erst aus später Zeit zufließen.

aber auch eine genauere Fragestellung, als

Vor allem handelt es sich nicht etwa darum, womit sich ob

es

Nicht anders stehen wir ja auch schriftlichen Quellenzeugnissen

festhält.

gegenüber, auch wenn

Aber

den jüngsten Rudimente ältesten Rechtsbrauchs bewahrt sein

da gerade an seinen Äußerlichkeiten trotz allem

Gewohnheit zäh

die andern kritisch

unbeachtet bleiben.

Menschenopfer Strafen, sondern darum ob

Mogk

sie

bislang üblich war.

hauptsächlich beschäftigt'),

Menschenopfer waren.

die Strafen

Jene

W.

niemand bejaht und wird schwerlich jemand bejahen wollen angesichts der längst bekannten und ebenso bestimmten als verlässigen Quellenzeugnisse, wonach nicht bloß Verbrecher, sondern auch Kriegsgefangene, Sklaven, ja auch ganz schuldlose freie Menschen geopfert wurden. Es wird ferner zu fragen sein: wenn es erstere

Frage hat m.

wegen Missetaten gab, welche Todesstrafen waren wesentEs gab nämlich außer dem staatlichen noch ein privates Strafrecht, das mit dem sog. Racherecht keineswegs völlig zusammenfällt und bis jetzt zu wenig beachtet wurde ^). Denken ließe sich Menschenopfer zur Strafe, lich

Opfer?

1)

alle

d. h.

oder nur solche, die von Staats wegen vollstreckt wurden?

Menschenopfer 607, 638.

Bei

Hoops

Reallex. III 214 formuliert er: ,Nie

eine strafrechtliche, sondern stets eine rein sakrale

ist

das Menschenopfer

Handlung gewesen.'

2) So z. B. gar nicht von Thonissen fitudes, auch nicht von A. Fürnrohr Die Todesstrafe in Deutschland bis zur Carolina. Nicht gehörig vom öffentlichen Strafrecht unterschieden bei Pertile

Storia

V

271

(mit II 275),

(n. 53).

W.

Th.



Gelegentliche Bemerkungen über den Gegenstand bei:

Kraut

Die Vormundschaft

Über das Wesen des ältesten Adels regt 367

f.,

Geib

etc. (1846)

Lehrb. des deut. Strafr.

I

(1835) §34,

I

Wilda

J.

Grimm RA*

Strafrecht 705, 810

f.,

K.

I

643

Maurer

f., Waitz Verfassgsg. P 74, Telting Oudgerm. StrafOsenbrüggen D. Strafrecht der Langobarden 30, 98,

122

159,

Brunner Rechtsgesch. (P 91, 76) P 127, 99 f., II R. Schröder Lehrbuch^ 67, v. Amira Grundriß

470, 475, 600 d.

f.,

659, 663, 633,

germ. R.2 §§54

g. E., 56,

Forschungen 457 N.

His

1,

Strafr. 197, 200,

daß nach diesem Privatstrafrecht zwar ebenfalls Todesstrafen möglich, daß jedoch Und weiter: wie groß ist das Verbreitungsgebiet jener nicht wesentlich Opfer waren.

nun, sie

Riten beim Strafvollzug, denen,

man

sich die Verschiedenheit ihrer Arten

einen sakralen

Zweck zuschreiben kann?

und ihre Verteilung auf

Wie

erklärt

die verschiedenen Straffälle?

Begleiten aber wird uns bei allen diesen Untersuchungen das Problem, das im Mittelpunkt so vieler Erörterungen stand, nämlich das Verhältnis der Verbrecbertötung zur Friedlosig-

Diese selbst freilich und ihr Reflex,

keit.

das sog. Racherecht,

ist





weil unter Sach-

nicht zu erörtern. Anderseits werden wir gewissen nach dem Charakter der ungeordneten Volksjustiz, nach der Legitimation zur Strafverfolgung, nach der Strafrechtsfähigkeit der Weiber und der Unfreien nicht aus dem Weg gehen dürfen.

außer

kennern

Seitenfragen,

stehend

Streit

wie

z.

B.

die

Altgermanische Probleme sind großenteils vorgeschichtliche Probleme, wir sie mit den Mitteln vergleichender Geschichtsforschung zu lösen

suchen.

wenn Auch das

auch

vorliegende Problem bezieht sich zu einem sehr wesentlichen Teil auf Rechtszustände einer

vorgeschichtlichen Zeit,



jener Zeit mindestens, seit der germanische Völker in der sog.

skandinavischen Provinz der jüngeren Steinzeit, nämlich auf der skandinavischen Halbinsel, in Nord- und Mitteldeutschland siedeln, d. h. mindestens Aber das vorliegende Problem fällt nicht mit der Frage nach dem vorgeschichtlichen Strafrecht überhaupt, am wenigsten mit der Frage nach dem primitiven Schon vor aller Geschichte hat es einen Wechsel der Rechtszustände, Strafrecht zusammen. eine sogenannte „Entwicklung" des Rechts gegeben. Vor dem altgermanischen hat

in

den Küstenländern der Ostsee,

6000

seit

es

V.

gegeben,

entbehrte,

Chr.

konnte es wenigstens geben ein Strafrecht,

ein Strafrecht,

das vielleicht» ausschließlich

in

das

des

den

ungeordneten Formen der

nationalen

Charakters

gehandhabt wurde*). Von diesem primitiven Strafrecht, das darum noch nicht mit allem proethnischen zusammenfallen muß, war bei allen Erörterungen des germanischen Problems niemals die Rede und ist auch jetzt nicht zu handeln. Volksjustiz

I.

Privatstrafrecht. Es gab Todesstrafen nach Privatstrafrecbt, d. h. Strafen, die nur im Privatinteresse, sei es eines Einzelnen, sei es einer Sondergruppe innerhalb der Gesellschaft verhängt wurden.

Bahn

Ihnen gehen wir gleich beim Beginn dieser Studien nach,

zur Analyse der staatlichen Todesstrafen 1.

Mancherlei Überlieferungen beziehen

frei

sich

um

uns die

zu machen. auf

Strafen nach Sippenrecht.

Solche Strafen sind Äußerungen des Solidaritätsgefühls, das überhaupt die Einrichtungen der Sippe

beherrschte,

und kommen daher

bei

allen

germanischen Stämmen vor.

Missetat, die sie zu ahnden bestimmt sind, fällt unter den Begriff des

Geschlechtsschimpfes"



westnord. fraendaskQmm, ffittarskQmm

wodurch man seiner eigenen Sippe Schande bringt. K. G. 3.

Westman

Den Svenska Nämnden

67,

110

f.



Es

Hierüber

s.

den oben

S. 1

angeführten Vortrag



,

d. h.

eines Verhaltens,

derselbe Begriff,

dem

ziemlich

Eine Skizze versuchte ich selbst jedoch in der

Aufl. des zit. Grundrisses (1913) § 82a. ')

ist

Die

»Verwandten- oder

S.

458.

8 genau

mehrmals

die

Gregor

bei

Zwar gab

Tours erwähnte

v.

humiliatio

oder

(humilitas)

nota

einem Spezialfall ein isländisches Gesetz von 997 den Blutsverwandten des Täters zwischen dem dritten und fünften gleichen Grad nur eine Anklage gegen ihn vor dem staatlichen Gericht^). Aber südgermanische Nachrichten aus generis

entspricht.

in

der nächsten Zeit nach der Völkerwanderung zeigen, daß die Sippe sich

des

entarteten

Mitgliedes ohne weiteres durch Tötung entledigen konnte.

So vor Allem eines weiblichen Mitgliedes wegen unerlaubten außerehelichen Geschlechtsumganges ^). Nach einem älteren Gesetz in der Lex Wisigothorum (III 4

1.

5) verfiel ein

lichem Beilager (adulterium) im Vaterhause betreffen

wenn der Vater nicht mehr

und,

Brüder oder Vatersbrüder.

der

Das bedeutet

im verwandtschaftlichen Strafrecht eingeDenn nach langobardischem Recht (Ed. Roth 189) waren wegen außerehe-

ist*).

eine Beschränkung,

schon

wahrscheinlich treten

lebte,

Mädchen, das sich auf außerehedem Tötungsrecht ihres Vaters

ließ,

lichen Beilagers (fornicatio)

die

unverheirateten

eines

eam dare vindictam".

mulier) überhaupt ihre Blutsfreunde befugt „in die Todesstrafe

sich

in

nicht

sollte

schließt,

oder verheirateten Weibes (puella aut werden*).

bezweifelt

Daß

Bei

diese vindicta

den heidnischen

Sachsen wurde wegen des gleichen Tatbestandes das Weib, wie Bonifatius berichtet'),

und dann verbrannt, der Liebhaber über dem Brandplatz,

gezwungen,

sich zu erdrosseln,

gehängt,

oder aber es wurde das





überantwortet,

Gassenlaufen

Weib dem

später noch zu besprechenden

müssen annehmen:

wir

domum

von

den

eigenen

Tod durch

Verwandten.

Worten Bonifatius den Begriff des „Verwandtenschimpfes" zu deutlichem Ausdruck bringt. Ganz so geschah es zu dem Zweck, solche „schände aftoleggen', wenn noch bis um 1000 im friesischniedersächsischen Ditmarschen an einem entehrten Weibe die Verwandten ihr TötungsEs geschah,

Magdeburger Sage von

Kristni

1)

Saga

Eibjungfer,

der

(her.

B.

v.

Kahle)

o.

die

von ihren

VI 6 (Biskupa Sögur

der Tiefe

in

I

S.

10

hausenden Eltern

Flateyjarbdk

f.).

2)

Maurer Die Bekehrung des norweg. Stammes I (1855) 376—380. Zum folgenden a. auch die oben S. 6 N. 2 Zitierten.

3)

Nach

s.

I

(1860) 287.

K.

L. Wisigot. III 3

1.

ebenso wie dieser der Todesstrafe, als

maculavit", mit welchen

Eine Erinnerung an dieses altsächsische Recht lebt noch fort in einer

recht ausübten^).

Dazu

„paternam

weil die Entehrte

Sklavin verfallen. *)

wenn

in Zschr.

tigurgsrecht verstehen!

f.

Gess. der Angelsachsen 514)

1

sie sich

Zeumer im Neuen

E.

Rosenthal Die



114.

kommt,

nicht

Arch.

Rechtsgesch. XI (1873) 386 will

dagegen

S.

bech Lykkeraand og Niding

wenn

vom Entführer trennen

will,

aber eine Freistätte erreicht, ihren Blutsfreunden (parentes)

sie

über das Gesetz K.

S.

Bluhrae

Fr.

2 soll die Entführte,



f.

deut. Gesch.

darunter nur ein

XXIV

W. GronLiebermann

Rechtsfolgen des Ehebruchs 62 und

Die Ehebruchsatzung in Leis Willelme 35

(bei

22 § 2 D. ad leg. Jul. de adulteriis entlehnt,

als aus fr.

602.

.mäßiges' Züch-

hier nicht

in Betracht. 5)

Jaffe

Bibl.

germ.

rer.

III 172.



Das Weib wurde nicht, wie Viollet Etabl.

I

245 (N.

2)

meint, von seinen Verwandten gehängt. «)

Festschr.

dem

v. Dahlmann 1827) I 96 f. H. Detleff tho WindtDen maßgebenden Gesichtspunkt verkennt R. Weyl, wenn er in Notgericht bei handhafter Tat denkt. — Zu dem , Ersäufen unter

Joh. Adolfis gen. Neocorus Chron. (her.

bergen ebenda f.

II

467

1508).

(a.

Gierke (1911) 53 an ein

Eise' (bei

Neocorus)

Estnische Märchen

(II)

vgl. dieselbe Strafe,

1881 Nr. 20 c).



durch den Bruder verhängt, in der Sage bei

Kreuzwald

Ausdehnung der verwandtschaftlichen Tötungsbefugnis gegen

Jedermann in einem Zusatz zum Landr. v. Ditmarsch. v. 1447 § 236 (bei Michelsen Sammig. altdithm. RQu. S, 78), womit zu vgl. das Enthaupten einer meretrix nach sächs. R. des FrühMA. eine Prostituierte auf

bei

Tetmar

Chron. VIII

3.

Zwei hieher gehörige westfränkische Fälle aus dem letzten Viertel des v. Tours^): einer mit ihrem Liebhaber durchgegangenen Ehe-

getötet wurde*). 6.

Gregor

Jahrh. erzählt

brecherin setzen ihre Verwandten (propinqui)

,ad ulciscendam humilitateni generis"

nach

dem anderen Fall wird eine des Ehebruchs bezichtigte Frau von mit dem Tod bedroht, wofern ihr Vater sie nicht von der (parentes) ihren Verwandten Anschuldigung reinigen werde: „ne stuprum hoc generi nostro notam infligat". Wie außer-

und verbrennen

In

sie.

ehelicher Geschlechtsumgang eines freien

Weibes wurde aber auch dessen Heirat mit einem

Unfreien als Verwandtenschimpf behandelt. So war es nach einem burgundischen und nach einem fränkischen Gesetz des 6. Jahrh.') wie nach einem langobardischen von 643*).

Jeder ihrer Verwandten darf

wird

Gesetzbuch

eine

freie

zum Zweck

sie

Frau,

der vindicta töten').

einen Sklaven

die

heiratet,

Nach dem westgotischen in die

Gewalt ihrer Ver-

wandten (parentibus suis in potestate), unter Umständen mitsamt dem Sklaven dem Feuertod Das Tötungsrecht der Verwandtschaft reichte über die Fälle unerlaubten Noch im Jahre 1447 erkannte das Landrecht von Ditmarschen (§ 225) Beilagers hinaus. für den Fall, wo ein außerehelich geschwängertes Weib einen Unschuldigen als Kindsüberliefert®).

vater

LX

hat, an:

bezichtigt

Wie

Mk.

lüb.

so schallen er

vründe unde

auch sonst,

hier so findet sich

z.

dat richte se vorbernen by broke

B. in den vorhin

angeführten bur-

gundischen, fränkischen und langobardischen Bestimmungen das Recht der verwandtschaftlichen vindicta zu einer Pflicht (in condicione) ausgebildet

(s.

unten

S.

11 N. 7 S. 12).

Aber nicht bloß Weiber unterstanden der Strafgewalt ihrer Sippe, sondern auch Es kann also diese Strafgewalt nicht Ausfluß der Vormundschaft selbständige Männer. gewesen sein, wie man wohl geglaubt hat. Als Chlodowech seinen Vetter Ragnachar erschlug, benützte er zur Rechtfertigung der Tat den Umstand, daß Ragnachar sich habe binden lassen und damit sein Geschlecht erniedrigt habe'). Den König Sigbert von Wessex erschlugen Verwandte, wie Beda Hist. III 22 erzählt, mit der Begründung: ob hoc se iratos fuisse et inimicos regi, quod ille nimium suis parcere soleret inimicis et factas ab

mox

eis injurias

')

Bei

obsecrantibus placida raente demitteret.

Grimm

Deut. Sagen Nr. 60.

Verwandt

M eiche

Sagenb.

kommt verblaßt in weiter Verbreitung vor, z. B. Grimm a. undSchwartz Nordd. Sagen 94, 261, Kuhn Westlal. Sagen I Nr. 37, zeichens

Sagen und Skizzen sagen Nr. 137 2)

Niding

Hist.

114.

I ä)

a.

d.

Steigerwald

V

33.

S. 30, 80, ICO, 131, ITjO, 204, 268,

Das Motiv des Blutund S. 345 f., Kuhn Klarmann und Spiegel

Nr. 497.

0. Nr. 58

a.

38, 40,

K.

Gander

Niederlausitzer Volks-

(1).

VI

36,

Vgl. auch

Lei Burgund.

S.

dazu

Jubinal

XXXV

2,

3.

die

Verwertung

Recueil de contes

Cap. ad L. Sal.

Ohne ausreichenden Grund vermutet H. Geffken

I 5.

dieser I

19

Stellen

bei

Grenbech Lykkeraand

og

f.

Dazu Brunner Forschungen 456, RGesch. 11 592. den Worten de parentibus des angef.

L. Salica 236 in

Kap. eine Textverderbnis. *) Ed. Roth. 221 (wo nicht bloß dem Vater ein Tötungsrecht zugestanden ist, wie S. Rietschel Hoops 1 555 durchaus willkürlich annimmt). S. auch Liutpr. 24 (a. 721). Vgl. zum obigen auch ') Dazu 8. K. Zeumer im Neuen Archiv f. deut. Geschichte XXIV 591. die Sage von der ostgotischen Amalasuntha bei Gregor. Tur. III 31 (dazu Siegm. Hellmann in

bei



Geschichtschreiber der deut. Vorzeit Bd. VIII 167).

Zeumer a. a. 0. 592, 589 f.). humiliare genus bei Gregor in diesem Anwendungsfall entspricht noch in der französ. Heldendichtung des FrühMA. das aviler les lignages, vgl. La cbani,un de Guillelme, Wisigot.

6)

L.

')

Gregor. Turon.

her. v. H.

Abh.

Suchier

v.

III

211. 3, 2 (nebst

II

42.

Dem

1328.

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

2 .

10 Angesichts dieser Belege für die Rechtsanschauungen von Westgermanen und südlichen Ostgermanen gewinnen

nun auch Materialien an Wert, welche uns die viel jüngere In einer zwar ursprünglich deutschen,

nordgermanische Volksdichtung an die Hand gibt.

jedoch in vielen skandinavischen Varianten verbreiteten Ballade*) kündigt die Mutter dem

Mädchen

verführten

an,

sie

werde

verbrennen oder ertränken oder hängen lassen oder

es

verkaufen oder aus dem Land jagen. Merkwürdig ist namentlich, daü Fassung des Liedes der Tochter das Verbrennen, ihrem Liebhaber das Hängen angedroht wird, was sehr nahe an den von Bonifatius beschriebenen altsächsischen Brauch, in die Sklaverei

in

einer

ferner

des Verkaufs

das Eintreten

In einem

andern Lied,

das sich verführen

das

man

für

vom Bruder erwürgt werden, wird aber dann

läßt

ist,

ob die verleumdete Tochter verbrannt oder gehängt werden

begraben,

hat verführen lassen*).

weil

liegt,

sie sich

Die Vorstellung,

spricht

keine skandinavische

sie

Ostgötalagh

,

Mädchen

das

zu

getötet

Wohl aber sagt, um Mb. I daß Vater und

Rechtsaufzeichnung mehr^).

den ostnordischen stehen zu bleiben

wird

lebendig

solchen Sagen

die

Zwar davon, daß

reicht in weit frühere Zeiten zurück.

zunächst bei

und

soll

aus Fünen läßt ein Vater seine Tochter

In einer Sage

werde,

deren Klang den Dänemark und Schweden, der Vater den verleumderischen Sohn

verkauft für eine Glocke,

schließlich verbrannt').

Grund

erinnert.

Mädchen,

ein

soll

In einem dritten Liede, das nicht bloß in

sondern auch auf den Fseröern überliefert wählen,

sang^),

von seinem Vater gehängt oder von der Mutter ertränkt oder

ließ,

Eltern das Herz bricht.

was ans Langobardenrecht

Tötung,

die

Dänemark und Schweden

in

,

Mutter ihre Tochter wegen außerehelichen Geschlechtsumganges fortjagen dürfen und daß alsdann die Tochter, solang sie nicht wieder aufgenommen ist, der Erbfähigkeit nach ihren

und nach den elterlichen Blutsfreunden darbt.

Eltern

ihrer Eltern,

wenn damit auch weiter

und

recht nach ihren Eltern verwirkt habe^), eines

eine

andern Blutsfreundes" strengere Bedeutung

wie nach gotischem

nichts gesagt sein



')

Folk-Visor

Wegen

brennens -)

II

Recht verloren gegangen

Nr. 58.

vgl. das finländ.

W. Grimm

a.

a.

Märchen

sei.

3)

*J

Grundtvig

V

Folkeviser

bei 0.

s.

Folkeviser

II

Nr. 109.

V



II

136

f.

(in

Grimm V

S.

Altdänische Heldenlieder



242;

Finlands Folkdiktning

Nr. 32

II

Umfang

demselben

in

(S.

12,

übers,

bei

wegen des VerA) 449.

I

Uhland

Schriften

S. 411).

E.

Wigström

Nonne wird auf Befehl

Thiele Danmarks Folkesagn

Nr. 271 (W.

Sagor

Folk-Visor

und Sage VII 1868

Nr. 310 (eine verführte

das Erb-

sie

Der Verlust des Erbrechts beruhte Derselbe Gedanke forderte im dänischen

A. Olrik in Folkeviser

Hackman

0. 120 (mit 518),

zur Geschichte der Dichtung

daselbst

Grundtwig



daß

daß ehemals der Ausdruck miskunna kona

gehabt habe, das Erbrecht mindestens

der Herkunft des Liedes

als

soll,

so läßt doch die beigefügte Klausel „und nicht

den Schluß zu,

eben auf dem Ausscheiden aus dem Sippenverband.

S. 88, 89).

und den damit miskunna kona

In Uplands lagh

verwandten Gesetzbüchern heißt eine solche Tochter „Gnadenweib"

Folkdiktning

.

.

.

i

Skäne



31.

S.

auch

ihrer Mutter eingemauert).

Vgl. auch das Märchen bei

Hackman

a. a.

0. 410.

K. Zeumer nimmt für die nordgermanischen Rechte ohne weiteres unter Berufung auf Wilda ein Tötungsrecht auf handhafter Tat an. Aber Wilda sagt an den von ihm angeführten Stellen ^)

nichts davon. •5)

L. 6b. 1

L. Mb. 1 § 2 = Westmanna L. II /Eb. 1 Magnus Er. Landsl. Gb. 3 (= Stadsl. Gmb.

Uplands §

Westmanna

1.

L. II yEb. 6 § 4.

§ 2. 3 pr.,

Heisinge L.

^b.

Christ. Landsl.

1

§ 2.

Gml. 3

Södermanna pr.).

S.

auch

11

wo Gütergemeinschaft des Hauses galt, daS das verführte Weib Den Standpunkt von Ostgöta-Lagh nehmen aber, einbüßt.

Recht*),

seinen Gemein-

seitdem

schaftsanteil

Weibererbrecht gibt, auch die Tötungsrecht der Sippe kennen.

Bezug auf

in

südgermanischen Rechte

Um

Hälfte des 11. Jahrhunderts strenger waren

von Bremen IV 6 hebt

als

in

wonach

noch

sie

in der zweiten

Adam

den späteren Gesetzbüchern.

si

constupratae fuerint, statim venduntur"

von welcher Seite der Verkauf ausgehen mochte

gleichviel,

ein

das

besonders bemerkenswert unter den dänischen Rechtsgewohn-

als

heiten seiner Zeit hervor, daß „mulieres



es

die

wahrscheinlicher ist es von hier aus, daß auch Rechte einstmals mit den südgermanischen über-

In der Tat besitzen wir ein Quellenzeugnis,

einstimmten.

vorab diejenigen,

so

die ostnordischen

dieses

ein'-),

den Rechtsschutz einbüßten.

Daß

in

den ersten

der oben

S.



also

10 erwähnten Verführungs-

dem zweiten

geschichten die Mutter ihre Tochter verkaufen will, und in

^),

und damit

die Freiheit

verkauft, stimmt

dazu vortrefflich.

Rechten

Unter den westnordischen

am

hat

das

isländische,

wie

wir

S. 7

sahen,

die

und zugleich am deutlichsten den Grundsatz bewahrt, daß diesem Strafrecht nicht nur Weiber sondern auch Männer unterstehen. Dagegen sind es unter den westnordischen Rechtsaufzeichnungen die älteren norwegischen, denen ebenfalls eine strafweise Verknechtung des gefallenen Weibes bekannt ist, während die isländischen es nur in eine Geldbuße an seinen Vormund und dafür bei ZahlungsTerminologie des Sippen-Strafrechts

unfähigkeit

in

treuesten

dessen Schuldknechtschaft fallen

jene Strafknechtschaft auf ein

Gesetz

des

keinem Zweifel, daß damit im Vergleich zum isländischen ist.

10 besprochenen ostnordischen

Rechten

geschichtliche Quelle unterliegt

ein älterer Rechtszustand

ergibt,

Rechtszustandes besser erhalten wie das norwegische,

dem

eine

zurückführt*),

es

gekenn-

Anderseits hat wieder das isländische Recht, wie eine Vergleichung mit den

zeichnet

oben

S.

Da

lassen*).

Jahrhunderts

9.

Weibe

schuldigen

alle

insofern

als es bis ins

und jede Erbfähigkeit absprach^).

Stück des

ein 13.

älteren

Jahrhundert hinein

Wenn

freilich

das

nor-

wegische Gesetz den König zum Eigentümer der Strafsklavin macht, so verrät es damit

Abänderung

so, wie wenn ein burgundisches und dem die Sippe ihre Strafgewalt nicht ausübt, zur Sklavin des Königs machen'), oder wie wenn ein fränkisches Gesetz für Friesland einem (vollfreien) Weibe zur Strafe für außereheliches Beilager die Zahlung des eigenen Wer-

eine

eines

noch älteren Rechts eben

langobardisches Gesetz das Weib,

an

v. Schleswig § 13. Vgl. übrigens auch Jydske Lov (ed. Kolderup-Rosenvinge) Thorsen VIII, XXIX). — Das Fortjagen der gefallenen Tochter ist wie schwedisch so auch dänisch, Grundtvig Minder I 157 (Nr. 208). ^) S. die bei Kraut Die Vormundschaft I 327 Laband Die vermögens-rechtlichen Klagen 378 n. 28, K. Zeumer zu L. Visigoth. III 2 8 zitierten Helege, — ferner Zeumer im Neuen Archiv deut. Gesch. XXIV 597-599. ^) Zu der Stelle s. Brunner Rechtsgesch. II 659 n. 4, K. G. Westman Den svenska nämden 110 f. Daß der Rechtssatz den dänischen Rechtsbüchern unbekannt, scheint mir kein genügender Grund, um mit K. Maurer (Sitzungsberichte d. bayer. Akademie 1874 S. 15) die Verlässigkeit der Angabe des

Älteres Stadtr.

')

I

8,

(=

33

ed.

f.,

f.

1.

Adam

v. *)

recht

II

Bremen K.

zu bezweifeln.

Maurer

155 n.

5,

a. a.

167

n.

O. 14

f.

37

f.

und Vorlesungen

III 208, 94.

v.

Amira Nordgerm.

7.

5)

Fagrskinna

6)

GrÄgäs la 249», bSl« verglichen mit

')

L.

17.

Burgund.

XXXV

3.

II 101''.

Ed. Roth. 189, 221.

Liutpr. 24. 2*

Obligationen-

12 König aufgibt^). Ein geschichtlicher Zusammenhang des langobardischen dem burgundischen mag obwalten. Aber an einen ebensolchen zwischen dem norwegischen und dem burgundischen oder langobardischen Gesetze ist nicht zu denken, schon darum nicht, weil diese einen ganz anderen Zweck verfolgen wie-^'enes. Das norgeldes an den

Gesetzes mit

wegische Gesetz

— was

will,

Weg

auf einem andern

Hand nehmen

der Sippe ihre Strafgewalt aus der

das fränkische Gesetz für Friesland,



das burgundische und das langobardische

;

wollen die Sippe zur Ausübung ihrer Strafgewalt nötigen.

Das westnordische Recht

bestätigt auch

Wahrnehmung,

die

deutschen Recht machten, daß unter den Begriff des

die

oben

wir

S.

9

am

Verwandtenschimpfes " eben so gut Handlungen von selbständigen Männern wie Handlungen von Weibern fallen konnten.

Das

S. 8

von 997

isländische Gesetz

zitierte

In

Götterlästerung.

,

belegte

als

norwegischen Urfehde wird

einer

miding" (gridnidingr) für eine

,

frsenda

sk^mm mit

deren Verletzer,

Strafe

der

die

,Friedens-

Geschlechtsschande aller seiner Blutsfreunde" (aettarsk^mm

allra sina frsenda) erklärt-).

Fassen wir

zusammen, so ergeben sich so

alles

viele

Gleichungen zwischen germa-

nischen Rechten, die in der Zeit ihrer selbständigen Geschichte in keinem

mehr unter

sich standen,

Entwicklungsreihen

Zusammenhang

daß wir uns auf gemeinsame Ausgangspunkte der verschiedenen

zurück verwiesen sehen.

Diese gemeinsamen Ausgangspunkte

waren

mit der Verwirkung des Rechtsschutzes gegenüber der eigenen Sippe durch „Verwandten-

schimpf" gegeben, und es wir

von

einer

Wer

Sippe sprechen.

dürfen wir wohl

königliche

der

sei es durch Verknechtung, sei es durch Pflicht der Sippegenossen, diese Strafgewalt aus-

durch Tötung,

einer

nur insofern reden,

nehmen

verlustes auf sich zu

es

sei

Von

Verjagung aus dem Land.

Die

Maß unbegrenzten Strafgewalt

durch sein Verhalten die Ehre seiner Sippe schändete^), konnte

von dieser ausgestoßen werden zuüben,

nur ein anderer Ausdruck für das nämliche Prinzip, wenn

ist

ursprünglich nach Art und

wenn

hatte,

Gesetzgebung

im

die Sippe

eben die Folgen

und langobardischen Reich

— zugleich zum Besten

hat daran

des königlichen Fiskus

In ähnlicher Weise hat L.

unter eine neue Sanktion gebracht.

des Ehr-

das schuldige Mitglied länger bei sich behielt.

burgundischen

angeknüpft und die Strafpflicht der Sippe der Verwandten

sie

als

Wisigot.

Weibes eingeführt, das

III 7,



3 eine

mit einem unfreien Manne schuldig gemacht: wenn die Verwandtschaft ihre Strafgewalt nicht Strafpflicht

eines

freien

sich

des Beilagers

ausübt, soll das Weib dem Eigentümer des Sklaven als Sklavin zufallen. Sollte die Vermutung von K. Zeumer*) zutreffen, es sei damit ein älteres mit den burgundischen und

langobardischen Gesetzen übereinstimmendes Recht abgeändert worden, so ließe sieh viel-

daran

leicht

denken,

daß dieses

bestimmt und dann für

ältere

die beiden

westgotische Recht

durch den Codex Euricianus

andern Gesetzgebungen vorbildlich gewesen

sei.

Die vorgelegten Quellenzeugnisse lassen nicht erkennen, daß nach dem ältesten Recht das Ausstoßen aus

dem Sippenverband gerade nur

mittels

einer

bestimmten Tötungsart,

') L. Frisionum IX 1. Dazu Wilda Strafrecht 812. Nur auf einem Versehen kann es beruhen, wenn . Richthofen Zur Lex Saxonum 286 die Satzung auf den Verführer, statt auf die Verführte,

bezieht. 2) •*)

Der Text ist durchaus deutlich. Diplomatarium Norwegicum II Nr. 226

Ob außer diesem

einigen Rechten des Mittelalters (worüber *J

Neues Arch.

f.

(S.

191).

Falle die Sippe befugt war, sich von einem Genossen

deut. Gesch.

Brunner

XXIV

693.

Rechtsgesch.

I- 130),

muß

loszusagen, wie nach

hier dahingestellt bleiben.

13 ja daß es überhaupt gerade nur durch

wo

einmal mit

überdies nicht

Tötung erfolgen konnte.

Sicherheit

werden kann, verlangt Lex Wisigot.

III 2

1.

Nur

verwandtschaftliches

ein

2 den Feuertod.

einem

Spezialfall,

Strafrecht

unterstellt

in

Sonst spricht dieses Gesetz-

buch, sprechen ferner die burgundischen, fränkischen und langobardischen Gesetze nur von spricht Bonifatius in seiner Schilderung des sächsischen Brauches von einem Wechsel zwischen Erdrosseln (Verbrennen) und Gassenlaufen, erzählen die freilich viel

occidere,

späteren Chroniken aus Dietmarschen bald von Verbrennen

und

auch vom Hängen, Einmauern, Zutodgeiläeln,

vom Aussetzen

skandinavische Volksmärchen einer Tonne,

sticken

Daß

deutsche und

oder leckem Schiffe

steuerlosem

in

oder in

Amalasvintha-Sage (allerdings nach antiken Mustern) vom Er-

die gotische

im Bade').

skandinavischen und deutschen Volkslieder nicht nur von

die

Todesarten, sondern

diesen

von Lebendigbegraben, bald von Ertränken,

bald

für die Todesstrafe auch das Verkaufen eintreten konnte,

sagen

nicht bloß die verhältnismäßig jungen skandinavischen Überlieferungen, sondern auch schon

das 11.

und so wird

langobardische Edikt,

es

daß im dänischen Recht des

erklären,

sich

Jahrhunderts überhaupt an Stelle der Todesstrafe der Verkauf erscheint und daß

1300 durch das Verjagen vollständig

im ostgotischen Recht gegen

ersetzt

sie

Dabei

ist-).

erscheinen diese verschiedenen Strafarten sämtlich als geeignet ein und das nämliche Ver-

Daß dem Missetäter zwischen wird, kommt als Sagenmotiv vor').

gehen zu ahnden.

Wahl

gelassen

verschiedenen Arten der Todesstrafe die

Man erwäge



richten einer verhältnismäßig späten Zeit angehören

,

jedoch, daß unsere

die frühesten einer Zeit,



nur noch in seinem Verfall sah, und außerdem, daß naturgemäß von Anfang an der partikularen Entwicklung hatten überlassen

verwandtschaftliche Strafrecht seine Regeln

Nach-

die das

Man

bleiben müssen.

dung der einzelnen

wird daher aus der scheinbaren Regellosigkeit,

Strafarten

die in der

nicht ohne weiters folgern dürfen,

obwaltet,

Anwen-

daß die von

der Verwandtschaft angewandten Todesstrafen in einer weiter zurückliegenden Zeit keinen sakralen Charakter gehabt haben.

mag

Mit den soeben hervorgehobenen Umständen

auch zusammenhängen, wenn

es

da oder dort die Legitimation zum Verhängen und zum Vollzug der verwandtschafts-

Ordnung zu entbehren scheint oder wenn neben Männern auch Weiber insbesondere neben dem Vater auch die Mutter zur Ausübung des verwandtschaftlichen Strafrechts berufen sind. Immerhin ist uns im Westgotenrecht (S. 8) rechtlichen Strafen einer festen





,

eine Reihenfolge der nächsten männlichen Blutsfreunde begegnet,

müssen diese Fragen auch sonst gewesen Strafe gegen den

gegrenzt sein

V

sein,

vom allgemeinen Recht

wenn anders

0.

III 2)

Verwandtenmord*) hin ab-

sollte.

Hackman

Hausmiirchen Nr. Turon.

und irgendwie geregelt

die verwandtschaftsrechtliche

so schwer verpönten

') Des Knaben Wunderhorn (her. v. Griesebach) 247—251, 253, 258, 260, 261, 282, 286, 287, 310, dann

Ski'ine 31,

,

16,

Sagor

(in

Finlands Folkdiktning

Strackerjan Aberglauben

31 (womit zu vgl. VIII 18

a.

''}

Grundtvig S.

.

au.s

Sv.

Folkeviser

II

unten in Abschnitt IV.

Gruniltvig Folkeviser

Wigatröm

A) 387, 387—392, 449

Oldenbg.

II S.

347

W. Grimm Altdän. Heldenlieder 247 Grundtvig Folkevi.ser V Nr. 244, 245, 253,

(über verjagen == verkaufen).

*)

.

I

529,

580, 581, E.

(s.

(vgl. 481, 482),

unten Abachn. VI

9)

108,

II

Folkdiktning

.

.

.

i

Grimm Gregor.

E.),

Vgl. auch die Ballade bei

heidnischen König senden),

.

528, II

Nr. 109.

(Nr. 60:

Verbrennen oder zum

256, 257, 259, 284 nebst S. 236

14 Eine Vergleichung ungermanischer Rechte führt zunächst zu einem Ergebnis,

das

oben gewonnene Grundansicht vom verwandtschaftlichen Strafrecht der Germanen zu Sowohl bei West- wie bei Südslaven geben die auch bei den befestigen geeignet ist.

die

Germanen meist besprochenen Fälle des Verwandtenschimpfes, die Vergehen von Weibern, Anlaß zur Ausübung einer verwandtschaftlichen Strafgewalt, und zwar mittels der Todesstrafe. und J. Grimm haben auf die Stelle eines böhmischen Rechtsbuches aus Jahrhundert aufmerksam gemacht*), wonach der entführten Tochter der Entführer innerhalb der Gerichtsbänke gegenübergestellt werden soll und ,si confessa fuerit se eum

Gaupp

Schon

dem

14.

voluntarie

recepisse

manu

maritum, tunc pater eidem

in

marito citato praedicto

et ejus

filiae



was entfernt an gewisse Bestimmungen mox In südslavischen Dörfern, wo die Bevölkerung größtenteils gotischer Gesetze^) anklingt. unter sich versippt ist, besteht noch in moderner Zeit die Neigung, ein entehrtes Mädchen capita

propria debet

amputare",

zusammen mit seinem Verführer zu

In einem kroatischen Volkslied wird die

steinigen^).

entehrte Tochter von der eigenen Mutter erstochen*).

Weiter ab stehen die fragmentarischen Züge eines verwandschaftlichen Strafrechts,

klassischen

die uns bei

V^ölkern überliefert sind.

Sie sind undeutlicher, weil dort schon

frühzeitig die Organisation der Sippe durch die der Hausgewalt überdeckt wurde.

In der

im Judicium domesticum über was doch nicht eine willkürliche TötungsEs konnte geschehen wegen einer Handlung, die vom staatlichen befugnis bedeutete. Recht mit Todesstrafe belegt war, aber auch wegen unehrbaren Wandels, wegen Feigheit, römischen patria potestas liegt die ausschließliche Gewalt, das Hauskind die Todesstrafe auszusprechen,

Wegen

wegen Einführung fremder Kulte *). obsequium

des

sacer^),

d.

h.

Geschlechtes.

gewisser Tatbestände, die sich als Verletzungen

den Täter für divis parentum

der judex domesticus

erklärte

darstellten,

an die vergötterten Seelen der gestorbenen Angehörigen des

für verfallen

Wendung

Eine sakrale

des Hausstrafrechts

ist

hier allerdings nicht zu ver-

Spuren einer verwandtschaftlichen Strafgewalt, die nicht aus der Hausgewalt floß, Livius und Dionysios legen, im Grundfinden sich doch sogar im römischen Recht. kennen.

gedanken übereinstimmend''), dem Sextus Tarquinius, der

1)

Gaupp

S. die Stelle (aus S.

249

Das

alte

Gesetz der Thüringer (1834) 382

Rad prava

zemski'hv) jetzt

2)

Edictum Theoderici

jedenfalls nicht in

c.

dem

61.

Grimm

Kleinere Schriften VII 48.

böhmisch und lateinisch in Jirecek Codex

jur.

Bohemici

II

2

Krauß Sitte und Krauß a. a. 0. 222.

^)

S. die Beispiele

bei

potestas zu den Todesstrafen III

1221

f.,

6)

M. Voigt Die XII Tafeln

im Judicium domesticum

Hist. de l'organis. judic. I 37

Fontes juris Romani

Livius

I

58.

Der von

Tomaschek

Deut. Recht zeigt

sich

II

279

ed.

d. ff.

f.

und über

die Beziehungen der patria

Voigt Leges regiae 580 f., Daremberg-Saglio s. v. 90 f., W. Rein Kriminalr. 440,

die Charakteristik bei

1170, 216, Die XII Tafeln II 281, G.

Humbert

röm. Kriminalprozesses

bei

zu einseitig die Willkür in der .Hauszucht' betonend),

f.

Bruns

sowie Leist Gräko-ital. RGesch. ')



auf die böhmische Bestimmung

Brauch der Südslaven (1885) 209, 216.

Judicium domesticum, auch G. Geib Gesch. Mommsen Röm. Strafr. 20 f., 25 f. (doch 16

Girard

14; 2, 2.

1.

deutschen Rechts

väterlichen Tötungsrecht.

F. S.

Jus naturale

L. Wisigot. III 4

.Einfluß'

*)

3)

f.

J.

die

(c. 84).

in Österreich 255 behauptete

630

f.,

die Lucretia verführen will,

I' 7 n. 6, 14

15.

Dionysios Antiqu. IV 65 §3.

c. 6,

II

39

n. 9.

Dazu Voigt Leges regiae

599,

15 in den Mund, er werde sie, wenn sie ihm nicht willfahre, töten und neben ihren Leichnam den eines erdrosselten Sklaven legen, damit es heiße, sie sei auf handhaftem Ehebruch getötet worden; nach dem etwas umständlicheren Dionysios fügt er hinzu,

Drohung

wie er sich zu solcher Tat legitimieren werde:

y.aieikrjcpdg äayjj/uoj'ovadv ae fisrd

(pt'jow

y.al

tov dovkov zerifKOQfjadai itjv rov avyyevov? vßgiv /xeTSQyöfievog.

Der Erzähler geht

also

daß jedes Weib, auch das unter fremder Hausgewalt stehende, Blutsverwandten auf handhaftem Ehebruch getötet werden dürfe. Daß ein

von der Vorstellung aus,

von jedem

Weib

nicht unter Hausgewalt stehendes

pinqui oder cognati unterworfen war, der Zusammensetzung

Reste eines

überlieferten

dem

unter

und im übrigen wäre an erinnern^). Über die

Gentilverbandes

des

Strafrechts

verrät sich auch in

pater familias der verwandt-

ausgeübten Strafgewalt-),

dort

der

Zudem

mehrfach bezeugt^).

des Judicium domesticum

schaftsrechtliche Charakter die

sehr weitgehenden Strafgewalt seiner pro-

einer

ist

zu

Strafart entschied im einzelnen Fall das Ermessen des Familiengerichts ebenso wie über Ein Rudiment verwandtschaftlichen Strafrechts in Griechenland kennen das Verfahren*).

dem

wir in

das den Verkauf der Tochter

Solonischen Gesetz,

verbotenen Umganges mit einem die Verkaufsbefugnis

an

die

Manne

Hier

erlaubte').

und der Schwester wesen wie in germanischen Rechten

ist

der Tötungsbefugnis getreten,

Stelle

deren

Erinnerung

die

verschiedenen griechischen Au.ssetzungssagen bewahren^).

Angesichts aller dieser verwandtschaftlichen Strafrechte dürfen wir mit einem hohen

Grad von Wahi-scheinlichkeit auch Recht des

hieher gestellt zu werden.

.Erat enim

domo paterna

corruptor

illius

wo

Die Vita

illa

(Acta SS. Jan.

f..

2)

S.

berichtet:

816, § 3)

Daran knüpft sich die Erzählung eines Anwendungsund nachher ebenso vergeblich eine andere Todes-

zuerst vergeblich der Felssturz

Strafen nach Eherecht'). gewalt des Mannes über seine Frau wendungsfall bildet der Ehebruch*).

')

I

[nämlich bei den Schotten] servata, ut

fornicata et gravida inventa de montis supercilio praecipitaretur et

capite plecteretur.'

insbesondere Livius epit.

Die Lex Maenia 29, G.

Darüber namentlich

Die XII Tafeln

aufs Verlässigste

bezeugt.

Schon eine berühmte

XXXIX

Kunibert

K lenze in W. Leist

versucht wird.

S. 13),

In den meisten germanischen Rechten

2.

415

Kentigerni

s.

das Aussetzen im steuerlosen Schiflf (vgl. oben

strafe,

II

keltisches annehmen, da uns aus einem keltischen ist, die sich wohl dazu eignen würde,

antiquis in gente

a diebus

lex

puella in

falles,

ein

Jahrh. eine Strafsatzung überliefert

6.

18,

0.

Zschr.

f.

geschichtl.

Den gewöhnlichen AnTacitus (Germ. 19)

Stelle bei

Valerius Mai. VI

a. a.

eine Straf-

ist

3 (7, 8),

M. Voigt Die XII Tafeln

Rechtswissensch. VI 21

— 23,

M.

Voigt

271—275. ') M. Voigt Die XII Tafeln II 769 (Aberkennung des Gentilnamens wegen Verwandtenschimpfs), Bi unnenmeister Das Tötungsverbrechen im altröm. R. 94—96. *) Mommsen a.a.O. 23—26. '•')

*)

276

II

Plutarch Lykurg. 23. G. Glotz La solidarite

andere Sagen und ')

Zum

Quindekjönneta ')

Mogg

B.

(n. 8),

S.

32

folgenden .

.

.

— 43 s.

S.

Altarisches Jus Civile

droit

le

crim.

en

Grece (1904) 33.

über das verwandtschaftl. Strafr. in der griechischen

Kraut, Brunner,

His,

kaar hos Skandinaverne (1799) 193

adulterii (Argentorati 1736), Chr. G.

adulterii criraine (1727,

Üaremberg-Saglio VI

übrigens Chr. Lecrivain bei

de la famille dans

v. f.,

Mancherlei Material hierüber, wenn auch nicht

De poena

I

1740)

c.

V,

W.

E.

Wilda

Amira

1

p.

776.

520

f.

Daselbst noch

Frühzeit überhaupt.

ferner Kngelstoft Schlyter Juridiske Afhandlingar I 169 f. immer unter richtigen Gesichtspunkten, bieten

oben

S. 6

N. 2,

C. J.

Hoffmann

Diss. de dissensu

Strafrecht 821—827, E.

jurium

Rosenthal Die

in punieiido

Rechtsfolgen

16 „paucissima in tarn numerosa gente adulteria; quorum poena praesens et maritis permissa: abscissis crinibus nudatam coram propinguis expellit domo maritus Stufenweise abgemildert erscheint dieselbe Strafe ac per omnem vicum verbere agit'. für Ehebruch der Frau im gotischen und dänischen Recht des Mittelalters, Westgöta „Hat eine Frau Ehebruch getrieben und ist sie dieser Schuld überführt, Lagh. II Gb. 5

handelt davon:

:

dann

soll

man

zur Thürschwelle führen, ihr den Mantel abreißen und

sie

des Rockes abschneiden^) und

sie so

den Hinterteil

aus der Tür und von ihrem Gutsanteil jagen."

ländisches Recht: „Trifft sichs, data das

Weib

kommt

lebendig davon

[sc.

obgleich

See-

sie

auf

handhaftem Ehebruch ertappt wurde] und ist dies so offenkundig geschehen, dafä sie und ihre Verwandten nicht widersprechen können, und tröstet er sich dann auch noch, daö er ohne Weib sein kann, dann darf er sie aus dem Hof jagen lediglich in Hemd und Mantel, und sie bekomme keinen Pfennig von all dem, was ihr gehört"^). Auf hand-

haftem Ehebruch durfte, wie diese und viele andere Stellen^) zeigen, der Mann seine Frau töten, ein Satz, der unabhängig von der Hausgewalt auch im altrömischen Recht Bonifatius beschreibt die altgalt*). Aber das germanische Recht ging noch weiter. ihrer nach nicht auf, Ehebruchstrafe, die Natur sondern höchstens wegen sächsische handhafter Tat vollstreckt werden konnte: ,aliquando [nämlich wenn die überführte Ehebrecherin

Selbstmord

den

nicht

vorzog]

congregato

exercitu

pagos circumquaque ducunt virgis cedentes

mulieres per

femineo

eam

flagellatam

vestimenta ejus abscindentes

et

juxta cingulum et cultellis suis totum corpus ejus secantes et pungentes minutis vulneribus

cruentatam

et laceratam de villa

cetere

occurrunt semper novae flagellatrices

et

usque ad eam aut mortuam aut vic vivam derelinquunt, Dai dies Verfahren der Urzeit et luxoriandi habeant" ').

zelo pudicitiae adductae

ut

ad villam mittunt

timorem adulterandi

angehört, ergibt sich aus der Vergleichung slawischer Rechte, insbesondere aus einer in des Ehebruchs nach kanon. (1884) 85

— 147.

durchzieht, bei

u.

deut. R. (1880)

Vgl. auch das Motiv

Maßmann

40—104, H. Bennecke Die

strafrl.

Lehre

v.

Kaiserchronik

III

893—917, ferner

Grimm

Deut. Sagen Nr. 538.

Opposition gegen das ehemännl. Tötungsrecht wegen Ehebruchs: c. 5, 6, 8 C. XXXIII qu. auch Poenit. Mediol. bei Wasserschieben Bußordg. 714, Regino De syn. causis II 5 qu. 1)

Ein Nachklang davon

-)

Eriks Saillandske L.

.fortjagen") Valdemars II

127 §

1,

östgöta L.

bard. Reste in den 3)

Kb. 9 §

Uplands 4.

ital.

L.

6 § 2

Erikss.

(ed.

Thorsen

S. 27, ed.

Opet Die Popularklage der Berner Handfeste 14 f. (= Westmanna L. II Mb. 2). Södermanna L. Gb. 4 § 1. Westmanna

Stadsl.

Gb.

10.

L. Baiuw. VIII

Ed. Roth. 217.

deut. Gesch.

Belege aus

XXIV

606

dem MA.

Rechtsgesch.

d.

s.

f.).

bei

7.

L. Wisigot. III 4, 4

L. Burgund.

Rosenthal

Landsch. Gaster 308, H.

L.

I

(wozu

LXVIII (wozu 0. 75—82,

a. a.

Fehr

Rechts-

Miranda (a. 1099) bei T. MuiSoz Colleccion de bei nicht handhaftem Ehebruch wie überhaupt bei nicht

Gotisch-spanisches R. im Fuero



v.

I 351. In L. Burgund. XXXIV 3 ist handhaften Missetaten der Frau das eheherrliche Tötungsrecht beseitigt.

Fueros

aber

S.

7.

schwed. Ballade Folkvisor

Zeumer in der Note und im Neuen Arch. f. Brunner Rechtsgesch. 1- 99 f. n. 42). Deutsche Osenbrüggen Alam. Strafr. 213 f., E. Gmür stellung der Frau 44.

Kirchliche 2.

Statuten des MA.,

^b.

L.

Magnus

Stell.

I

II 188. S. auch J. Grimm RA.* II 302 f. Kold. Rosenvinge S. 65). Schwächer (bloß (ed. Thorsen) 51 (S. 37), Arvebog 60, Skane L. (ed. Schlyter) I 211, So auch in Deutschland das Kl. Kaiserrecht II 23. Entsprechend lango-

in der

II 1

EJiz. 26.

Ehebruch

der bestraften Ehebrecherin, das den Sagenkreis der Crescentia



Zweifelhaft das M. Cato bei Gellius X 23. Dazu s. Mommsen Rom. Strafr. 625 N. 1. griech. R., L. Günther Die Idee der Wiedervergeltung I 92 N. 61. 5) Jaffe Biblioth. rer. germ. III 172. Vielleicht war dieselbe Ehebruchstrafe auch bei Franken gebräuchlich. Wenigstens erinnert die französische des MA. in mehreren Zügen an jene ältere; s. Du Gange GIoss. s. v. Trotari, ebenso das ostfränk. R. im Kl. Kaiserrecht II 28. *)



17 allem wesentlichen entsprechenden

noch

Akt der 15



=

(Vyvod , Herausführung')*), deren was übrigens aus dem Zusammenhang



ist,

um

daß es sich nicht

Ehemannes handelt, mit der

sich

eine

nur ein

Anderseits steht aber der slawische Brauch in

wie der völligen Entkleidung des ausgepeitschten Weibes dem Bericht noch

angeführten taciteischen

f.

des

eine Justiz

Volksjustiz zu verbinden pflegt.

gewissen Äußerlichkeiten S.

um

sondern

beweist,

ohnehin zu schließen

der Schilderung des Bonifatius

bloße Volksjustiz,

russischen Sitte

Form auch

heute erhaltene volle

Wir können

näher-).

kaum daran

also

daß auch die von Tacitus beschriebene Strafe auf Tötung der Ehebrecherin Poena praesens kann dabei nicht Strafe auf handhafter Tat, muß aber wohl Nach langobardischem Recht mußte zwar der Ehebruch, sofortige Strafe bedeuten. zweifeln, abzielt.

wegen dessen der Mann

Frau töten

seine

handhaft sein; aber die Tötung selbst

durfte,

Denn der Mann konnte verlangen, Im friesischen Recht des Mittelalters findet sich eine eheherrliche Tötungsbefugnis, die überhaupt keine Handhaftigkeit des Ehebruchs voraussetzt*). Dasselbe gilt aber auch schon vom westgotischen Recht durfte auch nach übernächtiger Tat

vor sich gehen.

daß ihm die Frau ad vindictam ausgeliefert werde').

nach L. Wisigot.

4

III

1,

1.

3^) und wahrscheinlich auch nach langobard., fränk. und angel-

sächsischem Recht.

Denn wenn nach einem Gesetz von König Grimwald

Ehemann, der Wergeid büßt,

Frau arglistig und fölschlich des Ehebruchs bezichtigt

seine

7

(c.

a.

668) der

hat, mit deren

so gestattet dies den Schluß, daß bei wahrheitsgemäßer Bezichtigung die Frau der Todesstrafe verfallen würde, wie sie nach Liutpr. 130 ebenfalls der Todesstrafe verfällt und er ihr Wergeid entrichten muß, wenn .sie sich von ihm verkuppeln läßt.

Auf

das fränkische Recht läßt

Schluß zu (Mon. Germ. Capp.

46 des Konzils von Tribur

c.

II

239

f.^:

(a.

895) einen fast sicheren

uxor constuprata fuerit et propterea

,Si cujus

maritus capitali sententia delere illam machinaverit, ipsa vero urgente mortis periculo ad

episcopum confugerit desudet,

et

ue occidatur.

viro ad occidendum.

.

auxilium quaesierit, operosiore tarnen, Si vero

.

non potest, nuUo modo

liceat

si

potest,

interdum maritus eam invenerit et

Si vero

saeculum potestatem habuerit, quid

agere

ei

velit.

"

episcopus labore

requirenti

ei

eam reddere

repetierit,

secundum

Altbaierische Rechtstradition

dürfte

wohl dem Verfahren des Herzogs Ludwig II. zu Grund liegen, der im Jahre 1256 seine Frau wegen nicht handhaften Ehebruchs nächtlicher Weile enthaupten ließ. Denn in den

Augen

')

bei 0.

der Zeitgenossen lag das Entsetzliche seiner Tat nur im Hinrichten der Unschuldigen'').

Der russische Vyvod

ist

nach einer Schilderung

Schrader Die Indogermanen

91

Brauch bei M.

Kovalewsky Coutume

bruchstrafen

unten

8.

S. 19

N.

f.

und

von M. Gorkij ähnlich wie oben verwertet

in Kncyclop. Rel. III 501.

contemporaine

et

loi



ancienne 338

Vgl. auch den f.



oasetiachen

Andere slawische Ehe-

5.

Dagegen bietet der südslawische Brauch eine ähnliche Abbreviatur der Entkleidung wie der altsächsische und westgötische, F. S. KrauB Sitte und Brauch der Südslawen 570. 3) Ed. Roth. 212 und Cap. Olonn. (a. 822—23) c. 3 (Mon. Germ. Capitularia I ed. Boretius 317, Tgl. ebenda 317 c. 2). Dazu s. auch E. Rosenthal a. a. 0. 61 f. ^)

*)

Die Belege

s.

bei

v.

Richthofen Zur Lex Saxonum

deut. Rechtsquellen Ostfrieslands

I

(1908) 137.

Dazu auch His

281, n.

1,

ferner

Borchling

Strafr. 197 bei n. 2,

200 bei

Die niedern. 6.

Dazu vgl. die aragonische forma securitatia bei Du Gange GIoss. s. v. Adulterium S. 101 Sp. die vom Standpunkt der L. Wisig. ausgeht. ') Ober das Ereignis s. S. Riezler Gesch. Baierns II 110 113. R. ahnt das Richtige, wenn sagt: .Ludwig war vielleicht als Ehemann zur Fällung des Urteilspruches berechtigt." Dagegen ist ^)



Abh.

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

3

1,

er es

18 Die angelsächsischen

über Bestrafung der Ehebrecherin durch ihren Mann daß die Frau beim Begehen der Missetat ertappt sein mußte ^).

Rechtssätze

lassen nirgends erkennen,

Eine Illustration zu all dem aber liefert die dänische Svanhildensage, wo gerade die Nichthandhaftigkeit des Ehebruchs das entscheidende Erzählungsraotiv abgibt, die Frau



auf bloße Verleumdung hin die Todesstrafe erleidet^).

Das langobardische Recht zeigt uns ferner, daß in älterer Zeit die Ehefrau nicht nur wegen Ehebruchs, sondern auch wegen anderer Vergehen der Tötungsbefugnis ihres

Nach Roth. 202

Mannes unterlag.

per supposita

se aut

persona,

wenn Liutprand 121 gefallen

sit

„si

in

potestatem mariti de ea facere quod

und

voluerit",

731) eine Frau, die sich unzüchtige Griffe eines fremden Mamies

(a.

wiederum der vindicta

läßt,

morte mariti sui consiliaverit per

mulier in

Ehemannes unterwirft und diesmal ausdrück-

ihres

Töten und Verstümmeln ausnimmt, so erweckt

dies doch wohl den Eindruck, als ob vor 731 auch diese äußersten Grade der vindicta im angeführten Falle zulässig gewesen lich das

wären.

Von einem andern

Fall,

wo

die

war, hören wir in der zweiten Hälfte des

Herzogs Romwald weigert

sich,

Frau dem Tötungsrecht 7.

einen ihrem

Mann

Mannes ausgesetzt

ihres

Die Frau des langobardischen

Jahrhunderts.

gehörigen Kultgegenstand preiszugeben,

muß, dann von ihm getötet zu werden, und als sie es nachher dennoch tut, erklärt ein anderer Mann, er würde im gleichen Fall seine Frau getötet haben'). Aus den Gebieten anderer Rechte wissen Volksüberlieferungen von erlaubter Tötung der Ehefrau wegen Hexerei, wegen Anthropophagie, wegen Kindermord zu erzählen*). Nur zur Bestätigung einer so weitgehenden eheherrlichen Strafgewalt im germanischen Recht kann es dienen, wenn wir sie im slawischen, im keltischen, im römischen, im altindischen weil sie fürchten

Recht wiederfinden, wenn sie auch freilich in einigen dieser Rechte der hausväterlichen Gewalt aufgesogen ist').

von

vollständig

fast

Anderseits zeigt das langobardische Edikt schon in seinem ältesten Bestand, was wir

daß der

indes schon aus der taciteischen Notiz schließen müssen, die Todesstrafe

muß

lober,

non

sit

über seine Frau verhängen durfte; 1200

er zahlen,

merita niori".

,si

maritus uxorem suam

occiderit

Eine Beschränkung der ehemäunlichen Willkür lag weiterhin auch

abwegig, wenn er beifügt: „jedenfalls als Herzog'. unter keinen Umständen berechtigt gewesen. 1)

2)

R. II

Schmid 364

nicht willkürlich

König und Verimmerentem, quod per legem

darin, daß er nach Tacitus die propinqui zuziehen mußte, selbst

sachsen

Mann

hälftig an

solidi,

Gess. der

Als Herzog wilre

Angelsachsen- (1858) 562

f.

Subjektiv

wenn man darunter seine Ludwig

diesem Verfahren

zu

Liebermann

Gess.

der Angel-

(8 c).

Saxo Gramm,

(ed.

Holder) VllI

280.

In der Island. Version der Sage ist Svanhilde allerdings

nicht Ehefrau, sondern nur Verlobte des jQrmunrekr, was sicherlich auf Entstellung beruht. Island. Erinnerung an altes Recht in Grettis saga (her. v. Boer) S. 309 (Z. 5 7) vorliegen?

Sollte eine



3)

V.

*)

0.

diktning

i

s.

Barbati in Acta SS. Febr.

Deut. Volksmärchen

216

f.,

III p. 141, 142,

144,

145.

Fuglestvedt Folkesagn saml. i Lister og Mandals Amt Skane (1880) 178. Fr. Müller Siebenbürg. Sagen (1885) a.

Siebenbürgen^ (1877)

S. 2, 5.

0.

Hackman

in

(1881) Nr. 70.

Nr. 209.

Vgl.

E.

Vigström

auch

J.

Folk-

Haltrich

Finlands svenska Folkdiktning

I

A

229, 230, 231. *)

brannt).

Livius

Südslaw.



R.:

Kelt. R.:

XXXIV

18.

F. S.

Krauß

Caesar BG. VI



Ind. R.:

J.

(Hexen von ihren Männern verDionysios II 25, 26, M. Cato bei Gellius X 23, Sitte (in Bühlers Grundriß II) § 19.

Slaw. Volkforschungen 53, 59 19.



Rom.

Jolly Recht

u.

R.:

19 Verwandten zu verstehen haben sollte. Frau gemeint sein, da diese auch sonst

Grad

die

Verwandten der

ihrer Verheiratung

zu

einem gewissen

Auch das römische, d. Recht band den Ehemann bei der Ausübung

deren Schutz blieb*)..

in

italische

mung

Es werden aber wohl eher trotz

wahrscheinlich schon das

seiner Strafgewalt

an

Zustim-

die

der Kognaten im Judicium domesticum-).

Stand die Ausübung der eheherrlichen

man

doch

h.

bis

Strafgewalt

unter

Rechtsregeln,

könnte

so

daran denken, daß auch nicht beliebige Tötungsarten gewählt werden durften.

Das Tötung auf handhafter Wohl kennt wegen Ehe-

wenn wir von dem

scheint jedoch nicht zuzutreffen, auch

Fall der

Tat absehen, wo sich jene Annahme von vornherein verbietet. bruchs Tacitus nur eine einzige Tötungsart, nämlich eine bestimmte Variante des Gassenlaufens, das zu den von H. Brunner sogenannten „Zufallsstrafen" gehört, und die oben aus germanischen und slavischen Rechten beweisen,

vorgelegten Materialien

um

dabei

einen Brauch handelt,

der Urzeit

der in

daß

sich

es

gerade im Falle des Ehebruchs weit

Allein rechtlich dürfte der Mann doch kaum jemals an diese Strafform verbreitet war. gebunden gewesen sein. Ein friesisches Sendrecht, das freilich erst dem vorgerückten MA. angehört, knüpfte insofern an das taciteische verbere agere an, als es dem Mann erlaubt, die ehebrecherische

Frau zu geiüeln; aber

er soll sie

auch enthaupten dürfen mit

und ein verwandtes, nur wenig späteres Sendrecht läßt ihm die Auswahl zwischen Enthaupten, Ertränken und Verbrennen*). Nach mittel- und oberdeutschen Quellen soll der gekränkte Gatte die Frau samt ihrem Liebhaber lebendig begraben und pfählen'). Vielleicht mögen einige dieser

dem Schwert, worunter

einst

sie

Braut geschritten war'),

als

Tötungsarten erst aus dem öffentlichen

denn auch

Wälzen

das

ins eheliche Strafrecht

Nageltonne, sonst

der

in

herUbergenommen

wenigstens in der Volkssage als Strafe nach Eherecht vorkommt^),

Dagegen gehört

setzen im Schiff').

der Schwanhildensage Jarmerik

zerstampfen läßt,

>)

Vgl.

^)

Klenze

z.

15.

Zug

ein

der

Ed. Roth. 200

in Z.schr.

f.

die

(S.

nur diesem an,

es

vermeintlich

auch

in

andern

18 im Text\

wenn

in

und ebenso das Aus-

der nordischen Fassung

ehebrecherische Schwanhild von Rossen

Sagen vorkommt*).

Wifm. bewedd.

geschichtl. RWissenach. VI.

wie

sein,

regelmäßig eine öffentliche Strafart,

G.

Geib

7 (bei

Alles

Liebeimann

scheint

dies

Gen.

442).

1

Gesch. d röin. Kriminiilproz. 86

ff.,

91.



Enthaupten auch in Siebenbürgen. Eheschwert s. J. Griiiiui HA* I 231 f. Kr. Müller SiebenbOrg. Sagen- Nr. 507. *) Wegen der Belege s. oben S. 17 N- 4 Verbrennen v. d. Hagen Gesamtabenteuer I S. 174, CVIll. *) Mei.ssener Rb. IV 11 d. 2. Zwickauer Hb. in Zschr. Cgni. 507 bei Laßberg Swsp. S. LXIV. f. RGesch. XXXVIII 365. Altdorfer H. bei Gengler Cod. jur. mun. I 25. Vgl. auch Altprager Stadtr. 52, Rb. 67, Iglau. Stadlr. 58. — Wahlrecht zwischen Hängen, Steinigen u Ertränken in Kaiserchron. 11848 — 11850. Sehr verschiedene Ehebruchstrafen auch in slav. Gewohnheiten: f^nthaupten im böhm. R. des 10. Jahrh. V. s. Adalberti c. 19 IMon. Germ. SS. IV 590), Verbrennen, Ertränken, Schleifen, Teeren *)

Über daa





^





u.

mit Wolle

Mitteil, aus

V.

3.

bestecken

Ungarn

bei

den Südslaven.

III 282, 283,



II

294

f.,

Panzer Beitrag I 134 f {Kindermord). 300 (Ehebruch), 207 (Ehebruch).

«;

')

Rochholz Schweizersagen

unten Abschn. VI \r. ")

J.

hild nicht

Krauß

Sitte u.

Brauch

d.

Südsl. 566 N.

1,

Ethnol.

.atrocissimae poenae' bei den Polen. Vincent. Cracov. Chron.

Stanislai 30 (.\Ion. Polon. bist.

mord),

F. S.

I

53.

I

18,

IV 278). Bavaria

Hackman

III

Sagor

921 (Kindermord)

(in

Sebillot IV 293 (Kinder-

Finlands Folkdiktning

1

A) 386.

S. aucli

7.

Grimm RA.* II 273. F. Liebrecht Z. Volksk. 297 f. wegen Ehebruchs bestraft, auch von den Rossen nicht



In der gotischen Sage wird Schwan-

zertreten, sondern zerrissen. 3*

20

Mann

darauf zu deuten, daß der

Es wird

ersinnen durfte.

also

eine besondere Tötungsart eigens für den konkreten Fall

nur dem ursprünglichen Grundsatz entsprechen, wenn nach

Ehemanne] tradantur, Es fügt sich dazu vollut quod de eis facere voluerit in ejus proprio consistat arbitrio'. kommen, daß in einem Fall, wo die Frau wegen einer andern Missetat als wegen Ehebruchs bestraft werden soll, das langobardische Edikt fast die nämlichen Worte gebraucht der Antiqua in L. Wisigot. III 4

(s.

3 »adulter et adultera ipsi [dem

1.

S. 18).

Einen rechtlichen Zwang zur Ausübung der eheherrlichen Strafgewalt wüßte ich Die vorhin angeführten friesischen Quellen verneinen ihn sogar, nicht nachzuweisen. indem sie es dem Manne frei stellen, die Frau zu töten oder wieder zu sich zu nehmen.

Um

so weniger

vermögen wir

in

sacra divis parentum

verberit?]

der eherechtlichen Todesstrafe

wenn wir den

entdecken, auch dann nicht,

estod'

einen

Zug zu

sakralen

alten latinischen Rechtssatz ,si nurus [parentem

(s.

oben 14

berücksichtigen

n. 6)

Denn

wollen.

dieser Satz steht mit einer Hausangehörigkeit der Ehefrau in Zusammenhang, die spezifisch

nicht germanisch

italisch,

ist.

Strafen nach Racherecht. Ein Privatstrafrecht außerhalb eines Gewaltverhältnisses liegt vor, wenn der Missetäter dem Verletzten zur Genugtuung ausgeliefert werden muß. Dieses ist besonders oft im westgotischen Gesetzbuch bestimmt, und zwar unbedingt und vorbehaltlos. Z. B. III 2 1. 6 ,Si mulier absente viro alium sibi maritum ambo ei in potestate tradantur ut, quod de eis facere voluerit, seu vendendi adsumat 3.

.

.

.

seu quid aliud faciendi habeat potestatem"; violenter,

intulerit III

4

uxori, cujus

marito

marito se miscuit,



4

III

mulieris, ut

qua mulier ingenua marito

„Si

9

1.

addicatur

ut in ipsius

1

1.

in

,Si quis uxori aliene

potestate

ejus

adulterio

alicujus

se

adulterium

vindicta

sociaverit

.

.

consistat'; .,

addicatur

Es

potestate vindicta consistat"*).

ist

klar,

daß auf Grund solcher Gesetze der Strafberechtigte nicht nur den Tod verhängen, sondern auch die Art des Todes nach Gutdünken bestimmen darf. Erst jüngere Gesetze scliließen die

Tötung aus^) oder

sie gestatten (unter

dem Gesichtspunkt

der Talion) nur eine bestimmte

Eine solche unbedingte und vorbehaltlose Auslieferung wie nach der west-

Tölungsart').

wo

gotischen Antiqua wird anderwärts selten erwähnt, doch gerade auch in Gebieten,

Nach

westgotische Einflüsse nicht gedacht werden kann.

L.

Sax. 26

an

,Qui filium doraini

uxorem aut matrem stupraverit, juxta voluntatem domini Nach Ed. Liutprandi 130 ,ille homo qui ipsam mulierem alienam adulteraquamquam cum viri ejus consilium, fiat traditus in manus ad parentis ipsius mulieris".

sui occiderit vel filiani aut

occidatur". verit,

Nach Ed. Ratchis 10

„si

veritatem adprovare non potuerit [ein Denunziant],

fälschlich Angeschuldigten]

Gap. Olonn.

1.

3)

I

L. W^isigot.

VI

Lope de Vega

Spanien

2 (Capp. I 317)

III

1

ei

wurde der Zuhälter einer Ehebrecherin mit

1.2

(?),

3 11.2, 11,

III

4 1.2, III 6

11.

1,

2,

VI 2

1.

3,

[dem

Nach dieser

5 1.21,

S.

auch A.

v.

Halb an Das

röm. Recht in den german. Volks-

221.

Fuero von Medinaceli

noch

c.

fiat

de eo quod voluerit".

3,

2)

staaten

822

Andere Gesetze gleicher Art XI 1 1. 6 (Erv.). L. Wisigot. VI 5 1.16, 6 1.2.

1)

VII 3

a.

datus in manibus ... et faciat

II

155.

1

1.

2 (S. 249), 5.

(12. Jahrh.)

in

bei

S.

auch

Muiioz

seiner Estrella

V

4

1.

11.



I

435.

Colleccion

de Sevilla; dazu

s.

Auslieferung

Den

A. Fr.

v.

alten

zum Hungertod nach dem Rechtsgedanken verwertet Gesch. d. dram. Lit. in

Schack

21

dem

wegen Ehebruchs klagende Mann,

Wegen

Leben"*).

Nacb Guta lagh 21

Ehemann ad vindictam übergeben.

beleidigten

»was er lieber

pr.

bestimmt der

Geld oder sein [des Beklagten]

will,

„offenen Mordes' (d. h. unleugbaren Totschlags) soll

man nach Knuts

angs. Ges. II 56 den Täter den Verwandten des Getöteten „übergeben", nach LL. Heinrici

Tötung.

92 §§ 15, 19 ,ut eorum niisericordiam et Judicium senciat, quibus ipse non zwar auch wegen Mordes im eigentlichen Sinn, d. h. wegen heimlicher Nach westnorwegischem Recht soll, wer einen andern verwundet hat, gefangen

gehalten

werden,

bis

entweder die

letzung gestorben

ist;

letztern Falles .sollen des

c.

71 §

c.

1,

pepercit", und

zu

Fußen

zu

des Toten'

an der VerToten Blutsfreunde den Täter erschlagen

Gula|). b.

beschränkt.

zeitlich

oder der Verwundete

vernarbt

(Bjarkeyjar R. 11 13,

das Tötungsrecht

zugleich

Wunde

Den



183),

eine

gleichen Dienst

Tötung versah, so lange der Sklave noch der Willkür

beliebiger

Bestimmung,

die

wie das Ausliefern seiner

Herrschaft

überlassen war, das strafweise Verknechten eines Übeltäters an den Verletzten-). In südgernianischen Rechten aber

kommt auch

vor, daia der

Täter oder seine Ver-

wandten zu wählen haben, ob er zur Tötung ausgeliefert oder ob Buße gegeben werden soll. Er oder die Verwandten können sein Leben bei der verletzten Partei auslösen, nach dem Schema von Ed. Chilperici (561 584) c. 8: ,Et si homo malus fecerat, qui male



fecit,

et si res

fecit

tradatur

non habet, unde sua mala facta conponat,

manus

in

et facia[n]t

.

nos ordinamus,

.

.

cui

malum

exinde quod Tolueri[n]t.'' Hier ist also die Aber sowohl in diesen wie in den zuvor

Auslieferung durch das Nichtzahlen bedingt').

erwähnten Fällen

sie

ist

Das

gewonnen.

losigkeit

sekundär, nämlich nur durch „Abspaltung" von der Friedlängst erkannt*) und darum jetzt nicht weiter zu erörtern.

ist

Dabei sehen wir ab von der unbedingten oder bedingten Auslieferung missetätiger Eigenan den Verletzten, die zwar nicht von der Friedlosigkeit abgespalten sein kann,

ieute

jedoch

ebenfalls

ein

sekundäres Gebilde,

weil

Folge

Such- (Sklaven-) Haftung

der

ist.

Mit dem Privatstrafrecht hat dieses also überhaupt nichts zu schaffen.

Hingegen erweist

sich wieder auf den ersten Blick als eine Privatstrafe, die aus der

auf handhafter Tat eintretenden Friedlosigkeit abgespalten,

das Pfählen oder Lebendig-

begraben des handhaften Ehebrechers, wovon im SpätMA. oberdeutsche Rechtsaufzeich-

nungen sprechen,

z.

B. das Prager Rechtsbuch

seinen eelichen weip erwischt,

ist

c.

87:

scheppfen darzu und slach durch sy payde einen pfall

1)

PrivU.

f.

Wohl analog auch Lippstadt

des Ehebruchs

strafe

77),

')

Wilda

')

L.

ist,

.

.

ob ymant den anderen

Bestimmung über Frauenraub

.

.

I

.

er ruff den richter

Die Vollzugsform

").

21 §

2.



bey

und en ist

dem

Spätmittelalterl. Beispiele:

1244 § 12 bei Gengier Deut. Stadtrr. 256 (nebst K. Rosenthal Die Rechtsfolgen Zwiekauer Rb. in Zschr. der Sav. Stiftg. f. KGesch. XXXVlll (1918) 359, 364. a.

Strafr.

Burgund.

Sohm

die

„.

das er sye payde toten wil,

516

XII

f.

3.

Brunner Forschungen 472—475, RGesch. L. Sal.

Proz. der L. Sal.

Schreuer Die Behandig. N. 83), XXXII add. 3 (?).

11 479 f., 694. LVlll (wo die Tötung des unausgelösten Wergeldschuldners Privat177, Frank. Reichs- u. Gerichtsverf. 100, Brunner RGesch. II 471,

der Verbrechenskonkurrenz 256 Ed. Chilper.

lieferung unterstellen darf).

8.

f.,

E.

Mayer

Pactus pro ten. pacis 2 (wenn

Ed. Liutpr. 20, 80.

Vgl. auch Liutpr. 121,

Deut. u. franz. VerfGesch.

man

I

184

bei vita carebit eine Aus-

wo das Tötungsrecht

als

Folge

der Auslieferung eigens verneint wird.

Brunner Forschungen 473 f., RGesch. II § 115, auch S. 695. Entsprechend Brünner Schöffenb. c. 490, Iglauer Stadtr. 58 (67, E. Rosenthal a. a. 0. 78 f. *) 5)

96),

ÖVVeist. VIII 81.

S.

auch

22 entlehnt (s. unten Abschn. VI unter Nr. 11), wie sich noch deutwenn der gekränkte Ehemann den Ritus des Begrabens auch noch nach-

öffentlichen Strafrecht licher ergibt,

„Begriff eyner eyn by sinem wibe unde begriffe

träglich an den Leichen vollziehen darf:

her sy beyde mit der worhafften tad unde sluge sy beyde zeu sich

unde dy

sy seczen mit siner gewere

uffe

sal

tode uff enander,

he

sal

he in siner band habe unde sal sende

noch deme gerichte unde sal clagen. ... So teyle man ome: he sulle sy bindin uff enander unde sulle .sy uffinbar füren under den galgen unde sulle do eyn grab graben soben schu lang unde soben schu tif unde sal nemen zcw borden dorne unde sal legen eyne under, daz wip mit deme rucke doruff, denne den fredebrecher oben obir sy storcze unde den eynen bürden uf sinen rucke legen unde eynen eychen phal durch sy beyde slone, sy sin lebende oder

unde zeu

tot,

dem

daz sy an

nicht entwischen mögen, unde daz grab sal

man

zeuslan

fallen*)."

Unter dem Gesichtspunkt der Privatstrafe nach Racherecht ordnet sich nunmehr auch der Brauch ein, den Bonifatius bei den heidnischen Sachsen kennen gelernt hat: „super bustum illius [des verführten Mädchens] incensae et concrematae corruptorem ejus suspendunt' führer

Die Verwandten des verführten Mädchens bringen

-').

zum Opfer

genau so wie

dar,

seiner Seele den Ver-

den Langobarden nach Ed. Roth. 370 der könig-

bei

Eigenmann, der einen Mord begangen, über dem Grabe des Ermordeten gehängt wird. In diesen Fällen ist sichtlich die Hinrichtung Kultakt, jedoch nur ein Akt des Privatkultes und auch dies nur wegen des besondern Anlasses, daher auch nur ein Akt Ein solcher Totenkult war bei den indogermanischen Völkern sehr weit des Totenkultes. Bei Herodotos I 45 verlangt der Phryger Adrastos, der einen Sohn des verbreitet.

liche

Kroisos getötet, dieser solle ihn

und

tötet

dann

sich

als

selbst auf dessen Grab.

die Lieblingsfrau eines

die Sitte,

dem Toten

Opfer schlachten (entxaTaaqxi^si Die Thraker hatten nach

Gestorbenen an dessen Grab

zu

töten

reo vexoo))

Herodotos

V

5

und mit ihm zu

Nach Prokopios Goth. II 14 gebührte bei den Herulern dem gestorbenen die Witwe an seinem Grabe durch Erhängen opferte. Von Hinrichtung Mörders am Grabe des Ermordeten spricht Piaton Gess. IX 872 B.

begraben.

Manne, daß sich eines

Gegen das Privatstrafrecht hat in den germanischen Ländern frühzeitig ein Kampf Schon die langobardische, die es doch besonders deutlich der Staatsgesetzgebung begonnen. erkennen

läßt,

sucht es zu schwächen.

So erklärt

sich,

wie vor allem die Todesstrafe nach

Christianisierung der germanischen Völker aus ihrem Privatstrafrecht nahezu verschwindet. Einflüsse der Jurisprudenz, 11

Aber

rung unterstützt. sofern nachgewirkt,

wurde.

')

Dazu

s. ^)

(ed.

wie

man

sie

z.

B. aus

dem Widerspruch

des Kl. Kaiserrechts

22 23 gegen das „Richten* des beleidigten Ehemannes erkennt, haben diese Verändenach ihrer Verdrängung inwenigen Rechtsgebieten durch eine staatliche ersetzt

die Todesstrafe des Privatrechts hat in nicht

als sie

Damit werden wir uns im VII. Abschnitt

Meißener Rb. IV

Rosenthal S.

oben

Holder)

S.

S.

227.

a.

a.

8 N.

c.

11 d.

0. 75 5.



2.

dieser

Abhandlung zu beschäftigen haben.

Entsprechend ein Text bei Laßberg Der Schwabenspiegel

S.

LXIY.

f.

Hängen

als

altdänische Privatstrafe

Vgl. auch ebenda S. 235

f.

wegen Verführung Saxo

Gramm,

23

II.

Die öffentliche Todesstrafe im allgemeinen. Bei

1.

germanischen Stämmen, soweit wir ihre Geschichte zurück

allen

verfolgen

können, finden wir Rechtssätze, die wegen bestimmter Missetaten die Tötung des Missetäters verlangen. Unter den ostgermanischen Kechtsaufzeichnungen bieten Beispiele

nur die gotischen und burgundischen'), welche die alte Friedlosigkeit nicht mehr kennen und römischen Mustern folgen, sondern auch die skandinavischen, denen An ostnordischen die Friedlosigkeit in der alten Bedeutung noch durchaus geläufig ist. dafür nicht

Belegen

führe

Uplands

an:

ich

Mb. 15

1.

wird gesprochen

„Jetzt

pr.

Sachen, wofür Hals und Gut verwirkt werden.

Wer

von denjenigen

den Schild landeinwärts trägt gegen

den allwaltenden König und gegen sein Reich, worin er selbst geboren

ist,

er hat ver-

wirkt den Hals (han hawser fore giört hals), wenn er gefangen wird" usw.-), 17 § 1 „Kommt jemand zum Ding und gesteht seine Schuld ein, eine solche, wofür er den Tod zu erlosen hat (|)e han a dö]) fore liutse)"^), 19 § 3 „Allemal wann Leute des Mordes überführt werden, sollen sie ihr Leben dafür gelten (giaeldin lif sit fore)*), wie viele es auch .sein mögen'. Heisinge 1. Mb. 22 „Begegnet es einem Manne, seine Frau zu töten lallen sie [die Geschwornen] ihn zu Willens werk, gebe er Leben für Leben'). Tötet eine Frau ihren Mann, so ist das Recht das nämliche". Westgöta „Wird in eine Kirche eingebrochen und die Meßkleidung gestohlen, das ist 1. II Kb. 11 ein Neidingswerk. Wird er in der Kirche oder anderswo gefangen mit dem, was sie aus der Kirche stahlen, dann lasse ^r das Leben dafür". |)b. 5 „Stiehlt jemand bis .

.

.

.

.

.

.

.

.

Ed. Theoderici pr. (capite puniatur),

*)

41 (capitali poena ferietur),

puniatur),

60 (adulterü poena depereat), perimendus),

VI

für probatur,

occidi),

se

1

VI 2

puniatur), I.

VIII 2

1.

1

1.

17 (jubemus extingui,

110 (occidatur).

76,



17 (opportet

(ut supplicio capitali

L. Wisigot. II 1

3 (mortis eensura

morte

2 (suppliciis 8ubditi

perimendos),

.

.

(capitali subjaceat ultioni),

2 (mortis pena multetur),

1.

noverint supplicio

XII 2

50

.

1.

judice, 1.

IV

extingui),

I,

XXIX

3. 1,

4,

IV

L

2,

XXXV

3,

XCII

4,

sceleie



VI 5

a judice

1.

12 (capitali

eadem morte

3 (capitali supplicio subjacebit),

14 (capitali subjaceat supplicio), 16 (morte turpissima perimatur).

eui effusione conponatj,

tali

4 (necesse est illum, qui

puniendi),

aiint turpis.sima

IX 2

39 (eapite

occidatur),

8 (qui morte est pro

multentur),

mortem excipere a

admissa persolvat),

pariter

59 (supplicio atlficiatur extremo),



CII 3 (tnidatur ^d mortem),

L.

Burgund.

II

7

II

1

(sanguinis

(criminosum jubemus

LV 6, CHI 4 (occidatur), XXIX 3 (eflfractores jubemus occidi), L 4 LXX 2 (unde hominem mori jussimus), Extr. XIX 2 (morte poenam

1,

(aervus judici praesentatus intereat), suscipiat).

übereinstimmend Södermanna 1. Mb. 36 pr., Heisinge I. Mb. 24, Magnus Ers. LI. Hm. 8, Stadsl. Vgl. auch die entsprechende deutsche Ausdrucksweise bei J. Grimm RA. II* 257, Haltans GIo»8. 783 sowie die Formel .er ist um den hals' in fjsterr. Weist. VI 57 (24), 67 (41). VII 100 (8). 3) .Den Tod erlosen' bildlich ,den Tod erleiden' s. Uplands 1. Mb. 19 pr. § 2, Kp. 11, Wb. 5 pr. §2, 23 §6, 28 pr. §2 und .Schlyter Gloss. zu Södermanna 1. s. v. liuta. An ein wirkliches Losen ist ')

Hm.

7 pr.

=

;

also nicht zu denken. *)

XI

1,

Vgl. niedersächs.

XII

3,

quellen her.

friesisch V.

.beteren mit sines sulves live (halse)'

.ach hi to

Richthofen

ieldane (skil hi ieldu) mith

26, 27;

,sa ielde hit mit sin

im schwed. Bjiprk. R. 11 § 6. ') Dieselbe Formel auch im Hofrecht im dänischen bei Rosen vi nge Sämling V

Hamburg.

Stadtr. a. 1270

sine (sines selves)

agne halse",

das. 208;

halse",

X 3—6,

Fries.

8,

Rechts-

entsprechend .giaddie

sin hals'

bei G. E. 23, 37.

Klemming

Smustycken

54, 63

und entsprechend

24 Mark oder mehr,

zu einer halben

verlust

.

.

sollen sie ihr Leben verlieren

und

vpird

soll sie ihr

.,

.

.

zum Lebens-

Weib gefangen auf

oder ein

Hexerei,

(misti lif sit)", III

Leben verlieren"*).

Land

der gegen sein

treffen,

Mann

ein

72 „Raubt einer seines Herren Gut gefangen auf frischer Tat, lasse er sein Leben", 132 „Ermordet eine Frau

Kind

ihr

gehe es niemals zur Lösung, sondern

.

„Wird

add. 5 § 2

liflats)",

(til

Ostgöta

Heer

ein ausländisches

30

E|)zs.

1.

„Läßt sich einer

den Schild über Meeresstrand

führt,

dann hat er verwirkt sein Eigen und sein Leben (Jm und Grenzwald trägt, havser han firiwserkat eghn sinne ok livi sinu) und so alles, was ihm gehört innerhalb dann hat er verwirkt sein 32 „Stiehlt einer Korn vom Acker, des Landes" ., was alles, ihm Vap. sein Eigen und gehört"^), 32 pr. „Wenn einer Vieh eines Leben und .

.

andern

und

.

.

.

.

stiehlt,

.

.

Hand ergriffen, so hat er verwirkt sein Leben was ihm gehört", Jydske L. III 66 „Das ist Mordbrand, wird er habe er verwirkt seinen Hals (havai forgcert sin hals), ... 67 ,Der .'') wird er bei der Tat ergriffen, habe verwirkt seinen Hals.

.

wird es ihm in der

.

.

alles lose Gut,

dabei ergriffen,

Wegelagerer,

Wird

.

.

.

.

.

.

.

nach den Gesetzen,

er aber sachfällig

.

.

.

soll

„Wenn

Westnordisches Recht: Gulapings bök 353

er selbst in des

Ortug

er eine

Wenn die [Bauern] Amtmann einen Mann schaffen,

zu töten

ist er friedlos und

(drsEpr).

.

.

.

Königs Gewalt

stiehlt oder

urteilen,

.

sein".

mehr, dann

daß er richtig

der ihn tötet (fä bana gebunden sei, dann soll der at hanom); er ist schuldig 40 Mark, wenn er nicht will; dann sollen die Bauern einen Mann, der ihn tötet, mieten (kaupa bana at hanom) aus seinem eigenen Geld; wenn er aber mit dem Leben davon kommt, dann sollen die Bauern entgelten 40 Mark*. Frostupings b. XIV 12 „Wenn ein Dieb im Vorratshaus jemandes gefunden wird oder an einem andern Ort, (drepa),

und

folgen;

dann

ist

schon

dreimal

dann

ist

er

leben darf)

begangen

.

.

der

.

Amtmann

so alle Diebe; die

schaffe einen Mann dazu, um ihn zu töten Bauern aber sind schuldig, dem Dieb zur Hinrichtung zu

Haftung beendigt"*).

ihre

Diebstahl

einen

todeswürdig

zum Wert

bis

([la

Jarnsida 131

er

kann

.

„Wenn

.

der nämliche [der

Unze begangen

einer

hat]

öfter

Ulifismadr („ein Mensch,

drsepr)"').

heißt bei den westnordischen Leuten

.

einer,

der eine

todeswürdige Missetat

hat^).

Zahlreiche Seitenstücke zu derartigen Bestimmungen finden sich in älteren

Entsprechend

(Frensdorff 2)

§

3,

deutschen

Fränkische Gesetze, die sonst von der Friedlosigkeit Gebrauch machen, bedrohen

Quellen.

')

stiehlt,

der nicht

,dey

sal

sinen

hals

(sin

lif)

hebben'

verloren

Entsprechend ,he hevet verworcht sinen lif Ssp. Ldr.

, sinen

hevet syn

lif

liif

Urteilsb. 111

in

Dortmund. Stadtb.

43,

44

verwerken'

III

20

77).

verwerken'

II

61 §

1,

III

54 §

4,

55,

III

84 §

2,

vorbörd (verboret)' in Visby Stadtr. (Glossar von Schlyter dazu

(Frensdorff

,sin lif

Richtsteig Landr. 32 § 12,

135); „sinen lif verboren' Ssp. Ldr.

I

68 §

4.

Die

s.

Weist.

III

vorbören),

v.

latein.

659;

,dey

Dortmund.

Übersetzung davon

schon in L. Rib. 77: ,forfactus de vita'. ^)

z.

B.

Der gleiche Ausdruck in Gotlands L. 63 §

Fries.

Rechtsq. 13

(9)

leben vermachen', Weist. *) ') C)

II

79,

2.

Entsprechend niedersächs.

und schwed. .foregiöra halsinum',

Laxdoela

Saga

36,

R. 12 §

82, 31

(ed.

, sinen

3,

hals vorboren',

39 pr. §

1.



.Das

579.

II

Entsprechend Jarnsida 132, Landsl. IX 2, Jönsb. Ebenso Landsl. IX 1, N. Byl. VIII 1, Jönsb. l)b.

158.

Bjierk.

1

(ed.

Kalund

105).

Grettis

Jib.

2.

1.

Saga

Beer

287).

Flateyjar

bök

25 doch gewisse Friedensbrüche unmittelbar mit dem Tod. L. Salica XL 5 ,Si vero majore crimine servus comprsehenditur, unde ingenuus XLV solidos possit culpabilis judicari, .

.

capitali sententia feriatur". XIII 7 „Si vero puer regis vel litus ingenuam feminam de vita culpabilis esse debet"*). XVIII 1 Add. „Si vero tale crimen imputa-

.

traxerit, verit,

unde mori debuisset^),

si

verum

fuisset" etc.

XXXIV 4

L. Ribuaria

„Quod

si

servus

hoc [Raub einer freien Frau] fecerit, de vita conponatur". LX 6 ,(Juod si testamentum regis absque contrario testamento falsum clamaverit, non aliunde nisi de vita con-

ponat'. LXIX 1 „Si quis homo regi infidelis exsteterit, de ,Quod si quis [ein Beamter] in hoc [Bestechung] LXXXVIII .

.

.

Chilperici edictum (a. 561

vita conponatur".

Graf zur Vollstreckung]

invitatus fuerit [der

culpabilis;

et

noverit se vite

si

— 584)

conponat"

vita

depraehensus

8 (Mon. Germ. Capp.

c.

ibidem noluerit ambulare,

et

etc.

fuerit, I

9):

de „si

de vita sit

aut extra legem aliquid tollere presumpserit,

graphio super pretium

suae perire dispendium'.

Nicht weniger oft kehren diese und gleich-

bedeutende Ausdrucksweisen wieder in Kechtsaufzeichnungen, die zwar die Friedlosigkeit

und einem Gebiet stammen, wo die FriedlosigI 16 (7 f.): „quicumque praesumpserit raptum vitae periculum feriatur; facere (17 f.): quicumque ausu temerario alium sine 17: „. quomodo sine lege involacausa occiderit, vitae periculum feriatur"; comprehensum latronem convictus fuerit si quis judex verit, sine lege moriatur; 48 (15 f.): „homicidas aut reos qui legibus mori relaxasse, vitam suam amittat"; tres probatus fuerit, moriatur"; 50 (2 f.): „tres f.): „si de furtos debent"; 49 (35 Lex Chamavorum 48: „Si für de 7 latrociniis vero furtis, unde morire debetur"; Cap. de part. Saxoniae 3, 4, tradant eum^ ad mortem"'); comprobatus fuerit 8 7: „capite puniatur"; 10, 17 (verschiedene Tatbestände): „morte moriatur"; 5

selbst nicht erwähnen, aber aus einer Zeit keit in Geltung war, .

.

B. Mon. Germ. Capp.

z.



.



.

.

.

.

.









.

.



.





Saxonum 21, 23—25, 27, 29, 30, 32—35, 38 (verschiedene schwere Friedensbrüche): L. Frisionum XX 3: „Si servus dominum suum interfecerit, tor„capite puniatur"; Wihtraed 26 (bei Liebermann Gess. der mentis interficiatur, similiter et litus"; Angels. I 14): „wenn man einen Menschen bei habender Hand fängt, dann verfüge der König von dreien eines: entweder töte (cwelle) man den Menschen oder etc.'; iElfred 4 pr. L.





sei er sein Liebermann 50, 51): „Wenn einer nach des Königs Leben trachtet Leben schuldig (sie he bis feores scyldig) und alles was ihm gehört"*) (vgl. mit § 2 „Wer nach seines Herren Leben trachtet, sei an diesen sein Leben schuldig und

(bei

alles

.

was ihm gehört")'); ^delstan

II 6 pr. (a. a. 0. 152)

.

.

„Wir bestimmten über Hexen-

künste und Zaubereien und heimliche Taten, wenn ein Mensch da getötet wäre, ... dafj ')

Die gleiche Ausdrucksweise L, 4

— LI,

Gleichsinnig

2.

,de

Ohne Grund

Cap. IV ad L. Sal. 14 (bei Geffken).

vita

coraponat

sua

[si

Behrend

ingenuam

Sal* 2-t, Ähnlich schon Thonissen fitudes 415, Organisation judic. 163 (in Mem. de TAcad. R. de Belg. XLIV) und Glasaon Hist. du S. dagegen Brunner Rechtsgesch. II 613 n. 1, 5, Geffken L. Sal. 121. droit ... de Fr. III 548. rapuerit]' in

daß Todesstrafe angedroht

')

3}

51

(26), «)

(a. a.

sei;

d.

v.

c.

soll

heißen

,er löse

bezweifelt

(27, 29),

69

(6

f.,

Ebenso ^thelred

11, 14, 15),

V

30

(bei

113

(33),

160

Liebermann

(9),

281

(12, 15), II

244, 245),

VI 37

321

(a. a.

I

6 (3

f.),

7 (18

*)

Ähnlich jEthelstän

II

4

(bei

d. philos.-philol. u. d. hist. KI.

Liebermann

XXXI,

3.

Abh.

f.),

16

(25),

IV c. 13 0. 256) und ähnlich Cnut II 57 (18),

Ansegis

III c. 64,

O. 348).

Abh.

L.

sein Leben".

Dazu Thonissen feudes 411 — 413, Organisation judic. 166 f. Andere fränkische Belege: Cap. ad L. Sal. VI 14, Mon. Germ. Capp. 68

R.

152).

4

26

Leben schuldig

er [der Täter] sein das Erste,

man

daß

12 Winter

.

.

.

VI

sei".

keinen Dieb schone über

daß wir ihn töten

(ofslean).

1

.

.

bergt und der Missetat und Schlechtigkeit wissend

Und wer

§§

4

1,

und

Und wer

.

ist,

man

0.

a.

(a.

12 Pfennige

„Das ist nun Menschen über

173)

einen

den Dieb heimlich beher-

ihm das Gleiche.

tue

.

.

.

wäre und zum Gottesurteil geht und dort daß man diesen Menschen töte, ausgenommen etc. wenn er wiederum darnach stiehlt erschlage man ihn in der Diebsrache; wenn dann jemand sich vor ihn stellt und ihn fortnehmen will daß man ihn nicht hinrichten (lecgan) solle, daß er sein Leben schuldig sei^), ausgenommen" etc. 12 § 1 (a. a. 0. 182) eines Diebstahls oft zuvor überführt

wird,

sachfällig

.

.

.

.

.

.

„Zwölftens, daß der König jetzt wieder zu Witlanbyrig erklärte

dünkte,

.

.

.

daß es ihm zu grausam daß man einen so jungen Menschen töte oder für einen so geringen Diebstahl,

wie er erfragt habe, daß

man

überall tue;

.

.

.

daß ihm dünke

er erklärte da,

keinen jüngeren Menschen erschlage als einen 15 winterigen Menschen

dann hinrichte Besonders

größerem wie

bei

wertvoll

Gesetzgebung Karls

.

.

daß

man

daß man ihn

geringerem Diebstahl"^).

weil auch in diesem Recht die Friedlosigkeit,

Namen

.

.

.

Zeugnisse über das sächsische Gewohnheitsrecht vor der

sind

d. Gr.,

ihrem altertümlichsten

bei

.

und zwar unter

(wargida) und wahrscheinlich auch in ihrer altertümlichsten

Bedeutung erhalten war. In dem Cap. Saxonicum a. 797 c. 10 heißt es: ,De malefactoribus, qui vitae periculum secundum ewa Saxonum incurrere debent, placuit Omnibus, ut qualiscumque ex

ipsis

utrum interficiendum

potestate,

ad regis potestatem confugium

illis

reddatur

auf

etc.

Es

fecerit,

verfielen

also

aut in

illius sit

nach dem

alt-

sächsischen Gewohnheitsrecht gewisse Übeltäter nicht der gewöhnlichen wargida, sondern

dem

vitae periculum,

ebenso

die

vermöge dessen ihnen der Tod bestimmt war^). als deutliche Erzählung von Einzelfällen

unanfechtbare

Dieses wird durch bestätigt*).

Solche

Zeugnisse für Todesstrafen in vorchristlicher Zeit liegen auch aus nordgermanischen Rechtsz. B. aus Norwegen Flateyjarbök I 327 f.: „es war Rechtens, daß man töten sollte, der einen andern in des Königs Herberge umbrächte". Die 23 aus altschwedischen Gesetzen angeführte Bestimmung hält Saxo Grammaticus

gebieten vor, so

den

Mann

oben

S.

1)

Ähnlich friesisch ,sines hafdes (halses) skeldech wesa'

Rechtsquellen her. ^)

Von

Gestalt nicht

v.

Richthofen

12,

älteren deutschen Gesetzen,

nachweisbar

ist,

=

,poena capitis condemnari', Fries.

13.

in deren Gebieten

sind noch anzuführen:

die Friedlosigkeit in

L. Baiuv. II 1

ihrer ursprünglichen

§ 3 ,Ut nullus liber Baiuvarius

alodem aut vitam sine capitali crimine perdat, id est si aut in necem ducis consiliatus fuerit aut inimicos in provinciam invitaverit aut civitatem capere ab extraneis machinaverit tunc in ducis sit potestate vita ipsius. ..." 2 ,Si quis ducem suum oeciderit, anima illius pro anima ejus sit, mortem quam intulit recipiat. ..." 4 § 3 ,Et ille homo, qui haec [scandalum in exercitu] commisit, benignum imputet regem vel ducem suuni, si ei vitam concesserint"; 5 §6 ,Si servus hoc [Raub im Heerfrieden] fecerit, capitali subjaceat sententiae'; Langobardische Gesetze bei Osenbrüggen Strafrecht der Langob. 28, Nach Brunn er Rechtsgesch. V 240 soll das langobard. R. ,in der umfassenden Anwendung 31, 61, 64. der Friedlosigkeit' den skandinavischen RR. „am nächsten' stehen. Allein die Formel ,animae suae (oder mortis, sanguinis) incurrat periculum', worauf sich Brunn er beruft, ist nicht schlüssig, kann ebensogut wie die Friedlosigkeit die Todesstrafe androhen. Hierüber s. Brunner selbst Forschungen 456. 3) S. auch K. F. Eichhorn Deut. Staats- u. Rechtsgesch.5 I 574, Wilda Strafrecht 101. .

*)

220

— 229

V.

Richthofen

Zur Lex Saxonum 223 (Nr.

3),

185.

sind Nr.

1

.

Von den andern

und 4 nicht deutlich genug überliefert, Todesstrafen gelten zu können; bei Nr. 3 handelt es sich zweifellos um anführt,

.

um

als

Fällen, die

Richthofen

Beweise für öffentliche

Privatstrafen.

27 Holder) 152

(ed.

für einen Bestandteil des dänischen Rechts

f.

der sagenhaften Vorzeit:

exulum patrie sue hostis evaderet aut inimicum civibus scutum afferret, rerum ac vite periculo penas lueret". 2. Wofern man wegen Friedensbruches in Friedlosigkeit verfiel, war auch der todeswürdige Friedensbrecher friedlos, weil alle todeswürdigen Missetaten von Haus aus Friedensbrüche waren: „capitis damnatus nusquam habeat pacem" (L. Saxonum 28). „Es gilt ihm für volle Friedlosigkeitssache, wenn der König über seinen Hals richten läßt" (Jydske Lov ganz so wie auch nach keltischem Recht^). Und so versteht sich denn auch, III 23) .quisquis



daß die Habe des zum Tod Verurteilten nach strenger Regel der Einziehung unterliegt-) und daß man da oder dort einen todeswürdigen aber flüchtigen Friedensbrecher zunächst Aber der angeführte Satz der Lex Saxonum ist keineswegs unbedingt friedlos legt^).

Es gab, wie wir

wahr.

in

V

Abschnitt

Vollzugsform die Möglichkeit

f.

Behielt er das Leben,

Zufallsstrafen).

sehen werden, nicht Avenige Todesstrafen, deren

daß der Verurteilte mit dem Leben davon kam

ließ,

so

war

er

nicht

Und

friedlos.

(sog.

wenn wir

auch,

davon absehen, so ist mit jenem Satz nicht gesagt, daß Todesstrafe die Friedlosigkeit Gewisse Menschen konnten von Todesstrafe betroffen werden, die nicht voraussetzte. friedlos

Nach den gotischen Rechtsbüchern

werden konnten.

gelegt

Sklave begeht,

Diebstahl, den ein

auf großem

steht

Todesstrafe, wofern der Sklave nicht von seinem Eigen-



nach denselben Quellen tümer ausgelöst wird*); allein , friedlos (biltugha) kann werden werden denn wäre so, daß friedlos könnte, dann würde nicht es er Sklave ein ;

gern den geschwornen Landfrieden brechen zu dem Zweck

Annahme, daß der

kein Grund zu der

besteht

um

er

Es

friedlos zu werden"^).

andere dieser Rechtssätze

oder der

eine



im gotischen Recht entwickelt worden wäre. Im Gegenteil: es ist durchaus wahrDenn daß scheinlich, daß beide Rechtssätze dem ältesten germanischen Recht angehören. Sklaven der Todesstrafe unterliegen, findet sich in den verschiedensten germanischen erst

Rechten, ohne daß dabei an einen frenidrechtlichen Einfluß gedacht zu werden braucht^);

werden kann, entspricht nur dem Grundsatz, wonach

und daß der Sklave nicht

friedlos

er nicht rechtsfähig isf).

Unter den

1)

Ancient Laws of Wales 124

^)

Brunner

P

Rechtsgesch.

(49),

302

244,

Östgöta

El)zs.

I.

15 §2.

1

Menschen sind Weiber unfähig

Dazu Gregor.

f.

§ 5 (bei

Va].. 41

Westgöta

friedlos

zu

Ine 6

pr.,

(20).

598

II

.Mfred 4 pr. §2, ^thelstän II 20 § 3, VI Strafr. 520 f. 3) Östgöta I. Val>. 32 § 6. ) Westgöta 1. II lib. 22. östgöta I. '-•)

freien

I.

11

Liebermann

Tuion. VIII I

11,

feiner

90, 91, 50, 51, 160, 174),

Wilda

pr. § 1.

add. 7 §29.

Dazu

s.

K.

Maurer

in

Krit.

Überschau

d. deut. Gesetzg. III (1856) 55. «)

Schwedisches R. Uplands

Dänisches R. Sk^ne

55

i.

f.

26

4 (oben S.

n. 2).

XXXV

')

25),

1,

2,

bei

Liebermann Angels. Gess. I 172. Friesisches XL 5, XIH 7 (oben S. 25), Cap. ad L. Sal.

Mon. Germ. Capp.

Langobard. R.

inscr.,

1. Mb. 15 § 1 (= Södermanna 1. Mb. 36 § 1, Westmanna 1. Mb. 13). Norweg. R. Gula])ing3 bök 262. Angelsächs. R. K. Maurer a.'a. 0.

Fränkisches R. L. Sal.

3 (oben S. 25).

XXXIV S.

153

Quadripartitus (^f^thelstdn)

f.

XX

I

I.

L

3,

Osenbrüggen

4.

I

6

(10),

181 (10

Strafr. d.

Westgot. R. L. Wisigot.

f).

Langob. § III 4,

14,

VII

Burgund. R. 2, 4,

XI

I

L.

5 §

2,

L.

Burgund, IV

begehen" könne.

L. Kib,

(oben 2,

VII,

1.

Brunner Rechtsgesch. I^ 141 an. Nur sollte er nicht damit den vermeintVerbindung bringen, daß der Sklave , keine nach Volksrecht strafbare Handlung Wie aus der vorigen Note zu ersehen, beweisen die Quellen das Gegenteil.

Dieses erkennt auch

lichen Rechtssatz

Frisionum 2,

L. Baiuv. II 5 § G

Baierisches R. 1.

R.

in

4*

28 werden*).

Gleichwohl

ältesten

triift

auch nach solchen Rechten, welche an diesem Grundsatz

sie

wegen gewisser Übeltaten

festhalten,

Auch

Todesstrafe^).

dieses entspricht zweifellos

dem

Recht ^).

Ergibt

schon

sich

aus

diesen

daß es sich weder um „VollRache des Gemeinwesens" am fried-

Beobachtungen,

streckung der Friedlosigkeit' noch losen Menschen handelte, wenn das Recht

um

,

Tötung

die

manna lagen

J)b.



4 § 4

umbringen dabei,

so

mag

so führt

eines Missetäters forderte,

„Wird

zur nämlichen Schlußfolgerung ein anderes Phänomen.



so heißt es in Söder-

Dieb ergriffen auf vollem Diebstahl, er kann sich selber

ein

werden tot wie lebendig mit Zeugen und aufge-

er verklagt

hängt werden nach Urteilen."

Man

wird sich fragen: wozu diese Zeremonie? Es kann nicht einmal, wie bei der gewöhnlichen Klage gegen den Toten, darauf ankommen, festzustellen, daß der Dieb friedlos gefallen sei*); denn er hat sich ja selbst das Leben genommen. Verständlich wird die Sache einzig und allein, wenn dem Gesetzbuch gerade daran gelegen ist, daß die Form der öffentlichen Todesstrafe erfüllt werde, gleichviel, ob der Missetäter friedlos gelegt werden kann oder nicht, ein Gedanke, der auch in andern als dem schwedischen Rechtsgebiet sowohl in alter wie neuer Zeit vielfachen Aus-



druck gefunden hat').

Insbesondere

Schwedisches R. Östgöta

1)

Kgb. 8 §

(= Söderm.

1

1.

Efzs. 15 pr.,

1.

Kgb. 8 §

1,

E})s.

Porelsesn. II 44.

Anglonormann. Recht bei

P

Rechtsgesch.

R. in Westgöta 2)

241 n. 47. 1.

I

(Christ.

es

Landsl.

Efis.

I

36,

Grimm

an anderweitigen Belegen für den

nicht

Westgöta 1. II add. 7 § 29. üplands 1. II Kgb. 5 § 1, Heisinge 1. Kgb. 5 § 1). Handlingar 470). Altnorweg. Recht bei Brandt RA. II 341, Nordström Bidrag II 98, Brunner

Db. 9 §

Westmannal.

Magnus Landsl.

§ 2

fehlt

E{)s.

1.

5 §

1,

Altdeutsches insbes. langobardisches R. bei

Bardb. 8

(=

II rri{5 h.

Schwedisches R. Westgöta

1.

I

12), Arffi. b.

I)b.

5 § 2

(=11

15

(=

Jib.

II

33).

Brunner

a.

a.



0.

Jüngeres

Arva; b. 19). Östgötal.

E{)zs.

Valj. 31

17, 21, 25,

üplands 1. Mb. 13 §§ 1, 2, 15 § 1, 19 pr. 49 § 2 (= Westmanna 1. II 12 §§ 1, 2, 13, 16 § 1, 32), Södermanna 1. Mb. 28 pr., 32, 36 § 1; Heisinge I. Mb. 22 (oben S. 23), 32 § 1. Hiezu K. Maurer Vorlesungen V 44 f. Anglonormann. R. Quadriparditus bei Liebermann Gess. d. Angels. I 172, Leis Willelme 33 (a. a. 0. 514), Walter Mapes Nugae Curialium (ed. Wright, Camden Soc. 1850) dist. IV c. G, Akerman Furca 55 f. ä) Wegen des Satzes, daß Weiber nicht friedlos werden können s. oben N. 1, wegen der Todesstrafe an Weibern vgl. mit den in N. 2 angeführten Belegen westnordisches R. in Norges gamle Love II 495 {= I 434 c. 98), eine Bestimmung, die schon durch den vorgeschriebenen Strafritus das höchste Alter verrät, Maurer Vorlesungen V 42, Burgund. R. L. Burg. SXXVI 1, Frank. R. Nithard I 5 (a. 834 more maleficorum), Annal. Bertin. a. 834, Greg. Turon. VI 35 (nebst L. Sal. XIX 1), Alamann. R. Pactus Alam. II 35. Ich führe hier nur solche Zeugnisse an, denen für die frühesten erreichbaren Rechte unmittelbare Beweiskraft zukommt; viele indirekte Beweise auf Grund jüngerer Materialien werden später vorkommen. *) H. Scherer Die Klage gegen den toten Mann 1909. ') In Skandinavien: Agrip af Noregs Konunga sögum (her. v. Dahlerup) 27 Z. 8 10 (= Heimskringla her. v. Unger 169 c. 56, abgeschlagene Köpfe auf der Richtstatt zu Nidarholm gesteinigt a. 996). Saxo Gramm, (ed. Holder) 252 (Leichen von getöteten Räubern an den Galgen gehängt, norweg.-dän. Sage). Kold. Rosenvinge Udvalg af gamle danske Domme I Nr. 119 (erschlagene Diebe an den Galgen gehängt a. 1557), 11 Nr. 38 (Leiche eines im Bett erschlagenen Verräters aufs Rad gelegt a. 1537). In Deutschland: Rechtsbronnen I 4a S. 320 (Leiche einer Kindsmörderin geschleift und verbrannt zu Dordrecht a. 1461). Zwickauer Rb. in Zschr. f. RGesch. XXXVIII 365: ,so sol man über §

1,

35.





di toten richten in aller wize, als si lebendic

Hexenwahnes Gesch.

der

I

weren".

J.

Hansen

Quellen u. Untersuch,

586 (eine natürlichen Todes gestorbene Hexe verbrannt zu Zürich 1487).

Hexenproz. in Baiern 174 (ebensolcher

Fall).

J.

Chr.

Siebenkees

Gesch. des

z.

S.

Materialien

Riezler z.

nürnb.

29 Vollzug von Riten der Todesstrafe an Selbstmördern^), der durch die oben angeführte altschwedische

Gesetzesstelle

verständlich

erst

vom Selbstmörder zuvor begangenen

wird;

nicht

dem Selbstmord, sondern der und sie muß am Leichnam

Missetat gilt die Strafe,

ankommt. Besondere Beachtung in diesem von andern Strafriten an Leuten, die vorher zur Strafe erdrosselt oder enthauptet wurden (unten Abschn. V, VI). Das hier betonte Prinzip

Zusammenhang ist

weil es auf ihren Ritus

werden,

vollstreckt

verdient das Ausführen

kein anderes,

welches auch zu

als

dem Vollzug von Todesstrafen

Man

an einem Bild des Verurteilten geführt hat^). Gesch.

693

II

Chron.

(ein natürlichen

II 697, I

Todes Gestorbener

verurteilt, enthauptet

497 (Leiber von Enthaupteten aufs Rad gelegt

in

bestimmter Art

wird aber allerdings von den hier

a.

und aufs Rad

1570, 1593).

gelegt).

Lersner

Topogr. Elect. Brandenb. 1612

64 (die getöteten Greifswalder Bürgermeister v. d. Osten und Lange verklagt und aufs Rad gelegt). Zimmer. Chron. II 435 (der erstochene Dietrich v. Wernigerode wegen Raubes gehängt). Cannaert S.

Bijdragen 323 (enthaupteter Hochverräter wegen Siegelfälschung gehängt a. 1548). Theatr. Europ. VI 1025 (Leichnam eines Diebes gehängt a. 1648), XV 510 (Leichnam eines im Duell Gefallenen nach 3 Wochen gehängt a. 1698). Relat. bist. sem. Contin. 1659 S. 75 (Leiche eines Ertrunkenen aufs Rad gelegt). D. H.

Jacobi Gesch.

d.

Hamb. Niedergerichts 255

Osenbrüggen

Beispiele bei

V

Alam.



Strafr. 185

f.

f.

(Leiche einer Hexe verbrannt 1610). S.

auch C.

er.

Schweizerische

Theres. Beil. 5 § 19 und

Abegg

in

England: Wilelm. Malmesb. Gesta reg. 11 § 188, Math. Par. Chron. maj. a. 1040, Ricardus de Cirenc. (ed. Mayor) II 189 (Haralds Leiche auf Befehl Hardaknuts ausgegraben, enthauptet und in die Themse geworfen). Döpler Schauplatz II 552, 630 f., 659 f., L. V. Ranke Werke XVII 349 f., Anh. 432, 439a (0. Cromwells, Iretons und Bradshaws Leichen ausgegraben und nach Parlamentsbeschluß gehängt und enthauptet a. 1661). — In Frankreich: Abrege des assises c. XXV (ed. Beugnot Ass. de Jerusalem II 189 gefallener Zweikämpfer gehängt; vgl. fitablisseni. de S. Louis I 87, Assises de la haute cour be^ Beugnot I 176, Somme rural fol. 64a). H. Sauval Rist, Zschr.

RGesch

f.

(1866) 149.

des antiquites de la ville de Paris

Desmaze

In

II (1724)

Curiosite» 322 (desgleichen

a.

610 (Leiche eines gestorbenen Missetäters verbrannt a. 1379), Döpler a. a. 0. 377 (Nr. VII Leiche eines Betrunkenen

1661).





nach Urteil gevierteilt). In Brabant: Poullet Brabant 267. In Italien: schon das Totengericht über den Papst Formoaua a. 8961 Auch die seit dem SpätMA. oft vorkommende Verbindung mehrerer Riten von Todesstrafen gehört hieher. Zur Sache überhaupt s. auch Einl. 309—311, Cocceji Exercitat. II 1034—1036.





Stein (— Warnkönig) Franz. RGesch. III 507. Du Bois Hist. du droit crim. de la Fr. V 240 Coutume de Bretagne art. 586. Nedonchel 128, 274, 299, 302. A. Ledieu in Revue du Nord II 126 f. (Abbeville 1329, 1364). Flandr. Entw. einer Cout. gen im Bulletin de la commission des lois de Belg. IX 208 (c. 146). Cannaert Bijdragen 302 (Gent 17. Jahrb.). van Hai Afhande')

(15. Jahrb.).

lingen 225

(Haag

Delineation 6

1436).

(Cur 1739).

Osenbrüggen

Studien 337

(Schaffhausen 1602). N. Sererhard Einfälte 693 (Frankfurt 1537), I 502, 503 (ebenda 1686, 1690). 263 (1562). Relat. hist. Sem. contin. ... Jac. Franci 1619

Lersner Chron.

II

Ortloff Gesch. der Grumbach. Händel I S. 43 (Leiche eines Selbstmörders im Sarg an einen neuen Galgen gehängt, zu Amsterdam). Theatr. Europ. I 541 (Prag 1621), IIl 880 (Hagenau 1637), IV 190 (das. 1640), VII 1095 (England 1657), XIV

Döpler Schauplatz 11 7 (Schlesien 1625), 339 (das. 1614), 350 (Prag 1612). E. Buchner II Jacobi a. a. 0. 53 (Hamburg 1783). Pertile Storia V 505. Über und gegen Strafriten an Toten die neuzeitl. Theorie bei Seb. Guazzini Tract. ad Defensam (Antv. 1667) II 381 f. 2) Anh. 451— 453a, 688, 1020, vielleicht auch 590, 591. Ältere Fälle: Arch. f. Lit. u. Kirchengesch. d. MA. I (1886) 669 (Ertränken in effigie bei einem Volkaauflauf zu Amelia 1328), C. Müller Der Kampf Ludwigs d. B. mit der röm. Kurie I 218, 374 (Jobann XXII. zu Pisa in effigie verbrannt 1329), Lersner (Brüssel 1694).

Nr. 750

(Paris 1739).

Chron.

I 492 (Ertränken einer Puppe im 16. Jahrb.), Hist. Ta.schenb. 1851 S. 186 (nach Pariser Parlamentsbeschluß eine Strafpuppe gehängt 1572). Spätere bei Döpler Schauplatz II 630, 632—637 (wo jedoch mancherlei, was nicht zur Sache gehört), Staub-Tobler Schweiz. Idiotikon V 337. Spätere Gesetze: Förarbetena tili Sveriges Rikea Lag (her. v. Sjögren) IV 380, V 289, Christ. V. Danske Lov

(1633)

VI

c.

4 art.

1,

C. er. Theresiana Beil. 5

§20 mit

art.

44 §3.

S.

aber überhaupt H. Zobel

De

30 besprochenen Fällen andere getrennt halten müssen, Gesichtspunkten erklären werden,

am

nämlichen Missetäter, die

uns später unter andern

sich

die

so die kumulative Vollstreckung

dem

seit

Mittelalter

mehrerer Todesstrafen

üblich

vielfach

und das Ver-

wurde,

brennen oder Pfählen von Selbstmördern, das ebenso wie das Enthaupten von Wiedergängern überhaupt keine Strafe, sondern eine Polizeimaßnahme war.

War

nicht wesentlich Vollstreckung der Friedlosigkeit, so

die Todesstrafe

versteht

von der Friedlosigkeit ausdrücklich unterschieden werden konnte. Im norwegischen Landrecht von K. Magnus Lagabceter (IX 1) heißt es: „Wenn jemand man, daß

bis

stiehlt

war

.

sie

.

wenn

(utlsegr); 1.

zu einer halben gewogenen Mark,

Db. 40, 41

er

aber öfter

man wegen

soll

noch nicht früher beschuldigt

der dessen

mit 8 Ortug und 13 Mark Silbers beim König oder fahre friedlos

löse er sich

.

dann

stiehlt,

er

ist

zu

Nach Westgöta

töten (draepr)^)."

gewisser Gewalttaten, die unter Hausfriedensbruch begangen

den Täter gefangen nehmen und bis zum Wahrspruch der Geschworenen ver-

werden,

wahren; wird er für schuldig befunden, so soll er, wie es an beiden Stellen heißt, „das Leben lassen und nicht friedlos gelegt werden" (lif latae ok eig biltugher laegises). Vgl. auch Östgöta 1. Vaji. 32 a. E. „Bringen sie [die Geschwornen] ihn [einen des Diebstahls entflieht er, dann soll man Angeschuldigten] zu Fall, dann mag man ihn hängen ." ihn friedlos legen. :

.

.

.

.

.

Schon von hier aus erhellt, wie unwahrscheinlich die Annahme-) ist, daß nach irgend einem älteren Recht der Aberkennung des Lebens die Friedloslegung 3.

vorausgehen mußte.

Im

Gegenteil,

es ist

zwischen Friedlosigkeit und Todesstrafe,

gerade sehr bezeichnend für das Verhältnis soweit wir an

daß,

der

Hand

der Quellenzeug-

„Aberkennung des Lebens" oder m. a. nisse das Problem Worten das Todesurteil weder eine Friedloslegung voraussetzt noch in einer zurückverfolgen können,

solchen schon ausgesprochen

ist.

die

Wer

eines

todeswürdigen Verbrechens überführt

wird der allgemein gültigen Regel nach nicht friedlos gelegt, sondern zum Tod verurteilt. Das sagen wiederum nicht nur die romanisierenden Rechtsaufzeichnungen ^),

ist,

sondern auch die rein nationalen in vollauf genügender Übereinstimmung. L. Salica XL 5: „capitali sententia feriatur' (ebenso Mon. Germ. Capp.

Mon. Germ. Capp. punietur";

Cap.

I

I

23:

„capitali

ad L. Sal.

6 § 1:

c.

ebenda 69:

sententia judicetur";

„morte damnentur"; L. Rib.

„ad mortem damnatus"; Mon. Germ. Capp.

I

148, 151,

172,

Man 28

I

„capitali ind.

p.

s.

a.

z.

B.

614);

sententia

212 Z. 36 f.; 281, 438:

176, 182,

174,

mortem dejudicatus'; Cap. IV ad L. Sal. 14: „ad digne sibi supplicio condempnentur"; L. Baiuv. IX 8: „non prius damnetur ad mortem"; Angelsächsische Gesetze machen uns mit deutschen L. Saxonum 28: „capitis damnatus". „judicatus ad mortem", 148, 181, 430: „ad

II 1029 iF. — Auf falscher Fährte wenn er in den S. 29 f. erwähnten Abschreckung für maßgebend erklärt.

exeoutione in effigie 1677, H. Cocceji Exercitat.

Die Idee der Wiedervergeltg. roher und rein äußerlicher 1)

= N.

2)

Brunner .

.

.

1,

Jönsb.

Rechtsgesch.

L. Wisigot.

3)

eundem

Byl. VIII

II

VI

5

1.

18,

P

9 N. 16,

II 1.

Dazu Brandt Foreloesninger

scheint mir L.

Fällen

Günther

nur den Zweck

II 33.

244.

VII 4

1.

5 (morte damnetur), VI 5

publica mortis pena condemnet), 3

1.

1.

debitam damnationem excipere, mortis quam meretur sententiam excipiat), 10 (sententia mortis puniri),

VI

6

1.

7 (morte damnabilis).

damnandi sunt), 5 1. 16 (ne condemnet [judex]), 5 1.12 (mortis

12 (raorte

7 (publica morte

excipiat).

II 1,

8 (sententiam mortis

31 die

fordöman"

,to

deacTe

1

a.

(„zum Tod til



der lateinischen

238) und

I

ent-

deade

„to

althochdeutsche

das

töde

„le

ver-

und der Ausdruck „eme sin lif verdelen" im während in den skandinavischen Quellen des Westens

verstofäen") bei Notker')

Sachsenspiegel (Ldr. II 38, III 54 § ein „doema

Liebermann

bei



deutschen Terminologie von

sealten'

3

a.

vor,

te döcte"

urteilen" entspricht.

der

V

(^thelr.

Der Dichter des Heliand zieht dafür in 5069, 0. 308). was buchstäblicher dem neuhochdeutschen »zum Tod verzugleich als Belege für die Unabhängigkeit Weiter ab stehen

forrsedan" (II Cnut 2 §

5113 „ädßlean

„ad mortem damnare" mehr oder weniger genau

jenem

Ausdrücken bekannt, sprechen:

4),

dauda'^), in denen des Ostens ein

„dömme

döde" (doema

til

mit

liflats)')

til

dem angelsächsischen „to deade fordeman" in den friesischen ein „di hals urdela" (den Hals verteilen*) mit dem lat. , capitis damnare" übereinkommt. Von einem solchen Urteil sagte

man

in

Goten

Schweden und Dänemark: Wulfila

übersetzte

Leben" (domber ganger a

„es geht ans

X

(Marc.

mit

^avaTCO

xataxQiveiv

33)

lif)').

Bei den

,gavargjan

daufau".

kann zwar ursprünglich nur „friedlos legen" bedeuten^), bedeutet aber im Sprachgebrauch das strafrechtliche Verurteilen überhaupt^); muiä daher, wenn gerade ein Todesurteil gemeint ist, durch den dat. instr. dauj)au ergänzt werden und ist also nicht gavargjan

zu der Schlußfolgerung brauchbar, daß die Friedloslegung für sich allein schon zur Todesstrafe verurteile.

Daß

es sich

Todesurteile

B.

z. „.

.

.

um

an den aus den Rechtsaufzeichnungen angeführten Stellen

handelt,

zum Überfluß

zeigen

die

wirkliche

geschichtlichen Nachrichten,

ältesten

so

über Vorgänge bei den heidnischen Friesen und Sachsen Vita S. Willibrordi 10: .", regis animum, qui violatores sacrorum illius atrocissima morte damnare solebat .

Vita S. Liudgeri

I

26

«...

homo

.

.

*qui

.

propter furtum

scilicet

caballorum

.

.

.

.

huic

morti adjudicatus est, ut" etc. S. ferner fränkisches Recht bei Gregor. Turon. V 26 „Bursolenus et Dodo ob crimen majestatis laesae judicio mortis suscepto unus ab exercitu vi oppressus est, alius in fuga

.

.

Marculf

bei

interiit*,

.

28 (Mon. Germ. For-

II

mulae 93) „me jam morte adjudicatum de pecunia vestra redemistis"; Vita Eligii I 3 Merow. IV 687): ,. humana corpora, quae vel regis severitate vel judicum

(SS. Rer.

.

.

censura

multimoda argumenta perimebantur"

diversis ex causis [per]

Rechtspraxis des 10. Jahrhunderts bei Adam. Brem. II 8: 1)

Er paraphrasiert

die

Worte des Boethius

I

20 (Piper

„.

34)

I

,

.

*)

(a.

a.

0. II 133, 17

Z.

|ib.

27.

10 3)

*)

verskalten

f.



Kold.

=

verurteilen

s.

auch

morti proscriptionique daranamur''

(Piper

14

I

II 364).

Untechnisch in Flateyjarbök

Rosenvinge Udvalg

af

I

I

=

27, 20)

Flateyjarbök

I

Morkinskinna

343.

Fries. Rechtsquellen 307 (11),

Uplands

Brunner

')

=

KaTÜxoifia *)

1.

gamle Danske

Domme

II

418

(6

Dazu

f.).

s.

Nr. 100



II

9,

Mb. 49 § 2 Rechtsgesch.

(= Westmanna

P

a.

33

Unger)

155S).

(a.

1.

Mb.

Sk'ine

32).

1.

V

5

Magnus

Er. Landsl.

(3

f.)

,tunc emendet

A

.

.

.

bi

cum suo

asega dorne".

34.

242.

Rom. VlII 3; dazu gavargeins == xazdxQiai; Rom. VIII 1, y.gi/ta ib. XIII 2, Gal. V 10.

Vgl. ferner I'assio Leudegarii

Ann. Fuld.

XXX

morti condomnare".

auch ebendort 26

xataxniytiv

ib.

Ps.

(utg. af C. R.

proprio collo secundum asega Judicium', 27 ,sa skil hi ielda mith eines selves halse

«)

,porro scriptus

und

328.

Vgl. Andr. Sunesen 95: ,ad ammissionera vitae condemnare,

5)

strenue

f.).

Jons Chrr. 35 (Norges gamle L.

2)

172

Wegen

sächsische

officiis

mit ,pin ih ze töde verscälten unde ze georönedo mines kCiotes (weil er .proscriptus" a bonis suis' nimmt).



...

quibus

in

.

I

842; andere Beispiele bei

34 (SS.

rer.

Brunn er

Merow.

V

315).

Rechtsgesch.

II

II

Kor. VII 3, vargijja

Passio

474

S.

Sigismundi 9

n. 38.

=

xarduniot,;,

(a. a.

0.

II 338).

32 [Hermannus] manentes suos pro furto in Judicium delatos data senomnes dampnasse ad mortem". Bei demselben Schriftsteller (IV 29) finden wir eine Angabe darüber, was im 11. Jahrhundert bei den heidnischen Schweden administratis dicitur

tentia

simul

üblich war.

Sie ist besonders lehrreich, weil sie den Gegensatz zwischen Todesurteil

Friedloslegung erkennen

,Quam confessorum Dei [nämlich

läßt:

des

und Adalward und des

Egino] voluntatem [Plan die Kultstätte zu üppsala zu verbrennen] piissimus rex Steinkel populo murmurari sentiens callide submovit eos a tali cepto asserens et illos statim

in

morte dampnandos

Vom

isländischen

et se

um

Thorsnesding

Gerichtsringes Menschen 4.

depellendum 900

a regno, qui malefactores in patriam duxerit."

wird

daß

berichtet,

zum Opfertod verurteilt (doemdr

til

„innerhalb blöts)

dortigen

Alles dieses wird noch deutlicher dadurch, daß die Todesurteile sich nicht dar-

auf beschränken, das Leben abzusprechen, sondern die Art angeben,

tätige

des

wurden"^).

Mensch ,zum Tod gebracht werden muß.

wie der misse-

In den ostnordischen Rechtsbüchern

und Gesetzen ist dies geradezu vorgeschrieben. Westgöta 1. I pb. 3 (= II pb. 24): Darnach soll man ihn [den handhaften Dieb] verurteilen zum Hieb und zum Hängen „. (dömse til hogs ok til hangse), zu Todschlag und zu Tod (til draps ok til döfse), zu Torf und zu Teer (til torfs ok til tiseru), unvergeltbar vor Erbe und Ansprecher, so vor Kirche wie vor König"-). Alliteration und Metrum verraten das hohe Alter dieser UrteilsformeP). Östgöta 1. Va}3. 32 § 1: „Darnach mag man ihn [den handhaften Einbrecher] zum Galgen Uplands 1. Kgb. 6 pr. „. verurteilen und aufhängen". dann soll er [der Notzüchter] unter das Schwert geurteilt werden (undir swser J) dömaes)'*). Ebenda Mb. 13 § 1: „Bringt sie werde dann verurteilt mit Steinen überworfen zu eine Ehefrau ihren Mann um ., Wenn einer seinen rechten werden (dömis fa hun msejs stenum tyrfaes)'); 15 § 1: „. Herrn erschlägt, dann soll er zum Ding geführt und unter das Rad geurteilt werden Södermanna 1. Mb. 13 pr. „. {undi stseghl dömses)"^). Es werde dann verurteilt der Mörder zum Rad (dömis fa morfare a staegl) und der Räuber unter das Schwert (ok ransmaper undi swgerji)'. Ebenda 32: „Es kann ein Weib einen Menschen durch Giftmittel töten wollen tötet sie ihn wirklich und wird überführt, dann werde sie ver36 § 1 „. dann [wegen Tötung urteilt zum Scheiterhaufen (Ja dömis hon til bal)" '). der eigenen Herrschaft] werde der Mann zum Rad verurteilt und das Weib unter den Skäne 1. (I) 145. „Die Dingleute sollen von Rechts wegen Stein (ok kuna undi sten)"*). .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

verurteilen den Dieb

zum Hängen

für eine halbe

Mark und

.

nicht für weniger. ...

Ist es

Die Glaub(ed. Gudbr. Vigfusson S. 12), Landnäma b. II 12. Menschenopfer 640 anzuzweifeln, besteht schlechterdings kein Grund. Das Thorsnesding war um 900 nicht, wie er meint, ein bloßes .Gauthing", und daß die Grägäs „mit keinem Wort auf ein solches Gerieht deutet*, hat für die Zeit um 900 nichts auf sich. 2) Minder vollständig auch Westgöta I. I Md. 8, II Drb. 19. 3) Vgl. J. Schlyter Juridiska Afhandlingar II (1879) 110, E. H. Lind Om Rim och Verslem1)

Eyrbyggja saga

c.

würdigkeit der Nachricht mit

ningar

i

*)

10 g. E.

Mogk

de Svenska Landskapslagorna (1881) 81.

=

Södermanna

= =

Westmanna Westmanna

I.

Kgb. 6

pr.

Ebenso das. Kb. 10 §

2,

Heisinge

1.

Kb. 21 §

3,

Kgb. 3

pr.

Mb. 12 § 1. 6) I. II Mb. 13. 7) Aus Uplands 1. Mb. 19 pr. (= Westm. 1. II Mb. 16 pr.). *) Ebenso a. a. 0. 28 pr., Södermanna 1. Mb. 28 pr. 36 § 1. S. ferner die oben S. 28 ausgehobene Stelle aus Söderm. L., dann die schwed. Formel ,döma til gren ok til galgha' in Magnus Er. Landsl. \)h. 1 (vgl. mit Uplands 1. Mb. 38). 5)

1.



33 dann mögen sie ihn „ins Rad verurteilen (dömse han „Wird einer dreimal rechtmäßig zum Dieb geschworen, V2 §1 dann mag man ihn zum Galgen verurteilen und aufhängen". Andr. Sunesen 95: „Interdum ein Kircheneinbrecher oder Mörder,

i

hiughl)"

g. E. (g. 1220)

;

etiam magnitudo sceleris non solum in amissionem vite sed in exquisitum genus dire mortis acerbam sententiam juste dirigit condemnationis, ut" etc. Valdem. Saellandske L. III 13 Ergreift ein Mann aber einen Dieb mit einer halben Mark oder (S. 62 bei Thorsen) „. .

.

mehr, dann hat er mit ihm zum Ding zu

kommen und

entweder zum Hängen*) oder zu des Königs

urteilen

der Schwanhildensage,

wie

Hof. Saxo Grammaticus (ed. Holder

bei

sie

haben ihn zu verDie dänische Fassung

die Dingleute .

.

.

280) vorliegt,

S.

unterscheidet so scharf wie nur möglich zwischen Achtungsurteil (proscriptio) und Todesurteil (tristior

de capite sententia), welches entsprechend der Regel der Legalquellen auch

die Vollzugsart

Für das westnordische Rechtsbezeichnet. Angaben und Schilderungen der Erzählungsliteratur den Beweis,

(poena suspendio capienda)

gebiet liefern geschichtliche

daß dort der gleiche Gerichtsgebrauch bestand, so

z.

B. Halfs saga 8 (Fornaldar Sögur

Valdimar Asmundarson II 31): „König Hj^rleifr berief ein Ding; das Landvolk urteilte, daß ^sa sollte im Moor ertränkt werden'-). Das älteste Zeugnis aus westfränkischem Gebiet ist Gregor. Turon. De Gloria Martyrum I 72 ,. adprehensus

her.

v.

.

.

.

.

[latroj

.

.

Dazu fügt

supplicio

.

im

sich

sich ebenfalls

opus suum ore

subditur;

9.

indicans

proprio

Jahrhundert eine Angabe der Ann. Bertiniani

um Anwendung

(a.

„Quodam

westfränkischen Rechts handelt:

.

patibulo

dijudicatur".

worin

846),

die junior

es

cum

equa coiens repertus judicio Francorum vivus incendio crematur^)." Altsächsisches Recht betrifft die oben S. 31 angeführte Stelle der Vita S. Liudgeri, wo berichtet wird: „huic

morti adjudicatus est [der Roßdieb], ut in campo ad stipitem Nach demselben Schema

sudibus acutis et lapidibus necaretur". 13. Jahrh. .

.

.

Wolfram

v.

daz man winden

Während

Eschenbach solde ein

Parzival 527

v.

19

ff.:

ligatus jactatis in

eum

erzählt am Anfang des „man verteilte imz leben

daran im sterben würde erkant ane bluotege hant".

rls,

denn auch in Deutschland Urteilsformeln auf, worin die Art der Todesstrafe näher bestimmt wird*). Die Umständlichkeit ihrer Fassung daß

zeigt,

sie,

des Mittelalters

traten

wenn auch zum

Teil

und unter jüngeren Gesichtspunkten Weisthümer III 780 (a. 1456 Rhense): „so

christianisiert

verändert, auf sehr alter Tradition beruhen.

wan er [der Schultheiß] den beklagten habe soll man ., ime sein heupt laißen abschlagen und uff eyn radt setzen und weisen gott die seele und den fügein das fleisch, seine hausfraw eine wittwe, seine kinder weysen und den nechsten erben das gut*'). Höchst merkwürdig ist eine Bemkasteler Formel von 1490 ebenda weist der scheflFen vor recht,

S.

')

Udvalg 2)

auch noch die dänische Formel

Nr. 13

I

.

(a.

1475), 119

(a.

.dömme

1657), die der

til

galgie

och green'

.

bei Kold.

Rosenvinge

schwedischen in der vor. Note entspricht.

Andere Fälle GQngu-Hrolfs Saga 22 (Fornaldar Sögur

III 203),



Monum.

hist.

Norv. ed. Storni 140

(15 suspendio addicitur). ')

H.

Aber was

Brunner

Rechtsgesch.

er für dieselbe Zeit

als

II

601

n.

20 will dies nur als einen

,

Ausnahmefall' gelten lassen. ein paar obendrein

das Regelmäßige anführt, besteht auch nur aus

undeutlich beschriebenen Fällen. *)

Außer den im Text erwähnten Formeln

s.

die bei J.

Grimm RA*

(mit verteilten Rollen gesprochen), 1381, 1388 (1379 nach der Carolina), diebstal' u. ')

Abb.

I

59, 60, in

Zenten

im Laienspiegel

III

ff.

Vgl. auch

a. a.

0. 777

f.

d. philos.-philol. u. d. hist. Kl.

XXXI,

3.

Abh.

5

I

831, 952

,um großen

34 IV 755, wegen ihrer Gliederung. Im ersten Abschnitt wird der zum „Erlösen" dreimal ausgeboten. Dann folgt die „Ausziehung" und

des Sprechers

genossenscliaft,

verurteilte

Missetäter

der gesamten Rechts-

ganzen Verwandtschaft, des Landesherrn, der

seiner

Grundherrn, der Amtleute und der gemeinen Mannen, ,das wir alsamen das nomer laester oder schände

gegen got und

dem, was wir

als

wif witwen,

die [din?]

ich weisen

darin

dir

bildet die eigentliche Verurteilung: die erben erblos,

die kinde weisen,

hut zu tag zu

zu setzen,

Dieses „Ausziehen" entspricht

durchaus

den Grundgedanken der altgermanischen öffentlichen Todesstrafe kennen

Den Schluß

lernen werden.

hame".

die weit

dorren

einen

ein

eiche weid

bome zu

„Ich weisen

die gut

hut zu tag dinem rechten herrn;

umb

dinen hals, einen handoren knebel Koninks Karins geboet zu leiden, ein

reiden*),

werbe, ander werbe, di stont mit rechtem orteF).' Man beachte den Wert, den diese Formel auf den Eichenstrang und den dürren Baum legt^): zu der Zeit, die uns den Text überliefert, wäre er schwerlich ersonnen worden. Eine größere Zahl alamannischer ürteils301. Auch bei ihm findet man formeln hat Ed. Osenbrüggen gesammelt (Studien 289



eine Verurteilung eines „bösen Diebes"

moselfränkischen vergleichen möge.

zum

Strang,

Sie weist

aber immer noch altertümlich genug:

die

man mit

der vorhin angeführten

schon erheblich jüngere Züge auf,

„Ich urteile das

und dünkt mich

recht,

klingt

daß man

diesen armen menschen solle an den lichten galgen henken mit einem neuen strick zwischen himmel und*) erdenreich so hoch, daß das haupt ohngefähr den galgen berühre und unter ihm laub und gras wachsen möge und solle allda am strick zu tod erwürgt werden, daß er daran sterb und Verderb, und seinen leib lassen am galgen hängen, damit er den vögeln im luft erlaubt und dem erdenreich entzogen werde also, daß fürhin weder leut noch gut von diesem menschen geschädiget und andere seines gleichen ob dieser straf ein schrecken und Warnung empfahen." Ein schwäbisches Seitenstück dazu bietet eine Urkunde von 1470 in Monum. boica XXXIV b 104: „. also erkant der frey man nach dem und die ain gestalt haut und uff schuld solich anclag und nach allen vergangen urtaillen und Sache, vernime, das diz dorf, land und leit, riehen und arme, witwen und waisen gericht werd und dem ancläger ain benuagen beschech, so sprach er zun rechten uff sin aid, das .

.

man in [den überführten Dieb] richten soll mit truckner band, hencken sol zwischen hymel und erd an den liechten galgen". Eine westfälische Formel lautet nach einem Gerichtsbrief von 1531 bei Wigand Femgericht I 270: „dat men sali nemmen T. vors, und hangen an de galge tuschen hemmel und erde, dat he des nycht mer en doe'. Man sieht, es liegt sowohl der fränkischen als auch der westfälischen und den oberdeutschen .

.

.

Formeln ein ebenso einfaches als allgemein verbreitetes Schema zu Grund, bei dessen Ausschmückung erst die Stilistik der verschiedenen Länder und Zeiten ihre besonderen Wege gegangen ist. In Oberdeutschland war im MA. eine Enthaujitungsformel verbreitet, die den Nachrichter anwies, das Haupt vom Körper abzuschlagen „so weit, daß ein Wagenrad zwischen dem Leib und dem Haupt hindurchgehen mag"). Eine Parallele dazu, woraus

(c.

Grimm RA* Grimm

')

Zu diesem Ausdruck

-)

Eine nahe verwandte Formel bei

')

Dazu einstweilen

*)

S.

^)

J.

J.

vgl. J.

Grimm

a. a.

I

Grimm RA* II 267 Osenbrüggen Mone Quellensammlg. III 384. f.

59 und unten im V. Abschnitt Nr.

a. a.

1.

0,

0. IT 258, 259

auch die mainfränk. Formeln Zenten

1480) bei

I

f.

1383, 1346. a. a.

0. 289, Alam. Strafr. 86.

Breiaacher Reimchron.

35

man

zugleich auf das Alter dieser Formeln schließen kann, bietet eine, die in niederöster-

Weistümern erhalten ist: „demselben sol man zwischen haubt und pottich und nur wenig fortgebildet in Schwaben: „zwei Stücke sollen werden zwischen Achseln und Ohren, daß man zwischen den gemacht aus dem Missetäter Genau wie in Österreich sagte man in Norwegen zwei Stücken reiten und gehen mag" -). und auf Island, wenn man zum Enthaupten eines Menschen aufforderte: man solle ihm zwischen Rumpf und Haupt" (ganga milli bols ok h^fuds)^). Schon J. Grimm , gehen hat die Parallele bemerkt*), und man wird auch nicht bezweifeln können, daß die charakreichischen



(bauch) durchgen'^),



.

Maßbestimmung den frühesten Zeiten angehört, wobei die eigentliche Bedeutung Durchschreitens zwischen Kopf und Rumpf vorläufig noch gar nicht einmal in Anschlag

teristische

des

kommen

soll

Nimmt man

(hierüber im IX. Abschnitt).

Formeln für Todesurteile hinzu, so steht nunmehr das Todesurteil auf die Todesart erkannte').

Nun

man dagegen

halte

schied des Inhalts

ist

den friedlosen Menschen an Jedermann preis,

gibt

Sie

man darum

Sehr treffend hat

fest.

bestimmtes Übel an Leib

die Friedloslegung

tiven, die Todesstrafe einem positiven Strafrechtssystem zugerechnet). sich auch nichts,

wenn der

friedlose

Herrschers erklärt oder wenn

Der Unter-

Überall geht die bloße Friedloslegung nur auf Ent-

weder eine bestimmte Todesart noch überhaupt ein

oder Leben für ihn

altschwedischer

urgermanischer Zeit

in

Formeln der Friedloslegung (Ächtung)*).

die

handgreiflich

ziehung des Rechtsschutzes aus. setzt aber

die Überbleibsel

daß schon

fest,

Mensch

für einen Feind des

einem nega-

Hieran änderte

Gemeinwesens oder seines

Preis auf seinen Kopf wurde oder wenn der Achtverkünder zum Verfolgen des Geächteten aufforderte. Es war damit nicht mehr gesagt, wie* wenn die älteste Terminologie den Friedlosen als „Wolf bezeichnete. Er stand eben nach dem Verlust des Rechtsschutzes den reißenden

jüngeren Rechten

in einigen

ein

gesetzt

Tieren gleich,

1)

IX 61. Vgl. daselbst auch Wiener Akad. XLI 211 f.

Ost. Weist.

Sitzungsber.

d.

ä)

Osenbrüggen

3)

Laxdoela Saga

Alam.

(her. v.

«) J.

Grimm RA«

II

5,

24, 29, 36, 46, 57, 61,

86 (Kemptener Urteil

Strafr.

KalundJ

Vgl. auch Fomaldar Sögur

(S. 86).

auf fremdem Grund

grundsätzlich jedweder auch

die

c.

55, 23 (S. 171,

4).

v.

275 und

und Boden hetzen

Osenbrüggen

in

den

1381).

Eyrbyggja Saga

(her. v. G.

Vigfusson) 45

111 (1889) 202.

268.

Brunner dagegen nimmt

in Rechtsgesch. 11 601 an, daß die Art der Todesstrafe weder durch die Strafsatzung noch durch das Todesurteil bestimmt zu werden .pflegt", sondern .Sache des Strafvollzugs" gewesen sei. Er folgert dies aber nur daraus, daß verschiedene Notizen über Todesurteile deren Inhalt nicht genauer angeben. Ähnlicher Ansicht, doch nur für die fränkische Zeit R. Schröder Lehrbuch» 348 (= 6. Aufl. 370), 778. ^)

H.

*)

Deutsche Formeln:

Acht, Weist. 111 595 f,

860 B.

f.,

605,

Grimm RA«

J.

IV

828,

575,

V

Thiersch Der Hauptstuhl

Reichsacht 111

VI 720, Zenten

f.,

142

f.

52—54), 142 (64

Normandie ')

H.

II) I

22 §

Matzen

f.).



s.

117,

vv.

Erlauben, Friedlos, 207,

160,

f.,

Th.

Lindner

F.

f.,

484

f.

Njäla (1875 Handausg.)

Normannische Formel

5.

Forelesninger

Off.

Ret. 12, 13.

in

Summa

211,

247,

Das Femgericht Westphalens Die

Frauenstädt Blutrache u. Todtschlagssühne 249, Westnordische Formeln: Grägäs la (Cod. Reg.) 206, II

art. 241,



Gloss. 55,

I

Wigand

des westphiil. Femgerichts etc. 92, 93

406, 198, 359, Islendinga Sögur II (1847) 380 f.,

57—60, Haltaus

871, 948, 952, 1119. 1209, 1222, 1245, 1270, 1289, P.

Bamberg. Halsgei-ichtsO.

36

I

503,

de legibus

c.

G58,

II

434,

Veme 597, J. Poetsch

599,

Die

(Stadarhölsbök)

73 (24—26), 141 (16—18,

(ed.

Tardif Contumes de

36 und erlegen, zu deren Verfolgung man Jeden auffordern durfte und mit deren Ausrottung Das in Ächtungsformeln wie in Rechtssätzen ausgesprochene Verbot, dem friedlosen Menschen Unterstand oder Nahrung zu geben oder ihm fortzuhelfen, sich jeder nützlich machte.

mit dem

verträgt sich

„negativen" Charakter der Friedloslegung

sehr wohl, weil diese

Tatbestände unter den Gesichtspunkt der strafbaren Begünstigung des Friedensbrechers

Ebenso gibt

fielen.

keinen

der Friedloslegung

es

mannischen Formel und

„positiven" Inhalt,

wenn

in

der nor-

antrifft,

einem niederländischen Gesetz jedermann, der den Friedlosen unter Strafandrohung dazu verpflichtet wird, gegen ihn das Gerüft zu erheben.

Das

eine Polizeivorschrift,

ist

könnte

als sie ihrer

in

auch eine öffentliche Strafe nicht

die

Natur nach

Und wenn dann

ist.

machen

„herbeizueilen und bei Verfolgung und Ergreifung des durch die Untat

verpflichtet sind,

gewordenen Missetäters Hilfe zu

friedlos

„positiver"

auf das Gerüft hin die Nachbarn

so hat dies seinen Grund in der allgeunabhängig davon, ob der Verfolgte wirk-

leisten",

meinen Genossenpflicht zur Rechtshilfe und

ist

lich friedlos ist^).

Der Unterschied von Todesurteil und Friedloslegung schloß nicht aus, daß beide Es finden sich Gerichtsgebräuche, wonach dem Todesurteil eine besondere Friedloserklärung folgte^), andere, wonach diese vorausging'), und wieder andere, welche beide Erklärungen ineinander schoben*). Dies alles ist leicht miteinander verbunden werden konnten.

weil ja in der Regel das Todesurteil

zu verstehen,

zugleich den Frieden absprach (oben

Die angeführten Formeln legen also nur den Inhalt des Todesurteils auseinander*).

S. 27).

Wenn

5.

über die Art der Hinrichtung aussprach, so konnte

das Todesurteil sich

Grund nur darin haben, daß die Urteiler die Art der Hinrichtung für den gegebenen Fall durchs objektive Recht bestimmt fanden^). Das gehört eben mit Den Beweis dafür liefern teilzu den Unterschieden des öffentlichen vom Privatstrafrecht. dies seinen

weise schon die vielen unter der vor. Nr. angef. Gesetze, welche die Verurteilung zu einer

bestimmten Todesart vorschreiben.

Vervollständigt wird er allerdings erst durch die ver-

gleichende Betrachtung, der wir die verschiedenen Strafarten in den Abschnitten VIII

f.

unter-

Obige Darlegungen beantworten, soweit als es sich um die Beziehungen der Friedloslegung zu des Geächteten handelt, die Einwände von H. Brunner Forschungen 445 450, Rechtsgesch. II 590 gegen den negativen Charakter der Friedlosigkeit. Jetzt nicht in Frage stehen deren Beziehungen zum Vermögen des Geächteten, die Brunn er ebenfalls zu Gunsten des vermeintlich positiven Charakters ins Feld führt. Doch sei hier kurz bemerkt, daß die Achtungsformeln von Vermögenseinziehung (.Fronung") in der Regel nichts wissen, die Vermögenseinziehung selbst auch wahr1)



Leib und Leben

scheinlich

dem

ältesten Recht

unbekannt war, und daß die Wüstung ursprünglich nicht dem System der Todesstrafe angehört. Auf diesen Punkt werden wir später

dem

sondern

der Friedlosigkeit,

zurückkommen (Abschn. X). 2) Weistümer III 841 (Demerath 1578), Zenten götische Formel und dazu Wilda Strafr. 495. 3)

Zenten

*)

Weistümer

5)

Brunner

II 380,

P

245 will darin ein

Gegen ihn

E.

welcher getötet wird, gar kein Genosse

Kulischer ist:

auch die oben 32 angeführte west-

fitudes 425

f.,

438.

Symptom

des Ursprungs der Todesstrafe aus der

in Zschr. für

man habe

sich

vergleich. Rechtswissensch.

XVI

460,

zu überreden gesucht, daß derjenige,

sei.

Abweichender Ansicht H. Brunner oben

Thomssen

S.

381 (Cröf).

Rechtsgesch.

dessen Erklärung aber noch viel künstlicher

auch

1348, 1360.

1846.

I

Friedlosigkeit erblicken.

S)

I

S.

35 n.

5,

s.

auch Rechtsgeich.

I* 245.

Abweichend

37 dort wird sich zeigen, daß von je her in allen germanischen Rechten

Denn

ziehen müssen.

auf bestimmten Missetaten die nämliche Art der Todesstrafe stand. An gegenwärtiger Stelle kann ich mich daher darauf beschränken, noch einige unmittelbare Belege aus

Gotische: Lex Wisigot.

älteren Gesetzen anzuführen.

adulterio miscuerit

se in

.

occidatur,

.

.

fustigentur et ignibus concrementur" violenter adulterandam conpresserit



Vin

2, 1

,Qui

deputetur";

CG

suscipiat

flagella

cidium fecerit

presumsif.

.

.

.

.

.

et

si

ut adulter et adultera ante judicem

Wer

Richtung anzweifeln

.

.

.

ignem supposuerit, correptus a judice ignibus



VI

5,

17

„.

quicumque parri-

.

.

qua

wegen

die Beweiskraft der gotischen Gesetze

alium punire

ipse

ihrer romanisierenden

wird dieses beim burgundischen Gesetzbuch nicht können,

will,

XXXIV

dort (L. Burg.

serit,

necetur in luto'*); oder

bestimmt wird: ,Si qua mulier maritum suum

1)

(LH

5

517):

a.

„.

.

.

[Bestechung]

fränkische

CG

sei.

puniatur*.

Lex

I

Salica

.

6):

si

fecerit,

ita

decernimus ut

.

.

ille

quam

.



XI

Zahlreicher sind die

tit.

ein straf höriger englischer



L. Sal. (ed.

Childoberti

II.

Mann

.

.

.

,.

.

hieher Ed. Roth. 370

,Si

servus

der Additio sapientum,

')

8.

K.

.

.

.

Wegen

Aus mordh

z.

hänge man ihn.'

sich wegstiehlt,

.

.

.",

der

aus

.

B. Ine 24 pr.: .

iEthelstsin

.

Si

Si serva ancilla sit

adeant sexaginta et viginti ancille et afferant singule tria ligna et

Wenn

dasselbe tue,

Zeumer im

.

2

der uns noch genugsam

angelsächsischen Belege, wie

.

.

man ihm

.

convenit

.

regis

comburant eam' ... VI (Judicia civ. Lund.) 6 § 3 ,. Wenn er [ein Sklave] wegstiehlt, [so haben wir bestimmt], daß man ihn zur Steinigung leite, wie bestimmt war.

.

LXVHII

Hesseis)

decr. (a. 596) 8:

eant sexaginta et viginti servi et lapident eum. ...

sit,

et ipsa furetur

capitis

crimine

„Si libera mulier sit [Diebin] precipitetur de clivo vel submergatur.

6 §§ 4, 5, 7

homo

facti

und chronologisch zunächst stehen

servus ipse super fossa ipsius mortui adpendatur

bekannte

beschäftigen wird.

servus

probato

debilioris* personae fuerit [sc. latro] in loco pendatur".

der Lex Frisionum

IV

dimi-

.

pessima cruciatu puniatur (wegen Heirat mit einer

der

„Wenn

ad exemplum omnium

.

ignem tradatur";

langobardischen Gesetzen gehört

den

.

.

(Cod. Guelferb.) 1: „Si quis alteri maleficiis fecerit

est in rota mittatur"');

bannivimus ... ut

„.

Geographisch

.

.

XIX

ad L. Sal. 5): „servus

hoc

freien Frau) et ita

B

(init.

culpabilis jud. aut certe [in]

Kap.

(sog.

capite Gesetze.

oder

.

jubemus, ut quoscumque similis

[Verlöbnisbruch] reatus aequaverit, non tam dispendia sustineant facultatum plectentur";

.

publice

hoc crimen [Grab- oder Leichenberaubung] admiserit.

insuper flammis exuratur';

wenn

amissione

.

14 „Si viduam quisque vel virginem ingenuam

4,

conprehensus a judice eadem morte puniatur,

.

.*)

.

servus vero conprehensus a judice concremetur"^);

.,

.

„Servus vero,

2, 1



;

domum

alienam

in

— XI

*)

ita

,Si ingenua mulier servo

III 2, 2

Mischung

N. Arch.

wir ihn

[den flüchtigen Dieb]

was man dem welschen Diebe

f.

von

gotischen

deut. Gesch.

XXIV

und 589

Auch

ä)

Vielleicht gehören auch einige der S. 23 N.

*)

Nach Brunner Rechtsgesch.

hier scheint die Strafart römisch:

licher Verlasiung (Brunner spricht

römischen

1

a. a.

es

dann früher

dann bekommen können, daß oder daß

Bestandteilen

Römisch scheint

S.

Zeumer

*)

täte

sich

man in

ihn aufhänge".

dieser

Bestimmung

insbes. die Strafart.

0. 612.

aus der Lex Wiaig. angeführten Stellen hieher.

II 475 soll dies eine Privatstrafe sein. Aber warum wegen bösvon Ehebruch) eine Privatstrafe, während nach LH 6 auf Verlöbnis-

brach öffentliche Strafe steht? ') Auch an diesen beiden Stellen nimmt Brunn er lichen Grund. S. auch Geffken Lex Sal. 131, 237.

a. a.

0. nur Privatstrafen an,



ohne

ersicht-

38 „und beim andern Mal sei dort keine andere Buße als das Haupt"*); dann überführt wird, schlage man ihn, daß ihm der Nacken berste". Unter den nordgermanischen Rechtsvorträgen und Rechtsbüchern sind die ostnordischen besonders reich an unmittelbar gesetzlichen Bestimmungen über die Todesart. jEthelröd I 1 § 6, 2 § 1 III 3 § 1

„wenn

er

Hier nur eine Auswahl der ältesten Stücke^).

Westgöta L.

I fb.

2:

„Stehlen Vater und

man hänge den Vater auf und den Sohn, wenn er ein erwachsener Mensch ist. § 1 Gehen zum Stehlen aus ein Oberknecht und ein Sklave, der Verwalter soll hängen und nicht der Sklave." Ebenda II Jib. 20: „Gehen zum Stehlen aus eines Bauern Sohn, ein erwachsener Mensch, und der Oberknecht, man soll beide hängen; gehen zum Stehlen aus der Eigentümer eines Sklaven Und der Sklave, man soll Sohn, werden dabei ergriffen,

den Eigentümer hängen und nicht den Sklaven." der Viehdieb und der Getreidedieb

man hänge ihn Mann ermordet

auf".

.

.

58

Mann

,Zwei sind die schlimmsten Diebe,

wird einer ergriffen mit solchem gestohlenen Gut,

.

Östgöta L. E{)zs. 17 pr.

.

.

oder der

.

dann

seine Frau,

soll

„Geschieht

es,

daß eine Frau ihren

man ihn rädern, wenn er dies Mann oder ein Weib ihr Kind

tut,

„Wenn ein ermordet, nachdem es getauft ist, dann soll man ihn rädern und sie steinigen lassen". 25 „Wenn ein Mann einen Mann ermordet oder ein Weib einen Mann oder ein Mann ein dann soll man ihn rädern und sie steinigen lassen". Weib oder ein Weib ein Weib, Weib der Hexerei beschuldigt und dabei ergriffen, Ebenda VaJ). 31 § 1 „Wird ein üplands L. dann hat es sein Leben verwirkt und man soll es zu Tod steinigen". und

wenn

steinigen,

sie

sie

es tut'.

.

.

21

.

.

Mb. 31

dann

wird, „.

.

pr.

und

.

.

.

.

.

.

.

.

.

dem Raub oder Mord zur Last

der schuldig gesprochen,

.

gelegt

der Mörder auf den Pfahl und der Räuber unter das Schwert".

13 § 2 jedoch eines von ihnen [Eheleuten] getötet und es wird der Totschläger gefangen

ist

.

Wird

....

.

soll

der Totschläger gesteht die Tat ein

und der Mann oder

die

Frau

dann

die Anstiftung,

der Mann hinauf auf den Pfahl und die Frau unter hat jemand dadurch seinen Weib jemandem Gift bei Tod gefunden dann hat sie auf dem Scheiterhaufen zu brennen". ... 49 § 2 „Wenn geht das Urteil an ihr Leben, dann soll man sie in die Erde immer ein Weib stiehlt vergraben; nicht darf man ein Weib rädern oder hängen". Ebenda Kb. 15 § 8 „Wenn

sollen beide

dem Tod

das Gestein".

19

.

.

pr.

verfallen sein,

„Bringt ein

.

.

.,

.,

.

.

.,

dann muß er lebendig in die Erde jemand Geschlechtsumgang mit einem Tier hat Södermanna L. Mb. 86 pr. „Wenn einer vergraben werden und ebenso das Tier". feindlichen Schild führt oder ein Heer aufrichtet gegen seinen rechten König oder das Reich, worin er geboren ist fällen sie [die Geschwornen] ihn mit ihrem Eid, dann .

.

.

,

.

.

ihn

.

die

Will er sich herzustehlen,

zum Ding und hänge

.

.,

.

.,

.

gehe sein Land und Gut unter

.

Krone und

um

er selber unter das Schwert".

zu pfänden und wird dabei ergriffen, dann führe

auf wie einen andern Dieb".

ihn

Skäne L. 84

man

Eriks Ssellandske L. II 15

man auch wissen, daß, wenn einer damit ergriffen wird, dies an sein Leben geht und man hat ihn dafür zu verbrennen oder auf dem Rad zu brechen". Thord Degns Art. 33 (Rosenvinge S. 468): „mulieres pro furto non debent „Bezüglich des Mordbrandes

1)

Ebenso Cnut

2)

Gleichartige Textstellen

II

32 §

1.

soll

S.

auch fiadgar IV

11.

Westgöta L. II ]>h. 19, 21, III 145, IV 18 § 5, östgöta L. Södermanna L. Mb. 13 pr., Westmanna L. I Krb. 10, II Krb. a.

in

Uplands L. Mb. 38, § 3, Heisinge L. Mb. 16, Bjärk. R. 36, Magnus Er. Landsl. Hmb. 1, 2, 4, 5, 9 pr. 10, 1, 2 pr., 3—5, 7—9, 11 pr. § 2, Skäne L. 214 (bei Schlyter S. 199), Jydske L. II §§

1,

8,

6.

12,

Va{). 32 pr. 23,

Mb. 26

Stade L.

88, 90,

Hmb.

III 23, 65.

39 suspendi, sed humari"

.

.

.

Aus den norwegischen Rechtsbüchern wären vor allem die von Hexen und über das Gassenlaufen wegen kleinen

Vorschriften über das Ertränken Diebstahls*) hieher zu stellen.

zu

besprechen

Sklave

stiehlt,

Sie

werden aber noch ausführlich an einer späteren

Stelle

Außerdem mag angeführt werden Gula{)ings bök 259: ,Wenn der hier aufgezogen ist, dann soll man ihm das Haupt abschlagen." sein.

Diese Materialien,

germanischen Quellengebieten angehören,

die den verschiedensten

Annahme,

ein

Regel „Sache des Strafvollzugs" würde selbst in den verhältnismäßig gewesen, die Art der Todesstrafe zu bestimmen. Das seltenen Fällen nicht zutreffen, wo das Gesetz eine Mehrzahl von ausdrücklich genannten oder vielmehr zu verstellen scheint; denn das „oder" Strafarten zur Wahl verstellt, vertragen

nicht mit der

sich

es sei in der



kann auf verschiedene Unterfalle des Hauptfalles, es kann auch auf lokale RechtsverDagegen ist es mit dem Grundsatz, wonach die Art der schiedenheiten gemünzt sein. todeswürdige Verbrechen vom objektiven Recht bestimmt sein mußte, Todesstrafe für jedes sehr wohl vereinbar,

wenn

in

den Quellen die Todesstrafe oftmals ohne nähere Angabe der

Art verfügt wird. Geschieht dies in solchen Fällen, wo es sich um keine gesestzgeberische Neuerung handelt, so mag der Verfasser die Art des Vollzugs als bekannt voraussetzen. Oder wird man bezweifeln wollen, daß Childebert H., wenn er vom überführten Dieb sagt ,moriatur' (oben S. 25), damit die Strafe des Stranges meint, von der wir aus Lex Rib.

LXXIX

gelegentlich erfahren, daß sie nach ribwarischem Recht die Strafe des überführten Diebes

Daher kann es vorkommen, daß eine Quelle zunächst nur ganz allgemein von Todesdann aber deren Vollzugsart beiläufig bezeichnet, wie z. B. Eadmund HI 4

war?

strafe spricht,

(Quadripartitus):

,Et dictum est de

sefvis: si qui furentur simul, ut senior ex eis capiatur

vel suspendatur."

Führt dagegen ein Gesetz die Todesstrafe für einen bestimmten Tatbestand erstmals ein, ohne die Vollzugsart anzugeben, so kann sich dies daraus erklären, daß der Gesetzgeber eine unter den mehreren möglichen Vollzugsarten et occidatur

als

die

gewöhnliche annimmt.

Enthauptung im

11.

In

Dänemark nahm nach Adam Brem. IV

Jahrhundert diese Stellung

Der Grundsatz, der

sich

6

z.

B.

die

ein.

aus der vergleichenden Durchforschung der germanischen

Rechtsaufzeichnungen ergibt, spricht sich auch

in

der Charakteristik des öffentlichen Straf-

Tacitus Germ. 12 aus: ,distinctio poenarum ex delicto; proditores et transfugas arboribus suspendunt, ignavos et irabelles et corpore infames caeno et palude injecta insuper crate mergunt". Da ist nichts dem Gutdünken eines Vollzugsorgans rechts bei

überlassen,

alles

vielmehr durch feststehendes Gewohnheitsrecht bis

in

die Einzelnheiten

Das Bild verschiebt sich auch nicht dadurch, daß während des Spätniittelalters in ober- und mitteldeutschen Gerichten der Brauch vorkommt, das Urteil über die Art der Todesstrafe den Henker finden zu lassen. Es kann keine Rede davon sein, daß dem Henker damit das Recht eingeräumt war, die Art des Strafvollzugs oder die Todesart zu geordnet.

„bestimmen'^).

erteilen hat, sondern

1)

Inngs b. ')

auch welche Auskunft er

Norges gamle Love IV 18

XIV 12. Bjark. r. 147. So Brunner Rechtsgesch.

Lehrb.:- 778 N. 8.

daß

Die einschlägigen Quellen sagen nicht bloß,

(nr.

I-

13),

245,

11

495,

Chr.

I

erteilen

494

muß.

(nr. 98),

II

385

Er

f.

er darüber ist

Auskunft zu

also nicht als Voll-

Gula|iing3 b. 253.

Eckert Der Fronbote im MA.

100.

R.

Frostu-

Schröder

40 zugsorgan,

sondern

brauch*), dessen

allgemein

„gerade gemacht", indem ,mit

dem

dem

heil,

dem

swert,

Miß-

einen

so erklärt sich die bei den

verbreitete Auffassung des Vollzugs als eines

wovon der Nachrichter seinen Namen rade, mit

um

sich

es

sich aus lokalen Eigenheiten der Gerichtsverfassung erklärt^).

Vollzugsart der Todesstrafe gesetzlich bestimmt,

Ist die

deutschen Völkern

dem

Außerdem handelt

Urteilfinder tätig.

als

Aufkommen

Durch

hat.

die

„Richtens*,

Art des Verfahrens wird das

mit dem wasser, mit der kule, mit

Darum

brand, mit gefeuerter band, im feuer) gerichtet' wird*).

Krumme

mit trockener band, mit

sträng, der wide, der kette,

dem

feuer (dem

fragt der Richter, nach-

dem dem Missetäter der Tod zuerkannt, wie der Nachrichter ihn richten solle, ob mit dem Strang, mit dem Rad usw., oder er befiehlt dem Nachrichter, wie er ihn zu richten und da

habe*),

Todesart von

die

ahndenden Missetat abhängt, so läßt er ihn Nach beendigtem Vollzug aber läßt der recht gerichtet habe*). Durch dieses „rechte' Verfahren zu

der

„richten nach seiner missetat' (Weist. II 678).

Nachrichter feststellen, ob er

wird der Verurteilte „gerechtfertigt'^) oder „von (ab) über ihn gerichtet"''). art,

die auf seine

getan'

^),

Im wählen

Tat gesetzt

Recht

„sein

das er so „leidet" oder „aussteht'.*")

kommt

Mittelalter

daß der Verurteilte zwischen verschiedenen Todesarten

vor,

Aber nur im westerlauwerschen Friesland

darf.

Strafrecht sicher nachweisbar**).

und

Mit ihr wird ihm

„sein Recht"*).

sie ist

ist,

Die Vollzugs-

Sonst

und am deutlichsten

in der Erzählungsliteratur

dem

er sei ins öfl'entliche Strafrecht erst aus

Zug im

dieser

ist

öfi'entlichen

poetisches Motiv in der Volksdichtung

tritt er als

so

daß man schließen

auf*^),

übergegangen,

Privatstrafrecht

wo

darf,

ja auch

Wahlrechte der Inhaber der Strafgewalt daheim sind (S. 12 f., 19, 20). Keinesfalls würde auf eine Wahlbefugnis des Straffälligen im altgermanischen Recht geschlossen werden können.

LXXXIX

*)

Tengler

2)

H. Siegel Deut. Rechtsgesch.^ 499.

ä)

Belege

HalsGO.

V.

s.

Laiensp.

unten

V

fol.

Nr.

Kohler-Scheel Die

Geroldshofen bei

*)

Tengler

5)

Bamberg. HalsGO.

a. a.

11,

8,

13.

Carolina art. 218.

1510).

v.

Vgl. übrigens auch

VI Nr.

1, 2, 3,

Druckes

(des

f.

Abegg

in Zschr.

f.

deut. R.

Meister Frantz Schmidt

Carolina

II

jS.

XV

3—78

67

— 81.

passim.

165.

0.

119

art.

(= Brandenb. HalsGO.

art.

Zenten

Carolina art. 98).

119,

I

1856,

1360, 1378, 1384. 6)

Weist.

')

Staub-Tobler

LWeist. 189.

II 383, 663, 698.

Ruppreohtsohe Fragen bei

Lindner Veme

8)

Richtsteig Landr. 32 §

9)

Weist.

II

Chron.

d. deut.

mann

Gess. I 192

76,

383,

9,

35 §

III 754,

7.

220.

Stadtb.

v.

Augsburg

(§ 12),

VI 435

art.

s.

v.

II 204.

ab

I.

Weist.

V

610

(§ 4).

77 §2.

pr., 39.

(§ 7),

466

(§ 7).

Stendaler

ürteilsb.

VI

1.

XIX 544. v. Richthofen RQuellen. I 615 (§ 11 hym zyn riucht duan). Lieber(do dam deofe his riht). Landr. 32 § 11. Graf u. Dietherr Deut. Rechtssprichw. S. 344 Nr. 858.

Städte

Richtsteig

**)

His

*^)

Von den mancherlei vermeintlichen

Strafr. 169.

hat,

haben

dem

friesischen,

1882 Juni).

Deut. Rechtswörterb.

Visby Stadtr. 38

IV 719

1»)

Macabuin)

Stölzel Schöppenstuhls- Akten

Schweiz. Idiot. VI Sp. 293.

die

Zeugnissen, die

J.

Grimm

RA.*

II

344

f.

zusammengestellt

meisten überhaupt nichts mit Strafrecht zu tun und beziehen sich die übrigen, außer

nur aufs Privatstrafrecht. Eine mir unkontrollierbare Volkssage auf Man (vom Schwert von einem norwegischen Wahlrecht des Verurteilten zu erzählen wissen (Allgem. Zeitg. Aus ungermanischem Gebiet Aber echt norwegischen Quellen ist dergleichen unbekannt.

soll

eine Sage bei



Cosmas

Prag.

I

18 a. E.

41 Keine Ausnahme vom Grundsatz der rechtlichen Bestimmtheit der Todesart braucht

wenn der

es zu sein,

fränkische Großkönig beliebige Todesstrafen verhängt*).

seiner Rechtsprechung

ist

bei

Der Rechtssatz, wodurch daiä ihn der König liegt vor, wenn die sie dem Gutdünken

ans bestehende Recht gebunden.

nicht

Er

Art der Todesstrafe bestimmt ist, wird nicht dadurch aufgehoben, im Einzelfall unangewandt läßt. Eine wirkliche Ausnahme dagegen Rechtsordnung es an der Bestimmung der Todesart fehlen läßt und die

Im fränkischen

Herrschers anheimstellt.

des

königlichen Strafgewalt

arbiträren

einer

Staat

geschah dies durch die Ausbildung

Infidelitätsfällen-).

in

In

andern

Staaten

mit

hoch entwickeltem Königtum hat das Gesetz für einzelne besondere Verbrechensfälle dem Herrscher eine solche arbiträre Strafgewalt eingeräumt, so im westgotischen ^), im langobardischen*),

baierischen,

derartigen

alle,

zusammen,

die

alamannischen'),

Ausnahmen von dem nachweislich

im angelsächsischen''), im dänischen').

im Lauf der Geschichte

erst

der

in

Ursprünglich galt der Grundsatz ausnahmslos.

treten sind.

Aber hängen mit Veränderungen

aufgestellten Grundsatz

Staatsverfassung

Freilich

muß, solange

eingeer

nur

im Gewohnheitsrecht hervortrat, mit der Anwendung einer bestimmten Strafart die Praxis Aber indem sie der Urteiler oder der Gerichtsversammlung den Anfang gemacht haben. davon aus, daß im vorliegenden Verbrechensfall dem Schuldigen gerade diese und keine andere Strafart gebühre. dies tat, ging sie

Wie hafteten,

Regeln

die

fest

zeigt

über die Arten

nur

nicht

sich

sondern auch darin,

Leichen,

daß

Strafvollzugs in

des

dem schon oben

beschreiben

will"),

würden wir

so

In

in

Brunner annehmen,

den Hauptbeleg für das soeben Bemerkte

hier

Schweden beobachten wir um das

Wolfred, der ein Kultbild des Thor

mit H.

Frisionum Add. 11, einen Akt der Volks-

haben: die Volksjustiz brachte den Tempelräuber Tode.

man

Dürfte

die Kardinalstelle über sakrale Todesstrafe, L.

justiz

den Volksvorstellungen

28 besprochenen Strafvollzug an

S.

sogar bei Rückfällen in die Urform aller

zuweilen

sie

beachtet \wurden.

Rechtspflege, die Volksjustiz,

daß

in

J.

in

umständlich rituellem Verfahren

zum

1000 ähnliches: der anglische Glaubensbote

Stücke geschlagen,

fallt

unter zahllosen Hieben und

Stichen des erbitterten Volkes; darauf wird sein Leichnam verstümmelt und in einen Teich

Das entspricht in den wesentlichen Zügen dem friesischen Verfahren wegen Beraubung der Kultstätte. Besonders oft bringt die Volksjustiz verschiedener Länder den Ritus des Verbrennens gegen Hexen zur Anwendung, was ebenfalls dem offiziellen Recht Vom Steinigen mag hier abgesehen werden, da dieses summarische Verfahren entspricht'").

versenkt').

Gregor. Türen. VIII 29

1)

So

-)

Brunner

z.

B.

Rechtsgesch.

64

II

VI

f.,

Einhardi

.iVnn.

a. K.,

Forächungen

-163

a.

792.

S.

auch Gref,'or. Turoii.

V

19 g. E.

f.

Üahn, Westgot.

^)

L. Wisigot. II

*)

Osenbrüggen, Langob.

"•)

L.

Baiuw.

")

R.

')

L.

Schmid Die Gesetze der Angelsachsen 632 (s. v. Misericordiu). Liebermann Ges. II 583 f. Holberg Leges Waidemari Regis (1886) 147 — 152, üansk. Rigslovgivning (1889) 190—192.

Matzen

II

1

§

1,

Forehesninger

11. 7,

3.

Off.

9,

Ret

Brunner Forschungen

9)

Adam. Brem.

*")

3,

2

1.

3,

VII 6

1.

2.

F.

Studien 166.

f.

III

19.

459, Rechtsgesch.

II

483.

60.

Cap. de part. Sax. 6 (wo der Text deutlich erkennen

Volksjustiz wendet).

Abb.

1.

L. Alara. 23.

*)

II

I

Strafrecht 28, 51

Mon. Germ. SS. XIII 52 (Freising

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

a.

lilßt,

daü das Gesetz

1090; dazu

Weiland

sich

gegen sächsische

in Zschr.

f.

G

Kirchengesch.

42 ohnehin von Haus aus die meist geeignete Art der Volksjustiz gewesen war.

Dagegen Beobachtung umständlicherer Formen in späten Zeiten hinzuweisen, wie sie uns die NN. 428, 563, 571—575, 577 des Anh. schildern'). 6. Die öfifentliche Todesstrafe ist grundsätzlich unbedingt und vorbehaltlos angedroht. Darin zeigt sich ganz besonders deutlich ihre öffentliche Natur; es wird gestraft, noch auf

ist

die

Auch

weil das Interesse des Volkes es verlangt.

Im Laufe

nahmslos.

der Zeit

erst

dieser Grundsatz galt ursprünglich aus-

wurden Ausnahmen, und zwar

sehr verschiedenen

in

Formen, anerkannt. Bald darf der Missetäter oder dürfen seine Verwandten oder sein Gewalthaber durch Erlag von Büß- und Friedensgeld sein Leben lösen-), bald hat die Klagspartei die Wahl, ihn Sühne leisten oder die Todesstrafe in der gesetzlichen Art an ihm vollstrecken zu lassen^), bald greift ein in sehr verschiedenen Varianten sich fortbildendes

Begnadigungsrecht der Obrigkeit oder auch eines dritten

Im

vollzug ein Asylrecht hindernd in den Weg'). die

bald endlich

ein*),

tritt

dem

Straf-

ersten von diesen vier Fällen hat

man

Analogie von der ablösbaren Friedlosigkeit auf die Todesstrafe übertragen ''), im zweiten

IX 692

f

,

(Besanfon

S.

Biezler Gesch. der Hexenprozesse

g.

1200).

Schambach

u.

Müller

in

Bayern 29

Caesar.

f.).

Heisterb.

Dial.

mirac.

V

18

Nicdersächs. Sagen Nr. 194.

auch Tollin Biogr. Beitr. z. Gesch. der Toleranz (186G) S. 99. Relation bei L. v. Ranke (Volksjustiz an Gaspar Coligny a. 1572), -) Lex Sal. XXXII 2 add. 3, L 4, Gap. II (bei Behrend) ad L. Sal. 10 § 1 (vgl. mit Cap. I 3). Ed. Roth. 268, 280, 5, Pact. pro ten. pacis 2 (s. aber oben S. 21 n. 4). Mon. Germ. Capp. I 51 (26). L. Fris. add. I 3 (spätere fries. Quellen bei v. Richthofen Wörterbuch s. v. haved249, 253, 19 (?). Angelsächs. R. bei K. Maurer in Krit. Übeischau der deut. Gesetzgebg. lesne und His Strafr. 193 f.). Uplands 1. Mb. 31 § 1. Söderm. 1. Mb. 10 § 3, 13 § 1, Bb. 23 pr. Westm. 1. I u. Rechtsw. III 56 f. S.

1)

Werke XII 78









Hels. 1. ^b. 6 pr. Mb. 28 pr., 32 pr. Bjaerk. R. 12 § 4, 18, 38 §5, 11, ph. 2 pr. 6, II Mb. 26 § 11. Über die südgermanischen Löaungstaxen am 39 pr. § 1. östgöta 1. Va]), 35 g. E. Gotlands 1. I 22. 147. ausführlichsten H. Schreuer Die Behandig. der Verbrechenskonkurrenz i. d. Volksr. 133

Kb.





Uplands 1. Kb. 15 § Westm. 1. II Kb. 13 (vgL mit 3)

göta

I

1.

5

lib.

Db.

(Stadsl.

§

1,

vi. 6).

Moralbegriffe

I

II

{)b.

Skäne

8, I

30.

L.

Mb. 13

pr.

19

pr.,

Kb. 10 und Söderm.

Gotlands

1.

214 (Schlyter

Wb.

38,

18

§

Kb. 15 §

1.

21 pr. § 2 (auch IV

1),

Mb. 12

§ 19).

1

Lex Saxonum

S. 199).

Söderm.

1.

26.

1.

pr.

[ib.

Hels.

3, 1.

Mb. 28 pr., 32. Mb. 22. West-

Magnus Er. Landsl. Db. vi. 31 Gut bemerkt Westermarck



145 über solche Fälle: ,Die Tatsache, daß ein derartiges Vorrecht der geschädigten Partei

zeigt das Bestehen eines gewissen Maßes von mitfühlendem Unwillen in der ÖffentEr fügt aber bei: ,Die Strafe ist in allen ihren Formen wesentlich ein Ausdruck der Empörung in der Gesellschaft, die sie auferlegt' (vgl. auch ebenda S. 36). *) Wilda Strafr. 492. Osenbrüggen Langob. Strafr. 28, 51. Waitz VerfassGesch. IV^ 499-505. R. Schmid Die Gess. der Angelsachsen 534. K. Maurer a. a. 0. 57. F. Liebermann Ges. II 301 f. 583. F. D ahn Westgot. Studien 172 f Nordström Bidrag II 454— 460. Fr. Brandt Forelaesninger II 13 f. Bezüglich des deutschen R. im MA. s. noch .1. Grimm RA.* II 525 f., 540, Eichhorn Deut. Staats- u. RGesch. §§206, 380, Hälschner Das preuß. Strafrecht I 43—45, V. Friese Das Strafr. des Sachsenspiegels 167 f., Osenbrüggen Studien 367 382, Alam. Strafr. 190—194, G. L. v. Maurer

zugestanden

lichkeit

ist,

an."





Gesch. H.

der

Markenverfassung 371 f, E. Rosenthal Gesch. des Gerichtswesens Baierns

Knapp Zenten II 797-801, Warnkönig Flandr. s) Wilda Strafr. 25 f, 527—543. J. Grimm

Regtsoudheden 42Ü— 423. Brunner

Rechtsgesch.

Staats- u. Rechtsgesch. III

II

Literatur über das Asylrecht in deutschen Gebieten.

brüggen Alam. Strafr. §§53-57, Studien 18 f., 403 f., V. Amira Altnorweg. Vollstreckgs.-Verf. tumsk.

I ^)

H. 15

284

Rechtsgesch.

II

599.

R.

— 309,

v.

II

Zenten

II

Schwerin

136.

Brunner

303

(n. 42),

Knapp f.,

I

S. 163.

532-540. Noordewier Nederduitsehe 610—612; daselbst 607 f. noch weitere ferner Liebermann Ges. II 290—292, Osen-

RA.*,

S.

1

Schröder Lehrbuch^

350.

307— 324, Nordström Bidrag in

11

Reallexikon der germ. Alter-

43 Abschn.

Analogie der Privatstrafe (oben

die

Aber auch im dritten und vierten dem ältesten Recht unbekannt waren. Das 11)^).

haben wir es mit Einrichtungen zu tun, die des Begnadigungsrechts steht, wie man deutlich an den skandinavischen Rechten sieht, im wesentlichen Zusammenhang mit der Entwicklung der Herrschergewalt, und es ist eine petitio principii, wenn man das Begnadigungsrecht des Herrschers für eine Erb-

Aufkommen

schaft der germanischen Landsgemeinde

werden Gründe kennen

concilium)

taciteischen

(des

denen gerade

aus

lernen,

in

dieser

Hinsicht

heidnischen Landsgemeinde entschieden bezweifelt werden muß.

kann keine Rede davon

Denn wir

ansieht.

Allmacht der

die

Aus verwandten Gründen

daß das heidnische Asylrecht, d. h. der Sonderfriede der Ordentlicher Weise mußte ja die Todesstrafe an

sein,

Kultstätte, vor der Todesstrafe schützte.

der Kultstätte vollstreckt werden.

Eine Bedingtheit der Todesstrafe suchte H. Brunner-) „wenigstens"

Man habe

germanen nachzuweisen. erkunden

sollte,

Opfer genehm

dem Ausgang

Gottesurteils

eines

sondern den Willen der Götter

diente,

Brunner hat für

Hypothese Anhänger gefunden^).

diese

Von vornherein

ist

ob

man

Zufallsstrafen verhängte, brauchte

werden

die Strafe vollzogen

positivem Beweismaterial hat

ein paar Legendenberichte über Martyrien in Friesland



Hamalandes beigebracht,

Aber

sagen nicht, was

sie

Brunner

mavorum bestimmt, was geschehen bezichtigt

Todesstrafe

ist:

und das Weistuin des benachbarten

Quellen aho, die im günstigsten Fall nur einen lokalen, nicht

und nur im

»westgermanischen" Brauch,

gleich einen

soll

Jahrhundert,

8.

aus ihnen herauslesen möchte,

wenn

soll,

c.

belegen

48 der

dem

>)

Man

mit Gotlands Recht;

N. •S.

1).



vgl. 1.

1

z.

ihn nicht treffen, so lang er nicht wenigstens

ferner die

«)

Rechtsgeach.

3)

R.

Behandlung des Frauenraubes 248

1'

auch K.

Maurer

in

I,

Wisigot.

dem von Rosenthal Rechtsfolgen 1-

f.,

248

Schröder Lehrbuch' 77 Schreuer Die Behandig.

H.

Ehebruchs

Vorlesungen

V

in

L.

Cha-

III 4,

wegen siebennachher hat

ist;

Mißlingt ihm

Feuerurteil zu unterwerfen (exiet ad Judicium)*).

B. die liehandlunf? des

21 pr. und

könnten.

Ewa

abhängiger Menscii vieler Diebstähle

ein

maligen Diebstahls im ordentlichen Beweisgang überführt (comprobatus) er sich ohne weiteres

um zu erfahren, Brunner nur

nicht vorher ein „Gottesurteil",

An

sollte').

mir

Wenn

unverständlich, wieso seine Ansicht eine Stütze in den Zufallsstrafen finden kann.

man

als

habe

Ich

muß meinen Widerspruch auch

ausgesprochen*) und

sie

gegenüber der Replik Brunners aufrecht halten.

noch

den West-

ob ihnen der bereits überführte Verbrecher oder der gefangene Feind

sei'.

mich schon vor 33 Jahren gegen jetzt

den Vollzug von

„das nicht zu Beweiszwecken

abhängig gemacht,

bei

3 (oben S. 20), Kd. Luitiir. 130

des Khebruchs 91 angeführten rigischen

Burgund. XII 3 mit Gotlands

I.

I

21 §

2.

f.

(doch mit Modifikationen S. 78

n. 21,

der Verbrechenskonkurrenz 132.

A.

s.

auch unten N. 5 und

Fürnrohr

S.

44

Die Todesstrafe

6.

48.

*)

Götting. Gelehrte Anzeigen 1888

^)

Dies erkennt auch R.

Schröder

S.

54

an,

f.

indem

er bei Zufallsstrafen

annimmt, das

(iottesurteil sei

schon in der Strafe selbst" gelegen (a. a. 0. 77 N. 16). Fürnrohr hingegen (a. a. 0.) findet keine Schwierigkeit darin, daß über den Tod des Schuldigen mehrmals (er sagt „mehrfach') der Zufall entschieden habe. ,

*)

c. 46,

ist

wo

Dieses .exiet ad Judicium' kann

nur

es sich fraglos

auch sonst technisch,

RWissensch.

III

195 N.

B.

z.

des Gottesurteils in Capp.

um

I

in

c.

Mon. Germ. Capp.

281

48 nichts anderes bedeuten, als der nämliche Satz

Der gleiche Ausdruck

das Beweismittel handelt.

(c.

1),

ferner R.

I

75

(20),

180

Köstlin

(23).

in derselben



in Krit.

Vgl. übrigens auch die Überschau der deut. Gesetzgebg.

4.

6'

in

Bedeutung Bedeutung u.

44 so

dieses,

der

er

verfällt

unbedingten Todesstrafe (tradant eum ad mortem); gegenteils

durch Bußzahlung von der Todesstrafe wegen des siebenten Diebstahls lösen (pro eo emendare ac de morte liberare). Das Feuerurteil ist also nicht Orakel, darf

iiin

die Herrschaft

sondern Beweismittel*). Die beiden von Brunner angerufenen Heiligenbiographien erzählen zwar von Losorakeln (nicht Gottesurteilen!). Aber die eine, die Vita Willehadi könnte schon darum nicht in Betracht kommen, weil sie nur einen Ausbruch der Volksjustiz schildert, und zwar in einem Fall, wo die Meinungen darüber auseinander gingen, ob

überhaupt eine Missetat vorliege. einem

von

Die andere, die Vita Willebrordi spricht ebenfalls nicht

geordneten Rechtsverfahren,

Fremde auch König Redbad dreimal

gar nicht erforderlich

Auch kann

gewesen wäre.

den Zweck verfolgen,

befragt,

den wirklichen herauszufinden, ganz so wie

in L. Fris.

XIV

§ P).

dem Bericht überhaupt wahr ist. Er könnte Gall. I 53 sein, wo über das Schicksal des G. V.

hello

dort

unter mehreren

an

wieviel

De

gegen Willebrord und seine Begleiter

das

eine

das

das Losorakel,

möglichen Tätern

Übrigens Imitation

Procillus

als

fraglich,

ist

von

dreimal

Caesar

die

Lose

befragt werden''').

III.

Die todeswürdigen Missetaten im öffentlichen Strafrecht. Zu

keiner Zeit stand Todesstrafe auf



zeichneten Sachen



dauitaverk*) talia)

altnord. daudasakir,



oder Todesschulden



crimina')

vgl.

jedem



oder Todeswerke

ags. ddadskylde^)



von Haus aus eine geschlossene Zahl.

ist

Der durch

Friedensbruch.

banasakir*)

sonst

lat.

ausge-

sie



altnord.

mortalia (capi-

Dieser Gedanke hat selbst

das arbiträre Strafrecht überdauert.

Noch im drei

Mittelalter sprechen baierisch-österreichische Quellen emphatisch von

Sachen (Gerichten),

die zu

dem Tod ziehen

„den

(kehren)', ,den dreierlei Sachen

1) S. Götting. Gel. Anzeigen 1888 S. 54. Zustimmend R. Schröder a. a. 0. 78 n. 21. Brunner wendet ein, der Wortlaut der Stelle sage nichts von , achtem' Diebstahl. Sie braucht nicht ausdrücklich davon zu sprechen und darf auch einen neunten, zehnten usw. im Sinn haben; was sie meint, ergibt sich aus dem Zusammenhang und aus der Bedeutung von exiet ad Judicium. 2) Denn daß die Tat , handhaft' war, wie Brunner behauptet, kann ich nicht zugeben. Redbad



ging vielmehr auf Anzeige hin vor. Sonst findet sich bei den heidnischen Friesen wie anderwärts, daß aufBerhiilb des Strafverfahrens unter mehreren Menschen einer zum Opfertod ausgelost wird, Vita S.

Wulframi 6 ^)

im

Daß

bei

v.

es sich

altdeut. R. 6

gefangener war.

f.

Richthofen in dem Fall

meint,

um

Z. L. Sax.

205; vgl. Fornaldar Sögur

des Procillus nicht,

111

(18891 22.

wie M. Hai dien Der Hoch- und Landesverrat

ein Strafverfahren handelte, ergibt sich schon daraus,

daß Procillus Kriegs-



Dreimaliges Losen über ein Menschenopfer angeblieh bei den Preußen Chron. terre Prussie des Petr. Dusb. c. 91 (Script, rer. Pruss. I 101).

Heimskringla

'')

Kjalnesinga Saga 5

''}

Gess. d. Angelsachsen her.

haben dafür mortis reus, ')

II 1

Unger) 357

*)

(ed.

(S.

(18).



Flateyjarbök

111 385, 424.

413). v.

Liebermann

I

130

=

342

(43).

morte puniendi (plectendi) actus, crimina mortalia'. morti damnatus' a. a. 0. ,in

Umschreibungen;

s.

1).

vor.



a. a.

O.

Dazu das Adj. .deadskyldig

=

L. Alam. XLIII. L. Wisigot. VII, 5. L. Burgund. LXX 1. L. Baiuw. Mon. Germ. Capp. I 3ö7 (30 f.), auch 21 (19), 61 (2) u. dgl. ra. Im MA. auch Note und die latein. Jurisdiktionsprivilegien in Altbaier. landständ. Freibriefe N. 338.

Cap. de part. Sax. 14.

§ 3 (auch VI 3 §

Die alten Übersetzungen

45 (Dingen, Stücken), die den Tod berühren (angehen)', „den drei Händeln, damit man dem Menschen den Leib nehmen mag"*) oder formelhaft von ,den dreierlei Sachen" schlechtweg-). Sie tun dies sogar dann, wenn sie in Wirklichkeit noch andere todeswürdige Sachen nennen^). In der Tat war nicht nur gleichzeitig, sondern auch schon vorher nach Ausweis der Gesetze und Rechtsbücher die Menge der todeswürdigen Missezustand hergebracht

einem älteren Rechts-

aus

also

Fragt sich nur, ob wir damit auf eine Gruppe von Verbrechen

sein.

dem frühesten erreichbaren Recht todeswUrdig waren.

geführt werden, die schon nach

noch vom baierisch-österreichischen Kechtsgebiet des Mittel-

Gehen wir fürs erste alters aus,

muß

Die formelhafte Dreizahl

stärker.

erheblich

taten

typisch zusammen aus: Tötung (mannschlacht Diebstahl (diuf, diebheit, furtum), Notzucht

so setzt sich jene Dreizahl



oder auch totslach, homicidium),



Es erklärt sich aus erweiternder Interpretation. wenn einmal anstatt der Notzucht »Jungfrauenschwächung* oder anstatt des Todschlägers Selten ist eines der drei vorhin genannten Verbrechen der .Achter' genannt wird'). durch ein ganz anderes wie z. B. die Brandstiftung ersetzt*). Zuweilen erscheint anstatt (notnunft, notzwang, notzoge, notnus)*).

der Tötung der engere Begriff des Mordes,

d.

i.

der verheimlichten Tötung^).

Die drei

Sachen nun, die den Tod berühren, machen den Inbegriff der Blutgerichtsbarkeit aus, die tres articuli,

cum

„qui

1)

z.

Mon. Germ.

bayer.

473,

von denen im Jahre 1284 eine Urkunde des H. Albrecht von Österreich sagt:

u.

RGesch.

IV 1224.

Constit.

deut. Gesch. VI

125.

II

99

in

E.

(no. 16).

Altbaier. landstünd. Freibriefe

672 (638, 675). VI 115.

W^eist. III

O.senbr0gpen

VIII 688.

baier.

debent generali judicio reservari"

sanguinis importantes

Wiener

f^itzgs.-Ber.

Rosenthal

Gesch.

Baier. Landtag.shandlg.

d.

XLI 194

Weist.

Besonders charakteristisch Altbaier. landstilnJ. Freibr.

d. J.

Quellen

VII

Oengler

f.

I

111 77,

157,

27.

1,

Heitr.

z.

193.

1429—1513, VI (1804) 281, 321. 376.

*)

i.

77,

II

Studien 190

f.,

Gerichtswesens Uaierns

•*)

III 672, 676.

Weist.

»drei

die

21 und Note 364.

19,

1,

ö.st.

Sie sind

*).

1

(a.

drey gerirhte

1311) die

die zu

dem

tode ziehent: teuf, totsleg, notnunft, strassraub. *)

Nr. 49

Mon. Germ. Const. IV 1224 (a.

1284).

Ost. Weist. VII 447

(a.

1240y),

(c.

1400).

441

Osenbrüggen (Z.

ebenda XLVII ^)

32),

Rbr.

f.

a.

a.

0.

Neuburg

V

321

1450),

966

CXXXIII.

E. a.

Schwind und Dopsch Ausgew.

v.

(Z. 7).

bayer. u. deut. Gesch. VI 125

z.

(c.

Altbaier. landständ. Freibr. S.

rains II 51. (Z. 8),

1031

97),

(c.

Quellen

71

1265),

(a.

(a.

Rosenthal

D.

v.

1.S32

1512),

Rechtsbrief

in

a. a.

986 f.

(a.

Rain

0. 309.

(a.

1300).

1512). v.

473

(16. .Jahrb.),

VIII 088

1332 bei Lori Gesch. des Lecb-

Vgl. auch Mon. Germ. Const.

Oberbayer. Arcb.

Urkk.

Hegesta Boica VIll.

XLV

249.

f.

Ncuotting

V

v.

434 1321

27, 30.

Ost. Weist. VII 32

(c.

1400),

908

(g. 1600),

933

(17. .Jahrb.).

Brand anstatt Notzucht Ost. Weist. VII 460 (c. 1450). pogentzblut anstatt Tötung schon in l'rivil. für Schäftlarn v. 1183 Mon. Boica VIII 519 (vgl. auch fluens sanguis in Weist. 111 657 c. 1400). S. ferner Haltaus GIoss. Sp. 177, 668. Doch die .fließenden Wunden' von den Sachen, ,die zu dem Tod gehören, unterschieden in Mon. Boica VIII 326 (a. 1314). Anders Nr. 75 (a. 1292) bei v. Schwind und I>opsch a.a.O., wo die wunden neben dem totslach. In Frankreich zuweilen encimum (encis) .statt furtum neben multrum (multre) und raptus (rat): fitabl. de S. Louis I 27 (Viollet 11 37), Cout. de Touraine-Anjou § 18 (Viollet III 10), Du Gange s. v. Encimum. ") Weist. III 694 (a. 1493). OWeist. V 385, Vll 32 (c. 1500), 3 (c. 1600). Über den Begriö' des Mordes in den süddeut. Quellen des MA. s. Th. Allfeld Die Entwickig. des Hegriffes Mord 77 ff. 8) V. Schwind und Dopsch a. a. 0. Nr. 71 (a. 1284). S. ferner ebenda Nr. 75 (a. 1292), 49 (a. 1265 Kärnten), Quellen z. baier. Gesch. VI 61 (Baiern a. 1294): ,que nobis competunt quoad Judicium sanguinis dumtaxat, i|ue sunt homicidium, furtum et coitus violentus', Langheimer Kopialb. im XXII. Bericht *)



des bist. Ver. zu

Bamberg

(1858/59) S. 83

[des Bischofs] judicio sunt addicta'.

(a.

1285): furtum, homicidium. notnunft ,)

32

Frostnji. b.



156.

f.

— i')

(XVI

1)

Wilda

12, Jarns. 18).

Strafr.

948-947,

Norges gamle Love v.

Richthofen

Z.

46).

Pollock-Maitland Hist. II 492, 511 N. 1. Bateson Bor. Cust. Wegen des ags. R. vgl. auch Liebermann Gess. d. Angels. IJ 328. Warnkönig-Stein Französ. Staats- u. RGesch. III 177, II Urkb. freilich

Wilda

Landtman

I

77.

16.

Henderson

Verbr.

Nach der Lex

Salica

der Nachtbrand nur als Lebensgefährdung (seolanda vefa) gleich den Tötungs-

sollte

versuchen in Betracht ')

s.

kommen und büßbar sein. 928—931, 5G8— 570. Brandt

Strafr.

in Finlands

Forel.

II

116

f.



Umgehen

der Seele des Täters:

Svenska Folkdiktning 239, 240, Zingerle Sagen Nr. 275— 279.

73

Xamen

norwegische den

— Ausdrücke,

gorvargr (Viehwolf),

deren Altertilmlichkeit schon

auf eine frühzeitige strafrechtliche Auszeichnung der Tat hinweist*). Das ältere westgötische Rechtsbuch nimmt das Verbrechen in sein Verzeichnis der „unsühnbaren Sachen" (oben 54

f.)

und

auf,

unsühnbar wird

als

wo

jenigen Fällen bezeichnet,

Auf

ist.

es

auch vom norwegischen Hochlandsrecht

Bestimmung der Rechtsbücher, wonach boshaftes Zu-

Island erinnert daran die

Kuh

von fremdem Vieh im Wert einer

grundrichten

schweren Acht

und daß

den Zwölfereid verlangen

Dem

Unter den Missetaten,

im frühesten germanischen Recht erklären.

nach unserer ältesten Quelle Todesstrafe nach sich zogen,

die

richtet

Landesverrat obenan. „Proditores schon Tacitus (Germ. 12). Die späteren

lichen

Landesverrat,

der

sondern

Diebstahl gleich

Bei der hohen Bedeutung des Rindes in der frühesten germanischen Wirtschaft^)

sich jene Gleichstellung auch

steht

wegen

einen

im altbaierischen Recht das heimliche Töten eines fremden Ochsen oder Rosses

auch

gestellt.

würde

Abwehr

zur

sie

ferner gestatten

sie

„dieblicher" Viehtötung Angeschuldigten zur Eisenprobe zu treiben. ist

ursprüngliche

die

strenge Beurteilung der böslichen Viehtötung noch dadurch erkennen, daß

der Anschuldigung

mit der

illvirki (Schlechtigkeit)

als

Die schonischen Rechtsbücher lassen

wird-).

bestraft

den-

in

durch die Schwere des angerichteten Schadens qualifiziert

es

auch



arboribus

suspendunt" be-

Quellen*) bestrafen nicht nur den eigent-

Unterstützung des Landesfeindes mit dem Tod,

bösliche

die

d. h.

transfugas

et



wenigstens bei Handhaftigkeit

Landzwang,

den

seine Abart,

d. h.

das bösliclie Austreten (wnord. uthlaup) und Zurücktragen des „feindliciien Schildes" über

Das Eine wie das Andere bezeichnen die skandinavischen angegebene Vollzugsart der Todesstrafe für

Landesgrenze (oben 23, 24).

die

(,|uellen

als

Die von '^acitus

Neidingswerk.

kommt auch noch im Mittelalter neben andern Volizugsarten Nachdem Tacitus a. a. 0. von der Todesart gesproclien, welche die

Landesverrat

vor.

Landesverräter

Nun

zu erleiden hatten, gedenkt er der andern, die für ignavi et imbelles bestimmt war. bringt

er

zwar wie

die

Betätigung der ignavia so auch

Sinne der Deutschen unter dem Gesichtspunkt des flagitium. doch

dem

letzteren Tatbestand

irgend

nicht

ausgeschlossen

»)

Westgöta 1. Norges pamle

Schon von hier aus ergibt sich

Orlim.

1

1..

II

Sk'me

§ 9.

523.

wortlicher Interpretation von

.Est et casus,

jfor:

sie

auch

ignavi

nicht

Er. S:v\\.

dem

welche

L.

III

41.

daß

Jydske

L.

schon. Text und unter

quo specialitas interfectionis que

in

imbelles

et

irgend

als das Walirscheinlichste,

O. definiert, entsprechend

a. a.

daß Todesstrafe auf

so,

er unter

Andr. Sunesen 110.

166.

1.

Andr. .Sunes.

iingua patria noniinatur, puta quando

marcam

kann

oder unkriegerischen Männer,

welche Feiglinge

HeerflUchtige verstehen-').

III 53.

Folglich

ist.

relinquere im

6) das scutuni

(c.

war die Frage abgeschnitten.

wandten Verfahren auf handhafter Tat Gerichtsobrigkeit, auch

findet sich

wenn keine Klage

hängte*).

Daß

dies nicht

Vielleicht

gab

es aber

wegen Begrabens

der sog. frünkisclien Zeit,

in

ver-

daß die

von Amtswegen die Strafe ver-

angestellt war,

schon früher zulässig gewesen, wird sich kaum behaupten lassen.

auch

in

andern Füllen ein Verfahren von Anitswegen.

Christianisierung des skandinavischen Nordens

wie

dem damit

In

eines

Ungetauften

dort

tritt

wegen

Bestialität

geweihter Erde

in

oder

Nacli

der

und Incest ebenso

wegen Zauberei der

Bischof als Kläger auf), und auch schon südgermanische Gesetze vor der Einführung des fränkischen Rügeverfahrens kennen wegen derartiger Verbrechen eine Offizialverfolgung^).

>)

Kraufi

a. a.

0. 148.

-')

Krauß

a. a.

0. 125

')

S. insbes.

Jolly)

V.

J.

S.

195

f.,

*)

J.

Manu

in Zachr.

Jolly

in

f.

127.

f.,

VIII 323, IX 276, 277. 280 (vpl. mit 271 nebst 278), fenipr vergleich. Rechtswissensch.

XVI

Grundriß der indo-iran. Philologie

Brunner Forschungen

461, Recht.«ges(h.

II

(190:i) II

144

Recht

u.

f.,

150, 151,

Sitte

ciit^

153.

Mitäksarä

J.

(iiliers.

Kollier elicnda

§41.

487.

') Norwegen: Gulaj). b. 30, 24, 28, 22, Froatruli. b. III 181?), 1, 3, IJorgar|j. b. I 15, Kids. b. I 30. 41 und überhaupt Hrandt Forehesn. II 145, 354. Schweden: Östgöta 1. Krb. 27 §2, Upl. 1. Kb. 15 pr. = -We3tm. I. II Krb. 19). Anders Upl. I. Kb. 15 § 8 (wegen Bestialität zur Klage legitimiert der TierWeatm. I. I Krb. 10, II Krb. 23). Vgl. das Verfahren K. Haralds oben S. 76. eigner «) L. Wiaigot. III 5, 4, III 6, 7 (Sodomie), III 5, 1 (Incest), VI 2, 3 (Zauberei und Götzendienst),



(

=

3,

7 (Abortus),

(1836) 33 sieh

ff.

Ed. Liutpr. 85

noch

(a.

727, Wahrsagerei).



weiter an südgermanischen Belegen

Was für

A. G.

Scheel De

ein Offizialverfahren

publicis

anführt,

actionibus etc. ist,

soweit es

Oberhaupt auf den Gegenstand bezieht, zu Rückschlüssen auf das älteste Recht meist unbrauchbar,

86

Noch mehr im Bereich klage^) liegen.

Sie

der Wahrscheinlichkeit würde aber für die ältere Zeit die Popularwar schon im Frühmittelalter in sehr vielen Fällen auf Island zulässig;

auch verschiedene deutsche Rechtsaufzeichnungen des Mittelalters kennen

noch öfter

früheren Zeit,

In einer noch

Übergang

der Ausbrüche

der Volksjustiz

unanstößig waren,

lag

zur Popularklage im geordneten Strafverfahren noch näher.

von dieser

aus den mittelalterlichen Quellen unsicher,

sind Rückschlüsse

Wird

sie.

sie

erwähnt, so kann dies auf langobardisches Recht zurückgehen-).

in italienischen

der

Doch

darunter Gesetze

weil sich

befinden, die augenscheinlich die Popularklage erstmals einführen^).

V.

Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs.

Wer

sich

über den Charakter der öffentlichen Todesstrafe bei den Germanen

muß

bilden will,

Urteil

vor allem die Vollzugsarten dieser Strafe

genau kennen.

ein

Eine

und zwar die einzige Grundlage zu ihrer Beschreibung hat bisher J. Grimm geboten. Aber so verdienstlich, ja bewunderungswürdig sie für ihre Zeit war, heute reicht sie nicht mehr aus. Schon das von Grimm zusammengestellte Material muß durch anderes, was zugänglich geworden,

seither

durch

insbesondere

das archäologische,

werden,

bereichert

was von Wichtigkeit, mindestens weil davon das Abschätzen der räumlichen Verbreitung und das Alter der von Grimm aufgedeckten Züge abhängt. Außerdem aber hat Grimm manche sehr wesentliche Eigenheiten

Es müssen

also die

nach vorerst gebe,

übersehen oder doch

der einzelnen Strafarten

will

weiter

nichts

bloße Beschreibung

als

unterschätzt.

Was

von ihm entworfenen Bilder vervollständigt werden.

dem-

ich

Erklärung oder

sein.

Analyse darf sich hier noch nicht einmischen.

und nicht besser

steht es mit seinen dänischen

Wilda Stiafr. 214—223. Zum folgenden s. K. Maurer

und norwegischen Materialien

(§§ 14

— 18,

21)

sowie mit

denen bei 1)

Isl.

Kcfttergang (1762) 33,

J. F.

G.

Glossar hinter seiner Gragäs-Ausg. 580, 0.

Man

2)

a.

a.

0. 18,

hat auch im alten

Wilda

V

477 f., J. Arnesen Hist. Indledning til den Grägas-Ausgabe v. 1829 I S. LXXXI, V. Finsens Die Popularklage der Berner Handfeste (1891)-

Vorlesungen

Schlegel

.

Opet Gotland

Recht von

die Popularklage

215 (wo übrigens keineswegs,

Strafr.

auf Gotland „allgemein' zulässig hingestellt

.

.

in der

ist).

aufzufinden

Opet

geglaubt:

Opet

behauptet, die Popularklage als Allein die Stellen von Gotlands lag (I 4 und 8 § 1), wie

worauf man sich beruft, sagen nichts von einer Jedermann zustehenden Klage, sondern nennen als Kläger nur diejenigen Leute, die Strafgelder zu bekommen haben. Opet meint auch in den schwed. allgem. Landr. eine Popularklage zu entdecken. Aber die von ihm angeführten Texte, soweit man sie nach den mißlungenen Zitaten kontrollieren kann, sprechen von keiner solchen Klage. Keinen Ertrag in den oben behandelten Fragen werfen ab die Erörterungen von E. Mayer I 243 f., Geschworenengericht 108 252 und zwar sowohl wegen 175, 245 der Verwirrung feststehender Begriffe wie Rügeverfahren, amtliches Einschreiten und Popularklage als auch wegen der schlechterdings haltlosen Zurückdatierung verhältnismäßig später Einrichtungen in die *)



Deutsche und franz. VerfGesch.

frühgeschichtliche Zeit.

M.

insbes.

S.

Pappenheim

meine Bemerkungen in der Zschr. in

Gott.

Gel.

Anz. 1920

S.

158

ff.

f.



RGesch. Germ. Abt.

Dafür, daß

XXXVIl

,das altgermanische

531

und

Recht'

Anzahl von Delikten mit Todesstrafe von Amtswegen eingegriffen" habe, führt Mayer Aber keiner von uns beiden hat an I 243 N. 35 H. Brunner und mich an. den von M. zitierten Stellen ein Eingreifen „von Amtswegen' auch nur mit einem Wort angedeutet. „stets bei einer

Deut.

u.

franz. VerfGesch.

Das H allsten.

1.

Terminologie: ein starkes transitives Zeitwort got. *hahan (erschlossen aus ushaihah sik

=

ags. hon'),

nTii'jy^axo),

zugen,

hua (aus *h6a)-), mhd. hähen^), nind. nl. hangen*), Md. und NI. das schwache Zeitwort bevor-

fries.

die skand. Sprachen, sowie das Ahd.,

wogegen

asw. hsengia'), adiin. haanga:', hiungise''), ahd. hangjan, mhd. und

an. hengja,

md.

und mhd. Nebenform henkan, henken') (vereinzeint Komposita ags. ahim (onhon)"), mhd. ufhähen oder

hengen''), fries. hingia*), dazu die ahd.



auch dän. hsenke'"), erhaben'-),

(=

upp

ferner

die

ophanghen, asw. uphaangja'^) (== aufhängen), wofür man im Wn.

iil.

Im

aufknüpfen) sagte'*).

schreibungen,

aus denen

der kette)" "),

nl.

ich einstweilen hervorhebe:

Im

klassischer suspendere

sospendere)"").

Belege

')

2)

.s.

(ital.

Liebermann

bei

man adpendere

Latein sagte

Wörterb.

oder pendere'*)

Frankolateinisch

Grein-Kiihler Siiiachschatz

,

.'Vltfriea.

Wörterb.

2.

v.

s.

^)

Fritzner Ordb.

Lund

")

Grimm (-Heyne)

Ordb.

Schlyter

1,

^)

.

301, 437.

v.

s.

Wörterb. IV 2 Sp. 249.

Uichthofen a. a. Grimin(-Heyne) IV Jyd.ske Lov

Glos»,

v.

s.

0.

V.

">)

Bos worth-'i'oller

v.,

s.

*)

8)

(afr. jiendre)"),

incrocare (afr. encroer)-')

ist

W. Müller Wörterb. s. v. II Nr. 1. Graff Sprachsch. IV Sp. 761. men schal ene hangen, Reincke de vos v. 3910. Cannaert Bj-Jragen

")

Um-

mit dem sträng (der wide,

.richten

v.

Uichthofen

V.

^)

festa

Deutschland mancherlei

in

rechten mit h oute (Holz) ende mit baste""), richten mit trockener band,

richten äne blutige band*').

Anglos. Dict.

man

Mittelalter liebte

.

udg.

.

Leser Wörtorb. g. v. H. Paul s. vv. Thorsen (1853) c. CVII (S. 175). Liebermann Wöiterb. s. v. onhöii.

2 Sp. 990. P. G.

v.

benkcn. Hang.

Bosworth-Toller a. v. ahön. Lexer Wörterli. 8. v. lä) Schlyter Gloss. a. v. '*) Fritzner s. v. festa (upp). H. Gering Wörterb. zu den Liedern der Kdda Morkinskinna (hr. v. Unger) 103(24), 173 (32), 231 (81. Fhiteyjarbök 111 97, Uddr c. ")

")

xaga

la

Beispiele: Weist.

I

1—80

(9),

241, 267,

II

VI 235

(23),

V

563,

XI 206

'8)

Zimmer Chron. H 130

132

(29),

(16),

HI

40, 472, J.

Dafür seltener: einen mit dem stiang

VI 395.

liblo.s

Grimm tuon

8)

Jan Matthyssen

Rechtsb. IV 6 (Rechtsbronnen bei

8. '^)

V.

Littre

hist. et litt, 2«) J.

")

Pendere.

Virt.

Grimm

J.

Dict.

a.

Grimm

RA.* s.

v.

II

RA.*

I

II

Du Gange

v.

de Tournai IX

Du Gange

Martini

9.

.

.

.

RA.*

262—265.

II

u.

Wolfram

v.

d.

etc.

Schmidt

Kant. Aargau

F,.schenb

Rudolf

28,

Kant.

d.

Ordgg.

taub-Tobl er

S

260,

KQu.

B. in

v.

I

4

Parz. 524

Kms

Willeh.

S. 208).

192.

Wolfram

60.

Tengler

Ulr.

1470 oben

S.

v.

K.

Parz. 527

v.

Laienspiegel (Augsb.

22.

l.")09)

34.

ind. 21, 111 53, Gloria Conf. 99, Hist. Franc.

VI

8.

üu Gange

258. s.

vv. pendere,

(pendre pasaim).

incrocare.

1

I

Freyberg Sammig. V

v.

Wemding 1500 in Oberbaier. Arch. LVII Osenbrüggen Alam. Strafr. 87. Baier. Urk. v.

Gregor. Tur.

z.

Rechtsqu.

6,

Mei.ster Frantz

1346,

Wolfram Willeb. 398 v. Wolfram Willeh. 221 v. 28.

Gerichtsformel von

y".

1

XX

1499 (Gesetz

a.

der wide gebieten bei

bi

v. 8,

.lunk) 14988, zer wide dröuwen bei

") Regensburger Rechtsb.

Gloss.

Freiberg Stadtr.

2a S. 237, Bamberg Stadtr. § 147, Tirolensi.s Bamberg. HalsGO. 219 (= Carolina 192), Zenten

111b,

Willeh. 402

(her. V.

fol.

679, VI 415, L. Weist. 587, 627 (justicior

.567,

(28),

Vgl. ferner die Wortverbindungen mit einer wide rechen bei

S. 163. V. 28,

lol.

pas-sim, Id.

768, 769,

I

679

S. 273, 305,

1

Augsb. 1506 Schweiz.

V

ÖVVeist.

hart),

Aargau

FiiTeyinga

f.

i.

Atlami^l 55.

c. 14. '5)

pur

vv. fe.sta, galge.

s.

14

fossa (Nr.

Bateson

Cust.

1

g.

I

53.

E.),

incrocare.

Berliner Stadtbuch IV 28, 31, 32, 36, 37,

Godefroy

Dict.

s.

v.

encroyer.

Miim. de

40—43

usw.

la

soc.

88

=

Von den Benennungen

aufhängen, gleichsam an einen Haken.

unten

(furca, pertica

man

91) leitete

S.

die Zeitwörter infurcare^) (ital. inforcare, afForcare,

Span, enforcar, ahorcar) und imparticare

Sprachen eigen sind Ausdrücke

der Hängevorrichtung

(fr.

Nur jüngeren romanischen

empercher)^) ab.

und ital. impiccare'). Ein Hauptwort zum Bezeichnen dieser Strafart wie lat. suspendiuni, span. ahorcadura, ahorcumiento, colgamiento scheint den älteren germanischen Sprachen gefehlt zu haben. ,

Strang",

span. colgar

man

verwendete

In jüngeren Zeiten

„Wide",

wie

collocare)

(aus

dafür die Benennungen

der Hängegeräte („Galgen",

womit man damals,

Die humoristischen Ausdrücke,

„Strick").

ins-

besondere in Deutschland, das Hängen zu umschreiben liebte*), lassen wir hier bei Seite.

Das Hangen geschah ursprünglich an einem Baumast ,

(asw. a gren*),

kennen gewisse Texte der Lex

ubi incrocatur

Auch

furca (unten S. 91) nennt").

wird das Hängen

')

^)

am

Du Cantre Uu Ciiiige

am Baum

Ast oder

s.

v.

s.

V.

Salica,

während

einer

oftmals erwähnt*).

kvist)^).

auch die

alternativ

Jüngern Quellen, nicht zum wenigsten

in

i

Nur den ramus

Proditores et transfugas arboribus suspendunt' berichtet schon Tacitus.

in juristischen,

Bildliche Darstellungen ver-

Nachweise bei Tomaseo Dizion. s. v. Die Etymologie ist dunkel. Bald wird ein Zeitw. piccare unterstellt und mit lat. pix oder mit deut. picken oder mit picoo (Spitze) in Zusammenhang gebracht, bald eine Kontamination von appendere und afficare (aus affigere) angenommen, Die z Etym. Wb. s. v. pikkare. •*)

*)

Grimm

^)

Uplands

Mb. 20 § s.

V.

3.



Gren.

[-Hildebrand] Wörterb. Mb. 49 g 2

1.

Grundtvig

Formel hänge

gren,

KA.*

Eschenb.

Willehalm 109

v. 29,

ß)

Folk-Visor

II

190, 191.

7)

L. Salica ed.

Hesseis

**)

Regino

Chron.

a.

gr.),

V.

RA.*

11

257.

galie oc gren).

Westmanna 1. 11 Kaikar Ordbog

gr.).

S.

auch

S. 95),

was zwar

den oben angeführten ostnordischen Formeln möglich

Grimm

J.

hähen an den ast

Grundtvig

in

V

Folkviser



0. 486.

a. a.

Helmbrecht

v.

haben an einen ast bei

1867,

=

der

in

Ent-

ist.

Wolfram

ramo suspendere unten N.8_

281.

S. 406.

894

a.

A. Ecbaais captivi

(ed.

Voigt)

v.

Kön. Rother

1109. v.

Ruodlieb

3160 (up ein

(ed.

Seiler)

boum

hän).

III

5

Helm-

Fischer Schwab. Wörterb. s. v. Baumgalgen (zu Saulgau angebIV 550 §15, L. Weist. 231. ÖWeist. 111 934 (an eine eichen im

1909 (bähen an einen boum).

lich 1138).

walt),

Grimm

B 17 (henge a

(ramo suspendi), VIII 45 (suspendi super arbore grandi). brocht

J.

38 (lata a galgha ieller

259 versteht unter gren die Wide (unten

II

nicht aber in

sprechend grein im Gruß des Vemschöffen, V.

Galgen.

v.

s.

(hitngia a

Folkvi.ser IIl Nr. lül

Grimm

J. i

12

n.

Wei.st. II 355,

1046.

Du Gange

Zenten

I

577, 087,

461 (an ain aichen), 692 (an die bäum),

II

322 (an einen bäum, an den nechsten

b.).

Matthyssen Rechtsb. IV 5 (hangen an boemen). Cannaert Bydragen 495. Döpl er Schauplatz II 537, 567. Osenbrüggen Alara. Strafr. S. 87. Lindner Die Veme 529. F. Philippi Westfäl. Landrr. I 213. Siebenkees Materialien II 691 (Baum vor Alt-

dorf 1621).

s.

vv. Exenterare,

Zsehr.

f.

deut. R.

Furca S 632 Sp.

XVIII 433

f.

(a.

b.

1586).

[Strnadt] Der Bauernkrieg

Lienhart Wörterb.

in Öberösterreich S.

der elsäss. Mundart

44

f.

355 (18 Bauern an 3 Bäumen gehängt bei Basel 1623). N. Lausitz, Magazin LXIII 322 (Zittau). Relat. bist. sem. autumn. 1777 Nachricht der erschreckl. Mordtat Contin. durch S. Latomi Erben 1724 S. 85 (Berneck 1724). (Be.slau 1778, hier der Baum am Tatort). Acta s. Olai (12. .Tahrh.) bei G. Storm Mon. bist. Norw. (Die Linde auf

dem Haushamer Feld

1625).

M.

1

.

.

.



S. 141,

2.

Hervarar Saga

(ed.

Petersen)

11 (S. 29,

Urspr. des russ. Staates 32 (skandin. Russen).

Nr. 37

aus

a.

E. (Eiche).

(ed.

142, 149, 245,



H. Dreyer Telting 349 sowie

J. C.

11.

Ihn Fadhlan Bist. (1555) III v.

1192.

(a.

97'/2) bei

13.

Thomsen

Morlini Novellae

Klarmann-Spiegel Sagen



Anh. Nr. 129 b 260 (Hängeeichen in Franken), 68 (.Diebsbaum'). S. ferner J. Grimm RA.* II 257 f., 260, 261, 262, 530, Reinhart Fuchs 121 v. 184. Antiqu. Anmerkgg. 72, 75 f. (Hängeeichen), Kondziella Volkstüml. Sitten 69 (N. c, dl,

dem Steigerwald

(.Diebsbaum").

Marlowe Edw.

im Wald).

Olaus Magnus Tucker Brooke)

die S. 89 N.

1—4 angef

Stellen.

89 495 c, 519, 538 a, b, 541, 544, 546—549, 578 a, 584, 595 b). „Baumwürdig" nannte man Strafe des Hängens stand'). Die Art des Baumes war nicht von

anschaulichen es (Anh. 396, 409, 553, 553

563, 564

a,

worauf

eine Tat,

die

465,

478,

570, 578,

565,

a,

jeher gleichgültig; noch in späten Zeiten bevorzugen gewisse Rechte die

wenn man

Anderseits legte man,

baum-). „dürr",

d.

unfruchtbar oder gar laublos

h.

es

Keinesfalls aber durfte

sei').

der den Gehängten tragen sollte, morsch sein, insbesondere nicht,

hängen des Missetäters

man

pertica, deren

herabbiegen

.sollte

Errichtung von

die

asw.

Galgen

wn. galge,

galghe,

um

lassen,

Hänge-

Baum

wenn

der Ast selbst,

beim Auf-

er sich

emporzuschnellen wie die

darnacli

Baum

gemeiniglich der

ist

Gr. aus 801

d.

als

nach altem Brauch im 14. Jahrh. zu Bonheval bediente*).

sich

In der historischen Zeit

Kapitular Karls

Eiche

genau nahm. Gewicht darauf, daß der

— 813

zur

(Capp.

Pflicht').

galga

afries.



I

171

Der

ersetzt.

macht den judices und technische

eigentlich galig),

(nfries.

Galgen

durch den

11)

c.

ags. gealga

Name

got.

Ein

vicarii

galga,

ahd. galgo,

(galga),

mhd. galge bedeutet von Haus aus wahrscheinlich auch nichts weiter als den Zweig oder Ast, woran etwas aufgehängt werden kann*), und erst in abgeleitetem Sinne eine Vorrichtung, die einen solchen Ast ersetzt, daher freilich auch einen Kran oder das Gestell

über einem Ziehbrunnen oder ein anderes AufhängegestelP),

Frisch Teutsch-Lat. Lex.

1)

der geistlichen Literatur

in

74.

I

Dreyer a. a. 0. 75f., wo bemerkenswerte Beispiele, Grinim(-Hildebrand) Wörterb. s. v. Galgeneiche, Krünitz Enzyklop. XV 674, 0. Heneke Von unehrl. Leuten- 291, Kondziella a. a. 0. 171, Galgeneiche im Luzernischen, Segesser RGesch. v. Lucern 563, Galgeneiche in Franken Anh. 308a, An Eiche hängen, K. Bartsch Sagen Nr. 408. Eiche außerhalb des Strafverfahrens, Rochholz Schweizersagen I 22 f., Lope de Vega El gnin duque de Moscovia Hl 9, 13. VgL aber auch J. Grimm RA.* II 528 (Nußbaum zu Pratteln a. 14581, Weist. 11 577 (Apfelbaum zu Roix a. 1585), Gervasius Cant. Chron. (ed. Stubbs) 533 f. (Ulmen a. 1196). Blount Fragm. anti2)

88 Notes, ferner

S.

J.

C. H.

I

I

I

(Ulmen bei Sniithfield). Weist. IV 756 (oben S. 34). Zimmer. Chron. I 256 (am grünen Ast eines dürren Baumes zu Saulgau). Grimm Kinder- u. Hausmärchen Nr. 199 (,an einem dürren Ast das Fliegen lernen'). J. Grimm RA.* H 288. Knapp Zenten II 537. Volksglaube: der Baum eines Gehängten verdorrt, Staub-Tobler Schweiz. Idiotikon II 1457. Doch vgl. auch Grimm (-Hildebrand) Wörterb. s. v. Galgen Sp. 1167 (Hängen an , grünem Haum') und anderseits Anh. 47a, 517, 544 (kahle Bäume!), 465

quitatis 115, 120 '')

(weißer Baum), 563, 578a.

Du Gange

*)

skinna

Glos«,

s.

Vgl. dazu Heimskringla (her.

Pertica.

v.

Fritzner Ordbog

226, nebst

c

s.

vv. galgi,

galgatre,

v.

wo

reida,

Unger)

S.

640

(26)

=

Fagr-

dies als der älteste Hängeritus

hingestellt wird.

Früheste Erwähnungen des Galgens (.patibulum") bei Deutschen

')

IV 72

Ihre Gloss. Suiogot.

")

Goth.

Tacitus Ann.

1

61 (Cheru.sken),

(1825) 320

f.

Diefenbach

(Friesen).

Wörterb.

II

774.

I

(1769) S. 629.

Grimm

Cropp

in

Krimin. Beitr.

(-Hildebrand) Wörterb.

s.

v.

II

Galgen.

Fick (-Torp)

Vergleich.

Wörterb. HI (1909) 131. Kluge Etymol. Wörterb. s. v. Galgen. Falk u. Torp Norw.-dän. etymol. Wörterb. s. v. Galge. Feist Etymol. Wörterb. d. got. Spr. s. v. galga. De Vrijs Woordenb. s. v. Galg Sp. 168.

Fritzner Ordb.

'')

s.

v.

gelgja.

Murray Bradley

Dict.

s.

v.

Gallows

Nr.

5.

Schmeller

Grimm

(-Hildebrand) a. a 0. und s. v. Galgbrunn. Du Gange Gloss. s. v. Putiatorium. Kluge Seemannssprache s. v. Galgen. Krünitz Enzyklop. XV 682. Martin-Lienhart Wörterb. d. elsäss. Mundarten I 214. g. WafFenständer, im ags. Rätsel 56, Liebermann im Arch. f.

Wörterb

^

I

902.

=

d.

Stud. n. Spr.

Wörterb. Abb.

s.

CXIV

(1915) 163

vv. Schnellgalgen,

f.

S.

ferner

Egilsson

Lei. poet.

s. v.

agngalgi,

Grimm(-Hildebrand)

Wippgalgen.

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXL

3.

Abb.

12

90

Da

germanischer Völker auch das Kreuz Christi*).

vieler

Baum

der Galgen den



ersetzt,



„Hänge"- oder „Galgenbaum"''), ags. galgtreow, anord. galgtre') oder ahd. wizipoum*) oder der „Verbrecherbaum' der , Straf bäum' ags. varagtr^ow, ja auch einfach der „Baum' anord. vargtrö^) anord. meidr^), afries. bam') oder im alamann. Galgenhumor die „wägende stüden (sich bewegende Staude)") heißen. Aus dem gleichen Grund bedeutet as. röda, afries. rode, ags. rod (anord. roda), wenn auch ursprünglich nur die „Rute' oder den Ast, doch im Sprachgebrauch den Galgen*) und Lateinische Texte nennen den Galgen gewöhnlich patibulum (ital. patibulo), das Kreuz '"). kann

er der

— —





(=

frankolateinische bargus



wenn

Gerüst, Gestell)'*),

Galgen den natürlichen

Sollte der künstliche

Baum

ersetzen, so

Form den „Knie"- oder „Schnabel- (auch Schnapp-

älteste

Wort gebrauchen, das

nicht ein

sie

Art des Galgens bezeichnete.

eine besondere

werden wir für seine

Galgen"

oder Schnell-)

Er bestand aus einem senkrechten Pfahl (dem steil) und einem Querholz (arm) am Oberende, welches durch eine Strebe im Winkel gestützt war*'). So wiederholte er das Schema des Baumes. In England und Frankreich war, wie Abbildungen zeigen, erachten dürfen*-).

noch

Form

in späten Zeiten diese

Namen

meist üblichen

Grimm

1)

{-Hildebrand) Wörterb. IV

(irein (-Köhler) Sprachschatz

Heliand

trcow.

Wort potence

das

auch das Wort gibet (gibetum,

aber

scheinlich

5534, 5625

v.

Sp. 1171

1

auf diese Form,

jedenfalls

Denn

giubeto).

E.

f.

Schulze

Glossar

Dict.

s.

wahr-

bedeutet von

jenes

Got.

Bosworth-ToUer

Otfrid IV 30, 15 fgalgo).

5733 (galgo).

f.,

ital.

gealgtreow.

vv. gealga,

s.

In Frankreich bezieht sich unter den

sehr verbreitet.

des Galgens

s.

v.

galga.

gealga, gealg-

v.

Bamb. Bruchst.

bei

Goedeke

Schiller-Lübben Mnd. Wörterb. s. v. galge. Verwejs-Verdam Woordenb. s. vv. galge, galgestoc. Fritzner Ordbog. s. v. galgi g. E. Ebenso auch französ. gibet = Kreuz Littre Dict. s. v. Nr. 3. Divinum patibulum bei Saxo Gramm, (ed. Holder) 408. ^) Grimm Kinder- u. Hausmärchen Nr. 125 a. A. De Vrijs Woordenb. s. v. Galg Sp. 173 Deut. Dichtung^ 55.

(galgeboom).

*)

J.

Grimm

a. a.

v.

Lignum

1

Hanutis mol v.

Gloss.

v.

s.

H.

0.

Brunner

17.

Altfries.

Wörterb.

5735.

s.

S.

687).

auch '^)

Du Gange Fr.

Kluge

s.

.Schnabelgalgen'

Eyn Anh. 44-332

styll oft,



Palus

n.

17.

v.

2.

s.

v.

Sprachsch.

258

ff.

2

s.

v.

(= Baum,

Vgl. auch wnord. tre

Du Gange

hängen. Galgen), mnl. hout

303 usw. II

258.

rode.

vv. röda, rödukross.

S.

Vgl. lignum latronis II

Bosworth-Toller Dict. Liebermann Wörterb. Im Anord. ist röda in dieser Bedeutung Lehnwort.

(Cod. 7

ff.).

Vgl. auch unten

Vita

s.

Eligii I

c.

S.

91 N.

4.

31 (Mon. Germ. SS. Merow.

Grimm

RA. II 258 und vor Merkels Ausgabe der L. SaL S. LI. Akad. Philos.-hist. Klasse 1915 Nr. 12 S. 3 f. Staub-Tobler Schweiz. Idiotikon II Sp. 230, .Schnappgalgen" bei .Schnellgalgen ' Anh. 566, in neuerer Zeit auch .Soldatengalgen', v.

in Sitzgsber. der Heidelb. bei

Kriegk Bürgertum 226 usw., 0. Beneke V. unehrl. Leuten *')

s.

des Altwestnordischen (1909) 25.

Gloss.

Sp. 230 (wizitbaum).

II

Nedonchel 288, 292, 800, 301, Rochholz Schweizersagen S. 87.

Grein-Köhler

Fritzner Ordb. Fischer Die Lehnwörter röd.

") Bargus: L. Sal. ed. Hesseis

IV

Rechtsgesch. I* 235

wulfheofod treow, Lieberraann Gess. H»va mol 138.

Osenbrüggen Alam. Strafr. Richthofen Altfries. Wörterb. V.

Schweiz. Idiotikon

Palus.

S. 110.

Richthofen

Heliand

galgtre.

v.

V.

'")

V.

s.

Staub-Tobler

257.

II

Holz, Galgen), franz. (haute) fleche. *)

F.

Du Gange

J.

*J

s.

RA.*

s. ")

(hangbaum).

n. 1

Fritzner Ordb.

'•>)

'')

(=

Grimm

320

II

Beow. 2940.

.jiistitiarius,

Gloss.

Weist.

3)



Krünitz Enzyklop. s. myt eym arm, Weist. II 834 (= ein 224,

v.

Galgen 672. mit einem arm, ebenda

steyl

338).

So

in

ferner 391, 394, 398, 399b, 401, 402b, 413, 417, 422a, 428, 429, 431, 436b, 444, 447

453a, 540, 554, 562, 563, 567, 568, 577, 585, 586, 5e6a, 588, 591a, 600, 629, 786, 810.

91 Haus aus den Krückstock*), einen Stock mit einem Haken wahrscheinlich dieses-). Nicht Selbst im späten Mittelalter beliebig stand in alter Zeit die Herstellungsweise zur Wahl. findet sich die Tradition, daß man zum Galgen begreiflich nur noch vereinzelt einen astlosen ßtamm von 18 Schuh verwenden müsse und daß nichts daran genagelt Da man am Kniegalgen nur einen Menschen hängen konnte, der Gehängte sein dürfe'). abgenommen werden durfte (S. 100 f.), so ergab sich das Bedürfnis beliebig nicht aber aufnahmsfähigeren Gerüst. Ein solches war zunächst, doch anscheinend fast nach einem wodurch aber doch vielleicht nur in Frankreich und England, der T-förmige Galgen,









Kreuzes Christi

des

die Auffassung

Verbreitung jedoch der Gabelgalgen, den



lehnte'),

fourque, fourche (patibulaire)''),

am

justitiaria**),

f.

weiterer

viel

Welt

antiken

dem

Holder) 235

Zschr.

roni.

f.

Du Gange

gibet der palus justitiarius,

Er besteht

XXXVI

Pliilol.

Glos.s.

.

.

.

muß ohn nagl und ohn loch gemächt

wied ohn ast

darzu, Weist.

Anh.



79ü.

I

feierlich genagelt, Weist. «)

Baum-

die dort

Lateinisch entspricht

Gramm,

320 (Detzem

II

brauchen ein acht/.ehenschuchige

sein,

waren solche Traditionen vergessen; der Galgen

In der Neuzeit

1736).

a.



C6. 73, 76, 81, 82, 136, 144, 398, 426.

England

In

stellte

J.

i.

gekreuzigten Christus an einem patibulum sive lignum transversale dar, worin nicht anerkennen wollte,

90 N.



f.

und

genannt das hungerieht, stehet auf dem Ormesheimer berg (im Blieskasteler Amt)

... der galgen

wurde

(19121 80

1

Vgl. auch den stipes bei Saio

Talus.

v.

s.

(Anh.

First"*')

,

(9).

Ein gericht

'')

dem

einer in diesen liegenden Querstange,

ent-

forche,

frz.

prov. forca"), span. horca*), ags. gafal'**).

ital.,

Littre Dict. s. v. Potence. Darüber a. Th. Braune in

')

2)

S.

in

*),

der

primitivsten aus zwei entrindeten und oben in abgestutzte Astpaare ausgehenden

stämmen und

(ed.

man wahrscheinlich

genauer frankolat. furca patibularis,

furca,

lat.



Galgen unterstützt wurde

als

Liebermann

im Repert.

f.

130G ein Bildhauer den

man

die vera crucis forma

Kunstwissensch. XXXIII 550.

Vgl. aber auch oben

10.

zum Vollzug der

Jedenfalls war ein Gabelgalgen (furca) als Gerät

')

Hängens

Konstantin im röm. Reich gebräuchlich,

seit

berg-Saglio

mag

kannte,

des antiqu.

üict.

hier

Furca

v.

s.

ununtersucht

Mommsen

Ob man

1.

ihn

Die Gestalt

bleiben.

Krdrosselungsstrafe

Strafr. 921, G.

zum gleichen Zweck nach Hitzig

bei

mittels

Darem-

nicht schon

vorbei

Pauly (-Kroll) Daremberg-Saglio s. v.

freilich

soll

Humbert in

Realenzykl. s. v. Furca Y-förmig gewesen sein, was durch die Abbildg. bei Crux Fig. 2085 unterstützt werden könnte. S dagegen daselbst P^ig. 2082 (Vase

v.

Palestrina).

Das

hier abgebildete Gerüst entspricht vollständig der mittelalterl. furca.

Früheste Belege für furca:

«)

c.

LXXIIII

bei (a.

Du Gange

')

Littre *)

612

s. v.

Mirac. S.

1348),

Hist. III

Cod. 10

(Sp. 258),



Furca.

Thomae

F. in

in

Du Gange s.

V.

s.

Fourche

Furca 6J3

und n.

(Sj).



259), Cod.

Materials for the

of Th.

bist,

I

Roger

309,

v.

Wendover

Fossa Nr. 1. H. A. Keller Li roman des sept sages Darnach engl, forche Murray-Bradley Dict. s. v.

FurCii,

v.

S. 1753.

forca

25 a

Ficker Forschungen

E,, I

den

in

642

196,

Stellen

n. 04,

644

Tomaseo

Diz.

Pertile

bei

n. 07,

045 v.

s.

Bosworth-Toller

*')

Kn

Dict.

vorst en twe micken,

als eigentlicher

s.

v.

n. 71,

Nr.

Diccionario de la lengua Gastellana (1899)

'«)

fureken und ein fyrst darüber,

mehr

Hesseis) Cod. 1 u. 11 c. LXVIl, LXVIII (S. 40G), Cod. 7-9 1 c. CVII 3 (S. 415). F. patibularis, f. justitiaria England u. Schottland ebenda s. v. Fossa Nr. 1, Bateson Gust. I 54

L. Sal. (ed.

LXIX

(ed.

Coxe)

9.1.

n. 48,

')

c.

269

41, 43,

n.

n. 75,

647

584

n. 76,

n.

648

81,

010

n. 81,

f.

649

148, 150

n. 40, 45, n. 82,

83a,

10.

5,

s.

V

640

140,

v.

gaflas.

Reinaert

LWeist. 188.

(her. v. J.

In

Grimm)

v.

3151

(S. 228),

hochgericht mit zweyen

der Neuzeit galt eine solche Vorrichtung aber nicht

Galgen: anstatt des galgens gebrucht

man

sich

zweier Heum, über welche 12*

92 angeführten NN.), in typischer Ausbildung aus zwei Pfählen oder Ständern (zuweilen auf Schwellen) und einem in diese eingezapften Querbalken, der gewöhnlich noch durch Streben 343 oftmals, ferner oder Verspannungen in den Winkeln festgehalten wird^) (Anh. 4



401—403, 405—407,

377, 379, 381, 387, 393, 399, 399b,

481—569

425, 433 a, 434,

Ausdruck drlholz

passim,

(tria ligna)

Die

meinen^).

410, 411, 414, 418, 422, 422a,

Diese

652, 833, 842).

Form

der oberdeutsche

dürfte

Pluralform gallows (galawis, galewes), die

dem 13. Jahrh. in England den Gabelgalgen bezeichnete') und ebenso der noch spät vorkommende Ausdruck a paire of gallowes*) deuten darauf, daß man den Gabelgalgen als eine Verdoppelung des Kniegalgens auffaßte, folglich der Kniegalgen die ältere Form

seit

des Galgens

Seitdem

war.

Galgens betrachtete, nannte

man man

Gabelgalgen

den

aber

als

die

vollkommene Form des

Deutschland den Kniegalgen den

in

Deutschem Volkswitz erschien der Gabelgalgen

als die

Durch Hinzufügung

den „Schwengel (Galgenschwengel) ' darstellte^).

„halben* Galgen').

„Feldglocke', worin der Gehängte eines dritten Pfahles

und eines zweiten und dritten Querbalkens entstand über dreieckigem Grundriß der dreibeinige („dreischläferige") Galgen ferner 399

c,

oder das

„dreibeinige Tier"')

(Anh. 9

— 347a

oftmals,

432, 433, 439, 448, 449, 455, 458, 459, 545, 581, 587, 589, 590, 593, 594,

595 a, 599, 620, 632b, 675, 677, 855). Seit dem Spätmittelalter finden sich in Mitteleuropa auch Galgen mit 4 Pfählen (Anh. 43—339 öfter, dann 378a, 438, 458, 500, 501, eine absonderliche Form 107) oder zweistöckige Gabelgalgen oder dreibeinige 786, 815,



Galgen mit einem „höchsten" Galgen darüber*). Firsten je 2 Gehängte und einen

„einem Galgen voll'

oder

7

am

Dachte

man

oberen First, so verstand

Gehängte

oder

sich

man

an den drei unteren

unter der „Galgenzahl"

Hängens würdige^).

Über

jüngeren

allen

andern Baum oder sonst ein starck holtz legt, Weist. II 366 (Ürzig a. 1568). — Die Brunnengalgen in Cod. lat. mon. 955 (c. 1200) fol. 57b. ') Hochgericht mit zweien steillen im grund mit dem zwergholtz oben eingezapft, Weist. II 70 (Beckingen a. 1574). — In der Neuzeit ließ man da und dort das eine Ende des Querbalkens über den

man auch

ein

gleiche Vorrichtung als

Ständer weit hinausragen, damit Juden „außerhalb des Galgens' gehängt werden konnten, Cgm. 2070c Zwei Felsblöcke als Galgenständer am isländischen Allthing 279a; s. auch Anh. Nr. 563 d, 1301.



fol.

Kälund 2)

II

267

Bidrag

Grimm

J.

(a.

til

en

RA.«

„Drei

1374).

hist. top. Beskrivelse af Island I II 258.

Schmeller Wörterb.^

Stämme' Zenten

*)

Murray-Bradley Dict. s. Murray-Bradley a.a.O.

5)

Grimm

ä)

I

s.

v.

Galge.

I

Sp. 901.

„Drei Hölzer' Weist.

I

698

(a.

1320),

517.

v. (a.

1627).

(-Hildebrand) Wörterb. IV

Stallaert Gloss. De Vrijs a. a. 0.

149.

1

De Vrijs Woordenb.

Sp. 1168.

.Halber Dorfgalgen' Zschr.

f.

deut. R.

XVIII 435

(a.

s.

v.

1577).

Galg Sp. 168. Mikgalg bei



Nur den ") Grimm (-Hildebrand) Wörterb. s. vv. S. ferner Zschr. f. deut. R. XVIII 434. Juden hing man in der Spätzeit da und dort nicht innerhalb, sondern außerhalb des Gabelgalgens, nämlich an die vorgekragte „Judenspitze'; s. Anh. Nr. 563d, 1301 und oben N. 1. Hochgericht mit dreien seulen: L Weist. 76 (c. 4). Galgen ') 0. Beneke V. unehrl. Leuten 224. Dreibeiniger Lersner Chron. II 682. auf 3 Säulen mit Blei gedeckt a. 1424 zu Frankfurt a. M G. in England, Döpler Schauplatz II 631. ^) Vgl. unten Abschn. VIII, ferner Dreyer Antiqu. Anmerkgg. 87, Einl. 326 und s. Hach D. alte Bau eines lüb. R. 147 sowie Anh. 51, 138, 305a, 315a, 253, 306, 330a, 393a, auch 357, 443, 563c. Sechsteilige Galgen Anh. 15, Galgens über einem andern zu Breslau 1574 Zschr. f. deut. R. XVIII 434.



,



29, 32, 454. 9)

Grimm

Sp. 171, 172.

(-Hildebrand) Wörterb.

V

1

Sp.

1168 und

s.

v.

Galgenzahl.

De Vrijs

s.

v.

Galg

93 Varianten vergaß

man aber

nicht,

daß nur

Eiche

die

das erforderliche Holz liefern könne^),

was doch wohl nicht ausschließlich in der Rücksicht auf die Dauerhaftigkeit seinen Grund hatte. Vgl. oben S. 89 n. 2. Sprichwörter erinnerten daran: .Eichbaum gibt gut galgen,





s'eichene holz gibt gute galgennägel,

holz"^).

Auch

man im

behielt

Gedächtnis,

der alte galgen zu RufFach hat gut eichendaß das Galgenholz, namentlich die Ständer,

ursprünglich stets entrindet und darum von heller Farbe hatten sein müssen (Anh. 351, 470, 475, 476, 481, 503, 512a,

weswegen

b, c),

Deutschland allgemein verbreitete ürteils-

die in

sei^). Kümmerte man sich freilich und Gesetzesformel verlangte, daß der Galgen nur um die Dauerhaftigkeit, so ersetzte man die Pfähle durch Steinpfeiler oder Säulen*), Fortgesetzte Vervielfältigung der die man auch noch durch Untermauerung sicherte'). Steinpfeiler führte schließlich in Spätmittelalter und Neuzeit zu so prahlerischen Denk-

„licht"

mälern der Strafjustiz wie dem Galgen zu Lübeck,

der mit seinen

5 Steinpfeilern bis zu

50 und 51 Fuß über einen gewölbten Unterbau aufragte und noch einen höchsten Galgen von 61 Fuß hatte, oder dem Galgen von Montfaucon, der auf einem Steinunterbau zweistöckig aus 16 Pfeilern aufgemauert war (Anh. 360, 335, andere Beisp. das. 15, 71, 232).

Im

war die Art des Galgens Gegenstand des politischen EhrSchon einen gewöhnlichen Gabelgalgen durfte man nur auf Grund

mittelalterlichen Frankreich

geizes der Feudalherrn.

eines königlichen Privilegs errichten,

und nach Coutumes hing

vom Stand

In Deutschland

die

des Gerichtsherrn

Meinung,

ein

ab*).

findet

mit Säulen

untermauerter oder ein

die zulässige

Zahl der Pfeiler

während des

sich

Galgen

errichteter

16. Jahrh.

nur auf

dürfe

Der Galgen war eben als vornehmstes Zubehör der Richtstätte zum Zeichen der Gewalt über Leben und Tod d. h. des Mittel- und Höhepunktes aller öffentlichen Gewalt geworden. Er hieß das , Hochzeichen", das , Hauptgericht' und noch öfter Reichsboden

stehen'').

das »Hoch- oder Halsgericht" oder das >)

^)

Idiot.

I

3)

Krünitz Enzyklop. XV 674, Fischer Schwab Wörterb. s. Sp. 72,

S. 91 a. a.

v.

Galgen Sp. 28 und s. s. v. Galgen Nr.

(52),

(-Hildebrand) a. a. 0. Sp. Gnirs) S. 82. Chron. 311 (143). Ortelius Chronologia (her. v.

Höhme

0. wird das Prädikat damit erklärt, *)

Anh.

Zemp

1169.

Grimm

J.

V

deut. Städte

d.

(1602)

Eichbauni,

fol.

210b.

RA.* 317.

u.

Tobler

Schweiz.

II

H.

260.

Zenten

Sachs Fabeln

I

am



Bei

J.

1383.

1346,

(her.

Götze)

v.

Relat. bist. sem. vern. Contin

Altdeut. Liederb. Nr. 369(6).

daß die Hinrichtung

Staub

ü.

.

.

.

1673

Grimm (-Hildebrand)

hellen Tilge habe stattfinden müssen.

207, 255. 275, 280, 341, 343b, 359, 389, 433, 439c, 440, 443, 446.

9, 16, 28, 43, 60, 65, 67, 146,

457, 537, 581, 599, 612;

v.

Deut. Sprichw. Lex.

(Dieb an den lichten Galgen).

Einen

(justitia, justice) schlechthin").

675.

Grimm

Görzer Statutb. Nr. 106

Wand er

„Gericht"

Die Schweiz. Bilderchroniken

S.

360;

erhaltene Reste Anh.

344— 347a.

Ober die Ruinen des dreiteil. Galgens der Cent Kirchbrombach auf dem Birkenhart s. Kunstdenkm. im Grht. Hessen Kr. Erbach S. 150, über die Steinpfeiler des Gabelgalgens der Stadt Münzenberg Adamy a. a. O Kr. Friedberg S. 217, über die Reste von Galgen im Urserental und bei Vicosoprano (an der Poststraße nach Borgonuovo im Bergeil) E. A. Stückelberg und K. Haffter im Arch. f. Schweiz. Volkskunde VIII 57, 157. Steinerner Galgenbau zu Zittau a 1366, N. Lau.sitz. .Magazin LXIII 321. Eine Singularität der eiserne Galgen v. 1596 in Stuttgart Anh. 357—359, 557. 5) Zenten I 685 (a. 1551). Anh. 22-341 oft, ferner 343c, 343 f, 359, 389, 390, 415, 418, 433,





438, 439e. 442, 450, 454, 455, 457,

545,

676,

691,

693, 620,

632b, 675, 777, 786, 855.

Zemp

a.

a.

0.

Erhaltene Untermauerung Anh. 345. *)

pour

la ') '^)

Du Gange publ

Gloss.

des anc.

lois

s.

v.

Furca.

Flandern:

de Belg. IX 200

Zimmersche Chronik 256. Weist I 698, 796 (oben S. 91 N.

(c.

Entw. einer Contume gen. im Bulletin de

la comiii.

102).

I

3),

II

51,

53,

69

f.,

70,

76 (uffrichten ein uttVichtig fry ho.L

94 dauernden Galgen zu haben, wurde daher auch

in

Deutschland ein Recht, das Gegenstand

besonderer Verleihung, aber auch von Streitigkeiten und blutigen Oft

den Itechtsaufzeichnungen

in

ist

dem

seit

Kämpfen

sein konnte*).

insbesondere in deutschen,

Mittelalter,

die

Rede davon, wer beim Galgenbau die erforderlichen Lieferungen und Arbeiten zu bewirken habe, und oft sind diese Regeln auch in der Literatur zusammengestellt worden^). Für die gegenwärtige Untersuchung sind sie belanglos und darum zu übergehen. Ausnahmsweise und verhältnismäßig selten kam es vor, daß man sich bei Mangel eines

Baumes oder

zum strafweisen Hängen einer beliebigen andern geeigneten Im Verfahren auf handhafter Tat mag nach westdeutschen Weisden Galgen ersetzen. Die Weisung findet es aber für nötig, beizu-

eines Galgens

Vorrichtung bediente. türaern der Dachfirst

fügen, daß in solchem Fall den Gehängten die Sonne nicht wird anscheinen und der

anwehen können^).

nicht wird

„spiegelnde' Strafen

Vgl. über diesen Punkt unten

Da

100.

Wind

das Mittelalter

man, warum nach englischem Lokalrecht

so versteht

liebt,

S.

be-

ein

trügerischer Müller an seinem Mühlbalken gehängt werden sollte*).

Das Hängen war

um

IV

841,

Zenten

413, 6G2.

m.

u. dgl.

359, 719 (§ 12), 758 (Nr.

oder galgen) 215, 223, 255.

gericlit

üu Gange Schweiz.

s.

V

6),

zu v.

512

Weist. Rh.

563

l§ 20),

Daher wurde der Missetäter

II

S.

1

11

man

85, 93, 339,

LWeist. 76

261 (gerieht).

(a.

189

1460),

Trag).

Relat.

f.

(a.

hist.

Juatitia Sp. 4731).

209-211,

192,

I

214.

213,

Contin. 1036

sem.

S.

35

Griram-(Heyne) Wörterb.

188,

X

v.

Nedonchel

268,

279,

2G9,

281.

280,

283,

284,



HI 495,

259 (hoch249, 353,

189,

1172, 1262

Die Entwickg. des Theatr. Europ.

I

541,

dem Rathaus zu Breslau), Gericht Sp. 1171. Staub-Tobler

(Justiz s.

S. 9, 13.

vor

VI 355. S. ferner Anh. 129a, 186, 187, 279, 312a, 313, 323a, 326, Unterschieden haute 343, 3l3c-l, m, o, 357, 422a, 415, 418, 442, 446.

(basses fourches),

f.,

A. Stölzel

Meister Fratitz Schmidt

1605).

Id.

338, 340,

spottete'),

143, 318, 523,

51,

ÖWeist. IX

(§ 16).

der Neuzeit

in

158, 189, 256, 357, 365, 403. 427, 463, 542, 546, 708, 728, 866, 876, 942,

I

182

11

(Justiz

Erdrosseins.

des

„an seinem allerbesten Hals", wie

Philippi Westfäl. Landrr.

F.

gel. Richtert.

VI 641



den Hals

und im Mittelalter sowie

stets

874 uppgereckter galgen), 320, 332, 333, 338, 410, 608,

vgl. 111

gerieht,

Zeit

ältester

regelmäßig eine Form

wenigstens noch

mit einer Schlinge

58(i,

in

285 usw.



327,

332a, 336, 337,

und basse

justice

j.

Executer par justice

=

Hängen: Annales du cercle archeol. de Mens XXXVHI 287, 288. ') Zoepfl Altertümer 163. Knapj) Zenten 11550. Schwind u. Dopsch Ausgew. Urkunden 119 Du Gange Gloss. s. v. Truncus Nr. 5. galgen und rad aufrichten als Ausübung der Z. 21 ca. 1277). hohen Gerichtsgewalt Weist. Rh. II 1 S. 68, 199, 207, 228, 230, 235. 244, Flandr. Entwurf einer Coutume Vgl. auch tener horca y cuchillo im Spanischen, Dicc. de la (s. oben 93 N. 6) IX 197, 200 (c. 86, 102). lengua

cast. 2)

s.

v.

Horca.

Döpler Schauplatz

I

Gustoras

1

74

(MG. Capp.

u. dgl.

I 171).



m.

Krünitz Enzyklop. XV 278 ff. J. Grimm RA.* II 528 f. 0. Beneke Von unehrlichen Leuten 296 f. Dazu noch Westfiil. Landrr. I 91, Ö. Weist. VII 103 f., IX 335, Bateson

610-614, 606

Harster Strafr. 173 f. Knapp Zenten Cannaert Bydragen 300 f., Philippi

11

f.

551

f.

In der fränk. Zeit hatte der Graf für den Galgen

Feierlichkeiten beim Galgenbau in der Neuzeit z

zu sorgen Cap.

B. bei

a.

801

Lersner Chron.

II

— 813 695

f.

715-718, Beneke a. a. 0. 297—301, 303 f., 306-312. 3) Weist. VI 454 (a. 1302): ita quod sol eum superlucere et ventus eum superflare non possint; Türsturz? dabei den bauch innen Weist. II 138 (a. 1511 ,Galgen' über dem Tor III 803 (a. 1510). keren und den ruclc heraußen). In der Neuzeit Hängen am Fensterstock, an Mauerzinnen: Anh. 398, 418—420, 437, im Tor 553, am Radkranz 392, am Kirchturm F. Stieve D. oberöst. Bauernaufstand 1626*11 51. *} Bateson Gust. 1 74 (Waterford c. 1300). Außerhalb des strafrechtlichen Verfahrens liegen (1561), 704, 712,

=



Fälle wie Morkinsk. 199 (27

=

Fagrskinna

S. 166,

Brunnenbaum' d. h. Brunnengalgen), Hehnold einen vornehmen Räuber bestimmt, c. 1120).

(,

')

Grimmeishausen

Springinsfeld

c.

1

Heimskringla 710, 25 Wurfmaschinen), Weist. II 485 1, 9 (Mastbaum im Gegens. zu vulgarium mos für

20, 23,

Courage

c. 8.

95 an den

Baum

(etwa

=

(=

westnord. linden

oder Galgen gehängt,

Würgband)^),

hals)^),

(v.

reep'),

strop'),

moselfränk.

strick,





ekivi{)ia

Nahm man

Niederdeutschland*).

sehr genau,

links, wie zu Erfweiler noch 1421 (Weist.

in

Mitunter

II 30).

müsse aus Buchenreisern bestehen*"), und oft

ist

man

Strang

„eichene"

in

Ober- und

Eichenwide nach

diese

freilich ist verlangt,

nur von der wide

Später

der

sein;

Schweden wie

in

so drehte

snara

Deutschland

in

Nach altem Recht mußte

heißt er daher sowohl es

band)'),

(v.

für diese Schlinge.

Eichenzweigen zusammengedreht

aus Zweigen und zwar vorzugsweise aus oder „Eichenwide"

aschwed.

Namen

und minder bezeichnend

')

corde.

frz.

seil,

wuigil asächs., *worgal salfränk.

beendil

Schnilrband)*) sind alte charakteristische

dafür slop (schlopf)

sich

strängt),

virgill (virgull) anord.,

mhd.

helsing

der Strang

nsüchs. wede)*'),

(wit,

den Niederlanden auch von hast'-) schlechthin die Rede, woraus jedoch nicht gefolgert darf, daß die Holzart gleichgiltig geworden sei. Sie kann als bekannt voraus-

werden gesetzt

*)

Fritzner Ordb.

XXV 2) 3)

*}

w. virgill, virgull. Hesseis Lex Saliea

s.

bei

Text

friesischen als

die

Wide

„eichen" bezeichnet.

H.

Gering

Islendzk

Sp. 554 (§267).

hölzern"

,

heißt *ä),

Ebenso kann Nr. 82

.l'>entyri

van Ilelten

in

Z.

es

sich

113,

122.

Paul und Braune

440.

Boner Edelstein LVll 92. Westmanna L. I |ijb. 2 pr. 11 Mb. 26 § 11. Fritzner Ordb. s. v. Gering a. a. 0. Z. 105. Wegen Etyni. Wörterb.

^)

Weist.

«)

S.

')

einem

in

entsprechender

U.

und Torp

')

Kern

H.

wenn

B.

z.

anderer,

ein

sie

Ileliand 5170. lieitr.

wie

sein,

während

der Grundbedeutung (.Schlinge')

s.

Falk

v.

334, 338.

II

oben

s.

S.

87 N.

15.

^

Lindner Die Veme 601. Schiller-Löbben Mnd. Wörterb. und Verwijs- Verdam Woordenb.

Grimm

RA.«

s.

v.

v. Richthof en Fries. Rechtsquellen 539 (fon there etzena witha ther alle Frisa on tha hiare halse drogon). Schiller-Lübben s. v. wede (,eyken wede'). 1'. Wigand Das Vemgericht 506. S. aber auch Anh. 553b und die achtzehnschuhige Wide ohne Ast oben S. 91 N. 3. Vgl. ferner Klarniann und Spiegel Sagen 3. 9)

'*)

J.

Weist.

II

280

11

259

529,

f.,

(17. Jahrb.).



l= Swsp. Ermisch) XIX 14.

") Ssp. Ldr. II 28 § 3

Stadtr. (her. (v.

J.

Grimm)

v.

S.

69

v.

Gr. Wolfdieterich 207

s.

v.

v.

wit.

60.

Weist. IV 755 (oben S.

Weidenstrang einmal

in

Weist.

II

267

(a.

1374).

34).

Rüstringer R. bei

England Henderson Verbr.

Ldr. 197a, Salüwedel Rb. § 68 bei

Gengier

J.

Kön. Rother 1574-1576.

f.

a.

a.

s.

0.

v. ».

Freiberg

Reinhart Fuchs

Böhme Altdent. Liederb. Nr. 13a (Str. 26 f), 13b (Str. Grimm a. a. 0. Grupen Teut. Altert. 100 Dreyer

Wörterb.

Schiller-Lübben

19.

.Stadtrr. 405).

1384.

(2 halswide).

Beneke-MüUer Mhd.

stunden 166.

Wörterb. 72 (N. c).

1240, S. 73

I

25, 28).

Neben-

Seh melier Wörterb. II 858. Laxer Mhd. wfede. Kondziella Volkstüml. Sitten 71 (N. c),

Wide. v.

N. Lausitz. Magazin XXXIII (1857) S. 280 (a. 1499). Zu beachten auch die Redensart einem andern eine wide drehen, Döpler Schauplatz II 259. Sowohl die Belege in N. 9, 10 wie auch die Bedeutungsentwicklung des Wortes zeigen, dafs wide niclit ohne weiteres mit Weidenstrang zu über-



ist, wie noch in meinem Grundriß' 241 geschehen; s. 0. Schade Altdeut. Wörterb. s. v. wid. und Schmeller Wörterb. II 858 f. Was von der wide gilt auch vom torques vimineu.s, Henderson

setzen

Verbr. 19 N.

2,

Grimm

RA.*

II

260.

Stallaert Gloss. s. v. Bast 3. Verwijs-Verdam Woordenboek s. v. hast 4. De VriesKluyver Woordenb. s. v. hast 6 (hier insbesondere die Formel rechten mit boem ende mit ba.^t). Cannaert Bydragen 109. Noordewier Regtaoudh. 306. Liliencron Hist. Volkslieder Nr. 102 (15). Cout. des petites villes im Recueil VI 226 f. S. auch oben S. 87. '•') de holtena witta in den Westerlauwerschen Magnus-Küren bei v. Richthofen 440 (23) vgl. mit der Rüstringer Aufzeichnung oben Note 9. ein grüne wit Lexer Mhd. Wörterb. s. v. wit. '2)



S.

auch den

grünen

Strang Anh. 465.

96 auch verhalten, wenn minder technisch für wlde das Wort rls*) oder in jüngeren ostnordischen Texten für vifia das Wort gren (Zweig)-) steht. Übrigens hat man auch noch zu einer Zeit, als man auf die Holzart kein Gewicht mehr legte, doch an vielen Orten daran festgehalten, daß der Strang wenigstens aus Holz gefertigt sein müsse. Man ließ z. B. eigens zu diesem Zweck Reiser aus dem Wald herbeiholen'). Das Nämliche wie die aus Reisern gewundenen Wide ist afrz. hart (f.) oder hard (hardel, hardeillon)*) und

Wie

frankolat. retorta (französ. roorte)^).

eine deutsche Strafdrohung „bi der wlde" lautete,

so eine französische „a peine de la hart".

Die weite Verbreitung des Reiserstranges beim

Strafvollzug und damit sein hohes Alter ergibt sich aber auch daraus, daß er in Deutschland,

Frankreich und

in

Zeichen dafür, daß

um



Symbol der Strafe des Hängens geworden

Italien

in

man

diese Strafe wenigstens verdient habe, trägt

man den

ist.

Zum

Reiserstrang

Anstatt der Wide erlangte schon im Mittelalter das „Seil"'), d. h. Hanf gedrehte „Strick"^) oder die „Leine"*), der „Strang' i. e. S.*") die Vorherrschaft. Der Strang wurde im Volksmund „des Seilers Tochter", der Hanf das ,GaIgeiikraut" *^). Öfters als die Wide erscheint daher auch der Strick am Hals eines Missetäters oder eines Gnadesuchenden als Symbol der verdienten Todesstrafe*^). Wohl nur damit der Strick nicht so bald reiße, war da und dort verlangt, daß er „neu" oder

den Hals^).

der aus

daß

er „dreisträngig" sei'^).

Vereinzelt steht der Gebrauch des Halfters oder eines Stranges

aus Roßhaaren anstatt des Strickes").

Wolfram

v. 20. J. Grimm RA.* II 259. Formeln hänge i galge ok gren, dömme til galge ok til gren bei Kolderiip-Rosenvinge Udvalg af gamle danske domme I 17, 249, 251, 252, Seeher Corpus Const. Daniae 111 Nr. 558. J. Grimm a. a. 0. Zimmer. Chronik I 410 (28 f.). Noch bei Alb. Dürer ist die hölzerne Wide Attribut des hl. Coloman; s. den Holzschn. B. Nr. lOG, in Faks. bei G. Hirth Kulturgesch. Bilderb. II Nr. 646. 1)

ein ris

2)

S.

winden

oben

bei

88 Note

S.

ferner

5,



'')

*) s. V.

Du Cange

Hart.

97, 101.

s.

")

Du Canye

s.

Seil

H.

s.

12)

v.

wide.



S. ferner

S.

Retorta,

Mon. Germ. LL.

Roorta. s.

Dict.

V

277,

wo

retorta

durch

Grimm

J.

v.

s.

Fries, silrap,

VII

(a.

45, 50, 139, 301.

von wit:

1912.



Dazu Lexer

Sehiller-Lübben Wörterb. s. Richthofen Wörterb. s. vv. Hänfener Strick in England: AUgem. v.

II

606.

Dämpfleine

Weist.

II II

(v.

dämpfen

=

ersticken).

297,

Freiberg.

Stadtr.

XIX

14,

Beneke-Müller

381.

Dazu Mon. Germ. Const. IV 655

1574).

Knapp

(11 a. 1311), Weist. II 693.

Nürnberg. Kriminalr. 241.

Pitaval Cauaes

cel. I

35, 307,

II

371,

VI

Rarster 174,

Strafr. 78.

Meister

Cannaert

VII 307, IX 85, XIII 255,

Lettres Nr. 296.

J.Grimm

1*)

Halfter: Zimmer. Chron. II 435

II

f.

Seiler (Sp. 222), Galgenkraut.

")

RA.*

306

wit;

sim bei

Lexer Wörterb. s. v. wit. Doppler Schauplatz 1887,

R.A.* II

vv. hast, strop.

Lexer Wörterb.

334, 338, 381.

hänfener sträng: Weist.

Mme de Sevig ne

1>182 Juni.

Littre

383, 385.

J.

Bydrngen 260,

Hardes,

Reineke de vos 1879,

Wrede

bei R.

Frantz Schmidt

XX

II

Grimm Wörterb. s. vv. Grimm RA.* II 307.

11)

Hart, Hardel, Hardeillon.

v.

ex cannabe in Frankreich,

f'unis

Strang unterschieden

Wörterb.

Roorta.

von wit (wede)

überhaupt Weist.

Reinaert 3150.

Rother '

I

RA.''

Folkesagn Nr. 312 (galgebakke bei Viborg),

wozu man vgl. Saxo Gramm, KSlund Bidrag til en bist. -top.

19 (galgehoj),

12,

galgaklettr, gälghamarr):

Vgl. auch die Staffelsteine Wei.st.

115.

II

Grimm

J.

Jy.ske

28 (galgebakke)

6,

Galgenfels

Felsiger Berg:

(15. Jahrb.).

Weist.

Kristensen

227 (galgebakke bei Hobro),

Silkeborg),

Cilli),

de Vries Ostfriesland (1681) 97 iGh. liei Norden), Thiele Danmurks Facborg auf Fünen). Grundtvig Minder I Nr. 52 (galgebakke bei

J. F.

269 (galgebakke bei

I

vel eo suspenso funiculus fractus est, debet

censeatur id contigisse miraculose ob ejus innocentiam*)."

der Mi-ssetäter

hatte

f.),

II

W. Andrews

531 unten,

667

I



224.

S.

(a.

VI 381

1320),

ferner die (ialgen-

GalgenhOgel, üalgenfelsen im Anh.vt-347 passim, 414, 415, 459, 488, 469, 500, 523a, 525. 526, Der Ausdruck Galgenberg das. 130a, f, 233, 320, 329a, 333, 621.

berge,

545, 560, 57Ü, 594, 881. •)

der Nidarholmr (Munkholm) im Drontheimsfjord

Bei.ipiele:

(a.

995),

der Vambarholnir vor der

Küste von Halogaland, der Ilolnir (Tyveholm) bei Bergen, Heimskringia (her. v. Unger) 169 (20 f.), 640 (20), 710 (25), Fagrskini\a c. 226, 254, Liber Capituli Bergensis S. 131 (wo noch andere tyveholme in Nor-

wegen angegeben), kinskinna

ebenda

173

S.

74, at

Schlyter

Y. Nielsen Bergen 334; Galgen super salsura mariscum,

198, 229, 293,

(32);



low waterniark,

Gloss. 602.

W. Andrews

213;





der Strand (Kyrar) bei Drontheim, Mor-

Bateson

dem Vorland

auf

Cust.

76,

I

auf den thiefdonnes

in Holland, insbes. bei

Amsterdam,

Viele bildliche Darstellungen von Galgen an Ufern von Gewässern im Anh. 40

436a, auf Inseln 37, 58, 80, 164g, 205, 225, 343h. ') northalde bam (tre) in Hunsigoer und Fivelgoer Texten bei

Het Fivelingoer Landregt

Hettema)

(her. v.

20.

Darüber

s.

unten

Richthofen

v,

S. 111

N. 12.

— 347,

Rechtsqu. 36

Gewöhnlich, aber

(21),

will-

erklären neuere (z.B. Wilda Strafr. 501, H. Brunner RGesch. II 476, His Strafr. 196) den Ausdruck mit der Hypothese, das Gesicht des Gehängten sei nach Norden gerichtet gewesen. Richtig dagegen schon v. V^icht Ostfries. Landr. 802 und J. C. H. Dreyer Nebenstunden 178. Ein anderer Fall K. Buchner II 3) So z. B. in V. s. Hedwigis (Mon. Polon. bist. IV) 555, 556. kürlich



Nr. 487

(a.

«)

a.

a.

0.

Relat.

und His

1728).

Gregor. Turon.

V

bist.

665),

Döpler

sem. vern. Contin.

kuriert, Lüttich Strafr. d. deut. 5)

freilich

1675).

MA.

1

S.

99), De Virt. s. Martini I 21. V. Vulframi Regiam Majestäten! IV 18 (.quietus erit de illo

VI 8 (De gloria Conf.

Hist.

Schauplatz .

.

.

II

248,

durch

auch H.

S.

Latorai Erben 1676 S. 92

Brunner

in

Zum

alt. SIrafr.

6

(MG.

furto').

(Gehängter lebend abgeschnitten

60 N.

2,

Rechtsgesch.

I-'

250 N. 85,

489.

Tractatus ad Defensam christlichtheclogisch.

II

(Antv. 1667) p. 378.

So auch

in

der von

Daselbst auch

Hier.

Autoritäten.

Morlinus Novellae

(1520)

Die Erklärung Nr. 37

ist

erzählten

Geschichte. *)

')

Thes. paroem. I 42. Vgl. auch Meiche Sagenb. Nr. 1187 und Einl. 344. Sehr charakteristisch die Zufallsstrafe, wenn einer verurteilt wird so lang zu hängen,

Agricola

.bis

man

104 dem Übergang zum Christentum

man an

und die Kontroversen darüber fort'). Gesetzesvorschriften und Gerichtsurteile bestanden nunmehr ausdrücklich darauf, der Gehängte müsse sein Leben verlieren*), und setzten

sich

bis

die

in

das Sprichwort verkehrte

sich

fing

sein Gegenteil:

in

Recht nicht ausgestanden')".

sein

dies zu bezweifeln,

Neuzeit

„Solang der Dieb nicht tot

kommt

Jetzt also

hat er

ist,

daß einer zweimal

es allerdings vor,

Lieber sorgte man jedoch gegen das Herabfallen des Gehenkten vor, indem man ihn mit Ketten am First befestigte'). So frühzeitig dies aber auch aufkam und soweit sich der Brauch auch verbreitete^), die Kette hat doch in der Volksanschauung

gehängt wird*).

vom Galgen gethan hätte' (London 1651), Theatr. Europ. VII 146. Vgl. auch Wilda Strafr. Hingegen hatte es mit Zufallsstrafe nichts mehr zu schaffen, wenn irgendwo die Sitte bestanden haben sollte den Verbrecher so aufzuhängen, daß der Tod nicht sofort erfolgte' (Brunner Rechtsgesch. 10 Schritte



501.

,

12

Frederiks

247,

S.

»)

ner

I

Strafr. 385).

Brunner

H.

Nr. 472

— 44,

nova II qu. 38 §§ 32 munibus (Jenae 1680) R.

XVI 340 — 350;

J.

c. ult.,

70

1

V

612

(Praes. D. G. A.

H. Cocceji Exercit.

(c. 6),

(a.

114

RR. suspendatur

1311), 761

(a.

tant que mort

ita

Kohler-Azzi Das Florentiner 613—640, 654, Görzer Statutb.

f.,

soit

65b, 211b, 212a,

et

Disp. de furibus a poena laquei im-

— 107,

dazu auch

il

quod (penitus) moriatur

Ficker Forschgg.

(c. 19),

137

(c.

28),

Abegg

(her.

v.

Gnirs)

S.

(c. 92),

A.

in Zschr.

f.

deut.

cum mortis eventu): Heusler RQu. des

177

f.

18, 43, 46, 50,

(c.

129, a. 1441),

57, 62,

Pertile

82 (also das er daran sterb).

Nedonchel

fusse mort,

(susp.

S. 196,

I

165

Strafr. des 14. Jahrh.

[Boutiller Somme

estrangle,

Nedonchel

Struve)

(1722) 102

1312), J.

HI 136

a. 1450),

(c. 8,

Döpler Schauplatz II 247 f., E. BüchGuazzini a. a. 0., B. Carpzov. Pract.

2,

1566 im Liber Capituli Bergensis 121.

v.

sprechend französ. Bestimngg.: pendu tant que

fol.

II

bei

versch. Stellen

Storia

Münch

Chr.

italien.

Mon. Germ. Const. IV 623 Cant. Tessin

Strafrecht S. 60 N.

alt.

ein norwegischer Fall

Formelhaft in

2)

Zum

a. a. 0.,

1687 Wexford) und wegen der Kontroverse:

(a.

192, 203, 243, 253, 255 u.

Ents. o.,

Le grand coustumier general (Par. 1537) Unter Berufung auf diese Formel J. Clarus

rur. in]

231, 237, 247, 251, 252 usw.

Pendre bien et bei: Bateson Bor. Cust. I 35 (c. 1300). Vgl. rec. lib. V (Ven. 1587) fol. 234b. auch den Fall bei Meister Johann Dietz (her. v. E. Consentius 1915) 186 (g. 1700). S. auch Pfalz. Zur Förderung des Todes ein MalefizO. v. 1552 tit. 70, Cod. jur. bavar. crim. v. 1751 II c. X § 18. Sent.



Hieb auf den Kopf des Gehängten, Theatr. Europ. VII 46 ^)

Graf und Dietherr

*)

Älteste

SS. Merov. IV 155,

Contin.

1681

Deut. Rechtssprichw.

Belege: Gregor.

S. 91,

V.

s.

Eligii

1

Turon. De 31.

Theatr. Europ. XIII 245.



1651 zu Oxford).

341 Nr. 353.

Martini 111 53, V. Walarici 12 (in Mon. Germ. London und Dublin a. 1681, 1687 Relat. bist. vem. Bei Caesarius Heisterb. Dial. VI 24 hat der zum

virt.

Fälle aus

S.

(a.

s.

zweiten Male Gehängte inzwischen einen neuen Diebstahl begangen. '-)

art.

94 §

Döpler Schauplatz 10.

II

249 nebst

Fortunatus (Augsp. 1509)

I

fol.

38. Einl. 325. J.

D

I.

H.

Rother

Anh. 540b, 553c.

S.

Wrede 385. Grimm Deut.

bei

auch



CC. Theres.

Sagen Nr. 570.

Gregor. Turon. VI 8: quoadusque disrupto obice cum catenis terrae restitueretur adpensus. Brünner Schöffenb. c. 552 (S. 241): patibulo ... in quo S. catenis pependit. Weist. II 241 (c. a. 1477): mit der Ketten oder mit dem Strang. Ebenso Bamberg. HalsgerO. art. 219 (= CCC. art. 192) und Zenten Urteilsformeln (mit Strang und Ketten) des 18. Jahrh. z. B. in Urgicht u. Peinl. Urth. ü. I 791, 1346. J. A. Wittmann Onolzb. 1754, ü. H. M. Treu ebenda 1756. ü. A. Chr. Glaubrecht ebenda 1761, ü. M. Jacob ebenda 1762, ü. J. Geiger ebenda 1764, ü. H. G. Eichleiter Schwabach 1762, ü. Ad. Sinske ebenda 1766, ü. G. M. Köhnlein Uffenheim 1764, ü. M. Heinrich ebenda 1765, Actenmäß. Relat. v. d. beyden Schloßdieben ... Berlin 1720 S. 126, 134. S. ferner Henderson Verbr. 19, Cannaert Bydragen 328 (a. 1548), Kriegk Bürgerthum 225, 226. Relat. bist. sem. vem. Contin. 1680 S. 91 (an Ketten auffgehenckt, Edinburg 1679), H. Sauval Hist. ... de Paris II (1724) 585 (Galgen v. Montfaucon), Fortunatus (Deut. Volksbb. her. v. P. Jerusalem) S. 182, Grimm Deut. Sagen Nr. 570 und Anh. 47, 69, 82, 223, 254, 257, '')

276,

277,

281,

286, 293, 295, 303, 307, 816, 344, 354, 869, 889, 538a, 557, 558, 664, 568, 629.

gegen 582 sowie

C. C. Theres. Beil. 6 § 10.

Vgl. da-

105 den Strick nicht

wie dieser einen Platz im Sprichwort gefunden').

ersetzt, nicht

Im

spät-

und Haken am Galgen sogar Reservate der Inhaber höchster Gerichtsbarkeit-). Auch wenn eine Mindesthöhe für das Hängen vorgeschrieben wurde, wie z. B. in Ost. Weist. IX 150 „vierzehn Daumellen hoch von der Erde", scheint die Absicht darauf gegangen zu sein, die Rettung zu verhindern. mittelalterlichen Flandern

Kette

blieben

Zu den merkwürdigsten Eigentümlichkeiten

Hunde

eines oder zweier

aus den hierüber von J.

Grimm

RA.*

dem

verurteilten Menschen.

Schon gesammelten Materialien') ergibt sich

— 263

261

II

Hängen

des alten Hängerituals gehört das

(an den Hinterbeinen) neben

nicht nur die weite Verbreitung dieses Brauches über deutsche und skandinavische Länder,

Keine Rede kann davon

sondern auch sein hohes Alter.

am

daß er gar

insbesondere

alter,

längsten gerade

genannt,



bung*).

Ob

doch immer nur die

dem

seit

sei.

Oft wird anstatt des

Eigenschaft erhalten.

in dieser

daß er etwa

sein,

aufgekommen

als Judenstrafe

erst

der Sage und wahrscheinlich nur

in

erst im MittelEr hat sich nur Hundes der Wolf

poetischer Übertrei-

in

Jahrh. beglaubigte deutsche Ehrenstrafe des Hundetragens

10.

symbolische Abbreviatur des Galgentodes betrachtet werden darf) so wie das Tragen

als

Wide und

der

des Strickes (oben S. 96),

kommt

Neuzeit

der

In

vereinzelt

Erwürgen („am

mag

hier dahingestellt bleiben.

anstatt des Hängens

als

man

Pfahl") vor^), während

selbständige

Art des

nur zur Milderung qualvollerer Todesstrafen, insbesondere des Verbrennens, anwandte (unten Abschn. VI und vgl. S. 29, 98 N. 4). Zur Annahme, daß wir es da etwa mit einer germanischen

Strafvollzugs das

es häufiger

Tode.sstrafe zu tun haben, fehlt jeder Grund.

S.

1)

unten Abschnitt VIII Nr. 2 und vgl. ferner Galgenstrick! in Flandern Registrum pro ballivo (oben

höchsten Gerichtsgewalt ^)

Flandr. Kechtsb.

')

S.

Beschriven

ferner

188

67),

(c.

1624

S.

oben

S.

99 N.

II

S

Laienspiegel

III

a. 1624),

Von Juden

1699

S.

la.

Straff, a.

.

.

Strafr. 385,

Stahm

vgl.

S. 16.

Sauval Strafr

... de Paris 11 591, Dortmund 251, L. Weist.

Hist.

v.

Nürnb. Kriminalr. 54, Relat. hist. sem. aut. Contin. 1699 == Theatr. Europ. XV 677), Kriegk Bürgerthum 243, .

.

.

welche sich unterstehen Leuthe aufzuwiegeln,

mit einem Hunde an der Seiten aufgehangen werden

598 und

5)

Knapp

K. Kdikt Berlin 16. XI. 1739 (dasz diejenige Advocaten .

Kette und Haken nur Zeichen der

99 N.

=

Alara. Strafr. S. 88,

93 (Celle

S.

(dem gicot viscontier gebührt nur der Gebrauch des hast). Noordewier Regtsoudh. 306, nach De Riemer 1436

Frederiks

315),

Studien 293, 354, 355,

83 (Neuß

4):

van Hai Afhandl. 225

Gravenhage D.

van's

OsenbrOggen

fs.



sollen),

außerdem Anh.

den Bericht aus der Bekehrungszeit Pommerns im NArch.

f.

ä.

377, 439, bi3. 583,

deut. Geschk. VI (1881) 525

(non collotenus, ut solent fures suspendi, sed ut canes aut lupi calcaneis suspensi). «)

treten'.

Nach Auch

F.

Puntschart

R.

His

in Zschr.

Strafr. d. deut.

RGeseh. Rom. Abt.

f.

MA.

1

XXIV

253

498 acheint dieser Meinung.

Hund den Wolf .verHund und Nürnberger' dem Wolf .den

soll

der

In der Sage sind

Wolf nahezu synonym, W. Mannhardt Roggenwolf* 3—11. Daß ,die noch verächtlicheren Hund substituiren' ist eine Erfindung von H. Knapp a a. 0. — Zu den bei Grimm angeführten Sagen vgl. noch Atlamyl (Sijmons) Str. 21 mit 22, Strackerjan Aberglaube II Nr. 591 b. Aufhängen von getöteten Wölfen an Eichen als Volkssitte Hy Iten-Ca vallius Wärend I 156. Diese Vermutung neben einer andern zur Auswahl bei J. Grimm RA.* II 312, eine dritte bei '']

G.

Waitz *)

VerfGesch. VI 488 N.

Relat.

hist.

2.

sem. autumn. Contin.

a.

1682

S.

93

f.

=

drosseln (Garotieren) als Strafe für Edelleute in Spanien B. St.



Theatr. Europ. XII 502. -- Über das Er-

Edme

Dict. de la penalitti III

s.

v.

Ga-

28 § 3 stellen das richten mit der wit als einfaches Erdro.sseln dar, Dresd. Bilderhs. des Ssp. Taf. 57 Wolfenb. Hs. bei U. Grupen Teut. Alterth. 100 und rotte.

Die Illustratoren von Sachs. Ldr.

II

=

im Gegensinn

variiert in Oldenb. Hs. fol.

Oldenb. Hs., aus wie einer der mit

Abh.

d. philos.-philol. n. d. hist. KI.

49b Nr.

dem XXXI,

3.

Strick 3.

Abb.

um

Der Erdrosselte nimmt sich den Hals fortgeführt wird.

hier, insbesond. in der

Das Ganze dürfte auf 14

106 Das Rädern.

2.

man

Die farblosesten Ausdrücke, deren

Terminologie.

MA.

bediente, waren:

„einen (hinz einem) mit

dem rade bezzern"^)

aliquem

(lat.

rota

dem rade oder

punire'))

dem

sich in Deutschland seit

richten"'), oder ,hinz einem mit ,

einen redern'*)

(mnd. räderen,

Dagegen bezeichnen die anschaulicheren, zumeist auch früher belegten Wörter und Wortverbindungen einzelne Abschnitte des Verfahrens. Der erste heißt mhd. radebrechen (mnd. radebreken, radebraken **)) oder kurzweg raden''),

rotare^),

lat.

nfr.

roer,

afr.

brechen (nd. breken ende raden^), den Form



»mit dem

rouer'')).



rompre'"), oder

fr.

rade zerbrechen" (nd. mit

d.

r.

je

nach der dabei zu beobachten-

„mit

tobreken)''),

zerstoßen

d. r.

dem

der sonst die Art des Strafvollzugs mit

subjektiver Interpretation des Archetyp-Zeichners beruhen,

Strang sehr genau kennt (Anh. 481, 491).

Lexer Wörterb.

')

Aargau

1

I

Maurer) II Bamberg Stadtrb.

L.

V.

Freyberg

v.

Kärntner LandesO.

143, Stadtrechg.

V

Sanimlg.

80

Tirolensis a. 1499

R. 147.

(=

S. 237.

76.

14,

LWeist. 587.

LXX

Fabeln

80,

v.

Weist.

Rota mit

1,

dem *)

136

') s.

s.

II

v.

332,

v.

Schwind

u.

v.

R.Quellen

Freising

Dopsch

d.

Kant.

(her.

ürkk. 177

v.

G.

Z. 10.

K. d. deut.

4

d.

IV

119,

6.

H.

oftmals.



einen mit

Sachs Fastn. Sp. (her. dem rad verrichten .

.

.

Dial. II

(=

Z.

Carolina 130)

Schweiz. Idiot. VI 495.

Chron.

d.

10

(a.

u.

Goetze)

1338).

u. s.

Lübben

X

Du Gange lat.

s.

Stadtr. 64.

v.



o.

Swsp. Ldr. 174a.

deut. Städte

Schiller

v.

A. Stölzel

139-141. 177

Dazu poena rotae, p. rotalis. supplicium rotale 6, X 36, XI 55, Brünner Schöffenb. c. 545, Iglau

(§ 22).

VI 717 (§5).

258

Brunn. Stadtr. §66. H.

(4).

Wörterb.

s.

v.

Sachs Fabeln räderen.

Iglau deut. I

Nr. 165

(9).

Verwijs- Verdam

raden.

Du Cange(-Favre)

Brünner Schöffenb.

f.

290, 111 103,

I

Dopsch Ausgew. Urkunden

u.

Bamberg. HalsGO. 261.

Weist.

f.

IV'

U. dgl. m.

(93).

rad strafen Bamb. HalsGerO. 155

Woordenb. 6)

Schwind

Staub (-Tobler)

Stadtr. 64. 5)

II

1^9

(her. v. dems.) I

MG. Const. II Nr. 284 Caesarius Heisterb.

*)

km.

Meissener Rb.

Meister Frantz Schmidt 3—77

Brandenb. Schöppenstuhlsakten '')

1338 bei

a.

395.

MA. 1832 S. 71. Regensburg Stat. bei Lübeck Taxen v. 1525 bei Hach D. lüb. Ordgg. etc. Augsb. 1506) fol. Illa. Bamberg. HalsGO. 162, 219 ÖWeist. V 677, VI 286. Zenten [ 241, V 80 § 1, VI 628 (§ 34).

1473 im

v.

(§ 5).

(Gesatz u.

Carolina 137, 192), 261.

1383.

Staub(-Tobler) Schweiz. Idiot. VI 481, Augsburg Stadtr. art. 30, 89. Ruprecht

rat.

v.

s.

2a

S. 273, 305,

[Boutillier

s.

v.

Rota

Somme

S.

219.

Berliner Stadtb. IV 89, 94, 95, 108, 104, 109, 112, 134,

PouUet

622, 538.

c.

Liege 499.

Dazu Rotatio

Le grand Coutumier general

rur. in]

bei

Du Gange

etc. (Par. 1537) fol.

s.

v.

212a Littre

Dict.

vv. rouer Nr. 2, roue Nr. 2.

8) J. Grimm RA.* II 265. Grimm[-Heyne] Wörterb. s. v. radbrecben 1, 2. Müller[-Zarncke] Mhd. Wörterb. s. v. radebrechen 4. Staub-Tobler a. a. 0. V 336 f Schiller-Lübben a. a. 0. und Verwijs- Verdam a. a. 0. s. v. radebraken. A. Schultz Höf. Leben II 178 N. 2. Kluge Rotwälsch 7. RQu. d. Kant. Aargau I 2a S. 43. Augsb. Stadtb. art. 30, 38. Altprager R. (bei Rössler Ü. d. Bedeutg. usw. S. XXVll) 134, 135. Schemnitz Stadtr. e. 19. 21 (in Wiener .lahrbb d. Lit. (IV Anzbl. 10). Ruprecht V. Freising (her. v. G. L. v. Maurer) 11 14, 17, 20. Regensburg Stadtr. B (bei v. Freyberg Sammig. V) S. 55. Salzwedel Stadtr. § 61 (bei Gengier Stadtrr. 404). Meissener Rb. IV 13. Glogauer

Rechtsb. (her.

IV

Stadtb.

4,

v.

(raeybraecken).

Städte

XXVI

I

ÖWeist.

V

11

544

(7),

71, 317, 323,

Blume v. Magdeb. II 5 c. 2. Harster Strafr. 70, 71. Berliner Groningen Stadtr. (1425) art. 133. Cannaert Bydragen 301 519 (4). Ottokars Reimchron. v. 13803. Chroniken d. deut.

538.

Ofener Rechtsb. 269.

305, 390,

62, 8)

Wasserschieben)

7.

V

Vlll 127, 138,

IX 818,

X

137, 167,

XIX

68, 183, 306, 399, 436, 582,

137, 161.

Reinaert (bei

J.

Grimm

''j

Littre

s.

v.

Rompre

11)

Walther

v.

d.

Reinh. Fuchs) 531.

5.

Vogelw.

(her.

v.

H. Paul) Nr. 79

v. 39.

Schiller-Lübben Wörterb.

s. v.

rat.

107 (stoßen)"'), oder ,uf d.

(=

stit'ghla

zerbrechen"'), an. „brjota

r.

i

mit der Stange zerschlagen)*) entspricht.

dem sachlich das ostnord. Auf den zweiten Abschnitt bezog

hjöli"'),

wenn man sagte „äufs rad setzen" (nd. uppet rad setten, fries. up en fial setta, opa en reth setta)^), „aufs r. legen" ^) (dän. legge paa staegle og hiuP)), „aufs r. stoßen" (nd. uppen rad stoten)*), lat. in rota mittere^) (afrz. mettre en roe, mettre sur roe*°)), es sich,

span. enrodar**)),

(afrz. enroer,

inrotare*')

gebrauch konnten jedoch

alle diese

Im

rota punire*').

in

Sprach-

okkasionellen

Ausdrücke unter dem Gesichtspunkt der pars pro toto

Räderns überhaupt bezeichnen.

die Strafe des

Das Verfahren gliederte sich, wie vorhin angedeutet, in zwei Hauptabschnitte. Der erste, worauf sich die „pessima cruciatus" der L. Salica (Hesseis S. 406) und vielauch das „tormentis interficere" der L. Frisionum (oben

leicht

erscheint

zwei Formen von ungleichem

in

Weist.

1)

Meurers

Th.

226.

II

ebenda

134,

Stadtr. 11

App.

1279 bei

a.

103,

Riga

XIV

Observ. App.

1270 ebenda

App.

III

das

weiter

Theatr. Kurop.

Pufendorf a.

und

ältere

Relat. hist. Cont. IßOO S. 74.

eneme rade, Stade Bremen Ord. 102 ebenda

sine lede to stoten mit Stat.

S. 25)'*) bezieht,

Die

Alter.

I

Brechen verbreitete

(1712) 731.



226 (= Verden

270).

einen stozen

Ofener Recbtsb. 268. 2)

Müller-Zarncke

^)

briöta

Thorsen)

(her. V.

) s. V.

=

Von

stseghl

Corp. jur. Sviogot.

voraus

(so

s.

4. c.

118 (Fornmanna Sögur XI 372).

brütiu

i

hiul:

Eriks

Sicll.

Lov

15.

II

Grundtvig

dän. stegle steyle:

stegle.

Rat

v.

s.

Knytlinga

hjöli:

i

II

s.

=

Pfahl, Stock.

v.

soll

auch Schlyter

s.

=

st.

v.

Folkeviser

Nach

C. J.

Nr. 151

III

Schlyter

rota contundere sein.

SöderwaU

Ordb.

s.

v.

A

Gloss.

15 g.

v.

(= B

0.

Kaikar Ordbog

und

Gloss. in .seinem

15),

stseghla

=

Aber diese Deutung setzt stseghl rota und Kaikar a. a. 0.), was unbegründet.

stäghl

N. 6. Man könnte sich versucht fühlen staghla mit Rücksicht auf und den dän. Ausdruck bei N. 7 = ,auf den Pfahl erhöhen" zu nicht der Ausdruck dönia undir staeghl (unten S. 109 N. 11) dagegen nehmen (so J. spräche. In jüngerer Zeit hat allerdings stsegla diese Bedeutung angenommen, so z. B. in Förarbetena tili Sveriges Rikes Lag (her. v. W. Sjögren) V 294: warde lefwandes räbrakad och sedan steglas. ^) J. Grimm RA.* II 266. Lexer s. v. rat. Müller-Zarncke s. v. rat 4. Staub-Tobler VI 482. Schiller-Lübben s. v. rat. v. Richthofen Altfries. Wörterb. s. vv. fial 2, reth. Het Fivelingoer Landregt (her. v. M. de Haan Hettema) S. 120. Groninger Stadtr. (ca. 1425) art. 135. Weist. IV 344 (§ 10), 806 (§ 7). H. Loersch Ingelh. Oberhof 495. Wurster Landr. bei Pufendorf Observ. III App. 123. Kothing R.Quellen d. Kant. Schwyz 50, 56. RQu. d. Kant. Bern I 1 S. 48, d. Kant. Argau I 2b S. 132, 222. Gamla eller Eriks Krönikan (her. v. G. E. Klemming) 4372 (them satte man alla H eth radh). Meister Frantz Schmidt 4, 9, 12, 19 u. s. o. «J Staub-Tobler IV 482. ') Christ. V. Danske Lov VI c. 4 art. 1. Grundtvig Folkeviser III Nr. 154 C 54. J. Grimm S.

darüber unten

norweg.

RA.* in

II

.stegla

259,

S.

109 N.

S. 111

11,

Aaaen s. Grimm), wenn (Ivar

wo aber

Grundtvig

a. a.

die Zitate aus

0.

III

')

Grimm-Heyne

9)

Cap.

II

v.)

152

E

Danske Viser am unrechten Ort stehen.

Wörterb.

s.

v.

ad L. Sal. (Geffken) 2

MG.

Heisterb. Dial. XI 54,

S.

auch sette paa steyler

26.

Script.

Rad

(=

XXIII 579

40.

Schiller-Lübben a.a.O.

L. Sal. her. Z.

v.

Hesseis

S. 406).

in rota

ponere Caesarius

12.

44 Godefroy Dict. s. v. Roe 1. v. Daniels Rechtsdenkm. I 486 Z. 33 488 Z. 15. [BouSomme rurale in] Le grand coustumier general (Par. 1537) fol. 65b. Cannaert Bydragen 7. ") Du Gange s. v. Rota (Inrotare). '^) Godefroy Dict. s. v. Enroer 1. — Dicc. de la lengua Gast. s. v. Enrodar.

»0)

f.,

f.,

tillier

")

MG.

'*)

Die L.

gleichsteht.

Const.

II

Nr. 280 §

9,

284 §

9.

Tötung des Herrn bestraft wissen, einen Tatbestand, der dem Mord Die gewöhnliche Mordstrafe ist im fries. MA. das Rad. Fris.

will

so

die

14*

108 daß dem ausgestreckt liegenden Missetäter mit dem auf seine Gliedmaßen Der 458, 608—633 oftmals)'). herabgestoßenen Rad diese zerbrochen wurden (Anh. 381 bestand darin,



war dabei der Regel nach entkleidet. Erst in der neueren Zeit kam es zuman ihm das Hemd oder andere Kleidungsstücke beließ (Anh. 400, 409a, b,

Verurteilte

weilen vor, daß

455, 458, 603, 604a, 615, 617c, 623, 630,

Noch

628, 632).

man

seltener bedeckte

dann 408, 435, 439c, 449, 486, 602, 621,

geschoren wurde, läßt sich wenigstens einmal belegen (Anh. 601).

Lage

sparinten

409— 409b,

werden

auf dem Bauch

sollte-),

pflegte

fördern,

man

er

am Kopf

ihn in der ausge-

ihn an den Hand- und Fußgelenken an (Anh. 381. 433a, 438—444, 446, 453, 610—612, 614—616,

dem Rücken,

(so

nur,

wenn auch

Anh. 612, 618, 621).

Armen und Beinen

den

von

Brechein)

Krippen,

Kranimen,

(sog.

er auf

Gewöhnlich lag

455, 618).

Um

ihn nicht durch Gehilfen des Henkers an Stricken zerren ließ (Anh. 433,

wenn man

628, 629),

man

festzuhalten, pflöckte

387, 389, 393, 406a, 408,

Daß

(Anh. 400, 456).

sein Gesicht

die Wirbelsäule

Um

die

gebrochen

Stoßwirkung zu be-

Holzrollen oder Hölzer mit scharfen Kanten

Durchschnitt

dreieckigem

meist

unterzulegen

(Anh. 366a, 381, 387, 389, 393, 395, 400, 406a, 408, 430, 433a, 434, 439c, 443, 446. 458, 458a, 606, 609—612, 614, 616, 617, 618a. b, 621, 629, 632, 632b, auch 393) oder spannte den Vemrteilten über einem Brett^j oder einem Holzrost (Anh. 356) oder einem Quer- oder Räderkreuz, der „Breche" (Anh. 452 Nr. 2—4, 630)*), seltener über

man

einem Rad (Anh. 452 Nr. 8) oder über einer Grube ^) aus. Das Rad selbst ist in der Regel als Wagenrad^) gedacht, demgemäß wuchtig genug (nach Anh. 433a 40 Pfund schwer), meist von halber Mannslänge des Durchmessers und zuweilen (Anh. 393, 395, 444)

sogar nahezu

In der Neuzeit

von ganzer Mannsiänge.

versah

man

am Kranz noch

es

mit einem eisernen Vorstoß (Anh. 361, 367, 433a, 618a, 629, 632b) oder man schmiedete Dagegen war, wie es scheint, im Altertum die Zahl der Speichen es gar aus Eisen''). Denn noch mittelalterliche Quellen bestehen bald auf einem zwölf-. nicht gleichgültig.

Grimm

J.

1)

Norimb.

c.

RA.^

Döpler

14.

11

265

f.

Schauplatz

II

Du Gange s. vv. Rota 1, Crurifragium. 321 f. Osenbiüggen Alam. Strafr. S. 89,

Konr. Celtes De Studien 291.

orig.

Hamburg.

Dreyer Antiqu. Anmerkgg. 46. Ofener R. bei Kovachich Schultz Höf. Leben'^ II 178 N. 2. H. Knapp Nürnb. Kriminale 65. CC. Theres. Beil. 5 §7. Ältester Beleg Gregor. Turon. VI 35 (a. 584). 2) Beispiele: Math. Neuenburg. Chron. c. 26 (bei Böhmer Fontes IV 179), Weist. II 880, S. auch Einl. 330. — Über regbreka (?) s. unten 114 f. — Nach J. H. Rother J. Grimm RA.* II 266. bei Wrede 386 beginnt das Radbrechen regelmäfsig mit dem Brechen des Genicks. Stadtr.

a.

1270 XII

Lübeck. Urteil bei

7.

Cod. authent. jur. tavern.

Osenbrüggen

3j

c.

A.

71.

Alam.

Strafr. S. 89.

Stöber

Alsatia 1851 S. 42.

) So namentlich in Gent, 17. Jahrb., Theatr. Europ. IX 1481, Xb 180, XI 1453, in Amsterdam nach Urteil v. 1673 bei C. Commelin Beschryvinge van Amsterdam 1191, aber auch in Süddeutschi., [1718] geschöpfft (Wien 1718), P.einl. Urteil Lersner Chron. I 495 (a. 1570), Urthel So ü. L. Grillo .

über

.

.

.

5)

P.

Vogel

.

.

.

.

.

1787 [Altdorf].

Meißener Rechtsb. IV 13

dist.

2.

Brunn. Schöffenb.

c.

530

g. E.

Weist.

II

380

(ein

kule falgen

lang und weit). 8)

Weist.

II

Osenbrüggen 380

(ein

Studien 201.

halbe karre).



Kovachich

Cod.

authent. jur.

In neuerer Zeit bediente

man

sich

c. 80 (Ofener R.). Rades ohne Büchse

tavernicalis öfter eines

so daß man hinterher beim zweiten Abschnitt des Verfahrens ein anderes Rad nötig hatte, Anh. 367, 368. Döpler Schaupl. II 322.

(Nabe),

')

Müller-Zarncke Wörterb.

s.

v.

Rat

4.

109 bald auf einem zehn-, bald auf einem neunspeichigen Rad*).

Daß

ganz verschiedene Zahlen-). nicht nachweisen.

die Zahl der Stöfse

Kam

läßt

sich 3, 7,

Mehrmalige Stöße auf dasselbe Glied waren

der Nachrichter mit nur dreien aus,

Aber

den Tod des Gerichteten herbeigeführt.

es

Gnade, wenn dieser Erfolg eintrat*),

als eine

wäre,

In jungen Nachrichten zeigt sich ein starker Wechsel der Zahlen:

20, 22, 25, 28, 31, 32, 40').

9,

lässig*).

Die Bilder freilich ergeben

begrenzt gewesen

solchen Gnadenstoß

(



hatte

so

kam

er

dem

mit

zu-

schon

Es galt vielmehr

nicht hierauf an.

und zuweilen haben Gerichtsurteile*) einen

—)

Baiern auch Herz- oder Gesellenstoß genannt")

in

also

dritten

ausdrücklich

Die Praxis zwischen 1500 und 1800 benützte diese verschiedenen Möglichkeiten

verboten.

zu Abstufungen in der Schwere der Strafe, wie sie denn bekanntlich auch den Unterschied

dem Radbrechen ,von obenherab" und ,von untenhinauf" verwertet hat*). Die jüngere Form des Brechens hat sich durch schrittweises Vereinfachen aus der Zunächst bedient man sich zwar noch des Rades, aber bisher beschriebenen entwickelt. nur um den Missetäter darüber zu binden, wobei es sich in wagrechter Lage betindeii mußte (eine Singularität in Anh. 632 c). Das Brechen selbst bewirkte man durch Schläge zwischen

eines Stockes

mittels

schrieben'").

Aber schon

viel

542

I

S.

18 Speichen Anh. 625.

2)

389, 395, 409, 424a, 433a, 434, 7 Sp. Anh. 456, 618b, 621. 601, 607, 614, 632d.







Rat

v.

Contin. 1616



S.

So

')

Osenbrüggen

Formular

(bei



bringet.

Seb. N.

z.

8.

Während 1.

«)

Z.

')

G.

e.

[München

a.

1786],

-

In Weist.

II

1

50.



Sp. Anh. 381,

8 Sp. Anh. 323,

b,

626,

b,

629,

3.')3,

630,

439c, 446, 452

(8),

381. 387,

632b.

--

590, 591,

Deut. Leben 32.

Lersner Chron.

deut. Kulturgesch. 1867 S. 712.

f.

495.

I

Th. Menrere Relat.

55.

.

.

.

mit

Anh. 628. bis9 ern

als lang,

S.

vom

dagegen üamberfj. leben zu

dem

tode

Eur. IX 532, Wohlverdientes Todesurt. des

Anh. 462 (2—4), 618.

XIV

Küpfferle Gnaden Prozeß II

Schultz

A.

dem rade Radbrechens Erdrosseln Theatr. helfen

B. Theatr. Europ. XII 780.

Schmeller Wörterb. *)

des

- 10

Sp. Anh. 367.

Theatr. Euro)). VII 149, XI 1453.

Studien 291.

S. 136) § 30:

RA.'*

1094 (Mainz 1657).

B. Theatr. Europ. VII

Zoepfl

(irinnn

4 Sp. Anh. 633.

S. XIII 40.

XU 125, 126, 265. Zschr. 85. Knapp Nürnb KrimR.

*)

11

6 Sp. Anh. 39, 231, 273, 369, 400a, 409a,

Theatr. Europ. VI 1023, bist.



368, 403.

Stil,

9 Sp. Anh. 390, 400, 414a, 620.

5 Sp.? Anh. 632.

.1.

in

4.

452 i2-4), 458, 458a, 606, 615, 617a,

441,

eines

Dänemark '') und

mit 6 Felgen und 12 Speichen).

(H.

N.

Anh.

12 Sp.

auch

oder

einem friesischen Rechtsbucli des 15. Jalirh. be-

in

S. 111



Meister Frantz Schmidt

3)

s.

übrigens auch unten

393, 408, 438, 606, 611, 618ii, 628.

oder einer Keule

früher bestand das gleiche Verfahren in

Schiller-Lübben Wöiterb.

')

aschw. stseghl)

stipe,

stil,

So wird der Vorgang

Axthelms*).

Weist.

(fries.

.

.

729. .

über

.

.

.

Thomas Hansen (München

1664)

S.

14,

19,

23.

259.

380 (Cröv)

ist

die Reihenfolge, in der die Leibesglieder daran

kommen,

stets diese

zuerst die Beine, dann die Arme, zuletzt der Rücken.

Anh. 403 (Köln), 444a (Thorn), 426, 441. 619, 632a, c (Frankreich), 462, 453 Kopenhagen). Securis (Axthelm) zuerst a. 1226 Caesarius V. s. Engelberti bei .L

'*)

625

Fontes

II

'")

N.

1).

(7



(2

Lissabon),

Boehmer

328.

Jurisjjrudentia Frisica her.

Dazu His '*)

F.

Strafr.

S. oVjen S.

v.

M. Hettema

11

S.

182 (auch bei

v.

Richthofen

Fries.

RQuellen 424

196.

107 bei N. 4 und Anh. 625.

Dem

fries.

stil

entspricht md. steyl,

stile,

aschw.

stieglil,

Fritzner s. vv. Auch Falk stagl, staglfestr und vgl. ebenda steyla, ferner oben S 90 N. 13 sowie unten S. 111 N. 6. u. Torp Etymol. Wörterb. s. v. Stegle und Kaikar Ordb. s. v. steile gehen von dieser Bedeutung aus. Dann bleibt es aber unverständlich, wie sie einen Bedeutungswandel von Pfahl' zu ,Rad' annehmen dän. steile,

wnord. staghl.

Die Bedeutung

ist

stets

,

Pfahl',

.Stock'.

S.

die Belege bei

,

110 Aus Deutschland

Innerdeutschland*).

zu

scheint es in die romanischen Länder eingedrungen

Form

Dafs es sich aus der zuvor geschilderten

sein-).

„scharf

darauf deutet das Prädikat Altertümlich

ist in

des Kadbrechens entwickelt hat,

(skerp), welches ein friesischer

Text dem Rad

erteilt^).

Friesland auch, daß der Stock jellern", also nur von Holz sein muß*).

man das Rad durch das oben erwähnte Querkreuz*), da man nicht mehr einsah, warum zum Brechen gerade ein Rad nötig sei, oder man spannte den Und anderseits ersetzte man den hölzernen Verurteilten auf dem platten Boden aus*"). Stock durch einen eisernen'). Aufs Töten kam es auch bei diesem Richten, wenigstens Nach friesischem Recht wurden nur die Arme und in seiner älteren Gestalt, nicht an. Im

weiteren Verlauf ersetzte

die

Schenkel des Verurteilten entzwei geschlagen.

Der zweite Hauptabschnitt des Verfahrens^) bestand wesentlich

darin,

daß der Körper

des armen Sünders auf das Rad^) gelegt und dieses auf die Spitze eines aufrechten Pfahles

Der ursprüngliche Ritus verlangte, daß dabei die Arme und Beine zwischen geflochten wurden"'). Daher in Schonen das Strafurteil den Missetäter Nachmals band man sie „ins Rad hinein' verurteilte (dömae man hiughl oben S. 33). was zu weiteren Varianten führte. Man ließ z. B. den Gerichteten über dem Rade fest"), gesteckt wurde. die

Radspeichen

i

können. Aschw. döma uiidir steghl (Belege bei Schlyter den Stock' (mit dem er nämlich zerschlagen werden soll) 1) Anh. 403. 2)

V

Pertile Storia

265

s.

v.)

kann

bedeuten „einen unter

also nur

.urteilen'.

29 (auf Rad zerschlagen more Germanico), 213

ii.

n.

16.



Ordonnance

von Franz I. v. Frankreich a. 1534 (Edicts et Ord. des Roys de Fr. Lyon 1571). Contius bei Dreyer Antiqu. Anmerk. 46. Lup. v. Wedels Beschr. seiner Reisen (her. v. M. Bär) S. 224 (Lyon a. 1580). Thonissen Ktude 431. Pitaval Causes IX (1738) 33, 37, XIll (1742) 276. Anh. 426, 619, 452 (7), 453a. 3) V. Richthofen Rechtsquellen 238 Z. 24 des 1. Textes. Wenn der 2. Text dafür skerd (schartig) Ein Versuch sie zu erklären bei van Helten bietet, so ist dies ofifensichtlich eine verderbte Lesart. Z.

Lexikologie des Altostfries. 300.

Richthofen Wörterb.

V.

*)

S.

')

Anh. 444a, 451, 452

6)

Anh. 441, 427, 451, 622.

>)

barre de fer in Frankreich, Kinl. 331,

Contin. 1699 8)

S.

S. 99,

gen. Ordonnance ")

Nach

J.

Das Querkreuz scheint an die Stelle eines vier-

0.

a. a.

684, 685,

E.

V

263

n.

16.

Buchner Das

Relat. bist.

sem.

Neueste von Gestern

vern.

Contin.

1676

II

S. 91,

Nr. 650.

autumn.

93.

auf

die

Pitaval

XV

Europ.

Theatr.

elren.

Vgl. Pertile Storia

speichigen Rades getreten zu sein.

S. ferner

v.

s.

622, 625, 627, 632a.

(7),

S.

108 bei N.

v.

1534 und

H.

Rother

1

angef. Sehr.,

Contius bei

a. a.

Wrede

385

ferner S. 107 N. 5

und

vgl.

auch die oben in N. 2

sein,

größer als das im ersten

0. f.

soll

dies ein

zweites Rad

Abschnitt gebrauchte. '")

Intextum rotae

fractis innectit,

in

ebenda VI

sublime sustulerunt, Greg. Turon. Hist. VI 19; 35.

Jüngere Belege bei

Du Gange

und

J.



Grimm

alias rotis ossibus con-

a.a.O.

Dazu noch: V.

Caroü § 62 (Acta SS. Mart. 1 176 rotae radiis intricatus), Visio Godescalci (bei Häberlin Analecta) Ofener Rechtsb. 268 (auf eyn rat flechten). Meißener Rb. c. 25, Prager Str. 134 (in das rat flechten). IV 13 dist. 2 (in desselben rades speyche inflechten), A. Hausier RQu. d. Tessin I 69 (Bellinzona a. 1393 in rota lignea interseratur), RQu. d. Kant. Aargau I 2a S. 43, Lüneburg Reform, bei Pufendorf Obs. IV b.

App. 765, Theatr. Europ. V 212, Stöber Alsatia 1851 II 42, C. C. Theres. Beil. 5 §§7, 8, 9, 13, 17. Anh. 376, 399c, 425, 433a, 601, 602, 604, 609, 617c, 618a,b, 625, auch 360a, 376, 833. ») Anh. insbes. 381, 385, 386, 388, 390, 437, 439, 440, 442, 446, 456, 458, 459, 606, 607, 611-614, 615a, 621, 623, 628, 632d, 1005. Vielleicht gehören auch 382, 392, 395, 409, 425 hieher. Vgl. Gal-

bertus De multro

.

.

.

Caroli

c.

77 (B. in rota superligatus),

80

(B.

rotae superinfixae alligatum) bei

111 sitzen^), band ihn etwa an einem dort angebrachten galgenartigen Gestell Der ursprüngliche Ritus, wie ihn das friesische Recht teilweise bewahrte, forderte auch ein neues Wagenrad; es durfte noch an keinen Wagen gekommen sein'). Auch mußte es in der Regel neunspeichig sein*). Ebenso forderte der ursprüngliche Ritus,

dem Rade

auf

fest^).

daß der Pfahl (mnd. baem)") neu

(fries.

Auch

sei'').

des Verfahrens

Abschnitt

schwed. sta'ghl,

steyl, stile*), dän. steil, steille^),

Reihenfolge

die

zusammensetzte,

sich

einzelnen

der

hatte

woraus dieser

Schritte,

älterer

in

oder ,Baum'

stiigil'))

Zeit

Regeln.

ihre

Sie

begann mit dem Einflechten des Gerichteten ins Rad, worauf dessen Befestigung auf dem Der Ort, wo Pfahl folgte und endlich das Aufrichten des Pfahles den Schluß machte'"). wo Richtstätte, auch der Galgen dieselbe zu regelmäßig stehen hatte war dies geschah,

3— 51,

a— 457, 458a, dann 535, 538a, 581, 590, 591, 594, 612. 620, 629, 632 d, 727, 833. 881, 1003, 1077'i)). Wenn, was selten, ein anderer Ort gestattet war, so mußte er doch außerhalb menschlicher Ansiedlung, auf einem Hügel, im freien Feld, in Friesland außerhalb des Deiches (Anh. oftmals

Nr.

in

68—77, 88—98, 104—141, 154-343 g, 393

Pirenne Hist. du meurtre de Charles Enikel Weltchron. 23308, Sauval Bist.

H.

(1509)

fol.

Theatr. Europ.

111 b,

Anh.

1)

V.

y

.

Wal ther

1891,

de Paris

.

,

417, Job.

v.

Butzbach Wanderbüchlein

III

Bluntschli

Staats- u. RGesch.

Zfirich^

v.

702 (hiernach stets wegen Diebstahls oder Raub), 694.

hist.

Contin. 1610

bei

Wrede

174, in

I

Köln

a.

109 N.

10).

1226 nach

müssen beide Räder

385

Voj^'el w. (her. 1328),

(a.

N.

H. Paul) 79(39).

v.

Tengler

Laienspiesel

(s.

S.

S. auch H. Sachs Fastn. Sp. (her. Lersner Chron. II 6',)7, 497 (Knt1

lat,

v.

III

Buchner

E.

A

Nr. 152

19

(^ B

I.ersner Chrun.

Stöber a.a.O.

a. a.

Nr. 23b.

II

A

IV

2(i3

495,

II

(;85,

I

22),

Th.

42.

0.

Meureri

20.

697,

Relat.

Anh. 618, 436a, auch 400a, 618a. Eine rota plaustri auch in Flandern a. 1137. V. b. Caroli

C. C. Theres. Beil. 5 § 9.

S. 85.

Jurisprud. Frisica (oben S

')

9,

417 N. 147.

I

700,

Acta SS. Mart.

c. .s.

ferner oben S. 107

brauchte nach jüngerer

530.

dem Rad .sitzend 1570). Le.xer Wörterb. (»aufs Rad setzen'), Grundtvig FolUeviser

hauptete, Leib auf

in

v. d.

11724) 514

II

20a, 390, 393a, 899b, 403, 414, 415, 439, 441, 605.

7,

Goetze) Nr. 4

*)

X

Bon

le

am nämlichen Ort

Nicht

also auf dessen Nordseite liegen").

und

P;inl.

Caesarius

108 N.

neu

6)

332.

V.

s.

Kngelberti a

a.

0.



Nach

J.

H,

Rother

sein.

) V. Richthofen Rechtsquellen 30 (13), 31 (17i, 80 (N. 5), 239 (18). Zehnspeichig ist das Ifad nach ein paar Texten 30 (13), 171 (16). '^) Weist. III 768, VI 628 (§ 34), II 378, 380, 427, 507. Wasserschieben Deut. Rechti«iuellen 200, 262. ') Oben S. 107 N. 7. Beweisend für die Bedeutung von dän. steil sind Grundtvig Folkeviser III A A

Nr. 149 Nr. 203

34:

band

saa

hinl

saa

h. S.

paa steyle och

III

bleflt

Nr. 118

niing)

V.

hiul.

B 4 (= C

Uplands

')

di

steiller

op stände (= D

y lader en steggle paa marken han do, Nr. 162 A 19, IV Nr. 203

23, 24:

L.

4),

8),

stal.

A

26,

B 8: band sae then ste.yll op stände (— C 8), Dazu auch noch III Nr. 118 (27): paa steile och 27 (oben N. 1). B 23 (unten N. 9), 24: nu ligger Bedeutung der Redensart klu'de en steil a. a. 0.

Daraus ergibt sich auch die Nr. 161 B in Kehrreim, A 14 (= B

Mb. 13 §

1:

up a

stieghl, 31

14),

pr.: a sta^gl.

Auch

4422: pa eth stägil giordis bans endhe.

152

Nyere

A

18.

karlskiönikan (her.

eller

die IUI stägill bei

Söderwall Ordb

s.

v. v.

Klemstäghl

sind Pftihle ")

bertus ')

Jurisprud. Fris. (oben S. 109 N.

10).

Dazu

vgl.

Anh. 385 und V.

Pirenne a. a. 0.) c. 77, 80 (malus), 84 (patibulum). Grundtvig Folkeviser IV Nr. 203 A 24: thi satte hanom paa

b.

Caroli a. a. 0. (arbor!), Gal-

(bei

de steggier ny,

B

23: dy lagde

H. S. paa siegle ny. ">)

»')

R

bei

Anh. 385, 880, 613.

Dazu

vgl.

V 568 § 3, Chron. d. deut. Städte V 71, 317, Cannaert Bydragen 301, Ofener Cod. authent. jur. tavern. c. 71, Theatr. Europ. XII 781, Relat. hist. sem. vorn.

Weist.

Kovachich

Contin. 1660 S. 84, autumn. Contin. 1677 S. 94, H) Anh. 2, 5, 321, 94, 617c, 618a,b.



Philipp! Westfäl. Landrr. Jurispr.

Fris.

(oben

S.

I

209 f

109 N. 10)

mit

v.

Richthofen

112 Rechtspraxis das Radbrechen

vor sich

gegangen zu

wiewohl

sein'),

nahe genug

es

lag,

an demselben Ort vorzunehmen, wo man das Rad auf dem Pfahl zu erhöhen gedachte*), und in der Frühzeit wird es darum wohl auch in der Regel hier sich abgespielt haben. Natürlich hatten alle jene Regeln einen anderen Charakter als die über die n»ancherlei

es

zum

Schuldigkeiten

Liefern des Rades oder des Pfahles oder

zum

Aufrichten^).

Diese sind

wie die analogen über das Herstellen des Galgens

erst in der Feodalzeit entstanden ebenso

und das Liefern des Stranges oder der Leiter. Höchstens daß man in ihnen noch insoweit einen Nachklang alter Grundsätze vernehmen kann, als sie die Mithilfe der Gemeindsmänner

zum Aufrichten

Wie

des Pfahles verlangen.

am Baum oder Galgen hängen dem Rad liegen bleiben und zwar nicht

der Gehängte

Geräderte auf

mußte, so mußte der

bleiben

etwa bloß

bis erstarb, sondern,

wie es ungezählte Bilder, aber auch schriftliche Nachrichten beweisen*),

Darum

Reste herabgefallen waren.

ist

bis seine letzten

wie der Galgen so auch das Rad ein von den Raben

Damit das Rad und seine Stütze nicht vorzeitig verwittere, faßte man es gelegentlich mit Blei ein und setzte man es anstatt auf einen Pfahl auf einen SteinAus Gnaden gestattete vielleicht die Obrigkeit den Leichnam abzunehmen und pfeiler*). zu bestatten'). Sonst mußte man es heimlich tun*). Trotz alledem konnte der Geräderte gesuchter

Ort-^).

Rechtsqu. 30

(13),

der Pfahl

überall

31 ,

(16),

80 (12

171 (17), 238

f.),

nordwärts gerichtet'

f.,

Fivelingoer Landregt (her.

(northhalde bam,

n.

tre)

heißt

v.

Hettema)

(hierüber

s.

oben

S. 132,

S.

103 N.

wo 2).

muros civitatis). Quellen z. fries. Gesch. I 44 Keutgen Urkk. 111 (Worms: vor dem äußeren Wall). Thiele Ost. Weist. VI 235 (22 ft'.). n. 3. Karlskrönikan (her. v. Klemming) 4416 (Rad auf Sudermalm bei Folkesagn II 41, 367 (steilehqj). Stockholm). S. auch E. Buchner a. a. 0. 11 23b (am Genfersee). Theatr. Europ. XI 1151 (außerhalb Waldau Vermischte Beytr. z. Gesch. d. St. Nürnberg IV (1789) 165 der St. Utrecht), XII 125 (Tatort). Chron. regia Colon,

a.

V.

112G.

Engelberti 17 (extra

s.



(am

,

Krüggelstein'

in

=

Rabenstein 158&I.

Jurispr. Fris.

')

Cgm. 2070c

fol.

a.

286a

a.

0.

(1585,



Anh. 724, G24a, 632c (auf Holzbühne

dem

auf

Flugschr. Sie bat bereits ihren

(ebenso).

Am

.Rabenstein').

Th.

Lohn (Bamb. 1776

Meurers

in

der Stadtl.

Relat.

bist.

Nürnb. Chron.

Contin. 160O

71

S.

ebenso).

Vor der Stadt: Anh. Auf einem Hügel: Anh. 604, 606, 609, 635, Kaikar Ordb. s. v. Stejlhoj. Auf dem „Rabenstein': Anh. 445, 628. Auf dem .Geriehtsplatz": Theatr. Europ. XIII 243, 245 (gewöhnlicher Richtplatz). Auf der .Gerichtstelle': Theatr. Europ. XIII 244, XIV 730. Weist. II 134, 333, 380, 427, 567, III 768, 820, V 519 (§ 4), 529 (§ 8). VI 628 (§§ 34, 35), 662 Eingehende Schilderung in Des bekerten Kirchen Räubers und Diebes Jac. Neumanns (§ 5), 717 (§ 5). 2)

Beim Galgen: Anh.

Galgenberg: Anh. 621.

438, 443, 444, 458, 459.

420, 452, 619, 630, 632, 633 (stets auf Holzbühne), 445, 610.

;')

Leben usw. (Frankf.

a.

48

0. 1720) S.

f.

Insbesondere Anh. 22, 24, 29, 32, 35, 46, 48, 96, 137, 240, 255, 390, 399, 436a, 439, 439d, 457. Dazu vgl. das amsterdamer Urteil v. 1673 bei C. Commelin Beschryv. v. Amsterdam 1191, ferner H. Sachs Fabeln (her. v. Goetze) I Nr 165 v. 8, N. Frischlin Wendeigard Akt. II sc. 3, A. Perneder «)

HalsgerO. VI 35, Ord.

v.

K. Franz

I

a.

1534 in Edicts et ord. des Roys de Fr. (Lyon 1571).

Anh. 20a, 354, 390, 457. A. Schultz Höf. Leben^ dorf Observ. IV App. 764. Wunderhorn Ulrich u. Ännchen a. 5)

6)

Caesarius



Heisterb. V.

s.

Engelberti

a. a.

0.

11

E.

179 N.

2.

Lüneburg. Reform, bei Pufen-

Vgl. auch die ürteilsformel S.33 bei N.

Chronica reg. Colon. Cont. IV



a.

1226

(ed.

5.

Waitz)

Singular auch V. b. Caroli a.a.O. Aber ein hölzernes Rad vorgeschrieben oben S. HO N. 10. boum, quo diutius servari possent insutos [die Geräderten]. V. b. Caroli a. a. 0. 358. Theatr. ') V. 8. Eligii I 31 (Mon. Germ. Scr. rar. merow. IV 687). Europ. VII 1394 (a. 1657). 8) Fei. Platter (in der Sammig. Erlebtes u. Bekenntnis I) 183. S. 259.

§ 58: coriis

113 mit dem Leben davonkommen.

Schon oben

S.

Zeit

fortleben.

109 haben wir gesehen, daß das Radkonnte er dann längere

Auf dem Rad

brechen nicht wesentlich auf seinen Tod abzielte.

daß er dort noch halbe, ja ganze Tage lang

Beispiele,

am Leben

blieb,

Die ausartende Rechtspflege des 16. Jahrb. benützte diese Möglichkeit sogar, um den Verschmachtenden noch psychisch zu quälen, indem sie ihm Speisen oder Die Populärchirurgie befaßte sich mit dem ein Geföß mit Getränk aufs Rad stellte^). Daß man nun aber Heilen der zerbrochenen und verrenkten Glieder von Geräderten'). sind beglaubigt^).

vom Rad Gekommenen wieder

einen

lebend

töten

versucht

von dem Satz, daß

werden könne.

»Wenn

scheint

hätte,

nachher

Ein angelsächsisches Gesetz aus der

Nächte

noch einmal zu an einer Spur

fehlt es nicht

wie nur einmal gehängt, so auch nur einmal aufs

man

erlebt,

zum Tod

der

alsdann

darf einer

verurteilt

,

Formeln wie

Zufallsstrafe'.

bei Verurteilungen

zum Rädern

verlassen wird*)

ist,

und er wer

mit des Bischofs Erlaubnis,

helfen

zu

Rädern wie das Hängen

Rad gelegt

Hälfte des 10. Jahrb.*) bestimmt:

1.

Wunde und Seele." Wenn man nach diesem Hilfe kommen durfte, war dieser von der

retten will

richteten

kommen

Dagegen

nicht nachweisbar.

ein an Gliedern Gelähmter*),

drei

oder sonstwie

daraufgelegt

Gesetz

am

Todesstrafe die in S.

vierten

Tag dem Ge-

frei.

Also war das

104 N. 2 gesammelten

selten vor'').

Der geschilderte zweite Hauptabschnitt des Rituals war dasjenige Stück, welches das Er galt für unentbehrlich, auch nachdem der erste bis behauptet hat'). zur Unkenntlichkeit verändert oder »aus Gnaden" durch eine andere Todesstrafe ersetzt zäheste Leben

Am

1)

V.

b.

1733)

bekanntesten der Fall des Rud.

Caroli

437, Jod

II

Relat.

a. a.

bist.

0. § 62,

Caesarius

Damhouder

üf

dem

')

Damhouder

Jod. Hier.

Dazu

S. 181.

besichtigt), 1634). •)

v.

S. 89,

Wildonie

Wart

54, a.

a.

1308.

S.

ferner

Galbertus

a.

a.

0.

c.

80,

M. Crusius Schwab. Chronik (ausgef. v. J. J. Moser 1562 App. Nr. 42—45, Theatr. Europ. XI 763, XII 126,

vem. Cent. 1676

Poet. Erzählgg. (her.

S. 92. v.

Buchner

E.

Kummer)

III

395

a. f.:

a.

0. II Nr. 23b,

vil

maneger

lac

rade, der schriens pflac.

2)

V.

Praxis rer crim.

sem. autumn. Cent. 1673

Anh. 62B, auch Herrand

^.

XI

Dial.



a. a.

0. Nr. 42 Anh. 390.

Bronschwig Das Buch

eine jüngere Bearbeitung dieses Holzschnittes Beispiel eines Geheilten:

Eadweard 10

bei

v. G. Klein 1911 im Bett wird vom Arzt und zwei Schülern a. 0. Taf. 9 (aus dem Druck der Chirurgia

der Chirurgia (Straßb. 1497) in Faksimile her.

ein Holzschn. ebenda S. 22, 180 (der Geräderte

Zimmer. Chron.

Liebermann

Ges.

I

III

a.

49

(Z.

24—30).

132.

limlwweo lama nach dem textus Roffensis. limlsepeo lama, li'mefieo lama sind verderbte Lesarten, die nur beweisen, daß man seit dem 12. Jahrb. den Ausdruck nicht mehr verstand, limheweo lama bedeutet eigentlich einen .durch Gliederschwächung Lahmen'. Wegen la;weo vgl. ags. und as. debilis. Die alte Übersetzung mit membris disfactus (um 1110) bringt keine Entscheidung. Daß lef ')

=

um eine Todesstrafe handelt, ergibt das forworht des Urtextes und Liebermann Ges. I 133, II 135 wollte (nach Bosworth-Toller s. vv.

es sich

einen ,an Gliedern verstümmelten Krüppel' verstehen, hält aber jetzt

III

das forisfactus des Übersetzers.

limhew, limlicweo) unter

1.

1.

91 auch die Übersetzung .durch

Gliederverstümmelung lahm' für möglich. *)

weorde

')

Ein Beispiel: Bamberger R. oben

forlseten.

Ein Übersetzer paraphrasiert S.

109 N.

:

post afflictionem suam.

5.

') Daß man anstatt das Rad auf dem Pfahl zu erhöhen, es in die See geworfen habe, wie Frederiks Strafr. 886 meint, finde ich nirgends, auch nicht in der von ihm zitierten Jurisprud. Frisica

angedeutet.

Abb.

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

15

114 war wie

Es diente auch zur

B. duixhs Enthaupten*) oder durchs Erdrosseln^).

z.

wenn auf

schärfung,

— so schon

eine andere Todesstrafe erkannt wurde,

dem

seit

Straf-

14. Jahrh.

beim Enthaupten'), beim Vierteilen oder Zerhacken*). Eines Enthaupteten Körper wurde Kad gelegt, der Kopf auf einen durch die Nabe gehenden Spieß gesteckt*) oder auf

aufs

durchgehenden

den

wurden zwischen

Pfahl

Wahrscheinlich

als eine

einmal in der Neuzeit das das

man

am

zuvor

Abbreviatur des Radbrechens haben wir es aufzufassen, wenn als selbständiger Strafritus in

der Zuydersee wurde er

i.

Wir erwägen

Pfahl erdrosselt hatte*).

als

Anwendung kam

eine Abbreviatur

(s.

Abschn. VIll).

des Radbrechens

1000 über einen, dem

gegen

wenn

Missetat

zu

(---

dem Mörder 1)

S.

einem Fivelgoer Text des

in

93 N.

15. Jahrh.

Lorsch Ingelheimer Oberhof 495 203

6)

auch 12 (Nr.

S. 19 (Nr. 99), 31

(Nr. 140),

werden,

18. Jahrb.:

i.

17. u.

Lersner Chron.

(Nr.

7).

Liber Gap. Bergensis 14

117).

(c.

Man

man den Rücken).

bricht

IX 526

f.,

Europ.

III

spiele

mehr

192,

in Theatr. Eur.

V.

*\

MG.

6)

Anh.

hovet 6j

(her. i

Insbesondere gehört schwerlich

Zwar

Rechts.

liest

im Bulletin (s. oben Meister Frantz Schmidt Frauen enthauptet, bevor sie aufs Rad gelegt

1562),

XIV

95

882,

einer Coiitume 1595).

(a.

XlXb

555.

Vgl. auch unten N. 3 sowie

Bescbryv.

IX

Amsterdam

v.

Xb

530, 531, 928,

927,

1700

1694), vern. Contin.

1.

929,

V\^eist. I

940,

941,

542 (§69),

93

(=

Döpler

Theatr.

Theatr.

III 780.

1025, 943.

1021,

176, 177, 401, XII 971, XIII 245,

S.

Dgl.

Bei-

Schauplatz

II

193, 320.

Gonstit.

V.

IV 623

(Z. 29, a. 1311).

Du Gange

s.

v.

173, 209, 287, 403, 413a, 424, 433.

132,

130,

22,

90, 91, 94, 129, 3.

,man

602, 503,

Gommelin

376,

der sich

einen,

„Thene morder regbrecma' **) diesem regbreka eine Bezeichnung

hat in

Anh. 632 d. 2) Relat. bist. sem. autumn. Contin. 1694 S. 84 (Lüttich a. Europ. XV 1707 S. 674, Münster a. 1699). S. auch Anh. 632 b. 3) Aegidius de Roya a, 1328 bei Du Gange s. v. Rota I

h.

d.

bestimmt wird:

den Satz

39 (Nr. 160).

65),

Theatr. Europ.

sucht,

friesischen

Flandr. Entw. fa.

aber auch nichts anderes

hine paet him forbaerste se sweora)*).

Andere deutsche Parallelen wüßte ich nicht beizubringen '"). hieher das vermeintliche Rückenbrechen (hregbreka) des

man

ist

mißlingt,

reinigen

man

schlage ihn, daß ihm der Nacken berste" (slea

daß das Rädern von

der Neuzeit nur selten an

einem angelsächsischen Gesetz

in

dreifaches Gottesurteil

ein

von einer todeswürdigen

vergeblich

dabei,

in

Möglicherweise

gemeint,

den Niederlanden

1663 an einem Weibe vollzogen,

J.

Haus aus überhaupt an Weibern unzulässig war und auch ihnen zur

oder Zerhackten

von Rädern oder auf diese gelegt').

Genickbrechen

Zu Muyden an

vorkommt.

Die Stücke eines Gevierteilten

genagelt^).

die Speichen

137, 138, 141,

154,

159,

161,

Quarteriare.

Leere

163, 167, 232, 305a.

S.

Gommelin

a. a.

0. 937.

Kader mit Spießen im Anh. 88, auch Schiller-Lübben Wörterb.

1.

Anh. 439, 441, 446, 449, 623. Vgl. Lersner Ghron. I 503. Kopf auf dem Galgen, Wunderhorn S. 462. A. C. Bang Norske Hexeformularer (in Skrifter udg. af Vidensk. Selskabet

Griesebach)

Ghristiania 1901) Nr. 354, 362. >)

Anh. 374.

S)

Theatr. Europ. IX 1096.

•')

Sog.

das Gesetz die

Gonc. Wanetungeuse

Bestimmung

stockiense n. 980 '")

— 1013

c.

§§

1

In Bierings saga (her.

gebrochen' (brotinn

a

c.

4 §

1

bei

Liebermann

Ges.

I

230.

Der Zusammenhang, worin

bringt, ist sehr undeutlich, erhellt aber einigermaßen aus

hals\

1—6

a. a.

dem

Gonc.

Wude-

0. 216, 218.

v. Gederschiöld Fornsögur Suderlanda) S. 122(40) wird einer , am Hals Aber diese Übersetzung (g. 1300) laßt nicht erkennen, wie der Vorgang im

Original des Ritterromans dargestellt war.

") Het fivelingoer

Rechtsqu. 307

Z. 12).

.

.

.

landregt uitg. door M. de

Haan Hettema

(1841)

(=

v.

Richthofen

115 des Räderns erblickt^), wohl weil

dazu gehört habe.

Dies

ist

man annahm, daß auch

das Zerschlagen des Rückgrates

jedoch, wie wir S. 108, 110 sahen, unrichtig.

Anderseits würde

mit allem in Widerspruch

eine selbständige Strafe des Rückenbrechens

was wir

stehen,

im übrigen Deutschland das Rad sich bei regbrekma um eine falsche

sonst

über die friesische Mordstrafe erfahren, die wie

war-).

Wir werden daher annehmen müssen, daß es (= man radbricht ihn) handelt, sintemal die angeführte Hs. auch Ob ein skandinavisches Recht das Zerschlagen des Rückgrates sehr fehlerhaft ist').

Lesart für rethbrekma sonst

zu einer selbständigen Strafart entwickelt hat,

muß

mindestens sehr zweifelhaft bleiben.

Das ostnordische Recht zeigt keine Spur davon. Auf Island gab es um 1225 eine Tradition, wonach man in heidnischer Zeit an einem Opferfelsen des Thorsnesding , Menschen zerbrochen' habe, die zum Opfertod verurteilt waren*). Der Bericht läßt aber, ganz abgesehen von

Glaubwürdigkeit,

seiner

(brjota) bewirkt

Der Erzähler

Blutspuren*).

Er

worden sein solP).

deutlich

nicht

wie

erkennen,

man

fügt nur bei,

sehe

„Zerbrechen"

dieses

an dem Stein noch die

das Opfer als ein blutiges vor, was das bloße

stellte sich also

Zerbrechen des Rückgrates wesentlich nicht war.

Das Enfhauplen.

3.

Fürs erste nur die allgemeinen Bezeichnungen.

Terminologie.

Im MA. umschrieb

man, wohl im Gegensatz zum Hängen, das Enthaupten volkstümlich metaphorisch

Von

Richten mit blutiger band'').

als das

jeher bevorzugt waren jedoch genauere Bezeichnungen.

Dabei wird ihm wohl ein Al)zumal er dasselbe afmaitan auch für äjioy.üjiTfn' Aber der Grundbedeutung nach könnte ein beliebiges Abschneiden gemeint

Wulfila übersetzt

mit „haubi{) afmaitau".

djioy.efpa/.lCeiv

schlagen des Kopfes vorgeschwebt sein^ verwendet.

Begrifflich entspricht

sein*).

11

i

til

3

')

His

«)

V.

Strafr.

19G.

0. 60,

V.

Richthofen

Unters, u.

Eyrbyggia saga

(her. v. H.

1

fries.

Rüencli.

Gering)

J)eim bring stendr [lörs steinn,

Landnamabök U til

des Altostfriesischtn 184.

Fivelinsoer Landregt her.

'2'^S f.

M. de

v.

Haan Hettenia

S. 102.

19G.

*)

hafdir.

das ags. beafod ofceorfan (aceorfan, heafde beceorfan)^).

van Helteij Zur Lexikologie a. a.

ä)

blöts.

Bidrag

Stiafr.

Riohthofen

dem

en

hist.-top.

12.

c.

X

1

1

S. 23.

8: [lar ser enii

er |ieir

menn vöru

domhring

brotnir

um

|)ann er nienn väru diumdir

[oder vid),

er

Über den von der lieutigen Tradition aufgezeigten Ixnsstein

Beskivelse af Ishind

til s.

blota vöru

Kr.

Kalund

443.

I

Die Bekehrung d. norw. Staiiinies I 427, 11 197 und Vorlesungen V 39 ver.steht ohne weiteres da.s Brechen des Genickes oder Rückens. In seinen Beiträgen z. RGesch. des germ. Nordens 1 218 hatte er diese f^rklärung nur als , wahrscheinlich' gegeben. Wie Maurer auch Kr. Kalund a. a. 0. I 440, Gering a. a. O. S. 26 N. 2, II. Briinner RGesch. I^ 216, v. Schwerin ')

unter

K.

dem

Maurer

brjota,

f., Schwenn 31 und ich seibat nocli im Grundr.^ 241. Eyrbyggja s. unmittelbar hinter oliigen Worten: ok ser enn blüdslitinn ä steininum. den man jetzt als den ])örsstein der Eyrb. und Landn. zeigt, beschreiben Kr. Kalund a. a. 0.

Deut. RGesch.^ 157



'')

Stein,

Sigurdur Vigfusson und Brynjulfur Jönsson 1900

S. 11. ')

S.

Z. B.

aber K.

Maurer

Augsburg. Stadtr.

in .Vrbük hins

Germania X 491 f. mit art. 34 und olien

isl.

funleifaf'el.

1882 S. 104, 18'*7

Den 1

443,

S.

1:!,

in der Zschr. art.

32 vgl.

S. 87.

= .-tfoito/hij, S. Feist Wb. s. vv. Grein-Kohler Sprachsch. s. v. beceorfan. — Gleichbedeutend htiafde beneotan (= des Hauptes berauben), Grein-Köhler s. v. beneotan, — und beheafdian 'engl behead), beheafdung (engl, beheadingi, Bosworth-Toller s. vv. wnord, meita und got. bimaitan

")

Vgl.

^1

Bosworth-ToUer

Dict.

s.

=

nronhtvsiv,

bimait

vv. heafod, lieoeorfen,

15*

116

man

indessen

„enthaupten (mhd. enthoubeten,

Deutschland während des Mb. sagte:

in

enthovden,

Sachs,

onthofden, onhoofden,

nl.

unthaudia)'),

fries.

oder enköpfen (entkoppen)').

(ahd. forhoubiton, arhoubiton)^)

„verhaupten"

seltener

Anstatt

,

enthaupten" war

auch houbeten (haupten, schwäb. hopten, ns. hoveden, fries. haudia) üblich*), wogegen erst spät vorkommt*). Jenem ebenso wie „Kopf" für „Haupt' „köpfen" (köpfen, kepfen)





houbeten

entsprechend findet sich im SpätMA.

daß

ist,

Missetäter sagte man,

„enthaupten*

Die mlat. Parallele zu

afh^fda vorgezogen wurde'). so früh belegbar

dänisches hafde^),

ein

man

ist

während

altnord.

das

decapitare*),

Vom

enthaupten* für seine Übersetzung halten könnte.

,

er „verliere*

Haupt „verwirke"

(ags. heafedes polian^),

sein

dän. mistse

sitt

sein Haupt (dän. forbrydae sin hovaeth)*^) „büße* damit *^). Umschreibende Redensarten wie ,des hauptes (kopfes) kürzer machen' gehen schwerlich in sehr alte Zeit zurück. Anstatt des Hauptes nannte die

hovet*"), oder seinen Kopf*^), oder er

oder

Terminologie mindestens ebenso

Wie

den Hals.

oft

neben „enthaupten" gleichbedeutend „enthalsen*

decollare neben decapitare

(ahd. inthalsen,

steht

so

mhd. enthalsen, enthelsen.

Lexer Wörterb. und Müller-Zarncke Wörterb. s. v. enthoubeten. Fischer Schwab. Wörterb. Schiller-Lübben Wörterb. s. v. enthoveden. Verwijs-Verdam Woordenb. 8. v. onthoveden. Grimm [-Hildebrand] Wörterb. s. v. enthaupten. Weitere Beispiele: MG. Constit. II 599 ')

s.

V.



45

enthaupten.

a. 1256),

RQu.

d.

Richtsteig Ldr. 32 § (her. V.

Laband)

III

Kant. Argau

9, 1

4

I

34,

c.

Ruprecht

S. 10,

37 § 7 von Text

Freising her.

v.

Lüb. R. (her.

II,

Magdeburger Fragen

7 d.

III

2,

Stadtr. 44, 45, Iglau. Stadtr. 55, 59, 62, 81, Schlettstadt. Rechtsbr.

Enikel Weltchron. U.

Tengler

306,

Laienspiegel (1509)

Tatian her.

2)

XXVI

v.

fol.

Sievers^

S.

XXVIII y

1402 §

Quellensammlung Illlb das haupt abnemen.

Illa,

104

v.

Mone

293,

106

(34),

G. L.

v.

Maurer

1

(bei

Gengier

Fürstenb. 3964, Chron. der deut

17019, 23001, 23304, 23307, 24707,

222, 256, 260, 261, 284,

v.

S.

294 N. 23,

Hach) S. 250 N. 12, System. Schöffenr. Michelsen RDenkm. 210, 427, Brunn.

v.

Stadtrr. 415),

X

216,



Bei

Städte

II 33, 34, 39, 40, 50.

(18).

Dieffenbach Gloss. 167b. Schmeller Wörterb. I 1274. *) Lexer s. v. houbeten. Müller-Zarncke s. v. Staub-Tobler II 1500 (hopten). Fischer Schwab. Wörterb. s. v. houbete. Augsburg. Stadtb. (her. v. Chr. Meyer) S. 69, 108. Swsp. (her. v. Wackernagel) I 146 var. 34. Richtsteig Ldr. 32 §9, 35 § 7 (hoveden). v. Richthofen Wörterb. 3)

s.

v.

havedia.

Grimm [-Heyne]

5)

B

Regensb. Stadtr. deut. Städte

X

bei

V

Wörterb.

162, 214, 222, 260, 297, 311,

160,

abköpfen (afkoppen): Deut. Rechtswörterb. ^) Kaikar Ordbog. s. v. ')

Fritzner Ordbog

8)

Du Gange

Constit. II 575 (38)

decapiter im

MA.

s.

Gloss.

und

s.

v.

11.

XI

706,

XIX

183, 582,

XXVI

XXVII

62, 137,

104.

4).

d.



v.

s.

Thesaurus

oft capite punire;

coper

oft coper la teste,

Eadgar IV

55.

afhöfda.

v.

trancher la teste ebenda 334, 335 9)

Ldr. 32 § 9 (bei Homeyer S. 209 N. Weist. III 2^8 (§26), IV 544 (§7). Chron.

Richtsteig

1773.

Freyberg Sammig. V

v.

f.,

1.



lat.

s.

v.

decapito.



Dafür capite privare



capite truncare Brünner Schöffenb. 530.

le kief

Nedonchel

161

171, 173, 186, 219

z.

B.

MG.

Franz. neben

und noch

öfter

339 usw.

Prager Rb. 91.

Rezeß v. 1587 3, 17, 20 (bei Rosenvinge Sämling V 485, 486, 489, 490). Das haupt verliren im Ofener Rechtsb. 279, 286, 291. Caput perdere im FrankCaput amittere Berner furter Stadtrechts-Weistuni a. 1297 §7 (bei Thomas Oberhof zu Frankf. 218). Handf. 32 (bei Keutgen Ausgew. ürkk. I 130). 10)

c.

8

AUgem.

(a. a.

0.

IV

Stadtr.

178).

1,



Weist.

12)

IIl 272 l§ 10). Ribe Stadtr. 23 (36, bei

'ä)

Ost. Weist.

11)

Haimburg. Rbr.

v.

IX 772

1244,



(19).

Rosenvinge

a. a.

0.

Vgl. auch einen mit

ferner ags.

V

233).

dem haupte verbuzen

nan öder bot buton

I)a;t

heafod, ^delr.

(buezen), Iglau. Stadtr. 67, I

1 (6),

2

(1),

Knut

II

32

(1).

117 nd. onthalsen)'), neben .haupten* ein „halsen"^), neben

dem

„Verlieren" des Hauptes ein

„Verlieren" des Halses (mhd. den hals verliren, nd. den h. verbern'), ostnord. mistse halsin,

wnord. missa halsins*)), neben dem „Verwirken' des Hauptes ein „Verwirken" des Halses h. verfallen in Ost. Weist. VIII 38, den h. verbraken im Flensburger nd. R. 98, 99,

(den

forskotse

dän. forbrydhae sin hals,

Wie mit dem Haupt,

s.

schwed. foregörse halssin, gotl. firigiera halsi

h.*),

„bezahlt" man mit dem Hals (mit dem gelten*)), „tut" also mit ihm „genug" ,pflichtig" oder „schuldig" und „antwortet (Ost. Weist. VIII 42), ist ihn bis dahin Man sprach sogar lieber von Hals als vom Haupt, indem man sagte, es für ihn'*"). gehe eine Tat dem Täter „an den Hals"'*) oder man "richte" ihm „zum Hals"*^). In andern Wortverbindungen bekommt „Hals" auch eher als Haupt die allgemeine Bedeutung Ton Leben *^). Eine Gerichtsbarkeit über Hals und Hand z. B. gibt ein Recht so wenig bloß zum Enthaupten wie bloß zum Abhauen der Hand, sondern Gewalt an Leib und Leben überhaupt zu strafen, und Halsgericht ist das Organ dieser Gewalt, oder aber, sinum*)).

so »büfät' oder

hals puessen, beteren'), m. d. h. losen*), m.

wenn eine

nämlich eine Richtstätte bedeutet, der Galgen**).

es

Im Unterschied*^) zu den bisher besprochenen setzen andere Ausdrücke und Redeweisen bestimmte Form des Verfahrens voraus. Das Haupt oder den Hals „abschlagen"*^),

Grimm

')

Woordenb.

v.

s.

Wörterb.



*) ä)

Prager Rechtsb. 86.

366.

Dortmund Stadtb. 43 Jur. Sviog. VllI 60). *)

Schlyter

Hadersleben Stadtr. »)

Ost.

611

Schlyter

Weist.

Haltaus Frensdorff

III

Gloss. (her.

272

Thorsen)

Braunschweig Stadtr. § 8

(64),

553

Gloss.

s.



0. VII 139).

bei

Rosenvinge

Norges

Love

g.

III

(2).



Ribe Stadtr.

(97).



Flensburg dän. Stadtr. 99 (bei

Jydske Lov

hals.

v.

in Zschr.

1,

16

(her.

(a.

a.

145

f.

RGesch.

Stadtrr. 36).

Visby Stadtr.

a. 0.

V

1

49 (Corp.

426, 489, 491, 63G.

(Z. 2).

0. 217, 229).

Allg.

Thorsen

Thorien)

v.

a.

Gengier

(bei

42, 193.

(a. a.

Stadtrr.

20, 24.

Zwickauer Rb.

Michelsen RDenkm.

S. 77).

Verwijs-Verdam

Enthelsen.

v.

41.

(13).

Gtoss. 783.

Dän.

mista.

v.

s.

v.

s.

Brünner Stadtr.

Gotländ. Gesetzb. nd. Übers. 26

Weist. VIII 611

Rosenvinge V *)

(bei

Leier Wörterb.

Enthalsen.

v.

s.

Prager Rechtsb. 204.

ontbalsen.

am halse strafen, Verwijs-Verdam s. v.

XXXVllI

(a. a.

h.

d.

185.

dän.

Stadtrr.

bei

S. 100).

Flensburg dän. Stadtr. 78

0. S. 98). ')

Ost. Weist. VIII 93 (44).

Holbeck Stadtr. 4 (bei ») Verden Neust. 9)



Bremen

Ost. Weist. VIII 827

(6).



Schwed.

Lüb. R. Cod.

Stat. 54.

Rosenvinge V 189). Stet. 142 (bei Pufendorf

Obs.

I

App.

III

384

n. 6.

bödhae met halsen,

123).

Schlyter Gloss. s. v. hals. Salzwedel Rechtsb. §26 (bei Gengier Stadtrr.

giaeldse halsin,



IX 29, XI 233. 399). Frühe Belege Ssp. Ldr. III 9 § 2 (von den Illustratoren aufs Enthaupten bezogen, Anh. 821), Mühlhauser Rechtsb. S. 30, Altprager R. 34. '2) Meißener Rechtsb. II 3 d. 2. '3) Doch hals und haupt: Halt aus Gloss. 784, Weist. I 496. ") Haltaus Gloss. 783—785. ÖWeist. IX 93 (12: hoch- oder halsgericht). Vgl. raetaj yvser bans hals eum decapitari vel alio modo ... in ipsum vindicandum in Jydske Lov bei Rosenvinge Saml. III 336, einen uf den hals richten (= rädern!) Meißener Rb. IV 4 d. 6. 10)

Ost. Weist. VIII 42,

*')



=

'*)

Diesen Unterschied berücksichtigt nicht die terminologische Zusammenstellung bei

Strafr. 381 1")

da« houpt abslan (abschlagen):

Altprager R. (bei Rössler Ü. 64, 66, (bei

Frederiks

f.

Regensburger Rb.

Gaupp

d.

10,

v.

1244,

Augsb. Stadtb.

16, 20, 26, 29, 32, 33, 35,

c.

38,

Bamberg

Swsp. Ldr. 174, Strb. §§ 55, 62,

Freyberg Sammig. V 82), Prager Rb. 88, Colmar Rbr. v. 1293 § 1 Schlettstadt Rbr. v. 1402 §1 (bei Gengier Stadtrr. 415), Meißener Rb.

(bei

Stodtrr. I 115),

Haimburg Rbr.

Bedeutg. usw.)

v.

118 das Haupt

„abhauen"*)

oder

plectere)^)

(capite

den

kürzer:

Verurteilten

„abhauen"'),

im Norden halshgggva (ostnord. halshugga) man (einen Menschen „halshauen")*) und wieder kürzer: wn. hoggva, on. hugga man (einen Menschen „hauen")') oder wn. drepa

man



(einen

Menschen

„erschlagen")®),

„treffen",

wie auch

bedeutet,

dieses

alles

dem

begrifflich ags. ofsl^an entspricht'),

im einzelnen Fall der Vorgang gedacht

sein

mag,

wenn in einem Text vom „Abstoßen" des Halses oder Hauptes*) oder vom „Abschießen"^) oder vom „Absägen"'") die Rede ist. Und abermals etwas anderes ist gemeint, wenn von „Abfahren" oder „Abackern" (aberen) gesprochen Die Art des Vorgehens hängt eben von dem dabei verwendeten Werkzeug ab. wird**). gewöhnlich etwas anderes,

Diejenige Form,

dem Schwert

als

genommen am

statistisch

rein

die

bezeugt

öftesten

wird mit

ist,

der Verurteilte werde

Die älteren deutschen Quellen sagen,

vollzogen*^).

(her. v. Behrend) S. 236, Glogauer Reehtsb. (her. v. Wasserachleben) 535, Michelsen Rdenkin. 209, Blume v. Magdeb. II 5 §§3—6, 11, 17, RQu. des Kant. Aargau I 2a 8.44-46, 2b S. 132, 141, 222, Fischer Schwab. Wb. s. v. Haupt 1, Trienter Stat. 12, 15, 17, Weist. I 542 (69), III 177, 780, ÖWeist. I 225, A'II 14, 65, 466, VIII 791, 797, 483, XI 65, Enikel Weltchron. 17015. — dat hovet (den kop) afslaen: Ssp. Ldr. II 13 § 5, Salzwedel Rb. 62 (bei Gengier 404), Lüb. R. Cod. III 399, Bremer Ord. I 5, II 102 (bei Pufendorf Obs. II App. 70, 103», Chron. d. deut. dat hovet af slaen: Städte XIII 48, 83, XIX 300, 349, 436, XXVIII 25, 115, 116, 290, XXXt 264. Noordewier Regtsoudh. 282. — den Kopf abschlagen: Weist. IV 660 (16), V 578 (11). — den hals abslan: Mühlhausen Rb. (bei Stephan N. Stoffliefergg.) S. 29, 30, Meissener Rb. II 3 d. 2, Prager Rb. 87,

IV 9

Magdeb. Fragen

d. 1,

Ofener Reehtsb. 279,



Kärntener LO.

1338 her.

v.

Schwind

v.

Dopsch

u.

Urkk. 177

(8

f.).



anord. drepa hQfud af einum:

Gulajiings bök 259.

das haupt abhauen: Weist.

1)

hovet

s. V.

2,

Bremen

dat hovet (den kop) afhouwen

III 183,

Stat. 53, Chron. d. deut. Städte



den Kopf abhauen: Weist. RWörterb. s. v. abhauen I 1. (1480) bei Mone Quellensamml.

285

III



(23, 24),

302

XXVI (25),

41, 43, 97,

805

(16),

Gleichbedeutend einmal das

h.

:

134,

Schiller-Lü bben Wörterb. XXVIII 292, XXXI 199, 228.

IV 651 (44), 666 (14). S. auch Deut. abschwingen in Breisach Reimchron.

III 387.

MG. Constit. I 451 (13), II 894 (36), 399 (27), 400 (24), 573 (40). Stade Rbr. v. 1269 § 6 (bei Gengier 456). Magdeb.-Goldberg. R. § 13 (bei Gaupp Das a. Magd. R. 222). Breisach Rbr. v. 1275 § 1 (bei Gengier 42). 3) Deut. RWörterb. a. a. 0. ^ Den leib in zwey stücken zerhauen, LWeist. 339. *) halshQggva: Fritzner Ordb. s. v. halshöggva, Heimskringla (her. v. Unger) 793 (25 = Fagrskinna c. 266), Flateyjarbok 111 105. — halshugga: Schlyter Gloss. s. v., Rosenvinge Udvalg II 57, Kaikar Ordb. s. v. Hals. 2)

hoggva: Fritzner s. v. höggva 4, Frostul)ings b. IV 10. Flateyjarbok II 434, III 563, 566, hugga: Schlyter Gloss. s. v. Dazu das Subst. hug (hog) Schlyter s. v. und oben S. 32. Nicht so sicher, vielleicht «) Gula]i. b. 262 (vgl. mit 259), Sturlunga Saga (ed. Vi'gfusson) II 309. „hinrichten" Frostul). b. IV 10, XIV 12, Bjarkeyjar rettr 13, Norges g. Love 11 169 (c. 2). Aber zweifel') Ags. Chronik a. 1017: Eadric ealdormim ofslagen [on Lundunum swyfte rihtlice].

5)

568, 572.

nur

=

haft /Edelst. VI l.§ 8)

Salfekl

Keutgen

Urkk. 239.

Leutersberg Stadtr. Chron. IV 16G (29 9)

1

Rb. 2

(oben S. 26). C. Fr.

(l)ei

(15. Sahrh.)

f.).

I

10,

s.

v. s.

Alte Belege: Franken

Fredegar .6

2

(bei

Gr. Wolfdieterich (her. v. A.

") Deut. Rechtswörterb.

hadi

c.

43, 44, Passio

(Volksjustiz

a.

782);

Verm.

1338 bei

v.

Doch afhouwen

") Stallaert Gloss. 12)

Walch

Kärnten LO.

=

Beitr. v.

1

12).

Frankfurt Schöffenberioht

Schwind-Dopsch

Michelsen Rdenkm.

425).

Urkk. 177

ÖAVeist.

in einer lübischen Stelle

abstoßen

Holtzmann)

1071

X

Z. 5

168,

unten

S.

XI

1359 bei

a.

(vgl. 11.

126 N.

mit Z. 9). Zimmer. 11.

(2).

afsagen. vv.

aberen

Gregor. Tur. s.

Leodegarii

II,

V

abfahren 36,

VI

II.

31, Vlll 11, 26,

Venantius

18, 19 (Mon. Germ. SS. Merow.

Westgoten Fredegar

82.

V

Fort. V.

s.

Radegnndis

342); Sachsen V.

s.

Wille-

119 oder über ihn werde „mit dem swert gerichtet'

oder zu ihm

swert [vom leben

zum

tot}- hingerichtet

*)

dem

oder er werde „mit

(verrichtet, gerechtfertigt)"^),

seltener,

er

werde

Gesetze und Gerichtsurteile bestimmen, daß so zu verllblos getan**). Schweden wurde der Missetäter „unter das Schwert geurteilt" (oben

dem swert

„mit

fahren

In

sei.

S. 32).

Über

immer.

Gelegentlich

wird einmal vom

Auf den Bildern

schneide"*).

bald gekrümmt'),

schwert),

des Schwertes vermissen wir

die Beschaffenheit

bald ein-

daß

16. Jahrh.

erscheint

es

bald

Krummschwert

derjenigen Bilder, die das

gesagt,

dem

vor

feststellte

(Anh.

es

„zu

bald

Doch kann

zweihändig'^).

zeigen, bezweifelt werden.

herrschte das gerade zweihändige Schwert

Form genauer

unmittelbare Angaben fast

Richtschwert

die

Seiten

(Schlacht-

Verlässigkeit

Seit dem 16. Jahrh.

wie sich denn Oberhaupt

vor''),

353— 356a, 367b— 370, 372— 373d,

beiden

gerad

385)«).

nunmehr seine Das Schwert

pflegte der Scharfrichter an seinem Gurt mitzubringen.

Den Hieb

einem Gehilfen reichen*).

Augsburg Stadtb.

')

Staub

S. S:37.

Stadtrb. § 147. 119,

1600)

(a.

§§14,

25

15,

Kant. Bern

(=

Zöpfl

§ 31 (bei

Freiberg Stadtr.

1C3.

d.

11 d.

3,

12 d.

V

C,

1

S. 122,

d.

Kant. AiUfrau

Studien 289.

I

1

S. 273,

Landb.

v.

305,

Davos

HalsGO. a. 150{i §§8, 13, IG). Bamberg Bamberg HalsGO. 144, 153, 154 (= Carolina XXII 4, XXVIIl 14 (S. ISO). Meißener Rb. IV 10 (n. 5). Lorsch Ingelh. Oberbof 455 (7). Weist.

RadolfzeJI S. 186).

XV

G,

Magdeb. Fragen 111 1 d. 11 Wei.stRh. II I 548. 769, 770, II 226, 232 f., VI 326 f. glaive). ÖWeist. V 677, 081, IX 385, XI \40. Zenten d. 5, 6,

I

Osenbrüggen

Schweiz. Idiot. VI 395.

Bamb. Formular

129). 151,

128,

RQuellen

S. 8G.

Tobler

HalsGO.

Tirol

S. 103.

u.

Zuweilen ließ er es sich aber von gewöhnlich etwas seitwärts hinter dem

er

nach dessen Genick*"), und ebenso gewöhnlich empfing dieser den

Verurteilten stehend

2a

führte

1.

1

LWeist. 587, 627 ZcntGO. v. Gerolzhofen

S. 199, 207.

(jnsticier jiar la

(bei Kohler u. Scheel Carolina II) S. 1G5. U. Tengler Layensp. (1609) fol. y Ulla. Meister Frantz Schmidt 1—79 passim. U. dgl. m. — Franz. execnter par l'esiiee Nedonehel 372, 374, 376, Annales du cercle archeol. de Mons XXXVI II 287, 288. 2)

I

1177.

ÖWeist. VI 326 f. Stölzel Biandenb. Sehöppenstuhlsakten I 480, 673, Staub-Tobler a. a. 0. 434. 735, IV 149, 173-176, 180, 181. RQuellen d. Kant. Aargau I 4 S. 163. Vgl. oben S. 87 N. 15.

11

583, G98

f.,

703,

706-708, 3)

*)

Osenbrüggen

Studien 279.

»)

Gekrümmt:

')

Anh. 381, 387, 896-398, 399a,

Anh. 700, 703, 704, 712, 712a, 713, 736, 745, 75J, 756, 75fig, 831b. ^) Einhändig: Anh. 382, 691a— 712b, wozu auch noch 713, 714, weil aus niittelalterl. Vorlagen aV)geleitet, gezählt werden müssen. Zweihändig: Anh. 374, 376, 381, 720 -769. Über Anwendg. eines zweihänd. Schwertes ein englischer Bericht bei Lieber mann Gess. der Angels. 11 388. S. übrigens auch NibelungenL. Str. 2310.

796-816.

Doch einhändiges Schw.

in

402,

b,

433, 434, 436, 439d, 440, 440a, 441, 444c,

404

(1),

40Ga, 409a,

445— 447i 449—452,

Anh.

47, 399,

c,

410, 411, 415, 416,

418-422a,

454(2,3), 457, 458, 772—792, 794, 795a,

Krumni-schw. Anh. 793, 795.



und s. W. Boeheim Waffenkunde 265 267. Viele andere charakteri.stisehe Stücke bieten die Museen zu Basel, Berlin, Bern, Biüssel, Colmar, Constanz, Chur, Frankfurt a. M., Göttingen, Graz, Halle, Hamburg, Hannover, Königsberg, Linz, Lübeck, München, Paris, Prag, Stockholm, Straubing, Stuttgart, Thun, Wien, Würzburg, Zürich, ferner die Rathäuser zu Emden, Goslar, Lüneburg, Rendsburg usw. Wohl das zweischneidige und spitzenlose Richtschwert dürfte unter dem von U. Tengler erwähnten spattel (= spata) zu verstehen sein: Layenap. 1509 fol. y lila sein haupt mit dem schwert vel spattel vel etc. al) ncmen. ^)

Vgl. mit den angef.

Stücken

Anh. 371



'>)

Anh. 393

(4),

42.S,

716,

770,

831,

831b, 833, 83G, 838, 842, 844, 847, 8.'^2a- d,f, 857.

S.

da-

gegen 825. '«)

Anders Anh. 693, 697, 698, 721. Theatr. Europ. Vll 70G in Spanien der Gebrauch ist.

vornenher abgehauen, wie

(a.

1621,

Madrid):

das Haupt

von

120 knieend und

Streich

den Bildern zufolge

zum Gebet

waren,

fesselt



und

auf einem Sessel sitzen

War

erhob*).

er zu

der Neuzeit

in

er die

um

wurde

dies

in

Hände,

ganz selten unbekleidet*) oder halbnackt').

so ließ

man

ihn

Oberdeutschland überhaupt

Neuzeit

der

sind

Ist einer bekleidet,

ihm außerdem

allenfalls

noch

dann

oft

nur mit einem

Beinkleider

Man pflegte aber darauf zu achten, daß die Füße entblößt auch wo das ikonographische Material vollständige Bekleidung

belassen'). ist,

nicht ge-

falls sie

zu knieen,

kam es auch vor, daß einer im Stehen mit dem Schwert entDie Bilder zeigen den Verurteilten meist bekleidet, Männer jedoch nicht

hauptet wurde').

In

indem schwach

Anderseits

gebräuchlich^).

Hemd^).



und Wams Übrigens

blieben*).

zu ergeben scheint, daß die Künstler oftmals damit bloß subjektiv-symbolisch den Stand oder

zu beachten,

Anh. 701c, 704, 706, 718, 734, 739, 740, 824, 825, 826, 834, 836, 838. Um der Sicherheit des Hiebes willen zog der Henker dem Verurteilten das Hemd vom Hals, oft weit über die Schultern und den Rücken herab ^). Die Haare wurden Männern zuweilen abgeschoren, Weibern aufgebunden oder vornüberBeruf der Person bezeichnen wollen wie

z.

B.

in

Die Allgen bedeckte in der Kegel eine, gemeiniglich weiße. Binde").

gelegt *").

zog man in der Neuzeit wohl

statt der

Auch Fesselung der Hände

Augen herab *^).

Männern

Binde eine Haube oder die Hutkrempe über die entspricht

der Regel.

Sie

erscheinen

bald

1) Anh. 374, 376, 378, 381, 382, 885, 387 (8), 390, 393, 395—398, 401, 402, 404, 409 a, c, 410, 418—422, 426, 428 b, 429, 433 a, 434, 436, 444 a, b, 445, 449, 457, 646 b, 692—811 passim, 823—854 oftmals. Dazu Meister Frantz Schmidt S. 41 (Nr. 165), Wunderhorn (her. v. Griesebach) 515, Grimm Sagen NN. 261, 500. Vgl. auch Sturlunga Saga a. a. 0. (a. 1213). 2) Chron. d. deut. Städte X 160 (a. 1441). Meister Frantz Schmidt S. 43 (Nr. 175) 64. Nürnb. Chron. in Cgm. 20704 fol. 213a (a. 1580). Relat. hist. sem. Cont. M.D.XCI 51 (a. 1591). Kriegk Bürgertum 228. Harster Strafr. 68. Einl. 322. Anh. 415, 416, 446, 447, 450, 451, 452, 464 (2, 3), 455, 458, 798 f., 806 (3), 807 (1), 809a, 812-816, 852 d, 856-858.

Meister Frantz Schmidt

3)

Nr. 409

(a.

*)

10 (Nr. 50), 12 (Nr. 64), 13 (Nr. 66), 15 (Nr. 82).

S.

E.

Buchner

I

1686).

Anh. 724, ferner 743, 746, 747, 750, 752, 753, 760, 827.

S. insbes.

Anh. 396b, 397, 406, 406a, 422, 436, 441, 457, 719a, 778, 846, 847, 850; s. auch 446. 6) Anh. 374, 376, 382, 694, 703, 711, 711a, 732, 738, 742, 747, 752, 762, 766, 769. Vgl. auch His 216, Meister Frantz Schmidt 64 (,Leidmantel'), M"« de Sevignd Lettres Nr. 296 (nue en

5)

Strafr.

chemise). ')

444a-c,

Anh. 381, 385 447,

816, 831c, 837, 848, 8)

9)

(1),

887

449, 730a, 849,

862a— f,

(8),

390, 393

756a— d,

(4),

394, 396a, 399,

399a

(1),

409a,

767a, 764, 766, 775, 781, 786, 786, 797,

c,

416a, 418, 419, 424a,

798a—

f,

799—808, 806,

853.

S. insbes. Anh. 385 (1), 387 (8), 847, 848 und vgl. auch Liliencron Hist. Volkslieder I 544 (Nr. 16). Anh. 381, 382, 386 (1), 387 (8), 390, 393 (4), 394, 396a, 416a, 418, 424, 433, 444c, 447, 450-462,

726—856 oftmals, insbes. aber 775, 828. Anh. 436, 449, 723, 806, 764, 726, 851. Vgl. J.Grimm RA.* II 268. In Darstellungen wie 736, 769, 768 hat das lang herabfließende Haar von gerichteten Jungfrauen nur symbolische Bedeutung. '1) Anh. 306, 396a, 399a, b, 409a, c, 424, 433, 434, 436, 440, 444c, 449, 468, 703, 719a, 730a, 458, 712a, 716, 1»)

732—778

805—826 oftmals, 837, 847, 852a, 853, 854, 856—858. In Beachte auch 854 (das Anlegen der Binde) und vgl. Pitaval VIII (1746) 84, 102, 104, Ulf (a. 1642), XIII (1742) 273, 274 (a. 1714), Wunderhorn (her. v. Griesebach) S. aber auch Anh. 793 e, f, 836. S. 515. 12) Anh. 394, 399, 406a, 410, 411, 444a, b, 752, 773, 774, 777, 786, 789, 790, 797, 798, 798b,c,d,g, oftmals,

857 und 858

787,

788,

798b, 800, 803,

Binde schwarz.

ist die

c! Ad. Cornelius Gesch d. münster. Aufruhrs M.DC.XIX 31. Eine Lederhaube nebst Riemen zu obigem Zweck der Geuderschen Sammlung im fünfeckigen Turm auf der Burg zu Nürnberg Nr. 516.

800d, 801, 816, 839, 840, 848, 852, 852b, hist.

sem. Contin.

.

.

.

II 137.

Relat.

findet sich in

121 Rücken des Verurteilten gebunden^).

vorne*), bald, doch seltener, hinter den

Seltener auch

wurde ihm der Strick noch um den Oberkörper geschlungen'). Zuweilen mußte er vor einem Block knien*), womit doch wohl nur bezweckt sein konnte ein Ausweichen zu verhindern. Sonst suchte der Henker diesen Zweck dadurch zu erreichen, daß er den Kopf des Knieenden durch einen Gehilfen festhalten ließ^), oder, wenn er das Schwert nur einhändig zu führen brauchte, daß er selbst den Kopf mit der linken Hand festhielt^). Legt er dagegen seine Hand auf die Schulter des Kuieenden oder auf dessen Kopf, so scheint bedeutsam zum Vorbereiten de^ Hinrichtungsaktes zu gehören'). Der Ort der Enthauptung (die hauptstat oder enthauptstat*)) befand sich der Regel nach im Freien, und zwar in der älteren Zeit auf freiem Feld^), später nicht selten innerhalb einer Stadt*"), hier und da beim Galgen"), obgleich man dies ordentlicherweise vermieden zu haben scheint. Besonders altertümlich ist die westnorwegische Bestimmung, wonach das Enthaupten auf

dies

am

der Flutgrenze

M Anh.

So

soll'-).

kommt

es außerordentlicher-

385, 394, 396a, 399a, 402, 429, 43G. 440, 444c, 457, 700, 711, 717, 718, 725, 750

376,

e, f,

764-796, 798a, 811—837, 816— 8.'>7.

758, (liinn oftmals ä)

Meeresstrand (tjara) geschehen

Anh. 378, 397; 406a, 441, 710, 715, 716. 724, 730a, 732, 737, 739, 742, 755, 760, 777, 781, 812, Mei-ster Frantz Schmidt 61 (a. 1605), wo es sichtlich als außergewöhn-

829, 844, 847, 848, 750, 854. lich

•)

(a.

ist, daß die arm hindeu bunden waren. S. aber auch Anh. 757a, 79Sb, c, d. Fessehing der Füße al)sonderlich in Anh. 376, Theatr. Kurop. VII 706 Anh. 390, 843, 858.

hervorgehoben



1621, Madrid).

Anh. 757, 769, 80. Pitaval VIII (1740) 84, 102, 104, Ulf, XIII (1742) 273. Anh. 416, 416, 450, 454, 458, 796. 814—816. Festhalten am Haarschopf nach baier. Brauch in der Neuzeit (1854): Münchener Neueste NachrVhten lillO Nr. 410. «) Der Kopf am Haar ergriffen: Anh. 691a, b. 693, 695. 697, 698, 700, 703, 705, 707, 713, 719, 828. Symbolische Aufnahme dieser Form ins fries. Sühnzeremonicll: II is Strafr. 215. Merkwürdige Analogie *)

'/

in

antiker Zeit;

dem Menasmartyrium

das Elfenbeinrelief mit

s.

Dalton Byzantine

Art Nr. 113.



Der Kopf

ergriffen:

(6.

Jahrh.)

im

Mus.

Brit.

Anh. 399, 694, 696, 702, 712, 717;

s.

abgeb. bei

auch 393

(4),

394, 429, 716, 826, 834, 835. ')

Anh. 712, 753, 824, 827, 839, 841, 845—849, 852a,

')

Stadtb.

Augsburg

V.

(her. v. Chr.

Meyer)

Ebenso das Ergreifen

b.

Chron.

S. 197.

d.

V

deut. Städte

am Kragen

715.

307, Carolina 217.



Köpfatatt zu Frankfurt a M. Relat. Hist. seni. Contin. 1665 S. 92. 9)

Anh. 381, 382, 385, 387, 390, 393

450—452,

757, 757a, 758,

S

809a

u. dgl

m.

234, Weist. II 226, Zenten

Liebenau Das •'0)

alte

1

789-792, 801, 805, 806 Zürich IV 1886)

a.

1444.

(1),

relat. seni.

428b, 430, 434, 440, 441, 445, 447,

Cuntin. 1593/94 S. 61.

a.

a.

0. 253.

418-422, 426, 429, 753, 705,

Edlibach Chron.

Üfener Rechtsb. 279.

Liebenau

Wunderhorn

397,

732—736, 738—740,

402, 406, 410, 411, 415, 416a,

Woifg.

Griesebach) 515. Warnkönig Flandr. RGesch. la 217. Pitaval Causes

(Basel 1596) 66.

396b,

743, 745, 752, 756a-e, Vor Stadttor: Anh. 398, 454, 769, 795, 843, 855, Stadtb. v. Augsburg 046, KQu. d. Kant. St. Gallen I 4 S. 163. Vgl. auch Keutgen Urkk. 111,

810.

(11),

395,



Luzern 253, Hist.

Anh. 394, 396a, 399a

(4).

713, 715, 716, 723, 724,

457, 458, 703, 711, 712a,

Hartmann

Nedonehel

(her. v.

I

308,

IV

15,

(Mitt.

d.

Der Heichsst. Augspurg Clnon.

101, 171, 173, 334, 336, 339, 341 usw.

VIII 84, 102, 103,

Ulf.

'M Anh. 47a, 394, 396a, 399a, 434, 440, 447, 4.50, 457, 777(?), 736(?), 810, 815, 842, 855. 53, 69, 143,

561, 577, 63, 86, 98,

V

357

(§ 6).

Theatr.

760, 777.

Ant. Ge.sellsch.

Europ. XII 971.

S.

dagegen

Weist.

II

51,

ÖWeist. VI 235,

Keutgen Urkk. 111 (Worms). (Quellen z. rhein. Ge.sch. I 44 (n. 3), Zenten 1 546, II 556, Ofener li. bei Kovachich Cod. authent. jur. tavern. c. 71. Lersner Chron. 1 500, 502, 504, II 707, 708, 711. — Th. Hach Ü. ehem. Folter- u. Strafwerkzeuge S. 11 (Lübeck). Theatr. Europ. XIII 245 (a. 1687). Gerichtsstelle: Theatr. Europ. XIII 244 (Leipzig 1687). >2)

Abh

Frostuj)

bök XIV 12 (= Jarns.

d. philos.-philol. u. d. hist. KI.

132,

XXXI,

3.

NLandsl. IX

Abh.

12).

16

122 ,

man

weise auch vor, daß sie

späteren Jahrhunderten hielt

gemeiniglich

man noch an

man den Armensünder

ließ

seinen Platz einnehmen*).

bedeckten

in

wie die Bilder zeigen,

urteilte,

falls

Enthauptung an den Tatort'), und

die

umschlossenen oder gar

in

Raum

verlegte^).

in

dem gewachsenen Erdboden.

auf

man

der Neuzeit, daß

Im MA. kniete der Ver-

vielen Orten an diesem

Brauch

Selbst in

Allen-

fest').

vor oder auf einem Sandhaufen oder auf einem Strohbund

Wende

Seit der

des

MA.

zur Neuzeit erbaute

man

in

der

Nähe

deutscher Städte sog. „ßabensteine", Steinterrassen auf viereckigem oder rundem Grundriß

mit einem Aufgang im Innern oder an der Seite und einer grasbewachsenen Plattform, worauf der unten versammelten Menge deutlich sichtbar und zugleich gegen deren Gedräng

Weiter verbreitet hat

gesichert der Hinrichtungsakt vor sich zu gehen hatte').

scheinend von Frankreich aus,

ungefähr

seit

haufen kehrt aber auch auf dem Blutgerüst wieder'). unterschiede zu kennzeichnen, führte dazu, daß

Ausstattung des Hinrichtungsortes gewährte,

Teppich oder wenigstens einen Mantel, einen schwarzen

knien,

Meißen Rechtsb. IV 10

1)

(c.

3)

d.



Prag

6.

Stat.

an-

die Standes-

eine besondere

einen Bretterboden, einen Schemel, einen

zuweilen

aber sogar ein Kissen

34

(a.

man

wie

des Blutgerüstes*),

Vgl. aber unten N.

1200, Mordstätte). 2)

Behang

Zunehmende Neigung,

man vornehmen Verbrechern

sich,

Der Sand-

derselben Zeit das Blutgerüst'').

jetzt

Grundtvig

1341).

um

darauf zu

auch den ganzen Vor-

Folkeviser IX

Nr. 191

5.

Anh. 799, 800, 806 (10), 808. Im Gefängnis: Bist, relat. sem. vern. Cont. 1674 S. 90. Anh. 385—387 (8), 390, 393 (4), 395 (2), 396a, b, 397, 399, 399a, 402, 404, 406a, 409a,

c,

433,

433a, 445, 715, 716, 772-775, 777—779, 781, 783, 785, 786, 812, 838—840, 843-845, 851.

Dreyer

Antiquar. Anmerkgg. 97.

S. auch über Kopenhagen 570—573. 5) Anh. 436b, 450, 454 (1), 455, 458, 742, 744, 756a, 805a, 814—816, 856, 857 nebst 13, 13a, 88, 44—45, 60, 107, 121c,e,f, 129, 130f, 318c, 323a, 326, 337, 343c,g, 353—856. S. auch Einl. 322, J. H. Roth er Man beachte die Entfernung des Rabensteins vom Galgen bei Nürnberg, weswegen bei R. Wrede 382. auch nicht beide miteinander verwechselt werden dürfen, wie bei H. Knapp Das Lochgefangnis (i907) die entsprechende Entfernung bei Weißenborn Anh. 42a, bei Altorf Anh. 323a, ebenso S. 69 geschieht, die Entfernung des Rade- oder Köpfelbergs vom Galgen bei Lübeck, Th. Hach Ü. ehem. Folter- u. Erbauung der Rabensteine zu Nürnberg 1543 (Erneuerung!) Strafwerk zeuge usw. (1903) S. 10, 11. nach Ms. 137a fol. 75 des Kreisarch. zu N., zu Frankfurt a. M. 1604 — 1606, Kriegk Bürgertum 224 f., *)

im

Anh. 402, 440, 446.

Secher

V. A.

Jahrh.

17.

Einl. 322.

in Histor. Meddelelser

om Kebenbavn

I





zu Speier g. 1700,

zu Zittau I

Harster

zu Hersbruck,

Sp. 56;

G. E.

Rabenstein zu Leipzig, Festschr. der Ueut. Juristenzeitg. 1909

Strafr. 68.

Waldau

Vermischte Beytr.

N. Lausitz. Magazin LXIII 321.

S.

ferner

die

z.

Gesch.

Fälle

d.

bei

St.

Nürnbg.

ill (1788) 78,

Lersner Chron.

II

81

f.;

704, 705, ';07,

Meister Frantz Schmidt 58 (Nr, 216), in Zschr. f. BGesch. III (1864) 100, 109 Lilien krön Hist. Volkslieder 95, 11 9, Böhme Altdeut. Liederb. Nr. 873 auch Körner Histor Volkslieder S. 199, Hans Sachs Fastnachtsp. (her. v. Goetze)

501, 602, 503, 504,

(Breslau)

und

Vgl.

(Str. 22, 23).

Nr. 27

(32),

bei

37

v.

(89),

1

Grimm

Wörterb.

hagen scheint

es

s.

v.

Rabenstein,



Meiche Sagenbnch

zur dortigen Richtstätte gehörte (V.

A Secher

in Hist.

Nr. 280

Beschreibung der

Auch in KopenDenn das in Stein gehauene Bild, das Meddelelser om Kobenhavn I 358 f.), dürfte ein

Gemauerte enthauptstatt einen solchen Rabenstein gegeben zu haben.

Überbleibsel des R. von Bautzen).

in

Carolina art. 217.



Beiläufig bemerkt wie es gewöhnlich auf dem Rabenstein errichtet war. dürfte nach alldem auch klar sein, was man sich unter dem , Rabenstein' in Goethes Faust vorzustellen hat. ,Krüppelstein' Rabenstein zu Nürnberg, Waldau a. a. 0. IV (1789) 165.

Passionsbild gewesen



sein,

=

Anh. 394, 398, 410, 411, 415, 416, 416a, 418— 422a, 426, 428a, 434, 444a— c, 451, 452, 762, 765, Steinbühne 794, 809. 789, 790—792, 795, 796—803, 806, 808, 841, 846, 847, 852. ') Anh. 415, 416, 444c, 789, 791, 801, 803. Relat. hist. sem. Contin. M.DC.XIX 31 (Olden BarnefeldtV 8) Anh. 749, 795, 834, 848, 410, 411, 422a, 434, 436, 762, 790, 797—800, 806 (3), 807, 808, 809a, «)



123 gang unter Umständen mit neuen (worüber unten

aufspießte

Feierlichkeiten wie Trommel-, Pfeifen- oder Trompeten-

Sonst endigte das Verfahren wohl damit, daS der Scharfrichter den Kopf

klang umgab*).

S.

oder wenigstens

129)

dann das Ricbtschwert abwischte und

der

versammelten Menge

vorwies-),

in die Scheide stießt).

Der Gebrauch des Schwertes beim Enthaupten war dem MA. eine so geläufige Vorstellung, daß es als Wahrzeichen der hohen und damit auch der vollen Gerichtsbarkeit galt. Dem Hochrichter wurde es bei seiner Einsetzung vom Amtsherrn überreicht. Er hielt es, wenn er zu Gericht saß, in der Hand oder es lag vor ihm auf dem Tisch. Er

nimmt

es in sein

wird es ihm

Metapher für

Dennoch nach

ist

zunächst in

Adams

Meister

v.

Anwendung

der

Bremen

zum Richten mit dem Schwert nicht noch Einem solchen begegnen wir dem Anschein Beiles oder der harte*). In Dänemark war zu

des

(6 nebst schol.

Zeit

obwohl

109)

In Frankreich

soll

nur

schon im

dort

sie

bis

sie

bekannt.

MA. auch

In Deutschland

auf Ludwig XIII.

Sein hohes Alter

Wunderhorn

810, 852, 418, 790, 797, 801, 8J2.

1)

2) 3)

*)

1591).

dem

England hat gewesen

üblich

13. Jahrb.

mit

„unter das

bis in die

bestand

derselbe Gebrauch').

In

das Enthaupten

Neuzeit „nach Landsgebrauch mit dem Beil gerichtet"*). während des Mittelalters wie später in nicht wenigen Gegenden

Schwert geurteilt", aber

a.

vor

es

Krönung

seiner

gegeben habe*).

In Schweden wurde zwar nach den Gesetzbüchern seit

(München

Bei

zu fragen, ob es im Vergleicli

dem Schwert vorkommt^). sein').

Darum gebührt

auf.

die volle Gerichtsgewalt.

Jahrhunderte überdauert,

die

Münzen

obersten Verwalter der Gerechtigkeit.

Von einem eigenen Zeremonialbeaniten wird es ihm vorgedem thronenden gehalten. Justitia gladii, ja gladius schlechtweg ist

Enthauptungsriten

ältere

sie

dem

als

eingehändigt.

tragen und neben die

der Gerichtsherr in seine

Siegel,

andern dem König

Lersner Chion

[

499

f.

in

verschiedenen Ländern

(her. v.

(iriesebach) 515.

auch

beweist

Hist. relat. contin.

die

\'er-

M.D.XCl 52

1Ü17).

(a.

Anh. 789, 791, 792. Anh. 454, 817, 831c, 852 e, f, 855, 856, 858. Anh. 820, 821, SM, 832, 856, 817, 831, 833, 83G, 842, 844. Auch Frederiks Strafr. 383 vermutet, dafi der Gehrauch des Schwertes

jiinffer

.sei

der

al.s

des Beiles. *)

(jrimra KA.*

J.

(1912) 76, ferner ^)

Dazu

268.

II

Grimm

aucli

s.

Shakespeare Measure

for

u.

vollst. .

.

.

lio.senstock Ostfalens Rechtsliteratur unter Friedrich

Measure Acte IV

116— U9,

nischtes Großbritannien (1690) 103, 107,

desz

F..

Sc. 2, 3.

Fexwicke

.

.

.

Anno 1697

.

.

.

1554—1685 in Neugehar369- 37,S, 576, 732, 846, Verui.

von

Kurzer Bericht Welcherge.stalt die Execution (s. 1. e. a.). Anh. 652, 653, 655-660, 661b.

vollzogen worden

Henderson

Undeutlich das R. der Frühzeit,

Fälle

151, 153, 86, 215(353),

Engl. Memorial (1649) 36, 75, 79, auch 14, 78. .lohn

Verbr. 22, Enthaupt. mit Schwert oben

S.

119 N.

6.

Aber

schon jElfred hat das Komp. ceorfex für Richtbeil. Die Worte securi percussi sunt bei Orosius (IV übersetzt er: wieron [la heafda mid ceorfiexum of acorfeiui. ')

1>.

1!.

Deut. Sa^en Nr. 478.

Lacroix XVIII"«

3)

Siecle 306.

autumn. Contin. 1681 S. 64, 63. S. ferner Theatr. Europ. IX 610 (a. 1G62), Vcrlahren 1000 (a. 1663), E. Buchner I Nr. 274 (a. 1681), Relat. hist. sem. vern. Contin. 1682 S. 67. im MA. Karls-Kronikan (her. v. Klemming) 4480—4485 (a. 14H6). Für Norwegen s. Libcr ca]). Her8)

Relat.

hist.

sem.





gensis (her. ')

v.

Nicolaysen)

Regensburger R. bei

S. 136 (§ 31).

Weist.

II

S.

190

v.

(a.

1670).

Freyberg Sammig. V

678 'Kochenheim im Cölni.schen

Bamberg. Formular bei Zoepfl 13anib. R. VI 662, Arlof 1647), I 523, 528, V 719 (Main-

81.

=

lü*

124 Wendung

des

Beiles

Adams

Scholion

v.

als Wahrzeichen der Hochgerichtsbarkeit. Bremen berichtet aus Dänemark: „Publica

Und

minitans reis capitalem sententiam."

wo

der Schweiz, quitas ...

dolabrum

habere debet officium

personalem,

11 Sc.

deren Schneide

feststellt:

area dicta Witingers

in

angeführte

pendet

foro

um 1300

in

„Sicut tradit anti-

pendere debet

hofstat

Et quicumque in dicta area facit residentiam ..." In England schildert uns Shakespeare

immer

lictoris

wie die Büttel,

1),

begleitet von Beilträgern

dem Verurteilten

die

Mehr

ihm zukehren.

sie

Erzählungen vom Kaiser Otto

teristisch sind die

die

in

et tigillus dictus vulgariter slegel.

(Henry VIII, Acte tragen,

oben

Symbolik begegnet

Weistum von Fluntern (Weist. IV 325)

das

signum meri imperii ...

in

gleiche

die

Das securis

und vom flandrischen Grafen Balduin

I.

erschienen

seien,

Bei alldem sehen wir davon ab, daß auch dort,

pflege*).

doch beim Enthaupten von Leichen

Äxte

voranschreiten,

doch nicht minder charak-

sagenhaft,

VII.,

zum Zeichen ihrer Gerechtigkeitswo das Richtschwert vorherrschte,

naheliegenden Zweckmäüigkeitsgründen das Beil

aus

bevorzugt wurde").

Beim Richten mit dem

Beil

kommen

geschieht

es

mit einer meist doppelhändigen Breitaxt,

Doch

stützten Hals des Verurteilten schwingt.

gültigen Regel entsprach.

Unterlage für

den

Auf Bildern 661a Henker über dem unge-

verschiedene Verfahrensarten vor.

wie Anh. 428a, 453a, 634—636, 638, 639, 642—644, 646a,

Diese verlangte

ist

die der

fraglich,

vielmehr,

647, 650, 654, 659a,

b,

soweit

ob dies jemals einer gemeinmindestens eine

wir sehen,

nämlich den Block (Stock) (Anh. 430, 453a, 640, 641, 645,

Hals,



646a, 648, 649, 656 659a, 661 b)^) oder doch einen Pfosten (Anh. 379) oder eine Schwelle (Anh. 383, 646, 651, 653, 661)*). Sagenhaft wird statt dessen der Oberrand eines Schildes erwähnt '), wo es sich um Hinrichtungen von Vornehmen handelt. In Weistüniern aus

Westfalen und Niedersachsen dagegen, die von der Strafe für verbotenes Holzscblagen sprechen, kommt vor, daß dem Frevler der Kopf über dem abgehauenen Stamm oder über dem Baumstumpf abgehackt werden soU^). Dasselbe galt nach steierischen Weistüniern in dem Fall, wo ein Grenzbaum umgehauen wurde'). Das vollständige und wahr-

ursprüngliche

scheinlich

gegend,

RA.* daß

ÖWeist.

15. Jalirh.).

U.

(Alzei

Jahrh.);

Ritual

V

lfc9.

lange sowohl

es

in

Deutschland

Theatr. Europ. XVIII 379 (Wertheim

Sachs. Weichbild VIII §2,

268 und ferner die Sage von Otto

II

um

wie

aber,

Meißener Rb. VI 21

Gr. bei

d.

Maßmann

dist.

1;

1708,».

die

Kaiserchron.

III

als

auch in

auch Weist.

S.

I

79»

Grimm

Stellen

bei

1071

die voraussetzt,

f.,

J.

1200 der Brauch in Deutschland verbreitet war.

1)

Maßmann

~)

So

3)

J.

Kaiserchronik

III

B. in Frankfurt a. M.

z.

Enikel Weltchron.

Engl. Memorial (oben

S.

123 N.

v.

6)

1071

f.

Lersner

24706.

Warnkönig Chron.

I

Flandr. Rechtsgesch. la 129.

503.

Marlowe Edw.

14, 75, 78, 79.

II (ed. Tucker Brooks) v. 893, 1684, 1857. Neu geharn. Großbritannien (oben S. 128 N. 6) 86, 103,

370—373, 576, 782. Karlskrönikan v. 4484. Grundtvig Folkeviser IV Nr. 203. am Tatort): Meißen Rechtsb. II 3 dist. 2. ÖWeist. VIII 825 (a. 1499), 940 (c. 1600). 5) Glosse zu Sachs. Weichb. VIII (bei v. Daniels Sp. 220). Grundtvig Folkeviser IV Nr. 191 (o. 1200), 204 A 16, III Nr. 182 A 26 (= B 21, C 19, D 20, F 18, H 34). Dazu s. Anh. 687. Weist, 183 (a. 1465 J. Grimm RA.* II 36), 285 (§24, a. 1720). S. auch III 305 (§ 16, a. 1659), IV 666 (§ 14, a. 1572) und vgl. das Abhauen der Hand auf dem Baumstumpf ÖWeist. VI 157, VII 137, 300, 381, 742, 833, 961, 1044, IX 5, 37, 92, 158, XI 247, Wci.st. VI 203, J. Grimm a. a. 0. 35, 39. 107, 153, 215, 869, *)

(Türschwelle

m

'^)

')

(a.

1500).

Den

sol

man

=

mit dem hals auf den stock zwicken

Über zwicken

s.

Schmeller Wörterb.

II

1172

f.

a.

1478,

ÖWeist. VI

81.

Ebenso

das.

87

125 Spanien erhalten blieb, das

nicht

Beil

noch

forderte

geschwungen,

drittes Gerät,

ein

sondern

mit

seiner

Dann wurde über dem Block

den Schlegel*).

Schneide

auf

den

gesetzt und mittels des Schlegels hindurch getrieben Umstände beim Richten mit dem Beil entsprechen im allgemeinen denen beim Richten mit dem Schwert. Der Verurteilte befindet sich regelmäßig in kniender Stellung*). Schon die Natur der Sache machte dies notwendig, wenn das Enthaupten über einem Block geschah. Nur wenn diesen eine Schwelle vertrat, mußte die kniende in eine mehr liegende Stellung übergehen (wie in Anh. 383, 646, 660). Daß sein Kopf von einem Gehilfen des Scharfrichters festgehalten wurde, findet sich auch

Hals

liegenden

des

(Anh. 646, 651).

bei

Missetäters

Die

näheren

diesem Verfahren (Anh. 651).

Völlige

falls

wieder (Anh. 646, 640, 652, 379).

dem

Verurteilten

oder doch teilweise Entkleidung kehrt eben-

Zwar begnügte man

sich in der Neuzeit damit,

und Rücken zu entblößen (Anh. 428a, 658, 655, 656, 660, Doch erinnert an früheren Brauch des Entkleidens, daß seine Kleider dem 661, 661a)'). Henker verfielen und bei diesem ausgelöst werden mußten*). Das Haupthaar des Verurteilten wurde aufgebunden oder in die Höhe gestrichen und von einer Haube festgehalten').

der Häüde



Um

Schultern

seine

Augen

pflegte

man

eine Binde

wiederholt sich in der auf S. 120

f.

zu legen ^).

Auch

die Fesselung

erwähnten Weise (Anh. 642, 649,

651,

und ihre Ausstattung''). Doch ist hier die Absonderlichkeit niederösterreichischer Weistümer anzumerken, wonach einem Markfrevler 652,

der

646), desgleichen die Ortlichkeit

Kopf in der Grube des Marksteines abgeschlagen werden soll*). Noch altertümlicher als das Abschlagen des Kopfes mit dem

Abstoßen' oder , Abschießen"^ oder „Absägen" (oben S. 118) dessen man sich dabei bediente, war ein Brett*") mhd. dil, dille**) ,



')

J.

Grimm

Sammlung V

RA.*

II

268.

Flunterner

Weist,

oben

S.

124.

Beil aus.

nimmt

sich das

Das Werkzeug,

Das

oder planke'^).

Regenaburger R.

bei

Freyberg

81.

*) Nicht in liegender, wie .1. Grimm a. a. Ü. meint. S. auch Engl. Memorial 14, 15, 79, Anh. 453a, 634—637, 639-681, 428 a. *) Engl. Memorial S. 97. Vollständige Bekleidung subjektiv symbol. Anh. 634 — 036 u. dgl. ni. *) Engl. Memorial 99, 100. Vgl. J. Clarus Sent. reo. lib. V. (Ven. 1587) fol. 236b, Sab. Guazzini Tract. ad Defensam (Antv. 1667) II 384. ') Engl. Memorial 14, 78. 79, 96, 100. Neugeharn. Großbritannien 575. — Der Kopf von einem Gehilfen am Haar festgehalten Heimskringla (her. v. Unger) 159 (20, hier jedoch kein Strafakt).

Anh. 879, 463a. 640, 641, 649, 653, 655, 656. Neugeharn. Großbritannien 103, 107. Platz: Anh. 379, 636, 640, 643—645, 649—652, 655. (S 5), .\nh. 428a, 656, 659, 660, Engl. Memorial 100, Neugeharn. Großbritannien 202, 706. Umgebung von Häusern: Anh. 618, 658. Hof: Engl. Memorial 94. Saal oder Halle: Anh. 654. Tatort: oben «) ')

Freies Feld: Weist. VI 662

124 N. 4 und unten



6. Blutgerüst: Anh. 428a, 648, 652, 653, 655—660, 661a, Engl. Neugeharn. Großbritannien 116 (Blutgerüst 12 Schuh breit und 2 Schuh hoch mit Gatter und Kissen). Plattform: Anh. 661. Sandhaufen auf der Plattform, Anh. 660. Sind die Hände des Knienden ungebunden, so gibt er damit wohl dem Henker das Zeichen zum Zuschlagen,

S.

S.

130 N.

-Memorial 14, 15, 36, 76, 79,



Engl. Memorial 15, 78, 96, 97.

ÖWeiat. VII 466, Vlll 791, 797, 803, 832, 847. Schießen ist von Haus aus begrifflich verwandt mit stoßen; Schmeller Wörterb. II 476 f. »i

ä)

'«)

Zimmer. Chronik IV 166

") Kärntener LO. (bei

Walch

Beytr.

I

v. 13).

(29

1338 bei

s.

Kluge Etym. Wörterb.

s.

und

v.

f.).

v.

Schwind

Leutersberg. Stadtr.

c.

u.

Dopsch Auegew.

2 (bei

Urkk. 177

Michelsen RDenkm.

(5).

425).

Salfeld

Rb.

ÖWeist. XI

2 11

126

muß

Halsabstoßen mit dem Brett

in

bis

bekannte Strafe gewesen

die Neuzeit eine sehr

Denn noch gegen 1700 war die Redensart gebräuchlich: ,Ehe ich das täte, wollte sein. Aber keine Schriftquelle ich mir lieber den Kopf mit einer Dielen abstoßen lassen*)." Deutlich wird es gibt uns Auskunft darüber, wie wir uns das Verfahren denken sollen. durch die Abbildungen. Ein Brett, zwischen zwei Pfosten auf- und abschiebbar, trifft mit der Kante auf den Hals des darunter Knienden oder Liegenden und wird mittels eines Schlegels durch den Hals gestoßen,

um

der,

den Erfolg des Stoßes zu sichern, auf

einem Block oder dem Sockel (trischubel, „Schwelle") der Pfosten^) ruht (Anh. 665, 667, Das Salfelder Rechtsbuch verlangt bedeutsam, das Brett müsse winbrechen, d. h. es 668).

Vervollkommnet wurde das Gerät, indem das Brett an

müsse von Windbruchholz sein')! der Kante einen eisernen Vorstoß

erhielt oder durch eine Eisenplatte mit Schneide ersetzt

wurde (Anh. 663, 664, 670, 672, 672 a, vielleicht auch 666, 669, 671). In Italien findet sich um 1400 anstatt des Brettes ein Querholz, an dessen Unterseite eine eiserne Axt Der Schlegel wird in der Regel zweihändig geführt. Die angesetzt ist (Anh. 662 a g). Hände des Verurteilten sind, wo der Zeichner getreu schildert, jenem über den Rücken gebunden (Anh. 662a— h, 663, 665, 670, 671, 672). Der Ort der Handlung liegt stets im Bei weiterer Vervollkommnung entwickelte sich die Diele zum Fallbeil, was Freien. hier nicht weiter verfolge. auf Anh. 364 364 e, 383, 672 b 691 verweisend*) ich Ich beschränke mich darauf hervorzuheben, daß das Fallbeil seit dem 15., vielleicht sogar 14. Jahrhundert in Deutschland*), seit dem 16. in England und Schottland, in Italien und







Dieses läßt den Schluß auf einstmalige weite Verbreitung der

Frankreich '') bekannt war.

X

(mit einem laden von einer dillen),

435

Anmerkgg. in

95).

Bamberg

K.F.Kummer)

(her. V.

Böhmen angewandt, 12)

Lübeck Liber

lt)3.

confess.

mit ener ^uden dweele dat hövet af houwen

1392,

(a.







III

G.

Wolf'dietrieh 1071.

Stadtr. § 145. (a.

1259/60) 397

W. Böhmer

Dendermond Keure v. 1233 1292 und Waalhem Keure

,

f.

in

Herrand

v.

Wildonie

N. 4 angef. Ort 11 f. Flandr. RGeseh.

Warnkönig

II

Nr.

CCXXXV) §20.

1365 bei Stallaert Glossarium s. v. Afsagen. ') Döpler Schauplatz Dreyer Antiqu. Anmerkgg. 96 N. 12. 11 (1697) 260, 261. nachweisbar: Frankfurter Schöffenbr. v. 1359 bei Keutgen Urkk. 239.

Keure

v.

dreischübel (Schwelle) in ÖWeist.

'')

So scheint auch

winbrechen *)

IX

1821)

S.

(bei

dazu G.

3-68

(1854) 158

f.

(er

Grimm

Ricci us Entw.

v.

W. Böhmer

(insbes. 37),

Brüssel

v.

2)

J.

Poet. Krzählgg.

Schon 1248 war das Abstoßen mit der Diele auch

S. 160.

an dem

(bei

condemn. bei Dreyer Einleitg. 433 f.. Dreyer a. a. 0. 432 und Antiqu.

dazu

RA.*

X 11



Schon im MA.

163.

269 den

Ausdruck zu verstehen,

wimprechtischen statt

Stadtgess. 250) ist entweder Lesefehler oder Erklärungsversuch.

Krit. Gesch. der Guillotine (in Curiositäten der

J.Heller

in

Hormayrs

Archiv 1823 Nr.

26,

.

.

.

Vor- und Mitwelt

27 und Luc. Cranachs Leben»

hält die Diele für dasselbe wie das Fallbeil).

Anh. 383, M. Crusius Schwab. Chronik (ausgef. v. J. J. Moser 1733) 1 956 (vor 1381?). Außer den späteren Bildern im Anh. s. ferner Osenbrüggen Studien 290 (Freiburg i. Ü. g. 1450), S. Riezler Gesch. der Hexenprozesse in Bayern 286 (Salzburg 1678/79), Wahlberg Gesamm. Schriften ^)

11

S. insbes.

146 (Brixen, 18. Jahrh.).

BiUgland: Ein glaubwird. Anzaygung des tods Thome Mori usw. 1536 's. 1.) fol. B III'' Schottland: L. v. Wedel Beschr. zu München), G. W. Böhmer a. a. 0. 45—49. seiner Reisen 1561 Italien (die mannaja, aus man1606 S. 337 f., G. W. Böhmer a.a.O. 49 — 51. naria, manuaria, Tommaseo-Bellini Dizionario s. v.) Böhmer a. a. 0. 36—44, Wahlberg a. a. 0. II 146. — Frankreich (die doloire, aus dolabra? Du Gange s. v. Dolabra, Littre s. v. I>oloire; aus dolare = hobeln? Körting Etym. Wb. s. v. doloire): Böhmer r. a. 0. 53 ff., Viollet le Duo Dict. du mobilier II 499 f., V. Gay Glossaire archeol. I 802. ^)



(Univers.-Bibl.





127 die Verwandtschaft des Verfahrens mit der Diele und und Schlegel den Gedanken an eine genetische Beziehung auch Es könnte von der Diele aus ebensowohl ein Weg zur unter diesen beiden Riten nahe.

Anderseits legt schon

Diele zu').

des Verfahrens mit Barte

Barte wie ein anderer

zum

Fallbeil geführt haben.

Sehr altertümlich sieht sich auch das Kopfes

an,

das

als

Vollzugsart

für

Abfahren

oder

Abackern

schiedenen und weit auseinander liegenden Rechtsgebieten Deutschlands,

und Mainfranken,

erwähnt wird*).

in

Hessen,

in

Nach dem

wir.

Nach dem andern

Räderpflug gegen den Kopf gepflügt'). bis

zu den

Armen eingegraben (gebunden) und wehrt

abgebrochenen Messer*).

Diese Variante sieht

H

in

ver-

Rhein-, Mosel-

in

Westfalen und Niedersachsen, in Österreich und Mähren

Zwei Typen beobachten

einen wird

Grube des Grenzsteins gesetzten Missetäter mit einem

in die

(Äbpflügen) des

bestimmte Enthauptungsfälle (Grenzfrevel)

es

ist

sich

nicht

er

gegen

nur

dem

bis

zum Hals

doch zweispännigen

vier- oder

bis

zum

Gürtel oder

die Zugtiere mit

gerade auf den Kopf ab.

einem

Ge-

VI 627), der Pflug solle durchs Herz fahren oder (Weist. H 132) der eingegrabene Mensch solle herausgeackert werden. Wo die Bestimmungen ins Einzelne gehen, muß der Pflug neu sein und das Gespann ungezähmt oder des Ziehens ungewohnt, sein Führer und der Pflughalter dürfen früher nicht geackert haben. legentlich

heiSt

es

(Weist.

494,

Endlich aber darf der anscheinend ursprünglichen Regel nach nicht öfter

als

dreimal oder

gar nur einmal zugefahren werden').

mit

Nur der Vollständigkeit halber gedenke ich noch des Kopf- oder Halsabschneidens dem Messer, das ich für von Haus aus ungermanisch halte. In Deutschland

kommt

es

nur vereinzeint,

im bamberger Rechtsbrauch vor*).

zuerst

auch der italienische und niederländische^).

')

iler

R. His Strafr. d. deut.

MA.

I

494

Der Hauptsitz

dieses

Später kennt es

Verfaiirens

war aber

vermutet (ohne ausreichende Gründe) fränkischen Ursprung

Diele.

') Um so weniger besteht Anhiß zu der Hypothese, das Totpflügen sei nur .alte Uechtssage' gewesen und .niemals vollstreckt' worden, wie J. Grimm RA.'' 11 76 und Klein. Sehr. 11 69 meinte und ihm Neuere in verschiedenen Wendungen nachschreiben. Angebliche Denksteine, die an vollzogene Strafen dieser Art erinnern sollen, sind erwähnt bei J. Schambach u. W. Müller Niedersächs. Sagen Nr. 66. 3) Weist. Hl 80 (Korbach a. 1454), 590 (Herrnbreitingen a. 1506,1, IV 650 (Lauenstein). Stöl/.el Kntw. d. gel. Richtert. II 183 (Burgbreitungen a. Ub9). ÜWeist. VIII 654 (Engelmannsbrunn a. 1500—1634), 812 (Lichtenfels a. 1495), 819 (Obernondorf u. a. a. 1681—1687). Arch. f. Kunde osterr. Geschichtsqu. .WH 68 (Mühlfraun a. 1604). Vgl. auch daselbst 55 (Urbau a. 1604), 75 iKausenbruck a. 1604), ferner Zenten 11 774 (Dürrfeld a. 15711, G. Schambach u. W. Müller Niedersächs. Sagen Nr. 56 (vorsch. Orte\ 220 (Mark-Oldendorf, Einbeck) nebst S. 333 (Stöckheim) und 334 (Oldendorf). Abschwächung: das Haupt abschlagen über der Grube, unten S. 130 N. 6. *) Weist. II 132 (Hottenbach\ 138 (Ijuchweiler a. 1511), 139 (Aspach a. 1530—1550', 494 (Niederraendig vor 1563), VI 627 N. 4 (Maien und Niedermendig). ÖWeist. VIl 71 (Hochwalkersdorf 17. Jahrb.),





16. Jahrb.), 165 (Rothengrub c. 1630), VHl 313 (Kagran 17. Jahrb.), 939 (llohenstein 948 (Hartenstein c. 1605), XI 22 (Fischau 1673), 197 (Erdbeig 1691), 385 (Rastenfeld c. 1600). Nur noch Reste des Verfahrens XI 273 (Staatz nach 1657). ») ÖWeist. VH 71, VHI 313, 654. Arch. f. Kunde österr. Geschichtsqu. XVII 5ö, 68, 75. Weist. II 139.

156 (Wiltendorf

c.

1600),

Zöpfl Bamb.

«)

Formular § 31

')

Döpler Schauplatz H

(bei

1

R. S. 126).

(Italien a. 1560).

(Brüssel a. 1694), an diesen beiden Stellen mit

Theatr. Europ. IX 1146 (Brügge

Rädern verbunden.



England 1451?

a. 1677),

XIV 729

Andrews

213.

128

wo

von

Spanien^),

aus

sich

es

leicht

während

Spätmittelalters

des

weiter

verbreitet

haben kann. Wir kehren zum Verfahren mit dem Pflug zurück, weil es besonders anschaulich „Zu dreien Malen macht, wie auch das Enthaupten ursprünglich Zufallsstrafe war^).

man

soll

auf den eingegrabenen Missetäter fahren, errettet er sich [mit dem abgebrochenen

Messer], desto besser; stirbt

man

„man

Oder:

reich).

die

soll

trifft

man sich

einmaligem Anfahren: „Trifft

bei

ihn aber nicht, das

Fuhr hinfahren, überwindet

Oder: „mag

sein" (moselfränkisch).

Oder

so hat er gebüßt."

er,

Schaden;

ihn, das ist sein

der begrabene

sein

ist

er

Mann

Nutz" (Niederöster-

Buße

so soll es seine

das,

mag

etwas helfen, das

er

Angesichts solcher Bestimmungen aus ganz verschiedenen Gegenden

thun" (westfälisch).

erweist es sich als Entstellung des älteren Rechts,

wenn zuweilen gesagt

„man

wird,

solle

man ihn abgepflügt hat" oder „man solle mit dem Pflug ab- und zufahren so lang, bis man den Missetäter vom Leben zum Tod bringt". Aber was in dieser Hinsicht vom Richten mit dem Pflug, das gilt auch vom Richten und am mit den andern Werkzeugen. Die Diele in ihrer ältesten Gestalt war wenig dem Hals

lang nach

so

pflügen,

bis

wenigsten die Windbruchdiele (oben

S.



126)



geeignet, mit einiger Sicherheit das

vom Rumpf zu trennen oder in anderer Weise den Tod herbeizuführen. Aber dem scharfen Beil oder Schwert konnte der Schlag „mißlingen". Nun kam

Haupt

selbst mit es freilich

in derartigen Fällen aus neuerer Zeit vor, daß der Scharfrichter den Schlag so lang wieder-

ihm endlich der Verurteilte erlegen war, daß er sich sogar genötigt fand, schließzum Abschneiden überzugehen^). Allein dies war kein „rechtes", vielmehr ein „unredliches, schändliches Richten". Der Nachrichter sollte nur einen „blutigen Streich zwischen Haupt und Körper machen"*). Es trug ihm mit ziemlicher Regelmäßigkeit den

holte, bis lich

meist sehr gewaltsamen Ausbruch des Unwillens einer doch nichts weniger

Zuschauermeuge ließ,

hoi-ca

Dagegen

ein^).

sicherte

er

sich,

indem

er

als

zartfühlenden

durch ein urteil feststellen

daß er recht gerichtet habe^), oder indem er sich vom Richter Frieden wirken

ließ').

1) Döpler II 1. Theatr. Europ. I 615 (a 1621), VI 644 (a. 1648'. S. ferner die Wortverbindung y cuchillo oben S. 94 N. 1. Anh. 859, 860. Vgl. auch Theatr. Europ. XI 1313 (Lissabon a. 1677). -) Vgl. auch Osenbrüggen in Zschr. f. RGeseh. I (1861) 392. 3j Anh 653, 660, 722, 724, 797, 807 (Nr. 2), 808, 373e. Chron. der deut. Städte XI 597. E. Buchner I

Nr. 279.

Meister Frantz Schmidt

VI

857.

K.

V.

Gay

Maurer

S. XII f. Volkssagen 234.

Island.

Glossaire archeol.

I

Neu geharn. Großbritannien

167, 802

f.

Theatr. Europ.

Ein Fall des Mißlingens mit der doloire

1609 bei

v.

802.

Wemdinger Gerichtsformel g. 1500 im Oberbaier. Arch. LVIt 192. Meister Frantz Schmidt Lersner Chron. II 699, 706. Bei „redlichem' Richten fällt der Kopf auf den ersten Chron. d. deut. Städte XI 706, oder bi enem blase, F. G. Piper Beschreib, des Markenrechts in *)



63 (Note). Hieb,

Westfalen (1763) 163 und J. Grimm RA.* II 36 zu Weist. auch Klar mann u. Spiegel Sagen a. d. Steigerwald .

'"•)

(hier

Lersner Chron.

II

699

(a.

.

.

1590).

III

183.

Wegen

Meister Frantz Schmidt

verfehlte modern-rationalistische Erklärung).

der Redensart

b.

e.

bl. vgl.

22.

W. Görges

bei H.

S.

Xll

f.

Knapp

Zenten

Weichelt Hannov.

II

544

Geschichten

Nr. 114. ^)

S.

oben

S.

40 N.

5,

ferner

Breisacher Reimchron. (1490) bei

Mone

Quellensanmilg.

III

887,

Lersner Chron. I 500 (17. Jahrb.), 505 (1705), A. Stölzel Brandenb. Schöffenstuhlsakten II 739 (a. 1682). J.H. Rother Der peinl. Prozesse rechtsgeL Kunst (1748) 598, 608, 630, 634. Vgl. auch die Vorkehrungen gegen drohende Volksjustiz am Scharfrichter bei Lersner Chron. II 703 (c. 1612). 7)

738.

Zenten

Döpler

I

1356,

51, 593,

Schau^ilatz

I

1378.

Heiraatbilder aus Oberfranken III 73.

165, 169, 178.

A. Stölzel

a. a.

0. 605

f.,

129 Zu Grund

daß der mißlungene Hieb den Verurteilten von der TodesGedanke, der noch in der Neuzeit ausgesprochen'), zuweilen auch von

der Gedanke,

liegt

strafe ledige,

ein

dem

der Praxis befolgt wurde-), obwohl er im allgemeinen seit

dem

ja

Mittelalter vergessen war,

gegenteiligen das Feld geräumt hatte ^).

Vielleicht hing' damit der Henkersbrauch

zusammen, den vom Rumpf getrennten Kopf Gewöhnlich aber und von Alters her

sogleich den versammelten Zuschauern vorzuzeigen*).

man

spießte

ihn

auf einem Pfahl

man dazu

in der Neuzeit benutzte



teten zu beschimpfen,

Guazzini oben

•)

capitis

vel,

si

den Galgen'')

S. 103.

wo

Im SpätMA. und Turm^) oder aber, um den Gerichoder das Rad*). Das Aufspießen des Kopfes gehörte

auf,

er stecken bleiben mußte*).



nicht selten einen

Er bemerkt noch a. a. 0.: Idemque erit in condemnato in poenam quia et is, si gladio seu securi percussus remansit incolumis vel

vivus igne combriratur,

ex igne eiivit illaesus, non erit iterum gladio feriendus vel in igne exponendus sed liberandus F.

Patette Le Ordalie 193 N. E.

2)

Buchner

Contin. 1681 S. 63

Nr. 274

I

(a.

His

Strafr. d. deut.

1681 Stockholm),

Stockholmer

(der

f.

2,

MA.

489 N.

I

Nr. 553

II

(a.

S.

auch

7.

1731 Wilda).

Relat. bist. sein, autunin.

Fall).

Bamberger Formular bei Zöpfl 136: mit dem swert ... als lang bis er in vom leben zu dem Ebenso Zentgericht v. Gerolzhofen bei Kohler und Scheel Die Carolina II IGO. Baier. Hochgerichtsurteil v. 1516 bei S. Riezler Gesch. Baiems IV 29. Ulmer Urteil v. I73S: (daß) zu ihme 80 lange gerichtet werden solle, bis der köpf der kleinste und der leib der größt teil seye und er *J

tode bringt.

condemnirteii Kaspar Seiler (s. 1.). — Geexekommen wird vom leben zum tod, Urtheil auf den cuteret met dem sweerde, datter de dod na volgt, C. Commelin Beschryv. van Amsterdam 1023 — Capite puniatur ita quod moriatur, A. Heusler RQuellen des Kant. Tessin III 144 (c. 41), 177 (c. 129). .

.

.

Caput a scapulis amputetur ita et taliter, quod a corpore separetur et penitus moriatur, florent. ForiDel bei Kohler-Azzi Das Florent. Strafr. des 14. Jahrh. 77, 80, 85; s. daselbst auch 50, Gl, 64. Kantorowicz Alb. Gandinus I 311. Les testes tranchiees tant qu'ils soient mors, Xedonchel 334. S. ferner oben S. 128. *) Anh. 653, 658, 659, 683, 688. Engl. Memorial 14, 78. Neugeharn. Großbritannien 86, 119, 576.



Theatr.

Hlurojf.

XXI a

(1738) 303.

Lex Salica Codd.

')

Curiositeg 823.

7—9 und

emend.

Cannaert Bydragen

Hesseis) Sp.

(ed.

459 (auch 455).

Nedonchel

260.

2.58,

Commelin

Beschryv.

Desmaze

370.

Amsterdam 927, 929, III 121. Jacobi Ge.sch.

v.

1028. Pauli Lüb. Zustände 11 81. Ilanserezesse Hamburger Niedergerichts 136. Lersner Chronica I 497, 502, 503, II 697, 703, 704. 710. Cliron Meister Frantz Schmidt 10 (Nr. 50). Nürnb. Chron. in d. deut. Städte XXVllI 25, XXVI 144. Cgm. 2070c fol. 215b. G. E. Waldau Vermischte Beytr. III (17b8) 82. Relat. bist. sem. Contin. 1639

937, 940, 941, 913. 1021, 1026,

des

S. 91,

1659

S. 75,

Theatr. Europ.

1664

III

1669

S. 81,

S. 78,

vern. Contin. 1667 S. 95,

autumn. Contin. 1681

VII 329, VIII 1383, XI 1152, XII 126 (am Tatort

376,

a.

S. 83,

1692

S. 10:5.

XIII 245,

1679), 970, 971,

731, XV 684. Döpler Schauplatz II 608 (auch I 950). Urtheyl, Christoph Ueinr. Stecho geschehen bey Mugenhotf 1707 (P'lugschr. im German. Mus. zu Nürnberg). Annales de Dunstaplia a. 1282 (in Annales monastici ed. Luard III 294). Marlowe Edw. II 117 f., 1326. Christ. V. Danske Lov VII 8 § 1, 6 § 7, 9 § 1. Bildl. Darstellungen Anh. 374, 413, 439, 790, 852, 855. Vgl. auch Gregor Turon.

XIV

III

.

6,

E. T.

(v. 15),

Grimm

Anh. 418-422a.

6)

353,

.

Paulus Diac. V 40, Widukind Res g. Sax. III 55, Saxo Gramm, (ed. Holder) 310, 603, Kristensen Jyske Folkesagn Nr. 312, W. Grimm Altdän. Heldenlieder 110, E. Wigström Folk-

Uiktning 26

Lup.

.

Wedel Reisen 846. D'Aubigne V.

S. übrigens

Nedonchel

'')

177, 178.

Abb.

auch Ortnit

Hausraärchen Nr. 191,

Pauli Gesch.

R.

v

(her.

M.Bär)

364.

Selbstbiogr. a. 1560. I

v.

Lope de Vega

England

V

9,

El rey Baraba

27, 39.

Pike

Bist,

III

6.

of Crime

I

226, 337.

Merker John Fisher 282. Neugeharn. Großbritannien Goethe Werke XX 177. Döpler Schauplatz 11 347, 031. M.

19.

847.

Hist. Relat. Contin.

Meister Frantz Schmidt M.D XCV. Theatr. f:urop. I

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

S. 9,

541,

13, II

45,

78.

Knapp

Nürnb.

Strafr. 59,

333, VI 1023, Wohlverdientes Tode.surt. 17

130 so wesentlich

zum

Zeremoniell, daß

man

beim Hinrichten von Tieren beobachtete*).

es sogar

nämlich wenn das Enthaupten einen Grenzfrevel zu ahnden

In bestimmten Fällen jedoch,

wurde der Kopf des enthaupteten Menschen an

hatte,

wenn

steines^),

einen Baumfrevel,

dann wurde

die Stelle des

er auf

ausgehobenen Grenz-

den Stumpf oder an die Stelle des

Baumes^) gesetzt. Durfte das Aufstecken des Kopfes unterbleiben, so legte man ihn, um den Toten am "Wiedergehen zu verhindern*), zwischen oder vor die Beine*). Der Körper wurde, wenn nicht mit dem Enthaupten ein anderer Strafritus kumuliert war, gewöhnlich bestattet.

fand öfters der

In Niederösterreich

verkehrt) in der

Grube des Grenzsteines

dem Rumpf anzeige"

Rumpf

des Grenzfrevlers

(aufrecht oder

seinen Platz, auf daß er so „das

Gemerk mit

Überhaupt aber galt allgemein die Regel, daß der Hingerichtete ehrlichen nicht unter Leuten bestattet werden dürfe. Bei den Angelsachsen legte man *).

cum damnatis"

ihn ,on ful ([in] inmundo), inter latrones,

').

Darunter

ist

christlicher

in

Zeit mindestens ein Grab an ungeweihter Stätte zu verstehen*), die auch anderwärts Hin-

und todeswürdig Gestorbenen nicht gebührte^).

gerichteten

dem

unter

Mehr von

Galgen*").

Nicht selten

heidnischer Überlieferung beherrscht

ist

Bestattung

ist

der norwegische

wonach todeswürdige Missetäter auf der Flutgrenze des Meeres beerdigt werden sollen"). In der Neuzeit freilich gewährte man aus Gnaden, insbesondere mit Rücksicht auf vornehmen Stand des Gerichteten, feierliche Bestattung**). Auch bis zur Bestattung war das Verfahren mit dem Körper des Enthaupteten nicht gleichgültig. Gemeiniglich zwar wurde er, soweit wir sehen können, sofort eingesargt oder Rechtssatz,

.

.

(s.

.

des Veit Bergen (Münch. 1753), 1.

e.

a.

Weist.

»)

Bürgertum

111

780

.

.

des Th. Biernbacher

.

Anh. 398, 402, 454, 590,

[Nürnb. 1778]). (a.

Stahm

1456).

Döpler Schauplatz

Strafr.

(s. 1.

e. a.

[Salzburg 1771]), ... des Fr.

Wimmer

594, 595a, 597, 808a, 852b.

v.

Dortmund

252.

Theatr. Europ. XII 385.

Kiiegk

Anh. 393a, 455. S. ferner oben S. 114. *) S. De Wind Bijsonderheden uit de Geschiedenis van het Strafregt in de Nederlanden 37 Stier zu Middelburg justifiziert 1571). S. auch Amira in Mitt. d. Inst. f. österr. Geschf. XII 552 f. 2) ÖWeist. VII 14, 17, 05, 99, 106, 239, VIII 219, 242, 261, 952.

quell

244.

3)

Weist.

*)

F.

V

87.

III

302

(§ 25),

305

II 383.

(§ 16),

Wuttke

f.

(§ 14).

(Note).

H. F.

Feilberg Dansk Bondeliv

11

132.

Am

Mone

Quellensammlg.

111 383.

Am

Urquell

111

117.

v.

Lilien-

cron Hist. Volkslieder I 95 (Str. 43). Theatr. f^urop. VI 644 (Madrid 1648). Vgl. auch Gulajjings bök Hylten-Ciivallius Wiirend 472, Böhm. Ordo judicii terrae 26 (bei Kucharski 436).

241,

ÖWeist. Vll 466, VIII 483, 791, 797, 798, 803, 832, 847 (alle aus Niederösterreich). 1 4 § 1, Knut II 33 (§ 1) mit den latein. Übersetzungen.

«)

V.

Ur-

Volksabergl.2 § 765.

Bieisacher Reimchron. bei F.

^)

IV 666

Liebrecht Zur Volkskunde 414

(ein

')

^delr.

8)

F.

')

V.

Liebermann Gess. d. Angels. II s. Amira Altnorw. Vollstreckgs.Veif

Richthofen

Fries.

(in Capitularia II

182

Rqu. 620. f.).

Knapp

Grab Nr. 3, 3a. (nebst Norges gamle Love II 297, 314, 330, Nürnb. Kriminalr. 99. S. dagegen Conc. Mogunt. a. 847

Richtsteig Landr. 35 §

v.

101

8,

Weist.

II

226, 111

177,

Knapp

350). c.

27

Altregensb. Gerichts-

verfassg. 74. Abweichende Einzelfälle Breisaeher Reimchron. bei Mone Quellensammlg. III 388, Meister Frantz Schmidt 64 f. Knapp Nürnb. Kriminalr. 100 und vgl. oben S. 122 N. 8. Die neuzeitliche Theorie bei Seb. Guazzini Tract. ad Defensam (Antv.»1667) II 382, J. H. Boehmer Jus eccl. II 1086, 1076. 10) Lersner Chron. I 500, 501, 604 (a. 1629, 1630, 1636, 1703). Relat. hist. sem. vern. Cont. 1704

Nürnb.

Onolzb. [1738]. Wohlverdientes Todesurth. d. Fr. Wimmer Nürnb. Kriminalr. 99 und Zenten II 779. Döpler Schauplatz I. 549. V. 0. (nebst Norges gamle Love II 297, 314, 330\ Anh. 410, 411, 418, 765, 806 (412;. Engl. Memorial 91 f. Neugeharn. Großbritannien 104,

Urgicht

S. 103.

iij 12)

676, 802

u.

Peinl. Urtheil

Knapp Amira a. a.

[1778].

f.

.

.

.

.

.

.

131 Gewisse Spuren

hinweggetragen*).

aber deuten

War

unbeerdigt liegen bleiben mußte').

gegangen (oben

mußte

124 N.

S.

Rumpf

daß der

so

4),

daß er ehedem

darauf,

Enthauptung über

die

zum Abend

innerhalb des Hauses zu liegen kam, so

unter der Schwelle hinausgezogen werden').

er

bis

einer Türschwelle vor sich

Es geschah zu dem nämlichen

apotropäischen Behuf wie das Legen des Kopfes zwischen die Beine*).

VI.

Beschreibung des öffentlichen Strafvollzugs 4.

Ein diesen Begriff

Walter

aber nur

mnd. quarteren*),

verdelen)*),

engl, quarter'),

Dem

tellare)**).

Allgemeinheit deckendes Rechtswort wäre zerltden,

in seiner

mnd. vörendelen,

delen,

Das Zerstücken.

dem

richten mit

squartare*"),

quarteler, ecarteler, aus *exquar-

frz.

mit dem rad,

mit dem galgen,

sträng,

squartare') (wonach

quarterizare,

quarteriare,

mlat.

ital.

mit

richten parallel ging daher in Deutschland das „richten mit der vierteilung"

Die

M Anh. ^1

4U,

410,

Bensen

421, 796, 797, 798, 805, 806, 852.

nackt bis zum Abend liegen). ä)

Meißen Rechtsb.

*)

S.

Herausg.

')

XI

Paul 79

H.

v.

vv.

a.

Mone

verdelen.

XIV

yiii,

XIX a

730,

Christ. V.

Theatr. Europ.



356, 356.

Danske Lov VI

8)

Chron.

9)

Murray

II

325

f.

350

I

(24);

Uanihouder

Praxis

rer.

Aber entsprechend merabratini dividere im Forum Turolii 30 = Forum Conchae ed. Allen in Univ. Studies, Cin-

s.

d.

s.

Dict.

'2j

Littre a. Bamberger

»3)

J.

Grimm

a.

s.

0.



vierteilen.

v.

Limburger Chron.

a.

(her.

1383), v.

A.

Schiller-Lübben Mnd. Wb. LWeist. 578, ö Weist. V 677,

Wyß)

S. 86,

Chron.

a.

1499 (Gesatz

u.

Ordgg. usw. Augsb. 1506)

a.

124),

Ulr.

I

deut.

d. 1

fol.

S.

141,

a lila,

Tengler Layensp.

VI 303, 376, 545, VllI 1333, Xb 617, XI 335, 763, Dänisch pariere: a. 0. und 219 (= Carol. 200). -

art. 1.

vv. Quarteriare, Quarterizare, Quarterizatio. II

XIX Diz.

Vgl.

582,

272

44.

s.

XXVI

62.

Nl quartiren: Jan Matthyssen Rechtsb. IV

5.

Ib und Quarterization. v.

Excartellatus

bei

Du Gange.

Desmazea

Zoepfl) Anh. IV Nr. 3

v.

RA.*

Pertile Storia V^ 269 N.

S. 488.

1

mettre ä quartiers:

R. (her. II

s.

(vierdeilen

Bamberg HalsGO. 149 (= Carolina

svv. Quarter

v.

547

111, 11 333, 111 598,

4

deut. Städte Dict.

I

Tirolensis

VII,

I

Tomraaseo-Bellini

") Littre ecarteler:

KA.*

214 und wegen des analogen Verfahrens Zur Volkskunde 373, Goslar Stat. (her. v.

II

11)

vierteilung: Bamberg,

c.

Gloss.

107,

II

136,

Schwedisch quartera, Handlingar

'"j

Grimm

XllI 48, 66 (virdelenl, 83 (veirdelen), RQu. d. Kant. Aargau

(virteiln),

Du Gange

')

38).

ferner Weist.

Bamberger R. her. von Zoepfl Radolfzeller HalsGO. a. 1600 § fol.

J.

Fischer Schwab. Wb.

II.

S.

Quellensammlg.

Städte XI 648, 669

(1609)

(Fishers Körper lileiht

19.

verendelen,

VIII 679,

(v.

d'.\ragon

.

.

.

dist. G.

Schweizersagen

0., F. Liebrecht Hach) U 181 (N. 7j, Weist.

a.

(her. v.

Lexer Mhd. Wb. und

*J

8.

Stat.

Coleccion de documentos

cinnati)

Rochholz

Grimm

J.

IV 10

3 dist. 2,

II

Fisher 282

*

insbesondere E. L.

Göschen) 38, Lübeck crim. c. LXXXVIIl §9. (in

Kerker John

Gesch. des Bauernkrieges 475, 478.

mit Selbstmördern

dem swert

'-).

Franken auftretende Form") des ZerstUckens

zuerst bei Thüringen und

ältere,

das

Üblich war dagegen vierteilen (md. vir-

Vogelweide gebraucht').

v. d.

(Fortsetzung).

(a.



quarteler:

Poullet Liege

Curiosites 326, 329.

1486).

f.

17*

500.



132 Zerreißen

das

ist



voneinanderreißen-),

stücken reißen^),

(zu

voneinander-

zerzerren ^),

Es geschah gewöhnlich, indem man am Hals oder an den Schultern oder Handgelenken und an den Fußgelenken des Verurteilten 2, 3 oder 4 Rosse anschirrte und diese dann nach entgegengesetzten Richtungen Fränkische Quellen legen Gewicht trieb (Anh. 377, 403 a, 861—867, 869— 878b)'). den Schweifen der Tiere angebunden wurden. Selten und darauf, daß die Gliedmassen an Nach meist nur in sagenhaften Erzählungen werden die Rosse durch Ochsen vertreten*). älteren Berichten mußten die Tiere „ungezähmt" („wild"), d. h. des Ziehens ungewohnt Gemeiniglich war der Verurteilte entkleidet oder doch nur mit Lendentuch bedeckt sein. (Anh. 377, 861, 862, 864, 866, 867, 870— 878a). Zuweilen ließ man ihm das Hemd zerren*),

mlat. trahere'), frz. tirer ä quartierst)).

Wenn

(Anh. 869).

Künstler die Frankenkönigin Brunechild bei ihrer Hinrichtung ganz

darstellen (Anh. 863, 865), so dürfte dies wohl aus subjektiv symbolischen Beweggründen geschehen, ebenso wie die Darstellung des bekleideten Element in Anh. 403a. Einmal erscheint der Verurteilte an einen Pfahl gebunden (Anh. 861), andere Male^) auf

bekleidet

einem niedern Gerüst oder Tisch zwischen starken Pfosten festgeklemmt oder angeschlossen Daß die Exekution im Freien vor sich geht, bringt sie ohne (Anh. 873, 876, 877). weiteres mit sich.

In neuerer Zeit veranstaltete

MA.

oft das

dem

Enthaupten,

man damit

oder daß

man

sie

Mit dem Zerreißen

Marktplatz (Anh. 867, 869, 876).

innerhalb von Städten auf

verband man

in Viertel

seit

dem dem

daß man aus Gnaden mit diesem den Anfang machte*"),

sei es

häufen suchte"),

die Strafen zu

wie

man

ja

auch das Hängen mit

Vierteilen verband'^).

Weist.

1)

II

Hist. Relat. sem. Contin.

378.

Latomi Erben 16G1

1592 (1591/92)

2)

Hist. Relat. sem. Contin.

3)

Theatr. Europ.

*)

Hist. Relat. sem. Contin. 1598 S.

5j

Du Gange

könig

")

Ch. S.

183 n.

s.

Trahere

v.

.

durch

J.

Francum 1595 (1594/95)

S. 166,

.

.

.

durch

Desmaze

die Stellen

S. 46.

7.

Ann. de Wintonia

6.

XLV

a.

1271 (Ann. Mon. ed.

Luard

II

111).

Warn-

27.

Curiositea 324, 326. bei

J.

Grimm

sowie die oben unter N.

1,

.

600.

III

Flandr. Rechtsgesch. III Urk. Nr.

')

.

S. 65.

Chanson de Roland 3964

1

a.

—3

W. Grimm

ff.,

Contin. 1595 S. 113, Theatr. Europ.

0. und bei A. Schultz Höf. Leben^ II IfO n. 3, 182 n. 1, und oben S. 131 N. 7 angeführten, ferner Jordanes c. 24. Ruolandes Liet LXXIII, LXXV, LXXXII, XCI, Relat. hist. sem. a.

487, 644

I

(a.

1648),

Döpler Schauplatz

II

377

f.,

381, 633,

Meiche

Sagenbuch Nr. 1230, A. Rittershaus Die neuisländ. Volksmärchen 44, 122, Grundtvig Minder III Märchenhaft zwölf oder vierundzwanzig Rosse: J. Grimm a. a. 0. 278, Asbjornsen og S. 117. Moe Norske Folke-EventyrS (1866) S. 151, 237, 0. Hackman in Finlands svenska Folkdiktning I A 217. Tirer ä quatre ehevaux: Littre Dict. s. v. Slite med beste: Landstad Norske Folkeviser S. 208.





Tirer Nr. 8)

2.

Math.

Kuhn

V.

Neuburg

Sagen Strackerjan Aberglaube A.

Westfäl.

I

u.

His Strafr. d. deut. MA. I 496 N. 1. Grimm Sagen Nr. 538. Sagen S. 288. H. Pröhle Harzsagen Nr. 161, 198, 202. Sagen aus Oldenb. II S. 312, 339. Vgl. auch Grundtvig Minder II S. 117. Chron. S.

c.

37.

Mark.

198,

Saint-Edme

Dict. de la penalite s. v. Ecarteler. O) S. insbes. Chron. d. deut. Städte XI 648 (Forchheim 1502), 609 (Nürnberg 1504), ä)

48, 83,

Vgl. hier B.

VI

137, Theatr. Europ. II 333,

11)

Ein Leichnam geköpft und gevierteilt

12)

Relat. hist.

sem. Contin.

.

.

.

durch

Europ. VII 148 (Neapel), 1095 (London 1657),

.

.



ferner XIII

XI 335 u. s. o. Anh. 869, 871, 874, 878. zu London 1715: Theatr. Europ. XX c (1734). Latomi Erben 1642 (1641/42) S. 11 (Lissabon). Theatr.

545, VIII 1333,

.

Xa

758 (Jönköping),

XIX a 355

(Savoyen).

133 Späte Varianten und vereinzelte des Zerreißens durch Tiere sind das Zerreißen durch

Schiffe, was

todeswürdige Galeerensträflinge in Italien vorkommt, und das Landgerichtsordnung erwähnte Zerreißen mit Zangen*).

als Strafe für

in einer schweizerischen

Weiter verbreitet war hingegen oder zerhauen*)

jüngere Forni^) des Vierteilens das zerhacken^)

als

und

oder zerschneiden^),

und bestand, wie

zuerst in England vor

Form

diese

es,

ist

Es kommt

gewöhnlich unter dem vierteilen verstehen^).

seit

Quellen

neuzeitliche

die

dem

und zwar

13. Jahrh.

Abbildungen zeigen, darin, daß dem meist auf

die

dem Boden festgebundenen

einer Bank, seltener auf einem Brett oder einer Platte oder auf

Gliedmaßen mit dem Beil abgehackt wurden (Anh. 387, 400, 402a, b, 412, 413, 415, 416a, 422, 422a, 423, 436, 436b, 439b, 444b, c, 458a, 879—883, 885, 887b, d, 888— SOGa')). Gewöhnlich schnitt man ihm (zuvor) Herz und

und entkleideten Menschen

die

Eingeweide aus (eviscerare, exenterare, exenteratio, exentricatio, „Ausweidung")*), zu welchem Zweck man ihn zuweilen an einen Pfahl band (Anh. 886, 887). Zu weiterer Schürfung Nicht selten

diente die Kastration').

1650

Hist. Relat. sein. vern. Contin.

1)



Osenbrüggen Studien 300. 2) Döpler Schauplatz II 345-347, 3)

851, 632.

zweyen Vrtheln So an Gottfried Lehmann *)

Theatr. Europ. VI 1206).

.

.

1701

.

Das Ganze

Döpler Schauplatz

I

79G.

Einl. 337.

.

.

S. 72,

autumn. Cont. 1692

exequirt worden.

.

Meister Frantz Schmidt

(in vier teile, stücke):

z.

(=

88

S.

das Enthaupten vorausgehen*").

sem. Contin. 1657

Relat. bist.

(in vier teile):

z.

man

ließ

Copia der

S. 103,

Theatr. Europ. VII 1095.

24, Relat. hist. sem. vern. Contin. 1595 S. 70,

autumn. Contin. 1668 S. 85, Theatr. Europ. III 376, IX 526 f., C. C. Theres. Beil. 5 § 5. Stölzel Brandenb. SchöppenstuhLs-Akten II 694, IV 119, Urgicht über Matth. Klostermayer (a. 1. e. a. [Dillingen 1771]). Vgl. auch Bamberg. HalsüerO. 219 (= Carolina 192). in vier stücke (teile) hauen: Warhafftige beschreibg. v. d. Geburt desz Prinzen v. Orangien 1584 fol. 5a. LOb. Urteil bei Dreyer 1636 S. 41.



.

.

.

Einleitung (1769) 480. *)

Böhme

Bamberg. HalsGerO.

Damhouder (in

Ann. Monast.

Contin. 1672

auch

durchschneiden: Stölzel c.

Luard

virteilen

Harster

S. 97,

LXII

CLII

6,

III) a.

Knapp

.

.

*)

MatthiBus Paris. Chron.

Hist. of the

c.

sem. autumn.

§§5, 6. Vgl. auch dissectio (in quatuor partes): Beil. 6

schon in Ann. de

Dunstaplia

1282.

J.

H.

Rother

maj.

a.

1242

(ed.

Gerichtsformel y 1500 im Oberbayer. Arch. LVII 192.

Norimb.

partire

Relat. hist.

70,



0. II 694.

membratim

2.

S.

Osenbrüggen

14.

Crime

bei

Wrede

389.

Altregensb. Gerichtsverf. 153, 262.

S.

Pike

a. a.

1600

C. C. Theres.

.

Strafr. 71.

')

orig.

Contin.

hist.

Nr. 19 Str. 14.

Bamberg. HalsGerO. 149 nebst 219 (= Carolina 124 nebst 192, vgl. Bamberger R. mit dem peyl), E. Buchner I Nr. 261, 559, Relat. hist. sem. vern.

in

Zoepfl 136

V.



crim.

H. R.

Relat.

Altdeut. Liederb.

0.

rer.

ed.

So sicher

•")

her.

a. a.

Praxis

Maurers

Th.

(in vier stücke):

z.

Cont. 1672 S. 82,

I

226.

Studien

301.

Luard IV 196). Du Gange s. Tengler Layensp. fol. y 111. (1628)

I

Wemdinger

Konr. Celtes De

N. Lausitz. Magazin LXIII 328

Gottfried Archontologia



vv.

1429 Bautzen).

(a.

Neugeharn. Großbritannien 597,

362.

Körner Hist. Volkslieder 192 Str. 9. Th. Meurer Relat. hist. sem. Contin. 1605 S. 84, Latomi Erben 1657 S. 22, 1661 S. 66, 1672 S. 94, autumn. 1692 S. 103, vern. 1694 S. 99. Theatr. Europ. IX 526 f., XI 336, XIV 227, 730. Warhafftige beschreibg. v. d Geb. 'oben N. 4) fol. 5a. E. Buchner I Nr. 261, 559. Döpler Schauplatz II 24, 310, 338, 340, 341, 346, 347, J. H. Rother a. a. 0. — S. auch Bamberger R. (her. v. Zoepfl) 136. — Anh. 387 (2), 400, 351, 630. Ph. M.

622, 705.

Contin.

.

.

.

durch

.

.

.

.

402a,

b, c, 8) lO)

412, 413, 422a, 431, 433, 436, 436b, 444c,

Flores hist. (ed.

Luard)

Mon. Germ. Constit. IV

Herzausschneiden).

111 1

S.

124.

623

Jan Matthyssen

der Grumbach. Händel IV 163,

168

(a.

.

458a, 881, 882, 884—887, 887 d, 889, 890, 890a.

WarhafTt. Beschreibg. (a.

.

a. a.

0.

E.

Buchner

Pike a. a. 0. Osenbrüggen IV 6. Cannaert Bydragen 455 f.

1311).

Rechtsb. 1567).

Th.

Meurer

a.

a.

0.

Relat.

.

.

.

a.

0.

a. a.

(nach dem Ortloff Gesch.

a.

Fr.

durch

0.

.

.

.

Latomi

134 oder auf der ordentlichen Richtstätte,

spielte sich auf öflfentlichem Platz

dem Galgen zu vergraben^). Zu beiden Formen des Zerstückens gehörte

in neuerer Zeit

man nachher

Die Eingeweide pflegte

regelmäßig auf einem Blutgerüst ab*).

zu verbrennen

oder unter

daß

es allenthalben,

die abgerissenen oder

abgehackten Körperviertel an verschiedenen Orten („Enden", „Straßen", „Wegscheiden")

Der Kopf

auf Pfähle oder Räder gesteckt oder an Galgen oder Tore gehängt wurden*). wurde, wie auch sonst gewöhnlich, aufgespießt*).

Das Ausdäriiien.

5.

Jenes Ausweiden, das wir vorhin

kommt

dem

seit

12. Jahrh. in

in

(agn. emboeller) auch für sich allein vor.

Man

daß

erfährt nur,

Erben

Theatr. Europ.

Knapp

Nürub. Kriminalr. 291. 1) Anh. 400, 412, 415, 418, 422, 422 a, 423, 431 Poullet Liege 600 (exstructo pulpito a. 1477). Th.

XI

335, 763,

365.

Namen

lernten,

evisceratio

Genaueres über die Form wird nicht angegeben.

Eingeweide verbrannt wurden und daß

die

1661 S. 66, vern. Contin. 1672 S. 82.

XlXa

Verbindung mit dem Zerhacken kennen

anglonormannischen Quellen unter dem

I

541,

man

diese Strafe u. a.

333, VI 545, VIII 1333,

II

Xb

— Vorgängiges Hängen, Matthseus Paris,

— 433,

439

Meurer

444

a,

a.

a.

458

b,

0.

a,

.

0.

884—886, 889, 890.

881,

Relat.

617,

a. a.

.

.

Contin.

.

.

.

durch

Latorai Erben 1657 S. 72, 1661 S. 66. Ausführl. Beschreibg. der Entsetzl. Exekution, welche zu vollzogen worden (s. 1. e, a.): Das .Schaffot' 9 Ellen hoch und 8 Ellen breit, 1772 Copenhagen S. aber auch Anh. 887 d. auf einer Ebene vor dem Osttor der Stadt. 2) Mon. Germ Constit IV 1 S. 623 (a. 1311). Matthseus Paris, a. a. 0. Du Gange s. v. .

.

.

.

.

.



Exenteratio.

Pike

sem. Contin. 1657 Theatr. Europ.

XIX

Chron.

a.

roy. des anc. lois

Zenten

II

779,

stedt)

a.

E.

X

2

a.

a.

0.

a.

0.

S. 120.

a.

0. E.

Th. Meurera Büchner Nr.

Anh. 402a,

I

413,

c,

415,

Relat.

1605

0.

Relat. bist,

Osenbrüggen

Studien 301.

bist.

261, 359.

436b, 444b,

431,

a.

a.

c,

889.



Vereinzelt

Ann. de Dunataplia a. 1282 (bei Ellis S. 286). Joh. de Oxenedes Pertile Storia V^ 269 N. 44. Des Marez in Bulletin de la Comm. Bamberger Recht (Zoepfl) 140. N. Lausitz. Magazin a. a. 0. Knapp

Nürnb. Kriminalr. Const.

a.

S. 103.

S. ferner

355.

a.

Pike

1292.

autumn. 1692

a.

Anh. 412. 3) Mon. Germ.

Flores bist.

0.

a.

a.

S. 22,

58.

crim. Theres.

LWeist. 578

f.

Deichrecht

§§5, 6. Chroniken Konr. Celtes a. a. 0.

Beil. 5

Plote

v.

(her.

v

G. A.

v.

Mülver-

Städte XI 669, XIII 48, 83. Lichnowsky Gesch. d. Hauses Habsdeut.

d.

Limburger Chron. (her. v. Wyß) S. 86. burg VII 70. C. Com melin Beschryv. V.Amsterdam 466. Frederiks Strafr. 389. Poullet Liege 229, 500. Nedonchel 291. Ortloff Gesch. der Grumbach. Händel IV 168. Th. Maurers Relat bist. Contin. .

.

.

1600

S. 70,

1605

Latomi Erben 1636

S.

S. 84,

42

f.,

1606

1638

S. 77.

S. 33,

Relat. bist. sem. Cont. durch

1639

S. 72,

1661

S. 66,

1672

J.

Francum

S. 82,

1676

1695

S. 86,

S. 109,

durch

16S1 S. 88, 1694

Gottfried Archontologia (1628) 1 363. Kriegk Bürgertum 244. Theatr. Europ. I 538, 541, 376, VI 644, VII 148, 704, VIII 1333, IX 526, Xa 758, XI 335, 336, 1152, 1463, XIV 227, 729, XlXa 355, 356. Stölzel Brandenb. SchöppenstuhlsAkten II 694, IV 119. Ausführl. Beschreibg. (oben N. 1). Eine entsetzl. Exekution ... in Dresden den 24. Apr. 1754 (s. I. et a.). Urgicht über Matth. S. 99.

II 333, III

Klostermayer (oben



S.

133 N.

4).

Anh. 374, 416 a, 418, 420, 422

a,

423, 433,

434, 436, 439

a,

875, 887

e,

Aufhängen der Glieder am Tatort Theatr. Europ. VI 303 (Paris 1647). Verbrennen der Reste; Anh. 871, 874, 876, 878a, b, 887 b, c. Begraben und Pfählen Theatr. Europ. VII 1095 (England 1657). Eingeweide unter den Galgen begraben, Nürnb. Chron. in Cgm. 2070 fol. 269 b (a. 1588). *) Ann. de Dunstaplia a. 1282. Flores bist. a. a. 0. Pike a. a. 0. Ortloff a. a. 0. IV 159. Nürnb. Chron. in Cgm. 2070c fol. 215b (a. 1580). Mummenhoff in Mitteilgg. des Vereins f. Gesch. d. St. Nürnberg 1893 S. 267, 269 f. Warhafft. Beschreibg. a. a. 0. Th. Meurers Relat. 1605 a. a. 0. Relat. bist. sem. Contin. 1636 S. 42 f., 1633 S. 33, 1676 S. 86. Theatr. Europ. VII 148, VIII 1333, XI 1458, XlXa 355. Ausführl. Beschreibg. (oben N. 1). LWeist. 678 f. Anh. 433, 436, 4l6a, 887 c, e. 890a.

135 auch auf Hochverrat

LI. Heinrici c.

coriatione

=

75

Schindung]

animam

pr.

„Si quis

:

quam finem

exalasse

der evisceratio als Strafe

.

tritt

doloribus excepisse videatur^). ..."

deutlich

In wesentlich andern

wegen einer Formen bewegte sich

deutschen Bauernweistüraern

dort

erwähnt wird.

Ausdärmens,

eine Strafe des

war

Diese

Ausnehmen von Bienen aus

das

davon niedersächsische,

westfälische

(gezeichneten)

die in vielen

durchaus selbständige

eine

stets

und sühnte vornehmlich das Entrinden von Bäumen

auch

Die Selbständigkeit

wenn man gegen einen Verbrecher zwar andern Missetat auf Ausweidung erkannte'-).

hervor,

gleichzeitig auf Vierteilung, aber

Todesstrafe

.

.

evisceratione vel ita postremo severa gentium animadtormentorum cruciatibus et malae mortis infortuniis infelicera

vel

versione dampnetur, ut diris prius

die man bald nachher mit dem Zerstücken dominum suum occidat decomatione [1. de-

dieselbe Missetat,

setzte,

ahndete.

(s.

oben

Bäumen.

da und

S. 78),

Zumeist sprechen

und ostfränkische Quellen'), unter ihnen am einläß-

Weistum der Altenhaslauer Mark in der Wetterau v. 1461 (Weist. III 416): „wer einen stehenden bäum scheelet, den sol man aufgraben an seinem nabel und ihn mit einem hufnagel mit dem darme an die flecke anheften, da er hat angehoben zu scheelen, statt dessen kommt auch Einklemmen des Nabels in einem Spalt des Baumes vor [ und ihn solang bis er dasjenige bedeckt, das er gescheelet hat, umb den bäum treiben, und sollte er keinen darm mehr haben, ohne gefehrde". Aber auch in Oberdeutschland war dies Verfahren nicht unerhört. Wenigstens ein Zeugnis, und zwar gerade eines das sich auf den Fall des Bienendiebstahls vom Baum*) bezieht, finde ich im Wetzelsdorfer Bannbuch (Niederösterreich, 1577), OWeist. XI 209 f.: ,wo ein gueter man hett peinstöck lichsten das





[Bienenstöcke]*),

die sollen

mit

wo

fridt >sein,

sie

wo

stehen ...

kam, der die selben aussbräch oder beraubet und der darüber soll

man im

aber ein beser mensch .

begrüffen

.

wurde,

so

neraen und den leib eröffnen und sein gedermb heraus nemen, an den pein-

hinumb füren

stock anheften und in

davon,

.

raicht

im zu guetem*.

Man

auf den Bienendiebstahl übertragen

lang kain darmb in im

bis so

darf annehmen,

kumbt er darnach vom Baumfrevel erst

ist,

daß die Strafe

dann aber auch, daß einst auch oberdeutsches Jedoch nicht dem ursprünglichen bestrafte.

ist,

Kecht den Baumfrevel mit dem Ausdärmen

Ritus dürfte die Bestimmung angehört haben, wonach die Gedärme unter allen Umständen

')

So nach der Textherstellung von

dings der Text in den Hss. verderbt.

Luard ')

S.

Liebermann. Gerade an auch Ann. de Dunstaplia

der entscheidenden Stelle a.

1282

ist aller-

Annales monastiei ed.

(in

111 294).

Pollock-Maitland

S.

Liebermann

Ges.

III

Hist. II 501 N.

326 hält die evisceratio



Außerdem s. Du Gange s. v. Exenteratio a. E. genügend von der im folgenden abzuhandelnden

1.

nicht

Strafart unterschieden. '•*)

Grimm

J.

Lehrb. des Strafr.

IV 666, 669, *)



V

I

320,

RA.* 251.

II 39, 269. G. L. v. Maurer Gesch. W. Mannhardt Wald- und Feldkulte

VI 737, F. U. Stisser Forst-

über den Betrieb der Waldbienenzucht sondern

Stadt Frankenberg von

auch J.

in

der

ebenfalls

Emmerich

(c.

1476

I

26

f.

S. ferner:

u. Jagdhi.storie (1737) Beil.

vgl.

M.

Eine entsprechende Bestimmung steht nicht nur in

(Lauenburg),

der Markenverfassg.

von

Heyne Fünf dem von

ihm

— 1493,

in

J.

(S.

f.

G. III

Geib 321

f.,

46).

Bücher deut. Ilausaltert.

Grimm

zitierten

G

370

Weist. II

214—210.

angeführten Büthener Recht

Sammlung

der

Schminkes Mon. Hass.

II

Gewohnheiten

der

755) als an .andern

Enden' gültig. ';

H.

Wörterb.'

I

Planitz Handhaft u. Blutrache 60 nimmt peinstöck 226 s. v. Bey und Schatz im Glossar (ÖWeist. XI

für „Weinstöcke".

616)

s.

v.

pein.

S.

aber

Schmeller

136 vollständig herausgewunden

kam

es

Stelle

Wie nach dem

werden mußten.

Altenhaslauer Weistum,

so

auch nach andern, davon unabhängigen Quellen nur darauf an, daß die entblößte des Baumes mit dem Darm bedeckt („bekleidet") wurde, z. B. Weist. III 309

Hagen in Niedersachsen): „der solches thäte, dem soll man den bauch aufschneiden und nehmen seine darme heraus und lassen den schaden damit bewinden; kann er dasselbe verwinden, so kann die weide [der entrindete Baum] es auch verwinden". Oder Weist. VI 737 (Steinwedeier W. in Niedersachsen): ,man schal ihnie die derme aus dem leibe ziehen und jagen ihn um den bäum, so lange bis der bäum wieder bekleidet wirf. Wenigstens ironisch stellte man also auch das Ausdärmen als eine Strafe hin, die nicht schlechterdings zum Tod führen sollte. (W. der

7 freien

Als Strafart

ist

ein derartiges

Verfahren

andern germanischen Rechten nicht mit

in

Im Kriegsgebrauch skandinavischer Leute kommt es während des FrühMA. vor. Im J. 1098 rächten Dänen die Räubereien von Freibeutern, die ihnen zu Julin ausgeliefert worden waren, mit dem Ausdärmen, Saxo XII (ed. Holder 403): „revinctis post terga manibus palis primum affigendos curabant, deinde ventrium cava Sicherheit

nachzuweisen.

cultro rimati nudatis extis primaque viscerum parte protracta cetera stipitibus explicabant

nee ante supplicium remiserunt,

quam

spiritum profundere coegissent".

tortos extis funditus alvo egestis horride rapacitatis

Früher noch, im

10.

Jahrhundert und im ersten Viertel

des 11. sollen sich nach isländischen Berichten ebensolche Vorfälle im Westen zugetragen

haben.

im

J.

Ein Akt der Volksjustiz mit dem gleichen Verfahren gegen Mordbrenner hat sich 1586 in Bohuslaen ereignet*). Die Möglichkeit, daß es sich dort als Überbleibsel

eines vorzeitlich skandinavischen Rechts bis in eine so späte Zeit erhalten habe, wird

nicht bestreiten können.

man

Siebenbürgische Sage schreibt das Ausdärmen als einen Ausbund

Auch wenn

der Grausamkeit den in Siebenbürgen eingefallenen Tataren zu-). tatsächlichen Hintergrund haben sollte, hältnisses zu Rückschlüssen nicht

so

würde

verwenden

dies einen

doch schon wegen des Zeitver-

er sich

lassen.

Unter den bildlichen Darstellungen des Ausdärmens wäre zunächst auf Anh. 905 zu wo ein englisches Verfahren vorgeführt wird, daß annäherungsweise dem von

verweisen,

Saxo beschriebenen

gleicht.

Wäre

das Bild verlässig,

etwa jene evisceratio der LI. Heinrici Mittel zur Kontrolle. vgl.

Was

(oben

185)

S.

so könnte

man vermuten, daß

veranschauliche.

sich sonst aus der Ikonographie

Leider

fehlen

gewinnen läßt (Anh. 891

alle

— 904,

352) besteht aus Illustrationen zur (jüngeren) Erasmuslegende, die wahrscheinlich

Von diesem

es

alle

im MA. vorhanden war. Da wir aber seine Heimat nicht bestimmen können, so vermögen wir bezüglich des dort geschilderten Verfahrens mit dem Darmhaspel nicht zu sagen, ob es auf ein

gemeinsames Urbild zurückgehen.

steht

nur

fest,

daß

es

überhaupt irgendwo eine Rechtseinrichtung war.

6.

Die älteste Gesetzstelle, der

Todesstrafe

gedenkt,

(Quadripartitus bei

ist

Der Felssturz.

welche des Herabstürzens von eine

Liebermann

angelsächsische

Ges. I 172):

1)

Die Belege zu obigem bei Fritzner Ordbog

2)

Fr.

Müller

Siebenbürg. Sagen- Nr. 508.

aus

dem

einem Felsen beim Vollzug 2.

Viertel

des

10. Jahrb.

„Si libera sit [Diebin] precipitetur de clivo

a.

v.

[larmr.

137

würde der Felssturz nur

als

noch

=

et zu nehmen sein, was wahrscheinlich, so dieser Bestimmung nicht als selbständige Todesstrafe, sondern In jüngerer Zeit findet er sich Teilritus des Ertränkens in Betracht kommen'). dort auch nur in Verbindung mit dem Ertränken, englischen Lokalrechten, aber

Sollte jedoch vel hier

vel submergatur."

in

in

wobei übrigens beachtenswert, daß das Hinabstürzen stets von einer und der nämlichen Höhe aus geschieht^). In germanischen Rechtsaufzeichnungen außerhalb Englands vermag ich keine Spur von einer selbständigen Todesstrafe des Felssturzes

Dagegen wird

decken.

Fuero von Cuenca (1189

— 1211)^),

Ausführung der Strafe

die

freilich

Sonst

Gundwald (zu Cabannes)*) dem J. 1066'). Man Trier aus Kuono von

vom

Anwendung

in

deutschen und skandiBei den Franken

beglaubigt.

sicher

der zum J. 584 wenig eindeutig wie der des Erzbischofs

so

Freilich

sein.

ist

ob in diesen Fällen das Hinab-

sieht nicht,

Außer Zweifel

Strafe gedacht war.

Felsen als

ihre

bekannt gewesen zu

berichtete Fall des

stürzen

ent-

die topographische Beschaffenheit des Ortes

ist

mehr bald weniger

bald

Jahrh.

6.

wo

erleichterte.

navischen Rechtsgebieten scheint sie schon im

zu

einem gotisch-spanischen Tochterrecht erwähnt, nämlich im

in

sie

steht

jedoch

dies

bei

dem

ganz ähnlichen Verfahren gegen die Mörder des Grafen Karl von Flandern im J. 1127*). "Wenn hier ein Turm die Stelle des Felsens einnimmt (vgl. auch Anh. 907), so bedenke

man, daß

Der

„Fels" und

die Vorstellungen

das in einer sehr

,Turm" im MA.

dem Namen

späteren Zeit unter

viel

man den

wird und darin bestand, daß

Verurteilten

wieder ein

dem westnordischen

aus

Bericht

Town

Anderer Meinung Reinh.

*)

Bateson

Cust.

I

Schmid

Live in the fiftenth Century

Forum Conchae

Ges.s.

,nach verbundenen Augen auf einem

Nicht eindeutig

warf).

ist

wonach K. Olaf Tryggvason Feuer verbrannte, einige von wütenden

der Angela. 656, F.

76 (Hastings vor 1461,

erwähnt

Rechtsgebiet,

(t 1000) „seine Feinde schwer marterte, einige in

')

einem Verfahren,

in

des Verfallens in Baiern

beweglichen Brett in eine Gruben oder Brunnen"

hölzernen

ineinander überspielen').

leicht

Mehr schon

nur unwesentlich verändert.

Strafritus ist also damit

Dover

15.

Lieberniann

.lahrh.).

Gesa. II 684.

Ackerman

57.

J.

R.

Green

222.

I

Allen

Cincinnaty 1909): praecipitetur I 2, XI 20, Sowohl der Fuero von Teruel (Forum Turolii [a. 1176] in Coleccion de documentos iI'Aragon II), von dem der von Cuenca abhängig ist, als auch der von Zorita (her. v. R. de ürefia 1911), der wieder vom Fuero von Cuenca abhängt, hat an den entsprechenden Stellen andere Todesatrafen. Die Erwähnung des praecipitare wegen Notzucht im Fuero v. Zorita 43 a. E. beruht nur auf Rekonstruktion dea fehlenden Textes durch den Herausgeber. ^)

21. 40,

XV

5,

XLIII

7,

G. H.

(ed.

16; praecipitium .

*)

.

Fredegar Chron.

c. 2.

Lambert

a.

in Univ. Studies

XXXI

7.

.

1066: [Dietericus comes] ... episcopum captum traditumque in inanus carnificum de rupe altisaima praeciiütari et sie interfici jussit. J. Grimm RA.* II 277. 6) Galbertus De multro Hermann Caroli c. 81. V. b. Caroli § 74 (Acta SS. Mart. 178). De restaur. S. Martini Tom. c. 35 (Mon. Germ. SS. XIV 288). Ordericus Vitalis in Mon. Germ. SS. XX 77. Ein anderer Straffall aus 1137 (Sena) in der Historia glor. r. Ludovici bei Du Chesne Hiat. ')

Ann.

.

Francorum SS. IV 414). Stelle aus Wilhelm v. Todesstrafe, sondern

um



1

.

Nicht hieher gehört eine von

Malmesbury eine

Gesta

Du Cange

Stubba) §392

(ed.

(I

s.

v.

Praecipitium noch angeführte

S. 463),

wo

es

sich

nicht

um

eine

Ermordung handelt.

Schmeller Wörterb.

')

.

I



715.

Doch scheint

in

dem

Fall v. 1127 die

Benützung des Turmes

nur durch die zufallige Flucht der Täter auf den Turm veranlaßt. A.

*)

den Cod. Abb.

W. Ertel

Praxis aurea

jur. Bav. crim. (1774) 5,

(I

1737) 777

wonach

d. philos.-philol. u. d. bist. KI.

XXXI,

f.

S.

dagegen

[VV. v.

diese Strafe verschollen, 3.

Abb.

und

Kreittmayr] Anmerkungen vgl. J.

Grimm RA* 18

11

277.

ü.

138 Hunden

lähmen oder von hohen Felsen herabstürzen ließ"*). Bedie Ausdrucksweise, worin beim Übergang Islands zum Christentum

einige

zerreißen,

stimmter jedoch lautet (a.

1000) die Christen ihren heidnischen Landsleuten die Art ihres Opferdienstes vorwarfen: Heiden opfern die schlechtesten Menschen und stoßen sie über Felsen und Klippen

„die

Die Erinnerung

Die Verbrecher wurden zur Strafe durch Felssturz geopfert.

hinab"-).

daran hat sich auf Island wie auf den Fseröer bis in neuere Zeiten

knüpft sich

isländische

die

an bestimmte Felsklippen,

die

erhalten'),

ständig

als

und zwar

Richtstätten

benützt wurden.

Der

war Zufallsstrafe.

Felssturz

Diesen

Charakter benützte die mittel-

seinen

Legende als Motiv einer Parabel. Gesta Romanorum (ed. Oesterley) c. 3: „Quidam Imperator regnavit qui statuit pro lege, quod si mulier sub viro adulterata esset, accidit casus, quod quedara mulier sine misericordia de alto monte precipitaretur. adulterata statim secundum legem de alto monte fuit precipitata. sed ... in nullo lesa judex videns, quod mortua non esset, sententiam dedit, iterum deberet precipitari erat ait mulier: domine, si sie feceritis, contra legem agitis; lex vult, quod nuUus et niori. debet bis puniri pro uno delicto; ego eram precipitata quia semel adulterata et deus me miraculose salvavit, ego iterato non debeo precipitari. ait judex: satis prudenter responalterliche

.

.

.

.

.

.

disti,

vade in pace.

altern

Seneca

et

salvata

Die

mulier."*)

est

Erzählung mag angeregt sein vom Jeder verwendet

oder von Quintilian'), findet sich so jedoch bei keinem.

das Problem nur zu rhetorischen Zwecken, der eine in weitläufigen Sentenzen, der andere in

Keiner weiß von einer Lösung zu berichten.

kurzen Andeutungen.

der Gesta

Rom. wird

Die Entscheidung

also der Rechtsansicht des mittelalterlichen Erzählers

und des Leser-

kreises entsprechen, auf den er rechnet.

Die Nageltonne.

7.

Volksmärchen und Volksliedern kommt der Zug vor, daß der Lasterhafte zur Strafe für seine Missetat in einem mit Nägeln (oder „Messern". „Nadeln". „Stacheln") In vielen

ausgesclilagenen

magd")

bei

Faß

Grimm:

„was eine solche wert wäre, ist

diese

würdig"

Da

?

Am

zerfleischt wird.

den Brüdern

die

meisten charakteristisch in Nr. 89 („die Gänse-

der alte König fragt

betrügerische

die

den Herrn so und so betrogen hätte

sprach die falsche Braut „die

ist

.

.

.

Kammerfrau,

welches Urteils

nichts Besseres wert, als daß sie

und in ein Faß gesteckt wird, das inwendig mit spitzen Nägeln und zwei weiße Pferde müssen vorgespannt werden, die sie Gasse auf „Das bist du", sprach der alte König, „und du hast dein Gasse ab zu Tode schleifen".

splitternackt ausgezogen

beschlagen

ist,

')

Heimskringla

2)

Kristni saga

wo aber

(her. v. c.

Unger)

S. 196.

11 (Biskupa sögur

irrtümlich noch

I

23).

Dazu K. Maurer Bekehrg.

eine Stelle aus der Haralds

s.

I

gilla (Fagrskinna 164)

427,

Vorlesungen

V

39,

herangezogen wird, die

sich nicht auf den Felssturz sondern auf das Ertränken bezieht. 3)

K.

Maurer

Pfeifers Germania X 491 f. (Hinabstürzen in die Oxarä am Allthing, Hinab„vom steilen und hohen Flußufer herab' am Arnes [ling auf Island). Zschr. (1892) 150 (Herabstürzen von Felsen wegen Landzwang auf den Fteröer). in

stürzen auf den blötsteinn d.

Ver.

f.

Volksk.

II

*)

Darnach genau ebenso Gringore Fantasies de niere Sötte

')

A.

Seneca

Controv.

I

3.

Quintilianus

Inst.

VII

8.

S.

(s.

Anh.

auch

908).

Mommsen

Strafr. 931.

139 und darnach

eigen urteil gefunden, es,

Faß

wenn das vorgespannte Roß in ein

was

Gewässer'),

so

Rollen

klingt

Menschen das

mit der Strafe des Zer-

ist

Faß (unten S. 146) verbunden. Der wenn man das Faß nur von einer Anhöhe

damit zu begnügen,

sich

wird^).

erzählen,

öfter

altertümlicher

das Aussetzen im

fleischens eine andere Todesstrafe, ältere Ritus scheint

Welt geschickt'

„in alle

Märchen

die

Noch

dir widerfahren*)."

soll

herabrollen läßt*).

Man

könnte

versucht fühlen,

sich

antiken Reguluslegende ') zu halten,

(Anh. 910); wenn nicht schon

seit

dem

Nageltonne wirklich angewandt wurde.

Märchenmotive für bloße Varianten der

auch die Phantasie der Künstler angeregt hat

wo

von Fällen die Rede wäre,

13. Jahrh.

Der bekannteste



unbedingter Sicherheit überlieferte

diese

die ja

ist



die

Marter des Gerrit van

die

allerdings nicht mit

Velger,

den Grafen

der

Er wurde allerdings nach 3 Tagen der Tonne entnommen, enthauptet und aufs Rad gelegt*). Aber noch früher ist ein italienischer Fall beglaubigt; Matthaeus de Griffonibus berichtet in seinem Memoriale historiarum (bei Muratori SS.^ XVIII 2 S. 13) zum J. 1253, daß in Bologna einer wegen Verwandtenmordes ,positus fuit nudus in una vegete plena clodis puntatis et ductus volgendo vegetem usque ad locum ubi fuit decapitatus". Im Schliefsturm' zu Guben soll sich eine Tonne befunden haben, »die innwendig mit spitzen Nägeln besetzt war; wer etwas Schlimmes begangen hatte, wurde hineingesetzt und den Berg hinunter ins Wasser gerollt'''). Auf der Insel Man sollen ehedem Hexen gewöhnlich „in einem mit Nägeln gespickten Faß vom Berg heruntergerollt' worden sein*). In Mecklenburg erging über einen Sodomiten und Kindermörder im J. 1691 das Fakultütsgutachten (!), er solle „nackend in einem Faß mit kleinen eysernen Nägeln durchschlagen zum Gerichtsplatz gewältzet verbrannt werden"*). Zu Altenesch im Stedingerland berichtet die Überund nachher lieferung (bei Strackerjan Nr. 558) von der Volksjustiz über einen Mann, der vorsätzlich einen Deichbruch verursacht hatte: „Die Stedinger steckten ihn in eine mit Nägeln ausFlorenz V. von Holland ermordet hatte,

zu Leyden

a.

1296.

,

.

.

.

geschlagene Tonne, rollten diese von der Deichkappe in die

und bedeckten

')

sie

dann mit Erde

Folkeviser

Fataburen 1911

II

bis zur

den Noten den Kinder-

Andere Beispiele

Polivka Anmerkgg. (S. 179),

in

zu

Nr. 105

Vgl.

S. 211.

(S.

2, 3, 4,

u.

Höhe

Mart. des

h.

')

Grimm Grimm

Hausmärchen Nr. a. a.

bürgen^ (1877) Nr. S. 194 oben.

0. Nr. 13,

23, 40,

Vgl. auch

K.

Hier

.

die Strafe

(1854)

Bolte-

Nr. 46,

216

Finlands svenska Folkdiktning VII 191,

Sebillot II Sebillot

Thyrsus bei I

Deichbruchs ist

Plattdeut. Volksmärchen S. 186,

Grundtvig Minder

91,

III

Landtman

547, 548, 549), G.

ferner das

W. Wisser

ferner

Hausmärchen

tiefste Stelle des

des früheren Deiches."

Privatstrafen oben S. 19 N. 6 und die Racheakte in Folkvisor ä)

.

.

13,

15,

271, II

die

sagenhaften

90.

135.

Bartsch Sagen

Grundtvig

Sebillot IV

a. a.

I

0. S. 179,

207, 293, F.

*) Hylten-Cavallius Folksagor I 113, 135. Bolte-Polivka a. a. 0. 82, 84, 88, Hackman a. I

Haltrich

S. 476,

Hackman

Panzer

Beitrag

Hackman a.

in

0. 220.

I

Volksraäirchen aus

.

.

.

Sieben-

Finlands svenska Folkdiktning 135,

II

Sebillot I 302, IV 318, Sebillot IV 293 und Anh.

a. a. 0. 201.

Vgl. auch

I

A

97, Bavaria 111 921.

356.

909.

Über deren Genesis s. Thalheim in Pauly-Wissowa Realenzykl. s. v. Atilius Nr. 51. J J. Orlers Beschryvinge der Stad Leyden (1614) 214. F. v. Zesen Beschreibg. d. St. Amsterdam ^Amst. 1664) 28. Kaspar Commelin Beschryvinge van Amsterdam (Amst. 1693) 86 — 88 nebst Anh. 911. ^) *)

G and er

Niederlausitzer Volkssagen.

')

K.

8)

Allgem. Zeitg. 1882 Juni.

9)

Relat. bist. sem. vern. Contin

1692

Nr. 300

(3).

S. 103.

18»

140 wie in den Märchen mit der

des Zerfleischens mit der des Lebendigbegrabens verbunden,

Eine solche Verbindung konnte

des Aussetzens.

in

jüngeren Zeiten eintreten,

weil das

Natur nach Zufallsstrafe war.

Zerfleischen seiner

Ein ähnliches Gerät zum Zerfleischen eines Missetäters wie in älterer und halbsagenhafter Zeit die Nageltonne und ebenfalls vielfach Gegenstand der Sage war in der Neuzeit

Eiserne Jungfrau', ein Kasten in Gestalt eines mit einem langen Mantel bekleideten Weibes, der im Innern ganz mit Nägeln ausgeschlagen dem darin eingeZweifelhaft ist aber, ob dieses Gerät schlossenen Menschen diese in den Leib drückte^). sog.

die

,

wie die Sage

überhaupt,

jemals zur Strafe und nicht vielmehr nur zur „Territion"

will,

Frage

bei der peinlichen

Ein genetischer Zusammenhang mit der Nageltonne

diente.

Und wäre

nicht nachgewiesen.

weitere Verbreitung der

Die Prädikate

zulässig.

letzteren

daß die

deuten mit höherer Wahrscheinlichkeit darauf,

wo man

erfunden wurde,

die

,

oder „spanische"

englische'

eiserne Jungfrau'

,

an einem Ort

Nageltonne nicht kannte.

Das Ertränken,

8.



ist

wäre immer noch kein Schluß auf eine ehemals

er es, so

mhd. trenken, mnd. drenken, ags. drencan (ädrencan), fries. drenka, wnord. drekkja*), seltener mhd. versenken, fries. ursanka, dän. forsenke^), mnd. versopen^), und im spätmittelalterlichen Deutschland umschrieben durch die Formel „mit dem wasser (vom leben zum tod) richten (strafen)'), mit mlat. necare, zuerst mit, dann ohne in aqua nasser band vom leben zum tod bringen^), mhd. ertrenken^), mnd. verdrinken (vordrenken)^),

älter aber ahd.



Die eiserne Jungfer (1847), mit Abbildgg. und Föringer im aus (hier S. 152 f. weitere Literatur); dazu A. Kuhn Sagen Westfalen I Nr. 115 (Sage zu Bentheira), J. N. Sepp Denkwürdigk. 272 f. (konfuser Berieht über versch. Sagen), Stöber Alsatia 1851 11 43 f., R. Wrede Die Körperstrafen (1898) 22—26, wo auch eine Abbildg.,

E.

X

Mummenhoff

(1848) 151

Grimm

2)

Wörterb.

7,

Städte

XV

113.

Bamberg HGO.

.

Gesch.

f.

(die E. J. zu

8

55.

St.

d.

Nürnberg 1899

(8,

Lachm.

Enikels Weltchron.

J.

203),

fol.

219

131,

155,

149,

156,

274

.

und im ünterhaltgsbl.

f.

(Carolina 124,

130,

Kudr. 894

Strauch)

(her. v.

Tirolensis (Gesetz u. Ordng. usw. Augsb. 1506) 158,

S.

.

Nürnberg).

Nibel. L. 1523

1032.

III

Freyberg Sammig. V

V.

— 155

Mitteilgg. des Ver.

in

des Frank. Kurier 1914 Nr.

bei

Rabe

Hierüber insbes. M. F.

1)

im Oberbayer. Archiv

a

v.

III (Radolfzell

Chron.

d. deut.

HGO. §§ 10—13,

Weist.

192).

133,

Regensb. Stadtr.

(3).

26946.

II

106,

20).

VI 466.

Tengler Layensp. (1509) BI. y IUI. Cannaert Bydragen 310. Schiller-Lübben 3) Verwijs-Verdam Woordenb. s. v. Verdrinken. Rechtsqu. 30 (27). Chron. d. d. Städte XXVI 144, Fries. Richthofen 3. v. Wörterb. s. v. vordrenken XXVIII

YIH

Schade Wörterb.

679.

Enikel

J.

drekkja

V.

s.

305.

*)

Skeat Etym. 6) .

.

.

(1509) 501,

s.

v.

Dict.

v.

s.

J.

(her. v.

')

Weist.

502.

II

124.

S.



Jahrbb. s.

v.

d. Lit. 1843) art. 27.

drenken

LWeist. 587.

Bamberg.

einen in

(uflf)

Wemdinger Gerichtsformel

HGO (bei

26935, 26944.

II

185, 219 (Carolina 159,

24.



ursanka: Fivelingoer

Const. Daniae

I

590

(a.

1574).

App. 181.

W. Scheel)

das wasser richten: in

v.

Secher Corpus

Observ.

ÖWeist.

Fritzner Ordb.

2.

druncnien, druncnen (drown) urspr. intransitiv,

Strauch)

forsenke:

Schwarzenberg Correctorium Meister Franz Schmidt S. 6, 8,



Ae.

(her. v.

Pufendorf

111.

Studien 348, 349. ")

241.

Cod. dipl. 191.

Enikels Weltchron.

Hettema)

Otterndorfer Weiehb. bei

y

(in

Schiller-Lübben Wörterb.

Drown.

«)

fol.

Schemnitz Stadtr.

trankjan.

0. 26934.

Ags. ädrencan:

2,

versenken:

Landregt

a.

a.

S. 132,

Stö.ber Alsatia 1851

Staub-Tobler

Oberbayer. Arch. LVIl 192.

162).

Tengler Layensp.

134. R. Quellen v. Basel

Idiot.

II

S. 42.

V

S. 395.

I

380,

Osenbrüggen

141 (woraus prov. negar,

frz.

am Meere

gebieten, die

noyer) oder enecare (woraus

Darum

liegen, in diesem.

ital.

annegare)') geschieht in Rechts-

bedeutet

z.

B. in Friesland das

land galt als Regel, daß der Verurteilte in fließendes Gewässer zu stürzen

man dazu einen See oder Teich (Anh. 396, 409 b, 914?). und dem Anschein nach vornehmlich in den Niederlanden, findet sich Verwendung

Selten

später Zeit,

der seltsame Brauch,

den Missetäter häuptlings in ein mit Wasser gefülltes Faß zu „stoßen"*).

war

Führen

sei').

Erst in

wählte

,

Im Binnen-

Nordsee' (fera in that northeff) schlechthin das strafweise Ertränken^).

in die

durch ein Mißverständnis der unten

Wahrscheinlich

146 zu erwähnenden Strafe veranlaßt. Wir sehen im folgenden von ihr ab. Wurde die Strafe im Meer vollstreckt, so stieß man einer weit verbreiteten gesetzlichen Regel nach von der Flutgrenze diese

weg den

Verurteilten in die Wellen hinaus').

auch beim Ertränken

vom

gerade

nicht

des Fasses

in

Ufer,

Gebäude aus erfolgen

Du Canfje

')

Meist erscheint der Armesünder bekleidet, zuweilen jedoch

*infoeare

(ital.

2)

Necare.

Wissensch. 1918



ebenda 567 (21), Unger) 205 (32 f.),

Händen, nicht selten auch

er an den

ist

916,

917,

920—922, 924,

Dietz Ktym. Wörterb. s. I 326 f. Synonym W. Schulze a. a. 0. 324.

v.

d.

925, 927—929)^).

Dazu W. Schulze

Annegare.

v.

praefocare,

Grimm

J.

RA.*

II

278,

Hunsingoer Text'. Fivelingoer Landr. (her. v. Emsiger Texte bei v. Richthofen a. a. 0. und den nordfriesischen Norges ganile Love IV 18 (§ 13), II 495 (nebst I 434 c. 98), Konunga Sögur (her. v. Laxdoela saga XXXVII ^6—38. Arch;eologia XXXVIII 57 f. sowie die oben S. 137 Rechtsqu. 30 (25,

Fries.

S. ferner

S. 132.

911a,

s.

alFogare, sp. affogar),

Richthofen

V.

Hettema)

Regelmäßig

(Anh. 387,

Äkad.

Gloss.

in Sitzgsber. der Preuß.

es hier in

Jüngern Zeiten einem Kahn oder einer Brücke oder einem

sondern auch von

konnte'').

gefesselt

Dieses Hinaus- oder Hinabstoßen war einst

einem Binnengewässer üblich, nur daß

nackt oder nur im bloßen Hemd).

an den Füßen

S.

.

.

.

die



N. 2 angeführten Stellen.

Osenbrüggen

3)

Studien 344, 348, 349 (N.

Nithard

Hist. 15, Weist. II

Strafr. 71

f.,

16).

Anh. 387

(2),

920—924.

911, 915, 919,

Cannaert Bydragen U, Poullet

Beispiele:

Harster Lersner Chron. 492, 494, II 690, Knapp Nümb. Kriminalr. 57, Beier u. Dobritzsch Tausend Jahre I 393, Bateson Cust. I 75, Kemble Cod. dipl. 191, Henderson Verbr. 24 N. 2, Ackerman 59, 65, Pike Hist. of Crime I 83, Andrews 191, Heimskringla (her. v. Unger) 707 (9 ff.), KMund Bidrag til en hist. top. Beskrivelse af Island I 148. *) Blume V. Magdeburg II 5 c. 5. Cannaert Bydragen 11, 13, 310. Noordewier Regtaoudheden 309. C. Commelin Beschryv. v. Amsterdam 1027. Anh. 929. Stallaert Glossarium s. v. Galgoort. S. auch F. Liebrecht in der Zschr. Germania X (1805) 111. 5) Lex Fris. add. aap. XI. v. Richthofen Fries. Rechtsqu. 567 (17, dritte Flutmarke). Wegen des Hinausstoßens s. Norges gamle Love a. a. 0., wo ich unter h9ggva ä rygg nicht mit K. Maurer Vorles. V 43 und Brandt Forelajsn. II 33 ein Durchhauen oder Brechen des Rückgrates, sondern ein Hauen auf das Rückgrat verstehe, wodurch der Verurteilte ins Wasser gestoßen wird. Wegen der FlutLWeist

587, 589,

grenze vgl. auch unten

vom Sand aus

stoßen

Anh. 387

8)

(2),

76 (N.

S. 142,

2),

241,

Ofener Rechtsb. 287, 292,

143.

(infalistare) zu



14

I

Hinabstürzen von Felsen in England oben

Dover,

Du Gange

f.,

111 92,

Infalistatio,

v.

s.

406a, 409b, 912-917, 920—924, 928.

Tengler Layensp. fol. y, Zimmer. Chron. Frantz Schmidt S. 9 (Nr. 43), Osenbrüggen v.

Liege 500, 787,

S.

auch

v. d.

S. 138,

Hinaus-

139.

Ackerman 57. Hagen Gesamtabenteuer wozu

Lersner Chron.

I

492,

11

I

146

Meister

683, 685,

Studien 347, 349, Knapp Nümb. Kriminalr. 57, 58. Regensb. Strafr. 153, Münchener Kammerbücher (Stadtarch.) a. 1484, Tettau u. Temme Volkssagen Nr. 110,

Kemble "')

Bierlinger Volkstüml. aus Schwaben Cod. dipl. Nr. 591, Bateson Customs Dazu

8.

v.

Richthofen

292, 296, 347, 348 (N.

linger

a. a.

0.

II

2),

226,

225 75

f.,

f.,

Stöber

a. a.

H.

Sauval

Ackerman

Fries. Rechtsqu. 567 (18),

349, 352,

Sauval

II I

Tengler

Alsatia 1851 S. 42,

0. 612.

Hist.

... de

Paris

II

(1724) 597,

57, 59, 62. a. a. O.,

Chron.

d.

Osenbrüggen

deut. Städte a.

a.

0.,

a.

a.

O.

Bier-

142

Daß ihm

Augen verbunden werden, ist wenigstens nicht unerhört (Anh. 921). Nur Rechten kommt die Bestimmung vor, daß ihm ein Sack (aus Leinwand oder gar aus Leder) über den Kopf gezogen oder daß er in einen Sack gebunden sein Aber soweit dieser Brauch müsse'): er wird „gesackt" oder ,mit dem Sack gerichtet"^). die

in kontinentalen

auch verbreitet war, schwerlich darf doch hieraus auf ein höheres Alter desselben geschlossen werden, und das Mitverpacken von Tieren wie nach römischem Recht

ist sichtlich

Dagegen begegnet schon in sehr frühen Zeiten bei verschiedenen germanischen Völkern der Brauch, durch Anbinden eines schweren Steines das Untersinken im Wasser zu befördern*), während es umgekehrt noch in später Zeit da und dort genügte, den Gesackten mit einer Stange unter das Wasser zudrücken*). Auf den Gedanken diesem entlehnt^).

haben

Singular

^).

dazu zu verwenden,

einen Mühlstein

allerdings,

oder wenn

(in

Kam

wenn einmal

ist es,

der Neuzeit) Mehrere

mit ehrlichem Begräbnis.

Grab

bereitete^).

zusammengebunden

Land, so

tot ans

der Gerichtete

dürfte erst das neue Testament

Verurteilte in eine Fischreuse verpackt

man

pflegte

der Neuzeit findet

In

In älterer Zeit beobachtete

in

(s.

143)

S.

den Fluß geworfen werden').

Doch kaum

zu bestatten.

ihn

daß man ihm beim Galgen sein

sich,

man im Norden

wahrscheinlich den Brauch,

man

den angespülten Leichnam auf der Flutgrenze des Meeres zu bestatten, wie

den Lebenden von dort aus hinausgestoßen hatte.

geführt

unten

Denn

ja auch

war überhaupt Rechtens,

es

todeswürdige Missetäter dort zu begraben^). Besonders hervorzuheben sind einstweilen die vorbereitenden Riten, die nach dem

dem

heidnischen Friesenrecht (L. Fris. add. sap. XI)

1)

Grimm

J.

RA.*

II

281

Annales Colmar.

(1864) 470.

brüggen

a.

a.

0.

347

f.,

v.

f.

a.

eigentlichen Vollzug des Ertränkens

Richthof en a. a. 0. Ofener Rechtsb. 287, 292. Zschr. Verwijs- Verdam Woordenb. s. v. Verdrinken Sp. 16). E. Gmür RGesch. v. Gaster 309. Hans Sachs

1302.

351 (Nr.

f.

RGesch. IV

1660.

Osen-

Fastnachtsp.

(Goetze) Nr. LVII 363, LXI 376 f., L. XXIV 338. Frischlin Wendeigard II Sp. 2. Cannaert Bydragen 11, 13. Siebenkees Materialien III 280. Harster Strafr. 71. Knapp Nürnb. Kriminalr. 57, 186,

Regensb. Strafr. 152,

228,

Theatr.

153.

Europ. VII 473, XIII 1005

Relat. hist. sem. autumn. Cont. 1695 S. 95, 1699 S. 94,

RGesch. (German. Abt.) VI 188. unten N.

3

2,

Sauval

H.

und Anh. 439d, 919, 923, 929 und

Grimm

0. 597.

a. a.

J.

H.

Bist,

f.

vern. Cont. 1702 S. 98.

Grimm

Rother

Hausmärchen Nr. 28

Wrede

bei

Contin. 1595.

relat.

Zschr. d.

Sav.-Stiftg.

a.

E.

f.

S. ferner

387.

Wurster LR. bei Pufendorf Observ. III App. 128. Theatr. Europ. IX 523. Wahrhaffter feile durch N. Bertram Bericht zweyer Schrecklicher 1595 (München Univ.-Bibl.). Dan. secke, Kold. Rosenvinge Saml. af g. d. Domme I 63. Mit dem sack richten, Doctor Keiserszbergs Postill Th. IV (Straßb. 1522) S. XXXX (J. Grimm RA.* II 279). 2)

Säcken:

J.

Kleine Sehr. .

.

II

249.

.

.

.

.

.

.

.





culeus paricidalis in ä)

MG. Capp.

Die Materialien bei

brüggen

J.

I

Grimm

RA.*

II

278-281.

Dazu Blume

Studien 298, 348, Stölzel Brandenb. Schöppenstuhlsakten

[Boutillier

Somme

rur.]



259.

Le grand Conturaier general (1537)

fol.

Magdeb. II 5 c. 18. OsenWürttemb. ländl. RQu. I 228,

v.

II 204,

212b.



Ein stark modernisiertes Ver-

fahren beschreibt Einl. 333. *) J. Grimm RA.* II 278. Döpler Schauplatz II 295. sware stene to dem halse binden alse he swar is). Laxdoela

Contin. 1695

S. 95.

E.

Buchner

II

Nr. 501.

*)

E.

Reicke

«)

J.

Grimm

')

Hist. Rel. Contin. 1591/92 S. 46.

8)

Theatr. Europ. XIII 1006 (1689).

9)

Norges gamle Love

v.

S.

Richthofen Fries. RQu. 567 (20 XXXVII 36 — 38. Relat. hist. sem.

Anh. 911a, 918, 926. Anh. 409

Gesch. der Reichsst. Nürnberg^ 634. a. a.

also

aut.

b.

Anh. 915, 918, 920, 922, 925.

0.

I

S. ferner

13, 392, 431, II 296.

Osenbrüggen

Studien 352, RQuellen

Vgl. auch Grettis saga

c.

47.

v.

Basel

I

380.

143 Auf

vorausgehen mußten.

Tempelschänders

der Flutgrenze des Meeres wurden die Ohren des verurteilten

und

aufgeschlitist

Entmannen

dann entmannt.

er

Hiezu

anzumerken, daß das

ist

vorkommt*), und zwar gerade im friesischen

öfters auch Recht so wie im alten norwegischen und westgotischen als Strafe der Sodomie, daß es Dies erklärt sich aber in dieser Anwendung nach friesischem Recht Todesstrafen vertritt. als selbständige Strafe

wenn

leicht,

Zubehör gewisser Todesstrafen gewesen war.

es ursprünglich

Das Ertränken war Zufallstrafe.

In

ihrer

und einfachsten Gestalt läßt vom Wasser fortgerissen

ältesten

Er

Rettung des Gerichteten Raum.

die Vollzugsweise der

soll

oder fortgespült, kann also lebend ans Land getragen werden. Fälle vor,

wiederholen^).

Sehr deutlich

kannten (RQuellen

I

Oberrhein nachweisbar,

(seit

der Lände

wo

im Jahre 1634

solche

den Strafvollzug zu

aus Anlaß der Rettung die

Räte

zu Basel er-

Weibspersonen hinsfüro nicht mehr mit dem wasser sonders

seh wert und was darzu gehört,

Basel

kamen

Oft genug

dann,

sich

„damit inz künftig die urtheilen recht und geheurlichen exequirt,

502),

malefizische

dasz dergleichen

dem

am

dies

ist

mit dem Wasser gerichteten Kindsmörderin

einer

man

aber bis in die Neuzeit hinein scheute

hingerichtet

.

.

werden

.

sollen".

war

Bis dahin

in

1541) der Ratsdiener sogar beauftragt, dafür zu sorgen, daß der Gerichtete an

beim Thomasturm aus dem Rhein gezogen

belebungsversuche mit ihm angestellt würden').

und

die

etwa nötigen

Wieder-

Nicht minder deutlich spricht sich das

Abstellen auf den Zufall aus in der singulären Variante des Ertränkens, die ein niederösterreichisches

Weistum des

man verwürchen

Jahrhunderts (0 Weist. VII 103) bringt: „den [Fischdieb]

15.

in einer reuschen

[Ixense]

hant geben, das ains phenning wert

Wie

aus, so ist er ledig"*).

bei

und

und

sei,

im

sol

sol

in

ein sündl [kleines Messer]

sol

in

di

ein das wasser werfen; sneidt er sich

den andern Todesstrafen

der Charakter der Zufallstrafe in Vergessenheit geraten.

ist

jedoch auch beim Ertränken

So schon im Swsp. Ldr.

art.

350,

wenn dort gesagt wird, der Leib des Versenkten solle auf den Grund zu liegen kommen, ,wen sol in in dem wazzer lazzen ligen einen halben tag; ist er dannoch nüt tot, so Nach erstmaligem Mißlingen glaubte man den lazze man in lenger darinne ligen" usw. Vollzug wiederholen zu müssen'), oder man suchte den Tod des Gerichteten dadurch herbeizuführen, daß man ihn mit Stangen unter Wasser hielt *) oder an einem Pfahl festDoch verdient gerade bei diesem Verfahren Beachtung, daß er nur eine gemessene band'). Frist hindurch

angebunden bleiben

durfte.

Unter dem Gesichtspunkt der Zufallstrafe reiht sich an das Ertränken zunächst in mehrfachen Varianten

»)

V.

Richthofen

L. Wisig. III 6

(c. 11).

2)

Osenbrüggen

Regensb. Strafr. 153. d.

RQuellen 409

Fries.

c. 4,

S. ferner

7.

348

Studien

Tettau

Temme

u.

3)

RQuellen

*)

Vgl. auch noch M.

Normanns

Zimmer. Chron. Knapp Nürnb.

92

*l 6)

v.

Basel

I

III

380.

f.

S.

dazu

III

92

68 (N.

f.

Rüg. Landr.

11).

48

(c.

=

80),

123

Nürnb. Kriminalr.

57,

30)

430

(c.

II

300.

Knapp

(Franklin Die Freien Herrn

v. Z. 132),

Chron.

Volkssagen Nr. 110.

Osenbrüggen

(Speier, hier jedoch

Strafr. 57,

I

Strafr. 507.

Döpler Schauplatz

f.

Vgl. auch Zimmer. Chron.

deut. Städte XI 614,

Norges gamle Love

l§ 14).

Wilda

a. a.

(her.

v.

0. 342, 348

f.,

Frommhold

F.

Patetta Le

Ordalie 193.

160).

nur einmalige Wiederholung!).

Döpler Schauplatz

II

293.

J.

H.

Rother

bei

Wrede

287.

Anh. 916. ')

Ackerman

65 (Anbinden

am

Anlegepfahl in der Themse, 2 Flut- und 2 Ebbezeiten hindurch).

144 Das Aussetzen.

9.

Form

Die altertümlichste

Über

dieser Strafe

steuerlosem

Schiff*).

Berichte vor.

Für am ehesten noch

um

die

933 K.

schadhaftem oder

in

oder halbsagenhafte

Erzählung von der

Malmesbury

v.

(De

Angl.

reg.

gestis

Stubbs I 156): juberetur remige

et

remigio vacuam praeterea vetustate quassam"^).

aber

als

Vorbild

,inaudito crudelitatis modo, ut solus

ed.

diente

dabei

eine

von der ältere englische Sagen

Strafe,

ac legis peritis,

si

in

Eadmundus

.

.

in illa navicula,

in

qua

omnes

at .

.

.

§ 139,

de

in

Vielleicht

berichteten.

das Schicksal seines

stellte

jussit a militibus

.

quid de honiicida foret agendum.

ut venator [der Mörder]

poneretur et

,rex

H

cum armigero navem conscendere

Eine englische Fassung der Sage von König Ragnar Lodbrok')

Mörders Beorn so dar:

Strafe,

Halbbruder Eadwin wegen angeblichen Hochverrats

Wilhelm

bei

soll,

das Aussetzen

historisch gelten könnte die

JEctelstan über seinen

verhängt haben

ist

liegen beinahe nur Sagen

freilich

sie

sua adjudicari

curia

hoc pariter consenserunt,

Lothebrokus

in

Angliam

applicuit,

medio maris solus sine omni instrumento navali dimissus probetur,

illum Deus velit a periculo liberare.

post dies paucos in Daciam

itaque venator ... in profunditatem maris dimissus

Das Motiv gehört schon der ältesten angelDenn schon im Beowulf-Lied wird auf die Geschichte der pryd angespielt, die nach Vorübung schändlicher Taten auf ihres Vaters Weisung (lär) „über die fahle Flut" zu Offas Halle gelangte. Scheint es sich hier auch nur um einen Akt

sächsischen Sage

est

projectus'.

an.

des Frivatstrafrechts

zu

handeln

oben

(vgl.

13),

S.

nach analogen wie im öffentlichen Strafrecht.

wo

Vita Offae secundi (12. Jahrb.)*),

so

doch

um

eine

der Vollzugsform

Genaueres darüber erfahren

wir aus der

allerdings die Begebenheit in die Zeit Karls d. Gr.

Darnach war pryd, eine Verwandte des Frankenkönigs, »pro quodam crimine flagitiosissimo" zum Tod verurteilt worden: „vero ob regiae dignitatis reverentiam igni vel ferro tradenda non judicatur sed in navicula armamentis carente apposito victu tenui ventis et mari exponitur condemnata" '). Nachher landet sie an der Küste von Britannien, Offas Reich. Auf kontinentaldeutschem Boden begegnet das strafweise Aussetzen in steuerlosem Schiff zuerst in der Rechtssage der Friesen. Die 12 Vorsprecher, die dem König Karl das Recht finden sollten, haben ihn 5 Tage vergeblich darauf warten lassen. Da spricht er zu ihnen: „nun lege ich euch und des historischeu Merkierkönigs Offa verlegt .

.

ist.

.

töten oder daß ihr alle eigen ist, daß man euch Schiff gebe, so stark, daß es eine einzige Ebbe und eine einzige Flut überstehen mag, und dies sonder Riemen und Ruder und sonder Taue*. drei

Wahlen

welche euch lieber

vor,

werdet oder daß

man euch

ein

2)

Grimm RA.* II 285 f. 344. Entsprechend Math. Par. Chron. maj. a 934, Ricardus de Cirenc.

3)

Matthaei Paris. Chron. majora

1)

J.

de Cirenc. *)

(Spec. hist. (ed.

Mayor)

a. I

870

(ed.

Luard

I

395)

Spec. hist. (ed.

= Flores Historiarum

a.

Mayor) II 64. Ricardus

870,

335.

Hinter Matthaei Parisiensis Opera ed.

Wats

(Par. 1644) S. 9.

und ihre verschiedenen Versionen handelt Suchier in Paul und Braunes Beitr. zur deut. Philol. IV 500—521 und H. Schuck in Uppsala Univ. Arsskrift. Progr. 1909 Weitere Lit. bei Heyne-Schücking Beowulf (1910) 119 und Parallelen bei v. d. Hagen S. 37 f. Beaumanoir I p. XXX. Gesamtabenteuer III S. CLIV, CLVIII, CLX, Suchier Oeuvres po(5t. de XXXIII f., XXXVIII f., XLIII, XLIV, XLIX f., LXXI, LXXXIII, LXXXVII f. S. ferner Le dit des Anelea *)

Über die Sage von

Jiryd

.

bei

Jubinal Nouveau

recueil de contes

I

20

f.

.

.

145

Da

koren

sie

Züge wieder:

liche

In deutschen und skandinavischen Märchen kehren ähn-

das Schiff usw.*).

eine Fraq, die ihren

einem durchlöcherten Schiff

ins

Schlaf umgebracht, wird verurteilt,

Meer ausgesetzt zu werden;

seinem Verführer den Wellen übergeben

Steuer und Ruder, ohne

Mann im

ein

Mädchen wird mit

Mast und Segel, ohne

einem Schiff ohne

in

in

Trank ^).

Speise und

Das Aussetzen im Schiff als Strafe gehört indes keineswegs bloi der Dichtung an. Es war noch im Spätmittelalter dem baierischen Recht im Chiemgau bekannt als subWeist. III 67P): „wenn dann der dieb sidiäre Diebstahls- und Todschlags-Strafe. mit den rechten wird überwunden, so soll unser richter den egenannten dieb gepunden und gevangen antworten gen Gstad [am Chiemsee]. ... So soll der richter von Kling mit seinen ambtleuten reiten in den see hinz an dem satl und den dieb da laichen [d. h. entgegen reiten und den Dieb in Empfang nehmen]; war aber, data er oder sein gewaltig amptleut nit kämen, so soll dann unser richter den dieb gepunden an ein lediges schif setzen und soll in an alle rueder rinnen lassen; kam er dann davon, des suUen wir und Dasselb unser gotshaus unentgolten sein und an allen Zuspruch von maniklich beleiben. .

man auch einem

soll

der durchaus

verlässige,

Wand.

I

der einen todschlag erzeugt biet".

wie in

frühere Zeit

sehr viel

Persec.

thun,

5 (MG.

ein

.

.

Und sowohl

.

in eine

ganz anderes germanisches Stammgebiet zurück führt

wenn auch Auct.

.

.

ganz deutliche Bericht des Victor Vitensis

nicht

antiqu. III

1

p.

5)

vom Martyrium

B. Quodvultdeus

des

von Karthago und seiner Genossen unter dem Vandalenkönig Hunerich (484): „episcopum

...

maximam turbam

et

navibus fractis impositam nudos

clericorum

expelli precepif.

et

expoliatos

*

Aaf den ersten Blick möchte man sich versucht fühlen, diese Strafe als Abspaltung vom Ertränken zu erklären. Aber schon J. Grimm hat auf die analoge Form einer ursprünglich heidnischen Totenbestattung aufmerksam gemachf*). Man würde nicht ohne triftigen Grund annehmen dürfen, da(i der Ritus in den beiden Anwendungen Verschiedenes bedeutet habe. So ist denn auch bei Shakespeare Temp. I sc. 2) das Aussetzen Prosperos und Mirandas im lecken Boot ohne Mast und Segel ein gemildertes

Es verhält sich also das Aussetzen im Schiff zur Totenbestattung im Schiff wie das Begraben eines Lebendigen zum Begraben eines Töten und Bestatten.

RQuellen 439, Untersuchungen ü. fries. RGesch. T. 11 1 S. 459 fi. Grimm Die niederdeut. RQuellen Ostfrieslands I 219, Die oude freesche Cronike usw. (uitg. door het Friesch Genootschap v. Geschied künde 1853) 226, 297 und vgl. Th. Siebs im Grundriß d. germ. Philol.^ II 1 S. 541.

Richthofen

V.

')

Sagen Nr. 450.

Fries.

Borchling

S. ferner

.

Grimm

*)

Sagor

Hausmärchen Nr.

Finlands Folkdiktning

(in

Zu dieser Stelle

^)

J.Grimm Weinhold

I

16.

Strackerjan Aberglauben

A) 387—390, 392

Osenbrüggen

s.

...

.

aus Oldenb.

11 S.

347.

O.Hacknian

auch 323).

(vgl.

Studien 341

.

f.

II 257, 273 f., F. Liebrecht Gervas. Montelius in Svenska Fornminnens Föreningens Tidskrift VI 149—189, Kulturgesch. 136, G. Gustafson in Forening til norske Fortidsminders Bevaring. Aarsberctning for 1904 S. 107 — UO und H. M. Schirmer ebenda S. 228—230 (ü. das Schiff im Hügel von Oseberg), Br0gger, Falk u. Schetelig: Osebergfundet I (1917), Knut Stjerna in Antiquarisk Tid*)

149

f.,

skrift S.

248

S.

K.

XVIII Nr. 4 f.,

Abh.

B.

Mythol.«

1

692

f.,

111

Altnord. Leben 479,

S. 31

f.

Schnittger

248,

Kleine Schriften

0.

und in Studier tili Henrik Schuck 110 Hoops Reallex. IV 216 f.

£F.,

B.

Nerman

in Fornvilnnen

in

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

19

1917

146

Toten

Oder

^).

m.

W.

a.

das

Lebendigbegraben (unten Nr.

ist

11),

im

Aussetzen

strafweise

Schiff

Dasselbe gilt nun auch von einer zweiten, sichtlich jüngeren die

von

früheren Schriftstellern

gewöhnlich

unter

um 800

expugnavit

.

demergi

.

Ann. Bertiniani

in

a.

fecit";

Thegan

-:-

oft

genug

Am

834: „HIotharius

des Aussetzens,

.

gebracht

(»geschlagen")

Gebieten deutscher

in

frühesten, soviel ich sehe,

Cavellonem veniens eam

.

.

cupa positam

sororem Bernhardi sanctimonialem in

.

Form

Faß verschlossen

den Wellen preisgegeben wurde. Dieses Verfahren ist Rechte und deutscher Tochterrechte geschichtlich bezeugt. für die Zeit

strafweise

des Erträniiens

Rubriif

die

daß der Verurteilte in ein

Sie bestand darin,

wurde.

das

vertritt

auf dieses zurückzuführen und von ihm abgeleitet.

Ararim fluvium

in

52: „Hlutharius ... residens in civitate Cavillonum ... sanc-

feminam, quae erat soror ducis Bernhardi, nomine Gerbirch jussit in vase vinotico claudere et proicere in flumen Ararim ibi eam diu affligens quousque Nithard Hist. I 5: „Gerbergam more maleficorum in Ararim mergi extinxit eam": precepit." Am Beginn der Neuzeit muß diese Form des Aussetzens weit verbreitet gewesen sein, denn in der 2. Hälfte des 16. Jahrh. war sie auch in Spanien gebräuchlich^). timonialem

.

.

.



man

Zuweilen versah

Wie

schaffen*).

dichtung

als

das Faß mit einer Aufschrift,

ans Land zu Faß der Volks64 erbietet sich die reuige Ehea. ,lnclusam vase vultis sub-

Im Ruodlieb

Motiv.

1050) VIII 45

(c.

me, Deforis in vase

si

Tantum

sepelire;

es



brecherin, verschiedene Strafen auf sich zu nehmen, u.

mergere

davor warnte,

die

das strafweise Aussetzen im Schiff so diente auch das im

quod

aquam

vas rumpant in

:

notificate,

feci

vel

reiciant

Inveniant

me,

qui

me, Fiscibus ut

presumant

ne

vorer

citius

aut

diris cocodrillis*)."

Auch

das Aussetzen

im Faß war eine Form der Totenbestattung, wird

auch weit öfter erwähnt wie

Form

als

Bestattung Selbstmördern zugedacht.

man

gehen hindern, so suchte man

sie

wenigstens

Form

des

Bestattens

Über Aussetzen

')

Selsk.

als

Christiania 1909 Nr. 5 S.

i

')

J.

Clarus

(iO

sie

vgl.

auch

war jene

am Wieder„verschicken"^). Man

nicht auf rohere Weise

zu

„fortzuschaffen",

S.

Kitrem

Forhandlinger

in

i

Vidensk.

f.

V (Venet. 1587) fol. 47b (hier Moquette De Vrouw 128 (Dordrecht

Sent. Lib.

spiele aus der Neuzeit

Hauptsächlich

Strafvollzugs^).

eines

Wollte

solche

als



Andere Beinach vorgäng. Erdrosseln)Theatr. Europ. IV 304 (Wien 1642).

1555),

IX 523 (Lüttich 1661).

Laß

'•')

Kriegk Bürgertum

Raaben-Aas!

dem

V 410. Laßt fürt fahren (1510), Stosz fürt! Laßt rinnen, habt nicht auf disz Fasz, Dann drin ligen zwey Theatr. Europ. Vll 474 (Donaugegend). Vgl. auch die bei N. 4 angeführte Stelle aus

rinnen, laß rinnen! (1521), Oberbayer. Archiv

G. L.

(1527),

(1653),

I

241.

Ruodlieb. *)

Ausg.

')

Hierüber

V.

Seiler

264.

S.

S.

auch das Märchen bei

Hackman

a.

a.

0. 387, 391.

Föringer im Oberbayer. Archiv V 407 — 416, Osenbrüggen

Außer den dort angef. Belegen

s.

Knapp

Zenten

1

Baden im Aargau art. 66, Dieb. Schillings des Luzerners Chron. (Luz. 1862) 78, Topogr. V. Konstanz 47, v. Stetten Gesch. v. Augsburg I 698, Lersner Chron. I 69U, 692, 693, 698, 699, 703 (Fälle ist in

.

.

.

Rychenwyler

.

.

.

1653,

v.

1488

— 1610),

Flugbl. Ein wunderbarliche

im German. Mus.

Studien

102, 616, 759, 1148, 1149, II 779 N. 5,

zu

Nürnberg H.

.

.

.

Marmor

339

— 344.

Stadtb.

v.

Geschichtl.

493, 494, 496,

11

685,

geschieht, se geschehen

B. 2839 (ein

Mörder und Selbst-

mörder, nachdem er schon 8 Tage über begraben, wieder ausgegraben ,und auf ein Wasser geschlagen' I), Theatr. Europ. IV 976, Sebillot Folklore II 366, Gervasius v. Tilbury HI 90 bei F. Liebrecht 43. S.

auch Ö Weist. «)

So

z.

V 680 (auf freiem fluß des wassers

B. Zenten

1

verschicken).

113, 208, 370, 759. 782, 865,

Ferne der HalsGerO.

1029, 1038

f.,

1066

f.,

S.

44 (VI

art. 7, ebenso).

1083, 1114, 1148, 12U8, 1243.

147 wollte sie nicht in der heimischen Erde behalten.

um

etwa aus Gnaden oder

grund,

und im Märchen einen umbringen will*).

Wiederum

Faß zum Aussetzen

Toten

im

eines

auch aus einem andern Beweg-

verschickt man in der Sage im Faß (oder Kasten), wenn man ihn nicht

lebenden Menschen

geradezu

Wenn

sich seiner zu entledigen,

also

verhält

das Aussetzen

sich

Faß wie das Begraben

im

eines

Lebenden

Lebendem zum Aussetzen als vom

eines

Begraben eines Toten. Wiederum erweist sich somit das strafweise Lebendigbegraben abgeleitet. Von hier aus erklärt sich, daß auch das Lebendigbegraben eines in ein

Faß Eingeschlossenen nicht unerhört war^).

Singulare Formen

des strafweisen Aussetzens waren das Fortschwimmenlassen des

auf ein Brett gebundenen Missetäters,

um 800 im Beneventanischen

das

das Aussetzen des Diebes auf unbewohntem zeug,

das

dem

ordentlichen

aber auch

Seerecht

teilen

sie

diese

Werder mit Nahrung

der Schleswigschen Städtegruppe

außerordentlichen

für 3

eigentümlich

Formen den Charakter der

vorkam'), und Tage und Feuerwar*).

Mit den

Zufallstrafe.

das Lebendigbegraben zu vertreten hatten, bleibt vorderhand fraglich.

die gegenwärtige

Untersuchung

fällt dies

nicht ins Gewicht.

dem Ertränken im Meer oder Nr. 11) nimmt ein

Eine Mittelstellung zwischen

dem Lebendigbegraben

(unten

10.

Ob Für

fließenden

Wasser und

Das Versenken im Hunipf^),

in alter Zeit, dann wieder von neueren Schriftstellern bald mit dem Ertränken, bald dem Lebendigbegraben ohne weiteres zusammengeworfen, bekanntlich zuerst erwähnt und kurz beschrieben von Tacitus ^Germ. 12: „ignavos et imbelles et corpore infames Das nächstälteste Quellencaeno ac palude injecta insuper crate mergunt".

schon mit

')

Vgl. die

Aussetzungeaagen in Grej,'or. Turon.

III

Gesta Rom.

26,

(ed.

Oesterley) Nr. 81

Hartraann v. Aue Gregorins v. 699 — 718 (nebst F. Lippold über die Quelle des Greg. 17 f., Creizenach bei Paul u. Braune Beitr. II 196, E. Kuhn in Byzant. Zschr. IV 242), Mai u. Beaflor (Ausg. V. 1848) S. XI, XIII (daz vaz rinnen lazzen uf dem nier), J. Enikels Weltehron. (her. v. Strauch) V. 26833—26883, 27069-27147, v. d. Hagen a. a. 0. S. CLVII, W. Grimm Altdän. Heldenlieder 247 (Nr. 61), Hansmärchen Nr. 29 und III 103. 106, 109 (nebst Bolte u. Tolivka Anmerkgg. I 277), A. Birlinger Volkstümliches aus Schwaben 1 Nr. 255, Asbjörnsen u. Moe Nor.ske Folke-FIventyr- Nr. 5, Hackman a. a. 0. 220, 237, 241, 243, 477, Suchier Oevrcs de Beaumanoir I p. XXXII, XXXVI, (S. 401),

.

.

.

XLVII, LXXVII, LH.

Das Motiv des schwimmenden Kastens (Fasses) ist im Orient wie im Occident verbreitet; hierüber K. Cosquin Le lait de la ini're et le cofFre flottant 1908, auch 0. Weber Die Lit. der Babylonier (1907) 206 f., G. Glotz La solidantc de la famille en Grece 33 N. 7, Pansaniaa X 14, endlich W. Wundt Völkerpsychol. II 3 S. 262—270. Merkwürdig das Aussetzen in einer arca bei der procuratio prodigii nach etruskischer Anweisung, Li vius XXVII 37. Aussetzen im Korb: Der Heiligen Leben (Straßb. 1502) fol. CLXVIa (Judaslegende). .

.

.



Als Bauopfer:

Sebillot a.a.O. IV

3)

Agobard De

grandine XVI (Migne Patrol.

5)

J.

2)

90.

lat. CIV 158): multos comprehensos [wegen Zauberei] audivimus et vidimus et aliquos occisos plerosque autem affixos tabulis in flumen projectos atque necatos. Vgl. das Märchen bei Hackman a. a. 0. 324. *) P. G. Thorsen Die mit dem jüt Low. verw. Stadtrr. (1865) 16 (§60), 44 (§ 73), 94, 95 (§ 91), 137 (§ 73), 202 (c. 93), 226 (§ 93). - Etwas Ähnliches kommt übrigens als englische Strafe für Dielie auf )

ö Weist.

ÖWeist. VIII

IX 254, XI

(pl.

deorsum, capite) oder

war das KopfUberbegraben spätestens

2)

VIII 304, XI 316, 301. S.

15, 7.

sei

es

kopfüber,

S. ferner

XI 180

seit

f

,

ital.

dem

sei

es

in

Ausgraben eines Grenz- oder

als Strafe fürs

waren indes nichts dem österreichischen Recht

Unter dem Namen plantare gärtnerisch)

kommt auch

Tatort,

Sie

vor'*).

das Begraben des Täters,

dieser Riten,

am

aufrechter Stellung,

'").

13.

Eigenes.

allein

(—

absenken,

Jahrb. in Italien

als Strafe

propagginare

197, 208, 238, 265, 284, 326, 385.

ferner VII 1062, Vlll 22, 43, 79, 107, 113, 157, 163, 431 (auch 464, 469),

218, 243, 265, 279, 288, 318, 327.

Kopfüber verschütten: ÖWeist. VI 31, 37, VII 40, 59, 62 f., 518, 669, 712, 719, 747 f 755, 811, VIII 181, 197, 501, 697, IX 420, XI 42, 107, 177, 363. S, ferner VII 490, 506, 508. Kopfüber bis an den Gürtel: VII 833, 656, 874, 894. 902, 1026, VIII 31, 358, 601, 647, (VIII 697). Kinen Zusammenä)

,

— —

hang E.

V.

dieser Strafe

Künßberg

mit dem

scherzhaften

*)

ÖWeist. VIII

^)

ÖWeist. VIII 667, 682, 901, XI

«)

ÖWeist. XI 147.

')

ÖWeist. VIII 1094

(a.

8)

ÖWeist. XI 22

1673),

9)

ÖWeist. VII 74

>«)

Baumstehen'

beim Setzen eines Grenzsteines nimmt an Abb. VII 19.

137, 509, 513.

(a.

(a.

(a.

3.

Vgl. auch Anh. 933.

1640).

VI 70 (16. Jahrb.).

1617), VIII

ÖWeist. XI 273 (nach

") ÖWeist. VII 40

Abh.

,

in Sitz^sber. der Heidelb. Akad. Pbil.-hist. Kl. 1920

1091.

1557), VIII 901.

1600-1550), 290

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

(a.

1500-

Abb.

1550).

20

154 wohl bekannt*), und Dante hat sie im c. XIX des Inferno dichsie überhaupt in Italien bodenständig, ursprünglich langobardisch, und erst von dort aus in österreichische Rechtsgebiete eingeführt, wo sie mit , spiegelnder" Tendenz an die Stelle des oben S. 127 abgehandelten Enthauptungsritus

für schwere Missetaten

Möglicherweise war

terisch verwertet^).

vis dessous terre) in

tous

Form

Erscheint doch dieselbe

könnte.

getreten sein

de la cour des bourgois

c.

des Lebendigbegrabens

einem sicheren, wenn auch andern Anwendungsfall

285

Beugnot

(bei

in

Dagegen wäre

Assises II 216).

(als

planter

den Assises eine solche

Hypothese abzulehnen bezüglich desjenigen Verfahrens, wobei der Missetäter aufrecht oder Denn dieses kam seit dem MA. auch in England vor, bis zum Hals eingegraben wurde.

wo

noch Shakespeare erwähnt').

es

Auch der Gesichtspunkt der Zufallstrafe war nichts spezifisch Österreichisches. Der gewöhnliche Ritus des Lebendigbegrabens, solange nicht das Pfählen damit verbunden Schon die S. 152 erwähnten war, fiel ebensogut unter ihn, wie die besonderen Riten. des Vergrabenen Entkommen für möglich hielt, und aus Dornzweige zeigen, daß man das wälsch-flandrischem Rechtsgebiet wenigstens sich rettete

ist

Von den Varianten

wo

ein Fall belegt,

und „nachher noch 10 oder 12 Jahre des Lebendigbegrabens

ein

Lebendigbegrabener

lebte"*).

sind

Abspaltungen

zu

unterscheiden.

Zwei derselben, das Einmauern, und seine weitere Abspaltung, das Verhungernlassen, berühren unsere Untersuchung an gegenwärtiger Stelle nicht, da sie zeitlich nicht mehr ihrem Froblemkreis, auch nicht sowohl dem öfientlichen als dem Privatstrafrecht angehören. Eine dritte

wo es nicht mit dem Begraben verbunden ist (Anh. 393, Auch sie gehört erst dem mittelalterlichen, und zwar, wie es

das Pfählen,

ist

395, 406a, 935, 935 a)^).

nur dem deutschen Recht an®).

scheint,

Es wäre übrigens zu fragen, ob nicht wenigstens

an einigen Stellen, die nur vom Pfählen sprechen, das Lebendigbegraben mitgedacht

Beachtung verdient anderseits

*)

Du Gange

Gloss. s. v Plantares, wo jedoch der Ausdruck irrig auf das Kopfabwärtshängen Tommasea Matth. de Griffonibus Mem. a. 1356 (bei Muratori SS. XVIII 172).

bezogen wird. Dizionario ^)

ed.

.T.

Dazu

Ph.

vv. s.



Propagginare

4,

Propagginato

Benvenuti de Rambaldis

Lacaita

II

(1887) p. 33

f.,

(in Lichtdr.

bei F.

in der Kupferstich-Folge 3)

A.

Schultz

him breastdeep *)

v.

Lippmann 1481 (her.

Höf. Leben^

in the earth.

Des Marez

a. a.

II

v.

f.



'>]

f.

II

super Dantis Aldigberii

Commoediam

G. A.

Straparola Notte I Dagegen seit dem SpätMA. auch

Nedonchel 219; vgl. oben Osenbrüggen Studien 297 f, 359

Deichr.

264 N. 25.

Lippmann) tragen hier nichts aus. Shakespeare Titus Andronicus V 2.

Pfählen nach Enthauptung Zschr.

d. deut.

Commentum

V

183 N.

quelle fuist morte,

(1903).

Pertile Storia

de Imola

und

Italien. Parallele

0. 122.



2.

Scartazzini La Div. Conimedia comm.6 (I9U) von S. Botticelli im Hamilton-Ms. des K. Kupferst.-Kab. zu Zeichgg. v. Sandro Botticelli zu Dantes Göttl. Kom. 1887) und

89

Die Illustrationen zu der Stelle

p. 183.

Berlin

s.

sei.

Prager Notiz, daß mit dem Pfahl „an der Wegscheide"

die

f.

bei

S.

H.

104 N.

2,

129 N.

III (1864)

3 g. E.:

.

.

.

Set

hier die Formel:

enfouir tant

3.

Brunner a.a.O.

RGesch.

sc.

fav. 4.

266

f.

S.

Stiaßny Die Pfählung J. v. Gierke Gesch.

110 (Breslau 1709).

680.

Außer den Nachweisen bei Osenbrüggen, Brunner, Stiaßny und J. v. Gierke s. Brünner Schöffenb. c. 489, Weist. I 547 (a. 1383), ÖWeist. VII 593, Anzeiger f. K. d. deut. MA. 1883 S. 127, Anzeiger f. K. deut. Vorzeit 1854 Sp. 114, 156, J. Emerichs Frankenb. Gewohnh., Marmor Geschichtl. Topogr. V. Konstanz 120 N. 2, Theatr. Europ. IX 1481, Fr. Müller Siebenbürg. Sagen Nr. 192 a. E. 6)

Vgl. ferner oben S. 22.

155 was im

werde,

gerichtet

auch

16. Jahrb.

England vorkommt*).

in

lokalrechtlich das nämliche beim Richten in die Erde.

insbesondere apotropäischen Eraft des Kreuzwegs^),

Dornengeheges beim Lebendigbegraben (oben

so stellt sich auch die Analogie

152)

S.

Möglicherweise galt

Erinnern wir uns der zauberischen,

Das Steinigen').

12.

Buchstäbliche Übersetzungen von griech. hüäCeiv und

Terminologisches.

könnten sein got. stainjan

(dies bei

des

ein.

Wulfila

=

stets

h§dCetv),

lat.

lapidare

ahd. steinön (gasteinöii),

mhd. steinen, mnd. stenen*), wofür dann mhd. auch versteinen und ersteinen^) (vgl. oben 150 das Verhältnis von graben zu begraben und vergraben), ostnord. stena und älteres Besteht aber schon bei diesen Wörtern kein einen zu Tod steinigen)*). stenka (i hael S.

=

zwingender Grund zur Annahme einer Übersetzung, so noch weniger bei skand. tyrfa (til bana, eigentlich ^= einen mit Rasenschollen zu Tod bewerfen)'), ags. tortjan (oftorfjan),

wozu das fem. wnord. gryta

und

torfunge*),

= beschottern

bana,

(g. til

htenan

ags.)

(allein

hei,

i

und dem zugehörigen fem.

heljar)

til

ferner

,Scharfstein")^),

hsin

(v.

gryting*"),

mhd.

gar erst aber bei umschreibenden Wortverbindungen wie ahd. steinuni bivellan'*), verrunen

mit steinen

=

(verronen)'^)

(=

wnord. bera grjot a einn

obruere

lapidibus

bei

Andreas Suneson 95, und

bei

Schotter auf einen werfen), berja grjoti

(=

hei

i

mit Schotter

totschlagen)*').

Der Hergang menge,

meistens

breviierend)

nehmern

Bilder

die

')

Altprager Rb.

-)

Wuttke

beworfen

936

(Anji.

Rößler

(bei

Volksabergl.

a. a. 0.) c.

in

Register,

bestimmte

Eine

ff.).

f.

Wilda

von

Zalil

dem Verurteilten

Stephen

126.

51, 52,

Menschen-

einer

So schildern das Verfahren (ab-

wird.

namentlich aber §S

Hist. of crini.

18, 612, 616, 706,

Teil-

fordert

law

II

ein

105.

Strackerjan

772,

S. 8.

II

Grimm

RA.«

274

J.

*)

Belege bei Graff Sprachachatz VI 622, s.

v.,

II

504

Strafr.

3)

Got Glossar

wenn der Missetäter von

einfachsten,

mit Steinen

und zwar gleichen Geschlechts mit

(80),

Aberglaube

am

gestaltet sich

umgibt,

ihn

die

J.

Maurer

K.

f.

Grimm

a. a. 0.,

Müller-Zarncke Wörterb.

für steinen bei

5)

Weiland) S. 94. — stenken? Weist. II 122. Müller-Zarncke s. vv. J. Enikels Weltchron.

6)

Stena: Magn. Er. Landsl. Hb.

s.

v.

Vorlesungen

für stainjan



steine.

V 43-48.

mehr

bei K.

Schulze

stenen: Sachs. Weltchron.

(her. V. L.

8

J)

a. a. 0.

8.

Kaikar Ordbog IV

(var. 8),

V.

8.

V.

turve

a.



4,

5,

v.

18780, 18848.

Stadsl. Hb.

9 pr.

1

Rudolf

v.

Ems

Stenka: Schlyter in den Gloss. von Corp. Jur. Sviog. a.

a.

0.

I,

III

s.

v.

Willeh. 4709.

(var. 24, 31), 2 (var. 41), 4 (var. 42),

und Westmanna

I.

11

II,

X, XI

s. v.

Kaikar

Mb. 12 §1.

E.

*)

Bosworth-Toller

9)

Ebenda

s. v.

126.

Schlyter

Gula^ingsb. 253.

2,

Dict.

Grimm

J.

s.

a. a.

vv.

0.

Liebermann Wörterb. s. vv. Wegen hän (altnord. hein) vgl.

A.

Walde

Lat. etym. Wörterb.

catus. "*)

Fritzner Ordb.

mundarson)

II

66.



s.

v.

gryting ebenda und Fritzner

-sunga

11)

Graff Sprachschatz

12)

Lexer Wörterb.

13)

Fritzner Ordb.

8.

38.

Fornaldar

4. Landnama 111 20 (S. (= mit Steinen darnach

3,

gryta at

s.

s.

s.

II

v.

Fornaldar sygur

(her. v. v.

Valdimar AsUnger)

169.



v.

s.

III v.

236),

werfen) Heimskringia (her.

467.

Schmeller grjöt.

170.

Wörterb.2

Laxdcela

8.

(her.

II

v.

116.

Kalund) XXXVII

35.

Atla mvl 82

Skaldskapar mal 47. 20*

(1).

Vnl-

156

um

angelsächsisches Gesetz

verrunen, obruere

(dys,

wird es anderweitig

graphisch

hiedurch das

sich der Gesteinigte

ihn

über

varde)

Daß

Ges. 172).

deuten Ausdrücke wie

ihm

bivellan,

wurde*).

Man

Ikonowie sich

sieht,

wird noch deutlicher,

Dies

annähert^).

Grube befindet (Anh. 962).

einer

in

zusammengeworfen

(Anh. 937, 946, 957)^).

bestätigt

dem Lebendigbegraben

Steinigen

zeigt

Lieberniann

(Quadripartitus bei

155) an und gelegentlich wird uns auf Island auch erzählt, dai ein

(S.

Steinhügel

kegelförmiger

wenn

— 939

über dem Missetäter gehäuft werden sollten,

die Steine

stellung

929

Bei

Dar-

einläßlicherer

Ikonographie gefesselt (Anh. 964, 971a, 973, 976) und überdies

die

auch an einen Baum, einen Pfahl, ein Kreuz gebunden (Anh. 945, 966, 968, 969 b, 971a, Auf einem 970, 977, 978), wie es mehrfachen geschichtlichen Angaben entspricht*).

um

1300 (Anh. 955) sieht man ihn mit einer Augenbinde. Vieldenselben Zweck, wie wenn man im Norden dem Gefangenen einen Sack

schwedischen Gemälde leicht hatte dies

über den

Kopf

um

zog,

Wirkungen seines bösen Blickes abzuwehren^). Bekleidet Doch scheint dies mehr auf der Willkür oder auch

die

erscheint er auf den meisten Bildern.

Nehmen

auf altchristlichen Vorlagen^) der Künstler zu beruhen. sie

genauer, so stellen

es

sie

ihn nackt oder doch nur in einem Kittel dar (Anh. 945, 968, 975, 976

immer waren

gerade Steine, womit

es

man

— 966).

Nicht

ihn bewarf; Rechtswörter wie torfjan, torfung,

torfsmadr (unten S. 157) beweisen, daß in England und im Norden die Steine durch

tyrfa,

weswegen

Erdschollen vertreten werden konnten, Steinen oder mit

„Torf zu

die Gula|)ings

Frostufings

werfen.

XIV

b.

bök 253

12 (unten

S.

es freistellt,

mit

157) gestattet zu

„womit man

will". Vgl. auch Anh. 938. Immerhin entspricht doch auch im weswegen Werfen mit Steinen der Regel, in Schweden die Entscheidung des Norden das

werfen

der Verurteilte solle „msef stenum tyrfses"

Gerichts dahin lautet,

„unter den

Stein"

„stensmajer" (unten gulär,

ist

(oben

157) entspricht.

S.

Verfahren (wegen Roßdiebstahls) mit spitzen

sächsische

das

das die zweite Vita

Liudgeri (MG. SS. II 419) schildert*).

s.

oder

')

kürzer er solle

dem norwegischen „torfsmadr" der schwedische Nur scheinbar, wie sich zeigen wird (S. 157), sin-

und

S. 32),

wegen der später zu erwähnenden griechischen

was

der Brauch

das

von Belang,

Parallele

Hölzern (sudes),

In Deutschland bestand,

Schleudern der Steine mit Fluchrufen zu begleiten; »verfluchen und verstainen" sagt noch

Rudolf

V.

vorstellt.

bei J.

Ems

')

Laxdoela

2)

Vgl. auch Lardcela

Grimm 3)

*)

MG. 5)

taedis

a. a.

a. a.

ist

wenn

es,

Dazu Kalund Bidrag

0. s.

XXXVII

til

Norwegen

in

als

Zubehör des

die Steiniger

eu hist.-top. Beskrivelse

35 (Steinhaufen über

dem

Steinigen.s

schreien,

„da

469.

I

Gesteinigten) und die Belege mit obruere

0.

darüber Hirzel Die Strafe der Steinigung

XXVII) 232

237

f.,

X

Gregor. Turon. Hist.

(in

den Abh.

d.

sächs. Gesellsch. d.

W.

f.

10.

Passio

s.

Leodegari in MG. SS.

rer.

Mer.

V

311, 335.

V.

s.

Liudgeri

SS. II 419.

Laxdoela

Wie z. de Fleury Les ^)

s.

Zutreffend

phil.-hist. Kl.

in

(Willehalm 4709), indem er sich das Verfluchen

Ein ähnlicher Vorgang

s.

XXXVII

33, 36, 37,

XXXVIII 7—9. Fornaldar

B. das Mart. des Stephanus

Saints de la Messe

Mb. 13 §

')

Uplands

8)

Vgl. übrigens

1.

1

V

sQgur (Vald.

im Vatikan. Menologium

Asmundarson)

II 66, 170.

abgab, bei

Rohault

(X. Jahrb.),

pl. 501.

(= Westmanna

1.

Mb. 12 §

auch die Hinrichtung des Eadric

Edricum tamdiu jacularent, donec usw.

1)

in

oben

S. 32.

England; K. Knut befiehlt ut torribus et

Rieardus de Cirenc.

Spec. hist. (ed.

Major)

II

173.

157 solle der

Weg

Neiding den

anderer Neidinge gehen"

mochte

sich gerade diese Strafe vor andern eignete,

Volksjustiz, für deren

^).

über die

bald

sich

Ausübung

bald über Regel hinwegsetzen, so auch an einen gesetzlichen Vollzugsort sich nicht binden.

die andere

Die altschwedische Terminologie deutet aber einen solchen an, indem Verfallenen als

am

darauf, die Strafe

Strand eines Gewässers zu vollziehen, wie

mit dem Strange solche Orte bevorzugte

oben

(s.

103 N.

S.

den der Steinigung

sie

man in Schweden man ja auch beim Richten Auch in Norwegen scheint

Darnach

maper ok stranda" bezeichnet^).

„stens

eine,

1).

hielt

als der richtige Vollzugsort der Strand gegolten zu haben').

Anwendungsfall das Steinigs. Verfahren in Der Cod. Ranzovianus der westnorwegiscben Gula|)ingsbök (253) beschreibt

zeigt sich für einen bestimmten

Im Norden festeren

Formen.

indem er wahrscheinlich zwei Texte des

es,

Gut

einer weniger

und nach ihm [2.]

Wenn

werfen

er aber

dann

dazu sagt,

man ihm

soll

[l.J

„Wenn

eine Gasse schaffen

Dann mag er es damit abgetan haben. mit dem Volksrechtseid; dieser Eid aber

mit Steinen oder Torf.

nein

Jahrhunderts kompiliert.

12.

[als eine Drittelunze] stiehlt,

leugne er

ihm zum Gassenlauf (til gotu). Aber man soll ihm die Gasse schaffen von da an, wo er sachfiiUig wird, und diese Gasse soll sein neun Ellen lang (niu boga lengd)*) eines volljährigen Mannes. Aber dann soll man ihn steinigen (tyrva) mit Steinen oder mit Torf, wenn Aber wenn er davon kommt, dann mag er es damit er fällt. und er fällt friedlos, Wertvolle Ergänzungen dazu, wobei sich zugleich die aligemeine Verabgetan haben.' breitung des Ritus im westlichen Norwegen ergibt, bieten die Drontheimer Gesetzbücher, fällt

und zwar zunächst

dann

Drittelunze,

ihm [zwei] Reihen davon kommen

XIV

Frostujnngsbök

die

ein

er

ist

Mann

und

(geilar)

„Wenn

12:

und Teer

einer

weniger stiehlt

madr ok

(torfs

tioru);

nach ihm ein jeder mit was er

es werfe

kann und

wie er

für Torf

will,

nachher nicht buljberechtigt."

[ist]

und

eine

als

man

bilde

er

mag

Das Marktrecht

(Bjarkeyjar r^ttr) wiederholt nicht nur (147) diese Bestimmung, sondern bringt auch noch in

seinem Seerechtsabschnitt (168) eine Variante zu, die uns darüber unterrichtet, was es

„Wenn

mit dem „Teer" auf sich hat:

zum Wald soll

[=

sich flüchten],

wenn

fahren

S. 156!)

Seiten,

kann; aber jeder von den

er

werfen mit einem Stein oder zugespitzten Holz

Liudgeri oben

(kefliveli,

Md.

in

Norwegen

8,

I)b.

3

pr.,

II

Db. 19,

24,

{)b.

ein Missetäter als „torfs

auf „Torf und Teer" (dömse

til

torfs

Heimskringla

(her. v.

Schlyter

Corpus Jur. Sviog.

XIV

V

til

23

Z.

')

Fr08tu|)ing8 b.

.Neun

')

Die norwegisch-schwedische Gleichung

loniuB De

12,

Bjark.

prisco

.

in Corp. Jur. Sviog.

.

.

I

r.

(=

147;

Wilda

s.

oben

32)

tj^ru"

tiseru)

f.

S.

die

lautet in

gilt,

rennen

der dort

ist,

sudes der V.

s.

Flateyjar bök

S.

die alliterierende Urteilsforinel

s.

v.

I

Olivecrona

dem Erben und

238).

Strand.

121 N. 12.

Strafr. 605.





ist im Gegensatz zu Früheren servorum jure (1793) § 35 (noch nicht 1780 nach § 7) erkannt.

510.

er soll

Denn nach Westgöta I. dem gleichen Fall, wo

„nicht zu vergelten vor

322 und Gloss.

*)

Schritte breit" meint

oben

s.

madr ok

ok

Ungar) 169

')

*)

in

vgl.

und

Leuten,

Es unterliegt keinem Zweifel, daü das nämliche Ver-

nach ihm.'

auch im ostnordischen Rechtsgebiet gebräuchlich war^).

(I

er sich

soll

ihm eine Gasse machen und stehen auf beiden

alle Schiffleute

dann macht

einer auf Kauffahrten stiehlt,

man den Schädel kahlscheren, und teeren (brsecta) (dun) nehmen und [ihn] federn (dyna). Dann sollen

zum Gassendieb (at gätu {)i6ti). Ihm soll man seinen Schädel und Federn

Ora DödsstrafFet^

S. 6.

zuerst von M. S.

Ca-

auch Schlyter

158 Das Teeren und Federn

Ansprecher".

ist

aber nicht bloß nordisch, auch nicht erst durch

Es

die amerikanische Lynchjustiz weiter verbreitet worden.

MA. sowohl

ist

gerade auch für Diebe, nachgewiesen^), die Leiterstrafe, das

Tragen

Hundes

sogar eine vollere

tritt

(S. 96, 97,

Form auf

sondern sein ganzer Leib

bloß der Schädel des Missetäters,

u.

a.

als Strafe

Abspaltung vom Steinigen wie

eine mildernde

eines Halsstrickes oder

Dabei

strafe abgespalten sind.



Ehrenstrafe schon im

als

und zwar

Deutschland und Frankreich wie in England,

in

105) von der Galgen-

als in

Norwegen: nicht

wird geteert und mit Federn

Man nehme hiezu jene Variante des alten Gassenlaufs, die sich unter dem Namen Spießrechts als Landsknechtstrafe ausgebildet^), dann im jüngeren Militärstrafrecht unter dem Nameu des Spießrutenlaufens^), im gemeinen schwedischen Strafrecht des gatulop*) eine neue Variante 17. Jahrb. wiederum unter dem Namen des Gassenlaufs hervorgetrieben hat, und man wird auf ein urgernianisches Recht zurückschließen dürfen, bedeckt.

des



worin der Gassenlauf im wesentlichen so,

wie ihn

die



nordischen Rechtsaufzeichnungen



des 12. und 13. Jahrb. schildern, als Spezialstrafe für gewisse Diebstahlsfälle galt,

Abart vom gewöhnlichen Steinigen,

die milder

war

als die Strafe

weil sie in noch höherem Grade auf den Zufall Wortlaut der norwegischen Texte ausspricht.

der Strang,

Das Verjbrennen

13.

eine

für großen Diebstahl,

was ja auch der

abstellte,



mhd. brennen*), md. und mnd. bernen (harnen, burnen)'), an. beornan burn)*), afries. barna (berna)^), skand. brenna*"), wogegen erst jünger

got. gabrannjan *), ahd.,

(bernan, woraus engl,

I

A

Grimm

J.

1)

Dieben

(a.

226, 2j

1189)

— J.

11

322

f.

u. Federn beim Hängen oben S. 100, beim Aussetzen von beim Verbrennen Hackman in Finlands svenska Folkdiktning

Teeren

Strafr. 68,

Grimm

als selbständige Ehrenstrafe,

Grimm

Kriegsordnung 3)

RA.*

Henderson RA.*

15()4 fol.

Ikonographie:

268, 290

II

LXXIII



f.

a. a.

0.

Ikonographie: Holzschn.

v.

J.

Amman

in L.

Fronsbergers

588),

Radierung von

a.

Stich bei

Flemming

Der

vollk.

teut.

Soldat

(s.

Anh. Nr.

B Basedows Elementarwerk 1774 (Kupfersammlg.) Taf. XXXIV. Ausführliche Beschreibg. in Einl. 349. Nachahmung im Kinderspiel: H. Handelmann Volks- u. Kinderspiele 43 f. *) Davon ist oftmals die Rede in Förarbetena tili Sveriges Rikes Lag (her. v. W. Sjögren), so z. B. IV 388, 384, 388, 390, 391, 426, 428—430 (Entwürfe a. d. J. 1696), V 326, 327 (a. d. J. 1706), 284,

Chodowiecki

285,

291—293,

in

.1.

302, 338 (aus 1713),

auch

tagsverhandlg.);

bei

I

39, 11

186, 215, 265 (Kommissionsprotokolle), A'IIl

diesem Gassenlauf wurden

86-94

(Reichs-

bestimmte Zahlen von Teilnehmern aufgeboten

dagegen die Gutachten a. a. 0. VII 407, 408, 412, 418, wonach in Livland der Frühere Praxis: Theatr. Europ. IX 640 (a. 1662), 1000 (a. 1663). 5) E. Schulze Goth. Gloss. s. v. brinnan, wozu J. Grimm Kl. Schriften 11 243. 6) Otfrid V 1 V. 11 (mit fiuru br.). Dsp. 111 Swsp. Ldr. 174b, 368b. Schemnitz Stadtr. c. 19. Blume V. Magdeb. II 5 c. 5. Berliner Stadtb. IV 6, 13. Lexer Wörterb. s. v. J. Grimm KI. Schriften II 249 (Note). Fischer Schwab. Wörterb. s. v. brenne II, A 1 a. Weist. H 106, 122, 381. ÖWeist. VIII 679. Ofener Rechtsb. 275. Österr. Reimchron. (her. v. Seemüller) v. 82690. Unten Anh. 1018. ') Müller-Zarncke Wörterb. s. v. 2. Goslar Stadtr. (her. v. Göschen) S. 38. Lübeck Stadtr.

iaTa-'\ streuen ins fließende

xaxanetQOvv, ntiQOjfia)

h&dCeiv, [xaja-^Xi&ovv,

Der Verurteilte wird

gebildet.

,

Meeresstrand oder auf die Gerichtsstätte,



und

Rufen

bestimmten

etwa auf einen Kreuzweg oder an den

unter Umständen

auf das Grab

Rücken gebundenen Händen von

mit über den

dort

Verletzten,

homerischer Zeit*) zeremoniell aus-

seit

hinausgeführt*,

wie nach

deutschem Brauch (oben

S.

der



156)

des

von ihm

Menge unter unter

'Vqy-

überhäuft {drjjuoQQicpetg Xevaiaovg agd?), und zwar wie bei den Angelsachsen (oben S. 165) je nach seinem Geschlecht von Männern oder von Weibern^), und der Steinhaufen über ihm bleibt sein Grab. Auch an Leichen

fluchungen

mit Steinen

(dvdi?jj/ia)')

und Köpfen von Missetätern wird der Ritus vollzogen''). Besonders deutlich griechischen Steinigung auch der Charakter der Zufallstrafe hervor (Hirzel a.

Auch

Nord- und Südslaven bestand

bei

0. 239 f.). Der FelsStrafe'), und bei a.

die Steinigung als ordentliche Strafe*).

sturz war eine griechische, eine römische, eine keltische, eine slavische Griechen und Römern bestand Übereinstimmung mit den Germanen noch insofern, bei

bestimmte Felshöhen

jenen

1)

-)

O'Keery Nux V. 3

Römer Liv. IV ^)

S.

auch

Saglio *)

0.



(Poetae

Cicero

Dareraberg-Saglio lat.

Verr.

min. I

138)

(v^l. S. 137,

ed.

III 1

Baehrens

I

als

auch

zu ständigen Richtstätten gemacht

S. 810. 90).

Beispiele:

Griechen

Herodotoe IX

120,

119.

Hirzel Die Strafe der Steinigung (in Abh. der such«. Gesellsch. d. W. phil.-hist. Kl. XXVII). Corssen in Neue Jahrb. f. d. klass. Altert. XXXI 226 f., Ch. Lecrivain bei Daremberg-

P. 8.

Lapidatio.

T.

/.aicof ;{iriuv

Ü33, 673 N.

1,

schon sprichwörtlich in

887 N.

Ilias III 67.



S. ferner:

Gruppe

Griech. Mythol. 887 N.

4,

4.

Liebrecht Zur Volksk. 382, B. Schmidt in Röscher Kynanthropie 38 f. Gruppe a. a. 0. 887 N. 1 a. E. auch die mixta cum saxis addita verba mala bei Propertius IV (V) 5 v. 78. Hiezu 8. auch Eitrem Opferritus u. Voropfer der Griechen u. Römer (in Skrifter utg. av Viden^)

Jahrb. Vgl.

50,

a. a. f.

der

tritt bei

f.

Über das Steinigen klass. Pbilol.

als

XXXIX

griech. Verfluchungsakt

368, 374,

''}

skapsselsk ')

")

a. a.

i

Kristiania 1915 II

1)

284 (Weiber steinigen die

Lais).

Wegen des Steinigens von Köpfen s. Eitrem a. a. 0. 288 und vgl. oben Adam. Brem. E. Volkniann Das älteste poln. Rechtsdenkmal c. 15.

0. 136, Popovic a. a. 0. § 85.

S.

Krauß

Sitte u.

S. 111

28 N. 6 49 (?).

a.

A.

Jirecek

Brauch 209, 216.

Pauli Realenc. VI 1618, Hermann-Thalheim a. a. 0. 143, K. F. Hermann Zu Jon 1251 und in Abh. d. k. Ges. zu Gott. NF. VI (1856) i^Oi N. 2, Thonissen a. a. 0. 97—99, Hirzel a. a. 0. 227, Usener in Sitzgsber. der Wiener Akad. CXXXVII (1897) 47, 187, Schwenn 41, 47 (vgl. mit 43), Ch. Lecrivain bei Daremberg-Saglio VI I p. 536, Thalheim bei Pauly- Wisso wa Realenz. s. v. BägaOgor, Seh ulthefi ebenda s. v. A'araxg»?/"'"'/"'?, M. Nileaon Griech. Feste 110 f. — Römisch: Mommsen a. a. O. 931—934, M.Voigt a. a. 0. I 494, 495, II 820, 825 N. 22, 839, Lecrivain a. a. 0. 540. Keltisch (gälisch): V. s. Kentigerni oben S. 15. — Cechisch: Cosmas I 13 g. E., Kuhn Mark. Sagen 216 (Nr. 20 vom Turm stürzen). *)

Griechisch

(xaiaxQr]ftriCciy):



168 waren, wie

Rom

B. in Delphoi der hyampische, in

z.

dort beobachtete,

nach Absicht der Epeiroten der Felssturz wesentlich Zufallstrafe sein oben

138 N.

S.

daß

In eben

sollte^).

5).

altrömischer Brauch bekannt genug,

Bei jenen mußte überdies das

galt aber auch in griechischen,

Römer und Griechen

und slavischen Rechten*).

tischen

leuka-

deutlich,

war er bei römischen Schriftstellern Gegenstand einer Kontroverse Das Ertränken in fließendem Wasser oder im Meer ist als

Eigenschaft^)

dieser (s.

Am

der tarpejische Fels*).

man

dischen Felsen symbolisieren die Vorkehrungen, die

Haupt

makedonischen, kel-

bedienten sich dabei des Sackes.

des Verurteilten mit einem Wolfsfell verhüllt werden.

Andern Vollzugsarten begegnen wir im Kreise der indoeuropäischen Völker zwar Dem germanischen in gleich weiter Verbreitung, doch immerhin noch häufig. Lebendigbegraben entspricht ein bei allen Hauptgruppen der Slaven nachweisbares nicht

Verfahren, wobei auch die

S.

152 N.

153 N. 4

8, S.



6,

154 N. 9 hervorgehobenen Varianten,

das Eingraben eines Lebenden unter einem Toten und das Eingraben bis

Ferner steht das römische

auftreten^).

wozu

sich das Verschließen

vermuten, daß gab, auch die

in

terra

necare"

zum Kopf wieder

todeswürdigen Vestalin,

der

der Antigone im xairjQEepr)? rv/ußog im wesentlichen als Par-

Doch darf man

allele verhält®).

„sub



um

schon

des technischen Wortes defodire willen

Raum

vorgeschichtlicher Zeit, als es noch keinen dafür ausgemauerten

Römer

das strafweise Lebendigbegraben in ähnlicher Art wie die



Germanen

und Slaven übten, wie es denn auch bei gewissen andern rituellen Tötungen geschah'). Das Ausdärmen, und zwar in wesentlich gleicher Weise wie bei den Germanen, ist bei slavischen Völkern seit dem FrühMA. sicher bezeugt, und Spuren davon finden sich auch

Das spricht doch

bei Kelten^).

Den

1)

daß die Strafart auch

Pastor Die Stadt Rom zu Ende der Renaissance 103. C.O.Müller Die Dorier^ I 233, M. P. Nilsson Griech. Feste 110

-)

Lipsius

II

260.

3) Anscheinend deswegen Todesstrafe anerkennen.

will

Römisch:

*)

J.

Grimm

0. 921

— 923.

Glotz

bei

A.

RA.*

II

Pernice 279

Zschr.

RGesch.

Geib Lehrb.

260,

f.,

f.

a.



f.

(f 1574),

1

f.,

Schwann

117,

Schömann-

XXX

210 den Felssturz nicht

20

Voigt Leges Regiae

f.,

als

634,

Doch das Säcken wegen Elternmord wohl nur eine procuratio prodigii, oben S. 69 N. 8 bei H. F. Hitzig Zum alt. Strafr. 38, 47 und bei Pauly- Wissowa IV 2 Griechisch und makedonisch («aTo.Tovr/f«"') Schultheis bei Pauli- Wissowa s. v.

a.

die Zitate;

Sp. 1747

Heemskerk

v.

Griech. Altertümer*

Mommsen

germanischen Welt

der

in

tarpejischen Felsen in seinem früheren Zustand zeigt eine Skizze des M.

abgeb. bei L.

s.

dafür,

KaiaTtomaixog, G.

:

Daremberg-Saglio

s. v.

Katajioviiafid;,

Hermann-Thalheim

a. a.

0. 143



Keltisch: oben S. 82 N. 3, ferner Acta SS. Hiberniae (ed. De Sraedt) 910 (ein latro mit Stein Cechisch: am Hals im Meer ertränkt), 540 (in profunde lacu scilicet Eas Ruayd submergi fecit). Russisch: Sergeevic 412, Ackerman in Archaeologia Jirecek a. a. 0. 136, Cosmas II 11. N.

1.





XXXVIII 5)

60.

Ukrainisch:

unter seinem Opfer).

Bodenstedt



Die poet. Ukraine

Russisch: Sergeevic

a. a.

S. 13 (J.

Grimm

RA.*

II

0. 412 (Eingraben bis

276 Eingraben des Mörders

zum

Kopf), Relat. bist. sem.



Ceehen: Chron. d. deut. Städte XXII 59, Th. Vernaleken Chrowatisch: Krauß Slaw. Volkforschgg. 51. (Nr. 8). Voigt Leges Regiae 632. Mommsen a. a. 0. 928 f. Geib Lehrb. I 19 f. P. Corssen in N. Jahrb. f. d. klass. Altert. XXXI 226, 228—233. Der Ritus soll etruskisch sein, C. 0. Thulin in Göteborgs Högskolas Ärsskrift XV (1909) 56. — Pernice a. a. 0. bestreitet den Charakter der Todesstrafe.

autumn. Contin. 1695 S. 91 Mythen u. Bräuche 117, 121

(ebenso).



•5)

')

Schwenn

148

f.

Vgl. auch das stellvertretende Vergraben eines signum nach devotio

a. a.

0.

168, 162. 8)

Chron.

I

J.

52

Grimm g. E.

RA.*

II

269

f.

Dazu Böhm.

R.

bei

Jirecek

a.

a.

0.

136.

Vgl.

auch

Helmold

169 nach dem Zeitverhältnis der Quellen scheint. Mit dem oben S. 147 f. Versenken hat schon J. Grimm (RA.* II 276) den latinischen Ritus beim Hinrichten des Turnus Liv. I 51 zusammengestellt. Es handelt sich da nicht, wie man wohl geglaubt hat, um Felssturz. Denn Turnus wird in das Ursprunggewässer der Aqua

älter

als

ist,

sie

besprochenen

„novum genus leti". Allein supeme injecta", stimmen so die Einzelnheiten des Herganges, insbesondere die auffällig mit der taciteischen Angabe des germanischen Verfahrens überein, daß an dem Livius nennt

Ferentinae geworfen und dort ertränkt.

dies ein

,crates

vorgeschichtlichen Alter des latinischen nicht gezweifelt werden kann.

Dunkler bleiben Analogien zur Strafe des Zerstückens. Böhmische Fälle sind im können aber auf Rechtsentlehnung beruhen, minder leicht russische,

11. Jahrh. bezeugt,

„Moskauer Zeit* vorkamen*).

die in der sog.

Makedonen

Bei den

soll

nach griechischen

Berichten ein dxgcoTrjQidCeiv (Abschneiden der äußeren Gliedmaßen) Rechtens gewesen sein^). In der altgriechischen Hausjustiz war es nach Od.

dem

meisten gleicht

XXII 474

— 477

älteren germanischen Vierteilen durch Tiere

nicht

die

unerhört.

Am

sagenhafte Hinrich-

tung des Mettius mittels zweier Viergespanne bei Liv. I 28, wobei nicht beirren dürfte, daß der Verfasser beifügt: „primum ultimumque illud supplicium apud Romanos exempli

parum memoris legum humanarum fuit". Auffallen muß, daß die antiken Rechte kein Seitenstück zur germanischen Aussetzungsstrafe zu bieten scheinen, da doch im Altertum Aussetzungssagen nicht mangeln und die außerstrafrechtliche Aussetzung Sitte war'). Allein die römische exsecratio capitis läuft ihrem alten Ritus zufolge*)

sachlich

auf eine

Aussetzung hinaus: mit einer Matte bekleidet und einem Binsenseil gegürtet wurde der

Für griechisches Recht erschließen

sacer unter Hieben und Rufen über die Grenze gejagt.

dem (puQfiaxbv &no-\tx-^ ne/jjisiv'^). Allerdings entfernt sich Am ehesten dies Verfahren weit von dem normalen der germanischen Rechte (S. 144 ff.). noch könnte es mit dem .singulären der schleswigischen Stadtrechte (S. 147 N. 4) verwir eine solche Strafe aus

Hingegen wUrde im wesentlichen mit jenem

werden.

glichen

verfahren

wenn man der Vita

übereinstimmen,

wonach

dürfte,

ein

Mädchen,

s.

ein

Kentigerni 4

das sich durch Zaubermittel

gälisches Aussetzungs(s.

oben

dem Tod durch

S. 15)

trauen

Felssturz ent-

Doch sind sollte, in einem ledernen Kahn den Wellen überlassen wurde. Hauptmotive der Legende aus der Fremde eingeschleppt^). Immerhin verdient Beachtung, daß auch die irische Sage von Snedgus und Mac Riagail (spätestens 11. Jahrh.)

zogen haben die

Kahn auf offenem Meer kennt'), daß ferner die Einleitung Laws of Ireland I 15) vom Aussetzen auf dem Meer wegen ab-

das strafweise Aussetzen im

zu Senchus Mor (Anc.

»)

Jirecek a. a. 0. 136. — Sergeevic Lekcii Pauli Realencykl. VI 1519.

3)

Brunnenmeiater

1)

«9

f.,

Blümner in Zschr. *)

f.

a. a.

0. G19.

Lehrb. der griech. Privataltert.' (1882) 77. vergl. RWissen.sch. XVI 468 N. 144.

M. Voigt Die

Friedloslegung

R.

ist,

XU

Tafeln

1

494.



Ethnologische Parallelen bietet E. Kulischer

Es ergibt sich hieraus, daß die exsecratio capitis keine bloße

wie von Einigen behauptet wird.

Mommsen

Feste

Athen 494

*)

A.

')

Vgl. die

')

Revue Celtique IX (1888) 16

S.

147 N.

Thurneysen Sagen Abb

Ueener Sintflutsagen (1899) 80 f., 87, 90, 91, 97, ff. M. Voigt Die XII Tafeln 1 256 f. N. 36—38. Hermann-

Tötungsverbrechen 1Ü5

Mommaen

110.

105,

410.

aus

1

d.

St.

f.

Schwenn

36

fif.

angeführte Schrift von K. Cosquin.

d.

f.

(c.

8, 9).

Zimmer

in

Zschr.

f.

deut. Altert.

XXXIII

alten Irland 128, 130.

d. philos.-philol. u, d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abh.

22

213, 215.

170 und dai endlich das Aussetzen in einer Tonne als Ehebruchstrafe der bretonischen Tradition bekannt ist'), die von ähnlichen» wenn auch nicht strafweisen Aussetzungen, insbesondere vom Aussetzen im steuerlosen Schilf, genugsam zu erzählen weiß^). als einer Strafe spricht,

Tötung, mithin

aichtsloser

Befremden mütäte

wenn

es,

eine so durchaus altertümliche Strafart wie das

Es kann jedoch

germanisch^) dazustehen hätte.

als spezifisch

daß gewisse Strafen

ganz abgelehnt werden,

in

Rädern

die Wahrscheinlichkeit nicht

den Rechten

der

klassischen Völker auf

dem germanischen Radbrechen ähnliches Verfahren zurückgehen. Beim römischen „verberibus (virgis) necare" zerschlug man mit Stöcken dem entkleideten Opfer die Schenkel*), allerdings nicht auf einem Rad oder einer Breche, sondern an der crux. Das TVfijiaviCeiv prügeln Dieser Strafe entspricht der griechische änoTv^naviofiög^). ein

=

Namen

aber dürfte seinen stischen

nicht sowohl den dabei gebrauchten Schlegeln, wie die helleni-

Lexikographen meinten,

als

dem hölzernen Scheibenrad

vielmehr

109

beschriebene jüngere Variante

das ujioTVfinaviCeiv

hart an die

heran und

sich wenigstens formell als Zwischenstufe zwischen

stellt es

S.

f.

Radbrechen und dem römischen verberibus necare

Wagenrad ungespeicht

das älteste

sich

nun

ergibt,

die meisten

dar,

daß

germanischen Todesstrafen auch den andern

Dies läßt im allgemeinen den Schluß zu, daß wenig-

indoeuropäischen Völkern bekannt.

treten sind,

dem ursprünglichen

wobei übrigens zu bedenken,

Zeitliche Unterscliiedo.

waren

stens diejenigen Vollzugsformen,

tritt

des Radbrechens

eine Scheibe war').

2.

Wie

{rvftjiavov}

Unter dieser Voraussetzung

worauf der Verurteilte ausgespannt war.

verdanken''),

die in den

Hauptgruppen der germanischen Rechte ver-

weit in die vorgeschichtliche Zeit zurückreichen,

in

eine Zeit,

wo

unter den

indoeuropäischen Völkern noch ein lebhafterer Austausch ihrer Rechtseinrichtungen möglich war, also etwa in die Zeit von 2500

M 2) 3)

— 2000

v.

Wohl

Chr.*)

wird

man auch an

E. .lobbe-Duval in Nouv. Revue bist, de droit fraiKpais et etranger 1903 Jobbe- Duval a. a. 0. 9, 27-29, 38. Russisch im 17. .Jahrb., Sergeevic Lekcii 410. Aber nach Rußland kann

Mög-

die

S. 24.

bis zu jener Zeit die-

Strafart aus Deutschland importiert sein. »)

Mommsen

a.

a.

0. 920 N. 6.

Betr.

Momuisen 918—921. *) Thalheim bei Pauly-AVissowa a.

a.

0.

S.

i'4.

auch

die

Realenc.

Strafart überhaupt

s. V.

Stephanus-Dindorf Thesaurus

s.

M. Voigt

Hermann-Thalheim s.

vv.

a. a.

a.

0. 480

a.

0. 141.

f.,

488.

Thonissen Tvfvtavov.

Tv/tnayiC(o, 'A:!iorvfi:iaviZ(i),



Nicht hieher gehört das gewöhnlich für eine Strafart gehaltene rgo/j^eiy. Es war keine Strafe, sondern eine Folter. So auch in der V. Clementis Ancyrani (c. 6) des Simeon Metaphrastes (Migne Patr. gr.

CXIV

die

839),

Döpler Schauplatz

11

316 anführt, ferner die Peinigung der hh. Felix, Fortunatus und

Achilleus nach ihren Acta 12 (Acta SS. Apr. III 100), die A.

Gallonius De

cruc.

martyrum

(1668) 72

f.

und

nach ihm andere mißverständlich wie eine deutsche Räderung schildern. •"l

Wegen

nur pauken

(v.

dieses

Rades

Tv/i:tavor)

s.

Forcellini Lex. s. v. Tympanum 7. Von Haus aus kann rv^utavH^nv Das Tellerrad hieß rv/ijiavov, weil es scheibenförmig war, wie da»

bedeuten.

aufgespannte Paukenfell. '')

Sp. 1148.

Schrader S.

Reallex. 930, Sprachvergleichg. u. Urgesch.^ II 299.

auch unten

S.

Hug

bei

Pauly-Wissowa

11 1

173 N. 2—4.

S) 0. Bremer in H. Pauls Grundriß der germ. im Lichte der Vorgeschichte 30—33.

Philo!.^ III

750—768, 761

u. 762.

S.

Feist Europa

171 von späteren Entlehnungen und von geschichtlichen Parallelen denken müssen.

lichkeit

Was

insbesondere solche Entlehnungen

so ließe sich sogar ihre Wahrscheinlichkeit

betrifft,

und slavischen, zwischen germanischen und keltischen Völkern nicht ohne weiteres bestreiten, da innerhalb dieser Gruppen die geographische Berührung germanischen

zwischen

Die Wahrscheinlichkeit schwindet jedoch,

bis in die geschichtliche Zeit fortgedauert hat.

wenn man

sich die entsprechenden

Und womöglich noch geringer ist man von der Steinigung absieht,

Phänomene

bei Griechen

und Italikern vergegenwärtigt.

Natur nach

die ihrer

als

Erzeugnis der Volksjustiz von

den allerverschiedensten Völkern selbständig ausgebildet werden konnte.

wäre

daß so

es schon,

Rechte unabhängig voneinander so

viele

wenn

die Wahrscheinlichkeit paralleler Rechtsschöpfung,

Unwahrscheinlich

viele gleichartige Strafen

und unwahrscheinlich vollends, daß sie dabei in so vielen nebensächlichen Einzelnheiten, wie sie oben hervorgehoben wurden, auf die nämlichen FormaliEben diese Übereinstimmung würde gegenüber demjenigen täten verfallen sein sollten.

sollten eingeführt haben,

Gewicht

ins

fallen,

der etwa darauf verweisen möchte, daß auch außerhalb des indoeuro-

päischen Völkerkreises, insbesondere

im arischen und semitischen Orient,

um mehr

ins einzelne gehen,

entfernte Ähnlichkeiten

sehr

als

würde

sich

dies

nischen Rechten erklären lassen,

eine

Im allgemeinen würde

andere ähnliche Vollzugsart der Todesstrafe begegne.

doch kaum

die

Sobald

handeln.

oder

da

es sich

sie

aber tiefer

wieder aus Urverwandtschaft unter den

indogerma-

wie

B.

z.

den

bei

Persern

Aufpfählen des Kopfes

das

nach dem Enthaupten oder das Lebendigbegraben oder das Verhüllen des Gesichtes eines

zum Strang

Verurteilten')

oder bei

den

Osseten

Unwiederholbarkeit des

die

Brennens,

nachdem einmal Regen das Feuer gelöscht hat^). Auf der andern Seite würde ein Verfahren, das nur bei einer Gruppe germanischer Völker oder gar nur bei einem einzigen vorkommt, damit noch keineswegs einer späteren Zeit zuzuweisen sein. Das Enthaupten mittels des Pfluges (S. 127) freilich dürfte schwerlich älter sein als die schaufelartige metallene Pflugschar, also nicht in die Bronzezeit zurück-

denn diese kennt nur den Hakenpflug'). Eine Pflugschar, die sich zum Richtwerkzeug eignete, wurde überhaupt erst nacii der Völkertrennung in Mitteleuropa erfunden. Aber anders liegt die Sache schon bei dem Enthaupten mit der Diele (S. 125 f ). Obgleich reichen,

dieses Verfahren

dem Anschein nach

ebenfalls nur deutsch, könnte es doch an Alter

Verfahren mit dem Beil gleichkommen

wohl denken, daß und

sich für

die

andern

(S.

153

lassen,

des

Es

ließe

Enthauptens

sich sei

indogermanischen Völker zum Beil übergegangen waren. Beim propaginare würde sich zu Gunsten einer ebenso frühen Zeitbestimmung der Umstand anführen daß ein entsprechendes persisches Vorkommnis, wiewohl nicht innerhalb der Straf-

von Herodotos

dagegen B.

(III

35) bezeugt

Brisaonius De

regio

am Hof

rersaium principatu Alexanders,

Curtius

Kovalewsky Coutume contemporaire Nachweise von solchen Hakenpflügen bei

M.

Reallexikon

I

S. 18,

der Menschheit

I

Das Lebendigbegraben

ist.

ließe sich vielleicht als mildernder Ersatz für das

pers. R. vielleicht rezipiert

3)

zum Behuf

f.)

{S. 153)

'')

das älteste Richtwerkzeug

dem

bestimmte Anwendungsfälle bei den Deutschen noch erhalten habe, nachdem

rechtspflege,

')

die Diele

oder vielleicht sogar voranstehen.

die Felsenbilder bei S.

Fig. 202, 203.

Vgl. ferner

et loi J.

1.

II

c.

224, 218.

Hist. Alex.

ancinne 322

VI 8

bis

zum Hals

Abpflügen des Hauptes



Esther VII

(22), 9

8.

Aus dem

(25).

f.

Hoops Waldbiiume

u.

Kulturpflanzen 499

tf.

und

Müller Urgeschichte 147, M. Hoernes Natur- u. UrgCHch A. Meitzen Wanderungen, Anbau usw. I 1 (1896) S. 273 fF. 22*

172 auffassen,

womit das

vereinzelt

als

relative Alter

nachweisbaren Schmauchen

Strafe

MA.

überhaupt über das

(S.

163) darf bezweifelt werden,

Zu Gunsten

zurückreicht.

Grimm

Von dem im MA. nur

bestimmt wäre.

jener Strafe

eines

ob es

höheren Alters könnte

man

284 zum Vergleich herangezogen hat. Doch erscheint dort das Verfahren nicht als Strafe, sondern als Grausamkeitsakt. Nicht minder starke Zweifel erheben sich bezüglich des Alters der Nageltonne (S. 139). Bei einigen jener Strafriten, die zum geraeinsamen Besitz der indoeuropäischen Völker nordische Sagen anführen,

die J.

gegeben,

sind Anhaltspunkte

gehören,

RA.*

um

II

die Zeit

hat nämlich, soweit sich nach den Funden urteilen läßt,

geeignet

Richtbeil

An

nicht lang genug.

nur

ca.

Feuerstein

in

Auch zu

Schneidenteil



Schweden

zu

be-

zweite Hälfte

des

kein Beil gekannt,

an den größten Steinäxten

so ansehnlichen Stücken wie

cm und schon

9

sein solP).

Selbst

hätte.

die

Die reine Steinzeit in Mittel- und Nordeuropa

dritten Jahrtausends v. Chr. zurückgehen.

sie

Aufkommens ungefähr

ihres

Das Enthaupten mit dem Beil dürfte schwerlich über

stimmen.

solche Beile sind selten.

z.

die Linie

ist

B. der

das sich als der Schneide

Axt von Jegestrup*) mißt



Ein einziges

aus ungeschliffenem

wüßte ich nachzuweisen, dessen Schneide etwa 12,8 cm lang

sind die Beile der Steinzeit, wie das Material dies mit sich bringt,

dick

stark

(zu

um

gewölbt),

als

Rieht Werkzeuge

dienen

am

können.

zu

Erst die Bronzezeit bringt

In der aeneolithischen Zeit bleibt das Verhältnis das gleiche^).

Flachbeile mit breiteren und dünneren Schneiden*) und angesichts der sog. „Prozessions"-



29,8 cm Breite*) wird man nicht bezweifeln oder „Zeremonienäxte' mit Schneiden von 25 können, daß es gleichzeitig auch Richtbeile von ähnlichem Typus gab. Da diese breiten Äxte (mit Ausnahme derjenigen auf den Felsenbildern) noch der älteren Bronzezeit angehören, so darf die Verbreitung des Richtbeils unter den europäischen Indogermanen, ins-

besondere in Mittel- und Nordeuropa, in diese Zeit, also etwa zwischen 1900 und 1600 Chr. gesetzt werden. Würde man nicht das Beil, sondern das Schwert als das ältere

V.

1) Aarb0ger for nord. Oldkynd. 1886 S. 220 (auch bei S. Müller Nord. Altertumak. I S. 46 Abb. 22). Andere Beispiele Worsaae Afbildninger Nr. 3. Madsen Gravhnje Taf. XVIII h. Antiquar. Tidskrift för Sverige XIX 56, 112 (Fig. 148). Große Äxte mit Sehneiden von weniger als 9 cm bei Montelius

Sveriges Forntid

Atlas

Nr. 16, 19,

1

20,

42,

Antiqu. Tidskr. XVll

Taf. III,

IV

(Fig.

1,

3),

V

(Fig. 3),

Manadsblad 1893 Bihang Taf. IV Nr. la, 2a, V Nr. 1, Madsen a. a. 0. Taf. XVIIIik, XXXXVI 5, Katalog der im germ. Museum befindl. vorgeschichtl. Denkmäler (18-6) 134 (Nr. 4720). -) Fornvännen 1908 S. 220 Nr. 63. Fragwürdig eine angebliche Steinaxt mit Schneide von fast

XIX

18

113,

cm

bei A. E.

Holmberg

Hällristningar Taf.

AB

flg. 12.

Worsaae Afbildninger Nr. 79 und im 8,4— 10 cm bei Montelius Chronol. d. 8. Bronzezeit Fig. 279, Sveriges Historia Fig. 196, Dechelette Manuel d'arch. I 514 fig. 10, 11, Nil» Äberg Das nordische Kulturgebiet in Mitteleuropa während der jüngeren Steinzeit (1918) II. Montelius Chronol. Nr. 294 (12,4 cm), 48 *) Dechelette a. a. 0. II 242 fig. 3 (fast 12 cm). 3)

Steinbeile mit 11,2

und

10,5

cm

breiten Schneiden bei

angef. Katalog Nr. 4718 (abgeb. S. 134), 4719.

(11,2 cm),

Worsaae

a.

0. Nr. 84 (16,8 cm).

a.

Kleinere mit

Madsen

Vgl. ferner die breitschneidigen Randbeile bei

Afbildninger, Broncealderen Taf.

Montelius

a.

a.

II

8 (16,4 cm).

0. Nr. 145, 152, 169, 201, 212, 226,

235, 295 (sämtlich über 9 cm), Forening for norske fortidsminders bevaring Aarsber. 1879 S. 229 (10,3 cm)

und

die auf

den Felsbildern bei Montelius Nr. 189, 20tl (gegen deren frühe Zeitstellung jedoch A. Hansen a. 0. 1908 S. 48, 49), in Fornvännen 1911 S. 150 f. (Gotland), bei Holmberg Hällristningar 110 und in Svenska Fornminnes Föreningins Tidskr. XVIII Taf. 1 fig. 1, 3 fig. 10.

in Foren, a. fig.

69, 70, 5)

Antiquar. Tidskr.

Forntid, Atlas

I

111

292

Nr. 134a, 137,

nord. Oldkynd. 1857 Nr.

4).

fig.

34a (auch Montelius Chronol. Nr.

Sveriges Historia Nr. 193.

Madsen

Literatur in Fornvännen 1916 S. 23.

a.

a.

214),

Montelius

Sveriges

0. Taf. III 9 (auch Atlas for

173 Richtwerkzeug ansehen wollen, so würde man in eine noch spätere Zeit geführt werden, da die Schwerter der Bronzezeit bis etwa 1600 v. Chr. nicht sowohl Hieb- als Stichwaffen sind').

Mindestens in die frühe Bronzezeit (um 1900

2500

(ca.

— 1900

Form

ältesten

v.

v. Chr.),

zurück führt uns die Strafe des

Chr.)

wenn nicht in die Kupferzeit Räderns, wenn sie in ihrer

nicht mittels des Speichenrades, sondern mittels des Scheibenrades vollzogen

wurde, worauf der griechische dnozvfiTiaviafiog

(S.

Das Scheibenrad ging dem

170) deutet.

Speichenrad voran ^), dieses aber stand spätestens während der jüngeren Bronzeit in allge-

meinem Gebrauch') und war

vielleicht

das hohe Alter des Räderns würde

gegen

Recht geltend machen lassen.

Sie

könnte dort durch das oben

was

Hängebaum

als

sich

leicht

S.

115 erwähnte .Zer-

erklären würde,

man

da

Räderfuhrwerks bediente.

Keinesfalls jünger als das die Eiche

im altisländischen

sich das Fehlen dieser Strafart

brechen* (Gliederbrechen) ersetzt worden sein, sich auf Island keines

Nicht

schon der aeneolithischen Zeit bekannt*).

(S.

Rädern

das

ist

89) und ihr

Hängen. Es

Holz

als

welche Rolle gerade

fällt auf,

Bauholz beim Galgen

(S.

93)

spielt

und welches Gewicht man sowohl in Schweden wie in Altdeutschland darauf legte, daß Dies kann nur aus einer Zeit herder Strang aus Eichenzweigen gedreht sei (S. 95).

wo

rühren,

Eiche der vorherrschende

die

ist

aber eine Periode,

in

die

Bronzezeit

drehte, an als

in

den germanischen Ländern war.

Ritus vollzog, lag nahe genug.

worden

festgestellt

und dann allerdings

Daß man den Strang aus Zweigen

fortdauert').

dem man den

gemeingiltig

schon in

die

Baum

der älteren Steinzeit anhebt

bevor

sein,

Für

wiesen. die

Damit sehen wir uns abermals auf

die Strafe des

Pfählens

bis

Baumes

Gleichwohl dürfte dieser Brauch

man Leder

so

zu gerben

daraus brauchbare Riemen zu schneiden*) oder Wolle so zu spinnen,

Schnüre zu fertigen').

desselben

Das

um

verstand,

um

daraus geeignete

die frühe Bronzezeit

hinge-

ergibt sich die analoge Zeitbestimmung daraus, daß

Eiche den Pfahl liefern mußte.

Für die Strafe des Verbrennens bietet sich ein terminus ad quem mit dem allgemeinen Übergang von der Bestattung unverbrannter Leichen zum Leichenbrand in der jüngeren Bronzezeit. Das strafweise Verbrennen bezweckt vollständiges Vernichten des

Moller Nord. Altertumsk. I 244 f. M. Hoernea Kultur der Urzeit II (1912) 95, 106. oben S. 170 N. 7 und M. Heyne Fünf Bücher deut. Hausaltert. II 27 f. 3) S. den Wagen von Trundholm (c. 1300 v. Chr.) bei S. Müller Nord. Fortidsminder I 303—321 (auch Urgesch. Europas Taf. II, Dechelette Manuel d'archeol. II 1 S. 416, Hoernes ürgesch. d. bild. K.' 207 Kossinna Die deut. Vorgesch.* Taf. XVIII), ferner Holmberg Hällristningar flg. 2, 17, 51, 63, 68, 73, »)

S.

«)

S.

74, 86, 88, 90, 110, 119, 123, 126, 141, 142, 143, 147, 164, 167,

168, 159, 162,

L.

Baltzer Hällristningar

Montelins Chronol. d. alt. Bronzez. Fig. 190, E. Ekhoff Hällristningar pä kinnekulle (in Svenska Fomminnes Foren. Tidskr. XVIII) Taf. 1, 2, Fornvännen IV (1909) 117, 118, 189, Forening a. a. 0. 1901 8. 61, 62, 1902 S. 119, 128, 1908 S. 34, Eossinna a. a. O. Abb. 181, 182, 189, 209 und H.

1,

II

passim,



»)

Das Scheibenrad auf Felsbildern bei Holmberg a. a. 0. Fig. 1, 3, 8, 1902 S. 120, 121, 123, 1908 S 36. H. Petersen Aarboger for nord. Oldkynd. 1876 S. 421 f., 434, 448 f. J. Hoops Waldbäume 77—83 nebst 31—33, 76 f. und Reallexikon I 346.

«)

Vgl.

Taf. XXII.

Forening

)

Olshausen

H. Hirt Die Indogermanen ')

20, 25, 69, 102,

126,

a. a. 0.

Vgl.

S.

in Zschr. I

333

f.

Ethnol. 1884 (Verhandl.) S. 518

f.

Müller Nord. Altertumskunde

I

273.

f.,

Schrader Reallexikon 497

f.,

174 Auch

Missetäters.

Der Leichenbrand dagegen, auch wenn

vom Leibe

des Gestorbenen

Seele

mehr schaden können, darum nicht

nicht

seine Seele soll

man neuerdings annimmt,

er nicht gerade, wie

befreien

setzt

will,

fortleben*). die

auch nach völliger

ihr Fortleben

Vernichtung des Leibes voraus^). Das strafweise Verbrennen muß demnach eingeführt und verbreitet worden sein, bevor dieser Glaube zur Herrschaft gelangte. Der Leichenbrand aber ist allgemein erst in der jüngeren Bronzezeit, nur in Nordostdeutschland schon



während der älteren üblich geworden'). Über 1400 1100 v. Chr. wird man also mit der Einführung der Verbrennungsstrafe keinesfalls herabgehen können. Eher dürfte dieser Ansatz zu spät als zu früh sein. Man muß die Jahrhunderte in Anschlag bringen, die der Strafritus brauchte, um so fest im Rechtsbrauch einzuwurzeln, dafi er auch nach dem Verschwinden des zu Grund liegenden Seelenglaubens

sich forterhalten konnte.

Vlll.

Anwendung

der öffentlichen Todesstrafen (Fortsetzung).

poenarum ex

jDistinctio

3.

delicto'.

Schon Tacitus

Ich knüpfe jetzt an dasjenige an, was oben S. 32 S. dargelegt wurde.

wußte,

Todesstrafe

daß die Art des Vollzugs der öffentlichen

Aber noch deutlicher und anschaulicher

bestraften Missetat.

abhing von

Art der

der

aus den von ihm ange-

als

wenn wir

führten Beispielen ergibt sich das auf jenen Grundsatz gebaute System,

die uns

bekannten alten Vollzugsarten mit den todeswürdigen Tatbeständen zusammenstellen. zeigt sich sofort, daß nicht nur, wie es nach Tacitus scheinen könnte, der objektive,

jetzt

Da

Wahl

sondern vor allem der subjektive Tatbestand über die

der Vollzugsart entschied.

') Wegen dieses Glaubens s. zunächst Saxo Gramm, (ed. Holder) S. 26, Fr. Müller Siebenbürg. Sagen Nr. 216, Osenbrüggen Studien 338 und J. Binder Die Plebs 321. Wegen des Verbrenneng von Wiedergängern überhaupt a. J. Grimm Kl. Sehr. II 274, F. Liebrecht Zur Volkskunde 35, E. Rohde Psyche^ 19, 11, 30—32, ferner Laxdoela saga (her. v. KTilund) 24 §29, Grettis s. S. 137 (Z. 10 f.).

K.

Maurer

f.

MDXCV

Gesch. Österreichisch Schlesiens

Münsterlandes 212,

des

Siebenkees

Materialien

1494 (Stadtarch.), bist.

sem.

Du Bois V

contin.

240,

II

Lersner 1593/94

Gottfried Chron. 1642

585,

II 359,

Buchner II Nr. 242, 579, 660, Meiche Sagenbuch Nr. VI 87. Wegen des damit zusammenhängenden Verbrennens I

459

Zenten

I

472, Handlingar

f.,

113,

727,

759,

S. 476,

II 1

778,

Goslar Stat,

1066

1039,

f.,

1114,

von Selbst-

S. 38,

1145,

S. 1026,

697, Zschr.

E.

101,

mördern: Hylten-Cavalliua Wärend Landrr.

Döpler Schauplatz

Island. Volkssagen 69, 235,

Relat. bist, contin.

Philippi

1148,

1243,

Weist. VI 318 (§1), Ö Weist. V 680, München Kanimerbücher v. 1463, Chron. I 493, Zimmer. Chron. III 49, Döpler a. a. 0. 11 584, 350, Relat. 593,

S.

63,

Du Gange

[Warnkönig-]Stein

Französ.

s.

v.

Biothanati

RGesch.

p.

III 518.

603,



Nedonchel

136,

233, 255,

Verbrennen von Choleradämonen

Puppen zu Marseille 1866, Mannhardt Wald- u. Feldkult I 518 N. 2. Beweise dafür die Haus- und Gesichtsurnen und die Grabbeigaben: S. Müller Urgesch. 141, M. Hoernes Urgesch. der bild. Kunst'^ 526 534, 644, H. Hahne Das vorgeschichtl. Europa 83 f.. K. Helm Altgerman. RelGesch. II 164 f., K. Brunner im Reallex. d. germ. Altertsk. II 462—464, H. Schmidt ebenda 239. In späterer Zeit: Fortleben der Seele nach Verbrennung des Leibes: V^luspÄ

in Gestalt von 2)



(bei

Symons)

Str. 21

(wozu

J.

Grimm

El. Sehr. II 267

f.),

Seele

als

Flamme

Mogk

im Grundriß

d.

germ. Philol. IIP 266. 3)

0.

Montelius

Sveriges

72—80, Nord. Altertumsk. Kultur der Urzeit

II

95,

I

105.

(1897)

S. Müller Die nord. Bronzezeit (1878) Schetelig im Mannus IH 60 f. M. Hoernes

Hednatid (1877) 108—115. S.

360

f.,

370, 417.

Schuohardt im

H.

Reallex. d. germ. Altertk. II 567

f.

175 Je nach dem subjektiven Tatbestand

a)

zerfallen

ursprünglich

Weiberstrafen*). werden konnte (S. es

auch nicht

in

so spricht

27),

Todesstrafen

öfifentlichen

die

Gehen wir davon

konnte.

verfallen

Diese Regel

Unmittelbar aus Westgöta lagh

auch quellenmäßig belegen.

und

friedlos

schon die Wahrscheinlichkeit für eine Regel, wonach

Todesstrafe

öffentliche

Männer-

zwei Gruppen:

in

daß nach ältestem Recht das Weib nicht

aus,

man

I

J)b.

läßt

5 § 2

denn

sich

eine

[ist

ver-

zum Ding führen. Will dann der Mann seine Frau mit rechter Buße auslösen, dann soll man die Frau loslassen, weil ein Weib unmündig ist; ihr gebührt nicht Hieb noch Hängen außer heiratete

Frau eines Diebstahls überfiihrtj,

.

.

„soll

.

wegen Hexerei.' Die Parallelstelle in Westgöta L. II Mann nicht auslösen, dann misse sie Haut und Ohren". Östgöta Lagh

Db. 9 §

1

,

scheint

.

33 fügt

,Will

bei:

sie

.

.

der

Das nüchstbenachbarte Recht, Unzulässigkeit einer Todesstrafe an Weibern aus

die

ihrer Unfähigkeit zur Friedlosigkeit abzuleiten:

„Wenn

auf frischer Tat erschlagen wird]

nicht darf

nicht

|>b.

sie

.

.

.

Weib einen Mann tötet [und man es zum Ding führen und Weib verfolgen will wegen Tötung, ein

nicht enthalsen wegen der Tötung. Wenn man ein Will dann soll man seinem Vormund mit einmaliger Ladung ein Ding anberaumen. er nicht entgegen schwören, dann hat es durch den Todschlag 40 Mark verwirkt; nicht kann ein Weib den Frieden fliehen und nicht kann man sein Gut verteilen." Daß nach dem ursprünglichen Recht Ostgötalands auch wegen Diebstahls keine Todesstrafe Das oberschwedische und die über das Weib erging, haben wir oben S. 60 gesehen. daraus abgeleiteten Gesetzbücher gehen wie das westgötische von der Gleichstellung der Missetaten von Weibern und Minderjäirrigen aus und folgern, daß wegen Gewalttaten von Weibern nur Bußfaltigkeit eintreten kann^). Auch das westnordische Recht muß einstmals im wesentlichen denselben Standpunkt eingenommen haben. Denn nach den Drontheimer Gesetzbüchern büßt wegen Diebstahls das Weib sowie der dem Kindesalter entwachsene Minderjährige nur halbe Buße'), und die Gula|ungs bok 259, 253 bedroht die freigeborene Diebin im gleichen Fall nur mit Verbannung, die freigelassene und die Unfreie schlimmsten Falls mit Ohren- und Nasenabschneiden, den Dieb freien und unfreien Standes dagegen mit Todesstrafe. Von hier aus verstehen wir erst, warum die isländische Gragäs .

(Stadarhöls

wenn aller

sie

b.

318) so emphatisch betont: „Ebenso strafbar wird ein

Mann umbringt

einen

oder eine Frau oder

Damit wird auf

Gesetzesübertretungen bestimmt."

spielt,

sie

verletzt,

ein

gleichgestellt war.

uns aber auch

Völkern erhalten.

sind

noch im MA.

bei

den Friesen

in

bei deutschen

dem

altertümlich

.

wie ein Mann,

ist

bezüglich

es

überwundenes Strafrecht ange-

wonach das Weib noch nicht dem Manne

älteren Reciits

Weib

und so

.

alliterierenden

bUßigen, also überhaupt nicht strafrechtlich verfolgbaren Missetaten

Überbleibsel dieses

Besonders Satz,

der

aufzählt:

deutlich

die

halb-

„Hengstes

Huf und Hundes Zahn und Schweines Hauer und Hahnes Sporn und Rindes Hörn und unabsichtliche Tat und nach rückwärts verübte Tat und eines unjährigen Kindes

Weiber

die

kommt

Pertile Storia V 408, wonach bei den Germanen ursprüngmaniera dei maschi' bestraft worden sein sollen. Dem Richtigen nahe

Prinzipiell verfehlt die Ansicht von

')

lich

J.

,alla

Grimm

stessa

KA.*

256, 343.

II

»J

Die Belege oben

3)

Frostu|>ing8 b.

S.

X

28 N.

88.

1.

S.

auch A.

Bjarkeyjar

r.

Holmbäck

116.

Vgl.

Ätten och arvet 186,

Brandt

Forel,

II

44.



ferner oben S. 67 N. 2.

176 Tat und eines Weibes Tat, all dies mit dem der skandinavischen Rechte

ist

halbbüßig"

ist

schlagend.

Die Gleichheit des Grundgedankens Übereinstimmung mit diesen in der

^).

Behandlung der Diebin zeigt das ältere Langobardenrecht, das selbst wegen handhaften Diebstahls nur den Mann, nicht auch das Weib fegangi d. h. todeswürdig werden läßt, daher dieses nur mit der Diebstahlsbuße des Neunfachen belegt^). Stand nun am Anfang der germanischen Strafrechtsgeschichte so lag es nahe, ihre

bestimmt

sei,

nicht auf

Weiber anzuwenden, wo

(c.

daß die Todesstrafe nur für Männer

Regel,

den außerordentlichen Fällen

in

In der Tat war die Ver-

diese für todeswürdig galten.

von dem Satz beherrscht,

der Todesarten

teilung

die

normalen Formen auch

das Brünner

den noch

Schöffenbuch

535) so formuliert: mulier non omni poena sed poena mulieri congrua puniatur.

Dem

entspricht

drücklich sagen,

sie

wenn nordische Quellentexte von bestimmten Vollzugsarten ausDabei werden gewöhnlich andere seien an Weibern ausgeschlossen. es,

Weiber anwendbar bezeichnet. So in oberschwedischen Gesetzbüchern: „Geht ihr das Urteil [sc. wegen Diebstahls] ans Leben, dann soll man sie in die Erde graben; nicht darf man ein Weib rädern oder hängen." Und: „Stiehlt ein Weib, sie stehe ebensolches Urteil und ebensolches Recht aus wie ein Mann, außer daß man Weiber lebendig in die Erde graben soll für so großen Diebstahl, wofür man den Mann hängen soll"'). Dänisches Recht: „Weiber soll man nicht hängen für Diebstahl, sondern vergraben"*). S. ferner Westgöta lagh oben S. 175. Ähnliches findet sich auch in deutschen Quellen, so z. B. noch 1489 im Geschwornen Brief von Lucern als (nur) für

(v.

Segesser) RGesch.

kommt

Sachlich

derselben Tat

verhängt

ist

soll

„dheinem frowlichen bilde

aber auf das Nämliche

es

wenn

hinaus,

in

ir

houpt abslachen".

einfacher Antithese

wegen

Mann und eine andere über das Weib 32 aus Östgöta lagh Efzs. *), aus Uplands lagh Mb. 36 § 1 angeführten Sätzen. Oder in Uplands

bestimmte Strafart über den

eine

wie

man

II 625):

in

den

oben

S.

38,

Mb. 13 § 2 und iius Södermanna 1. dann gehe der Mann zum 1. Mb. 13 pr.: „Wenn ein Mann seine Frau umbringt Radpfahl für seine Tat. ... § 1. Bringt eine Frau ihren Mann um, ... sie werde .

dann

Mann

verurteilt,

.

.

mit Steinen überworfen zu werden"^). Biaerköse v. 36: „Wenn ein Ermordet ein Weib so soll er gerädert werden.

einen andern ermordet ... 1)

V.

Richthofen

Fries.

des Weibes auch in Thüringen, S. 263, 5,

S. 264,

352,

.

Rechtsqu. 226;

s.

ferner daselbst

Strafr. 70,

im

ostfränkischen,

und im altfranzösischen, Viollet Etablissements de S. Louis que demie araende, Assises de la basse cour des bourgois c. 297 ferne ne prent que *)

demie

lei

ne paie que demie

lei

38—40,

I

(ed.

par droit ne par

Ed. Roth. 257, Grimw. 9 vgl. mit Ed. Roth. 253, 254.

.

227 60—63, 472

Michelsen RDenkm. 485 und im alamann.

Osenbrüggen Alam.

.

RQu.

f.

d.



Knapp

H.

l'assise.

Halbbüßigkeit

Kant. Aargau

371, 510, II 418:

Beugnot

Wegen

R.

Zenten

II

I 1

802,

fame ne paie

Assises de Jerusalem II 222):

S. ferner

fegangi

s.

Somme rural fol. 213 b. H. Brunner RGesch.

Osenbrüggen Langob. Strafr. 119—125. Uplands 1. Mb. 49 a. E. (= Westmanna 1. Mb. 32, Heisinge 1. Mb. 32 a. E.). Biaerköae r. 11 § 2. Vgl. östgöta 1. Vap. 35, wo die Diebin anstatt gehängt gesteinigt wurde. *) Thord Degns art. A 16, B 19, C 33 (bei Kold. Rosenvinge Samml. I 441, 449, 468, s. oben Wegen der entsprechenden Bestimmung im Priv. für Ribe (a. 1269) 25 'und dem sog. Stadtr. S. 38). Erik Glippings 27 (Kold-Rosenvinge V 234, 491) s. unten S. 177 N. 3. I*

241 N. 47, 3)

5)

Doch

ist

Entsprechende Stellen in Magnus Er.

LI.

Hmb.

1,

2,

hier der Kindestötung die Elterntötung gleichgestellt

Stadsl.

das Verbrennen ersetzt. 6)

=

Westmanna

1.

Mb.

pr.

§§

1,

2,

Södermanna

1.

Hmb.

1,

2,

und das Steinigen

Mb. 28

pr.

Christ.

LL Hmb.

in einzelnen Hss.

1,

2.

durch

177

gegraben werden."

jemand, sie soll lebendig in die Erde

„ihn soll

[Doppelehe]

Mann einem Manne

man enthaupten und

Weib

das

er

steinigen.

Mann

Leben für solche Tat; den

sein

Wenn

9:

5: Vergibt

soll

sie

und

1 pr.

Man

.

soll

ihn

.

[der Entführer einer Ehefrau]

aufhängen über

.

Weib

das

ein Verwalter oder Müller oder ein treuschuldiger Diener oder die

man den Mann zum Rad verurteilen und die Frau steinigen

Lands L. Tjb.

4: ein

den Tod davon empfängt,

man rädern

Frau von einem von diesen ihren rechten Herrn oder dessen Frau umbringt soll

Hmb.

Er. LI.

einem Weibe oder ein Weib einem Weibe oder einem Manne

oder

mit Hexerei oder andern verderblichen Mitteln, so daß er oder misse

Magnus

steinigen.

.

.

.

."*).

.

dann

Christ.

der schlimmste und größte Dieb.

„ist

Mann

Will der

andere Diebe.

.

.

.

.

nicht seiner Frau das

dann soll sie lebendig in die Erde verurteilt werden." Dänische »Wenn jemand im Ehebruch erfunden wird mag des Königs Schwert ., über ihn richten, des Mannes Hals, und das Weib soll man in die Erde setzen"-). Angelsächsisches Recht (etwa a. 929 — 939) bei Liebermann I 172: „Si servus homo (ein

Leben gönnen,

.

.

.

Stadtrechte:

Dieb)

sit,

eant sexaginta

ipsa furetur

.

.

.

.

viginti

et

servi

et

adeant sexaginta et viginti ancille

.

eum

lapident

.

.

.

si

serva

ancilla

et afFerant singule tria ligna et

et

sit

com-

burant eam unam ancillam." Kontinentaldeutsches Recht: Lübeck Cod. I 39 ,Quecumque mulier per furtum suspensionem meretur pro honore muliebri tumulabitur viva"''). Keure von Brügge a. 1278: me salne bannen

„.

.

.

gaene, diere handadisch an [Frauenraub] suUen

alle die

man, esse wif oppe dien pit levende te delven." men zoudene bannen Keure von Brügge a. 1304 § 19: „. [wegen Beihilfe zur Notzucht] den man up de galghe ende twiif up den pit levende te delven e. Soo wie diere hantdadich an wäre men zoudene bannen den man up de galghe ende twiif up den pit"*). Stadtr. v. Groningen a. 1425 c. 156

sin

.

.

.

.

.

oppe galghe

.

hie

es

.

.

.

.

ISS.

„des

57):

.

.

.

.

(Rechtsbronnen

.

.

.

.

gelykes salt wesen van ener deefegghen,

.

.

mer vor dat

hangen sal men se levendich graven." Goslar Stat. 38: „Den def scal men hengen we den vrede Alle mördere oder mortbernere ... de scal men radebraken brikt scal man dat hövet afslan Welk wif oder maghet mit düve oder mit vredebrake ire lif vorwarcht, de scal men levendich begraven." Altdorfer „Strenges Recht" (bei Gengier Cod. munic. I 25): ,Itein ob ein frau iren man ertödtet oder darzu .

.

.

.

.

.

.

man

.

.

.

.

.

lebendig soll begraben. Item so einer sein hausmit dem radt von dem leben frauen ermordt, ist recht, das man ihn schlaypf ." zu dem todt pring. Regensburger Rechtsbuch (g. 1400, bei v. Freyberg Sammig. V 55): »Man sol einen umb XII und VI sz. verstolner dn. oder iren wert haben. Man sol einen mördär ratprechen. Man sol ein mördärin oder ein deupin hilft

... so

ist

das

recht,

sie

.

.

.

.

.

.

.

*)

nigen

.

.

Entsprechende Stellen Magnus Er. Stadsl. Hmb. 3, 4, 8, Christ. LI. Hrab. 6, 6, 10. Das Steidurch das Verbrennen, einmal auch durch das Lebendigbegraben ersetzt. Vgl.

ist in versch. Hss.

auch Visby Stadtr. Daniae

1

38 pr. §

Kold-Rosenvinge

2) I

1.

Saml.

41 (Mann enthaupten,

V

Weib

506, 158, 536.

) a.

Abh.

Cout. du paya ... de Flandre (ed.

1231 (bei

Warnkönig HI

Vgl. auch IV 178, 192, 235,

(a. a.

0. 873).

XXXI,

Aus Cod.

Gilliodt van Severen) I v. Ypern

Nr. 166) § 26, der Kaaselry

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

Secher

Corp. Const.

ertränken).

3) Bei Hach S. 197, übersetzt in Cod. II 247 N. 4 angeführte Bestimmung dänischer Stadtrechte.

Arkes

.

.

3.

Abb.

I

229, 294. bei

stammt Vgl.

Stallaert

die

oben

S.

176

ferner Keure von Gloas.

23

s. v.

Galge

178 über XII und VI

dn.

sz.

Memminger Rechtsbuch

v.

begraben lebentige und 1396 (bei v. Freyberg a.

steckhen

einen a.

V

0.

durch

251,

258):

man

sint,

slahen."

si ,.

.

.

so

sol

henken, sint mau [wegen großen Diebstahls] den oder die vertäuen, ob ez die sol man lebendig begraben ... so sol man den morder es aber frowen radbrechen als recht ist, ist es ain frow, so sol man sy lebendig begraben." .

.

.

.

.

.

Bamberger HalsGerO. (1507) 149: „Item welcher mit bosshafFtiger verretterey misssol der gewonheyt nach durch vierteyllung zum todt gestrafft werden, 155. Item wer yemant wer es aber ein weybs bilde, die solt man ertrenken. durch gifft an leyb oder leben beschedigt, ist es ein man ss bilde, der sol einem furgesetzten mörder gleych mit dem rade zum tode gestrafft werden; tet aber söUiche 185. Darumb sol in disem fall misstat ein weybsbilde, die sol man ertrenken. [gefährlicher Diebstahl] der man mit dem sträng und das weyb mit dem wasser 188. ... sol darumb [dritter Diebstahl] vom leben zum todt gestrafft werden. vom leben zum todt, nemlich der man mit dem sträng und die fraw mit dem wasser [wegen großen, gericht werden"*). Tengler Layenspiegel (a. 1509) fol. LXXVI b: „. handelt,

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

wegen verleumdeten und wegen gewaltigen Diebstahls] mögen die nach guter gewonheit alsz mannsz person mit dem sträng und die weibszpild im wasser zu tod gericht ." Satzung und Beschreibung des Rechts des Weichbildes Otterndorf (1541) werden. art. 17 bei Pufendorf Obs. II App. 181): „Den dieff schall men hengen, den morder radebreken, mordberner met füre strafen, wiver de strafbar levendig graven, .

.

versopen edder koppen wo gerichtsO.

a.

so dermassen diebstal thäten, so

zu ertrenken.

.

."^)

folgende

Beispiele

an.

RGesch.^

II

dantur (bei

.

Augsb. 1506

fol.

alll): „dergleich frawen,

man den mann mit dem strängen

Statuta filius

et

consuetudines

vel

filia

.

mulier igne comburatur."

et

etc.

.

.

(Normanniae

bei

patrem vel matrem occiderit

Jean d'Ibelin

ich noch

Warnkönig .

.

.

Franz.

suspen-

Assises de la haute cour

„se la bataille est de chose de que I'on a

Assises I 175):

frawen

rieht, die

Aus den Gebieten der germanischen Tochterrechte führe

Urkb. 16): „Si

Beugnot

Tiroler Hals-

de gelegenheit der misshandelinge erfordert."

1499 (Gesatz und Ordnungen

c.

mort decervie

104 .

.

.

penduz. Et se son champion est vencu, Et se ferne fait l'apel et son garent ou son champion est il seront toz treiz penduz. sera pendu. Et se il met champion por sei et vencu, eile sera arce et le garent il seront il est vencu, amdeus penduz et la ferne arce". Coutume de Touraine-Anjou (a. 1246) 25: „Farnes qui sunt meurtriers et les consentent si fönt ä ardoir. Et se elles sunt ä chevaus ne ä enes embler elles fönt a ardoir" [anstatt Hängen]'). Strafmandat für Bellinzona v. 1393 (bei A. Heusler Rechtsqu. d. Kant. Tessin I 69 f.) 3: „Occidens garent est vencu,

et le

le

garent

est tel,

que

celui por qui

et

il

il

.

.

.

dominos

deivent estr

puisse metre champion per sei ... et

.

dolose

il

fait la bataille

...

modo delinquens puniatur

in

.

.

rota lignea

Si tamen femina quod loco dicte pene rote

interseratur.

ut supra salvo

fuerit

in

dicto

cassina

Darnach die C. Cr. Brandenburg, in den entsprechenden Kapp, und Carolina 124, 130, 159, 162. Daraus Radolfzeller HalsGO. v. 1506 art. 20 (Eranien 11 1826 S. 85 und daiaus die von Fehr Rechtsstellung der Frau 83 angef. Bestimmgg. des Unterengadiner Strafges. v. 1519 und wohl auch des Weist, zu Thurn a. d. Gader. ')

-)

3)

Bei

VioUet

Vgl. Viollet

a. a.

0.

Les Etablissements de I

244,

250.

S.

Louis

III

15

=

fitabl.

de

S.

L.

I

35

(a.

a.

0. II 51).

179



coperta igne comburatur"*). Fuero von Cuenca (a. 1189 1211) XI 40: „quicumque in aliis partibus uxorem nuptam habuerit et priore vivente aliam in Concha duxerit mulier virum

precipitetur.

41. Similiter

comburetur"

Charakteristisch sind

*).

Mann und

Verbrechens ein z.

B.

si

habuerit

alibi

Nr. 45) 10: „Ghennikinus Vrede ... et quidara

...

Warnkönig

Flandr. RGesch. III

oppidani Gandenses subnotati quadam

alii

sua similiter fuit culpabilis

et ancilla

nupserit,

alii

des nämlichen

probum virum Willelmum Comet ... ad mandatum Heilae

nocte miserabiliter interfecerunt

de Lake

Concha

in

wo wegen

Frau mit verschiedenen Strafarten belegt werden, wie

eine

den Genter Strafregistern des 13. Jahrb. (bei

in

et

praktische Fälle,

endlich

approbata de

morte

illa

et

quidani

quemlibet eorum scabini eadem morte inventus Heila ... et judicaverunt tali morte mori, qualem mortem demeruissent et sie eorum suspensus in patiin famulus eorum fuerunt igne concrematae et ancilla ." suspensus Otto fuit Berliner Stadtbuch IV 73: »Anno domini 1422 bulo. cum sua uxore quidam Herten Valke et mulier ejus viva sepulta 135

famulus

.

.

.

fuit culpabilis

de

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Barbara subtraxerunt

suspensus

.

.

.

.

.

.

.

.

.

...

argentea

cleynodia

certa

.

exigente

justitia

et

.

.

."

.

.

.

.

fuit

.

.

uxor ejus viva sepulta").

et

Es ergibt sich vor allem mit Sicherheit, daß von Haus aus und bis ins Mittelalter hinein das Hängen und das Rädern nur Männerstrafen, das Lebendigbegraben und das Ertränken nur Weiberstrafen waren.

nach galten ursprünglich

Aller Wahrscheinlichkeit

auch das Zerstücken, das Ausdärmen und der Felssturz

(S.

136

— 138)

nur

als

Männerstrafen,

Bei denjenigen Strafen, die für Varianten des Lebendigbegrabens erachtet werden können,

wie das Aussetzen

Faß und das Versenken im Sumpf

in SchiflF oder

(S.

144

— 149),

mag

dahingestellt bleiben, ob auch sie anfänglich nur für Weiber bestimmt waren. Die frühesten Nachrichten über diese Strafen gestatten die gegenteilige Annahme. Unter den Moorleichen,

die

versenkt

strafweise

sein

können,

sich

finden

Geschlechter vertreten.

beide

Wahrscheinlich aber gab es im ältesten Strafensystem der einzelnen Rechte ordentlicher

überhaupt uur eine einzige Todesart für Weiber, während die andern den Männern vorbehalten waren. Das hat sich da und dort noch bis ins Mittelalter erhalten. S. z. B. Meißener Rechtsb. IV c. 14 dist. 4: »Welch wip adder mayt oren lip vorwercket, dy sal man lebening begraben', während nach demselben Rechtsbuch für Männer der Strang, das Rad, das Schwert (und das Sieden) bestimmt sind. Genauer um 1500 Entwurf

Weise

einer allgemeinen

Coutume

118, 120,

125—129 Männer

>)

Italienische Parallelen bei

*)

Forum Corschae

a. 1176,

in Colleccion de

(ed.

,Vrouwen van

für Flandern 119:

metten viere,

somtyts

gepunieert metten putte,

Pertile Storia in Univ.

V

272 n. 55, 58, 408

Studies,

documentos ... de Aragon

angaet",

II

während

das Schwert, der Galgen

der Strang, das Rad,

Allen

alle delicten criniinele

heresie

als't

n.

Cineinnati 1909).

117,

vorbehalten

5.

Parallel

nur da& hier der

207,

worden in

Forum

Mann

Turolii .S74

anstatt mit Fels-

dem Galgen bestraft wird. — Italienische Parallelen bei Pertile Storia V 272 n. 55, 408 n. 5. — Wegen des alaraann. R. in der Schweiz vgl. insbesondre die Urteilsfornieln bei Osenbrüggen

sturz mit

Studien 290, 291 mit denen daselbst 292. ')

Andere Fälle bei Cropp

(13. Jahrh.),

Chron.

Stöber Alsatia W. Andrews

193,

a. a. 0.

S.

198).

II

d. deut.

(1851) 42,

196,

in

Kriminalist. Beitr.

531

II

Städte XIII 27, 45, Weist. Rh.

Rarster

Straft. 186.

197 (dagegen

auch Fortunatus (Ausg.

a. v.

Lersner

II

Du Gange s. vv. Defossus, Interrare Osenbrüggen Studien 269,

f.,

Nr. 48 §5,

Cliron.

II

688,

I

500,

Döpler Schauplatz

1790 gesetzl. Gleichstellung der Weiber mit den 1509)

fol.

D

I.

23*

II

373,

Männern

180 auch schon nach dem Stadtrecht von Goslar (oben 177) das

aber

So vertritt

bleibt*).

Lebendigbegraben von Weibern das Hängen, Radbrechen und Enthaupten von Männern und der Bamberger Halsgerichtsordnung (oben 178)

wieder in

anderseits

Weinbern, das Vierteilen, Radbrechen und Hängen von Männern.

am

das Ertränken

Für

von

die Frühzeit löst sich

wenn damals, wie bezüglich gewisser Rechte wahrwegen Hexerei, mit Todesstrafe bedroht waren. Im ostnordischen Rechtsgebiet nimmt Westgöta lagh Im westnordischen vertritt ihn die (13. Jahrh.) diesen Standpunkt ein (s. oben S. 175)^). ältere Redaktion der Gulapings bök, die in dem einzigen Fall, wo sie ein Weib mit Todesstrafe belegt, das Ertränken verordnet: ,Wenn man ein Weib beschuldigt, daß sie eine Unholdin oder Menschenfresserin sei ... wenn sie dessen überführt wird, dann soll man sie an die See hinausführen und ihr auf den Rücken hauen [und sie hinab auf den Grund Tritt in dieser Gruppe von Rechten die Weiberstrafe nicht überall unter der versenken]"^). Frage

die hier behandelte

einfachsten,

Weiber übei-haupt nur wegen

scheinlich,

nämlichen Form

so wird

auf,

sich

eines einzigen Verbrechens, nämlich

wohl daraus erklären, daß man

dies

schon das

sich

urgermanische Recht nicht ganz einheitlich zu denken hat.

Das Mittelalter brachte

eine

Veränderung

insofern, als es in

manchen Rechtsgebieten

den Gegensatz von Männer- und Weiberstrafen zu verwischen begann. sich soeben zeigte,

nend, daß

die

rädern

vermeintlichen Hexen,

die

denen

sie

ist

J.

584

Ruprecht von Freising

bei

(her.

v.

ist,

wie

auch bezeich-

Franken-

die

den Tod ihres Sohnes zur Last

Als rechtmäßig anerkannt findet sich

läßt*).

im Spätmittelalter (S. 251), in

Es

mit augenscheinlichen Willkürakten einsetzt, so wenn im

sie

königin Fredegunde legt,

Allerdings

Ausgleichung nicht zum Abschluß gelangt.

das Rädern eines Weibes erst

G. L.

der Praxis des Brünner Oberhofes (Schöffenbuch

c.

v.

Maurer) Stadtrb. c. 14 Auch in späteren

538)^).

Jahrhunderten legt meist nur lokalrechtliche Praxis Weiber aufs Rad, und zwar gewöhnlich erst,

nachdem

enthauptet

sie

worden^).

Etwas weiter

nachweisbare Hängen von Weibern,

zuerst 899

Das Enthaupten

Neuzeit vermehrten').

ist

dessen

als Strafe

verbreitet

hat sich

Anwendungsgebiete

von Weibern ebenfalls

im MA. das sich

der

in

erst spät in

1) Herausgeg. v. D.Berten im Bulletin de la Comm. r. des anc. lois de Belg. IX (1911) 203 f. Ähnlich übrigens schon flandr. Rechtsb. a. a. 0. 13. 16. 2) Ursprünglich wohl auch das ostgötische Recht, wie K. Maurer Vorlesungen V 43 45 wahr-



scheinlich macht. ^)

c.

aus IV 18

32 nach Norges garale Love (§ 13),

übrigen vgl. oben

reich

wo S.

II

496 und

I

434

(c. 98),

an der eingeklammerten Stelle ergänzt

aber der Bearbeiter die Bestimmung auch auf Männer angewandt wissen will. 141 Nr.

•>)

Gregor. Turon.

*)

S.

Im

5.

Bist.

VI

35.

übrigens auch das Prager Rb.

(g.

1300)

c.

135 bei E. F. ROssler Ü. Gesch.

d. R.

in Öster-

XXVII. '')

Eine

Sonderstellung

Capituli Bergensis 119

(a.

nimmt ein Gesetz für Frankreich von 1535 ein. Im übrigen Beier u. Dobritzsch Tausend Jahre etc. I 393 (Leipziger Fall

1566>,

s.

Liber

a. 1599),

Th. Meurer Relat. bist. Contin. MDC. S. 75 (München 1600), Theatr. Europ. VII 327 (Stockholm 1652), XI 1151 (Utrecht 1676), XII 386 (Breslau 1681), 622 (Ryssel 1683), 781 (Breslau 1684), Relat. bist. sem. autumn. Contin. 1681 S. 93 (Antwerpen 1681), Lersner Chron. I 503 (Frankfurt a. M. 1698), E. Buchner II Nr. 59 (Düsseldorf 1712), Das über Malefitz-Personen ergangene Justiz-Rad ... S. 52 (Berlin 1725), Noordewier Regtsoudh. 307 (Iseghem 1730). Sagenhaft der Bauzener Fall bei Meiche Sagen

buch

Nr. 280. ')

Ann. Fuld. Cont.

Seiler) VIII 45

f.

(das

a.

899 (dazu

J.

Grimm

Hängen von Weibern

RA.
, 230, 238, 244, 245, 250, 253, 259 usw. Münchener Kammerbücher (Stadtarch.) a. 1455, 1456, 1457, 1461-63, 1469, Rat.»protok. (Stadtarch.) a. 1485, Strafr. 240, 241. Lersner Chron. 1494-504, II 682— 711 1486,1488,1490—1493,1499. KnappAltregensb oftmals. Chr. Lehmann Speyer. Chron. (1652) 333 f. Harster Strafr. 196, 197, 199, 202, 203. Bluntschli Osenbrüggen Studien 2Ü0, 291, 375. RQu. d. Kant. Staats- u. RGesch. v. Zürich^ I 417 N. 144. Aargau I 2 S. 44. Schwab. Urteil v. 1470 oben S. 34. Zimmer. Chron. II 435, 111 13. Job. Butzbach Angelsächsische: Wilh. v. Malniesbury Wanderbüohlein I c. 19, 25. PouUet Brabant 250. Aus Tochterrechtsgebieten, englische: Liebermann Gloss. s. v. Pont. II (ed. Hamilton) S. 144.





s. Suithuni (ASS. Juli I 348), Yearbooks XXX, XXXI S. 538, Henderson Verbr. 31, Pollock-Maitland a. a. 0.; französische: Nedonchel 48, 63, 71, 72, 79, 80, 81, 87 usw.; italienische: Kantorowicz Alb. Gandinus I 218, 23.5, 357, 358. — Aus skandinavischen Gebieten, westnordische: Morkinskinna (ed. ünger) S. 173 Z. 32, Heiraskringla (ed. Unger) S. 169 Z. 21, Flateyjar b. II 388 (= Monum. hist. Norw. ed. Storm 140), 159, Dipl. Norv. V 1 S. 24, Liber Capituli Bergensis 9, 19, 24, 6», 121, 141, 171, 177, 179,264; — Sturlunga s. I 197, Fostbrcedra s. (ed. K. Gislason) S. 46 nebst K. Maurer Vorlesungen V 720; — ostnordische: Flateyjar b. II 30, Dipl. Svec. Nr. 1246, Rosenvinge üdvalg. I 185. *) Wie z. B. Gesta Romanorum (ed. Oesterley) S. 650, Stricker Klein. Ged. (her. v. K. A. Hahn) VIII V. 1-4, Meier Helmbrecht v. 1909, H. Sachs Fabeln (her. v. Goetze) Nr. 169 (62 f.), 186 (94), 187 (91), 239 (13), Burkh. Waldig Ksop. III 36 (16), U bland Volkslieder 144 il7), 145 (28), 148 (13), Grimm Deut. Sagen Nr. 335, 336, Müllenhoff Sagen Nr. 100, Tettau u. Temme Volks.sagen Nr. 127, Simplicissimus V 24; — Eyrbyggia saga (her. v. G. Vi'gfusson) S. 34 (Z. 4), Grettis saga^Boes) S. 189 Z. 17, 190 Z. 16, Fornaldar sögur (her. v. V. AsmundarsonI III 193 (G9ngu-Hrolfs saga c. 23), H. Gering Islendzk jEventyri 236, Grundtvig Folkeviser V 287, Minder 11 Nr. 333, Hackman in Finlands Folkdiktning I A S. 150, 365, 385, 393, 394, Fylling Folkesagn 70. S. ferner Anh. 480, 495a, 505, 525, Boner her. v. Fr. Pfeiffer Nr. 57). — 536, 536. — H. A. Keller Li roman des sept sages 145 f. Shakespeare Timon IV 3, As you like it III 2.

Diebstohl 15b. Mirac.

6."),

184 wird der Grundsatz diebes recht

Gailer Strafe"

spricht

als

man im

illustriert

Zweifel jeden Gehängten

und

bestätigt.

Da

der Strang

einen Dieb an,

für

wie

z.

B.

Kaisersberg Postill 4. Th. (Straßb. 1522) S. XXXIX^), und traf einen dieselbe wegen anderer Missetat, so galt er als gerichtet „wie ein Dieb"'). Alldem entes, wenn bildliche Illustration eines Textes, der von Dieben spricht, ohne ihre v.

Todesart als

den alten Schriftwerken

in

sah

so

^),

zu

am Galgen

nennen, den Dieb

Typus der verächtlichen Missetaten Typus der entehrenden Strafen,



vindicta",

als

„summum

darstellt

galt (oben S. 64

Weil der Diebstahl

(Anh. 492). f.),

so galt die Strafe des Stranges

„lästerlicher" oder „schändlicher", als

als

Daher sah man

supplicium"*).

„deformis

im MA. und noch

es

der

in

wenn man einen, der den Strang verdient hatte, entNeuzeit haupten ließ*), sintemal diese Strafe nicht mehr bloß unehrliche, sondern auch ehrliche Missetäter treffen konnte. Damit ist denn auch bewiesen, daß das „erschwerende Moment' Begnadigung

für eine

an,

man gemeint hat^), in der „Schaustellung des Missetäters" zum Enthaupten nicht weniger gehörte. Ging man nun aber besonderen Schimpflichkeit des Galgentodes aus, so bot sich die Mög-

der Galgenstrafe nicht,

wie

gelegen sein kann,

ja

einmal von der

die

lichkeit und die Versuchung, diese Schimpflichkeit noch symbolisch dadurch zu steigern, daß man einen Missetäter höher als andere hängte''), zu welchem Zweck man die (S. 92) mehrstöckigen Galgenbauten errichtete. Von demselben Standpunkt aus erklärt sich ferner die mit der Zeit zunehmende Anwendbarkeit des Hängens nicht nur auf solche Ver-

brechen,

die

dem

mit

Unterschlagung,

dem

Diebstahl

Jagdfrevel,

Tatbestand

objektiven

Betrug

Fälschungsverbrechen,

nach

verwandt

(selten),

sind

wie

Diebshehlerei

und

Diebsbegünstigung, heimliche Pfandnahme, Galgenberaubung, Menschenentführung*), sondern 1)

Macfdeburger Schöffensprüche

2)

Vgl. auch

cap. 21, 3}

RQu. Nr.

d.

Bon er

Diplom. Svec. Nr. 3178 Pfeiffer) LVII v. 27

247.

I

Edelstein (her.

Fr.

v.

Vintler bei J. Grimm Myth.* III 425, 426. J. Enikel Weltchronik v. 7590, 23000. Blume Kant. Bern

II

Reinaert

173,».

1

v.

Ulenspiegel (Grieninger 1515)

Magdeburg II 5 c. 10. Glogau Rb. 537. c. 21. Meister Prantz Schmidt S. 42 Du Gange s. v. Lignum S. 110. Fischer

v.

Ulenspiegel (Grieninger 1515)

S. 40.

1897.

(S. 466).

— 33,

Böhme

Liederb. Nr. 48

(5).

Galgen Sp. 26. *) Grimm Wörterb. Reineke de vos (her. v. Prien) v. 18S9 Saxo Gramm, s. o. Seil II. Nr. 6. (ed Holder) 344, Brünner Schöffenb. 535 (S. 250). Dreyer Nebenstunden 181 f., 170. Der Grund der Schimptliohkeit kann nicht in der Öffentlichkeit des Hängens gelegen sein, wie man wohl gemeint hat. Denn öffentlich wurden alle Strafen vollzogen. 5) J. Grimm RA.* II 265. Osenbrüggen Alam. Strafr. S. 206. Harster Strafr. 67. Langenbeks Schwab. Wörterb.

s.

v.



Glosse bei

Lappenberg Hamburg. Ortelius Chronol. (1602)

Meister Frantz

Reohtsaltert. I 188.

S. 7.

13,

14,

18, 28, 36, 38,

Chron der deut. Städte XXX 295. Nürnberger Chronik in Cgm. 2070 c fol. 238b, 294b, Heimatbilder aus Oberfranken I 109. A. John Sitte, Brauch und Volksglaube im deut. Westböhmen 352. Münohener Kammerbücher (Stadtarch.) a. 1469, 1480, 1490, 1493, 1503. 5) Wilda Strafr. 501 f. Osenbrüggen Alam. Strafr. 8S. Döpler Schauplatz, II 233. ') .Über andere (alle) Diebe hängen': Lübeck Stadtr. II 83 Cod. U. FemRb. bei Wigand Femger. Westphalens 558. Ofener Rb. 272 (Kovachich Cod. authent. jur. tavern. c. 107). ÖWeist. VII 325, 327, IX 6, 23, 35, 50, 155. Christ. Landsl. Tiufwab. 1 pr. (oben S. 177) Rosengrens Entw. in Handlingar II. S. I 518. Dreyer Antiqu. Anm. 87 N. 1. P. Beneke V. unehrl. Leuten 224. Cropp in Criminalist. Beytr. II 329. „An den höchsten (obersten) Galgen hängen": Zschr. f. RGesch. III (1804) 116. 39

u.

s.

0.

fol.

82a.



Theatr.

Europ.

(1889) 193, 203. *)

Krit.

XV

677.

Soester Schrae

Flateyjar b. III 383.

Grenzfrevel oben

Überschau

d. deut.

S.

70

Gesetzgebg.

II

V

7

(?).

Fornaldar sögur

Fritzner Ordb.

(her.



v.

Vald.

Asmundarson)

III

auch Anh. 663 c. Unterschlagung (diebliches Behalten oben S. 70): Köstlin 338, Osenbrüggen Alam. Strafr. S. 135, Knapp Zenten II 866 f., s.

v.

Galgi.

S.

185

man wegen dem Diebstahl

auch auf Missetaten,

der Gesinnung des Täters oder

die

schädlichen Erfolges

aus Tacitus entnehmen,

Am

gleichstellte.

frühesten

wegen

geschah

Deutschland mit dem Landesverrat (proditores

in

ihres

gemein-

dies,

wie wir

et transfugae)

Behandlung, welche die unter diesen Begriff fallenden Verbrechen (damals auch des Hochverrats) noch im MA. im deutschen Recht und seinen Tochterrechten erfahren, Bei dieser Gleichsetzung gereicht dem Bericht der Germania nur zur Bestätigung*). sein Jahrhunderte hindurch Bewenden behalten zu haben. scheint es aber Erst als nach

und

die

der Völkerwanderung die Abschreckungstheorie in die Staatsgesetze Eingang fand, wurde

auch der Raub, wenigstens Täter mit

dem Strang

Barster Strafr. burg (ein Fall

schung von Gold Hamburg. c.

Kant. Bern

39

S.

1

74

Viollet £tabl.

II 220),

Nedonchel II

I

(a.

1300),

Wilda

118

Z. 20;



Ässisea de la cour des bourgois

111 177,

Urkundenfälschg.

47, 244,

1. c. 290, 291 Verbr. 28, Grenzfälschung oben S. 70 ÖWeist. VII 304, 309 (nächtl. Grenzfrevel).

(Beugnot

Assi.ses c.

RQu.

f.,



auch

vergl.

art.

Henderson

1336),

(a.

I

Voltz Chron. d. St. WeißenJagdfrevel: Weist. VII. 44. FälMünz- und Siegelftlschung, Glosse zu

Strafr. 919,



37 § 1, 18, Stein (Warnkönig), Französ. Rg.

Stadtr. a. 1497

220),

219,

Bor. Cust.

Liber Capituli Bergensis 191, 230.

oder Silber: Augsburger Stadtb.

292 (Beugniot

II

Etwas früher begann fränkische Praxis den Mord

(Ed. Roth 370).

1480),

v.

bedroht^).

Jahrh. bedrohte auch schon wegen Todschlags einen unfreien

7.

Bateson

207,

dem Galgentod

seinen qualifizierten Formen, mit

in

Das langobardische R. des

d.

Betrug:

Nedonchel 73 (a. 1325), Barster Strafr. 283, Goyert Fliim. Sagen 38. Passau Rechtsbr. v. 122r) (bei Gengier Stadtrr.) §28. — Beihilfe zum Diebstahl Swsp. Ldr. 227b, Diebshehlerei oben S. 70, Ssp. II 13 §6 var. 24, Glogau Rb. 517, Diebsbegünstigung: Decr. Childeberti a. 596 c. 7, L. Rib. 78, L. Baiuw. VIII 7 § 3, ^thelstän IV 6, VI 1 § 2 (bei Liebermann S. 171, 173), Ssp. II 13 § 6 (= Dsp. 85, 155, Barster Strafr. 208,

it Nr. 111, Brünner SchöflFenb. 302. 549, ÖWeist. IX 6, 23, Dietherr RSprichw. Nr. 179, 191, Jydske Lov. II 93 a. E. (neb.st 98),

Berlin. Stadtb.

Ldr. 116, Swsp. Ldr. 174b),

Graf

u.

Saxo Gramm, (ed. Holder) 164, Skane L. (ed Schlyter) VI (S. 438), We.stgöta L. I ^b. 4 pr. (= II J.b. 29), östgöta L. Val). 82 § 5, Forum Turolii 547, Carta patis Valenc. S. 307, Etabl. de S. Louis I 88, Viollet

— Heimliche Pfandnahme Sk.ine L. I 84, V Menschenentführung: Swsp. Ldr. 227, Rupprecht

fitabl. I 250.

N.



1.

Stellen wahrscheinlich

V

Pertile Storia

610



Galgenberaubung

oben

S. 101

Freising Stadtrb. 88 (doch an diesen Cod. Th. XVllI, L Rom. Burg IV 1, anderseits

römischer Einfluß, vgl. Interpr. f.

1.

v.

N. 40, 45: Freiheitsberaubg. in Friaul, Rom, Florenz), Christ. Lands). Tjb.

1

pr.

(oben S. 177). ')

Fredegar maj. a

Sangall.

(a.

Franz RGesch. 1377) bei

(a.

Turoliae (ed.

131

II

Gaupp f.,

537.

Holder) 344

Fuchs

(her. v

Urkb.

U

768).

(a.

Monach. Sangall.

Widukind Hist. II 1011). Rahewin

a. 899.

VI 57

Chron. contin. 51

792).

II

Ann. Einhardi

Richer

(a. 937).

IV 78

Hist. (a.

Ann. Alam. contin.

a. 792.

Gesta Berengarii

Gesta Frid. IV 44, 55

1159).

(a.

III v.

114—119

991).

Thietmar

Stadtrr.

II



167.

Nedonchel

Kohler-Azzi Das

Florent.

Flateyjar bök

Reißenberger)

v.

1856

111

88

(a.

Strafr.

792 (Ann.

Ann. Fuld.

Chron. (ed Kurze)

Warnkönig Murten Rbr.

14.

Heimskringla

97.

a.

894).

— 1313).

1330).

des

(a.

Statuta et Consuetud. bei

Mon. Germ. Const. IV 623, 761, 936, 1020

16.

(a. 1037).

12.

(a.

1311

Munoz Jahrh. 46,

(ed.

Colleccion 50.

Unger) 640



I

486.

Saxo

f, 707.



Forum

Gramm Reinhart

f.

=

Brunner RGesch. II 648 f. Decr. Childeb. (a. 596) 7, 8 (Capp. I 16 f ), wo latro Dieb und Aus späterer Zeit: Wipo V. Cuonradi 18, Carta pacis Valenc a. 1114 (a. a. O. 303), Caesarius Dial. Mirac. VI 24, VII 58, Kaiserchron. 15156, Statuta et Consuetud. a. a. 0., Warnkönig Flandr. RGesch. II üb. CLX 57, 11, Dsp. Ldr. 42, Swsp. Ldr. 42, Murten Rbr. (a. 1377) a. a. 0., Görzer «)

H.

Räuber.

Statutenb. S. 82 J.

f.,

Fortescue On

Nedonchel

73,

Schamnitz Stadtr. govern. of Engl.

Pertile, Storia

Alb. Gandinus 362, 863,

Abb.

V

(in c.

613

Jahrbb.

13,

n. 48,

Kohler-Azzi a.a.O.

d. philos.-philol. u. d. hist. Kl.

XXXI,

d.

Viollet

3.

614

Hendersou Verbr. 14, 18, 48, I 47, Somme rur. fol. CCXII, 111-113, 656 n. 120, Kantorowicz

Liter. 1843) § 19. fitabl.

n. 52,

de S. Louis

654 f

n.

43.

Abb.

24

186

MA.

mit derselben Strafart zu belegen, was im

und

Wenn

ziemlich früh

Verbreitung auch auf Brandstiftung (genauer Nachtbrand) die Strafe des

in weiter

Hängens

Nachher erfuhr

weitere Nachfolge fand*).

mitunter auch der gewöhnliche Totschlag die gleiche Behandlung^).

mag

so

steht'),

durch

dies

Heimlichkeit

die

der Tat veranlaßt sein.

Skandi-

Überhaupt

navische Quellen ziehen hier ausdrücklich die Analogie des Diebstahls heran.

aber haben noch während des Frühmittelalters die westlichen Tochterrechte des deutschen

Weg

Rechts einen

Um

zu erheben.

strafe

Strafart

der dahin führte den Strang zur regelmäßigen Todes-

eingeschlagen,

Deutschland

In

belegt*).

1200 waren

dem entsprechenden Grundsatz

zu

B.

z.

Normandie

in der

selbst

bekanntlich

ist

Wir brauchen

gelangt.

alle

die

Haupttaten mit dieser

Praxis

Femgerichte

der

dies hier nicht weiter zu ver-

folgen und ebensowenig die mancherlei, obschon seltenen, Spuren einer ähnlichen Richtung

germanischen Rechten der späteren

rein

in

Zeit.

Es kam hier nur darauf

an, die sekun-

dären Erscheinungen zu erklären, indem wir von der primären, der spezifischen Beziehung

zum

des Galgentodes

Wie

Diebstahl ausgingen.

der Strang

dem

so gebührt das

Dieb,

Rad dem Mörder.

ursprünglichen und typischen Begriff der heimlichen

Daß auf Mord im

oder verheimlichten Menschentötung

Welt mit Ausnahme von England genug*), und auch nachdem im Mordbegriff das Merkmal

das Radbrechen stehe, sagen in der ganzen germanischen die

Rechtsaufzeichnungen

Fredegar Chron. contin. 51. Beaumanoir XXX 2. Viollet Beugnot Assises II 392. Poullet Liege 499. Stat. et bei Warnkönig a. a. 0. II 15, 16. A. Floquet Hist. du Parlem. de Norm. I 174. Pertile n. 12, 584 n. 81. Henderson Verbr. 48. Bateson Bor. Cust. I 74, 76. PollockHist Norwegiae bei Storm Monum 115. Theodoricua Monachus c. 10 (ebenda 485.

Gregor. Turon.

')

de

fitabl.

Louis

S.

Consuetudines

V

Storia

202

Maitland

II

samtabenteuer

557

I

Abrege bei

f.

(c.

442).

auch Reinhart Fuchs

S.

Landstad Norske

CV,

I S.

Hist. VII 46.

235

47,

I

Flateyjar bök

S. 18).

oft

v.

1861

f.,



Folkeviser 208 (8—10).

Tristan 12972, v

Hagen

d.

Ge-

Anstiftung zu Raubmord, Brünner





Tötung des Gastfreundes, Atlaniyl (bei Sijmons) Str. 30. Schöffenb. 525. Andere qualifizierte Tötungen Forum Turoliae 24, 47 f., 442 Fuero de Zorita 240. ^) Z. B. Caesarius Dial. Mirac. IX 49, Murten Rbr. a. 1377 (bei Gaupp Stadtrr. II 167) 33. Passau Rbr.

§24

1225

a.

(bei

Gengier

Stadtrr. 347),

Lersner Chron.

I

494

(a.

15fa9

Frankfurt\

Assises de la

Beugnot a. a. 0. II 200, 201, 218 f.), auch 212, 296, 238, 269 (a. a. 0. S. 144, 165, 168, 204), Nedonchel 67, 74, 84, 86, 96, 103, 107, 108, 111 f., 121, 123, 130 a. 1322 ff.) usw., [Bouteiller] Somme rur. fol. 211b, 212, Munoz Colleccion I 486 (Escalona a. 1130), Fuero de Salamanca 282, Andrews 216, 224, 227, 230, 231 (England 1738 usw.). cour des bourgois

3)

Skäne

(som en anden

Maitland

265

c.

L.

I

tiuflf!).

266

f.,

214

(S.

f.,

*)

Warnkönig

'>)

Leges et Consuetudines bei

II

36

pr.

I

thiuf!).

77 (Waterford

RG

Flandr.

(qui art

II

Andr.

a. 1300).

ÜB

Suneson

Nr. 160 (Furnes

meson denuis!).

Nedonchel

Mb. 31

(= Södermanna

L.

Mb. 13

25 (oben

S.

38 nebst

Urkb. 16

(3).

1240) § 11

146

Französ. BGesch.

II

Verbr. 32

a.

Warnkönig

Gotlands L IV 19

132.

II

Henderson

S.

(a.

Pollock(nacbrant!).

1346), 147 (a. 1347).

auch die Cout. d'Anjou

518.

Skandinav. RR.: Uplands

Mb., 25

L.

sum annar

Bor. Cust.

Stein (-Warnkönig) Franz. Rg. III 177 Muiioz Coli. 540 (Daroca a. 1142). ebenda

(bei

f.

199 N. 46

Bateson

Hist. II 492.

288

pr.

Heisinge L. Mb.

Skäne

(oben S. 176.

(Mon. Germ. Const.

II

L.

I

L.

16).

145 (oben

Nr. 280, 284).

pr.

östgöta L. S.

32

f.).

K]>z.



Ssp. Ldr. II 13 § 4

(oben 177), Meißen Rb. IV 13

pr.

oben

S.

S. 32,

176 N.

Deutsche RR.: Landfrieden v. (= Dsp. Ldr. 110, Swsp. Ldr. 174,

5).

Westmanna Bjärköa R.

1223 u. 1224

Goslar Stat.

c. s.

9

38

d. I, Salzwedel Rb. § 61, Glogau Rb. 538, Berlin Stadtb. III 26, Prag Rb. 33). Hamburg. Stadtr. v. 1270 XII 7 (a 1292 P 7, a. 1497 18 (= Lüb. R. III 399). Otterndorfer R. oben S. 178. Bremen Ord. 102 (bei Pufendorf Obs. II App. 103). Stade Stadtr. XL 7. v. Richthofen Fries. Rqu. 30, 238 (§ 31), 239 (§ 32). M. de Haan Hettema Het Fivelingoer Landr. 102. Rechts.

187 der Heimlichkeit durch die Vorsätzlichkeit ersetzt

Auch

fest*).

Grundsatz

als

zum

solcher

halten sie doch zäh an der Strafart

ist,

vom deutschen Recht

Tochterrechten, die

in

wiewohl

Vorschein*),

abgeleitet

aus den

dort

er

sind,

S.

186

kommt

der

angeführten

Ursachen gemeiniglich verdeckt wird. Die Praxis folgte den Rechtsbüchern und Gesetzen'). Legende und Dichtung, wie das Sprichwort bezeugen seine Volkstümlichkeit*). Nur zu

wenn

seiner Bestätigung dient es,

Namen

selten sogar seinen

qualifizierte Totschläge,

dem Mord

die

gleichstehen, nicht

führen, ebenfalls und schon seit alter Zeit mit der Strafe des

Rad-

brechens belegt wurden, wie Tötung eines Nahverwandten, des Ehegatten, des eigenen Herrn^),

bronnen 1 R. 8 S. 52 (Groningen) 1 (Jnn Matthijssen) S. 203, 207, 3a (Utrecht) S. 3, 15 (Ardenburg) 268 (hier insbes. morddaet im Gegens. zu manslacht, worauf Enthauptg.). Alvini Tracüitus S. 353. Meißen Rh. IV 4 d. 6. Frankf. Weist, bei Thomas Oberhof 421. Wormser R. bei Keutgen 111. Harater Straff. 139 f. Zenten 1 1383. Bamberg Rb. (Zoepfl) 143. Atdorf Strenges R bei Gengier Cod. jur. mun. 74. S.

Knapp NQrnb. Kriminalr. V 55, 80. Kärntner LO. v. HalsGO.

zeller

Studien

Stadtb.

Schemnitz Stadtr. §

IIa 43.

179

v.

Schwind-

Weist.

19.

Regensb. R. bei Freiberg Siiinmlg.

Altregensb. GerichtsVerf. 151.

f.,

1338 bei

Reform d. baier. Landr. v. Augsburg art. 30 §

art. 6).

II 75.

55,

I

u. v. 1.

Dopsch Urkl)

Anm.

b.

Norwegen:

')

maj.

Boutillier

Franz. R.:

*)

II

Manchen Kammerbücher Staatsbibl.

166b,

fol

LXXII. Gr. Coutumier gen.

Liber Cap. Bergensis

(Stadtarch.)

167a,

Dänemark

14, 95.

Häberlid» Analecta)

863, Visio Godescalci (bei

a.

fol.

a.

Deutschland: Ann.

Anh. 625.

Caesarius

Heisterb. Dial. d.

II

Einsidel.

XI

6,

54.

1475, Ratsprotok. (ebenda) a. 1499, 1504, Cg. 2(l70c

der Münch.

Knapp

172, 179

217b, 261b,

191a, 207a,

190b,

c 25,

(Par. 1537) fol. 212a.

Nürnb. Kriminalr.

56,

f.

Frantz Schmidt 42 (Nr. 173), Siebenkees, Materialien II 695, 696, Zimmer. Chron II 38, 472 f., Harster Strafr. 149, Noordewier 307, Berlin Stadtb. IV 94, 104, Stölzel Brandenb. SchöffenstuhlsMeister

akten

XIX

612, IV 141,

I

neation

I

Chron.

Lersner

582,

68,

PouUet

83. II 8,

6,

deut.

d.

Chroni^k

I

Städte

495,

I

389

496, 497,

V

f.,

71

f.

315-317,

VIII 127, 138 f., X 258, Sererhard Einfalt, deli78, E. Bu ebner II Nr. 59,

323,

682, 685, 690-69.5, 700,

II

Liege 499, Theatr. Europ. XI 1151, XII 386,

Döpler

Schauplatz II 290 (Nr. LXXIV), Anh. 899c, 409b, 414, 428, 430, 441, 446, 448, 456, 602, 607, 608, 610-61:^, 617, 618, 618a, 624, 624a, 628, 629, 632, 632d. Frankreich: Du Gange s. v. Imparticare (Lambert. Ard.), Pitaval Causes 1 383, IV 47, IX 33, Theatr. Europ. Xa 106, Anh. 619, 622, 626, 632a.

Italien: Anh. 425.

Enikel Weltchronik 23313. Reinaert (v. Grimm) v. 531 (mit 437), v. 496. Hans Sachs Fastnachtsp. (her. v. Goetze) LXX v. 80. Fabeln (her. v. Goetze) 1 Nr. 165 v. 9., 169 v. 93. Meiche Sagenbuch Nr. 82S, 1128. Strackerjan Abergl. 559g. Wunderhorn (her. v. Griesebach) S. 461 f Herder Volkslieder I 1 Nr. 16. S. ferner *)

Kaiserchronik

Reineke de vos

oben

(her.

v.

v.

15156.

F.

S. 114. 5)

manna

Östgöta L.

Mb. 12

L. II

E|.Z8. 21, pr.

§

2,

Berg. 566.

könig

Flandr. Rechtsgesch. 32.

XIII

243.

Beier

u.

XLVI

Gengier

Stölzel Brandenb.

Schemnitz Stadtr. §24 (mit

V. Engelberti

üb. Nr.

III

Altdorf Stadtr. bei

Schöffenb. 638.

=

Uplands L. Mb. 13 pr. § 2, 15 § 1 (oben S. 32 WestSöderm. L. Mb. 28 pr. 36 § 1 (oben S. 32), Magn. Er. Landsl. Hmb. 2, Rim-Krönikor (her. v. Klemaiing) I 149. Folk-Visor I 80. Liber Cap. 17 pr. (oben S. 38».

13.

Hmb. 2 pr., 8. Caesarius Heisterb.

9 pr, Stadsl.

§§31,

.1.

Prien)

19).

Cod. jur.

Schöffenst.

Kovachich

Akten Cod.

Dobritzsch Tausend Jahre

Teasiner R. oben S. 178.

Pertile Storia

17 (vgl. Chron. d. deut. Städte XIX 306). WarnRuprecht v. Freising Stadtrb. (W estenf ieder) mun. 25. Siebenkees Materialien III 281. Brunn

II

13

V

564

I

I

290,

IV 139,

140.

auth. jur. tavern. 395.

n. 81.

H.

Sachs

c.

Chron. der deut. Städte 80.

P'abeln

Theatr.

(Goetze)

Europ. I

189

Anh. 617c, 620 632b, 459. 24»

v.

Xb

V

71.

176,

88-94.

188 Raubmord*), Tötung „über den Frieden"'). Vgl. auch oben Seite 69 f. Greift sie über den Kreis der Tötungsverbrechen hinaus, so erklärt sich dies aus ähnlichen Ursachen wie die Erweiterung der Anwendungsfälle für die Galgenstrafe (oben S. 185 f.). "Wie demjenigen

am

auch das Rädern

so galt

diese,

besonders schimpfliche Strafe,

als

bestimmt war, das wegen seiner Heimlichkeit dem Diebstahl

Neidings\*^erk

Als pessimus cruciatus

nächsten stand.

da es von Haus aus

trifft

es

schon nach einem fränkischen Gesetz

Das bedeutet im MA. weiter fortschreitet, wenn nunmehr auf Missetaten wie Mord- oder Nachtbrand, Kirchen- und Mühlenbrand, ja sogar Branddrohung^), Straßen- und Kirchenraub und überhaupt Raub im Sonderfrieden*) dann Diebstahl im Sonderfrieden^), Herren- (und Hoch-) Verrat, Aufruhr*), mehr vereinzelt ungetreue Botschaff), Verleumdung mit Todesfolge*), Menschenraub^), Sodomie"), Hexerei") u. dgl. m., Missetaten von denen wir wissen, daß sie vormals und sonst auch gleichzeitig mit des 6. Jahrh.

(Cap! Sal.

I

den Unfreien,

5)

der eine Freie geheiratet hat.

allerdings eine Degeneration der Strafart, die

anderen Strafen belegt waren, das Rad steht.

Dieser sekundären

Ausdehnung

ihres

Anwen-

dungsgebietes gegenüber verkümmert die Strafe des Radbrechens in den westlichen Ländern

1)

Richthofen RQuellen 238 (§ 31), 239 Ruprecht v. Freising Rb. I 35, 70.

friealands

Borchling

(§§ 32, 31).

Niederdeut.

RQuellen

Ost-

78.

mit 41. RQu. des Kant. Aargau I 1 S. 153, 264, II 2 RGesch. v. Gaster 41. RQu. des Kant. Bern I 48, 340. Auch nach dän. R. scheint die Strafe des Rades in dem von der Knytlinga S. c. 118 berichteten Falle (a. 1157) sich so zu motivieren (minder deutlich Saxo ed. Holder S. 498). v. Richthofen 3) Eriks Sfflllandske L. II 15 (wegen Mordbrand Rädern oder Verbrennen!), Rechtsqu. 31 (Z. 8 — 19), 171 (§ 147). Landfrieden a. 1224 (Mon. Germ. Const II Nr. 284) c. 22. Ssp. Ldr. 13 §4 (Dsp. 110, Sw.sp. Ldr. 174, Goslar Stat. S. 38 Z. 15, Meißen Rb IV 13 d. 1, Salzwedel Rb. 2)

S. 132,

Oaenbrüggen

Landb.

141, 222.

Alam.

v.

Strafr.

§ 95



Gmür

Gaster bei E.

Bremen Ord. 102 § 61, Glogau Rb. 538, Berlin Stadtb. III § 26). Blume v. Magdeb. II 5 c. 2. dorf Obs. II App. Iü3. Caesarius Heisterb. Dial. X 36. Rechtsbronnen I R. 3a S. Barster Strafr. 268. Berlin Stadtb. IV 95, 109, 134.

Lei 3,

Pufen8 S. 52.



Hamburg Stadtr. a. 1270 Ssp. Dsp. Swsp. usw. a. «. 0. Skäne L. I 145 s. E. (oben S. 32 f.) Lübeck Stadtr. III 399. Glogau Rb. 538. Berl. Stadtb. IV 89, 103, 112, 136 f. Magdeb. Schöffenspr. Stölzel Brandenb. SchöfFenst. Akten III 103. Fivelingoer (her. v. Friese u. Liesegang) I 247, 329. Landr. 132. Wurstener Landr. bei Pufendorff Observ. III App. 123. Caesarius Heisterb. Dial. X 55. Lersner Chron. I 493. Harster Strafr. 205, 207. Lorsch Ingelheimer Oberhof 495 (Nr. 7). Flandr. Entwurf einer Coutume im Bulletin. ... des anc. lois de Belg. IX 203 (c. 117). Ofener Rb. 268. Pertile Für Straßenraub 1535 in Frankreich eingeführt: Du Gange s. v. Rota StoriaV 613 n. 48 (Mailand). *)

XII

7.





auch Anh. 621, 409a, 458. 5) Thietmar IV 43. Iglau Stadtr. foL 179 b. Schemnitz Stadtr. § 19.

Nr.

1.

S.

51.

Prager Rb. 181 §

1.

Brünner Schöffenb. 545.

Cgm. 2070c

Swsp. Ldr. 174, wozu Friese Strafr. des Ssp. 152 f., SalzPrag Rb. 33). Ulmer R. a. 1296 bei Keutgen 193. Knapp Nürnb. Kriminalr. 285, 291. Harster Strafr. 66, 69—71, 271. Chron. d. deutsch. Städte I 365, IX 819. XIX 183, 399, 582, XVI 62, 137, XXVI 63, 137, 161. Anh. 617a, 400, 400a. ') Ssp. II 13 § 4 (wozu Friese a. a. 0. 153 f., Dsp. Ldr, Swsp. Ldr., Salzwedel Rb., Meißen Rb. a.a. 0.). •5)

Ssp. Ldr. II 13 § 4 (Dsp. Ldr. 110,

wedel Rb. §61, Meißen Rb. IV 13

Blume

v. 8)

9)

i.

Magdeb

11 5

d.

1.

c, 2.

Augsburg Stadtb. art. XXX § 3 (S. 87 f.). Harster Brünner Schb. 547, Stadtr. 66. Iglau Stadtr c. 64.

10)

Harster

Stafr.

11)

Stadtb.

Augsburg

Ü. 1440).

V.

Strafr. 175(?).

Sog. analoge Talion!

185.

art 39.

J.

Hansen

Quellen

u.

Unters.

I

517 (Basel

c.

1804).

546 (Freiburg

189 In Frankreich wurde der Grundsatz von der

unter der Konkurrenz des Stranges.

Zusammen-

gehörigkeit des Räderns und des Mordes im SpätMA. von der herrschenden Meinung auf-

Man

gegeben.

am

den Mörder gemeiniglich

bestrafte

Nur

Galgen.

partikularrechtlich

noch dem Rad, während andere Partikularrechte ihn lebendig begraben ließen '). Erst in der Neuzeit trat in der französischen Rechtsentwicklung wieder eine rückläufige verfiel er

Bewegung

ein.

Unter den alten Neidingswerken war es vornehmlich die Notzucht, worauf die Hierin stimmen fast alle germanischen Rechte überein*). Strafe des Enthauptens stand. Das hohe Alter dieser Übereinstimmung ergibt sich daraus, daß sich sowohl in nieder-

und niedersächsischen wie

fränkischen

125

S.

N.

f.

mittel-

in

hauptungsverfahren mit der Diele gerade

und oberdeutschen Rechten das Ent-

Notzuchtstrafe erhalten hat (die Belege

als

Aus ähnlichen und nicht minder

11, 12).

s.

oben

Gründen darf man ursprüng-

triftigen

Zusammengehörigkeit des Enthalsens mit todeswUrdigem Grenzfrevel (S. 127 f., 130) und wenigstens nach urdeutschem Recht auch mit todeswürdigem Baumfrevel (S. 72, 124, 130) und vielleicht mit noch andern Kultverbrechen annehmen (die Belege S. 71 N. 2, 127, 130 N. 2, 3, 6, 77 N. 4)^). Schon in sehr früher Zeit aber war das Enthaupten sicherlich

liche

auf verschiedene andere Missetaten

>)

*)

Edz. 12



c. 7.

Hadersleben Stadtr.

Deutsche RR.:

Magdeb.

V.

burger

5

II

III

c.

1

Blume

34.

S. 223.

Leobschütz

Stat. 53

(Pufendorf

Laband

(bei

Handf.

v.

Mühlhausen Rb. (Stephan N. stadt Stadtr.

234

§ 26,

S.

a.

§2

1404

7

6

§23.

Glogau Rb.

her.

Friese

17.

c.

u.

f.,

AUgem.

c. 4,

1224

a.

R.

Stadtr.

3,

Schleswig neuer. 7 (Mon. Germ.

c.

üsp. Ldr. UO, Swsp. Ldr. 174,

Wasserschieben

v.

§ 10

(ebenda

Magde-

555).

S.

9).

Liesegang Magdeb.

Salfeld Rb. art. 2 (bei 209).

III

1

S.

Systemat.

SchöfFenspr.

I

Warnkönig

Gengier

a. a.

0. 393).

Flandr. RGesch.

II

Rudol-

ükb. Nr. 232

Stallaert Glossaiium s. v. Afsagen. Noordewier 282. Groningen Stadtb. a. 1425 (Telting) art. 169. S. 209). Rößler Ü. d. Bedeutg. etc. S. XIII f.). Prag Rb. 86 (bei Rößler 217.

(Rechtsbronnen

I

Ruprecht

Swsp. Ldr. 254.

Freyberg) V

Reichslandfr.

Stadtr. S. 38 Z. 18

Michelsen RQu. 1

Bamberg Rb. § 145. Prag Rb. 55 (bei RDenkm. I 124). Brönn Stadtr. 41, SchöfiFenb. Stadtr.

c. 7,

sog.

Holbek Stadtr.

20,

StofFlief. 1) S. 31.

(bei

223, 235 § 20,

Matthijssen IV

Jan

c.

LandsL.

Christoffer

63,

dar-

dies

Kulm Stadtr. V 40. Bremen 1270 § 17 (bei Gengier Stadtr. 248). App. 62). Lüb. R. (Hach) III art 384 N. 5. Meißen Rb. IV 10 d. 6.

v.

U

Obs.

II

1292

Halle -Neumarkter

S. 6),

Magdeb.

v.

1223 (sächs.)

a.

(= Goslar

Salzwedel Rb. §62,

3,

c.

Rechtsbrief § 11

SchöfFenr.

Landfried(>h

Ssp. Ldr. II 13 § 5

Const. II 395, 399).

Blume

erklärt sich

[WarnköniR-] Stein Fianzös. RGesch. III 503. Skandinavische (ostnordische) RR.: oben S. 32 N. 4, 62 N. 8, pr., Rosengrens Entwurf in Handlingar II 1 S. 459, Erik Glippings

K. Margar. Ällgem. Stadtr. 54. Stadtr.

Beim Frauenraub*)

gesetzt.

v.

Iglau

488.

Stadtr. 55.

Ofen Rb. 286, 291.

(Westenrieder)

Freising Stadtrb.

Schemnitz Regensburg Rb.

135.

I 225, VIII ,38, IX 5, 24, 36, 46, 57, 275, XI 11. Haimburg Stadtr. Wiener-Neustadt Stadtr. (her. v. G. Winter) c. 57 (deut. Text). Kärnten LO. V. 13^8 (bei Schwind-Dopsch Urkk. 177 Z. 2—5). Osenbrüggen Alam. Strafr. 286, 287. Bamberg HalsGO. art. 144 (= Carolina art. 119). Grimm Deut. Sagen Nr. 478—480. Tochterrechte: Stat. Cadubrii bei Du Gange s. v. Adulterare. [Warnkönig-]Stein Franz. RGesch. III 617. Warnkönig Flandr. RGe.sch. III Urkb. Nr. 165 (Artois) §4. Nedonchel 352, 371. Ober eine grundsätzliche Abweichung (Lebendigbegraben) oberdeutscher RR. s. unten S. 191 bei N. 3. 3/ Dazu Weist. III 286 Nr. 23, 288 Nr. 26.

(v. V.

1244

(her.

v.

Österr. Weist.

67.

Meiller) S

29.





*)

Thietmar

Chron.

Altprager Rb. 65 (bei 516. 619. fries.

R.

Warnkönig vgl. die

Kurze)

(ed.

Rößler

Flandr. RGesch.

.Hauptlösung*

Enthauptungs.strafe zurückgeht.

VIII 6

(a.

1014). Freiberg Stadtr.

Ü. d. Bedeutg. usw. S. XVII).

(v.

H

2 S. 15,

HI

Richthofen Zur

Iglau

2 S. 25.

V

6, 8.

Stadtr. 62.

Stat. Cadubrii

L. Sax. 287 N.

1),

die

Meißen Rb. IV 11 Brunn Schöffenb. a.

a.

0.



Wogen

d. 3.

492,

des

wohl auf eine ehemalige

190 daß dessen Tatbestand mit dem der Notzucht von manchen Rechten unter dem gemeinsamen Begriff der Gewaltübung eines Mannes gegen ein Weib zusammengefaßt war*). Von hier aus gelangte man aber im Verlauf der mittelalterlichen Rechtsentwicklung dazu, auch die Entführung und weiterhin die Verführung, die widerrechtliche Verleitung einer Jungfrau zum Verlöbnis mit der Strafe des Enthauptens zu bedrohen^). Wie in diesen Fällen, so liegt eine sekundäre Rechtsbildung auch vor, wenn nach vielen Rechten des Mittelalters der schlichte Todschlag, oder wenn anderwärts qualifizierte aber zum UnterDort schied vom Mord leichter qualifizierte Tötung mit Enthauptung bestraft wird. bar gegen bar! forderte das dem altgermanischen Recht unbekannte Talionsprinzip ( caput pro capite!) hier das Abschreckungsschwed. lif fore lif! leib gegen leib! aus,

prinzip den

Rad

sein.









Tod des Verbrechers. Aber der Tod durfte ein ehrlicher, folglich nicht das Das Abschreckungsprinzip, wie es vornehmlich, doch nicht bloß, in Land- und wurde, vermehrte die Anwendungsfälle dieser Strafart, so

befolgt

Stadtfriedensgesetzen

daß im MA. auch Verbrechen, wie Raub, insbesondere Straßenraub, Freiheitsberaubung, schlichte Brandstiftung, handhafter Ehebruch, Doppelehe, qualifizierte Entführung, gewisse dahin

Sonderfriedensbrüche

Enthaupten an So

erwähnen.

Gewicht

die

Stelle

mag

sich

konnte

fallen

Zuweilen gehen

einer

immer nur

1)

Wilda Sachs.

Straft.

830

1223

c.

573

(c.

19), .^79 (c. 87),

322

S.

327

f.,

steig Ldr. 32 §

Stadtr.

9,

35 §

1270 XII

V.

7,

III 399, 385, 386, II

598

9

X

4

v.

II

Ein Symptom des Übergangs hiezu

ist

666.

Hach

S. 78,

(=

Magdeb. bei

92

f

),

Goslar Stat. 38 nebst II

5

c. 3,

Göschen

hinter seiner

Dsp. Ldr. HO, Swsp. Ldr. 174).

Richt-

Liesegang) I 290, 304, 305. Hamburg Pufendorff Obs. II App. 103. Lüb. R. (Hach) Wismar Stadtr. v. 1246 bei Hach a. a. 0. 98 N. 1.

(her. v.

Bremen Ord. 102

f.

N. 12 (nebst

beteiligt.



Magdeb. Schöffenspr.

7.

von Rechten

Meißen Rb. IV 11 d. 3. Brunn Stadtr. 101, Schöffenb. 492. ÖWeist. IX 29, 36, 46, 61. 21 a. E. Mon. Germ. Const. I 451 (c. 13), II 394 (c. 5), 399 f. (c. 5, 15),

Ssp. Ldr. II 13 § 5

20).

(c.

ins

Neuerungen

daß das Enthaupten wie anderwärts das Hängen die

Salzwedel Rb. § 62, Blume

f.,

Stand

deren

allen derartigen

7.

Erik Glippings sog. Allgem. Stadtr. 18. 3) Deutsche RR.: Gregor. Tur. X

Ausg.

war schon genugsam zu

oder Gruppen

einzelne Rechte

Brunner RGesch.

ff.

a.

An

enthauptet wurden*).

sie freilich so weit,

Landftiede

der Strafmilderung das

daß frühzeitig Hochverräter,

regelmäßige Vollzugsart der Todesstrafe wird').

2)

Weg

im

oftmals

entehrenden Todesstrafe trat,

auch erklären,

(vgl. S. 182),

begreiflicherweise

sind

Daß

gehörten').

Friese

u.

Stade Stadtr. XI 7. Braunschweig Stadtr. bei Gengier Stadtrr. 36 (§8). Schwerin Stadtr. 12. Jahrh. ebenda 432 (§ 5), Rezesse der Hansetage I Nr. 7 (1260-64) §§ 8, 9. Stahm D. Straft, d. St. Dortmund 252. Medebach Rbr. v. 1165 § 5 (b. Gengier 283). Freiberg Stadtr. XX 6, XXII 4, XXVIII 14. Meißen Rb. II 3

Prag Rb. 204. Iglau Stadtr. 59, 67, 81. Deutschbrod Stadtr. bei Tomaschek Deut. 1. Leobschütz Stadtr. §§ 10, 14 (ebendort 286, 260). Brunn Stadtr. 44, 46, Schöffenb. 395 (Nr. 2), 492, 630, 533. Ofen Rb. 279. Mühlhausen Rb. (bei Stephan) S. 30. Klingen Stat. § 28 (bei Michelsen RDenkm. 194). Groningen Stadtr. (Telting) art. 225. Frankfurt Weist, bei Tomas Oberhof d. 2,

IV 9

R.

österr. 259.

i.

12 d.

d. 1,

Lersner Chron.

S. 421.

II

683

(a.

1474), 691

Swsp. Ldr. 201 K. Regensb. Stadtr. (Freyberg) Fries

hagen jarbök

R.

bei

His

Christ. Stadtr. v. 1413 111



Strafr. 197.

V

Skandin.

311, 38.

(a.

Altdorf Gestr. R. bei

1514).

V 81.

RR

:

Ldb.

v.

Gaster bei

Jydske L.

Dan. Rezeß

v.

1537

III c.

8

67.

Gengier

Gmür a. a. 0.

Cod. jur. mun. 25.

ÖWeist. XI 140.

312.

K. Margar. Stadtr.

(Rosenvinge

Sauil.

IV

26.

Kopen-

178).

Flatey-

c.

5fi6.

11, 26 (?). Fredegar Chron. 44. L. Sax. 24. Einh. Ann. a. 792. Nithard Hist. I 6. Ann. Fuld. a. 879. Regino a. 892. Liutprand Antapod. II 6. Widukind II 81. Thietmar Chron. 1121, 111 9. Waitz Verf. Gesch. VI 483 N. 2-4. Heimskringla (ed. Unger) 169 (Z. 15 f.). 5) Brandt Foreliesn. 11 33. *)

Gregor. Türen. Vlll

191 wenn

es,

in

Rechtsgebieten

einigen

sogar der Diebstahl

mehr mit dem Strang,

nicht

sondern mit dem Enthalsen bedroht*) oder wenn in einer sehr altertümlichen Formel von

Westgötalag (oben

32) der Dieb „zum Hieb und

S.

zum Hängen"

verurteilt wird.

Bei den andern Vollzugsformen, die nach Strang, Rad und Diele oder Beil (Pflug-

übrig

schar)

Beziehungen

sich

lassen

bleiben,

nun

freilich

zu gewissen Verbrechen feststellen.

unsere Erkenntnisquellen nicht in ausreichender

auch

der

in

Anwendung

dieser Vollzugsformen

nicht mit

gleicher

bestimmte

Sicherheit

zum Teil schon Menge fließen, zum Teil aber Dies liegt

Ausgleichungen und zwar

daß

daran,

daran, daß

zweifacher

in

Hinsicht eingetreten sind, einmal insofern, als eine Strafe, die ursprünglich nur auf einem

bestimmten Verbrechen

gestanden war, in geschichtlicher Zeit noch auf andere gesetzt

wurde,

und zweitens insofern,

galten,

später auch als für das andere

als

gewisse Besonderheiten hervor, ist als

die

Strafen,

die

nur dem einen Geschlecht

ursprünglich

Daneben

geeignet erachtet wurden.

noch

treten

nur einzelnen Stämmen oder Ländern eigen

sind.

So

geordnete öffentliche Strafe das Steinigen im altsächsischen, angelsächsischen, west-

und altnorwegischen Recht eine Diebstahlstrafe für Männer (oben S. 33, 177, während es in jüngeren schwedischen Gesetzen als Strafe für Hexen, Mör32, derinnen und Diebinnen erscheint (oben S. 176, 177, 32). Man sieht, wie durch die Übertragung auf Weiber eine Strafart ihrer spezifischen Beziehung zu einer bestimmten Misse181 Ausgeführten erklärt. Ahnlich tat entkleidet wurde, was sich aus dem oben S. 179 Zwar wenn es in baieverhält es sich mit dem Lebendigbegraben und Pfählen. rischen Landfriedensgesetzen seit 1244 und nach ihnen auch in andern meist oberdeutschen Rechtsaufzeichnungen als spezifische Strafart auf erschwerter Notzucht und erschwertem göti.schen

157)*),



Frauenraub

steht'),

so verdankt es

diese Stellung

der Abschreckungstheorie,

welche die

Anders zu beurteilen sind jedoch die besonderen Riten des Lebendigbegrabens, von denen S. 152 (N. 8, 9), 153 die Rede war. Hier zeigt schon die , spiegelnde" Außenseite des Verfahrens, daß die Strafart auf den besonderen Gesetze des 13. Jahrhunderts beherrscht.

berechnet war.

Tatbestand gewisser Missetaten

man hieraus mungen schließen. wollte

ist

Bei

reicht die Heimat über ein und der früheste Nachweis sehr

keiner

wenigstens bei

wahrscheinlich,

es

allerdings ein Fehlschluß,

überall auf ein besonders hohes Alter der einschlägigen Rechtsbestim-

beschränktes Gebiet hinaus

Dennoch

Nun wäre

einigen

nicht sowohl

ein

wegen der

räumlich tief

ins

verhältnismäßig

FrühMA.

hinein.

Hinaufreichen in vorchristliche Zeit nicht unslavischen Analogien,

weil

als

Strafdrohungen gegen heidnische Kultverbrechen verstehen lassen

(vgl.

sie

oben

sich

nur

als

Das

S. 71).

Jarns. 132, Landsl. IX 2). Jönsb. l)b. Flateyjarbök III 105 (Orkney). ÖWeist. VII 100 (Lichtenwert). Landb. v. Gaster bei E. Gtnür a. a. 0. 315. Angeblich KopfYearbooks 30. 31 (S. 528, 545, England). Nedonchel 344 (a. 1491), 347, 349, 376. abpflUgen wegen Pflugdiebstahls, Schambach u. Müller Niedersächs. Sagen Nr. 56. FrostuJ). b.

1)

Weist.

III

XIV

12

{=

689 (Rachsendorf).



In gotisch-spanischen Tochterrechten eine Strafe für

*)

Tötung im Sonderfrieden (Munoz ColecDas Forum Turolii 514>.



cion 366 Toledo a. 1118) oder für forum frangere (Bruch des Stadtfriedens?

aus

dem

Steinigen abgeleitete Gassenlaufen erscheint im Kinderspiel (oben S. 158 N. 3) als Diebstahlstrafe.

3) Mon. Germ. Constit. II Nr. 427 (a. 1244) c. 54, Nr. 438 (a. 1276) c. 71. Swsp. Ldr. 254, 311. Augsburg Stadtb. (Mayer) S. 89. Ulm Stadtr. a. 1296 §35 (bei Keutgen) Urkk. 193i. Ruprecht Westenrieder) § 135. Meißener Rb. IV 10 d. 5. Osenbrüggen Alam. Strafr. 285 und V. Freising

in Zschr.

(Cröv).

f.

RGesch.

I

(1861) 384

f.

HochGO.

v.

Gaster

a. a.

0. 312.

Weist.

I

547 (Eltvil

a.

1383), II 381

Anstatt des Lebendigbegrabens das Ertränken in Tiroler HalsGO. (Radoifzeller HalsGO.

art. 12).

192 Lebendigbegraben eines Mannes wegen Bestialität und Sodomie nach nordischen Rechten und nach friesischem Recht') und wegen schwerer Heerflucht nach Swsp. Ldr. 367 steht

dem von Tacitus erwähnten Verfahren gegen

man

daß

nahe,

rechnen

darf.

und corpore infames

imbelles

ignavi,

so

auch diese Anwendungsfälle noch der altgermanischen Zeit zu-

vielleicht

Im MA.

um

strafrechts allerdings weiter

und

sich^),

Denn zu

strafrecht aus zu beruhen.

innerhalb des Männer-

das Lebendigbegraben

sporadisch

greift

scheint auf Analogiewirkung vom Weiber-

dies

dieser Zeit ist jene Strafart sowohl in skandinavischen')

wie in deutschen und aus deutschen abgeleiteten Rechten*) regelmäßige Weiberstrafe wegen

aller todeswürdigen Missetaten und wird in deutschen Rechtsbüchern sogar ausdrücklich

Eine Sonderbeurteilung würde das gemeinsame Lebendigbegraben

als solche hingestellt').

Bestialität: Uplands

1)

Wärend

RQu. 409

Sodomie: Handlingar II 1 Pollock u. Maitland II 556).

L. I Kb. 10

(=

II

Kb.

Wegen Mord

Flateyjarb. 111 569

V

571

1372),

(a.

23),

III 564,

Hylten-Cavallius Richthofen Fries.

485 (hier altern, mit Verbrennen, vielleicht nach engl.

S.

(§ 17).

Muster, vgl. 2)

Westmanna

L. Kb. 15 § 8,

Finlands svenska Folkdiktning VII (1919) 236, Flateyjarbök

II 407,

Nedonehel

1382),

(a.

147

Bateson

1345),

(a.

Thiele Danmarks Folkesagn II 133. Tötung V. Nahverwandten: Neumünster. Kirchspielsgebr. (Seestern-Pauly) S. 116, 117. Diebstahl: Warnkönig Flandr. RGesch. III Urk. Nr. XLIV. Betrügerische Aneignung eines Weingartens in Frankreich (c. 1180 — 1220) Caesarius Dial. VI 23 (hier spiegelnde Strafe). Hochverrat Swsp. Ldr. 367. S. ferner His Strafr. d. deut. MA. I 498. Borough Cust.

Oben

3)

Pertile Storia

I 74,

264

582

n. 25,

n. 67.

Dazu noch Westmanna L. I Kb. 11 Magn. Er. Landsl. Hm. 4), Handlingar

S. 176, 177.

anstatt Steinigung,

vgl.

wegen Kindsmord), Folkvisor

67

I S.

(Hexerei), Christ. Landsl.

474, 475

S.

II,

(altern,

Hm. 5 pr. (hier mit Verbrennen Grimm Helden-

(= Landstad Norske Folkeviser S. 612), 147 (= W. Grundtvig Folkeviser IV Nr. 203 A 25, V Nr. 305

lieder 101 Herrnverrat), II 19 (Mord),

1911

S. 220, S.

Bugge

Fataburen

E,

Norske Folkeviser 81 (Mord).



*) Oben S. 177 Dreyer, Osenbrüggen und H. Brunner an den S. 150 N. 1 gen. Orten. 179. Zu den dort angef. Quellen s. noch Ofen Rb. 143, Brunn Schöffenb. Nr. 537, Stahm Strafr. d. St. Dortmund 254, Berlin. Stadtb. IV Nr. 54, 105, 110, 72, 82, 126, 63, Siebenkees Materialien I 599 f., II 600,

Anzeiger

f.

K. d. deut. Vorz. 1854 Sp. 114, 176,

Knapp

Altregensb. Gerichtsverf. 240, ÖWeist.

Geiler

v.

Welser

Kaisersb. Postill II S.

Chron. P.

Geschichtl.

ad

II

Topogr.

v.

Hans Sachs

ferner

Du Gange

227, 284, 289, 373, III 303,

s.

A.

vv.

Ackerman

tit.

deut. Städte

in

ult.

art. 131),

E.

in

u.

Zschr.

I

Nr.

15,

Revue du Nord

II

v.

f.,

130,

.

Schauplatz

94,

Viollet

Curiosites

3.S0,

I

580,

RGesch.

f.

0. 309,

a. a,

168, 385, XIII 27, 45,

.

.

I

Marmor

(1861) 464,

anc. lois de Belg_ 372, 373,

II

90—93, Fortunatus

Nedonehel

128

Desmaze

X

Döpler

Norica (1741) 65,

Gaster

Unters.

Flandr. Entwurf im Bulletin des

Buchner

Ch.

Quellen

f.

v.

X

587, 614, 661,

Hansen

248,

Subterratio, Justitia,

art. 8,

XI

Maximil. HalsGO. 1499

Fastn. Sp. (Goetze) Nr.

Inoditus,

Ledieu

Consuet. Türen,

2,

Danreuther Nemesis

680, VIII 803, 848, 711, Landb.

Kriegk Bürgertum

Constanz 120 N.

Bamberg HalsGO. art. 156 (= Carolina IX 199 (c. 97), Theatr. Europ. IX 1481, Deut. Sagen Nr. 480,

1862 Sp. 365,

V

XXXI, Chron. der

1505,

a.



a.

1509

Grimm'

D

foi.

I,



100, 101, 115, 124, 140, 224, fitabl.

Sauval

de Hist.

S.

Louis

I

de Paris

244

f.,

II 594,

XXXVIII 62, — und überhaupt G. Geib Lehrb. d. deut. Strafr. I 232, Fehr Moquette De Vrouw 128. — S. auch Grundtvig Folkeviser I Nr. 20 Str. 60 Landstad S. 612 Str. 27. — Anders Tiroler HaLsGO. a.a.O. (= Radolfzeller

in Archaelogia

Die RStellg. der Frau 84,

(=

Folkvisor' I-S. 147),

HalsGO. art. 10, 13, 20), wo das Ertränken als die bevorzugte Hinrichtungsart für Weiber erscheint, während das Lebendigbegraben den Kindsmörderinnen vorbehalten ist. Ebenso in der Bamberg. HGO. art. 149, 155,

156, 158, 185, 188

(= Carolina

art. 124,

130, 131, 133, 169, 162),

hier in ausgesprochener

Opposition gegen das Lebendigbegraben. ')

d.

deut.

Oben S. 179. Geib a. a. 0. Osenbrüggen Studien 356. H. Brunner MA. I 498. Dazu noch Flandr. Entwurf a. a. 0. 203 (c. 119).

a. a.

0. 236.

His

Strafr.

193 der ehebrecherischen Frau mit ihrem Zuhälter erfordern aus unserer Betrachtung schon darum aus,

Phänomen

Indes scheidet dieses

').

öffentliche Bestrafung des Ehebruches

weil

dem altgermanischen Recht noch nicht bekannt war-). Auch scheint die eigentümliche Strafart aus dem Privatstrafrecht (oben S. 19) ins öffentliche Strafrecht, und zwar zuerst wohl während des MA. sein.



auch

bei

oder angrenzenden Ländern

thüringischen

in

Fehlt insoweit

wieder jede Sonderbeziehung zu einem bestimmten Verbrechen,

dieser Strafart

so gilt das gleiche von denjenigen Fällen,

wo Männer

Denn

ertränkt werden*).

nicht auf

Altprager Rb. (Rößler) §§ 52, 126. Ofen Stadtr. v. 1290 und Wien Stacltr. v. 1340 bei Toma0. 252. Zwickauer Rb. in Zschr. der Savigny-Stiftg. f. RGesch. XXXVIII 365. i.

1)

sckek

übergewandert zu

Vermutlich von Haus aus Weiberstrafe war das Ertränken').

Deut. Recht

Anh. 930 a, 935 und

S. ferner

Wilda

«)

des Ehebruches

Brunn er a. a. 0. 260 Brunner RGesch. f.

821-829.

Strafr.

II

662-664.

E.

Rosenthal

Die Rechtsfolgen

43—67.

Grimm

Geib a.a.O. Kindsmord: llarster .Strafr. 152. Lersner Chron. 493, 494, II 694, 695, Knapp Xürnb. Kriminalr. 186, Siebenkees Materialien II 689, 693, 694, 111 281, Bamberg HalsgerO. art. 156 (= Carolina art. 131), Cannaert Bydragen 11. Noordewier Regtsoudh. 309, Abtreibung: Bamberg HGO. art. 158 (oder Lebendigbegralien = Carolina art. 133). Gattenmord: Harster a. a. 0. 151, Siebenkees a. a. 0. III 280, Danreuther a. a. 0.65, Theatr. Kurop. XIII 1005, Döpler Schauplatz II 290, Mord durch Zauber: Hansen Quellen u. Unters. Beihilfe zu Mord: Ler.sner II 695. Totschlag: Bateson Oust. 1 569, 582, 75 (a. 1272), Diebstahl: Ackerman in Archacologia XXXVllI 55 f.. Harster 196. Lersner 1596, 11684,085.688—691, 694, Siebenkees H 599 f., Hansen a.a.O. 588. Knapj) Zenten II 77!), München. Kammerb. u. Uats') Oben S. 178, 180. J. Dazu noch folj?ende Belege.

RA.
)

Mord das Rad

Altertumsk. IV- 245 Kv.

III *}

setzt,

eine nordfriesische Singularität.

J. Grimm RA. II* 276 f. (K. Müllenhoff Deut. Märchenhaft das Versenken der verleumderischen Herkja im Sumpf, Gujirunar

Vgl. auch die spätmittelalterl. Traditionen bei f.).

10.

Zwölftafelsatz bei

Gellius XI

18 § 8 (betr. diebische Sklaven).

195 zu

strafe (S.

Auf festerem Boden stehen wir gegenüber dem Ausd armen Das hohe Alter dieser Strafart ergibt sich aus ihrer weiten A'^erbreitung.

bestätigen.

— 136).

134

Aber bodenständig scheint sie doch nur bei den deutschen Völkern, denn bei diesen tritt ihre charaktez'istische Beziehung zum Baumfrevel hervor, den ihre älteste Gestalt spiegelt und wodurch sie ihre Erklärung findet (s. auch oben S. 78). Wurde sie in weiterer Folge bei undeutschen Grenzvölkern da und dort nachgeahmt, so läßt sich sowohl die

Aufkommen von

unorganische Vermehrung ihrer Anwendungsfalle wie das

Varianten ver-

Das ZerstUcken in der Form des Zerhackens (oben S. 133) ist hauptsächlich Aber auch die eine Strafe für Hoch- und Landesverrat*), doch erst im MA. nachweisbar. sicherlich in eine frühere Zeit hinaufreichende Form des Zerreiljens galt nach den meisten Berichten eben jenen Mi.ssetaten, wiewohl ihre Anwendung auf andere nicht unerhört war"). stehen.

Doch dürfte

die

188 N.

bei

6).

nicht

ditores

Um

B. im sächsischen Hecht, da ilechtsbücher wie der Sachsenspiegel

z.

davon wissen, vielmehr gerade auf den Verrat andere Strafen setzen

nichts S.

einem engeren südgermanischeu Kechtskreis

dieser Strafe nur in

Heimat

zu suchen sein, nicht

muß

Übrigens

Zerreißen

mit

so auffälliger

dies,

ist

daß nach Tacitus Germ.

auffallen,

als seine

oben

die

pro-

12 gerade

c.

sondern mit dem Strang bestraft

oder Zerstückeo,

am

Nachricht sich doch wohl

wurden.

ehesten auf die Zustände

also bei Vorläufern der Franken,

den westlichen Deutschen bezieht,

(vgl.

MA.

im

die

Ganz dunkel bleiben die Beziehungen zu bestimmten todeswUrdigen Missetat beim Zerfleischen in der Nageltonne (S. 138 Hochverrat mit dem Zerreißen bestrafen.

den einer

— 140).

Die Zeugni.sse über das sicher Tatsächliciie sind da zu

so

si)iirlicii,

daß

auch die Frage

sicii

nach Heimat und Alter dieser merkwürdigen Strafart kaum vermutungsweise beantworten

daß

daß

Höchstens dafür spricht eine gewisse Wahrscheinlichkeit,

läßt.

aus verbreitet hat. es

als

öflFentliciien

Bezüglich

öffentliche

Strafe

des

Verbrennens

Anwendungsfällen Weiberstrafe Männerstrafe schon

ist (s.

frühester

in

ist

Zeit

S.

oben

(s.

178

in

158

173

S.

läßt

ff.)

daß

f.).

zunächst sagen.

es ferner in

Wahrscheinlich

f.).

vom Süden

sie sich

sich

Hechten anerkannt und unter den

germanischen

allen

in

Strafen eine der ältesten

(S.

und zwar wie

Gebrauch,

den meisten

aber auch als

.stand es

Weibern wegen

bei

schädlicher Zauberei und der nach der Volksmeinung ihr verwandten Vergiftung'). ')

(Eltvil

Als Oewohnlieit kodifiziert in lUinbcrg. HalsGO. 149

1383), Tiroler

HalsGO. a.a.O. (=

Ifadolfzeller

(

HalsGO.

Carolina 124).

-^

arf.

7),

S.

Tenpler

Selbst

ferner Weist.

Layensp. (1509)

547

I

fol.

S.

Osenbrilgjfen Studien 801. Alani. Strafr. 395 f., Fornin Tnrolii oben S. 131 N. 5. und die Keehtsfiillf von 1311 in Mon. Germ. Const. IV 1 S. 0-23, v. 1399 bei Kna])]) Zenten II 779 und v. 1486 bei Zoept'l Hamb. R. 140. Kinl. 337. *) S. z. B. A. Schultz Höf. Leben II 182 N. 1. ,Iiin .Mathijssen IV 5 (Uechtsbronnen 1 .S. 207). ^'onime rural (1537) fol. LXVIa, Forum Concliae XI 19(?l, Woist. 547 (V), anderseits PoUockMaitland II 501 N. 1. Irrtümlich nimmt Köstlin in Krit. Übersrhau d. deut. Gesetz^. III 178 N. 5 das Zerrcilien bei Diebstahl an auf (!rund von Warnkönii,' p'landr. liGe.sch. 111 Urkli. Nr. XLV 27. 1



I



wo aber 3)

II

equis trahere nicht

,

zerreißen*, sondern

L. Sal. (Cod. Guelfert.)

571 N.

19, 679, Forschg({.

XIX

511 N.

1

(dazu

1,

aber oben

S. 160 N.

6t.

S. .52

N.

2).

II

N.

Strafr. 100

4,

sei

Mb. 16

(Z. 17).

pr.).

503

961—965, Brunner KGesch.

f..

nur als I'rivatstrafe gedacht, ebenso

Cap. de part. Sax. 6 (wozu oben S. 41 N.

Heimskringia 76

(= Westmanna L. {= Dsp. Ldr. 111.

schleifen' bedeutet.

der aber aus der Alternative zwischen Wergeldzahlun}» und Feuer-

tod zu Unrecht folgert, das Verbrennen s.

,

Wilda

Flateyjarb.

Södermanna

L.

I

43

f.

(s.

Mb. 32

Sw.-p. Ldr. 174b, Goslar Stat, S. 38.

oben

i^r.

10).

S.

Pact.

76 N.

Geffken Alam.

5).

Bjierköa R. 36 §

Hamburg' Stadtr.

v.

Uplands 1.

1270 XII

.Ssp. 8,

zu der Stelle:

33 (wozu oben

11

L.

Mb. 19

Ldr.

Liib.

25*

II b'.

13 III

]>r.

g" 400.

196 sonst besonders scbarf beim nämlichen Tatbestand zwischen

das

ein Recht,

wie

unterscheidet,

Weiberstrafen

Männer- und

sieht hier über diesen Unterschied

das altschwedische,

und neuzeitlichen Hexenprozesse allenthalben so gehalten wurde, ist zu bekannt, als daß es noch der Belege bedürfte. Fanden da und dort Abweichungen statt, so handelt es sich um Singularitäten*). Der Grundsatz von der Zusammengehörigkeit der schädlichen Zauberei und des Feuertodes blieb gewahrt, wenn man Männer als vermeintliche ,Werwölfe" und Weiber als vermeintliche ,Herz- oder Blutsaugerinnen" verbrannte*). Auf vorgeschichtlicher Rechtsanschauung mag noch das Verbrennen von Männern wegen Brandstiftung (sei es wegen schlichter, sei es Dais

hinweg*).

im

es

Zeitalter der spätmittelalterlichen



stiftung

so dem römischen Zwölftafelrecht angehört, das Schmauchen wegen Waldbrandes Die spezifische Beziehung des Verbrennens zur Zauberei und zur Brand163). erscheint nun aber schon im Männerstrafrecht seit dem MA. einigermaläen als

getrübt,

indem

wegen Mordbrand) beruhen*), das auch

die

(oben S.

ja auch

des Feuertodes,

österreichische Variante

wieder auf andere Verbrechen übertragen

die Strafart

Einige davon

ist.

kommen

wie Ketzerei, Sakrileg^), Münz-, Waren-, Urkunden- und Siegelfälschung ^),

doch ihrer Natur nach nicht weiter für uns

Bremen

Stat.

88,

Rb. IV 14

Salzwedel Rb. § C4, Meißen

Blume

d. 1.

Magdeb.

v.

Rb. 536), Caeaarius Dial. IV 99 (Soest). 1) Erst im SpätMA. wird er auch bei der Vergiftung berücksichtigt:

Hmb.

Christ. Landsl. 2)

oben

S.

6 (nur das

Weib

188 N.

S.

ö. 177,

11,

Mann

verbrannt, der

193 N.

5

11

Magn. Ev.

c.

Glogau

5,

Hmb.

Stadsl.

4,

gerädert).

Hans Sachs

ferner

3, 4,

je-

Andere nehmen nur eine singu-

in Betracht.

Fastnachtsp. iGoetze) Nr.

X 90-93

(Lebendigbegraben). 3)

W. Hertz Der Werwolf

S.

70.

Riezler Gesch. der Hexenproz.

S.

in Baiern 293

(ein Fall

1591 (Augsb. bei G. Kreß), worüber Frankf. Zeitg. 1911 Nr. 235 S. 2. Fr. Müller Siebenbürg. Sagen Nr. 10. Vgl. auch Fr. S. Krauß Slaw. Volkforschgg. 134—136 (gestorbene Vampjre verbrannt bei den Slaven), Westerraarck Urspr. der Moralhegritfe I 896 (desgl. in Ungarn) und VylV.

Flugbl.

1720).

sunga Saga

Strafr. 504, 945,

Dazu noch Westmanna Landsl.

Christ.

Hmb.

431

f.,

11,

His

1,

Günther

Heisinge L.

Wb.

111

Du

505,

Const. II 401

Rad),

Ldr. 174 usw.), Chr.

Günther

Magnus Ev. Landsl. Hmb.

10,

I

gerädert).

193

Stadsl.

f.,

241

Hmb.

f.

9,

197 N. 3 (mit 349. 350). Flandr. Entw. a.a.O. L\ 203. OtternOberhof zu Frankf. 421, Harster Strafr. 73, 268, Knapp Zenten Ofen Rb. 276, Weist. IV 759, V 454, 578, VI 454, ÖWeist. IV 347,

Strafr.

N.

1,

Henderson

Boi.s

V

236.

II 492, 511

20,

Abweichend Anh. 403 (Werwolf

Die Idee der Wiedervergeltung

Thomas

Assises

.

.

a.

Ssp. Ldr. II 13 §§4, 5

Meyer Das

Stadtb.

v.

19,

Aargauer RQu.

Bateson

32,

jüngeren Ursprungs: Const. contra incend.



L.

2.

Nürnb. Kriminalr. 163 f., 157, 174, VllI 262, Schemnitz Stadtr. §

V 678, VI Maitland Stein

946 N.

L. Bl). 25 §

dorfer Weichb. oben S. 178, II



8 (die zauberischen Wolfsfelle verbrannt).

c.

Wilda

*)

V.

.

Bor. Cust.

des bourg.

1186

c.

c.

284

I

1

S. 43.





Engl. R.:

Französ. R.:

(Beugnot

II 215).

13 (Enthauptg.), Landfr. v. 1224

(Rädern und Enthaupten

Augsburg

I

77.

S.

94 N.

1

=

— c.

de

S.

]

Abweichungen 22 (Mon. Germ.

Dsp. Ldr. 110 §§4,

(Rad), Etabl

Pollock-

[Warnkönig

Louis

I

5,

Swsp.

29 (Strangi.

das Radbrechen für die ältere Strafe der I 240 hält den Feuertod auf rüm. R. zurückführen will. S) Harster Strafr. 73. Lersner Chron. II 683 (dagegen 1 502 Hängen). Altdorf Streng. R. a. a. O. München Ratsprotok. v. 1490, 1502 (Stadtarch.). ÖWeist. V 678. Tiroler HalsGO. a. a. 0. (= Radolfzell HalsGO. § 9). ö) Hamburg Stadtr. v. 1270 XII 7. Goslar Stat. S. 38. Blume v. Magdeb. II 5 c. 5. Freiberg L.

Die Idee der Wiedervergeltung

Brandstiftung nach Deut.

R

,

während

er

20, VII 7. Ofen Rb. 270. Harster a. a: 0. 72, 203. 226, 228 f. Lersner a. a. 0. II 689, 695. Nürnb. Kriminalr. 259, 260 f., Altregensb. Gerichtsverf 152. München Ratsprot. v. 1485 (Stadtarch.). ÖWeist. II 411. Tiroler HalsGO. a.a.O. (= Radolfzeller HalsGO. §9). Siebenhürg. Jura munic. (a. 1583) IV 6 § 5. Böhme Liederb. Nr. 78 Str. 4. Poullet Liege 212.

Stadtr.

Knapp

VI

197 im einen oder andern Recht ein'). In den Vordergrund treten nur die TatAber angesichts der bestände der widernatürlichen Unzucht (Sodomie und Bestialität)*).

Iure Stellung

bestimmten Angabe des Tacitus über die Bestrafung der corpore infames, die noch durch weit verbreitete Parallelen (oben S. 194, 192) heller beleuchtet wird, ist es von vornherein

Um

hang gehört.

in vorgeschichtlicher Zeit

daß

unwahrscheinlich,

so wahrscheinlicher

auch der Feuertod

diesen

in

Zusammen-

römischer und alttestamentlicher Einfluß^), der

ist

im Gebiet des fränkischen Rechts sich geltend machte und wenigstens dann unverkennbar hervortritt, wenn wegen Bestialität das miljbrauchte Tier mit dem VerWie beim Steinigen, beim Lebendigbegraben, beim Ertränken brecher verbrannt wird*). beobachten wir nun aber auch beim Verbrennen, daß ihm das todeswürdige Weib eher vermutlich

zuei-st

unterworfen wird als der todeswürdige Mann^), ein Mangel der Differenzierung, der auch hier wohl ebenso zu erklären ist wie dort. Diese Indiiferenz scheint schon sehr frühzeitig eingetreten

und von hier aus würde

sein

zxi

sich erklären,

daß nicht nur nach Ausweis

der Volksdichtung, sondern auch nach historischen Quellen") das Privatstrafrecht der Sippe

Caesariiis Dial. III 15, Bateson a. a. 0. I 77, 1) Mord: PouUet a. a. 0. 499, Du Bois V 230. Incest: Handlingar II 1 S. 287, Dipl. Viberg. Nr. 172 und gleichstehende Tötungen His a.a.O. FälsohungsverVerrat: Hamburg a.a.O. XII 8. (Lüb. K. III 440), Glogau lib. 53G. (a. 1567). Falschspielerei, Falschmünzerei, Betrug: Berlin Stadtb. IV 79, 81, 119, 188. brechen ebenda. Notnunft, Khebruch, Verkaufeines Christen, Anschlag auf den König: Fonini Turolii













365, 378, 384, 537.

Sagenhaft: lebensgeRihrliche Verleunulung:

Du Gange

Grimm

Deut. Sagen Nr. 540

(S. 15'J).

Viollet Ktabl. de S. Louis 254. Nedonchelle 157, 185, 280, 292, 299. [\Varnkönig-]Stein a. a. 0. 519. Poullet a. a. 0. 499. Warnkönig Flandr. HGesch. 1!1 Urkk. Nr. XLVI 41. Jan .Mathijssen IV 5 (Rechtsbronnen I 1 Ilis Strafr. 197 N. 3. Barster ;i. ii. 0. 73, 185. Meister Frantz Schmidt 39 (Nr. 158). Knapp S. 2C6). Nürnb. Kriminalr. 232, Altregensb. Gerichtaverf. 78, 185. MOnchen Kaninierb. v. 1465 und Hatsprotok' Anzeiger f. Kunde d. deut. Vorz. 1854 V. 1485 (Stadtarch.), München Reichsarch. Pfalz-Neubg. Nr. 1567. ÖWeist. V 678. Graflr RGesch. v. Gaster 312. Bamberg HalsGO. art. 141 (^^ Carolina IIC). Sp. 176. »)

Ann. Bertin.

a.

846 (oben

S. 33).

s.

Delictum.

v.

1

E. Büchner 11 \r. 39. — Olivccrona Om DödsstraH'etForum C'onchae XII 29. Fuero de /.orita 301. - Anh. 992a. Rom. Coli. V 3. 1. 3 C. Tb. IX 7 Ad 1. Jiil. de adult.

Relat. bist. sera. vern. cont. 1700 S. 93.

N.



4.

3)

Forum

Vgl. L. Mos. et

*)

V.

Amira

Tierstrafen

*)

S.

oben

178 (Tötungsverbrechen,

S.

brechen: Lob. R.

vachich Cod.

S. 7

Turolii 401.

II

u.

Tierprozesse

247 N. 4 (Cod.

authent. jur.

tav.

c.

ü.),

12.

Doppelehe).

Dazu noch

in

Worms

Stadtr. bei

Keutgen

M.

Normann

Rüg. Landr.

64, 66,

Bezug auf versch. Tötungsver-

Urkk.

S. 111,

(her.

Ofener R. bei Ko-

Frommhold)

v.

S.

127

[Warnkönig-]Stein Franz. RGesch. III 175, 517, Nedonchel 189, 262, 283, 303, 304, 305, 322, 345, Poullet Liege 499, Etabl. de S.Louis 35, 39, 250, Ledieu in Revue du Nord II 127, Forum Turoliae 376, Gottfried Arehontologia I 362, W. Andrews 193—196, Grimm Deut. Sagen 'Nr. 540, Märchen Nr. 96, Atlamfd (bei Sijmons) Nr. 82, 122).

(c.

Relat.

bist.

sem. autumn. cont. 1688

S. 87,

1727

S.

89,

I

Vf^lsunga saga II

1

Viollet IX

c.

38,

S. 474, 475, 478,

6,

1

Fornaldar sygur (Vald.

Asmundarson)

I

90, S.

Bugge

485 (alternierend mit Lebcndigbegraben), Folkvisor

Ktabl. de S. Louis

worüber K. Gesta Roman,

Folkeviser 81, ILindlingar

f.



20;

Du Gange s. v. Adulterium, L. Wisigot. 1112 Zeumer im N. Anh. deut. Gesch. XXIV 589

303,

III

Interpret.,

111

1.

wegen

Plliebruchs:

2 (aber nach L.

ff),

MuSoz

Rom.

ColleccioM



(her. v. Oeaterley) c. 102. (her. v. A. Keller) S. 162; 1099), Bestialität: Sagen Nr. 540; Lebe nsgefährl. Verleun) dg.: ebenda Nr. 479, 540: Dieb.stalil: Berlin. Stadtb. IX 48, 115 (Kirchend), Ktabl. de S. Louis I 3'i; und überhaupt: [Warn könig-lStei n ii. a. O. I

351

(a.



Grimm





Beugnot 11 189). Grundtvig Folkviser V 249—251.

518, Assiscs de la cour des bourgois «)

E.

S.

oben 8.10 und Sv. Folkdigtning Skane

Wigström

i

c.

189

31.

(ed.

253.

258,

260,

261.

282,

286. 287.

198 verschiedenen

bei

gennanisclien Völkern

gerade den Feuertod gegen Weiber vor andern

Strafarten bevorzugte. Alles

genommen

allem

in

war

ergibt

Sichtung

vergleichende

die

des

Überlieferten:

bestimmtes

Neidingswerk eng begrenzte Gruppe von einander verwandten Neidingswerken gemünzt. Der Grundsatz von der ,distinctio poenarum ex delicto" beherrschte also die Verteilung Bestätigt wird er nun aber, soweit unsere Kenntnis der Todesstrafen vollständig. ursprünglich oder

von

Vollzugsart

jede

auf ein

Todesstrafe

der

auf eine

den

Strafrechten

ältesten

Völker

anderer indoeuropäischer

am

weisen, weil dieses verhältnismäläig

durch

reicht,

den auch

Es genügt auf das altrömische System zu ver-

dort nachweisbaren parallelen Grundsatz.

deutlichsten erkennbar

Hängen auf nächtlichem

ist:





Ertränken auf parricidium, LebendigAbweiden oder Abschneiden fremder Feldfrüchte, Vestalin, Verbrennen Unzucht der auf Brandstiftung, Enthaupten auf begraben auf Felssturz auf Hochverrat und Falschzeugnis. Auch da ist freilich nicht Landesverrat, Wir wissen nicht, wann zum erstenmal das Hängen auch auf perduellio anAlles klar. gewandt wurde. Vom fruges excantare wissen wir zwar, dals es mit einem supplicium Bei der Durchführung des Grundsatzes im einbestraft wurde, nicht aber mit welchem.







Die Strafe

des Stranges

näher ans germanische heranzutreten.

auf schweren Diebstahl

und den schädlichen Zauberer, außerdem

war auch

B.

z.

„schweren Missetaten" stand').

auf andern

Feuertod

urverwandte Rechte noch

andere

scheinen

zelnen

während der

während

die Diebin,

sie

den Dieb hängen*), den

Sichere Schlüsse lassen sich freilich aus solchen, obendrein spät

Notzüchter enthaupten').

und spärlich überlieferten Vorkommnissen nicht ziehen, weil flüsse olfen

keltisch,

Slaven verbrennen den Brandstifter

die Möglichkeit

fremder Ein-

bleibt.

IX.

Sakraler Charakter der öffentlichen Todesstrafe. Daß .so

der Vollzug einer germanischen Todesstrafe ebenso wesentlich wie ein Hechtsakt

auch ein Kultakt war,

einzigen

Stamme, dem

ist

unmittelbar

friesischen, bezeugt.

der Lex Frisionum sagt:

nur

Der

,Qui fanum effregerit

in tit.

einem

einzigen

XI der

et

ibi

Falle

und

bei

einem

sog. Additio sapientum hinter

aliquid

de sacris tulerit,

ducitur

ad mare et in sabulo,

quod accessu maris operire solet, finduntur aures ejus et castratur imniolatur diis quoruni templa violavit." Selbst E. Mo gk (S. 622) gesteht zu: „Jetzt [d. li. nachdem der Meerdämon zur Gottheit aufgestiegen] galt jede Verletzung des Heiligtums als Frevel an der Gottheit, der nur durch Menschenopfer gesühnt werden konnte." Damit ist gesagt, daß der Frevel nur durch Todesstrafe gesühnt werden konnte, die

et

ein Oj)fer war. Flutgrenze

jiir.

aus

Im übrigen auch sonst

')

Oben

2j

Popovic Keeht

S.

Slav. merid. '')

*)

82 N.

1

9,

zu der Stelle anzumerken,

ist

als

friesischer Opferritus

bezeugt

daß das Ertränken von der daß ferner das Ent-

ist*),

4.

n.

29, 30).

Ordo jnd. terrae

(bei

Geiicbt

Krauß

in

Jirecek)

Jüngere Vita AVnlframni

c. 8.

Montenegro §103.

Slav.

Stututa

Volkforschgg. 54, 64.

84, 86.

Stat. CurzoLae II

Curzoliie S. aiicb

1

G,

oben

H S.

15

13,

83 N.

6.

(Mon. S.

bist,

84 N.

2.

132—134.

Die Stellender beiden vitae bei

v.

Rieb tbot'en Zur

Lex. Sax. 205

f.

199 mannen mannen

bei verschiedenen

auch

so

Völkern

und daß endlich wie das Entwas bei dem Zusammenhang

Opfer vorkommt*),

als

Ohrenschlitzen

das

zauberisch

wirkt^),

zwischen Zauber und Opfer hier Beachtung verdient.

So

anderwärts nachweislich

ist

stens das symbolische, ein Zauber^)

dem

seit

10. Jahrhundert das Ertränken selbst, wenig-

und hat

wie in Deutschland und Frankreich

bis

Verbreitung und weit darüber hinaus,

sich in dieser Eigenschaft die

in

in der

sowohl im Norden

neueste Zeit erhalten*).

In

antiken und slavischen Welt

ist

der gleichen

aber auch

es

Der alte Volksglaube denkt sich Meer, Seen und flieläende Gewässer zunächst selbst beseelt, dann von Dämonen (Wassermännern, Nixen) bevölkert*), die nicht bloß Tieropfer, sondern und mehr noch Menschenopfer heischen'') und durch Ertränken dargebracht bekommen^). Solche Opfer an Meer- und Flaßdümonen sind uns aus der eine Opferhandlung.

Rosen

H.

')

XX

Antiquar. Tidskrift

in

Nr. 2 S. 8

f.

,Iahn 31,

102

105

f.,

13t

f.,

225-228.

f.,

Müller Eumeniden 147 N. 17 (hostiae exsectae). S. auch A. Häusler in Zsebr. f. Volkskunde XIII 24 — 39 und wegen der Zauberkraft der Seximlien A.Kuhn Mark. Sagen 368 (We.stliil. Sagen il 140). — Über den tieferen Grund dieser Vorstellung s. Wundt V;]lkeri)sychoIogie II 2 S. 13 f., UV3, 185, Otfr.

f.

187, 405. ')

Folklore XI (1900) 850, 456

>)

J.

Grimm

Myth.* i9i

Pfingstlümmel

*)

Beitrag

236, II

I

Feilberg

Zsehr. d.

in

(I'fingstl,

III

Wuttke

f.

f.,

Grimm a.a.O. 495, Panzer 327-383, 337, 342 f.. 348, 350—353.

20

f.

Pfingstputz, Wasservogel u.dgl.): J. 1

Ver

Heut. Volksab.^rglaubc'* S§ 520, 605.

410.

Mannhard t Wald- u. Feldkulte 313 Weinhold in Abh. d. preuß. Akad. 1890 S.

Nr. 455, Sehauinsland

II

XII (1001) 07, 208.

f.,

mit

82—90,

358, 429, 430, 523, K.

Weatf. Sagen

f.

XXI

Volksk.

X

8,

4 (Breisgau), A.

(1900)

418

f.

John

Wuttke

Sitte

(Sohwcdenl, 419

.

.

Al)ergl.' §

Oi>,

A.

Kuhn

im deut. Westböhnien

.

Vgl.

(Tirol).

Du

auch



77.

Cang,>

V. Prisio 3, Sebillot Folklore II 170. Todaustragen: Frazer The golden boughlll 227, 232, 234-236,246, John a a. 0. 47. Slavische Parallelen bei Mannha rdt a. a. 0. I 313 f, 327. 403,11287. Außer den in der vor. Note angef. Belegen 8. J.Grimm a.a.O. 484 f., 403 — 413, III 165, 170, Wuttke a.a.O. §§54-56, K. Weinhold a.a.O. 1898 S. 17— 25, 49-53, E. H. Meyer Geini. .Myth. S 169, E. Mogk im Grundr. d. germ. Philol.» III 295—298, 302-306, R. M. Meyer Altgerm. KelGescli. 101-104, W. (iolther Handb. 145-152, 174-180, dazu: Grimm Deut. Sagen Nr. 51, üb. 67, 308, M üllenho ff Sagen Nr. 453, Schambach u. Müller Niedersiichs. Sagen Nr. 85. Pröhle Unterharz. Sagen Nr. 22, 23, Meiche Sagenb. d. KR. Sachsen Nr. 467, 468, 481—483, 496, 500—502, G. Grab er Sagen aus Kärnten Nr. 9—13, Fr. .Müller Siebenbiirg. Sagen Nr. 53, G. Landtnian in Finlunds Svenska 8.



'••)

tf., 663 tf., 665, 669 f., 0. Hack man eben.la I A 53, 88, 246. Allgemeine Literatur in vor. Note. S. ferner (irimm Deut. Sagen Nr. 54, 57, 60, und Schwartz Norddeut. Sagen 156, 172, 174, 175, 371, 426, Müllenhoff a.

Folkdiktning VII 564 '')

Kuhn Scbambach

u.

Müller

a. a.

0.

Nr. 84,

Meiche a. a. 0. Nr. Liebrecht Z. Volksk

.Sagen 162, 251,

Pröhle

a. a.

0.

Nr. 20,

21,

57,

61, a.

63—65, 0.

60,

Nr. 337.

Klarmann u. Spiegel Graber a. a. 0.

471, 475, 477, 480 (mit Note), 482, 485, 495, 505,

1 — 5, 14, 357 f. (Nr. 27), John a a. O. 91, 242, Fr. Müller a.a.O. Nr.54. Thiele Danmarks Folkesagn 11, 3, 17-19. Sv. Grundtvig Minder Nr. 119, 129, II 311, J.Grimm Myth.^ 42, Hylten-Cavallius Wärend I 261 f., Hackman a. a. 0. 143, 355, Diplomatarium Islandicum II 224, K.Maurer in Fr. Pfeiffers Germania X 492. Wichtig in Verbindung mit dem symbol. zauberischen Ertränken des Pfingstput/. (oben N. 4) Grimm a.a.O. Nr.54: am rting.stmürgen holt sich ib-r

Nr.

I

Eibnix ein Menschenopfer.

Opfergebrauche 65, 161,267, Weinhold a. a. 0. 30f, A.Kuhn .Mark. Sagen .S. 164,374. Sagen Nr. 133 (ob echtV), Z.sch. d Ver. f. Volksk. XI (lOOl) 203, Grundtvig a. a. 0. 11 Nr. 311. Löwenstimra Aberglaube 16, Sebillot Folklore II 170 f. Altgriechische Parallelen: llias XXi 130—132, Cassius Dio XLVIII 48, Diodor V 4, Gruppe Griech. Mythol. 843 N. 3, 1346, 1159 N. 4, 812 N. 4, ')

Jahn

Grimm

Schümann Rom.

Griech. Altert.*

.Staatsr.

III

123

tf.,

II

622.

Italische:

Rom. Staatsverwaltg.

Preller Köm. Mythol.^ III

166

ff,

Leist

1

139,

Grilko-ital.

I!

135-137,

RGesch. 276

f.,

Mommseu Sinnter im

200 und Schweden unmittelbar als gebräuchlich bezeugt. Apollinarius Sidonius (Epist. VIII 6): „mos est remeaturis decimum quemque captivorum per äquales et cruciarias poenas plus ob hoc tristi quod superstitioso ritu necare talibus se ligant votis, victimis solvunt et per hujussacrificia purgati modi religiosum putant". Bei dem schwedischen Heiligtum zu üpsala bestand nach schol. 134 zu Adam v. Bremen im 11. Jahrh. ein Quellkult: ,ibi etiam est fons, ubi sacrificia paganorum solent exerceri et homo vivus immergi:

vorchristlichen Zeit der Inselsachsen

Von jenen

berichtet

.

.

.

.

dum non

qui

.

.

.

.

.

invenitur, ratum erit

Wie

votum populi".

solche Kultbräuche

zäh

hafteten und wie alt sie

demnach gewesen sein müssen, zeigt das Menschenopfer, das nach i. J. 539 die schon halbchristianisierten Franken bei ihrem Poübergang darbrachten {Uoe.vov). indem sie gefangene Weiber und Kinder der Goten in den Fluß warfen. Die Vorstellung einer Übergabe an den Wasserdämon mußte sich überhaupt mit dem Ertränken verbinden, sobald der Gedanke an das Gewässer als Sitz des Dämons sich einstellte. Es wäre seltsam, wenn sie gerade bei einem so häufigen Vorgang wie dem strafweisen Ertränken ausgeblieben sein sollte. Wir werden im Gegenteil annehmen dürfen, daß von der Strafe des Ertränkens überall galt, was von der altfriesischen. Hierauf

Prokop (De

hello Got. II 25)

verschiedenes Tatsächliche, welches zwischen der Strafe

deutet aber auch

und dem Kult

der Wassergeister Beziehungen

nicht unbeachtet

wie S.

142 Nr.

Uichtstätte die Flutgrenze

als

So befinden sich auch bei ostnordischen Opfergewässern (heiligen Wassern)

9).

oftmals Rieht- und Dingstätten*).

bindung

so,

darf schon

daß eine altnorwegische Form des Strafvollzugs genau ebenso des Meeres fordert (S. 141 N. 5 und

bleiben,

die altfriesische

des Ertränkens

dieser Hinsicht

In

herstellt.

daß

Möglicherweise

freilich erklärt sich

wo

die Dingstätte dahin gelegt war,

Menschenmenge ansammelte.

Ver-

diese räumliche

sich ohnehin zu bestimmten Zeiten

Verbindung zeigt sich zu oft, daß diese Erklärung ausreichen würde. Man darf also doch wohl annehmen, daß heiligen Wasser der Rechtspflege zu dienen hatten. Die Volksüberlieferung benennt größere

eine

Aber

die

als

die sie

meist nach verschiedenen Göttern der nordischen Mythologie, wie Tyr, Freyr, Odin, Njontr.

war jemals W^asserbewohner. Wahrscheinlich haben sie, je mehr im späteren Heidentum ihr Dienst sich ausbreitete, die Wassergeister, denen ehedem das Keiner von diesen

auch das strafweise

Opfer,

Die Additio der Lex Frisionum nennt keine

galt, verdrängt.

Gottheit, sagt nur, das Opfer werde denjenigen dii dargebracht, an deren Heiligtümern ge-

Dabei werden wir uns beruhisren müssen, während wir bei anderen öffentlichen dem Empfänger des Opfers vielleicht eher zu klären vermögen.

frevelt sei.

Strafarten die Frage nach

Bei

wie

in

diesen

RelWissensdi. X,

f.

ed. H.

Usener

hiigel

V.

V.

Man nliardt

a. a.

0. 11 265

Galliscbe:

ff.

32 (angebl. Opfer an Teutates-MercuriusV).

La Cour

s.

Fra/.er Pausanias'

in Festskrift

til

descr.

V

Scholia

Russische:

143

in

bei

der

einer Dingstätte).

Tingskovshede A.

Flentzberg

II 419-421 und K. Weinliold Gewässern bieten.

RA.*

civile

a.a.O. 25 (mit

f.

Joh. Steenstrup 1915 S. 30

f.

und

insbes. 6 (Njords so

beim

Diusr-

Hundborg). 10 (Gudskilde bei der Dingstätte v. Helium), Tyrstrup\ 24 (Tissn bei der Dingstätte Luve), 25 (Odensjö

v.

in

Fataburen 1909

S.

71 (Svinhagskälla

Ding.stätte Staffnäs', 73 iFröjdeborgs Kalla bei der Richtstätte Brunnsbergs hage).

Iiei

Liuani bellum

Löwenstimm

Hillerslev, Freskilde bei der Dingstätte v.

21 (Odenskilde bei

1

Überhaupt aber

102). ')

zwar solche unmittelbare Zeugnisse für den sakralen Charakter

der altfriesischen Rechtsaufzeichnung eines bei der Strafe des Ertränkens vorliegt.

Arcli.

101,

fehlen

in

den Abb.

d.

Berl.

Akad. 1898

S.

bei

der Rieht-

Vgl. was

J.

und

Grimm

47 über deutsche Dingstätten

201 Mittelbare Beweisgründe jedoch

Man

Menge.

die für sich

arten,

und wichtigsten

gibt es bei den meisten

genügender

in

hat bisher allzu wenig beachtet diejenigen Eigenheiten der einzelnen Strafin

odier

allein

Verbindung mit andern

sich

nicht unter rationa-

Gesichtspunkten noch auch unter dem Gesichtspunkt der analogischen Talion erklären lassen. Es handelt sich da um gewisse uralte Äußerlichkeiten gerade bei denjenigen Todesstrafen, die am weitesten verbreitet waren listisch-juristischen

und

Warum mußte Doch nicht wegen der Ausdauer des Holzes, Und warum mußte der Strang aus Eichenzweigen, und

die wir mit Sicherheit in die vorchristliche Zeit hinaufsetzen können.

Hängebaum

der

denn der Ast

eine Eiche sein (S. 89)?

sollte dürr sein.

zwar nach links gedreht (S. 95), warum das Galgenholz „licht" gemacht, d. b. entrindet Warum bevorzugt man als seinen Standort das Ufer von Gewässern, (S. 93) werden? Was hat das Mithängen bei den Friesen den Strand außerhalb des Deiches (S. 103;? von Hunden

Man könnte vielleicht eine symbolische wollen. Aber warum kommt dann diese Bei-

105) mit der Strafe zu schaffen?

(S.

Beschimpfung des Neidings darin erblicken

gabe bloß beim Hängen, nicht auch bei andern Neidingsstrafen vor?

Alle diese Fragen

wenn wir uns darati erinnern, daß das Hängen von Menschen und von Tieren überhaupt ein Opferritus war'). Dies ist durch viele Quellen auslösen sich

am

drücklich

bezeugt*).

einfachsten,

bezeugt

Insbesondere

ist

dabei

der Gebrauch

des Reiserstranges*),

Hängen am Baum*), das Mithängen von Hunden'). Wenn die siegreichen Deutschen nach der Varusschlacht gefangene Römer an Galgen (patibula) hängten, während sie andere

das

an ,barbarae arae mactaverant' die

')

Daß damit auch

die

Antiquar. Anmerkgg. (1792) 76 in

so darf

'),

einem Kultakt dienten').

patibula

Prager deut. Studien Vlll

Procopius

man wohl nach obigem annehmen, daß auch war das Hängen auch dem

Als Opferritus

Strafe des Stranges in Zusammenhang f. .Weihen' ursprünglich vielleicht



stehe, =-

ahnte schon

grie-

Üieyer Herneker

C.

.1.

hängen. Darüber E.

4.

(Opferung von Kriegsgefangenen durch Hängen bei den .Thuliten' Norwegern; dazu s. S. Hugge Studien 343 f.). V. Wulframni 1 (7. .lahrh.) 6 (contigit pueruui ex ipsa Fresionum natione ortum dii» immolandum duci ad laqueuni ... Appenditur deinde puer in patibulum). 11 (c. 800) 8 (Mcs duci inerat, ut corpora hominum daninatorum in suorura soleniniis deorum diversis litaret modia alios patibulis appendens, aliis laqueis acerbissime vitam extorquens). S. ferner unter N. 3—6, sowie F. Liebrecht Zur Volkskunde 8 f., S. Bugge Studien 839, 342 f., 344. K. Maurer Vorlesungen V 40, U. Jahn Deut. Opfergebr&uche 66 f., 186, 188, 235, 237, W. Mannhardt Wald- und Feldkulte 205, 206, F. W. E. Higgins in Folklore Vll (1896) 298 f.. Ad. Kuhn Westf. Sagen, Gebr. II Nr. 383, 503, 511, 513, .Mark. Sagen 323 f. (.Knochengalgen*), A.John Sitte, Brauch u. Volksglaube i. deut. Westböhmen 80, Th. Vernaleken Mythen u. Gebr. 304 (hier Hahnenopfer am Galgen in Form einer Hinrichtung), Frazer The golden bough 111 281 (Siebenbürgen, Hängen nach urteil!). *)

Bell. got. 11 16.

=

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

I

') *)

Saxo Gramm, (ed. Holder) S. 184. Gautreks saga Ihn Dustah (um 912) bei W. Thomsen Urspr.

Skandinaven Ver.

f.

in

Adam

Rußland).

Volkskunde XII

Gautreks

7.

des a.

russ.

a. a.

0.

Staates 27

(Hängeopfer bei den

Mannhardt

a.a.O.

Zschr.

d.

6.

^j

Adam

')

Tacitus Ann.

Brem.

Brem. IV 27.

c.

a.

a. 1

0.

61.

Thietmar Vgl.

Chron.

I

17

(Hundeopfer neben Menschenopfern zu Ledra).

auch das Verfahren der Kimbern

nach der Schlacht

bei

Arausio

und dazu die nächste Note. ') E. Mogk Menschenopfer 608 hält auch das Aufhängen der röm. Gefangenen durch die Kimbern nach der Schlacht bei Arausio (a. 105 v. Chr.), wovon Orosius Hist. V 16 berichtet, für ein Opfer;



Abb.

d. philos.-philol. u. d. hist. Kl.

XXXI,

-i.

Abb.

26

202 chischen, römischen und keltischen Sakralrecht bekannt.

Ist es in

dieser Eigenschaft

bei

den Griechen nur mittelbar nachgewiesen*), so unmittelbar bei den Römern nach Plinius

XVIII 3,12: „Frugem aratro quaesitam pavisse ac secuisse puberi XII tabulis suspensumque Cereri necari jubebant"^), und bei den Galliern nach den Lucanscholien (ed. üsener I 32): dem Hesus „homo in arbore suspenditur usque donec per cruorem membra digesserit. Um so weniger sind die symbolischen Nachbildungen ehemaliger mittels Hängen vollzogener Menschenopfer bei den Römern und Nat.

bist.

.

.

.

erat

capital

Latinern wegzuleugnen^), sintemal

Baum kommt

„in sacris simulata pro veris accipiuntur"

!

Auch

der

Zubehör vor. War nun außerhalb des Strafrechts das Hängen eine Kulthandlung, dann wäre nicht zu verstehen, warum es als Strafvollzug keine gewesen sein sollte, insbesondere wenn es gerade als Strafvollzug Merkmale an sich trägt, die sich nur als Bestandteile eines Kultrituals erklären lassen.

bei diesen italischen Riten wieder als wesentliches

Dann aber

dürften doch auch noch andere, die für sich allein einer ratiowohl zugänglich wären, wie die Nacktheit des Verurteilten, sein 100), die erhöhte Lage der Richtstätte (S. 102) in dieselbe Reihe ge-

nalistischen Erklärung

Hängenbleiben hören.

Alles

(S.

dies

klärt

sich vollständig

das Opfer dargebracht wurde.

deutschen

Er

Wodan

(Hanno), die

auf,

wenn wir überlegen, welcher Gottheit

Es war der Windgott und Totenführer*), den die NiederSkandinaven Ottin (in der Skaldensprache Victrer) nannten*).

der im Sturmwind durch die

Baumkronen

jagt^) und darum dort seine Sturm entsteht"'). „Windig" heißt der Ast, woran Odin hing, als er nach Hävamgl 138 sich selbst geopfert war, wie auch der Galgen des Verbrechers „windkalt" ist und dieser „für den Wind" gehängt wird

der Gott,

ist

Opfer sucht, weswegen

(S.

Und darum

100).

„bei gehenkten Verbrechern

wählte

man

als

Richtstätte

mit Vorliebe Bodenerhebungen,

oft

sehr beträchtliche Höhen*), oder den Meeresstrand oder wenigstens das freie Feld (S. 102). In Gestalt von

Raben sendet

Oitin

nach dem jüngeren nordischen Mythus seine Gedanken

Helm Altgerra. RelGesch. 293 das Aufhängen römischer Gefangener durch die Sugambrer und ihre Verbündeten bei Cassius Dio lilV 20. 1) Nilsson Griech. Feste 234—237. Übrigens gilt dasselbe auch von dem thrakisch-phrygischen Hängeritus, Brückner bei Dörpfeld Troia und Ilion (1903) 563 i. 2) Dazu s. M. Voigt Die XII Tafeln 1 487, II 790, Sarater im Arch. f. Relig. Wissensch. X 37.5, ebenso K.

I



H. F.

Hitzig in Zum alt. Strafr. ^) Vergilius Georg. II 388

italische Rechtsgesch.

Gervas.

s.

272—276.

Strachan-Da vidson I 2. Macrobius 7, 35 (effigies Maniae suspensae). B. W. Leist GräkoPreller Rom. Myth.^ II 69. Samter a. a. 0. 374, 378. Liebrecht 47,

f.

1

Tilbury 86.

Negelein in Zschr. d. Ver. f. Volksk. XII (1902) 24. Andere Opfer an den Wind in deutschem Volksbrauch bei U. Jahn a. a. 0. 57—60, E. Mogk im Grundriß d. germ. Philol. 111^ 334, 386. 5) E. H. Meyer Germ. Mythol. §§316—320, 339, 335, E. Mogk a. a. 0. 332 R. M. Meyer Altgerm. RelGesch. 228, 248—250. K. Helm Altgerm RelGesch. I §§.132 f., 210. W. F. Schwartz Der heut. Volksglaube 8 ff. H. Brunner RGesch. V 246. v. Schwerin bei Hoops Reallex. II 447 und Deut. RGesch. 2 157. ") Mogk a. a. 0. 334. Vgl. auch die Sagen von Teufelseichen bei Wagler in Berl. Studien XIII (1891) 61 f., 65, Lütolf Sagen a. d. 5 Orten 151. ') Döpler Schauplatz II 251. Siebenkees Materialien IV 551 f. Wuttke Deut. Volksabergl.-* Mogk a.a.O. 337. So auch bei Selbstmord durch Erhängen Birlinger Volkstümliches aus S. 474 f. «)

V.

flf.

Schwaben I Nr. 306. ^) To heagum beorgum wird dem 0^lon E. Mogk im Reallex d. germ. Altertsk. I 255

geopfert, (§ 6).

Kemble

Die Sachsen in Engl.

I

279.

S.

ferner

203 aus,

d.

ursprünglich

li.

er

fliegt

der des Gestaltenwechsels Gewohnte,

selbst,

und so läßt er sich auch

durch die Luft,

gestalt

in

Raben-

in

Rabengestalt auf dem Hängebauni

weswegen

ihm nackt hingehängt wird. Darum konnte es als Annahme des Opfers durch Ottin gelten, wenn sich Raben bei demDa der Gehängte „dem Odin gegeben" wird^), heißt dieser bei den selben einfanden'). nordischen Dichtern der Gott der Gehängten (Hangagod, Hangatyr) oder Herr der GeOpfer zu verspeisen

nieder, sein

hängten

(vgl. S. 100)'),

oder des

(Hangadröttin)

es

Nach einem mitteldeutschen

Galgens (Galgavaldr)*).

Wide tragen, zu Wotans Heer und sind seine Mannen'). Bedeutet das Hängen ein Opfer an Wodan, so wird nun auch das Mithängen von Hunden beim Strafvollzug verständlich. Der Hund ist ein Lieblingstier des Windgott es ^), wird ihm daher als Opfer dargebracht, neben dem Menschen als Zugabe, wie denn überhaupt das alte Recht Zugaben zu fordern pflegt, wo der Wert der Hauptgabe Nachtsegen des

gehören

14. Jahrb.

alle,

die

Empfanger zweifelhaft scheinen kann'). So hingen im heiligen Hain zu Upsala neben den geopferten Menschen Hunde und Rosse und wurden zu Ledra neben Menschen Hunde, Rosse und Hähne geopfert*). Ritus eines Opfers nicht oder doch nicht aus-

für den

wäre im heidnischen Schweden das Hängen nach der Historia Nor-

schließlich an Oitin (bei J.

Storm Mon.

Munch

merkte an,

wegiae

bist. Norw. 98) gewesen: »Cujus [des Schwedenkönigs Wisbur] Domald Sweones suspendentes pro fertilitate frugum deae Cereri hostiam obtulerunt." Aber die Hist. Norw. stammt frühestens aus dem letzten Viertel des 12. Jahrb., und schon

fiiium

P.

A.

darum

habe

der Verfasser

seinem Streben nach

in

ta te dargebracht worden.

angeführte

Fliniusstelle.

nur

,Latinität"

„Ceres" als Empfängerin des Opfers genannt, weil er wußte, es sei pro

die

fertili-

Nicht ganz unmöglich wäre auch eine Reminiszenz an die oben Der ganze Bericht beruht auf Sage*), und es ist sehr wohl

möglich, daß der Verfasser den Kult eines weiblich gedachten Fruchtbarkeitsdämons kannte

und

sich von

andere

einige

zu seiner Auslegung des Hängeritus

hier aus

Äußerlichkeiten des Strafvollzugs

Verhüllen der Augen des Verurteilten die schon

»)

H. d.

Grimm

J.

(RA.*

veranlaßt

bleiben jetzt

zu



glaubte.

erklären,

Noch

zunächst das

Die italische Analogie (caput obnubito!).

(S. 99).

260) herangezogen hat, nötigt nicht gerade zu dem Schluß,

II

Meyer u. a. Ü. 235. Über den Haben al.s Windvogel E. H. Meyer a Über den .Teufel' (= Wodan) als Raben .1. Grimm Myth.* 833. Heimskringia (her. v. Unger) 145 Z. 31 — 33. J. Grimm a. a. 0. 111 24 f.

R. M.

a.

0. S 1B2,

Mogk

0. 336. -)

Ilävam^l (Symon.s) Str. 138.

')

Bugge

Gautreks

K Maurer

a. a.

s.

0. (vgl. Hälfs saga

1).

und Kekehrg. des norw. Stammes II 197 N. der Galgeneiche fordert der »Teufel* Menschenopfer, A. Kuhn Westfal. Sagen Nr. 351. *)

»)

Zschr.

«)

E. H.

')

J.

f.

a. a.

O. 342.

deut. Altert.

Meyer

Grimm

a. a.

RA.*

I

XLI

a. a.

0.

32.

Bei

335.

0. S. 232, 240, 246, 107

309 (Nr.

Vgl.

13).

Mogk

f.

a.

a.

().

Wuttke

336.

a. a.

0. § 268.

beim Entrichten des westnordischen Wer-

das baugjiak

1880 Nr. 16 S. 6—8 und und Obl. R. II 99. Ein Hund allein an den Galgen gehängt, Hackman in Finlands Folkdiktning I A 238. Hunde zu hängen war auch slavischer Brauch, Epistola aus der Bekehrungszeit Pommerns im N. Arch. f ä. deut. Geschk. VI geides,

worüber

Ordbog

s.

V.,

,).

Fritzner

Amira

in

in

Christiania Vidensk.

der Zschr. Germania NF.

XX

Selsk. 147,

B'orhandlinger



148, 160

(1881) 525. ')

A

dam Bram

Galgens mit Knochen ^)

nicht

um

Nach dem

IV 27 nebst

schol. 137.

in der Volkssitte,

parallelen

Thietmer

Bericht in Ynglinga

Opfer durch Strang, sondern

Chron.

Kuhn und Schwarz

um

s.

I

17.

Vgl. auch das Behängen eine.s

Nordd. Sagen 379.

18 (Heimskr. S. 15)

handelte

es

nich

ein blutiges Opfer.

26*

überhaupt

204 daß hier

ein sakraler Bestandteil der

Handlung

Wahrscheinlich

vorliege.

des Opfers ungefährlich gemacht werden*), ein Zweck, den

sollte

der Blick

man im Norden beim

Steinigen

Das Kahlscheren könnte kathartisch zu verstehen sein*), ebensogut aber auch als Vorbereitung des Teerens und Federns, das in den Quellen deutlicher als beim Hängen beim Gassenlauf (Steinigen) hervortritt, auf die gleiche Weise zu erreichen suchte (oben S. 156).

aber vielleicht schon

Auge zum

in

zum Hängen gehörte und den Missetäter fürs im Zusammenhang mit dem Opfercharakter des Steinigens

uralter Zeit auch

Opfertier machte, wie

gezeigt werden wird.

Nicht minder sicher

Ohne

als

Hängen

das

ist

auch das

Rädern

Bestandteil einer Kult-

daß der Gebrauch eines Rades zum Zerstoßen menschlicher Glieder und das Aufrichten des Rades mit dem so Gemarterten nicht unter handlung.

einzusehen

weiters

ist,

werden kann. Man hat versucht, das Rädern als ein Rudiment einer anderen Strafe aufzufassen, die in einem Überfahren mit Wagenrädern bestanden haben solP). Allein von einer solchen Strafe ist in dem ganzen Kreis der hier zu vergleichenden Rechte schlechterdings nichts bekannt. Auch würde von hier aus, wenn

juristischen Gesichtspunkten erklärt

schon das Radbrechen, so doch nicht das Aufrichten des Rades verständlich.

Ebenso grundlos ist die Hypothese*), die dem Rädern einen Talionszweck unterschiebt und davon ausgeht, die Strafe sei auf Angriffen gegen , Fahrende" gestanden. Denn nichts ist sicherer,

daß sie grundsiltzlich nur dem Mörder galt. Schon ein Blick auf den äußeren Hergang beim Rädern in seiner ältesten Gestalt zeigt, daß es sich um einen sakralen Ritus handeln muß. Seine Aufklärung aber ergibt sich aus folgendem. Das Rad ist wie bei Germanen seit manchen andern Völkern, so auch bei den früher vorgeschichtlicher Zeit ein Bild der Sonne, die man sich selbst als feuriges Rad vorstellte') und göttlich verals

Die Petroglyphen

ehrte^).

')

aber auch

V'gl.

Vidensk. Selsk.) 482

307. 158.

2)

Vgl

3)

J.

f.

Eitrem

Grimm

Opferritiis

stellen

sie

nicht nur als ein-

und Voiopfer der Griechen und Römer

(Kristiania 1914

Keine Aufklärung gibt die HauptverhüUung des Opferers.

a. a.

RA.*

Eitvem

S.



der skandinavischen Bronzezeit

11

0. 367. 266, 273.

Liebrecht Zur Volksk. 299. Wilda Strafr. 503 und Geib

F.

M. v.

Heyne im

Schwerin

I.ehrb.

191

Wörterb. bei

s.

Hoops

begnügen

sich

v.

Rad Nr.

Reallex.

damit

J.

5.

Noordewier

Regtsoudh.

Rädern und Deut, RGesch.* Grimm zu zitieren, ohne sich v.

s.

ihm ausdrücklich anzuschließen.

Grimm RA.* II 266. Myth.* 509, 586. A. Kuhn Herabkunft des Feuers 48—52, 102. F. L. Schwartz Die poet. Naturanschauungen I 8. Wolf in Zechr. f. Myth. I 287. A. Wuttke Deut. Volksabergl.' §§ 11, 79. Aarboger for nord. Oldkyndighed 1875 S. 430 f. S. Müller Nord. Altcrtumsk. I (1897) 170. *)

Falck

5)

J.

bei J.

Grimm.

Montelius

in Nordisk Tidskrift 1901 S. 1 ff., Kulturgesch. Schwedens (1905) 55, 136, im Mannus 3—69, 169-186, in Fornvännen 1909 S. 119, Svenska Fornminnes Föreningens Tidskr. IX 68-76, E.-Hammarstedt in Meddelanden X 194, 198, 201 und im Prometheus XVI (1904) 241 ff, 259 ff., 277 fran Nordiska Museet 1903 S. 235 f. A. Hansen in Sv. Forminnes Foren. Aarsberetning 1908 S. 44 f. E. Ekhoff in Sv. Fornminnes Foren. Tidskr. XIII 102 — 126. Kn. Kjellmark und 0. Lindström in Fornvännen 1909 S. 193. Bing im Mannus VI 150, 154, VII 63, 64. H. Schetelig ebenda III 61.

0.

1

(1909)

ft'.

K.

Helm

Altgerman. Religionsgesch.

66, 159 N.

1,

206.

E.

Mogk

bei

I

(1913)

Hoops

§§ 90, 91.

Reallex.

I

Schröder

L. v.

201 und im Grundriß

ff.

1905

II

17, 37,

germ. Philol. HI 303.

Grimm Myth.* 587. Much in Gott. Gel. Anz. 1909 S. 96 R. M. Meyer Altgerm. Helm a. a. 0. und §§92-94, 128. B. Reber im Schweiz. Arch. Volksk. XXI (1917) L. Wilser Das Hakenkreuz (1917). Hammarstedt a. a. 0. 273. S. Müller in Danske Studier S. 115 und in Aarbager nord. Oldkynd. 1907 S. 106 Lindroth in Antiquar. Tidskr. XX «)

J.

f.

RelGesch. 105.

84

Arische Religion

d.

f.

f.

f.

f.

205 Faches (meist vierspeichiges)

Rad

dar, sondern öfter



Pfählen oder Stangen getragenes Rad*),

auch

von einem oder mehreren

als ein

Ein aus Weizenmehl

yielleicht ein Kultbild.

gebackener Radkranz, auf einem Pfosten liegend, symbolisiert beim indischen VajapeyaOpfer die Sonne, während auf einem zweiten Pfosten ein Wagenrad aus Udumbara-Holz von links nach rechts gedreht wird'). Zu diesen indischen Riten gibt es nun in der germanischen Welt unzweifelhafte Seitenstücke, die ebenfalls dem Sonnenkult dienten: einmal das Aufrichten eines Rades auf einem Pfosten, das nachher entzündet wird bei der Sonnder „Sonnenbeschwörung" (sunnegiht*)),

wendfeier'),

eine Achse'), die wir uns ursprünglich

wohl auch

Wird

beim Gewinnen des Notfeuers.

haben'),

oder

fortgeschleudert

nachdem

das Rad,

geschieht dies,

so

fortgerollt,

sodann das Drehen eines Rades

als einen aufrechten

es

um

Pfosten zu denken in

Brand

wie längst nachgewiesen,

gesetzt.

zu zaube-

was durchaus dem Opfercharakter der ganzen Feier entspricht. So Der Opferfeier aber fehlt weder das Opferdient denn auch sonst das Rad dem Zauber*). tier') noch das Gebildbrot, das in dem gebackenen Radkranz des indischen VajapeyaZwecken'),

rischen

A. Bufjge Nordes Historie 1 S. 146. K. ,1. Binff in Oldtiden III (1913) 77 Nr. 4 S. 53, 68 f. und im Mannas VI 150 ff., VII 63, 67 f. E. Mogk a. a. 0. — Über Sonnenkult und Sonnenrad in der Urzeit 306—357 und Manuel d'archeol. II 1 S. 419, 431-437, Dechelette in Revue archeol. XIV (1909) 453—461, 498, 0. Schrader Reallex. 672, M. Hoernes Urgesch. der bild. Kunst- 496 -502, L. v. Schröder a. a. 0. II 3—96. I

ti'.

I

Holmberg

')

10, 43,

9,

Weber

*)

Hälleristningar Nr. 51, 86, 111, 123. 124.

165

S.

335

Tatr. 4.

I

802, 804, 805.

S. 788, 795,

11

(Jldenberg Die

2 S. 142.

III

Rel. des

Veda«

Hillebrand im Grundriß L. v. Schröder a. a. 0.

85, 470.

186, 286.

f.,

Panzer

F.

3)

Akad. *8'J2

in Sitzffsber. d. Herl.

der indoarischen Philol. II

Balt/.cr HiUIeristnin.

A.

Graber Sagen

M 2)

3)

§439,

Myth.* 994 (Kinder zur Abwehr der Pest

Fall).

I

384

f.,

Oldenberg

der dänische helhest bei

f.

XV (1905) 216 (südslav. Sagen), Veda* 361 (Bauopfer von Köpfen).

Volksk.

Rel. des

Thiele

a. a.

0. II 293



Ge-

Zu den

Westermarck



Eine Abart

f.

') Ihn Dustah bei Thomsen Urspr. des russ. Staates 28. Flateyjar bök I 88. Saxo Gramm, Holder) S. 162. Grimm Märchen Nr. 16. Vgl. die ethnol. Parallelen bei F. Liebrecht a. a. 0. 380 f. *)

Heimskringia

(ed.

Unger) 53 oben (=

Löwenstimm Aberglaube 25, auch ') Klusemann a.a.O. 9, 12. ^)

Suchier De

Abhandigg. 227, Rel.

victimis u.

hum.

12,

ap.

Kult.^ 60, 421.

13,

14

Flateyjar b.

I

571

f.).

Vgl. den russischen Brauch bei

f.

Graecos

I

12.

Preller Rom. Myth.'

II 81.

Wissowa

Ges.

215 Form nach sich ziehen konnte unkeuschen Vestalis mag die besondere Form

devotio insofern, als sie ein Opfer in derselben

Beim Lebendigbegraben der

das Vermauern, etruskisch gewesen sein

(s.

oben

S.

168 N.

6); jedenfalls

war

(Liv. VIII 10)^).

des Verfahrens, es ein Kultakt,

Germanen gerade nur da, wo das Lebendigbegraben als Strafart diente, anders gewesen sein, während in allen andern Fällen auch Man berücksichtige doch, bei ihnen die heilige Handlung gar nicht zu verkennen ist? daß auch das außerstrafrechtliche Lebendigbegraben sowohl bei Germanen wie bei ItaSoll es wie bei den

obendrein ein strafweiser.

meistens Sühnopfer

likern

war.

Überdies

deutet

die

S.

154 angeführte Vorschrift

des

wonach das Pfählen auf der Wegscheide geschehen mußte, darauf, daß diese Strafe und folglich die ihr zu Grunde liegende vollere HinrichHier kommt außerdem, was tungsform, das Lebendigbegraben, als Kulthandlung galt. S. 155 über die apotropäische Kraft der Wegscheide bemerkt wurde, in Betracht, daß der Kreuzweg Sitz der Geister, insbesondere der Todesgöttin ist. Seit Urzeiten dient er dem Am Galgen auf Zauber, und für das Beschwören von Geistern ist er der richtige Ort^). dem Kreuzweg holt sich nach einer bayerischen Sage der „Teufel" sein Opfer; an Kreuzwegen opferten die Angelsachsen dem Wodan'). Unmittelbar äußert sich der Opfergedanke, wenn ein Mörder über dem Ermordeten lebendig begraben wird (S. 152). Findet der Deichzerstörer lebendig sein Grab in der Deichlücke (S. 152), so wird er dem Genius Altprager Rechtsbuches von

1269,

der Ausgräber

eines Marksteins oder Baumes, der in der Grube und wie beim Bauopfer der Opfergegenstand dem Ortsdämon'). Man sieht, wie beim Lebendigbegraben anders als beim Hängen oder Rädern das Opfer gemeiniglich einem beson^deren Empfanger zugedacht ist, einer Seele, einem Dämon, einem Gott, der am Ort selbst seinen Wohnsitz hat, wie das ja auch beim Enthaupten vorkommt. Ob man so, und namentlich bei Strafen, auch einer in weiterem Bereich herrschenden Gottheit opferte, einer chthonischen etwa wie z. B. bei der römischen Dafür sprechen würde, daß nach devotio der Tellus und den Dil Manes, bleibt ungewiß.

wie

hingegeben*),

loci

verschüttet

wird

153, 213)

(S.

deutschem Volksglauben a. a.

am Kreuzweg

Menschen

die Todesgöttin

als

Opfer nimmt

(Wuttke

0. § 26).

') Über die devotio handeln in neuerer Zeit Deubner im Arch. f. RelWissensch. VIII (1914) 66-81, Preller Rom. Myth.' 11 79-81, Wiasowa Rel. u. Kult.^ 384, Huvelin in Ann. internat. d'hist. 1901 S. 24f., Schwenn 154—164.

Beih.

»)

Wuttke

a. a.

0. §§26, 384, 373.

714, 729; 749, 755, Corrector Burcbardi

c.

S.

ferner

54, 57,

ebenda §§77

Regino De

Nordd. Sagen 69, 99, 377, 378, Strackerjan Abergl.

II S. 8,

F. Liebrecht Zur Volksk. 319 (Nr. 52), K. Frischbier Zauberspruch 51, 53, G. Landtman

G6, 71, 73, 179,

a.

E.,

108,

V

123,

268,

373, 484, 634,

Kubn

u. Schwartz Panzer Beitr. 11 70, 71, Jobn a.a.O. 8, Gander Niederlaus. Volkssagen Nr. 12,

syn. causis II

c.

44,

in Finlands Folkdiktning VII 742, 689, SkSne 121, Westermarck Urspr. d Moralbegr. II 215 mit Note 76 (S. 612) und vgl. E. Rohde Psyche 11 79, 81 (N. 1), 83, Eitrem Opferritus 120, 287, 288. Oldenberg Rel. des Veda' 220, 269 f., 441, 494, 495, endlich auch das per trivia luminaria facere (6. Jahrb.), s. Grimm Myth.« III 402. 39,

E.

I

253,

Wigström

Folkdiktn ...

3)

Panzer

*)

Vgl. auch

499 N. ')

1

a. a.

Kemble

0. II 72.

Die Sachsen

Bauopfer beim Deichbau

das

sowie oben

i

i.

numen

des Bauwerks macht,

a. a.

0. 8

und His

Strafr. d. deut.

MA.

S. 214.

Besonders deutlich bei den Schweden in Finland,

opfer sich an ein

E. I 279.

Klusemann

so

richtet, z.

B.

Oldenberg

auch Müllenhoff Sagen Nr. 331.

Landtman

a. a.

0. 404.

Daß auch

da.s

Bau-

verkennt die Theorie, welche den Opfergegenstand zum Schutzgeist a. a.

0. 301,

C.

W. Sydow

in

Fataburen 1907

S. 77.

Vgl.

216 Das Versenken im Sumpf erwähnt Tacitus unmittelbar neben dem Hängen, also neben Schon darum läßt sich vermuten, daß auch das Versenken ein Kultakt war. Dies wird von verschiedenen Seiten her bestätigt. Die isländische Tradition um 1300 weiß von einem „Opfersumpf" (blöt-kelda, -fen) bei einer Kultstätte (hof) auf Kjalarnes zu erzählen, in den man die dort zum Opfer bestimmten Menschen geworfen habe^). Der einschlägige Bericht erwähnt gleich nach dieser Angabe die Einsetzung des Frühlingsthings auf Kjalarnes. Es ist also sehr wohl möglich, daß der Erzähler einer Strafart, deren sakraler Charakter feststeht.

Menschenopfern Vollstreckungen von Strafen dachte,

sich unter jenen

Auch

Thing erkannt worden waren.

die auf

dem

Kjalarnes-

Sagen über gewisse Sümpfe oder Teiche

in deutschen

scheint sich die Erinnerung daran erhalten zu haben, daß in heidnischer Zeit dort Misse-

wenn es z. B. heißt, der Teufel habe ihre Seele in den wenn beschrieben wird, wie wunderbare Kräfte die rituelle Bestattung erhängten Hexe in einem Weiher erzwangen'). Die charakteristische Entkleidung

täter zur Strafe geopfert wurden,

Sumpf einer

geholt^), oder

der Moorleiche (oben

S.

149) spricht ebenfalls dafür, daß die so Hingerichteten geopfert

Archäologisch sind morastige Örtlichkeiten als Opferstätten

waren.

Dänemark nach-

in

gewiesen, obzwar aller Wahrscheinlichkeit nach leblose Opfergegenstände dort nicht sowohl versenkt,

als

Moor oder Weiher

oder

fordernden, in

Im Volksglauben

auf der Oberfläche niedergelegt waren*).

eine

Sumpf

Wohnsitz eines Dämons, insbesondere eines Menschenopfer

als

frühesten Zeiten

seit

ein

ist

moderner Zeit nicht ganz unerhört

Liegt bei einem solchen heiligen



verbreitete Vorstellung'), die andere,

Moor

doch sogar

seltener,

daß der Sumpfgeist Missetäter verfolgt*).

eine Dingstätte '),

werden wir

so

die

Beziehungen

zwischen beiden wohl ebenso beurteilen dürfen wie die zwischen heiligen Quellen und den ') Kjalnesinga saga c. 2. Dazu K. Maurer Bekehrg. d. norw. Stammes II 196 und Vorlesgg. V 39, sodann wegen der Glaubwürdigkeit des Berichts Jon Sigurdsson in Islendinga Sögur II (1847) S. XLVI. 3) Vernaleken Mythen u. Bräuche S. 153 f. ^) Rochholz Schweizersagen Nr. 395.

A.

*)

174—181.

Feddersen K.

Helm

in Aarb.

a. a.

0.

f.

nord. Oldkynd. 1881 S. 369

f.,

376

f.

Müller Nord.

S.

Altert«k. II

215—220.

Typus: Grendel J. Grimm Myth.* 410, 849, E. Mogk im Grundr. d. germ. Fhilol.' III 301 f., Germ. Myth. 160, R.M.Meyer Altgerm. RelGesch. 104 (wozu Fr. Müller Siebenb. Sagen

5)

E.H.Meyer

Andere Beispiele:

Nr. 13 ein Griindelmooi in Siebenbürgen). 203,

305—307, A.

Kuhn

Mark. Sagen Nr.

Grimm

Deut. Sagen Nr. 49, 52, 58, 59, 133;

82, 113, 155, 207, 230, Westfäl.

Sagen

I Nr. 37, 38, 335b, 348,

Weichelt Hannov. Geschichten Nr. 170, 185, 205, Schambach u. Müller Niedersächs. Sagen Nr. 71, 73(2), 75, 76, 82. PO, Müllenhoff Sagen Nr. 132, 241, Strackerjan Aberglaube Nr. 179p, Pröhle Unterharz Sagen Nr. 240, 253, Meiche Sagenb. Nr. 493, 498, Panzer Beitrag I 131, Graber Sagen aus Kärnten Nr. 15, 16, Sv. Grundtvig Minder II Nr. 339, Landtman in Fin354, 356, 381, 382, 412,

lands.

H.

Folkdiktning VII 705

SV.

Mark. Sagen Nr.

65,

878, 380, 382,

Nr. 47,

II

81,

83,

f.,

112,

707.

Schambach

Strackerjan a. a. 0. 561b, Pröhle a. Nr 473, 474, 485—492, 495, 497, 503,

I

Müller

u. a.

Grimm

ferner

S.

Westfäl. Sagen 0. Nr.

504,

Fr.

9,

Deut. Sagen Nr.

4,

6,

55, 56, 332,

Kuhn

Nr. 36, 40, 41a, 333a,b, 335c, 347, 362—365, 377, a. a.

10,

0. Nr.

83—88,

Müller

86— 89, Müllenhoff 91,

165, 239, 345, 346,

Siebenb. Sagen Nr. 92,

a. a.

0. Nr. 455,

Meiche

Landtman

a. a.

O.

a. a.

0.

672-674, 676-679, 682, 698, 699, 742, E. Grip Bidr. tili Svenska Allmogeliv 91, Grundtvig Minder III Nr. 62, 63, 75 und vgl. Sebillot Folklore II 458 f., 409-419, 423, 429 f., 436 f., 440—442, 456 f., 464, 462 (Opferbräuche).

663—666,

1915

668,

.

^1

Landtman

')

Dingstätte Aisted beim

S. 23.

a. a.

0. 702.

Graber

a. a.

.

.

0. Nr. 16.

Fr0smose in Dänemark, V. La Cour

in

Festskr.

til

Joh. Steenstrup

217 Auch im

dabei gelegenen Dingstätten (oben S. 200).

am Albaner

das Caput aquae Ferentinae

stück:

alten Italien gibt es dazu ein Seiten-

Berg, worin latinischer Sage nach „crate

superne injecta saxisque congestis' König Turnus versenkt wurde wurde.

urteilt

Sein Versenken

Kulthandlung wie

Nähe

wo Turnus

den Quellteich haben wir uns demnach ebensowohl

in

zu

als Strafe

In der

(S. 169).

lagen ein lucus Ferentinae und die Dingstätte des latinischen Bundes*),

verals

Wem

nach germanischer Vorstellung bei der läßt sich nicht ausmachen.

denken.

Strafe des Versenkens das Opfer galt,

Wie das Versenken im Sumpf eine Mittelstellung einnimmt zwischen dem Ertränken und dem Lebendigbegraben, 'so auch wiewohl unter einem andern Gesichtspunkt (oben S. 145 Schon hiernach läßt sich 147) das Aussetzen eines Lebenden im Schilf. vermuten, daß auch diese Strafe ein Opfer war. Dies wird dadurch bestätigt, daß außer-







halb der Strafrechtspflege nicht nur das als

dem Aussetzen im Faß analoge Lebendigbegraben

Bauopfer*), sondern auch das Aussetzen selbst als Opfer vorkommt.

dem Meerdämon gegebenes

dischen Sage erfüllt einer sein

Sohn

einem ruderlosen Boot auf die See

in

einer Entstellung

nicht zu

löbnis

erfüllen, sein

Parallelen

läßt*).

wenn

des Opfermotivs,

Kind

der

bietet

in

einer

Opfer dargebracht

oder einem

Tonne ausgesetzt

Vielleicht

beruht

es

um

andern Sage der Vater,

nur auf das Ge-

einem Kasten verschließt und so den Wellen über-

bretonische Sagenschatz ^):

Boot oder

in einer

hinausstößt^).

in

einer schwe-

In

Opfergelöbnis, indem er seinen

sich ins

ein

Mensch wird dem Meer

als

Meer ergießenden Fluß, indem er in steuerlosem Der Opfercharakter tritt noch darin besonders

wird.

man in der Rettung des Ausgesetzten eine Ablehnung durch das Meer Nun ist aber gerade in der Bretagne solches Aussetzen auch als Strafart nachgewiesen*). Man wird also vermuten dürfen, daß in dieser Anwendung die Übergabe an das Meer nicht weniger sakral gedacht war. Das Gegenteil kann man sich schwer vordeutlich hervor, daß

erblickte.

Denn im einen wie im andern

stellen.

Falle erfolgte eine Preisgebung an das Meer,

Mit diesem Ergebnis scheint auf den ersten Blick

eine Gottheit war.

freilich

das

im Wider-

von Aussetzungssagen, wo es sich nur darum handelt, einen Menschen beiseite zu schaffen (S. 147 N. 1). Hier fehlt der Opfergedanke. Aber diese Erzählungen sind in der germanischen Welt nicht bodenständig, sondern aus dem Süden

spruch diejenige Gruppe

eingewandert.

Sie konnten dort Verständnis finden, weil sie von einer milderen

Form

des

Bestattens zu sprechen schienen, wie sie beim Aussetzen eines Lebenden im Schiff vorlag.

Abgesehen hievon sind Schiff doch nicht

Auf etwas

Daß

dieser

sie

Varianten des sog. „Truhenmärchens', womit das Aussetzen im

ohne weiteres

Beziehung gesetzt werden kann.

in

festerem Boden

befinden wir uns bei der Beurteilung des Felssturzes.

während des Altertums

außer Zweifel.

Den Beweis

bei Griechen

und Römern eine Kulthandlung war, steht

liefern das apotropäische

Herabstürzen eines Verbrechers vom

') Über die örtlichkeit s. Holsen bei Pauly Wisso wa I Sp. 2207 Preller Rom. Mjthol.' I 436, Steuding u R. Peter bei Röscher Lex. '•)

Viechtach

158,

X

(1913) 8

209 (§53), 579

I

551,

S.

ferner E.



4 Aufgebot mit .Geschrei'),

Pertile Storia

V

271

n. 51.

11.

d. philos.-philol. u. d. bist. KI.

XXXI,

3.

Äbh.

Arnold

«F.

29

Vgl.

auch

226.

kundbar

so

möglich und

als

Denn dafür

diesem Sinn „öffentlich" zu machen*).

in

sorgte

schon der Rechtssatz, wonach unter freiem Himmel und bei Tageslicht gerichtet werdea

mußte ^).

Die Dingpflichtigen

Zunächst hatten

bloß

nicht

sollten

zuschauen,

sondern

am

sich

Richten

den Verurteilten zur Richtstätte zu geleiten: ,tota communitas furem vel latronem ad patibulum manu armata sequi tenetur et ibidem manere, beteiligen.

sie

Dabei ward er nach älterem Brauch nackt oder

donec Judicium redditur de eodem"*).

Hemd

nur halb oder nur mit einem

und

bekleidet

regelmäßig an dessen Schweif gebunden,

Pferd,

oder in

sie

oder von einem

wobei er auf einer Kuhhaut,

eingeschnürt, zu jüngeren Zeiten auf einem Brett, einer Hürde, einem Schlitten

dem MA., insbesondere aber

Seit

liegt').

gefesselt geführt*)

geschleift,

der Neuzeit,

in

an die Stelle jenes altern

tritt

Brauchs das Fahren auf einem Karren*).

kommt

Das Schleifen (trahere, equitractio, frz. traisner) westeuropäischen Ländern vor und scheint von dort aus in Deutschland

zuerst in

Auch

eingeführt.

haut

dabei

Auf

spielf).

Wegen

meist

Aber auffällig ist dann die Rolle, welche die KuhVerhöhnung des Geschleiften kann es nicht abgesehen

zu bezwecken. eine

So allerdings nach L. Wisig.

*)



scheint es auf den ersten Blick nur eine Schärfung der Strafe



des Radbrechens

0.

a. a.



oben S. 101 f., 111, 121, 126 und im übrigen Anh. 1 347 a usw. passim, wegen der Zeit J.Grimm RA.* II 442, 531, Endinger Judenspiel S. 100 (mittags', Ausnahmen nach jüngeren RR. bei J. Grimm a. a. 0., ferner Zenten I 1348, 1360 (16. Jahrb.), Kohler-Scheel ^)

der Richtstätte

insbes.

s.



Die Carolina

Chron. der deut. Städte IV 43

II ItiO,

Weist. VI 454

3)

1352, 1360,

(a.

1302).

XIV

Frostujjings b.

1375).

(a.

ferner ebenda II 381, 561, 681, 698, LWeist. 76, 293, 662, Zenten

S.

12 (oben

=

24

S.

Jarnsida

Hirdskrä 42

132),

E.

a.

(s.

oben

S. 56)

I

und

Anh. Nr. 39!>nd ein anderer ihn von unten auf mit einem achtspeichigen Rad zerstößt. Priester stehen jedesmal dabei. 8. Die Räderung des Herzogs Er liegt nackt über ein Rad auf den Boden gespannt und der ScharfV. Aveiro (2 Figg.). Sämtliche zum Stoß gebrauchten Räder in richter stößt ein sechsspeich. Rad auf ihn herab. 7. Das Zerschlagen des alten Marquis v. Tavora 2, 3, 4, 8 sind von halber Mannshöhe. (3 Figg.). Auch er liegt nackt über ein Rad am Boden gebunden. Aber der Scharfrichter schlägt ,mit einer eisernen Keule" nach seinen Beinen. Ein Geistlicher spricht ihm zu.

dreiteil.







,







9.

und 10. Da« Verbrennen der Dienerschaft.

An dem

In

der Mitte

der Bühne 2 Pfähle innerhalb

»mit Ketten" ein Diener des Herzogs geDie Hinrichtungen nahmen an audern hängt das Bildnis des entkommenen Dieners. insgesamt die Zeit von 8 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags in Anspruch. Vgl. Nr. 451, 453, 453 a. 453. Radierg. (T. E. Belli ng. Cath. Sc. exe. A[ugustae] V[indelicorum] 1759 auf dem Einblattdr. Erschröckl. u. grausame That von verfluchten Königsmördern. Darunter Text in Prosa und Reimen. R. der Mordversuch des H. v. Alveiro auf den König von Portugal am 3. IX. 1758. L. die Hinrichtung des H. und seiner Teilnehmer am 17. I. 1759 (12,3 12,1 cm): Im Vordergr. großes „Chavott", mit Soldaten umstellt. Darauf am Boden ausgespannt, an Handu. Fußgelenken an Pflöcke gebunden ein bis aufs Hemd entkleideter Mann. Über seinen Füßen hält ein , Knecht" des Scharfrichters ein achtspeich. Rad von etwa halber Mannshöhe. Zu Häupten des Geräderten kniet ein Priester. L. von ihm wird ein Verurteilter am Strick gehalten. Vorn auf dem Blutgerüst liegt das keulenförmige .Stück Eisen", womit des Herzogs Kammerdiener „von unten bis oben zerschmettert" werden soll. Im Hintergr. auf der Bühne ein mannshoher kubischer Holzstoß, woraus Flammen schlagen. Auf ihm steht an einen Pfahl mit den Händen über dem Rücken gebunden und entkleidet ein anderer Diener des Herzogs (Azcvedo). Zu seinen Füßen liegen der Kopf und der halbentkleidete Körper der Marquise v. Tavora, ferner am Fuß des Holzstoßes der halbentkleidete Körper eines Mannes. Aus dem Rauch des Scheiterhaufens wird im Hintergr. noch ein Pfahl sichtbar, woran das Bildnis des entkommenen Dieners

eines rechteck. Scheiterhaufens. fesselt;

einen

ist



x





39*

308

— Vgl. Nr. 461, 452, 453a.

Andere Darstellungen nennt Drugulin

angeheftet ist. Nr. 4697, 4698.

Bilderatl. II

463 a. Stich im German. Mus. zu Nürnberg H. B. 7806: Vorstellung der großen und merkwürdigen Execution, welche in Lisabona [1759] vollzogen worden Tab. II. Den ganzen Vordergr. nimmt das von Truppen umstellte Blutgerüst (Schavot) ein. Im Hintergr. Volksmenge auf freiem Feld. Bei Lit. B das Zerschlagen des Herzogs v. Aveiro. Nur mit Lendentuch bedeckt liegt er über ein zehnspeich. Rad gespannt. Der vor ihm stehende Nachrichter schlägt Ein Mönch hält ihm ein Kreuz vor. Daneben steht mit einer mächtigen Keule auf ihn ein. der Marquis v. Tavora betend vor einem Mönch, während ihn ein die Keule schulternder NachDer , Richter" in Talar steht dabei. Weiter 1. bei C ein Knierichter am Strick festhält. galgen, woran einer der Diener hängt, bekleidet, die Hände vorne gebunden. Zwei andere werden am Fuß des Galgens erdrosselt. Eine Amtsperson (Richter?) in Mantel und mit Stab R. bei D die Enthauptung der Marquise v. Tavora. Sie kniet an einem Block, steht dabei. auf den sie ihr Haupt legt. Ihre Augen sind verbunden. Von 1. her führt der Scharfrichter mit einer riesigen doppelhänd. Axt seinen Hieb. Ein Mönch mit Kruzifix steht vor der Marquise. Zu ihrer R. der Richter. In der Mitte ein Kniegalgen, woran das Bildnis des entkommenen Dieners aufgehängt wird. Am Fuß des Galgens „ein hauffen hingerichtete cörper". Wachen Vgl. Nr. 451 umstehen auf dem Blutgerüst die einzelnen Szenen. 453. 454. Titelknpfer, J. David Nessenthaler sculps. Aug. Vind. [1760 65?] zu Sam. Valentin End-Urthel und Verruf nach Kayser Caroli V. peinl. Halss-Gerichtsordnung Augsp. s. a., verklein, bei E. Diederichs Deut. Leben II Nr. 1541: Versch. Szenen. Oben Verkündigung eines Urteils vom Altan des Rathauses aus und 2 Züge durch die anstoßenden Straßen mit Verurteilten. Unten folgende Bilder: 1. Enthauptung. R. auf halbrundem Grundriß ein Steinbau unterhalb eines Befestigungswalles, die Plattform mit einer Steinbrüstung umgeben. Der Scharfrichter hat eben einem Verurteilten das Haupt mit dem Schwert abgeschlagen. Der Körper des Hingerichteten knickt zusammen. Aus dem Hals spritzt das Blut auf. Ein Gehilfe zeigt der unten versammelten Menge den Kopf, den er an den Haaren hält. Oben stehen noch 2 protestantische Geistliche. Von 1. her wird in Begleitung von 2 Kapuzinern ein anderer Verurteilter herangeführt. 2. Enthaupten und Hängen. R., von der Zuschauermenge umstanden, eine hölzerne Bühne neben einem schiefen Pfahl mit sechsspeich. Rad und Spieß. Auf der Bühne ein Lehnstuhl, worauf ein Verurteilter sitzt. Sein Hemd ist über die Schultern herabgezogen, seine Augen verhüllt. Nach seinem Hals führt der Scharfrichter mit doppelhänd. Schwert seinen Hieb, während ein Gehilfe den Kopf an den Haaren festhält. Vor ihm stehen 2 Geistliche. L. auf hohem steinernem Unterbau mit rundbogigem Eingang ein sechsteil Holzgalgen, auf dessen Firsten 2 Köpfe stecken. Auf einer Leiter ist der Henker damit beschäftigt, einem tiefer unten stehenden Verurteilten, dem die Hände über den Rücken gebunden sind, die Schlinge umzulegen. Ein Mönch mit einem Kruzifix steht dabei. Am Fuß des Steinunterbaues Zuschauer, darunter eine Frau mit einem Knaben an der Hand. 3. Enthaupten und Verbrennen. R. von der Menge umstanden ein Blutgerüst. Oben auf einem Stuhl ein Weib, dessen Hals entblößt und dessen Augen mit einer schwarzen Binde verhüllt sind. Ihre r. Hand wird auf einem Block mit Beil und Schlegel abgehauen, während von I. her der Scharfrichter mit doppelhänd. Schwert nach ihrem Hals ausholt. Vor ihr ein Geistlicher mit Kruzifix. L. auf einem von der Menge umstandenen Hügel ein Scheiterhaufen mit Pfahl, woran der Scharfrichter einen Verurteilten festschnürt. Ein Gehilfe setzt die Scheiter in Brand. Gegenüber ein Mönch mit Kruzifix. .

.

.







.

465. Radierg.

dem

auf

Titel

der Flugschr. Wohlverdientes Todesurtheil

.

.

.

.

.

des

Hanns

Georg Rhain welcher allhier in München ... 1771 mit dem Strang hingerichtet worden (Münch. Unbibl.). Eingerahmt von Strafwerkzeugen ein freier Platz, wo sich auf unregelmäßigem Grundriß ein Steinbau erhebt. Die Plattform ist mit Rasen bewachsen, der verschließbare Eingang r. sichtbar. Zu ihm wird ein Verurteilter in Begleitung eines Geistlichen herangeführt. Oben liegt er ausgespannt mit Stricken, die durch kleine im Boden steckende Bögen laufend von 4 Männern gezerrt werden. Er ist mit einem über der Brust offenen Hemd bekleidet. Spreizbeinig steht über ihm der Nachrichter, der das Rad auf seine Brust stößt. Zu seiner L. 2 Geistliche. Weiter r. eine Amtsperson mit Gehstock. Vorne wird ein Richtstuhl zurecht .

.

.

.

.

.

309 geschoben und ein achtspeichiges Rad, das auf einem Pfahl steckt, hergerichtet. Verschiedene andere Räder mit Leichnamen und Köpfen sind bereits aufgerichtet. R. schließt sich an den Steinban ein dreiteil. Qalgen auf hohem Steinunterbau, den man von der erwähnten Plattform ans betritt. 4 Männer hängen an den Firsten. Am rückwärtigen lehnt eine dreistangige Leiter.

Oben stecken Köpfe. 456. Holzschn. von fast einzig dastehender technischer Roheit, auf dem Titel der Flugschr. 1771 zu Geda bey Bautzen gehaltenen Abscheulichen ExeAusführl. Nachricht von der cntion usw. (in mein. Bes.). Zwei Bilder übereinander. Unten die Mordtaten. Oben die HinrichtBDg: in der Mitte am Boden liegend der mit Hemd und Hosen bekleidete Verurteilte; über .

.

.

Augen eine Binde; vor ihm steht der Scharfrichter mit hoch erhobenem siebenspeich. R. zwei Pfähle mit Rädern; auf einem von diesen ein menschl. Körper. L. in Flammen Da der Text nichts vom ein Pfahl, woran ein menschl. Körper in sitzender Stellung gekettet. Verbrennen weiß, auch den Tatbestand der Verbrechen ganz anders schildert als der Holzschn., so wird anzunehmen sein, daß dieser ursprünglich zu einer andern Flugschr. gehörte. geinen

Rad.



457. Radierg. von D.

Chodowiecki

in

Kupfersammlg. zu J

B.

Basedows

Elementar-

werk (1774 Tab XXXlVc), faks. in Th Fritsch J. B. Based. Elementarw. (1909) Bd. III, ferner bei G. Hirth Kulturgesch. Bilderb. VI Nr. 3361 und bei Fr. Heinemann Der Richter Abb 134: Enthaupten, Hängen, Rädern im freien Feld. Im Vordergr. Zuschauer; im Mittelgr. eine aufgemauerte Plattform auf kreisrundem Grundriß; oben ein Sandhaufen, worauf ein VerEr ist mit Wams, Beinkleidern und Strümpfen bekleidet, seine Hände sind geurteilter kniet. bunden, vor den Augen hat er eine Binde. Hinter ihm holt der Scharfrichter, mit zweihändigem Schwert nach seinem Hals aus. Vor ihm steht ein zweiter Verurteilter und in Mantel und mit Stock der Richter. R. (unvollständig sichtbar) auf Steinunterbau ein mehrteiliger Galgen mit aufgemauerten Steinpfeilern und starken Firstbalken; daran an Nägeln 3 Gehängte in Hemd und Hosen, die Hände teils hinter dem Rücken, teils vorne gebunden. L. gegen den Hintergr. zu zwei aufrechte starke Pfähle mit Rädern, worauf Reste von Menschenleibern. Über der Richtstätte eine Vogelschar.

^

458. Radierg. vor der Flugschr. Ausführl. Nachricht und Beschreibung von der großen Räuber-Bande, welche aus tausend und dreyßig Personen bestanden und sind [zu Heelen Aus dem Holländischen Protocoll gezogen und Herzogenroth] justificiret worden Angsb. 1776. Legende unter dem Stich wie oben. Philip Joseph Fill excu. Aug. Vind. 1776 (Münch. ünbibl.) Landseh. mit verschied. Szenen. Im Vordergr. Enthauptung auf einem Steinbau über gebogenem Grundriß, mit Treppe an der Seite. Unten r. Zuschauer, I. Soldaten. Auf der Plattform 5 Figg. Auf einem Stuhl sitzt der Verurteilte mit einem Sterbkreuz in den gebundenen Händen. Hals und Schultern sind entblößt, die Augen mit einer schwarzen Binde verhüllt. L. der Scharfrichter (in Rückansicht) mit doppelhänd. Schwert ausholend. Weiter zurück sein Gehilfe, der den Verurteilten an den Haaren festhält. R. 2 Kapuziner. L. von dieser Szene das Radbrechen (3 Figg.). Auf der Erde liegt an 4 Pflöcken ausgespannt und mit einem Hemd bekleidet der Verurteilte, nach dessen Brust der Scharfrichter mit dem achtspeich. Rad stößt. Zu Uäupten des Liegenden steht ein Geistlicher. Zwischen dieser und der vorigen Szene erhebt sich ein Pfahl mit Rad, worüber der Körper des Geräderten mit Ketten angeschlossen ist R. von der Enthauptungsszene das Verbrennen. Über dem Rand eines quadratischen Holzstoßes, woraus Flammen schlagen, ist der nackte Oberkörper eines Mannes sichtbar. 2 Schergen schüren die Scheiter mit Gabeln. Im Hintergr. 2 dreiteil und zwischen ihnen ein vierteiliger Galgen, dieser mit Leiter, alle reich behängt. Einige der Gehängten kopfabwärts. Bei diesen sind die Hände an die Seiten des Körpers, bei den andern Aber den Rücken gebunden. 458a. Stich in meinem Besitz: Hinrichtung der beeden Rebellen Hora und Kioska 1785 ... in dem Oomitats Karls-Burg. F. M. Will excud Aug. Vind. Einblattdr. mit Text: Freies Feld, im Hintergr. r. befestigte Stadt. In der Mitte des Mittelgr. eine hölzerne viereckige Bühne, umstellt von Truppen und den zum Zuschauen aufgebotenen 2000 Bauern; im Vordergr. eine Kutsche, worin eine Dame sichtbar Auf der Plattform der Bühne I. das Rädern des Klotska. Nur mit einem kurzen Hemd bekleidet liegt er angepflöckt und ausgespannt am Boden, seine .

.

.

.

.

.

.









.

.

310 Arme und sein Bücken über Krammen. Zu geiner R. steht der Henker mit einem 8 speichigen Rad von etwa halber Mannshöhe zum Stoß ausholend, zur Linken ein Beamter, der mit dem Blick auf eine Taschenuhr die Pausen zwischen den einzelnen Stößen [3 Minuten] mißt. R. das Ausdärmen des Klotska. Er liegt am Boden, wieder über den Krammen, aber gänzlich entkleidet und losgepflöckt. R. neben ihm kniet ein Henkersknecht, der ihm mit einem Beine, seine

Messer den Bauch aufgeschlitzt hat und die Gedärme herauszieht. Von 1. kommt ein anderer mit einem Zuber heran. In der Mitte der Plattform liegt ein runder Block, neben dem, bereit das Zerstücken zu vollziehen, der Henker steht, eine Breitaxt auf den Block stützend. Eine zweite liegt davor auf dem Boden. Ganz r. auf der vorderen Ecke der Plattform steht Hora, nur mit einem Hemd bekleidet und mit kreuzweis gebundenen Händen und mit einem Strick über der Brust, den ein hinter ihm stehender Henkersgehilfe aufschnürt. An allen Seiten unterIn der Mitte hinter der letzten Reihe der halb der Bühne Gruppen von Trommelschlägern. (berittenen) Truppen ein starker gezimmerter Gabelgalgen, auf dessen First drei Spitzen aufEinen andern Augsburger Stich auf ragen. Neben dem Galgen ein schiefer Pfahl mit Rad. denselben Vorgang nennt Drugulin Histor. Bilderatlas II Nr. 5220. 459. Radierg. von Job. Koch, Kempten, hinter der Flugschr. SchaudervoUe siebenfache ausgeübt worden ist. Mordtat, welche zu Frankfurt am Mayn den 21. August 1817 Gottlieb Moog 1817. 4 Szenen. ]. Der Kempten 1817. Unterschr.: Darstellung des Familien- und Selbstmord des Moog. 2. Ausstellung der Leichen. 3. Die Leiche des Mörders wird auf einspännigem Karren zum Richtplatz gefahren. In der Ferne auf Anhöhe ein dreiteil. Galgen auf Steinmauern und die Vorbereitung des Rades. 4. Drei Männer richten den Pfahl mit dem Rad auf, worüber der entblößte Körper des Moog ausgespannt ist. Der Pfahl geht durch den Körper hindurch und trägt auf seiner Spitze den Kopf. L. steht der Scharfrichter mit dem Richtschwert. R. im Hintergr. der runde Steinunterbau des Galgens mit dem Eingang. L. Männer, Weiber und Kinder als Zuschauer.



.

.

.

.

.

.

.

.

.

IV.

Das Hängen. 460. Min.

Ms. Claudius

B IV



abgeb. bei Old Time Punishments (1890) 211: ein Gabelgalgen, bestehend aus zwei Leiterbäumen mit abgestutzten Ästen am Oberrande und einem in deren Winkeln liegenden Querholz. An den Leiterbäumen sind die Sprossen in wechselnder Reihenfolge eingesteckt. Am r. Leiterbaum ist ein Mann emporgestiegen; er schickt sich an, einen andern, dem eine Schlinge um den Hals gelegt ist, emporzuziehen. Über dem First läuft der Strick um einen Stift. Der Gehängte hat die Hände auf dem Rücken und ist in

Strutt Angleterre ancienne Taf.

XV

(angelsächs.,

Fig. 6,

11. Jahrb.) der Cottoniana,

W. Andrews

vollständig bekleidet.

461. Deckmalerei im Ms. theol. lat. 2° 823 (c. 1100, Vita Liudgeri aus Kloster Werden) fol. 15 a Darstellung eines Wunders. In der Mitte ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. Durch den First ist zweifach der Strick geführt. 3 Männer sind eben daran, einen vierten, dem der Strick um den Hals läuft, emporzuziehen, während ihn ein vorne knieender Engel hält. Hinter ihnen zwei Zuschauer in Mänteln. Der Gehängte ist nur mit einem kurzen weißen Hemd bekleidet. Seine Hände scheinen hinter dem Rücken gebunden. Vgl. die Bildbeschreibung von Diekamp in Zschr. f. Vaterland. Gesch. u. Altertsk. Westfalens XXXVIII (1880) 171. Über die Hs. im allgem. Diekamp a. a. 0. 155 f. und Janitschek Gesch. d. deut. Malerei 95 f.

der Staatsbibl. zu Berlin



462. Federzeichg. (in violetten und roten Umrissen) in Clm. 13002 (aus Kloster Prüfening 1158) fol. 3b II. Reihe r. Illustrat. zu Esther VII 10. Ungefähr in der Mitte des Bildes, das den Boden nicht charakterisiert, ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1 Über den First laufen die beiden Hälften eines starken Seiles so, daß in dessen Mitte die Schlinge um den Hals des Aman liegt. An ihnen ziehen diesen zwei Männer in kurzen Röcken, die zu beiden Seiten des Galgens stehen, empor. Aman, mit langen Gewändern völlig bekleidet, hat eine Binde vor a.

:

311 den Augen und die Hände über den Rücken gebunden. Über dem First die Worte: Cornua. peccator. confringam. L. an einer das Bild abgrenzenden Säule steht eine allegor. weibl. Geütalt mit Spruchband in der r. Hand: Sic. levo. Darüber die Worte Honoris, appatentia [so]. Entsprechend eine Nachzeichg. von Eonrad v. Scheyern in Cod. tat. 17403 (a. a. ) fol. 6a Vgl. Nr. 463, 467, 512b, 523, 628, 540. (vor 1230). 463. Federzeichg. in dem jetzt zerstörten Hortus Deliciarum (1165 1175), nach Bause faks. in der Ausg. v. Straub pl. XVIIl, verklein, bei E. Heyck Deutsch. Gesch. II Abb. 56: Nach der Beischr. Illustr. zu Esther VII 10. R. das Gastmahl, 1. Aman an einem Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1 (die Stämme im Erdboden verpflöckt). ,Aman' ist mit kurzem und an den Oberärmeln gesticktem Rock, Beinlingen und schwarzen Stiefeln bekleidet. Seine Augen sind mit einer Binde verdeckt, seine Haare und sein Bart ungeschoren. Der Strick ist um seinen Hals an den First geknotet. Vgl. Nr. 462 und die dort angef. NN. 464. Nielloplatte in dem Altaraufsatz aus Verdun v. 1181 zu Kloster -Neuburg, dam. Faksimile in Farbendr. bei Alb. Camesina Das Nieoiloantependium zu Kl. N. 1844 Nr. XXX: Deposicio regis Jericho (Illustrat. zu Jos. VIII 29. 30). Zeichnung in Gold und Rot auf blauem Grund. L. ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. Am First lehnt eine Leiter. Ein Mann ist dort hinaufgestiegen, der mit einem Messer den Strick abschneidet, woran ein Gekrönter hing. Dieser, bloß mit einem Hemd bekleidet, die Hände hinter dem Rücken, wird von 2 Männern abgenommen. R. ein Reiter (Josua), der, begleitet von einem Schwertträger, Anweisungen erteilt. 465. Federzeichg. in braunen Umrissen und teilweise koloriert, in Clm. 17137 (Heiligenleben, g. 1200, aus Kloster Schäftlarn) fol. 132b: Die Initiale T, gebildet aus einem (weiß gelassenen) starken Baumstamm mit wechselnden grünen Sprossen und zwei starken Ästen. An jedem von diesem mit flatterndem Haar ein Gehängter, nur mit einem mennigroten, in Fetzen gehenden Hemd bekleidet und einer gelben Binde vor den Augen, die Hände vorne mit einem gelben Strick verschnürt. Die Hälse sind mit grünen Strängen (Widen?) so unmittelbar unter die Äste geknüpft, daß die Köpfe gewaltsam vorgebeugt sind. 466. Kolor. Federzeichg. im Cod. Valentinianensis 607 (Vita s. Amandi, 12. Jahrb.) fol. 17 (Lichtdr. Mon. Germ. SS. Merow. V Taf. 10). Illustr. zur Vita I c. 14: R. die Hinrichtung des Diebes an einem Gabelgalgen. Dieser nach Schema von Nr. 1. Über den First läuft ein Strick so, daß die Schlinge, worin der Hals des Verurteilten steckt, in seiner Mitte liegt. An den beiden Enden des Strickes bemühen sich 2 Männer, den Verurteilten empor zu ziehen. L. ein Speerträger; r. 2 Unbewaffnete als Zuschauer. Der Gehängte ist nur mit einem Lendentuch bekleidet, sein Kopfhaar geschoren und seine Hände sind hinter den Rücken gebunden. Weiter 1. die nächste Szene: der Leichnam des Gebängten wird von einem Diener des voranschreitenden Heiligen weggetragen. 467. Min. (Rundbild) in Ms. 270 (c. 1200) der Bodleyana zu Oxford, in Lichtdr. bei A. de Laborde Bible moralis^e II p. 204: Illustr. zu Esth. VII 10 (3 Figg ). An einem Sehnellgalgen hängt Aman, nur mit einem Lendentuch bekleidet und mit einer dünnen Binde Dm die Augen. Seine Hände sind über seinen Rücken gebunden. Dabei stehen 1. der Henker und der König. Der Galgen besteht aus einem auf Stufen errichteten und oben gegabelten Pfahl; in der Gabel liegt ein Balken, der am hinteren Ende wie bei einer Schleudermaschine verdickt und am vorderen mit einem Querholz versehen ist. An diesem Querholz hängen 4 Haken, von denen einer den Aman trägt. Über die Hs. s. Laborde in der Beil. zu Bd. I. Vgl. Nr. 462 und die dort angef. NN. 468. Min. in Ms. B II 4 (Psalterium c. 1200—1220, engl.) des Trinity Coli, zu Cambridge fol. 7 a, in Lichtdr. in Facsimiles of anc. Mspts. (The new paleogr. soc. IX) 1911 pl. 215: Illustr. zu Gen. XL 21, 22. L. ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. Am First hängt der Oberbäcker in Rock u. Strümpfen, die Augen verbunden, die Hände hinter dem Rücken. R. der Pharao n. der Schenk. Vgl. Nr. 469, 471, 474, 478, 486, 496. 469. Min. in Clm. 835 (Psalterium, engl, vor 1222) fol. 14b (untere Hälfte): Illustr. zu Genes. XL 21, 22 (3 Figg.). R. vor dem thronenden Pharao der Schenk. L. an einem Gabelgalgen nach Schema Nr. 1 der Oberbäcker, bekleidet mit einem mennigroten Rock, blauen Hosen und schwarzen Schuhen. Über den Augen hat er eine dunkelrotc Binde. Die Hände













312 über seinem Rücken gefesselt.

sind

solcher Gabelgalgen auch auf

fol.

Der

First

30b (oben Nr.

des

Galgens braunrot, die Pfosten blau. Ein' Vgl. auch Nr. 470, sowie 468 und die

349).

dort angef. Bilder.

470. Min. ebenda fol. 110a und Ahasverus im Gespräch; 1. die

Stämme

weißgelblich

(^

Illustrat. zu Esther II 23 E. Esther Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1, 469, hier jedoch entrindet?), die Querstange rot. An dieser sind 2 Männer (Bagatha (3. Reihe), linke Bildbälfte.

:

ein

und Thara) mit dicken Stricken aufgeknüpft, die achterförmig um Hals und First geschlungen Die Gehängten tragen, der eine einen roten, der andere einen blauen Rock, beide aber sind. blaue Beinkleider und schwarze Schuhe. Sie haben die Hände auf dem Rücken. 471. Min. in Ms. lat. 10525 (a. 1252—70, Psalterium) der Bibl. nat. zu Paris, abgeb. Dep. des Mss. 14 (Psautier de S. Louis 1909) pl. XXI: Illustr. zu Gen. XL 21, 22 (3 Figg.). R. steht der Schenk vor dem Pharao. L. ein Gabelgalgen nach dem Schema von Nr. 1. Daran hängt der Oberbäcker, nnr mit der Bruch bekleidet. Seine Hände sind kreuzin Bibl. Nat.

weise

gefesselt.

Über seinen Augen

trägt

geführten Bilder. 472. Min. in

er eine Binde.



Vgl. Nr.

468 und

die dort an-



der Fierrabras-Hs. (13. Jahrb.) zu Hannover, abgeb. bei A. Schulz 180: ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1, die Pfosten am Fuß von Widerlagern gestützt. Von unten um den r. Ständer aufwärts und über den First wieder herab läuft lose der Strick, dessen anderes Ende einem unter dem Galgen stehenden bärtigen Manne um den Hals geschlungen ist. Der Verurteilte ist nur mit kurzen faltigen Hosen bekleidet. Seine Hände sind hinter den Rücken gebunden. Vor den Augen trägt er eine Binde. 473. Rohe Federzeichg. (englisch, 13. Jahrh.) in einer Assize Roll des Record Office za London, abgeb. bei F. A. Inderwick The Kings Peace (1895) 64/65. Auf .einer Plattform, zu der 5 Stufen hinaufführen, steht ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. An diesem ein Gehängter, nur mit einem kurzen Hemd bekleidet, vor den Augen eine Binde, die Hände auf dem Rücken. 474. Min. in Cgm. 11 (Woltchron. c. 1300) fol. 28 b. Illustr. zu Gem. XL 21, 22. R. thront der Pharao und vor ihm kniet der Schenk. L. hängt am Gabelgalgen der Oberbäcker. Der Galgen ist aus einem Kniegalgen gebildet, dessen Arm am Ende von den sich gabelnden Asten eines Baumstammes unterfangen wird. Den Gehängten bekleidet nur ein langes weißkariertes Hemd mit rotem Futter. Seine Hände sind über den Rücken gebunden. Über die Hs. Ph. Strauch in Mon. Germ. Deut. Chroniken III p. IV f. und die dort. Lit.

Das

höf.

Leben

II

— —

Vgl. Nr.

468

u.

die dort angef. Bilder.

475. Koior. Randzeichg. in Cgall. m. 16 (Psalterium, englisch, c. 1300) fol. 66b. Illustr. zu Josua 26: Die 5 Könige der Amoriter an Galgen. Zwei Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1, in der Art neben- und miteinander verbunden, daß sie den mittleren Ständer gemeinsam

X

haben. An dem Galgen r. hängen 3, an dem 1. 2 gekrönte Männer in langen, teils blauen, teils dunkel-, teils lichtroten Röcken und schwarzen Stiefeln. Die Hände sind bei zweien hinter den Rücken, bei zwei andern vorne übereinander gebunden, beim fünften frei. Vgl. Nr. 487. 476. Deckmalerei ebenda fol. 75b. Initiale D mit Illustr. zu Jos. VIII 29, 30. In der Initiale 2 cm hoch ein Gabelgalgen nach Schema 1 (hellgrün). Am First wird ein in langes Gewand gekleideter Gekrönter vom Henker emporgezogen. Die Hände sind ihm über seinen Rücken gebunden. Vgl. Nr. 464. 477. Deckmalerei ebenda fol. 78b unten: R. Kampf und Niederlage von Gekrönten vor einem Propheten. L. ein grüner Gabelgaigen (3 cm hoch, nach Schema von Nr. 1), woran an



2 Stricken je ein Paar der Gekrönten hängt, völlig bekleidet mit langen Röcken, deren Farben zwischen blau, mennigrot, lichtrot und weiß wechseln, und schwarzen Schuhen. Ihre Hände sind über den Rücken gebunden. 478. Kolor. Federzeichg. in Roy. Ms. 2 B VII (Psalter, englisch, c. 1300 1310) des Brit. Mus. fol. 16b, in Lichtdr. bei G. "Warner Qeen Marys Psalter (1912) pl. 30. Illustr. zu Gen. XL 21, 22. L. kniet der Schenk vor dem thronenden Pharao, während r. der Oberbäcker an einem Baum mit 2 dichtbelaubten Ästen hängt. Der Gehängte ist nur mit einer



313 Brach

bekleidet,

seine

Hände über den Rücken gebunden.



Vgl. die Nr. 468 und die dort

angef. Bilder.

479. Kolor. Federzeichg. ebenda fol. 61b, in Lichtdr. a. a. O. pl. 108. lllustr. zu Kön. ein Gabelgalgen aus Baumstämmen nach dem Schema Ton Nr. 1. Am First hängen dicht gedrängt 7 nur mit der Bruch bekleidete Männer (wie in der vor. Nr.). 480. Kolor. Federzeichg. ebenda fol. 206a, in Lichtdr. a. a. O. pl. 220: Marienwunder; der gehängte Dieb Ebbo wird von der Jungfrau Maria, die zu seinen Füßen am Galgen kniet, am Leben erhalten. Der Galgen nach dem Schema von Nr. 1. Hier aber der Gehängte nur mit einem Rock bekleidet; er hat die Hände auf dem Rücken. Zwei Männer gehen daran, ihn vom Vgl. Nr. 505. Strick zu schneiden; drei andere schauen verwundert zu. 481. Kolor. Federzeichg in Cod. Pal. germ. 164 (Sachsenspiegel-Bruchst. g. 1315) fol. 13b Nr. 4 r., in Steindr. faks. bei Batt u. Babo Teutsche Denkmäler (1820) Taf. XV5: lllustr. zu Sachs. Landr. III 7 § 4: Der Henker (in gelblichem Kittel, roten Beinkleidern und weißer Haube) zieht den hehlerischen Juden am Gabelgalgen (Schema von Nr. 470!) empor. Der Jude Seine Hände sind kreuzweis geträgt weißes Hemd, gelbe Beinlinge und weiße Augenbinde. Im bunden. Die Schlinge bat er um den Hals; ihr längeres Ende läuft über den First. wesentl. entspricht die Federzeichg. in Ms. A 1 (a. 1336) der Gr. Privatbibl. zu Oldenburg fol. 66a Nr. 2 I., altertümlicher nur insofern, als hier der Oberkörper des Juden entblößt und «eine Hände über seinen Rücken gebunden sind, aber weniger altertümlich insofern, als der Galgen aus behauenen Balken aufgezimmert ist. Es entspricht ferner die kolor. Federzeichg. in 32 der Ö£F. Bibl. zu Dresden (um 1360) fol. 37 b Nr. 4 r. (kopiert in Ms. Aug. 3, 1 zu Wolfenbüttel fol. 43b Nr. 4 r.), in Lichtdruckfaks. bei v. Amira Die Dresd. Bilderhs. des Ssp. Taf. 74, wo der Galgen wie im Cod. Pal. und die Hände des Juden über seinen Rücken gebunden. Die Farben weichen vom Cod. Pal. gänzlich ab. Der Jude trägt rötliches Hemd, gelbe Beinlinge, schwarze Schuhe, rötlichen Spitzhut, der Henker einen in grün-weiß-braunrot quer geÜber die entsprech. Figur im Cod. Pal. s. Eckert Der Fronbote 34. streiften Rock (Fronbote?). 482. Min. in Cgm. 6406 (s. oben Nr. 330 a) fol. 104b: lllustr. zu Josua X 26 (7 Figg.). L. ein Gabelgalgen wie in Nr. 350 a. Daran mit einem Strick aufgeknüpft ein Mann in Kettenrüstung und Waffenrock ungefesselt. Vor dem Galgen (in der Mitte des Bildes) 3 Männer, an ihren Spitzhüten als Juden kenntlich, und hinter diesen r. 3 Gekrönte (die Amoriterkönige) in Wie hier so auch auf fol. 171b (lllustr. zu I Kön. 31, 9 12) Rüstungen und Waffenröcken. am gleichen Galgen 2 Gehängte, doch nicht in Rüstungen, sondern nur in farbigen Röcken und schwarzen Schuhen. Vgl. auch Nr. 483, 484. 483. Min. ebenda fol. 182 b: lllustr. zu II Kön. 4, 12 (7 Figg.). Phot. Tietze PI. Nr. 4400. L. ein Galgen wie in Nr. 350 a. daran mit Stricken aufgeknüpft 3 Männer in Kettenrüstungen und Waffenröcken, ungefesselt. Ihnen gegenüber stehen zunächst 2 ebenso gekleidete Männer, dann ein Gekrönter mit Befehlsgestus und zuletzt sein Begleiter. Vgl. Nr. 482, 484. 484. Min. ebenda fol. 207 a: lllustr. zu II Kön 21, 9, wo der Text von Kreuzigung spricht (5 Figg.). R. der Galgen wie in Nr. 350 a: daran 3 Gehängte in Kitteln oder Röcken. L vor einem Burgtor 2 Gerüstete. Vgl. Nr. 482, 483. 485. Kolor. Federzeichg. in der bei Nr. 375 angef. Ha. fol. 72 b, abgeb. bei Brück a. a. 0. Abb. 119, lllustr. zu Teil II Kap. 34 § 1. Zwei Szenen, I. das Ausstäupen und Scheren wegen kleinen, r. das Hängen wegen großen Diebstahls. Auf Rasen ein hölzerner Gabelgalgen, an dessen First der Verurteilte eben gehängt worden ist. Der Henker, der noch auf der Leiter steht, bindet den Strick fest. Der Gehängte ist nur mit einem Lendentuch bekleidet. Seine Hände sind kreuzweis gebunden. 486. Min. in Cgm. 5 (oben Nr. 376) fol. 56b: lllustr. zu Genes. XL 21. 22. Ähnlieh wie in Nr. 469, 471. Der atn Galgenfirst hängende Oberbäcker wie in 471. Der Strick ist deutlich Vgl. Nr. 468 und die dort angef. Bilder. um den First geknüpft. 487. Min. ebenda fol. 127a: lllustr. zu Josua X 26. Das ganze Bild nimmt ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1 ein. Vier gekrönte Männer, nur mit der Bruch bekleidet, sind bereits aufgeknüpft. Der fünfte, ebenfalls nur mit der Bruch bekleidet, steht mit der Schlinge um den Hals noch auf der r. angelehnten Leiter, während der rittlings auf dem First sitzende II 21 T. 9:



M







Abb.

d. philos.-philol. u. d. bist. Kl.

XXXI,

3.

Abb.

40

314 Bei vieren sind die Hände vorn (kreuzweis), bei einem dort festschnürt. Vgl. Nr. 475. Kücken gebunden. 488. Min. ebenda fol. 140a, abgeb. bei A. Schultz Deut. Leben Fig. 59: Illustr. zu Kön. II 11; der Bote, der dem David die Nachricht von Sauls Tod überbrachte, hängt zappelnd an einem Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. Der Galgen steht auf felsiger Anhöhe zwischen 2 Bäumen. Am First lehnt eine Leiter. Der Gehängte wie in Nr. 471. Am Fuß der Höhe Hand erhebend. steht auf sein Schwert gestützt ein Bewaffneter, die 489. Kolor. Federzeichg. in einer Hs (a. 1353, schlesisch) der Piaristenbibl. zu Schlackenwerth fol. 63a, färb. Faks. bei A. v. Wolfskron Die Bilder der Hedwigslegende usw. (1846) Nr. 39. St. Hedwig rettet einen Gehängten. L. ein aus Balken gezimmerter Gabelgalgen auf einem Hügel. Am First hängt ein lediglich mit einem kurzen und kurzärmeligen weißen Hemd bekleideter Mann, dessen Hände über seinen Rücken gebunden sind. R. der Herzog Heinrich Über das Armsünderhemd in diesem mit Gefolge und Hedwig, die auf den Gehängten deutet.

Henker den

Strick



hinter seinem

I



Bilde

s.

V.

Wolfskron

a.

a.

0. Sp. 88.

490. Kolor. Federzeichg. ebenda fol. 63b, abgeb. bei v. Wolfskron a. a. 0. Nr. 40: ähnVorgang. R. ein Gabelgalgen aus Balken, an dessen First ein Gehängter wie in der vor. Nr. Unter dem Galgen steht ein Bewaffneter, im Begriff, mit dem Schwert den Strick zu durchhauen. 491. Kolor. Federzeichg. in M. 32 der Öff. Bibl. zu Dresden (oben Nr. 481) fol. 25 a, Nr. 3 r, in Lichtdr. Faksim. bei v. Amira a. a. 0. Taf. 25: Illustr. zu II 1 4 (recte 13) des sächs. Landrechts (den dip sal man hengen). Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. Der Gehängte ist mit einem grauen Hemd und schwarzen Beinlingen bekleidet und trägt eine weiße Binde vor den Augen. Sein Haupthaar ist gelockt, seine Hände sind hiriter den Rücken gebunden Kopiert zu Wolfenbüttel fol. 29 a Nr. 3 r. Im wesentlichen übereinstimmend die in Ms. Aug. 3, 1 Zeichnung in der Oldenburger Hs. (oben Nr. 481) fol 43 b Nr. 2, nur daß hier das Bild mit der Szene vor dem Bauermeister r. zusammengeschoben ist. Vgl. auch Nr. 4 93, 494. 492. Min. in Cod. A. M. 350 fol. (Skarctsbök a. 1363) zu Kopenhagen, stark und undeutDie Initiale |) zum lich verkleinert in Bergens Museums Aarbog 1910 Nr. 7 S. 30 (Fig. 26). Der Schaft des Buchstabens bildet den einen Pfosten eines Gabel|)jova balkr (Diebsrecht). galgens, an dessen First ein nur mit Lendentuch bekleideter Mann hängt. Die Hände des Gehängten sind über seinen Rücken gebunden. Über die Hs. s. G. Storni in Norges gamle Love IV 533 535, Katal. over den Arnam. llandskr. Sämling I (1888) Nr. 508 und die dort licher







angef.

Literatur.

493. Federzeichg. (grün) in Ms. germ. 2° 631 (Cod. Steinbeck. 14. Jahrh.) der K. Bibl. (Homeyer, Rechtsbücher Nr. 47) fol. 121a am Rande von sächs. Landr. II 13 § 1: Gehängter am Gabelgalgen, angekleidet, die Hände am Rücken. Abgeleitet aus einer

zu Berlin ein

Vgl. Nr. 491. 494. Federskizze, 6x6, in der Hs. 1 der Petro-Paulin. Bibl. zu Lieguitz (Homeyer Rechtsbb. Nr. 406 a. 1386) fol. 155b: got. Initiale zu II 13 § 1 des sächs. Landrechts. Die beiden Schäfte des Buchstaben benützt der Zeichner als Galgenständer, indem er oben durch sie hindurch den First legt. An diesem hängt I. ein nur mit kurzer Hose bekleideter Bilderhs. des Ssp.

H

Mann;

Kopf

Hände



sind hinter den Rücken gebunden. Die Geneal. der Bilderhss. des Ssp. 374, insbes. Note 4. Das Bild ist aus einer Bilderhs. des Ssp. abgeleitet; vgl. Nr. 491, 493. 495. Min. (roh) im Cod. Milich (Var. 1) des Ratsarch. zu Görlitz (Homeyer Rechtsbb. Nr. 250 a. 1387) fol. 130a, in Autot. bei R. Jecht Ü. d. i. Görlitz vorband. Hss. etc. 1906 Taf. VII. Die Initiale zu II 13 § 1 des sächs. Landr., abgeleitet aus der vor. Nr.: r. die Ausstäupungsszene. L. der Gehängte. Der Gabelgalgen ist diesmal nicht aus der Initiale konstruiert, sondern nach dem Schema von Nr. 1 gebildet, der Gehängte mit einem gegürteten weißen Hemd bekleidet, auch nicht kahl geschoren Die Lit. ü. d. Cod. bei Jecht a. a. 0. 14. 495 a. Kolor. Federzeichg, c. 1400 in Hs. der Luccheser Bilderchronik des Ser Cambi, verkleinert bei Salv. Bongi Le croniche di Giovanni Sercambi Lucchese (Fonti per la Storia Ital. Roma 1892) I. Überschr. Come fu apichato Augustino Vironi [1369 wegen Diebstahl]. Am First eines aus Baumstämmen hergestellten Qabelgalgens nach Schema von Nr. 1 hängt mit sein

ist

völlig kahl

L. Ausstäupen (2 Figg.).

Über

N

:

geschoren, seine

die Hs.

s.

v.

Amira

315 Er ist nur mit einem gegürteten Kittel bekleidet. Seine Hände Neben ihm lehnt eine Leiter am First. 495b. Kolor. Federzeichg. c. 1400 ebenda, abgeb. wie Nr. 495 a a. a. 0. I 236. Hinrichtung des Landzwingers Pieruzzo und eines seiner Gehilfen zu Lucca 1382. Zwei Szenen. einem Strick aufgeknüpft A. V. sind rückwärts gebunden.

R.

auf

einem

von

2 Ochsen

gezogenen Karren das Zangenreißen.

L. ein Gabelgalgen



nach

Nach demSchema von Nr. 1. Am First hängen 2 Männer wie Aug. Vironi in Nr. 495a. selben Schema 2 Gehängte am Fuß einer Burg, aus ders. Hs. bei Bongi I 331. 495 c. Kolor. Federzeichg. c. 1400 ebenda, abgeb. wie Nr. 495 a a. a. 0. II 55. Überschr. Come moiti furono giustitiati che aveano misfacto a Luccha e alquanti collati [zu Lucca 1397]. Freies Feld mit Bäumen, r. Stadtmauer mit Türmen dahinter. Vor der Mauer BewaflFnete. L. wird an einem belaubten Baumast ein Gehängter von 2 Männern emporgezogen. Er ist nur mit einem kurzen Rock bekleidet. Der Strick läuft über eine Nutenrolle, die am Ast befestigt ist. Im Hintergr. sind an 2 belaubten Baumästen je 3 Gehängte mit Stricken aufgeknüpft. Weiter I. im Hintergr. ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1 mit 2 am First Aufgeknüpften. Sämtlichen Gerichteten sind die Hände über den Rücken gebunden. In der Mitte des Vordergr. ein Reiter mit Fahne (von Lucca?) und ein Reiter mit Konimandostab. 495d. Kolor. Federzeichg. c. 1400 ebenda, abgeb. wie Nr. 495a bei Bongi II 404. Überschr. come il papa [Bonifaz IX.] fe' apichare XXX persone. Hügel vor den Mauern Roms, wo durch ein Tor Truppen einreiten. Im Vordergr. r. ein breiter Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1, woran ein IJaufe von ungefähr 10 Gehängten (wie in Nr. 495 c). 495e. Kolor. Federzeichg. c. 1400 ebenda, abgeb. wie 495a bei Bongi I 125. Überschr.: appicarono asini, cani et montoni [zum Hohn gegen die Pisaner]. Come le genti di Firenza Lager. R. der Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1. 495 f. Min. in Cod. 9024 (Bible historiale v. Guyart Desnioulins, bald nach 1400 der .

.

.

.

.

.

X

K. Bibl. zu Brüssel (Cat. des Mhs. I p. 42 f.): Illnstr. zu Josua L. ein ge26, 7 Figg. zimmerter Gabelgalgen (die Ständer auf Schwellen). Am First sind mit Stricken die 5 „Könige" aufgeknüpft, alle bekleidet u. gekrönt, die >Hände kreuzweis gebunden. R. stehen 2 Männer

im Gespräch. 496. Kolor. rohe Federzeichg. in Cgm. 250 (Papier, Weltchron. 1400 1430) fol. 51a. Illustration zu Gen. XL 22: Auf einer Höhenkuppe vor Bäumen auf rotem Hintergr. ein Gabelgalgen nach Schema von Nr. 1 (die Hölzer hellgelb). Am First aufgeknüpft der Oberbäcker, bloß mit einem kurzen Hemd bekleidet. Seine Hände vorne kreuzweis gebunden. Am Fuß des





Hügels die Worte: Da hangt d fiste. Über die Hs. Ph. Strauch in Mon. Germ. Deut. Vgl. Nr. 468 u. die dort angef. Bilder. Chron. III p. 54. 497. Kolor. rohe Federzeichg. ebenda fol. 225 unten in der r. Ecke am Rand, teilweise abgeschnitten. Gabelgalgcn nach Schema von Nr. 1 (wie in Nr. 496) (doch undeutlich); ebenso der Gehängte, nur mit dem Unterschied, daß ihm die Hände auf den Rücken gebunden. 498. Kolor. rohe Federzeichg. ebenda fol. 125 b. Auf blauem Grund ein Gabelgalgen aus Balken, in den Winkeln verspreizt. Daran an starkem Strick ein gekrönter Mann hängend,



angekleidet, die

Hände

frei.

499. Kolor. rohe Federzeichg. ebenda fol. 138a. An Gabelgalgen ein Mann ganz in Rot gekleidet, wie in vor. Nr. 500. Min. in Ms. 5193 (Boccaccio De casibus übers, v. L. de Premierfait) a. 1409 1419, in der Arscnalbibl. zu Paris fol. 125b, in Lichtdr. bei H. Martin Le Boccace de Jean sans peur (Brux. 1911) pl. 14 Nr. LV. Maleas läßt seinen Sohn Cathalo hinrichten. L. ein Hügel, worauf ein vierbeiniger Galgen. An diesem hängt Cathalo als Suffet in priesterlicher Tracht (Albe und Pluviale). Seine Hände sind kreuzweis gebunden. Neben ihm lehnt am Galgenfirst die Leiter, worauf der Henker herabsteigt. R. am Fuß des Hügels Maleas. 501. Min. ebenda fol. 144a, abgeb. a. a. O Nr LXII. Gesch. des Polykrates. Im Hintergr. hängt er an 4 teil. Galgen. Er ist bekleidet und seine Hände sind kreuzweis gebunden. Vgl. Nr. 507. 501a. Kolor. Federzeichg. in Cgm. 598 (Buch der Heiligen Driualtikeit um 1420) fol. Ib: auf grünem Rasen ein gezimmerter Gabelgalgcn in Blattgold. Am First mit einem Strick nuf-



40'

316 Mann Ton Christustypus. Über seinen Die Hände rückwärts gebunden. Darunter die Worte: Ditz gericht bezeichnet vns maria wart Jesus Xtus ir fleisch ir bluet an den Galgen des Kreutz gehangen für vns. 502. Handzeichgg. auf einem Blatt von Pisanello in der Sammig. J. Malcolm of Poltalloch (Brit. Mus), in Lichtdr. im Jahrb. der preuß. Kunstsammigg. 1894 S. 260/261. Studien (zu dem unter Nr. 503 erwähnten Fresko?) nach 3 gehängten Männern. Nur die Figuren, jede von 2 Seiten genommen; alle bekleidet, die Hände über den Rücken gebunden. Bei zweien ist das Kopfhaar über dem Ohr rund herum zugeschnitten, bei einem das Hemd weit herunter gehängt

Augen

ein

nur

mit Lendentuch

bekleideter bärtiger

eine weiße Binde von durchsichtigem Stoff.

gezogen, die Beinkleider teilweise weggerissen. S. Campbell-Dodgson a. a. 0. 259 f. 503. Fresco des Pisanello (f 1451) in S. Anastasia zu Verona (Kap. Pellegrini), in Farbendr. her. v. d. Arundel-Society nach Zeichg. v. Constantini, abgeb. in Venturis Ausg. des Vasari (1896) 80/81 und bei O. Biermann Verona (1904) Abb. 52: Szene aus der GeorgsIm Hintergr. 1. und in der Mitte auf Anhöhe Stadt und Königspalast. Davor nach r. hin ein

legende.

hoher Gabelgalgen aus dünnen lichtfarbenen Stämmen mit 2 Gehängten; beide von hinten gesehen, nackt, die Hände über den Rücken gebunden und die Augen (dem Anschein nach) verbunden. 504. Min. in Cgall. m. 3 (Legend, französ. c. 1450) fol. 175a: Mart. Auf einem Rasen aus braunen Balken, die Pfosten von Widerlagern gestützt. Am First mit r. ein Gabelgalgen Stricken aufgeknüpft 2 Männer, der eine mit einem blauen, der andere mit einem grünen Rock bekleidet, beide barfüßig. Die Hände sind ihnen über den Rücken gebunden. Hinter dem einen schaut der Henker hervor, der noch beschäftigt ist. L. der Richter. 505. Min. (Grisaille) in Ms. fr. 1998 (flandr., a. 1456) der Bibl. nat. zu Paris fol. 7 (Stab Anh. Nr. 200): Wundergeschichte (vgl. Nr. 480). Hügelige Landsch. In der Mitte ein hölzerner Gabelgalgen mit Verstrebungen. Daran ein Gehängter in Wams und Beinkleidern. Seine Hände sind ihm über den Rücken gebunden. Eine Binde hat er über den Augen. Der Henker nimmt eben die Leiter weg. Aber Maria stützt mit ihren Händen die Füße des Gehängten. Beiderseits Gruppen von Männern zu Pferd und zu Fuß; darunter r. der berittene Richter mit Stab, 1. der Büttel mit Gehstock. 506. Min. (Grisaille) in Ms. Douce 374 (s. Nr. 3) zu Oxford fol. 90 a, in Lichtdruckfaks. bei Warner a. a. 0., darnach Holzschn. bei H. Prutz Staatengeschichte II (1887) 607: Wundergesehichte. Im Vordergr. einer hügeligen Landsch. ein hölzerner Gabelgalgen mit Verstrebungen. Am First lehnt die Leiter, worauf der Henker steht und den soeben Gehängten abstößt. Dieser ist in Wams und Beinlinge gekleidet. Seine Hände sind ihm über den Rücken gebunden. Vor den Augen hat er eine Binde. Unten eine Gruppe von Reitern und Zuschauern zu Fuß. Eine vervollkommnende Bearbeitung derselben Komposition in Ms. 9199 (flandr., 1466 1477) der Bibl. nat. Paris fol. 94 a, reprod. in Lichtdr. in Miracles de Notre Dame II (Bibl. nat. D6p. des Mss. 5, Par. 1906) pl. 63. Hier besonders charakteristisch der Henker, der mit dem 1. Bein auf der Leiter steht und sich mit der 1. Hand am Galgenfirst festhält, während er mit dem r.



Fuß und

mit der r. Hand nach dem Gehängten stößt. 506 a. Kolor. Federzeichg. in Cgm. 206 (Bibelauszug a. 1457) Bl. 108 b (Photogr. Tietze PI. Nr. 4015): Illustrat. zu Josua X 26. Landsch. mit Stadthintergr. R. auf einem Hügel ein gezimmerter Gabelgalgen mit 2 Gehängten. Im Vordergr. eine Gruppe von Gekrönten, die auf der Erde kauern. Mit einem von ihnen ist ein Bewaffneter beschäftigt, anscheinend um ihm

um den Hals zu legen. 507. Min. in Cgall. m. 6 (s. oben Nr. 878) zu München fol. 129a (Photogr. Tietze PI. Nr. 1117, Lichtdr. bei Durrieu a. a. 0.). L. im Vordergr. Polykrates in seinem Palast bei der Tafel, wo ihm der Ring überbracht wird. R. jenseits eines Gewässers hängt er am Gabelgalgen. Er ist nur mit einem weißen Hemd bekleidet und hat die Hände hinter dem Rücken. Den eine Schlinge

Galgen umsteht eine dichte Volksmenge, die sich auch noch auf der Brücke im Hintergr. setzt.

fort-

Vgl. Nr. 501.

508. Min. ebenda fol. 142a, in Lichtdr. bei Durrieu pl. XIII. Hinrichtung der Olympias. der Mitte des Bildes ist sie an einen von 2 Säulen getragenen Balken gehängt. Sie ist barfuß und ungefesselt, doch im übrigen bekleidet. Ihre Augen sind nicht verbunden.

In

317 509. Min. ebenda

fol.

328a:

.

.

.

le

cas

de andronicus empereur de constantinople

.

.

.,

reprod. in Lichtdr. bei P. Durrieu pl. XXVIl. Im Vordergr. muß Andronicus, nur mit einem weißen Hemd angetan, verkehrt auf dem Esel reiten. Im Hintergr. Platz einer Stadt, wo er

Hände vorn gebunden. Cod. 9018 19 (vläm. Bible, a. 1431 60) der K. Bibl. zu Brüssel (Cat. bergige Landsch. L. auf einer Anhöhe ein gezimmerter Gabelgalgen, ff.) daran aufgeknüpft ein Mann in langem gegürteten Rock, mit Binde vor den Augen, barfuß und die Hände über den Bücken gebunden. L. ein thronender Herrscher mit Befehlsgestus.

am Gabelgalgen

hängt, die

609a. Min. des Mss. I p. 52

in





:

In der Mitte 2 Geharnischte. 510. Holzschn. in dem Druck von Ulr. Boners Edelstein [Alb. Pfister c. 1461], FaksimileAnsg. V. P. Kristeller (Graph. Gesellsch. I) S. 86: lUustr. zu der Fabel von der untreuen



99 (3 Figg.). Die Witwe steht im Begriff gemeinsam mit Witwe, Ausg. V. Fr. Pfeiffer 96 ihrem Liebhaber den Leichnam ihres Mannes über den First eines Gabelgalgens hinaufzuziehen (an Stelle des gestohlenen Leichnams eines gehängten Diebes). Er ist nur mit einem Kittel bekleidet und trägt seine Hände über den Rücken gebunden. 610a. Min. in Cgm. 603 (Bibelauszug a. 1463) fol. 31b: Illustrat. zu Esther VII 10. Freie Landschuft. Im Vordergr. ein gezimmerter Gabelgalgen. Am First hängt mit einem Strick aufgeknüpft Aman, ganz bekleidet, die Hände kreuzweis gebunden, das Haar ungeschoren. 511. Min. (von LoysetLy^det zu Brügge) in Ms. 6 (Hist. de Charles Martel a. 1470) der Bibl. roy, zu Brüssel fol. 15lb, abgeb. bei van den Gheyn Hist. de Charles Mart. (1910) Verschiedene Szenen. R. im Vordergr. wird Karl nach dem Hintergr. zur Richtstatt Dort am Ufer eines Flusses ein Gabelgalgen aus Balken, die auf Schwellen stehen und am Fuß, von Widerlagern gestützt, in den Winkeln mit dem First verstrebt sind. An diesem lehnt die Leiter, worauf ein Geharnischter dem Verurteilten die Schlinge umzulegen scheint. Karl trägt Beinkleider und Wams; seine Hände sind hinter den Rücken gebunden. 512. Kolor. Federzeichg. in Cgm 622 (Sammeihs. a. 1471) fol. 17 b: Illustr. zu Josua X 26. Auf freiem Feld ein einfacher gezimmerter Gabelgalgen (lichtgelb). Am First sind mittels Stricken 3 Gekrönte aufgehängt. Einer ist nur mit einem Hemd, die beiden andern sind mit gegürteten Kitteln bekleidet, ihre Hände rückwärts gebunden. L. lehnt am First eine Leiter, auf ihr in Vorderansicht ein mit Kittel bekleideter Mann, dem die Hände rückwärts gebunden sind. Weiter oben auf der Leiter der Henker, der ihm den Strick um den Hals zu legen scheint. R. unten ein Befehlshaber mit Gehstock. 512a. Kolor. Federzeichg. ebenda fol. 37b: Illustr. zu Esther II 23. Freies Feld mit Stadthintergr. Im Vordergr. Oabelgalgen wie in Nr. 510 a. Daran ein bekleid. Mann, dessen Füße entblößt und dessen Hände rückwärts gebunden sind. L. die Leiter wie in Nr. 511, ebenso der Henker, der dem andern Verurteilten den Strick umlegt. Unten 1. eine Amtsperson mit Stab. 512 b. Kolor. Federzeichg. ebenda fol. 38 b: Illustr. zu Esther VII 10. Landsch. und Galgen wie in Nr. 512a. Am First hängt Aman, nur mit einem roten Kittel bekleidet. Seine Hände sind rückwärts gebunden. L. unten ein Richter und ein Büttel mit ihren Stäben. Vgl. Nr. 462 und die dort angef. NN. 513. Holzschn. in der heiligen leben (Winterth.) Augsb. H. Zeiner 1471 Bl. XXVII (faksim. im Bilderschmuck der Frühdrucke II Abb. 13): Von sant columanus legend (2 Figg.). Die Legende von Coloman und dem Boten. An einem gezimmerten Gabelgalgen mit starken Verstrebungen in den Winkeln, der die ganze Bildbreite einnimmt, hängt der H., nur mit einem langen Hemd bekleidet. Seine Hände sind ihm über den Rücken gebunden. Von I. tritt der Bote heran und schneidet mit einem Messer ins 1. Bein des H. Nachschnitte in den Passionalen von Sengenschmitt NOrnb. 1475, Bämler Augsb. 1475, Sorg Augsb. 1478, Feyner Urach 1481, Schönsperger Augsb. 1489. Auch die kolor. Federzeichg. in Cod. germ. 504 (oberbaier. Legend, a. 1475) der baier. Staatsbibl. fol. 22b beruht auf diesem Schema, und noch die freiere Kompos. des H. Schäuffelein im Augsb. Passional v. 1513 Bl. XXIX geht darauf zurück. 514. Eingeritzte Zeichg. in einer Glocke (a. 1473) aus der Kirche zu Bringetofta (Smilland) pl.

13:

geführt.



318 im Hiätor. Museum zu Stockholm, abgeb. bei H. Hildebrand Sveriges Medeltid III 719: TierAn einem rein schematisch gezeichneten Gabelgalgen hängt der Fachs, den 3 heranfliegende Gänse an dem über den First laufenden Strick hinaufziehen. 515. Min. in Ms. 9967 (15. Jahrh.) der K. Bibi. zu Brüssel fol. 166b. abgeb. bei Gheyn L'Hist. de Heiyne (1913) pl. 19: Begebenheit zu Courtray; an einem Gabelgalgen nach Schema dessen Hände vorn übereinander geV. Nr. 1 ein nur mit einem Kittel bekleid. Gehängter, bunden sind. 516. Handzeichg. von Leonardo da Vinci (1479) (1898 im Besitz von Bonnat zu Paris), abgeb. bei P. Müller-Walde Leon, da V. Abb. 66, und bei Ad. Rosenberg Leon, da V. Abb. 16: Studie nach dem 1479 zu Florenz gehängten Baccio Bandini. Dieser ist ganz bekleidet; auf dem Kopf trägt er eine Kalotte; seine Augen sind aber frei, seine Hände über den Kücken gebunden. Beischriften von Leonardos Hand geben Stoff und Farbe der Kleider an. S. Müller-Walde a. a. 0. 123 f., Rosenberg a. a. O. 31, H. ülmann Sandro Botticelli 48 f. (wo aber die Studie auf ein AVandbild des Botticelli zurückgeführt wird). 517. Altarflügel (c. 1480) von Pablo Vergos in S. Antonio zu Barcelona, abgeb. in Autot. bei S. Sanpere y Miguel Los Cuatrocentistas Catalanes II (1906) 156 (dazu Text 149 157): An einem Galgen nach dem Schema von Nr. 1 (die Mirakel des h. Antonius v. Barcelona. Firatenden mit den Pfostengabeln verschnürt) hängt ein nur mit einem weißen Hemd bekleideter Mann. Sein Haar ist kurz geschoren, seine Hände vorne kreuzweis gebunden. Ein auf dem First rittlings sitzender Mann schneidet den mit Hilfe des H. am Leben Erhaltenen ab, während die unten Stehenden ihn in Empfang nehmen. 517 a. Ilolzschn. in „Histori von den siben weisen meystern" Augsb. Sorg 1480 fol. IIa (faks. im „Bilderschmuck der Frühdrucke" IV (1921) Nr. 518): 6 Figg. in freiem Feld mit hügeligem Hintergr. Dort 1. ein gezimmerter Gabelgalgen, an dessen First der Strang. Von gebundenen Händen der Kaiserr. her wird in ein langes Hemd gekleidet und mit rückwärts sohn am Strick herangeführt. Von 1. her reitet ihm der „meyster Barcillas" entgegen. Völlig analoge Darstellung, nur im Gegensinn fol. 16 a (faks a. a. 0. Nr. 522: die Begegnung mit „meyster Sentulus"). 518 Holzschn. in hystori von herzog Leuppold und sinem sun Wilhalm (Augsb. A. Sorg 1481, Schreiber Manuel Nr. 4492. Muther Bücherillustr. Nr. 104) fol. 34, reprod. bei Fr. Heinemann Der Richter Abb. 7. Freies Feld. R. im Vordergr. von 2 Männern begleitet ein Gekrönter. Auf dessen Befehl führt in der Mitte ein Diener einen barhäuptigen Geharnischten am Strick, womit dessen Hände gebunden, zu einem gänzlich kahlen Baum, Am vorderen Ast hängt ein Strick oder Riemen. Zu Füßen des Fürsten kniet bittend ein Jüngling. Hinter dem Baum bellt ein Hund dem Gefangenen entgegen. fabel.





519. Min. in Froissart-Hs. (a. 1484/5) zu Breslau, faksini. bei A. Lindner Der Breslauer nach der Schlacht bei Roosebeke (1382), die im Vordergr. dargestellt ist, wird im Hintergr. der tote Philipp v. Artevelde an einem hohen Baum gehenkt. Er ist völlig nackt, wie in der voraufgehenden Szene, wo er tot vor dem König Karl VI. v. Frankreich liegt. Seine Hände sind ihm über den Rücken gebunden. Der Henker steht noch auf der an den Baum gelehnten Leiter, damit beschäftigt den Strick festzuschlingen. Froissart Taf. 22:

519a. Holzschn. im Aesopns Venezia 1487, faks. bei d'Essling Les Livres ä Figures IIS. 326: Illustrat. zur Fabel De civitate et carente rege. Im Hintergr. 1. auf Anhöhe ein Gabelgalgen nach dem Schema von Nr. 1. Daran ein Gehängter in einem Kittel. Die Hände über seinem Rücken. 520. Holzschn. in Der Heiligen leben (Nürnb. A. Koburger 1488) I fol. CXCIIIb Von sant Colomanno (die Wunder mit dem Jäger und dem Boten). Hügel mit Stadt im Hintergr. Vorne ein breiter gezimmerter Gabelgalgen (im kolor. Exemplar der Münchener Univ.-Bibl. gelb), woran zwischen 2 durch Raben über ihnen gekennzeichneten Missetätern der Heilige hängt. Alle drei sind bekleidet, C. nur mit einem (krapproten) Rock, die neben ihm hängenden Männer mit Wams (mi parti) und Beinkleidern, doch unbeschuht, so daß die Fußzehen bloß bleiben. Die Hände des H. sind vorne, die der Verbrecher hinter den Rücken gebunden (subjektive Symbolik des Künstlers!). Von r. kommt mit seinen Hunden der Jäger, nach dem Körper des Vönetiens

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Eine vereinfachende, aher Heiligen stechend, während 1. der Bote in dessen Bein schneidet. alles Charakterische beibehaltende Bearbeitg. dieser Kompos. ist der Holzschn. in Der Heiligen (Straßb. 1502) II Bl. XVlHa (Straßb. 1510 H fol. XXlIa). Vgl. Nr. 513, 522, 564. 521. Holzschn. im Doctrinal v. Michault (Brügge c. 1490), abgeb. bei Lacroix Moeurs 452 (fig. 350). L. ein Gabelgalgen mit angelehnter Leiter. Auf dieser sitzt ein zum Strang Terurteilter Sackpfeifer, zum letztenmal, wie ihm vergönnt worden, auf dem Dudelsack blasend. Um seinen Hals liegt schon der Strick, der oben um den First geschlungen ist. Bekleidet ist er nur mit einem Kittel oder Hemd; auf dem Kopf trägt er eine Haube. Seine Hände sind frei. Neben ihm auf einer Leitersprosse steht der Henker, unten 1. der Richter. Gegenüber den ein Genosse des Verurteilten um obige Gnade bittet. Dahinter r. abermals der Richter, Andeutung von Bewaffneten. 522. Holzschn. im Passionael Lübeck 1492 (Stephan Arndes) fol. 226a, abgeb. bei Sev. Rüttgers Der Heiligen Leben (Leipzig 1913) I 49: S. Coloman. Das Wunder mit dem Jäger (2 Figg.). Am Fuß eines Hügels 1. ein gezimmerter Gabelgalgen mit Verspannungen in den Winkeln. Unmittelbar am First der Heilige wie in Nr. 520, doch dem Anschein nach ganz bekleidet (Kittel und Beinlinge). R. zu Pferd der Jäger, der mit dem Spieß nach ihm sticht. Vgl. Nr. 513, 520, 564. 523. Holzschn. in Der Ritter vom Turn (s. oben Nr. 12), faksim. bei R. Kautzsch Taf. 23: Wie Aman mitsampt syben syne sönen vmb syner Hochfart willen an eynen galgen gehenckt ward vor gynem eygnen husze. L. ein gezimmerter Gabelgalgen mit Widerlagern und Verstrebungen. Auf der am Firtt lehnenden Leiter der Henker, der den A. unmittelbar unter dem Balken festknüpft. A. trägt Wams und Hosen; seine Füße sind entblößt, seine Hände hinter seinen Rücken gebunden. Durch den Galgen Ausblick auf Häuser und Gasse. R. dicht zusammengedrängt die Söhne des A. Dem vordersten sind die Hände ebenfalls rückwärts gebunden. Vor den Gefangenen steht eine Amtsperson mit Schwert. Im Hintergr. ist noch das Erdgeschoß eines

leben

Hauses sichtbar.

v

524. Holzschn. ebenda, faks. a. a. O. Taf. 42: Wie Kathons son zu roni durch die statt Reytt mit großer geselscliafft vnnd jm eyn übeltheter begegnet den man vsz füren vnnd hcncken wolt, vnnd er jn vom tod erlöszte. Landschaft. L. Stadttor, aus dem ein junger Mann, gefolgt von einem älteren, hervorreitet. Von r. her kommt ihm der Verurteilte entgegen. Er ist in Wams und Hosen gekleidet; seine Hände sind ihm rückwärts gebunden. Das andere Ende des Strickes hält ein Begleiter gefaßt. Neben den beiden ein Mann, der vor den Reitern die Mütze abnimmt. Im Mittelgr. auf einer Anhöhe ein gezimmerter Gabelgalgen. 625. Holzschn. in Les quatre fils aymon, Lyon Jehan de Vingle 1495 fol. ni VI: Gabelgalgen in freiem Feld. Auf einer Leiter steigt der Henker hinan, während unten mit gebundenen Händen und barhäuptig der Verurteilte steht. Aesopi (Ulm, Zeiner, letztes Viertel des 526. Holzschn. in Steinhöwel Das Buch 15. Jahrb.), faksim. bei R. Muther Bücherillustr. II Taf. 46; Überschr. Die XIIII fabel vö de Stelenden Kin